High needs baby

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Ist mein Kind ein High Need Baby?

High Need Babys haben ein extremes Bedürfnis nach Nähe und danach, getragen zu werden, ihr Schlaf ist empfindlich. Sie fordern ihre Eltern rund um die Uhr und bringen sie nicht selten an ihre Grenzen. So erkennst du, ob dein Baby ein High Need Baby ist und wie du ihm (und dir selbst) helfen kannst.

Ja, Babys sind anstrengend. Aber manche sind dabei ein bisschen anstrengender, als einfach nur anstrengend. Es gibt Kinder, die fordern mehr als andere: Mehr Aufmerksamkeit, mehr Nähe, mehr Zeit, getragen werden. Von allem scheinen sie ein bisschen mehr zu brauchen – bis auf Schlaf. Deshalb werden sie auch als High Need- oder 24 Stunden-Babys bezeichnet.

Sind High Need Babys gerade in?

Nein, hier handelt es sich nicht um eine neue Schublade, in die man Kinder, die von der Norm abweichen, stecken kann. Alle müden Eltern leiden unter Burnout, alle aktiven Kinder haben ADHS – und alle anstrengenden Babys sind seit neuestem High Need Babys, so der Vorwurf kritischer Stimmen. Eltern wie Karin und Timor (28 und 31 Jahre) aus Düsseldorf können darüber nur müde lächeln: „Wer High Need Babys als Mode-Erscheinung oder Ausrede überforderter Eltern abtut, hat keine Ahnung“. Mama Karin beschreibt ihre Tochter Rosalie folgendermaßen: „Ich hab das Gefühl, bei meiner Tochter Rosalie bewegt sich alles auf einem völlig anderen Niveau als bei gleichaltrigen Kindern“. Wenn sie sieht, wie easy andere Babys zu handeln sind, wird ihr klar: Ihre Tochter ist das Gegenteil eines Anfängerbabys; die Tochter, die sie so sehr liebt, ist eher das 24-Stunden-Modell.

Was ist ein High Need Baby?

Erstmal sind High Need Babys völlig normale, gesunde Kinder! Der Begriff „High Need“ ist kein medizinisch anerkannter Begriff, er beinhaltet keine Diagnose. Hier handelt es sich um Persönlichkeitsmerkmale von Babys und Kindern, die viel fordern. Den Begriff „High Need“ hat der amerikanische Kinderarzt Dr. William Sears geprägt. Der Mediziner aus Illinois hat selbst acht Kinder. Eines davon: Ein Kind mit großen Bedürfnissen. Er hat zwölf Punkte erstellt, mit denen Eltern besser einschätzen können, ob das eigene Kind ein Kind mit besonderen Ansprüchen ist:

Ist mein Baby ein High Need Baby?

Ein High Need Baby erkennst Du daran …,

  1. … dass es intensiv und laut weint: High-Need-Babys scheinen lauter und intensiver zu weinen als gleichaltrige Babys. Sie fordern eine intensive Betreuung ein – und zwar von den Eltern. Diese Kinder sind aber auch in ihrem ganzen Wesen und ihren Emotionen „intensiv“. Die positive Seite: Auch wenn sie spielen, lachen und ihre Umgebung erkunden, tun sie das mit viel Energie.

  2. … dass es hyperaktiv ist: Diese Babys leiden nicht unter ADHS, sie sind jedoch schon als Kleine äußerst aktiv (geistig wie körperlich) und unruhig. Oft haben sie einen hohen Muskeltonus, ihre Körperhaltung ist angespannt.

  3. … dass es die Eltern fordert: High Need Babys fordern ihre Eltern – und rauben ihnen jegliche Energie. Wenn ihren Bedürfnissen nicht schnell nachgegangen wird, steigern sie sich in ihren Unmut hinein und sind noch schwerer zufrieden zu stellen.

  4. … dass es ständig gefüttert werden möchte: High Need Babys haben ein großes Saugbedürfnis. Sie lieben die Nähe an Mamas Brust, wo sie nicht nur ihren Hunger stillen, sondern sich auch ganz geborgen und umsorgt fühlen können. Nach Sears lassen sich diese Kinder beim Trinken viel Zeit, um die Nähe bei Mama möglichst lange genießen zu können.

  5. … dass es sehr anspruchsvoll ist: Diese Babys fordern von ihren Eltern so einiges: Nähe, Tragen, Stillen. Und wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, tun sie das lautstark kund. Geduld und Abwarten sind für High Need Babys Fremdworte. Der positive Aspekt: Eltern lernen bei Kindern mit dieser Persönlichkeit schnell, ihr Baby und seine Bedürfnisse einzuschätzen. Das ist auch in allen kommenden Jahren eine große Hilfe!

  6. … dass es ständig aufwacht: Schlafen und Durchschlafen – damit haben es diese Babys gar nicht. Sie schlafen schlecht ein, wachen häufig auf und benötigen alles in allem nur wenig Schlaf. Verantwortlich dafür ist die Tatsache, dass sie feine Antennen haben und alles um sich herum überdurchschnittlich wahrnehmen. Am besten schlafen sie ein, wenn Mama oder Papa bei ihnen sind.

  7. … dass es häufig unzufrieden ist: Egal, was die Eltern machen, das Baby wirkt unzufrieden. Die zermürbende Herausforderung für die Eltern lautet jeden Tag aufs Neue: Herauszufinden, was das Baby möchte und wie sich seine Bedürfnisse befriedigen lassen.

  8. … dass es in seinem Verhalten unberechenbar ist: Bei High Need Babys ändern sich die Vorlieben schnell: Was gestern noch ein großer Spaß war, führt heute zu viel Tränen und Geschrei. Eltern tun sich schwer, sich auf die schnell wechselnden Stimmungen ihres Kindes einzustellen. Die positive Seite der starken Stimmungsschwankungen ist, dass diese Babys auch extrem gut gelaunt sein können.

  9. … dass es sehr sensibel ist: Bei diesen Kindern ist die Reizschwelle sehr niedrig. Kleinste Geräusche reichen, um den zarten Schlaf zu stören. Auch sonst reagiert das Baby sehr sensibel auf sein Umfeld. Eine fremde Umgebung und Menschen, die es nicht kennt, mögen diese Kinder gar nicht.

  10. … dass es sich nicht ablegen lässt: Abgelegt werden mag das Baby gar nicht! Am schönsten findet es es, wenn es pausenlos getragen wird.

  11. … dass es sich nicht selbst beruhigen kann: Die meisten Babys lernen relativ früh, sich selbst zu beruhigen und einzuschlafen. High Need Babys fällt das schwer; sie brauchen die Hilfe der Eltern, um sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden. Eine Spieluhr oder der Schnuller reicht im Unterschied zu anderen Babys meist nicht aus.

  12. … dass ihm Trennungen schwer fallen: Trennungen von den Eltern sind für diese Kinder ganz dramatisch. Sie fremdeln stark und die Eingewöhnung in die Kita läuft oft problematisch ab.

Die meisten Eltern erkennen in dem einen oder anderen Merkmal ihr eigenes Kind wieder. Das ist völlig normal, häufig ändert sich die Übereinstimmung von einem Entwicklungsschritt zum nächsten wieder. Und irgendwie ist jedes Baby dann und wann ein bisschen „High Need“ – das ist auch gut so! Bei „echten“ High Need Babys treffen jedoch viele der Kategorien zu, und diese Übereinstimmungen ändern sich auch nicht von heute auf morgen wieder.

Schlussendlich ist es völlig unwichtig, ob ein Kind nun wirklich ein High Need Baby ist – oder nicht. Wichtig ist allein die Tatsache, dass Eltern erkennen, dass ihr Baby andere Bedürfnisse hat als andere Babys im vergleichbaren Alter. Und dass sie verstehen, dass sie als Eltern nicht verantwortlich dafür sind, dass ihr Kind mit dem ihm eigenen Temperament auf die Welt gekommen ist.

Wie unterscheiden sich High Need Babys von Schreibabys?

Einige der Merkmale von Dr. William Sears gelten auch für Babys, die als sogenannte Schreibabys bezeichnet werden. Worin unterscheiden sich aber High Need Babys von Schreibabys? Diese Frage haben wir Susanne Mierau gestellt. Sie ist Diplom-Pädagogin, Familienbegleiterin, Heilpraktikerin und Mutter von drei Kindern; sie hat zusammen mit Anja Constance Gaca das Buch ‚Mein Schreibaby verstehen und begleiten: Der geborgene Weg für High Need Babys‘ geschrieben, das neu bei GU erschienen ist.

„Kinder kommen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und Temperamenten zu uns. Manche haben – im Vergleich zur Norm – stärkere Bedürfnisse, müssen mehr getragen, mehr gestillt, mehr beruhigt werden. Sie brauchen länger eine schützende Hülle um sich, um sie vor Reizen zu schützen und ihnen dann nach und nach einen guten Umgang damit zu vermitteln. Diese Kinder, die besonders starke Zuwendung von Eltern benötigen, werden als High Need Babys bezeichnet.“

Im Unterschied dazu gibt es Kinder, die am Anfang sehr viel schreien und deswegen besonders viel Zuwendung benötigen. Die Gründe für das Schreien können dabei ganz unterschiedlich sein: „Das kann ein Trauma durch eine schwere Geburt sein, körperliche Ursachen bis hin zu Schwierigkeiten bei der Selbstregulation“, erklärt Susanne Mierau. Diese viel weinenden Babys wurden lange als „Schreibabys“ bezeichnet.

„Viel weinende Babys können eine Art von High Need Babys sein, aber es gibt auch Babys mit sehr starken Bedürfnissen, die nicht so viel weinen, oft auch, wenn die Eltern von Anfang an die Bedürfnisse des Babys nach besonders viel Ruhe und Unterstützung umsetzen können. Anders als bei „Schreibabys“, bei denen beispielsweise eine konkrete Ursache oder die fehlende Nachreifung notwendig sind für das Ende des Weinens, ist bei den High Need Kindern die besondere Gefühlsstärke Teil ihres Temperaments und wird das ganze Leben lang ein besonderer Bestandteil sein. Während bei einigen Ursachen des Schreiens konkrete Tipps gegeben werden können, beispielsweise bei Bauchschmerzen des Babys oder zur Ernährung, müssen Eltern dann besonders das Erziehungsverhalten in den Blick nehmen und den Umgang mit den Kindern“.

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Schreibaby: Hilfe für verzweifelte Eltern

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Eltern eines High Need Babys

Ist das erste Kind ein „High Need“, sind Eltern gleich doppelt gefordert. Zum einen gilt es, die Herausforderung, die das „24-Stunden-Baby“ mit sich bringt, zu meistern. Und zum anderen müssen sie – oft mühsam – lernen, dass es nicht ihre Schuld ist, dass ihr Kind ein bisschen anders ist. Sie müssen lernen, dass „anders“ nichts mit „abnormal“ zu tun hat, sondern dass ihr Kind einfach ein anderes Temperament mitgebracht hat.

Die Erfahrung, die Eltern eines High Need Babys machen, ähneln sich: Sie fühlen sich fremdgesteuert, weil sie an schlechten Tagen zu nichts kommen, als sich um ihr forderndes Baby zu kümmern. Sie sind permanent am Limit und fühlen sich isoliert, weil sie am sozialen Leben nur bedingt teilnehmen können. Eine Erfahrung, die auch Karin machen musste: Während die anderen Mütter entspannt im Café sitzen und an ihrem Cappuccino nippen, das schlafende Kind im Kinderwagen neben sich, geht Karin nur noch aus dem Haus, wenn es unbedingt sein muss. „Rosalie kann nicht schlafen, wenn nebendran andere Leute reden oder die Autos auf der Straße hupen“. Tipps von anderen, wie sie ihr Baby beruhigen kann, hat sie inzwischen zu Hauf gehört. Sie helfen ihr allesamt nicht weiter.

So helfen Sie Ihrem Kind

Zu wissen, dass man ein High Need Baby hat, macht das Leben mit ihm schon mal leichter. Es gibt aber auch viele Tipps, mit denen du deinem Baby (und damit der ganzen Familie) helfen kannst Umgang mit einem High Need Baby

Der richtige Umgang mit High Need Babys

Wer ein Kind mit besonderen Ansprüchen hat, weiß: So lieb man seinen kleinen Schatz auch hat – das Leben mit einem High Need Baby ist unglaublich anstrengend und kräftezehrend. Mit diesen Tipps kannst du dich besser auf dein Kind einstellen.

Für Eltern ist ein High Need Baby in erster Linie eines: Sehr, sehr anstrengend. Aber: High Need ist keine Krankheit. Das heißt: Eltern müssen ihr Kind nicht anders behandeln als andere Kinder. Sie müssen nicht zum Arzt (außer: du fühlst dich überfordert) – sie müssen sich nur auf eine etwas anstrengendere Babyzeit einstellen, wohlwissend: Aus Babys werden Kinder – und die Probleme werden sich legen.

Hilfe für ein High Need Baby

Susanne Mierau hat für uns die wichtigsten Tipps für den Umgang mit einem High Need Baby zusammen gefasst:

  • Niemals das Baby schütteln, auch wenn die Nerven blank liegen. Das Baby im Notfall sicher ablegen und Hilfe holen.

  • Unterstützung durch andere (Familie, Freunde, Nachbarn) ist wichtig!

  • Eltern mit einem High Need Baby brauchen Phasen, um die eigenen Akkus wieder aufzuladen.

Eine Zauberformel gibt es leider nicht – dafür aber viele Punkte, die das Leben mit einem anspruchsvollen Baby leichter und einfacher machen:

Bindungsorientierte Erziehung ist wichtig!

  • High Need Baby brauchen Unterstützung zum Schlafen – auch wenn andere Babys diese Hilfe vielleicht nicht brauchen. Es zum Schlafen zu zwingen hilft nichts.

  • Stille dein Kind, so viel du magst. Auch wenn es für dich anstrengend ist: Dein Kind tankt dabei viel Nähe (mehr als beim Fläschen geben) und beruhigt sich. Angst, dass dein Baby beim Stillen zu dick wird, musst du nicht haben.

  • Lasse dein Kind ruhig im Familienbett schlafen

  • High Need Babys sind Tragebabys, im Kinderwagen fühlen sie sich oft allein gelassen und protestieren mit lautstarkem Geschrei. Eine gute Abhilfe ist ein Tragetuch. Der enge Körperkontakt beruhigt dein Kind. Und du hast die Hände frei und kannst vielleicht noch die eine oder andere Arbeit im Haushalt erledigen.

Darüber hinaus gilt:

  • Betroffenen Eltern tut es gut, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich mit Eltern in einer ähnlichen Situation auszutauschen. So lernen sie, ihr Kind besser zu verstehen und machen die Erfahrung, dass es andere Eltern gibt, die ihre Probleme gut nachvollziehen können. Das löst zwar das eigentliche Problem nicht, aber sie fühlen sich nicht so alleine.

  • Lasse die gut gemeinten Ratschläge anderer an dir abprallen – auch wenn du aus der Haut fahren könntest. Den meisten Eltern sind die Charaktereigenschaften ihres Kindes unbekannt, sie können nicht nachvollziehen, wie schwer es ist, ein High Need Baby zufrieden zu stellen.

  • Versuche nicht, dein Baby „abzuhärten“. Auch wenn es noch so anstrengend ist: Kümmere dich um dein Kind, wenn es schreit. High Need Babys brauchen mehr Aufmerksamkeit, Liebe und Zuwendung. Da hilft es nichts, wenn du versuchst, dein Kind schreien zu lassen – in der Hoffnung, dass es lernt, selbst zur Ruhe zu kommen. Im Gegenteil: Wenn du schnell auf das Schreien deines Kindes reagierst, gibst du ihm maximale Sicherheit.

  • Wenn dein Kind größer wird, ist es deine Aufgabe, ihm Strategien zu zeigen, um sich selbst zu helfen. Beim Einschlafen sind ein Kuscheltier und ein immer gleiches Einschlafritual hilfreich.

  • Reize von Außen mögen High Need Babys gar nicht. Je eintöniger und gleichmäßiger der Alltag ist, umso besser ist das in den ersten Wochen und Monaten. Zu viele Menschen, zu viel Lärm, eine fremde Umgebung – all das sind Dinge, an die sich dein Kind erst ganz langsam und behutsam gewöhnen muss.

  • Vergleiche dein Kind nicht mit anderen Kindern!

  • Schlaf (für die Eltern) ist das Allerwichtigste und sollte priorisiert werden.

  • Wenn der Kita-Start ansteht, stehen Eltern von High Need Babys oft vor dem Problem, dass ihr Kind sich mit großen Gruppen und wechselnden Bezugspersonen schwer tut. Eine Tagesmutter, die nur wenige Kinder betreut, ist da eventuell eine gute Alternative. Für die Eingewöhnung solltest du genügend Zeit einplanen!

  • Freu dich über jeden noch so kleinen Erfolg!

  • Erkenne deine eigenen Grenzen und suche dir Hilfe.

Eines ist klar: Langweilig wird das Leben mit einem High Need Baby garantiert nicht! Dr. William Sears‘ Trost für betroffene Eltern lautet: „Es ist eine Phase, die vorbei geht. Ihre Kraft geht nicht verloren, sie hilft Ihrem Kind!“

High Need Babys haben viele wunderbare Seiten

Wie heißt es doch so schön? Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Das gilt für High Need Babys ganz besonders. So schwer sie es ihren Eltern anfangs auch machen – sie alle entwickeln sich zu wunderbaren Kindern mit ganz besonders wertvollen Eigenschaften. Susanne Mierau hat einen Buchtipp für alle Eltern von High Need Babys: „Sehr schön wird das beschrieben in Dr. Mary Sheedy Kurcinkas Weltbestseller „Wie anstrengende Kinder zu großartigen Erwachsenen werden“ – eine etwas ungünstige deutsche Übersetzung des Titels, aber dennoch ein hilfreiches Buch für Eltern von größeren High Need Kindern.“

Da High Need Babys die Nähe zu Mama und Papa so sehr brauchen und lieben, entsteht bei ihnen durch den intensiven Kontakt in den ersten Wochen und Monaten eine ganz besonders enge Bindung zu ihren Eltern. Ihre überdurchschnittliche Aktivität lässt sie die Umwelt intensiv erforschen, oft sind sie kleine „Schnell-Entwickler“. High Need Babys können eines von Anfang an besonders gut: Ihre Bedürfnisse zeigen und äußern. Das verlernen sie nicht so schnell wieder und äußern auch später selbstbewusst, was ihnen gefällt und was wiederum nicht. Eine Eigenschaft, die das Leben leichter macht! Diese Menschen haben zudem gelernt, ihre Emotionen zu leben. High Need Babys entwickeln sich später häufig zu besonders empathischen Menschen, so Dr. William Sears.

High Need Baby – Ein Baby, das mehr braucht

Haben Sie ein Baby, das ausgesprochen viel schreit, immer wieder nach der Brust verlangt und möglichst oft getragen werden will? Dann haben Sie bestimmt schon das Internet nach Tipps durchforstet, weil Sie dringend eine Verschnaufpause brauchen und wissen wollen, ob es wenigstens einen kleinen Trick gibt, der Ihnen weiterhilft. Dabei sind Sie vielleicht der Bezeichung „High Need Baby“ oder „24-Stunden-Baby“ begegnet und Sie haben sich gefragt, was es damit auf sich hat.

Was ist ein „High Need Baby“?

Die Bezeichnung wird für Babys verwendet, die ihre Bedürfnisse lautstark äussern und sehr viel Zuwendung benötigen. Geprägt wurde der Begriff durch den Kinderarzt William Sears und seine Frau, die Krankenschwester und Stillberaterin Martha Sears. Das Paar gilt als Begründer des „Attachment Parenting“ und hat gemeinsam acht Kinder grossgezogen, darunter auch High Need Babys.

In dem Ratgeber „The Fussy Baby Book“ nennt das Ehepaar Sears 12 Merkmale, welche bei diesen Babys besonders ausgeprägt sind. High Need Babys sind demnach:

  • Intensiv: Bereits als Neugeborene äussern sie ihre Bedürfnisse lauter, eindringlicher und ausdauernder als andere Babys. Mit ihrem Weinen und ihrer Körpersprache geben sie klar und deutlich zum Ausdruck, dass sie etwas brauchen – und zwar jetzt sofort. Als Kleinkinder sind sie energiegeladen und stürzen sich kopfüber in jedes Abenteuer.
  • Hyperaktiv: Schon als Babys sind sie dauernd in Aktion und viele von ihnen mögen es nicht, in eine Decke eingewickelt oder in einem Autositz eingeengt zu sein. Die Muskeln sind oft angespannt, so dass Wickeln, Stillen und Baden zu echten Herausforderungen werden können. „Hyperaktiv“ ist in diesem Zusammenhang nicht als Diagnose zu verstehen, sondern als Beschreibung des ausgesprochen aktiven Verhaltens der Babys.
  • Auslaugend: Ob im Getragenwerden, beim Stillen, im Einfordern von Nähe und Zuwendung – ein High Need Baby nimmt sich, was es braucht. Dies kostet die Eltern sehr viel Energie.
  • Verlangt häufig nach Mahlzeiten: Das Stillen dient nicht nur der Ernährung, sondern bietet dem Baby auch Trost und hilft ihm beim Einschlafen. Deshalb verlangt es auch dann nach der Brust, wenn es satt ist. Einen mehr oder weniger geregelten Rhythmus mit längeren Pausen zwischen den Mahlzeiten gibt es nicht. Viele High Need Babys lassen sich lange Zeit, bis sie bereit sind zum Abstillen.
  • Anspruchsvoll: Das Baby fordert die Befriedigung seiner Bedürfnisse mit Nachdruck ein. Betroffene Eltern haben oft das Gefühl, von den Bedürfnissen des Babys bestimmt zu werden, da es sich nicht einfach mit einem Nuggi oder einem Kuscheltier zufrieden gibt.
  • Erwacht viel: Das Baby verlangt auch nachts oft nach seinen Eltern, möchte möglicherweise nicht alleine schlafen und hat Mühe mit dem Durchschlafen. Bei manchen Babys zeigt sich auch schon früh ein eher geringes Schlafbedürfnis.
  • Unbefriedigt: Was auch immer man tut – das Baby lässt sich nur schwer zufrieden stellen. Dies gibt den Eltern oft das Gefühl, sie würden etwas falsch machen.
  • Unvorhersehbar: Die Stimmung des Babys ist wechselhaft wie das Aprilwetter. Was gestern perfekt lief, endet heute mit Tränen. Jeder Tag ist eine neue Überraschung – mal eine schöne, mal eine ausgesprochen anstrengende.
  • Hoch empfindsam: Das Baby erschrickt leicht, reagiert sehr empfindlich auf sein Umfeld, findet nur schlecht in den Schlaf und erwacht beim leisesten Geräusch. Am besten geht es ihm in seinem vertrauten Umfeld. In unbekannter Umgebung reagiert es oft sehr heftig auf äussere Einflüsse. Schon Kleinigkeiten können dazu führen, dass das Baby lautstark protestiert.
  • Lässt sich nicht ablegen: Am wohlsten fühlt sich das Baby auf dem Arm seiner engsten Bezugsperson. Meist reicht es ihm nicht, bloss gehalten zu werden, es verlangt auch nach stetiger Bewegung. Nicht alle High Need Babys suchen den engen Körperkontakt beim Tragen. Manche wollen auch einfach auf jeden Fall dort sein, wo es am spannendsten ist – auf Augenhöhe mit den Erwachsenen.
  • Kann sich nicht selber beruhigen: Weder ein Nuggi, ein Kuscheltier noch eine Spieldose helfen, um das Baby zu beruhigen, wenn es weint oder unruhig ist. Es braucht stets die Nähe einer vertrauten Person, um zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.
  • Reagiert in Trennungssituationen sensibel: Dem Baby fällt es sehr schwer, sich von seiner engsten Bezugsperson – meist der Mutter – zu trennen. Es hat Mühe, selbst zu sehr nahestehenden Personen wie z. B. den Grosseltern Vertrauen zu fassen. Daher braucht es viel Zeit und Geduld, bis das Baby bereit ist, bei einer Betreuungsperson zu bleiben.

Wichtig ist, dass diese Merkmale nicht wertend zu verstehen sind. Die Verhaltensweisen sind nicht „gut“ oder „schlecht“ – sie umschreiben einfach die Art und Weise, wie das Baby sich mitteilt, wie es reagiert und welche ausgeprägten Bedürfnisse es hat.

Braucht denn nicht jedes Baby viel Zuwendung?

Zwar kennen wohl alle Eltern ausgesprochen anstrengende Tage, an denen das Baby sich durch nichts und niemanden beruhigen lässt. Und natürlich hat jedes Baby in manchen Bereichen ein besonderes Bedürfnis nach Zuwendung. Ein High Need Baby jedoch fordert seine Eltern fast rund um die Uhr und dies oft über Monate hinweg. Und auch wenn die Eltern und das Baby nach und nach ihren gemeinsamen Rhythmus finden, so dass der Alltag allmählich ruhiger wird, bleiben die ausgeprägten Persönlichkeitsmerkmale doch oft erhalten.

Das Ehepaar Sears prägte den Begriff „High Need Baby“, weil Umschreibungen wie „Kolikenbaby“ oder „Schreibaby“ zu kurz griffen und zu negativ waren. Sie argumentieren, dass Charakterisierungen wie „schwierig“, „stur“ oder „trotzig“ eine Distanz zwischen Eltern und Baby aufbauen. Dadurch werde angedeutet, das Baby mache den Eltern mit seinem Verhalten das Leben absichtlich schwer. Mit der Bezeichnung „High Need Baby“ soll der Fokus weg von den Problemen, hin zu den „Needs“, also den Bedürfnissen, gelenkt werden. Er soll darauf hinweisen, dass das Baby auf eine ganz bestimmte Weise seine Signale aussendet – Signale, auf welche die Eltern mit einer bestimmten Art von Elternschaft reagieren können.

Die Bezeichnung soll aber auf gar keinen Fall als Ausrede für Fehlverhalten dienen. Wie jedes andere Kind muss auch ein High Need Baby nach und nach lernen, der Situation angemessen zu reagieren und die Bedürfnisse anderer Menschen zu respektieren. Sein Weg zu diesem Ziel verläuft möglicherweise aber etwas steiniger als bei anderen Kindern. Während in den ersten Monaten eine vertrauensvolle Bindung aufgebaut wird, indem das Baby bekommt, was es braucht, geht es später vermehrt darum, das Kind darin zu begleiten, einen kompetenten Umgang mit seinen Bedürfnissen zu erlernen.

Braucht es die Bezeichnung „High Need Baby“ überhaupt?

Ob ein Baby als „High Need“ beschrieben werden soll, ist umstritten. Eine häufig geäusserte Kritik lautet, man drücke dem Baby einen Stempel auf, anstatt es einfach so anzunehmen, wie es ist. Babys seien nun mal anspruchsvoll, da brauche man nicht gleich eine spezielle Bezeichnung, um das anstrengende Verhalten einordnen zu können. Manche Kritiker warnen auch, erst durch ein Übermass an elterlicher Zuwendung würde das Baby sein anstrengendes Verhalten entwickeln.

Zuweilen wird auch gemahnt, man müsse einem Baby doch keine Diagnose stellen. Dieser Kritik liegt jedoch ein Missverständnis zugrunde, denn „High Need Baby“ ist keine Diagnose und es gibt auch keine Untersuchungen, anhand derer festgestellt wird, ob das Baby die entsprechenden „Symptome“ aufweist. Ziel ist also nicht, das Baby zu „diagnostizieren“ und anschliessend zu „therapieren“.

Vielmehr sollen Eltern, die mit ihrer Weisheit am Ende sind und die allmählich das Gefühl haben, sie würden alles falsch machen, wieder neuen Mut fassen. Wenn sich das eigene Baby so anders verhält, als alle anderen Babys in der Krabbelgruppe und keiner der gut gemeinten Tipps helfen willl, beginnen Mütter und Väter an sich zu zweifeln. Zu erfahren, dass es auch andere Babys gibt, die so sind, dass man die Sache sogar benennen kann und Literatur zum Thema findet, löst bei vielen betroffenen Eltern Erleichterung aus: Weder sind sie schlechte Eltern noch verhält sich das Baby mit Absicht so – jetzt können sie sich endlich der Frage widmen, wie die ganze Familie besser mit der Situation klarkommt.

Es ist daher wenig sinnvoll, mit betroffenen Eltern darüber diskutieren zu wollen, ob es nun richtig ist, ein Baby als „High Need“ zu bezeichnen oder nicht. Wer wochen- oder monatelang kaum mehr geschlafen hat und vom Dauerstillen ausgelaugt ist, ist einfach nur dankbar, endlich verstanden zu werden und Tipps von Eltern zu bekommen, die Ähnliches erlebt haben.

Wie geht es den Eltern?

Wer ein Baby hat, das auch dann noch lautstark seine Bedürfnisse äussert, wenn es satt, sauber und rundum gut versorgt ist, stösst in seinem Umfeld oft auf wenig Verständnis. „Du musst es halt auch mal schreien lassen“, heisst es dann. Oder: „Warum trägst du es auch andauernd herum? So kann es doch gar nicht schlafen.“ Je mehr „gute“ Ratschläge sich Mütter und Väter von High Need Babys anhören müssen, umso grösser werden die Zweifel, ob sie nicht einfach alles falsch machen. Ein Gefühl von Unzulänglichkeit macht sich breit, denn egal, was man auch probiert – die Tipps, die bei anderen so perfekt „funktionieren“, wollen beim eigenen Kind einfach nicht helfen.

Manche Eltern ziehen sich deshalb vermehrt von Elternrunden zurück und vermeiden es soweit als möglich, mit dem Baby unterwegs zu sein. Besorgungen und kleine Ausflüge werden auf die wenigen Tageszeiten gelegt, zu denen das Baby – hoffentlich – zufrieden ist. Dies einerseits, weil es durch die vielen fremden Eindrücke erst recht überfordert ist. Andererseits, weil die Eltern die Kommentare anderer irgendwann schlicht nicht mehr ertragen können und sich auch nicht immer dafür verteidigen mögen, wie sie auf die Bedürfnisse ihres Kindes reagieren. Das Gefühl, alleine und unverstanden zu sein, macht sich bemerkbar, denn bei allen anderen scheint es ja so wunderbar zu laufen.

Hält dieser Zustand über Monate an, fühlen sich Mütter und Väter angebunden und eingeengt. Bei manchen kommt das Gefühl auf, sie würden durch das Baby regelrecht manipuliert. So viele alltägliche Entscheidungen hängen davon ab, ob das kleine, anspruchsvolle Menschlein gerade mitspielt oder nicht. Hinzu kommt die Anspannung, was der Tag diesmal wohl alles bringen wird. Weil die Nächte meist kurz, die Tage intensiv und kräftezehrend sind, wird körperliche und emotionale Erschöpfung zum Dauerzustand. Soll das nun wirklich dieses Familienleben sein, auf das man sich so sehr gefreut hat?

Zum Glück nicht auf Dauer. Je mehr die Eltern ihr Baby kennen und Wege finden, auf seine Bedürfnisse einzugehen, umso mehr sehen sie auch wieder das Positive. Das Baby mag wohl lauter und ausdauernder weinen als andere – dafür zeigt es auch Freude und Begeisterung deutlicher, wenn es zufrieden ist. Es mag mehr Nähe einfordern – dafür gibt es auch mehr Gelegenheiten zum Kuscheln. Es mag anspruchsvoller sein, zu spüren, was das Kind braucht – dafür entwickelt sich auch eine sehr innige Beziehung. Auch wenn sie sich einen weniger harzigen Start ins Familienleben gewünscht hätten, machen viele Mütter und Väter von High Need Babys die Erfahrung, dass sie mit der Zeit sehr kompetent und gelassen reagieren können. Situationen, die Eltern von „pflegeleichteren“ Babys zu schaffen machen, meistern sie oft mit mehr Leichtigkeit. Und wenn das Baby zum Kleinkind wird, zeigt sich in vielen Fällen, dass hier ein besonders eigenständiges, charakterstarkes Kind heranwächst.

Alltag mit einem High Need Baby – was hilft?

Das Leben mit einem High Need Baby ist sehr fordernd und wohlmeinende Ratschläge bringen Ihnen herzlich wenig, denn Ihr Baby hält sich noch weniger an den Erziehungsratgeber als alle anderen Babys. Dennocht gibt es einige Tipps, die Sie unbedingt beherzigen sollten, um den Alltag besser meistern zu können:

  • Teamwork: Das Leben mit einem Baby, das einen fast rund um die Uhr in Anspruch nimmt, ist kein Job, den man alleine stemmen kann! Zwar haben viele High Need Babys durch das häufige Stillen eine besonders enge Bindung zur Mutter, dennoch sollte sich der Vater möglichst viel um das Baby kümmern. Einerseits, um die Mutter zu entlasten, andererseits, um dem Baby zu ermöglichen, eine enge Bindung zu einer weiteren Bezugsperson aufzubauen. Dass Papas Anpacken auch im Haushalt gefragt ist, versteht sich von selbst. Aber auch wenn Sie einander gegenseitig nach Kräften unterstützen, kann es schwierig werden mit den dringend nötigen Erholungspausen. Zusätzliche Unterstützung durch Familie, Freunde und möglicherweise eine Haushalthilfe ist daher sehr zu empfehlen. Dies gilt ganz besonders, wenn Sie alleinerziehend sind.
  • Schlaf hat Priorität: Monatelang schlecht zu schlafen, ist unglaublich kräftezehrend. So dringend gewisse Aufgaben auch erledigt sein sollten – schlafen oder ruhen Sie dennoch so oft wie nur immer möglich, um die nervenaufreibenden Stunden, in denen Ihr Baby sich durch nichts beruhigen lässt, besser zu überstehen. Vermutlich fällt es Ihnen anfangs ziemlich schwer, Hausarbeiten anderen zu überlassen, „nur“ damit Sie sich selber ausruhen können, wenn das Baby schläft. Es ist jedoch enorm wichtig, sich diese Erholungspausen zuzugestehen.
  • Kleinigkeiten bleiben lassen: Es gibt vermutlich viele Dinge, die nicht so laufen, wie Sie sich das mal vorgestellt hatten. Überlegen Sie, welche Herausforderungen Ihnen ganz besonders zu schaffen machen und setzen Sie dort an mit Ihren Versuchen, die Situation zu ändern. Kleinigkeiten, die zwar mühsam sind, mit denen Sie aber leben können, lassen Sie vorerst mal beiseite. Manches ergibt sich mit der Zeit von selbst, anderes können Sie dann in Angriff nehmen, wenn im Familienalltag etwas mehr Ruhe eingekehrt ist.
  • Kleine Frustrationen zulassen: Jedes Neugeborene braucht viel Zuwendung – und ein High Need Baby noch eine grosse Portion mehr. Da gewöhnt man sich schnell daran, bei der kleinsten Unzufriedenheit gleich zu reagieren, um zu verhindern, dass sich das Baby nicht mehr beruhigen lässt. Wenn Sie erschöpft sind, ist die Versuchung erst recht gross, dem Frieden zuliebe alles zu tun, um das Kind zufrieden zu stellen. Aber auch ein High Need Baby muss mit der Zeit lernen, Frustrationen auszuhalten. Wenn es grösser wird, ist es darum ausgesprochen wichtig, dass Sie nicht bei jeder Schwierigkeit sofort einschreiten, sondern Ihrem Kind die Möglichkeit lassen, selber einen Ausweg aus seiner Situation zu finden.
  • Kein Standardrezept: Ihr Baby reagiert auf viele Dinge anders als andere Babys. Eine gleichbleibende Routine zu entwickeln, gestaltet sich schwierig. Sie werden daher erstens Ihren ganz eigenen Weg finden müssen, um Ihr Kind beim Grosswerden zu begleiten. Und Sie brauchen zweitens eine gehörige Portion Kreativität, um immer wieder neue Möglichkeiten zu finden, Ihr Baby zu beruhigen, zu trösten, in den Schlaf zu begleiten und zu beschäftigen.
  • Gesellschaft, die gut tut: Der Austausch mit anderen Eltern kann unglaublich wertvoll sein, er kann Sie aber auch belasten, wenn Sie mit Ratschlägen belehrt werden und sich dazu gezwungen sehen, sich zu rechtfertigen. Tauschen Sie sich mit Menschen aus, die ein offenes Ohr für Ihre Sorgen haben, die Ihnen Mut machen und Sie unterstützen. Wo Sie hingegen auf wenig Verständnis stossen, ist es meist sinnvoller, die Gespräche oberflächlich zu halten. Ihr Alltag mit dem Baby ist schon herausfordernd genug – da brauchen Sie sich nicht noch mit fruchtlosen Diskussionen zu plagen.
  • Attachment Parenting: Mütter und Väter von High Need Babys machen oft die Erfahrung, dass Attatchment Parenting dem Baby und den Eltern hilft, besser klarzukommen. Mit häufigem Tragen, Stillen nach Bedarf, Schlafen in der Nähe der Eltern, etc. gelingt es vielfach besser, dem Baby zu geben was es braucht ohne die eigenen Bedürfnisse gänzlich zu vernachlässigen.

Letzte Aktualisierung : 19-12-19, TV

Mach den Test: Hast du ein Anfänger- oder ein High Need Baby?

In der Schwangerschaft stellen sich viele Eltern die Frage, wie der Alltag mit Baby sein wird. Sobald der frisch geschlüpfte Nachwuchs dann endlich das Licht der Welt erblickt, weicht die Vorstellungen häufig von der Realität ab. Das Leben mit Baby ist überraschend anders als gedacht – entspannter oder anstrengender.
Vermutlich sind manche Eltern verwundert darüber, wie leicht das eigene Kind zufriedenzustellen ist. Das Bedürfnis nach einer üppigen Milchmahlzeit, einer innigen Kuscheleinheit oder einem ausgiebigen Schläfchen ist für sie eindeutig zu erkennen. Andere Mütter und Väter kommen mit dem Nachwuchs jedoch an die Grenzen von dem, was sie leisten können. Ihr Baby ist besonders schwierig zufriedenzustellen, lässt sich nicht gerne ablegen und ist sehr fordernd.

Das Gegenteil von einem Anfänger-Baby – das High Need Kind

Das kann unter anderem daran liegen, dass das Baby ein High-Need-Baby ist, also ein Baby, dass mehr Geborgenheit und Nähe benötigt als andere Babys. Die Belastung ist für betroffene Mütter und Väter groß, da sie durch die Unzufriedenheit des eigenen Sprösslings ihre Kompetenz des Elternseins in Frage stellen. Das viele Weinen, der schlechte Schlaf und das Gefühl, rund um die Uhr für das Kind da sein zu müssen, kann ohne eine plausible Erklärung sehr überfordernd sein.
Zum Glück hat unter anderem der amerikanische Kinderarzt William Sears den Begriff der High-Need-Babys definiert. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit. High-Need-Babys sind ganz normale Kinder mit der Besonderheit, dass sie größere Bedürfnisse haben. Sie sind eben etwas lauter, emotionaler und teilen sich intensiver mit als andere in ihrem Alter. Für Eltern kann es deshalb eine Erleichterung sein zu wissen, dass sie ein High-Need-Baby haben. ​

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Was sind High Need Kinder?

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Kinderarzt Prof. Dr. William Sears aus Kalifornien, Vater von 8 Kindern, hatte mit seinem 4. Kind ein High Need-Baby. Er war es, der den Begriff High Need Kinder geprägt hat. Zusammen mit seiner Frau und vielen anderen Eltern hat er ein 12 Punkte-Kriterium für High Need-Babys zusammengestellt.

Diese 12 Punkte beschreiben das Verhalten eines High Need Kindes / High Need Babys:

1. Intense = intensiv

Besonders intensiv und eindringlich fordern die Babys ihre Versorgung ein. Außerdem fällt auch die Lautstärke der Stimmen der High Need Kinder auf. Weiters lassen sich diese Babys nur sehr schwer beruhigen.

2. Hyperaktive = hyperaktiv

Ständig unter Strom. So könnte man es am Besten übersetzen. Entspannung gibt es bei diesen Kindern nicht. Oft sind die Muskeln angespannt, nahezu überspannt und sogar die Fäuste geballt. Bei Schreianfällen überstreckt es sich sogar.

3. Draining = anstrengend

High Need Babys fordern ihre Eltern, meist aber die Mutter über 24 Stunden am Tag. Aufgrund von ständigem Tragen und Stillen entzieht es den Eltern eine Menge Energie. Obwohl versucht wird das Kind zu beruhigen, kommt es nicht zur Ruh‘.

4. Feeds frequently = möchte ständig gefüttert werden

High Need Babys verlangen sehr oft nach der Brust der Mutter. Dies scheint für die Babys die einzige Möglichkeit der Beruhigung zu sein. High Need Babys trinken sehr langsam und schlafen immer wieder dabei ein. Allerdings wachen sie auch genauso schnell wieder auf und verlangen wieder nach der Brust.

5. Demanding = fordernd

Das High Need Baby setzt die Ziele und Grenzen. Das Baby schreit und die Mutter kann gar nicht anders als die Forderungen des Babys zu erfüllen. Die Bedürfnisse des Babys werden gestillt. Die Bedürfnisse der Mutter müssen warten.

6. Awaken frequently = wacht ständig auf

High Need Kinder kommen mit erstaunlich wenig Schlaf aus. Hier ein 10 Minuten Schläfchen beim Stillen und da 10 Minuten im Tragetuch. Das reicht aus, um die Nacht zum Tag zu machen.

7. Unsatisfied = unzufrieden

Das Baby wirkt einfach unzufrieden und das nicht nur heute, sondern die ganze Zeit. Das frustriert die Mutter natürlich auch, weil es einfach nichts zu geben scheint, um es dem Baby recht zu machen. Bitte beachten: Es liegt wirklich nicht an der Mutter sonder ist das Naturell High Need Kinder.

8. Unpredictable = unberechenbar

Was dem Baby gestern noch gefallen und es beruhigt hat, kann heute schon den größten Schreianfall verursachen. Die Babys fühlen in Extremen. Das ist es, was viele Eltern verzweifeln lässt.

9. Super sensitiv = übersensibel

High Need-Babys sind eigentlich Gewohnheits-Babys. Passiert etwas Neues, etwas Lautes, oder Unvorhergesehenes erschrecken sie leicht und sind dann sehr schlecht zu beruhigen.

10. Can´t put Baby down = Das Baby lässt sich nicht ablegen

Das High Need-Baby kann scheinbar nicht ohne Hautkontakt zu seiner Mutter leben. Sobald man versucht es möglichst langsam und sanft abzulegen geht das Geschrei von vorne los.

11. Not a self-soother = kann sich nicht selbst beruhigen

Mit anderen Worten: nur Mama kann es schaffen das Baby irgendwann zu beruhigen. Folglich fällt das Selbstberuhigen High Need Babys so schwer, dass auch keine Spieluhr, Kuscheltier, Kuscheltuch oder ein Schnuller hilft.

12. Separation sensitive = Trennungen fallen schwer

Das High Need Baby hat die Mama als sein Eigentum übernommen. Aus diesem Grund müssen Mamas von High Need Babys zwangsläufig ihr eigenes Leben erstmal komplett aufgeben. Anders formuliert das Baby sieht die Mama als seinen eigenen Teil und ohne den geht gar nichts.

Warum habe ich ein High Need Kind?

Zuerst : Es gibt keinen genauen Grund dafür warum ausgerechnet du ein High Need Kind hast. Allerdings meinen manche, dass es an der Lebensweise vor der Schwangerschaft liegen kann – das ist jedoch nicht bestätigt. Jedoch solltest du dir einer Sache bewusst sein: Egal ob High Need oder nicht a) bist du nicht schuld daran b) ist es genauso ein Geschenk wie jedes andere Kind also mach dir keine Gedanken mehr darüber sondern akzeptiere es, so wie es ist!

Obwohl der Alltag manchmal schwer scheint, mit den richtigen Tipps für den Umgang mit High Need Kindern wird er plötzlich ganz leicht.

Unser Leben mit High Need Kind

Lange weigerte ich mich meine Kinder zu kategorisieren. Hochsensibel, hochintelligent, high need – solche Begriffe waren mir ein Graus. Bis der Babybruder auf die Welt kam. Am Anfang dachte ich mir noch nicht viel dabei, dass er ununterbrochen stillen wollte, den Kinderwagen hasste und wenn überhaupt dann nur auf meinem Bauch schlief. Ich dachte mir, dass das ganz normal für ein Neugeborenes sei, diese Nähe zu suchen. Schliesslich hatte es zuvor neun Monate in Mamas Bauch gelebt. Klein C. sei wohl die Ausnahme gewesen, ein absolutes „Anfängerbaby“. „Irgendwann wird es leichter“, sagte ich mir. Der Babybruder brauche sicher nur etwas mehr Zeit um anzukommen.

Das ist auch 18 Monate später nicht geschehen. Der Babybruder hasst den Kinderwagen nach wie vor (natürlich nur bei Mama, bei allen anderen ist er toll), er schläft meist nur in direktem Körperkontakt (in seinem Fall bedeutet das Kopf an Kopf, auf ein Mini-Kissen gequetscht), er schläft tagsüber wenig und wacht in der Nacht häufig auf, und tut seinen Unmut über die Welt und die Gesamtsituation lautstark kund. Zudem ist er wahnsinnig eifersüchtig auf alle anderen Menschen, die potentiell Liebesbekundungen von Mama bekommen: Wehe, sie knuddelt Klein C. oder gibt Papa einen Kuss. Dann muss man sich mit lautem Geschrei dazwischen quetschen.

Die 12 Kriterien für ein High Need Baby

„Der Babybruder ist also schon sehr fordernd“, meinte der Papa immer mal wieder. Und als ich mal wieder in einer Facebook-Gruppe von nicht ganz einfachen Kleinkindern las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Auch wenn der Babybruder per Definition kein Schreikind war, so qualifizierte er sich doch als high need, gemäss den zwölf Kriterien des amerikanischen Kinderarztes William Sears. Konkret erfüllt er 11 von 12 Punkten. Beim Thema „Feeds frequently“ sind wir uns nicht ganz sicher: Er wollte zwar oft stillen und verlang immer noch oft nach der Flasche (mal abgesehen davon, dass er allgemein unglaubliche Mengen isst), trank aber immer sehr schnell. Länger als fünf Minuten war er selten an der Brust.

Wisst ihr was? Inzwischen verstehe ich das Bedürfnis viele Mütter ihre Kinder zu kategorisieren. Es ist tröstlich, eine Erklärung für diese anstrengende Zeit zu haben. Gut zu wissen, dass man damit nicht alleine ist und vor allem, dass es nicht die Schuld der Eltern ist. Denn wie oft hat man schliesslich gehört: „Da bist du selber schuld, hättest ihn halt nicht so oft tragen, so lange stillen, etc. müssen.“

Und wie wir damit umgehen

Eigentlich hatten wir das Gefühl, langsam aus dem Schlimmsten raus zu sein. Zumindest was die Schlafsituation betrifft. Doch dann kamen die Krampfanfälle und die beiden Spitalaufenthalte. Seither ist unser Sohn – verständlicherweise – noch viel nähe- und liebesbedürftiger.

Was das für uns bedeutet? Wir versuchen es zu akzeptieren, auf seine Bedürfnisse einzugehen, aber gleichzeitig Freiräume für uns zu schaffen. Punkt Nr. 3, „Draining“ (was soviel wie Energie absaugend bedeutet), trifft aktuell sehr stark auf den Babybruder zu. Und zwar so stark, dass jeder von uns ab und zu eine Pause davon benötigt. Und so unternehmen wir beispielsweise öfter getrennt Dinge mit den Kindern, teilen uns die Nächte auf. Wenn der Babybruder nur nicht so stark auf Mama fixiert wäre…

Achtsamkeit im Umgang mit Babys und die 7 B´s

Auch Babys haben unsere Achtsamkeit und unseren vollen Respekt verdient. Gerade weil sie sich nicht wehren können, weil sie schutzbedürftig und wehrlos sind. Diese Grundhaltung mag für viele selbstverständlich sein und das ist gut so.

Achtsamkeit ist in aller Munde. Doch es ist nicht nur ein Modewort. Dahinter steckt eine Haltung im Umgang mit anderen Lebewesen. Sind das nun Tiere und Pflanzen, andere Erwachsene oder eben Kinder.

Dennoch gibt es Situationen, in denen wir unaufmerksam und zerstreut reagieren. Dies passiert häufig, wenn wir in Eile oder im Stress sind. Wie oft geht jede Achtsamkeit in der Hektik des Alltags verloren.

In diesen Momenten hilft es tief durchzuatmen, um mit allen Sinnen ins Hier und Jetzt zurück zu kehren. Sind wir präsent, sind wir achtsam. Wir schauen unserem Kind in die Augen, wenn wir mit ihm sprechen, wir achten auf seine Reaktionen und probieren vorurteilsfrei hinzu spüren bzw. zu hören.

Achtsam an Bedürfnissen orientieren

Auf Bedürfnisse unmittelbar reagieren ist der richtige Weg. Auf das eigene Bauchgefühl hören und der aktuellen Situation entsprechend reagieren ist wichtiger als irgendwelche angelesenen Theorien über Kindererziehung. Oder auch dem gegenüber, was die eigene Mutter, Tante, Nachbarin meint, als sakrosankt in den Vordergrund zu stellen.

Attachment Parenting oder auf deutsch Bindungserziehung, auch bekannt als bindungsorientierte oder bedürfnisorientierte Erziehung, ist ein von Grund auf achtsamer Ansatz.

Dieser geht zurück auf den amerikanischen Kinderarzt William Sears, der ihn bereits 1982 formulierte. Zusammen mit seiner Frau Martha Sears veröffentlichte er 2001 The Attachment Parenting Book. A Commonsense Guide to Understanding and Nurturing Your Baby.

Stabile Mutter-Kind-Bindungen

Wie vor ihm schon die Bindungstheorie nahelegt, weist auch William Sears daraufhin, dass stabile Mutter-Kind-Bindungen aus einer harmonischen Gefühlskommunikation erwachsen.

Dabei geht die Mutter stets „responsiv“ vor, also feinfühlig. Dieser Begriff stammt ebenfalls aus der von Mary Ainsworth stark geprägten Bindungstheorie. Er steht für die Qualität der Reaktion der direkten Bezugsperson auf den Säugling. Durch diese wiederum entsteht sichere Bindung.

William Sears schreibt vom „Babyreading“, ein selbsterklärender und sehr anschaulicher Begriff. Die Mama „liest“ die Signale ihres Kindes, liest ihm förmlich von den Lippen, den Augen und aus seinem Verhalten.

Damit beide sich auf eine gemeinsame Welle einschwingen können, ist Körperkontakt ein ganz wichtiger Aspekt.

Die sieben Baby-Bs

Er gehört zu den von William Sears formulierten sieben Baby-Bs, die helfen sollen, die Sensibilität der Mutter zu steigern.

Neben der Aufnahme des Körper- und Augenkontakts unmittelbar nach der Geburt, gehört dazu Stillen nach Bedarf. Möglichst häufiges Tragen des Kindes, das Schlafen im Familienbett und der Versuch jedem Schreien zuvorzukommen. Dies gelingt am Besten, indem auf die Signale des Kindes unmittelbar eingegangen wird. Und wenn auf Einschlaftraining à la Ferber & Co. verzichtet wird und stattdessen immer eine Balance der Bedürfnisse von Kind und Mutter gesucht wird.

Der Letzter Punkt ist besonders wichtig für einen achtsamen Umgang mit dem Baby. Denn wie eingangs bereits erwähnt, hindern Stress und Hast uns daran achtsam zu sein.

Von allen anderen Punkten – ohne Zweifel allesamt gut und wichtig für eine sichere Bindung – sollte sich keine frischgebackene Mutter unter Druck setzen lassen.

Klar ist es wunderbar zu stillen, doch auch ein Flaschenbaby bekommt keinen psychischen Knacks, weil es mit dem Stillen nicht geklappt hat, wenn es achtsam und liebevoll gefüttert wird.

Auf Situationen achtsam reagieren lernen

Achtsamkeit lehrt uns, sich mit spannenden Theorien zu beschäftigen, ihnen aber nicht sklavisch zu folgen. Vielmehr hilft das Konzept der Achtsamkeit, auf die aktuelle Situation einzugehen.

Daher lohnt es sich für jedes Elternpaar, konkret und ständig von Neuem zu überprüfen, ob alle Beteiligten sich wohl und zufrieden fühlen.

Ich bin ein vehementer Befürworter des Familienbetts und gegen jedes Einschlaftraining. Doch als ich plötzlich mit drei kleinen Wesen unter 2 Jahren da saß, war mir klar, das ich in so einem „überbevölkerten“ Familienbett die ganze Nacht kein Auge zudrücken würde.

Zuviel Angst hatte ich, eines der Babys zu überrollen, um entspannt schlafen zu können. Da ich aber bis zu zehn Mal in der Nacht aufstehen musste, um zu stillen und zu trösten, benötigte ich ein Rückzugsgebiet: mein Bett.

Also reagierten wir auf unsere spezielle Situation und verabschiedeten uns vom Konzept Familienbett, das wir mit nur einem Kind entspannt praktiziert hatten.

Präsents setzt Achtsamkeit voraus

Um auf plötzlich auftretende Situationen im Umgang mit dem Kind achtsam und angemessen zu reagieren, ist geistige und körperliche Aufmerksamkeit erforderlich.

Nur ein präsenter Mensch ordnet die Äußerungen des Kindes richtig ein. Dazu gehören Mimik- und Verhaltensänderungen.

Natürlich ist dies nicht immer ganz einfach und es dauert bisweilen ein wenig, bis der Grund des Unwohlseins eines Säuglings erkannt ist.

Wichtiger als immer gleich zu wissen, was das Baby braucht, ist es sich nicht von den eigenen Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten beeinflussen zu lassen.

Mit einer unmittelbaren, prompten Reaktion vermittelt der Erwachsene dem Kind übrigens auch die Wirksamkeit seines Verhaltens.

Dies geschieht entsprechend dem Alter des Kindes mit Körperkontakt, einer beruhigenden Melodie oder mit erklärenden Worten.

Achtsamkeit lässt Angst schmelzen – Einige Beispiele

Bei Angst etwa würde man ein Baby schützend in den Arm nehmen, einem größeren Kind aber zusätzlich eine Geschichte erzählen, die ihm die Angst nimmt oder mit ihm ein Gespräch über angsteinflößende Dinge beginnen.

Auch bei offensichtlicher Langeweile reagiert der Erwachsene mit einer Einladung, die den Entdeckerdrang des Kindes anregt, etwa durch ein Spielzeug.

Weitere Beispiele betreffen etwa passende Kleidung: bei 35 Grad im Sommer braucht das Baby eben keine Mütze (ggf. einen Sonnenschutz) und keinen Langarmbody plus Babydecke wie das in Mitteleuropa von Generation zu Generation als tradiertes Babywissen eben so weiter gegeben wird.

„Es könnte ja ein Zug kommen.“ (O-Ton Oma). In südlichen Ländern, wo es den ganzen Sommer über so heiß ist, haben die Kleinen meist nichts mehr an als Windeln und einen kurzen Body.

Darüber war ich sehr erstaunt. Ebenso oft habe ich mein Baby im Winter und in der Übergangszeit viel zu dick angezogen, bis mir eine Hebamme den Tipp gab, die Temperatur im Nacken zu fühlen und nicht an den Händen.

Doch auch zu so etwas scheinbar simplen wie der richtigen Kleidung braucht es Selbstvertrauen. Das heißt ein Vertrauen in sich selbst, das Richtige zu tun bzw. auch einmal einen Fehler zu riskieren.

Das Motto für alle Baby-Belange heißt fühlen, in Kontakt treten, reagieren.

Achtsamkeit mit und in der Natur

Ein weiterer Bereich der Achtsamkeit ist das Erleben der Natur. Selbst kleine Babys sollten nicht stets steril verpackt in ihrer Babyschale liegen. Lasst sie frei, die Babys.

Legt sie auf einer Decke mitten in die Wiese, im Schatten eines Baumes und ermöglicht ihnen die kühle Brise im Sommer. Oder einen Ausflug mit dem Schlitten durch den Schnee in klirrender Kälte, gut geschützt in einem kuscheligen Lammfellsack.

Müssen es immer nur Plastik und synthetische Stoffe sein? Lammfelle und Baumwolle, Leinen, Rohseide und Wolle, unbehandeltes Holz und Filz sind alles Materialien, die Babys und Kindern auf keinen Fall (!) vorenthalten werden dürfen.

Holt euch die Natur mit Naturmaterialien in die Stube. Die Kleinen können nach Herzenslust auf diesen Herumkauen und sich nackig auf einem Lammfell räkeln.

Lasst Kleinkinder barfuss gehen, damit sie spüren lernen und kitzelt die Kleinsten mit einem Grashalm. Es ist so wichtig die Elemente zu spüren, Sonne, Wind und Regen, aber auch das Fell einer Katze ist eine aufregende Erfahrung.

Das gemeinsame Erleben der Natur hat übrigens noch einen positiven Nebeneffekt:

Auch die Eltern beginnen wieder, die Welt mit Babys Augen zu entdecken. Hier einen Käfer oder einen Regenwurm zu verfolgen, dort barfuss mit den Zehen im Matsch graben …

All das ist für die eigene Achtsamkeit oft eine wahre Befreiung vom Erwachsenenleben. Wieder Kindsein dürfen, spielen und entdecken, gefällt vielen Erwachsenen richtig gut, denn was sind wir denn anders als großgewordene Kinder!

Eure Verena (Babytalk – Autorin)

Beitragsbild: Nikolic Dragoslav / Foto 2: DONOT6_STUDIO /

Having a high-needs baby affects pretty much every aspect of my life, but I don’t really think about it until I encounter a „normal“ baby. Like today.

I took my older daughter to her gymnastics class this morning. One of the other moms there had a baby with her. For the majority of the time, this mom was watching the children hop/climb/roll around or reminding her older child to listen to instructions. All the while, her baby just sat there perfectly happy in her car sat. Just chewing on a toy, babbling and remaining otherwise content.

I stared at this sweet baby in bewilderment and with envious curiosity. Because there’s no way in hell my 9-month-old would be cool with sitting there for 45 minutes while I was focused on her sister — especially while strapped into a car seat and without my holding/touching/talking to her constantly.

Don’t get me wrong, I love my spirited baby, dearly. But it’s hard sometimes. If life with your infant seems like one giant struggle, then you might be right there with me. Here are 7 (unscientific) signs you might have a high-needs baby:

1) Naps? What naps?

You mean other actually babies nap? Like, everyday? Nonsense! My baby will fall asleep on the boob, sleep in her crib for a solid 5-minutes and then stand up and start wailing for me.

2) Separation anxiety is a beast.

I’m a SAHM, but even when I drop her off at the babysitting room at our fitness center for an hour, she’ll burst into tears if she sees me walk away. This is why I try to make sure she’s distracted first and then make a RUN for it. She does the same thing sometimes, if I hand her to daddy and walk into another room. C’mon, kid!

3) Car rides are … „fun.“

To be honest, Baby A has gotten a lot better about this one lately, except when she’s overly tired. But if the car ride is too long — say an hour trip to visit my mom, for example — it’s hell. She’ll be OK for a little while, but then she wants OUT, like, now. She has worked herself up so much, that she’s vomited in my van a few times. Which is awesome to clean up, for the record.

4) Independent sleeping is but a dream.

Any and all „napping“ is done ON me. And at night time, we’ve gotten into this nasty habit of breast-sleeping. (Out of pure desperation, I’ve even tried this.) Not ideal. Not particularly restful. But it’s our reality.

5) Just setting down your baby can feel impossible.

My youngest is a little koala baby — she’s the happiest when she’s on my hip, grabbing onto my shirt for stability and along for the ride. Sometimes, she’ll happily play on the floor or crawl around trying to maim herself exploring. But mostly, she whines and crawls back to me to resume her rightful place. Sigh.

6) Dad/other members of the family just don’t cut it.

Daddy is acceptable for 20 minutes or so. However, if she sees or hears me, it’s over. She’s instantly fussing and whining, „Mum-mum-maaaaa!“ and desperately trying to get to me. Don’t even get me started on grandparents. All they want to do is hold their sweet grand baby for one minute without that pathetic, puckered bottom lip and tears. But alas, this girl wants no part of it.

7) Everything seems like a struggle.

With a little one who needs nearly constant physical contact — plus two older kids vying for my attention — I’m all touched out (and then some) by the time my husband gets home from work in the evenings. My poor baby is grumpy on the commute to and from school. She bursts into tears when I leave her for less than an hour each day to work out. She refuses to nap during the day, plus I get crappy sleep at night because she hates her crib. Is everything supposed to feel this hard?

The „advantage“ I have in this situation is she’s my third child; so I know these impossible days won’t last forever. My now 5-year-old son — who was also extremely high-maintenance as a baby — eventually grew out of hating everyone but me. But those first 12 to 15 months were rough, for sure. Now, he loves hanging out with dad and has sleepovers with grandma and grandpa. Although he is past the napping stage at this point, Z sleeps in his own bed all by himself all night long. He’s totally fine with car rides. I don’t carry him everywhere.

My point here is that it does get better, mamas. Hang in there. It’s so hard. But you’re doing great. And although it may feel like it, you’re definitely not alone.

This post was originally published in January, 2017

Today we have a guest post from Holly Klassen, Founder and Editor of The Fussy Baby Site.

Having a baby can be exhausting. But having a baby who cries and fusses frequently, and has major troubles sleeping, feeding and/or getting into any kind of routine? That takes exhaustion to a whole new level.

If this sounds familiar, it may be that you have a high need baby. If you’re not familiar with this term, here’s a brief rundown of some of the most common traits of high need babies:

  • They need extra attention, holding and soothing to keep from crying
  • They may seem generally unhappy or discontent…particularly as newborns
  • Their feeding and sleeping habits may be irregular and unpredictable (eating every hour, sleeping in short spurts, etc.)
  • Their reactions to everyday discomforts are extreme. For instance, instead of fussing because they’re hungry, they scream at the top of their lungs

‘High needs’ is simply a way of describing these little ones who are more intense, more persistent and less predictable. It is NOT a medical diagnosis.

So, how do you know if your baby is high need, or if something else is going on? Keep reading.

What’s the difference between colic and high needs?

You’re likely already familiar with the official definition of colic: unexplained crying for at least 3 hours a day, at least 3 days a week, lasting 3 weeks or more. Colic typically starts rearing its ugly ahead at 2-3 weeks of age. You may see the crying peak at 6 weeks, and it typically goes away by 3-4 months (up to 5 months for an unlucky few).

Generally speaking, a healthy newborn who is otherwise content – apart from these isolated crying episodes – will be diagnosed with colic.*

High needs’, on the other hand, is quite different. In the 1950’s, researchers who were investigating temperament in infants found that around 10% of babies were born “difficult”. They were more intense, less adaptable and less predictable in terms of eating and sleeping. Dr. Sears later termed these babies “high need”.

To be honest, it can be difficult or even impossible to tell the difference between a newborn who is high need, and one who is colicky. However, there are a few commonalities I’ve seen in working with both groups of kids for the past 8.5 years:

  • High need babies are often fussy/discontent right from birth (about half the time)
  • They tend to exhibit high need characteristics all day, not just for a few hours in the evenings (as is often the case with colic)
  • They do not outgrow their fussiness at 3-4 months, as is the case with colic (although their fussiness can decrease significantly as they get older and learn new skills)

*Sometimes a food allergy or a condition like reflux can be misdiagnosed as colic or high needs. Be sure to consult your physician if you’re unsure.

So, if I have a high need baby, are we doomed forever?

I’ll be honest with you.

Having a high need baby is hard. REALLY hard.

The first few months can be among the most challenging, and you may feel frustrated, resentful, anxious or depressed. This is probably not what you expected when you imagined being a parent. You may feel inadequate as a parent, and the sleep-deprivation may make you feel like you’re losing your mind.

But…

There’s also good news about having a high need baby.

While high need babies may be more challenging than other babies, they are NOT biologically different when it comes to sleep. This means that traditional methods of sleep training DO work for high need babies. That said, don’t be surprised if it takes longer, and if your baby protests more vehemently than other babies (although surprisingly, this isn’t always the case!).

Finally, with warm, flexible parenting, high need babies grow up to the strongest, most sensitive kids and adults. You may need to adjust your expectations, or adopt parenting styles you may never had considered….but the rewards are so worth it. I’m convinced these are the kids who end up becoming the next generation of leaders!

About the Author

Holly Klaassen is the founder and editor of . The site, started in 2007, provides support to parents of fussy, colicky and high need babies and toddlers. She has also written a free eBook for parents called 6 Sleep Tips For High Need Babies and Toddlers.

Be sure to check out some additional tips and information from Holly how to help calm a high need baby in our article Decoding Your Fussy Baby.

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All parents wish they had an easy baby. Parents who have difficult babies often envy those who have easy ones. But research shows that having a child with a difficult temperament is actually not a bad thing. In this article, we will explain what temperament is and look at the three types of temperament.

As parents of multiple children already know, each child is different when they are born even though they are raised in the same home. Right from the beginning, newborns already show distinct styles of responding to the environment. Each of them has their individual infant temperament and baby personality.

What Is Temperament

Temperament is a child’s early-appearing variation in emotional responses and reaction to the environment.

Child temperament is a result of biological and environmental factors working together throughout a child’s development since conception rather than based entirely on genetics​1,2​.

There are different categorizations of temperament by different researchers. The most influential research is conducted by doctors and psychologists, Chess and Thomas​3​.

Their well-known New York Longitudinal Study lasted for several decades (1956-1988) and found 9 temperament traits that can be commonly identified in young children.

9 Temperament Traits (Thomas and Chess)

1. Activity

The level and extent of motor activity.

2. Regularity

The rhythmicity, or degree of regularity, of functions such as eating, elimination and the cycle of sleeping and wakefulness.

3. Initial Reaction

The response to a new object or person, in terms of whether the child approaches the new experience or withdraws from it.

4. Adaptability

The adaptability of behavior to changes in the environment.

5. Sensitivity

The threshold, or sensitivity, to stimuli.

6. Intensity

The intensity, or energy level, of responses.

7. Mood

The child’s general mood or “disposition”, whether cheerful or given to crying, pleasant or cranky, friendly or unfriendly.

8. Distractibility

The degree of the child’s distractibility from what he is doing.

9. Attention span and persistence

The span of the child’s attention and his persistence in an activity.

Types Of Temperament

Among the nine types of temperament traits, researchers found that six of them, activity, regularity, initial reaction, adaptability, intensity, and mood, tend to cluster together to form three types of temperament.

The three types of children temperament styles are:

  • easy temperament
  • difficult temperament
  • slow to warm up temperament

Easy Temperament

Easy temperament is characterized by regular bodily functions, positive approach to new situations, adaptability, positive mood and non-intense reaction to stimuli.

Raising these children is relatively easy because they respond favorably to various child-raising practices. They readily adapt to different parental handling.

Difficult Temperament

Difficult temperament is characterized by irregular bodily functions, withdrawal from new situations, slow adaptability, negative mood, and intense reaction. Raising these children is difficult from the get-go.

But this is by no means the definition of being “difficult”. Parents know when they have difficult babies. These are babies who cry a lot. They cry hard, they cry loudly and they are hard to soothe. They are also cranky babies. It is hard to get them to fall asleep and stay asleep. When they wake up in the middle of the night, they have trouble going back to sleep. These difficult babies are also called colic, spirited, or high-needs babies.

Colic in babies is particularly frustrating for overwhelmed and exhausted parents.

Slow To Warm Up Temperament

The slow to warm child is characterized by low activity level and low intensity of reaction although they also have a tendency to withdraw from new situations, slow adaptability and somewhat negative in the mood.

These children can adapt to new situations if they’re allowed to do that at their own pace. However, if pressured to do so, these children may fall back to their natural tendency to withdraw.

Temperament Traits Easy Slow-to-warm Difficult
Regularity Regular N/A Irregular
Initial reaction Approach Withdraw Withdraw
Adaptability Fast Slow Slow
Intensity Non-intense Low Intense
Mood Positive Slight negative Negative
Activity N/A Low N/A

Roughly 40% of babies have the easy temperament, 10% difficult and 15% slow to warm. 30% of children do not fall into any of the three identified types.

Is Easy Baby Better Than Difficult Baby?

There is no such thing as a good temperament or bad temperament.

If you have an easy baby, congratulations! You probably have more sleep than many other parents. We envy you!

But if you have a difficult one, you have more work cut out for you.

Caring for a difficult baby is exhausting and worrisome. The most worrisome aspect is perhaps the fact that difficult baby temperament is associated with more behavioral problems and emotional disorders later in life​4,5​.

However, do not despair if you have a difficult baby. There is actually good news for you.

Differential Susceptibility

Studies have shown that differential susceptibility plays a big role in a child’s outcome​6​. That means temperament by itself does not determine how a child will turn out because of its cross-over interaction with the environment​7​.

What Is Differential Susceptibility?

Differential susceptibility means young children with a difficult temperament are disproportionately affected by parenting. They react more (more susceptible or more sensitive) to the quality of parenting than easy children, for better and for worse.

When raised with good parenting, a difficult child tend to do better in cognitive, academic and social adjustment than their easy counterparts. On the other hand, when parenting is bad, a difficult baby will fare worse when they grow up.

So you should be thrilled if you have a difficult or sensitive baby. Your difficult child actually has a better chance to succeed, if you do your part in providing good parenting.

Child Temperament And Parenting Style

In studies on differential susceptibility, parenting quality is defined as good when parents show a high level of emotional and autonomy support. Bad parenting is when the parents show a low level of emotional and autonomy support​8​.

This definition is similar to one of the criteria used to categorize the four Baumrind’s parenting styles. Among the four styles, authoritative parenting, which provides high emotional and autonomy support, is the best according to numerous studies. It comes as no surprise that such parenting style also provides the most positive impact on difficult children.

And because of this differential susceptibility property, it is even more important for parents of difficult babies to adopt an authoritative parenting style.

Related: 4 Parenting Styles

Difficult Temperament And Tough Love Parenting

The relationship and influence between temperament and parenting are bidirectional​9​. Difficult temperaments tend to elicit a tough response and inconsistent discipline from parents​10​.

When a baby cries incessantly, you may have the urge to shout at them to stop. And when your difficult child yells at you, it is natural that you want to yell back.

Tough love parenting is therefore sometimes used by parents whose children have a difficult temperament.

According to research, low emotional support, e.g. tough-love parenting, tends to raise children who have worse outcomes. Studies find that there is less mental well-being among people raised by authoritarian parents​11​.

But you can often hear people who boast being raised by tough parents and turning out fine.

Why is there a discrepancy?

This difference in resilience can be explained by the Diathesis Stress Model.

According to the Diathesis-Stress Model, people who have a predisposition or vulnerabilities to suffer from a psychological disorder require a lower threshold to trigger the disorder.

So tough love is simply not the answer to raising children with a difficult temperament. It will only make things worse.

By remaining calm, responsive and sensitive, you may take a long time to get through to your child and the process may be painstaking, but the reward of beingp a good parent will be tremendous.

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