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Scharlach

Scharlach zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten, weil er vorwiegend im ersten Lebensjahrzehnt auftritt. Obwohl schon Babys vom sechsten Monat an infiziert werden können (vorher haben sie noch einen „Nestschutz“ von der Mutter), tritt Scharlach oft erst zwischen dem dritten und achten Lebensjahr auf, mit einem Gipfel im vierten Lebensjahr. Mit zehn Jahren nimmt die Ansteckungsgefahr ab, erlischt aber nie völlig. Auch Erwachsene können daran erkranken.

Scharlach kommt heute seltener vor als noch vor 50 Jahren, verläuft leichter und lässt sich mit Antibiotika so gut behandeln – es muss praktisch kein Kind mehr an dieser Krankheit sterben. Wegen der ernst zu nehmenden Spätfolgen sollten Sie Ihr Kind bei den ersten Anzeichen ärztlich untersuchen und behandeln lassen.

Hat mein Kind Scharlach?

Nicht so leicht zu erkennen… Worauf Sie achten müssen.

Scharlach wird durch Bakterien verursacht

Erreger des Scharlach sind Streptokokken der Gruppe A. Diese Bakterien zeichnen sich durch die Produktion sogenannter Toxine aus. Von ihnen gibt es rund 80 verschiedenen Typen, die normalerweise eine Streptokokken-Angina, also eine Halsentzündung, verursachen. Die Scharlach-Bakterien sind in der Lage, ein spezielles Scharlachgift zu produzieren, das den typischen Scharlachausschlag auslöst. Im Grunde ist Scharlach also eine Streptokokken-Angina mit Ausschlag.

Ist man nach der Erkrankung immun?

Scharlach hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen die Toxine der Bakterien; da es aber mindestens vier Scharlacherreger gibt, erkranken manche Kinder mehrmals an Scharlach. Solche Zweiterkrankungen haben nichts damit zu tun, ob das Kind mit Penicillin behandelt worden ist. Auch eine andere Streptokokkeninfektion kann jederzeit wieder auftreten (z.B. eine Mandelentzündung oder andere Infektionen im Nasenrachenraum). Eine Schutzimpfung gegen Scharlach gibt es nicht.

Wie steckt man sich mit Scharlach an?

Die Bakterien werden über Tröpfcheninfektion oder infizierte Gegenstände (Wäsche, Kleidung, Spielzeug und Bücher) übertragen. Gelegentlich verbreiten sie sich auch über verunreinigte, schlecht gekühlte Lebensmittel. Die Erkrankung tritt meist als kleine Epidemie, oft in der kalten Jahreszeit bei relativ trockenem und windigem Wetter auf.

Die grösste Ansteckungsgefahr besteht schon während der drei bis fünf Tage dauernden Inkubationszeit, in der noch keine Symptome auffällig sind. Später als acht Tage nach dem Kontakt mit einem Scharlachkranken ist kaum noch mit einer Ansteckung zu rechnen.

Wenn die Krankheit ausgebrochen ist und die Behandlung mit Antibiotika gleich begonnen wurde, ist sie schon nach zwei bis drei Tagen nicht mehr ansteckend und das Kind kann wieder in den Kindergarten oder die Schule gehen. Dagegen gelten scharlachkranke Kinder ohne Penicillinbehandlung längere Zeit als „infektiös“. Sie dürfen Gemeinschaftseinrichtungen erst wieder besuchen, wenn alle Symptome abgeklungen sind und eine Weiterverbreitung der Krankheit nicht mehr zu befürchten ist.

Die Krankheitssymptome kommen sehr plötzlich: Hohes Fieber bis fast 40°C, Kopfweh und sehr starke Halsschmerzen sowie Husten stehen am Anfang. Der Rachenraum ist scharlachrot verfärbt, die Zunge ist weisslich belegt (s. Foto). Viele Kinder klagen über Übelkeit und müssen sogar erbrechen. Nach 2-4 Tagen färbt sich die Zunge himbeerrot (Himbeerzunge oder Erdbeerzunge). Spätestens drei Tage nach Fieberbeginn zeigt sich der typische, samtartige Hautausschlag mit stecknadelkopfgrossen, dicht stehenden Flecken. Die Erhebungen des Ausschlags sind zunächst zart rosa, später flammend rot (eben scharlachrot). Sie erscheinen vor allem um die Achseln, an der Brust, in der Leistengegend und an den Innenseiten der Oberschenkel. Wenn man mit der Handfläche über die Haut streicht, fühlt sie sich an wie Sandpapier oder eine leichte Gänsehaut. Der Bereich um den Mund und das Kinn herum bleibt ausgespart und erscheint weisslich (Milchbart). Juckreiz ist kaum vorhanden. Etwa drei Wochen nach Auftreten der ersten Symptome beginnt die Haut, sich zu schälen, vorwiegend an den Handflächen und Fusssohlen.

Es gibt Fälle, die völlig ohne Ausschlag verlaufen. Das Kind hat kein Fieber, nur Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Husten. Erst nach einigen Tagen zeigt das Abschuppen seiner Haut, dass es Scharlach durchgemacht hat. Dann braucht nicht mit Antibiotika behandelt zu werden.

Sichere Diagnose – wirksame Therapie

Bei Auftreten der ersten Symptome sollte idealerweise ein Rachenabstrich vorgenommen werden, um die Diagnose im Schnelltest zu sichern. Danach wird mit einem hochdosierten Antibiotikum (in der Regel Penicillin, falls eine Allergie dagegen besteht: Cephalosporine, Clindamycin, Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin) meist als Saft über zehn Tage, fiebersenkenden Massnahmen und Mitteln gegen Halsschmerzen behandelt.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind reichlich kühle Getränke trinkt, auch wenn es Halsschmerzen beim Schlucken hat. Gurgeln mit Honig-gesüsstem Salbei-, Eibisch, Kamillen- oder Lindenblütentee oder desinfizierenden Lösungen kann helfen, sonst auch ein schmerzlinderndes Rachenspray. Um die natürliche Darmflora zu unterstützen, die durch die Antibiotikagabe beeinträchtigt wird, ist es empfehlenswert, regelmässig Joghurt zu essen.

Eine vorsorgliche Behandlung der Kontaktpersonen in Familie, Krippe und Schule ist nicht nötig.

Antibiotikum nicht immer notwendig

Ob eine Antibiotikatherapie grundsätzlich immer gerechtfertigt ist, wird zur Zeit diskutiert. Die Schweizerische Gesellschaft für Infektiologie betont, dass die Komplikationen einer Scharlacherkrankung (s. weiter unten) bei uns sehr selten sind, weshalb ihre Vermeidung allein keinen ausreichenden Grund für eine antibiotische Therapie mehr darstellt (Stand: November 2019). Ausserdem können Antibiotika die Dauer einer schweren GAS-Angina nur um 1-2 Tage verkürzen. Bei bereits durchgemachten rheumatischem Fieber, anderen Grunderkrankungen oder schwerem Verlauf kann aber in der Regel nicht auf die Antibiotikatherapie verzichtet werden.

Sollte Ihr Arzt eine Antibiotikatherapie für sinnvoll halten, ist es von grösster Wichtigkeit, das Antibiotikum über die gesamte verordnete Zeit einzunehmen, in den meisten Fällen zehn Tage lang. Mit Hilfe der Penicillin-Behandlung geht es dem Kind zwar schon nach 24 bis spätestens 48 Stunden wieder gut. Das Verschwinden der Beschwerden bedeutet aber nicht, dass damit auch die Bakterien unschädlich gemacht wurden! Die Behandlungsdauer von zehn Tagen ist notwendig, um alle Bakterien abzutöten. Bleiben Reste im Organismus, könnte die Krankheit wieder aufflackern. Ausserdem besteht die Gefahr, dass sich Erreger an das Antibiotikum gewöhnen, also eine Resistenz entwickeln.

Die Hauptvorteile der Penicillin-Behandlung für das Kind:

  • Die Beschwerden verschwinden schneller.
  • Die Ansteckungszeit wird abgekürzt, 24 Stunden nach Einnahmebeginn besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Ohne Behandlung können mit Scharlach Infizierte noch bis zu drei Wochen Streptokokken verbreiten.
  • Das Kind darf eher wieder in den Kindergarten oder zur Schule.
  • Gefährliche Komplikationen (z.B. schmerzhafte Entzündungen des Mittelohrs oder der Nebenhöhlen, Schwellungen der Lymphdrüsen und gefährliche Abszesse in den Rachenmandeln) werden vermieden.

Spätfolgen von Scharlach sind gefährlich

Wenn eine Scharlacherkrankung nicht ausreichend behandelt wird, kann es nach einigen Wochen zu Spätfolgen kommen. Dazu gehören das akute rheumatische Fieber (mit schmerzhaften Gelenkveränderungen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen) und das so genannte Scharlachherz (eine Entzündung des Herzmuskels und der Herzinnenhaut, manchmal auch der Herzklappen). Auch eine Blutvergiftung, akute Nierenentzündung und neuropsychiatrische Autoimmunerkrankungen sind möglich.

Für Schwangere bzw. ihr ungeborenes Kind stellt eine Scharlacherkrankung keine Gefahr dar.

Häufige Fragen zum Thema

Ist es gefährlich für mein Baby, wenn ich in der Schwangerschaft Scharlach bekomme?

Scharlach ist eine der wenigen Kinderkrankheiten, die man mehrmals (auch als erwachsene Person) bekommen kann. Dazu braucht es aber auch gewisse Symptome. Prominent sind die Halsschmerzen. Ob es sich dann wirklich um Scharlach handelt, kann man mit einem Rachenabstrich feststellen. Diesen Abstrich…

vollständige Antwort lesen Wie gebe ich meinem Kind am besten ein Fieberzäpfchen?

So klappt es am besten:

  • Das Zäpfchen noch in der Verpackung etwas erwärmen – mit den Handflächen oder kurz in warmes Wasser tauchen. Dann erst auspacken.
  • Bitte keine Creme oder Öl als Gleitmittel verwenden, da die Wirkung des Zäpfchens beeinträchtigt werden könnte.
  • Das Kind liegt am besten seitlich mit…

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Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

  • Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit, die üblicherweise im Alter von drei bis zehn Jahren vermehrt bei Kleinkindern und Kindern auftritt.
  • Ein an Scharlach erkranktes Baby bzw. Kind leidet oft an Grippesymptomen, einem Hautausschlag an Körper und Gesicht und hat eine sogenannte „Himbeerzunge“.
  • Da sich Scharlach mittels Tröpfcheninfektion verbreitet, ist die Ansteckungsgefahr im Kindergarten und in der Schule besonders hoch.

Die Stirn ist heiß, das Schlucken schmerzt und die Zunge strahlt wie eine Himbeere: Das sind typische Symptome von Scharlach. Die Krankheit ist ungefährlich, betrifft hauptsächlich Kinder und ist hoch ansteckend. Scharlach-Bakterien werden mittels Tröpfcheninfektion übertragen und breiten sich besonders gut über kontaminiertes Besteck, Spielzeug oder Niesen aus.

In diesem Ratgeber gehen wir auf die Krankheitssymptome und deren Verlauf ein, insbesondere auf Scharlach Erkrankungen bei Babys und Kindern. Außerdem erfahren Sie, was Sie als Eltern präventiv tun können, um Ihr Kind, aber auch sich selbst vor einer Infektion zu schützen.

1. Scharlach ist eine typische Kinderkrankheit

Scharlach ist neben Windpocken und Mumps eine der klassischen Kinderkrankheiten. Die Infektionskrankheit Scharlach wird bei Kindern von bestimmten Bakterien namens A-Streptokokken ausgelöst. Nach Überstehen der Krankheit ist Ihr Kind in Zukunft meist immun, sodass die Krankheit nicht erneut ausbricht.

Weitläufig unbekannt ist die Tatsache, dass jeder fünfte bis zehnte Mensch selbst Träger des Scharlach-Erregers ist, ohne dass die Krankheit bei ihm ausbricht. Die Bakterien werden also auch von vermeintlich gesunden Menschen übertragen, da sich die Erreger vor allem im Rachenraum an den Schleimhäuten befinden. Meist geschieht dies über das Sprechen, Husten und Niesen.

2. Nicht nur eine Himbeerzunge ist typisch für Scharlach

Die für Scharlach symptomatische Zunge wird auch Himbeerzunge oder Erdbeerzunge genannt.

Die Inkubationszeit von Scharlach beträgt gewöhnlich zwischen ein und drei Tagen. Die Krankheitssymptome von Scharlach ähneln auf den ersten Blick denen eines grippalen Infekts.

Die typischen Symptome sind:

  • plötzliches Fieber
  • Schluckbeschwerden
  • belegte Zunge (später: Himbeerzunge)
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schüttelfrost

Achtung: Auch beim Kawasaki-Syndrom bildet sich symptomatisch die charakteristische Himbeerzunge (auch Erdbeerzunge) aus. Diese Erkrankung muss zunächst ausgeschlossen werden, damit Scharlach eindeutig diagnostiziert werden kann.

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3. Babys erkranken nur selten an Scharlach

Es ist äußerst selten, dass ein Baby an Scharlach erkrankt. Bis zum Alter von sechs Monaten genießen Babys normalerweise den sogenannten „Nestschutz“ der Mutter, d.h. sie verfügen noch über mütterliche Antikörper, die sie vor zahlreichen Erkrankungen schützen.

Sind Babys ca. 3 Monate alt, entwickeln sie eine eigene Immunabwehr. In seltenen Fällen kann eine Scharlach-Erkrankung bereits in diesem Alter auftreten.

Wenn ein Baby nichtsdestotrotz an Scharlach erkrankt, erkennen Sie es vor allem an seinem veränderten Verhalten. Ein 4 Monate altes Baby kann zwar nicht über Kopfschmerzen klagen, jedoch die Nahrungsaufnahme verweigern. Weitere Anzeichen sind: Die Verhärtung der Bauchdecke, der typische Belag auf der Zunge und Fieber. Aber auch Erbrechen kann ein Hinweis auf Scharlach sein.

Achtung: Etwa 8 Monate alte Babys erforschen ihre Umgebung nicht nur mit den Händen, sondern auch mit dem Mund. Dabei ist Vorsicht geboten, weil sie sich durch die Aufnahme der Erreger mit dem Speichel leicht anstecken können.

Scharlach geht meist mit Fieber einher.

Falls Sie bei Ihrem Kleinkind Anzeichen für Scharlach erkennen, sollten Sie sofort einen Kinderarzt aufsuchen. Auch wenn es schwer fällt: Geraten Sie nicht in Panik. Ist Ihr Baby 5 Monate bis 10 Monate alt, verläuft die Krankheit tendenziell harmlos und kann leicht behandelt werden.

Die Scharlach-Behandlung erfolgt im Regelfall mit einem mit Antibiotika versetzten Saft. Um Ihrem Kind das Schlucken zu erleichtern, können Sie ihm bei der Einnahme ungesüßten Tee (Kamille oder Fenchel) geben.

4. Scharlach kann ohne Ausschlag und Fieber ausbrechen

Welches ist das wichtigste Symptom?

Die mit der Krankheit einhergehende Mandelentzündung bzw. Rachenentzündung ist für Scharlach charakteristisch und tritt in den meisten Fällen auf.

Nach zwei bis drei Tagen Inkubationszeit tritt ein nicht juckender Hautausschlag am Körper Ihres Kindes auf, meist in Form von stecknadelgroßen, roten Flecken. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ihr Kind an Scharlach erkrankt ist, können Bilder im Internet für Aufklärung sorgen.

Häufig betroffen sind Achseln, Leisten und Gesicht. Das Mund-Kinn-Dreieck bleibt von Ausschlag verschont und wird im Volksmund deshalb auch „Milchbart” genannt. Zwei Wochen nach Ausbruch der Krankheit kommt es zur Abschuppung der Haut an den Fingern und Zehen, manchmal auch an den Fußsohlen.

Der Krankheitsverlauf äußert sich nicht bei jedem auf die gleiche Weise. Während Scharlach bei manchen Kindern mit hohem Fieber und deutlichen Ausschlägen einhergeht, kann es auch ohne Fieber, Himbeerzunge oder Ausschlag auftreten. Eine eindeutige Diagnose der Krankheit Scharlach ist daher nicht immer möglich.

4.1. Erwachsene stecken sich häufig bei Kindern an

Häufiges Hände waschen in der Zeit von Oktober bis März kann vor einer Infektion mit Scharlach schützen.

Obwohl Scharlach als typische Kinderkrankheit gilt und besonders im Alter zwischen drei und zehn Jahren auftritt, kann sich jeder Mensch anstecken. Ein Aspekt ist jedoch zu berücksichtigen: Die Übertragung von Kind auf Erwachsene. Schließlich handelt es sich bei Scharlach um eine bakterielle Infektion, mit der sich vor allem Erwachsene, die nie an Scharlach erkrankt waren, infizieren können.

Des Weiteren kann auch die Mutter ansteckend für ihr Kleinkind sein, wenn sie die Krankheitserreger in sich trägt und an das Kind überträgt. Häufiges Händewaschen ist daher sinnvoll, vor allem wenn Vater und Mutter arbeiten, denn dort kommen sie in Kontakt mit vielen Menschen und Erregern.

4.2. Komplikationen treten bei Nichtbehandlung auf

Eine Scharlach-Infektion ist grundsätzlich nicht gefährlich. Im Gegensatz zu Röteln ist Scharlach auch während einer Schwangerschaft als harmlose Erkrankung einzustufen. Komplikationen treten nur dann auf, wenn sie nicht behandelt wird. Dann kann es nämlich zu einem septischen Verlauf kommen: Eine Hirnhautentzündung oder rheumatisches Fieber können die Folgen sein. In ganz seltenen Fällen kann es bei einer Nichtbehandlung zum sogenannten Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome (STSS) kommen.

5. Die Behandlung erfolgt im Regelfall mit Antibiotika

Erkrankte sollten in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser weist mit Hilfe eines Abstrichs der Schleimhäute Streptokokken nach (Streptococcus pyogenes).

Scharlach wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. In dem Fall besteht 24 Stunden nach der ersten Einnahme bereits keine Ansteckungsgefahr mehr. Wenn Ihr Kind sich gut fühlt, kann es theoretisch ab diesem Zeitpunkt wieder öffentliche Einrichtungen besuchen. Wird Scharlach nicht mit einem Antibiotikum wie Penicillin behandelt, können sich Menschen bis zu drei Wochen mit den Erregern infizieren.

Tipp: Gegen Hustenanfälle können Sie für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen. Hängen Sie dazu feuchte Handtücher im Raum auf oder stellen Sie ein Glas Wasser auf die Heizung. So kann Ihr Kind den Schleim besser abhusten.

Ihr Kind sollte während des Genesungsprozesses viel trinken, auch wenn das Schlucken schwer fällt. Außerdem sollte es die Bettruhe einhalten und den Kontakt zu gesunden Personen vermeiden. Gegen die Schluckbeschwerden können warme Getränke und Speisen wie Suppe helfen.

Vorteile und Nachteile einer Behandlung von Scharlach mit Antibiotika:

  • Bakterielle Infektionen werden schnell und nachhaltig bekämpft
  • Großes Wirkungsspektrum
  • belastend für die Darmflora
  • lösen Allergien aus
  • Körper entwickelt nach einiger Zeit Resistenzen
Symptom Hausmittel
Fieber Wadenwickel, Essigsocken, viel trinken
Hautausschlag Salbe, nicht kratzen (eventuell Handschuhe)
Halsschmerzen lindernde Tees (Kamille, Fenchel o.ä.), Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer erhöhen, Gurgeln

6. Präventionsmaßnahmen sind eingeschränkt möglich

Um eine Ansteckung mit Scharlach zu vermeiden, sollten Sie sich häufig die Hände waschen und darauf achten, dass Ihre Kinder dies auch regelmäßig mit Seife oder antibakteriellen Lotionen tun. Außerdem ist eine allgemeine Hygiene im Haushalt zu empfehlen.

Überdies können Sie als Eltern allerdings nicht viel mehr tun. In den kritischen Monaten von Oktober bis März können Sie darauf achten, dass Ihr Kind nicht mit anderen erkrankten Kindern in Kontakt kommt. Allerdings besteht keine Meldepflicht von Scharlach-Vorfällen in Schulen. Mehr Informationen zum Infektionsschutzgesetz finden Sie auf der Seite des Robert Koch Instituts.

Achtung: Nach §34 des Infektionsschutzgesetzes dürfen sich Erkrankte nicht in Gemeinschaftseinrichtungen wie der Schule oder dem Kindergarten aufhalten.

Eine Impfung gegen Scharlach gibt es nicht. Gefährdeten Menschen, die unter schweren Erkrankungen oder Altersschwäche leiden, wird manchmal eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika empfohlen.

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Kinderkrankheiten: Scharlach – Wie gefährlich ist er noch?

GesundheitInfektionKinderScharlach

Nach wie vor zählt Scharlach zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern – zum Glück nicht mehr zu den gefährlichsten. Scharlach kommt heute seltener vor als noch vor 50 Jahren, verläuft leichter und lässt sich mit Antibiotika so gut behandeln, dass praktisch kein Kind mehr an dieser Krankheit sterben muss, stellt die Stiftung Kindergesundheit in ihrer aktuellen Stellungnahme erfreut fest.

Erdbeerzunge, auch Himbeerzunge genannt, mit weißem Belag. Symptom für die Krankheit Scharlach – Foto: Martin Kronawitter, Kellberg

Die epidemisch auftretende Infektionskrankheit wurde in früheren Jahrhunderten in ihrer Gefährlichkeit mit Pest, Typhus und Cholera verglichen. Die Sterberate betrug in manchen Epidemien 20 Prozent, teilweise starben sogar mehr als 50 Prozent der mit Scharlach angesteckten Kinder. Selbst in die Literatur fand die Krankheit Eingang: Nachdem zwei seiner zehn Kinder an Scharlach gestorben waren, schrieb der Dichter Friedrich Rückert um 1830 seine „Kindertotenlieder“, die später von Gustav Mahler vertont worden sind. Auch Mahlers Tochter Maria Anna („Putzi“) wurde mit fünf Jahren Opfer einer kombinierten Scharlach-Diphtherie-Infektion.

Die Erreger des Scharlachs sind Bakterien, Streptokokken der Gruppe A. Davon gibt es rund 80 verschiedenen Typen, die normalerweise eine Streptokokken-Angina, also eine Halsentzündung, verursachen. Der Scharlach ist eine Sonderform der Streptokokken-A-Infektion, der durch spezielle Streptokokken-Typen hervorgerufen wird. Sie sind in der Lage, ein spezielles Scharlachgift zu produzieren, das den typischen Scharlachausschlag auslöst. Im Grunde ist Scharlach also eine Streptokokken-Angina mit Ausschlag.

Die Abwehrkräfte des Kindes produzieren Antikörper gegen diesen Giftstoff, so dass es anschließend gegen Scharlach immun ist. Da es aber mindestens vier Scharlacherreger gibt, erkranken manche Kinder mehrmals an Scharlach. Solche Zweiterkrankungen haben nichts damit zu tun, ob das Kind mit Penicillin behandelt worden ist, betont die Stiftung Kindergesundheit in ihrer Stellungnahme.

In Deutschland erkranken jährlich mindestens 50.000 Menschen an typischem Scharlach, die Zahl der von einer Streptokokken-Angina Betroffenen wird auf 1 bis 1,5 Millionen geschätzt. Nach einer aktuellen Statistik der Krankenkasse „Barmer GEK“ wird in einem Jahr bei 6,27 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren Scharlach diagnostiziert.

Wie steckt sich das Kind mit Scharlach an?
Streptokokken werden meistens durch Tröpfchen aus dem Atem übertragen, aber auch durch Wäsche, Kleidung, Spielzeug und Bücher. Gelegentlich verbreiten sie sich auch über verunreinigte, schlecht gekühlte Lebensmittel.

Scharlachepidemien treten meist in der kalten Jahreszeit auf, besonders bei relativ trockenem und windigem Wetter. Obwohl schon Babys vom sechsten Monat an infiziert werden können (vorher haben sie noch einen „Nestschutz“ von der Mutter), tritt Scharlach oft erst zwischen dem dritten und achten Lebensjahr auf, mit einem Gipfel im vierten Lebensjahr. Mit zehn Jahren nimmt die Ansteckungsgefahr ab, erlischt aber nie völlig. Eine Schutzimpfung gegen Scharlach gibt es nicht.

Wichtig zu wissen: Auch gesunde Menschen sind manchmal Träger von Streptokokken. Sie können in seltenen Fällen ebenfalls die Bakterien beim Husten und Niesen weitergeben.

Die Inkubationszeit bis zur Ausbrütung der Krankheit beträgt drei bis fünf Tage, Schwankungen von ein bis sieben Tagen sind möglich. Später als acht Tage nach dem Kontakt mit einem Scharlachkranken ist aber kaum noch mit einer Ansteckung zu rechnen.

Wie sieht der Scharlachausschlag aus?
Er besteht aus winzigen, höchstens stecknadelkopfgroßen, dicht beieinander liegenden Flecken. Wenn man mit der Handfläche über die Haut streicht, fühlt sie sich an wie Sandpapier oder eine leichte Gänsehaut. Die Erhebungen des Ausschlags sind zunächst zart rosa, später flammend rot (eben scharlachrot). Die Gesichtshaut dagegen ist glatt, aber intensiv gerötet. Die Mund- und Kinnpartie bleibt jedoch wie ein Milchbart von der Rötung ausgespart.

Der Rachen des Kindes ist düster rot. Die Zunge zeigt zunächst einen weißgelben Belag, der nach ein bis zwei Tagen abgestoßen wird.

Danach ist die Oberfläche der Zunge auffallend gerötet und geschwollen und sieht wie eine Erdbeere aus. Nach einigen Tagen beginnt die Haut, sich besonders an den Handinnenflächen und den Fußsohlen zu schuppen.

Weil die Krankheit heute meist leicht verläuft, ist der Ausschlag am Körper oft nur blass rosa und tritt lediglich wenige Stunden lang auf. Es gibt sogar Fälle, die völlig ohne Ausschlag verlaufen. Das Kind hat nur Schluckbeschwerden. Erst nach einigen Tagen zeigt das Abschuppen seiner Haut, dass es Scharlach durchgemacht hat.

Bekommt ein Kind hohes Fieber und zeigt Scharlachsymptome, sollten die Eltern auf jeden Fall mit einem Kinder- und Jugendarzt Kontakt aufnehmen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit. Diagnostiziert der Arzt Scharlach, wird er dem Kind in aller Regel Penicillin verordnen. Sollte dieses Antibiotikum nicht anschlagen oder nicht gut vertragen werden, kann auf ein anderes Antibiotikum, z. B. auf orale Cephalosporine ausgewichen werden.

„Von größter Wichtigkeit ist die unbedingte Einnahme des vom Arzt verordneten Antibiotikums, so lange, wie es vom Arzt vorgeschrieben ist, also in den meisten Fällen 10 Tage lang“, betont Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit mit großem Nachdruck.
„Mit Hilfe der Penicillin-Behandlung geht es dem Kind zwar schon nach 24 bis spätestens 48 Stunden wieder gut. Das Verschwinden der Beschwerden bedeutet aber nicht, dass damit auch die Bakterien eliminiert sind! Die Behandlungsdauer von zehn Tagen ist notwendig, um alle Bakterien abzutöten. Bleiben Reste im Organismus, könnte die Krankheit wieder aufflackern. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich Erreger an das Antibiotikum gewöhnen, also eine Resistenz entwickeln“.

In Ausnahmefällen kann Penicillin auch in einer einzigen Injektion verabreicht werden. Diese Spritze in den Muskel ist jedoch ziemlich schmerzhaft und wird deshalb Kindern nur ungern zugemutet. Penicillin beeinträchtigt übrigens nicht die Fähigkeit des Organismus, gegen die Scharlacherreger Antikörper zu bilden.

Schneller gesund – dank Penicillin
Antibiotika sind keine harmlosen Medikamente und sollten deshalb nicht bei jedem fieberhaften Infekt verordnet werden, mahnt die Stiftung Kindergesundheit. Bei schweren bakteriellen Infektionen können sie jedoch ein Segen sein – wie bei Scharlach. Die Hauptvorteile der Penicillin-Behandlung für das Kind:

  • Die Beschwerden verschwinden schneller,
  • die Ansteckungszeit wird abgekürzt,
  • das Kind darf eher wieder in den Kindergarten oder zur Schule,
  • gefährliche Komplikationen werden vermieden.

Das Risiko wird oft unterschätzt
Die erfolgreiche Behandlung des Scharlachs hat leider auch eine Schattenseite: Es gerät zunehmend in Vergessenheit, welche gefährlichen Folgen die Krankheit haben kann. Im Glauben, der samtartige Ausschlag sei eine mehr oder weniger harmlose Kinderkrankheit, lehnen einige Eltern eine Antibiotikabehandlung ab. Zum Nachteil der kleinen Patienten, meint die Stiftung Kindergesundheit, denn die Krankheitserreger lösen manchmal auch Komplikationen aus: z.B. schmerzhafte Entzündungen des Mittelohrs oder der Nebenhöhlen, Schwellungen der Lymphdrüsen und gefährliche Abszesse in den Rachenmandeln.

Professor Koletzko: „Besonders gefürchtet sind die Folgekrankheiten: Mit einer Verzögerung von drei bis fünf Wochen nach der eigentlichen Ansteckung kann das akute rheumatische Fieber ausbrechen. Es führt zu Gelenkveränderungen mit Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen. Ein besonders ernsthaftes Risiko ist das so genannte Scharlachherz, eine Entzündung des Herzmuskels und der Herzinnenhaut, manchmal auch der Herzklappen. Auch akute Nierenentzündungen sind möglich. Eine übertriebene Angst vor Antibiotika ist deshalb gerade bei dieser Krankheit völlig unangebracht“.

Wann steckt das Kind andere an?
Bevor es Antibiotika gab, hatten es scharlachkranke Kinder schwer: Sie wurden sechs Wochen lang völlig isoliert. Die Wohnung musste gründlich desinfiziert werden, ebenfalls alle Gegenstände, die das kranke Kind benutzt hat. Bücher und Spielsachen mussten verbrannt werden.

Ein mit Penicillin behandeltes Kind ist dagegen schon am Tag nach Behandlungsbeginn nicht mehr ansteckend. Wenn es sich wieder wohl fühlt, kann es meist schon nach wenigen Tagen wieder in den Kindergarten oder zur Schule.
In einem Merkblatt des Robert Koch Instituts Berlin heißt es dazu: „Eine Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen kann bei einer Antibiotikatherapie und ohne Krankheitszeichen ab dem zweiten Tag erfolgen, ansonsten nach Abklingen der Krankheitssymptome. Ein schriftliches ärztliches Attest ist nicht erforderlich.“.

Scharlachkranke Kinder ohne Penicillinbehandlung gelten dagegen drei Wochen lang als „infektiös“. Nach Paragraph 34 des Infektionsschutzgesetzes IfSG dürfen sie die Kita, den Kindergarten oder die Schule so lange nicht besuchen, „bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung der Krankheit durch sie nicht mehr zu befürchten ist“. Das ist erst nach etwa drei Wochen der Fall.

Tabelle: So verläuft Scharlach

1. Tag:
Völlig unvermittelt bekommt das Kind Fieber, Hals und Kopfschmerzen. Oft muss es auch erbrechen. Sein Hals tut weh, das Schlucken wird beschwerlich.

2. bis 4. Tag:
Die Temperatur steigt auf 39 bis 40 Grad und bleibt ohne Penicillin einige Tage auf etwa gleicher Höhe. Antibiotika dagegen senken das Fieber innerhalb von 24 Stunden. Etwa zwei Tage nach Beginn der Halsschmerzen tritt der Ausschlag auf: Er fängt in den Achselhöhlen und an den Innenseiten der Oberschenkel an. Von dort greift er auf den ganzen Körper über. Die anfangs weiß belegte Zunge wird rot und sieht wie eine Erdbeere aus. Der Rachen ist düster rot verfärbt.

5. bis 7. Tag:
Die „Erdbeerzunge“ wird von der „Himbeerzunge“ abgelöst: Die Schleimhaut der Zunge schuppt sich allmählich ab und die Zungenoberfläche ist auffallend gerötet und geschwollen.

Auch die Lymphknoten im Kieferwinkel sind vergrößert und druckempfindlich. Das Gesicht ist gerötet, um Mund und Nase bleibt die Haut jedoch blass.

Vom 7. Tag an:
Der Ausschlag geht zurück, die Haut beginnt sich abzuschälen, zunächst am Hals und dann auch am restlichen Körper. An Händen und Füßen lassen sich oft ganze Fetzen abziehen, während sich am Bauch feine Schuppen ablösen. Dieses Abschuppen dauert drei, manchmal aber auch mehrere Wochen.

Stiftung Kindergesundheit – www.kindergesundheit.de

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Mühlenfeld lässt sich aber nicht gerne etwas vormachen – auch wenn das sicher hin und wieder passiert, ohne das er das mitbekommt. Dann nämlich, wenn ihm jemand eine Krankheit vortäuscht und er den Patient deshalb krankschreibt. Mühlenfeld betrachtet das aber nüchtern: „Wenn sich jemand selbst belügt, kann ich nichts dafür.“

Es gab aber auch schon Patienten, die mit Ehrlichkeit nicht weiterkamen. Etwa, wenn sie nicht aus gesundheitlichen Gründen eine Krankschreibung brauchten. Mühlenfeld hat schon einige kreative Begründungen gehört. Einer der Klassiker: Patienten, die ihren Urlaub falsch geplant haben und sich durch die Krankschreibung noch einige Urlaubstage sichern wollen. Damit aber blitzen sie bei Mühlenfeld ab. Solche Krankschreibungen sind nach den Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien nicht rechtmäßig. „Ich halte mich natürlich ans Gesetz“, betont er.

Krank durch Grippe: Medizinische Gesellschaft rät dringend zur Impfung – vor allem Ältere sollten die Warnung ernst nehmen.

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dpa

Krank melden am Montag? So bleiben Sie glaubwürdig

Das Wochenende ist rum, Sie stehen Montag in aller Frühe auf und merken sofort: An Arbeit ist heute nicht zu denken. Vielleicht hat es sich schon über das gesamte Wochenende abgezeichnet, vielleicht kam es plötzlich über Nacht. Auf jeden Fall sind Sie nicht gesund genug, um zum Job zu fahren. Aber krank melden am Montag? Mit dem Gedanken fühlt sich nicht jeder ganz wohl. Der Chef soll nicht denken, Sie hätten am Wochenende zu ausgiebig gefeiert oder einen über den Durst getrunken und bräuchten deshalb den Anfang der Woche zur Erholung frei. Zunächst lautet dabei die gute Nachricht: Vielleicht machen Sie sich vollkommen grundlos Gedanken. Sollten Sie sich trotzdem Sorgen machen, haben wir einige Tipps und Ratschläge, die Ihnen dabei helfen, sich am Montag krankzumelden und dabei glaubwürdig zu bleiben…

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

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Krank melden am Montag: Wirklich ein Problem?

Es ist eine weit verbreitete Angst: Krank melden am Montag – das kauft der Chef mir doch niemals ab. Wird der berühmte gelbe Schein direkt nach (oder auch vor) einem Wochenende beim Arbeitgeber eingereicht, sind damit in der Regel einige Zweifel verbunden. Der einfache Grund: Es ist ein sehr günstiger und angenehmer Zeitpunkt. Das Wochenende wird verlängert, die folgende Woche ist relativ kurz.

Da wird der ein oder andere Chef schon einmal hellhörig. Mitarbeiter haben entsprechend Angst, sich den eigenen Ruf im Job zu verbauen, vom Vorgesetzten als Faulenzer abgestempelt zu werden oder schlimmer noch als Partyhengst oder Schnapsdrossel zu gelten, die an den freien Tagen so sehr über die Stränge geschlagen hat, dass der Montag verkatert im Bett verbracht werden muss.

Allerdings sind diese Sorgen in vielen Fällen glücklicherweise unnötig und Sie machen sich viel mehr Gedanken, als Sie eigentlich müssten. Normalerweise wird Ihr Chef Ihnen nicht gleich die schlimmsten Dinge unterstellen, sondern Ihre Krankmeldung an einem Montag ganz normal akzeptieren, Ihnen gute Besserung wünschen und hoffen, dass Sie bald wieder gesund sind.

Anders sieht es nur aus, wenn Sie dem Vorgesetzten einen Grund zur Skepsis gegeben haben. Wer beispielsweise regelmäßig Montags krank ist und am Dienstag frisch und erholt ins Büro stürmt, macht sich natürlich verdächtig. Ebenso macht es keinen guten Eindruck wenn Sie freitags von der anstehenden großen Geburtstagsparty erzählen und berichten, wie viel Alkohol Sie schon eingekauft haben – und sich dann am Montag krankmelden.

Was darf ich trotz Krankschreibung machen?

Sie sind krank, haben Ihren Chef darüber informiert und gehen nicht zur Arbeit. Müssen Sie nun zuhause bleiben, im Bett liegen und dürfen nichts anderes machen? Viele Arbeitnehmer sind bei dieser Frage verunsichert und befürchten, den Chef oder einen Kollegen zu treffen, wenn Sie einen Spaziergang machen oder zum Supermarkt gehen, um ein paar Einkäufe zu erledigen.

Das führt soweit, dass Mitarbeiter fast gar nicht mehr das Haus verlassen, während sie krankgeschrieben sind – obwohl die Gesundheit dies durchaus erlauben würde. Grundsätzlich gilt: Natürlich müssen Sie sich nicht zuhause einsperren, wenn Sie vom Arzt krankgeschrieben sind. Egal ob längerer Ausfall mit ärztlichem Attest oder ein oder zwei Tage, die Sie sich beim Arbeitgeber krankgemeldet haben.

Sie müssen lediglich darauf achten, nichts zu tun, das Ihrer Genesung schadet oder dieser im Wege stehen könnte. Ein Spaziergang an der frischen Luft ist daher kein Problem, da dieser Ihrer Besserung sogar noch zuträglich ist. Auch Einkaufen schadet Ihrer Genesung nicht, wenn Sie nicht gerade wegen starker Rückenschmerzen krank sind und mit fünf Taschen voll bepackt eine weite Strecke laufen.

Selbst leichter Sport ist in der Regel erlaubt, solange Sie sich nicht überanstrengen oder genau die Partien des Körpers beanspruchen, die sich erholen müssen. Wenn Sie sich gesund genug fühlen und Sie eine möglichst schnellen Gesundung damit nicht verhindern, können Sie sogar wegfahren oder einen Kurzurlaub machen.

So bleiben Sie glaubwürdig, wenn Sie sich am Montag krankmelden

Krank melden am Montag muss nichts besonderes sein. Im Idealfall ist es kein Problem, Sie rufen beim Chef an und erklären kurz, dass Sie leider ausfallen und so schnell wie möglich wieder zum Einsatz bereit sind. Sollten Sie dennoch Angst haben, dass die Krankmeldung zum Wochenbeginn nicht glaubwürdig ist, gibt es einige einfache Tipps, wie Sie dem entgegenwirken können.

  • Bringen Sie gleich ein ärztliches Attest

    Wird in Ihrem Arbeitsvertrag nichts anderes geregelt, müssen Sie erst ab dem dritten Tag einer Erkrankung ein ärztliches Attest vorlegen. Befürchten Sie jedoch, dass Ihr Chef Ihnen die Krankmeldung nicht abkauft und möglicherweise vermutet, dass Sie gar nicht so krank sind, wie Sie behaupten, können Sie bereits am ersten Tag zum Arzt gehen und sofort einen Krankenschein einreichen. Dann hat der Arbeitgeber sofort schriftlich, dass ein Arzt Ihre Arbeitsunfähigkeit bestätigt hat.

  • Erklären Sie Ihre Situation

    Manchmal kann es ganz einfach sein, indem Sie offen mit dem Chef reden. Dies gilt umso mehr, wenn der Chef aus guten Gründen vermuten könnte, dass Ihre Krankmeldung am Montag nicht glaubwürdig sein könnte. Erklären Sie, dass Ihnen durchaus bewusst ist, wie die Situation wirkt und dass es Ihnen unangenehm ist, dass Sie leider aber aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten können und gerne sofort zum Arzt gehen, um das zu bestätigen.

  • Machen Sie keine große Sache daraus

    Warum ein großes Drama um etwas machen, das keins ist? Wenn Sie sich nicht für den direkten Ansatz entscheiden, können Sie das Thema auch einfach ganz beiseite lassen. Vermutlich denkt Ihr Chef sich ohnehin nicht viel dabei, also bringen Sie ihn nicht auf den Gedanken, dass hinter Ihrer Krankmeldung am Montag mehr stecken könnte.

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Baby 4 Wochen jung & >3000gr , großer Bruder hat Scharlach

Ach Mann, Leute, meine Nerven.
Carla kam vor fast 4 Wochen mit nur 2200 gr auf die Welt, bei der U2 wog sie nurmehr 1970 gr und inzwischen nähert sie sich der 3000 gr Grenze, hat sie aber noch nicht geknackt.
Und nun *Trommelwirbel* stellte sich heraus, dass mein Großer der seit Freitag krank ist, Scharlach hat.
Bis morgen dürfte noch Ansteckungsgefahr bestehen, und ab dann gibt es eine Inkubationszeit von 2-4 Tagen.
Das heißt, ich weiß erst, ob er die Kleine angesteckt hat, wenn sie bis DIENSTAG gesund bleibt! Das ist noch so lang und ich mach mir echt Sorgen, wir hatten ne schwere Zeit auch schon in der SS und es reißt und reißt nicht ab und nun mit ihr nochmal ins Krankenhaus zu müssen, der Gedanke macht mich fertig.
Und dann könnte es als kleines Schmankerl auch immer noch sein, dass mein Mann und ich es auch haben und weitergeben, auch ohne Symptome.
Weiß jemand, ob ich meine Hausärztin um einen Rachenabstrich bitten kann?
Ach, bitte bitte drückt mir die Daumen, dass bei der Maus der Nestschutz noch greift!
Danke für's Ausheulen-lassen!
Und Sorry für's sinnlos-posting.
liasmama mit dem kranken Hasen Elias (2-1/2 Jahre) und der Minimaus Carla (morgen 4 Wochen)

Nach einer abgelaufenen Scharlach-Erkrankung ist man nur gegen das von den Bakterien gebildete Gift (Toxin) immun. Mehrfache Erkrankungen an Scharlach sind also möglich.

Scharlach gehört zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindsalter. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, besonders häufig kommt sie aber in der Altersgruppe der Vier- bis Siebenjährigen auf. Laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts kommt es in Deutschland jährlich zu bis zu 1,5 Millionen Scharlach-Erkrankungen.

Ursache von Scharlach: A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes)

Die Erreger des Scharlachs sind Bakterien, die so genannten A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes). Die typischen Symptome der Erkrankung werden durch ein von den Bakterien gebildetes Gift (Toxin) verursacht. Einziges Reservoir für den Erreger ist der Mensch. Besonders in den Wintermonaten ist eine Besiedlung des Rachens mit Streptokokken bei etwa 20 Prozent der Bevölkerung nachweisbar, ohne dass Krankheitssymptome auftreten.

Der Scharlacherreger wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) übertragen, selten durch infizierte Lebensmittel und Wasser. Die Inkubationszeit, d.h. die Zeit von der Infektion mit dem Erreger bis zum Auftreten der ersten Beschwerden, beträgt zwei bis vier Tage.

Werden Personen mit einer akuten Streptokokken-Infektion nicht spezifisch behandelt, können sie bis zu drei Wochen lang die Erreger übertragen. Wird aber eine wirksame Therapie mit Antibiotika begonnen, erlischt die Ansteckungsfähigkeit nach 24 Stunden. Enges Zusammenleben, beispielsweise in Schulen, Kasernen, Heimen, begünstigt in jedem Lebensalter die Ausbreitung des Erregers.

Symptome: hohes Fieber, Halsschmerzen, rote Flecken am Oberkörper, Himbeerzunge

Die Symptome des Scharlachs sind ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, starken Halsschmerzen mit auffälliger Rötung und Schwellung der Gaumenmandeln sowie eitrigem Auswurf (Exsudat), Bauchbeschwerden und Erbrechen können hinzukommen. Am ersten oder zweiten Krankheitstag entsteht am Oberkörper der typische Scharlachausschlag in Form nicht juckender, roter Flecken.

Weitere charakteristische Symptome sind eine Blässe um den Mund herum und die so genannte Himbeerzunge, die durch das Anschwellen der Geschmackspapillen auf der Zunge entsteht. Der Ausschlag (Exanthem) verschwindet nach sechs bis neun Tagen. Einige Tage danach schuppt die Haut, insbesondere der Handinnenflächen und Fußsohlen.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Diagnose von Scharlach

Hilfreich bei der Diagnose von Scharlach ist das plötzliche Erkranken ohne besondere Vorboten und die charakteristische dunkelrote Himbeerzunge. Den Ausschlag, kleinfleckige Bläschen, kann man leicht mit dem von Röteln verwechseln. Daher wird bei der Diagnose von Scharlach zusätzlich eine Bakterienkultur eines Nasen- oder Rachenabstrichs angelegt, in welcher der Erreger spezifisch nachgewiesen werden kann.

Therapie: Antibiotika

Zur Behandlung von Scharlach wird eine Antibiotika-Therapie durchgeführt. Diese sollte möglichst zu Beginn des Krankheitsverlaufs beginnen, um Komplikationen und Spätfolgen zu vermeiden. In den meisten Fällen wird über die Dauer von zehn Tagen Penicillin gegeben. Sollte der Erkrankte eine Allergie gegen dieses Antibiotikum haben, kann alternativ Erythromycin gegeben werden. Durch die Antibiotika-Therapie können zwar der Erreger nicht vollständig abgetötet, die Beschwerden aber verringert werden. Mögliche Komplikationen werden auf diese Weise verhindert.

Verlauf bei Scharlach

Durch die Antibiotika-Therapie fühlt sich der Erkrankte meist bereits nach zwei Tagen wieder wohler. Die Antibiotika müssen aber weiter eingenommen werden, um Streptokokken-Spätfolgen vorzubeugen. In seltenen Fällen kann es als Spätfolge der Erkrankung nach zwei bis drei Wochen zum rheumatischen Fieber oder zu einer Nierenentzündung kommen.

Komplikationen, die direkt auftreten können, sind eine akute Mittelohrentzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung. Durch die frühe und ausreichend lange Behandlung mit Antibiotika lassen sich diese relativ häufigen Komplikationen meist problemlos in den Griff kriegen. Außerdem kann Scharlach das Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom (STSS) auslösen. Es entsteht durch die von den Bakterien produzierten Gifte.

Scharlach bei Erwachsenen

Erwachsene können ebenfalls an Scharlach erkranken, genau wie Kinder. Auch die Symptome sind bei Erwachsenen die gleichen und die Ansteckungsgefahr ebenso hoch. Häufig betroffen sind Menschen, die in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder, zum Beispiel Kindergärten, arbeiten. Die Frage, ob Scharlach bei Erwachsenen gefährlich ist, lässt sich nicht per se beantworten. Manchmal nimmt die Erkrankung bei Erwachsenen einen schwereren Verlauf und die Beschwerden halten länger an. Eine schnelle Einleitung der Antibiotika-Therapie ist daher besonders bei Scharlach im Erwachsenenalter wichtig.

Scharlach in der Schwangerschaft ist nicht mit besonderen Komplikationen für das ungeborene Kind verbunden. Trotzdem sollte bei der Wahl des Antibiotikums gegen die Streptokokken auf die Schwangerschaft wenn möglich Rücksicht genommen und ein für die Schwangerschaft geeignetes Antibiotikum verschrieben werden. Da bei der werdenden Mutter genau wie bei Nichtschwangeren Komplikationen auftreten können, ist es unbedingt empfehlenswert, die Behandlung sobald wie möglich zu beginnen.

Kann man vorbeugen?

Gegen Scharlach kann man nicht Impfen . Geschwister oder andere Kinder in der nahen Umgebung des Erkrankten könnten mit einer fünftägigen Penicillingabe vorsorglich behandelt werden, es empfiehlt sich jedoch, darauf zu verzichten, da sich nicht jedes Kind anstecken muss.

Erkrankt eine Person oft oder kurz hintereinander an Scharlach, könnte eine Kontaktperson in der nahen Umgebung den Erreger im Rachenraum beherbergen ohne selbst zu erkranken, diese Kontaktperson steckt den Erkrankten so immer wieder neu an. In diesem Fall kann der Arzt einen Rachenabstrich machen und die Kontaktperson fünf Tage mit Antibiotika behandeln.

Während die Symptome der Erkrankung andauern, sollte nicht der Kindergarten oder die Schule besucht werden, um der Ansteckung anderer Kinder vorzubeugen. Ansteckungsgefahr besteht bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie.

Halsweh – Die besten Hausmittel für Ihr Kind

WICHTIG: Wenn die Halsschmerzen bei Ihrem Baby oder Kind trotz dieser Hausmittel in absehbarer Zeit nicht besser werden, sollten Sie unbedingt Ihren Kinderarzt, eine Kinderärztin aufsuchen, um abklären zu lassen, ob es ernster erkrankt ist und zum Beispiel ein Antibiotikum benötigt.

Wenn Kindern der Hals kratzt, ist das häufig ein erstes Anzeichen für eine sich anbahnende Erkältung.

  • Achten Sie darauf, dass es Ihrem Kind angenehm warm ist und dass es warme Füsse hat, da nur dann die Abwehrkräfte gut arbeiten können. Unterstützend wirkt dabei ein warmes Fussbad.
  • Bereiten Sie Ihrem Kind einen „Halswehtee“ zu aus 1 1/2 TL Kamilleblüten und 1/2 TL Salbeiblätter, aufgegossen mit 1/4 l kochendem Wasser. 5 Minuten ziehen lassen. Geben Sie ihm davon mehrmals täglich eine Tasse schluckweise zu trinken. Geben Sie zusätzlich einen Spritzer frisch gepresste Zitrone in den Tee. Darin ist viel Vitamin C enthalten, wodurch die Infektabwehr gesteigert wird.
  • Auch gut: Lindenblüten-Kamillentee. Mischen Sie 20 g Lindenblüten mit 20 g Kamillenblüten. Übergiessen Sie 1 TL von dieser Mischung mit einem Glas kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 5 Minuten ziehen. Dann abseihen und mit ein wenig Honig (oder Agavendicksaft bei Babys unter 12 Monaten) süssen und Ihrem Kind in kleinen Schlucken zu trinken geben.
  • Sehr gut abschwellend, schmerzlindernd und desinfizierend wirkt auch das Gurgeln mit Salzwasser (1/2 TL Salz in einer Tasse lauwarmem Wasser aufgelöst), was allerdings meist erst von Kindern ab 4 Jahren toleriert wird. Lassen Sie Ihr Kind 3 bis 4 Mal täglich damit gurgeln. Manche Kinder mögen die Salzlösung nicht. Dann probieren Sie es alternativ mit Salbeitee, der aber ein bisschen bitter schmeckt: Übergiessen Sie 8 frische, zerzupfte Blätter mit einem Glas kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 15 Minuten ziehen. Abseihen, abkühlen lassen und dann alle 1 bis 2 Stunden damit gurgeln. Wenn Ihr Kind noch nicht gurgeln kann, lassen Sie es zuerst mit Wasser üben: Es soll den Kopf nach hinten halten und das Wasser in der Kehle halten, ohne es zu trinken. Dann kann es dazu Gurgelgeräusche machen. Führen Sie Ihrem Kind das Gurgeln und die typischen Geräusche einmal vor. Zum Schluss soll es das Wasser ausspucken, nicht herunterschlucken.
  • Ein altes Hausrezept bei Halsschmerzen ist auch der Halswickel. Sie können ihn in warmer oder kalter Form anwenden, je nachdem, was Ihr Kind als angenehmer empfindet. Sie können ihn mit Zitronensaft oder Zwiebelsaft bereiten. Den Saft einer Zwiebel gewinnen Sie am einfachsten mit Hilfe einer Knoblauchpresse. Tränken Sie ein feuchtes, kaltes Tuch mit dem Zwiebel- oder Zitronensaft und legen Sie das feuchte Tuch vorne um den Hals. Dieses wird mit einem trockenen Tuch umwickelt. Der Kältereiz löst eine Mehrdurchblutung aus. Wenige Sekunden nach der Anlage des Wickels wird er warm und verursacht ein zunehmendes Wohlgefühl. Wenn die Tücher wieder trocken sind, wird der Wickel abgenommen. Bei einer starken Entzündung können Sie sofort einen neuen Wickel anlegen.
  • Wenn Ihr Kind fröstelt, sollten Sie lieber den warmen Wickel anwenden, z.B. einen Kartoffelwickel, den man auch auf den Hals legen kann.

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Letzte Aktualisierung : 06-11-19, BH

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