Hüfte tapen anleitung

Inhalte

  • Indem Sie Ihre Hüfte tapen, können Sie zu einer Entlastung des Hüftgelenks beitragen.
  • Die Wirkung eines Kinesiologie-Tapes ist begrenzt. Es kann keine klassische Therapie bei einem Physiotherapeuten ersetzen.
  • Um Verspannungen zu lösen, eignet sich eine Kombination aus Übungen, Massage sowie Taping.

Schmerzen in der Hüftregion sind leider keine Seltenheit. Laut einer aktuellen Statistik gaben etwa 1/3 der befragten Schmerzpatienten an, unter Beschwerden in der Hüfte zu leiden. Für die Behandlung einer Arthrose, bei Schmerzen im Rahmen der Schwangerschaft oder aber einer Überbeanspruchung durch Sport kann es sinnvoll sein, die Hüfte zu tapen.

In unserem Artikel stellen wir Ihnen eine Anleitung vor, mit welcher Sie Ihre Hüfte selbst tapen können. Zusätzlich erhalten Sie einige Informationen, die Sie beim Anlegen eines Kinesio-Tapes generell beachten sollten.

1. Das Hüftgelenk leidet unter Fehlbelastungen

Das Hüftgelenk wird stark beansprucht und ist daher besonders anfällig für Schmerzen.

Die Hüfte benötigen Sie bei nahezu jeder Bewegung. Doch nicht nur das Gelenk selbst kann Auslöser für Schmerzen sein, sondern auch die umliegenden Muskeln und Sehnen.

Eine leichte Beinlängendifferenz macht sich insbesondere beim Laufen oder Spazierengehen bemerkbar. Die eigentlich gesunden Bewegungen an der frischen Luft führen zu einer Verspannung im Bereich der Hüfte.

Vielfach erstrecken sich diese Beschwerden von der Hüfte aus über den unteren Rücken sowie den Po in Richtung der Oberschenkel.

Besonders häufig treten Muskelverhärtungen auch bei längerem Sitzen oder Stehen auf. Die tägliche Schreibtischarbeit belastet nicht nur den unteren Rücken, sondern häufig auch die Hüfte, da sich das Gelenk nicht in einer optimalen Position befindet.

Um den Ursachen zu begegnen und Verspannungen in Zukunft zu vermeiden, sollten Sie längere Sitz- oder Stehphasen vermeiden. Bewegen Sie sich regelmäßig, auch wenn es nur kurz ist.

Tipp: Stehen Sie mindestens einmal in der Stunde auf und strecken Sie sich, um Ihre Wirbelsäule sowie Ihre Hüftgelenke zu entlasten.

2. Die Hüfte tapen – so gelingt die Behandlung mit dem Kinesiotape

Je nach Beschwerden existieren unterschiedliche Herangehensweisen, wenn Sie Ihre Hüfte tapen möchten.

Ein Kinesiologie-Tape schränkt Sie nicht in Ihrer Beweglichkeit ein.

Beim sog. Traktussyndrom, kann das Anlegen eines Tapes über das IT-Band helfen. Beim Laufen kommt dem Band die Aufgabe zu, die Stabilität im Bein zu gewährleisten, wenn Sie Ihre Knie beugen.

Bei Beschwerden an der Außenseite des Oberschenkels bzw. dem äußeren Bereich der Hüfte, kann also die folgende Anlage eines Kinesiologie-Tapes Abhilfe schaffen.

Sie benötigen:

  • einen normalen Precut-Streifen (alternativ ein etwa 25 cm langes Tape)
  • sowie zwei kurze Precut-Streifen (mit etwa 15 cm Länge)

Legen Sie sich nun auf die Seite und lassen Sie das beanspruchte Bein leicht nach vorne fallen. Nun kleben Sie die zwei kleineren Precut-Streifen in einer Kreuzform direkt über den äußeren Hüftknochen. Bringen Sie die Tapes dabei so an, dass diese unter starkem, aber nicht maximalem Zug stehen.

Als nächstes befestigen Sie das Kinesiologie-Tape etwa 5 cm oberhalb des Kreuzes und führen dies über die Mitte der beiden kleineren Tapes seitlich Ihren Oberschenkel entlang nach unten.
Befestigen Sie das Tape unter leichtem Zug.

Denken Sie stets daran, dass die Enden des Tapes nie unter Spannung stehen sollten, um die Klebekraft zu erhalten.

Eine Anleitung, wie Sie Hüfte tapen, wenn Sie eine Arthrose haben, sehen Sie sehr gut in diesem YouTube-Video:

3. Kurze Übungen, um Schmerzen in der Hüftregion zu vermindern

Um einer Zerrung vorzubeugen und mögliche Fehlhaltungen und Muskelverhärtungen vermeiden, sollten Sie sich regelmäßig dehnen. So bleibt die Muskulatur geschmeidig und kann sich weniger schnell verkrampfen.

Mit den folgenden beiden Übungen sagen Sie den Beschwerden in der Hüftregion den Kampf an:

Integrieren Sie Dehnübungen in Ihren Alltag.

  • Seitliche Dehnung:
    Legen Sie sich bei dieser Übung auf den Rücken und winkeln Sie die Beine an. Neigen Sie nun den Kopf zur linken Seite und lassen die Sie die Knie zur rechten Seite in Richtung Boden fallen. Versuchen Sie dabei, die Hüfte auf dem Boden zu halten. Wechseln Sie anschließend die Seite und wiederholen Sie den Vorgang mehrere Male. Sie können wahlweise für wenige Sekunden in der Dehnung verbleiben und häufiger wechseln oder aber lediglich zwei oder drei Wiederholungen mit etwas längerer Dehnungszeit ausführen.In der Regel bemerken Sie bei dieser Hüftdehnung, dass Ihnen die Bewegung auf einer Seite deutlich leichter fällt.
  • Dehnung der Innenseite:
    Setzen Sie sich zunächst den Boden und legen Sie das rechte Bein so vor sich ab, dass es in etwa einen 90° Winkel bildet. Strecken Sie das linke Bein nun nach hinten aus. Stützen Sie sich mit den Armen auf, wenn die Dehnung der Innenseite des Oberschenkels zu stark ist. Je weiter Sie das linke Bein nach hinten schieben, desto intensiver wird die Dehnung.Halten Sie diese Position für etwa 20 bis 30 Sekunden und wechseln Sie im Anschluss daran die Seite.

4. Wichtige Fragen und Antworten rund um Tapen

Wie lange hält die Wirkung eines Kinesiologie-Tapes an?

Generell entfaltet das Tape die höchste Wirkung innerhalb der ersten 2 bis 3 Tage. Nach spätestens 4 bis 5 Tagen sollten Sie das Tape abziehen oder ggf. ersetzen.

Haben Sie noch Fragen zum Thema Hüfte tapen?

Muss ich beim Anlegen des Tapes etwas beachten?

Am besten bringen Sie das Tape auf einer glatt rasierten Stelle an. Verwenden Sie vorher keine Cremes oder Lotionen, da dies die Klebekraft negativ beeinflusst.

Rasieren Sie sich jedoch nicht direkt vor dem Anlegen eines Tapes, um Hautirritationen zu vermeiden.

Wie entferne ich das Kinesiologie-Tape am besten?

Richtig tapen will gelernt sein, doch auch das Abziehen eines Tapes sollte möglichst angenehm verlaufen. Feuchten Sie das Tape daher am besten an und ziehen Sie es langsam ab.
Sehr gut lässt sich das Kinesio-Tape unter der Dusche abziehen.

An welchem Körperstellen findet das Taping Anwendung?

Kinesiologie-Tapes werden nahezu am gesamten Körper eingesetzt. Sowohl bei Beschwerden am Meniskus, im unteren Rücken, der Schulter, im Nacken oder aber der Achillessehne kann gezieltes Taping für eine schnelle Schmerzlinderung sorgen.

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Tapen in der Schwangerschaft – das müssen Sie wissen

  • Während Schwangere nicht problemlos auf alle Schmerzmittel zurückgreifen dürfen, ist ein Tape als medikamentfreie Methode eine sinnvolle Entlastung für Ihre Rücken-, Bauch- und Schultermuskulatur.
  • Unter Kinesio-Tape können Sie sich elastische Bänder vorstellen, die ausschließlich von Physiotherapeuten, Hebammen oder Osteopathen flexibel und gedehnt in schmerzhaften Partien auf Ihre Haut geklebt werden.
  • Das Tape zeigt in der Regel eine schnelle Wirkung: In den überklebten Gewebeschichten wird die Durchblutung angeregt, Gelenk- und Muskelfunktionen wie auch der Lymphfluss werden aktiviert.
  • Im Falle eines harten Bauchs, einer Risikoschwangerschaft oder frühzeitiger Wehen sehen die meisten Spezialisten von Kinesiotaping, das dabei hilft, den Bauch effektiv anzuheben, ab.
  • Beachten Sie aber, dass das Taping lediglich als unterstützende, sanfte Methode in Erwägung gezogen werden sollte. Bei langanhaltenden oder verstärkten Beschwerden empfehlen wir Ihnen dringend, einen Arzt aufzusuchen.
  • Des Weiteren raten wir Ihnen zwingend davon ab, das Kinesiotaping in Eigenregie durchzuführen.
  • Kinesio-Tape kann im Übrigen aufgrund des gut verträglichen Baumwoll-Gewebes auch bei einer Pflasterallergie zum Einsatz kommen.

Kinesiologie Taping für Schwangere

Die Schwangerschaft ist eine besondere Phase im Leben einer Frau – in dieser Zeit ist der weibliche Körper großen Veränderungen ausgesetzt. Das Hormonsystem stellt sich um und sorgt für unterschiedliche strukturelle Veränderungen des Körpers, um sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Leider sind damit auch oftmals einige Beschwerden verbunden.
Die Methode des Kinesiologischen Tapings kann hier sowohl während der Schwangerschaft bei bestimmten Problemen eingesetzt werden als auch nach der Entbindung hilfreich sein. Das Kinesio Taping wurde von Dr. Kenzo Kase, einem japanischen Chiropraktiker, erfunden und ist vor allem durch den Einsatz im Leistungssport bekannt geworden. Es wird von Physiotherapeuten, Hebammen, Osteopathen und Heilpraktikern in der Therapie angewendet, um zum Beispiel Gelenkbeschwerden, muskuläre Verspannungen, Lymphödeme oder Narben zu behandeln. In der Gynäkologie kann man außerdem bei Menstruationsbeschwerden, einer Gebärmuttersenkung oder zur Mobilisation von Narbengewebe nach Operationen tapen. Das Kinesiologische Tape zeichnet sich durch seine einfache Anwendung und angenehmen Trageeigenschaften aus, da es aus einem hautfreundlichen, sehr elastischen Baumwollmaterial besteht, wasserbeständig und luftdurchlässig ist.

Taping bei typischen Beschwerden in der Schwangerschaft

Durch die starken körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft gerät die Statik des weiblichen Körpers aus dem Gleichgewicht und führt zu einer zunehmenden Belastung des Rückens. Die relativ schnelle Zunahme des Bauchumfangs sorgt für eine vermehrte Hohlkreuzstellung im unteren Abschnitt der Wirbelsäule. Durch die hormonelle Umstellung lockern sich das Gewebe und die Bänder, was die Belastung verstärkt und kaum kompensiert werden kann. Dies verursacht oftmals Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und im Iliosakralgelenk (ISG), aber auch im Nacken und den Schultern.
Es kann durch die Rückenbeschwerden auch zu einer Reizung des Ischiasnervs kommen – ziehende Schmerzen im Bein machen sich bemerkbar. Die Bandlockerung wirkt sich auch im Bereich der Symphyse aus: durch Bänder werden hier die rechte und linke Beckenhälfte im Bereich des Schambeins verbunden – es kommt zur sogenannten Symphysenlockerung. Bei den Schwangeren kann dies unter Umständen mit Schmerzen verbunden sein, die bis in den Rücken und die Beine ausstrahlen. Um die Muskulatur und geschwächte, überdehnte Strukturen zu unterstützen und Verspannungen zu lösen, können kinesiologische Tapes Linderung verschaffen. Im Bereich der Lendenwirbelsäule und des ISG und Kreuzbeins kann das Tape bei Schwangeren ab dem 4. Monat eingesetzt werden, im Schulter-Nackenbereich auch schon vorher. Ein Taping kann auch zur Unterstützung der überdehnten Bauchmuskulatur und Haut genutzt werden. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft führen die hormonellen Veränderungen zunehmend zu einer Ansammlung von Wasser im Gewebe – dies wird auf die Wirkung des Hormons Progesteron zurückgeführt. Dies äußert sich zum Beispiel durch geschwollene Arme, Hände sowie Füße und Beine.
Neben den Extremitäten können aber auch andere Bereiche, wie das Gesicht, betroffen sein. Lymphtapes sind hier eine Option um den Lymphabfluss zu fördern und Schwellungen im Gewebe zu reduzieren. Sie werden fächerförmig angelegt und orientieren sich am Verlauf der Lymphbahnen, die das Lymphwasser abtransportieren. Durch die Wassereinlagerungen kann zudem ein Karpaltunnelsyndrom begünstigt werden, da sich der Karpaltunnel verengt und die dort verlaufenden Nerven komprimiert werden. Hierbei kann eine spezielle Kombination von Anlagetechniken zur Therapie des Karpaltunnelsyndroms eingesetzt werden.

Kinesio Taping für Hebammen und Schwangere

Kinesio Tapes werden gerne auch während und nach der Schwangerschaft angewendet. Für die korrekte Anlage der Kinesio Tapes für Schwangerschaft, Rückbildung und Menstruationsbeschwerden empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall einen Taping Kurs zu besuchen. Im Taping Kurs für Hebammen und Schwangere bei AcuMax-Kurse lernen Sie alles rund um das Thema. www.acumax-kurse.ch
Kinesio Taping ist frei von Medikamenten und Wirkstoffen und bietet daher ein ideale Betreuungsergänzung für eine natürliche Heilung bei diversen Beschwerden während und nach der Schwangerschaft.
Die kinesiologischen Tapes werden während der Schwangerschaft wie folgt eingesetzt:

  • bei Schmerzen in der Lendenwirbelsäule
  • bei Schmerzen im Illiosacralgelenk (ISG)
  • bei Verspannungen der Nackenmuskulatur
  • zur Unterstützung des Bauchs
  • zur Unterstützung des Rückens
  • bei Kopfschmerzen
  • bei angeschwollenen Beinen, Armen und Händen

Nach der Geburt werden die Tapes oft eingesetzt bei Milchstau und Brustentzündungen sowie zur Rückbildung der Bauchmuskulatur.

Mit Kinesio-Tapes gegen Rückenschmerzen: So geht’s

In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben sich Rückenschmerzen zu einer regelrechten Volkskrankheit entwickelt. Elastische Rückenbänder, die sogenannten Kinesio-Tapes, schaffen jedoch Abhilfe. Wir sagen Ihnen, ob es sich beim Taping nur um eine Modeerscheinung handelt, oder ob die knallbunten Streifen wirklich helfen. In unserer Fotoshow erfahren Sie, wie Sie gezielt Ihren Rücken stärken können.

Foto-Serie mit 7 Bildern

Kinesio-Tapes: Knallbunte Klebestreifen für alle Körperbereiche

Der Begriff „Tape“ stammt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie Klebeband. Wie die „Apotheken Umschau“ informiert, handelt es sich beim Taping um knallbunte Klebestreifen, die in geometrischen Mustern an bestimmten Körperbereichen helfen sollen. Insbesondere wenn es um Probleme mit dem Muskelapparat geht, wirkt ein Tape wahre Wunder.

Dabei enthalten diese laut „Apotheken Umschau“ keinerlei Wirkstoffe. Die Bänder bestehen aus reiner Baumwolle und sind zudem mit Acryl beschichtet. Nach der Zeitschrift „FIT-FOR-FUN“ gehe es anders als beim klassischen Tapen nicht darum die Gelenke zu stabilisieren. Die Pflaster legen sich wie eine zweite Haut „hochelastisch, atmungsaktiv und hautfreundlich“ um den überdehnten oder gereizten Körperbereich. Die Bewegungsfreiheit wird dabei nicht eingeschränkt und so wirkt das moderne Tapen schmerzlindernd und stoffwechselanregend.

Tapes gegen Rückenschmerzen: So wirken sie

Laut spiegel.de nutzen nicht nur Leistungssportler Kinesio-Tapes, wie die Helfer mit vollem Namen heißen. Auch im Amateurbereich finden sie immer mehr Anwendung. Auch bei Rückenbeschwerden können Kinesio-Tapes viel bewirken. Entscheidend ist dabei, dass die Tapes in der richtigen Weise auf den Rücken geklebt werden. Über Sensoren in der Haut werden die Nervenbahnen angeregt, und es wird eine Entspannung oder Anspannung der Muskeln erreicht.

Den Rücken stärken

Vor allem in der Sportmedizin gelten Tapes mittlerweile als perfekte Ergänzung zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden. Dadurch, dass die Tapes bis zu zwei Wochen auf dem Rücken kleben bleiben, können Bewegungen geführt und der Rücken gestärkt werden. Des Weiteren wirken sie gegen die Ursachen von Rückenschmerzen und lindern zudem körperliche Beschwerden wie Gelenkverschleiß, Sehnenentzündungen oder Verspannungen der Muskeln.

Aktiv gegen Rückenschmerzen

Wenn Sie ein Tape gegen Rückenschmerzen einsetzen möchten, sollten Sie sich unbedingt in die Hände eines kundigen Physiotherapeuten begeben. Selber Hand anzulegen empfiehlt sich nur dann, wenn Sie genau wissen, wie Sie mit dem Tape umzugehen haben.

Kalkulieren Sie stets ein, dass Sie die Kosten für das Tape selbst übernehmen müssen, denn aktuell sind die Krankenkassen nicht zur Übernahme bereit. Eine Behandlung beim Physiotherapeuten kostet zwischen zehn und 15 Euro, sollte jedoch stets in eine umfangreichere Therapie eingebettet werden. So hilft es nicht, sich einfach nur die Tapes auf den Rücken kleben zu lassen. Gleichzeitig ist Krankengymnastik mit gezielten Rückenübungen notwendig.

Fazit: Kinesio-Tapes wirken unterstützend

Tapes helfen also unterstützend bei Rückenschmerzen. Dieser kann schnell und günstig von den meisten Physiotherapeuten getaped werden. Die Pflaster können mehr als eine Woche auf dem Körper kleben bleiben. Selbst beim Duschen halten die Tapes. Dass immer mehr Menschen mit den knallbunten Körperstreifen herum laufen, hat übrigens nichts mit verschiedenen Wirkungen unterschiedlich farbiger Tapes zu tun. Es ist vielmehr das Ergebnis eines guten Marketings.

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Ratsch passiert es: Man läuft über den Bordstein, der Fuß bleibt an der Kante hängen und knickt scharf zur Seite. Folge: eine Verstauchung mit heftigem Schmerz und starker Schwellung.

„Dahinter steckt meist eine Dehnung oder Verdrehung der Bänder“, weiß der Berliner Orthopäde Dr. Ulf Marnitz. „Normal schient oder tapet man dann das Fußgelenk, aber das ist aufwendig und lindert den Schmerz nur wenig.“ Der Arzt bietet seinen Patienten in solchen Fällen Unterstützung durch sogenannte Kinesio-Tapes. Ende der 70er-Jahre erfand der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase diese Pflastermethode. Seit einigen Jahren sorgt sie hierzulande für Aufsehen. Hochleistungssportler jeglicher Disziplinen vertrauen mittlerweile auf die farbigen Bänder.

Schnelle Heilung

Unterschied Klassische Tapes sind starr und stabilisieren ein Gelenk oder einen Muskel nur. Während der Fuß heilt, kommt es dann oft zur Muskelrückbildung oder Gelenkkapseln schrumpfen. Im Gegensatz hierzu ist das Kinesio-Pflaster extrem elastisch. In das Baumwollgewebe mit Acrylkleber sind Gummistreifen eingewebt. Wie eine zweite Haut dehnt oder zieht sich dieses dann bei der jeweiligen Muskelbewegung. „So massiert der Verband indirekt das Bindegewebe, und schmerz-auslösende Schlackestoffe können leichter vom Blut abtransportiert werden. Das lindert Beschwerden schneller“, erklärt der Experte. Das spart schmerzstillende Medikamente. Bei stumpfen Verletzungen, beispielsweise einem Bänderriss, erzielt der Arzt eine schnellere Heilung als bei althergebrachten Methoden. „Im Vergleich hierzu verkürzt sich der Genesungsprozess in etwa um die Hälfte der Zeit.“ Kein Hexenwerk, denn wenn die Verletzung abgeheilt ist, müssen die beanspruchten Muskeln nicht erst wieder neu aufgebaut werden.

Gute Bandbreite

Nicht nur Muskelverletzungen, sondern auch Schmerzen im verspannten Nacken oder Rücken können weggeklebt werden. Hilfe bietet das Tape auch, um Knie-, Sprung- und Schultergelenke zu stabilisieren oder um Tennis- und Mausarme sowie Bandscheibenschmerzen effektiv zu behandeln. Vertreter der Therapie weisen der Pflasterfarbe Einfluss auf den Erfolg zu. Bewiesen ist der Effekt allerdings nicht.

Erfahrung
So gut sich die Methode in der Praxis bereits bewährt hat, so gering ist sie noch wissenschaftlich belegt. Der Orthopäde sieht die Anwendung nur sinnvoll, um ein übergeordnetes Therapiekonzept zu unterstützen. Pflastern lassen kann man sich bei Physio- und Ergotherapeuten, Masseuren, Heilpraktikern und Ärzten, die den Nachweis über ein Fortbildungsseminar erbracht haben.

Kosten
Eine Tape-Behandlung kostet zwischen zehn und 15 Euro. Getragen werden kann es dann bis zu sieben Tage. Gesetzliche Kassen zahlen nicht. Bei einer Privatversicherung lohnt es sich zu fragen. Nach guter Anleitung sieht Marnitz im Gegensatz zu anderen Ärzten kein Problem, das Tape zu Hause selbst anzulegen.

REGELN ZUM SELBERKLEBEN

Schulung

Bevor Sie darangehen, sich das Tape selbst zu kleben, sollten Sie sich von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten genau erklären lassen, wie es funktioniert. Bei schwer erreichbaren Körperstellen einfach den Partner mitbringen, dann kann er es zu Hause anlegen. Tipp: Schneidet man die Ecken des Pflasters rund, dann hält es besser.

Kauf

Das Tape kann sowohl in der Apotheke gekauft als auch im Internet bestellt werden. Nicht immer ist die Gummierung so verträglich wie beschrieben. Denn je nach Herstellerland wird mehr oder weniger auf medizinische Vorgaben geachtet.Bei seriösen Anbietern können Sie das Pflaster bei Unverträglichkeit meist problemlos zurückgeben.

Dauer

Das Tape kann fünf bis sieben Tage getragen werden und ist meist wasserabweisend. So ist Duschen, Baden oder Schwimmen kein Problem. Sonst nach dem Duschen einfach trockenföhnen.

Wärme

Der Klebstoff des Tapes wird durch Körperwärme aktiviert. So ist es wichtig, das Band gut auszustreichen und die Muskeln erst nach einer halben Stunde richtig zu belasten. Übirgens: Laut Arzt verschwinden auch blaue Flecken durch das Pflaster schneller.

Artikel von Gast verfasst

Schmerztherapie: Linderung durch Taping

1. Tapes: Wozu eigentlich bunte Bänder?

Entwickelt wurden die Kinesio-Tapes bereits Ende der 70er von dem japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase. Weil ihm klassische Bandagen zu starr waren, erfand er elastische Baumwollbänder, die er auf den Körper klebte. Sie sind wie die menschliche Haut: dehnbar und trotzdem stabil. Die Farben sollen keinen therapeutischen Effekt haben.

2. Welche Beschwerden lassen sich mit Tapes lindern?

Verletzungen, zum Beispiel Muskelfaserrisse, Schmerzen im Nacken und unteren Rücken, Schulterprobleme, Überlastungsschäden wie Springerknie, Sehnenscheidenentzündungen, Mausarm oder Tennisellenbogen. Der Sportmediziner Dr. Thorsten Schiffer, Leiter der Ambulanz für Sporttraumatologie und Gesundheitsberatung der Sporthochschule Köln, weist zwar darauf hin, dass es bislang nur wenige Studien gibt, die einen nachweislichen Effekt belegen, erklärt aber, dass er selbst häufig mit dem Tape arbeitet, „schon weil es keine Nebenwirkungen hat, wie etwa eine langfristige Therapie mit Schmerzmitteln. Oft versucht man auch erst mal, damit eine Linderung von Beschwerden zu erreichen, beispielsweise bei einem Hallux valgus, bevor man operiert. Es kommen viele Patienten, die so behandelt werden möchten.“

3. Was soll mit Taping erreicht werden?

Die Tapes helfen zum Beispiel dabei, dass die betroffenen Körperteile wieder normal bewegt werden können und man so aus einer schädigenden Schonhaltung herauskommt. Bei Blockaden im Rücken etwa spannt sich ein Muskel an, um das blockierte Segment zu schützen, was als Schmerz wahrgenommen wird. Dadurch, dass die Blockierung mit der Muskulatur quasi fixiert wird, verstärkt sich das Ganze noch – und schon ist man drin im Teufelskreis des chronischen Rückenschmerzes. Die Therapie, so Dr. Schiffer, bestehe darin, das blockierte Bewegungssegment zunächst zu mobilisieren. Ein Tape kann helfen, dass der Patient erst gar nicht wieder eine unnatürliche Haltung einnimmt. Zudem werden durch die Eigenelastizität des Bandes die obersten Hautschichten leicht angehoben und bei Bewegung sanft massiert; so werden Blutfluss und Lymphabfluss begünstigt und verletzte Areale besser durchblutet, was den Heilungsprozess fördert. Auch Schwellungen können durch diesen Bewegungsreiz schneller zurückgehen.

4. Bringt der Druck der Tapes eine Schmerzlinderung?

Ja. Fällt man aufs Knie, reibt man sich automatisch die Haut. Ähnlich funktioniert ein Tape: Indem man die Haut etwas aufstellt und die Druckrezeptoren darunter reizt, verringert man den Schmerz. Druckrezeptoren werden im Körper schneller weitergeleitet als Schmerzrezeptoren – und diesen Vorfahrtaspekt nutzt so ein Band, das ja einen permanenten Berührungsreiz ausübt. Folge: Der Schmerz lässt nach.

5. Gelangt man mit Taping in tiefe Schichten des Bindegewebes?

Manche Experten gehen davon aus. Man spricht hier vom myofaszialen Taping. Der Koblenzer Physiotherapeut Andreas Ahlhorn erklärt, dass es verschiedene spiralförmige und lineare Ketten im Körper gibt – etwa eine diagonale vom linken Großzeh bis hin zum rechten Daumen. Das ist kein Band, das da durchläuft, sondern es handelt sich um Muskelschlingen und bandhafte Strukturen, die miteinander verbunden sind. Verspüre man beim Armheben Schmerzen in der Schulter, könne es Sinn machen, neben einem Tape an der Schulter weitere an Unterarm, Brustkorb oder gegenüberliegender Hüfte, also an der entsprechenden Kette anzubringen, so Ahlhorn. Oft kombiniert er das mit Yogaübungen. „Die Asanas haben ihren Ursprung häufig in diesen Ketten, daher erzielt man so intensive Dehnungen.“ Verbindungen zwischen Haut und Faszien sowie zwischen Faszien und den darunterliegenden Muskeln bestätigt auch Dr. Schiffer. „Somit ist es naheliegend, dass man mit einem Tape auf der Haut den Muskel erreichen kann.“

6. Wie lang trägt man ein Band und kann man sich selbst tapen?

Es bleibt so lange dran, bis es von allein abgeht, also etwa bis zu einer Woche. Duschen ist kein Problem. Von eigenständigem Tapen raten Experten ab. Zunächst sollte eine Diagnose gestellt werden. Wenn der Arzt oder der Physiotherapeut einem die Handhabung gezeigt hat, kann man das Tape an manchen Körperteilen, etwa an Wade oder Knie, auch selbst anlegen.

7. Was ist Medical Flossing?

Diese neue Technik leitet sich ab vom „Vodoo Flossing“, bei dem Trainer in den USA Fahrradschläuche um Gelenke wickelten, um Schwellungen zu reduzieren und Bewegungen zu erweitern. Andreas Ahlhorn und sein Kollege Ralf Blume wollten das auch in der Medizin einsetzen und entwickelten „Medical Flossing“ (medical-flossing.de), das mit einem Latexband arbeitet und vor allem zur Schmerzreduktion und Erweiterung von Bindegewebsschichten eingesetzt wird.

8. Wie funktioniert Medical Flossing?

Grundsätzlich wird von körperfern nach körpernah gewickelt – bei einem Mausarm etwa von der Hand um den Unterarm bis über den Ellbogen. Je nach therapeutischer Zielsetzung wird entschieden, wo man mehr Zug aufs Band und damit mehr Druck aufs Gewebe gibt. So versucht man, wie bei der Lymphdrainage, Flüssigkeiten zu verschieben. Das umwickelte Körperteil lässt man bestimmte Bewegungen ausführen oder stimuliert es manuell. Auch Muskeln, die (etwa nach dem Training) ermüdet sind, werden durch das Latexband wie ein Schwamm ausgepresst, damit sie sich danach wieder mit Flüssigkeit vollsaugen können. Das hat einen regenerativen Effekt. Die Behandlung dauert bis vier Minuten und sollte zunächst nur von einem Therapeuten durchgeführt werden. Nach Anleitung kann man dann auch selbst Hand anlegen.

9. Wogegen hilft das Abschnüren beim Medical Flossing?

„Wenn man umgeknickt ist, eine Zerrung oder eine chronische Schwellung hat, lässt sich gut mit dem Band intervenieren, besonders an den oberen und unteren Extremitäten“, so Ahlhorn. Man nutzt die Kompression zudem, um Verklebungen und Vernarbungen, etwa durch ältere OPs, aufzudehnen. Wie beim Tape arbeitet man hier ebenfalls mit dem Triggern der Druckrezeptoren, was Schmerzen reduzieren kann. Flossing & Taping: Übernehmen die Kassen die Kosten? Nein. Ein Tape kostet bis etwa 10 Euro. Flossing lässt sich jedoch in eine Physiotherapie einbinden, sodass für die Patienten keine Mehrkosten entstehen.

So hilft Taping gegen Schmerzen im unteren Rücken

Schmerzen im unteren Rücken sind wirklich unangenehm und sehr viele Menschen leiden darunter. Zum Glück gibt es jetzt eine gute Methode, mit der Betroffene sich auch selbst helfen können: Taping.

Taping ersetzt zwar nicht unbedingt eine professionelle Therapie durch einen medizinischen Experten, wie zum Beispiel einen Physiotherapeuten. Taping kann eine solche Therapie aber sehr gut unterstützen oder dabei helfen, die Zeit bis zur Therapie zu überbrücken.

Die folgende Anleitung zum Taping bei Kreuzschmerzen im unteren Rücken stammt aus dem Buch „Taping – 30 Supertapes gegen Muskel-Nerven- und Faszienschmerzen“ von den zwei Physiotherapeuten John Langendoen und Karin Sertel (Trias Verlag).

Anleitung: Taping gegen Kreuzschmerz beim Beugen

Dieses Taping hilft, wenn du beim Bücken im unteren Rücken – nicht jedoch in der hinteren Oberschenkelmuskulatur – einen ziehenden Schmerz spüren. Zum Anbringen dieser Tapes benötigst du die Hilfe eines Taping-Partners.

Das brauchst du für dieses Taping:

  • 3 Tapes
  • Form: I
    Das abgeschnittene Stück Tape kann in Y,I oder X-Form eingeschnitten werden. Für dieses Taping des Rückens musst du das Tape nicht einschneiden. Diese I-Form ist die einfachste und gebräuchlichste.
  • Breite: 5 cm
  • Zug: deutlich
  • Dauer: das Taping hält bis zu 7 Tage

Anleitung:

Beuge dich leicht nach vorne und stütze dich mit beiden Armen auf einem Tisch ab.

Dein Partner misst die benötigte Tape-Länge von der Mitte des Kreuzbeins (ca. 5 cm oberhalb des Gesäßspalts) hoch zu der Stelle, an der das Hohlkreuz in die Außenkrümmung übergeht und die Wirbelknochen deutlich sichtbar sind.

Schneide zwei Tapes ¼ kürzer als gemessen ab.

1. Basis: Klebe ein Tape-Ende auf die Mitte des Kreuzbeins, ca. 5 cm oberhalb des Gesäßspalts. Das Tape zeigt dabei schräg nach oben.

Taping gegen Kreuzschmerzen im unteren Rücken: Schritt 1.
Foto: Lothar Bertrams, TRIAS Verlag

2. Verlauf und Ende: mit einer leichten Kurve ziehst du das Tape mit deutlichem Zug an einer Seite neben dem Wirbelknochen hoch.

Taping gegen Kreuzschmerzen im unteren Rücken: Schritt 2.
Foto: Lothar Bertrams, TRIAS Verlag

3. Ebenso verfährst du mit dem zweiten Tape auf der anderen Seite der Wirbelsäule.

Taping gegen Kreuzschmerzen im unteren Rücken: Schritt 3.
Foto: Lothar Bertrams, TRIAS Verlag

4. Zusätzlich klebst du ein waagerechtes Tape vom Beginn der Tapes am Kreuzbein jeweils ca. 7 bis 8 cm nach links und rechts bis über die herausragenden Beckenknochen.

Taping gegen Kreuzschmerzen im unteren Rücken: Schritt 4.
Foto: Lothar Bertrams, TRIAS Verlag

Fertig! So sieht das komplette Taping gegen Kreuzschmerz beim Beugen aus!

Taping gegen Schmerzen im unteren Rücken: so sieht das fertige Taping aus!
Foto: Lothar Bertrams, TRIAS Verlag

Hinweis: Die Haut sollte zum Taping trocken und sauber sein. Bei starker Behaarung der betroffenen Stelle empfiehlt sich eine Enthaarung des Taping-Bereichs. Schmerzen, Jucken, Ziepen, Bewegungseinschränkungen oder andere Beschwerden nach Anlegen des Tapes deuten auf Fehler hin, die du korrigieren solltest. Ein richtig angelegtes Tape verursacht nie Beschwerden, sondern fühlt sich von Anfang an angenehm an.

Wie funktioniert Taping?

Die Physiotherapeuten John Langendoen und Karin Sertel erläutern: „Der wichtigste Effekt und Anwendungszweck des Tapings ist die Schmerzlinderung. Hierdurch steigert sich gleichzeitig die Beweglichkeit, was wiederum Schmerzen weiter reduziert Man vermutet, dass Nervenendigungen unter der Haut wesentlich an der Wirkung der Tapes beteiligt sind. Diese können über die Wahrnehmung vitalisierender Zug- und Druckreize reflektorisch über das Rückenmark eine Lockerung und Bewegung der betroffenen Regionen bewirken und das Schmerzempfinden vermindern. Zudem lässt sich mit dem Tape-Zug die Stellung von Knochen und Gelenken verbessern. “

Tapes können, so die Experten, auch gut bei Schwellungen wie Blutergüssen nach einem Stoß oder bei gestauter Lymphflüssigkeit helfen. „Denn die Tapes wirken offenbar wie eine manuelle Lymphdrainage und stimulieren Stoffwechsel, Durchblutung und Lymphaktivität im lokalen Gewebe.“

Welche Tapes sind am besten für Taping geeignet?

Die Farben von Tapes sind sehr bunt und auffällig. Für die Wirkung hat die Farbe der Tapes aber keine Bedeutung. Dennoch werden warme Farben wie Rot, Magenta und Orange eher für aktivierende, kühlere Farben wie Blau oder Cyan eher für entspannende Anwendungen genutzt.

Die Physiotherapeuten John Langendoen und Karin Sertel empfehlen aktuell Tapes von guter Qualität aus Korea. Von der Nutzung von Billigprodukten raten sie ab. Eine Taping-Rolle guter Qualität koste zwischen 7 und 12 Euro, handelsüblich seien Tapes mit 5 cm breite und 5 Meter Länge. Für die Bilder in ihrem Buch wurde „3NS® Tex Sporttape“ aus Korea verwendet.

Buch-Empfehlung: Ruckzuck den Schmerz wegtapen

Viele weitere Informationen zu Taping und 30 Taping-Varianten gegen viele verschiedene Beschwerden wie Schulterschmerzen, Nackenschmerzen oder auch Schmerzen durch Arthrose gibt es in diesem Buch zu sehen:
„Taping – 30 Supertapes gegen Muskel-Nerven- und Faszienschmerzen“ von den zwei Physiotherapeuten John Langendoen und Karin Sertel (Trias Verlag).

Selber tapen – wie das funktioniert, wird sehr gut in diesem Buch erklärt: „Taping – 30 Supertapes gegen Muskel-Nerven- und Faszienschmerzen“.
Foto: TRIAS Verlag

Mehr zum Thema:

Taping-Anleitungen gegen Magen-, Knie- und Nackenschmerzen

Rücken tapen gegen Schmerzen

Der Rücken ist die zentrale Stütze unseres Körpers. Wer schon einmal einen Hexenschuss oder einen verschobenen Wirbel hatte weiß wovon ich spreche (wobei dies noch die harmlosen Verletzungen sind). Wenn man den Rücken tapen möchte sollte man diesen in den

  • oberen Rücken im Bereich der Schultern und
  • den unteren Rücken

unterteilen. Jede Anleitung zum Rücken tapen erfolgt wie immer mit Video und ausführlicher Beschreibung.

Inhaltsverzeichnis

Unterer Rücken tapen

Diese Variante des Rücken Tapens ist besonders für Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel geeignet.

Unterer Rücken Taping Anleitung

Sie benötigen vier circa 15 bis 20 Zentimeter lange Tapestreifen

Produkte von Amazon.de

Die vier Tapestreifen werden nacheinander in Sternform und unter maximalem Zug auf dem Rücken aufgebracht. Der Patient sollte sich während der Applikation nach vorne lehnen und versuchen einen runden Rücken zu machen.

  1. Der erste Streifen wird genau entlang der Wirbelsäule aufgebracht. Der Schmerzpunkt de unteren Rückens sollte genau in der Mitte liegen.
  2. Der zweite Streifen wird quer und in der Mitte des ersten Streifen aufgebracht. Wieder sollte der Schmerzpunkt in der Mitte liegen.
  3. Der dritte Streifen wird im 45 Grad Winkel (in der Mitte der zwei vorherigen Streifen) von links unten nach rechts oben aufgeklebt.
  4. Der letzte Streifen wird im 135 Grad Winkel von links oben nach rechts unten aufgebracht. Somit entsteht eine Art Stern.
  5. Fest reiben und der Rücken ist fertig getaped.

Profitipp: Es ist fällig normal wenn sich leichte Wellen bilden wenn der Patient sich wieder aufrichtet.

Weitere Videos zum unteren Rücken

Oberer Rücken tapen

Die obere Rückenmuskulatur und die Schultermuskulatur wird bei vielen Übungen beansprucht. Gerade wer viel rudert oder Klimmzüge macht wird des öfteren mit Verspannungen in diesem Bereich zu tun haben. Wenn die Schmerzen bis zum Nackenbereich gehen, kann es Sinn machen auch diesen zu tapen. Mehr zum Thema Nacken tapen.

Oberer Rücken tapen Anleitung

Um den oberen Rücken zu Tapen werden drei Streifen mit jeweils circa 25 Zentimeter Länge benötigt.

Während des gesamten Tapevorgangs sollte der Patient die Rückenmuskulatur in Streckung bringen, indem er sich nach vorne beugt und einen runden Rücken macht.

  1. Die ersten beiden Tapestreifen werden links und rechts der Wirbelsäule entlang aufgebracht. Die verspannte oder schmerzende Stelle sollte in der Mitte der Streifen liegen. Verwenden sie mittleren Zug beim aufkleben der Streifen. Die Enden natürlich wieder ohne Zug auslaufen lassen.
  2. Reiben Sie die Streifen an.
  3. Der dritte Streifen wird waagerecht direkt über dem Schmerzpunkt aufgebracht. Arbeiten Sie genau wie bei den ersten beiden Streifen mit Zug.
  4. Reiben Sie auch dieses Tape fest und fertig ist das Rücken Tape.

Es ist völlig normal, dass der Tapeverband leichte Wellen wirft wenn sich der Patient aufrichtet. Dies ist auf den Stretch des Tapes zurückzuführen. Sollten sich keine Wellen bilden haben Sie mit zu wenig Zug gearbeitet.

Rückentraining

Wer dauerhaft unter Rückenschmerzen zu leiden hat, kann zwar im akuten Fall mit einem Rücken Tape für Entspannung sorgen. Die Ursachen immer wiederkommender Schmerzen behebt es nicht. Hier hilft nur regelmäßiges Rückentraining. Die kann entweder zu Hause mit einfachen Körpergewichtsübungen passieren oder im Fitnessstudio. Viele Fitnessstudios bieten inzwischen spezielle Rückenzirkel oder Kurse an.

Rückentraining mit einem Gymnastikball als Ergänzung zum Rücken tapen

Regelmäßig kann man den Rücken auch zum Beispiel mit einem Gymnastikball trainieren. Dieser kann sowohl als Sitzfläche als auch als Trainingsgerät verwendet werden. Die Instabilitäten, die beim Sitzen auf dem Ball auftreten, fordern die Rückenmuskulatur und helfen so langfristig Rückenschmerzen zu vermeiden.

Weiterführende Links zum Rücken tapen

  • Sinnvoll kann das Training mit der Faszienrolle sein um die Faszien und Muskulatur zu entspannen
  • Wer bei gewissen Übungen wie im Yoga Schmerzen hat, kann auf Hilfsmittel zurück greifen

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Kinesio-Tape

Wie legt man ein Kinesio-Tape an?

Ein Kinesio-Tape sollte vorrangig von einem Arzt angelegt werden. Allerdings kann man sich mit etwas Übung und nach Einweisung durch einen Arzt auch selbst tapen. Ihr Arzt wird zunächst anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und verschiedener Tests die Verletzung diagnostizieren und eine geeignete Methode wählen.

Je nach Indikation muss der betroffene Muskel, das Gelenk oder das Band in eine bestimmte Stellung gebracht werden. Die Haut sollte frei von Infektion und Wunden sowie trocken und sauber sein. Zunächst schneidet man das Kinesio-Tape in die richtige Länge geschnitten und rundet die Ecken ab, damit es besser an der Haut haftet. Anschließend wird es mit den Händen warm gerieben, sodass der Klebstoff seine Wirkung entfaltet.

Nach Abziehen der Trägerfolie wird das Physio-Tape angelegt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass es keine Falten wirft und weder zu stark noch zu schwach gedehnt wird. So soll verhindert werden, dass das Tape den Körperbereich bei Bewegungen behindert beziehungsweise die stützende Komponente nicht gegeben ist.

Das Kinesio-Tape kann je nach Methode auch in verschiedene Formen geschnitten werden. Halbiert man eine Hälfte des Tapes entsteht eine Y-Form, deren oberer Anteil beispielsweise das Kniegelenk auf beiden Seiten umfassen kann. Wenn die Stabilität erhöht werden soll, können auch mehrere Streifen im rechten Winkel zueinander angebracht werden, sodass die Muskulatur sowohl längs als auch quer gestützt wird.

Zu Beginn arbeitete Kenzo Kase nur mit hautfarbenen Tapes. Später verwendete er dunkle Farben, wenn die Temperatur unter dem Kinesio-Tape erhöht werden sollte, und helle Farben, wenn die Temperatur unter dem Tape erniedrigt werden sollte. Heute gibt es ganz unterschiedliche Kinesio-Tape-Farben. Bedeutung und Wirkweise scheinen sich dabei an der chinesischen Farbenlehre zu orientieren. Die meisten Hersteller sprechen blauem Kinesio-Tape eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung zu, während rotes Kinesio-Tape den Stoffwechsel anregt. Generell gilt, dass Sie sich für die Farbe entscheiden sollten, bei der Sie den besten Effekt verspüren.

Kinesiotape: So können Sie Schmerzen eine kleben

Kinesiotapes können gegen Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich eingesetzt werden. © iStock.com / gsermek

Sie sollen bei Verspannungen helfen, die gestörte Beweglichkeit der Gelenke verbessern, Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen abschwellen lassen, sogar bei Migräne oder Tinnitus helfen: Seit der Jahrtausendwende haben Kinesiotapes (kurz für Kinesiologie-Tapes) ihren Siegeszug als alternative Therapie angetreten. Zunächst sah man die bunten Pflasterstreifen bei Sportlern in den USA. 2002 lief die japanische Mannschaft bei der Fußball-WM getapt aufs Feld. Nachfolgende Großereignisse wie Olympia oder Weltmeisterschaften sorgten für weitere Aufmerksamkeit.

Dabei sind die farbenfrohen Klebebänder schon über 30 Jahre alt: Das Taping wurde in den 1970er Jahren von dem japanischen Arzt und Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase entwickelt. Er suchte nach einem Weg, Schmerzen auf natürliche Weise zu lindern. Seine ersten Patienten waren lange Zeit Sumo-Ringer.

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    zum Ratgeber

So wirkt das Kinesiotape

Unter Kinesio-Taping versteht man eine Therapie, bei der elastische, auf der Haut haftende Streifen mehr oder weniger gedehnt auf die Haut geklebt werden. Anders als ein starres Tape, welches in der Sportmedizin zur Ruhigstellung und Stabilisierung eingesetzt wird, bleibt ein Kinesiotape oder auch Physiotape elastisch und flexibel. Und das muss auch so sein. Denn der Tapeverband entfaltet seine Wirkung erst bei Bewegung.

Kinesio Taping: Typische Anwendungen

Das auf die Haut aufgeklebte Tape massiert dabei die darunterliegenden Gewebeschichten, beeinflusst Schmerzsensoren, stimuliert Muskelkontraktionen, Lymphfluss und Gelenkfunktion. Nervenzellen werden angeregt und die Durchblutung in dem betreffenden Bereich gefördert. Die Wirkung des Kinesio-Tapings ist wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen, jedoch schwören viele Sportler, Therapeuten und Sportmediziner auf die bunten Pflaster und setzen sie in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen ein.

Verschiedene Farben von Kinesiotapes

Das Auffällige an den Tapes sind die unterschiedlichen Farben: Es gibt die Klebebänder in pink, rot, türkis, violett, schwarz, grün oder orange. Auch hautfarbene oder weiße Tapes kann man sich anlegen lassen. Manche Therapeuten, die das Kinesiotaping anwenden, wählen die Farbe der Bänder passend für die zu behandelnden Beschwerden aus: So sollen nach der Farblehre rote und pinke Farbtöne vor allem aktivieren und Wärme erzeugen, blaue Nuancen dagegen entspannen und Kühlung verschaffen. Andere Behandler wiederum messen den Farben keine therapeutische Bedeutung bei.

Der Erfinder Kenzo Kase arbeitete zunächst mit hautfarbenen Streifen, bin ihm eine Patientin gestand, dass sie die Farbe „krank“ mache. Später wünschten sich Sportler von ihm schwarze Tapes, die „stärker“ aussahen als pinke oder blaue, erzählte er in einem Interview. Viele Therapeuten empfehlen ihren Patienten, einfach die Farbe zu wählen, die sie am liebsten mögen und mit der sie sich am wohlsten fühlen.

Bei welchen Beschwerden hilft der Tapeverband?

Die Anwendungsbereiche für das Kinesiotaping sind breit gefächert. Die Tapes können immer dann eingesetzt werden, wenn bei Schmerzen Muskeln, Sehnen und Bänder im Spiel sind. Typische Symptome sind zum Beispiel:

  • Achillessehnenbeschwerden

  • Probleme mit dem Knie durch Überlastung oder altersbedingte Abnutzung

  • Sprunggelenksbeschwerden, zum Beispiel nach dem Umknicken

    • Rückenschmerzen sind Volkskrankheit Nummer 1: Auf unserem Portal bieten wir alle Infos über Ursachen und Therapien. Dazu erhalten Sie Tipps zur Vorbeugung und Antworten auf die Frage „Muss ich zum Arzt?“

      zu special-rueckenschmerz.de

  • Fußschmerzen, etwa an der Ferse

  • Schulterschmerzen

  • Schmerzen am Ischias (Ischialgie)

  • Rückenschmerzen der unterschiedlichsten Art, zum Beispiel an den Lendenwirbeln, der Brustwirbelsäule, zwischen den Schulterblättern, Hexenschuss (Lumbago)

  • Nackenverspannungen

  • Schmerzen in Armen, Hand und Fingern, wie zum Beispiel am Daumengrundgelenk, bei Tennisarm, Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom

Bei Menstruationsbeschwerden, Migräne, verstopften Nasennebenhöhlen, Tinnitus oder Kieferschmerzen kommen die Physiotapes ebenfalls zum Einsatz. Leistungs- und Hobbysportler lassen sich zur Trainingsunterstützung oder vor Wettkämpfen vorbeugend tapen, um das Risiko für Verletzungen oder Krämpfe zu vermindern. Tierärzte setzendie Bänder zur Behandlung ihrer vierbeinigen Patienten ein.

Auch bei wiederkehrenden Alltagsbeschwerden wie Verspannungen, Muskelschmerzen, Muskelkater oder Blutergüssen kan ein elastischer Tapeverband dazu beitragen, schnell wieder beschwerdefrei zu werden.

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Lifeline/Wochit

Wie die Tapes angewendet werden

Die Streifen bestehen aus Baumwoll-Gewebe und sind mit einem Acrylat-Kleber beschichtet, der auch bei einer Pflasterallergie meist gut vertragen wird. Der Kleber sorgt dafür, dass der Tapeverband fest auf der Haut haftet und diese trotzdem atmen kann. Die klebende Seite ist mit einem Schutzpapier versehen, die kurz vor dem Anlegen des Bandes eingerissen und abgerollt wird.

Die Streifen werden einzeln oder zu mehreren auf die zu behandelnden Körperareale oder Gliedmaßen aufgeklebt. Dabei folgen sie in der Regel den Muskelstrukturen, Bändern oder Nervensträngen. Beim Anlegen werden die Streifen gedehnt. Wie stark, ist abhängig von den Beschwerden. Oft behandelt der Therapeut weiter entfernte Stellen des Körpers zusätzlich mit einzelnen Pflastern.

An geschwollenen Gelenken oder großen Blutergüssen werden die Streifen netzförmig aufgebracht, um den Lymphabfluss zu unterstützen, dafür gibt es auch spezielle Gittertapes.

Einzelne Schmerzbereiche, wie beispielsweise bei einem Hexenschuss, können sternförmig mit Tapestreifen beklebt werden. Auch Kombinationen mit manueller Therapie, Akupunktur und Massagen sind möglich.

Meist spürt der Patient bereits wenige Minuten nach dem Anlegen ein Prickeln und Kribbeln unter der Haut und eine Linderung der Beschwerden. Bei chronischen Schmerzen dauert es natürlich länger, bis dieser Effekt eintritt. Die Tapes können bis zu zehn Tage auf der Haut bleiben, es kann ganz normal geduscht oder gebadet werden, Saunabesuche und Sport sind kein Problem. Ein getapter Rücken übersteht sogar eine Massage.

Wer behandelt mit Kinesiotaping und was kostet es?

Kinesiotaping wird von vielen Physiotherapeuten angeboten, die sich das Wissen über die Behandlung und die richtige Handhabung der Bänder in Kursen angeeignet haben sollten. Die Kosten liegen je nach Größe und Dauer des Tapeverbandes zwischen fünf und 20 Euro pro Sitzung. Das Tape-Material wird in der Regel in Fünf-Meter-Rollen in Apotheken oder im Onlineversand verkauft, die gebräuchlichste Breite sind fünf Zentimeter. Es gibt auch bereits vorgeschnittene Tape-Abschnitte. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung nicht, private nur manchmal.

Selbstbehandlung mit Kinesiotapes

Viele Patienten, die das Kinesiotaping in der Arztpraxis oder beim Physiotherapeuten kennengelernt und sich von der Wirkung überzeugt haben, wollen es auch in Eigenregie daheim anwenden. Wer entsprechendes anatomisches Grundwissen hat und seinen Körper gut kennt, kann sich mit Tapes gut selbst behandeln.

Die verschiedenen Möglichkeiten der Behandlung und das korrekte Anlegen der Tapes sollte man sich jedoch zumindest zeigen lassen, diverse Tape-Hersteller bieten Kurse für Laien an. Für viele Körperregionen benötigt man zudem die Hilfe einer anderen Person. Tapes für die Anwendung daheim gibt es unter anderem im Online-Versandhandel, fünf Meter kosten um die zehn Euro.

© Lothar Bertrams, TRIAS Verlag Buchempfehlung:

Im Ratgeber „Das Taping-Selbsthilfe-Buch“ vermitteln die Physiotherapeuten John Langendoen und Karin Sertel ausführliches Wissen rund um das Thema Kinesio-Taping. In über 70 Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen sie in dem Praxisbuch, wie sich jeder bei Beschwerden selbst tapen kann.

Ausführlich wird die Handhabung des Materials und das richtige Anbringen der Streifen erklärt. Eine Übersicht der häufigsten Beschwerden führt zur passenden Taping-Auswahl. Die zehn häufigsten Tapeanlagen werden zusätzlich im Video auf einer beigelegten DVD demonstriert.

(John Langendoen/Karin Sertel – Das Taping-Selbsthilfe-Buch, € 29,99. Trias-Verlag Stuttgart, 2012.)

Anleitung für das Anlegen und Entfernen von Kinesiotapes:

  • Die Haut sollte sauber, trocken und frei von Cremeresten sein, damit der Kleber gut haftet. Stark behaarte Stellen sollten vorher rasiert werden.
  • Die Ecken der Tape-Streifen müssen vor dem Anbringen abgerundet werden. So vermeidet man, dass sich die Ecken schnell wieder lösen.
  • Nach dem Anlegen müssen die Streifen gut festgestrichen werden, erst durch die Reibungswärme haftet der Kleber. Falten sollten vermieden werden.
  • An empfindlichen Hautstellen wie der Kniekehle oder an der Innenseite des Arms die Streifen nur ungedehnt anbringen. Vorsicht ist auch bei Tapeanlagen an Hals, Fingern oder Zehen geboten, sie dürfen nicht einschnüren.
  • Wenn die Haut nach dem Anbringen unter der beklebten Stelle juckt, muss das Tape entfernt werden – dann reagiert die Haut allergisch auf die Kleber-Bestandteile.
  • In den ersten Tagen entfaltet das Kinesiotape seine größte Wirkung, danach verliert es nach und nach an Elastizität. Nach spätestens einer Woche sollte es entfernt werden. Das Tape lässt sich am besten ablösen, wenn es vorher nass gemacht wird. Die Streifen sollten nicht ruckartig, sondern langsam Stück für Stück gelöst werden, um die Haut nicht zu sehr zu strapazieren.

Gegenanzeigen: Wann man sich besser nicht tapen sollte

Kinesio-Taping ist kein Allheilmittel. Es kann zwar bestimmte Beschwerden lindern. Bei einigen Erkrankungen, Symptomen und Lebensumständen sollte es jedoch nicht zum Einsatz kommen. Dazu gehören offene Wunden, empfindliche Haut oder ein sehr schlaffes Bindegewebe.

Bei übergewichtigen Personen ist zudem das Fettgewebe sehr ausgeprägt, oft bleibt die Wirkung des Tapeverbandes in diesen Fällen aus. Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Ekzemen oder Schuppenflechte (Psoriasis) und allergischen Hautreaktionen sollte nicht geklebt werden.

Während der Schwangerschaft können Tapes zwar Rückenbeschwerden sehr gut lindern, im ersten Drittel der Schwangerschaft, bei Risikoschwangerschaften und vorzeitigen Wehen verzichtet man vorsichtshalber aber besser darauf. Weitere Kontraindikationen des Tapings sind unklare Beschwerden mit Fieber, Venenthrombosen, Krampfadern, Krebserkrankungen und unversorgte Brüche.

Neu aufgetretene Schmerzen immer ärztlich abklären lassen

Kinesiotaping ist generell als begleitende Therapiemaßnahme und nicht als Ersatz für den Arztbesuch gedacht. Wenn bisher unbekannte Schmerzen oder Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt immer zuerst die Ursachen herausfinden und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Sie sollten auch nicht dauerhaft zur Prophylaxe angewandt werden. Durch den Dauergebrauch der Physiotapes könnten sich Muskeln, Sehnen und Gelenke an die ausgelösten Reize gewöhnen. Eine Rückkehr zu natürlichen Bewegungsmustern wird dadurch erschwert, es drohen Folgeschäden.

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