Hochbegabte kinder fördern

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Spielzeug für Hochbegabte

Wenn Ihr Kind außergewöhnlich kreativ ist, kann es passieren, dass es sich schnell langweilt, wenn es mit normalem Spielzeug spielt. Hochbegabte Kinder erwarten nicht nur Spaß von ihrem Spielzeug, sondern auch, dass sie damit ihre Kreativität ausleben können. Natürlich haben nicht alle hochbegabten Kinder dieselben Interessen und Erwartungen. Eltern müssen ihr Kind aufmerksam beobachten, damit sie entdecken, was das Kind am tollsten findet. Spielzeug für hochbegabte Kinder kann dabei sicherlich helfen.

Die meisten Kinder sind außergewöhnlich neugierig und zeigen ein reges Interesse an einer großen Vielfalt von Dingen. Ihre Aufmerksamkeit scheint von einer Idee zur nächsten zu springen und sie sind meistens fasziniert, wenn sie etwas Neues entdecken oder lernen. Wenn das bei Ihrem hochbegabten Kind der Fall ist, besteht die Herausforderung darin immer neue Herausforderungen und seinen Interessen entsprechendes Spielzeug für hochbegabte Kinder anzubieten. Puzzles, Wörter- und Zahlen- Spiele, die zu schwierig scheinen für ein normal begabtes Kind im selben Alter, kann für Ihr Kind gerade der richtige Anreiz sein, um die Phantasie anzuregen und Begeisterung zu entfachen.

Per Sempre Toys hat Spielzeug für hochbegabte Kinder.

(Hoch)begabte Kinder zu Hause fördern

Schach ist ein geeignetes Spiel für hochbegabte Kinder
Foto: © lereyking

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Wie kann man hochgebagte Kinder fördern?
  • Förderung hochbegabter Kinder
  • Kinder-Unis
  • Das können Sie als Eltern tun

Wie kann man hochgebagte Kinder fördern?

Eltern kennen ihre Kinder sehr gut und haben ein Gespür für ihr Verhalten und ihre Interessen.

Fällt das Kind auf, indem es sich intensiv mit Dingen auseinandersetzt, die nicht seinem Alter entsprechen oder Fähigkeiten besitzt, die seinem Alter weit voraus sind, liegt der Verdacht einer besonderen Begabung oder sogar einer Hochbegabung nahe. Spätestens nach einer bestätigten Diagnose, aber auch bereits mit dem Wissen um die Besonderheiten des eigenen Kindes, beginnen Eltern mit der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten außerhalb von Bildungseinrichtungen wie Kindergarten, Hort und vor allem Schule.
Dies gestaltet sich weitaus schwieriger als viele vorerst vermuten. Fakt ist jedoch, dass gerade die Förderung begabter Kinder schon frühzeitig absolut notwendig ist, um ihre gesunde Entwicklung zu unterstützen und Problemen, die mit einer Hochbegabung oder besonderen Fähigkeiten einhergehen zu vermeiden. Unsere Gesellschaft hatte sich bisher auf vorrangig drei Zweige von Begabtenförderung eingestellt, zum einem auf sportlich versierte Kinder und zum anderen auf starke Leistungen in musischen Bereichen bzw. in Mathematik. Intellektuelle Kinder, die beispielsweise bereits in jungen Jahren über Themen wie Tod und Gott oder Politik regelrecht philosophieren oder sich mit den Besonderheiten des Universums auseinandersetzen, haben es oft schwerer, außerschulisch Förderung zu erhalten. Dies bleibt in der Regel den Eltern überlassen.

Förderung hochbegabter Kinder

Unterstützt werden müssen die Kinder mit einer (Hoch)Begabung neben ihrer normalen Bildung sowohl im Elternhaus als auch in anderen Einrichtungen. Dabei steht die besondere Fähigkeit des Kindes im Vordergrund. Ist es beispielsweise musisch begabt, ist gemeinsames Musizieren zu Hause ebenso wichtig, wie die professionelle Musikausbildung an einem Konservatorium oder bei einem Privatlehrer. Sportlich talentierte Kinder finden relativ schnell Anschluss in Vereinen und können auch privat mit viel Bewegung in der Freizeit ihre Interessen ausleben.
Für Kinder, die feinmotorisch spezielle Begabungen zeigen, bleibt neben dem häuslichen Basteln und Werken natürlich die Förderung durch Vereine, wie Schnitz- oder Drechselvereine, Besuche von Töpfereien oder anderen künstlerischen Handwerksberufen. Auch Kurse an Volkshochschulen im Zeichnen oder Praktika in Galerien sind eine Möglichkeit, das Wissen der Kinder zu vertiefen und ihre Fähigkeiten zu fördern und auszubauen.

In der Kinder Uni können die Kids auch in den Ferien ihren
Wissensdurst stillen – Foto: © Jacek Chabraszewski Sozial engagierte Kinder können außerhalb der Schule in verschiedenen Gruppen Mitglied werden, um ihre sozialen Fähigkeiten auszuleben und zu etablieren. Angefangen bei Theatergruppen bis hin zur freiwilligen Feuerwehr können sie aktiv ihrer liebsten Beschäftigung nachgehen und soziale Strukturen hautnah erleben.
Kinder, die sich für Mathematik interessieren, sind oft leichter zu fördern. Zahlreiche Spiele für Mathe aber auch Geometrie, räumliches Denken und Logik sind im Handel erhältlich und haben sich bewährt. Viele Schulen bieten neben dem regulären Unterricht besondere Begabten-Förderstunden an. Nicht zuletzt ist Schach ein sehr gut geeignetes Spiel für mathematisch begabte Kinder, das sie auch in einem Verein spielen können.

Zudem ist es immer ratsam, das Engagement der Kinder zu stärken und sie zu motivieren, freiwillig an Wettbewerben teilnehmen zu lassen. Neben den klassischen Mathematik-Olympiaden und den Jugend-Forscht Wettbewerben, sind unterdessen auch viele andere in den Berreichen Politik, Geschichte, Biologie, Chemie und Physik im Rennen. Sogar Theaterwettbewerbe, Filmfestivals und Autorentreffen sind für die geisteswissenschaftlich interessierten Kinder im Angebot.

Kinder-Unis

Um das eigene Kind zu Hause zu fördern, darf man also auch auf fremde Einrichtungen zurückgreifen. Immer beliebter werden so genannte Kinder-Unis. Hier werden richtige Vorlesungen für Kinder während der Ferien an Universitäten, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen gehalten. Diese werden allerdings ihrem Alter angemessen vorgetragen und sind dennoch mit viel Wissen versehen. Die Vorlesungen sind nicht selten auch als Hörbuch erhältlich, so dass man diese ebenso den Kindern zur Verfügung stellen kann.

Das können Sie als Eltern tun

Sind Hochbegabte bereits in der Lage, selbst zu lesen, sollten sie schnellstens den Zugang zu verschieden Medien erläutert bekommen. Das heißt nicht nur für die Bibliothek, sondern auch eine Phonothek, Zeitungen, Fachzeitschriften und vor allem für das Internet. Bekommt das Kind erläutert, wie es zu Wissen gelangt, wird es in seinem Tempo und Interesse das Wissen bald selbst aufnehmen und verarbeiten. Neben alledem wird es je nach Begabung die Förderung bald einfordern, je nachdem wie stark sein Forscherdrang oder sein Wunsch nach Ausleben seiner Fähigkeiten ausgeprägt ist. Die Besuche von Museen und Konzerten, das Durchführen von Experimenten daheim und dem Aufbau des Elektrobaukastens, oder einfach nur das Toben auf einem Abenteuerspielplatz laufen da unterstützend nebenbei.

Bei all der Förderung zu Hause sind begabte Kinder trotz alledem noch junge Menschen. Übereifer und falsche Eitelkeit der Eltern sind fehl am Platz. Kinder brauchen in erster Linie viel Zuwendung, viel Geborgenheit und Verständnis, dies bildet bei begabten Kindern keine Ausnahme. Bleiben Sie offen für die Fragen der Kinder und akzeptieren Sie die Besonderheit des Kindes.
Text: C. D. / Stand: 02.02.2020

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Veranstaltungen

  • Februar
    • Familienveranstaltung: Eine Reise zu den Sternen (07.02.2020) Ausgebucht!
      Besuch der Sternwarte auf dem Oldendorfer Berg
      Die angemeldeten Familien können ab heute Nachmittag auf der Website der
      Sternwarte www.astro-os.de erfahren, ob die Veranstaltung stattfindet!
      Dort gibt es auch eine Wegbeschreibung www.astro-os.de/109-0-Sternwarte
    • Themenabend im OZBF (10.02.2020)
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Hochbegabte Kinder erkennen und fördern-
      Hochbegabte Kinder in der Kita“
    • Treffpunkt Hochbegabung (13.02.2020)
      Offene Elterngruppe im OZBF von 10-13 Uhr
      Keine Anmeldung erforderlich
    • Seminar für Väter (15.02.2020) Ausgebucht! Zusatztermin am 26.09.2020
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Hochsensibilität im Familienalltag“
    • Fortbildung für LehrerInnen (18.02.2020) Noch 5 freie Plätze!
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Aufbauseminar II – Motivation und Hochbegabung“
    • Seminar für Mütter (29.02.2020) Noch 4 freie Plätze!
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Die weibliche Seite der Hochbegabung“
  • März
    • Treffpunkt Hochbegabung (10.03.2020)
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    • Gripszwerge (14.03.2020)
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      Noch 4 freie Plätze! Zusatztermin am 24.03.2020
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Keine Angst vor Hochbegabung!
      Hochbegabte Kinder erkennen und fo(e)rdern“
    • Elternseminar (21.03.2020)
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Soziale Erfahrungen von hochbegabten Kindern –
      von Freundschaft bis Mobbing“
    • Fortbildung für MitarbeiterInnen in Kindertagesstätten (24.03.2020)
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      „Keine Angst vor Hochbegabung!
      Hochbegabte Kinder erkennen und fo(e)rdern“
  • April
    • Treffpunkt Hochbegabung (14.04.2020)
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    • Das OZBF ist vom 16.-24.04.2020 geschlossen!
    • Gripszwerge (25.04.2020)
  • Mai
    • Themenabend im OZBF (05.05.2020)
    • Fortbildung für LehrerInnen (07.05.2020)
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    • Gripszwerge (09.05.2020)
    • Treffpunkt Hochbegabung (14.05.2020)
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    • Fortbildung für LehrerInnen (28.05.2020)
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      „Aufbauseminar I – Hochbegabte Kinder erkennen und fo(e)rdern“
  • Juni
    • Elternseminar (06.06.2020)
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Mit hochbegabten Kindern leben –
      eine besondere Herausforderung!?“
    • Treffpunkt Hochbegabung (09.06.2020)
      Offene Elterngruppe im OZBF ab 20 Uhr
      Keine Anmeldung erforderlich
    • Gripszwerge (13.06.2020)
    • Das OZBF ist am 15.06.2020 geschlossen!
  • Juli
    • Treffpunkt Hochbegabung
      Offene Elterngruppe im OZBF von 10-13 Uhr
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  • August
    • Treffpunkt Hochbegabung
      Offene Elterngruppe im OZBF von 10-13 Uhr
      Keine Anmeldung erforderlich
  • September
    • Gripszwerge (05.09.2020)
    • Treffpunkt Hochbegabung
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    • 12. Osnabrücker Aktionstag Begabungsförderung (19.09.2020)
      im Haus der Jugend Osnabrück, 14.00-18.00 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich
    • Seminar für Väter (26.09.2020)
      Erika Schnieders und Sabine Hogrebe (Begabungspädagoginnen)
      „Hochsensibilität im Familienalltag“
  • Oktober
    • Treffpunkt Hochbegabung
      Offene Elterngruppe im OZBF von 10-13 Uhr
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  • November
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      Spiele(n) mit Grips
    • Treffpunkt Hochbegabung
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  • Dezember
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* Die Elternstammtische finden in Kooperation mit der und freundlicher Unterstützung von statt.

Hochbegabung beim Kind: Wie entdeckst du sie?

Viele hochbegabte Kinder leben ein normales Leben, nur wenn die Hochbegabung nicht erkannt wird, ist das ein Problem. Gehört dein Kind zu diese unentdeckten Gruppe?

Eine immer noch andauernde Langzeitstudie der Universität Marburg unter der Leitung von Detlef Rost kam zu dem Schluss, dass die meisten hochbegabten Kinder ein zufriedenes Leben führen. Hochbegabt sind Menschen, die einen IQ von 130 und höher haben. In Deutschland betrifft dies um die zwei Prozent der Gesellschaft.

Professor Rost untersucht seit den 80er Jahren mit dem Marburger Hochbegabtenprojekt Kinder mit überdurchschnittlicher Begabung und vergleicht sie mit den durchschnittlich intelligenten Kindern. Nur ein Sechstel der Überflieger hat Probleme in der Schule und mit seiner Umgebung. Das äußert sich vor allem in Langeweile in der Schule, provozierendem Verhalten und Aggression. Für diese Minderheit unter den hochbegabten Kindern ist es deshalb sehr wichtig, eine Diagnose zu bekommen. Und das ist gar nicht so einfach – manchmal werden die Betroffenen mit ADHS diagnostiziert, dabei würde ein passender Test Aufklärung bringen.

Du solltest deinem hochbegabten Kind so viele Möglichkeiten bieten, seinen Wissensdurst zu stillen.

Hochbegabung: Wie stellt man sie beim Kind fest?

Es gibt nicht das eine Anzeichen, aber grundsätzlich kann man hochbegabten Kindern bestimmte Kriterien zuordnen:

  • eine schnelle Auffassungsgabe
  • ein enormes Sprachverständnis
  • große Neugierde auf die Welt und wie sie funktioniert
  • einen wesentlich größeren Wortschatz als ihre Altersgenossen

Auf den ersten Blick sieht dies toll aus und wie gesagt – für die anderen fünf Sechstel der hochbegabten Kinder ist das auch kein Problem – sie sind integriert, haben einen Weg gefunden, ihren Wissensdurst zu stillen. Sorgen macht dann das andere Sechstel, das in der Schule und generell im Leben nicht richtig zurechtkommt, da es mit den üblichen schulischen Mitteln nicht aufgefangen wurde. Und das auch seine Eltern überfordert, die sich nicht erklären können, was da los ist, da ihr Kind in ganz anderen Mustern denken als die anderen seiner Altersklasse. Wenn dein Kind sich im Unterricht langweilt und sich isoliert, solltest du näher hinschauen.

IQ-Test für hochbegabte Kinder: Wer übernimmt die Kosten?

Ein Intelligenztest kann dann Aufklärung bringen. Aber auch so ein IQ-Test wird nie haargenau sein, denn dein Kind entwickelt sich noch. Grundsätzlich sollte ein solcher Test auf das Kindesalter zugeschnitten sein. Die Tests fangen ab einem Alter von fünf Jahren an und sie sollten alle Begabungsfelder abdecken, sei es Kreativität oder Zahlenverständnis. Die Kosten von bis zu 100 Euro für diesen Test musst du allerdings selbst bezahlen, denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Die Universität Erlangen bietet einen ersten Test an, der noch keine richtige Diagnose bringt, der dir einen Hinweis gibt, ob du in dieser Richtung weiterforschen solltest.

Wie förderst du ein Kind mit Hochbegabung?

Hast du nun die Diagnose, dass dein Kind hochbegabt ist, fragst du dich sicherlich, wie du diese Gabe fördern kannst. Du machst es wahrscheinlich schon instinktiv, da dein Nachwuchs Wissen einfordert – Besuche in Museen sind besonders attraktiv, Bücher, Filme – alles, was den Wissensdurst deinen Kindes stillen könnte. Versuche so gut du es kannst, alle Fragen zu beantworten. Wenn du etwas nicht weißt, ist das auch nicht schlimm – wozu gibt es Bücher und das Internet? Du kannst deinem Kind ruhig sagen, wenn du etwas nicht weißt.

Sprich mit deinem Kind über die Hochbegabung, mach ihm klar, dass es eine Gabe ist und keine Behinderung. Einige Kinder fühlen sich deshalb als Außenseiter oder werden als Streber beschimpft. Rede darüber. Lenke auch das Interesse deines Kindes auf andere Themen. Lass es Sprachen lernen oder Computersprachen entdecken. Animiere es zu Bewegung, Sport kann auch helfen, dein Kind zu einem besseren Teamplayer zu machen. Rede mit den Lehrern, wie sie deinen Nachwuchs mehr fördern können. Gerade in der Grundschule kann man deinem Kind noch ein paar Zusatzaufgaben geben, wenn die anderen noch rechnen. Im Glücksfall arbeiten alle zusammen, dass deinem Kind die bestmögliche Förderung zukommt.

Schulen für hochbegabte Kinder

Es gibt mittlerweile auch Privatschulen, die sich auf hochbegabte Kinder spezialisiert haben. Oder spezielle Klassen und AGs an Regelschulen, die sich der intellektuellen Überflieger annehmen. Eine Lösung könnte auch sein, dein Grundschulkind bestimmte Fächer wie Mathe und Physik auf dem Gymnasium besuchen zu lassen. Da muss aber auch die Schulbehörde mitspielen. Befinden sich solche Möglichkeiten nicht in deiner Nähe, könnte ein Internat eine Lösung sein. Nur muss man sich das auch leisten können – oder ein Stipendium ergattern.

Intensivere Förderung, dafür höhere Kosten

Internat: Wann ist es besser für ein Kind, ein Internat zu besuchen?

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Bei allem solltest du aber schauen, ob dies auch etwas für dein Kind ist. Du kennst es am besten und weißt, ob ein Internat fernab der Familie die Lösung ist. Triff dich mit anderen betroffenen Eltern und hole dir Rat. Der Verein Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind bietet telefonische Beratung an.

Es ist sowieso eine gute Idee, andere hochbegabte Kinder und ihre Eltern kennenzulernen. Alles ist leichter zu bewältigen, wenn man nicht mehr das Gefühl hat, allein zu sein. Wenn alle zusammenarbeiten, Staat, Schule, Psychologen, Eltern, Kinder – dann wäre die Utopie, dass das Marburger Hochbegabtenprojekt nur von zufriedenen Kindern berichten kann, gar nicht mehr so weit hergeholt.

Rat und Hilfe für Eltern hochbegabter Kinder

  • Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind, Berlin (www.dhgk.de): Der bundesweite Interessenverband mit 18 Regionalvereinen und zahlreichen Selbsthilfegruppen vertritt die Interessen hochbegabter Kinder und ihrer Eltern, vermittelt bei Bedarf Diagnostik und informiert über Förderangebote.
  • Hochbegabtenförderung e.V., Berlin (www.hbf-ev.de): Arbeitsschwerpunkt des Vereins ist die bundesweite Einrichtung von Kursen für Hochbegabte und überdurchschnittlich intelligente Kinder und Jugendliche im außerschulischen Bereich.

Intelligenztest zur Bestimmung der tatsächlichen Begabung von hochintelligenten Kinder

Genaueren Aufschluss über die geistigen Fähigkeiten und Bedürfnisse kleiner Schnelldenker liefert ein Intelligenztest. „Hochbegabte haben einen Intelligenzquotienten (IQ) ab etwa 130 aufwärts, ab 115 spricht man von überdurchschnittlicher Intelligenz, und ein IQ von 100 ist Bevölkerungsdurchschnitt“, rechnet Prof. Struck vor. Und: „Von den etwa zehn Millionen Schülern in Deutschland sind immerhin 350000 hochbegabt, d.h. in jeder Klasse sitzt im Schnitt ein hochintelligentes Kind.“ Doch Vorsicht: Halbwegs zuverlässige Ergebnisse liefern solche Tests erst ab einem Alter von fünf Jahren. Und: Nicht immer ist ein hoher IQ gleichbedeutend mit hochbegabt. Dazu gehören nämlich auch Aspekte wie Motivation, Kreativität und Ausdauer. Hochbegabung zeigt sich also nicht zwangsläufig in außergewöhnlichen Leistungen. Und obwohl sich intellektuelle Begabung selten auf ein einzelnes Gebiet beschränkt, gibt es Übergänge mit Stärken in bestimmten Bereichen und Schwächen in anderen Bereichen.

Ermittlung von Stärken und Schwächen bei hochbegabten Kinder sehr wichtig

Insofern ist die Ermittlung vorhandener Stärken und Schwächen auch wichtiger als die Frage, ob ein Kind hochbegabt ist oder nicht. Außerdem bietet dieser Ansatz den Vorteil, dass er für alle Kinder gilt und eben nicht zu einer elitären Sonderstellung hochbegabter Kinder führt – die nicht selten mit sozialer Isolation und emotionalen Problemen bezahlt wird. Bietet ein anspruchsvoller Kindergarten selbst sehr cleveren Fünfjährigen noch ein durchaus anregendes Lernumfeld, so sollte bei hochbegabten Kindern, deren intellektuelle und persönliche Entwicklung so weit fortgeschritten ist, dass sie schon vor Erreichen des Einschulungsalters in die Schule gehen können und wollen, eine vorzeitige Einschulung in Betracht gezogen werden. „Es scheint besser zu sein, früh eingeschult zu werden und gemeinsam mit der Klasse die schulischen Fähigkeiten zu erwerben, als später eingeschult zu werden, um dann durch die niedrigen Anforderungen gelangweilt eine Klasse zu überspringen“, sagt die Tübinger Psychologin und Hochbegabten-Expertin Aiga Stapf.

Förderungsmöglichkeiten für hochbegabte Kinder

Im Hinblick auf die weitere schulische Förderung bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an: Der Besuch einer Bildungseinrichtung, die speziell auf die Bedürfnisse von hochgebabten Kindern zugeschnitten ist, oder die Förderung durch besondere Angebote innerhalb der Regelschule. Da es nur wenige Spezialeinrichtungen für hochbegabte Grundschüler gibt (z.B. Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig), rückt in dieser Altersgruppe die integrative Förderung in Regelschulen in den Mittelpunkt. Zwei Unterstützungsformen haben sich bewährt:

  • Akzelerations-Modell: Unter „Akzeleration“, übersetzt „Beschleunigung“, versteht man alle Fördermaßnahmen, die zu einem schnelleren Durchlaufen der Schule führen. Dazu gehört die frühzeitige Einschulung, der frühere Übergang in die weiterführende Schule und das Überspringen einer oder mehrerer Klassen.Auch sogenannte D-Zug-Klassen, in denen Grundschüler in drei Schuljahren das Pensum von vier absolvieren, werden erprobt. Dabei muss nicht zwangsläufig eine ganze Jahrgangsstufe übersprungen werden: Das „Fachspringen“ ermöglicht Schülern, die in einzelnen Bereichen sehr begabt sind, den Besuch des entsprechenden Unterrichts in einer höheren Klasse.
  • Enrichment-Modell: Beim sogenannten Anreicherungsmodell geht es darum, den üblichen Lernstoff durch qualitativ hochwertige Zusatzangebote zu erweitern. Dabei werden die Art und der Schwierigkeitsgrad des Lehrstoffs dem individuellen Leistungsvermögen des Schülers angepasst. Ist ein hochbegabtes Kind zum Beispiel im Matheunterricht mit seinem Pensum fertig, während die anderen noch rechnen, erhält es vom Lehrer Extra-Aufgaben, die es besonders herausfordern.

Gerade der Grundschulunterricht mit den Elementen Wochenplanarbeit, Freiarbeit und Projektarbeit eignet sich hervorragend dazu, das bei Hochbegabten ausgeprägte aktiv-entdeckende Lernen zu fördern. Indes sollten Eltern und Lehrer bei ihrem Engagement für die kleinen Schlauberger eins nicht vergessen: Begabte Kinder brauchen – wie alle anderen auch – Zuwendung, Liebe, Geborgenheit, Lob, Verständnis und Wärme. Daher muss in jedem einzelnen Fall geprüft werden, welche Form der Unterstützung im Hinblick auf das Wohlbefinden und die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes die günstigste ist.
Wie sagte der hochbegabte Henrik (10) so schön: „Was würde mir die ganze Lernerei nützen, wenn ich keine Freunde hätte, mit denen ich Fußball spielen und Quatsch machen kann.“

Anzeichen, die auf ein hochbegabtes Kind hindeuten

Umso mehr kommt es darauf an, Merkmale hochbegabter Kinder rechtzeitig zu erkennen. „Allgemein zeichnet sich ein hochbegabtes Kind durch ein ausgeprägtes Auffassungs- und Denkvermögen aus. Zudem ist es seinem Alter oft um Jahre voraus und verfügt über die geistige Disposition, auf verschiedenen Gebieten außergewöhnliche Leistungen zu zeigen“, sagt der Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. Aufgabe der Eltern ist es also zunächst, ihr Kind genau zu beobachten – und auf ihre Intuition zu vertrauen. „Die meisten Eltern tun instinktiv das Richtige“, sagt der Psychologe Ernst Hany von der Universität Erfurt. Sie bieten ihrem Kind anspruchsvolle Spielmaterialien an, nehmen es zu Einkäufen, Behördengängen, zur Bank, Post oder Werkstatt mit, fördern seine Neugier, beantworten seine zahlreichen Fragen und vermitteln ihm so ganz nebenbei jede Menge Wissen über die Welt. Zeigt es Interesse an Buchstaben und Zahlen, sollten Eltern auch diesen Wunsch aufgreifen und ihrem Kind schon im Vorschulalter das Lesen-, Rechen- und Schreibenlernen ermöglichen. Der Grund: „Für die spätere Freude am schulischen
Arbeiten, das zunächst aus dem Lernen von Schreiben, Lesen und Rechnen besteht, ist es falsch, dieses Interesse abzublocken und das Kind auf die Schule zu vertrösten. Erfahrungsgemäß verlieren viele hochbegabte Kinder die Lust am Lesen- und Schreibenlernen, wenn sie damit warten müssen, bis die Schule beginnt, unter anderem, weil es ihnen dann zu langsam geht“, heißt es in einer Expertise des Bundesbildungsministeriums. Der spielerische Umgang mit Zahlen und Buchstaben ist also durchaus schon im Kindergartenalter angesagt – solange das Kind das Lerntempo selbst bestimmt. Ohnehin sollten Eltern, die bei ihrem Kind eine Hochbegabung vermuten, frühzeitig das Gespräch mit Erzieherinnen und Lehrern suchen. Aufgrund ihres Wissens, ihrer langen Berufserfahrung und des täglichen Umgangs mit vielen gleichaltrigen Kindern können sie ziemlich gut einschätzen, ob ein Junge oder Mädchen tatsächlich hochbegabt ist oder nicht.

Unser Sohn war gerade drei Jahre alt geworden und wollte nicht ins Bett. Alle Eltern kennen das. Der Ratschlag meiner Freundin, ebenfalls Mama: „Da wäre ich konsequent. Nicht diskutieren.“ Das entlockte mir nicht mehr als ein müdes Lächeln.

Denn es gab etwas, das ich ihr nicht sagen konnte: Die von mir eröffnete Diskussion mit meinem Kind hatte ich beinahe verloren. Gegen einen Dreijährigen. Ich war argumentativ an meine Grenzen gestoßen, als er fragte: „Mama, glaubst du ehrlich, du kannst bestimmen, wann ich mich müde fühle, nur weil du älter bist als ich?“ Was kann ich dazu sagen, schließlich hatte er recht. Zum Glück hatte ich noch einen rettenden Einfall. Ich habe ihm von der Fürsorgepflicht erzählt, die uns als seinen Eltern auferlegt wurde. Von unserem elterlichen Auftrag, für ausreichend Schlaf zu sorgen. Er nickte und verschwand wortlos im Bett. Nicht, weil er müde war. Sondern, weil er uns bei der Erfüllung unserer Pflichten nicht in Schwierigkeiten bringen wollte. Die Diskussion über das Zubettgehen hatte ich danach übrigens niemals wieder. Die Möglichkeit, gängige Erziehungsmethoden zu nutzen, auch nicht.

Mama, glaubst du ehrlich, du kannst bestimmen, wann ich mich müde fühle, nur weil du älter bist als ich?

Heute ist unser Sohn neun Jahre alt und besucht nach dem Sommer die sechste Klasse eines Gymnasiums. Nach dem Verschleiß zweier Kindergärten wurde er mit fünf Jahren eingeschult und hat die zweite Klasse übersprungen – an der zweiten Grundschule. Seine erste Klassenlehrerin hatte ihn bereits nach acht Monaten aufgegeben, weil er sich weigerte, seitenweise einzelne Buchstaben zu schreiben und in Mathematik Rechenplättchen zu legen. Ausgelegt wurde das als Unreife. Der wahre Grund war ein anderer: Lesen, Schreiben und Rechnen konnte er schon vor der Schule. Das hatte er sich selbst beigebracht. Auf die Frage, wie ihm das gelungen war, gab er eine Antwort, die er auch heute noch oft gibt: „Das macht mein Kopf alleine.“

Auch der Besuch des ersten Gymnasiums endete abrupt: Hier eskalierten die Dinge nach knapp sechs Monaten, weil er das Lösen von Wiederholungsaufgaben verweigerte und die Lehrer*innen mit unpassenden Nachfragen im Unterricht bloßstellte und damit angeblich die pädagogische Autorität untergrub. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele fruchtlose Elterngespräche ich in den vergangenen vier Jahren mit Lehrer*innen und Erzieher*innen geführt habe, wie viele Spekulationen über Defizite, Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten ich mir anhören musste. Dabei, so wissen wir mittlerweile, ist mit unserem Kind alles in Ordnung. Er ist nicht beeinträchtigt. Er ist hochbegabt. Nur macht das am Ende keinen großen Unterschied.

Mehr zum Thema Schule findet ihr hier

Mit vier Jahren wollte er wissen, was Sterben bedeutet

Hochbegabt. Was für ein blödes Wort. Wann immer ich es ausspreche, beginnen Neid und Missgunst. Nicht nur im Bekanntenkreis, auch und vor allem bei Lehrer*innen und Erzieher*innen scheint das Wort ein Trigger für Aggressionen aller Art zu sein. Viele sehen es als Freifahrschein für ironische Bemerkungen, für Abfälligkeiten und Konkurrenzgehabe. Ich habe viele Meinungen und Ratschläge gehört, aber nur selten die Frage, wie es uns mit dieser Diagnose geht.

Denn uns geht es nicht immer gut. Alles, was unser Sohn tut, fühlt und sagt, ist viel zu intensiv. Als er die Turtles mochte, fand er die Ninja-Schildkröten nicht einfach gut. Er war eine. Nicht nur ein paar Wochen oder Monate lang, fast zwei Jahre lang lebten wir mit Raphael unter einem Dach und hörten tagaus, tagein Geschichten aus New York. Als er entdeckte, dass Menschen unweigerlich sterben – er war vier Jahre alt –, trauerte er. Nicht einen Tag, nicht eine Woche, sondern über Monate sprachen wir über das, was mit dem Körper geschieht, und das, was für ihn viel wesentlicher war: Wohin die Seele geht, wenn der Körper längst nicht mehr da ist.

Wut und Freude, Liebe und Angst – alles erlebt er intensiver, alles geht tiefer. Für uns als Eltern führt das zu absurden Situationen. Wie damals, als er nicht mehr allein ins Obergeschoss unseres Hauses gehen konnte aus Angst, dort könnte ein Einbrecher lauern, der während unserer Abwesenheit eingestiegen war. Erst, als ein Polizist ihm die Wahrscheinlichkeiten genauer erklärte, ebbte die Angst ab. Denn, ja, auch intensive Ängste sind manchmal Nebenwirkung einer Hochbegabung. Ebenso wie ständige Langeweile, die Unfähigkeit, Ungerechtigkeiten auszuhalten, sich unterzuordnen. Oder der lähmende Perfektionismus, der ihn dazu brachte, erst alle seine gemalten Bilder voller Wut zu zerreißen, um dann das Malen ganz einzustellen.

Im Kindergarten mutmaßten die Erzieher*innen, er sei krank, definitiv auffällig. Weil er sich zurückzog, kaum mit anderen Kindern spielte. Dabei fühlte er sich dort nur allein. Kein Kind war da, das seinen Humor teilte, ihm das Gefühl gab, dazuzugehören. Er war einsam, nicht gestört. Einsam unter lauter Kindern, die allesamt nicht seine Sprache sprachen.

Wir erziehen nicht, wir begleiten

Mittlerweile geht es ihm gut. Er ist ein glücklicher Junge, auch wenn ihm das Zurechtfinden in hierarchischen Strukturen noch immer Probleme bereitet. Jetzt mit älteren Kindern in einer Klasse und einem meist passenden Anforderungsniveau geht es ihm prima. Als wir erkannt hatten, dass wir unser Kind wohl nie erziehen, sondern immer nur begleiten werden, wurde auch für uns vieles entspannter. Auch, weil sein Verhalten auch ohne unsere Intervention stets untadelig ist. Er ist höflich und freundlich, legt Wert auf Umgangsformen – so lange er das, was von ihm verlangt wird, versteht.

Nun haben wir wieder etwas mehr Zeit. Für unseren zweiten Sohn. Der ist jetzt vier Jahre alt und liebt es, tagaus, tagein von seinem Leben als Dinosaurier zu erzählen. Ich freue mich schon jetzt, dass wir spätestens in zwei Jahren wieder über etwas anderes als das Brutverhalten der Maiasaura werden reden können.

Mehr Texte zum Thema Familie findest du zum Beispiel auch in der Kolumne Klein und groß.

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Kindern, die sich normalen Schulunterricht schnell langweilen. Kinder, die hungrig danach sind, immer mehr zu lernen und sich auch mit hoch komplizierten Dingen zu befassen, die weit über ihre Altersstufe hinausreichen.

Roya Klingner, Jahrgang 1970, leitet in Freising bei München ein Zentrum für hochbegabte Kinder.

Foto:

Ulrich Lössl

„Wie viel ist drei plus drei?“, fragt die Lehrerin im Film „Begabt“ in die Grundschulklasse hinein. Genervt antwortet Mary: „Sechs, das weiß doch jeder!“ Die Lehrerin will ihre vorlaute Schülerin zum Schweigen bringen und fragt sie: „Wie viel ist 57 mal 135?“ Mary denkt kurz nach und sagt: „7 695.“ Später wird Mary auf den Vorschlag, doch mal das Buch „Übergang in die höhere Algebra“ zu lesen, antworten: „Ich liebe das Buch. Ich bin jetzt aber zur Differenzialgleichung übergegangen.“

Die meisten Hochbegabten seien nicht leistungsorientiert

„Diese Neugier gilt es zu fördern – und zwar ganz individuell“, sagt Roya Klingner. Die Veranlagung zur Hochbegabung sei wie ein Samen, den man in den Boden einpflanzt. Nur wenn der Boden gut und fruchtbar ist, wird der Samen auch aufgehen. Deshalb sei eine fundierte Betreuung dieser Kinder so wichtig. Wichtig sei aber vor allem eines: „Das Kind soll glücklich sein.“ Wichtig sei es, Hochbegabte in ihren Anlagen zu fördern und ihnen außerdem den Umgang mit der Normalität beizubringen.

Die meisten Hochbegabten seien nicht leistungsorientiert, ihnen mache ihr Fachgebiet einfach Spaß. Deshalb lege sie Wert auf ein suchendes Lernen, auf das Lernen im Rahmen von Projekten. Hausaufgaben im üblichen Sinn gebe es bei ihr nicht.

In ihrem Zentrum werden auch Workshops angeboten, etwa für das Erlernen von Entspannungstechniken und Lern- und Selbstorganisation. Neben der individuellen Beratung gibt es eine umfassende Diagnostik und nach Bedarf auch eine Therapie bei eventuellen Lernstörungen.

Wie werden die Kinder auf ihre Begabungen getestet?

Ist Hochbegabung genetisch bedingt? Welche Rolle spielt die Umwelt? Die Forscher sind sich uneins. Roya Klingner meint, Hochbegabung sei zu 70 Prozent genetisch bedingt und zu 30 Prozent der Umwelt geschuldet. Den Prozentsatz der hochbegabten Kinder im Alter von drei bis acht Jahren schätzt sie auf 10 Prozent.

Und wie werden die Kinder auf ihre Begabungen getestet? Ein sehr komplexer Vorgang ist das, und der Intelligenztest nur ein Mittel unter vielen. „Ich konzentriere mich bei meiner Analyse mehr auf das Interview mit dem Kind“, sagt Roya Klingner.

Denn das generelle Verhalten des Kindes sei ihr wichtig. „Wie artikuliert es sich? Wie denkt es? Wie bewegen sich die Augen? Wie ist sein Verhältnis zur Natur, zur Umwelt? All diese Faktoren – und noch einige mehr – spielen da zusammen. Ich lege auch viel Wert auf das soziale Verhalten.“ Und natürlich führe sie Gespräche mit den Eltern und Lehrern.

Hochbegabte haben oft mit Neid von ihren Mitmenschen zu kämpfen

Im Film „Begabt“ wird die hochbegabte Mary als aufgewecktes Kind gezeigt. Manche andere Filme haben Genies ganz anders gezeigt: als in ihrer sozialen Kompetenz gestört oder hochgradig neurotisch.

Sogar so sensible Filme wie „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ oder „Rain Man“ hätten das Klischee bestätigt, Hochbegabte wären Autisten oder litten unter Psychosen. „Natürlich gibt es auch solche Menschen“, stellt Roya Klingner fest. „Aber das ist sicher nicht die Regel. Denn Hochbegabte haben normalerweise keine Probleme in ihrer sozialen Kompetenz.“

Es gibt allerdings etwas, worunter Hochbegabte oft zu leiden haben: Neid. Und Mobbing. Als Kinder und als Erwachsene. Sie selbst habe neben der Arbeit in ihrem Zentrum eine Zeit lang in einem Kinderhort gearbeitet, berichtet Roya Klingner. Dort habe sie gesehen, dass Bücher dort einfach herumlagen.

Die anderen Menschen können mit dem Hochbegabten nicht richtig umgehen

Sie habe dann all die verstreuten Bücher gesammelt, kategorisiert und etikettiert und daraus eine Hort-Bibliothek gemacht. Dann habe sie ein Konzept geschrieben und vorgeschlagen, die Kinder dazu anzuleiten, diese Bücher auch zu lesen. „Das hatte zur Folge, dass mich das Erzieher-Team als Störfaktor empfunden hat. Die Kollegen meinten: Du überforderst uns! Nach sechs Monaten Arbeit wurde ich noch in der Probezeit entlassen. Der Kollegen-Neid war eben zu groß.“

Durch die langjährige Erfahrung in ihrem Center ist sich Roya Klingner übrigens sicher, dass hochbegabte Kinder von sich aus kaum Probleme haben, mit der Welt, den Erwachsenen oder Gleichaltrigen zu kommunizieren. Meist ist es genau umgekehrt: Die anderen Menschen können mit dem Hochbegabten nicht richtig umgehen.

„Oft hat die Gesellschaft Schwierigkeiten, diese Kinder zu akzeptieren. Zum Beispiel, wenn ein Vierjähriger den IQ eines Sechzehnjährigen hat.“ Es sei wichtig, hochbegabte Kinder nicht zu überfordern.

Gleich wird sie selbst noch ein Gespräch mit einem achtjährigen Mädchen führen, das extra aus Wales angereist ist. „Hochbegabte Kinder sind nicht besser, sondern anders“, sagt Roya Klingner, als sie sich verabschiedet.

Hochbegabte Kinder

Manche Kinder entwickeln sich viel schneller als andere, was sich schon sehr früh bemerkbar macht.

Hochbegabte Kinder sind in manchen Bereichen gleichaltrigen Kindern weit voraus. Sie verfügen über überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen, die sich sehr früh entwickeln. Dies kann sich auf einzelne Bereiche beziehen wie den sprachlichen, den logisch-mathematischen Bereich. Ihre besondere Begabung kann aber auch auf künstlerischem, sportlichem oder sozialem Gebiet hervorstechend sein. Oder auf allen Gebieten gleichzeitig.

Werden ihre besonderen Fähigkeiten nicht erkannt und speziell gefördert, kann dies zu großen Problemen für das Kind führen.

Auch wenn die Fähigkeiten in manchen Bereichen weit über dem Altersdurchschnitt liegen – alle anderen Interessen sind die der Gleichaltrigen.

Besondere Talente führen nicht automatisch zu herausragenden Leistungen oder zu einem glücklichen Leben. Alle Kinder brauchen Förderung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird – auch die Hochbegabten.

Als erste Anlaufstelle zur Orientierung dienen interessierten Eltern Verbände wie die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V.“, die viele regionale Vertretungen hat.

Wie erkenne ich, dass mein Kind hochbegabt ist?
Wie geht es den Eltern von hochbegabten Kindern?
Wie kann ich mein hochbegabtes Kind außerhalb der Schule unterstützen?
WElche Angebote für hochbegabte Kinder gbt es an Schulen?
Welche Probleme können hochbegabte Kinder in der Schule haben?
Links zum Thema Hochbegabung

Wie erkenne ich, dass mein Kind hochbegabt ist?

Oft wird eine Hochbegabung erst erkannt, wenn das Kind auffällig anders ist als die anderen Kinder.

Hier einige Merkmale für eine Hochbegabung:

  • Das Kind fällt auf, weil es keinen Spaß an den altersgemäßen Spielangeboten hat.
  • Es ist sich selbst und anderen gegenüber kritisch und möchte alles richtig machen.
  • Es fühlt sich von seiner Umwelt isoliert.
  • Im Kindergarten langweilt sich das Kind. Es macht bei bestimmten Spielen nicht mit und stört stattdessen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Es interessiert sich für Dinge, für die es eigentlich noch zu klein ist. Es kann sich oft nicht in die Gruppe einbringen.
  • In der Schule fühlt es sich unterfordert. Es ist unbeliebt, weil es für die anderen ein „Streber“ ist. Um die Mitschüler zu gewinnen, spielt es unter Umständen den Klassenclown. Es zeigt schwache Leistungen, obwohl es intelligent ist.
  • Es stellt ständig Fragen an Erwachsene, die über die Fragen von Kindern in diesem Alter hinausgehen.
  • Es versteht unter Umständen komplizierte technische Abläufe und kann dieses Wissen auch anwenden.
  • Es diskutiert mit Erwachsenen über Themen, die gleichaltrige Kinder nicht interessieren.

Wie geht es den Eltern von hochbegabten Kindern?

Eltern hochbegabter Kinder stoßen manchmal auf Vorurteile. Ihnen wird unterstellt, sie hätten das Kind „dressiert“ oder würden es überschätzen. Eltern hochbegabter Kinder werden häufig als extrem ehrgeizig angesehen. Oft wird ihnen vorgeworfen, sie würden ihr Kind nicht Kind sein lassen.

Den Wenigsten ist klar, dass der Umgang mit einem hochbegabten Kind anstrengend sein kann. Die Kinder sprechen häufig wie Erwachsene. Sie sind sehr verständig. Sie müssen gefördert und geistig ausgelastet werden, damit sie sich gut entwickeln können. Andererseits sind sie jedoch Kinder mit all den Bedürfnissen, die Gleichaltrige auch haben. Das macht die Erziehung schwierig.

Nicht nur hochbegabte Kinder, auch deren Eltern brauchen Unterstützung. Häufig finden Familien den Weg zu einer Beratungsstelle jedoch erst dann, wenn das Kind Schwierigkeiten in den Schule hat und sie herausfinden wollen, woher diese Schwierigkeiten kommen.

Wird nach unterschiedlichen Testverfahren tatsächlich die Diagnose „Hochbegabung“ gestellt, durchleben die Eltern eine Bandbreite von Emotionen: Manche hatten schon so ein Gefühl, andere Eltern können nicht nachvollziehen, warum ein hochbegabtes Kind schlecht in der Schule ist, wieder andere freuen sich oder sind völlig überfordert.

An vielen Orten haben sich betroffene Eltern deshalb zu Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Hier können sie sich zum Erfahrungsaustausch treffen und erhalten oft wertvolle Tipps durch andere Eltern.

Wie kann ich mein hochbegabtes Kind außerhalb der Schule unterstützen?

Hochbegabte Kinder sind weit überdurchschnittlich geistig befähigt. Diese Besonderheit muss auch außerhalb der Schule gefördert werden, damit die Kinder ihre Fähigkeiten entfalten können. Hoch begabte Kinder brauchen die Möglichkeit zu fragen, zu lesen, zu lernen, zu experimentieren. Und sie müssen in ihrer Besonderheit akzeptiert werden.

Um die unendliche Wissbegier dieser Kinder zu befriedigen, ist die Belegung von Kursen außerhalb der Schulzeit sinnvoll.

In Kursen der „Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind“ oder des „Vereins Hochbegabung e. V.“ finden die Kinder neben interessanten Angeboten Kontakt zu anderen Hochbegabten und können sich austauschen

Bei aller Förderung ist zu bedenken, dass das Kind trotz Hochbegabung ein Kind ist.

Welche Angebote für hochbegabte Kinder gibt es an Schulen?

Das bayerische Bildungswesen sieht eine individuelle Förderung für alle Schüler und Schülerinnen vor. Deshalb gibt es auch eine Reihe von Maßnahmen, die speziell für Hochbegabte angeboten werden.

So kann, um den Fähigkeiten hochbegabter Kinder gerecht zu werden, ihre Schullaufbahn durch vorzeitige Einschulung, das Überspringen von Jahrgangsstufen oder vorzeitiges Ablegen von Abschlussprüfungen beschleunigt werden.

Achten Sie bei der Wahl der weiterführenden Schule auf Angebote für Hochbegabte. Informieren Sie sich über Auswahl und Anzahl der Wahlfächer, Wettbewerbe, Zusatzunterricht, vom Staatsministerium organisierte Ferienseminare etc.

Weitergehende Informationen über Fördermöglichkeiten hochbegabter Schüler und Schülerinnen finden Sie auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus.

Auch innerhalb des Unterrichts können Hochbegabte gefördert werden:

  • Zusatzarbeiten mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad;
  • Betreuung von Langzeitprojekten (Wetterbeobachtung, Schulgarten, Klassentagebuch usw.);
  • stundenweise Teilnahme am Unterricht höherer Klassen;
  • Besuch von Wahlfächern, die für höhere Klassen angeboten werden.

Welche Probleme können hochbegabte Kinder in der Schule haben?

  • Hochbegabte Kinder können meist schon vor der Einschulung lesen, schreiben und rechnen. Kein Wunder, dass sie sich langweilen, wenn sie beispielsweise eine Woche lang immer nur einen Buchstaben malen müssen. Sie beteiligen sich nicht am Unterricht oder stören.
  • Oft werden diese Kinder nicht von der Lehrkraft aufgerufen, weil sie „sowieso schon alles wissen“. Dabei hat ein hochbegabtes Kind selbstverständlich das gleiche Bedürfnis nach Anerkennung wie jedes andere Kind.
  • Sie werden von den Klassenkameraden argwöhnisch betrachtet, als Streber verrufen oder ausgenutzt.
  • Das „Anderssein“ in bestimmten Bereichen kann sie zu Außenseitern machen.
  • Manche Kinder versuchen, sich zu verstellen. Doch dies kann nicht klappen. Nicht selten werden die Kinder traurig und mutlos. Darum ist es außerordentlich wichtig, dass die Kinder selbst lernen, ihre besondere Begabung zu akzeptieren.
  • Hochbegabte Kinder sind in mancher Hinsicht anders – es darf aber nicht vergessen werden, dass sie gefühlsmäßig die gleichen Bedürfnisse wie die anderen Kinder haben.

Gerade die Tatsache, dass Hochbegabten das Wissen geradezu „zufliegt“, kann langfristig zu schulischen Problemen führen:

  • Sie lernen nicht, zu lernen. Das heißt, sie entwickeln keine Lerntechniken.
  • Sie erfahren nicht die Grenzen ihrer eigenen Möglichkeiten. Diese Kinder verstehen oft nicht, dass auch sie nicht alles können.
  • Sie können mit Misserfolg und Enttäuschung schlecht umgehen.

Darum brauchen hochbegabte Kinder auch im Schulbereich besondere Unterstützung und Fürsorge. Gespräche mit dem Kind, mit Eltern, Mitschülern und den Lehrkräften helfen, Verständnis für die Situation des Kindes zu wecken.

Links zum Thema Hochbegabung

Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V.

Hochbegabtenförderung e.V.

MENSA – Netzwerk für Hochebgabung

Ansprechpartner vor Ort, zusammengestellt von MENSA

Fördermöglichkeiten für hochbegabte Schülerinnen und Schüler

Bisher wurden die Ursachen für das Auftreten einer Hochbegabung nicht eindeutig geklärt. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass verschiedene genetische und soziale Faktoren zusammenwirken. Eine Hochbegabung hat daher zahlreiche Erscheinungsformen. Im Verhalten Ihres Kindes können Sie jedoch meist deutliche Hinweise auf eine Hochbegabung erkennen.

Hinweise für Hochbegabung – Intellektuelles Leistungsvermögen

Hochbegabte Kinder überspringen manchmal bestimmte Entwicklungsphasen oder durchlaufen sie sehr schnell: Sie lernen beispielsweise früh das Laufen und Sprechen. Sie sind sehr neugierig und möchten schnell neue Kenntnisse erwerben. Unter bestimmten Voraussetzungen bringen hochbegabte Kinder sich vor der Einschulung bereits eigenständig Lesen oder Schreiben bei und zeigen in Alltagssituationen bereits ein grundlegendes Rechenvermögen (Quelle: DGhK e.V.).

Folgende Verhaltensweisen können Hinweise darauf liefern, dass Ihr Kind hochbegabt ist:

  • Verwendung der Sprache auf einem hohen Niveau
  • Ausbildung eines umfangreichen Wortschatzes
  • bereits im Vorschulalter auffälliges Interesse an Symbolen, Zahlen und Buchstaben
  • Fähigkeit zum autodidaktischen Lernen
  • große Merkfähigkeit für Daten und Fakten
  • schnelle Auffassungsgabe
  • Verständnis für komplexe Probleme
  • ausgeprägtes logisches Denkvermögen
  • unbändige Neugier und Wissbegierde

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind hochbegabt sein könnte, sollten Sie zur Absicherung einen Intelligenztest durchführen lassen. Dabei wird die Begabung Ihres Kindes möglichst objektiv gemessen. Da in sehr jungem Alter noch viele Entwicklungsvorgänge in kurzer Zeit stattfinden, können die Ergebnisse im Kindergartenalter noch nicht schlüssig sein. Ab einem Alter zwischen 6 und 7 Jahren sind die Testergebnisse stabiler und zuverlässiger.

Da betroffene Kinder häufig einen Überschuss an Energie haben und zu Unruhe neigen, ähneln ihre Symptome in bestimmten Fällen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Es ist nicht auszuschließen, dass beide Phänomene gemeinsam auftreten. Allerdings sind nicht alle Kinder, die an ADHS leiden, gleichzeitig hochbegabt. Daher sollte frühzeitig geklärt werden, ob Ihr Kind zusätzlich zur Hochbegabung von einer Entwicklungs- oder Verhaltensstörung betroffen ist.

Verhaltensauffälligkeiten bei hochbegabten Kindern

In vielerlei Hinsicht scheint ein hochbegabtes Kind seinen Altersgenossen voraus zu sein. Seine Fähigkeiten in bestimmten Bereichen können bereits sehr weit entwickelt sein, oftmals erwirbt es sehr umfangreiche Kenntnisse in einem bestimmten Interessenbereich. Es übernimmt bereitwillig Verantwortung und ist zuverlässig bei Planungs- und Organisationsaufgaben.

Hochbegabte Kinder zeigen selbstverständlich den Wunsch nach intellektuellen Herausforderungen. Bei Aufgaben, die viele Wiederholungen erfordern, oder bei Routinearbeiten langweilen sie sich hingegen schnell. Bei einer ständigen Unterforderung reagieren sie häufig mit Widerwillen und verweigern mitunter die Mitarbeit im Unterricht. Viele schulische Aufgaben fordern sie nicht heraus, sondern langweilen sie stark. Dies kann wiederum dazu führen, dass sie in der Schule aufsässiges Verhalten zeigen oder den Unterricht stören, um auf sich aufmerksam zu machen.

Auffälliges bzw. problematisches Verhalten in der Schule oder in anderen sozialen Kontexten kann daher ein Anzeichen für eine nicht diagnostizierte Hochbegabung sein.

Folgende Anzeichen deuten auf eine Unterforderung:

  • Störung des Unterrichts
  • Verweigerung von Schulaufgaben/Hausaufgaben
  • Schulangst
  • aggressives oder rebellisches Verhalten
  • psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen etc.)

Kinder mit einer Hochbegabung sind oftmals sehr eigensinnig und haben das starke Bedürfnis, sich persönlich zu entfalten. Einerseits sind Eigenverantwortung und der Wunsch nach Selbstverwirklichung positive Eigenschaften, andererseits können sie dadurch schnell zu Einzelgängern werden. Oftmals vertreten hochbegabte Kinder ihre Meinungen mit Nachdruck und hinterfragen selbst direkte Anweisungen von Autoritätspersonen kritisch.

Im Kontakt mit Gleichaltrigen fällt meist schnell auf, dass hochbegabte Kinder oftmals altersuntypische Interessen ausbilden. Der Kontakt zu anderen Kindern fällt ihnen daher nicht immer leicht, da sie unter Umständen als Besserwisser oder Außenseiter gelten. Auf der anderen Seite verfügen sie meist über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und setzen sich bereitwillig für Mitschüler ein.

Aus: klein & groß, Heft 02-03/2005, S. 7-9. Mit freundlicher Genehmigung der Oldenbourg Schulverlag GmbH.

Hoch begabte Kinder im Kindergarten – was brauchen sie?

Hanna Vock

In jedem Jahrgang gibt es ein paar Prozent hoch begabte Kinder, und zwar auch dann, wenn sie noch niemand erkannt hat. Reicht es zur Förderung der Kinder aus, wenn im Kindergarten allgemein gut gearbeitet wird? Oder brauchen sie noch etwas Besonderes? Was könnte das sein?

Worin unterscheiden sich hoch begabte Kinder von ihren gleichaltrigen Spielgefährten?

Zunächst sind sie Kinder wie alle anderen auch: Sie wollen sich mit Dingen beschäftigen, die sie interessieren, sie wollen sich mit Anderen freundschaftlich austauschen, sie möchten dazu gehören und wollen verstehen, was um sie herum und mit ihnen selbst geschieht. Sie sind, wie alle anderen Kinder auch, ganz eigene Persönlichkeiten mit individuellen Stärken und Schwächen. Hinzu kommt eine hohe Begabung in einem oder mehreren Bereichen.

Hoch begabt ist ein Kind, das Aufgaben in Intelligenz- oder Begabungstests besser löst als 98 Prozent seiner Altersgruppe (Für jeden Test wird eine große, möglichst mehrere tausend Kinder umfassende Stichprobe gestestet, bevor der Test in den Handel kommt. So wird der Test, der ja genau wie z.B. eine Waage ein Messgerät ist, geeicht). Das Kind erreicht damit einen Prozentrang von 98 oder höher. Das entspricht einem Intelligenzquotienten von 130 und höher. Wer ein solches Ergebnis erreicht, gilt als hoch begabt.

Als besonders begabt bezeichnen wir alle Kinder, die in entsprechenden Tests so gut abschneiden, dass sie zu den besten 15 Prozent ihres Jahrgangs gehören. Das schließt also die hoch begabten Kinder mit ein. Alle besonders begabten Kinder sind durch ein „Normalprogramm“ in der Schule oder im Kindergarten chronisch unterfordert, wenn auch in unterschiedlichem Umfang.

Kinder können eine besondere intellektuelle Hochbegabung zeigen, d.h. ihre Denkprozesse sind sehr entwickelt und effektiv, oder ihre hohe Begabung kann sich besonders in sprachlichen, sozialen, philosophischen, mathematischen, naturwissenschaftlichen, künstlerisch-darstellenden, musikalischen bzw. motorisch-kinästhetischen Bereichen zeigen.

In den Bereichen ihrer Hochbegabung erleben die Kinder eine besondere Lernleichtigkeit. Neues Wissen und neue Fähigkeiten „fliegen ihnen zu“. Sie lernen (oft allerdings nur im Bereich der Hochbegabung!) ohne erkennbare Mühe und in einem rasanten Tempo. Wenn ein rechnender Vierjähriger gefragt wird, wie, wo, wann, von wem er das Rechnen gelernt hat, weiß er wahrscheinlich keine Antwort: Der Lernprozess ist ganz nebenbei und unbemerkt abgelaufen. Das Kind hat Informationen aus der alltäglichen Umwelt aufgenommen, sie durch die Brille seiner Hochbegabung gesehen, gedanklich weitreichende Schlüsse gezogen und sich auf diese Weise im Alleingang ein Zahlen- und Rechenverständnis aufgebaut. Manche Kinder erlernen auch das Lesen oder exzellente soziale Fähigkeiten auf diese kaum sichtbare Weise, oder sie werden zu Experten in irgendeinem Sachgebiet.

Es hängt also sehr mit den Denkfähigkeiten und -strategien eines Kindes zusammen, wie erfolgreich es selbstständig lernt. Diese sind oft sehr viel weiter entwickelt als bei gleichaltrigen Kindern. Das Dumme ist nur: Denkprozesse kann man nicht sehen. Es kommt also darauf an, ob Eltern und pädagogische Fachkräfte das erstaunliche Denkvermögen des Kindes bemerken und angemessen und positiv darauf reagieren.

Zu der Lernleichtigkeit gesellt sich bei Hochbegabten eine ungewöhnlich starke, von innen kommende (intrinsisch genannte) Motivation, sich mit Fragen, Aufgaben, Gegenständen, Themen und Problemen aus dem eigenen Begabungsbereich zu befassen, und zwar früh, ausdauernd und mit großer emotionaler Anteilnahme.

Kreativität, also kreatives Denken – und falls das Kind die Möglichkeiten dazu hat, auch kreatives Handeln – befeuern die Entfaltung der Hochbegabung.

Ein schönes Bild von Hochbegabung. Und so stellt es sich auch häufig dar, wenn das Kind sich glücklich mit seiner hohen Begabung entwickeln kann. Es gibt aber auch unglückliche Entwicklungsverläufe, die Zerstörung der Motivation und Kreativität bedeuten. Unverständnis der Umwelt, dauerhafte Unterforderung oder Hemmung der Entwicklung von außen, Vereinsamung und Isolation können zu einer unglücklichen Entwicklung führen.

Damit dies nicht geschieht und damit hoch begabte Kinder ihre Anlagen entfalten können, dafür können die Kindergarten- und die Grundschuljahre entscheidend sein.

Was für einen Kindergarten brauchen hoch und besonders begabte Kinder?

Der Kindergarten ist seit langem eine Bildungseinrichtung. Neben Betreuung und Erziehung wird auch Bildung in großem Umfang geleistet. In vielen Kindergärten findet eine Beispiel gebende motorische, soziale, sprachliche und kognitive Förderung der Kinder statt, was Schwächen von Familienerziehung zumindest teilweise ausgleicht und Stärken von Familien ergänzt.Von diesen Einrichtungen zu lernen, kann andere Kindergärten wie auch Grundschulen weiter bringen.

In solchen guten Kindergärten können sich auch hoch begabte Kinder am ehesten wohl fühlen und gut entwickeln. Andersherum gesagt: Um hoch begabte Kinder angemessen fördern zu können, ist zunächst einmal eine insgesamt gute, begabungs-förderliche Arbeit notwendig. Alle Kinder haben Begabungen, die zu entdecken und zu fördern sind.

Wie ist ein Kindergarten, der begabungsförderlich arbeitet?

In einem begabungsförderlichen Kindergarten…

  • wird sorgfältig darauf geachtet, dass Kreativität und Lernmotivation der Kinder geschützt und gefördert werden.
  • wird das Prinzip der Freiwilligkeit konsequent verwirklicht.
  • herrscht eine respektierende, frohe, experimentierfreudige Atmosphäre mit gut durchdachten und begründeten Regeln.
  • wird eine vertrauensvolle Kommunikation aufgebaut und gesichert: zwischen den Kindern, zwischen Kindern und Erzieherinnen, im Team und zwischen Erzieherinnen und Eltern.
  • wird die Verschiedenheit der Kinder respektiert.
  • erhalten die Kinder vielfältige Anregungen und vielseitige Möglichkeiten, eigene Spiele und eigene Ideen und Pläne zu verwirklichen.
  • werden die kindlichen Projekte sorgfältig begleitet: durch Vermittlung von notwendigem Wissen, Tipps, Strategien, Experten Material usw.
  • hat die kognitive Förderung im Rahmen der ganzheitlichen Förderung ihren gleichberechtigten Platz.
  • werden die Fähigkeiten der Kinder Wert geschätzt, auch die intellektuellen Fähigkeiten.
  • dürfen die Kinder Lesen, Schreiben, Rechnen lernen, so viel sie wollen.
  • wird divergentes, kreatives Denken gefördert.
  • wird forschendes Lernen gefördert; den Kindern werden wichtige Basiserfahrungen im Umgang mit Zahlen und Mengen, mit der belebten und unbelebten Natur, mit der Technik angeboten.
  • sind die Warum-Fragen der Kinder wichtig.
  • machen die Kinder positive Gruppenerfahrungen.
  • gibt es statt extern angebotenen Kursen und „Stundenplänen“ ganzheitliche Projekte und Arbeit in Kleingruppen.
  • werden Experten von den Erzieherinnen in den Kindergartenalltag einbezogen.
  • wird die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Kinder gefördert, erhalten die Kinder Gelegenheiten, ihre Ideen, ihre Pläne und ihre Produkte ohne Druck zu präsentieren.
  • werden den Kindern angemessene Aufgaben und Verantwortungen übertragen..

Ein solcher Kindergarten ist notwendige Voraussetzung, um die Begabungen aller Kinder zu finden und zu fördern.

Was brauchen denn besonders begabte und hoch begabte Kinder noch darüber hinaus?

1. Sie brauchen Erzieherinnen, die wissen, worin sich hoch begabte Kinder von ihren gleichaltrigen Spielgefährten in der Gruppe unterscheiden. Da sind zunächst die oft ungewöhnlichen Interessen und Fähigkeiten und die erstaunlichen Denkprozesse. Sehr früh fangen die Kinder an, logisch, aber auch kritisch und selbstkritisch zu denken. Ihr Denken ist nicht mehr so stark in der Gegenwart und im Gegenständlichen verhaftet, sondern bezieht sich stärker auch (auswertend) auf die Vergangenheit, und besonders auf die Zukunft. Die Kinder versuchen häufiger und intensiver, sich genaue Vorstellungen von zukünftigen Ereignissen und Situationen zu machen, und gehen oft schon mit drei Jahren nicht mehr kleinkindlich-unbefangen an Aufgaben heran, die vor ihnen liegen.

Beispiel: Die dreijährige Marie war erst verwirrt, dann belustigt, als eine Gleichaltrige ihr einen gemalten Kopffüßler präsentierte und erklärte, das sei ihre Mama. Sie selbst malte ihre Mama nicht, da sie genau wusste, dass die Zeichnung viel komplizierter hätte aussehen müssen. Diese Aufgabe traute sie sich aber nicht zu.

Hoch begabte Kinder versuchen bereits früh, Erfolgschancen und Risiken abzuschätzen, was sie manchmal als ängstlich erscheinen lässt. Aus demselben Grund werden sie manchmal als (zu) wenig konfliktfähig eingeschätzt: Sie vermeiden die Konfrontation (verständlicherweise) lieber, weil sie voraussehen können, dass andere Kinder manchmal gewalttätig werden anstatt zu verhandeln.

2. Sie brauchen Spielgefährten, mit denen sie auch „schwierige“, komplexere Spielideen besprechen und verwirklichen können und mit denen sie sich über die Dinge austauschen können, für die sich die meisten Gleichaltrigen noch nicht interessieren.

Eine Beobachtung von Erzieherinnen ist, dass sich hoch begabte Kinder oft „an die Erwachsenen hängen“ und „mit Gleichaltrigen nicht viel anfangen“ können. Wenn wir diesen Kindern gerecht werden wollen, müssen wir zunächst verstehen, dass sie oft sehr hohe Ansprüche an das Ergebnis ihres Spiels haben. Ein Beispiel soll helfen, dies zu verstehen.

Marja und die Kasperpuppen

Marja war fünf Jahre alt, als sie in unseren Kindergarten wechselte. Da hatte ich wieder so ein Kind, das mit Gleichaltrigen nicht viel anfangen konnte. Spielangebote der anderen Kinder lehnte sie oft ab. Sie war still, beobachtete viel, aber ließ sich selten auf gemeinsames Spiel ein. Marja sprach aber sehr gut, konnte sich sehr differenziert und genau ausdrücken und liebte schwierige Geschichten. Ich suchte nach einer Erklärung, warum Marja so wenig Lust auf Zusammenspiel hatte. Kasper und Krokodil kamen mir zu Hilfe.

Unser Kindergarten hatte neue Kasperpuppen gekauft, nach einer längeren Zeit ohne Puppentheater. Mit Kasper und Krokodil spielte ich eine Geschichte, in der die Beiden sich zunächst friedlich unterhielten, aber dann in Streit gerieten. Am Ende versuchte das Krokodil, den Kasper zu beißen. Kasper ließ sich das nicht gefallen, er verjagte das Krokodil. Ein großer Teil der Kindergartengruppe sah zu.

Jetzt übernahmen die Kinder die Puppen. Jeweils ein Kind spielte den Kasper, das andere das Krokodil. Marja stand still neben mir, beobachtete, aber machte keinen Versuch, an die Reihe zu kommen. Die Geschichte, die die Kinder spielten, enthielt keine Unterhaltung, keinen verbalen Streit, aber immer eine kräftige Prügelei und viel Geschrei und Dramatik: Kasper ruft Krokodil – Krokodil taucht auf und beißt den Kasper – Kasper schlägt heftig auf das Krokodil ein – Krokodil flieht – Gelächter – Beifall – aus. Eine altersgemäße Adaption des Stoffes, an der wir in der Folge mit den Kindern arbeiten konnten im Sinne von Ausbau und Differenzierung. Den Kindern, Spielern wie Zuschauern, war ein großes Vergnügen anzusehen.

Nur nicht Marja. Auf meine Frage, ob sie auch spielen wolle, antwortete sie zunächst entschieden mit „nein“. Bei meiner Nachfrage einige Minuten später flüsterte sie: „Ja, aber mit dir.“ Also wieder ein Kind, das sich „an die Erzieherin hängte“ anstatt sich auf die anderen Kinder einzulassen? Welchen Grund hatte sie dafür?

Der Grund wurde deutlich, als ich mit ihr spielte. Es zeigte sich, dass sie nicht nur meine recht komplizierte Geschichte gespeichert hatte und nachspielen wollte, sondern dass sie eine eigene Idee einfügte. Als das Krokodil (ich) anfing, nach dem Kasper zu schnappen, wich sie aus und rief: „Wenn du mich heute beißt, kriegst du morgen einen Maulkorb – für alle Zeiten, dass du das weißt!“ Die Geschichte nahm dann spontan eine verträgliche Wendung, wobei Marja geschickt improvisierte.

Fazit: Marja hatte einen hohen Anspruch an das Ergebnis der Tätigkeit. Sie wollte „eine richtige Geschichte“ spielen. Sie analysierte die Situation treffsicher. Marja beobachtete das Geschehen und zog die Schlussfolgerung, dass sie ihre Vorstellung von einer richtigen Geschichte mit den anwesenden Kindern nicht verwirklichen konnte. So kam ihr traurig-frustrierter Gesichtsausdruck zustande und ihr geflüsterter Wunsch an die Erzieherin – geflüstert, weil sie wusste, dass sie sich damit neben die Gruppe stellte und eine „Extrawurst“ haben wollte. Marjas anfängliche Weigerung mitzuspielen war also nicht Ausdruck eines unterentwickelten Sozialverhaltens, wie man zunächst hätte denken können.

Was brauchte Marja konkret?

  • die Erkenntnis der Erzieherin, dass Marjas Vorstellungen in Bezug auf das Kasperpuppenspiel sehr viel weiter entwickelt waren als die der anderen Kinder – und daraus resultierend: Verständnis für Marjas Frust.
  • Spielgefährten, die auf ihrer Ebene mithalten können. Leider war da nur die Erzieherin. Marja bräuchte andere hoch begabte Kinder, mit denen sie auch komplexe Spielideen verwirklichen könnte.

Das spricht für die Schaffung integrativ arbeitender Schwerpunktkindergärten für Hochbegabtenförderung, in denen mehrere hoch begabte Kinder zusammen mit nicht hoch begabten Kindern in einer Gruppe sind.

Alle Kinder der Gruppe profitieren von Hochbegabtenförderung

Das heißt, es ist sinnvoll, Kinder zusammen zu bringen, die in dieser Hinsicht ähnlich denken und empfinden. In einer integrativen Kindergartengruppe mit etwa zur Hälfte besonders begabten Kindern und zur Hälfte anderen Kindern ist es möglich, dass die Kinder ihre Spielbedürfnisse befriedigen und gleichzeitig gegenseitiges Verständnis entwickeln und voneinander lernen.

Wenn in einer Kindergartengruppe nur wenige besonders begabte Kinder sind, sollten sie wenigstens ab und zu in Kleingruppen besonders „schwierige“ Anregungen (= für sie echte Herausforderungen) erhalten, unabhängig von ihrem Alter. Bei einem guten Gesamtklima fließen diese Anregungen ins Freispiel ein, so dass viele Kinder davon profitieren. Dasselbe passiert, wenn hoch begabte Kinder in Projekten besondere, ihren Fähigkeiten angepasste Handlungsmöglichkeiten und entsprechende Verantwortung erhalten.

Alles spricht dafür, Schwerpunktkindergärten zu schaffen, in denen hoch begabte und durchschnittlich begabte Kinder zusammen spielen und lernen können. Diese Kindergärten brauchen wiederum Erzieherinnen, die Interesse und Freude daran haben, Kinder mit besonderen Begabungen angemessen zu fördern, und die sich mit den Möglichkeiten und Problemen dieser Förderarbeit in Fortbildungen intensiv auseinander gesetzt haben.

Hochbegabung feststellen

Aber wie erkenne ich denn hoch begabte Kinder in meiner Gruppe? Dies ist oft die erste Frage in Fortbildungen. Auch wenn kein Testergebnis vorliegt, ist es für erfahrene und in dieser Hinsicht wissende Erzieherinnen möglich, die hohen Begabungen eines Kindes zu erkennen. Durch ungewöhnliche Fähigkeiten oder Äußerungen des Kindes aufmerksam geworden, können sie durch gezielte Beobachtung bei anspruchsvollen Tätigkeiten und durch Gespräche mit den Eltern ein immer klareres Bild gewinnen.

Ein Problem besteht darin, dass gar nicht wenige hoch begabte Kinder ihre „abweichenden“ Fähigkeiten und Interessen schon früh verbergen. Es braucht manchmal längere Zeit, bis das Kind der offenen und wertschätzenden Atmosphäre im Kindergarten vertraut und sich offenbart. Am besten zu erkennen sind hohe Begabungen dann, wenn bereits Hochbegabtenförderung im Kindergarten stattfindet. Die unterschiedlichen Reaktionen der Kinder auf die kognitiv anspruchsvolleren Fragen, die dann im Kindergartenalltag einfach vorkommen, sprechen häufig für sich.

Autorin

Hanna Vock ist Gründerin und Leiterin des IHVO (Institut zur Förderung hoch begabter Vorschulkinder) in Bonn, das Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher veranstaltet.
Website: www.IHVO.de
Email: [email protected]

Was ist Hochbegabung?

Der Begriff Hochbegabung weckt bei den meisten Menschen ganz bestimmte Vorstellungen. Vielleicht denkt man instinktiv an Menschen mit einer Inselbegabung, die ganze Telefonbücher auswendig aufsagen können, die Zugfahrpläne einjeder Weltmetropole im Kopf haben oder aus dem Gedächtnis ganze Städte detailgetreu nachzeichnen können. In den meisten Fällen hat Hochbegabung ein anderes Gesicht. Der Volksmund sagt: hochbegabte Menschen sind besonders intelligent. Aber wodurch zeichnet sich Intelligenz aus und wie kann sie optimal gemessen werden? Diese Fragen beschäftigen Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Bereits 1905 entwarfen die Forscher Binet und Simon ein erstes Konzept, wonach Intelligenz die Art und Weise war, wie ein Mensch eine aktuelle Situation bewältigt, d.h. wie er urteilt, versteht und denkt. Wechsler definierte Intelligenz 1944 als die zusammengesetzte Fähigkeit eines Menschen, „zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen.“ Die Intelligenz wird heute mithilfe von Testverfahren gemessen. Dabei werden unterschiedliche Bereiche wie beispielsweise das logische Denken, das Allgemeinwissen, das Wortverständnis, die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, die Verarbeitungsgeschwindigkeit, die Merkfähigkeit, die Konzentrationsfähigkeit usw. mithilfe verschiedener Leistungstest geprüft. Diese Verfahren sind standardisiert, das heißt, es gibt strenge Richtlinien, wie diese durchgeführt werden müssen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Leistungsunterschiede zwischen Kindern nicht auf Unterschiede in der Testsituation oder Testdurchführung zurückgeführt werden können – alle sollen dieselben Chancen erhalten. Wenn das Kind alle Untertests absolviert hat, berechnet die Diagnostikerin aus der individuellen Leistung des Kindes einen Gesamtwert. Für verschiedene Altersgruppen gibt es sogenannte Normtabellen, mit denen die Leistung des Kindes verglichen wird. Der Intelligenzquotient gibt also Aufschluss darüber, wie das Kind im Vergleich zu dieser Normstichprobe, den Gleichaltrigen, abgeschnitten hat.

So viele Konzepte es von der menschlichen Intelligenz gibt, so viele existieren auch zum Begriff der Hochbegabung. Im klassischen Sinne wird von einer Hochbegabung gesprochen, wenn ein Kind oder Erwachsener in einem standardisierten Intelligenztest einen Intelligenzquotienten von 130 oder mehr erzielt. Was bedeutet dies nun?

Wir gehen davon aus, dass 68% der Kinder und Erwachsenen einen Intelligenzquotienten zwischen 85 und 115 aufweisen. Bei einem IQ zwischen 115 und 130 spricht man von einer überdurchschnittlichen Begabung.

Ab einem Intelligenzquotienten von 130 (und mehr) geht man im Allgemeinen von einer Hochbegabung aus. Wenn ein Kind, nennen wir ihn Tobias, einen Intelligenzquotienten von 130 hat, entspricht dies einem Prozentrang von 98: 98% der Gleichaltrigen schneiden im Intelligenztest also schlechter ab als Tobias, nur 2% der Gleichaltrigen erzielen ebenso gute oder bessere Leistungen. Die Hochbegabung ist damit ein seltenes, aber dennoch ernstzunehmendes Phänomen. Um sie zu erkennen bedarf es einer professionellen Abklärung, bei der nicht nur die Intelligenz gemessen, sondern auch Eltern und Lehrkräfte befragt und das Kind in seinem Verhalten beobachtet wird. Sie schließt außerdem eine Untersuchung verschiedener Begabungsrichtungen oder Aspekte der Persönlichkeit mit ein.

Eine erfahrene Psychiaterin, Psychotherapeutin oder (Schul-) Psychologin wird aus dem Mosaik der Testergebnisse, der Eltern- und Schulberichte, der Verhaltensbeobachtung des Kindes, sowie des Gesamteindruckes in der Regel einen Bericht erstellen. Oftmals finden Sie in diesem neben dem allgemeinen Intelligenzquotienten auch ein Profil der Stärken und Schwächen des Kindes (die auch hochbegabte Kinder haben) sowie eine abschließende Beurteilung. Im Falle einer Hochbegabung kann die Fachperson Sie über Fachstellen und Elternvereine informieren, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben, und die Ihnen als Eltern mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Hochbegabung – muss ich mir Sorgen machen?

In der Gesellschaft kursieren viele Vorurteile über hochbegabter Kinder. Sind sie von Natur aus schulische Überflieger? Oder trifft eher das Gegenteil zu und sie langweilen sich im Unterricht und schreiben schlechte Noten? Wie steht es um ihre Sozialkontakte? Sind sie einsam, empfindlich, eigenbrötlerisch? Was hat es mit der vielbesagten Kombination aus Genie und Wahnsinn auf sich? Die wissenschaftliche Forschung bringt hier etwas Licht ins Dunkel: Bereits in den 1920er Jahren befasste sich der Psychologe Lewis Terman mit der Frage, wie hochbegabte Kinder heranwachsen. Er beobachtete und dokumentierte den Entwicklungsverlauf hochbegabter Kinder und verglich diesen mit einer Vergleichsgruppe. Das spannende Ergebnis: über alle Kinder hinweg ging ein hoher Intellekt mit einer besseren körperlichen und psychischen Gesundheit und höheren Schul- und Berufsleistungen einher.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt das Marburger Hochbegabtenprojekt (MHP) unter der Leitung von Prof. Rost, das in den 80er Jahren in Deutschland ins Leben gerufen wurde. Über 7000 Drittklasskinder wurden mittels Intelligenzverfahren getestet. Man identifizierte 151 hochbegabte Kinder und wählte eine Vergleichsgruppe von 138 Gleichaltrigen aus, die sich hinsichtlich ihres Geschlechts, der Schulart und –stufe sowie des familiären Hintergrunds mit diesen deckten. Sechs Jahre später wurden beide Gruppen im Alter von circa 15 Jahren erneut untersucht. Dabei zeigten sich interessante Ergebnisse: 85% der hochbegabten Jugendlichen verfügten über angemessene Schulleistungen. Bei lediglich einem kleinen Teil von 15% handelte es sich um sogenannte underachiever / schulische Minderleister, die bezüglich ihrer Noten weit unter dem zurückblieben, was im Hinblick auf ihre Intelligenz zu erwarten wäre. Im Durchschnitt schienen die intellektuell sehr starken Jugendlichen ihr Potenzial also gut auszuschöpfen. Auch das Vorurteil, dass hochbegabte Jugendliche eigenbrötlerisch oder sozial isoliert seien, ließ sich nicht bestätigen, vielmehr waren sie im Durchschnitt so gut sozial integriert wie ihre Gleichaltrigen. Dies bestätigten nicht nur die Selbsteinschätzungen der Jugendlichen, sondern auch die Angaben der Eltern und Lehrkräfte. Es zeichnete sich allerdings eine Tendenz ab, was die Qualität von Freundschaften betrifft: so legten Hochbegabte öfter mehr Wert auf einen kleinen ausgewählten Freundeskreis.

Die Forscher der MHP-Studie ziehen aus den vielen Ergebnissen ihrer Langzeituntersuchung das Fazit, dass „die Hochbegabten als im Schulsystem gut integriert und schulisch erfolgreich sowie sozial unauffällig, psychisch besonders stabil und selbstbewusst charakterisiert werden (können).“ (S. 204, Erg. der Autoren).

Die bisherigen wissenschaftlichen Studien zeichnen insgesamt ein positives Bild und prognostizieren Hochbegabten im Durchschnitt einen erfreulichen Lebensweg. Es ist dabei wichtig, zu beachten, dass aus wissenschaftlichen Untersuchungsergebnissen keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen getroffen werden können. Diese Befunde zeigen lediglich eine Tendenz auf, daher sind Ausnahmen gut möglich.

Ist mein Kind hochbegabt?

Die oben erwähnten Studien legen nahe, dass ein großer Teil der hochbegabten Kinder in der Schule gut zurecht kommt, seinen Platz in der sozialen Gruppe findet und psychisch gesund ist. In diesen Fällen rutscht das Thema „Hochbegabung“ oftmals gar nicht auf das Radar der Kinder und deren Familien. Ein kleiner Anteil der intellektuell sehr starken Kinder entwickelt Probleme, wegen derer Eltern und / oder Lehrpersonen bei einer Fachperson (Psychiater/in, Psychotherpeut/in, (Schul-)Psychologen) vorstellig werden. So wurden einige hochbegabte Kinder, die ich im Laufe der Zeit kennen gelernt habe, wegen eines Verdachts auf eine Aufmerksamkeitsstörung, wegen schlechter Schulleistungen oder einer kritischen Stellung in der Klasse zur Abklärung angemeldet. Erst im Zuge der Diagnostik zeichnete sich der -für das Umfeld oftmals überraschende- hohe Intellekt ab. Ein Beispiel für einen solchen Fall finden Sie hier.

Auf der anderen Seite begegnen uns immer wieder Eltern, die Motivations- und Aufmerksamkeitsprobleme oder emotionalen Auffälligkeiten des Kindes gerne auf eine Hochbegabung bzw. Unterforderung zurückführen würden. Sie sind enttäuscht, wenn ein Diagnostiker keinen sehr weit überdurchschnittlichen IQ, aber schulische Überforderung, isolierte emotionale Probleme oder eine ADHS feststellt.

Meist ist die Testung der Intelligenz ein „Nebenprodukt“, wenn es darum geht, herauszufinden, worauf gewisse Auffälligkeiten zurückzuführen sein könnten. In den allermeisten Fällen wird eine testdiagnostische Erhebung dann durchgeführt, wenn beim Kind selbst und / oder Eltern und Lehrpersonen ein Leidensdruck entsteht – sei dies aufgrund von Leistungsschwierigkeiten, emotionalen Problemen oder Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Nur wenn wir wissen, welche Faktoren den Auffälligkeiten zugrunde liegen, können wir als Eltern und Fachpersonen geeignete Unterstützungsmassnahmen einleiten und dem Kind die Förderung zukommen lassen, die es braucht. Oft soll eine Abklärung auch Antworten auf eine spezifische Fragestellung geben, z.B. „Wäre es für dieses Kind sinnvoll, früher eingeschult zu werden / eine Klasse zu überspringen / einzelne Fächer in höheren Stufen zu besuchen? Benötigt dieses Kind besondere Unterstützungsangebote oder ein angereichertes Freizeitprogramm? etc.“

Eine Zusammenstellung von Auffälligkeiten hochbegabter Kinder, welche in manchen Fällen zu einem Problem werden können, hat die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind“ herausgegeben. Wir haben diese im Folgenden für Sie zusammengefasst:

Mögliche Auffälligkeiten im Vorschulalter

  • Rasches Aufkommen von Langeweile
  • Verweigerung und auffälliges Verhalten bei zu wenig anspruchsvollen Spielangeboten
  • Nicht altersgemäße Interessen
  • Schwierigkeiten, sich aufgrund dieser Besonderheiten sozial zu integrieren

Mögliche Auffälligkeiten im Schulalter

  • Unterforderung im Unterricht
  • Häufige „Streber-„ oder „Besserwisserrolle“ im Klassenverband
  • Aufführen als „Klassenclown“, um gesehen zu werden
  • Schwierigkeiten, den eigenen Platz im Klassenverband zu finden
  • schwankende Schulleistungen im Vergleich zur allgemeinen Intelligenz

Mögliche Auffälligkeiten in der Freizeit

  • Wenig Interesse an „altersgemäßen“ Hobbies
  • Hohes Maß an Perfektionismus
  • Kritische Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen
  • Geistig-verbale statt körperliche Auseinandersetzung
  • Sensibel für Zwischenmenschliches
  • Große Diskrepanz zwischen altersgemäßer emotionaler Reife und überdurchschnittlicher intellektueller Reife
  • Gefühl des Ausgeschlossenseins

Hochbegabte Kinder haben eine Reihe von Stärken

Hochbegabte Kinder haben ganz unterschiedliche Interessen und Begabungsbereiche. Diese zeigen sich oftmals bereits im Alltag, manchmal sorgt auch eine umfassendere Begabungsabklärung für Klarheit. Manche hochbegabte Kinder fallen durch ihre beeindruckende Auffassungsgabe und messerscharfen Beobachtungen auf und ziehen rasche logische Schlussfolgerungen, andere zeigen ausgeprägte sprachliche Fähigkeiten, ein hohes Maß an Fantasie und Kreativität oder ein ausgeprägtes Gespür im sozialen und emotionalen Bereich. Das hochbegabte Kind als solches gibt es jedoch nicht. Die Begabungsbereiche können ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Hochbegabung- was nun?

Hat eine Abklärung stattgefunden, die dem Kind eine Hochbegabung ausweist, sind sich die meisten Eltern unsicher, ob sie die Lehrkräfte und das Umfeld informieren sollen. Ein Patentrezept gibt es nicht, schlussendlich muss jede Familie für sich entscheiden, mit welcher Lösung sie sich am wohlsten fühlt. Wir würden uns wünschen, in einer Gesellschaft zu leben, die Menschen mit den verschiedensten Besonderheiten akzeptiert und ihnen einen Platz einräumt. Die Realität sieht oft ganz anders aus. Unsere Gesellschaft ist sehr stark auf Chancengleichheit bedacht und reagiert deshalb oft geradezu beleidigt, wenn ein Kind „von Natur aus“ intellektuelle Vorteile gegenüber anderen Kindern hat. Die wenigsten Menschen verstehen, warum es auch mit Schwierigkeiten verbunden sein kann, ein „besonders gescheites“ Kind zu haben. Wer sein Kind als hochbegabt „outet“, läuft Gefahr, auf Neid und Missgunst zu stossen, denn der Begriff ist immer noch mit vielen Vorurteilen verbunden. Für manche Eltern hat es sich bewährt, das Phänomen im Umfeld zu umschreiben, wenn diesbezüglich Fragen aufkommen (z.B. „er ist fasziniert von Mathematik“ , „sie vertieft sich gerne in Sprachspiele“, „sie möchte alles immer ganz genau verstehen.“). Sollten Sie merken, dass Ihr Kind deutlich „anders tickt“ als Gleichaltrige und es selbst und / oder die Familie beginnt, darunter zu leiden, bringt oft der Kontakt zu einer Hochbegabtenvereinigung Entlastung und Klarheit – hier kann man sich in einem geschützten Rahmen austauschen und nach Erfahrungen und Erfolgsrezepten fragen.

Wenn es um den Umgang mit der Schule geht, ist es nützlich, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Hochbegabung ein seltenes Phänomen ist. Die meisten Lehrkräfte, aber auch viele Psychologen haben wenig Erfahrung mit diesen Kindern. Wie die Forschung zeigt, sind die meisten hochbegabten Kinder in der Schule gut aufgehoben und gehen ihren Weg erfolgreich. Sofern Sie das Gefühl haben, dass die Schule wenig auf die Besonderheiten Ihres Kindes eingehen kann, ist es ratsam, sich Literatur zum Thema zu beschaffen und diese bei Bedarf auch an Lehrkräfte weiterzugeben. Sie kennen Ihr Kind am besten und können in dieser Situation auch der Fürsprecher Ihres Kindes werden, wenn die Umgebung ungünstig reagiert.

Dem Kind von seiner Hochbegabung berichten?

Viele Eltern sind zwiegespalten, wenn es um die Frage geht, wieviel das eigene Kind über gewisse Abklärungsergebnisse wissen sollte. Hier ist der Leidensdruck des Kindes oftmals der ausschlaggebende Punkt. Manche hochbegabte Kinder spüren schon früh, dass sie „irgendwie anders funktionieren“ und dass sich ihre Interessen von denen Gleichaltriger unterscheiden. In diesem Fall sorgt es oftmals für Entlastung, wenn man diesen Besonderheiten einen Namen geben kann. Gerade wenn im Zuge der Abklärung besondere Fördermaßnahmen oder gar ein Schulwechsel angeraten wird, ist es wichtig, das Kind entsprechend zu informieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Kind sich als „schwarzes Schaf“ fühlt und den Eindruck erhält, man wolle es los werden, was sich wiederum negativ auf den Selbstwert auswirkt.

Wird die Thematik mit dem Kind besprochen, ist es ratsam, eine erfahrene Fachperson hinzuzuziehen. Sie wird dem Kind die Ergebnisse erklären und ihm zeigen, dass es in bestimmten Bereichen anders denkt und schneller auf Lösungen kommt als andere Kinder und ggf. auch besondere Interessen hat. Dies hilft dem Kind, die Informationen besser einzuordnen. Die Fachperson wird dem Kind bestenfalls jedoch auch vermitteln, dass der Intellekt nur ein Teilbereich des Lebens ist und dass jeder Mensch einzigartig ist und besondere Fähigkeiten mitbringt. Sorgfältige und kindgerechte Informationen sollen auch dazu beitragen, dass dem Kind keine Nachteile entstehen. Es kommt leider immer wieder vor, dass sich Kinder durch ein unglückliches Herumreiten auf dem Satz „Ich bin hochbegabt“ beim Umfeld oder bei Gleichaltrigen ins soziale Abseits katapultieren.

Die Beschäftigung mit dem eigenen Intelligenzquotienten ist eine sprichwörtliche Medaille mit zwei Seiten. Die Information, dass ungenügende Schulleistungen nicht auf „Dummheit“ zurückzuführen sind, kann unsichere Kinder entlasten und ihr Selbstvertrauen aufbauen. Auf der anderen Seite birgt die Betonung eines hohen Intellekts auch Gefahren. Gerade wenn Eltern sehr stolz darauf sind und immer wieder durchscheinen lassen, dass ihr Kind „besonders begabt“ oder „sehr klug ist“ und „fast nie etwas lernen muss, weil es alles auf Anhieb kapiert“, kann dies dazu beitragen, dass sich das Kind kaum mehr anstrengt. Manche Kinder haben das Gefühl, sich auf ihren Lorbeeren ausruhen zu können, schließlich haben sie bereits bewiesen, was in ihnen steckt. Andere Kinder entwickeln Ängste und gehen schwierigen Aufgaben aus dem Weg. Sie fürchten sich davor, herausfordernden Aufgaben nicht gewachsen zu sein – und davor, dass dies bedeuten könnte, dass sie „gar nicht so klug sind wie alle denken.“ Sie machen sich Sorgen, ihren Status zu verlieren, wenn sie eine Aufgabe nicht auf Anhieb beherrschen frei nach dem Motto: „Wenn ich so klug wäre, müsste mir das leicht fallen / müsste ich das sofort können – üben ist etwas für Dumme.“

Das Motivationsproblem angehen

Manche Eltern und Lehrpersonen, die es mit minderleistenden Hochbegabten zu tun haben, beklagen die mangelnde Motivation dieser Kinder. Vielleicht fällt auf, dass ein Kind Feuereifer für seine Spezialinteressen entwickeln kann, aber deutlichen Widerstand und Unlust in „uninteressanten Schulfächern“ zeigt. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Den ersten Grund haben wir weiter oben bereits kurz angerissen: das Umfeld macht dem Kind immer wieder bewusst, wie talentiert und clever es ist. Damit sinkt die Motivation, sich anzustrengen. Hochbegabte Kinder können sehr sensibel sein und sind keineswegs vor Leistungsängsten gefeit. Widerstand kann immer auch ein aktives Vermeiden sein, um Misserfolge zu erklären, ohne das Selbstbewusstsein angreifen zu müssen: Wer sich gar nicht erst anstrengt, läuft nicht Gefahr, etwaige Misserfolge auf sich selbst beziehen zu müssen. Sie können Ihr Kind unterstüzen, indem Sie:

  • dem Thema Begabung und Intelligenz weniger Aufmerksamkeit beimessen
  • dem Kind immer wieder zurückzumelden, dass Erfolge auch auf Anstrengung beruhen
  • mit dem Kind darüber sprechen, dass schwierige Aufgaben Übung brauchen – selbst wenn man wie Roger Federer ein Profi auf seinem Gebiet ist
  • dem Kind zurückmelden, dass gute Noten dadurch zustande kamen, dass es sich Mühe gegeben hat

Hat ein Kind ohne wesentliche Vorbereitung gute Noten, könnten Sie ebenfalls seine Arbeitshaltung hervorheben, indem Sie etwas sagen wie: „Hey super! Das zeigt, dass du im Unterricht gut aufgepasst hast!“ Auf diese Weise stärken Sie die Motivation, sich Mühe zu geben und sich auch mit schwierigeren Aufgaben auseinanderzusetzen.

Manchmal stecken auch andere Gründe hinter den Motivationstiefs: Manche Kinder mussten in ihrer Schullaufbahn schon so häufig Kritik, Korrektur und Abwertung einstecken, dass sich selbst nichts mehr zutrauen. Andere ziehen sich bewusst aus der Leistungswelt zurück, um von Gleichaltrigen nicht als „Streber“ abgestempelt werden. In einigen Fällen hat das Kind aber auch die Erfahrung gemacht, dass das Umfeld ihm mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit zukommen lässt, wenn es sich unselbstständig und lustlos verhält. Motivationsprobleme können zudem auch im Zuge einer Depression auftreten, die auch bei hochbegabten Kindern auftreten kann. Der zuständige (Schul-) Psychologe wird diese emotionalen Aspekte in die diagnostische Abklärung mit einbeziehen.

Soziale Integration fördern

Hat Ihr Kind Mühe im sozialen Bereich? Ist es sehr sensibel? Dann sollten Sie als Eltern darauf achten, die Spezialinteressen zu fördern, aber auch Gruppenaktivitäten anzustossen. Besonders hilfreich sind Gruppen, in denen das Kind die Perspektive anderer erlebt (z.B. im Theaterspiel) oder spürt, dass es die Gemeinschaft anderer braucht (z.B. Teamsport oder Teamspiele).

Über Gefühle sprechen

Manche hochbegabte Kinder sprechen nicht gerne über ihre Gefühle und lenken schnell auf ein Terrain ab, auf dem sie sich sicherer fühlen (z.B. Sachthemen). Für diese Kinder wäre es besonders wichtig, Zugang zu sich selbst und ihren eigenen Gefühlen zu entwickeln und zu lernen, mitfühlend mit sich selbst und anderen umzugehen. Als Eltern kann man dies gezielt fördern, beispielsweise durch Fragen wie:

  • „Wie ging es dir da? Wie hast du dich gefühlt? Was hat das mit dir gemacht?“
  • „Was meinst du, wie war das für deinen Bruder? Wie hat er das erlebt?“

Gefühle sind nicht immer rational erklärbar. Dies ist für manche Kinder, die stark rational und analytisch denken, ein wenig irritierend. Als Eltern können Sie Ihrem Kind helfen, einen Wortschatz für Emotionen aufzubauen und sie einzuordnen, indem Sie ihm Beobachtungen zurückspiegeln, z.B.:

Eigene Wege gehen

Manchmal bedeutet ein hochbegabtes Kind zu haben auch, sich ein Stück weit von gesellschaftlichen Erwartungen zu lösen. Vielleicht liest ihr Kind Bücher, die weit über die Empfehlung für seinen Altersbereich hinausgehen, vielleicht versteht es Zusammenhänge, die bei den meisten Erwachsenen Unbehagen auslösen. Oft benötigen diese Kinder weniger Schlaf als Gleichaltrige und Ihr Kind wird vielleicht gleichzeitig ins Bett gehen wie seine älteren Geschwister oder am Morgen topfit auf der Matte stehen, wenn die anderen noch selig schlummern. Wenn es Ihnen gelingt, die besonderen Interessen Ihres Kindes zu fördern und Ihrer Erziehungslinie unabhängig von gesellschaftlichen Bewertungen treu zu bleiben, ist bereits einiges geschafft.

Für Normalität einstehen

Ebenso wichtig wie das Bestreben, die Interessen Ihres hochbegabten Kindes zu fördern, sollte das Bestreben nach einem Stück Normalität sein. Es ist völlig in Ordnung, dass sich der Alltag nicht vollständig um das hochbegabte Kind dreht. Sie machen Ihrem Kind langfristig ein großes Geschenk, wenn Sie von ihm erwarten, dass es sich an Familienaktivitäten beteiligt oder im Haushalt hilft, auch wenn es dies als langweilig empfindet. Dazu gehört auch, den Interessen der Geschwister genügend Platz einzuräumen und diese anzuerkennen, auch wenn diese vielleicht weniger „außergewöhnlich“ sind.

Ein guter Partner sein

Es gibt eine Reihe von Studien, die untersucht haben, welche Aspekte eine gute Betreuung hochbegabter Kinder aus der Sicht der Kinder und Jugendlichen ausmachen. Ein Beispiel dafür findet sich bei Paul Torrance (1978), der über einen langen Zeitraum hochbegabte Kinder betreut und begleitet hat. Er bat sie, zusammenzutragen, welche Lehrkräfte ihr Leben verändert hatten und warum. Was all die genannten Lehrkräfte gemeinsam hatten, war, dass sie…

  • das Kind, seine Ideen, Überzeugungen, seine Gefühle und Verhaltensweisen ernst nahmen und wertschätzten
  • feinfühlig auf die Emotionen des Kindes reagierten und ihm dabei halfen, sie auszudrücken und zu akzeptieren
  • immer wieder verdeutlichten, dass sie das Kind ganz unabhängig von seinen Talenten und Leistungen mochten
  • eine positive Haltung gegenüber den besonderen Eigenschaften des Kindes zeigten und es dafür lobten
  • Interessen akzeptierten, förderten und dabei ermunternd zur Seite standen
  • sich Zeit nahmen, um sich individuell mit jedem einzelnen zu beschäftigen
  • mehr Wert auf Anstrengung und Versuchen legten als auf Erfolge
  • betonten, wie wertvoll die Zusammenarbeit und das Miteinander ist

Autorenteam

Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund sind Psychologen, Autoren und leiten gemeinsam die Weiterbildung in Lerncoaching in Zürich.

Sonstige

Genius Hochbegabung

Ausführliche Informationen zum Thema „Hochbegabung“ und Tipps zum Umgang mit hochbegabten Kindern in Elternhaus und Schule enthält die privat betriebene Seite www.genius-hochbegabung.de eines Rügener Pädagogen. Darüber hinaus gibt es Infos und Links zur Insel Rügen.

Lernförderung

Eine Fülle von Informationen und Links zum Thema „Hochbegabung“, aber auch zu den Themen „Lese-Rechtschreib-Schwäche“, „Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom“ und „Diskalkulie“ finden Sie auf der Seite

ADS Hyperaktivität

Sehr detaillierte Informationen zum Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom und zu Hyperaktivität sind auf der Seite

LRS Portal

Das Legasthenie Onlineportal www.lrs-portal.net bietet Trainern, Therapeuten, Pädagogen, Eltern Informationen zu den Themen Legasthenie, Dyskalkulie, Hochbegabung, AD(H)S und Lernen & Lehren allgemein. Sie finden hier Artikel & Hintergründe, Materialien & Downloads zu den jeweiligen Themen, sowie Tipps & Ratgeber, mit denen Sie und Ihr (anvertrautes) Kind wieder Freude am Lernen entdecken.

Lit-Verlag

Unter dem Oberbegriff „Begabungskultur“ bietet der Lit-Verlag aus Münster ein umfangreiches Programm mit Büchern zum Thema „Hochbegabung“ an. Eine Gesamtübersicht finden Sie unter

Fachversand Spiel+Lern

Der Fachversand Spiel+Lern, Berlin, verfügt über ein breites Angebot an Spiel- und Lernmaterialien auch für hochbegabte Kinder.

myStipendium

myStipendium ermöglicht jedem (angehenden) Studierenden und Promovierenden kostenlos in wenigen Minuten eine Übersicht passender Fördermöglichkeiten zu erhalten. Mittels eines Matching-Algorithmus ermitteln wir auf Basis eines umfangreichen, 34 Kriterien umfassenden Nutzerprofils Stipendienempfehlungen, die auf den individuellen Lebenslauf des Nutzers passen. Indem wir jedem Nutzer nur ca. 15 Stipendienempfehlungen aus über 1.200 hinterlegten Stipendien präsentieren, können wir so die durchschnittliche Recherchezeit deutlich abkürzen.

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