Hausmittel BEI ohrenschmerzen

Das hilft gegen Ohrenschmerzen bei Kindern

Ohrenschmerzen vorbeugen­

  • Schnupfen und Husten frühzeitig mit schleimlösenden Medikamen­ten­ (z. B. abschwellendes Nasenspray, Hustenlöser) behandeln
  • Ohrstöpsel beim Baden
  • Bei der Ohrreinigung sind Watte­stäbchen tabu. Im Zweifel ­lassen Sie die Ohren vom ­Kinder- und Jugendarzt reinigen.

Die Behandlung

  • Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Parace­tamol, abschwellende Nasentropfen und weitere Sekret lösende Maßnahmen helfen bei Ohren­schmerzen als Folge einer Erkältung, Husten und/oder Schnupfen. Klingen die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht ab, prüft der Arzt, ob eine­ Antibiotika-Therapie sinnvoll ist.
  • Antibiotikum kann bei ­einer bakteriellen Mittel­ohrentzündung nötig sein.
  • Paukenröhrchen oder Schnitt im Ohr: Ein operativer Eingriff wird eventuell notwendig, wenn sich Sekret im Mittelohr ansammelt, das nicht mehr abfließen kann. ­Dies ist möglich, wenn das Kind immer wieder an Mittel­­ohrentzündungen leidet, langwierige ­Infekte der oberen Luftwege hat oder es sehr häufig erkältet ist. Die Sekretansammlung (Paukenerguss) kann zu Hör- und Sprachentwicklungsstörungen führen. Das Paukenröhrchen hilft, das Mittelohr zu belüften.
  • Blut im Gehörgang kann auftreten, wenn etwa das Trommelfell verletzt oder gar durchstochen ­wurde (z. B. beim Reinigen mit einem Watte­­stäbchen). Das Kind muss umgehend dem Kinder- und Jugendarzt oder dem Ohrenarzt vorgestellt werden.

Ohrenschmerzen – Die besten Hausmittel für Ihr Kind

WICHTIG: Wenn die Symptome bei Ihrem Baby oder Kind trotz dieser Hausmittel in absehbarer Zeit nicht besser werden, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt, eine Kinderärztin aufsuchen, um abklären zu lassen, ob es ernster erkrankt ist und zum Beispiel ein Antibiotikum benötigt.

Wenn Kinder über Ohrenschmerzen klagen, so liegt häufig eine Entzündung des Mittelohres vor, welche die Belüftung des Innenohres verschlechtert, so dass hier schnell Infektionen entstehen.

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Ohrentropfen

Bei Ohrenschmerzen infolge kaltem Wind oder bei Erkältungskrankheiten. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilage. Similasan AG. mehr erfahren

  • Um die Belüftung wieder zu verbessern, geben Sie Ihrem Kind abschwellende Nasentropfen und lassen Sie es ein Kopfdampfbad machen.
  • Wadenwickel helfen, das Fieber sanft zu senken.
  • Der kleine Patient sollte zudem viel Flüssigkeit zu sich nehmen, so löst sich der zähe Schleim besser.
  • Eine sehr gute heilende und schmerzhemmende Wirkung haben Zwiebelwickel. Dazu würfeln Sie eine Zwiebel klein, geben Sie in ein Stofftuch und binden dieses zusammen. Auf das Ohr oder hinter das Ohr legen. Eine Mütze darüber angezogen hilft, dass das Säckchen nicht wegrutscht. Das Päckchen kann 30 Minuten auf dem Ohr bleiben. Die ätherischen Senföle der Zwiebel haben eine desinfizierende und entzündungshemmende Wirkung. Sie können das Säckchen vorher noch mit einer Wärmflasche erwärmen. Das ist für Ihr Kind noch angenehmer und verstärkt die Wirkung. Bei sehr kleinen Kindern können Sie ein Zwiebelsäckchen nachts neben das Kinderbettchen aufhängen, mindestens einen Meter vom Bettchen entfernt.

Wenn Kinder zu immer wiederkehrenden Ohrentzündungen neigen, sollten Sie schon bei den ersten Anzeichen auf dieses altbewährte Hausmittel zurückgreifen. Dadurch kann häufig die Entzündung schon im Keim erstickt werden, so dass möglicherweise auf die Gabe eines Antibiotikums verzichtet werden kann.

Forum

Im swissmom-Forum finden Sie eine von den Userinnen zusammengetragene Sammlung der besten Hausmittel „Hausmittel-Hexen: Ohne Medis gesund werden“.

Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Es gibt wohl kaum Schmerzen, die für ein Kind noch schlimmer sind, als Ohrenschmerzen. Die Kleinen sind weinerlich, haben oft dazu noch Fieber, sind launisch und greifen sich immer wieder zum Ohr. Eindeutig erkennbar sind Ohrenschmerzen an einer Druckempfindlichkeit beim Ohr. Mit Ohrenschmerzen ist nicht zu scherzen, sie sollten ärztlich abgeklärt werden. Für den ersten Schritt helfen aber auch einige Hausmittel, die Symptome zu lindern.

1. Zwiebelkissen:

Der Alleskönner unter den Hausmitteln, die Zwiebel, darf auch bei den Ohrenschmerzen nicht fehlen. Einfach eine Zwiebel aufschneiden, in Öl erhitzen und auf ein Baumwolltuch legen. Abkühlen lassen. Anschließend auf das schmerzende Ohr legen und am besten mit einem Stirnband fixieren.

2. Kartoffel:

Alternativ können auch heiße, zerdrückte Kartoffeln anstatt der Zwiebel verwendet werden.

3. Kamille:

Kamillensäckchen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Dazu einfach getrocknete Kamillenblüten über Wasserdampf erhitzen, in ein Tuch packen und auf das schmerzende Ohr legen.

4. Petersilie:

Auch in Stücke gehackte Petersilie in einem Tuch auf dem schmerzenden Ohr soll die Ohrenschmerzen abklingen lassen und ist ein bewährtes Hausmittel.

5. Ohrenkerzen

Ohrenkerzen sind eine gute Alternative, gerade dann, wenn festsitzendes Ohrenschmalz als Ursache der Ohrenschmerzen erkennbar ist. Aber auch bei Entzündungen können sie Abhilfe schaffen.

6. Ätherische Öle

Auflagen mit ätherischen Ölen wie Basilikum, Kamille, Lavendel, Minze und Zypresse unterstützen bei Ohrenschmerzen. In Absprache mit einem Aromatherapeuten, können die Öle auch ins Ohr getropft werden.

7. Bestrahlung mit Rotlicht

Behandlungen mit Rotlicht und Wärme tun gut und können auch schon von Kindern angewandt werden. Dazu einfach eine Rotlichtlampe in ausreichend Abstand auf das schmerzende Ohr richten und für einige Minuten bestrahlen.

8. Senfmehl

Ein Trick aus Großmutters Zeiten: Ein wenig Senfmehl mit Wasser zu einer Paste anrühren und diese mit einem Tuch auf das Ohr legen.

9. Knoblauch

Aus Zwiebel lassen sich auch Ohrentropfen herstellen: Dazu einfach die rohen Stücke durch eine Knoblauchpresse drücken, den Saft einer Flasche mit Pipette abfüllen und in das Ohr träufeln. Am besten mit einem Wattebausch abdichten, dann läuft es nicht so schnell heraus.

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Hausmittel sind bei Ohrenschmerzen eine sanfte Alternative zu Medikamenten. Egal ob pochen, stechen und manchmal ein leichter Schwindel – selbst leichte Schmerzen können ganz schön unangenehm sein. Hier erfahren Sie, welche Ohrenschmerzen-Hausmittel Ihnen dann helfen.

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Hausmittel statt Antibiotika bei Ohrenschmerzen

Bei Kindern ist die häufigste Ursache für Ohrenschmerzen eine Mittelohrentzündung. Bei Erwachsenen kann unter anderem übertriebene Hygiene, etwa das häufige Verwenden von Wattestäbchen, Entzündungen hervorrufen. In leichten Fällen sollten Sie zunächst sanfte Ohrenschmerzen-Hausmittel versuchen, bevor Sie zum Antibiotikum greifen. Kommt Fieber hinzu, gehen Sie unbedingt zum Arzt.

Krankheiten & Behandlung Wie entstehen Ohrenschmerzen und was hilft dagegen?

Zwiebelsäckchen als beliebtes Ohrenschmerzen-Hausmittel

Mit ihren stark riechenden Senfölen wirkt die Zwiebel antibakteriell und ist so ein wirksamer Helfer im Kampf gegen Entzündungen und als Ohrenschmerzen-Hausmittel. Deshalb ist auch das gute alte Zwiebelsäckchen bei leichten Schmerzen eine gute Wahl.

Ohrenschmerzen lassen sich gut mit Hausmitteln behandeln. Eines der wirkungsvollsten Mittel ist die Zwiebel Foto: istock/Bouillante

Schneiden Sie dafür eine Zwiebel klein und erhitzen Sie diese. Jetzt die Stückchen in ein Geschirrhandtuch wickeln und dieses noch warm, aber nicht zu heiß auf das schmerzende Ohr legen. Anschließend mit einem Verband oder einer Mütze fixieren. Lassen Sie das Ganze 30 Minuten einwirken.

Wohltuende Wärme bei Ohrenschmerzen

Gegen leichte Ohrenschmerzen hilft meistens Wärme sehr gut. Verwenden Sie hierfür eine Rotlichtlampe oder auch ein einfaches Kirschkernkissen, das Sie im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmen können. Achten Sie jedoch darauf, dass das Ohr nicht zu heiß wird oder es gar zu Verbrennungen kommt. Es sollte sich stets angenehm anfühlen.

Duftendes Ohrenschmerzen-Hausmittel: Kamillendampfbad

Vor allem bei einer leichten Mittelohrentzündung hilft diese sanfte Methode. Denn die ätherischen Öle der Kamille wirken schmerzlindernd und wundheilend. Geben Sie zwei Esslöffel Kamillenblüten in kochendes Wasser und lassen Sie den Sud abgedeckt etwa fünf Minuten ziehen. Dann den Topf vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

Heilpflanzen Kamille – natürliche Hilfe bei Entzündungen

Achtung: Auch heißer Wasserdampf kann zu Verbrennungen führen! Achten sie darauf, dass das Wasser (und der Dampf) ausreichend abgekühlt ist. Halten Sie anschließend das entzündete Ohr einige Minuten vorsichtig über den Wasserdampf.

Ein Dampfbad mit Kamillen-Extrakt hat sich als effektives Ohrenschmerzen-Hausmittel bewährt © istock/scorpp

Kamille hilft nicht nur als Ohrenschmerzen-Hausmittel, sie wirkt zum Beispiel auch gegen Schnupfen, Halschmerzen, bei Magenverstimmungen und vielem mehr. Lesen Sie mehr über die Heilwirkung der Pflanze in unserem Artikel „Kamille bei Ohrenschmerzen“ nach.

Babyöl eignet sich auch als Ohrenschmerzen-Hausmittel

Wer häufig ins Schwimmbad geht, kennt das vielleicht: Durch das Wasser weicht die äußere Haut im Gehörgang auf und lässt die schützende Fettschicht schwinden. Die Folge: eine Ohrentzündung. Spülen Sie nach dem Schwimmen die Ohren mit Leitungswasser aus und tröpfeln Sie etwas Babyöl hinein.

Gegen eine beginnende Entzündung hilft ein Gemisch aus Wasser und Essig im Verhältnis 10:1 als Ohrenschmerzen-Hausmittel. Versichern Sie sich vorher beim Arzt, dass Ihr Trommelfell intakt ist.

Ohrenschmerzen: Neue Studien

Studien beweisen: Ein Nasenballon als Mittel gegen Ohrenschmerzen erhöht den Druck im Ohr und kann so den klebrigen Schleim lösenFoto: Fotolia

Forscher der Universität Southampton haben herausgefunden, dass ein sogenannter Nasenballon Schleim lösen kann, der sich im Mittelohr durch eine Entzündung angesammelt hat. 320 Kinder wurden dreimal am Tag mit einem herkömmlichen Luftballon und einem kleinen Röhrchen behandelt. In unserem Artikel: „Luftballon gegen Ohrenschmerzen“ können Sie nachlesen, wie die Behandlung genau funktioniert.

Bei Kindern, die regelmäßig mit Xylit gesüßte Kaugummis kauen, kann das Risiko einer Mittelohrentzündung um 40 Prozent verringert werdenFoto: imago

Eine weitere Studie, die Ohrenschmerzen bei Kindern untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass Kinder, die regelmäßig mit Xylit gesüßte Kaugummis kauen, seltener Mittelohrentzündungen erleiden. Finnische Forscher belegten einen Rückgang um 40 Prozent.

Sie erklären den Effekt dadurch, dass Xylit, anders als andere Zuckeraustauschstoffe, die für die Mittelohrentzündung verantwortlichen Bakterien aktiv hemmen kann. Erfahren Sie in unserem Artikel „Kaugummi kauen gegen Mittelohrentzündung“ mehr zum Thema.

Mittelohrentzündung

Was können Eltern bei einer Mittelohrentzündung tun?

(Comstock Images / Stockbyte / Thinkstock)

Kinder mit akuter Mittelohrentzündung (akute Otitis media) haben meist Schmerzen und Fieber. Sie schlafen schlecht, sind unruhig und schreien viel. Wie kann man die Beschwerden behandeln und wann ist ärztlicher Rat wichtig?

Eine Mittelohrentzündung klingt meist nach einigen Tagen wieder ab. Komplikationen sind sehr selten. Viele Kinder sind sogar nach einem Tag wieder schmerzfrei. Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen und Paracetamol können die Beschwerden bis dahin lindern. Darüber hinaus hilft viel Zuwendung. Manche Kinder fühlen sich auch nach der Anwendung bestimmter Hausmittel besser.

Antibiotika helfen oft nicht und können Nebenwirkungen haben. Deshalb ist es meist sinnvoll, zwei bis drei Tage abzuwarten, ob die Mittelohrentzündung von selbst verschwindet. Falls die Ohrenschmerzen nicht abklingen, kann man dem Kind immer noch Antibiotika geben. Nützlich sind Antibiotika auch bei eitrigem Ausfluss aus dem Ohr sowie bei Kindern unter zwei Jahren mit einer Entzündung beider Ohren.

Wenn es dem Kind nicht gut geht, kann es wichtig sein, frühzeitig ärztlichen Rat zu suchen. Die Ärztin oder der Arzt kann einschätzen, ob es sich um eine Mittelohrentzündung handelt und wie schwer sie ist. Gemeinsam lässt sich dann besprechen, welche Form der Behandlung angebracht ist. Bessern sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht oder treten Probleme wie Hörstörungen auf, ist ein erneuter Arztbesuch ratsam.

Schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente

Eine schnelle Linderung der Ohrenschmerzen steht im Mittelpunkt der Behandlung. Für Kinder sind in Deutschland die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen rezeptfrei erhältlich. Beide Wirkstoffe lindern den Schmerz und senken das Fieber. Sie können als Zäpfchen oder Saft gegeben werden. Ibuprofen kann zusätzlich Entzündungen hemmen.

Die Dosierung der Medikamente richtet sich nach dem Alter und dem Körpergewicht des Kindes. Bei der Anwendung ist zudem ein Mindestabstand zur vorhergehenden Einnahme nötig. Weitere Informationen zur Anwendung und zu möglichen Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel des jeweiligen Medikaments. Bei Unsicherheiten kann man sich in der Arztpraxis oder Apotheke beraten lassen.

Acetylsalicylsäure (ASS) darf Kindern und Jugendlichen nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden, weil hier das Risiko einer seltenen, aber gefährlichen Nebenwirkung besteht („Reye-Syndrom“).

Antibiotika

Antibiotika beeinflussen den Verlauf einer Mittelohrentzündung nur wenig, können aber Nebenwirkungen haben. Die Mittel können die Ohrenschmerzen in den ersten 24 Stunden der Erkrankung nicht lindern. Ein Unterschied lässt sich erst etwas später feststellen: Studien zeigen, dass nach zwei bis drei Tagen Antibiotika-Einnahme etwa 15 von 100 Kindern noch Schmerzen haben – im Gegensatz zu 22 von 100 Kindern, die keine Antibiotika erhielten.

Antibiotika können auch das Risiko verringern, dass das Trommelfell reißt. In Studien riss das Trommelfell nur bei einem von 100 Kindern, die Antibiotika erhielten – aber bei etwa 3 von 100 Kindern, die keine Antibiotika nahmen. Ein Riss im Trommelfell ist meist klein und heilt innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen von selbst ab. Problematischer ist es, wenn das Trommelfell immer wieder einreißt oder ein größerer Riss entsteht.

Zwei Gruppen von Kindern können Antibiotika deutlich besser helfen:

  • Kinder unter zwei Jahren mit einer Entzündung beider Ohren
  • Kinder aller Altersgruppen mit eitrigem Ausfluss aus dem Ohr

Beides weist auf bakterielle Infektionen hin, die sich mit Antibiotika gut behandeln lassen. Bei etwa 25 bis 35 von 100 Kindern mit solchen Problemen können Antibiotika nach drei bis sieben Tagen Schmerzen und Fieber lindern.

Nebenwirkungen von Antibiotika

Antibiotika können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Hautausschlag hervorrufen. Bei ungefähr 5 von 100 Kindern lösen Antibiotika eine dieser Nebenwirkungen aus. Zum anderen trägt die allzu häufige Verwendung von Antibiotika dazu bei, dass sich Keime entwickeln und ausbreiten, die nicht mehr auf Antibiotika ansprechen (resistente Bakterien).

Abwartende Behandlung

Den größten Vorteil haben Antibiotika für Kinder mit Beschwerden, die auf eine bakterielle Infektion hinweisen (siehe oben). Bei anderen Kindern spricht viel dafür, zunächst auf Antibiotika zu verzichten und sie erst einzunehmen, wenn sich die Ohrenschmerzen nach zwei bis drei Tagen nicht bessern oder sogar verschlechtern. Es ist auch möglich, dass die Ärztin oder der Arzt nach der Diagnose ein Rezept für ein Antibiotikum ausstellt und die Eltern bittet, das Rezept erst einmal nicht einzulösen, sondern abzuwarten. Gegen Ohrenschmerzen erhalten die Kinder bis dahin schmerzstillende und falls nötig fiebersenkende Mittel.

Dieses abwartende Vorgehen vermeidet mögliche Nebenwirkungen durch Antibiotika und hat keine längerfristigen Nachteile. Man hat in Studien untersucht, ob es dadurch häufiger zu Komplikationen oder neuen Erkrankungen kommt. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Bei diesem Vorgehen ist es wichtig, die Beschwerden des Kindes aufmerksam zu beobachten und mit der Ärztin oder dem Arzt in Kontakt zu bleiben, um angemessen reagieren zu können, falls sich die Infektion nicht bessert oder sogar verschlechtert.

Was Studien sagen

Abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays

Nasentropfen oder Nasensprays können die Schleimhäute abschwellen lassen. Sie werden angewendet, um die Belüftung des Mittelohrs zu verbessern. Es ist jedoch nicht erwiesen, dass sie die Heilung einer Mittelohrentzündung unterstützen oder die Beschwerden lindern.

Viele Kinder mit Mittelohrentzündung haben auch eine verstopfte Nase. Nasensprays und Nasentropfen können dann für einige Stunden die Nase freier machen und die Atmung erleichtern. Sie sollten aber für wenige Tage und nur in der für das Alter des Kindes empfohlenen Dosierung angewendet werden. Bei zu langer, zu häufiger oder zu hoch dosierter Anwendung können die Mittel die Nasenschleimhaut dauerhaft schädigen. Abschwellende Nasentropfen und Nasensprays sind ohne Rezept in Apotheken erhältlich.

Gegen die Ohrenschmerzen können auch lokal wirkende Ohrentropfen angewendet werden. In Deutschland bestehen solche Mittel meist aus einer Kombination der Wirkstoffe Phenazon und Procain. Ob Ohrentropfen Kindern und Babys unter drei Jahren helfen, ist nicht untersucht. Bei Kindern über drei Jahren können sie die Schmerzen möglicherweise lindern.

Wenn das Trommelfell gerissen ist, kann die Anwendung von Ohrentropfen problematisch sein. Im Zweifel ist es besser, vorher mit der Ärztin oder dem Arzt zu sprechen.

Trommelfellschnitt (Parazentese)

Manchmal wird das Trommelfell leicht eingeritzt, damit Flüssigkeit aus der Paukenhöhle nach außen ablaufen kann. Der kleine Eingriff wird aber nur bei kompliziertem Verlauf vorgenommen – zum Beispiel, wenn das angestaute Sekret zu sehr starken Schmerzen führt.

Hausmittel und komplementäre Verfahren

Viele Eltern wenden bei ihrem erkrankten Kind auch Hausmittel oder Methoden der Komplementärmedizin an. Die Wirksamkeit der meisten Verfahren gegen Ohrenschmerzen oder Fieber wurde bisher allerdings entweder gar nicht in wissenschaftlichen Studien geprüft oder konnte nicht bestätigt werden.

Zum Beispiel verwenden manche Eltern Wadenwickel zur Fiebersenkung. Einige Eltern behandeln ihr Kind auch mit Zwiebelsäckchen, die auf das schmerzende Ohr gelegt werden, oder wärmen das erkrankte Ohr mit Rotlicht. Für eine Wirksamkeit dieser Hausmittel gibt es keine Belege. Manche Kinder empfinden sie jedoch als wohltuend.

Andere Eltern greifen auf homöopathische oder pflanzliche Medikamente zurück. Doch auch für solche Mittel gibt es keine Belege, dass sie bei einer akuten Mittelohrentzündung helfen können.

Paukenröhrchen

Wenn die Schleimhäute infolge einer Mittelohrentzündung anschwellen und Sekret absondern, füllt sich die Paukenhöhle mit Flüssigkeit. Dies wird Paukenerguss genannt. Meist bildet sich ein Paukenerguss nach einigen Tagen oder Wochen zurück. Bei einigen Kindern bleibt er jedoch bestehen und verschlechtert das Hören. Dadurch kann sich bei Kleinkindern auch die Sprachentwicklung verzögern.

Bei einem anhaltenden Paukenerguss wartet man zunächst einige Monate ab, ob er sich nicht doch von selbst zurückbildet. In dieser Zeit werden die Ohren regelmäßig ärztlich untersucht. Löst sich der Paukenerguss nicht auf, kommt ein Trommelfellschnitt in Betracht: Dadurch kann das Sekret nach außen abfließen, oder es wird abgesaugt.

Wenn sich trotzdem immer wieder Flüssigkeit ansammelt und das Kind schlecht hört, wird oft empfohlen, ein Paukenröhrchen einzusetzen. Die feinen Röhrchen aus Kunststoff oder Metall sorgen für die Belüftung des Mittelohrs von außen. Paukenröhrchen beseitigen zwar schnell den Paukenerguss und verbessern in den ersten Monaten das Hören – ob sie es aber auch längerfristig verbessern und Sprachentwicklungsstörungen vorbeugen, ist nicht nachgewiesen.

Paukenröhrchen können auch eingesetzt werden, wenn ein Kind sehr häufig Mittelohrentzündungen hat. Dann können sie das Risiko für erneute Entzündungen wahrscheinlich senken.

Paukenröhrchen werden gewöhnlich unter Vollnarkose eingesetzt und fallen meist nach sechs bis zwölf Monaten von selbst aus dem Ohr. Der Eingriff verläuft in der Regel komplikationslos. Mögliche Risiken sind beispielsweise Infektionen oder ein Verrutschen eines Röhrchens in die Paukenhöhle. Selten kann es nach dem Eingriff zu Hörproblemen kommen, weil der Schnitt nach der Behandlung nicht verheilt oder das Trommelfell vernarbt.

Quellen

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Coleman C, Moore M. Decongestants and antihistamines for acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2008; (3): CD001727.

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Venekamp RP, Mick P, Schilder AG, Nunez DA. Grommets (ventilation tubes) for recurrent acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2018; (5): CD012017.

Venekamp RP, Sanders SL, Glasziou PP, Del Mar CB, Rovers MM. Antibiotics for acute otitis media in children. Cochrane Database Syst Rev 2015; (6): CD000219.

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Schlagwörter: H65, H66, H68, H69, Immunsystem und Infektionen, Kind und Familie, Kopf und Nerven, Mastoiditis, Mittelohrentzündung, Ohren, Ohrenschmerzen, Otitis media, Trommelfell, Z23, Z24, Z25, Z26, Z27 Aktualisiert am 24. April 2019 24. April 2019
Erstellt am 24. April 2013
Nächste geplante Aktualisierung: 2022
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Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündung

Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) ist insbesondere bei (Klein-)Kindern eine häufig vorkommende Erkrankung. Die Infektion steigt meist von der Nase über die Ohrtrompete ins Mittelohr auf, insbesondere wenn durch heftiges Schnäuzen die Erreger vom Rachen in die Ohrtrompete gepresst werden. Von außen können die Erreger allenfalls auch bei Trommelfellverletzungen ins Mittelohr eindringen. Die Paukenhöhlenschleimhaut entzündet sich, und es bildet sich (eitriges) Sekret.

Die Betroffenen klagen typischerweise über heftige, pulsierende Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit. Sie fühlen sich krank und haben Fieber und Kopfschmerzen. Kleine Kinder zeigen oft ein uncharakteristisches Bild mit Fieber, Nahrungsverweigerung, Unruhe und Magen-Darm-Beschwerden.

Kommt es durch die Entzündung zu einer spontanen Eröffnung des Trommelfells, tritt Flüssigkeit aus dem Gehörgang aus (Otorrhoe, Ohrlaufen) und die heftigen Schmerzen lassen fast schlagartig nach.

Schulmedizinisch werden Mittelohrentzündungen mit Antibiotika, Schmerzmitteln und abschwellenden Nasentropfen behandelt. Allerdings haben schulmedizinische Studien nachgewiesen, dass Antibiotika weder die Dauer der Erkrankung verkürzen, noch langfristige Komplikationen wie Hörverlust zu verhindern vermögen.

Bei sehr starken Schmerzen und vorgewölbtem Trommelfell ist evtl. ein kleiner Trommelfellschnitt nötig, damit der Paukenerguss abfließen kann (Parazentese). Manchmal wird ein Paukenröhrchen eingelegt, um das eitrige Sekret aus dem Mittelohr abzuleiten.

Hausmittel und unterstützende Maßnahmen

  • Starkes Schnäuzen vermeiden, weil dadurch die Erreger ins Mittelohr gedrückt werden!
  • Meersalz-Nasentropfen oder andere abschwellende Nasentropfen zur Behandlung des Tubenkatarrhs
  • Nasenspülungen mit Kochsalzlösung bei Tubenkatarrh, wie im Kapitel „Schnupfen“ beschrieben
  • Warmes Olivenöl ins Ohr einträufeln (nicht bei laufenden Ohren, d.h. bei perforiertem Trommelfell!)
  • Bei Kindern evtl. zeitweilig auf Milchprodukte verzichten. Ziegenmilch, Sojamilch oder Reismilch sind eine Alternative zur Kuhmilch
  • Bei wiederkehrenden Mittelohrentzündungen sollten die Kinder nicht im Liegen mit der Flasche ernährt werden, weil dies das Bakterienwachstum in der Eustachischen Röhre fördert.
  • Kleingeschnittene Zwiebel in ein Gazesäckchen geben und etwa 2 Minuten in kochendes Wasser tauchen. Nach dem Abkühlen auf ca. 40 °C auf das schmerzhafte Ohr legen. Anschließend mit einem Tuch fixieren. Die Zwiebel ist ein altbewährtes Mittel gegen Ohrenschmerzen und -entzündung.
  • Die Verwendung von indianischen Ohrenkerzen (pflanzlich hergestellte Röhren, die angezündet werden und über den Gehöreingang gehalten dann langsam abglimmen, z.B. von Biosun) hilft gegen die Schmerzen und beruhigt die angespannten Nerven.
  • Einen Tropfen japanisches Heilpflanzenöl auf Watte geben und ins Ohr stecken
  • Einen Topfenwickel (als Fertigpräparat: Quarkpack) auf dem Warzenfortsatz hinter dem Ohr auflegen
  • Wärmebehandlung durch Rotlichtlampen
  • Schleimlösende Mittel helfen bei Tubenkatarrh und daraus entstehenden Mittelohrentzündungen, um den Sekretabfluss aus dem Mittelohr über die eustachische Röhre zu erleichtern. Hierzu gehören alle unter Schnupfen genannten Mittel.

Teemischung:

20 g Epimedium Herba, 25 g Kamille, 25 g Spitzwegerich, 25 g Hagebutten und 25 g Pfefferminze mischen. 1 EL der Mischung mit ¼ l kochendem Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Tagsüber trinken.

Schüssler-Salze

Nr.3 Ferrum phosphoricum und Nr. 4 Kalium chloratum bei akuter Entzündung

Nr. 6 Kalium sulfuricum bei eitrigen Absonderungen aus dem Ohr

Nr. 2 Calcium phosphoricum und Nr.11 Silicea bei Neigung zu wiederkehrenden Ohrenentzündungen

Homöopathische Einzelmittel

Das passende homöopathische Mittel kann manchmal innerhalb kürzester Zeit (wenige Minuten bis zu max. einer Stunde) zu einer Verbesserung der Beschwerden führen, wenn es der Symptomatik entsprechend richtig ausgewählt wurde. Bei Anzeichen von Kopf- und Nackenschmerzen, bei Fieberanstieg und Schläfrigkeit ist unbedingt eine fachärztliche Untersuchung erforderlich, um eine Meningitis (Hirnhautentzündung) auszuschließen!

Aconitum napellus: Plötzlich beginnende und heftige Ohrenschmerzen, besonders linksseitig. Unruhe und Angst. Viel Durst. Trockene, heiße Haut. Hohes Fieber. Verursacht durch kalten trockenen Wind oder Zugluft, Schreck oder Angst. Verschlimmerung in der Nacht. Verbesserung, sobald Schweiß produziert wird.

Der Sturmhut ist das Mittel der ersten Stunde bei Erkältungen aller Art.

Belladonna: Plötzlich einsetzende klopfende, unerträgliche Ohrenschmerzen. Manchmal ist eher das rechte Ohr betroffen. Die Ohrmuschel ist gerötet, rotes heißes Gesicht und erweiterte Pupillen, glasige Augen. Kalte Hände und Füße. Kein Durst, obwohl Mund und Hals trocken sind, Fieber mit innerer Unruhe. Verursacht durch Zugluft und feuchte Kälte. Verschlimmerung nachmittags und abends. Verschlimmerung durch Aufdecken, Berührung und Erschütterung. Verbesserung durch warme Anwendungen.

Die Tollkirsche ist das klassische Fieber- und Entzündungsmittel.

Chamomilla: Die Ohrenschmerzen sind unerträglich, das Fieber steht weniger im Vordergrund. Unleidliches und unruhiges Gemüt. Die eine Wange ist rot, die andere ist blass. Verursacht durch Ärger. Die Ohrenschmerzen werden schlimmer durch Berührung und schlimmer durch Wind. Herumtragen oder Umherfahren im Auto bessert Beschwerden und Laune.

Kamille ist erstes Mittel der Wahl bei unleidlichen und quengeligen Kindern mit Ohrenschmerzen.

Ferrum phosphoricum: Langsam zunehmender Beginn der Ohrenschmerzen. Das Fieber kann sehr hoch sein, ohne dass besondere Beeinträchtigungen auftreten. Blasses oder gerötetes Gesicht. Kalte Anwendungen bessern die Beschwerden. Verschlimmerung nachts.

Eisenphosphat kann in symptomarmen Fällen (auch als Schüssler-Salz) gegeben werden, wenn Belladonna keine Wirkung zeigte.

Mercurius solubilis: Klarer Schnupfen, dann dicke Absonderungen, daraufhin Mittelohrenzündung. Verschlimmerung nachts und im Bett, Besserung durch kalte Anwendungen. Die Zunge ist schmutzig-weiß belegt. Übler Mundgeruch, übermäßiger Speichelfluss und starke Schweiße. Eitrige Absonderungen aus dem Ohr.

Homöopathisches Quecksilber hilft bei akuter und wiederkehrender Mittelohrentzündung mit ausgeprägter Eiterungstendenz.

Pulsatilla pratensis: Die Otitis beginnt mit einer Erkältung, die sich zur Mittelohrentzündung weiterentwickelt. Schmerzhaftes Gefühl, als wolle das Ohr bersten. Weinerliche, wechselhafte Stimmungen. Große Anhänglichkeit. Kein Durst. Das Hörvermögen ist vermindert. Die Beschwerden bessern sich durch kühle Anwendungen und an der frischen Luft. Verbesserung durch Trost. Verschlimmerung durch Hitze und nachts.

Die Küchenschelle ist das am häufigsten angezeigte Mittel bei akuter und chronischer Mittelohrentzündung. Die weinerliche Stimmung bei Pulsatilla ist sanft, im Gegensatz zum aufreibend quengeligen und gereizten Temperament bei Chamomilla.

Silicea: Chronischer Mittelohrkatarrh (seröse Otitis), der zu chronischen Schmerzen und Gehörverlust führt. Verstopfte Ohren mit einem knackenden Geräusch beim Gähnen oder Schlucken (= Tubenkatarrh). Ohrsekret riecht nach Käse. Schlimmer durch Kälte, beim Entblößen des Ohres, bei Zugluft, durch laute Geräusche. Besser durch Bedecken der Ohren und durch äußere Wärme.

Die 5 besten Hausmittel bei Ohrenschmerzen

Besonders Kinder haben häufig Ohrenweh. Die Ursache dafür ist meist eine akute Mittelohrentzündung, die mit Fieber einhergeht. Wer im Erwachsenenalter unter Ohrenschmerzen leidet, hat nicht selten Probleme mit dem äußeren Ohr beziehungsweise dem äußeren Gehörgang. Generell gilt: Eine Mittelohrentzündung, die plötzliche, starke Schmerzen und Fieber mit sich bringt, sollte immer fachärztlich untersucht und behandelt werden. Sofern ernste Erkrankungen ausgeschlossen wurden, können verschiedene Hausmittel wirkungsvoll gegen Ohrenschmerzen helfen.

Diese Hausmittel helfen bei Ohrschmerzen

1. Ruhe und Schlaf

Unterschätzen Sie nicht die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers. In den meisten Fällen werden Ohrenschmerzen von Erschöpfung und Erkältungssymptomen wie Kopfschmerzen oder leichtem Fieber begleitet. Darum empfiehlt es sich, den Organismus zu entlasten und seine Selbstheilungskräfte zu unterstützen. Mit viel Ruhe und Schlaf erholen wir uns am schnellsten. Um den Heilungsverlauf bei Ohrenschmerzen zu beschleunigen, sollten Sie außerdem möglichst viel trinken. Haben Sie Fieber, verliert Ihr Körper Flüssigkeit, weshalb ein Ausgleich des Wasserhaushalts besonders wichtig ist.

2. Zwiebelsäckchen

Die Zwiebel wirkt antibakteriell und ist deshalb ein wirksamer Helfer gegen Entzündungen. Nicht umsonst ist das Auflegen von Zwiebelsäckchen eines der bekanntesten Hausmittel gegen Ohrenschmerzen. Dafür eine Zwiebel klein schneiden und ohne Zugabe von Öl erhitzen. Die Stückchen anschließend in ein Geschirrhandtuch wickeln und leicht zusammendrücken, damit etwas Zwiebelsaft austritt. Das vorbereitete Päckchen nicht zu heiß, aber noch warm auf das schmerzende Ohr legen. Mit einer Mütze oder einem Stirnband fixieren und 20 bis 30 Minuten einwirken lassen. Die entstehende Wärme und die ätherischen Öle der Zwiebel, die übrigens auch für tränende Augen beim Zwiebelschneiden verantwortlich sind, lindern den Schmerz. Alternativ können Sie auch eine heiße, zerdrückte Kartoffel einwickeln und auflegen. Zwiebelpäckchen können auch kalt aufgelegt werden. Schneiden Sie dazu die Zwiebel in kleine Stücke und geben Sie diese in ein Taschentuch. Zerdrücken Sie die Zwiebel langsam, bis sich das Taschentuch mit dem Saft vollgesaugt hat. Das Taschentuch anschließend für eine halbe Stunde ans Ohr legen.

3. Knoblauch

Knoblauch kann eine Alternative zur Zwiebel bei Ohrenschmerzen sein. Man schneidet ihn ebenfalls in kleine Stücke und erhitzt sie. Eingewickelt in ein Baumwolltuch platziert man das Päckchen dann auf dem betroffenen Ohr. Oder man presst den Saft aus den Zehen und gibt ihn auf ein Tuch, das man anschließend auf das schmerzende Ohr legt.

4. Wärme

Achten Sie darauf, schmerzende Ohren stets warm zu halten, denn Wärme lindert das unangenehme Ziehen und Brennen im Gehörgang. Es spricht nichts dagegen, auch im Haus eine Mütze oder ein Stirnband zu tragen. Das betroffene Ohr kann auch mit einer Rotlichtlampe bestrahlt werden. Dabei sollte der Abstand zwischen Lampe und Ohr mindestens 50 Zentimeter betragen und die Bestrahlung über einen Zeitraum von maximal zehn Minuten erfolgen. Auch mit einem in Backofen oder Mikrowelle erwärmten Kirschkernkissen können Sie schmerzende Ohren wärmen. Die Wärme sollte sich jedoch immer angenehm anfühlen, sodass es nicht zu Verbrennungen kommt.

Während Wärme bei einer Mittelohrentzündung gut tut, wird bei einer Entzündung im äußeren Gehörgang Kälte meist als angenehmer empfunden. In diesem Fall sollten Sie einen feuchtkalten Wickel am Ohr vorziehen. Dazu ein Tuch aus Baumwolle oder Leinen mit sehr kaltem Wasser tränken und gut auswringen. Das Tuch zusammenfalten und mit einem weiteren trockenen Tuch einschlagen. Den kühlen Wickel mithilfe einer Mütze am Ohr befestigen. Die Füße und der Rest des Körpers dabei gut warm halten.

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5. Kamille

Die ätherischen Öle der Kamille wirken schmerzlindernd und wundheilend. Ein Kamillendampfbad hilft bei einer leichten Mittelohrentzündung. Dafür zwei Esslöffel Kamillenblüten in kochendes Wasser geben und zugedeckt für circa fünf Minuten ziehen lassen. Die Ohrmuschel anschließend für einige Minuten über den Wasserdampf halten. Sie können auch einen Kamillenteebeutel über Wasserdampf erhitzen und warm auf das schmerzende Ohr legen. Kamille hilft übrigens nicht nur als Hausmittel gegen Ohrenschmerzen: Inhaliert enfaltet die Heilpflanze ihre positive Wirkung auch bei Halsbeschwerden, einer Nebenhöhlenvereiterung oder als Tee gegen Magenverstimmung.

6. Senfumschlag

Auch ein warmer Umschlag mit Senfmehl kann Ohrenschmerzen effektiv lindern, denn ähnlich wie Zwiebeln wirkt auch Senf antibakteriell. Für den Wickel etwas fein gemahlenes Senfmehl (in der Apotheke erhältlich) mit warmen Wasser zu einem Brei vermischen und in die Mitte eines Baumwolltuches streichen. Die Seitenränder des Tuches einschlagen und die Senfpackung auf das Ohr drücken. Maximal zehn Minuten einwirken lassen, um die Haut mit den intensiven ätherischen Ölen des Senfkorns nicht zu reizen. Entfernen Sie den Wickel sofort, wenn sich die Haut während der Anwendung stark rötet oder brennt. Nicht öfter als einmal täglich anwenden.

7. Inhalation mit ätherischen Ölen

Ohrenschmerzen treten in einigen Fällen bei Erkältungen auf, wenn das Sekret nicht gut abfließen kann, denn dann wird das Ohr nicht ausreichend belüftet. Hier kann eine Inhalation mit ätherischen Ölen helfen: Eukalyptus, Rosmarin, Thymian und Tannenöle eignen sich besonders gut.

8. Viel trinken

Darf bei Ohrenschmerzen auf keinen Fall zu kurz kommen: viel Flüssigkeit, bestenfalls stilles Wasser und ungesüßte Tees. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme unterstützt den Heilungsverlauf von akuten Infekten. Zudem sorgt man dafür, dass die Schleimhäute feucht gehalten werden, und sich Entzündungen sich nicht so schnell manifestieren können.

Eine Selbstbehandlung bei Ohrenschmerzen mit natürlichen Hausmitteln ist nur über einen kurzen Zeitraum zur Linderung der Beschwerden empfehlenswert. Sollten die Schmerzen nicht innerhalb von zwei Tagen nachlassen, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Bei starken Schmerzen und Begleitsymptomen wie hohem Fieber oder bei Babys und Kindern mit Ohrenschmerzen ist eine ärztliche Untersuchung unerlässlich.

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