Impfreaktion 6 fach impfung baby wie lange

Welche Nebenwirkungen können auftreten und wie lange nach der Impfung?

Impfstoffe sollen eine Immunreaktion (Bildung von Antikörpern) auslösen, deshalb kommt es vor, dass es nach einer Impfung zu Reaktionen bzw. Nebenwirkungen kommt. Eine fehlende Reaktion auf den Impfstoff bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, dass keine ausreichende Immunantwort erfolgt ist.

Generell gilt die Faustregel, dass mögliche Nebenwirkungen bei Totimpfstoffen rascher auftreten (Stunden bis 3 Tage) als bei Lebendimpfstoffen (5-10 Tage).

Lokal- und Allgemeinreaktionen, wie z.B. Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber oder Mattigkeit sind normale Zeichen der Auseinandersetzung des Körpers mit einem Impfstoff. Sie treten einige Stunden bis maximal drei Tage nach der Impfung mit einem Totimpfstoff auf. Zur Linderung von Lokalreaktionen eignen sich kühlende Auflagen (Eis-Akkus nicht direkt auf die Haut legen!) und Fenistil-Gel. Bei stärkeren Schmerzen oder Fieber können fiebersenkende Schmerzmittel (z.B. Mexalen) verabreicht werden. Besteht das Fieber länger als drei Tage oder kommt es zu einer sehr starken Schwellung sollte möglichst ein Arzt aufgesucht werden.

Wird ein Totimpfstoff statt tief in den Muskel (intramuskulär) nur oberflächlich (subkutan) verabreicht kann als Reaktion auf die Adjuvantien (Fremdkörperreaktion) ein sogenanntes Granulom (Verhärtung) entstehen. Die Häufigkeit ist abhängig von der Impftechnik und lässt sich leicht vermeiden, indem der Impfstoff tief in den Muskel verabreicht wird.

Eine seltene Komplikation ist ein eitriger Abszess, der meist mit Fieber, starker Rötung und Schmerzen bei der Einstichstelle einhergeht. Das Einhalten grundlegender Hygienemaßnahmen führt zu einem seltenen Auftreten dieser möglichen Komplikation.

Bei Impfungen mit einem Lebendimpfstoff treten mögliche Reaktionen erst nach etwa 5 -10 Tagen auf, da sich die abgeschwächten Erreger erst vermehren müssen (ähnlich der Inkubationszeit des “echten” Erregers). Bei Lebendimpfstoffen kann es, neben Fieber, auch zu einer so genannten Impfkrankheit kommen. Ein Beispiel hierfür sind die Impfmasern, ein masernähnlicher Ausschlag nach der MMR Impfung. Dieser Ausschlag klingt jedoch nach ca. drei Tagen wieder ab und verläuft deutlich harmloser als die tatsächliche Erkrankung.

Eine seltene, aber für Eltern erschreckende Impfreaktion ist der Fieberkrampf. Auslöser ist nicht der Impfstoff an sich, sondern die Fieberreaktion auf den Impfstoff und dem damit verbundenen Risiko für einen Fieberkrampf. Bei Kindern mit der Neigung zu Fieberkrämpfen besteht bei jedem fieberhaften Infekt das Risiko eines Fieberkrampfes. Bei der Impfung gegen MMRV (Masern-Mumps-Röteln-Varizellen) ist das Risiko für einen Fieberkrampf erhöht. Möchte man also gegen MMR und Windpocken (V) impfen, sollte die erste Dosis getrennt erfolgen: MMR in den einen und V in den anderen Arm. Für die zweite Dosis kann man dann problemlos auf den MMRV Impfstoff zurückgreifen. Ein Fieberkrampf ist für die Eltern erschreckend anzusehen, bleibt aber in der Regel folgenlos und endet meist noch vor dem Eintreffen von herbeigerufenen Rettungskräften.

Reaktionen, die das übliche Maß einer Impfreaktion überschreiten, bezeichnet man als „Impfkomplikationen“. Dazu gehören etwa schwere akute allergische Reaktionen. Diese treten in der Regel unmittelbar oder bis zu einer Stunde nach Verabreichung des Impfstoffes auf. Bei plötzlich auftretenden Schwellungen im Gesicht, juckenden Hautausschlägen, Atembeschwerden etc. sollte sofort ein Arzt aufgesucht bzw. der Notruf gewählt werden. Allerdings sind solche anaphylaktischen allergischen Reaktionen nach einer Impfung sehr selten (etwa 1:650.000 bis 1:1.500.000). Besteht eine große Sorge bezüglich einer anaphylaktischen Reaktion, sollte dies mit dem impfenden Arzt besprochen werden. In vielen Praxen besteht die Möglichkeit, eine gewisse Zeit nach der Impfung dort zu bleiben, um ggf. sofort reagieren zu können.

Informationen zu diesen so genannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) sind in den Beipacktexten und Fachinformationen des jeweiligen Impfstoffes zu finden. Dabei ist allerdings immens wichtig zu wissen, dass in einem solchen Beipackzettel alles vermerkt werden muss, was im Rahmen von Studien nach der Verabreichung eines Impfstoffes aufgetreten ist – aber nicht zwingend durch den Impfstoff hervorgerufen wurde. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist der Beipacktext der Windpockenimpfung (Varilrix). Als Nebenwirkung wird hier „ungiftiger Biss“ und „Sonnenbrand“ aufgeführt. Beides ist zwar nach der Impfung aufgetreten, sie stellt jedoch nicht die Ursache dafür dar.

Zu beachten ist außerdem die sogenannte Hintergrundinzidenz, also die üblicherweise in der Bevölkerung auftretende Zahl diverser Erkrankungen bzw. Symptome. Erbrechen, Kopfschmerzen oder Erkältungen treten im Rahmen verschiedener Infekte sehr häufig völlig unabhängig von Impfungen auf. Ändert sich an der Häufigkeit dieser Symptome nach Einführung eines Impfstoffes nichts, ist es entsprechend sehr unwahrscheinlich, dass der Impfstoff als Auslöser der Beschwerden infrage kommt.

Der Begriff des „Impfschadens“ kommt aus dem Infektionsschutzgesetz und ist definiert als „gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen einer über das übliche Ausmaß hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch eine Schutzimpfung“. Impfschäden sind sehr selten, auf 20 Millionen verabreichten Impfdosen kommen nur etwa 10 anerkannte Impfschäden.

Eine über das normale Maß hinausgehende Impfnebenwirkung ist meldepflichtig. Entsprechend unsinnig ist der Vorwurf, viele Ärzte würden Impfschäden nicht melden – sie sind vielmehr dazu verpflichtet, dies zu tun.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Wo kann ich eine schwere Nebenwirkung oder einen Impfschaden melden?“

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23874807 (abgerufen 21.01.2018)

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Nebenwirkungen/nebenwirkungen_node.html (abgerufen 20.01.2018)

https://www.medizin-transparent.at/impfschaeden (abgerufen 20.01.2018)

Kinderimpfungen: Eine Übersicht

Welche Impfungen sind in welchem Alter nötig?

Eltern, die ihre Kinder impfen lassen möchten, müssen aber keine Angst haben, dass sie einen Termin verpassen: Im Rahmen der regelmäßigen Untersuchungen beim Kinderarzt wird überprüft, ob die Kinder über den nötigen Impfschutz verfügen.

In einem Impfpass werden ganz genau die einzelnen Impfungen und die verabreichten Impfstoffe aufgeführt.

Ärzte verwenden häufig sogenannte Kombinationsimpfstoffe, damit Kinder mit nur einer Spritze vor mehreren Krankheitserregern geschützt werden. Ein Beispiel ist die 3-fach-Impfung MMR gegen Mumps, Masern und Röteln. Ein weiterer Vorteil: Die Menge der enthaltenen Zusatzstoffe wie zum Beispiel Konservierungsmittel kann durch diese Kombinationsstoffe reduziert werden.

In welchem Alter Kinder geimpft werden können und bei welchen Krankheiten Impfungen wichtig sind, zeigen wir Ihnen in einem Überblick.

6. bis 12. Woche: Babys können mit einer Schluckimpfung gegen Rotaviren, das sind die häufigsten Durchfallerreger, geimpft werden. Diese Impfung wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen und muss von den Eltern bezahlt werden.

Abhängig vom verwendeten Impfstoff werden zwei bzw. drei Dosen mit einem Abstand von mindestens 4 Wochen verabreicht.

2. Monat: Ab dem 2. Monat erfolgt bei Babys die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B mit einer 6-fach-Impfung. Außerdem werden Kinder in diesem Alter gegen Pneumokokken geimpft und die zweite Teilimpfung gegen die Rotaviren steht an.

3. Monat: Die Sechsfach-Impfung sowie die Impfung gegen Pneumokokken wird aufgefrischt.

4. Monat: Die Sechsfach-Impfung wird aufgefrischt.

11 bis 14 Monate: Die letzte 6-fach Impfung wird verabreicht. Mit elf Monaten werden Kinder das erste Mal gegen die bekannten Kinderkrankheiten Masern, Mumps und Röteln (MMR) mit einem 3-fach-Wirkstoff geimpft. In diesem Alter steht auch die Impfung gegen Windpocken an, die aber auch in einer 4-fach-Impfung (MMRW) verabreicht werden kann.

Ab 12 Monaten: Mit 1 Jahr werden Kleinkinder gegen Meningokokken geimpft. Ab dem ersten Geburtstag können Kinder außerdem gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft werden. Durch einen Zeckenstich können bei schweren Verläufen Gehirnhaut- oder Rückenmarkentzündungen hervorgerufen werden.

In Deutschland kommt die FSME vor allem in den südlichen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg vor.

15 bis 23 Monate: In dieser Zeit wird die MMR- bzw. MMRW-Impfung aufgefrischt

5 bis 6 Jahre: In diesem Alter werden bei Kindern die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten aufgefrischt.

9 bis 17 Jahre: Die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Kinderlähmung werden aufgefrischt.

Besonderheiten

Gesunde Kinder werden in der Regel nicht gegen Grippe-Viren geimpft. Experten raten jedoch dazu, zum Beispiel Babys und Kinder mit einem Herzfehler oder chronischen Erkrankungen impfen zu lassen. Eine Grippe-Impfung sollte im Oktober oder November, also vor Beginn der Erkältungswelle, verabreicht werden.

Eine weitere Besonderheit ist die Impfung gegen Tollwut: Kinder, die mit ihren Eltern in ein Land mit erhöhtem Tollwut-Risiko reisen, sollten als vorbeugende Maßnahme geimpft werden. Wird eine Tollwut-Infektion nicht behandelt, endet sie immer tödlich! Bei Auslandsreisen sollten Eltern sich ausführlich von einem Experten beraten lassen.

Mögliche Krankheitsverläufe bei ungeimpften Kindern

Bestimmte Krankheiten können bei Babys und Kindern einen schweren Verlauf nehmen. Deshalb wird empfohlen, Säuglinge mit Impfungen vor den Erregern zu schützen. In einer Übersicht stellen wir Ihnen die Krankheitsverläufe vor, die auftreten können, wenn Kinder nicht geimpft werden.

Rotaviren

Wenn Babys und Kleinkinder an Brechdurchfall erkranken, sind häufig Rotaviren dafür verantwortlich. Fast alle Kinder erkranken bis zum Alter von 5 Jahren an dem hoch ansteckenden Virus, der sich durch Erbrechen, wässrigen Durchfall und Bauchschmerzen äußert. Gefährlich wird es vor allem für Säuglinge, wenn sie durch den Brechdurchfall stark austrocknen.

Rund 20.000 Kinder werden in Deutschland pro Jahr mit Rotaviren im Krankenhaus behandelt.

Tetanus

Die Tetanus-Bakterien verbergen sich in der Erde und gelangen schon durch kleine Wunden in den Körper. Wenn ein Kind zum Beispiel mit einer kleinen Wunde am Finger in der Erde buddelt oder sich mit einem Splitter verletzt, kann der Virus eindringen.

Tetanus wird auch als Wundstarrkrampf bezeichnet und äußert sich zum Beispiel in Krämpfen der Gesichtsmuskulatur. In schweren Fällen kann ein Krampf der Brustmuskulatur oder des Kehlkopfes zum Tod durch Ersticken führen.

Diphterie

Auch wenn die Diphterie in Deutschland aufgrund der Impfungen so gut wie nicht mehr vorkommt, treten immer mal wieder Einzelfälle auf. Der Erreger wird durch Husten oder Niesen übertragen. Die sogenannte Rachendiphterie ist am weitesten verbreitet und äußert sich mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber.

Typisch ist ein süßlicher Geruch, den die Erkrankten ausströmen. In schweren Fällen kann der Diphterie-Erreger Organschäden verursachen. Die Folge können Herzmuskelentzündungen sowie Funktionsstörungen der Leber und der Nieren sein.

Keuchhusten

Keuchhusten ist viel mehr als ein starker und langwieriger Husten. Vor allem bei Säuglingen kann die Krankheit, die durch den Pertussis-Erreger ausgelöst wird, schwere Verläufe nehmen. Als Komplikationen können Atemstillstände, Lungen- und Mittelohrentzündungen auftreten.

Keuchhusten wird durch Niesen, Husten oder Sprechen übertragen und ist hoch ansteckend: Kommt eine ungeimpfte Person mit dem Erreger in Kontakt liegt die Wahrscheinlichkeit einer Keuchhusten-Erkrankung bei etwa 80 Prozent.

Hib

Die Haemophilus influenzae Typ b kurz Hib genannt, ist eine bakterielle Erkrankung, die in Deutschland nur selten auftritt. Eine Infektion kann vor allem zu Kehldeckel-Entzündungen führen, die von hohem Fieber und Atemnot begleitet werden. Aber auch Lungen- und Hirnhautentzündungen oder eine Blutvergiftung können in seltenen Fällen von dem Hib-Erreger ausgelöst werden.

Kinderlähmung (Polio)

Obwohl Europa frei von der Kinderlähmung ist, kann der Polio-Erreger jederzeit wieder von infizierten Menschen aus anderen Ländern eingeschleppt werden. Besonders tückisch: Die Mehrheit der Infizierten merkt nichts von einer Erkrankung. Typische Symptome wie Fieber, Hals- und Kopfschmerzen treten nur bei etwa 5 Prozent auf.

In sehr seltenen Fällen kann es zu Lähmungen der Arm- und Beinmuskulatur kommen. Mögliche Komplikationen: Muskelschwund und ein vermindertes Knochenwachstum. Um die Kinderlähmung weltweit auszurotten wird eine Impfung empfohlen.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine ansteckende Leberentzündung, die in Deutschland stark verbreitet ist. Bis zu 650.000 Menschen sind mit dem Hepatitis-B-Erreger infiziert und chronisch erkrankt. Übertragen wird der Erreger über Körperflüssigkeiten wie Sperma oder Blut. Bei etwa 10 Prozent nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf und kann zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen.

Auch wenn die Chancen sehr gering sind, dass sich Babys und Kinder anstecken können (Ausnahme: Eine infizierte Schwangere kann Hepatitis B auf ihr ungeborenes Kind übertragen), wird die Impfung im Säuglingsalter von der STIKO empfohlen, um vor einer späteren Infektion zu schützen.

Pneumokokken

Eine Infektion mit Pneumokokken kann zu einer Mittelohr-, Lungen- oder Hirnhautentzündung führen. Vor allem Säuglinge und Kinder, die chronisch krank sind oder deren Immunsystem durch Vorerkrankungen geschwächt ist, sind gefährdet. Aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate (bei 2 bis 10 Prozent verläuft die Erkrankung tödlich), rät die STIKO zu einer Impfung gegen Pneumokokken. Die Bakterien werden über Husten und Niesen übertragen.

Masern

Die bekannte Kinderkrankheit Masern gehört weltweit zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Die durch Viren hervorgerufene Krankheit äußert sich zunächst mit Grippesymptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen. Der typische Ausschlag tritt erst einige Tage später auf. Als Komplikationen kann eine Bronchitis, Mittelohr- oder Lungenentzündung auftreten, seltener sind Hirnhautentzündungen. In sehr seltenen Fällen kann eine Masernerkrankung zum Tod führen.

Mumps

Mumps ist eine Viruserkrankung, die durch die typischen „Hamsterbacken“ gekennzeichnet ist. Diese Schwellung der Ohrspeicheldrüse wird von hohem Fieber, Kopfschmerzen und Husten begleitet.

Mumps verläuft in den meisten Fällen harmlos, seltener kann es zu einer Bauchspeicheldrüsen-Entzündung oder einer Hirnhautentzündung kommen. Bei älteren Jungen kann zusätzlich eine schmerzhafte Entzündung der Hoden und Nebenhoden auftreten.

Röteln

Eine Infektion mit dem Rötelnvirus verläuft bei den meisten Kindern recht harmlos. Gekennzeichnet ist die Kinderkrankheit durch den typischen Ausschlag mit kleinen hellroten, leicht erhabenen Flecken.

Gefährlich wird es dann, wenn eine Frau nicht geimpft wurde und sich in den ersten 4 Monaten ihrer Schwangerschaft mit dem Virus ansteckt. Beim ungeborenen Kind kann es zu schweren Schädigungen kommen.

Windpocken

Eine Ansteckung mit dem Windpocken-Virus kündigt sich meistens durch Fieber an. Danach treten die typischen Bläschen auf, die sich vom Gesicht auf den ganzen Körper ausbreiten. Am meisten leiden die betroffenen Kinder unter dem Juckreiz, den es zu lindern gilt. Schwere Komplikationen sind bei Windpocken nicht zu befürchten.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Verlauf der Windpocken allerdings schwerer. Und: Bei etwa 20 Prozent, die sich einmal mit dem Virus infiziert haben, kommt es im Erwachsenenalter zu einer Gürtelrose.

Meningokokken

Eine Infektion mit Meningokokken ist vor allem für Kinder unter 5 Jahren gefährlich. Die Bakterien können bei einer ungeimpften Person eine Blutvergiftung und eine Hirnhautentzündung auslösen. In seltenen Fällen tritt eine Mischform der beiden Erkrankungen auf.

Aufgrund der Schwere der Erkrankung muss eine Infektion mit Meningokokken im Krankenhaus behandelt werden. Während eine Hirnhautentzündung in der Regel gut zu behandeln ist, ist die Sterblichkeit bei einer Blutvergiftung hoch.

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch einen Zeckenstich auf den Menschen übertragen. Neben grippeähnlichen Symptomen kann es bei der FSME aber auch zu Gehirnhautentzündungen kommen. Typische Merkmale sind hohes Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen und Nackensteife.

In den meisten Fällen bleiben keine Schäden zurück. Bei bis zu 3 Prozent der erkrankten Kinder können die Viren jedoch Langzeitschäden an Nerven und Gehirn verursachen. Grundsätzlich verläuft die FSME bei Kindern weniger schwer als bei Erwachsenen.

Grippe

Die Grippe-Infektion ist vor allem in den Wintermonaten weit verbreitet. Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, leiden unter hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Die typischen Grippesymptome klingen meistens nach etwa sieben Tagen ab.

In einigen Fällen können aber auch Komplikationen wie Entzündungen der Lunge, des Mittelohrs, des Herzmuskels oder des Gehirns hinzukommen. Vor allem bei Kindern mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Krankheiten raten Mediziner zu einer Impfung.

Für einige Infektionskrankheiten gibt es schon lange Kombinationsimpfstoffe. Diese Impfstoffe wirken gleichzeitig gegen mehrere Infektionskrankheiten, so dass gemeinsam mit einer Impfung gleich gegen mehreren Krankheiten ein Schutz aufgebaut werden.

Aktuell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Kinder vor allem diese Kombinationsimpfungen:

  1. 6-fach-Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis B
    Für die 6-fach-Impfung sind vier Impftermine (zwischen Ende des zweiten Lebensmonats und Ende des ersten Lebensjahres) vorgesehen. Es gibt aber auch andere Impfstoff-Kombinationen. Zum Beispiel sind statt des 6-fach-Impfstoffes auch Kombinationen ohne Hib und/oder Hepatitis B möglich.
  2. Kombinationsimpfstoff gegen Mumps, Masern, Röteln (MMR) und ggf. Windpocken (MMRV)
    Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln sowie gegen Windpocken erfolgt in zwei Schritten – gegen Ende des ersten und im zweiten Lebensjahr.
    Es gibt die 3-fach-Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR-Impfung) oder die 4-fach Impfung, die zusätzlich gegen Windpocken (MMRV) schützt. Gegen Mumps und gegen Röteln ist kein Einzelimpfstoff verfügbar. Darum ist die Impfung nur als gleichzeitige Impfung gegen Mumps, Röteln und Masern möglich. Gegen Masern könnte man im Prinzip einzeln impfen. Der Einzelimpfstoff muss allerdings importiert werden. Zudem würde dann der Schutz vor Röteln und Mumps fehlen. Wird das zweite Mal gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft, kann dies mit einem Kombinationsimpfstoff erfolgen, der zusätzlich gegen Windpocken schützt.

Für einen lang anhaltenden, sicheren Schutz sollten einige Impfungen im Alter zwischen 5 und 6 Jahren noch einmal aufgefrischt werden. Hierzu zählen die Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie und Keuchhusten (Pertussis). Auch für diese Auffrischungen stehen Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung.

Die neue Sechsfachimpfung

Zum Schutz gegen Diphtherie (D), Pertussis = Keuchhusten (Pa), Tetanus (T), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung (IPV) und Hepatitis B (HBV) wird seit 2019 ein Sechsfachimpfstoff DTPa-Hib-IPV-HBV in einer einzigen Spritze verwendet. Dieser Impfstoff wird im ersten Lebensjahr dreimal gespritzt, im Alter von 2, 4 und 12 Monaten. Für Säuglinge, die noch vor dem Alter von fünf Monaten eine Betreuungseinrichtung (Krippe, Tagesmutter, Spielgruppe etc.) besuchen, empfiehlt sich evtl. ein beschleunigtes Impfschema mit drei Dosen im 2., 3. und 4. Lebensmonat.

Auffrischimpfungen sind für DTPa-IPV mit 4 – 7 Jahren notwendig. Weitere Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus (dT) sind mit 11 – 15 Jahren und danach alle 10 Jahre angezeigt.

Die Nebenwirkungen dieser relativ neuartigen Kombinationsimpfung sind in der Regel leichter Art. Das Kind kann unruhig werden und innerhalb von 24 Stunden nach der Spritze Fieber zeigen. Es ist ungewöhnlich, dass ein Kind nach der Impfung Fieberkrämpfe hat. Sollte dies trotzdem geschehen, erholt sich das Kind meist rasch und ohne Folgen.

Die Wahrscheinlichkeit ernsthafter Nebenwirkungen ist äusserst gering. Sehr sorgfältige Studien bei Millionen von geimpften Kindern haben bestätigt, dass ernsthafte Nebenwirkungen von Impfungen Ausnahmen sind und sehr selten vorkommen.

Eingehende Untersuchungen haben inzwischen auch gezeigt, dass kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Hib-Impfung und einer Diabetes-Erkrankung besteht, wie vor Jahren einmal vermutet wurde.

Experten gehen übrigens davon aus, dass bis zu 20 % aller Erwachsenen, die länger als eine Woche husten, unter einer Keuchhusteninfektion leiden. Ein Baby kann sich also bei Eltern und älteren Geschwister, aber auch bei Grosseltern, Patentanten und -onkeln angesteckt haben, die versäumt haben, ihren Impfschutz aufzufrischen. Daher wird die Pertussis-Impfung neu auch jungen Erwachsenen und all jenen Personen empfohlen, die regelmässig Kontakt mit Säuglingen (jünger als sechs Monate) haben. Bei einer Impfung geht es nicht nur darum, sich selber vor bestimmten Krankheiten zu schützen, sondern auch seine Mitmenschen.

Newsticker

Keuchhusten-Impfung auch für Erwachsene: Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 4000 Menschen am hochinfektiösen Keuchhusten, und ca. 50 Kinder müssen deswegen ins Spital – meist Säuglinge, die noch nicht vollständig geimpft sind. Da in den meisten Fällen Erwachsene die Krankheit auf Babys übertragen, wird die Impfung gegen den Keuchhusten neu auch all jenen Personen empfohlen, die regelmässig Kontakt mit Säuglingen haben. Bei einer Impfung geht es nicht nur darum, sich selber zu schützen, sondern auch seine Mitmenschen! (swissmom-Newsticker 12.6.2012)

Impfung schützt vor SIDS: Der plötzliche Kindstod (SIDS) ereignet sich meistens im ersten Lebensjahr, in das auch viele Impftermine (Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus, Polio oder Haemophilus influenzae) fallen. Bei einem zeitlichen Zusammentreffen wird von Impfskeptikern häufig ein Impfschaden vermutet, doch eine Auswertung in BMC Pediatrics lässt eher an das Gegenteil denken. Die Impfquote in den USA der Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (DTP) wurde mit der Häufigkeit von SIDS-Fällen in Beziehung gesetzt. Das Ergebnis: Je höher die Impfquote, umso seltener waren ungeklärte Todesfälle im ersten Lebensjahr. (swissmom Newsticker, 10.10.2015)

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, BH

Impfungen für Säuglinge und Kleinkinder

Impfungen fördern die Abwehrreaktion des Immunsystems. Der Körper entwickelt durch sie Antikörper gegen gefährliche Krankheitserreger. Kinder sollten möglichst nach den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums geimpft werden.
Um den Stressfaktor für Säuglinge und Kleinkinder möglichst gering zu halten, gibt es so genannte Kombinationsimpfstoffe. Durch diese wird das Kind gegen mehrere Krankheiten gleichzeitig geimpft. Die Impfungen werden dann im Impfpass des Kindes vermerkt.

Da Impfungen freiwillig durchgeführt werden, entscheiden die Eltern, ob, wann und wogegen ihr Kind geimpft werden soll. Die im österreichischen Impfplan vorgesehenen Impftermine und Impfungen sind Empfehlungen. Wird aus irgendeinem Grund ein Termin versäumt, kann und sollte jede Impfung frühestmöglich nachgeholt werden.

Hinweis Entsprechend der UN-Konvention vom 20. November 1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Eltern sind angehalten, Schutzimpfungen bei ihren Kindern vornehmen zu lassen. In der medizinischen Versorgung von Säuglingen und Kleinkindern entspricht es dem Stand der medizinischen Wissenschaft, Impfungen rechtzeitig zu beginnen, nicht unnötig zu verzögern und zeitgerecht abzuschließen. Zudem soll laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jeder Arztbesuch dazu genutzt werden, zu prüfen, ob die empfohlenen Impfungen durchgeführt worden sind, und – wo notwendig (d.h. unabhängig davon, wie lange das empfohlene Impfintervall überschritten wurde) – fehlende Impfungen nachzuholen.

Weitere Informationen zum aktuellen Impfplan finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Welche Zeitabstände sind zwischen den Impfungen einzuhalten

Unterschiedliche Lebendimpfstoffe können meist gleichzeitig verabreicht werden, allerdings an verschiedenen Injektionsstellen. Werden sie nicht zeitgleich gegeben, wird ein Mindestabstand von vier Wochen empfohlen.

Totimpfstoffe können ebenfalls gleichzeitig verabreicht werden. Die Einhaltung von Mindestabständen zu anderen Impfungen, auch Lebendimpfstoffen, ist bei Totimpfstoffen nicht erforderlich.

Ist die Grundimmunisierung abgeschlossen und es wurde der Impfzeitpunkt für weitere Auffrischungsimpfungen versäumt, kann und soll die versäumte Impfung zum ehestmöglichen Termin nachgeholt werden, ein Wiederholen der Grundimmunisierung ist nicht erforderlich. Auch eine für viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden, wenn zumindest zwei Impfungen im regulären Abstand vorliegen. Das Nachholen der fehlenden dritten Impfung kann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, ist das Intervall hier zehn Jahre oder mehr, sollte nach der fehlenden Impfung eine Erfolgskontrolle mittels Titerbestimmung durchgeführt werden. Zur konkreten Vorgangsweise des Nachholens einer fehlenden Impfung berät Sie ihre Ärztin/ihr Arzt.

Ausnahmen hiervon sind Impfungen, die nur in bestimmten Altersgruppen empfohlen sind, wie zum Beispiel die Rotavirus-Schluckimpfung für Säuglinge. Eine weitere Ausnahme sind Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus, bei denen bei Versäumen der Impfung um 20 Jahre und mehr ebenfalls eine Titerkontrolle empfohlen ist.

Impfungen im 1. Lebensjahr

Die Rotavirus-Impfung wird als Schluckimpfung verabreicht. (oneblink-cj / iStockphoto)

Der Österreichische Impfplan 2019 gibt einen Überblick über die empfohlenen Schutzimpfungen für Säuglinge im 1. Lebensjahr.

Wozu impfen?

Impfungen sind die wichtigste und wirksamste Vorbeugung gegen bestimmte Infektionskrankheiten. Nach Verabreichung des Impfstoffes bildet das Immunsystem Abwehrstoffe gegen die jeweilige Erkrankung. Diese bewirken, dass die Krankheit – im Falle einer Infektion – nicht oder nur in abgeschwächter Form zum Ausbruch kommt.

+++ Mehr zum Thema: Allgemeiner Impfplan +++

Übersicht Impfungen

7. Woche Rotavirus
3. Monat Rotavirus, 6-fach Impfung, Pneumokokken, Meningokokken
4. Monat Rotavirus, Meningokokken
5. Monat 6-fach Impfung, Pneumokokken, Meningokokken B
7. Monat Influenza
10. Monat Masern-Mumps-Röteln
12. Monat 6-fach Impfung, Pneumokokken

Im österreichischen Gratis-Impfprogramm enthaltene Impfungen:

Rotavirus-Schluckimpfung

Rotaviren sind die häufigsten Erreger von Brechdurchfall und hohem Fieber bei Säuglingen und Kleinkindern. Gefährlich ist die Erkrankung vor allem wegen des drohenden Flüssigkeitsverlusts. Der Impfstoff wird ab der 7. Lebenswoche in Form einer Schluckimpfung verabreicht. Abhängig vom verwendeten Impfstoff bekommt das Kind zwei oder drei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen.

+++ Mehr zum Thema: Rotavirus-Impfung +++

6-fach-Impfung

Die 6-fach-Impfung schützt vor Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Haemophilus influenzae B und Hepatitis B. Sie wird ab dem 3. Lebensmonat zweimal im Abstand von zwei bzw. sechs Monaten verabreicht. Die dritte Teilimpfung folgt dann ab dem 12. Lebensmonat.

In einem Kombinationsimpfstoff sind mehrere unterschiedliche Wirkstoffe enthalten. Dadurch sind sie aber nicht schlechter verträglich als Einzelimpfstoffe: Das kindliche Immunsystem wird sogar zu einer besseren Antikörperbildung angeregt – ohne das Kind zu überfordern. Eine Kombinationsimpfung vermindert zudem die Zahl der Injektionen.

Pneumokokken-Impfung (10-fach)

Zur Verhütung von schweren, durch Pneumokokken ausgelösten Lungen-, Mittelohr- und Hirnhautentzündungen wird ein möglichst früher Impfbeginn (im 3. Lebensmonat) empfohlen. Die Impfungen werden im gleichen Schema wie die 6-fach-Impfung verabreicht.

+++ Mehr zum Thema: Pneumokokken-Impfung +++

Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Die Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgt ebenfalls als Kombinationsimpfung. Die erste Dosis wird idealerweise ab dem 10. Lebensmonat verabreicht, die zweite nach drei Monaten. Die Impfreihe sollte jedenfalls vor Eintritt des Kindes in eine Gemeinschaftseinrichtung (Krippe, Kindergarten) abgeschlossen sein.

Nicht im österreichischen Gratis-Impfprogramm enthaltene Impfungen:

Meningokokken-B-Impfung

Meningokokken der Gruppe B können schwerwiegende Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen. Aufgrund des noch unreifen Immunsystems haben Kinder in den ersten beiden Lebensjahren ein besonders hohes Erkrankungsrisiko. Empfohlen werden drei Impfungen im Abstand von vier Wochen, beginnend mit dem 3. Lebensmonat.

+++ Mehr zum Thema: Meningokokken-Impfung +++

Pneumokokken-Impfung (13-fach)

Diese Impfung bietet einen noch vollständigeren Impfschutz gegen Pneumokokken. Das Impfschema ist gleich wie bei der 10-fach-Impfung gegen Pneumokokken.

Influenza-Impfung

Der Impfstoff gegen die „echte“ Grippe kann bei Kindern ab dem 7. Lebensmonat verabreicht werden. Die Impfung erfolgt idealerweise im Spätherbst, kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt – selbst wenn bereits Influenza-Fälle aufgetreten sind – durchgeführt werden. Eine Influenza-Impfung schützt jedoch nicht vor einer Erkältung.

+++ Mehr zum Thema: Kinderimpfungen +++

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Autoren:
Mag. Astrid Leitner
Medizinisches Review:
Priv.-Doz. DDr. Tamás Fazekas
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am: 01.07.2019 | 12:47

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Impfungen für Säuglinge und Kinder

Basisimpfungen

Die Basisimpfungen werden empfohlen, weil sie für die Gesundheit jedes Einzelnen wichtig sind; sie schützen zudem auch die Bevölkerung.

Für Säuglinge und Kinder empfiehlt das BAG Impfungen gegen:

  • Diphtherie
  • Starrkrampf
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Hirnhaut- und Kehlkopfentzündung durch Haemophilus influenzae Typ b
  • Hepatitis B
  • Pneumokokken
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln

Die Kosten für die empfohlenen Basisimpfungen werden durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernommen (unter Berücksichtigung von Franchise und Selbstbehalt).

Ergänzende Impfungen

Ergänzende Impfungen bieten einen individuellen Schutz vor seltenen, aber schweren und potenziell tödlichen Krankheiten. Sie werden den Eltern empfohlen, die ihre Kinder vor diesen Risiken schützen möchten.

Das BAG empfiehlt für Säuglinge und Kinder zusätzlich zu den Basisimpfungen Impfungen gegen folgende Erreger:

  • Meningokokken

Auch für diese Impfungen werden die Kosten durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernommen (unter Berücksichtigung von Franchise und Selbstbehalt).

Impfungen für Risikogruppen

Nicht alle Kinder haben dasselbe Risiko, sich mit einer Krankheit anzustecken oder eine gefährliche Komplikation zu entwickeln. Ein erhöhtes Risiko kann verschiedene Ursachen haben wie Frühgeburt, chronische Krankheiten, ein schwaches Immunsystem oder ein bestimmter Lebensraum (gefährdete Region).
In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Kind gegen bestimmte Krankheiten zu schützen; zum Beispiel gegen:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Grippe
  • Pneumokokken
  • Meningokokken
  • Windpocken
  • Tuberkulose
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Kontrollieren Sie das Impfbüchlein Ihres Kindes und informieren Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin/Ihrem Apotheker.

IMPF-INFOLINE: 0844 448 448
(Beratung gratis, Telefongebühren Fernbereich Schweiz)

Der schweizerische elektronische Impfausweis

Impfen? Nicht gegen alles. Und vor allem: keine 6-fach-Impfung für (meine) Babys.

Warum? Weil ich mich mit dem Thema ausführlich beschäftigt habe. Und: weil ich – und ich denke das spielt bei allen Eltern eine große Rolle sich für oder gegen das Impfen zu entscheiden – eigene schmerzhafte Erfahrungen gemacht habe.

Aber erst mal grundsätzlich: worüber reden wir hier eigentlich? Impfen ist ein so hochemotionales Thema, über das kaum noch IN NORMALER LAUTSTÄRKE gesprochen werden kann. Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass ich der Webseite eines Heilpraktikers mehr glaube, als Studien wissenschaftlicher Stiftungen. Prinzipiell haben beide erst einmal für mich einen ähnlichen „Wahrheitsgehalt“. Keine Studie entsteht aus dem Nichts. Studien werden in Auftrag gegeben. Sie werden gefördert, bezahlt, und sind keinesfalls immer objektiv, so wie der Begriff „Studie“ impliziert.

Kinder impfen zu lassen, ist ein fester Bestandteil unserer Lebensform geworden. Der Arbeitswelt. Hinter dem Ruf nach einer allgemeinen Impfpflicht stehen auch wirtschaftliche Interessen. Welcher Arbeitgeber kann es sich schon leisten, Väter und Mütter einzustellen, die wochenlang ausfallen? Weil sie ihr Kind zuhause pflegen. Und das gilt nicht nur für ernsthafte Kinderkrankheiten. Kleine Kinder haben oft wochenlange Erkältungen, Ohrenschmerzen, entzündete Augen, Bronchitis, usw. Alle Eltern kennen das. Und leider haben viele Eltern nicht die Möglichkeit, ihre kranken Kinder zuhause zu lassen. Und wollen es auch nicht. So werden aus Erzieherinnen in der Kita Krankenschwestern, aus Praktikanten Krankenpfleger, die Augentropfen verabreichen und Tabletten geben. Kinder können nicht in Ruhe krank sein. Dazu ist einfach keine Zeit. Es gibt sowieso nie genug Urlaubstage, ganz zu schweigen von den bezahlten Krankentagen.

Aber zurück zum Thema: Ich habe also bewusst in Kauf genommen, dass meine Kinder Masern bekommen, Mumps, Röteln, Windpocken usw. Entspannt war nicht dabei nicht. Ich kann das Sicherheitsbedürfnis vieler Eltern voll und ganz nachvollziehen. Bisher ist es bei übrigens Windpocken und Scharlach geblieben.

Mir kommen meine Kinder auch nicht gesünder oder ungesünder vor, als geimpfte Kinder.

Aber sie sind gesund.

Und diese Tatsache, über die ich nicht glücklicher sein könnte, bringt mich zu meinem Hauptargument, warum ICH meine Kinder nicht nach Plan vom ersten Atemzug an durchimpfen ließ und lasse: weil ich selbst massive Impfschäden habe, seit ich 8 Wochen alt bin. Mit 8 Wochen bekam ich meine erste 6-Fach-Impfung und mein Körper reagiert so heftig, dass ich bis heute mit den Folgen kämpfe. Zwei Wochen lag ich nach der ersten Impfung auf der Intensivstation, meine komplette Kindheit, meine Schulzeit, meine Jugend, alles wurde durch davon bestimmt.

Und genau das wollte ich meinen Kindern ersparen.

Dazu kommt noch etwas: Ich finde diese ganze Impf-Diskussion in Deutschland sinnfrei bis verlogen. Denn: Wann haben die Eltern, die so laut und wütend nach der „Impfpflicht für alle“ schreien, zum letzten Mal ihre eigenen Impfungen aufgefrischt? Gegen Masern? Oder Röteln? Oder sich in anderen Bereichen ähnlich wütend engagiert? Gegen eine gewaltfreie Erziehung, beispielsweise. Oder für eine gesunde Ernährung. Für gerechte Bildungschancen für alle Kinder? Oder, oder, oder …

Es geht bei diesem Thema für mich vor allem darum, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Für mich und meine Kinder. Und diese nicht an Ärzte, an irgendwelche Studien, die Politik oder nur die öffentliche Meinung abzugeben. Bequemer wäre das, ja. Aber für mich eine andere Art der Verantwortungslosigkeit.

Was man sich mit der Entscheidung aussetzt, hätte ich vorab nicht für möglich gehalten. Schwestern, die vor der Zimmertür vernehmlich darüber diskutieren, das da „das Zimmer mit den Eltern ist die NICHT IMPFEN!“ Ärzte, die im Krankenhaus rumbrüllen, ob wir denn unsere Kinder töten wollten. Ganz zu schweigen, vom dem stillen, oder auch nicht so stillen Vorwurf, wenn in befreundeter Runde über das Thema gesprochen wird.

Und dann erst die mühsame Suche nach einem Kinderarzt, der dafür offen ist, zu impfen oder nicht zu impfen. Der einem beim Abwägen hilft. Leider gilt auch bei den Kinderärzten: Pro oder Contra. Und abgewägt haben wir mehrmals. Vor Fernreisen wurden die Kinder, als sie keine Kleinkinder mehr waren, entsprechend geimpft.

Und ein Mal bin ich komplett eingeknickt:

Als Ende 2015 massive Fälle von Masern bekannt wurden, und sogar ein Baby starb, habe ich sie dann doch noch gegen Masern impfen lassen. Mit einem teuren Einzelimpfstoff aus der Schweiz. Denn, die Vorstellung, dass meine Kinder ein anderes, vielleicht krankes, kleines oder geschwächtes Baby anstecken könnten, war zu viel für mich. Diese Verantwortung konnte und wollte ich dann doch nicht übernehmen. bw // Foto: Fotolia

Sechsfach-Impfung später geben?

3. August 2018

Sehr geehrte Damen und Herren, Unser Kind wurde in der 36. Woche geboren. Wir würden gern den 6-fach Impfstoff etwas später impfen lassen. Ist das möglich? Wenn ja, gibt es eine Empfehlung bis wann man es spätestens geimpft haben sollte? Wir wollten gern zuerst die Pneumokokken-Impfung fertig durch impfen lassen und dann im Alter von 10 Monaten mit der 6-fach-Impfung starten.

Sehr geehrte Eltern,
der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut zufolge sollten Frühgeborene unabhängig von ihrem Geburtsgewicht entsprechend dem empfohlenen Impfalter geimpft werden.
Die STIKO empfiehlt zum Aufbau einer Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenzae (Hib) und Hepatitis B, die in einer Sechsfach-Kombinationsimpfung durchgeführt werden können, Impfungen im Alter von zwei, drei und vier sowie zwischen elf und 14 Monaten.
Die Teilimpfungen der Impfserie gegen Pneumokokken werden für Reifgeborene ebenfalls im Alter von zwei, vier und elf bis 14 Monaten empfohlen. Frühgeborene erhalten eine Pneumokokken-Impfung mehr, die im Alter von drei Monaten vorgesehen ist.
Für Säuglinge empfiehlt die STIKO außerdem die Impfung gegen Rotaviren. Diese sollte bereits im Alter von 16 bzw. 22 Wochen (je nach Impfstoff) abgeschlossen sein, da mit zunehmendem Alter das – insgesamt sehr geringe – Risiko einer Darmeinstülpung steigt. Die Impfserie muss spätestens bis zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen beendet sein.
Weitere empfohlene Impfungen für Kinder und Erwachsene können Sie dem Impfkalender der STIKO entnehmen (gesundes-kind.de/…/).
Die Impfempfehlungen der STIKO gelten in Deutschland als medizinischer Standard. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland jedoch nicht. Auf Basis der Impfstoffzulassung wäre es grundsätzlich möglich, die Sechsfach-Impfung später als empfohlen und wie von Ihnen geplant erst ab dem Alter von zehn Monaten durchzuführen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass das Kind dann auch erst später geschützt ist. Gerade Säuglinge können beispielsweise an Keuchhusten und Hib sehr schwer erkranken, für sie ist ein möglichst früher Impfschutz daher von großer Bedeutung. Zu Beginn des Lauflernalters ist es auch besonders wichtig, dass der Impfschutz gegen Tetanus komplett ist. Der Tetanus-Erreger kann schon über kleinste Wunden in den Körper eindringen und eine lebensbedrohliche Infektion hervorrufen.
Weitere Informationen zur frühen Durchführung von Impfungen sowie Erläuterungen, dass Mehrfachimpfstoffe die Immunabwehr nicht überlasten, finden Sie beim Robert Koch-Institut unter rki.de/…/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html. Das kindliche Immunsystem muss sich täglich mit einer vielfach größeren Menge an Antigenen auseinandersetzen, als dies bei Impfungen der Fall ist, und ist hierfür in der Regel gut gerüstet.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nur allgemeine Hinweise geben können. Lassen Sie sich am besten bei Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin ausführlich und individuell über die anstehenden Impfungen beraten und aufklären.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind Team

Baby impfen: Das müssen Sie beachten

  • Die erste, durchaus wichtige Impfung ist die sogenannte 6-fach Impfung. Diese Impfung enthält eine bestimmte Impfstoff-Kombination, welche den Organismus Ihres Babys weniger belastet, als sechs einzelne Impfungen. Die 6-fach Impfung muss insgesamt drei Mal injeziert werden, das erste Mal mit etwa drei Monaten. Die zweite Teilimpfung kann ab dem fünften Monat verabreicht werden. Zwischen der zweiten und der dritten Teilimpfung müssen mindestens sechs Monate liegen.
  • Folgende sechs Krankheiten werden mit dieser Impfung immunisiert: Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Haemophilus influenzae und Hepatitis B.
  • Zwischen dem zweiten und dem fünften Monat bekommen Babys im Normalfall zwei bis drei Impfungen gegen Rotaviren. Diese Erreger können Durchfall und schwere Magen-Darm-Erkrankungen verursachen. Zwischen den einzelnen Impfungen müssen mindestens vier Wochen liegen. Außerdem wird diese Impfung nicht in Form einer Spritze, sondern als Schluckimpfung verabreicht.
  • Zudem wird im ersten Lebensjahr noch eine Pneumokokken-Impfung empfohlen. Die Erreger können Nase und Rachen Ihres Babys befallen und führen gegebenenfalls zu schmerzhaften Erkrankungen. Die Teilimpfungen sind für den dritten und den fünften Lebensmonat vorgesehen. Die dritte Teilimpfung sollte im zweiten Lebensjahr durchgeführt werden.
  • Die FSME-Impfungen können im Normalfall ab dem ersten Lebensjahr gegeben werden.

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