Ich bin schwanger

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Eigentlich ist dieser Text überflüssig. Denn wenn es eine Sache gibt, die eine Schwangere in den nächsten 40 Wochen im Überfluss zu hören bekommt, dann sind das gute Ratschläge. Aber das heißt ja nicht, dass ich mich nicht auch in diesen Chor einreihen kann – schließlich bin ich ausgewiesene Expertin, ich hatte nämlich auch schon mal Sex (und wurde dabei schwanger).
Meine Schwangerschaft begann nicht mit einem „Kaboom“, es gab keinen Champagner und nicht mal Tränen. Stattdessen ein positives Testergebnis, eine Party, auf die mein Freund und ich zehn Minuten später aufbrechen mussten und sehr viel Schweigen auf der Fahrt dorthin. Die Party selbst war eine schöne Vorbereitung auf die nächsten Monate, wo ich noch öfter bei sozialen Anlässen mit Apfelschorle in der Hand und Blähbauch über dem Hosenbund herumstand und mich nach Hause sehnte. (Später, als man es mir schon von weitem ansah wurde ich dann zumeist von Muttertieren umringt, die mir alles erzählten, was ich übers Kinderkriegen niemals wissen wollte).
Es ist vor allem deshalb schwierig, über Schwangerschaft zu schreiben, weil jede anders verläuft und weil diese Monate sowieso randvoll angefüllt sind mit schlechtem Gewissen (ich habe Alkohol getrunken, ein wachsweiches Ei gegessen, nicht mit dem Rauchen aufgehört …), Angst (was wird aus meinem Job? Werde ich die gleichen Fehler machen, wie meine Mutter? Ist der Typ da neben mir im Bett ein guter Vater? …) und Aufregung (Wahhh, die Geburt! Das Kind zieht erst in zwanzig Jahren aus…).
Packen wir’s trotzdem an: So eine Schwangerschaft wird grob in drei gleichlange Abschnitte eingeteilt. Im ersten Trimester ist vielen Frauen schlecht, außerdem erzählt man aus Angst vor einer Fehlgeburt fast niemanden davon, was ganz schön einsam machen kann.
Praktisch sind in dieser Zeit Plastiktüten (für die Kotzanfälle zu Unzeiten), ein guter Frauenarzt, ein liebevoller Partner, der abenteuerliche Stimmungsschwankungen aushält und keinesfalls kommentiert, und ein gemütliches Bett, in das du dich ganz ohne schlechtes Gewissen so oft legen solltest, wie du willst.
Ach, eins noch: Weil in dieser Anfangszeit bei dem Fötus so wahnsinnig viel passiert, solltest du ein bisschen aufpassen, was deine Ernährung angeht. Dr. Eva Maier, Frauenärztin in München, fasst die wichtigsten Regeln zusammen: „Vor allem in den ersten drei Monaten sollte eine Schwangere keinen Alkohol trinken, keine Drogen nehmen, Medikamente immer nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen, nicht rauchen, keinen Rohmilchkäse essen, kein rohes Fleisch oder Fisch essen und den Kaffeekonsum auf ein bis zwei Tassen beschränken. All diese Regeln gelten auch für den Rest der Schwangerschaft, allerdings muss jede Schwangere mit sich selbst ausmachen, wie streng sie jede einzelne dieser Regeln befolgt. Ich empfehle meinen Patientinnen in der Regel, mit gesundem Menschenverstand an die Sache heranzugehen und nicht panisch zu werden.“
Im zweiten Trimester hast du im Normalfall eine relativ nette Zeit – man sieht dir deine Schwangerschaft mittlerweile an, das Baby beginnt, dich von innen anzustupsen und deine Organe sind noch nicht so zusammengepfercht, dass du schon nach 100 Metern Fußmarsch ausgelaugt bist. Jetzt könntest du zum Beispiel mal beim Familienministerium nach dem sagenumwobenen Elterngeld erkundigen, deinen Arbeitgeber und deine Krankenkasse von der Schwangerschaft in Kenntnis setzen. Und, dieser Rat ist sehr ernst gemeint, wenn du auch nur ein Wochenende Zeit hast, dann verreise. Ein kleiner Urlaub mit deinem Partner oder Freundinnen ist eine nette Form des Abschieds von den guten alten kinderlosen Tagen.
Im dritten Trimester wird es dann anstrengender. Das merkst du an deinem wachsenden Bauchumfang und der damit einhergehenden Genervtheit. Jetzt könnten so tolle Symptome auftauchen, wie (Achtung, jetzt wird’s ein bisschen detailgetreu) Hämorrhoiden, Krampfadern, Wassereinlagerungen, vermehrter Ausfluss, Sodbrennen, Vorwehen, fiese Rückenschmerzen, Schmerzen in und um die Gebärmutter herum, Verstopfung und, ganz besonders reizend: Schlaflosigkeit. Jetzt ist wirklich Schonzeit angesagt und ein rapider Anstieg der Rücken- und Fußmassagen deines Partners. Ab jetzt wirst du noch öfter zum Frauenarzt gehen, der dich an einen Wehen- und Herztonschreiber anhängt und schaut, wie es deinem Baby geht. Du bekommst eine Überweisung fürs Krankenhaus und sieben Wochen vor der Geburt eine Schwangerschafts-Bescheinigung, die du deinem Arbeitgeber und deiner Krankenkasse zukommen lassen musst.
Sechs Wochen vor dem errechneten Termin gehst du – so du fest angestellt bist – in Mutterschutz. Jetzt solltest du dich ernsthaft um einen Geburtsvorbereitungskurs, eine Hebamme und Kinderarzt kümmern und schön langsam entscheiden, in welchem Krankenhaus dein Kind zur Welt kommen wird.
Und mach dich auf den Schock deines Lebens gefasst, wenn du erfährst, wie viel ein Kinderwagen kostet. Außerdem brauchst du noch einen Autositz, eine Schlafgelegenheit (das kann aber auch eine Pappkiste mit Matratze sein), eine erste Garderobe und viele Windeln für dein Baby. Alles andere ist optional. Ja, und dann, nach elend langen plus-minus 40 Wochen, geht es los mit der Geburt. Und dann ist wieder alles anderes. Aber das weißt du selbst gut genug.
Die Antwort von Christina Waechter, 33 Jahre, die sich schwanger sein viel schlimmer (aber auch viel kurzweiliger) vorgestellt hätte.
Fünf Tipps für die Zeit der Schwangerschaft:
1. Du musst niemanden von deiner Schwangerschaft in Kenntnis setzen, es wird aber aus Kulanzgründen von den meisten Arbeitgebern erwartet, dass du dich spätestens dann outest, wenn sie nicht mehr zu übersehen ist. Deine Kollegen werden Rücksicht auf dich nehmen, die solltest du aber nicht überstrapazieren. Eine Schwangerschaft ist anstrengend, aber kein Grund, sich in Selbstbespiegelung oder –mitleid zu ergehen, auch wenn diese Aussicht bisweilen verlockend klingt.
2. Für dich, die Geburt und dein Baby solltest du einen guten Frauenarzt finden, eine Vertrauensperson, die dich während dieser anstrengenden Zeit unterstützt, ein sympathisches Krankenhaus, eine Hebamme zur Nachsorge (die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse) und einen Kinderarzt.
3. Tu dir selbst einen Gefallen und beschränke deine Aufenthaltszeit in Schwangerschafts-Foren zumindest am Anfang auf ein Minimum. Die Panik, die dir dort unweigerlich von wohlmeinenden Besserwisserinnen eingeflößt wird, macht die Schwangerschaft auch nicht leichter. Gleiches gilt für Ratgeberliteratur: die ist interessant, sollte aber in homöopathischen Dosen genossen werden.
4. Zum Thema Schwangerschaft, Kinder kriegen, Stillen, Arbeiten, Krippe und alles rund um dieses Thema haben scheinbar wirklich alle Menschen eine Meinung, welche sie unglücklicherweise auch noch sehr oft in den Medien äußern. Bei diesem Getöse nicht völlig verrückt zu werden, grenzt an ein Wunder. Mein Vorsatz für die Zukunft lautet deshalb: einfach mal die Klappe halten und die Leute machen lassen.
5. Das beste alkoholfreie Bier ist, das habe ich nach ausgiebigen Test-Reihen und Diskussionsrunden mit anderen Abstinenzlern nun ein für alle mal festgehalten, Jever Fun.

Schwanger – was nun: das kommt auf mich zu

Ein +, ein Strich, das Wort „schwanger“ oder mehrere farbige Streifen: Der Schwangerschaftstest ist positiv. „Schwanger – und nun?“. Was bedeutet die Schwangerschaft eigentlich für das Leben einer Frau?

Schwangere Frauen sind ein Blickfang!
Dass Schwangere schön sind haben inzwischen auch die Prominenten festgestellt: Deshalb lassen sich viele gerne mit dicken Bauch ablichten. Die Zeiten, in denen schwangere Frauen ihren Bauch hinter weiten Gewändern verstecken sind längst vorbei. Bequeme Schwangerschaftskleidung ist zwar immer noch wichtig (und sinnvoll), es darf nun aber auch elegant, sportlich, modern oder keck sein.

Schwangere sind empfindsamer als sonst.
In der Schwangerschaft sind Frauen oftmals einer Achterbahnfahrt der Gefühle ausgesetzt. Viele Frauen berichten, dass sie besonders sensibel sind, sich z.B. keine brutalen Filme mehr anschauen können und nahe am Wasser gebaut sind. Auch der Geruchssinn ist häufig geschärft. Auch Stimmungsschwankungen sind nicht ungewöhnlich.
Schwangere sind stark, brauchen aber auch Schutz.
Gerade in der Schwangerschaft erleben sich viele Frauen als besonders vital und tatkräftig. Sie erledigen Aufgaben, an die sie sich zuvor nicht rangewagt haben und treffen Entscheidungen, die sie jahrelang vor sich her geschoben haben. Sie treten selbstbewusst auf und haben eine kraftvolle Ausstrahlung. Gleichzeitig benötigen schwangere Frauen mehr Erholungsphasen, mehr Schlaf und Ruhezeit als zuvor. Eine Schwangerschaft ist ein Ausnahmezustand des Körpers, der eine hohe Belastung darstellt und viel Energie erfordert.
Schwangere befinden sich in einem Prozess
Schwangerschaft bedeutet nicht nur körperliche Veränderungen. So wie sich der Körper auf die Schwangerschaft einstellt und verändert, so verändert sich auch vieles im Erleben und in der Identität der Frau. Sie bereitet sich auf ihre neue Rolle vor und baut eine immer engere Verbindung zu dem kleinen Wesen in ihrem Bauch auf. Durch eine Schwangerschaft hat eine Frau die Chance, das Wunder des Lebens direkt zu erleben und bewusst Teil des ewigen Kreislaufs von Geburt, Leben und Tod zu sein.

Schwanger – was nun? Videos zum Einstimmung auf die Schwangerschaft

Ich bin schwanger – was geschieht jetzt mit meinem Körper? Muss ich mein Leben komplett umstellen (Essen, Sport …)? Welche Untersuchungen kommen auf mich zu? Der folgende Film gibt einen schönen Überblick:

Stella blickt im folgenden Video nachdenklich auf Ihre Zeit der Schwangerschaft zurück:

Zeitraffer: 9 Monate werdende Mutter im zweieinhalb Minuten

Und das Baby? Bilder aus den Monaten im Bauch und kurz nach der Geburt:

Schwangerschaft: Nicht jede Frau ist gerne schwanger

Eine Schwangerschaft in vollen Zügen zu genießen, ist etwas Wunderbares. Doch was ist, wenn man mit seinen den Körperdimensionen nicht klarkommt, von Ängsten geplagt ist oder sich mehr krank als glückselig fühlt? Frauen, denen es so geht, brauchen dringend Unterstützung.

Geburtsterminrechner – Wann kommt mein Kind auf die Welt?

Geburtsterminrechner
Wann kommt mein Kind auf die Welt?

„Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel sehe, dann könnte ich….! Und dabei muss ich mich doch sowieso schon dauernd übergeben“, klagt die 32-jährige Micha, die ihr erstes Kind erwartet und mit den „anderen Umständen“ überhaupt nicht klarkommt. „Ich weiß nicht, was daran so toll sein soll, dass man wie ein Walross aussieht, sich miserabel fühlt, nachts nicht mehr schlafen kann und von innen getreten wird“, fragt sie sich und gibt kurz danach zu: „Ich wäre so gerne eine von diesen in sich ruhenden wunderschönen Schwangeren, denen ich dauernd irgendwo begegne. Genau so habe ich mir das gewünscht. Aber jetzt bin ich nur noch heilfroh, wenn das Kind da ist und ich meinen Körper wieder für mich habe.“

Schwangerschaft als notwendiges Übel, um zum Kind zu kommen

Ganz so schlimm empfindet es Daniela nicht, aber auch sie ist schon bei ihrem heute Dreijährigen froh gewesen, als er endlich draußen war. Momentan ist sie mit seiner kleinen Schwester schwanger und empfindet den Zustand als noch unangenehmer. „Jetzt noch die paar Wochen durchhalten und dann hopp, hopp, zack, zack – raus damit!“ Für sie ist eine Schwangerschaft nur ein notwendiges Übel, obwohl sie keine Beschwerden hat und blendend aussieht. „Ich finde, das ist wie der Grießbrei vor dem Schlaraffenland. Da muss man eben durch. Aber mögen muss man es nicht.“

Verantwortungsvoll gegenüber dem Ungeborenen sein

„Man kann einer Frau nicht vorschreiben, wie sie ihre Schwangerschaft zu empfinden hat“, sagt Roswitha Glimm. Ihr als Hebamme ist es aber wichtig, dass die Frauen sich verantwortungsvoll ihrem Ungeborenen gegenüber verhalten. „Welche Einstellung sie haben, spielt für mich keine Rolle. Ich akzeptiere ihre Gefühle. Mir tut’s ja nur Leid für die Frau, wenn sie ihre Schwangerschaft nicht genießen kann, wenn ihr dieser Zustand eher ein Graus ist. Wichtiger ist doch, dass sie anschließend eine gute und liebevolle Mama ist.“ Und nachdenklich fügt sie hinzu: „Es gibt nämlich auch das Gegenteil.“

Die „perfekte“ Schwangere gibt es nicht

Ob eine Frau eine Schwangerschaft genießen kann oder sie wie Daniela als notwendiges Übel betrachtet das ist auch typabhängig. Es hängt davon ab, welches Frauenbild man im Kopf hat. Denn auch, wenn sich immer mehr Models schwanger zeigen, wenn fraulichere Figuren langsam aber sicher wieder in Mode kommen – die Frauen, die jetzt schwanger werden, sind häufig geprägt von einem ganz anderen Bild. Und viele von ihnen kommen nicht klar mit den Erwartungen, die sie an sich gestellt fühlen.

„Ich merke genau, dass meinem Mann das Gejammer auf die Nerven geht. Er hat diese perfekten Schwangeren vor Augen“, beschwert sich Micha. „Diese Frauen, denen außer einem schöneren Busen und einem runden Bäuchlein nichts von der Schwangerschaft anzumerken ist. Die sportlich bleiben und aussehen, als hätte man sie aus einem Werbespot geschnitten. Ich hingegen bin total unförmig und habe dauernd andere Zipperlein, die mir das Leben schwer machen.“ Micha hat das Gefühl, weder ihren eigenen noch den Erwartungen ihrer Umwelt gerecht zu werden. Sie hat Angst davor, dass sie, wenn sie schon jetzt nicht hinkriegt, was vermeintlich alle schaffen, es erst recht nicht schafft, wenn das Baby erst mal da ist. „Werde ich da auch versagen?“, fragt sie sich verzweifelt.

Sorgen ersticken die Vorfreude im Keim

Wie Frauen auf ihre Schwangerschaft reagieren, hängt auch von Faktoren wie ihrer Biografie, ihren Erfahrungen, dem Umfeld, der eigenen Erziehung beziehungsweise Kindheit und der sozialen Zugehörigkeit ab. Kann eine Frau ihre Schwangerschaft nicht als normal betrachten, dann hat das oft, so Roswitha Glimm, auch etwas mit Unsicherheit, mangelndem Wissen über die Vorgänge im eigenen Körper und mit fehlendem Vertrauen in sich selbst und in die Natur zu tun. „Hinzu kommt die Vermedizinisierung eines natürlichen Zustands. Früher waren die Frauen einfach ‚guter Hoffnung‘. Man hat meist gar nicht viel über Schwierigkeiten nachgedacht.“

Nicht jede Schwangerschaft ist Grund zur Freude

Aber natürlich gibt es Gründe, die bei jeder Frau dafür sorgen würden, dass man die Schwangerschaft nicht in vollen Zügen genießen kann. Sie eher eine Belastung ist. Wenn das Geld fehlt, wenn der Partner einen verlassen hat, wenn man das Kind ablehnt, weil es zum Beispiel durch eine Vergewaltigung in der Ehe gezeugt wurde oder natürlich auch, wenn man weiß, dass das Kind nicht gesund zur Welt kommen wird. „Als mein Frauenarzt beim Ultraschall plötzlich so seltsam still wurde, da wurde uns schon ganz anders“, erinnert sich Alexandra. „Die Diagnose, dass unser Kind mit einer ‚Hasenscharte‘ auf die Welt kommen würde und man noch nicht absehen könne, in welchem Maße, das hat uns umgehauen. Da fängst du sofort an zu googeln, siehst die schrecklichsten Bilder und hast von da ab vor lauter Angst keine genussvolle Minute in der Schwangerschaft mehr.“

Manche Frauen brauchen besondere Betreuung

Alexandra hat sich auf Anraten ihrer Hebamme hin in psychologische Behandlung begeben. Auch Roswitha Glimm ist sich sicher, dass eine Schwangere in dieser Situation besondere Betreuung braucht. Denn im Kurs zu sitzen und lauter glückliche Paare um sich herum zu haben, während man selbst vor Sorge um das Kind und Zukunftsangst fast verrückt wird, ist eine schreckliche Situation. „Wenn eine Frau es wünscht, aus einem meiner Kurse auszusteigen, weil es für sie unerträglich ist, mit anderen, vermeintlich unkomplizierten Schwangeren zusammen zu sein, dann betreue ich sie auch gerne einzeln.“

Manches Problem liegt tief

Ich bin schwanger und nicht krank! Diese gesunde Einstellung haben manche Frauen nicht. Sie empfinden ihre ganze Schwangerschaft als Qual und egal, wie viel Zuwendung und Verständnis man ihnen entgegenbringt, gegen sachliche Aufklärung beziehungsweise „Beweise“ dafür, dass alles normal verläuft, sind sie regelrecht immun. „Ich sage mir dann, diese Frau hat ein Problem, das ich als Hebamme nicht lösen kann. Eines, das tief in ihr verborgen liegt. Es gibt aber auch Frauen, die glauben, durch Jammern mehr Anerkennung, Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber auch, dass sie das brauchen, hat sicher tiefergehende Gründe.“

Versuchen, sich und dem Baby etwas Gutes zu tun

Kann eine Frau ihre „anderen Umstände“ nicht genießen, dann paaren sich mit den negativen Gedanken auch oft noch Schuldgefühle und die Angst, das Ungeborene könnte darunter leiden. Hier kann das Umfeld greifen und der Schwangeren das Maß an Zuwendung und Verständnis geben, das sie braucht. Und ihr zum Beispiel etwas abnehmen, damit sie sich etwas Gutes tun kann. Ob es einer schwangeren Frau gutgeht oder nicht, das hängt sehr stark von ihrem sozialen Netzwerk ab, sagen Forscher der Universität Michigan. Neben Familie und Freunden kann manchmal aber auch ein Gespräch mit einem Mitarbeiter einer Beratungsstelle helfen, die eigenen Gefühle zu sortieren – und so wieder zu sich und damit auch zum Kind zu finden.

  • Test: Welcher Schwangerschaftstyp sind Sie?
  • Schwangerschaftskalender: So entwickelt sich das ungeborene Kind
  • Kult-Hebamme Ingeborg Stadelmann: “Angst dominiert heute wie früher“
  • Quiz: Gutes Benehmen – Knigge-Test für Eltern

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Meine Schwangerschaft ist überhaupt nicht schön – warum darf ich das nicht erzählen?

Ich bin im fünften Monat schwanger und mir geht es beschissen. Warum ich es satt habe, die Schmerzen einfach weglächeln zu sollen.

Plötzlich war mir nur noch übel

Die ersten sechs Wochen war alles gut. Hätte ich nicht gewusst, dass ich schwanger bin, wäre es mir nicht großartig aufgefallen. Alles war schön – bis nicht mehr alles schön war. Nach sechs Wochen und drei Tagen ging es los: gegen Abend wurde mir das erste Mal übel. Zu dem Zeitpunkt war es allerdings noch auszuhalten. Am nächsten Tag war mir schon ab mittags schlecht. Am dritten Tag dann ab dem Öffnen der Augen am Morgen. Quälende Übelkeit kannte ich noch gut von dem Norovirus, den meine Tochter mir vorletztes Jahr aus dem Kindergarten mitgebracht hatte. Und so werde ich mich die nächsten Wochen fühlen.

Ich fühlte mich einfach hundeelend. Ich hatte keinen Appetit, schon der Gedanke daran ein Schluck Wasser zu trinken löste sofort starke Übelkeit und Würgereiz aus. Und dann kamen die Sätze, die mir gerade noch fehlten: „Du musst aber essen und trinken. Du musst schließlich an das Kind denken.“ Und weiter: „Du nimmst keine Folsäure und Schwangerschaftsvitamine? Das wäre aber sehr wichtig, damit das Baby keinen offen Rücken oder andere Missbildungen bekommt …”

Nein, die Schwangerschaft macht mich nicht glücklich

Immer wieder hörte ich aus meinem Umfeld auch die üblichen Floskeln: „Na ja, da musst du jetzt halt durch“, oder auch „Dafür wirst du ja bald ein Kind in deinen Armen halten“. Und plötzlich platzte es aus mir heraus, alles auf einmal: dass ich es scheiße fände, schwanger zu sein, dass ich mich nicht glücklich fühlte und auch nicht daran denken wollen würde, wie es wohl in neun Monaten sein würde, weil ich in dieser Situation, in mir und meinem Körper gefangen war. Und dass ich Gedanken an eine Abtreibung hegte, weil ich Angst hatte, dass es mir bis zur Geburt nicht besser gehen würde. Denn in Foren hatte ich gelesen, dass das durchaus passieren könne. Und ich konnte ja nicht wissen, ob und wann ich mich wieder besser fühlen würde, ob es mir nach den üblichen zwölf bis 14 Wochen besser gehen würde, denn das weiß niemand. Und schon die Aussicht auf acht Wochen in diesem Zustand, war nicht gerade rosig.

Alle waren entsetzt: Abtreibung, weil es einem nicht gut geht? Das sei jawohl die Höhe! An derartiges dürfe ich noch nicht mal denken! Und wie könne ich denn behaupten, dass ich es hasse schwanger zu sein?! Immerhin würde in mir neues Leben heranwachsen. Ich müsse gefälligst dankbar sein, dass meinem Körper dieses Wunder überhaupt gelungen ist.

Wir haben ein verklärtes Bild von Schwangerschaft

Ganz ehrlich, ich glaube es gibt auf dieser Welt nicht viele Dinge, die so unrealistisch und verklärt dargestellt werden wie die Themen Schwangerschaft und Geburt. Ich habe mir während meiner Schwangerschaft angewöhnt, jedem Menschen, der mich danach fragt, wie es mir geht, offen und ehrlich zu antworten, dass es mir scheiße geht. Und dass ich mir wünsche, nicht schwanger zu sein, mir aber natürlich bewusst ist, dass dies der (fast) einzige Weg ist, meiner Tochter noch ein Geschwisterkind und mir und meinem Mann das Glück eines zweiten Kindes zu bescheren. Und dass dieser Umstand nichts damit zu tun hat, dass ich mein Kind nicht lieben werde. Ich freue mich unglaublich auf die erste Wehe, weil ich weiß, dass es dann bald vorbei sein wird und ich endlich mein Kind in den Armen halten kann.

Die Geburt meiner ersten Tochter hat an einem Dienstag, abends um 20:30 Uhr mit einem vorzeitigen Blasensprung begonnen. Geendet ist sie zwei Tage später mit einer – im Fachjargon „spontan“ genannten (haha) Wassergeburt am Donnerstag um 10:07 Uhr. Der Moment, in dem ich meinen Körper wieder für mich hatte, war unglaublich schön.

„Stell dich nicht so an”

Während ich das schreibe, spüre ich das schlechte Gewissen, das sich in meinen Körper bohrt, weil ich das so sage. Denn gesellschaftlich anerkannt ist es nicht, sich so zu äußern. Immerhin gibt es viele Frauen, die froh wären schwanger zu werden. Und das alles gehört eben dazu, wenn man schwanger ist. Da muss man dann halt durch und da muss man sich nicht so anstellen. Nicht so anstellen?

Wenn ich morgens ins Büro komme, und erzähle, dass meine Tochter eine Magen-Darm-Grippe hat, sucht jede*r das Weite. „Hau mir bloß ab damit!“, oder „Oh Gott, steck mich bloß nicht an.“ Kein Mensch möchte sich bei so einem Virus anstecken, weil es natürlich total unangenehm ist und man sich so elendig fühlt. Aber wenn man sich MONATELANG so fühlt, als habe man einen Magen-Darm-Virus, dann soll man sich „eben nicht so anstellen“?! Sorry, aber das leuchtet mir nicht ein.

Und dieses müde lächeln, wenn man mit dem Vorgesetzten spricht und sich auf unbestimmte Zeit krank melden muss. Toll, dass ich mir dann jetzt noch Gedanken darüber machen kann, wie ich es finanziell stemmen soll, falls ich durch die banale Schwangerschaftsübelkeit die man nun mal in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten hat, ins Krankengeld falle. Denn für jeden Monat den ich mich im Krankengeld befinde, bekomme ich kein Elterngeld. Das sind so unfassbar tolle Aussichten, dass es mir direkt besser geht …

Warum unterstützen sich Schwangere und Mütter nicht mehr?

Und dann habe ich das Gefühl, dass gerade wir Frauen untereinander uns das Leben so schwer machen. Um diesen Eindruck zu bekommen, reichen Blicke in diverse Foren, die sich mit Schwangerschaftsübelkeit befassen. Besonders schön sind hier die Kommentare von Frauen, denen immerhin auch ständig übel war, die aber trotzdem ständig arbeiten gegangen sind , denn schwanger sein ist ja keine Krankheit. Seriously?!

Aber es gibt zum Glück auch Verständnis. Das lässt mich hoffen, dass wir Frauen uns gegenseitig irgendwann einfach bedingungslos unterstützen. Egal wie unterschiedlich unsere Schwangerschaften verlaufen und wie unterschiedlich belastend wir die Veränderungen unseres Körpers mit allen Nebenwirkungen empfinden.

Ich bin jetzt mitten im fünften Monat und meine Übelkeit ist fast komplett verschwunden. Allerdings nicht zuletzt durch ein Arzneimittel aus Belgien, das mich vor einem kompletten nervlichen und körperlichen Zusammenbruch gerettet hat. Auch dafür muss ich mir Vorwürfe anhören: Wie könne ich meinem Kind nur so etwas antun. Ein Mittel, dass es in Deutschland nicht gibt, das habe doch einen Grund. So ein Risiko aus dem puren Egoismus heraus, dass man nicht möchte, dass einem schlecht ist. Das kann tatsächlich kaum jemand verstehen.

Ich spreche nur noch ehrlich über meine Schwangerschaft

Ich bin dazu übergegangen, ganz offen zu kommunizieren, dass ich die Schwangerschaft als starke Belastung empfinde und ich auch deshalb keine Kinder mehr bekommen werde. Bei vielen Frauen spüre ich Erleichterung durch meine Offenheit, durch die eine offene Gesprächskultur zu diesem Thema entsteht. Sie reden sich dann ganz viel von der Seele, weil sie das Gefühl haben, es nun zu dürfen, denn ich habe ja angefangen offen auszusprechen, wie es wirklich ist.

See also

Ich wünsche jeder Frau, dass sie eine schöne Schwangerschaft erlebt und die Zeit genießen kann. Aber ich wünsche mir auch eine ehrlichere Kommunikation zu dem Thema und Verständnis für Frauen wie mich, die sich dadurch einfach stark belastet fühlen. Und dass mir nicht gesagt wird, dass Frauen früher noch hochschwanger auf dem Feld gearbeitet haben und ich mich nicht so anstellen solle. Mittlerweile werden in allen Bereichen technologische Fortschritte sehr begrüßt, nur wir Frauen sollen in Bezug auf die Schwangerschaft bitte schön auch heute noch so belastungs- und leidensfähig sein wie Frauen vor 100 Jahren. Schluss damit!

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Schwangerschaft und Beruf
 Individuelles Beschäftigungsverbot: Dein Recht als Schwangere

Gründe für ein individuelles Beschäftigungsverbot können sein: eine Risikoschwangerschaft, die Gefahr einer Frühgeburt, eine Mehrlingsgeburt, eine Muttermundschwäche, besondere Rückenschmerzen oder weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen, die auf die Schwangerschaft zurückgehen. Die Grenzen zwischen schwangerschafts- und krankheitsbedingten Beschwerden sind oft fließend. Deshalb muss der Arzt entscheiden, ob es sich um eine Krankheit oder um Symptome handelt, die durch die Schwangerschaft hervorgerufen werden. Ferner muss er abwägen, ob bei der Arbeitnehmerin Komplikationen zu befürchten sind, die ein individuelles Beschäftigungsverbot gebieten. Wichtig: Dazu muss bei der werdenden Mutter nicht unbedingt eine Erkrankung vorliegen.
Droht sich die schwangere Frau durch Tätigkeiten zu gefährden, die ihr nach dem Mutterschutzgesetz (MuSchG) sowieso verboten sind, ist es sinnlos, ein individuelles Beschäftigungsverbot auszusprechen. Soll sie beispielsweise ständig schwere Lasten heben, ist statt des Gangs zum Arzt der zum Gewerbeaufsichtsamt ratsam. Denn das ist zuständig für die Einhaltung der Mutterschutzbestimmungen.
Ein generelles Beschäftigungsverbot für Bildschirmarbeit gibt es für Schwangere nicht, sondern – nach eingehender Prüfung des Einzelfalles auch durch den Betriebsarzt – höchstens ein zeitweiliges individuelles Beschäftigungsverbot. Das kann etwa ausgesprochen werden, wenn es an dem betreffenden Arbeitsplatz nicht möglich ist, die notwendigen Pausen einzulegen oder zur Entspannung auch mal eine andere Tätigkeit auszuüben. Der Arzt der werdenden Mutter muss zusammen mit dem Betriebsarzt entscheiden, ob auftretende Beschwerden schwangerschaftsbedingt sind und ob ein teilweises oder komplettes Beschäftigungsverbot wegen eintretender Komplikationen gerechtfertigt ist.
Auch nach der Geburt kann ein individuelles Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden. Das geschieht zum Beispiel, wenn nach der Mutterschutzfrist von acht Wochen bei der jungen Mutter weiterhin eine verminderte Leistungsfähigkeit besteht, die auf die Geburt zurück zu führen ist. Maximal bis zum sechsten Monat nach der Geburt kann der Arzt dann von dem Beschäftigungsverbot Gebrauch machen. Auch in diesem Fall muss die Frau ein ärztliches Attest vorlegen, aus dem hervorgeht, inwiefern ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, welche Tätigkeiten zugelassen sind und wie lange dieses Beschäftigungsverbot gelten soll.

Du bist endlich schwanger? Doch was nun? Egal wie lange man probiert hat schwanger zu werden, ist der Test endlich positiv, stürzt das die meisten Frauen (und auch Männer) erst mal ins Gefühlschaos: riesige Freude wenn das Kind geplant ist, Angst vor dem, was kommt und die Frage, wie es nun weiter geht. Was ist nun zu tun, woran muss man denken und was beachten?

1. Positiver Schwangerschaftstest: Was nun?

1.1 Wann mache ich am besten einen Termin beim Frauenarzt?

Wann man einen Termin beim Frauenarzt machen soll, darüber findet man im Internet verschiedene Angaben: Während die einen sagen, man sollte so früh wie möglich zum Arzt, schreiben andere, dass es lohnt noch zwei, drei Wochen zu warten. Warum unterscheiden sich diese Angaben so sehr?

Was spricht für einen späten Termin?
Je später die Schwangere zum Arzt geht, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Arzt schon etwas sehen kann und eventuell gar das Herz schlägt. In der Regel wird erst ab diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass die Schwangerschaft intakt ist und erst dann wird somit auch der Mutterpass ausgehändigt. Vorher kann der Frauenarzt im Grund nur einen Bluttest machen und das bestätigen, was die Frau schon Zuhause durch den Urin-Test erfahren hat: Das hCG im Körper gebildet wird.

Im Internet kursieren zudem Geschichten darüber, dass Ärzte Müttern Angst machen, weil man noch nichts sehen kann, was in der sehr frühen Schwangerschaft aber noch nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein muss. Darum gibt es einige Frauen, die lieber etwas länger warten, bis sie zum Arzt gehen.

Was spricht für einen frühen Termin?
Auf der anderen Seite gibt es einige Komplikationen, die direkt am Anfang einer Schwangerschaft auftreten und die so früh wie möglich abgeklärt werden sollten. Der gefährlichste Fall ist wohl der einer Eileiterschwangerschaft. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter, sondern im Eileiter ein. Da dieser jedoch viel zu eng und nicht dehnbar ist, kann es sein, dass er reißt, wenn die Eizelle weiter wächst. Dabei entstehen sehr starke und gefährliche innere Blutungen und es muss sofort eingegriffen werden, da in diesem Fall das Leben der Frau auf dem Spiel steht. Darum sollte man bei starken Unterleibsschmerzen immer sofort einen Arzt aufsuchen.

Schwierig ist, dass auch der Frauenarzt zu Anfang oftmals nicht genau sagen kann, ob sich die Eizelle am richtigen Ort eingenistet hat. Bei einem sehr frühen Arztbesuch kann der Arzt jedoch Blut abnehmen und den genauen hCG-Wert bestimmen, da man ab einem bestimmten Wert davon ausgehen kann, dass in der Gebärmutter etwas zu sehen sein sollte, kann man so unter Umständen schon früher auf eine Eileiterschwangerschaft schließen.

1.2 Muss ich das Rauchen oder Alkohol trinken nun direkt aufgeben?

Ja, auf jeden Fall! In dem Moment, in dem du den positiven Test in der Hand hältst, solltest du umgehend mit dem Rauchen aufhören und auch keinen Alkohol mehr zu dir nehmen. Ideal wäre es, solche Verhaltensweisen schon einzustellen, wenn man schwanger werden möchte, wer dies nicht geschafft hat, sollte dies aber nun tun. Sowohl Nikotin als auch Alkohol können das Ungeborene schädigen und in der Entwicklung beeinträchtigen. Da in den ersten 12 Wochen alle wichtigen Organe des Babys entstehen, kann sich Nikotin oder Alkohol besonders stark auf das Ungeboren auswirken und im schlechtesten Fall schlimme Schädigungen zur Folge haben.

1.3 Sollte ich jetzt schon meine Ernährung umstellen?

Am besten ja. Zwar scheint die Schwangerschaft zunächst noch irreal, das Baby wird aber schon sehr bald durch die Nabelschnur mit dir verbunden sein und ist darauf angewiesen, dass du es mit allen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen versorgst. Um das zu gewährleisten ist es in den kommenden Monaten besonders wichtig, dass du viel Obst und Gemüse isst. Auch Fisch sollte ein- bis zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen und da dein Körper demnächst viel mehr Blut produziert ebenso eisenreiche Lebensmittel.

Meiden solltest du hingegen alle Produkte aus Rohmilch, ungekochtes oder halbgares Fleisch (Mett oder auch ein blutiges Steak) sowie rohe Eier (wie sie in Tiramisu oder anderen Süßspeisen verwendet werden).

1.4 Worum sollte ich mich jetzt schon kümmern?

Ihr habt noch kein Kinderzimmer oder Babybett? Keine Sorge! Deine Schwangerschaft beginnt gerade erst und um solche Dinge kannst du dir getrost erst in 2 bis 3 Monaten Gedanken machen. Viele Frauen warten mit solchen Dingen ab, bis sie die 12. Woche hinter sich haben, da ab diesem Zeitpunkt das Risiko für eine Fehlgeburt deutlich sinkt. Zu spät sollte man solche Dinge jedoch nicht in Angriff nehmen, da viele Frauen gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr wirklich für anstrengende Shopping-Touren zu begeistern sind oder die Kraft haben ein Zimmer zu streichen. Körperlich geht es den meisten während des zweiten Trimenons am besten (Woche 13 bis 28), weshalb es sich anbietet, solche Dinge in diesen Wochen zu erledigen.

Endlich schwanger? Doch was folgt nun? Was muss man machen, woran sollte man denken?
Image by Lifetimestock.com

2. Ich bin endlich schwanger, wem erzähle ich wann davon?

Eine Schwangerschaft ist meist ein freudiges Ereignis. Trotzdem kann es Gründe geben, die Nachricht noch ein wenig für sich zu behalten und nicht direkt jedem davon zu erzählen.

2.1 Wann gibt man eine Schwangerschaft bekannt?

Wann man Freunden, Verwandten und Bekannten von der Schwangerschaft erzählt, ist natürlich völlig einem selbst überlassen. Manche Frauen können ihre Freude kaum für sich behalten und bald weiß es schon jeder. Andere haben hingegen Angst vor einer Fehlgeburt und warten die ersten, kritischen, Wochen ab.

Eine Faustregel dazu gibt es nicht, hier gilt der Leitsatz: Mach‘ es so, wie du dich wohl fühlst.

2.2 Gibt es eine Vorschrift, wann ich meinen Chef informieren muss?

Zunächst einmal: Nein. Eine Vorschrift, wann man seinen Arbeitgeber über eine Schwangerschaft informieren muss gibt es nicht. Und da die ersten 12 Wochen gemeinhin als recht risikoreich gelten, warten viele Frauen zumindest diese Zeit ab, um nicht am Ende erklären zu müssen, warum man den Mutterschutz doch nicht mehr in Anspruch nehmen wird. Nach den 12 Wochen wird es jedoch auch mit jeder Woche schwerer das freudige Geheimnis für sich zu behalten, da sich der Bauch wahrscheinlich nicht ewig verstecken lässt. Zudem muss sich der Arbeitgeber um eine Vertretung kümmern, was oft ein bisschen dauert, weshalb es fair ist, es nicht erst im letzten Moment zu sagen.

Auch für die werdende Mutter hat es Vorteile es möglichst bald zu sagen, da erst dann der spezielle Rechtsschutz (wie der Kündigungsschutz) greift. Wenn du gerade erst den positiven Test in den Händen hältst, hast du aber noch jede Menge Zeit dich über solche Dinge zu informieren und in Ruhe Entscheidungen zu treffen. Falls du mehr zu dem Thema wissen möchtest, gibt es auf karrierebibel.de einen hilfreichen Artikel.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.

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Ich bin schwanger: Wer unterstützt mich?

Ich bin schwanger! Der Moment, an dem Ihre Schwangerschaft zur Gewissheit wird, ist für viele Schwangere ein Moment der Freude, aber auch der Unsicherheit. Gerade jetzt ist es wichtig zu wissen, auf wen Sie während der Schwangerschaft zählen können.

In Ihrem Bauch wächst ein kleiner Mensch heran und der Körper spielt verrückt: Der Morgen beginnt manchmal über der Kloschüssel, komische Schwangerschaftsgelüste ergreifen von Ihren Geschmacksnerven Besitz und Lachen und Weinen liegt manchmal fast unerträglich nahe beieinander. Gerade beim ersten Kind kann einem die Schwangerschaft manchmal ehrlich gesagt etwas Angst machen. Gut, dass es Menschen gibt, auf die Sie sich in den nächsten neun Monaten „Ausnahmezustand“ verlassen können.

Zunächst ist da natürlich Ihr Partner – schließlich hat er auch einen entscheidenden Beitrag zu Ihrem Babybauch geleistet. Er sollte für Sie in der Schwangerschaft wichtige Stütze sein. Das müssen Sie aber auch zulassen. Sprechen Sie offen miteinander, äußern Sie Ihre Wünsche und wie Ihr Partner Sie am besten unterstützen kann. Aber vergessen Sie dabei nicht, dass für ihn die Schwangerschaft ebenfalls eine Zeit der Veränderung ist. Auch werdende Väter haben Sorgen oder sind ab und an mit der Situation überfordert. Hinzu kommt, dass der Mann an all den schönen Momenten der Schwangerschaft nur passiv teilhaben kann. Die ersten Tritte des Babys, der erste Schluckauf, mit dem das Baby das Atmen übt, diese kleinen Höhepunkte, die Ihnen immer wieder neue Kraft geben wird er nie selbst erleben. Gemeinsame positive Erlebnisse wie etwa die Ultraschalluntersuchungen sind daher besonders wichtig.

Von Mamas Fachwissen lernen

Ihr Partner durchlebt mit Ihnen also den ganzen alltäglichen Wahnsinn, vom positiven Schwangerschaftstest bis zur Geburt. Dabei ist er die starke Schulter zum Anlehnen und manchmal auch ihr persönlicher Held. Er schafft es selbst nachts Erdbeeren zu organisieren oder wird zum Sockenbändiger, wenn die mal wieder nicht über die eigenen Füße schlüpfen wollen – denn irgendwie werden Arme von Schwangeren Monat für Monat immer kürzer.
Die eigene Mutter dagegen ist weniger fürs Praktische als fürs Theoretische zuständig. Sie ist schlicht das beste lebende Schwangerschaftsbuch und sie können von Ihrem Erfahrungsschatz profitieren. Zudem sind ihre Geschichten viel interessanter als die schweren Wälzer aus der Buchhandlung. Weiterer Vorteil: Der „Bei Mama bin ich immer noch Kind“-Bonus. Damit gibt es die Lehrstunden im Kombipack mit Lieblingsessen und seelischen Streicheleinheiten.

Bücher für Schwangere: die besten Ratgeber

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Hebamme: Irgendwo zwischen Mutter und beste Freundin

Doch nicht jede Schwangere hat das Glück, sich so auf die eigene Familie verlassen zu können. Dann wird die Hebamme sicher eine ganz zentrale Rolle während der Schwangerschaft einnehmen. Nicht Mutter und nicht beste Freundin, sondern irgendwo dazwischen liegt die Rolle der Hebamme bei vielen Schwangeren. Umso wichtiger, dass die Chemie zwischen werdender Mutter und Hebamme stimmt. Vor allem ihr fundiertes Fachwissen von dem man lernt und die persönliche Betreuung schafft unheimliches Vertrauen in sich selbst. Und das obwohl man in der Schwangerschaft oft weniger in sich ruht als vielmehr neben sich steht. Dabei ist ein starkes Selbstvertrauen die beste Voraussetzung, die Geburt und die erste Zeit mit Baby gut zu meistern.

„Das erste Gesicht“ – Das sind unsere Hebammen

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Sicherheit gibt natürlich auch der Frauenarzt. Er kümmert sich während der Schwangerschaftsuntersuchungen um die regelmäßigen Check-Ups für Mutter und Bauchbewohner und kann oft alle unnötigen Sorgen zerstreuen. Vor allem bei sogenannten Risikoschwangerschaften wird die werdende Mutter intensiv medizinisch betreut. Das ist wichtig, um möglichst entspannt zu bleiben, obwohl man ein junges Leben verantwortet.

Babybäuche ziehen sich gegenseitig an

Gleich und gleich gesellt sich gerne: Und so treibt es viele Schwangere zu anderen Schwangeren. Gemeinsam belegt man Schwangerschaftsgymnastik oder Geburtsvorbereitungskurse. In Kontakt kommt man mit anderen Schwangeren also leicht. Es ist aber eine persönliche Frage, wie intensiv man sich darauf einlassen möchte. Vom Austausch und Erfahrungen anderer Schwangeren können Sie in jedem Fall profitieren – ein Muss ist der Kontakt zu anderen aber natürlich nicht.

Egal wo Sie schließlich die Unterstützung bekommen, alleine sind Sie in den neun Monaten Schwangerschaft sicherlich nie. Und das ist doch ein Grund, die Freude über das Baby vollends auszukosten und sie nicht durch Sorgen trüben zu lassen. Auch wir geben gerne Infos und Tipps, was Sie in den nächsten Monaten erwartet – Woche für Woche in unserem Schwangerschaftskalender.

Schwanger und unter 18? Du entscheidest über deine Zukunft!

Du bist überraschend schwanger geworden, hast Panik und dir schwirren viele Fragen im Kopf herum? Keine Sorge. Die Berater*innen im ebz helfen dir, alles etwas klarer zu sehen. Ulrike Brutscher und Ines Wittig von der Schwangerschaftsberatung beantworten einige der wichtigsten Fragen.

Ich bin schwanger und brauche Unterstützung, an wen kann ich mich wenden?

Wir sind deine Anlaufstelle und hören dir zu, ganz egal, um was es geht. Ruf einfach bei uns an und lass dir einen Termin geben. Wenn du Angst hast, zur Beratungsstelle zu kommen, kannst du auch erst einmal einen Telefontermin vereinbaren oder dich online beraten lassen. Selbstverständlich kannst du dich auch jederzeit anonym an uns wenden.

Wie sieht so eine Beratung aus?

Normalerweise vereinbaren wir Einzeltermine. Wir können aber auch langfristig beraten und dich durch die Schwangerschaft begleiten. Generell bieten wir bis zum dritten Lebensjahr deines Kindes Unterstützung an.

Wir geben niemals Ratschläge, sondern zeigen dir, welche Wege es gibt und wie wir dich auf deinem Weg unterstützen können. Du kannst dich auch ohne deine Eltern bei uns beraten lassen. Wir unterliegen der Schweigepflicht und dürfen niemandem etwas melden, ganz egal, wie alt du bist.

Kann ich frei entscheiden, ob ich das Kind behalte oder nicht?

Niemand darf dich zu der einen oder anderen Entscheidung drängen oder gar zwingen, weder deine Eltern, der Vater des Kindes oder wir. Wer das versucht, macht sich sogar strafbar.

Darf ich mein Kind selbst großziehen?

In der Regel schon. Bis du 18 bist, brauchst du aber einen gesetzlichen Vormund für dein Kind. Das können zum Beispiel deine Eltern oder das Jugendamt sein. Wenn dein Freund volljährig ist und die Vaterschaft anerkennt und das Sorgerecht möchte, kann er auch die gesetzliche Vertretung für dein Kind werden. Auf jeden Fall hast du dann mit dem Jugendamt immer jemanden an deiner Seite, der wichtige Dinge für das Kind entscheidet, natürlich immer in Absprache mit dir.

Was kann ich tun, wenn ich das Kind nicht behalten will?

Nur in den ersten 12 Wochen einer Schwangerschaft ist ein Abbruch unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Unter anderem musst du dich an einer Staatlich anerkannten Beratungsstelle, wie wir es sind, beraten lassen. Nach einem Gespräch bei uns erhältst du von uns eine Bescheinigung über die Beratung, die der Arzt oder die Ärztin benötigt, um einen Schwangerschaftsabbruch machen zu dürfen. Deine Eltern werden übrigens von niemandem informiert! Du kannst das Kind auch zur Adoption freigeben. Wenn niemand von deiner Schwangerschaft erfahren darf, kannst du dein Kind auch anonym zur Welt bringen. Komm einfach zu uns, wir beraten dich dazu.

Kann ich trotz Schwangerschaft die Schule beenden?

Ja, du kannst deine Schulzeit ganz normal zu Ende führen. Wenn du dich fit fühlst, spricht nichts dagegen. Du solltest es aber mit deiner Schule besprechen, ob sie zum Beispiel besondere Regelungen haben, was anfallende Fehlzeiten angeht.

Wie sieht es mit meiner Ausbildung oder meinem Studium aus?

Wenn du während deiner Ausbildung schwanger wirst, gilt für dich auch das Mutterschutzgesetz. So kannst du dann z.B. die Ausbildung zurückstellen und eine Baby-Pause einlegen und später mit der Ausbildung weitermachen, eventuell auch in Teilzeit. Dir darf aufgrund deiner Schwangerschaft auch nicht gekündigt werden.

Wenn du studierst, kannst du Urlaubssemester einlegen, wenn das Baby da ist. Einige Appartements in den Studentenwohnheimen sind kindgerecht und der Partner kann dort mit einziehen, eine Kinderbetreuung bekommt man in der Regel auch nach spätestens einem Jahr. Das Studentenwerk in München hat sogar eine extra Beratungsstelle zum Thema Studieren mit Kind.

Was passiert, wenn meine Eltern mich rausschmeißen?

Du landest auf keinen Fall auf der Straße. Kurzfristig gibt es die Möglichkeit, in einer Jugendschutzstelle unterzukommen. Dann kannst du einen Platz in einer Mutter-Kind-Einrichtung beantragen.

Mein Freund hat mich verlassen. Wie ist das mit ihm, wenn ich das Kind bekomme?

Abhängig davon, wie viel Kontakt noch zwischen euch besteht, kann überlegt werden, ob ihr gemeinsam die Verantwortung für das Kind übernehmen wollt. Das Sorgerecht für euer Kind liegt aber erst einmal bei dir beziehungsweise deinem Vormund. Wenn dein Ex-Freund seine Vaterschaft offiziell anerkannt hat, muss er für das Kind Unterhalt zahlen. Darauf solltest du auch nicht verzichten! Wenn er keinen Unterhalt zahlen kann oder will, kannst du beim Jugendamt Unterhaltsvorschuss beantragen.

Was kann ich tun, wenn ich kein Geld habe, um mein Kind alleine großzuziehen?

Darüber brauchst du dir keine allzu großen Sorgen machen. Es gibt zahlreiche Unterstützungsangebote. Deine Eltern müssen übrigens nichts für dich oder dein Baby zahlen! Wir geben dir zu allen angesprochenen Themen genauere Informationen und beraten dich auch bei all deinen anderen Fragen.

Gern kannst du dich auch an die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche bei uns im Haus wenden. Melde dich einfach bei uns! Deine Ansprechpartner findest du hier.

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