Großeltern mit enkel

Großeltern prägen Kinder deshalb so sehr, weil sie Kindern erlauben, sie selbst zu sein. Die Ruhe, die man im Haus der Großeltern empfand, war immer eine besonders leise. Keine Eile, keine Hektik – dort ticken die Uhren im wahrsten Sinne des Wortes langsamer. Wenn Großeltern und Enkelkinder zusammen sind, entwickelt sich eine Gemeinschaft – wie bewundernswert ist es, wenn Opa sich mit einem Zweijährigen unterhalten kann – mit einer Gelassenheit, die den Eltern zwischen ihren Aufgaben schlichtweg fehlt.

Großeltern bringen Enkelkindern so vieles bei, indem sie gemeinsam singen, spielen und sich Geschichten erzählen. Großeltern zeigen ihren Enkelkindern, was Familien heißt, indem sie ihnen zeigen, dass auch Mama und Papa mal Kinder waren, wie deren Großeltern mal aussahen und was der Tod für eine Familie bedeutet. Indem Großeltern ihre Enkel mit in die Natur nehmen, ihnen zeigen, was ihm Garten wächst, wo die Ameisen krabbeln und wie man Kuchen backt, lernen Kinder so viele gute Verhaltensweisen. Und genau die sind es, die uns ein Leben lang prägen – sie nisten sich in unseren Erinnerungen ein, lassen Assoziationen zu und machen uns zu den Menschen, die wir später einmal werden.

Häufig erinnern wir uns aber auch an die Loyalität der Großeltern. Sie sind wie Vermittler zwischen Kindern und Enkelkindern. Eigentlich stehen Großeltern am Ende der Generationskette – als Anwälte der Enkelkinder wechseln sie aber zwischen sie und ihre Eltern und vermitteln bei Problemen. Als solche sehen sie viele Dinge nicht so eng. Das aber auch nur, weil die Großeltern dank ihrer eigenen Erfahrung als Eltern wissen, dass von Problemen und Konflikten die Welt nicht untergehen wird. Die nötige Zuversicht bringen sie auch immer wieder ein, egal ob die Kinder oder die Enkelkinder Kummer haben. Dank Oma und Opa verschwinden die dunklen Gewitterwolken bald wieder. Und das ist es, was uns als Großeltern so besonders macht.

„Warum es wichtig ist eine Oma und einen Opa zu haben“

Als Enkel braucht man Großeltern, weil Oma und Opa einfach anders mit einem umgehen als die eigenen Eltern. Wenn man bei ihnen ist haben sie viel Zeit, Geduld und Muse. Das tat uns als Enkelkinder gut. Durch die Bindung zu meinen Großeltern habe ich gelernt, dass es neben meinen Eltern noch andere Menschen gibt, die mich lieben und denen ich vertrauen kann.

Vor fast 4 Jahren starb die Liebe meines Lebens, mein Opa.

Der Tod gehört wie das Leben dazu. Es ist nie leicht einen Menschen zu verlieren. Wenn man eine enge Bindung hat spielt das Alter keine besonders große Rolle.
Mein Opa war mein zweiter Papa. Seinem Blick konnte man kein Kartenspiel, keine Bitte doch noch ein wenig hier zu bleiben, abschlagen. Ein Streicheln über die Wange, ein Streicheln über die Seele. Mein Idol. Warmherzig, liebevoll und ein fantastischer Geschichtenerzähler.
Ich saß ab und zu in seinem Sessel und dachte seine Hände zu spüren. Sein Lachen zu hören, seine warme Hand auf meinem Kopf zu fühlen.

Oma und Opa haben nicht nur Zeit zum Spielen, sondern kennen auch viele alte Geschichten und Lieder.

In Zeiten des Internets haben wir oft das Gefühl uns nichts mehr merken zu müssen, da wir eigentlich innerhalb von Sekunden alles nachlesen können. Wir beginnen zu vergessen. Als mein geliebter Opa starb, starben auch viele Erzählungen mit ihm. Viele Geschichten die er mir damals erzählt hat, habe ich vergessen. Leider wurden sie nie geschrieben.

Darum brauchen Enkel ihre Omas und Opas

Oma und Opa haben viel Lebenserfahrung und kennen viele alte Rezepte, altes Handwerk und Geschichten.
Wir saßen oft zusammen im Garten, um uns herum ein Meer aus Gänseblümchen. Am liebsten machten wir es uns unter seinem geliebten Apfelbaum bequem. Seine Stimme in meinem Ohr, wie ein leichtes Plätschern von einem Bergbach.

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Neue Studien sehen auch negative Auswirkungen. Ein Psychologe erklärt die Beziehung.

Es ist eigentlich eine schöne Sache, wenn die Großeltern viel Zeit mit ihren Enkeln verbringen. Aber eine aktuelle Studie der Pariser Universität Sorbonne zeigt, dass das auch negative Auswirkungen haben kann – vor allem für die Kinder.

Die Studienleiter verfolgten für die Untersuchung die Entwicklung von insgesamt 1482 Kindern – vom Zeitpunkt ihrer Geburt bis zum achten Lebensjahr. Ergebnis: Die Kinder, die ein Jahr lang in die Kita gebracht wurden anstatt von den Großeltern betreut zu werden, entwickelten bessere soziale Kompetenzen, waren kontaktfreudiger und kommunikativer. Somit ist für sie das Risiko, (negative) verhaltensauffällige Wesenszüge zu entwickeln, geringer – ganz im Gegensatz zur anderen Kinder-Gruppe, die mehr Zeit mit Oma und Opa verbrachten.

Bereits 2017 untersuchte eine Studie der Universität Glasgow ebenfalls das Verhältnis dieser beiden sozialen Gruppen. Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass es vor allem für die Kinder negative Nebeneffekte geben kann. So stellten die Wissenschaftler zum Beispiel fest, dass sich der Umgang mit den Großeltern schlecht auf das Essverhalten und somit auf das Gewicht der Kinder auswirkt. Denn bei den Großeltern ist Naschen oft erlaubt – und das im Zusammenhang mit wenig körperlicher Bewegung führt zu dem nachgewiesenen Negativ-Faktor.

Dr. Wolfgang Krüger, Diplom-Psychologe: „Die Großeltern sind immer der Bonus im Leben eines Kindes. Aber sie sollten NICHT die Erziehung übernehmen. Wenn Kinder gelegentlich bei den Großeltern sind – mal ein Nachmittag in der Woche oder in den Ferien mal einige Tage – ist das ideal. Aus Untersuchungen wissen wir, dass in solchen Fällen die Großeltern ein Gewinn für die Entwicklung der Kinder sind.“

Dr. Krüger: „Großeltern vermitteln Stabilität, wenn sie begleiten. Und in Notsituationen bieten sie einen Ausgleich. Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen, dass Oma und Opa Stabilität vermitteln. Aber es gibt viele weitere positive Faktoren, die man festgestellt hat:

Bodenständigkeit: Großeltern haben ihr Leben weitgehend gelebt, tragen kaum noch Verantwortung und müssen sich nicht – wie die Eltern – mit Alltagsproblemen oder Geld verdienen rumärgern. Heißt: Sie sind ruhiger und abgeklärter.

Geborgenheit: Omas kochen und backen, Opas reparieren immer irgendetwas oder haben feste TV-Rituale – in die Hektik-freie Welt der Großeltern einzutauchen, macht glücklich.

Lernen mit allen Sinnen: Man behält am ehesten jenes Wissen, was man sinnlich erworben hat, wissen Pädagogen und Hirnforscher. Genau das ist bei den Großeltern wunderbar möglich – denn es ist ein Reich der Düfte und Berührungen. Es gibt Truhen mit alten Klamotten, verstaubte „Schätze“ im Keller, vielleicht einen Gemüsegarten oder alte Fotoalben, die leicht muffig riechen.

Sie sind Vorbilder: Die Großeltern sind meist die ältesten Menschen, die Kinder kennen. Sie anzusehen ist für sie, wie in einen Zukunftsspiegel zu blicken. Auch wenn Kinder sich unverwundbar und unsterblich fühlen – durch ihre Großeltern merken sie, dass die Zeit auf Erden Menschen verändert – und irgendwann zu Ende geht. Oma und Opa haben daher eine Vorbildfunktion, zeigen, dass man Krankheiten überwinden kann und tapfer dem Tod entgegen gehen kann. Und dass es wichtig ist, bis dahin sein Leben mit schönen Momenten auszufüllen.“

Dr. Krüger: „Wenn Großeltern die Betreuung von Kleinkindern übernehmen, spricht man in diesem Fall von ,Großeltern-Kindern‘. Diese verlangsamen sozusagen, da sie sich in einer langsamen Großelternwelt bewegen. Sie lernen nicht, auf andere zuzugehen, sie lernen nicht, differenzierte Streitgespräche zu führen und treiben kein Sport.“

Dr. Krüger: „Wenn Oma und Opa gelegentlich eine Ergänzung zur Betreuung darstellen, dann ist das ein Segen. Von einer permanenten Betreuung rate ich ab.“

Buch-Tipp: Wolfgang Krüger „Die Geheimnisse der Großeltern – unsere Wurzeln kennen, um fliegen zu lernen“, Books on Demand, 172 Seiten, 9,90 Euro

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„Opi und Omi“, das eher traditionelle „Opa und Opa“ oder einfach nur „Großeltern“? Großeltern stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Generationen her und haben es meist selbst in der Hand, die Beziehung zu Ihren Enkeln so auszugestalten, wie es ihnen gefällt. Anbei unsere Tipps, damit alle bestmöglich von dieser Beziehung profitieren.

Großeltern: Ihre Rolle wird immer bedeutender

Fortschritte im Bereich des Gesundheitswesens, ein späteres Eintrittsalter in die Rente sowie der allgemeine soziale Wandel haben dazu geführt, dass Großeltern heute mehr denn je eine große Rolle im Leben Ihrer Enkel spielen! So gab es in Frankreich im Jahre 2011 über 15 Millionen Großeltern. Heutzutage sind Großeltern oft noch sehr aktiv und stehen mitten im Leben, mitunter üben sie sogar noch einen Beruf aus. Damit haben sie alle Möglichkeiten in der Hand, um eine bedeutende Rolle auch für ihre Enkel zu spielen. Gerade wenn diese nicht weit von ihren Enkeln entfernt wohnen, werden sie oft für kurzfristiges Beaufsichtigen der Enkel oder eine Beaufsichtigung in der Freizeit eingespannt. Wenn die Großeltern hingegen weiter entfernt wohnen, verbringen die Enkel bei ihnen oft ihre Schulferien bzw. auch wichtige Familienfeiern – all das weit weg vom gewohnten Alltag und den Eltern. Das hört sich natürlich alles sehr verlockend an, aber in der Praxis ist die Beziehung zwischen den beiden nicht immer ganz so einfach und manchmal sogar recht komplex.

Wenn die Großeltern ganz in der Nähe wohnen

So wohnen ganz in der Nähe Ihrer Großeltern, sehen diese regelmäßig und Ihre Kinder sind quasi mit Ihren Großeltern aufgewachsen? Das ist schön, aber dennoch ist bei dem einen oder anderen Punkt Vorsicht geboten
• Großeltern in der Nähe sind natürlich die perfekten Baby-Sitter… Und dann sind diese ja auch noch kostenlos! Aber bitte nicht übertreiben, denn auch Oma und Opa haben ein eigenes Leben und wollen ihre wohlverdiente Freizeit genießen
• Gerade bei ganz kleinen Enkeln können allzu häufige Besuche bei den Großeltern dazu führen, dass diese letztendlich die geliebte Oma mit der eigentlichen Mutter verwechseln oder sich z.B. plötzlich nicht mehr daran erinnern können, ob sie das Stofftier nun bei Oma oder Mama gelassen haben…
• Auch sollten Sie einen wirklich übermäßigen, exzessiven Kontakt zu den Großeltern vermeiden. Dies kann nämlich unter Umständen letztendlich beiden Seiten schaden und zu Missverständnissen bzw. Meinungsverschiedenheiten führen. Insbesondere lässt sich dies anhand der „richtigen“ Erziehung der Enkel beobachten. Machen Sie sich stets klar, dass Sie die Eltern der Kinder sind und daher alleine für deren Erziehung verantwortlich sind und lassen Sie sich dabei nicht hineinreden. Selbstverständlich sollten die Enkel die individuellen Regeln der Großeltern beachten, wenn diese dort zu Besuch sind. Allerdings sollten diese wiederum nicht die Grundsätze Ihrer Erziehung in Frage stellen.
• Für die meisten Großeltern bedeuten die Enkel viel Freude und sie schenken ihnen gerne ihre ganze Liebe. Nichtdestotrotz kostet deren Beaufsichtigung aber auch viel Energie und dies vor allem, wenn die Enkel sehr häufig bei Oma und Opa zu Besuch sind! Auch wenn die Großeltern noch in guter Form und sehr aktiv sind, können sie sich mitunter doch etwas überfordert fühlen – auch wenn sie vielleicht davor zurückschrecken, dies offen zuzugeben. Daher sollte Sie einen Blick dafür haben und das Thema gegebenenfalls auch ansprechen.

Wenn die Großeltern weiter entfernt wohnen

Wenn die Großeltern weiter entfernt wohnen, werden diese meist während der Schulferien eingespannt, um auf ihre Enkel aufzupassen. Dabei ist es wichtig, trotz der räumlichen Entfernung immer in Kontakt zu bleiben: Dies entspricht einerseits dem natürlichen Verlangen der Großeltern und Enkel und ist andererseits wichtig für das familiäre Gleichgewicht und eine intakte Familienstruktur. Und denken Sie daran: Die Entfernung zu den Großeltern kann im Übrigen nicht nur räumlicher Natur sein…
• Eine offene und zielgerichtete Kommunikation zwischen allen Beteiligen ist sehr wichtig: Sie konnten bisher jedes Jahr während der Osterferien auf Ihre Eltern zählen und diese haben sich immer um ihre Enkel gekümmert? Vielleicht hat dies schon häufig funktioniert, doch möchten die Großeltern dann z.B. einmal eine Kreuzfahrt zu besagtem Zeitpunkt machen, stehen Sie plötzlich vor einem Problem! Gerade wenn Sie einen weniger intensiven Kontakt zu Ihren Eltern pflegen, sollten Sie daher dennoch regelmäßig anstehende Termine abgleichen, um kurzfristige böse Überraschungen und negative Gefühle zu vermeiden.
• Manche Großeltern scheinen nur ein geringes Bedürfnis zu haben, Zeit mit Ihren Enkeln zu verbringen. Dies muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass diese kein Interesse an ihren Enkeln haben. Im Gegenteil: Manche haben einfach nur etwas Angst vor dieser Herausforderung. Manchen macht die Übernahme von Verantwortung Angst, insbesondere wenn die Enkel noch sehr klein sind. Wiederum andere haben Angst vor Überforderung, gerade wenn diese selbst altersbedingt gesundheitliche Probleme haben. In diesem Fall sollten Sie aktiv auf Ihre Eltern zugehen und ihnen aufzeigen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, Zeit mit ihren Enkeln zu verbringen: So kann die Dauer beispielsweise auf ein halbes Wochenende reduziert werden, nur einer der beiden Enkel zu Besuch kommen, oder auch abgewartet werden, bis diese zumindest ein gewisses Level an Selbstständigkeit erreicht haben.
• Manche Großeltern sehen ihre eigene Rolle noch immer aus einer recht altertümlichen, „angestaubten“ Perspektive. Oft handelt es sich dabei auch um Menschen, die sich ohnehin eher weniger für Kinder interessieren und einfach keinen großen Gefallen am „verhätscheln“ der Enkel finden. In diesem Fall sollten Sie eine enge Beziehung auch nicht erzwingen, sondern die Beziehung einfach so ausgestaltet lassen, wie sich diese von alleine ergibt.
Großeltern und ihre Enkel: Meistens lieben sich die beiden einfach! Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und im Leben Ihrer Kinder – ganz egal, ob sich diese eher häufig oder eher selten sehen. Wichtig dabei ist, dass die Beziehung für alle Beteiligten harmonisch ist: Weder die eine noch die andere Seite sollte sich zu etwas zwingen lassen, falls gemeinsame Besuche oder Aufenthalte in der Vergangenheit nicht gut funktioniert haben. Sollte Ihr Kind seine Ferien bei Opa und Oma verbringen, denken Sie auch daran, ihm einen GPS-Tracker von Weenect Kids mit auf den Weg zu geben: Damit können sie jederzeit gegenseitig Kontakt aufnehmen und fühlen sich einfach rundum sicher!

In Frankreich gibt es über 15 Millionen Großeltern. Klick um zu Tweeten

Warum Oma und Opa so wichtig sind

Oma und Opa sind auch Eltern. Und doch anders als Mama und Papa: Warum Oma und Opa eine wundervolle Bereicherung fürs Familienleben sind.

Oma und Opa haben nicht nur Zeit zum Spielen oder Herumtoben, sondern kennen auch viele alte Geschichten und Lieder.

Seit rund sechs Monaten sind Sonja, ihr Mann René und der kleine Sven eine Familie. Zu der gehören selbstverständlich auch die Omas und Opas. „Das ist mir sehr wichtig“, sagt die junge Mutter. „Ich habe als Kind meine Großeltern nur einmal im Jahr gesehen. Darunter habe ich sehr gelitten.“ Bei ihrem Sohn ist das zum Glück anders: Er sieht seine Omas und Opas fast täglich.

Sonjas Eltern wohnen nur ein paar Straßen weiter, und ihre Schwiegereltern sogar nur zwei Stockwerke tiefer. „Da kann ich schnell mal klingeln, wenn ich Hilfe brauche oder einfach mit den Einkaufstüten auf halber Strecke ein Päuschen einlegen will“, sagt die Grafikerin. Sie weiß genau, auf Oma und Opa ist Verlass, wenn sie Unterstützung braucht. Doch nicht in allen Familien ist das so einfach. Oft wohnen Oma und Opa nicht in der Nähe – oder das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern ist nicht so unbeschwert. Die richtige Balance in der Beziehung zu finden, das ist für Eltern und Großeltern dann nicht leicht.

Respekt zwischen Oma und Opa und Mama und Papa ist wichtig

„Oma und Opa sollten sich weder zeitlich noch mit ihren Ratschlägen aufdrängen. Die Wünsche ihrer Kinder in Erziehungsfragen sollten sie respektieren und nicht unterlaufen“, betont der Hamburger Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck. „Aber auch die Jungen sollten ihre Eltern nicht überfordern und sie als ständig verfügbare Babysitter begreifen. Genaue Absprachen helfen, das zu vermeiden.“ So wie bei Sonja: „Ich bin sehr froh, dass es mit meiner Schwiegermutter so gut klappt“, sagt sie. „Von Freundinnen weiß ich, dass es auch solche gibt, die sich einmischen oder alles besser wissen. Ich habe das Glück, dass ich in Rita eine Freundin gefunden habe.“

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Warum ist der Kontakt zu Oma und Opa so wichtig?

„Kinder brauchen mehrere Arten von Bezugspersonen“, sagt Struck. „So lernen sie das Mütterliche, Väterliche, Geschwisterliche und Freundschaftliche, aber auch das Großmütterliche und Großväterliche kennen.“ Für Kinder sei es wichtig zu sehen, dass Oma und Opa vieles anders machen als die Eltern – und manches davon vielleicht auch etwas gelassener. Denn Oma und Opa bringen oft viel Zeit und Ruhe mit, die Eltern im normalen Familienalltag fehlen. Die Kinder lernen außerdem, dass es neben ihren Eltern noch andere Menschen gibt, die sie lieben und denen sie vertrauen können. Allerdings sollte der Kontakt zum Baby dabei auch eine gewisse Kontinuität haben. Wenn Oma und Opa nur alle paar Monate zu Besuch kommen, kann sich nur schwer eine Bindung aufbauen.

Bei Oma und Opa in guten Händen

Wippend geht Rita mit Sven im Zimmer auf und ab und murmelt ihm dabei die ganze Zeit etwas ins Ohr. Als sei es ein kleines Geheimnis, das seine Oma ihm da anvertraut, lächelt Sven still in sich hinein. Rita zeigt mit dem Zeigefinger auf verschiedene Dinge: die Bücherwand, die Fische im Aquarium, das bunte Fensterbild. Sven verfolgt alles mit neugierigen Blicken. „Als Oma erlebt man alles noch ein zweites Mal“, sagt Rita mit glänzenden Augen. „Aber auch irgendwie anders. Als ich damals René bekommen habe, lief vieles nebenher. Heute kann ich mein Enkelkind so richtig genießen. Ich habe viel mehr Zeit, mich zu kümmern. Und in der Nacht kann ich in Ruhe schlafen“, sagt sie und lacht. „Trotz dem wissen René und Sonja, dass mein Mann und ich jederzeit für den Kleinen da sind.“ Die Handgriffe, mit denen man wickelt, ein Kind hält oder im Arm wiegt, hat Rita nicht vergessen: „Ich glaube, das verlernt man nicht.“ Sonja nickt: „Ich hätte Sven keiner Tagesmutter anvertrauen können. Bei meinen Eltern weiß ich einfach, dass er in guten Händen ist.“

Oma und Opa haben viel Lebenserfahrung

Großeltern verfügen oft über eine schier unerschöpfliche Geduld und eine große Portion Gelassenheit.

Meist gestaltet sich die Beziehung zum Enkel aber ganz anders als die zu den eigenen Kindern, weiß Experte Struck: „Enkel und Großeltern verstehen sich häufig besser als Kinder und Eltern.“ Oft sind Opa und Oma weniger streng mit den Enkeln, als sie es mit ihren Kindern waren. Sie können sich zurücklehnen und ganz über ihren Enkel freuen. „Großeltern bleiben durch die Kleinen jung. Sie haben das Gefühl, gebraucht zu werden, und können ihre Lebenserfahrung weitergeben“, sagt Peter Struck. Als wollte Sven diesen Aussagen ausdrücklich zustimmen, fängt er an zu lächeln: Ein Lächeln für die liebe Oma.

Darum brauchen Enkel ihre Omas und Opas

Enkel brauchen Großeltern, weil Oma und Opa einfach anders mit ihnen umgehen als die Eltern. Oma erzählt Märchen, hat viel Zeit, Muße und Geduld. Auch Opa erzählt Geschichten, zum Beispiel darüber, wie es früher war. Er vermittelt eine Vorstellung von ‚damals‘. Kurzum: Oma und Opa bringen viel Zeit mit – den Enkeln tut das gut.
Oma und Opa brauchen Enkel, weil Enkel sie jung und fit halten. Oft finden Oma und Opa Sinnerfüllung in ihren Enkeln. Denn die zeigen ihnen, dass sie gebraucht und geliebt werden. Und sie erleben das Babyglück ein zweites Mal. Nach vielen Jahren kehrt das vertraute Kinderlachen zurück.

„Omas und Opas, hond’r Zit?“

Veranstaltungsreihe Großeltern

Fr 15. Mai 2020, 14.30 – 16 Uhr

Enkelkinder sind Geschenke des Lebens. Gerne sind wir für sie da, geben ihnen das Bewährte aus unserem Leben mit und lassen uns von ihrer Lebendigkeit anstecken. Manchmal sind wir erstaunt, wie sehr sich Kindheit verändert hat. In dieser Veranstaltungsreihe bekommen sie Impulse zur Vertiefung der Beziehung zu Ihren Enkelkindern und Anregungen für Handlungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Situationen.

Singen, tanzen und musizieren mit Teddy Eddy

Für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren in Begleitung mir Oma oder Opa
Das Großeltern-Enkelkinder-Singen bietet die Möglichkeit, verschiedene Lieder aus Nah und Fern in harmonischer Atmosphäre zu erfahren und die Freude am Singen und Tanzen (neu) zu entdecken. Das gemeinsame Singen wirkt positiv auf die ganzheitliche Entwicklung des Kindes und unterstützt die Sprachentwicklung. Die Kinder erweitern ihren Wortschatz und Wissen. Es ist ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis und weckt die Lust an Bewegung. Durch gemeinsames Singen, Klatschen, Tanzen und den Einsatz verschiedener Instrumente, soll die Musik erlebbar gemacht werden und im Alltag mit dabei sein. Kinderlieder von Teddy Eddy werden uns durch diesen Workshop begleiten.

Referentin

Petra Holzer, Kinderpflegerin, Eltern-Kind-Singgruppen-Leiterin;

Jede Veranstaltung kann einzeln gebucht werden. Bitte melden Sie sich beim jeweiligen Termin online an. Mit dem Familienpass reduziert sich der Kursbeitrag um 30 Prozent. Der Vorarlberger Familienpass gilt auch für Großeltern.

Veranstalter

In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk, → www.elternbildung-vorarlberg.at. Mit Unterstützung des Fachbereichs Jugend und Familie, Land Vorarlberg

Kosten pro Person

Kursbeitrag € 25,00
Mit Vorarlberger Familienpass reduziert sich der Kursbeitrag um 30%.
Bücher zu diesem Thema in der Vorarlberger Landesbibliothek

Diese Veranstaltung ist derzeit ausgebucht. Wir nehmen Ihre Anmeldung gerne in die Warteliste auf und informieren Sie, wenn ein Platz frei wird.
(Wenn Sie eine größere Gruppe anmelden möchten, dann wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat. Sie erreichen uns unter [email protected] bzw. T +43(0)5523 62 501-828.)

Es ist eigentlich eine schöne Sache, wenn die Großeltern viel Zeit mit ihren Enkeln verbringen. Aber eine aktuelle Studie der Pariser Universität Sorbonne zeigt, dass das auch negative Auswirkungen haben kann – vor allem für die Kinder.

Die Studienleiter verfolgten für die Untersuchung die Entwicklung von insgesamt 1482 Kindern – vom Zeitpunkt ihrer Geburt bis zum achten Lebensjahr. Ergebnis: die Kinder, die ein Jahr lang in die Kita gebracht wurden anstatt von den Großeltern betreut zu werden, entwickelten bessere soziale Kompetenzen, waren kontaktfreudiger und kommunikativer. Somit ist für sie das Risiko, (negative) verhaltensauffällige Wesenszüge zu entwickeln, geringer – ganz im Gegensatz zur anderen Kinder-Gruppe, die mehr Zeit mit Oma und Opa verbrachten.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Auswirkungen bezüglich des Umgangs zwischen Enkeln und Großeltern wissenschaftlich untersucht wurde. Bereits 2017 untersuchte die Universität Glasgow das Verhältnis dieser beiden sozialen Gruppen.

Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass es vor allem für die Kinder negative Nebeneffekte geben kann. So stellten die Wissenschaftler zum Beispiel fest, dass sich der Umgang mit den Großeltern schlecht auf das Essverhalten und somit auf das Gewicht der Kinder auswirkt. Denn bei den Großeltern ist Naschen oft erlaubt – und das im Zusammenhang mit wenig körperlicher Bewegung führt zu dem nachgewiesenen Negativ-Faktor.

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Wie viel Nähe zwischen Großeltern und Enkel tut gut?

Dr. Wolfgang Krüger, Diplom-Psychologe: „Die Großeltern sind immer der Bonus im Leben eines Kindes. Aber sie sollten NICHT die Erziehung übernehmen. Wenn Kinder gelegentlich bei den Großeltern sind – mal ein Nachmittag in der Woche oder in den Ferien mal einige Tage – ist das ideal. Aus Untersuchungen wissen wir, dass in solchen Fällen die Großeltern ein Gewinn für die Entwicklung der Kinder sind.“

Was sind positive Faktoren, wenn Großeltern Zeit mit den Enkeln verbringen?

Dr. Krüger: „Großeltern vermitteln Stabilität, wenn sie begleiten. Und in Notsituationen bieten sie einen Ausgleich. Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen, dass Oma und Opa Stabilität vermitteln. Aber es gibt viele weitere positive Faktoren, die man festgestellt hat:

  • Bodenständigkeit: Großeltern haben ihr Leben weitgehend gelebt, tragen kaum noch Verantwortung und müssen sich nicht – wie die Eltern – mit Alltagsproblemen oder Geld verdienen rumärgern. Heißt: Sie sind ruhiger und abgeklärter.
  • Geborgenheit: Omas kochen und backen, Opas reparieren immer irgendetwas oder haben feste TV-Rituale – in die Hektik-freie Welt der Großeltern einzutauchen, macht glücklich.
  • Lernen mit allen Sinnen: Man behält am ehesten jenes Wissen, was man sinnlich erworben hat, wissen Pädagogen und Hirnforscher. Genau das ist bei den Großeltern wunderbar möglich – denn es ist ein Reich der Düfte und Berührungen. Es gibt Truhen mit alten Klamotten, verstaubte „Schätze“ im Keller, vielleicht einen Gemüsegarten oder alte Fotoalben, die leicht muffig riechen. Plötzlich spielen die Enkel dann mit der Modelleisenbahn, mit der früher der eigene Vater schon seine Kindheitstage verbrachte.
  • Sie sind Vorbilder: Die Großeltern sind meist die ältesten Menschen, die Kinder kennen. Sie anzusehen ist für sie, wie in einen Zukunftsspiegel zu blicken. Auch wenn Kinder sich unverwundbar und unsterblich fühlen – durch ihre Großeltern merken sie, dass die Zeit auf Erden Menschen verändert – und irgendwann zu Ende geht. Oma und Opa haben daher eine Vorbildfunktion, zeigen, dass man Krankheiten überwinden kann und tapfer dem Tod entgegen gehen kann. Und dass es wichtig ist, bis dahin sein Leben mit schönen Momenten auszufüllen.“

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Wie lautet das Experten-Fazit?

Dr. Krüger: „Wenn Oma und Opa gelegentlich eine Ergänzung zur Betreuung darstellen, dann ist das ein Segen. Von einer permanenten Betreuung rate ich ab.“

Buch-Tipp: Wolfgang Krüger „Die Geheimnisse der Großeltern – unsere Wurzeln kennen, um fliegen zu lernen“, Books on Demand, 172 Seiten, 9,90 Euro.

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