Hormonbehandlung BEI kinderwunsch

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Hormonbehandlung

Bei etwa 30 bis 40% der betroffenen Frauen geht der unerfüllte Kinderwunsch auf hormonelle Störungen zurück. Eine Hormonbehandlung ermöglicht in diesem Fall einen normalen Eisprung, so dass die Frauen auf natürlichem Wege oder im Rahmen einer künstlichen Befruchtung schwanger werden können. Parallel sollte ein Zyklusmonitoring stattfinden, um den besten Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr oder die künstliche Befruchtung bestimmen zu können und die Produktion mehrerer Eizellen und damit eine Mehrlingsschwangerschaft auszuschließen.

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Ziele der Hormonbehandlung

Die Hormonbehandlung wird in drei Phasen des Menstruationszykluses eingesetzt, um einen erfolgreichen Eisprung sicherzustellen:

  • Stabilisierung des Menstruationszykluses: Eine Hormonbehandlung kann eingesetzt werden, um einen aus dem Gleichgewicht geratenen Menstruationszyklus zu stabilisieren. Dies ist beispielsweise beim PCO-Syndrom, einer Gelbkörperschwäche und vielen weiteren hormonellen Fruchtbarkeitsstörungen der Fall.
  • Stimulation der Eizellenreifung: Fester Teil fast aller Fruchtbarkeitsbehandlungen ist inzwischen die ovarielle Stimulation, also eine Stimulation der Eizellenreifung. Das bekannteste Hormonpräparat, welches in diesem Zusammenhang eingesetzt wird, ist Clomifen. Aber auch das follikelstimulierende Hormon (FSH) und Humanes Menopausengonadotropin (HMG) kommen in dieser Phase zum Einsatz. Der Arzt überprüft dann in engen Abständen die Entwicklung der Eizellen im Rahmen eines Zyklusmonitorings.
  • Auslösung des Eisprungs: Durch Verabreichung weiterer Hormone wird der Eisprung gezielt zu einer bestimmten Zeit ausgelöst. Hierbei kommen Hormone zum Einsatz die den Eisprung auslösen, wie zum Beispiel dem Humanen Chorion Gonadotropin (HCG). Aber auch Hormone die den Eisprung noch verzögern werden eingesetzt, um einen vorzeitigen Eisprung zu verhindern und damit weitere Planungssicherheit zu gewinnen. Gerade bei den Methoden der künstlichen Befruchtung wird dies häufig nicht der Natur überlassen, denn es erhöht die Erfolgschancen der Behandlung, wenn der Frauenarzt den besten Zeitpunkt für eine Insemination oder Entnahme von Eizellen für eine In-Vitro-Fertilisation genau kennt.

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Ablauf der Hormonbehandlung

Bevor eine Hormontherapie beginnt, untersucht ein Arzt die Frau gründlich. Die Hormonbehandlung beginnt dann meist am dritten Tag nach dem Beginn der Regelblutung. Die Verabreichung der Hormone kann in Form von Tabletten oder Spritzen erfolgen. Das Heranreifen der Eizelle wird vom Frauenarzt regelmäßig mit Hilfe des Zyklusmonitorings und dem Ultraschall überwacht, um den Zeitpunkt des Eisprungs genau bestimmen zu können. Entweder wird der Eisprung einfach abgewartet, dann kann die Frau allein oder mit ihrem betreuenden Arzt mit Hilfe natürlicher Methoden oder eines Ovulationstests den Zeitpunkt des Eisprungs prüfen. Oder der Frauenarzt löst, sobald die Eizelle die richtige Größe erreicht, mit der Verabreichung eines weiteren Hormonpräparats den Eisprung aus. In beiden Fällen erhält ein Paar eine Empfehlung für den besten Zeitpunkt der Befruchtung.

Hormonbehandlung als Teil der künstlichen Befruchtung

Auch im Rahmen einer künstlichen Befruchtung wird in den meisten Fällen eine Hormonbehandlung durchgeführt. Das Ziel ist eine deutliche Erhöhung der Erfolgschancen, indem man durch eine hormonelle Stimulation mehr befruchtbare Eizellen generiert und durch eine Steuerung des Eisprungtermins bessere Planungssicherheit gewinnt. Dies erhöht sowohl bei einer Insemination als auch bei einer In-Vitro-Fertilisation die Erfolgschancen. Denn bei einer Insemination stehen dann mehrere Eizellen zur Verfügung, die durch das eingespritzte Sperma befruchtet werden können. Bei der In-Vitro-Fertilisation können dafür mehr Eizellen bei der Punktion der Frau entnommen werden, um sie dann außerhalb des Körpers zu befruchten. Allerdings dürfen laut der deutschen Gesetzgebung nur maximal drei befruchtete Eizellen wieder in den Körper der Frau eingesetzt werden. Allerdings die Chance drei gesunde und erfolgsversprechende Eizellen zu gewinnen steigt natürlich trotzdem mit der Hormonbehandlung.

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Erfolgschancen der Hormonbehandlung

Im Zuge einer Hormonbehandlung ohne anschließender künstlichen Befruchtung wird ungefähr jede dritte Frau schwanger. Die individuelle Erfolgswahrscheinlichkeit ist allerdings stark abhängig von der vorliegenden hormonellen Störung.

Risiken einer Hormonbehandlung

  • Eine der gefürchteten Nebenwirkungen der Hormonbehandlung ist das so genannte Überstimulationssyndrom. Dabei werden die Eierstöcke überstimuliert und es entstehen sehr große und viele Eibläschen. Es kann zu Zystenbildungen kommen.
  • Auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft steigt durch die starke Stimulation.
  • Neben dem Überstimulationssyndrom können besonders bei der Einnahme von Präparaten, wie Clomifen, typische Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen auftreten.
  • Zudem können andere Organe, wie die Gebärmutter durch die Hormonwirkung negativ beeinflusst werden, so dass etwa Veränderungen des Zervixschleims auftreten. Die Spermien können nicht eindringen oder es ist keine Einnistung des Embryos möglich.

Weitere Informationen

Viele weitere Informationen rund um den natürlichen und „künstlichen“ Weg schwanger zu werden, findest Du in unserem Bereichen „Schwanger werden“ und „Künstliche Befruchtung„. Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit und wie man damit umgeht findest Du in unserem Bereich „Unfruchtbarkeit„.

Hormontherapie bei Kinderwunsch: Das bringt es

Hormonelle Störungen können der Grund sein, wenn es mit dem Wunschkind nicht klappt. Schätzungsweise ein Drittel aller Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sind davon betroffen. Eine Hormontherapie kann helfen. Was beinhaltet sie? Gibt es Nebenwirkungen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Zu einer Hormontherapie gehören meist Tabletten und Spritzen. Foto: Jack Hollingsworth, Photodisc, Thinkstock

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Von Julia Wohlgemuth

Ohne Hormone geht es nicht: Geschlechtshormone sind zum Beispiel dafür verantwortlich, dass es zum Eisprung kommt, dass Follikel reifen oder dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann. Ist dieses Hormongleichgewicht gestört, kann das die Ursache dafür sein, dass es mit dem schwanger werden nicht klappt. Mit einer Hormontherapie soll zum einen der Zyklus stabilisiert werden. Sie kann Frauen helfen, die zum Beispiel einen unregelmässigen Zyklus haben oder keinen Eisprung, aber auch bei einer Gelbkörperschwäche oder dem PCO-Syndrom. Zum anderen sollen die Eierstöcke angeregt werden, Eizellen zu produzieren und ein Eisprung ausgelöst werden. Das kann genutzt werden, um entweder auf natürlichem Weg oder im Rahmen einer künstlichen Befruchtung den Kinderwunsch zu erfüllen.

So funktioniert die Hormonbehandlung

In der Regel wird am dritten Tag der Menstruation mit der Hormontherapie begonnen. In der ersten Hälfte des Zyklus soll die Follikelreifung unterstützt werden. Dies geschieht entweder mit dem Hormon Clomifen, das in Tablettenform eingenommen wird oder durch FSH (follikelstimulierendes Hormon) und HMG (humanes Menopausengonadotropin), das Sie sich selbst spritzen können. Ihr Arzt wird während der Behandlung den Erfolg mit Bluttests und Ultraschalluntersuchungen überprüfen. Dies wird auch als Zyklusmonitoring bezeichnet. Er wird feststellen, wann der Zeitpunkt des Eisprungs gekommen ist. Je nach Art der Probleme kann der Eisprung abgewartet werden oder es wird das den Eisprung auslösende Schwangerschaftshormon HCG (humanes Choriongonadotropin) gespritzt. Nach dem Eisprung kann auch die Gelbkörperphase vorsorglich durch Hormongabe unterstützt werden. Dies geschieht hauptsächlich durch Progesteron und soll eine Einnistungsstörung verhindern.

Nebenwirkungen der Hormontherapie

Eine Hormonbehandlung ist nicht ganz ohne Risiken und Nebenwirkungen. Das gesundheitlich gefährlichste Risiko besteht in einer Überstimulation der Eierstöcke. Etwa ein bis fünf Prozent der Frauen sind davon betroffen. Bauchschmerzen oder ein Spannungsgefühl im Bauch sind häufige Symptome dieser Überstimulation. Im schlimmsten Fall kann das lebensgefährlich sein. Durch Beobachtung der Eierstöcke wird Ihr Frauenarzt jedoch darauf achten, dass es nicht dazu kommt.

Mehrlingsschwangerschaften können eine weitere Nebenwirkung einer Hormontherapie sein. Durch die Hormonpräparate kann es dazu kommen, dass zu viele Eizellen auf einmal reifen. Werden diese erfolgreich befruchtet, kommt es schnell zu Zwillingen, Drillingen oder gar noch höheren Mehrlingsschwangerschaften.

Hinzu kommt, dass sich durch die Hormoneinnahme zum Beispiel die Gebärmutter verändern kann, sodass es schwerer für ein befruchtetes Ei ist, sich einzunisten oder dazu führt, dass der Zervixschleim die Spermien nicht durchlässt. Auch das Risiko einer Thrombose steigt leicht an.

Schliesslich kann die Einnahme von Hormonen zu Symptomen führen, die denen der Wechseljahre nicht unähnlich sind. Es kann zu Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Kopfschmerzen oder depressiven Stimmungen kommen. Ob der Nutzen einer Hormontherapie die möglichen Risiken übersteigt, können nur Sie selbst im Gespräch mit Ihrem Arzt abwägen und für sich entscheiden.

Klappt es dieses Mal mit dem schwanger werden?

Die Erfolgsquote der Hormontherapie ohne künstliche Befruchtung liegt pauschal bei etwa 30 Prozent, so die Internetplattform netdoktor.de. Ob Sie zu diesen 30 Prozent gehören, hängt auch sehr von der Schwere der Hormonstörung ab. Oft sind mehrere Behandlungen nötig, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Nach vier bis sechs erfolglosen Zyklen ist IVF meist der nächste Schritt in der Kinderwunschbehandlung, das heisst, die Eizelle wird dann also ausserhalb des Körpers befruchtet. Die Kosten für die Hormontherapie werden bis zu einem Jahr in der Regel von der Grundversicherung übernommen.

Das Problem mit Hormonen ist übrigens nicht auf Frauen beschränkt. Auch Männer können von Hormonstörungen betroffen sein. Dabei kann es zu einer Unterfunktion der Hoden kommen. Zur Behandlung werden meist Präparate mit Testosteron verabreicht. Im Vergleich zur Hormontherapie bei Frauen ist die Erfolgsrate jedoch geringer.

Die wichtigsten Hormone noch einmal auf einen Blick:

Clomifen, FSH (follikelstimulierendes Hormon) und HMG (humanes Menopausengonadotropin) – regen die Eierstöcke und die Eizellreifung an

HCG (humanes Choriongonadotropin) – sogenanntes Schwangerschaftshormon, löst den Eisprung aus

Progesteron – Gelbkörperhormon, das die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des befruchteten Eis vorbereitet

Hormonbehandlung bei unerfülltem Kinderwunsch

Zyklusmonitoring

Während einer Hormonbehandlung sollte zugleich auch ein sogenanntes „Zyklusmonitoring“ vorgenommen werden. Dabei beobachtet man per Ultraschall die Reifung des Eis im Eierstock. Außerdem wird das Blut untersucht, um den Wert des Sexualhormons „Östradiols“ festzustellen, das eine große Rolle bei der Fortpflanzung spielt.

Das Zyklusmonitoring, bestehend aus einer Ultraschall- und Blutuntersuchung und muss 2 bis 3 mal in einem Abstand von etwa 2 Tagen wiederholt werden. Auf diese Weise bekommt man einen guten Überblick über die Reife der Eibläschen und andere schwangerschaftsbeinflussende Körperreaktionen.

Was passiert bei einer Hormonbehandlung?

Eine Hormonbehandlung wird in der Regel am dritten Tag nach Beginn der Periode angesetzt. Grundlage der Behandlung ist eine Stimulation der Eierstöcke. Dabei werden der Patientin mittels Tabletten oder Spritzen hormonähnliche Stoffe verabreicht. Diese sollen dafür sorgen, dass die Eizellreifung angeregt wird. Kommt es zu einer Reifung der Eizelle, wird dies regelmäßig überwacht, damit der Zeitpunkt des Eisprungs genau bestimmt werden kann. Ist die Eizelle groß genug, wird ein Hormon gespritzt, um den Eisprung auszulösen und das Paar bekommt Hinweise für den idealen Zeitpunkt einer Befruchtung.

Bis zu 6 Behandlungszyklen

Für eine Hormonbehandlung muss die Frau sehr viel Geduld mitbringen. Es kann vier bis sechs Behandlungszyklen dauern, bis es zu der gewünschten Schwangerschaft kommt. Und die Behandlung ist (wie nahezu alle Behandlungen) nicht frei von möglichen Nebenwirkungen. Es kann zu Kreislaufproblemen, Gewichtszunahme und psychischen Problemen kommen. Außerdem besteht die Gefahr einer Mehrlingsgeburt, was natürlich ein höheres gesundheitliches Risiko mit sich bringt. Trotzdem ist die Erfolgsrate bei einer Hormonbehandlung sehr hoch und die meisten Frauen mit Kinderwunsch nehmen noch weit mehr auf sich als das, um sich ihren Herzenswunsch zu erfüllen.

Wird die Frau – im Rahmen der Hormonbehandlung – nicht innerhalb von sechs Zyklen schwanger, bleibt ihr der Weg einer künstlichen Befruchtung bzw. die Gabe höherer Hormondosen. Diese können allerdings auch stärkere Risiken und Nebenwirkungen nach sich ziehen, wie das Gefühl des Aufgedunsen-Seins, Gefühlsschwankungen und Unterleibsschmerzen. In sehr seltenen Fällen können auch Überstimulationssymptome auftreten, die ärztlich behandelt werden sollten.

Substanzen und Hormone

Nachfolgend werden die wichtigsten Substanzen und Hormone aufgelistet, die für die hormonelle Stimulation zur Erlangung einer Schwangerschaft gebraucht werden.

Einfach auf die jeweilige Überschrift klicken um mehr zu erfahren.

  • Clomifen

    Clomifen ist einer der bekanntesten Wirkstoffe zur Fruchtbarkeitsbehandlung. Clomifen stimuliert die Hirnanhangsdrüse, sodass diese vermehrt Hormone produziert, die zu einem Eisprung führen sollen.

    Alternativen zu Clomifen bestehen zumeist in Spritzen: FSH (Gonal, Puregon, Bravelle) oder FSH/LH (Menogon, Pergoveris); sie haben keine negativen Effekte auf die Schleimhäute.

  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon)

    FSH wird bei der Frau v.a. zur Stimulation des Follikelwachstums eingesetzt. Beim Mann zur Stimulierung der Spermienproduktion. FSH gehört zur Gruppe der Gonadotropine, verminderte FSH-Werte lassen eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse vermuten.

  • LH (Luteinisierendes Hormon)

    Bei Frauen löst LH den Eisprung aus, bei Männern regt es die Bildung des männlichen Geschlechtshormons „Testosteron“ an. Bei der Frau entsteht nach dem Eisprung aus dem Follikel das sog. Corpus Luteum, für dessen Entstehung und Funktion das Gelbkörper-Hormon LH (luteinisierendes Hormon) wichtig ist.

  • HCG (Humanes Choriongonadotropin Hormon)

    HCG hat eine große Ähnlichkeit mit dem Schwangerschaftshormon sowie auch mit dem eisprungauslösenden Hormon (LH). Es ist sozusagen das „Haupthormon“, insbesondere in der frühen Schwangerschaft und wird in der Stimulationsbehandlung vor allem zum Auslösen des Eisprunges eingesetzt.

  • Progesteron

    Progesteron wird vorwiegend im Gelbkörper und im Mutterkuchen gebildet und ist ein weibliches Geschlechtshormon. Typischerweise wird es in der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung, vom Eierstock gebildet.

  • GnRH

    GnRH-Analoga und GnRH-Antagonisten verringern die Eigentätigkeit der Eierstöcke. Es können dadurch anschließend mehrere Eizellen zum Heranreifen gebracht werden. Dadurch lässt sich der Eisprung auf den Tag genau auslösen.

Hormonbehandlung bei Kinderwunsch – Was passiert da eigentlich?

Im Körper eines Menschen gibt es Tausende von Hormonen. Gerade für die Fortpflanzung spielen einige davon eine entscheidende Rolle. Bei etwa 30 bis 40 Prozent aller Frauen lässt sich ein unerfüllter Kinderwunsch auf hormonelle Störungen zurückführen. In diesem Fall ermöglicht oftmals eine Hormonbehandlung einen normalen Eisprung – sie erfordert aber Geduld und einige Arztbesuche.

Eltern – Letzte Chance: künstliche Befruchtung

Eltern
Letzte Chance: künstliche Befruchtung

Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, wird so nachgeholfen. zum Video

Geschlechtshormone haben die Funktion, die Eibläschen (Follikel) der Frau reifen und die Gebärmutterschleimhaut wachsen zu lassen sowie den Eisprung auszulösen. Außerdem sorgen sie dafür, dass sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Ist der Hormonhaushalt gestört, funktioniert dieser Ablauf nicht mehr reibungslos. Oftmals wissen Frauen gar nicht, dass ihre Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind, denn sie bekommen ganz normal ihre Periode. Doch Störungen im Hormonhaushalt gehören zu den häufigsten Gründen, warum eine Frau nicht schwanger wird.

Was bringt eine Hormonbehandlung?

Da eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke zu den häufigsten Ursachen bei der weiblichen Unfruchtbarkeit zählt, ist Ziel der Hormonbehandlung, den Zyklus wieder zu stabilisieren, die Eizellenreifung zu stimulieren und so einen Eisprung zu ermöglichen. Um die Hormone wieder zu harmonisieren, werden Hormonpräparate gespritzt, die die Produktivität der Eileiter anregen und so das Wachstum der Eibläschen steigern sollen. Auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse und andere hormonelle Störungen wie beispielsweise das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO) – eine Stoffwechselstörung – werden mit einer Hormontherapie behandelt.

Ob eine Hormontherapie anschlägt, ist natürlich stark von der individuellen hormonellen Störung abhängig. Im Durchschnitt wird jede dritte Frau, die sich einer Hormonbehandlung ohne anschließende künstliche Befruchtung unterzogen hat, schwanger.

Wie ist der Ablauf einer Hormontherapie?

Zuerst wird die Frau gründlich untersucht und es wird ein sogenanntes Zyklusmonitoring durchgeführt. Hierfür testet der Arzt den Hormonhaushalt während des Zyklus und bestimmt mit zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen, ob und welche Hormone fehlen, wie der Zyklus der Patientin eingestellt ist und wann (und ob) es bei ihr zum Eisprung kommt. Kommt er zu dem Ergebnis, dass eine Hormonbehandlung helfen kann, verabreicht er der Frau hormonelle Präparate in Form von Tabletten oder Spritzen. Meistens beginnt die Behandlung am dritten Tag der Monatsperiode.

Die Frau nimmt dann Tabletten mit Clomifen ein oder spritzt sich das follikelstimuliernde Hormon FSH, um den natürlichen Zyklus zu stimulieren. Zusätzlich kann das Gelbkörper-Hormon LH (luteinisierendes Hormon) helfen. Der Arzt verfolgt den Verlauf des Zyklus und misst etwa ab dem achten Tag mit einer Blutabnahme den Hormonspiegel. Mit einer Ultraschalluntersuchung beobachtet er die Entwicklung zusätzlich. Haben sich Follikel gebildet, löst er mit einer weiteren Hormonspritze, dem humanen Choriongonadotropin (hCG), den Eisprung künstlich aus.

Die Chance, dass sich beim Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft einstellt, ist jetzt sehr hoch. Stellt der Arzt aber fest, dass die Eierstöcke auf die Clomifenbehandlung nicht reagiert haben, setzt er meistens die Hormonbehandlung mit Gonadotropinen, FSH und LH fort und der Zyklus wird weiterhin genau dokumentiert und kontrolliert.

Risiken einer Hormontherapie

Hormone steuern unseren Körper, natürlich kann es daher bei einem hormonellen Eingriff zu Nebenwirkungen kommen. Allerdings sind diese, zumindest bei der beschriebenen Hormontherapie im Vergleich dazu, was sie der Patientin bringen kann, relativ gering:

  • Überstimulationssyndrom: Durch die Überstimulation der Eierstöcke entstehen große und viele Eibläschen, was zu Zystenbildung führen kann. Um das zu verhindern, beobachtet der Arzt jedoch die Eierstöcke und den gesamten Zyklus sehr genau.

  • Mehrlingsschwangerschaft: Durch die Hormonbehandlung steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Der Arzt rät dem Paar deshalb sogar vom Geschlechtsverkehr ab, wenn sich zu viele Eizellen gebildet haben.

  • Hormonbedingte Körperempfindungen: Ähnlich wie in den Wechseljahren kann es bei der Frau zu Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen kommen.

Wer zahlt die Hormonbehandlung?

Anders als eine künstliche Befruchtung wird eine reine Hormonbehandlung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die Diagnostik der Kinderlosigkeit wird von den Kassen ohne weitere Einschränkung übernommen. Hierfür gibt es auch keine Altersgrenze und das Paar muss nicht verheiratet sein – was dagegen für eine teilweise Bezahlung einer künstlichen Befruchtung Voraussetzung ist.

Hormonstörungen treten nicht nur bei Frauen auf

Der Hormonhaushalt kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern gestört sein. Bei Männern werden ununterbrochen Millionen von Samenzellen im Hodengewebe produziert, was auch über Hormone gesteuert wird. Beim Mann sind die gleichen Hormone an der Steuerung der Hodenfunktion beteiligt wie bei der Frau an der Steuerung der Eierstockfunktion, nämlich Follitropin (FSH) und Lutropin (LH). FSH führt beim Mann zur Reifung der Samenzellen im Hodengewebe, während LH für die Produktion des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) verantwortlich ist. Fehlt FSH, kommt es zu einer verringerten Samenzellbildung, fehlt LH, wird zu wenig Testosteron produziert. Eine Hormonbehandlung wird bei Männern jedoch sehr selten vorgenommen, da sie weit weniger hilft als bei Frauen.

Keine Angst vor der Hormontherapie

Im Gegensatz zu den Anfängen der hormonellen Therapie verabreichen Mediziner heutzutage keine „Hormonhämmer“ mehr. Die Dosierung ist genau auf den individuellen Hormonhaushalt der Patientin abgestimmt, so dass sie nicht zu viel und nicht zu wenig der Hormone verabreicht bekommt. Entscheiden Frauen sich für eine Hormonbehandlung, brauchen sie etwas Geduld, doch wie gesagt, sie haben dafür gute Chancen ihr Wunschbaby bald in den Armen zu halten – ohne eine teure und anstrengende künstliche Befruchtung.

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Die 7 wichtigsten Hormone beim Kinderwunsch

Sind Sie noch fruchtbar?

Foto mit freundlicher Genehmigung von Serge Bertasius bei FreeDigitalPhotos.net

In diesem Artikel werde ich eine Referenzliste erstellen, die all die Hormone beinhaltet, die maßgeblich für die Einschätzung der Eizellreserve sind.

Ich ordne sie entsprechend ihrer Wichtigkeit, einschließlich der wesentlichsten Hinweise zu jedem Hormon und dessen Bereich, den sie in Ihrem Laborbericht erwarten können.

1. AMH (Anti-Müller Hormon)

AMH ist das wichtigste Hormon, um die Eizellenreserve einer Frau festzustellen.

AMH-Werte sind stabil und können zu jedem Zeitpunkt des Menstruationszyklus gemessen werden. Um zu einer zuverlässigen Einschätzung zu kommen, wie viele Eizellen noch übrig sind, werden AMH-Werte oft zusammen mit FSH (Follikelstimulierendes Hormon) gemessen.

Hier ist der AMH Bereich, den Sie erwarten können:
(Einheiten sind ng/mL, bitte verwechseln Sie dies nicht mit pMol/L wie es von manchen Labors angegeben wird):

< 33 Jahre <2.1 ng/mL
33-37 Jahre <1.7 ng/mL
38-40 Jahre <1.1 ng/mL
= 41+ Jahre <0.5 ng/mL

2. FSH (Follikelstimulierendes Hormon)

FSH muss am Zyklusanfang gemessen werden, d.h. am besten am Zyklustag 2-3, aber falls Sie es verpassen, funktioniert auch der 3. bis 5. Tag.

Hier ist der FSH Bereich am 3. Tag:

< 33 Jahre < 7.0 mIU/mL
33-37 Jahre < 7.9 mIU/mL
38-40 Jahre < 8.4 mIU/mL
= 41+ Jahre < 8.5 mIU/mL

Im Allgemeinen zeigt FSH unter 6 eine hervorragende Eizellenreserve an, 6-9 ist gut, 9-10 immer noch okay, 10-13 bedeutet eine verminderte Reserve und bei einem FSH über 13 kann meistens nicht mal eine hormonelle Stimulation neuen Follikel wachsen lassen.

Und bitte nicht vergessen, dass FSH bei Frauen im fortgeschrittenen gebärfähigen Alter (also mit 35 plus) oft schwankt, so dass ein FSH Wert von 6 in einem Zyklus nicht automatisch bedeutet, dass Ihre Eizellenreserve gut ist, sondern dass Sie mehrere Zyklen nacheinander überprüfen müssen.

Dabei ist es immer der höchste FSH Wert, der je gemessen wurde, der aussagt, wie viele Eizellen noch vorhanden sind.

3. LH (Luteinisierendes Hormon)

Foto mit freundlicher Genehmigung von sattva bei FreeDigitalPhotos.net

Die Messung sollte ebenso am 3. Tag erfolgen, denn später wird LH ansteigen und kurz vor dem Eisprung sehr hoch werden.

Ein normaler LH Wert gleicht normalerweise dem FSH Wert.

Sollte LH viel höher als FSH sein, kann es ein Anzeichen für PCOS sein. Es besteht jedoch kein Grund zur Panik, da es noch weiterer diagnostischer Kriterien bedarf (wie z.B. die Bestimmung der Androgene und deren Derivate sowie Ultraschall usw.) um einen PCOS festzustellen.

LH Bereich am 3. Tag:
< 7 mIU/ml

Der Moment, wenn LH den Wert 20 mIU/ml oder mehr erreicht, wird LH-Anstieg genannt und führt innerhalb von 48 Stunden zum Eisprung.

Falls Sie versuchen, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, sollten Sie lernen, diesen Zeitpunkt zu erkennen. Entweder benutzen Sie dafür eine der Messmethoden und folgen den Anzeichen, den Ihr Körper Ihnen mitteilt, oder sie benutzen Ovulations-Teststreifen.

4. E2 (Estradiol)

Auch Estradiol (Östrogen) sollte zu Beginn des Zyklus gemessen werden. Als gut gelten Werte zwischen 25 und 75 pg/ml.

Niedrigere Estradiol-Werte eignen sich besser für eine hormonelle Stimulation (wichtig für diejenigen, die sich in einer Kinderwunschbehandlung befinden). Abhängig davon, wie viele Eizellen produziert werden, steigt E2 an und zwar mindestens auf das Doppelte oder Dreifache des anfänglichen Wertes.

Hat das reife Follikel eine Größe von 18 mm erreicht, werden die Werte bei etwa 200-600 pg/ml Estradiol pro Follikel liegen. Die Werte sind bei Frauen mit Übergewicht oder Frauen, bei denen die Eizellenqualität problematisch ist, manchmal niedriger.

Sehr hohe Werte von Estradiol (mehrere Hundert und höher) können eine funktionelle Zyste anzeigen.

Sie haben einen Kinderwunsch? Ich kenne mich mit Vitaminen, Hormonen und Eizellen gut aus und kann Ihnen helfen, Ihre Ernährung und Vitaminpräparate so anzupassen, dass es zu Ihrem persönlichen Hormonbild optimal passt! Verlieren Sie nicht zu viel Zeit, indem Sie alles Mögliche ausprobieren; bereiten Sie Ihr Körper optimal, individuell und in kürzester Zeit auf die Schwangerschaft vor. So finden Sie mich.

5. TSH (Thyreotropin/ Thyreoidea-stimulierendes Hormon

Auch das TSH sollte am besten auch zu Beginn des Zyklus gemessen werden.

Der normale Bereich für TSH Werte liegt bei 0.3 bis 3.0 mlU/L. Alles, was 3.0 übersteigt, wird als Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) betrachtet.

TSH bei Kinderwunsch

Bei Frauen mit Kinderwunsch soll der TSH-Wert unter 2.0 mIU/L liegen, weil ein hohes TSH das Fehlgeburtrisiko erhöht. Genauer gesagt, neueren Erkenntnissen zufolge verdoppelt sich das Risiko einer Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft schon bei Werten von 2.5-3.5 mIU/L

6. DHEA-S (Dehydroepiandrosteronsulfat)

Es gibt viele Artikel über DHEA auf meinem Blog. Wenn Sie älter als 38 sind und versuchen, schwanger zu werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Nahrungsergänzung mit DHEA über mehrere Monate hinweg Ihnen helfen könnten, die Qualität Ihrer Eizellen zu verbessern.

Bevor Sie jedoch damit beginnen ist es ratsam, mit einem Kinderwunscharzt erstmal darüber zu sprechen und Ihre basalen DHEA-S-Werte messen zu lassen (und diese dann ungefähr alle 2 Monate zu kontrollieren). Zusammengefasst, DHEA nehmen Sie weil:

1) Sie möchten, dass Ihr DHEA-S Wert in das obere Drittel des Bereiches ansteigt, der für eine 25-jährige normal ist (die auf dem Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit ist), oder sogar noch höher, aber gleichzeitig

2) Sie möchten nicht, dass Ihr DHEA-S zu hoch wird und Nebenwirkungen verursacht. Das ist zwar äußerst unwahrscheinlich bei 50-75mg DHEA täglich, da die DHEA-Werte mit dem Alter der Frauen sinken (aber überprüfen Sie Ihr DHEA-S trotzdem alle 2-3 Monate).

7. Testosteron

Testosteron wird von der Nebenniere und den Eierstöcken ausgeschieden. Vielleicht kennen Sie es als „männliches Hormon“, aber tatsächlich ist es für die Reifung und das Wachstum des Follikels sehr wichtig.

Es gibt mehrere Parameter, die gemessen werden sollten, um ein realistisches Bild vom Testosteron-Milieu zu erhalten.

Am wichtigsten sind die folgende beiden Werte (am Zyklusanfang bestimmen lassen):

Gesamt-Testosteron: 6-86 ng/dl
Freies Testosteron: 0.7-3.6 pg/ml

Es gibt noch zahlreiche andere Substanzen, die das endokrine Millieau der Eierstöcke beeinflussen, wie z.B. Androstendion, Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG) und 17-Hydroxyprogesteron, doch sind sie erst bei der Klärung verschiedener Hormonstörungen, bzw. der Diagnose von PCOS relevant.

Ich hoffe, dass diese kurze Übersicht Ihnen weiterhilft!

Hormonbehandlung bei Kinderwunsch

Gründe für eine Hormontherapie

In vielen Fällen liegt die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch in einer Störung der Balance zwischen den männlichen und weiblichen Hormonen. Die Eibläschen (Follikel) reifen bei den betroffenen Frauen nur bis zu einer geringen Größe (6-8mm) heran und der Eisprung bleibt aus. Dies geschieht auch beim PCO (polycystisches Ovar). Auch in diesen Fällen können mit einer Hormontherapie das Heranreifen und der nachfolgende Eisprung erreicht werden.

Hormone steuern den weiblichen Zyklus

Der weibliche Zyklus ist kein Uhrwerk und kann sich von Monat zu Monat unterscheiden. Allerdings bringt die natürliche Ausschüttung von Hormonen eine gewisse Regelmäßigkeit mit sich. Diese Hormone sind maßgeblich am Ablauf des Zyklus beteiligt:

  • follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH) beeinflussen die Follikelreifung in den Eierstöcken. Darüber hinaus steuern sie die Produktion von Progesteron und Östrogen, die einen Einfluss auf den Ablauf des Zyklus haben.
  • Prolaktin wirkt auf den Ablauf des weiblichen Zyklus. Ist der Prolaktinwert zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten erhöht, kann das zu einem Ausbleiben des Eisprungs führen.

Ist die Ausschüttung der Hormone aus unterschiedlichen Gründen im Ungleichgewicht, führt das zu einem unregelmäßigen Zyklus. Durch den Einsatz von Hormonen im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung können die Abläufe während des Zyklus gesteuert und das Zeitfenster für eine mögliche Befruchtung besser vorhergesagt werden.

Ablauf der Hormon-Therapie in unseren Kinderwunschkliniken

In unseren Kinderwunschkliniken führen wir eine Hormontherapie in der Regel wie folgt durch:

  1. Die Spermienqualität des Mannes wird mit einem Spermiogramm überprüft. Diese muss für eine Hormontherapie optimal sein.
  2. Zwischen dem 1. und 4. Zyklustag wird eine Blutuntersuchung bei der Partnerin durchgeführt. So kann die Hormonkonzentration festgestellt werden.
  3. Ggf. wird die Eierstockfunktion durch Hormongabe unterstützt. Hier muss ein Follikel von mindestens 18 mm Durchmesser heranreifen, um die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung zu erhöhen. Die Reifung wird bei uns in der Kinderwunschklinik durch Ultraschalluntersuchungen kontrolliert.
  4. Ist die Reifung abgeschlossen, kann mittels einer HCG-Gabe (humanes Choriongonadotropin) der Eisprung ausgelöst werden.
  5. Die Eizelle kann nun auf natürliche Weise durch ein Spermium befruchtet werden. Dazu sollten Sie nach der Verabreichung des HCG vermehrt Geschlechtsverkehr haben.
  6. Eine Einnistung kann durch die Gabe von Progesteron unterstützt werden.

Follikelreifungsstörung durch Hormondysbalancen

Eine weitere hormonelle Ursache für eine Follikelreifungsstörung ist eine verminderte Produktion der Hormone FSH und LH in der Hirnanhangsdrüse. Die Hormone sind nötig, um den Eierstock zur Ausbildung eines Eibläschens anzuregen.

Zu viel Prolaktin verhindert ebenso einen fruchtbaren Zyklus. Die Bildung von zu viel Prolaktin kann medikamentös unterdrückt werden.

Nebenwirkungen & Risiken

Ein Eingriff in den Hormonhaushalt kann mit Nebenwirkungen und Risiken einhergehen, über die der behandelnde Arzt vor der Behandlung individuell aufklärt. Zudem kontrolliert der Arzt während der Behandlung regelmäßig die Eizellreifung und die Hormonspiegel, um eine Überdosierung zu vermeiden und die Risiken zu minimieren.

Unsere Ärzte und Ärztinnen in unseren Kinderwunschkliniken beraten Sie gerne umfassend zu Ihren persönlichen Möglichkeiten. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit Ihrer Wunschklinik auf – wir freuen uns auf Sie!

Die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft bei IVF: Erfolgstool OPIS

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Kennst du den IVF & ICSI Chancen Rechner OPIS, der dir helfen kann deine Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei einer Kinderwunschbehandlung einzuschätzen? Erfahre in diesem Artikel, wo du den IVF Erfolgschancen Rechner finden kannst, wie er funktioniert und wie du die Ergebnisse des IVF Erfolgsrechners bewertet kannst.

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IVF & die Frage nach den Chancen auf Erfolg

Jedes Paar, dass sich mit dem Thema künstliche Befruchtung beschäftigt, stellt sich die Frage, wie hoch die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und damit die Chance auf eine Lebendgeburt mithilfe dieser Therapie ist.

Denn jede IVF und jede ICSI ist mit sehr großem Aufwand, hohen Kosten und einer großen seelischen und körperlichen Belastung verbunden. Deshalb macht es Sinn genau die Erfolgszahlen zu checken und eine reproduktionsmedizinische Behandlung nur dann zu starten, wenn sie gute Chancen auf Erfolg verspricht.

Nun gibt es unterschiedliche Wege, diese Frage nach den Erfolgsaussichten einer IVF oder ICSI zu beantworten.

Sicherlich bietet sich ein Gespräch mit dem behandelnden Gynäkologen oder Reproduktionsmediziner an. Dieser ist Fachmann und kennt deine Geschichte und mögliche Einschränkungen deiner Fruchtbarkeit. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage wie unabhängig und offen solche Aussagen sind. Ich selbst habe während meiner Kinderwunschbehandlungen ausweichend reagierende Ärzte erlebt. Die Aussagen zu meiner Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei einer ICSI blieben wage und ungenau. Dies war für mich wenig zufriedenstellend und ich habe nach konkreten Zahlen gesucht.

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Idiopathische Sterilität: Bringt eine IVF die besseren Chancen?

Eizellqualität verbessern: Was an „pimp my eggs“ wirklich dran ist!

Schwangerschaftswahrscheinlichkeit: Das Deutsche IVF Register

Also habe ich angefangen nach konkreten Zahlen zu suchen.

Wenn 100 Paare eine IVF oder ICSI machen, wie viele davon gehen wirklich mit einem Baby im Arm nach Hause?

Schnell bin ich bei meiner Recherche auf das Deutsche IVF Register gestoßen.

Das Deutsche IVF Register ist ein eingetragener Verein, der sich die Förderung und Unterstützung von Wissenschaft und Forschung in der Reproduktionsmedizin zur Aufgabe gemacht hat.

Das Deutsche IVF Register veröffentlicht jedes Jahr ein Jahrbuch. Darin veröffentlichen alle Kinderwunsch Mitgliedszentren Daten. Diese Daten geben Auskunft über die Zahl und Erfolgsraten der stattgefunden IVF, ICSI und Kryo Behandlungen an deutschen Kinderwunschzentren. Du findest die Zahlen über durchgeführte Eizellpunktionen, transferierte Embryonen und umfassendes Material zu Schwangerschafts- und Geburtenraten sowie Fehl- und Totgeburten.

Prima, wirst du nun sicherlich denken: Hier finde ich Auskunft zu allen meiner Fragen. So ging es mir zumindest.

Tatsächlich ist jedes DIR Jahrbuch sehr umfassend und liefert alle wichtigen Daten, um sich ein Bild über die Erfolgschancen bei einer IVF zu machen.

Allerdings ist das DIR Jahrbuch meiner Meinung nach wirklich schwer zu lesen. Ich vermute, dass manches Kinderwunschpaar nach der Lektüre nicht wesentlich schlauer ist als vorher.

Meiner Meinung nach fehlt ein Erfolgschancen Rechner, der die Ergebnisse aus dem DIR Jahrbuch auf eine leicht zu verstehende Ebene herunterbricht.

Aber vielleicht ist das gar nicht gewollt? Nur eine Gedanke von mir, keine böse Unterstellung! 🙂

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OPIS: Berechne deine Chancen auf Erfolg bei IVF

Mit dem Erfolgschancen Rechner OPIS ist es deutlich einfacher deine Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Chance auf eine Lebendgeburt im Rahmen einer IVF einschätzen zu können. Im Folgenden will ich Dir den IVF Erfolgsrechner vorstellen.

Ava Armband: Meine Erfahrungen mit Ava

Wo finde ich das IVF Erfolgschancen Tool OPIS?

Du findest den IVF Erfolgschancen Rechner online hier: Zum Online Rechner

Doch bevor Du sofort loslegst, lass Dir von mir erklären, wie das Erfolgstool funktioniert.

Ich helfe dir Schritt für Schritt den Online Rechner richtig anzuwenden.

Wie funktioniert OPIS?

Gleich Vorne weg: Der Online Rechner ist in englischer Sprache verfasst.

Aber das ist kein wirkliches Problem, ich erkläre dir, was zu tun ist!

Wenn du OPIS geöffnet hast, musst du dich zunächst entscheiden, ob du deine Schwangerschaftswahrscheinlichkeit & Geburtenrate vor einer IVF Behandlung oder aber nach bereits stattgefundenen IVF Behandlungsversuchen herausfinden möchtest.

Wenn du noch nie eine IVF oder ICSI gemacht hast, klicke bitte auf das „Go“ auf der linken unteren Seite der Website.

Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF: Opis Pre IVF

Hast Du bereits Erfahrungen im Rahmen einer Behandlung gesammelt, sprich bereits IVF Versuche hinter dir, klicke auf das „Go“ im rechten unteren Seitenabschnitt.

Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF Opis: Post IVF

Pre IVF

Sobald du auf das für dich richtige „Go“ geklickt hast, öffnet sich eine neue Unterseite.

Hier kannst du verschiedene Angaben zu deinem Alter (Age), der Dauer deiner Kinderwunschzeit (Duration), möglichen Problemen beim Thema Eisprung (ovulation problem) und ob du von idiopathischer Sterilität (unexplained fertility) betroffen bist machen. Eine idiopathische Sterilität liegt dann vor, wenn kein medizinischer Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft gefunden werden konnte.

Der Erfolgschancen Rechner fordert dich auf weitere Fragen zu beantworten:

  • Warst du schon mal schwanger? Have you been pregnant before?
  • Sind deine Eileiter ok? Do you have a problem with your tubes?
  • Wie ist es um die Fruchtbarkeit deines Partners bestellt? Do you have a male factor fertility problem?
  • Plant ihr eine IVF oder ICSI durchführen zu lassen? Do you plan to have IVF or ICSI?

Tool Pre IVF Ausschnitt

Sobald du alle Angaben gemacht hast, kannst du dein Ergebnis direkt unten auf der Seite in einem Schaubild betrachten. Dieses Diagramm stellt die Anzahl der IVF Zyklen in Relation zu der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Lebendgeburtenrate dar.

Wichtig ist dabei, dass die Prozentzahlen die Erfolgsraten nach einem vollständigen Zyklus darstellen!

Mit vollständigem Zyklus ist gemeint, dass sich die Prozentzahlen auf alle im Rahmen einer IVF gewonnen und verwendeten Eizellen bezieht. Konntest du im Rahmen einer IVF befruchtete Eizellen einfrieren lassen, dann sind die damit durchgeführten Kryoversuche ebenfalls Teil deiner IVF.

Post IVF

Wähle das Tool Post IVF, wenn du bereits eine oder mehrere IVF Behandlungen erlebt hast.

Die Fragen im Tool Post IVF sehen wie folgt aus:

  • Wie alt bist du? (Age)?
  • Länge der Kinderwunschzeit (Duration)?
  • Wie viele Eizellen konnten bei deiner ersten IVF gewonnen werden? How many eggs were collected on your first IVF cycle?
  • Wie viele Embryonen hast du dir bei deiner ersten IVF einsetzen lassen? Und an welchem Tag nach der Punktion erfolgte der Transfer? What type of embryo transfer did you have in your first fresh embryo transfer?
  • Warst du schon einmal schwanger? Have you been pregnant before?
  • Sind deine Eileiter ok? Do you have a problem with your tubes?
  • War dein erster Versuch eine IVF oder eine ICSI? Was your first cycle IVF or ICSI?
  • Konnten im Rahmen deines ersten Versuchs befruchtete Eizellen eingefroren werden? In your first cycle, did you have embryos frozen?

Tool Post IVF Ausschnitt

Hast du alle Anfragen beantwortet wird dir ein Diagramm angezeigt. Hierin findest du die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Lebendgeburtenrate in Relation zu den durchgeführten IVF Zyklen.

Worauf basiert OPIS?

Das Online Tool OPIS zur Bestimmung der Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Lebendgeburtenrate basiert auf einer Studie der University of Aberdeen in Großbritannien.

Bei dieser Studie wurden die Daten von 113.873 Frauen und 184.269 Behandlungszyklen erfasst.

29,1% dieser Frauen wurden nach dem ersten Behandlungszyklus schwanger und bekamen ein Kind. Weitere 43% der Frauen konnten nach bis zu sechs Behandlungen ihr Baby in den Armen halten.

Wie zuverlässig sind die Ergebnisse von OPIS?

Die Entwickler von OPIS wollen Kinderwunschpaaren eine Hilfe an die Hand geben, um die individuelle Chance auf ein lebend geborenes Baby ausrechnen zu können. Dabei kann das Tool sowohl vor dem Beginn einer IVF Therapie als auch nach bis zu 6 Behandlungszyklen eingesetzt werden.

Wenn du das Online Tool ein wenig testest, wirst du schnell merken, dass das Alter der Frau wesentlich die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburtenrate vor Beginn einer Therapie beeinflusst.

Für Frauen, die bereits eine IVF abgeschlossen haben, spielt außerdem die Anzahl der gewonnenen Eizellen eine wichtige Rolle.

Meiner Meinung nach bietet OPIS eine gute Orientierungsmöglichkeit für Kinderwunschpaare.

Allerdings ist dieser Erfolgschancen Rechner nicht perfekt.

Eine künstliche Befruchtung wird von vielen ganz individuellen Faktoren des betroffenen Paares beeinflusst. Der Online Rechner geht nur bedingt auf diese individuellen Faktoren ein. Manche davon wie das Alter der Frau, mögliche Einschränkungen der Fruchtbarkeit oder die Eizellanzahl werden abgefragt. Andere Angaben wie zum Beispiel zum Gewicht der Frau oder bestimmten Erkrankungen fehlen und machen das Ergebnis ungenau.

Fazit zu OPIS: Gutes Tool für eine erste Einschätzung

Meiner Meinung nach bietet der Online Rechner OPIS eine gute Basis für eine erste Einschätzung.

Ich halte es für wirklich wichtig, dass du und dein Partner eine erste Idee davon bekommt, wie hoch eure Chancen sind durch eine IVF schwanger zu werden. Eine realistische Einschätzung bewahrt vor zu hohen Erwartungen und damit vor grenzenloser Enttäuschung und Frust.

Schließlich wird durch das Tool die Bedeutung des Alters der Frau für den Behandlungserfolg deutlich.

Ich lese immer wieder von Versuchen, diesen Faktor abzuschwächen oder zu leugnen.

Frei nach dem Motto „Frau ist nur so alt wie sie sich fühlt“ wird dieser Zusammenhang bestritten und damit meiner Meinung nach nicht ehrlich mit dem Thema umgegangen.

Sicherlich gibt es Frauen, die mit 45 Jahren auf natürliche Weise oder mit Hilfe einer IVF schwanger geworden sind. Aber es gibt prozentual einen deutlich höheren Teil von Frauen, denen das nicht gelingt. OPIS macht diese Relation deutlich und kann deshalb bei der Entscheidungsfindung für oder gegen eine IVF oder ICSI hilfreich sein.

Abschließend möchte ich dich einladen einen Blick auf ein weiteres IVF Erfolgschancen Tool aus Amerika zu werfen. Der SART Patient Predicor:

Hier geht es zu SART!

Du kannst damit die Ergebnisse von OPIS und SART vergleichen und bekommst damit weitere Zahlen für die Einschätzung Deiner eigenen Therapie.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Schwangerschaftswahrscheinlichkeit nach IVF & ICSI

  • McLernon DJ, Steyerberg EW, Te Velde ER, Lee AJ, Bhattacharya S. “Predicting the chances of a live birth after one or more complete cycles of in vitro fertilisation: population based study of linked cycle data from 113 873 women.” BMJ. 2016 Nov 16;355:i5735. doi: 10.1136/bmj.i5735.
  • Luke B, Brown MB, Wantman E, Stern JE, Baker VL, Gibbons W, Widra E, Coddington CC, Ball G. David. „A prediction model for live birth after assisted reproductive technology.“ Fertility and Sterility 2014; 102:744-52.
  • Luke B, Brown MB, Wantman E, Stern JE, Baker VL, Widra E, Coddington CC, Gibbons WE, Van Voorhis BJ, Ball GD. „Application of a validated prediction model for in vitro fertilization: Comparison of live birth rates and multiple birth rates with one embryo transferred over two cycles versus two embryos in one cycle.“ American Journal of Obstetrics and Gynecology 2015; 212:676.e1-7.

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IVF Erfolgsquotenrechner
– kann ich meine Chancen auf Schwangerschaft nach IVF ermitteln?

Wenn wir von Schwangerschaftschancen sprechen, meinen wir die IVF Behandlungsstatistik. Denken Sie kurz drüber nach, welche Statistik aus der Patientensicht am Besten wäre?

Logischerweise ist es der Prozentsatz der Lebendgeburten pro begonnenem IVF Zyklus, der natürlich in Verbindung mit dem Patientenalter steht. Idealerweise sollten diese Statistiken die Gründe der Unfruchtbarkeit der Patientin beachten, so daß eine separate Statistik für für jeden Unfruchtbarkeitsgrund aufgestellt werden sollte.

Dann wäre es möglich sich selbst einer Gruppe und Statistik zu zuordnen und man könnte die Schwangerschaftschancen und im besten Fall die Geburt eines Kindes abschätzen.

Natürlich sollte man die behandelnde Klinik nach ihren Erfahrungen und Behandlungserfolgen mit Fällen wie Ihren fragen – zumindest bezüglich dem Alter, dem Grund der Unfruchtbarkeit und medizinischer Vorgeschichte. Nicht viele Kliniken können diese Frage beantworten. Normalerweise basieren Statistiken nur auf dem Alter der Frau.

Trotzdem haben wir gute Nachrichten für Sie! Es gibt heute viele Onlinehilfsmittel, die es Ihnen ermöglicht die Schwangerschaftschancen nach IVF statistisch und was noch besser ist, die Chancen auf ein Baby auszurechnen. Jedes Hilfsmittel basiert auf anderen Daten und Methoden. Sie sollten allerdings immer daran denken, daß es statistische Methoden sind und es nur als Richtlinie dient.

Rentiert es sich IVF Erfolgsrechner online auszuprobieren?

Das tut es bestimmt. Als Patientin suchen Sie eine Klinik und wahrscheinlich ist die wichtigste Information, die Ihnen bei der Auswahl hilft, die IVF Erfolgsquote. Wahrscheinlich wissen Sie schon, daß die meisten Kliniken die Behandlungserfolgsquoten auf Schwangerschaftsquoten beschränkt, das heisst eine klinische Schwangerschaft (zwischen Woche 6-8) pro Embryoübertragung. Im Falle der statistischen Modelle, werden Sie Informationen über echte Chancen auf eine Geburt eines Kindes und nicht nur die Schwangerschaft bekommen. Welcher Patientenanteil, der medizinisch ähnliches wie Sie erlebt hat, hat eine IVF Behandlung erfolgreich abgeschlossen?

Mit den statistischen Onlinemodellen können Sie nachprüfen wie oft – statistisch – die Klinik von den Angaben abweicht, Angaben die durch mindestens 100,000 IVF Zyklen ermittelt wurden. Denken Sie daran, daß die Anzahl der Fälle in einer Statistik das wichtigste Schlüsselelement sind. Kurz gesagt, umso mehr Daten über IVF Zyklen bereitgestellt wird, desto akkurater und ehrlicher ist die Statistik. Warum ist das so? Stellen Sie sich vor, die IVF Klinik gibt Ihnen eine Statistik für ausgewählte IVF Parameter und das Ergebnis ist 50%. Die Frage ist: wie viele Zyklen wurden für diese Auswahl einkalkuliert? Was ist, wenn die Klinik 10 Patientinnen hatte und 5 wurden schwanger? Bei jeder weiteren Patientin kann sich diese Statistik – bis zu einem gewissen Punkt (einer gewissen Auswahl) – signifikant ändern, hoch und runter. Deshalb ist es so wichtig, daß man die richtige Gruppe für die Statistik auswählt.

IVF Erfolgsrechner – probieren wir es aus

SART PREDICTOR

Mit einem guten Patientenhilfsmittel, daß statistisch dem wirklichen Leben entspricht, kann man die Chancen auf Schwangerschaft und Geburt eines Kindes einschätzen. Der Rechner zeigt die Gesamterfolgschance für 2 und 3 IVF Zyklen an.

Außerdem zeigt es auch das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft an. Predictor wurde von SART (Society for Assisted Reproductive Technology) in den USA entwickelt und basiert auf Daten von ca. 500,000 IVF Zyklen, die seit 2006 bei mehr als 320,000 Frauen in 80% der IVF Kliniken in den USA durchgeführt wurden. Bei einer Statistik dieser Größe werden die Ergebnisse nah an der Realität liegen. IVF Kliniken in den USA bieten eine sehr gute Qualitätstherapie, hohe Erfolgsquoten und nutzen die modernsten therapeutischen Methoden.

Dies schreibt SART über das Modell:

“Obwohl noch mehr Modelle kommen werden, beinhaltet dieses Modell nur frische Embryotransfere in Folge, keine gefrorenen Übertragungen”

Was man im Gegensatz zu anderen Modellen beachten sollte, ist SART PREDICTOR beachtet den BMI (BMI könnte wichtig bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit sein), was automatisch durch Größe und Gewicht berechnet wird.

Website: https://www.sartcorsonline.com/predictor/patient

IVFPREDICT

IVFPREDICT erscheint komplizierter als SART PREDICTOR, aber das Ergebnis ist auf die statistische Chance einer Geburt eines Kindes mit der Hilfe von IVF beschränkt.

Interessant für die Statistik ist die Nutzung/Aufnahme der Stimulationsmedikamente, die man wählen kann (Gonadotropin/Antiöstrogen/Hormonersatz) und ob ICSI durchgeführt wird.

Dieses Modell basiert auf 140,000 Zyklen die in Großbritannien durchgeführt wurden. Das Modell wurde von Prof. Scott Nelson – Universität Glasgow, Prof. Debbie Lawlor – Universität Bristol und Dr. Tom Kelsey – Saint Andrews Universität entwickelt.

Website: http://www.ivfpredict.com/index-1.html

OPIS IVF PREDICTOR

Ein weiteres Hilfsmittel, daß Ihnen bei der Ermittlung Ihrer Chancen hilft, ist OPIS (Outcome Prediction In Subfertility).

Es basiert auf einem anderen System als die ersten beiden, denn Patientinnen müssen in der Auswahl angeben, ob sie schon eine IVF Behandlung hatten und ob sie an der Statistik der IVF Zyklen in Folge interessiert sind. OPIS basiert auf den Daten der HFEA aus Großbritannien und nutzt die Daten von IVF Zyklen aus den Jahren 1999 – 2009.

Wir konnten keine genauen Angaben finden, wie viele Zyklen im statistischen Modell der Universität Aberdeen berücksichtigt werden. Doch wenn man die Zeitspanne betrachtet, müssen es mehr als 100,000 IVF Zyklen sein. In diesem Modell ist der Unfruchtbarkeitsgrund auf ein paar Optionen begrenzt (unerklärte Unfruchtbarkeit/Problemen mit Eierstöcken/männlicher Faktor). Die anzugebenden Parameter sind auch sehr spärlich im Vergleich zu den anderen Hilfsmitteln. Als Ergebnis bekamen wir eine graphische Darstellung, die die Effektivität (Lebendgeburt) bei 6 IVF Zyklen pro Zyklus anzeigt.

Website: https://w3.abdn.ac.uk/clsm/opis/home/toolintro

IVF Rechner & Prognosemodelle ausprobieren

Bei jedem Hilfsmittel haben wir ähnliche Parameter einer Patientin eingeben:

  • Alter der Frau: 37 Jahre alt,
  • keine IVF Behandlungen in der Vergangenheit
  • keine Schwangerschaft
  • Versuch während der letzten 2 Jahre,
  • Grund der Unfruchtbarkeit – Endometriose
  • natürlich, IVF Behandlung mit eigenen Eizellen.

Wir haben verschiedene Erfolgsergebnisse bekommen (wir müssen dazusagen, daß der OPIS PREDICTOR keine Angaben zum Grund der Unfruchtbarkeit verlangt):

SART PREDICTOR – IVF Erfolgsergebnis:

Bei diesem Hilfsmittel haben wir sehr genaue Daten des erwarteten Behandlungserfolgs bekommen. Zusätzlich zur Standardkalkulierung von einem IVF Zyklus, bekommt man Information über den zweiten und dritten IVF Zyklus und die IVF Erfolgsquote und das Risiko auf Mehrlingsschwangerschaft je nach Anzahl übertragener Embryonen.

  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt nach einem Zyklus liegt bei 32%
  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt nach zwei Zyklen liegt bei 50%
  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt nach drei Zyklen liegt bei 62%

Ergebnisse basieren auf SART IVF Predictor

Ein Zyklus mit einem Embryo:

  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt liegt bei 31%
  • Risiko auf Mehrlingsschwangerschaft liegt bei 1%

Zwei Zyklen mit einem Embryo:

  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt liegt bei 46%
  • Risiko auf Mehrlingsschwangerschaft liegt bei 2%

Ein Zyklus mit zwei Embryonen:

  • Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt liegt bei 43%
  • Risiko auf Mehrlingsschwangerschaft liegt bei 28%

Ergebnisse basieren auf SART IVF PREDICTOR

IVFPredict – IVF Erfolgsergebnisse

Die einzigste Information die IVFPredict bietet ist:
„Die Chance einer Lebendgeburt pro IVF Versuch ist: 28.5%“

Ergebnisse basieren auf IVFPredict

OPIS – IVF Erfolgsergebnisse

Die einzigste Information die OPIS bietet:
„Die Chance, daß Sie nach einem Behandlungszyklus ein Baby bekommen liegt bei: 36.96%.“

OPIS IVF Rechner Ergebnis

Schlußfolgerung:

Wie man sehen kann, sind die Ergebnisse und die Information der verschiedenen Hilfsmittel deutlich unterschiedlich.

Nach unserer Ansicht ist SART PREDICTOR das Hilfsmittel mit dem jede Patientin beginnen sollte, die eine IVF Behandlung in Betracht zieht, egal ob es der erste oder nächste IVF Zyklus ist. Das Hilfsmittel gibt Ihnen die meisten Möglichkeiten, speziell in Betracht auf Eingabeparameter. Als Ergebnis bekommt man genaue Daten, die sicherlich hilfreich sind.

Mit dieser Information kann man auch das Behandlungsbudget planen. Es ist einfacher die Kosten realistisch zu planen, wenn man die statistischen Chancen einer Lebendgeburt nach dem ersten IVF Zyklus kennt, oder z.B. nach 3 Zyklen.

Es gibt mehr Online-Hilfsmittel, die die Chancen auf Schwangerschaften nach IVF schätzen, aber die drei oben genannten werden durch Forschung und wissenschaftliche Veröffentlichungen stark unterstützt. Was noch wichtiger ist, die Sammlung der Daten basiert auf mindestens 100,000 IVF Zyklen und im Fall von SART PREDICTOR auf mindestens 500,000 IVF Zyklen.

Falls Sie ein Online-Hilfsmittel kennen, die die Chancen auf Schwangerschaft nach IVF schätzt und nicht auf unserer Liste ist, aber sein sollte, kontaktieren Sie uns und vielleicht nehmen wir es zum Vergleich auf.

Ressourcen:

Predicting the chances of a live birth after one or more complete cycles of in vitro fertilisation: population based study of linked cycle data from 113 873 women, https://www.bmj.com/content/355/bmj.i5735

Predicting Live Birth, Preterm Delivery, and Low Birth Weight in Infants Born from In Vitro Fertilisation: A Prospective Study of 144,018 Treatment Cycles, https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000386

Predicting the success of IVF: external validation of the van Loendersloot’s model., https://doi.org/10.1093/humrep/dew069

SART IVF Predictor – https://www.sartcorsonline.com

HFEA – https://www.hfea.gov.uk/

ICSI: Chancen und Risiken der Kinderwunschbehandlung

Was ist ICSI?

Die Abkürzung ICSI steht für „Intracytoplasmatische Spermieninjektion“ und ist die am häufigsten angewandte Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei wird ein einzelnes Spermium mit Hilfe einer feinen Pipette direkt in das Zellinnere (Zytoplasma) der zuvor entnommenen Eizelle eingespritzt. Die Befruchtung wird also unter dem Mikroskop künstlich nachgeahmt. Entwickelt sich die befruchtete Eizelle anschließend weiter, wird sie in die Gebärmutter eingesetzt – in der Hoffnung, dass daraus ein Embryo oder mehrere Embryonen entstehen.

Diese sogenannte Mikroinsemination wird eingesetzt, wenn zu wenig befruchtungsfähige Spermien vorhanden oder die Spermien zu träge sind, um sich aus eigener Kraft in die Eizelle einzudringen.

ICSI: Wie läuft die Behandlung ab?

1. Spermiogramm

Als erstes wird das Sperma des Mannes unter die Lupe genommen, um zu sehen, wie viele Samenzellen vorhanden sind. Hier wird überprüft, wie beweglich die Spermien sind, welche Form sie haben und ob Infektionen vorliegen. Sind zu wenige Spermien im Ejakulat vorhanden, können Samenzellen auch direkt aus dem Hodengewebe entnommen werden.

2. Eisprung und Eizellentnahme

Vor der ICSI ist eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke (ovarielle Stimulation) notwendig. Hierfür werden verschiedene Verfahren mit unterschiedlichen Hormonpräparaten angewandt. Durch regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und Bluttests wird dann kontrolliert, ob und wie viele Eibläschen sich in den Eierstöcken gebildet haben. Sind schließlich genügend vorhanden, wird der Eisprung durch eine Hormonspritze ausgelöst. Etwa zwei Tage später werden etwa 10-12 Eizellen unter leichter Vollnarkose mit Hilfe einer Ultraschallsonde und einer dünnen Nadel durch die Vagina entnommen.

3. Befruchtung

Aus den gewonnenen Samenzellen werden einzelne Spermien ausgewählt, die unter dem Mikroskop in eine Eizelle injiziert werden. Je Eizelle, ein Spermium.

Leider bedeutet das jedoch nicht, dass sich auch jede befruchtet Eizelle weiterentwickelt. Deshalb werden auch mehr Eizellen befruchtet, als später eingesetzt.

4. Transfer

Hat die Befruchtung geklappt, werden zwei bis drei Tage später die entstandenen Embryonen in die Gebärmutter übertragen. Der Eingriff ist schmerzlos und findet deshalb ohne Narkose statt. Meist werden pro ISCI-Versuch zwei befruchtete Eizellen eingesetzt, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Nach 14 Tagen zeigt dann hoffentlich der Schwangerschaftstest, dass es geklappt hat und du schwanger bist.

Welche Voraussetzungen müssen für eine ICSI erfüllt werden?

  • Die Frau muss zwischen 25 und 40 Jahre, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt sein
  • Beide müssen verheiratet sein oder in einer festen Partnerschaft zusammenleben (die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur bei verheirateten Paaren einen Teil der Kosten)
  • Außerdem muss von beiden Partnern ein negativer HIV-Test vorliegen
  • Eine ICSI wird in der Regel dann durchgeführt, wenn eine Behandlung mit IVF keinen Erfolg hatte oder schon aufgrund der Voruntersuchungen deutlich wurde, dass die Chancen durch eine In-Vitro-Fertilisation ein Kind zu bekommen gering sind
  • Es ist ärztlich bescheinigt, dass die Behandlung ausreichende Erfolgsaussichten hat

Wie groß sind die Erfolgschancen einer ICSI?

Die Erfolgsquote, dass es mit einer ICSI klappt, schwanger zu werden, liegt bei 20 Prozent. Denn ob die Methode letztlich Erfolg hat, ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Neben dem Alter der Frau, ihrem Gesundheitszustand und der körperlichen Fitness (Gewicht, Ernährung, Medikamente, Sport, Rauchen und Alkoholkonsum) ist vor allem die Qualität der Keimzellen ausschlaggebend. Chromosomenanomalien können beispielsweise der Grund dafür sein, dass sich die befruchtete Eizelle einfach nicht weiter teilt, sich nicht in der Gebärmutter einnistet und vom Körper abgestossen wird.

Was passiert mit den überzähligen Keimzellen?

Bei der ersten Behandlung werden häufig mehr Eizellen entnommen, als später befruchtet. Diese Eizellen und Spermien werden mit der jeweiligen Einwilligung in flüssigem Stickstoff eingefroren. Das hat den Vorteil, dass für einen weiteren Versuch keine erneute Hormon-Stimulation notwendig ist, die für die meisten Frauen besonders belastend ist.

ICSI oder IVF – Worin besteht der Unterschied?

Beide Verfahren sind sich sehr ähnlich: die hormonelle Stimulation, die Entnahme der reifen Eizellen und das spätere Einsetzen der Embryonen in die Gebärmutter sind bei beiden Verfahren gleich. Lediglich in der Befruchtungsmethode unterscheiden sich IVF und ICSI. Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) bringt man männliche und weibliche Keimzellen in einer Petrischale zusammen. Die Spermien müssen in die Eihülle jedoch selbst eindringen, es also aus eigener Kraft schaffen, die Eizellen zu befruchten. Bei der ICSI wird hier geholfen und das Spermium mittels einer Spritze direkt in das Ei gespritzt.

ICSI hat in Deutschland die IVF inzwischen überholt und ist die weit häufiger angewandte Methode. Auch Frauen, bei denen IVF keinen Erfolg brachte, kann ICSI zu einer Schwangerschaft verhelfen.

Für wen eignet sich ICSI

  • Für Paare, bei denen die Fertilität des Mannes eingeschränkt ist, beispielsweise aufgrund eines Verschlusses der Samenwege, die Bildung der Samenzellen selbst gestört ist, sich Spermien-Antikörper in der Samenflüssigkeit befinden, die eine Zeugung erschweren, oder aufgrund einer Krebserkrankung tiefgefrorene Spermien zum Einsatz kommen sollen
  • Die ICSI kann auch weiterhelfen, wenn sich die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch nicht klären lässt (idiopathische Sterilität) oder
  • wenn beide Partner eine Fruchtbarkeitsstörung aufweisen. Manchmal ist die ICSI bei älteren Paaren eine gute Methode der künstlichen Befruchtung.

Chancen und Risiken von ICSI und IVF

  • Die Einnahme der Hormone zur Stimulation der Eierstöcke kann sehr belastend sein.
  • In seltenen Fällen führt die Stimulation der Eierstöcke zu einem sogenannten Überstimulationssyndrom, bei dem der Körper der Frau auf die Hormonpräparate „überreagiert“. Symptome sind unter anderem Bauchschmerzen, Übelkeit, Spannungsgefühle im Bauch sowie Kurzatmigkeit. In diesem Fall muss der Arzt sofort verständigt werden.
  • Werden mehrere Embryonen in die Gebärmutter eingebracht, erhöht sich das natürliche Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft (etwa 20 bis 30 Prozent bei IVF und ICSI) sowie einer Risikoschwangerschaft.
  • Kommt es nach einer ICSI zu einer Schwangerschaft, verläuft sie in der Regel normal, auch wenn das Risiko einer Fehlgeburt leicht erhöht ist.
  • Die psychische Belastung wird von Paaren, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, oft unterschätzt und stellt nicht nur den Körper, sondern auch die Beziehung auf eine harte Probe.
  • Spätestens nach dem zweiten oder dritten missglückten Versuch, ist es Zeit, über Alternativen zur Kinderwunschmedizin zu sprechen. Auch Pflege oder Adoption kann der Weg zu einem Wunschkind sein.
  • Die durchschnittliche Geburtenrate pro Behandlungszyklus wird für die ICSI mit 15 bis maximal 20 % angegeben.
  • Die Aussichten, nach einer ICSI-Behandlung ein Kind zu bekommen, hängen stark von den persönlichen Voraussetzungen des Paares ab.
  • Bei einigen Störungen der Samenzellbildung hat auch die ICSI-Methode nur geringe oder keine Aussichten auf Erfolg.
  • Die Fruchtbarkeit der Frau ist ein entscheidender Faktor: Manche Frauen bilden trotz hormoneller Stimulation keine Eizellen, bei anderen entwickeln sich die Eizellen nach der Befruchtung nicht weiter oder der Embryo nistet sich nach der Übertragung nicht in der Gebärmutter ein.
  • Das Alter der Frau spielt eine wichtige Rolle. Je älter die Frau ist, desto geringer ist auch die Chance durch eine ICSI ein Kind zu bekommen.

Was kostet eine ICSI und was zahlt die Krankenkasse?

  • Eine ICSI-Behandlung kostet rund 4000 Euro pro Versuch.
  • Wurden mehr Eizellen gewonnen, als für den ersten Versuch genutzt wurden, kommen Kosten für die Aufbewahrung (Kryokonservierung) der Keimzellen für kommende Versuche. Diese belaufen sich auf 300-500 Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel 50 Prozent der Kosten, allerdings maximal für drei Versuche und unter besonderen Vorraussetzungen. Einige Kassen werben mit höheren Prozentsätzen, hier sollte individuell abgewogen werden. Unterschiedlich ist auch die Höhe des von privaten Krankenkassen übernommenen Satzes.

Du möchtest schwanger werden? Wir haben ein paar Tipps für dich parat. Möchtest du dich mit anderen Frauen über Kinderwunsch und künstliche Befruchtung austauschen? Dann bist du in unserer tollen BRIGITTE Community genau richtig.

Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Höheres Brustkrebsrisiko?

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Ging dir auch schon die Frage durch den Kopf, ob sich das Risiko, irgendwann an Krebs zu erkranken durch eine künstliche Befruchtung erhöht? In diesem Beitrag möchte ich dir eine neue Studie aus Schweden vorstellen, die die bisherige Forschungslage durch eine Auswertung der Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen ergänzt.

Künstliche Befruchtung & ihre Spätfolgen

Eine Kinderwunschbehandlung bedeutet für jede Frau und jedes Paar den kompletten Ausnahmezustand: Neben den vielen Untersuchungen, den hohen Kosten und der emotionalen Achterbahnfahrt beunruhigt die Frage, ob der eigene Körper die Hormonbehandlung gut vertragen und wegstecken wird.

Und ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen: Die Frage nach den Spätfolgen einer künstlichen Befruchtung beschäftigt mich persönlich bis heute. Wie werden die großen Hormonmengen, die ich mir während der Stimulationsphase gespritzt habe, sich langfristig auf meinen Körper auswirken?

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Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Neue Studie

Die Studie von Frida E. Lundberg vom Karolinska Institut in Stockholm ging der Frage nach, ob die Stimulation der Eierstöcke im Rahmen einer künstlichen Befruchtung in Verbindung gebracht werden kann mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Zur Klärung dieser Frage wurden die Registerdaten einer Gruppe von über 1,3 Millionen Frauen aus Schweden, die zwischen 1982 und 2012 ein Kind geboren hatten, ausgewertet. Im Fokus stand dabei die mögliche Beziehung zwischen der eingesetzten Methode der künstlichen Befruchtung und dem Auftreten von Brustkrebs zu untersuchen und gegebenenfalls aufzudecken.

Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormonbehandlung

Das Ergebnis der Studie ist klar und ermutigend zugleich:

Es ließ sich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko nach einer ovariellen Stimulation im Rahmen einer künstlichen Befruchtung nachweisen.

Frauen, die eine Stimulation der Eierstöcke oder eine andere Form der Hormontherapie durchlaufen hatten, zeigten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dieses Ergebnis gilt dabei unabhängig davon, ob die Frau durch die Behandlung ein Kind lebend auf die Welt bringen konnte oder nicht. Die Vergleichsgruppe der Studie setzte sich aus Frauen zusammen, die auf natürlichem Wege ihr Kind empfangen hatten.

Fazit: Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch

Aufgrund der sehr großen Versuchsgruppe dieser Untersuchung können die Ergebnisse meiner Meinung nach sehr ernst genommen werden. Ganz offenbar gibt es kein erhöhtes Mammakarzinom-Risiko für Frauen, die eine hormonelle Stimulation erhalten haben, um damit ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Ergebnisse decken sich mit den Ergebnissen aus anderen Studien mit sehr ähnlicher Fragestellung, was die Aussagekraft noch weiter unterstreicht.

Kleiner PillencocktailWie die Hormontherapie bei Kinderwunsch hilft

Wenn hormonelle Probleme unfruchtbar machen, kann die Medizin helfen. Zum Beispiel mit einer speziellen Hormontherapie bei Kinderwunsch. Die Erfolgsquoten sind ganz gut, aber es gibt auch Nebenwirkungen.

Ganz schön viele Tabletten. So viele kommen bei einer Hormontherapie bei Kinderwunsch aber nicht zum Einsatz. © iStock / Getty Images Plus 0

Geschlechtshormone sorgen im Idealfall dafür, dass der Eisprung stattfindet, Follikel heranreifen und sich eine Eizelle nach der Befruchtung in der Gebärmutter einnistet. Ist das Hormongleichgewicht der Geschlechtshormone einer Frau gestört, kann sie vielleicht nicht schwanger werden. Vielleicht ist der Zyklus zu unregelmässig oder der Eisprung findet nicht statt. Auch eine Gelbkörperschwäche kann die Schwangerschaft verhindern.

Wie wirkt eine Hormontherapie bei Kinderwunsch?

Wird eines dieser Probleme diagnostiziert, kann der Arzt eine Hormontherapie verordnen, um die Fruchtbarkeit der Frau zu unterstützen und ihren Zyklus zu stabilisieren. Die Grundversicherung deckt die Kosten für eine Hormontherapie bei Kinderwunsch im Regelfall im ersten Jahr ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hormongaben in Form von Tabletten oder Injektionen stabilisieren den Hormonhaushalt einer Frau.
  • Die Hormontherapie unterstützt somit die Fruchtbarkeit der Frau. Allerdings können Nebenwirkungen auftreten.

Eine Hormonbehandlung startet meist am dritten Tag der Periode. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Follikelreifung am Beginn des weiblichen Zyklus zu unterstützen. Das Hormon Clomifen kann eine Frau in Form von Tabletten zu sich nehmen. Oder aber sie injiziert sich mit einer Spritze FSH oder HMG. Hierbei handelt es sich um ein follikelstimulierendes Hormon respektive um ein humanes Menopausengonadotropin.

Fruchtbarkeit der Frau verbessern

Im Rahmen des Zyklusmonitorings kann der Arzt den Erfolg der Behandlung überprüfen. Ultraschalluntersuchungen und Bluttests können den Zeitpunkt des Eisprungs bestimmten. Teilweise muss dieser noch durch das Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin) ausgelöst werden.

Hält es der Arzt für nötig, wird auch die Einnistung der Eizelle durch Gabe von Progesteron unterstützt. Weitere Informationen zu den möglichen Hormongaben und zur Fruchtbarkeit der Frau stellt die Seite fertility.ch zur Verfügung.

Bei vielen Hormontherapien kommt die Spritze zum Einsatz. © iStock, Thinkstock

Hormonbehandlungen sind nie völlig risikolos. Unterschiedliche Nebenwirkungen können auftreten. So kommt es beispielsweise bei bis zu fünf Prozent der behandelten Frauen zu einer Überstimulation der Eierstöcke. Wenn zu viele Eizellen gleichzeitig reifen, stellt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Mehrlingsschwangerschaft ein. Ausserdem ist das Thromboserisiko bei einer Hormontherapie etwas höher. Manche Frauen leiden auch an Symptomen, die jenen der Wechseljahre gleichen.

Durch die Hormongaben kann es auch passieren, dass sich die Gebärmutter selbst verändert. Ein bereits befruchtetes Ei kann sich dann nicht einnisten. Auf der Seite des „Betroffenen-Netzwerks Kinderwunsch“ finden Sie Erfahrungsberichte von Paaren sowie Kontaktadressen zu Kinderwunschzentren.

Publiziert von der Redaktion

Risiken der künstlichen Befruchtung und Hormonbehandlung

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Nebenwirkungen der Medikamente

Die im Rahmen der Hormonbehandlung verabreichten Medikamente können mit Nebenwirkungen, zum Beispiel mit Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen, verbunden sein.

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Mehrlingsschwangerschaften

Das größte „Risiko“ einer Hormonbehandlung und künstlichen Befruchtung ist eine Mehrlingsschwangerschaft. Dies liegt vor allem an der eben beschriebenen starken Stimulation der Eierstöcke, die mit Absicht die Bildung vieler reife Eizellen fördert. Bei einer IVF werden außerdem zur Erhöhung der Erfolgschancen mehrere Embryonen in den Mutterleib übertragen. Damit steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Statistisch bekommen rund zwanzig Prozent aller Schwangeren, die eine IVF-Behandlung mitgemacht haben, Zwillinge und bis zu drei Prozent sogar Drillinge. Durch die in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindliche Beschränkung auf drei Embryonen ist die Wahrscheinlichkeit, mehr als drei Kinder zu bekommen eher geringer als in anderen Ländern. Die meisten Ärzte setzen auch nur dann drei Embyronen ein, wenn die Frau mindestens 38 Jahre alt ist. Jüngere Frauen bekommen nur ein oder zwei Embryonen eingesetzt. Mit der erhöhten Chance einer Mehrlingsschwangerschaft, steigt auch das Risiko einer Frühgeburt. So kommt es bei Mehrlingsschwangerschaften leider häufiger zu einer Geburt vor der 30. Woche. Außerdem kann es in den ersten drei Monaten zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen. Das bedeutet, dass die Fruchtblase, die das Kind im Mutterleib umgibt, reißt. Dadurch können Keime von der Scheide in die Gebärmutter gelangen und dort eine Entzündung auslösen. Aber auch diese Komplikationen sind Ausnahmen. In der Regel kommen auch Mehrlinge komplikationsfrei und gesund zur Welt.

Ovarielle Überstimulation

Eine Hormonbehandlung stimuliert die Eierstöcke zur vermehrten Produktion reifer Eizellen, um so die Chancen auf eine Befruchtung zu erhöhen. In circa ein Prozent der Fälle kann diese Stimulation zu einer ovariellen Überstimulation (OHSS) führen. Sie tritt vor allem nach dem Eisprung und der Punktion für eine IVF auf. Die Wahrscheinlichkeit einer Überstimulation ist bei einer IVF und ICSI Behandlung höher als bei einer Insemination, da bei diesen beiden Methoden die Eierstöcke deutlich stärker stimuliert werden. Das Auftreten einer OHSS ist außerdem wahrscheinlicher bei jungen oder untergewichtigen Frauen, Frauen mit einem polyzystischen Ovarsyndrom und Frauen, die bereits vor der Hormonbehandlung einen hohen Oestradiolspiegel aufweisen.

Es ist noch nicht ganz klar wie eine Überstimulation genau verursacht wird und wirkt, aber es wird vermutet, dass durch die Überstimulation gefäßaktive Substanzen in die Blutbahn gelangen und die Durchlässigkeit der Blutgefäßwände erhöht. In Folge dessen treten vermehrt Flüssigkeit und Eiweiß aus den Blutgefäßen in den Bauchraum und in das Gewebe ein. Es kommt dort zu Wasseransammlungen, die leichte bis starke Schmerzen, Übelkeit, Völlegefühl und eine starke Gewichtszunahme von mehr als einem Kilogramm pro Tag verursachen können. In ganz gravierenden Fällen verliert das Blut an Flüssigkeitsgehalt und verdickt sich und es kommt zu Durchblutungsstörungen. Die Wahrscheinlichkeit von Blutgerinnseln steigt. Auch Organe wie die Nieren werden schlechter durchblutet und sind entsprechend weniger funktionstüchtig. In ganz schlimmen Fällen kann es zu einem Organversagen kommen.

Da leider die Wirkungszusammenhänge und Ursachen einer Überstimulation noch nicht zur Gänze bekannt sind, ist auch keine ursachenbezogene Therapie möglich. Es kann aber zur Beruhigung gesagt werden, dass ein schweres Überstimulationssyndrom wirklich selten ist. Dank der regelmäßigen Kontrollen kann der behandelnde Frauenarzt in der Regel eine Überstimulation schnell erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten. Trotzdem sollte man bei Auftreten von Schmerzen direkt den Arzt kontaktieren, um so noch früher reagieren zu können. Ist das Risiko einer weiteren Behandlung noch vertretbar, so gibt der Arzt klare Anweisungen und kontrolliert den weiteren Verlauf. Aber in den meisten Fällen wird die Behandlung zur Sicherheit der Patientin abgebrochen.

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Psychischer Stress

Die Kinderwunschbehandlung ist sehr zeitaufwändig und erfordert von einem Paar viel Geduld. Dazu kommt die emotionale Belastung, die aus den starken Gefühlsschwankungen zwischen Hoffen und Bangen, Freude und Enttäuschung entsteht. Vergeht eine lange Zeit, ohne dass sich der Wunsch nach einer Schwangerschaft erfüllt, stürzen die Betroffenen oft in eine Krise, die nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit des Paares beeinträchtigen kann. Die psychische Belastung wiederum kann ein erheblicher Hinderungsgrund für eine erfolgreiche Behandlung sein. Wichtig ist in dieser Situation, dass Paare erkennen, dass sie nicht allein sind mit diesem Problem. Der Austausch mit anderen Betroffenen online oder in Selbsthilfegruppen, sowie die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe können in dieser Situation weiter helfen und das Paar entlasten.

Komplikationen bei den Eingriffen

Da die Prozedur unter Ultraschallkontrolle erfolgt, treten sehr selten Komplikationen bei den mit einer In-Vitro-Fertilisation (IVF) verbundenen chirurgischen Eingriffen auf, wie etwa kleinere Verletzungen und Blutungen oder Infektionen. In ganz seltenen Fällen können bei der Punktion andere Organe in der Nähe der Geschlechtsorgane, wie der Darm oder die Harnblase, verletzt werden.

Höheres Risiko einer Eileiterschwangerschaft oder Fehlgeburt

Bei einer künstlichen Befruchtung ist die Wahrscheinlichkeit einer Eileiterschwangerschaft leider deutlich höher als bei einer natürlich eintretenden Schwangerschaft. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko für Fehlgeburten, Jedoch ein Zusammenhang zwischen Fehlgeburten und einer IVF konnte bis heute nicht eindeutig belegt werden.

Weitgehend unbekannt und selten: Imprinting-Defekte

Ein Risiko im Promillebereich sind sogenannte „Imprinting-Defekte“. Das Imprinting beschreibt den Prozess der Zuordnung der Gene eines Babys. Bei einer Befruchtung werden sowohl die Gene der Mutter als auch des Vaters übertragen. Jedes benötigte Gen ist dann doppelt vorhanden. Bei einem frühen Embryo bleiben alle genetischen Informationen für eine kurze Zeit lesbar. Erst in der späteren Entwicklung werden entweder das Gen des Vaters oder das der Mutter aktiviert, das andere wird „abgeschaltet“. Neuste Forschungsergebnisse führen nun zu der Vermutung, dass die Befruchtung im Reagenzglas den Zuordnungsprozess der Gene im Laufe der Entwicklung des Babys stören könnte. Forscher vermuten, dass es vermehrt zu einer Aktivierung beider Gene führt. Genetisch bedingte Erkrankungen beim Kind, wie zum Beispiel das Angelmann Syndrom, können die Folge sein. Erste Versuche mit Tieren stärken diese Forschungshypothesen. Beim Menschen ist dieser Einfluss jedoch noch nicht erforscht. Aufgrund dieser fehlenden Informationen und des extrem seltenen Auftretens von Erkrankungen wie dem Angelmann Syndrom, klären viele Frauenärzte Paare nicht über dieses Risiko auf. Sie möchten damit unnötige Ängste und Unsicherheit vermeiden.

Dein Frauenarzt gibt Auskunft

Die Ärzte sind verpflichtet, über die gesundheitlichen Risiken der Behandlungsmethoden und der verschiedenen Behandlungsschritte aufzuklären. Wenn Du die Aufklärung Deines Arztes nicht verstehen solltest, dann frag auf jeden Fall noch einmal nach. Denn es ist besonders wichtig, dass Du Deinem Körper und Deiner Seele nicht zu viel zumutest, auch wenn der Wunsch nach einem Kind groß ist. Es ist daher aber auch sehr wichtig, dass Du Dir sicher bist, dass Du den richtigen Arzt gefunden hast und Dich mit Fragen auf Deine Arzttermine vorbereitest.

Hast Du weitere Fragen? Dann schaue doch einfach in unsere Bereiche Schwanger werden, Unfruchtbarkeit und künstliche Befruchtung. Dort kannst Du Dir einen schnellen Überblick über weitere Maßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten verschaffen.

Berechnung des Geburtstermins für IVF-Schwangerschaften

Künstliche Befruchtung (IVF) ist der einzige Fall, bei dem Dein Arzt genau weiß, wann die Empfängnis stattgefunden hat.

Der Geburtstermin kann mithilfe verschiedener Formeln berechnet werden, je nach Art der künstlichen Befruchtung:

  1. IVF mit eigenen Eizellen (mit oder ohne ICSI): Verwende das Entnahmedatum der Eizelle und füge 266 Tage (oder 38 Wochen) hinzu.
  2. IVF mit frischen gespendeten Eizellen (mit oder ohne ICSI): Verwende das Entnahmedatum der Eizelle und füge 266 Tage (oder 38 Wochen) hinzu.
  3. Frische gespendete Embryos: Verwende das Entnahmedatum der Eizelle und füge 266 Tage (oder 38 Wochen) hinzu.
  4. 3-Tage-FET: Verwende das Entnahmedatum und füge 266 Tage (oder 38 Wochen) hinzu. Dann musst Du entweder 3 Tage (für Embryonen) oder 2 subtrahieren. Manchmal sind Deine Embryonen älter als 3 Tage, weshalb es wichtig ist, das genaue Alter der Embryonen zu subtrahieren. Oder verwende einfach das Transferdatum Deiner Embryonen und füge dann 263 Tage hinzu.
  5. 5-Tage-FET: Verwende das Entnahmedatum und füge 266 Tage (oder 38 Wochen) hinzu. Dann musst Du 5 Tage (für Blastozysten) subtrahieren. Wenn die Blastozyten älter als 5 Tage sind, subtrahiere ihr genaues Alter. Oder verwende einfach das Transferdatum Deiner Embryonen und füge dann 261 Tage hinzu.

Erste Schwangerschaftsultraschallkontrolle nach einer IVF-Behandlung

Hierbei handelt es sich um die Bestätigung der Schwangerschaft nach einer IVF Behandlung oder Eizellspende. Der erste Ultraschall, bei welchem wir die Schwangerschaft wahrnehmen, besteht aus einem der emotianalsten Momente im Leben aller Eltern. Diese Situation ist im Besonderen für Patienten, die sich Behandlungen der assistierten Reproduktion unterzogen haben, bedeutend, da bei diesen Paaren, nach der Übermittlung des positiven Schwangerschaftsergebnisses die Angst und Beklemmung nicht verschwindet, sondern sich bis zu dem Moment, in welchem eine normale Schwangerschaft feststeht, sogar noch intensiviert. Daher ist es sehr wichtig die Charakteristiken der gesagten Untersuchung, sowie diejenigen, auf welche wir in diesem in diesem Moment treffen können, zu kennen.

Wann soll sie durchgeführt werden?

Sie sollte zwischen der 5. und 7. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, d.h. 3 bis 5 Wochen nach dem Embryotransfer. Um die Schwangerschaft nach einer IVF zu berechnen, legen wir immer eine letzte theoretische Regelblutung 14 Tage vor der Eizellentnahme fest.

Genau ein Monat nach dem Embryotransfer ist ein ausgezeichneter Moment den Ultraschall durchzuführen und mit Klarheit zu beurteilen, ob die Schwangerschaft evolutiv ist. Sie vorher durchzuführen kann zu Verwirrung und Unsicherheit führen, da bei der Mehrheit der Fälle das Resultat nicht schlüssig ist.

Wie soll sie durchgeführt werden?

Der Ultraschall sollte vaginal durchgeführt werden. Auf diese Weise werden wir die Bilder mit gröβerer Klarheit sehen um so präziser bei der Bestätigung über die adäquate Entwicklung zu sein. Auβerdem wissen wir, dass die vaginale Durchführung des Ultraschalls keinen negativen Effekt auf die Schwangerschaft hat.

Warum ist es wichtig einen Ultraschall in der 6. oder 7. Woche durchzuführen?

  1. Wir bestätigen, dass der Ort der Schwangerschaft das Innere der Gebärmutter ist und somit schlieβen wir aus, dass es sich um eine ektopische Schwangerschaft (Ortung auβerhalb der Gebärmutter) handelt.
  2. Wir ermitteln, ob es sich um eine Einzel- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt.
  3. Es lässt uns eine Bewertung darüber zu, ob die Evolution der Schwangerschaft angemessen verläuft. In dem Fall, dass sie Schwangerschaft nicht in günstiger Form verläuft, orientieren wir uns in Richtung der Ursache des Problems.

Was werden wir während des Ultraschalls sehen?

In dem ersten Ultraschall nach dem IVF-Zyklus, welche in der 6. oder 7. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird, beobachten wir die folgenden Strukturen:

  1. Fruchthöhle

Es ist die Struktur, die am frühzeitigsten erscheint. Es handelt sich um ein Bild ohne Schall (dunkel), umrundet von einer schallbrechenden Lichthof (weiβ), welche in dem Inneren der Gebärmutter (im Konkreten im Endometrium, welchen wir während den Ultraschallkontrollen während der Ovarstimulation wachsen haben sehen). Die durchschnittliche Gröβe in der 6. Woche ist ungefähr 14 mm… aber es gibt eine groβe Flexibilität, da ein kleinere oder sogar ein vielfach gröβere Fruchthöhle nicht als eine relevante Anomalie betrachtet wird.

  1. Dottersack.

Hierbei handelt es sich um eine unterentwickelte Struktur, die zu Beginn der embryonalen Entwicklung erscheint. Seine Form, ein Kreis von weiβer Farbe, erinnert uns an die Follikel während der Stimulation. Seine durchschnittliche Gröβe ist zwischen 3 und 4 mm und wenn sein Durchmesser gröβer als 6mm ist, wird das als schlechte Prognose angesehen.

  1. Herzschlag. Gewöhnlich kann er beginnend mit der 6. Woche wahrgenommen werden. Die durschnittliche Herzschlagfrequenz wird in diesem Moment mit zwischen 90 und 110 Schlägen pro Minute angegeben und wird in den folgenden Wochen zunehmen.
  2. Embryo. Er wird von einer Masse von embryonalen Zellen gebildet, aus denen alle Organe des Embryos hervorgehen werden. Er erscheint wie eine Struktur, die an den Dottersack geklebt ist. In der 6. Woche ist er manchmal noch nicht sichtbar und seine Gröβe ist gewöhnlich zwischen 2 und 8mm. Er hat eine groβe Veränderlichkeit und in dieser Phase wächst er sehr schnell (1mm Wachstum täglich).

In dem Fall, dass nicht alle Strukturen wahrgenommen werden können oder die Gröβe nicht die erwartete sein sollte, heiβt das, dass die Schwangerschaft nicht normal verläuft oder stoppen wird?

Wir müssen vorsichtig bei der Interpretation der echographischen Befunde in diesem Moment sein, da eine Serie von Umständen uns zu fehlerhaften Diagnosen verleiten können:

  1. Die groβe Veränderlichkeit in der normalen Entwicklung des Embryos. Obwohl wir uns in frühzeitigen Etappen befinden, existiert eine groβe Veränderlichkeit in der Erscheinung der echographischen Befunden, so dass in vielen Gelegenheiten die vemutete Diagnose einige Tage später bestätigt werden muss.
  2. Unterschiede in der Bildqualität in Abhängigkeit von der Patientin. Jede Patientin hat unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich der Übertragung der Ultraschälle in ihrem Gewebe, so dass die Bilder verworren sein können, wenn gesagte Transmission nicht gut ist.
  3. Die Ortung der Gebärmutter und der Fruchthöhle in ihrem Inneren. Localización del útero y del saco gestacional en su interior. Abhängig von der Entfernung der Ultraschallsonde von der Fruchthöhle kann das Bild mehr oder weniger rein sein, was Einfluss darauf haben kann, dass das Resultat nicht schlüssig ist.

Dr. Joaquín Llácer, stellvertretender medizinischer Leiter des Instituto Bernabeu.

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