Hormone während der schwangerschaft

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Wissenswertes rund um die Schwangerschaft

Hormone steuern viele Abläufe in unserem Körper. Das ist sowohl bei der Frau so, als auch beim Mann. Wie sehr Hormone uns wirklich beeinflussen ist uns meist gar nicht klar. Dabei ist jedoch die Schwangerschaft eine Zeit, in der die Hormone eine besonders wichtige Funktion übernehmen. Denn all die Veränderungen, die sich bei einer Frau durch die Schwangerschaft einstellen, werden durch Hormone gesteuert. Jedoch auch in Zeiten der Menstruation oder der Wechseljahre sind Hormone eine wichtige Antriebskraft. Dies wird schon dadurch deutlich, dass viele Frauen sich vor ihrer Menstruation besonders reizbar oder labil fühlen, was dann auf ihre Hormone zurückzuführen ist. Dabei spüren 80 Prozent aller Frauen in der Zeit vor ihrer Menstruation körperliche und psychische Veränderungen.

Hormone sind Substanzen, die im Gehirn gebildet werden und dann in die Blutbahn eingebracht werden, als sogenannte Botenstoffe. Gebildet werden die Hormone in den Hormonregulatoren des Gehirns, des Hypothalamus und der Hypophyse, welche z.B. auch ein Hormon ausschüttet, dass für die Gebärmuttertätigkeit der Geburt benötigt wird. Dabei sorgt das Blut für die Verteilung der Hormone im Körper. Hormone können dabei im Körper sehr verschieden wirken z.B. hemmend, stimulierend, umstellend oder beschleunigend, je nach dem wie es die Situation gerade erfordert. Eines der bekanntesten Hormone, das die Frau bildet ist das Östrogen. Aber auch das hCG (humanes Chorion-Gonadotropin) ist ein wichtiges Hormon für die Frau. Dieses wird nur in der Zeit der Schwangerschaft gebildet und dient daher auch als Nachweis für eine Schwangerschaft bei einem Schwangerschaftstest. Es ist aber auch verantwortlich für die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft, wie z.B. Übelkeit, Hitze und Brustspannen. Dabei sind während der Schwangerschaft generell die Hormonmengen im Körper der Frau erhöht. Sie sorgen dann dafür, dass keine weiteren Eizellen heranreifen und so dann auch die Menstruation ausbleibt. Weiterhin bereiten sie den Körper der Schwangeren schon jetzt auch die Geburt vor, indem sie Bindegewebe und Beckenboden weicher machen. Aber auch generell wird der Organismus komplett auf die Bedürfnisse der Mutter und des Kindes vor, während und auch nach der Geburt vorbereitet.

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.
Beitrag erstellt am: 24.08.16 11:35
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 24.08.16 11:35

Prolaktin ist wie Oxytocin kein Schwangerschaftshormon im engeren Sinn, da es vor allem nach der Schwangerschaft, also während der Stillperiode in Aktion tritt. Prolaktin stimuliert das Brustdrüsenwachstum und setzt durch die vorausgegangene Wirkung von Östrogenen und Progesteron auf die Brustdüse die Milchbildung in Gang. Es kann durchaus zwei bis drei Tage dauern, bis die Brust ausreichend Milch bildet. Dabei ist es das Neugeborene selbst, das durch den angeborenen Saugreflex und die vollständige Entleerung der Brust die Milchbildung der Mutter stimuliert.

Ein hoher Prolaktinspiegel unterdrückt häufig nach der Schwangerschaft den Eisprung und die Regelblutung. So sind viele Frauen während der Stillperiode vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt. Allerdings gibt es dafür keine Garantie. Falls Sie nicht schwanger werden wollen, sollten Sie auf jeden Fall verhüten!

Während des Saugvorgangs des Neugeborenen schüttet die Hirnanhangsdrüse neben Prolaktin als zweites Hormon Oxytocin aus. Durch dieses Hormon ziehen sich reflektorisch Muskelzellen der Milchgänge zusammen. Als Folge gibt die Brust Milch ab. Das Hormon bewirkt zudem, dass sich die Gebärmutter nach der Geburt verkleinert und wieder die vorgeburtliche Größe annimmt.

Übrigens: Wie man heute weiß, kann schon allein das Weinen eines hungrigen Babys die Ausschüttung der für den Stillvorgang wichtigen Hormone Prolaktin und Oxytocin bewirken. Neben der Wirkung auf den Milchfluss erzeugt Oxytozin auch euphorisierende Glücksgefühle etwa beim Stillen und wird daher auch „Glücks- oder Kuschelhormon“ genannt.

Wir überwinden Grenzen

(17.02.2017) Wenn Frauen im gebärfähigen Alter einen unerfüllten Kinderwunsch haben, ist eine mögliche Ursache das sogenannte polyzystische Ovarsyndrom, kurz PCO-Syndrom. Dr. Philipp Wiehle ist Leiter des Bereichs für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin an der Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Er erklärt, wie die Krankheit erkannt und behandelt werden kann.

Die Symptome des PCO-Syndroms sind vielfältig. „Die betroffenen Frauen haben definitionsgemäß verlängerte Menstruationszyklen oder sogar eine gänzlich ausbleibende Regelblutung. Eine verminderte Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit kann die Folge sein. Außerdem weisen sie oft Zeichen erhöhter männlicher Hormonspiegel wie übermäßigen Haarwuchs an Oberlippe, Kinn und Wange, aber auch an Oberschenkeln, Bauch, Brust und Rücken oder Akne auf. Haarausfall am Kopf kann hinzukommen“, so der Gynäkologe. Häufig lässt sich auch eine Zuckerstoffwechselstörung nachweisen, die eine Gewichtszunahme bis hin zum krankhaften Übergewicht vom männlichen Fettverteilungstyp begünstigt.

Der steigende Anteil an Bauchfett kann langfristig schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes verursachen, weshalb es auch bei Frauen ohne unerfüllten Kinderwunsch wichtig ist, die Erkrankung zu erkennen und zu behandeln. Darüber hinaus bedeutet das Syndrom eine hohe psychische Belastung für die betroffenen Frauen.

Was die Erkrankung genau auslöst, ist bislang unbekannt

Beim PCO-Syndrom gerät der Hormonhaushalt durcheinander, wodurch unreife Eizellen nicht mehr adäquat zur Reifung angeregt werden, so dass es nur seltener oder gar nicht zum Eisprung kommt. Die Eierstöcke produzieren derweil zu viel des männlichen Hormons Testosteron, das sich im Blutkreislauf ansammelt.

Zudem ist die Insulinproduktion sehr häufig gestört. Die Körperzellen, die vom Botenstoff Insulin vermittelt bekommen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen, verarbeiten diese Botschaft nicht richtig und entfernen somit nicht genügend Zucker aus dem Blut. Die Bauchspeicheldrüse reagiert auf diesen Missstand mit einer erhöhten Ausschüttung von Insulin, um den Zuckerspiegel noch im Lot halten zu können. Die Folgen von erhöhtem Insulin im Blut sind nicht zu unterschätzen: Es wird verstärkt Fett in der Leber gebildet, das Fettgewebe wird vermehrt aufgebaut und auch noch mehr Testosteron gebildet, was das Bild des PCO-Syndroms verstärkt.

Ein wesentlicher Schritt zur Diagnose des PCO-Syndroms ist die genaue Erhebung der Krankengeschichte mit Augenmerk auf den oben beschriebenen Symptomen. Richtungsweisend ist auch die Ultraschall-Untersuchung. „Auf dem Ultraschallbild lassen sich viele kleine Bläschen, sogenannte Zysten, an der Rinde der Eierstöcke erkennen, die aussehen, als wären sie wie an einer Perlenschnur rosenkranzartig aufgereiht“, erklärt Dr. Wiehle. Auch die Bestimmung der Blut-Hormonspiegel ist für die sichere Diagnose wichtig. Andere Ursachen für die Zyklusstörung müssen ausgeschlossen werden.

Die Krankheit beginnt meist zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr. In Deutschland leiden etwa eine Million Frauen darunter. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind.

Das PCO-Syndrom kann zwar nicht geheilt, aber sehr erfolgreich behandelt werden. Dr. Wiehle empfiehlt dabei verschiedene Therapieansätze, die sich vor allem darin unterscheiden, ob ein Kinderwunsch besteht oder nicht: „Möchten die Frauen nicht schwanger werden, können Hormon-Therapien auf Basis der Antibabypille angeboten werden. Dadurch werden die männlichen Hormonspiegel effektiv gesenkt, die verstärkte Körperbehaarung geht zurück und das Hautbild wird besser.“ Anders sieht es bei Frauen aus, die schwanger werden wollen. Hier bietet sich eine hormonelle Behandlung an, die den Eisprung wieder in Gang bringt.

Im Vordergrund steht aber, dass die Betroffenen Übergewicht abbauen und sich die Insulinresistenz bessert: durch gesündere Ernährung, mehr Bewegung und gegebenenfalls medikamentös unterstützt. Mit abnehmendem Gewicht bessert sich die gesamte Stoffwechsellage deutlich. „So kann das PCO-Syndrom gut unter Kontrolle gebracht werden“, sagt der Gynäkologe Dr. Wiehle. „Häufig setzen dann sogar die Blutungen wieder von alleine regelmäßig ein, sodass es auch mit dem Kinderwunsch ohne weitere Maßnahmen rasch klappt.“

(EB)

PMS, Akne, hartnäckige Fettpolster, Migräne, sexuelle Unlust, ausbleibende Periode – wenn der Hormonhaushalt durcheinander ist, kann das weit reichende Folgen haben. Viele Frauen wissen gar nicht, wie ihnen geschieht, wenn sie plötzlich unter starken Zyklusschwankungen leiden, ständig Kopfschmerzen haben oder vergeblich versuchen, abzunehmen.

Wir bringen ein für alle Mal Klarheit in das Hormon Chaos und verraten, woran du ein Hormonungleichgewicht erkennst und was du tun kannst.

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  • Was sind Hormone?

    Hormone kann man sich wie Botschafter vorstellen, die zwischen verschiedenen Körpersystemen vermitteln. Sie regulieren unter anderem die Verdauung, den Zyklus, dein Hautbild, den Schalf, Muskelwachstum, Fettspeicherung, aber auch Stress und Stimmungsschwankungen. Hormone sagen deinem Körper zum Beispiel, wann du hungrig bist oder müde, wann du dich gestresst, gereizt oder sexuell erregt fühlst.

    Du kannst dir sicher denken, dass ein hormonelles Ungleichgewicht negativen Einfluss auf diverse Prozesse im Körper haben kann.

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  • Anzeichen für ein Hormonungleichgewicht

    Es gibt etwa 50 verschiedene Hormone, die in unterschiedlichen Drüsen – Hypothalamus, Hirnanhangsdrüse, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Nebennieren und Keimdrüsen – produziert und ins Blut abgegeben werden. Aus jedem dieser Botenstoffe entstehen im Körper weitere Hormone. Das weibliche Sexualhormon Östrogen umfasst beispielsweise eine Gruppe von rund 30 Geschlechtshormonen. Dass da mal etwas ins Ungleichgewicht geraten kann, ist gut nachvollziehbar, oder?

    Östrogendominanz und ein niedriger Testosteronspiegel – Testosteron ist als männliches Geschlechtshormon bekannt – kommen laut Health-Coach und Hormon-Expertin Laura van de Vorst am häufigsten vor. Daran kannst du ein Ungleichgewicht der Sexualhormone erkennen:

    Symptome bei Östrogendominanz

    • Gewichtszunahme
    • Überschuss an Bauchfett
    • Akne
    • stärkere Körperbehaarung
    • besonders dünnes Haar oder Haarausfall
    • brüchige Nägel
    • geschwollene Augen
    • Hitzewallungen
    • Wassereinlagerungen
    • starke Kopfschmerzen bis zu Migräne
    • starke Menstruation
    • PMS
    • Müdigkeit
    • sexuelle Unlust
    • Scheidentrockenheit
    • Zysten

    Ein erhöhter Östrogenspiegel kann außerdem dafür sorgen, dass du dich übermäßig müde, gestresst, unsicher, panisch, traurig bis depressiv und unruhig fühlst.

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  • Symptome bei Testosteronmangel

    • Überschuss an Fett am Oberkörper
    • Muskelabbau oder Schwierigkeit, Muskeln aufzubauen
    • blasse Haut
    • trockene Augen
    • Haarausfall
    • Schwierigkeiten, Orgasmen zu bekommen
    • unruhiger Schlaf

    Ein niedriger Testosteronspiegel kann außerdem die Libido negativ beeinflussen, für depressive Stimmungen, Abgeschlagenheit und Unruhe sorgen.

    Gründe für hormonelles Ungleichgewicht

    Es gibt unterschiedliche Faktoren, die deinen Hormonhaushalt beeinflussen. Viele davon hast du selbst in der Hand – wahrscheinlich ohne, dass du es bisher wusstest. Deshalb verraten wir dir einige der häufigsten Ursachen für eine Hormon-Disbalance:

    1. Du isst zu wenig oder trainierst zu viel

    Mit deiner Ernährung kannst du viel für oder eben gegen einen ausgeglichenen Hormonhaushalt tun. Gleiches gilt für sportliche Aktivitäten. Zu wenig vom einen, etwa durch ständiges Diäthalten, und zu viel vom anderen, zum Beispiel durch exzessives Cardiotraining, sind kontraproduktiv.

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  • 2. Du isst das Falsche

    Deine Ernährung sollte auf deinen Hormonhaushalt abgestimmt sein. Ein Mangel an Ballaststoffen und gesunden Fetten sowie ein Überschuss an Zucker, verarbeiteten Lebensmitteln, Soja-Produkten, Junkfood, Kaffee und Alkohol bringen deine Hormone durcheinander.

    Hier verraten wir dir, welche Lebensmittel hingegen gut für deine Hormone sind:

    3. Du bist gestresst

    Kurzfristiger Stress, etwa vor einer wichtigen Prüfung, einem Bewerbungsgespräch oder deiner Hochzeit, sind etwas Gutes. Sie sorgen dafür, dass du „on point“ bist. Zum Risiko wird Stress – egal, ob mental oder körperlich – erst, wenn er chronisch ist. Dann schüttet dein Körper ständig das „Stresshormon“ Cortisol aus, was sich wiederum negativ auf andere Hormone auswirkt. Übrigens: Strikte Diäten und übermäßiges Trainieren bedeuten auch Stress!

    Wie du Stress vermeiden kannst? Zum Beispiel durch mehr Achtsamkeit im Alltag:

    Die Infografik aus dem Mental Health Guide von Otto zeigt, wie du Achtsamkeit in deinen Alltag integrieren und Stress reduzieren kannstPR: Otto

    4. Du setzt dich ständig Giften aus

    Abgase, chemische Putzmittel, Medikamente, aber auch Alkohol und Nikotin sind Giftstoffe, die deinem Körper schaden – und deine Hormone aus dem Gleichgewicht bringen. Umso wichtiger ist es, nicht bei jedem kleinen Wehwehchen eine Schmerztablette zu schlucken, auf natürliche Reinigungsmittel zu setzen und so oft es geht in der Natur zu sein. Vielleicht ist es auch an der Zeit, deinen Zigaretten- und/oder Alkoholkonsum zu überdenken!?

    Wie bringe ich meine Hormone in Balance?

    Ein ausbalancierter Hormonhaushalt setzt eine ausgewogene Ernährung und einen ausgeglichenen Lifestyle voraus. Durch die richtigen Nahrungsmittel und ein gesundes Maß an Sport kannst du bereits viel bewirken. Hier einige Tipps für den Anfang:

    • Streiche raffinierten Zucker aus deiner Ernährung
    • Ernähre dich proteinreich und nimm genügend gesunde Fette zu dir
    • Verzichte auf Alkohol und Nikotin
    • Trinke ausreichend Wasser
    • Reduziere Stress, zum Beispiel durch Meditation
    • Bewege dich täglich (mindestens) 30 Minuten an der frischen Luft
    • Treibe Sport, aber übertreibe es nicht: 3 Workouts pro Woche (zum Beispiel HIIT oder Kraftsport) sind optimal

    Tipp: Um neue Routinen zu finden, die genau auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sind, kannst du zum Beispiel das Personal Body Reset Programm von Healthcoach FX machen.

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  • Lisa Adrian
    COSMO-Redakteurin für Liebe, Sex & Dating

    5 Anzeichen, dass deine Hormone nicht im Gleichgewicht sind

    Vom Hungergefühl bis zum Schlaf: Hormone steuern unser gesamtes Leben. „Sie sind als heimliche Dirigenten unseres Körpers in alle biologischen Prozesse involviert, beeinflussen unser Denken und Handeln, Gefühle, Angst, Glück, steuern Hunger und Durst“ erklärt die Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck in ihrem Bestseller „Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode.“

    Bei 80 Prozent aller Frauen sind Hormone nicht im Gleichgewicht

    Wenn sie nicht im Gleichgewicht sind, kann deshalb schnell unser ganzes Leben aus den Fugen geraten. Das Problem: Mediziner schätzen, dass bei 80 Prozent aller Frauen der Hormonhaushalt nicht ausbalanciert ist.

    Durch hormonelle Verhütung, aber auch Stress, zu viel Alkohol, wenig Schlaf und falsche Ernährung kann unser Hormonspiegel schnell in Schieflage geraten.

    Daran erkennst du, dass dein Hormonhaushalt nicht im Gleichgewicht ist:

    1. Du kannst nicht einschlafen und schläfst schlecht

    Schlechter Schlaf ist immer ein Warnsignal des Körpers. Wenn du abends nicht zur Ruhe kommst, dann kann sich das Hormon Melatonin nicht gegen das Stress- und „Hallo-wach!“-Hormon Cortisol durchsetzen.

    Dies wird häufig ausgelöst durch blaues Licht am Abend – also unbedingt das Smartphone abends aus der Hand legen.

    Aber auch eine falsche Ernährung lässt den Körper zu viel Cortisol ausschütten. Das klassische Beispiel sind Workaholics, die den ganzen Tag über nichts essen – auch das setzt den Körper unter Stress und wir können nicht schlafen.

    Wichtig: Tagsüber sollten nie mehr als zehn Stunden zwischen den einzelnen Mahlzeiten liegen. Wenn wir eine Fastenphase wie beim Intervallfasten einlegen, sollte diese immer abends stattfinden, so dass das eigentliche Fasten stattfindet während wir schlafen.

    Das ist auch der Grund, warum Crash-Diäten in der Regel nicht funktionieren – der Körper schüttet auf Dauer zu viel Cortisol aus und wir nehmen noch mehr zu.

    2. Du hast Heißhunger-Attacken

    Der Kühlschrank schreit abends förmlich nach dir, obwohl du den gesamten Tag über genug gegessen hast? Dann könnte es daran liegen, dass dein Leptin-Spiegel im Blut völlig außer Kontrolle geraten ist.

    Das Hormon Leptin sendet das Signal „Ich bin satt“ an unseren Körper. Doch wenn wir uns falsch ernähren und zu viele einfache Kohlehydrate zu uns nehmen, sendet der Körper ständig dieses Signal – und wir werden resistent dagegen.

    Die Folge: „Es wird gegessen, obwohl der Körper nichts braucht. Das Sattsignal des Leptins wird nicht mehr gehört“, sagt Dr. Anne Fleck. Erst mit einer eiweißreichen und gesunden Ernährung lässt sich das Gleichgewicht wieder herstellen.

    3. Du nimmt nicht ab

    Trotz Diät und gesunder Ernährung verlierst du kein Gewicht? Das ist ein klassisches Warnsignal, dass deine Hormone komplett durcheinander sind.

    Es kann unter anderem daran liegen, dass du versucht hast, zu schnell zu viel abzunehmen, zu viele Kohlenhydrate zu dir nimmst, nicht ausreichend schläfst oder zu spät trainierst – all das beeinflusst unseren Hormonhaushalt gewaltig.

    4. Du bist antriebslos

    Manche Frauen fühlen sich unendlich traurig oder rutschen sogar in eine Depression ab – aber niemand denkt daran, dass die Pille die Ursache sein könnte. Und das, obwohl Stimmungsschwankungen in jedem Beipackzettel als Nebenwirkung vermerkt sind.

    Daher gilt es, bei andauernder Traurigkeit unbedingt auch beim Frauenarzt den Hormonspiegel checken zu lassen.

    Aber auch eine schlechte Ernährung kann einen „Hormontango“ auslösen, der uns unglücklich macht. Ein einfaches Beispiel: Zu viel Zucker macht uns auf Dauer launisch, da der Blutzuckerspiegel erst rasant ansteigt und dann wieder in den Keller fällt.

    5. Du bist schnell gestresst

    Auch unseren Stresspegel empfinden wir als viel höher, wenn wir zum Beispiel zu viel Östrogen im Blut haben – ein Hormoncheck beim Frauenarzt liefert auch hier genauere Aufschlüsse.

    Hormone nicht im Gleichgewicht: Das solltest du tun

    Kommen dir mehrere dieser Symptome bekannt vor, statte deinem Hausarzt einen Besuch ab und bitte ihn, deinen Hormonhaushalt zu messen. Das passiert durch einen Bluttest, danach hast du Gewissheit und dein Arzt wird dir empfehlen, wie du weiter vorgehen sollst.

    Das passiert übrigens, wenn du die Pille absetzt!

    Der Hormonhaushalt ist für viele Prozesse im menschlichen Körper verantwortlich, denn er regelt z. B. das Wachstum, Stoffwechsel und Sexualfunktionen. Spielt das System verrückt – z. B. in den Wechseljahren -, kann das die Lebensqualität erheblich einschränken. Um unerwünschte Folgen zu verhindern, solltst Du auf Deinen Körper achten und zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen, wenn Du die folgenden Symptome in letzter Zeit bei Dir beobachtest.

    1. Gewichtszunahme

    Wenn Du in letzter Zeit zugenommen hast, obwohl Du nicht übermäßig viel Zucker oder fettige Speisen zu Dir genommen hast, kann das an den Hormonen liegen. Ein erhöhter Cortisolspiegel (Cortisol = Stresshormon) ist dafür verantwortlich, dass Du in bestimmten Körperzonen mehr Fett einlagerst, wodurch zum Beispiel auch der Erfolg einer Diät ausgebremst werden kann.

    2. Schlafstörungen

    Schlaflosigkeit kann durch viele Faktoren hervorgerufen werden, aber nicht selten ist dafür auch der Hormonhaushalt verantwortlich. Falls das Problem wirklich durch homonelle Unstimmigkeiten hervorgerufen wird, ist es wichtig strikte Maßnahmen zu ergreifen, um die Melantonin- und Serotoninwerte zu erhöhen. Yoga und tryptophanreiche Lebensmittel (z.B. Parmesan, Linsen, Camembert, Huhn, Rind, Cashewnüsse, Makrele) können helfen eine positive Entwicklung zu unterstützen.

    Liegen Hormonstörungen vor, können dadurch Erkrankungen ausgelöst werden.
    Foto: iStock // cosmin4000

    3. Chronischer Stress

    Ein erhöhter Stresspegel sorgt dafür, dass die Nebennierenfunktion eingeschränkt wird, was wiederum zu einer Reduzierung des Progesteronspiegels und auch zur verminderten Produktion anderer Hormone führt. Für Frauen, die häufig von Stress betroffen sind, ist die Ausführung regelmäßiger Entspannungsübungen wichtig.

    4. Unkontrollierte Heißhungerattacken

    Der ständige Drang etwas Süßes essen zu wollen oder andere Leckereien zu vernaschen, obwohl zu den Hauptmahlzeiten ausreichend gegessen wurde, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Zeichen dafür, dass Hormonschwankungen vorliegen. Möglicherweise liegt dem Ganzen ein Problem mit der Schilddrüse und den Hormonen zugrunde, die für unseren Stoffwechsel essentiell sind. In manchen Fällen kann es schon hilfreich sein, den Verzehr von Milchprodukten, Zucker und anderen stimulierenden Lebensmitteln einzuschränken.

    5. Gesteigerte Schweißproduktion

    Viele Frauen kennen das Problem einer gesteigerten Schweißproduktion im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Hitzewallungen und nächstliche Schweißausbrüche werden dabei durch die verminderte Produktion von Östrogenen bedingt. Allerdings kann stärkeres Transpirieren auch schon vor den Wechseljahren auftreten und zu einem unangenehmen Problem werden, wenn ein Hormonungleichgewicht oder aber ein Nährstoffmangel vorliegt. Dagegen helfen Nahrungsmittel mit Phytoöstrogenen und Isoflavonen (z. B. Sojamilch, Bohnen, Erbsen, Leinsamen, Nüsse, Oliven, Erdbeeren, Cranberrys, Brokkoli).

    6. Verringerte Lust auf Sex

    Auch unsere Lust auf Sex wird natürlich stark von unserem Hormonhaushalt beeinflusst. Verantwortlich für die Lust auf Sex bei Männern und Frauen sind Androgene (z. B. Testosteron). Östrogenmangel beeinflusst die Schleimhäute im Intimbereich und führt häufig zu Scheidetrockenheit.

    7. Erschöpfung

    Wer kontinuierlich oder völlig grundlos ständig erschöpft ist, sollte eine Hormonstörung in Betracht ziehen. Grund für das ständige Gefühl der Erschöpfung, kann ein erhöhter Cortisolspiegel im Zusammenhang mit einem Mangel an anderen Hormonen sein, die für den Energiehaushalt verantwortlich sind.

    8. Haarausfall

    Der Verlust einer einst vollen und lang gehegten Haarpracht kann für viele Frauen in den Wechseljahren sehr belastend sein: Der Schopf wird dünner und die einzelnen Strähnen immer feiner. Schuld daran hat der sinkende Östrogen-Spiegel, wodurch männliche Hormone die Chance haben sich auszubreiten. Insbesondre am Scheitel und an den Schlägen fallen die Haare aus. Eine Möglichkeit des Gegensteuerns können Nahrungsergänzungsmittel, die z. B. Koffein, Vitamin H, Hirseextrakte oder Taurin enthalten.

    9. Unreine Haut

    Durch das Absinken des Östrogen-Spiegels verändert sich in den Wechseljahren auch das Hautbild. Häufig leiden Frauen unter trockener und zu Unreinheiten neigender Haut. Pickel empfinden die meisten Frauen als sehr störend. Oft erledigt sich das Problem mit ein wenig Zeit von selbst. Sollte das nicht der Fall sein, kann zusammen mit einem Hautarzt eine individuelle Pflegeroutine erarbeitet werden.

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    Wissen, was gut tut

    Progesteron – mehr als ein Schwangerschaftshormon

    Progesteron (Gelbkörperhormon) als wichtigster Vertreter der Gestagene ist das führende Hormon der zweiten Zyklushälfte. Es wandelt die durch Östrogene vorbereitete Gebärmutterschleimhaut so um, dass sich ein befruchtetes Ei dort einnisten kann. Progesteron fördert dann das Wachstum der Gebärmutter und bereitet die Brust aufs Stillen vor. Kommt es in diesem Zyklus nicht zu einer Schwangerschaft, sinkt der Progesteronspiegel stark ab und die Monatsblutung setzt ein.
    Progesteron ist also von entscheidender Bedeutung für einen stabilen Zyklus. Sein Mangel zieht zwangsläufig Zyklusstörungen nach sich. Ähnlich wie die Östrogene hat Progesteron aber auch vielfältige Wirkungen auf andere Organsysteme wie Knochen, Darm oder Blutgefäße. Eine besondere Wirkung hat Progesteron auf das Gehirn, wo es eine beruhigende, gelegentlich auch etwas müde machende Wirkung entfaltet. Dies ist auch der Grund, warum viele Frauen in der Schwangerschaft, während der Progesteronspiegel ja besonders hoch ist, über Müdigkeit klagen. Progesteron wirkt auch an der glatten Muskulatur: Dort senkt es die Spannung der glatten Muskelfasern, weswegen etwa Krampfadern besonders häufig während der Schwangerschaft auftreten. Progesteron wird in nennenswerter Menge nur in den Eierstöcken und während der Schwangerschaft in der Plazenta (Mutterkuchen) gebildet. Synthetisch veränderte Formen des Progesterons – die sogenannten Gestagene – können zusätzliche Wirkungen entfalten und sind in der Hormontherapie weit verbreitet. Wir werden ihnen in späteren Kapiteln noch häufiger begegnen.
    Liegt ein Progesteronmangel vor, kann eine Frau nicht schwanger werden. In den Wechseljahren geht das Absinken des Progesteronspiegels meist ohne erkennbare Beschwerden vonstatten. Auslöser der typischen Wechseljahressymptome sind die fehlenden Östrogene. Allerdings müssen bei einer Hormonersatztherapie immer auch Gestagene eingenommen werden, wenn die Gebärmutter noch vorhanden ist. Sonst würde die Gebärmutterschleimhaut einseitig stimuliert werden, was zu unerwünschten Blutungen führen könnte.

    Alles was Du über Progesteron wissen musst

    Armes Progesteron, es bekommt nicht annähernd so viel Aufmerksamkeit wie Östrogen. Das ist schade, denn Progesteron ist ganz wunderbar. Es hilft Frauen zum Beispiel besser zu schlafen, Kraft zu entwickeln und sich entspannter zu fühlen.

    Wir haben Dir die acht wichtigsten Funktionen von Progesteron zusammengetragen.

    • Es erhält die Gebärmutterschleimhaut
      Der hohe Progesteronspiegel nach dem Eisprung (in der zweiten Zyklushälfte oder auch Lutealphase genannt) hilft dabei, die Gebärmutterschleimhaut dicker zu machen und sie zu erhalten. Eine kurze Lutealphase (weniger als 10 Tage) ist ein Hinweis darauf, dass Dein Progesteronwert zu gering ist. Das kann die Chancen auf eine Schwangerschaft senken, weil die Eizelle weniger Zeit hat, um sich in der Gebärmutter einzunisten.
    • Starke Knochen
      Zur Aufrechterhaltung von starken Knochen gehört deren Erneuerung. Während Östrogen am Erhalt der existierenden Knochen beteiligt ist, kann nur Progesteron bei der Herstellung der neuen Knochen helfen, indem es die Osteoblasten stimuliert. Osteoblasten sind Zellen, die alte Knochen ersetzen. Ein unregelmäßiger Zyklus und eine kurze Lutealphase können deshalb das Risiko von Knochenschwund erhöhen.
    • Anregung des Stoffwechsels
      Du weißt vielleicht schon, dass Deine Körpertemperatur nach dem Eisprung um ein halbes Grad steigt. Das liegt an der erhöhten Progesteronkonzentration in Deinem Blut. Progesteron erhöht die Stoffwechselgeschwindigkeit, was die höhere Temperatur zur Folge hat. Du hast dadurch mehr Appetit und Energie.
    • Schlechte Gewohnheiten loswerden
      Laut einer U.S. Studie an Universität von Pennsylvania, ist der höhere Progesteronlevel in der zweiten Zyklushälfte dafür verantwortlich, dass der Teil im Hirn, der für Entscheidungen verantwortlich ist, aktiver ist. Die Verbindung zwischen Verlangen und Belohnung ist in dieser Zeit gestärkt. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass das die kognitive Steuerung verbessert und es dadurch einfach ist, schlechten Gewohnheiten wie Rauchen und Alkohol aufzugeben.
    • Besserer Schlafen
      Es wurde bewiesen, dass Progesteron Frauen dabei hilft schneller einzuschlafen, einen besseren Tiefschlaf zu haben und länger zu schlafen.
    • Verfeinert das Hautbild und verbessert den Haarwuchs
      Progesteron verringert das Vorkommen des männlichen Hormons Androgen bei Frauen. Dadurch wird der Haarwuchs beschleunigt und die Haut reiner.
    • Schützt vor Brust- und Gebärmutterkörperkrebs
      Progesteron steuert dem stimulierenden Effekt von Östrogenen auf die Brüste und das Gebärmuttergewebe entgegen.
    • Es verursacht Verstopfung
      Progesteron entspannt die Muskeln und kann deshalb die Kontraktionen Deines Darms abschwächen. Dein Stuhlgang kann unregelmäßige werden. Wegen des erhöhten Progesteronspiegels während er Schwangerschaft klagen viele werdende Mütter über Verstopfung. Es ist auch der Grund für eine langsamere Darmaktivität nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte.

    Von Lindsay Meisel | Jul 12, 2017 Tags: Lutealphase, Progesteron

    Lindsay Meisel

    Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen: Dank Progesteron: So kommen Frauen gut durch die Wechseljahre

    Corinna Wirth war es leid: Ständig überkamen sie Hitzewallungen, gut schlafen konnte sie schon lange nicht mehr. Mehrmals am Tag war sie schweißnass, immer wieder bekam sie einen hochroten Kopf. Mit einem Fächer versuchte sie, die unkontrollierbare innere Hitze in den Griff zu bekommen. Aber nichts half. Da schlug ihr Frauenarzt ein Medikament mit dem Wirkstoff Progesteron vor.

    Hormone steuern auch das Wohlbefinden

    Progesteron ist genau wie das Östrogen ein weibliches Geschlechtshormon. Es kommt vor allem in der zweiten Zyklushälfte in hoher Konzentration im Körper vor und dann, wenn eine Frau schwanger ist. Während der Wechseljahre fällt die Konzentration des Hormons im weiblichen Organismus rapide ab. „Wenn dadurch subjektiv das Wohlbefinden so gestört ist, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich scheint, muss natürlich etwas passieren“, erklärt Carsten Fuchs, Gynäkologe und Leiter des Ganzheitsmedizinischen Zentrums Rotherbaum in Hamburg. Er verschreibt seinen Patientinnen schon seit über zehn Jahren den Wirkstoff Progesteron.

    Menopause – viele Frauen leiden sehr

    Das ausgleichende Hormon Progesteron fördert beispielsweise den Schlaf und entwässert. Positive Eigenschaften, die Frauen vor und in der Menopause dankbar annehmen. Wenn im Alter ab etwa Mitte 40 bei den meisten Frauen nach und nach die eigene Hormonproduktion zurückgeht, kann das harmlose Auswirkungen, aber ebenso gut auch massiv beeinträchtigende Störungen mit sich bringen. Etwa ein Drittel aller Frauen klagt über gravierende körperliche und seelische Probleme. Ein weiteres Drittel fühlt sich nur leicht beeinträchtigt, ein Drittel geht ohne jede Schwierigkeit durch die Zeit des Klimakteriums.

    Bioidentisch bedeutet gut verträglich

    Gewonnen wird der Botenstoff aus einer Pflanze, der Yamswurzel. Ein besonderes chemisches Umwandlungsverfahren gewinnt daraus „bioidentisches“ Progesteron. Das heißt, es entspricht in seiner Molekülstruktur und all seinen Eigenschaften genauso dem in den Eierstöcken produzierten Hormon.

    Ärzte in den USA verschreiben Frauen in der Menopause schon sehr lange „Progesteron“. Die Therapie mit diesem Wirkstoff ist nicht mit der klassischen Hormonersatz-Therapie zu verwechseln. Sie ist in Verruf geraten, weil Studien deutlich gezeigt haben, dass sie das Risiko erhöhen kann, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. „Während künstliches Gestagen und Östrogen als Behandlungskonzept eher schädlich sind, schützt natürliches Progesteron sogar vor Krebs“, sagt Frauenarzt Fuchs. Progesteron ist im Körper der Frau der hormonelle Gegenspieler des Östrogens: Während Östrogen das Zellwachstum anregt, hemmt Progesteron es. Bleibt die Balance erhalten, kann das Krebs verhindern.

    Welche Rolle spielen die Hormone in der Schwangerschaft?

    Hormone in der Schwangerschaft besitzen unterschiedliche Funktionen

    Die Hormone in der Schwangerschaft übernehmen unterschiedliche Funktionen. Im nicht schwangeren Zustand bereiten verschiedene Hormone den weiblichen Körper während des Zyklus auf eine mögliche Empfängnis vor. Falls eine Schwangerschaft eingetreten ist, sorgen sie dafür, dass diese auch erhalten bleibt.

    Hormone in der Schwangerschaft sorgen dafür, dass sich die Uterusschleimhaut so verändert, dass die Nidation – die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter – erfolgen kann, dass keine weiteren Eisprünge zustande kommen und sie verändern das Körpergewebe der Mutter so, dass sich das Baby gut entwickeln kann.

    Auch bei der Versorgung des ungeborenen Kindes übernehmen Hormone wichtige Funktionen. Für die Mutter ist die Wirkung der Hormone in der Schwangerschaft nicht immer angenehm. Vor allem aus der hormonellen Umstellung zu Beginn der Schwangerschaft resultieren zahlreiche Beschwerden.

    Die wichtigsten Hormone in der Schwangerschaft

    Östrogene bewirken das weibliche Erscheinungsbild und beeinflussen die Fruchtbarkeit der Frau. In der ersten Zyklushälfte fördern sie im Zusammenspiel mit anderen Hormonen die Eireifung und den Eisprung.

    Kurz vor dem Eisprung sogen sie dafür, dass der Schleim am Gebärmutterhals für die Samenzellen passierbar wird. Außerdem erleichtern Östrogene das Eindringen des Spermiums in die Eihülle und unterstützen nach der Empfängnis die Wanderung der befruchteten Eizelle aus dem Eileiter in den Uterus.

    Bereits in der frühen Schwangerschaft bewirken Östrogene die Vergrößerung der Brüste und bereiten diese in den kommenden Monaten auf das Stillen vor.

    Gestagene/Progesteron

    Zur Hormongruppe der Gestagene gehören verschiedene Hormone. Ihr wichtigster Vertreter ist das Progesteron, das ab dem Zeitpunkt der Empfängnis seine Wirkung als schwangerschaftserhaltendes Hormon entfaltet. Progesteron wird auch während des „normalen“ Monatszyklus im sogenannten Gelbkörper – dem nach dem Eisprung verbleibenden Rest des Eibläschens – gebildet.

    Wenn keine Schwangerschaft zustande kommt, sorgt es zum Zyklusende dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut während der Menstruationsblutung abgestoßen werden kann. Nach einer Befruchtung verändert es die Uterusschleimhaut so, dass die Einnistung der Eizelle vonstattengehen kann und unterbricht für die Zeit der Schwangerschaft den Zyklusablauf. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft bewirkt Progesteron die Auflockerung der Körpergewebe, so dass die Gebärmutter und das Baby ungehindert wachsen können und der Geburtskanal aufgelockert und geweitet wird.

    Einige Schwangerschaftsbeschwerden – beispielsweise häufiger Harndrang sowie Rücken- oder Bänderschmerzen – werden unter anderem durch die Wirkung des Progesterons verursacht. Im Zusammenspiel mit Östrogen bewirkt es die schwangerschaftsbedingten Veränderungen der Brüste.

    HCG (Humanes Choriongonadotropin)

    Das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin) bildet sich in den sogenannten Trophoblasten – einem Zelltyp des befruchteten Eis, aus dem später die Plazenta und die Nabelschnur entstehen – und später in der Plazenta.

    HCG wirkt ebenfalls schwangerschaftserhaltend, indem es die Produktion von Progesteron stimuliert und die Auflockerung der Gebärmutterschleimhaut zur Vorbereitung der Nidation unterstützt. Die maximale HCG-Konzentration im Blut der Schwangeren wird zwischen der achten und zehnten Schwangerschaftswoche erzielt.

    Danach nimmt ihre Rolle als Progesteron-Stimulator im Gelbkörper ab, da die Plazenta jetzt fast ausgereift ist.

    Die bekannte Schwangerschaftsübelkeit wird durch den steigenden HCG-Spiegel verursacht, wenn der Höhepunkt seiner Ausschüttung überschritten wird, verschwindet meist auch die Übelkeit.

    Weitere Hormone in der Schwangerschaft

    Daneben spielen für den gesunden Verlauf der Schwangerschaft zahlreiche weitere Hormone eine Rolle. Beispielsweise fördern Thyroxine die Entwicklung des Nervensystems des Babys, Relaxin trägt zur Auflockerung der mütterlichen Gewebe bei.

    Das Hormon Prolaktin wird bereits während der Schwangerschaft und vor allem während des Sillens gebildet. Es regt die Bildung der Muttermilch an und beeinflusst deren Zusammensetzung.

    Das „Kuschelhormon“ Oxytocin wirkt zusammen mit anderen Hormonen als Geburtsauslöser und beeinflusst die emotionale Bindung der Mutter an ihr Baby. Später wird seine Ausschüttung durch das Stillen angeregt, warum es auch „Milchspendehormon“ heißt.

    Bereits in der sechsten Schwangerschaftswoche, also etwa ab dann, wann Frauen frühestens von ihrer Schwangerschaft erfahren, können Beschwerden und Verstimmungen ähnlich sein wie vor der Periode (prämenstruellen Syndrom). Hormonelle Veränderungen sind hierfür verantwortlich, denn sie stimmen den Körper und die Psyche auf die Schwangerschaft ein. In der Folge kann sich die Schwangere niedergeschlagen fühlen, aufgewühlt und ständig den Tränen nahe. Auch Angstgefühle sind keine Seltenheit. In einigen Fällen verstärken sich die Symptome gar bis hin zu einer Depression.

    In der Regel enden die Symptome nach dem ersten Trimenon, denn ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft übernimmt die Plazenta die Hormonproduktion und der Hormonspiegel stabilisiert sich wieder. Das zweite Trimenon, die Schwangerschaftsmonate vier bis sechs, wird deshalb von den meisten Schwangeren als das schönste empfunden; bereits im dritten geht es aufgrund des zunehmenden Bauchumfangs und Gewichts erneut mit körperlichen Beschwerden los.

    Alpträume sind nichts Schlechtes

    Bei einigen Schwangeren löst die bevorstehende Geburt zudem Unruhe und Angstgefühle aus. Wer davon betroffen ist, sollte versuchen, die Sache positiv zu sehen: Wissenschaftler haben Hinweise dafür gefunden, dass Schwangere mit Angstträumen leichtere Geburten haben als Frauen, die sich in ihrem Unterbewusstsein nicht mit der Niederkunft auseinandergesetzt haben.

    Generell gilt: Stimmungsschwankungen sind eine normale Nebenerscheinung der Schwangerschaft. Die immer glückliche Schwangere voller Vorfreude existiert nicht.

    Schwangerschaftsdepression

    Fast 10 Prozent der schwangeren Frauen leidet unter einer Depression. Anzeichen hierfür sind: Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, Angstzustände, Schlafprobleme, extreme Reizbarkeit, Lust- und Freudlosigkeit sowie anhaltende Traurigkeit. Schwangere Frauen sollten sich deshalb selbst zuoberst auf die Prioritätenliste setzen – sich vor allem Zeit für sich nehmen und entspannen. Wenn das Baby erst einmal da ist, werden ruhige Stunden rar. Gespräche mit Freunden und Familie helfen, die eigenen Ängste zu reflektieren. Notfalls sollte auch psychologische Hilfe beigezogen werden.

    Im Alltagstrott können sich die Eltern schon einmal aus den Augen verlieren. Ein bewusster Umgang miteinander ist wichtig, damit ihr Interesse aneinander lebendig bleibt. Ein intaktes Familienleben, bei dem sich alle beteiligten wohlfühlen, ist oft mehr Wert als der makellos saubere Haushalt. Solange Kinder gesund und gut versorgt sind, schadet es ihnen nicht, wenn sie für ein paar Stunden bei den Großeltern oder einem liebevollen Babysitter bleiben. Im Gegenteil. Von ausgeglichenen Eltern profitieren auch die Kleinen. Stillkinder kann man in den ersten Monaten auch einmal im Wagen mitnehmen.

    Sowohl die Frau als auch der Mann müssen mit einem Kind anfangs auf viele lieb gewonnenen Eigenarten verzichten. Viele Männer fühlen sich aus der intimen Zweierbeziehung zwischen Mutter und Kind ausgeschlossen, was leicht zu Beziehungsproblemen führen kann. So wie das Baby zunächst völlig abhängig von der Mutter ist, womöglich jeden ihrer Schritte begleitet, ist für manchen Vater die Verantwortung als Alleinverdiener eine Belastung. Berufstätige Mütter geraten häufig in einen Teufelskreis von Verantwortungsgefühl, Schuldgefühl und Sehnsucht nach ihrem Kind.

    Deshalb sollten sich Mutter und Vater nicht von zu vielen Erwartungen bedrängen lassen, sondern ihren eigenen Weg finden. Mit Kind ist das Leben nicht mehr so planbar, dafür ist es viel bunter und voller Überraschungen.

    Stimmungsschwankungen

    Wenn man miese Laune hat, ist das Bedürfnis oft groß, sich unter der Bettdecke zu verkriechen und die restliche Welt auszusperren. Das führt in den meisten Fällen leider nur dazu, dass man sich in die negativen Gefühle hineinsteigert und sich zusätzlich isoliert. Mit einer positiven Grundeinstellung und einigen Tipps kann man die Beschwerden jedoch leicht besiegen:

    • Schlafen: Gerade in den ersten Wochen bringen einsetzende Schwangerschaftsbeschwerden und um die neuen Lebensumstände kreisende Gedanken die Frauen häufig um den Schlaf. Für das innere Gleichgewicht ist dieser aber enorm wichtig. Ein regelmäßiger und ausreichender Nachtschlaf sowie ab und an ein kleines Nickerchen zwischendurch können daher eine Menge bewirken. Das natürliche Krafttanken sorgt für Erholung und Entspannung.
    • Spazieren gehen: Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung, während Tageslicht die Produktion des körpereigenen Glückhormons Dopamin freisetzt. Ein kleiner Spaziergang ist bei jedem Wetter ein wirkungsvoller Helfer bei Stimmungsschwankungen – ob mit dem Partner oder allein.
    • Gesunde Ernährung: „Man ist, was man isst“ – dieses Sprichwort kommt nicht von ungefähr. Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die physische und psychische Gesundheit und kann Stimmungsschwankungen wirksam entgegenwirken. Vitamin B6, die Aminosäure L-Tryptophan und Omega-3-Fettsäuren wirken als natürliche Stimmungsaufheller. Weizenkeime, Lachs, Bananen, Avocados, Käse und kaltgepresste native Öle sollten darum regelmäßig verzehrt werden. Übermäßiger Zuckerkonsum hingegen wirkt sich negativ aus: Zwar sorgt der schnelle Abstieg des Blutzuckerspiegels für ein Stimmungshoch, sinkt dieser aber ab, folgt rasch ein Tief.
    • Geselligkeit: Regelmäßige Café-Besuche mit der besten Freundin, gemeinsame Familienabende oder Kinogänge mit Freunden: Alles, was der Schwangeren das Gefühl gibt, dass sie nicht allein ist, hebt die Stimmung. Außerdem gibt es bei diesen Treffen meist eine Menge zu lachen – und was ist schöner, als ausgelassene Stimmung unter geliebten Menschen zu genießen?

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