Hormone nach schwangerschaft

Eine Schwangerschaft verändert den Körper in vielerlei Hinsicht. Der ganze Organismus stellt sich um, die Hormone spielen verrückt, man nimmt zu und oft bilden sich Schwangerschaftsstreifen auf der Haut. Kurz nach der Entbindung genießen viele Frauen einfach nur das Gefühl, Mutter zu sein, halten ihr Kind im Arm und verschwenden kaum einen Gedanken an eine Bikinifigur. Doch nach einiger Zeit stellt sich bei den meisten Frauen eine Unzufriedenheit ein. Sie wollen ihre ursprüngliche Figur zurückerlangen, und zwar möglichst schnell. Aber so leicht, wie es bei den Promi-Müttern in den Medien oft aussieht, ist dieser Prozess nicht. Der After-Baby-Body braucht Zeit für Erholung und Rückbildungen.

Die ungeschminkte Wahrheit im Netz

Julia Bhosale, eine Redakteurin der Huffington Post, hat in einem ihrer Artikel eine detaillierte Beschreibung veröffentlicht, wie sich ihr Körper in den Wochen nach der Geburt ihres Kindes verändert hat und welche Gedanken sie dabei begleitet haben.

Sie schreibt: „Ich bin eine Mutter. Ich bin müde, gebrochen und wund. Ich habe Beulen, Buckel, Narben und schwabbelige Stellen“, und damit spricht sie Millionen Müttern aus der Seele.

Sie erzählt vom Druck, den sie seitens der Öffentlichkeit wahrnimmt, in der nur danach gefragt werde, wie man aussieht, nicht wie man sich fühlt. Jedoch hat sich auch in den Medien in den letzten Jahren etwas verändert. Immer mehr Frauen veröffentlichen die ungeschönte Wahrheit über den Zustand ihres Körpers nach einer Schwangerschaft. Sie machen damit anderen Mut, nicht zu hart mit sich ins Gericht zu gehen.

Tipps für ein gutes Gefühl

Erst 8 bis 16 Wochen nach der Geburt, soll man laut Experten damit beginnen, leichte und gezielte Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur zu machen. Letztere muss während der Schwangerschaft nachgeben, um Platz für das Baby zu machen, sie verschwindet bei vielen Frauen nahezu komplett. Auch die Überdehnung der Muskeln hinterlässt ihre Spuren. Die einzelnen Faserbündel können sich vorübergehend nicht mehr zusammenziehen und „leiern“ regelrecht aus. Um den Bauch zu straffen und langsam wieder in Form zu bringen, kann man spezielle Rückbildungskurse besuchen, Kurse also, die explizit auf Mütter ausgerichtet sind.

Die Ernährung sollte gesund und ausgewogen sein, aber nicht übertrieben kalorienarm. Eine Diät raubt Energie und wirkt sich negativ auf Mutter und Baby aus. Erst beim Abstillen kann die Kalorienzufuhr gedrosselt werden, um Fettpölsterchen verschwinden zu lassen. Generell bilden sich diese aber durch die Normalisierung des Stoffwechsels zu großen Teilen von allein zurück. Auch sollte man sich in Geduld und Nachsicht üben. Denn mit ein paar Kilos mehr auf den Hüften braucht man sich nicht verstecken. Modelabels und Online-Shops wie Emilia Lay bieten modische Kleidung in großen Größen an. Diese geben ein gutes Gefühl und kaschieren Problemzonen.

Letztendlich zählt am meisten das gesunde Leben, das man auf die Welt gebracht hat – und alles andere funktioniert oft von ganz alleine. Um es mit Julia Bhosales Worten zu sagen:

„Du siehst vielleicht nicht wie das nächste ‚Victoria’s Secret‘-Unterwäschemodel aus, aber konzentriere dich darauf, wie du dich fühlst. Sei nett zu dir selbst und zu deinem Körper. Du wirst aussehen, wie du aussehen sollst, wenn du dich gut fühlst.“

Nachwehen, Wochenfluss, Milcheinschuss: körperliche Veränderungen nach der Geburt

In der Schwangerschaft haben Sie Ihren Körper genau beobachtet und sich über den Geburtsvorgang ausführlich informiert. Doch was passiert eigentlich, wenn alles „geschafft“ ist und das Wochenbett beginnt? Wir erklären, was Sie bei Nachwehen und Wochenfluss erwartet, wie Dammschnitt und Kaiserschnittnarbe am besten verheilen und wie Sie Stillbeschwerden wie Milcheinschuss und wunde Brustwarzen lindern.

Das unbändige Glücksgefühl über das Baby versöhnt eine Mutter mit so mancher körperlichen Veränderung nach der Geburt.

© iStockphoto/Wavebreakmedia

Das Wochenbett: Die erste Zeit nach der Geburt

Nach allem, was Sie und Ihr Körper während der Schwangerschaft und der Geburt geleistet haben, heißt es jetzt vor allem ausruhen – die sechs- bis achtwöchige Zeit des Wochenbetts beginnt. Im Wochenbett gehen körperliche Erholung, Heilung und Rückbildung der Gebärmutter mit der Milchbildung und dem Beginn der Stillbeziehung zum Baby Hand in Hand. Hormone steuern diese körperlichen Veränderungen weitgehend. Ein ganz normaler Nebeneffekt der Hormonumstellung ist ein Auf und Ab der Gefühle, das für die Mutter auch belastend sein kann. Die Nachsorgehebamme betreut Sie während dieser Zeit und steht mit Rat und Tat zur Seite, was das Stillen oder das erste Baden des Babys angeht.

Die körperlichen Veränderungen im Wochenbett sind im Wesentlichen bei allen Frauen dieselben. Sie unterscheiden sich jedoch in der Ausprägung und Dauer. Ob eine Frau Geburtsverletzungen hat und wenn ja, welche, hängt natürlich von der Art der Geburt ab und wie sie verlaufen ist.

Nachwehen: Die Gebärmutter bildet sich zurück

In der Schwangerschaft hat sich die Gebärmutter im gesamten Unterleib ausgebreitet, hat Organe, Muskeln und andere Gewebe verdrängt. Durch teils schmerzhafte Nachwehen zieht sich die Gebärmutter innerhalb von vier Tagen nach der Geburt wieder auf die normale Größe zusammen. Vor allem die Hebamme hat ein Auge auf den Prozess der Rückbildung: Bei den Nachsorgeuntersuchungen ertastet sie Größe und Stand der Gebärmutter.

Bei Mehrgebärenden werden die Nachwehen meist schmerzhafter empfunden, da die Gebärmutter durch die frühere „Vordehnung“ der Muskulatur mehr Kraft aufwenden muss, um ihre ursprüngliche Form wiederzubekommen. Auch Frauen, die einen Kaiserschnitt haben, erleben die Nachwehen oft schmerzhafter.

Wochenfluss: Die Wundfläche in der Gebärmutter heilt

Der Wochenfluss besteht überwiegend aus Wundsekret und Blut aus der Wunde, die die abgelöste Plazenta in der Gebärmutter hinterlassen hat. In den ersten Tagen ist die Blutung stark, und Frauen finden auch Klümpchen im Wochenfluss. Mit der Zeit wird der Wochenfluss heller, bis er nach sechs bis acht Wochen ganz versiegt. Es ist wichtig, dass der Wochenfluss abfließen kann – daher auf keinen Fall Tampons verwenden, sondern große Binden, die Sie häufig wechseln, damit im feucht-warmen Klima keine Keime gedeihen können. Duschen statt Baden und anfangs regelmäßige Scheidenspülungen mit warmem Wasser sind einfache, aber wichtige Hygienemaßnahmen.

Dammriss, Dammschnitt oder Kaiserschnitt: Geburtsverletzungen heilen

Wenn sich das Baby durch den Geburtskanal schiebt, kommt es oft zu kleineren oder größeren Verletzungen bei der Mutter. Im Damm oder weiteren Scheidenbereich sind Schnitte oder feine Risse häufig. Die notwendige Dehnung in der Scheide kann auch zu Blutergüssen im umliegenden Gewebe führen. Kühlende Kompressen oder spezielle Kühlgels verschaffen oft schon Erleichterung. Zudem können homöopathische Mittel den Heilungsprozess beschleunigen und die Schwellung bei einem Bluterguss nach der Geburt abklingen lassen. Bei starken Schmerzen können nach Rücksprache mit dem Arzt auch Schmerzmittel genommen werden, die Ihrem Baby nicht schaden.

Um Infektionen zu vermeiden und die Heilung zu unterstützen, sollten die Nähte sauber gehalten und nach jedem Toilettengang mit Wasser abgespült werden. Blutergüsse bilden sich normalerweise selbst zurück, und auch ein Dammschnitt oder -riss heilt in der Regel selbstständig innerhalb von sechs Wochen nach der Entbindung ab.

Nach einem Kaiserschnitt sich die Beeinträchtigungen verständlicherweise größer – auch beim Aufstehen und Gehen wird die Narbe wahrscheinlich schmerzen. Doch auch dafür gibt es Medikamente, die Ihrem Baby nicht schaden. Im Krankenhaus zeigt man Ihnen auch, wie Sie die Narbe pflegen. Und Ihre Hebamme beobachtet bei den Nachsorgeuntersuchungen, ob die Wundheilung bei Dammschnitt, -rissen oder einem Kaiserschnitt gut verläuft.

Milcheinschuss und wunde Brustwarzen

Zwei bis drei Tage nach der Geburt findet der Milcheinschuss statt. Ihre Brüste schwellen an und werden schwer. Das kann mitunter schmerzhaft sein. Versuchen Sie von Anfang an dafür zu sorgen, dass die Milch kontinuierlich abfließen kann. Sonst bilden sich Milchstaus, die im schlimmsten Fall zu einer Brustentzündung führen können. Geben Sie sich und Ihrem Baby also viel Zeit fürs Stillen – gerade, wenn das nicht von Anfang an reibungslos klappt. Die ersten Momente beim Stillen fühlen sich fast immer unangenehm an. Vielleicht reagieren ihre Brustwarzen auch empfindlich auf die ungewohnte Beanspruchung und werden wund. Lassen Sie, wenn möglich, ein wenig Muttermilch auf den Brustwarzen antrocknen. Auch eine spezielle, stillverträgliche Brustwarzensalbe kann Linderung bringen. Ihre Hebamme kann Ihnen auch Tipps geben, wie man das Baby beim Stillen möglichst brustwarzenschonend anlegen kann.

Für einen guten Stillstart

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Wassereinlagen verschwinden und überschüssige Pfunde schmelzen

Nach der Geburt purzeln die Pfunde – rund 11 Kilogramm verlieren Sie fast wie von selbst: Das Gewicht des Fruchtwassers, der Plazenta und des Babys verschwinden sofort. In den ersten Tagen nach der Geburt scheidet der Körper die Wassereinlagerungen aus, die sich überall im Körper angelagert hatten. Auch die größere Blutmenge in der Schwangerschaft, die ebenfalls ins Gewicht fiel, normalisiert sich. Wenn die Gewebsflüssigkeit und die größere Blutmenge weg sind, geht es mit dem Abnehmen langsamer voran. Am schnellsten schmelzen überschüssige Fettpölsterchen beim Stillen. Dabei verbrauchen Sie ungefähr 530 Kalorien mehr am Tag – ein Energiebedarf, der etwa doppelt so hoch ist wie der in der Schwangerschaft. In der Stillzeit Diät zu halten ist deshalb nicht nur unnötig, sondern auch nicht sinnvoll. Ihnen und Ihrem Baby können so wichtige Nährstoffe entgehen. Zudem können im Fettgewebe eingelagerte Giftstoffe frei werden, die dem Baby über die Muttermilch schaden können.

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Ernährung in der Stillzeit

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Haare fallen aus

Vom sogenannten postpartalen Effluvium, dem gesteigerten Haarausfall nach der Geburt, sind alle Mütter betroffen. Schuld ist die Veränderung des Östrogenspiegels. Denn dieser steigt ab der achten Schwangerschaftswoche zuerst deutlich an. Die Lebensphase der einzelnen Haare verlängert sich dadurch. Das Resultat: Um etwa zehn Prozent verdichtet sich durchschnittlich die Haarfülle einer Frau in der Schwangerschaft. In den ersten drei Monaten nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel auf Normalniveau, und Ihre Haare fallen deshalb zunächst vermehrt aus. Das nehmen Frauen je nach Struktur und Fülle der Haare unterschiedlich stark wahr. Dabei gilt: Auch wenn es zunächst nach viel aussieht, besteht kein Grund zur Sorge. Es gehen nicht alle Haare verloren. Sobald sich der Östrogenspiegel wieder eingependelt hat, hört der Haarausfall auf. Das dauert bei den meisten Frauen etwa sechs Monate, also bis zum neunten Monat nach der Geburt. Danach haben sie wieder die gleiche Haarfülle wie vor der Schwangerschaft.

Stimmungstief

Extrem empfindlich, scheinbar grundlos traurig und sehr erschöpft: Ein hormonell bedingtes Stimmungstief etwa um den dritten bis fünften Tag nach der Geburt, auch Baby-Blues oder Heultage genannt, ist völlig normal. Ursache sind, wieder einmal, die Hormone: Östrogen und Progesteron sinken nach der Geburt plötzlich. Gleichzeitig wird nach der Geburt das Hormon Prolaktin produziert, das für die Milchbildung verantwortlich ist. Die Hormonumstellung in Kombination mit der körperlichen Anstrengung, die hinter der Mutter liegt, und den Beschwerden, die sie aktuell plagen – all das kann (aber muss nicht) dazu führen, dass die Laune in den Keller sinkt und die Tränen fließen. Nach einer Woche hat sich Ihr psychisches Befinden aber in der Regel wieder normalisiert. Wenn Sie allerdings bemerken, dass Ihre Stimmung dauerhaft im Keller ist und Sie Ihr Baby nicht richtig annehmen können, dann scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Es könnte sich um eine Wochenbettdepression handeln.

Für mich

Das Wichtigste nach der Geburt

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Erst nach dem Wochenbett wieder Muskeltraining

Bauchmuskeln? Das war einmal. Das haben Sie sicher selbst schon bemerkt. Schwangerschaft und Geburt haben Ihre Bauch- und Beckenbodenmuskulatur gedehnt und strapaziert. Während in der Wochenbettzeit der Beckenboden so gut wie möglich geschont werden soll, können Sie acht bis zehn Wochen nach der Entbindung mit entsprechenden Übungen zur Kräftigung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur beginnen. Dabei gilt: Nichts überstürzen! Lassen Sie Ihrem Körper Zeit, wieder in Form zu kommen. In Rückbildungskursen, die von Hebammen angeboten werden, können Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie werden wieder fit, und das in netter Atmosphäre mit Frauen, die auch gerade Mütter geworden sind.

Rückbildung

Rückbildung nach der Geburt

Das Geheimrezept für einen Wohlfühl-Körper nach der Geburt: Rückbildungsgymnastik. Lernen Sie einige Übungen kennen.

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Kurz zusammengefasst

Das maximal achtwöchige Wochenbett dient der Erholung und Wiederherstellung nach der Geburt. In dieser Zeit beginnen die größten Rückbildungsprozesse der Gebärmutter, Geburtsverletzungen heilen, der Beckenboden erholt sich, das Körpergewicht beginnt sich zu normalisieren, genauso Haarwachstum und Nervenkostüm der Mutter. Aber auch nach dem Wochenbett geht der Prozess der Veränderung und Rückbildung weiter. In der Regel dauert es neun Monate, bis der Körper wieder im selben Zustand ist wie vor der Schwangerschaft.

Ihre Julia
vom glückskind-Team

Hormonumstellung nach der Geburt

Die Hormonumstellung nach der Geburt bezeichnet die Zeit, in der Dein Körper sich von der Schwangerschaft „erholt“. Neun Monate lang sorgte die Plazenta als Großproduzent von Schwangerschaftshormonen dafür, dass noch mehr Östrogen und Progesteron, zwei wichtige weibliche Sexualhormone, als gewöhnlich durch Deinen Körper gepumpt wurden.

Mit der Geburt verschwindet dieser Hormon-Lieferant auf einmal und Dein Körper reagiert entsprechend darauf. Doch: eine Hormonumstellung nach der Geburt ist kein Zuckerschlecken für Deinen Körper. Sie braucht Zeit, meist mehrere Monate lang.

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Hormonumstellung nach der Geburt: Ein Wechselbad der Gefühle

Dass an Stimmungsschwankungen bei Frauen nicht selten die Hormonen Schuld haben, ist kein Geheimnis. Demnach ist es kaum verwunderlich, dass die immense Hormonumstellung nach der Geburt mit einem regelrechten Wechselbad der Gefühle einhergeht. Denn der Körper muss sich von jetzt auf gleich daran gewöhnen, ohne diese vielen zusätzlichen Hormone zurecht zu kommen – klar, dass das überfordernd sein kann!

Bestimmt hast Du schon von dem sogenannten Babyblues gehört? Denn so wird diese empfindliche Phase nach der Geburt bezeichnet. Wenn wir von einem Wechselbad der Gefühle sprechen, ist das übrigens auch genau so gemeint. Deshalb ist es vollkommen in Ordnung, wenn Du Dich in einem Moment noch überglücklich und im nächsten traurig fühlst – ohne genau zu wissen, warum. Das geht alles auf die Kappe der Hormonumstellung!

Nimm Dir also in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt Zeit, um Deinen Körper regenerieren zu lassen und Dich an die neue Situation zu gewöhnen. Merkst Du aber, dass mehr als „nur“ ein Babyblues dahinter steckt, nämlich eine postpartale Depression, wende Dich an Deinen Arzt.

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Hautprobleme nach der Schwangerschaft

Die Hormonumstellung kann nicht nur Auswirkungen auf Deine Gefühle haben, sondern auch auf Deine Haut. Selbst dann, wenn Du eigentlich mit reiner Haut gesegnet bist. Post-Schwangerschafts-Akne kann ein ungeliebter Nebeneffekt nach der Schwangerschaft sein.

Doch sobald sich Dein Hormonhaushalt wieder eingependelt hat, sollten auch die unerwünschten Pickel wieder verschwinden. Ist das nicht der Fall, kannst Du Deinen Arzt um Rat fragen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Auch Haarausfall nach der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich. Dazu kommt es, weil der Körper auf die Extrazufuhr Östrogen plötzlich verzichten muss, die bislang für einen verstärkten Haarwuchs gesorgt hat. Also wird die Haarproduktion eingestellt und die Haare fallen wenige Monate nach der Schwangerschaft aus.

Aber kein Grund zur Sorge: auch dieses Problem stellt sich nach maximal einem Jahr von ganz alleine ein. Wichtig ist daher, dass Du Dich in Geduld übst und die Finger von vielversprechenden Shampoos lässt – die werden Dir bei diesem Problem nämlich leider nicht helfen.

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PMS nach der Schwangerschaft

Manche Frauen stellen nach der Schwangerschaft fest, dass sie verstärkt unter PMS, also dem Prämenstruellen Syndrom, leiden. Das kann auch auf Frauen zutreffen, die vor der Schwangerschaft kaum oder nie Probleme damit hatten.

Schuld daran ist auch in diesem Fall die Hormonumstellung nach der Geburt. Ob und in welchem Maße eine Frau prämenstruelle Syndrome aufweist, fällt von Frau zu Frau unterschiedlich aus. Oft handelt es sich hierbei um körperliche sowie psychische Beschwerden, die sich mit dem Eintreten der Periode wieder einstellen. Die häufigsten körperlichen als auch psychischen Leiden sind:

Körperliche Symptome

  • Kreislaufprobleme, Migräne, Übelkeit
  • Spannen in der Brust
  • Unterleibsschmerzen sowie Kopf- und Rückenschmerzen
  • Durchfall
  • Wassereinlagerungen im Gewebe
  • Hautprobleme
  • Heißhunger, Völlegefühl, Appetitlosigkeit
  • Erschöpfung, Kraftlosigkeit oder auch Ohnmacht
  • Reiz-Sensibilität (Lärm, Licht, Stress, Gerüche)

Psychische Symptome

  • Depressionen oder depressive Verstimmungen
  • Reizbarkeit, Wutausbrüche, Aggressivität
  • Stimmungsschwankungen
  • Ruhelosigkeit
  • übertriebene Gefühle, zum Beispiel grundloses Lachen oder Weinen

Mehr zum Prämenstruellen Syndrom nach der Schwangerschaft liest Du hier.

Hormonumstellung: Ein Ende in Sicht

Ohne Frage: Der weibliche Körper macht, sobald eine Eizelle befruchtet wird und daraufhin ein kleines Leben entsteht, eine ganze Menge durch. So unangenehm Dir vielleicht die Hormonumstellung nach der Geburt – aber auch währenddessen – vorkommen mag, sobald sich Dein Körper wieder eingependelt hat, sind all die unangenehmen Nebenwirkungen passé.

Alles, was Du, Dein Körper und Dein Baby in dieser Zeit brauchen, sind Ruhe, Liebe und Fürsorge 🙂

Hormonschub mit weitreichender Wirkung: Die hormonellen Umstellungen während der Schwangerschaft machen sich sogar im Gehirn bemerkbar. Wie eine Studie nun zeigt, ändert das weibliche Denkorgan in dieser prägenden Zeit seine Struktur – und zwar langfristig. Noch zwei Jahre nach der Geburt konnten die Forscher die Veränderungen feststellen. Sie vermuten, dass es sich dabei um einen Anpassungsmechanismus handelt, der die Frauen für die Aufgaben der Mutterschaft wappnet.

Während der Schwangerschaft vollziehen sich im Körper der werdenden Mutter drastische Umbrüche: Nicht nur der Bauch wird dabei von Monat zu Monat dicker. Auch der Hormonhaushalt verändert sich, um das Heranreifen des Kindes zu ermöglichen. Die ungewohnten Schübe von Progesteron, Östrogen, Oxytocin und Co bereiten den Organismus optimal auf seine neue Aufgabe vor. Als Nebeneffekt führen sie aber manchmal zu Stimmungsschwankungen und Unwohlsein.

Müttern ins Gehirn geblickt

Dass hormonelle Umstellungen die Psyche und sogar das Gehirn beeinflussen können, weiß man bereits von Studien zum weiblichen Zyklus – und ein ähnliches Phänomen ist auch bei Jugendlichen bekannt: Im Vergleich zur Schwangerschaft fallen die Hormonschübe in der Pubertät zwar weniger radikal aus. Dennoch erfährt das Hirn der Heranwachsenden dadurch Umbauten, die die Struktur des Denkorgans sowie seine Funktionsweise nachweislich verändern. Wie sehr muss sich dann erst eine Schwangerschaft auf das Gehirn auswirken?

„Das ist bisher noch nicht systematisch untersucht worden“, sagen Elseline Hoekzema

von der Universitat Autònoma in Barcelona und ihre Kollegen. Um diese Forschungslücke zu schließen, haben die Wissenschaftler mehrere Jahre lang junge Menschen begleitet. Mithilfe der Magnetresonanztomografie verglichen sie dabei, wie das Gehirn von 25 Frauen vor und nach deren ersten Schwangerschaft aussah – und wie es sich von dem frischgebackener Väter sowie Männern und Frauen ohne Kinder unterschied.

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Das Volumen der eingefärbten Hirnregionen war nach der Schwangerschaft vermindert. © Oscar Vilarroya

Graue Substanz verändert sich

Das Ergebnis: Nach der Geburt des ersten Nachwuchses konnten die Forscher deutliche Veränderungen im Gehirn ihrer Probandinnen feststellen. So war in bestimmten Regionen das Volumen der grauen Substanz vermindert – unter anderem in Bereichen des präfrontalen sowie des temporalen Kortex, die für die soziale Kognition von Bedeutung sind und etwa bei der Zuschreibung von Emotionen eine Rolle spielen.

Die Umstrukturierungen waren dabei so charakteristisch, dass Hoekzema und ihre Kollegen die Mütter allein anhand der Hirnbilder identifizieren und von anderen Frauen oder Männern unterscheiden konnten – und das nicht nur direkt nach der Entbindung, sondern sogar noch zwei Jahre danach. Nur eine bestimmte Region im Hippocampus hatte sich nach dieser Zeit zumindest teilweise wieder erholt.

Weniger Masse, mehr Spezialisierung?

Die betroffenen Hirnregionen fielen jedoch nicht nur durch ihr geschrumpftes Volumen auf. In einem weiteren Experiment zeigte sich: Sahen sich die Mütter Fotos von ihren Babys an, kam es genau in diesen Bereichen zu einer verstärkten neuronalen Aktivität. Auf Bilder von fremden Kindern reagierte das Gehirn hingegen unauffällig.

Die Forscher glauben deshalb, dass es sich bei den Umbauten um eine sinnvolle Anpassung an das Mutter-Sein handelt: „Die beobachteten Veränderungen könnten einen Mechanismus widerspiegeln, wie wir ihn auch aus der Pubertät kennen: Viele schwache Synapsen werden eliminiert und weichen für effizientere und spezialisierte neuronale Netzwerke“, erklärt Hoekzema.

Keine kognitiven Defizite

„Als Folge kann die Mutter womöglich die Bedürfnisse und den emotionalen Zustand ihres Kindes besser erkennen“, sagt Mitautorin Erika Barba. Dafür, dass die Veränderungen eher Vor- als Nachteil sind, sprechen auch weitere Beobachtungen der Wissenschaftler. Demnach konnten sie bei den Müttern während und nach der Schwangerschaft keine Einschränkung der Gedächtnisleistung oder anderer kognitiver Funktionen feststellen.

„Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass die Schwangerschaft mit langfristigen Umstrukturierungen einhergeht, die die Morphologie des Gehirns für mindestens zwei Jahre verändern. Diese Veränderungen könnten die Frauen auf die sozialen Herausforderungen der Mutterschaft vorbereiten“, schließt das Team. (Nature Neuroscience, 2016; doi: 10.1038/nn.4458)

(Nature/ Universitat Autonoma de Barcelona, 20.12.2016 – DAL)

20. Dezember 2016 Teilen:

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Nach der Schwangerschaft

Nach der Schwangerschaft verändert sich der Körper wieder, die Hormone stellen sich um. Auch Rückbildung ist wichtig. Was sich nach der Schwangerschaft verändert und worauf Sie achten sollten.

Nach der Schwangerschaft und der Geburt gibt es neben den Glücksmomenten auch Momente der Erschöpfung.

Die ersten sieben Wochen nach der Geburt werden Wochenbett genannt. In dieser Zeit ist der Körper vor allem damit beschäftigt, die Geburtswunden zu heilen. Deshlab sollten Sie sich in dieser Zeit noch sehr schonen.

Das ist auch gut, um mit der erneuten Hormonumstellung besser zu recht zu kommen. Denn nach der Geburt sacken alle Schwangerschaftshormone vom einen auf den anderen Moment in den Keller – ähnlich wie auch zu Beginn der Schwangerschaft kann Sie diese Hormonumstellung gewaltig aus der Bahn werfen.
Tage an denen Sie nur heulen könnten und das Mutter-Glück nicht wirklich genießen könen und wollen sind daher völlig normal: der Baby-Blues hat Sie gepackt. Aber der vergeht genau so schnell wieder wie er gekommen ist. In der Regel reichen Ruhe und Unterstützung, um die Nerven nach ein bis zwei Wochen wieder zu stabilisieren.

Doch etwa 15 Prozent der Mütter erleben allerdings eine ernsthafte Wochenbettdepression nach der Geburt. Symptome sind zum Beispiel Ängste, Aggressionen, Weinen, Hoffnungslosigkeit. Das Umfeld muss die Mutter unterstützen, ihr raten professionelle Hilfe zu suchen. Eine postpartale Depression muss ernst genommen werden.

Rückbildung nach der Schwangerschaft

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt steht dann die Nachsorgeuntersuchung beim Frauenarzt an. Hierbei wird unterswucht, ob sich der Körper richtig zurückgebildet hat und der allgemeine Gesundheitszusatnd von Mutetr und Kind kontrolliuert. Die Befunde werden im Mutterpass eingetragen.

Rückbildungsgymastik nach der Schwangerschaft ist sehr wichtig für den Körper und sollte nicht aus Faulheit weggelassen werden. Die gedehnte Beckenbodenmuskulatur muss wieder gestärkt werden. Am einfachsten ist es, Sie besuchen einen Kurs. Fangen Sie aber auch nicht zu früh mit den Übungen an, lassen Sie Ihrem Körper sechs bis acht Wochen nach der Geburt zur Regeneration Zeit und halten Sie auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme.

Abnehmen nach der Schwangerschaft

Direkt nach der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollten Sie keine Diät halten, das kann Auswirkungen auf die Qualität der Muttermilch haben und so Ihrem Baby schaden. Manche Mütter nehmen einfach durch das Stillen selbst ab. Bei vielen Frauen braucht es übrigens ein gutes Jahr, bis sie die Schwangerschaftspfunde wieder los sind.

Nach der Schwangerschaft und der Geburt steht ersteinmal das Stillen des Babys an. Hierbei gibt es zu Beginn oft Probleme. Das ist ganz normal, bleiben Sie ruhig und werden Sie nicht ungeduldig, holen Sie sich zum Beispiel von Ihrer Hebamme Tipps.

Sex und Verhütung nach der Schwangerschaft

Es gibt das Gerücht, eine Frau könne während sie stillt nicht schwanger werden – das ist jedoch falsch! Auch während der Stillzeit kann man schwanger werden. Allerdings sind nicht alle gängigen Verhütungsmittel während der Stillzeit zu empfehlen, wie zum Beispiel die Pille. Kondome hingegen eignen sich auch direkt nach der Schwangerschaft zur Verhütung.

Die Stillbeziehung lebt vor allem von einem harmonischen Miteinander von Mutter und Kind. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt das ausschließliche Stillen bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat des Babys. Empfohlen wird das Stillen bis zum 2. Geburtstag; wobei dieses Datum nicht als Maximalstilldauer zu sehen ist. Mütter sollten stillen, solange sich alle Beteiligten wohl in ihrer Rolle fühlen. Das weltweit durchschnittliche Abstillalter liegt bei vier Jahren.

Dass Muttermilch viele Vorteile hat, ist nicht nur hinsichtlich einer adäquaten Ernährung unumstritten. Beim Stillen werden die Hormone Prolaktin und Oxytocin im Körper der Mutter ausgeschüttet, die sich nach der Geburt positiv auf die Regeneration des Körpers auswirken. Oxytocin beeinflusst die Rückbildung der Gebärmutter, die sich schneller und kräftiger wieder zusammenführen kann. Auf diese Weise werden die Blutgefäße in diesem Organ schneller verschlossen, sodass die Blutung der Plazentawunde in der Gebärmutter schneller abgeschlossen werden kann. Stillende Mütter leiden aus diesem Grund weit weniger häufig unter einer nachgeburtlichen Blutanämie als Mütter, die eine Flasche geben. Durch das regelmäßig beim Stillen angeregte Zusammenziehen der Gebärmutter entstehen zudem weit weniger Stauungen des Wochenflusses. Die positiven Langzeitwirkungen des Stillens sind mittlerweile auch für die weitaus geringere Anfälligkeit für Eierstock- und Brustkrebs und für Diabetes und Osteoporose nachgewiesen.

Stillen macht Mütter zur Löwin

Neben den physischen Auswirkungen des Stillens spielt vor allem aber die Beeinflussung der Psyche von Mutter und Kind eine Rolle. Die sprichwörtliche Löwenmutter, die ihr Kind furchtlos verteidigt, steckt in jedem Säugetier – wie Forscher inzwischen nachgewiesen haben auch im Menschen. Das Schlüsselhormon für diesen Mechanismus ist das Oxytocin, das eine grundlegende Relaxiertheit der stillenden Mutter bewirkt. Dieses niedrige Stressniveau führt zu einer gewissen Furchtlosigkeit und Aggressivität, welche die Natur den Müttern als Schutzprogramm mitgegeben hat: Wird das Kind bedroht, ist eine gesteigerte Aggressivität ohne Furcht die effektivste Verteidigung.

Was sich in diesem Mechanismus auch zeigt, ist der durch das Stillen gewonnene Puffer gegen Stress: Oxytocin bewirkt, dass Mütter stressresistenter sind, da das Stresshormon Cortisol bei seiner Ausschüttung gesenkt wird. Notwendig ist das besonders, um die anstrengenden Nächte mit einem Baby zu bewältigen und dabei den regulären Alltag ebenfalls nicht komplett zu vernachlässigen. Studien haben bewiesen, dass stillende Mütter mit Schlafmangel, einem schreienden Kind und dem einnehmenden Bedürfnis souveräner umgehen als Mütter von Flaschenkindern. Eine Rolle spielt dabei auch die Freigabe des Hormons Prolaktin. Je höher der Spiegel an Prolaktin im Körper der Mutter ist, umso geringer ist das individuelle Schlafbedürfnis. Das bedeutet konkret, dass stillende Mütter unter Schlafentzug weit weniger leiden als Mütter, die ihrem Baby eine Flasche geben, sie fühlen sich seltener ausgelaugt und sind insgesamt geduldiger.

Bereits direkt nach der Geburt beginnt mithilfe des Stillens der positive psychologische Effekt auf die Mutter: Das Neugeborene wird von der Geburt von der Brustwarze nahezu magisch angezogen und beginnt sofort zu saugen. Diesen Mechanismus sollten sich Mütter unbedingt zunutze machen, indem das Kind sofort nach Geburt auf den Bauch der Mutter gelegt wird, damit es sich seinen Weg suchen kann. Die körpereigenen Pheromone lenken das Kind zur Brustwarze, die es riechen kann. Neben Lockstoffen ist auch hier das Oxytocin wegweisend; es wird immer dann ausgeschüttet, wenn das Kind weint, die Mutter berührt oder auch nur Blickkontakt besteht. Nicht umsonst wird dieser Botenstoff auch als Bindungshormon bezeichnet. In der ersten Stunde nach der Geburt ist der Oxytocinspiegel bei der Mutter besonders hoch. Das Gemisch aus Geruch, Hautkontakt, Blicken und Lautäußerungen bewirkt in Kombination mit dem auch als Liebeshormon bezeichneten Botenstoff, dass sich Mutter und Kind regelrecht ineinander verlieben können, was die Basis für eine intensive Beziehung legt.

Das erste Stillen nach Geburt hat besonders beruhigende Auswirkungen auf die Psyche der Mutter: Es zeigt, dass alles funktioniert und es dem Kind dabei gut geht. Mütter fühlen sich dadurch kompetenter und sind es durch dieses ureigene Selbstvertrauen tatsächlich.

Stillen und die psychischen Auswirkungen auf das Kind

Auch das Baby selbst produziert Oxytocin; es wird immer nach dem Stillen beim Kind ausgeschüttet und bewirkt, dass dieses eine innere Zufriedenheit erfährt. Dies erklärt auch, warum viele Babys beim Stillen einschlafen.

Neben der beruhigenden Funktion des Stillens auf das Wesen des Kindes haben Forscher inzwischen eine besonders interessante Auswirkung dieser natürlichen Ernährungsform des Babys nachgewiesen: Studien zufolge verbessert Stillen die intellektuelle Entwicklung des Kindes. Wichtig ist dafür jedoch, dass das Baby nach Bedarf gestillt wird, also dass es jederzeit freien Zugang zur Brust hat. Sind diese Voraussetzungen gegeben, so ist der durchschnittliche IQ der nach Bedarf gestillten Babys um 5 Punkte höher als die vergleichbarer Kinder.

Eine Erklärung für diesen Zuwachs an Intelligenz erklärt sich in der vermehrten Zuwendung der Mutter zum Kind: Es bekommt immer dann Hingabe, wenn es danach fordert. Psychologen haben nachgewiesen, dass dies das Selbstwertgefühl des Kindes steigert, so wären gestillte Kinder auch in späteren Jahren selbstbewusster und oft auch selbstständiger.

Stillen schenkt dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Vor allem durch das Zusammenspiel von Mutters Geruch, Ihrer Stimme und der Milch können gestillte Säuglinge Ihr Urvertrauen voll entfalten. Zudem werden alle Sinne beansprucht, das Baby kann noch einmal die Einheit mit der Mutter erfahren, mit der es im Bauch über viele Monate hinweg vertraut war.

Abstillen: Wann und wie du mit dem Stillen aufhören solltest

Muss ich mit dem Stillen aufhören?

Manchmal glauben Mütter fälschlicherweise, dass sie mit dem Stillen aufhören müssen – aber das stimmt nicht. Wenn du in deinen Beruf zurückkehrst, kann Stillen eine großartige Möglichkeit sein, um deinem Kind während dieser großen Veränderung in eurem Leben weiterhin viel Nähe zu schenken. Du kannst Milch für dein Baby bei der Arbeit abpumpen und morgens und abends weiterhin besondere Stillmomente mit deinem Baby genießen. Wenn du ohne dein Baby verreisen musst, kannst du Muttermilch abpumpen und sie mit nach Hause nehmen oder per Post schicken.

Falls du krank wirst, heißt das auch nicht immer, dass du mit dem Stillen aufhören musst – lies unsere Ratschläge zum Stillen bei Krankheit und wende dich immer an deinen Arzt.

Abstillen vor dem sechsten Monat

Wenn du nicht bis zum sechsten Monat weiterstillen kannst und von dir aus mit dem Abstillen beginnen möchtest, ersetze zuerst eine Stillmahlzeit am Tag durch eine Flasche Säuglingsnahrung.

„Am besten beginnst du mit der Stillmahlzeit um die Mittagszeit. Babys sind erstaunlich und können den Geruch der Milch ihrer Mutter riechen, wenn sie in der Nähe ist. Bitte daher deinen Partner oder ein Familienmitglied, deinem Baby die Flasche zu geben, während du in einem anderen Raum bist“, erklärt Sarah.

„Achte bei der Zubereitung der Nahrungsmittel auf gute Hygiene. Es kann sein, dass dein Baby weniger häufig pro Tag abgepumpte Muttermilch trinken möchte, als es normalerweise an der Brust gestillt werden will. Zwinge es nicht, mehr Milch zu trinken, als es möchte.“

Deine Brüste fühlen sich wahrscheinlich voller und empfindlicher an, während sich dein Körper darauf einstellt, weniger Milch zu produzieren. Falls das unangenehm wird, versuche, etwas Muttermilch abzupumpen – nur so viel, um deine Beschwerden zu lindern, ohne deinen Körper anzuregen, mehr Milch zu bilden.

Sobald sich dein Körper an diese neue Menge gewöhnt hat – normalerweise nach ein paar Tagen –, kannst du täglich eine weitere Stillmahlzeit weglassen. Das wiederholst du so lange, bis du nicht mehr stillst und dein Baby vollständig abgestillt ist.

„Bei mir gab es nach der Geburt Komplikationen, durch die ich sehr schnell sehr viel Gewicht verloren habe, außerdem litt ich an einer Mastitis. Meine Milchproduktion war niedrig, und nach drei Monaten musste ich aufhören“, erzählt Jennifer, Mutter von zwei Kindern, aus Großbritannien. „Ich ersetzte eine Stillmahlzeit nach der anderen, also war es für mich körperlich kein großes Problem, aber emotional fiel es mir sehr schwer.“

Wenn du die Intimität und gesundheitlichen Vorteile des Stillens beibehalten möchtest, aber gezwungen bist, weniger zu stillen, versuche es mit teilweisem Abstillen, wobei nur einige Stillmahlzeiten durch Säuglingsnahrung ersetzt werden.

Abstillen nach dem sechsten Monat

Sobald dein Baby ungefähr im Alter von sechs Monaten feste Nahrung erhält, wirst du merken, dass es mit der Zeit ganz natürlich weniger häufig an der Brust trinkt. Innerhalb von einem Jahr möchte es wahrscheinlich nur noch ein paar Stillmahlzeiten am Tag, ergänzt durch Mahlzeiten und gesunde Snacks.

Falls du das jedoch noch weiter reduzieren möchtest, mache dies nach und nach, indem du nur eine Stillmahlzeit auf einmal weglässt und deinem Baby stattdessen Säuglingsnahrung gibst, falls es jünger als 12 Monate ist. Mit Kuhmilch solltest du warten, bis dein Baby mindestens ein Jahr alt ist.

„Ich habe meinen Sohn noch dreimal am Tag gestillt, und er bekam drei Mahlzeiten und Snacks zwischendurch, als ich mich entschied, ihn abzustillen. Ich habe jede Stillmahlzeit nach und nach durch eine Flasche Säuglingsnahrung ersetzt – mit dem Stillen am Abend habe ich bis zuletzt gewartet, als er 11 Monate alt war,“ sagt Ruth, Mutter eines Kindes, aus Großbritannien. „Weil ich mir Zeit gelassen habe, hatte ich keine Probleme. Meine Brüste haben sich nur ein paar Tage lang etwas voller angefühlt.“

Es gibt mehrere Möglichkeiten, dein Kind von der Änderung seiner Ernährungsgewohnheiten abzulenken. Manche Mütter bieten stattdessen ein Getränk und einen Snack an, den ihr zusammen essen könnt, um trotzdem Nähe zu schaffen. Du könntest außerdem euren Tagesablauf ändern, das Lieblingsspiel spielen oder eine Mahlzeit durch Kuschelzeit mit dir oder deinem Partner ersetzen. Manche Kinder brauchen länger als andere, um mit der Veränderung umzugehen, aber mit der Zeit wird es einfacher. Falls du Probleme beim Abstillen hast, ist es immer hilfreich, dich an deinen Arzt zu wenden.

Natürliches Abstillen mit der Zeit

Wenn du dein Kleinkind entscheiden lässt, wann es mit dem Stillen aufhören möchte (sogenanntes „baby-led weaning“ oder natürlich endendes Stillen), ist der Abstillprozess wahrscheinlich langsam und passiert nur allmählich. Über mehrere Monate werden die Stillmahlzeiten voraussichtlich kürzer und seltener – es gibt aber auch Berichte von Müttern, deren Kinder einfach eines Tages das Interesse verloren haben.

„Meine Tochter hat sich mit vier Jahren selbst abgestillt“, sagt Sarah, Mutter eines Kindes, aus Großbritannien. „Sie hat nach und nach immer weniger Milch getrunken, mit dreieinhalb Jahren kaum noch etwas. Dann hat sie es scheinbar vergessen, als wir im Urlaub waren. Jetzt, sechs Monate später, möchte sie manchmal an die Brust, weiß aber, dass keine Milch mehr kommt.“

Dein Körper hat so genügend Zeit, sich anzupassen, deshalb tritt bei dir wahrscheinlich keine unangenehme Brustdrüsenschwellung auf. Trotzdem ist es wahrscheinlich emotional schwer für dich, nimm dir also genug Zeit für ausgiebiges Kuscheln, damit ihr beide weiterhin viel Nähe spürt.

„Mein Baby entscheiden zu lassen, war für mich genau richtig, da mein Sohn nie Säuglingsnahrung oder eine Flasche bekommen hat. Ich wollte nicht plötzlich aufhören und ihn abweisen“, meint Kelly, Mutter eines Kindes, aus Großbritannien. „Mit zweieinhalb Jahren hat er das Interesse verloren. Das war der bestmögliche Ablauf für uns, obwohl es schon sehr emotional für mich war.“

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