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Nux vomica

Anwendungsinformationen

Frühzeitige Einnahme ist wichtig
Es ist wichtig, möglichst früh mit der Einnahme zu beginnen, wenn man also zum Beispiel gerade anfängt, Stress zu spüren. Es kann sonst nach der Einnahme eine Weile dauern, bis die Wirkung eintritt.

Keine Dauerlösung gegen Stress
Nux Vomica ist keine Dauerlösung für gestresste Menschen. Sollte man häufiger in Stress geraten, ist es ratsam, die eigene Lebensweise zu ändern beziehungsweise, sofern Nux Vomica gegen Verdauungsbeschwerden eingenommen wird, die eigene Ernährung zu überdenken.

Erstmalige Einnahme von Nux vomica
Nimmt man Nux Vomica zum ersten Mal, sollte man keine sofortige sehr starke Wirkung erwarten. Eine regelmäßige Einnahme ist dafür nötig. Wie immer bei homöopathischen Mitteln kann es auch diesem Mittel sein, dass sich bei manchen Patienten überhaupt keine Wirkung zeigt. Dies hängt von der individuellen Konstitution des Patienten ab und kann erst durch die Einnahme erkannt werde.

Diagnose eines Homöopathen
Bevor man Nux Vomica nimmt, sollte man von einem ausgebildeten Homöopathen eine Diagnose erhalten, zumal das Mittel bis zu einschließlich der Potenz D3 verschreibungspflichtig ist. Dies ist besonders wichtig bei Beschwerden, die bereits länger andauern.

Wie ist Nux vomica anzuwenden?

Wie oft das Mittel eingenommen wird, richtet sich nach der Intensität der Beschwerden.
Für Schwangere empfehlen Hebammen und Gynäkologen eine tägliche drei- bis viermalige Gabe von 5 Globuli oder in Wasser gelösten Tropfen in den Potenzen D6 oder D12.
In Akutfällen dürfen auch im Stundenrhythmus 5 Globuli genommen werden, bis die Symptomatik sich verbessert. Die stündliche Darreichung sollte nicht länger als einen Tag beibehalten werden.
Kindern und Babys gibt man 3 Globuli im entsprechenden Rhythmus.
Bei chronischen Beschwerden außerhalb der Schwangerschaft wählt man eine höhere Potenz ab D30. Das Mittel wird dann entsprechend weniger häufiger gegeben. Es reicht eine wöchentliche Gabe von 5 Globuli, bei sehr hohen Potenzen auch eine Monatsgabe oder die einmalige Einnahme.

Zum Weiterlesen:
  • Dosierung und Einnahme

Hilft Nux vomica bei Schwangerschaftsübelkeit?

Kurz: Ja. Nux Vomica ist ein typisches Mittel zur Behandlung verschiedener Schwangerschaftsbeschwerden. Dazu zählen morgendliche Übelkeit mit und ohne Erbrechen, plötzlicher Würgereiz und Verstopfung. Auch bei vermehrtem Harndrang während der Schwangerschaft sowie Schwangerschaftsmüdigkeit ist Nux Vomica angezeigt.

  • Homöopathie in der Schwangerschaft

Wogegen hilft Nux vomica bei Säuglingen und Babys?

Säuglinge
Das Mittel hilft bei Säuglingsschnupfen, insbesondere nächtlich verstopfter Nase und Husten. Es ist auch angezeigt bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden ohne Stuhlabgang.

Babys
Blähungskoliken und Verstopfung bei Babys werden häufig mit Nux vomica behandelt. Die Verstopfung ist so schmerzhaft, dass bereits Babys den Stuhl zurückhalten und somit die Verstopfung noch verschlimmern. Blähungskoliken gehen häufig mit Erbrechen einher und werden durch Wärme und warme Anwendungen gebessert.

Das ältere Kind profitiert von Nux vomica bei Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Verstopfung.

  • Homöopathie für Neugeborene und Säuglinge

Wie hilft Nux vomica Tieren?

Nux vomica wird hauptsächlich bei Erbrechen, Koliken und Verstopfung eingesetzt. Wenn Tiere zusätzlich hochgradig empfindlich auf Geräusche oder Lärm reagieren und extrem reizbar sind, kann Nux vomica rasche Linderung der Beschwerden bringen.

  • Homöopathie für Hunde
  • Homöopathie für Katzen
  • Homöopathie für Pferde

Sind Nebenwirkungen sind möglich?

Nux Vomica zeigt keine Nebenwirkungen und kann während der gesamten Schwangerschaft problemlos dargereicht werden. Es kann – wie bei allen homöopathischen Mitteln – zu einer vorübergehenden „Erstverschlimmerung“ kommen, deren Symptome sich innerhalb weniger Tage legen sollten. Zeigt sich keinerlei Wirkung, ist das Mittel für die auftretenden Beschwerden nicht angezeigt.

Was ist Nux vomica Homaccord?

Bei Nux vomica Homaccord handelt es sich um ein homöopathisches Komplexmittel. Die Tropfen enthalten neben Nux vomica auch Bryonia, Colocynthis und Lycopodium. Das Mittel wird eingesetzt bei Beschwerden des Magen- und Darm-Traktes, die durch Überarbeitung und Stress entstanden sind. Dazu gehören Sodbrennen, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, sowie Magen- und Darmkrämpfe.

Woran erkennt man Menschen, die Nux vomica benötigen?

Nux vomica wirkt angespannt und gehetzt. Die Patienten sind häufig überarbeitet, sehr ehrgeizig und greifen zu Stimulantien wie Alkohol, Kaffee oder Tabak, um ihre Arbeit zu schaffen. Auffällig ist eine sehr große Reizbarkeit und Ungeduld.

Nux vomica – Erwachsene sind ungeduldig und ehrgeizig. Sie haben ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken in allen möglichen Lebensbereichen. Beim Sport müssen sie immer die Schnellsten sein, bei der Arbeit den besten Abschluss tätigen oder beim Spielen gewinnen. Die Patienten greifen häufig zu Stimulanzien wie Kaffee, Energydrinks, Aufputschmitteln oder Alkohol, um ihren Alltag bewältigen zu können und den an sich selbst gestellten hohen Anforderungen gerecht zu werden. Wenn sie ihr Ziel nicht erreichen oder etwas nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen, neigen Nux vomica-Patienten zu aggressiven Wutausbrüchen und außerordentlich heftiger Reizbarkeit.

Auf der körperlichen Ebene zeigen sich vor allem Verdauungsbeschwerden, wobei Krämpfe und Koliken im Vordergrund stehen. Nux vomica – Patienten geraten aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihrer Lebensweise leicht in einen Kollapszustand oder einen Burnout.

Nux vomica – Kinder sind häufig sehr reizbar und ungeduldig. In der Schule zeigen sie ein ausgeprägtes Konkurrenzverhalten. Sie sind ehrgeizig und möchten immer die Besten sein. Bei Klassenarbeiten können sie keine Fehler ertragen. Schon bei der geringsten Abweichung zur besten Note sind sie wütend. Beim Sportunterricht sind sie ausgesprochen schlechte Verlierer. Sie reagieren aggressiv und zornig. In allen Lebensbereichen fällt auf, dass sie keine Fehler zugeben können. Auch eine Entschuldigung für Fehlverhalten ist von Nux vomica-Kindern nicht zu erwarten. Sie sind oftmals auf Geschwister oder Klassenkameraden eifersüchtig, wenn diese bessere Leistungen erreichen.

In der Pubertät entwickeln diese Kinder manchmal eine heftige Abneigung gegen die Eltern und zeigen ein grobes und aggressives Verhalten. Sie sind aber auch sehr idealistisch und legen großen Wert auf Fairness. Sie können Ungerechtigkeiten bei sich selbst oder bei anderen nur schlecht ertragen.

Zusammenfassung

Welche ähnlichen Mittel gibt es?

Medorrhinum

Medorrhinum zeigt ein ähnlich extremes Verhalten wie Nux vomica. Die Patienten sind genauso arbeitswütig und reizbar. Beide haben Verlangen nach Fett, Alkohol und Gewürztem. Sie entwickeln ein Magengeschwür aufgrund zu vieler Arbeit oder eine Magenschleimhautentzündung durch zu viel Alkohol.

Lilium tigrinum

Lilium tigrinum zeigt ähnlich intensive Reizbarkeit bei erfolglosem Stuhldrang sowie Stuhldrang vor oder während des Menstruationsflusses. Lilium tigrinum ist hochgradig reizbar und kann nahezu rasend vor Zorn reagieren.

Chamomilla

Bei Chamomilla herrscht eine ähnliche Reizbarkeit und Wut wie bei Nux vomica vor. Beide Mittel sind überaus empfindlich gegenüber Sinnesreizen und neigen zudem zu Koliken.

Sepia

Sepia ist reizbar und empfindlich gegenüber Lärm, ebenso wie Nux vomica. Die Sepia-Verstopfung geht ohne Stuhldrang einher, während Nux vomica ständigen Stuhldrang hat, welcher aber erfolglos bleibt. Sepia greift bei Überforderung häufig zu Drogen und kann in einen allgemeinen Erschöpfungszustand dadurch geraten. Nux vomica greift häufig zu Stimulanzien, um das Lern- oder Arbeitspensum zu bewältigen und gerät durch geistige Überanstrengung in einen Erschöpfungszustand.

Sulfur

Sulfur ist ebenso ehrgeizig wie Nux vomica, dabei aber hochmütig und arrogant. Beide Mittel zeigen Verlangen nach fettigen Speisen und Alkohol. Hämorrhoiden bei arbeitswütigen Menschen weisen auf Sulfur oder Nux vomica hin. Bei Sulfur sind die Hämorrhoiden nässend, blutend und verschlimmern sich durch Wärme. Bei Nux vomica werden die Beschwerden aufgrund der Hämorrhoiden nach dem Stuhlgang und durch Wärme besser.

Aurum

Aurum und Nux vomica können durch Widerspruch rasend vor Wut werden. Beide Mittel zeigen zudem Ehrgeiz, Verlangen nach Alkohol und Schlafprobleme. Nux vomica erwacht frühmorgens gegen 3 oder 4 Uhr auf und kann nicht wieder einschlafen. Die Gedanken kreisen um die Arbeit oder um zu erledigende Aufgaben. Aurum erwacht drei oder vier Stunden nach dem Einschlafen und schläft dann nicht mehr ein.

Calcium carbonicum

Calcium carbonicum arbeitet wie Nux vomica bis zum Zusammenbruch. Die Patienten frieren leicht und leiden unter Verstopfung. Nux vomica hat ständigen, erfolglosen Stuhldrang während bei Calcium carbonicum die Verstopfung ohne jeglichen Stuhldrang auftritt.

Ignatia

Ignatia und Nux vomica haben den Ehrgeiz und die Neigung zu Krämpfen gemeinsam. Beide Mittel zeigen eine Überempfindlichkeit gegenüber Sinneseindrücken. Verdauungsbeschwerden durch emotionale Gemütserregungen stehen im Fokus beider Mittel.

Nux vomica: Meine Erfahrungen mit den Brechnuss Globuli

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Heute möchte ich dir Nux vomica als eine weitere nebenwirkungsarme homöopathische Therapieoption vorstellen. Ich habe mit den Globuli der Brechnuss wiederholt sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte dir deshalb mit diesem Artikel einen schnellen Einstieg in die sanfte Behandlung mit Nux vomica ermöglichen.

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Was ist Nux vomica?

Strychnos Nux vomica ist eine Baumart aus der Familie der Brechnussgewächse, die in Südostasien, Westafrika und Nordaustralien beheimatet ist. Die getrockneten und fein zerriebenen Samen dieses auch als Krähenauge oder Strychninbaum bezeichneten und bis zu 13 Meter hohen Baumes dienen als Grundlage zur Herstellung der Nux vomica Globuli. Die arzneiliche Wirkung der Brechnusssamen ist bereits seit dem 11. Jahrhundert in der arabischen und chinesischen Medizin überliefert.

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* Zuletzt aktualisiert am 3.02.2020. Es handelt sich um Werbe-Links.

Als ich das erste Mal von Nux vomica erfahren habe, war ich kurz schockiert. Denn die Brechnusssamen enthalten tatsächlich das Nervengift Strychnin, das bereits bei einer Einnahme ab 200 mg zum Tod führen kann. Schnell habe ich allerdings verstanden, dass Nux vomica ein sogenanntes „Polychrest“ ist:

Der Begriff Polychrest kommt aus dem Griechischen und bezeichnet ein homöopathisches Heilmittel, dessen zu beobachtenden Symptome sich mit den Symptomen der gängigsten Krankheiten des Menschen decken. Polychrest sind besonders wirksam, haben sich im Einsatz bei vielen Beschwerden bewährt und sind gut geprüft. Es gibt nur wenige Mittel, die diese Eigenschaft erfüllen, neben Nux vomica ist hier besonders Sepia & Pulsatilla zu nennen.

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Wann wird Nux vomica eingesetzt?

Das Anwendungsgebiet von Nux vomica lässt sich ganz leicht aus der Übersetzung ableiten: „Nux“ bedeutet „Nuss“, „to vomit“ kommt aus dem Englischen und heißt „sich übergeben“. Nimmt ein Mensch zu viel vom Samen des Brechnussbaumes auf, wird er krank. Als Polychrest und homöopathisch dosiert hilft Nux vomica aber deshalb gerade bei Krankheiten oder Auswirkungen, die auf einer ungesunden Lebensweise oder einer intensiven Arzneimitteleinnahme basieren:

  • Stress, Überforderung, emotionale Belastung, Angst, starke innere Anspannung.
  • Neigung zur Einnahme von Genussmitteln, z.B. Kaffee oder Alkohol.
  • Schlafstörungen ausgelöst durch Überarbeitung, Überanstrengung, Aufregung und die Einnahme von Schlafmitteln.
  • Neigung zu ungesunder Ernährung.
  • Häufige Infekte, Kälteempfindlichkeit.
  • Symptome nach Arzneimittelgebrauch (z.B. Antibiotika, Pille, Schmerzmittel).
  • Verdauungsstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen ausgelöst durch stark gewürzte Speisen, Überessen, Durcheinanderessen.
  • Kopfschmerzen durch Stress oder falsche Ernährung.
  • Infekte, Erkältungen.
  • Unregelmäßiger Zyklen, Beschwerden & unerfüllter Kinderwunsch z.B. nach Absetzen der Pille.
  • starke Regelblutungen, verstärkte Menstruationsbeschwerden, zu früh einsetzende, lang anhaltende Blutungen.

Nux vomica kann hilfreich sein bei langwierigen Beschwerden, die durch zu viel Stress und zu wenig Bewegung, durch lange Arzneimitteleinnahme (z.B. die Pille!) oder durch langen Nikotin-, Kaffee-, Drogen- oder anderen Arzneimittelkonsum hervorgerufen wurden.

Nux vomica: Bei Auswirkungen einer ungesunden Lebensweise oder intensiver Arzneimitteleinnahme.

Meine Erfahrungen mit Nux vomica

Bei mir war es so, dass sich mein Zyklus nach Absetzen der Pille lange Zeit nicht wieder einpendeln wollte. Bei meiner zweiten Anwendung von Nux vomica hatte ich aufgrund einer dicken Erkältung eine fast zweiwöchige Einnahme von Antibiotika hinter mir. Ich fühlte mich schlecht, müde, aus dem Gleichgewicht geraten und besonders meine Verdauung schien die Einnahme des Antibiotikums schlecht verkraften zu können. Ein drittes Mal habe ich die Globuli der Brechnuss nach meiner Fehlgeburt eingesetzt. Ich musste leider eine Ausschabung mit Narkose über mich ergehen lassen und hatte nach den bisher sehr positiven Erfahrungen mit Nux vomica das Gefühl, dass die Globuli mir auch dieses Mal helfen würden meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ich habe der Einnahme von Nux Vomica jedesmal eine einmalige Gabe von Sepia Globuli in der C1000 Potenz folgen lassen.

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Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen gerade auch bei unerfülltem Kinderwunsch geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sollte ein fachkundiger Arzt oder ein Homöopath einbezogen werden. Bedenke bitte auch, dass es gerade bei Kinderwunsch wichtig ist, die Ursachen der Kinderlosigkeit fachärztlich abklären zu lassen.

Nux vomica wird gewöhnlich in den Potenzen D6 oder C6 verabreicht. Doch auch höhere Potenzen wie D12/C12 oder D30/C30 können sinnvoll sein.

Generell gilt: Erwachsene nehmen dreimal täglich fünf Globuli. Wenn sich die Beschwerden gebessert haben, sollte man die Dosis auf ein- bis zweimal täglich reduzieren. Treten die Beschwerden nicht mehr auf, sollte das Mittel wieder abgesetzt werden.

Bei unerfülltem Kinderwunsch hat sich eine einmalige Gabe von 10 Kügelchen in der C30 bewährt, wenn beispielsweise die Arzneigabe unmittelbar bevorstand. Liegt die Einnahme länger zurück oder dauerte sehr lange an (z.B. längere Einnahme der Pille), kann die einmalige Gabe von 10 Kügelchen in der C1000 Potenz sinnvoll sein.

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Du kannst die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken.

Herzliche Grüße

Silke

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Warum Babys stundenlang weinen

Alle Babys weinen oder schreien. Selbst kerngesunde Säuglinge tun es – oft zwei bis drei Stunden täglich. Das müssen sie. Schließlich sind sie darauf angewiesen, dass jemand sie füttert, warm hält und umsorgt.
Außerdem funktioniert die Verdauung bei Babys oft noch nicht einwandfrei und kann von Blähungen und Bauchschmerzen begleitet sein. Manchmal haben Babys auch Probleme, zur Ruhe zu finden und schreien dann aus Überreizung und Müdigkeit – oder um Stress abzubauen. Denn sie können nicht, wie wir Erwachsenen, reden und sich so „Luft verschaffen“.
Mit zunehmendem Alter werden die Schreiperioden kürzer, denn die Kleinen erlernen neue Wege der Verständigung. Sie nehmen Augenkontakt auf, machen Geräusche und lächeln sogar, anstatt zu weinen. Doch bis es soweit ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als auf Ihr Weinen einzugehen.
Um eines klarzustellen: Ihr Baby will Sie mit seinem Schreien weder ärgern, noch provozieren – auch wenn es sicher in Ihrer Umgebung Menschen gibt, die steif und fest das Gegenteil behaupten. Schreien kräftigt auch nicht die Lungen! Stattdessen schüttet der Säugling bei Nichtbeachtung seines Schreiens Stresshormone aus, erlebt Angst, Verzweiflung, Frustration und lernt eine traurige Grundlektion fürs Leben: „Ich bin nichts wert!“

Wie kann ich mein weinendes Baby besser verstehen?

Frisch gebackenen Müttern und Vätern fällt es anfangs schwer zu beurteilen, was das Baby in einer bestimmten Situation möchte – ist es hungrig, friert es, hat es die Windeln voll oder will es nur geknuddelt werden? Die Kunst besteht darin, die verschiedenen Bedeutungen des Weinens zu unterscheiden und so die Wünsche Ihres Babys schnellstmöglich erfüllen zu können.
Lesen Sie in unserem Artikel „Sieben Gründe, warum Babys weinen“, woran Sie die Wünsche Ihres Schatzes erkennen können. Allerdings gibt es auch Babys, bei denen diese Unterschiede sehr schwer zu erkennen sind. Dann können Sie als Eltern nur nach und nach ausprobieren, was hilft.

Was ist „Exzessives Schreien?“

Wenn ein Baby an mindestens drei Tagen in der Woche mindestens drei Stunden lang über einen Zeitpunkt von drei Wochen untröstlich weint, sprechen Experten vom „exzessiven Schreien“. Dahinter vermuten Kinder- und Jugendpsychiater eine Regulationsstörung (2): Das Kind hat keine oder nur wenig Möglichkeiten, selbst eine gute Balance zwischen Aufmerksamkeit und Selbstberuhigung, Schlafen und Wachen, Nahrung aufnehmen und verdauen, Schreien und Wohlfühlen zu schaffen. Es sendet keine eindeutigen Signale aus und findet infolge seines permanenten Schreiens keine Bestätigung bei seinen Eltern. Kurz: Die Kommunikation zwischen einem Schreikind und seinen Eltern ist gestört. Die gute Nachricht: Dieser Dialog lässt sich mit etwas Übung verbessern.
Wichtig: Auch wenn die Nerven blank liegen, dürfen Sie Ihr Kind niemals schütteln oder schlagen. Durch diese unkontrollierten Handlungen könnten Sie Ihr Baby lebensgefährlich verletzen! Wenn Sie merken, dass Sie aggressiv werden, legen Sie Ihr Kind an einem sicheren Ort ab (oder geben Sie es einer anderen zuverlässigen Person) und gönnen Sie sich ein paar Minuten zum Durchatmen.
Suchen Sie nach Entlastung durch Bekannte, Verwandte oder Ehrenamtliche (z.B. „wellcome“ oder Familienpaten), die Ihnen das Kind mal abnehmen. Geben Sie Ihrem Kind auch auf keinen Fall Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Wenn Ihr Kind schrill und stundenlang schreit, ohne sich beruhigen zu lassen, oder wenn es Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die Ihnen eigenartig vorkommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Fragen Sie, ob medizinische Ursachen wie Kuhmilchunverträglichkeit (kann auch beim Stillen eine Rolle spielen) vorliegen können. Auch ein Besuch beim Osteopathen kann hilfreich sein, um Blockaden auszuschließen.

Schreisprechstunden

Schreiprobleme, die Sie nicht selbst in den Griff bekommen, sind ein Fall für Experten. Scheuen Sie sich nicht, Ihren Kinderarzt oder Ihre Hebamme um Rat zu fragen, oder wenden Sie sich direkt an eine Beratungsstelle. Säuglingsambulanzen oder Schreisprechstunden gibt es im ganzen Bundesgebiet (Adressen finden Sie unter www.trostreich.de). Insbesondere in folgenden Fällen sollten Sie professionelle Unterstützung suchen:

  • Sobald Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte an einer körperlich bedingten Störung leiden.
  • Wenn das Schreien Ihres Kindes Ihr Familienleben beeinträchtigt,
  • die Beziehung zu Ihrem Kind belastet,
  • bei Ihnen zu einem chronischen Schlafdefizit führt,
  • die Paarbeziehung langfristig zu kurz kommt,
  • ein Geschwisterkind nicht mehr genug Zuwendung erhält.

Hebammentipps

  • Bieten Sie dem Baby einen festen Tagesrhythmus, machen Sie zum Beispiel jeden Vormittag einen Spaziergang, den Mittagsschlaf immer zur selben Zeit am selben Ort und leiten Sie den Abend immer mit dem selben Ritual ein, etwa einer Massage oder leichten gymnastischen Übungen (1). Verschaffen Sie sich über unsere Tabelle einen Überblick über den ungefähren Schlafbedarf und die sinnvolle Aufteilung auf Nickerchen für Ihr Kind. Wenn Ihr Baby im Kinderwagen nur kurz schläft, versuchen Sie, es auch tagsüber zuhause in einem dunklen, ruhigen Raum hinzulegen. Viele Babys schlafen dann besser und länger.
  • Schaukelndes Tragen beruhigt Kinder – verschiedene Tragesysteme erleichtern das Tragen (1).
  • Oft kann ein warmes Bad zur Entspannung beitragen. Lavendelzusatz für Babys verstärkt die Wirkung.
  • Wechseln Sie sich mit Ihrem Partner beim Tragen ab und ruhen Sie sich zwischendurch immer wieder etwas aus (1).
  • Auch Klänge wirken beruhigend (1). Suchen Sie sich eine ruhige, sanfte Musik aus, die Ihnen und Ihrem Baby gefällt. Meeresrauschen, Vogelstimmen oder auch Walgesang harmonisieren ebenfalls die Stimmung. Manche Kinder mögen auch Alltagsgeräusche, etwa das Geräusch der Geschirrspülmaschine oder des Staubsaugers. Im Internet, z.B. bei youtube, gibt es Videos mit dem Titel „white noise“ oder „womb sound“ oder auch „Meeresrauschen“.
  • Finden Sie heraus, was genau Ihr Baby in Stress versetzt (2). Weint es vor allem bei Trubel und lauten Geräuschen? Dann sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre. Fühlt es sich in seinem Bettchen verloren? Dann pucken Sie es oder tragen es in einem Tragetuch oder einer guten Tragehilfe (z.B. Bondolino, Manduca, Ergo Baby, Buzzidil) immer eng an sich.
  • Wenn das Baby gerade zahnt, massieren Sie sanft sein Zahnfleisch. Lassen Sie es auf seinen Fingern herumkauen, damit sich die Zähne beruhigen.
  • Bei Koliken und Blähungen versuchen Sie Ihr Glück mit einer leichten Massage des Bäuchleins (im Uhrzeigersinn um den Nabel kreisen) am besten mit Windsalbe. Sie sollten nur nicht massieren, wenn der Bauch hart und angespannt ist. Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes!
  • Wichtig ist, dass alles, was Sie unternehmen, mit so wenig Aufregung wie möglich abläuft. Versuchen Sie, selbst zur Ruhe zu finden, auch wenn es schwerfällt (2). Ihr Baby spürt Ihren Stress, Ihre Ängste und Unsicherheiten sehr genau. Atmen Sie immer wieder tief in Ihren Bauch und lange und ausführlich aus. Stellen Sie sich vor, wie Sie Entspannung und Kraft einatmen und allen Stress ausatmen.
  • Großeltern, Geschwister oder Freunde können Ihr Baby manchmal besser zur Ruhe bringen als Sie selbst (2). Das liegt einfach daran, dass diese Ihr Baby viel seltener und nicht wie Sie fast 24 Stunden am Tag betreuen. Deshalb strahlen sie meist mehr Ruhe aus. Bitten Sie um die Hilfe Außenstehender und nutzen Sie die Pause, um sich auszuruhen – nicht für den Haushalt! Der ist nämlich nicht so wichtig wie eine erholte Mutter. Haben Sie kein schlechtes Gewissen und verbieten Sie sich das Gefühl, versagt zu haben. Es ist nämlich nicht normal, ein Baby völlig allein zu versorgen. Viel natürlicher ist es, dass mehrere Menschen für ein Baby da sind.

Pflanzenheilkunde

Wenn Blähungen und Bauchschmerzen bei Ihrem Baby eine Rolle spielen könnten, dann können Sie ihm für 10 – 14 Tage Lefax-Pump-Liquid zu jeder Mahlzeit geben. Das reduziert die Luft im Bauch.
Von Weleda gibt es einige Komplexmittel wie Calmedoron Globuli oder zum Bryophyllum 50% Pulver, die ebenfalls beruhigend wirken. Fragen Sie Ihren Kinderarzt und geben Sie diese Mittel nicht dauerhaft, sondern anfangs für zehn Tage und dann ab und zu nach Bedarf, mit Pausen. Von der regelmäßigen Gabe von Tee ist eher abzuraten, weil in Kräutertees (auch in Bio-Qualität) giftige Schadstoffe gefunden wurden.

Homöopathie

Eine Konstitutionsbehandlung durch einen Homöopathen kann das Schreiproblem ganzheitlich angehen. Sie verbessert die Regulationsvorgänge des kleinen Organismus (1). Dr. Markus Wiesenauer, homöopathischer Arzt, schlägt bei Blähungen und Blähungskoliken folgende Mittel zur Selbstbehandlung vor (3):

  • Chamomilla D12, wenn Ihr Kind unablässig schreit und Sie es nicht beruhigen können. Auch nach dem Stillen beginnt es sogleich wieder zu schreien. Dosierung: zweimal täglich 1 Globulus.
  • Colocynthis D12, wenn Ihr Kind während der Schreiattacken die Beinchen eng an den Körper zieht, nichts passt ihm. Vor allem abends und nachts schreit und weint es unaufhörlich. Dosierung: zweimal täglich 1 Globulus.
  • Lycopodium D12, wenn Ihr Kind tagsüber unzufrieden ist, wenn es stark fremdelt. Das Weinen steigert sich am späten Nachmittag. Wenn Sie Ihr Kind stillen, verweigert es nach kurzem Trinken die Brust. Dosierung: zweimal täglich 1 Globulus.
  • Nux vomica D12, wenn Ihr Kind sich vor allem abends und nachts lautstark meldet und nicht aufhören will. Erst in den Morgenstunden kommt es zur Ruhe. Es trinkt auffällig unregelmäßig. Auch der Stuhl ist unregelmäßig und hart. Das Mittel kommt auch in Frage, wenn Sie vor oder während der Geburt Schmerzmittel, Wehenhemmer oder eine Kaiserschnittnarkose erhalten haben. Dosierung: zweimal täglich 1 Globulus.

Körpertherapie

Auch eine Körpertherapie wie Osteopathie, Shiatsu oder Akupressur kann für kleine Schreihälse hilfreich sein (1). Nicht nur bei Blockaden der Halswirbelsäule oder des Kopfgelenks können sie eine Lösung bieten.
Außerdem gibt es inzwischen die Emotionelle Erste Hilfe – dabei wird Babys auf körpertherapeutische Art geholfen, sich besser zu entspannen.

DÜSSELDORF (ug). Für Ärzte, die nur wenig oder keine Erfahrung mit Homöopathie haben, gab es auf der Medica in Düsseldorf Gelegenheit, in diese Therapieform hineinzuschnuppern. Vorgestellt wurde die organotrope oder indikationsbezogene Homöopathie bei akut erkrankten Patienten, etwa bei Kleinkindern mit Bauchweh.

Mutter mit einem Baby – Bauchschmerzen und Blähungen sind ein typisches Beispiel für die organotrope Homöopathie.

© Foto: Klaro

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Organotrope Homöopathie ist – anders als die klassische Homöopathie – kurz, knapp und pragmatisch. Bei akuten Krankheiten werden homöopathische Arzneimittel eingesetzt, die sich bei diesen Krankheiten bewährt haben. Dies ist leicht zu lernen und schnell in der Praxis umzusetzen. „Homöopathie ist nicht schwierig“, sagte Dr. Markus Wiesenauer aus Weinstadt zur „Ärzte Zeitung“. Und man kommt vielen Patienten entgegen, die gezielt nach homöopathischer Behandlung fragen. Für Anfänger in der Homöopathie reiche es, sich erstmal mit wenigen Arzneimitteln vertraut zu machen und sie nur in einer Potenz (Wiesenauer empfiehlt D6) einzusetzen.

Wichtig sind die lokalen Symptome

Um das passende homöopathische Mittel zu finden, reicht es allerdings nicht, nur die Diagnose zu kennen. Ein bisschen mehr muss schon abgefragt werden. Entscheidend sind die lokalen Symptome, der Auslöser, die Empfindungen der Patienten und die Modalitäten, also die Bedingungen, unter denen sich die Beschwerden verbessern oder verschlimmern.

Zum Beispiel Bauchschmerzen und Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Schreit ein Baby zum Beispiel besonders zwischen 16 und 20 Uhr, hat es schon nach einer kleinen Mahlzeit einen Trommelbauch, stößt es oft auf, gehen aber nur wenige Winde ab, dann ist Lycopodium D6 (Bärlapp) das richtige Mittel. Typisch ist dann auch, dass die Kinder trotz großen Hungers (vor allem auf Süßes) schnell gesättigt sind, aber andererseits auch schnell wieder Heißhunger haben. Lycopodium ist Mittel der Wahl bei Dreimonatskoliken, wenn Aufstoßen und Windabgang kurzzeitig Erleichterung bringen und wenn die Kinder beim Trinken rasch müde werden.

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Bei krampfartigen Schmerzen ist Brechnuss Mittel der Wahl

Chamomilla D6 (Echte Kamille) hilft bei Blähungskoliken, wenn die Babys ungeduldig und ärgerlich wirken, schrill schreien und getragen werden wollen. Ein typisches Zeichen ist, dass die eine Backe rot und die andere blass ist.

Colocynthis D12 (Koloquinte) ist Mittel der Wahl bei schneidenden, krampfartigen Schmerzen, bei denen die Kinder sich zusammenkrümmen und die Beine anziehen. Auch nach Aufstoßen und dem Abgehen von Winden bessert sich die Symptomatik der Blähungskoliken nicht.

Kommt es nach übermäßigem Essen zu krampfartigen Bauchschmerzen, sollte Nux vomica D6 (Brechnuss) gegeben werden.

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Ein Handbuch für die Praxis

Ein Leitfaden zur organbezogenen Homöopathie für Kollegen, die noch wenig Erfahrung damit haben, ist das Handbuch der „Ärzte Zeitung“. Erfahrene niedergelassene Kollegen geben zu vielen Indikationen praxisrelevante Tipps und Therapievorschläge. Die 13 Kapitel sind zertifiziert; online gibt es bis zu 26 Punkte. Das Handbuch kostet 30 Euro plus 7 Euro Versand.

Bauchschmerzen sind speziell im Kindergarten- und Schulkindesalter ein häufig beklagtes Problem, deren Ursachen von einer Überdosis Schokolade bis zur Blinddarmentzündung, von Liebeskummer oder Schulstress bis hin zu bösartigen Erkrankungen des Bauchraumes reichen können.

Deshalb ist sowohl bei sehr akuter Symptomatik – vor allem wenn zum Beispiel Fieber oder Erbrechen auftritt – oder bei sich über lange Zeit hinziehenden Beschwerden eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Der Allerweltsbauchschmerz jedoch ist bei Kindern durch eine Arzneipflanzen gestützte Behandlung in vielen Fällen gut zugänglich – teils wegen der in diesem Bereich hochwirksamen Substanzen, teils sicher auch wegen der mit der Teezubereitung und -verabreichung verbundenen Ruhe und Zuwendung.

Tees aus Kamille, Pfefferminz und Melisse helfen

Entzündungshemmende Kamillezubereitungen aus der Apotheke sind aufgrund des wesentlich höheren Wirkstoffgehaltes empfehlenswerter als die oft wirkstoffarmen Kamillenteebeutel. Geschmacklich sind Letztere jedoch überlegen: Bei einer Teezubereitung zum Trinken ist es daher eine gute Möglichkeit, mit einem Kamillenteebeutel einen Tee aufzubrühen und mit dem alkoholischen Extrakt nach Beipackzettel anzureichern. Bei der Verwendung der krampflösenden Pfefferminzblätter ist zu beachten, dass diese im Einzelfall die Wirkung homöopathischer Arzneimittel abschwächen oder sogar aufheben können. Melissenblätter haben neben ihrer direkten Wirkung auf den Verdauungstrakt auch eine beruhigende und entspannende Wirkung – sie sind zum Beispiel auch bei nervösen Einschlafstörungen zu empfehlen: bei den oft auch psychischen Ursachen von Bauchbeschwerden ein sicher hilfreicher Nebeneffekt. Allerdings gilt auch bei der Melisse, dass Teeaufgüsse nur einen kleinen Teil der wirksamen Stoffe enthalten. Daher sind bei Kindern Frischpflanzensäfte vorzuziehen.

Wärme entspannt bei Bauchschmerzen

Eine heiße Wärmflasche sorgt für Entspannung und lindert die Schmerzen. Die Wärme fördert die Durchblutung des Gewebes und die Muskulatur entspannt und entkrampft. Auch ein warmer Bauchwickel hilft Schmerzen zu lindern. Sie brauchen drei verschiedene Tücher: Ein Leintuch in heißes Wasser getunkt und kräftig ausgewrungen, wird auf den Bauch gelegt. Dann folgt ein Baumwolltuch, ganz außen schließt ein Wolltuch den Wickel ab. Er sollte mindestens 30 Minuten lang einwirken. Ein heißes Bad wirkt bei Bauchbeschwerden schmerzlindernd und entspannend – besonders mit Lavendel und Scharfgarbe.

TIPPS:

  • Eine Hand voll Lavendel in zwei Liter Wasser aufkochen, 15 Minuten ziehen lassen und in das Badewasser schütten.
  • Scharfgarbenkraut (100 Gramm) in einen halben Liter kochendes Wasser geben, 10 Minuten ziehen lassen und in das Badewasser schütten.

… der Weg zu den Globuli

  • Wo schmerzt der Bauch und wie schmerzt er? Drückend? Stechend? Wellenartig? Krampfartig? Brennend?
  • Was lindert, was verschlimmert den Schmerz? Eine bestimmte Körperlage? Beine anziehen? Ausstrecken? Wärme? Kälte? Druck? Enge Kleidung? Blähungs- oder Stuhlabgang?
  • Was begleitet die Bauchschmerzen? Ruhe? Unruhe? Blässe? Röte? Schweiß? Hitze? Frösteln?
  • Wie immer wichtig sind auch bei Bauchschmerzen die begleitenden Veränderungen bei Appetit, Durst, Stimmung …

Mehr zum Thema: Homöopathie bei Bauchschmerzen, Krankheitsbild und passende Arzneien.

Foto: Istockphoto

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Tags: Bauchschmerzen, Globuli, Tees

Erste Hilfe bei Säuglingskoliken: Ernährungsplan für die Mutter, Homöopathie für das Kind

Januar 4, 2012 von ÖGHM

Viele junge Familien leiden mit ihrem Säugling, wenn sich dieser brüllend von einer Seite auf die andere wirft und nicht zur Ruhe kommt: Säuglingskoliken (Dreimonatskoliken) können bei Babys im Alter von wenigen Tagen oder Wochen auftreten und verschwinden meist rund um den dritten Lebensmonat. Die Kennzeichen sind anhaltendes Schreien und Reizbarkeit, das Kind streckt sich nach hinten durch oder krümmt sich zusammen. Geschätzte 20% aller Säuglinge sind betroffen. Der niedergelassene anthroposophisch und homöopathisch ausgebildete Kinderarzt Dr. Reinhard Schwarz hat für Babys von stillenden Müttern eine Koliken-Therapie zusammengestellt.

Dr. Reinhard Schwarz

Dr. Reinhard Schwarz betreibt seit vielen Jahren eine Kinderarztpraxis in Graz. Als Mütterberatungsarzt behandelte er auch viele Säuglinge mit meteoristischen Koliken und berät ihre stillenden Mütter zu Ernährungsfragen. Schwarz hat eigene Ernährungslisten zusammengestellt, die Gewürze, Getränke, Obst und Käse aufzählen, die die Frau besser vermeidet oder aber problemlos zu sich nehmen kann. „Diese diätetischen Tipps gelten vor allem für Mütter, die voll stillen und Säuglinge im Alter bis drei Monate haben.“, so Schwarz. „Mir war auch wichtig, Lebensmittel zusammenzustellen, die üblicherweise gut vertragen werden und nicht nur eine Negativliste.“
Vermeiden sollte die Frau nach dieser Therapie z.B. Bohnenkaffee, Schwarztee, Apfelsaft, Orangensaft, Sojadrinks und Vitamin A-C-E-Präparate. Problemlos getrunken werden können Fenchel- oder Kamillentee, Malzkaffee, Joghurt ohne Zusätze, Himbeersaft ohne Zitrone und – so keine Allergie besteht – Milch.

Blähendes Obst und Gemüse ist meist bekannt: alle Kohlarten, Kraut, Lauch, Zwiebel, Knochlauch, Paprika, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen sollten besser gemieden werden. Schwarz rät zu Fenchel, Blattsalat, Karotten, Kartoffeln, Kürbis, roten Rüben, Sellerie, Spargel und Spinat. Gemieden werden sollte generell jedes unreife Obst, aber auch Zitrusfrüchte, Weintrauben, Weichseln, Ribisel oder Kiwi. Besser geeignet sind gut gereifte Melonen, Äpfel, Erdbeeren oder Himbeeren, gelegentlich Bananen, Datteln und ungeschwefelte Rosinen – je nach Jahreszeit.

Was sollte frau noch eher meiden? Schwarz: „Scharfe Gewürze, Essig, Pfeffer, Suppenwürfel. Generell sind Fertiggerichte nicht ideal. Auch Pizza, Mayonnaise, Schimmelkäse, kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol haben ungünstige Wirkungen. Bei starkem Verlangen nach Süßem – ein Normalbefund bei der stillenden Mutter – kann man auf Getreideflocken, Hasel- und Walnüsse, Rosinen und Datteln ausweichen. Auch Pudding oder Kirschkompott ist erlaubt. Für Schokoholics: Einfache Milchschokolade ist übrigens besser geeignet als Bitterschokolade oder gefüllte Schokolade.“

Zusätzlich zu diesen Diätempfehlungen behandelt Dr. Schwarz seine kleinen Patienten auch häufig homöopathisch. „Zum Einsatz kommen Lycopodium D6 (3×3 Globuli), 10-14 Tage lang gegeben, um dem Kind zu helfen, die Prozesse im rechten Oberbauch (Leber/Galle) handhaben zu lernen.“

Im Akutfall gibt Schwarz Colocynthis D4 (3 Globuli unter die Zunge) – alle 30 Minuten. „Wenn das Kind die Beinchen anzieht, sich krümmt, der Schmerz durch Druck und Wärme auf den Bauch besser wird.“ Weitere Akutmittel sind Mandragora D6 (3 Globuli unter die Zunge, alle 30 Minuten), „wenn der Rücken durchgestreckt wird, das Kind sozusagen eine „Brücke“ macht, oder Magnesium phosphoricum D3 trit Weleda®. Hiervon gibt Schwarz eine Messerspitze voll – alle 30-60 Minuten eine Gabe, solange die Beschwerden andauern. Wenn nach ca. viermaliger Gabe keine Besserung eintritt, muss die Mittelwahl neu bedacht werden.

Ernährungstipps für stillende Mütter

Getränke
Erlaubt: Anistee, Fencheltee, Himbeersaft OHNE Zitronenbeigabe, Joghurt OHNE Zusätze, Kamillentee, Kirschkompott, Kümmeltee, Malzkaffee, Milch (Süß- und Sauer), Ovomaltine, Pfefferminzetee, Sauerrahm, Schlehensirup Weleda, Zitronenmelissentee.

Zu vermeiden: importiertes Obst (da meist nicht ausgereift und mit zu vielen Fruchtsäuren), Heidelbeeren, Jostabeeren, Kiwi, Klaräpfel, Preiselbeeren, Ribisel, Stachelbeeren, Weichseln, Weintrauben, Zitrusfrüchte.

Zu vermeiden: Creme fraiche, Eis aus dem Supermarkt, Hartkäse wie z.B. Appenzeller, Parmesan, Schimmelkäse, würziger Schafskäse.

Süßes/Nüsse/Knabbereien
Erlaubt: Blütenpollen, Datteln, Hasel- und Walnüsse, Cashewnüsse, Kokosbusserl, Kürbiskerne, Malzextrakt, Mandeln, Milchschokolade, Nussschokolade, Rohrzucker, Rosinen (ungeschwefelt), Sonnenblumenkerne.

Zu vermeiden: Kastanienhonig, gefüllte Schokolade, Naturkakao, Kochschokolade, Bitterschokolade, Leinsamen.
Getreideprodukte
Erlaubt: 4 Tage altes Brot/Semmeln/Gebäck (dadurch ist die Hefe- oder Sauerteigwirkung abgeklungen), Hafer, Dinkel, Gerste, Mais, Reis, Weizen, Buchweizen, Hirse, Reis, alle Nudeln.

Zu vermeiden: Roggen (nur kleine Mengen), Pizza, Germspeisen.

Diverses
Empfohlen: kaltgepresste Öle.

Placebo ist lateinisch und bedeutet „ich werde gefallen“. Der Placebo-Effekt meint also eine durch ein wirkstofffreies Scheinmedikament beim Patienten erzeugte subjektive Heilung oder Milderung eines krankhaften Zustands, vermutlich ausgelöst durch Anregung physiologischer Selbstheilungsprozesse oder Veränderung der Selbstwahrnehmung.
Wenn also Homöopathika nachweislich keinen spezifischen medizinischen Nutzen entfalten können, wofür sind sie dann gut?

Man könnte durchaus so argumentieren, dass Placebos gerade in der Kinderheilkunde ihre Berechtigung haben, wo nicht-behandlungspflichtige Befindlichkeitsstörungen wie unspezifische Bauchschmerzen, Unruhezustände und kleine Verletzungen ( z.B. durch Stürze beim Laufenlernen) an der Tagesordnung sind. Warum nicht dem Kind in solchen Situationen Globuli verabreichen, wenn die doch über den Placebo-Effekt die Selbstheilungskräfte unterstützen?
An dieser Stelle möchte ich mit meiner Überzeugung einhaken, dass Globuli und Co. der falsche Weg im Umgang mit Krankheit und Befindlichkeitsstörungen sind, selbst wenn ihre Verabreichung eine – oft nur scheinbare – Zustandsverbesserung erzielen kann.

Natürlichkeit neu zu denken heißt für mich, sich zu fragen, was das Kind in der jeweiligen Situation brauchen könnte, was also seine Selbstheilungskräfte ohne Scheinmedikament aktiviert, und ihm DAS zu geben:

Ist es gestürzt und hat sich verletzt, braucht es liebevollen Trost, ein Pflaster und eventuell ein Cool-Pack. Ist es sehr überdreht und unruhig, hilft vielleicht eine Runde Kuscheln und Vorlesen auf dem Sofa. Hat es unspezifische Bauchschmerzen, nützen womöglich eine Wärmflasche oder das Herumtragen im Fliegergriff.

Wer in diesen und ähnlichen Situationen seinem Kind Globuli verabreicht, wird bei ihm damit letztlich nur den Eindruck erwecken, dass jegliche körperliche Beschwerden der medikamentösen Intervention bedürfen – meiner Ansicht nach eine ausgesprochen fragwürdige Botschaft.
Natürlichkeit neu zu denken heißt für mich aber auch, das in seinem Wohlbefinden beeinträchtigte Kind gut zu beobachten und ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann ein Besuch beim Kinderarzt nötig ist:

Ein Kind, das gestürzt ist, könnte z.B. außer der Blessur am Knie auch eine Gehirnerschütterung haben. Unspezifische Bauchschmerzen könnten eine Mittelohr- oder Blasenentzündung kaschieren. Unruhezustände oder Apathien könnten den Beginn eines ernsten Infekts markieren.
Wer seinem Kind in solchen Situationen erstmal Globuli gibt und auf die Wirkungsentfaltung wartet, könnte leider auch unnötig Zeit verstreichen lassen, die das Leid des Kindes verlängert oder seine medizinische Behandlung verkompliziert.

Wer sein Kind liebt, möchte es verständlicherweise vor Unwohlsein und Leid beschützen bzw. solche Zustände möglichst schnell beenden. Leider gibt es aber nicht für jeden Zustand schnelle Abhilfe in Form eines Kügelchens oder einer Tablette – diese Erkenntnis trifft junge Eltern oftmals zum ersten Mal hart, wenn sie hilflos miterleben, wie ihr Baby sich vor Bauchschmerzen krümmt und nichts dagegen wirklich hilft.

Aus meiner Sicht als Hebamme möchte ich Euch in diesem Zusammenhang Mut machen, entweder zu akzeptieren, dass diese Krise nicht sofort beendet werden kann, aber durch Zuwendung und Fürsorge für das Kind leichter wird. Oder ärztlichen Rat einzuholen, auch wenn Ihr befürchtet, für Eure vermeintliche Überbesorgtheit belächelt zu werden. Meiner Erfahrung nach haben Kinderärzte immer Verständnis für verunsicherte Eltern und stehen ihnen gern beratend zur Seite.

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Kindern alles Gute und eine wunderbare Zeit.

Bild: Für das INH zur Verfügung gestellt (privat)

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Facebook-Seite von „Susannchen braucht keine Globuli“.

Wenn Babys Zähne bekommen, tut das oft weh. Dagegen sollten die Globuli helfen. Zumindest waren die Eltern der nun toten Kinder davon überzeugt, als sie ihnen die homöopathischen Zuckerkügelchen aus der Drogerie verabreichten. Jetzt warnt die US-Arzneimittelsicherheitsbehörde FDA vor den „Teething Tablets“. Nicht wegen ihrer nachgewiesen Unwirksamkeit – höchstens ein Placeboeffekt kommt infrage (ein Dossier zur Homöopathie finden Sie hier). Sondern weil die Globuli ein hohes Level an Wirkstoffen der Schwarzen Tollkirsche enthielten. Und die ist giftig.

Die FDA hatte die Tabletten im Zusammenhang mit dem Tod von zehn Kleinkindern untersucht, die nach der Einnahme der Globuli gestorben waren. Die Behörde wies die Hersteller an, die Tabletten zurückzurufen.

Eigentlich sollte ein homöopathisches Mittel schon deshalb keinen Schaden anrichten, weil der ursprüngliche Wirkstoff so extrem verdünnt wird, dass er nicht mehr nachweisbar ist. Dass so eine Arznei auf den Körper in irgendeiner Weise wirkt – nach den Gesetzen der Physik ist das auszuschließen. Warum trotzdem so viele auf Homöopathie setzen? Weil sie ihnen wirklich hilft. Egal ob es nur am Placeboeffekt liegt.

In diesem Fall ist aber etwas schiefgegangen: Der Ausgangsstoff war ein Gift aus der als Belladonna bekannten Schwarzen Tollkirsche: Atropin. Und dieses war offenbar nicht bis an die Grenzen der Nachweisbarkeit verdünnt, sondern noch in zu hoher Konzentration in den Globuli enthalten.

„Die Reaktion von Kindern unter zwei Jahren auf die Inhaltsstoffe der Schwarzen Tollkirsche sind unvorhersehbar und stellen ein unnötiges Risiko für Babys und Kleinkinder dar“, sagt Janet Woodcock von der FDA. Der Behörde sei zudem kein gesundheitlicher Nutzen der Tabletten bekannt.

Aufgefallen waren die Zahn-Globuli, als 2016 ein Kleinkind nach Einnahme der Globuli mit epileptischen Anfällen in ein Krankenhaus kam. Der Vater meldete den Fall an die FDA. Die Behörde entdeckte 400 weitere Fälle von Nebenwirkungen und unter anderem die zehn Tode.

© Peter Macdiarmid/Getty Images

Was bringen Globuli?

Die Deutschen lieben Homöopathie. Auch wenn Experten sie seit 200 Jahren anzweifeln. Denn sie kann gar nicht wirken.

Wann entstand die Homöopathie?

Um 1935

Die Nationalsozialisten erfanden sie.

Um 1795

Die Menschen suchten nach Alternativen zur Schulmedizin.

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Um 1935

Die Nationalsozialisten erfanden sie.

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Teilen Sie diese Kartengeschichte Hulton Archive/Getty Images

Er begründete die Homöopathie

Samuel Hahnemann ist der Vater der vermeintlichen Heilmethode. Das Konzept dachte er sich allein aus – und prüfte es in Selbstversuchen.

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Samuel Hahnemann

Begründer der Homöopathie.

„Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.“

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Die häufigsten Symptome der betroffenen Kinder seien Zittern, Krämpfe, Kurzatmigkeit, Fieber und Lethargie gewesen. Sie alle können durch den Wirkstoff Atropin ausgelöst werden, der in Tollkirschen enthalten ist. Höhere Dosen können zu Koma und Atemstillstand führen. Insgesamt seien Nebenwirkungen durch Homöopathie nicht häufiger als in der Medizin. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie von Wissenschaftlern aus dem Jahr 2016.

In Deutschland seien keine Mittel auf dem Markt, die denen aus den USA ähneln, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Anfrage des Spiegel mit. Im Gegensatz zu den USA wird in Deutschland vor der Markteinführung überprüft, ob die Produkte nach Rezepten der Homöopathie hergestellt wurden, also stark verdünnt sind, oder die Produzenten die Unbedenklichkeit nachweisen können.

Unseren Homöopathie-Schwerpunkt „Glaubenskampf um die Globuli“ finden Sie hier.

Allium cepa: Bewährtes homöopathisches Arzneimittel gegen Schnupfen

Wer kennt das nicht? Kaum beginnt man eine rohe Zwiebel zu schneiden, fangen die Augen an zu tränen und es kitzelt in der Nase. Verantwortlich hierfür sind die ätherischen Öle der Zwiebel, die beim Schneiden austreten und dabei die Schleimhäute reizen. Diese Eigenschaft der Zwiebel macht sich die Homöopathie gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip mit dem Arzneimittel Allium cepa zunutze.

Allium cepa ist der homöopathische Klassiker bei Fließschnupfen

So gilt Allium cepa als klassischer homöopathischer Helfer, wenn die Schleimhäute des Körpers übermäßig viel Sekret produzieren: Das ist in der Regel bei Erkältungen der Fall. Dann, wenn die Nase ununterbrochen läuft, die Augen tränen, ständige Nies- und Hustenattacken den Körper erschüttern, der Hals brennt und der Kopf brummt. Aber auch bei Symptomen von Heuschnupfen kann Allium cepa gute Dienste leisten. Darüber hinaus wird der Wirkstoff auch bei Bindehautentzündungen, Nervenschmerzen an Kopf, Gesicht, Brust und Hals sowie bei Phantomschmerzen nach Amputationen eingesetzt.

Homöopathie gegen Erkältung: 15 wirkungsvolle Arzneien

Allium cepa D6 und D12: Typische Potenzen und ihre Dosierung

Das gut verträgliche homöopathische Arzneimittel Allium cepa ist in niedrig dosierten Potenzen von D6 und D12 zur Selbstbehandlung geeignet. Es steht dabei in unterschiedlichen Darreichungsformen zur Verfügung. So ist es in der Apotheke in Form von Tabletten, Tropfen und Globuli erhältlich. Erwachsene nehmen hiervon dreimal täglich jeweils eine Tablette, fünf Globuli oder fünf Tropfen. Kinder erhalten pro Gabe jeweils eine halbe Tablette, drei Globuli oder drei Tropfen. Für Kleinkinder und Säuglinge eignen sich besonders gut die süß schmeckenden Globuli. Kleinkinder bekommen hiervon jeweils zwei Kügelchen und Säuglinge einen Globulus.

Natürlich können auch entsprechend viele Tropfen bzw. Tablettenanteile verabreicht werden. Letztere sollten allerdings vorher in etwas Wasser oder Tee gelöst werden. Sollte eine Behandlung mit höheren Potenzen ab C30 und höher erforderlich sein, ist es ratsam, vorher mit einem erfahrenen Homöopathen zu sprechen. Sobald sich die Beschwerden bessern, darf die Anzahl der Gaben auf zwei- bzw. einmal täglich reduziert werden. Wenn die Beschwerden abgeklungen sind, sollte die Behandlung beendet werden.

  • Was sind Potenzen und Leitsymptome? Auf welchen Prinzipien homöopathische Mittel basieren und wie sie funktionieren

    zur Übersicht

Leitsymptome für die Anwendung

Um das jeweils richtige Mittel für die Behandlung ausfindig machen zu können, sind in der Homöopathie die Symptome entscheidend, die bei einem Patienten hauptsächlich beobachtet werden. Man spricht hier auch von sogenannten Leitsymptomen. Folgende Leitsymptome sprechen für eine Behandlung mit Allium cepa:

  • reichlich Nasensekret: die Nase läuft und tropft
  • wunde Nasenlöcher
  • milder, reichlicher Tränenfluss
  • Niesanfälle
  • Heuschnupfen
  • Husten mit Schleimrasseln und reißenden Kehlkopfschmerzen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Bindehautentzündung
  • Nervenschmerzen

Verbesserung der Symptome

  • frische Luft
  • körperliche Bewegung
  • Kälte

Verschlechterung der Symptome

  • geschlossene, warme Räume
  • bei nassen Füßen
  • feuchtes, kaltes Wetter

Immunsystem stärken mit Homöopathie

Ähnlich wirkende Mittel

Um herauszufinden, welches homöopathische Arzneimittel am besten passt, ist es wichtig, auch die Mittel zu kennen, die ähnlich wie das gewählte wirken. Im Fall von Allium cepa sind das:

  • Euphrasia

Für die Behandlung mit Euphrasia stehen, wie bei Allium cepa, reichlich Nasensekret sowie starker Tränenfluss im Vordergrund. Während bei Allium cepa aber der Schnupfen als scharf und brennend empfunden wird und die Tränenflüssigkeit als mild, gilt für die Anwendung mit Euphrasia genau das Gegenteil, nämlich mildes Nasensekret und brennende Tränen. Deshalb wird Euphrasia auch bevorzugt gegen Bindehautentzündung eingesetzt.

  • Ferrum phosphoricum

Ferrum phosphoricum gilt als homöopathisches Arzneimittel bei grippalen Infekten mit Fieber sowie Entzündungskrankheiten, die auftreten, wenn das Immunsystem überfordert ist. Klassischerweise treten im Zuge des Infekts auch Fließschnupfen, Niesen sowie Reizhusten auf.

  • Chamomilla

Das homöopathische Arzneimittel aus der Kamille wird vor allem bei Hautentzündungen und, ähnlich wie Allium cepa, auch bei entzündeten Schleimhäuten eingesetzt. Dabei sprechen ähnliche Erkältungsbeschwerden für Chamomilla wie für Allium cepa. Ohrenschmerzen rühren bei einer Anzeige für Chamomilla allerdings eher von einer Mittelohrentzündung her, bei Allium cepa hingegen mehr von verstopften Nasennebenhöhlen.

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