Hodenhochstand BEI kindern

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Der Penis ist nicht nur aus Sicht des Mannes sein bestes Stück, sondern findet auch bei Frauen aus allerhand guten Gründen Gefallen. Mit den beiden benachbarten Körperteilen können viele allerdings nicht so viel anfangen: Die Hoden werden nicht nur beim Sex häufig vernachlässigt, sondern sind auch ansonsten nicht so im Gespräch wie das männliche Glied. Dabei haben die Testikel höchst wichtige Aufgaben zu erfüllen. Welche das sind und weitere wissenswerte Fakten über die Hoden verraten wir Ihnen hier:

1. Was steckt eigentlich im Hodensack?

Im Skrotum, dem Hodensack, sind die beiden Hoden (in der Medizin Testes oder Testikel genannt) untergebracht. Sie sind etwa pflaumengroß und haben ein Durchschnittsvolumen von 18 ml. Die Hoden- Größe, -Länge, -Breite und -Form variiert von Mann zu Mann, und meist gleicht bei einem und demselben Herrn noch nicht einmal ein Ei dem anderem. Und es soll sogar Herren geben, die sich fragen, wie sie größere Hoden bekommen könnten. Jeder Hoden wird äußerlich von einer Hülle aus Bindegewebe (die sogenannte Tunica vaginalis testis) umgeben. Innerlich befinden sich rund 300 Hodenläppchen, die sich wiederum in Kanäle verzweigen und im Hodennetz münden. Zusammen mit den Nebenhoden (Epididymis) bilden die Hoden die inneren männlichen Fortpflanzungsorgane. Die Nebenhoden liegen als etwa fünf Zentimeter lange Gänge kappenartig direkt auf den Hoden auf und sind über Samenwege mit ihnen verbunden. Sie werden anatomisch in einen Kopf, Körper und Schwanz unterteilt. Von ihnen aus ist der Samenleiter mit der Harnröhre verknüpft.

2. Die Hauptaufgaben der Hoden

Die Hoden erfüllen zwei extrem wichtige Aufgaben: In ihnen werden Sperma und männliche Sexualhormone – vor allem Testosteron – produziert. Die Samenzellen entstehen in den Hodenkanälchen, reifen dann im Kopf und Körper der Nebenhoden heran und werden in deren sogenanntem „Schwanzende“ gespeichert. Wenn die Spermien reif und bewegungsfähig sind, werden sie in die Samenleiter abgegeben. Dort bleiben sie dann bis zur nächsten Ejakulation, bei der sie durch die Harnröhre ausgeschüttet werden. Für die Bildung des Geschlechtshormons Testosteron sind hingegen die sogenannten Leydig-Zwischenzellen zuständig, die sich zwischen den Hodenkanälen befinden.

3. Wieso befinden sich die Hoden nicht im Inneren des Körpers? Außerhalb scheinen sie doch ständig im Weg zu sein

Wenn man sieht, wie sich die Herren der Schöpfung breitbeinig hinsetzen oder sich ihre besten Stücke ständig zurechtrücken, fragt man sich: „Wieso hat der liebe Gott die Hoden nicht nach innen verfrachtet, anstatt sie zwischen den Beinen der Männer baumeln zu lassen?“ Die Erklärung: Um perfekt heranreifen zu können, brauchen die Spermien eine Umgebungstemperatur von etwa 34-35 Grad Celsius. Im Körper, wo etwa 37 Grad herrschen, wäre es den Samen also zu warm. Schlägt ein Mann allerdings seine Beine übereinander, erhöht sich die Temperatur der Hoden, wodurch die Spermienproduktion negativ beeinflusst wird. Dies geschieht auch bei Fieber oder zu langem Ausharren auf einer Sitzheizung. Kühle Hoden gibt es also nur bei breitem Sitz und ohne männlichen Erkrankungen.

4. Ein Hoden hat auch Gefühle

Bei der Stimulation des Penis sind sich die Männer wesentlicher einiger als bei der des Hodensacks. Einigen ist bereits ein leichtes Streicheln zu viel, weil sie dort hochsensibel oder kitzelig sind. Andere stehen hingegen sogar auf Schläge (Stichwort: „Genital Spanking“). Die meisten Herren haben aber wohl gegen ein gefühlvolles Spielen mit ihren Bällen nichts einzuwenden. Vor allem beim Blowjob freuen sich die Hoden über ein bisschen orale Liebkosung. Hört der Herr allerdings das Wort Urologie, ist ihm das Abschirmen seines Hodens wichtiger, als eine Untersuchung auf potenzielle Erkrankungen.

5. Männer bekommen „blaue Eier“, wenn sie keinen Erguss beim Sexhaben

Wenn Frauen beim Sex keinen Orgasmus haben, ist das zwar unbefriedigend, aber sie machen kein großes Drama daraus. Wenn Männer hingegen keine Ejakulation haben, klagen sie über das Gefühl, die Hoden würden förmlich platzen, wenn kein Erguss erfolgt – und haben damit sogar ein bisschen Recht: „Blue balls“ oder auch Kavaliersschmerzen (denn der Gentleman hält sich vornehm zurück) wird das Phänomen genannt, bei dem das durch die sexuelle Erregung im Hoden angesammelte Blut (welches unter anderem zu einer Erektion verhilft) nicht abfließen kann und dem einen Hoden oder beiden eine bläuliche Verfärbung verleiht. Es tritt meist bei längerer sexueller Enthaltsamkeit auf und kann Schmerzen in den Hoden und der Leistengegend verursachen. Andere Erkrankungen wie Samenstau sind aber nicht bekannt.

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6. Was um Himmels willen ist denn die Blut-Hoden-Schranke?

Bei der Blut-Hoden-Schranke handelt es sich um eine molekulare Barriere in den Samenkanälen des Hoden. Sie sorgt dafür, dass keine Schadstoffe und Antikörper in Kontakt mit den Spermien kommen und ihnen schaden können.

7. Welche Art Unterhose ist besser für die Funktion der Hoden – enge, weite oder vielleicht gar keine?

Die Temperatur in einer eng anliegenden Unterhose ist nur geringfügig höher als in der weiten Variante oder komplett „unten ohne“. Beim Unterwäschekauf muss also – zumindest im Hinblick auf die Hoden und ihre Spermaproduktion – keine Rücksicht auf das Modell genommen werden. Auch dem Erschlaffen der Hoden wirken enge Slips nicht entgegen, da sie von einem Muskel – dem Kremaster – und nicht durch eine Unterhose gehalten werden.

8. Muss ich mir beim Wunsch, schwanger zu werden, Sorgen um die Spermaproduktion in den Hoden meines Mannes machen, wenn er regelmäßig Alkohol trinkt?

Generell schwächt Alkohol den Organismus und somit auch das Geschlechtsorgan, hat aber in Maßen getrunken keinerlei Einfluss auf die Funktion der Hoden. Trinkt ein Mann allerdings ständig große Mengen an Alkohol, kann dies den Hormonhaushalt im Körper so stark beeinträchtigen, dass die Vorgänge im Hoden negativ beeinflusst oder gar dauerhaft gestört werden.

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9. Ausflug in die Urologie: Leben Männer ohne Hoden länger?

Aufgrund der Tatsache, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer, sehen Forscher schon lange einen Zusammenhang in der Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron in den Hoden und dem Altern. Ihre Vermutung: Um im Zuge der Evolution und Fortpflanzung ein geeigneter Kandidat zu sein, muss ein Mann mehr Keimzellen und männliche Hormone produzieren. Die Energie, die er in diesen Prozess steckt, fehlt ihm dann an anderen Stellen (zum Beispiel bei der Abwehr von Krankheitserregern), wodurch er schneller altert. Diese These wird von einer im Jahr 2012 im Magazin „Current Biology“ veröffentlichten Studie der Inha-Universität in Incheon bekräftigt: Deren Forscher haben Familienchroniken von kastrierten Koreanern von 1392 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ausgewertet. Sie verglichen die Lebensdaten der Eunuchen mit den Daten von Männern mit voll funktionsfähigem Hoden aus derselben Zeit mit einem ähnlichen Umfeld und Status. Das Ergebnis: Die Lebenserwartung der Eunuchen lag um mehr als 14 Jahre höher als die ihrer Geschlechtsgenossen. Auch Versuche mit Ratten und Hunden zeigten, dass die kastrierten Tiere länger leben als diejenigen mit hundertprozentiger Testosteronproduktion.

10. Begünstigt Haschisch Hodenkrebs?

Eine im September 2012 im amerikanischen Magazin „Cancer“ veröffentlichte Studie der Universität von Southern California stellt einen Zusammenhang von Marihuana-Konsum und der Entwicklung von Hodenkrebs her. Die Forscher fanden bei der Befragung von Hodenkrebs-Patienten und gesunden Männern heraus, dass die Erkrankten doppelt so häufig mit der Droge zu tun hatten wie die Herren ohne Krebsbefund. Die Wissenschaftlerin Victoria K. Cortessis führte drei Testreihen zu dem Thema durch, und das Ergebnis war stets dasselbe: „Marihuana-Konsum erhöht das Hodenkrebsrisiko um 50 Prozent.“ Den Studien zufolge soll die Droge das Zusammenspiel von Gehirn und Hoden, das zur Herstellung von Hormonen notwendig ist, durcheinanderbringen. Erstaunlicherweise hat Kokain-Konsum demnach einen gegenteiligen Effekt: Es soll das Hodenkrebsrisiko senken. Das liegt laut Dr. Cortessis daran, dass Kokain alle Keimzellen im Hoden zerstöre – gesunde und gefährliche. Damit hätten zwar Krebszellen keine Chance, allerdings könnte auch eine Unfruchtbarkeit die Folge sein. Weitere Studien sollen folgen, um diese Untersuchungsergebnisse zu präzisieren.

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Hodenschmerzen
Schmerzen in den Hoden? Das steckt dahinter

Solange sie gesund sind, spielen die Hoden – von den mehr oder weniger sanften Streicheleinheiten beim Sex mal abgesehen – nur eine Nebenrolle. Hauptsache, die Produktion läuft gut. Erst wenn sie richtig Beschwerden machen, drängen sie sich ins Rampenlicht. Doch dann kann es manchmal schon zu spät sein. Wir erklären, wie du die 8 häufigsten Hodenbeschwerden noch rechtzeitig erkennst.

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Wann sollte man bei Hodenschmerzen zum Arzt?

Neben Schmerzen in den Hoden, die Symptom für ein Problem sein können, gibt es aber auch Hodenerkrankungen, die sich nicht in Schmerzen äußern. Diese sind beispielsweise an tastbaren Veränderungen zu erkennen. Andere Erkrankungen werden erst sehr spät spürbar. Wenn du Schmerzen oder andere Veränderungen in oder um die Hoden entdeckst, solltest du einen Arzt aufsuchen, um sicherzugehen, dass keine schwerwiegende Erkrankung dahintersteckt. Keine unnötige Scham: Hodenbeschwerden treten häufiger auf als du denkst, für den Urologen ist das reine Routine.

Warum bekommt man Hodenschmerzen?

Die Hoden sind eine der empfindlichsten – wenn nicht sogar die empfindlichste Stelle eines Mannes. Deswegen sind Probleme in dieser Region äußerst unangenehm. Die Ursachen für Hodenschmerzen sind sehr unterschiedlich, aber immer Signal dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. In diesem Artikel erfährst du die häufigsten Auslöser für Hodenbeschwerden und was du dagegen tun kannst.

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1. Ursache für Hodenschmerzen: Entzündung der Nebenhoden

Die Ursache für eine Entzündung der Nebenhoden sind meist verschleppte Bakterien einer Harnwegsinfektion. „Typischerweise ist nur ein Hoden betroffen“, sagt Professor Joachim Noldus, Klinikdirektor des Marien-Hospitals Herne.

Symptome: Es brennt beim Wasserlassen. Die betroffene Seite ist heiß, geschwollen, rot und berührungsempfindlich. Häufig schmerzt schon das ruhige Hängen des Hodensacks; geht man in die Rückenlage, nehmen die Beschwerden ab.

namtipStudio / .com Brennen beim Wasserlassen kann auf eine Entzündung der Nebenhoden hinweisen

Behandlung: Du solltest zum Arzt gehen, um dir Antibiotika und eventuell Schmerzmittel verschreiben zu lassen. Kühle zudem den betroffenen Hoden und lagere ihn hoch (eine zusammengerollte Socke oder Mullbinde darunterlegen). Wenn du dich nicht hinsetzen oder -legen kannst, solltest du einen festen Slip tragen – auch das mindert das unangenehme Zuggefühl am Samenstrang.

Vorbeugen: Männer sind zwar seltener von Harnwegsinfektionen betroffen als Frauen, aber wenn, dann meist heftig. Doktore nur nicht allein daran herum, sondern geh besser gleich zum Arzt, wenn es beim Pinkeln brennt.

2. Grund für Schmerzen im Hoden: Entzündung der Samenleiter

Die Ursache für eine Entzündung des Samenleiters ist in der Regel nicht der Samenleiter selbst. Klassischerweise sind Bakterien wie E.coli, Enterokokken, Chlamydien, Treponemen oder Mykoplasmen die Ursache. Sie steigen – meist beim Geschlechtsakt – durch die Harnröhrenöffnung auf und gelangen so in den Samenleiter. Die Entzündung des Samenleiters tritt besonders oft nach Sex mit wechselnden Sexualpartnern auf oder nach einer Sterilisation.

Symptome: Ist nicht allein der Samenleiter betroffen, kommt es zu Schmerzen beim Wasserlassen, einem vermehrten Harndrang und weißlichen Ausfluss. Ist lediglich der Samenleiter entzündet, tritt meist ein Schmerz und eine Schwellung in der Leiste auf. Wenn die betroffene Region berührt wird, ist der Schmerz besonders stark. Auch der Samenerguss ist sehr unangenehm.

Behandlung: Bei einer fortgeschrittenen Entzündung verschreibt der Arzt meist ein Antibiotikum. Aber auch frei verkäufliche Medikamente, wie zum Beispiel Ibuprofen, können Schmerz und Schwellung lindern.

Vorbeugen: Da die Entzündung des Samenleiters häufig beim Sex übertragen wird, empfiehlt sich, ein Kondom zu tragen. Wer nach dem Geschlechtsakt die Blase entleert, schwemmt außerdem Bakterien aus dem Harnleiter. Weiterhin ist Hygiene wichtig, da die Bakterien auch vom Anus zur Harnröhre gelangen können.

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Yuriy Maksymiv / .com Manche Hoden-Erkrankungen können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen

3. Ursache für Hodenschmerzen: Entzündung der Hoden

Eine Entzündung der Hoden tritt deutlich seltener auf als Nebenhoden-Beschwerden und wird fast immer durch Viren ausgelöst. Eine Hodenentzündung ist in den meisten Fällen die Folge einer Mumps-Infektion.

Symptome: Wie bei Nebenhoden-Entzündungen, jedoch sind hierbei in der Regel beide Seiten betroffen. Die Rötung ist nicht so stark.

Behandlung: Da Unfruchtbarkeit droht, kann der Arzt neben Schmerzmitteln auch Interferon verordnen, um damit die Infektion zu bekämpfen. Du selbst solltest außerdem die Hoden kühlen und hochlagern.

Vorbeugen: Kinder kann man gegen Mumps impfen lassen. Erwachsene Männer, die weder geimpft sind noch die Krankheit durchgemacht haben, sollten sich von infizierten Kindern fernhalten.

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4. Ursache für Hodenschmerzen: Hodenprellung

Ein Schmerz, so stark, dass man fast ohnmächtig wird: Ein Ball, ein Tritt oder das Knie der Bettgespielin landen gelegentlich an der falschen Stelle. Dadurch kann sich ein Bluterguss im Hoden bilden.

Symptome: Auch, wenn du es im ersten Moment vielleicht glaubst: Du musst nicht sterben. Der Schmerz, der dir die Luft abschnürt, sollte nach wenigen Minuten soweit abgeklungen sein, dass du nur noch merkst: Da war etwas.

Behandlung: Wenn möglich: kühlen. Der Bluterguss muss von allein abklingen, was einige Wochen dauern kann (so lange tut es aber nicht weh). Heparinsalbe nützt in dem Fall nichts, da sie nicht weit genug ins Gewebe vordringen kann.

cunaplus / .com Bei Prellungen können Blutergüsse am Hoden entstehen, die in der Regel von allein wieder abklingen

Vorbeugen: Bei Sportarten mit Körpereinsatz solltest du ein Suspensorium (vulgo: Eierbecher) tragen. Wer mal so richtig eins auf den Sack gekriegt hat, der behauptet nicht mehr, dass dies nur was für Warmduscher ist – es kann schließlich noch schlimmer kommen.

5. Grund für Hodenschmerzen: Krampfader Varikozele

Krampfadern treten bei 19 Prozent der Männer auf, vor allem junge Männer sind häufig betroffen. Es handelt sich dabei um Erweiterungen der Venen, verursacht durch geschädigte Klappen. Die sollen eigentlich den Blutfluss in die falsche Richtung verhindern (der Begriff „Krampfader“ ist also falsch). Die Varikozele liegt in 90 % der Fälle links, weil das Blut dort weniger gut abfließt. Die ausgesackten Venen können unfruchtbar machen, weil sie vermutlich zur Erwärmung des Gewebes führen.

Symptome: Manche Männer spüren einen dumpfen, ziehenden Schmerz, andere überhaupt nichts. Die Venen lassen sich im Stehen als knubbelige Schwellungen ertasten; im Liegen sind sie nicht fühlbar.

Behandlung: Nur, wenn man Beschwerden hat oder noch Kinder zeugen möchte, muss etwas unternommen werden. Die Krampfadern werden dann entweder durch Veröden oder durch Abbinden blockiert. Die Eingriffe werden unter lokaler Betäubung durchgeführt und dauern je etwa 30 Minuten.

Vorbeugen: Nicht möglich. Es können auch immer wieder neue Krampfadern auftreten.

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6. Ursache für Hodenschmerzen: Hodenruptur

Es handelt sich um eine Hodenruptur, wenn bei einem Volltreffer unter die Gürtellinie auch die Tunica albuginea, eine den Hoden umgebende Haut, reißt.

Symptome: Der Schmerz ist noch schlimmer als bei einem gewöhnlichen Schlag oder Tritt in die Zwölf. Außerdem klingt er auch nicht nach einer Weile ab, was du als deutliches Zeichen deines Körpers auffassen solltest. Ab zum Arzt!

Behandlung: In der Zwischenzeit kühlen. Der Arzt kann mit Ultraschall und Abtasten gut feststellen, ob die Tunica albuginea eingerissen ist. Wenn ja, wird sie wieder zusammengenäht. „Selbst, wenn es äußerlich nicht erkennbar ist, kann das Gewebe so stark zerfetzt sein, dass der oder die Hoden entfernt werden müssen“, sagt Urologie-Professor Noldus.

Vorbeugung: Brauchst du nun wirklich noch ein weiteres Plädoyer für den Eierbecher?

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7. Ursache für Hodenschmerzen: Hodenverdrehung Torsion

Auch akutes Skrotum genannt. Dabei ist einer der Hoden um die Achse seines Samenstrangs verdreht und schnürt sich dadurch die Blutzufuhr ab. Sie tritt vor allem bei Kindern und jüngeren Männern (bis etwa 25 Jahren) auf. Auslöser ist zumeist eine falsche Bewegung. In manchen Fällen verdreht sich ein Hoden allerdings auch ohne äußeren Einfluss, lediglich durch Zusammenziehen der Muskeln am Samenstrang.

neotemlpars / .com Der Schmerz einer Hodentorsion ist einer der schlimmsten Schmerzarten

Symptome: Ischämieschmerz (zu Deutsch: ausgelöst durch absterbendes Gewebe) gehört zu den stärksten überhaupt. Er setzt bei der Hodenverdrehung schlagartig ein und lässt sich auch durch eine Veränderung der Lage (Hochlegen des Hodens, Anziehen der Beine) nicht lindern. Der Schmerz kann bis in die Leiste und den Bauchraum ausstrahlen.

Behandlung: Lass dich umgehend in ein Krankenhaus bringen, auch in der Nacht. Je schneller die Verdrehung beseitigt wird, desto größer ist die Chance, dass sich das betroffene Gewebe wieder erholt. „Bereits nach 6 Stunden ist die Schädigung des Hodens so gravierend, dass er entfernt werden muss“, sagt Professor Noldus. Im Krankenhaus wird eine besondere Ultraschall-Untersuchung gemacht (die so genannte Doppler-Sonografie), bei der die Durchblutung gemessen werden kann. Manchmal verursacht nämlich auch eine akut einsetzende Nebenhoden-Entzündung ähnlich starken Schmerz. Das Zurückdrehen eines Hodens in die richtige Position erfordert nur kleine Schnitte; die Operation dauert insgesamt etwa eine halbe Stunde. Dabei wird der Hoden so fixiert, dass er sich nicht erneut verdrehen kann.

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Vorbeugen: Manchmal dreht sich der Hoden spontan von allein in die richtige Lage, die Schmerzen lassen urplötzlich nach. Auch wenn du den Doc bereits aus dem Schlaf geholt hast, muss dir dies nicht unangenehm sein. Schildere ihm deine Beschwerden und tu auf diese Weise etwas, um einer erneuten Torsion vorzubeugen. Wenn der Arzt eine Nebenhoden-Entzündung ausschließt, wird er dir sicher empfehlen, den drehfreudigen Hoden vorbeugend fixieren zu lassen. Schließlich könntest du dich ja gerade irgendwo in der Wildnis befinden, wenn wieder eine Torsion auftritt.

8. Ursache für Hodenschmerzen: Hodenkrebs

Es ist die häufigste aller bösartigen Gewebeveränderungen bei jungen Männern. Rein statistisch gesehen tritt Hodenkrebs bei 7 von 100.000 Männern auf.

Symptome: Schmerzen bereitet so ein Hodentumor fast nie. Meist wird er beim Waschen ertastet; dann ist der Tumor in der Regel etwas größer als ein Stück Würfelzucker. Manchmal macht er den Betroffenen auch unfruchtbar und wird entdeckt, weil man sich wegen ausbleibenden Nachwuchses in Behandlung begibt. Einige Tumormarker im Blut können in erhöhter Zahl auftreten, müssen aber nicht.

Behandlung: Der Arzt untersucht einen Knoten mittels Ultraschall. Bestätigt sich der Krebsverdacht, wird der befallene Hoden durch einen Schnitt in der Leiste samt Samenstrang entfernt. Die Zeugungsfähigkeit bleibt erhalten, denn nur sehr selten sind beide Hoden betroffen. Auch wenn der Tumor noch keine Metastasen ausgebildet hat, wird manchmal zusätzlich bestrahlt oder eine kurze Chemotherapie verordnet, damit es nicht zum Rückfall kommt.

dokurose / .com Ein Urologe erkennt meist schnell die Ursache hinter Hodenschmerzen

„Wenn der Tumor noch keine Metastasen gestreut hat, liegen die Heilungschancen bei 95 %“, sagt der Urologe Noldus. „Das ist eine bessere Quote als bei jedem anderen bösartigen Tumor.“ Auch für den Fall, dass sich der Krebs schon weiter ausgebreitet hat, stehen die Heilungschancen mit 80 bis 90 % besser als bei vielen anderen Krebsarten.

Vorbeugen: Gute Heilungschancen hast du nur, wenn ein Tumor frühzeitig entdeckt wird. Deshalb solltest du deine Kronjuwelen mindestens alle 3 Monate gründlich abtasten, am besten, wenn du ganz entspannt unter der Dusche stehst. Roll den Hodensack Stück für Stück sanft zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her. Wenn du dabei eine Verhärtung entdecken, sollten du gar nicht erst versuchen, diese zu verharmlosen. Der Knubbel wird dir sowieso erst wieder aus dem Sinn gehen, wenn dir ein kompetenter Facharzt bestätigt hat, dass es eindeutig kein Krebs ist. Und falls doch: Zeit ist Leben.

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Fazit: Die meisten Probleme sind gut behandelbar

Die Hoden sind die empfindlichste Region des Mannes und verdienen deswegen besonders viel Aufmerksamkeit. Wenn du Schmerzen oder eine Veränderung spürst, solltest du so schnell wie möglich mit einem Arzt darüber sprechen, statt lange mit Schmerzen herumzulaufen oder viel Geld für unnötige Mittelchen auszugeben. Die gute Nachricht: Die meisten Probleme sind sehr gut behandelbar – vorausgesetzt, du lässt sie auch behandeln!

Kirsten Thieme 04.10.2019

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Der Hodenhochstand, auch Maldescensus testis genannt, ist die häufigste angeborene Fehlbindung des Urogenitaltrakts. Zwischen zwei und vier Prozent aller männlichen Neugeborenen leiden daran – und bis zu 30 Prozent der Frühgeborenen haben einen Hodenhochstand.

Der Hoden wird während der Embryonalzeit im Bereich der Nieren angelegt und wandert dann – normalerweise – bis zur Geburt nach unten in den Hodensack. Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Formen des Maldescensus testis:

Hodenhochstand-Formen

  1. Bauchhoden: Der Hoden ist im Bauchraum verblieben und darum nicht zu tasten
  2. Leistenhoden: Der Hoden ist im Leistenkanal
  3. Gleithoden: Beim Gleithoden ist der Hoden oberhalb des Hodensackes, am äußeren Ausgang des Leistenkanals tastbar und kann in den Hodensack heruntergezogen werden, schnellt jedoch aufgrund eines zu kurzen Hodenbandes sofort wieder nach oben.

Davon abzugrenzen ist eine vierte Form, die allerdings nicht behandlungsbedürftig ist – der Pendelhoden. Hierbei ist der Hoden spontan an seiner vorgesehenen Stelle tastbar, mal oberhalb des Hodensacks. Die Ursachen für einen Hodenhochstand sind vielfältig, manchmal liegt – vereinfacht gesagt – etwas im Weg, das verhindert, dass der Hoden in den Hodensack rutschen kann.

Wie sieht die Untersuchung auf Hodenhochstand aus?

Bei ca. sieben Prozent aller Jungen mit Hodenhochstand wandert der Hoden innerhalb des ersten Lebensjahres von allein in den HodensackFoto: Corbis

Wichtig bei der Untersuchung ist, dass es entspannt und warm genug ist. Bei Kälte oder Irritation zieht sich der Hoden aufgrund eines Reflexes immer an das obere Ende des Hodensacks zurück. Wenn Sie also zu Hause schauen wollen, ob der Hoden bei Ihrem Kind an der richtigen Stelle ist, ist das beispielsweise in der Badewanne ideal.

Im Hodensack herrscht, anders als im übrigen Körper, eine Temperatur von nur 33° Celsius. Bei höheren Temperaturen wird der Hoden geschädigt und es können keine oder nur wenig Spermien produziert werden.

Welche Folgen kann unbehandelter Hodenhochstand haben?

Vorübergehend zu hohe Temperaturen (zum Beispiel bei Fieber) sind nicht problematisch, aber bei längerer Dauer droht ein irreparabler Schaden, der dann auch die Fruchtbarkeit im Erwachsenenalter beeinträchtigt. Zusätzlich ist das Risiko für die Entwicklung von Hodenkrebs als Folge von unbehandeltem Hodenhochstand erhöht.

Bei circa sieben Prozent aller Jungen mit Hodenhochstand wird der Hoden innerhalb des ersten Lebensjahres spontan in den Hodensack wandern. Eine abwartende Haltung zumindest für die ersten sechs Monate ist also in jedem Fall gerechtfertigt. Ist es bis dahin nicht zum Herunterrutschen gekommen, muss nachgeholfen werden.

Wie sieht die Behandlung bei Hodenhochstand aus?

Die Hodenhochstand-Behandlung mit einem Hormon-Nasenspray ist für Kinder am wenigsten unangenehm, allerdings liegt die Erfolgsrate nur bei 20 ProzentFoto:

Zunächst wird bei Hodenhochstand die Behandlung mit einem Hormon-Nasenspray empfohlen. Dieses muss drei Mal täglich für einen Monat verwendet werden. Alternativ kann auch über drei Wochen einmal wöchentlich eine Spritze mit einem anderen Hormon verabreicht werden oder eine Kombination aus beidem. Am angenehmsten für Ihr Kind ist sicherlich die Behandlung mit dem Nasenspray. Die Erfolgsrate liegt bei ungefähr 20 Prozent (je näher der Hoden am Hodensack gelegen ist, desto erfolgversprechender), allerdings kann es nach gelungener Therapie leider auch zu einem Rezidiv kommen – der Hoden rutscht wieder nach oben.

Operation bei Hodenhochstand – welche Risiken sind damit verbunden?

Ist nach der Hormonbehandlung kein Erfolg zu verzeichnen, sollte eine operative Therapie erfolgen, um den Hoden vor Schaden zu schützen. In der Operation wird der Hoden in den Hodensack gezogen und dort fixiert. Je nachdem, wo der Hoden liegt – im Leistenkanal oder in der Bauchhöhle (dies wird vorab per Ultraschall oder durch eine MRT-Untersuchung festgestellt) – wird die Operation mit oder ohne Bauchspiegelung durchgeführt werden. Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist nur bei Bauchhoden notwendig.

Hodenhochstand frühzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln verhindert spätere Folgen wie ein erhöhtes Hodenkrebs-RisikoFoto:

So oder so handelt es sich um eine Operation, die keine besonders lange Narkose notwendig macht. Risiken sind, wie bei jeder Operation, Infektionen der Wunde, aber auch Verletzungen des Samenkanals. Eine Verletzung der Samenleiter kann wiederum eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit nach sich ziehen.

Ob Operation oder Hormontherapie: Der Hodenhochstand sollte vor Ende des ersten Lebensjahres behandelt sein. Wenn Sie nicht sicher sind, ob der Hoden Ihres Sohnes ordnungsgemäß im Hodensack liegt, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt.

Hoden­hoch­stand

Während der Entwicklung im Mutterleib bilden sich die Hoden in der Bauchhöhle des männlichen Embryos. Um den siebten Schwangerschaftsmonat herum wandern die Hoden abwärts in den Hodensack (Descensus, testis). Nur in seltenen Fällen nehmen die Hoden erst nach der Geburt ihre normale Lage im Hodensack (Skrotum) ein.

Abweichungen von der normalen Lage der Hoden werden als Hodenhochstand oder Maldescensus testis bezeichnet. Der Hodenhochstand ist die häufigste angeborene Fehlbildung des Harn- und Geschlechtsapparats und tritt bei knapp ein bis drei Prozent der reifen männlichen Neugeborenen auf. Frühgeborene sind bis zu 30 Prozent von einem Hodenhochstand betroffen.

Nur in etwa sieben Prozent aller Fälle nimmt der Hoden nach der Geburt ohne weitere Behandlung seine normale Lage ein, meist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate. Nach dem ersten Lebensjahr ist ein spontanes Herabwandern des Hodens äußerst unwahrscheinlich.

Was sind die Ursachen?

Ein Hodenhochstand geht zumeist auf Störungen des Hormonhaushalts des betroffenen Kindes zurück. Nur selten sind Fehlbildungen entlang des Wanderwegs des Hodens die Ursache der Erkrankung.

Während der Schwangerschaft bewirkt das Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin), dass sich der Hoden im Bauchraum senkt und Richtung Hodensack wandert. Ein Hodenhochstand kann daher entstehen, wenn während der Entwicklung im Mutterleib ein Mangel an HCG vorliegt, der die natürliche Entwicklung des ungeborenen Kindes verzögert oder verhindert. Ebenso kann eine unzureichende Versorgung des männlichen Ungeborenen mit dem Geschlechtshormon Testosteron einen Hodenhochstand bewirken. Bei einer Frühgeburt, bei der die Entwicklung häufig nicht ganz abgeschlossen ist kann es auch zum Hodenhochstand kommen.

Ein Hodenhochstand kann sowohl als einzelnes Symptom auftreten als auch als Teil von Krankheitsbildern, die zusätzlich mit Veränderungen an anderen Organen einhergehen. Einige Formen von Hodenhochstand werden vererbt.

Welche Formen des Hodenhochstands gibt es?

  • Bauchhoden: Der Hoden befindet sich in der Bauchhöhle. Dort ist er nur schwer tastbar. Mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und Kernspintomographie oder einer Bauchspiegelung (Laparaskopie) kann der Arzt aber meist die Lage des Hodens bestimmen. Die Bauchspiegelung kann darüber hinaus gleichzeitig zur Behandlung des Hodenhochstands genutzt werden und wird deshalb von vielen Ärzten für die Diagnose der Störung bevorzugt.
  • Leistenhoden: Der Hoden liegt im sogenannten Leistenkanal, der den Bauchraum mit dem Hodensack verbindet. Der Hoden kann dort getastet, aber nicht in den Hodensack verschoben werden.
  • Gleithoden: Beim Gleithoden ist der Samenstrang, an dem der Hoden aufgehängt ist, zu kurz. Der Hoden steht oberhalb des Hodensacks und wird immer wieder in den Leistenkanal zurückgezogen.

Vom Hodenhochstand abzugrenzen ist der Pendelhoden, der keine Erkrankung darstellt und keiner Therapie bedarf. Der Hoden ist beim Pendelhoden normal in den Hodensack gewandert. Ein Muskelreflex kann ihn jedoch wieder in den Leistenkanal zurückziehen. Der Hoden pendelt zwischen Hodensack und Leistenkanal.

Welche Folgen hat die Hodenfehllage?

Mögliche Folgen eines unbehandelten Hodenhochstands sind Unfruchtbarkeit, Leistenbruch und Hodenverdrehung (Hodentorsion). Alle Betroffenen weisen ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Risiko auf, an Hodenkrebs zu erkranken.

Im Hodensack beträgt die Temperatur des Gewebes etwa 33 °C, während sie im Bauchraum bei rund 37 °C liegt. Die niedrigere Temperatur im Hodensack ist Voraussetzung für eine normale Samenzellbildung. Bleibt der Hoden im deutlich wärmeren Bauchraum, kann es zu einer verminderten Produktion von Spermien und schließlich zur Unfruchtbarkeit kommen.

In 65 Prozent der Fälle tritt beim Hodenhochstand ein Leistenbruch auf.

Vor allem beim Gleit- und Leistenhoden besteht zusätzlich die Gefahr einer Hodenverdrehung. Dabei dreht sich der Hoden um seine Achse und klemmt dadurch Blutgefäße ab. Im schlimmsten Fall kann der Hoden dadurch absterben.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Oft fällt den Eltern des Säuglings auf, dass ein Hodensack nicht ausgefüllt erscheint und sich leer anfühlt. Bei der Untersuchung von Hoden und Bauchraum des Säuglings prüft der Arzt, ob der Hodensack tatsächlich leer ist.

Wenn der Arzt auf beiden Seiten keine Hoden tastet, überprüft er mit einem sogenannten Hormonstimulationstest zunächst, ob überhaupt Hodengewebe vorhanden ist, ein Bauchhoden vorliegt oder ob der Hoden vollständig fehlt. Wird Hodengewebe nachgewiesen, kann durch eine Bauchspiegelung sowie durch bildgebende Untersuchungsverfahren wie Ultraschall und Magnetresonanztomografie versucht werden, die Hoden zu lokalisieren. Diese Untersuchungen sind jedoch keine Routineuntersuchungen bei Vorliegen eines Hodenhochstands.

Wie wird der Hodenhochstand behandelt?

Wenn der Hodensack des Säuglings bis zum sechsten Lebensmonat leer bleibt, versucht man zunächst, den Hodenhochstand mit Medikamenten zu therapieren. Gelingt das nicht, muss die Lage des Hodens operativ korrigiert werden. Die Behandlung sollte bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres abgeschlossen sein. Ein späterer Hodenhochstand kann Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs zur Folge haben. Denn das Hodengewebe wird bei andauernder unnatürlicher Lage geschädigt.

Bei nicht rechtzeitiger Behandlung liegt das Risiko für eine spätere Unfruchtbarkeit bei 30 Prozent, wenn ein Hoden betroffen ist, und bei 70 Prozent, wenn beide Hoden betroffen sind.

Medikamente

Die medikamentöse Behandlung besteht in der Gabe von Hormonen. Sie hat zwei Ziele: Zum einen soll sie den Hoden zum Herabwandern anregen und die sonst erforderliche Operation verhindern. Zum anderen soll sie die Reifung der Keimzellen stimulieren und damit die Chance für eine spätere Fruchtbarkeit des Betroffenen erhöhen.

Die fehlenden Hormone werden als Nasenspray verabreicht. Diese Behandlung kann ab dem dritten Lebensmonat durchgeführt werden. Die Dauer der Behandlung beträgt vier Wochen. Wird der Hodenhochstand sehr spät entdeckt, verzichtet man auf die Hormonbehandlung vor der Operation und strebt stattdessen einen baldigen chirurgischen Eingriff an.

Operation

Bleibt die Hormonbehandlung erfolglos oder liegen die Hoden an einer sehr ungünstigen Stelle, verlegt der Arzt den Hoden durch einen operativen Eingriff (operative Orchidopexie) in den Hodensack und näht ihn dort an. Diese Operation erfolgt entweder offen oder per „Schlüsselloch“-Technik. Wenn der Hoden im Bauch des Säuglings liegt, ist manchmal auch eine zweite Operation nötig.

In bis zu fünf Prozent der Fälle kann der Hoden nach Abschluss der Therapie erneut hochwandern. Daher muss die Hodenlage nach erfolgreicher Behandlung ein Jahr lang etwa alle drei Monate kontrolliert werden.

In seltenen Fällen können bei der Operation der Samenleiter, die Nerven oder die Gefäßversorgung des Hodens beschädigt werden. Eine mögliche Folge ist, dass der Hoden verkümmert (Atrophie).

Das Hodenkrebsrisiko von Patienten mit Hodenhochstand bleibt auch dann erhöht, wenn der Hoden innerhalb des ersten Lebensjahres in den Hoden verlagert wurde. Ab dem Jugendalter sollten Betroffene ihre Hoden deshalb regelmäßig selbst untersuchen. Jede Auffälligkeit, insbesondere eine schmerzlose Vergrößerung des Hodens sowie eine Veränderung der Hodenkonsistenz, muss ein Arzt abklären.

Was ist ein Hodenhochstand? Und welche Formen gibt es?

Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) befinden sich einer oder beide Hoden nach der Geburt nicht in ihrer normalen Position im Hodensack. Wenn die Gefahr besteht, dass das dauerhaft (über das erste Lebensjahr hinaus) so bleibt, bedarf es einer möglichst frühzeitigen Behandlung.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für eine gesunde Kindheit

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Andernfalls drohen vor allem Fruchtbarkeitsstörungen sowie ein deutlich erhöhtes Hodenkrebsrisiko. Je nach Lageabweichung werden verschiedene Formen des Hodenhochstands unterschieden.

Welche Formen des Hodenhochstandes gibt es?

Es gibt den Hodenhochstand in verschiedenen Varianten:

  • Bauchhoden:
    Der Hoden befindet sich in der Bauchhöhle. Dort ist er nur schwer tastbar, aber mit bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Kernspintomographie) oder einer Bauchspiegelung (Laparaskopie) meist lokalisierbar.
  • Leistenhoden:
    Der Hoden liegt im Leistenkanal, der Bauchraum und Hodensack miteinander verbindet. Die Keimdrüse kann dort als kleine Schwellung getastet, aber nicht in den Hodensack verschoben werden.
  • Gleithoden:
    Der Hoden sitzt oberhalb des Hodensacks. In dessen oberen Teil lässt er sich zwar ziehen, gleitet aber aufgrund seiner unter Spannung stehenden Aufhängung (zu kurzer Samenstrang) sofort wieder in den Leistenkanal zurück.
  • Pendelhoden:
    Der Hoden ist normal abgestiegen, pendelt aber aufgrund äußerer Reize (z.B. Kälte) zwischen Hodensack und Leistenkanal hin und her. In den meisten Fällen ist das nicht behandlungsbedürftig.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Hodenhochstand (Maldescensus testis)

Letzte Änderung: 24.05.2019
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Ob ein Hodenhochstand vorliegt, wird nach der Geburt festgestellt. Hat sich dieser nicht innerhalb von sechs Monaten von selbst behoben, muss er behandelt werden.

© Getty Images

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Weitere Informationen

Was ist Hodenhochstand?

Als Hodenhochstand (Maldescensus testis) bezeichnet man eine Entwicklungsstörung, bei welcher ein oder beide Hoden nach der Geburt nicht im Hodensack ertastet werden können. Die Hoden liegen dabei meist entweder im Leistenkanal oder in der Bauchhöhle.

Normalerweise wandert der Hoden beim ungeborenen Jungen während der Entwicklungsphase im Mutterleib aus der Bauchhöhle bis in den Hodensack (Descensus testis) hinab. In der Regel treten die Hoden im siebten Schwangerschaftsmonat in den Hodensack ein. Bei einem männlichen Säugling sollten also die Hoden im Hodensack tastbar sein. Ist dies nicht der Fall, senkt sich der Hoden oft noch spontan im ersten Lebenshalbjahr. Bei Frühgeborenen tritt ein Hodenhochstand entsprechend der noch unreifen Entwicklung häufiger auf, verschwindet jedoch in vielen Fällen wieder.

Je nach Lokalisation des Hodens unterscheidet man verschiedene Varianten des Hodenhochstands, die jeweils ein- oder beidseitig auftreten können:

  • Bauchhoden: Beim Bauchhoden (Retentio testis abdominalis) liegt der Hoden noch in der Bauchhöhle und ist daher nicht tastbar.
  • Leistenhoden: Beim Leistenhoden (Retentio testis inguinalis) liegt der Hoden im Leistenkanal und kann von dort aus nicht verschoben werden. In der Regel kann der Leistenhoden ertastet werden.
  • Gleithoden: Der Gleithoden (Retentio testis präscrotalis) liegt im Eingangsbereich zum Hodensack. Er ist dort weit oben zu ertasten und kann auch in den Hodensack herabgezogen werden. Anschließend gleitet er aber sofort in die Ausgangslage zurück.
  • Pendelhoden: Der Pendelhoden ist eine Variante des Hodenhochstands und nicht als krankhaft anzusehen. Der Hoden liegt normalerweise im Hodensack, er wird jedoch häufig reflexartig, beispielsweise bei Kälte oder Stress, durch den Hodenhebermuskel (Musculus cremaster) nach oben gezogen.

links: normale Hodenlage, rechts: Hodenhochstand

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Häufigkeit

Etwa 0,7 bis 3 Prozent aller zum normalen Zeitpunkt geborenen Jungen haben einen ein- oder beidseitigen Hodenhochstand. Bei Frühgeburten kommt ein Hodenhochstand häufiger vor. Hier liegt die Häufigkeit bei bis zu 30 Prozent. Bei den meisten betroffenen Jungen steigen die Hoden innerhalb des ersten Lebenshalbjahres in den Hodensack ab. Dann ist normalerweise keine Behandlung notwendig. Bleibt der Hodenhochstand jedoch weiterhin bestehen, ist eine Therapie erforderlich.

Hodenhochstand: Ursachen

Ein Hodenhochstand (Maldescensus testis) kann verschiedene Ursachen haben. So kann diese Entwicklungsstörung beispielsweise entstehen, wenn anatomische Besonderheiten oder Fehlbildungen einem oder beiden Hoden den Weg in Richtung Hodensack versperren. Die Hoden können dann nicht an ihre normale Position herabwandern.

Hormonelle Störungen kommen bei einem Hodenhochstand ebenfalls als Ursachen infrage, wenn sie die natürliche Entwicklung des Ungeborenen verzögern oder verhindern. Bei einer Frühgeburt (d.h. einer Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche) ist die Entwicklung häufig nicht vollständig abgeschlossen, sodass ein Hodenhochstand hier häufiger vorkommt.

Hodenhochstand: Symptome

Ein Hodenhochstand (Maldescensus testis) ruft in der Regel keine Symptome wie Schmerzen oder Fieber hervor. Auffällig ist allein, dass ein oder beide Hoden nach der Geburt nicht im Hodensack ertastet werden können. Entweder ist der Hoden gar nicht zu ertasten oder er befindet sich in der Leiste beziehungsweise im Eingangsbereich zum Hodensack. Bleibt ein Hodenhochstand bestehen, kann es zu Spätfolgen kommen – vor allem Unfruchtbarkeit. Da das Risiko für Hodenkrebs ist, sind Symptome wie Schmerzen, die sich zum Beispiel als einseitiges Ziehen im Hoden oder im Samenstrang bemerkbar machen, ein Schweregefühl im Hoden oder eine Ansammlung wässriger Flüssigkeit um den Hoden (Hydrozele) ernstzunehmende Beschwerden.

Hodenhochstand: Diagnose

Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) erfolgt die Diagnose durch einen Kinderarzt, Kinderchirurgen oder (Kinder-)Urologen. Grundsätzlich sollte die Untersuchung in einer warmen Umgebung und entspannten Situation stattfinden. Durch genaues Abtasten kann der Kinderarzt die Lage der Hoden feststellen.

Wenn er keinen Hoden ertasten kann, führt er weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung und einen Hormonstimulationstest durch. Mithilfe dieses Tests stellt der Arzt fest, ob Hodengewebe vorhanden ist, es sich um einen Bauchhoden handelt oder ob der Hoden gänzlich fehlt (Anorchie). Manchmal muss auch eine Bauchspiegelung in Vollnarkose (Laparoskopie) durchgeführt werden, um den Hoden zu lokalisieren.

In manchen Fällen kann zusätzlich eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden, um bei einem Hodenhochstand die Diagnose zu sichern.

Hodenhochstand: Therapie

Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) ist eine Therapie ratsam, wenn sich der Hoden nicht innerhalb der ersten sechs Lebensmonate selbstständig in den Hodensack absenkt. Danach ist die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Senkung gering, sodass der Hodenhochstand wahrscheinlich bleibt. Als Therapie kommen dann entweder eine Hormontherapie und/oder eine Operation infrage.

Um Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs zu vermeiden, sollte die Behandlung mit dem ersten Lebensjahr abgeschlossen sein.

Hormontherapie

Bestimmte Hormone wie GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) und HCG (Human chorionic gonadotropin) regen die Freisetzung von Testosteron an. Dieses sorgt dafür, dass sich der Hoden senkt. Während GnRH als Nasenspray zur Verfügung steht, muss der Arzt HCG in den Muskel spritzen. Bei der Therapie können beide Hormone miteinander kombiniert werden.

Die Hormontherapie ist in etwa 20 Prozent der Fälle erfolgreich. Das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) liegt bei etwa 25 Prozent. Daher sollten Eltern dafür sorgen, dass betroffene Kinder regelmäßig nach einem Monat, nach sechs Monaten und danach jährlich bis zur Pubertät untersucht werden.

Mehr zum Thema: Rezeptpflichtige Medikamente bei Hodenhochstand

Unter bestimmten Bedingungen kann der Hodenhochstand nur mithilfe einer Operation behoben werden:

  • bei ausbleibendem Erfolg der Hormontherapie
  • bei gleichzeitig vorhandenem Leistenbruch
  • bei abnormer Lage der Hoden
  • bei vorangegangener Operation im Leistenbereich
  • in der Pubertät

Bei diesem Eingriff macht der Arzt einen kleinen Hautschnitt in der Leiste. Er legt zuerst den Samenstrang frei und zieht diesen dann nach unten. Anschließend näht er den Hoden an der tiefsten Stelle des Hodensacks fest (sogenannte Orchidofunikulolyse mit Orchidopexie).

Hodenhochstand: Verlauf

Wenn sich der Hodenhochstand (Maldescensus testis) im Verlauf der ersten sechs Lebensmonate nicht von selbst zurückbildet, muss er behandelt werden. Die Therapie sollte bis zum ersten Geburtstag des Kindes abgeschlossen sein. Ein späterer Hodenhochstand kann schwerwiegende Folgen (z.B. ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs) nach sich ziehen, da das Hodengewebe bei abnormer Lage auf Dauer im weiteren Verlauf geschädigt wird.

Unfruchtbarkeit

Ist das Hodengewebe bereits geschädigt, produziert es zu wenige Spermien, was zur Unfruchtbarkeit führen kann. Erfolgt die Behandlung nicht rechtzeitig, liegt das Risiko einer späteren Unfruchtbarkeit bei einem betroffenen Hoden bei 30 Prozent und bei beiden Hoden bei 70 Prozent.

Hodenkrebs

Das Risiko, im Erwachsenenalter an Hodenkrebs zu erkranken, erhöht sich um das Drei- bis Achtfache bei einem nicht oder zu spät behandelten Hodenhochstand. Am höchsten ist das Risiko, wenn einer oder beide Hoden im Bauchraum lagen. Auch wenn nur ein Hoden betroffen war, besteht für beide Hoden eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, Hodenkrebs zu entwickeln.

Hodentorsion

Wenn sich Samenstrang und Hoden aufgrund des Hodenhochstands drehen, liegt eine sogenannte Hodentorsion vor. Diese führt zu einer akuten Durchblutungsstörung des Hodens, die eine sofortige Behandlung – in der Regel eine Operation – erforderlich macht.

Leistenbruch

Bei einem Hodenhochstand erhöht sich das Risiko für einen Leistenbruch. Dieser ist häufig, ebenso wie der Hodenhochstand, bereits bei der Geburt vorhanden.

Hodenhochstand: Vorbeugen

Einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) kann man nicht vorbeugen, denn es handelt sich hierbei um eine Entwicklungsunregelmäßigkeit, welche sich nicht beeinflussen lässt.

Hodenhochstand kann jedoch Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs auslösen. Das Risiko sinkt, wenn der Hodenhochstand frühzeitig (innerhalb des ersten halben Lebensjahres) behandelt wird.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Hodenhochstand (Maldescensus testis)“:

  • Nondescensus testis

Quellen:

Haag, P., Hanhart, N., Müller, M.: Gynäkologie und Urologie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

Kurz, R., Roos, R.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011

Letzte inhaltliche Prüfung: 21.01.2015
Letzte Änderung: 24.05.2019

Hodenhochstand

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Hodenhochstand beim Baby

Allgemeines

Normalerweise wandern die Hoden Deines Babys im 7. Schwangerschaftsmonat in den Hodensack hinunter. Ein Hodenhochstand liegt dann vor, wenn einer oder beide Hoden Deines Babys erst nach der Geburt ihre richtige Position erreichen. So ein Hochstand korrigiert sich meistens bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres selbst. Bei Frühgeborenen ist die Wahrscheinlichkeit eines Hodenhochstandes wesentlich höher als bei voll ausgereiften Neugeborenen.

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Ursachen für einen Hodenhochstand

Ursache für einen Hodenhochstand kann eine anatomische Fehlbildung oder eine Hormonfehlregulierung sein. Diese Fehlregulierung liegt immer dann vor, wenn Du oder Dein Baby das Hormon Gonadotropin zu wenig ausschütten.

Hodenhochstand beim Baby erkennen

Es gibt vier verschiedene Arten von Hodenhochstand. Der Bauchhoden ist nur mit dem Ultraschall zu erkennen und die Hoden sind nicht zu ertasten. Der Leistenhoden lassen sich zwar im Leistenkanal ertasten, können aber von dort nicht in den Hodensack hineingeführt werden. Der Gleithoden befindet sich im Hodeneingang. Er lässt sich nur unter Spannung in den Hodensack führen, gleitet aber sofort wieder zurück. Der Pendelhoden zwar bereits in den Hodensack gewandert, werden aber z.B. durch Kälteeinwirkung zeitweise in den Leistenkanal zurückgezogen.

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Hodenhochstand: Therapie und Verlauf

Wie bereits gesagt, korrigiert sich der Hodenstand meistens im 1. Lebensjahr selbst. Sollte dies nicht der Fall sein, geh bitte sofort zu einem Kinderarzt. Spätestens mit Beginn des 2. Lebensjahres sollte die Behandlung beginnen. Wenn der Hochstand nicht rechtzeitig kuriert wird, steigt das Risiko späterer Unfruchtbarkeit oder eines bösartigen Hodentumors.

Der Arzt kann ganz leicht ertasten ob der Hoden an der richtigen Stelle ist, wenn er die Beinchen Deines Babys anzieht. Du kannst ihm sogar dabei assistieren. Sollte er den Hoden nicht finden, wird er entweder ein bildgebendes Diagnoseverfahren z.B. durch eine Kernspin-Tomographie beginnen oder einen Hormonstimulationstest durchführen. Beim Hormonstimulationstest wird Deinem Baby ein Hormon in den Muskel gespritzt. Wenn Hodengewebe im Bauch vorhanden ist, kann man dies nach etwa 4-5 Tagen erkennen. Dann nämlich kann der Arzt bei einer Blutuntersuchung erkennen, ob der Testosteron Wert im Blut Deines Babys erhöht ist.

Nach der Diagnose kann der Arzt dann mit der eigentlichen Therapie beginnen. Der Hodenhochstand wird entweder per Hormontherapie mit dem Hormon HCG, GnRH oder einer Kombination aus beiden behandelt. Die Hormone sollen die Testosteronbildung anregen und ein Herabgleiten der Hoden bewirken. GnRH wird dabei in die Nase gesprüht, HCG dagegen durch eine wöchentliche Spritze verabreicht. Sollte diese Behandlung nicht erfolgreich sein, muss spätestens zur Vollendung des 2. Lebensjahres ein kleiner operativer Eingriff erfolgen. Dieser fixiert die Hoden mit Samenstrang am tiefsten Punkt des Hodensacks.

Hodenhochstand

Bei Frühgeborenen ist jeder dritte Junge betroffen. Bei sehr frühen Geburten mit einem Geburtsgewicht von unter 900 Gramm haben 100 Prozent der männlichen Babys einen Hodenhochstand.

Dies zeigt, dass die Wanderung der Hoden in den Hodensack zu dem normalen Wachstum eines Babys gehört und bei Babys auch nach der Geburt stattfinden kann.

Bei 60 Prozent der diagnostizierten Hodenhochstände ist die Entwicklung der Hoden noch nicht vollkommen abgeschlossen und es liegt ein sogenannter Pendel- bzw. Wanderhoden vor, der sich bei Berührung oder Kälte in den Leistenkanal zurückzieht.

Bei vielen Jungen wird in den ersten 12 Lebensmonaten ein Hodenhochstand ärztlich festgestellt, obwohl dies unbegründet ist, da es sich lediglich um einen Pendelhoden bzw. Wanderhoden handelt.

Bei einigen Jungen befindet sich ein Hoden jedoch nicht tastbar in der Bauchhöhle oder ist nur über den Leistenkanal spürbar. In solchen Fällen ist eine rechtzeitige medizinische Therapie vor dem ersten Geburtstag sinnvoll, da es ohne Behandlung des Hodenhochstands langfristig zu Fruchtbarkeits- und Gewebeschäden am Hoden kommen kann.

Die Ursachen des Hodenhochstands

Momentan gehen Mediziner davon aus, dass ein Hodenhochstand durch körperliche Besonderheiten, wie einen kurzen Samenstrang oder einen zu engen Leistenkanal verursacht wird. Ebenfalls gibt es Hinweise, dass hormonelle Störungen das Herabwandern der Hoden verhindern bzw. verlangsamen können.

Die richtige Behandlung möglichst frühzeitig beginnen

Bei nur etwa 15 Prozent der Betroffenen wird der Hodenhochstand vor dem zweiten Geburtstag diagnostiziert und behandelt.

Dies kann problematisch sein, da die Körperwärme langfristig dem Hodengewebe schaden und somit die spätere Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Erste Schäden sind oft schon nach dem ersten Lebensjahr nachweisbar, bilden sich allerdings nach einer Behandlung meist wieder zurück. Zusätzlich haben unbehandelte, hochstehende Hoden ein 32mal höheres Krebsrisiko (nach der Pubertät) als normale im Hodensack befindliche Hoden.

Wird eine Entwicklungsverzögerung vermutet, raten viele Kinderärzte zunächst zu homöopathischen Behandlungsmethoden.

Schlägt diese nicht an, ist eine Hormonbehandlung möglich. Sie erfolgt über ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Gonadotropin, welches dreimal täglich über etwa vier Wochen verabreicht wird. Führt das Nasenspray nicht zum Erfolg ist eine (meistens ambulante) Operation erforderlich. Bei der sogenannten Orchidopexie werden Hoden und Samenstrang an den Hodensack genäht, sodass sie sich nicht wieder dauerhaft in die Bauchhöhle oder den Leistenkanal zurückziehen können.

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Kinderurologie: Hodenhochstand rechtzeitig erkennen und behandeln

von Prof. Dr. med. Peter Rubenwolf
verfasst am 20.05.2015

Bei etwa 5% der Jungen kommt es zum Hodenhochstand (© vividpixels_iStock)Fehllagen des Hodens („Hodenhochstand“, Fachbegriffe: Maldescensus testis, Kryptorchismus) gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern des äußeren Genitales des Säuglings- und Kindesalters. Bis zu 5% männlicher Säuglinge können zum Zeitpunkt der Geburt betroffen sein. Ein oder beide Hoden können dabei im Leistenkanal (Leistenhoden), oder seltener auch im Bauchraum (Bauchhoden) zu liegen kommen. Die schnelle Diagnose und Therapie ist entscheidend um eine Schädigung des sehr empfindlichen, in der Entwicklung begriffenen Hodengewebes zu vermeiden. Solche Schäden beziehen sich auf die Fruchtbarkeit des Hodens und die Gefahr der Entartung, also der Entstehung von Hodentumoren zu einem späteren Zeitpunkt. Die Qualität der in Samenzellen bzw. ihrer Vorstufen kann nach neuesten Erkenntnissen bereits ab dem 10. Lebensmonat einen nicht mehr rückgängig zu machenden Schaden erleiden.

Verschiedene Untersuchungswege führen zur Diagnose

Wird bei einem Neugeboren ein nicht im Hodensack befindlicher Hoden festgestellt, so liegt jedoch nicht sofort ein Handlungsbedarf vor. In den ersten 6 Lebensmonaten kann ein fehlgelegener Hoden nämlich noch von sich aus in seine korrekte Lage in den Hodensack „hinabsteigen“; nach dem ersten Lebenshalbjahr ist dies allerdings selten.
Die richtige Einschätzung einer Hodenfehllage ist nicht immer eindeutig und erfordert viel Erfahrung. Insbesondere die Frage, ob ein Hoden tastbar (in der Leiste), oder nicht tastbar (Bauchhoden) oder unter Umständen überhaupt nicht vorhanden ist, stellt selbst erfahrene Ärzte vor eine große Herausforderung. Auch die Unterscheidung von Sonderformen des Hodenhochstandes, nämlich eines Gleithodens (Operation erforderlich) von einem Pendelhoden (keine Operation, sondern Beobachtung notwendig), ist mitunter schwierig. Gelegentlich kann für die Einschätzung des Befundes eine Ultraschalluntersuchung der Leiste Klärung verschaffen. Eine so genannte Magnetresonanztomographie sollte heutzutage jedoch nicht mehr durchgeführt werden, da die diagnostische Genauigkeit dieser Methode nach heutigem Kenntnisstand nicht ausreicht, um eine sichere Diagnose zu stellen. Ist ein Hoden weder tastbar, noch mittels Ultraschall eindeutig zu lokalisieren, so sollte eine Spiegelung des hinteren Bauchraumes mit einem Miniaturinstrument erfolgen (so genannte „Laparoskopie“). Hierdurch stellt der Arzt mit nahezu 100% Sicherheit die korrekte Diagnose und so kann im Falle eines Bauchhodens die Fehllage in gleicher Sitzung behandelt werden.

Die richtige Behandlung

Liegt ein in der Leiste tastbarer Hoden vor, so ist das sicherste Verfahren eine operative Lagekorrektur von einem kleinen Leistenschnitt aus (in der Fachsprache als „Orchidopexie“ bezeichnet). Mit Zurückhaltung bewerte ich eine Hormontherapie mit Substanzen, die zu einer vorübergehenden Testosteronausschüttung beim Kind führen, um so eine Lagekorrektur und/oder eine Verbesserung der Samenzellreifung herbeizuführen. Nebenwirkungen, eine nur geringe Lagekorrektur (höchstens 20%) und mögliche Schäden am Hodengewebe sind bei der Anwendung einer Hormontherapie zu berücksichtigen.

Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Behandlung von Kindern mit einer Hodenfehllage ist, dass mit dem 1. Geburtstag die Hoden korrekt im Hodensack, also außerhalb des Körpers, liegen sollten. Nur so können drohende Schäden dieses empfindlichen Organs abgewendet werden. Nach erfolgreicher Therapie sind regelmäßige Lagekontrollen mittels Abtasten des Hodens zu empfehlen.

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