Grippostad für kinder

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Ibuprofen oder Paracetamol?

Sie sind beide rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, aber keineswegs harmlos: „Ibuprofen und Paracetamol sind hochpotente Wirkstoffe“, sagt Constanze Süßdorf-Schönstein. Wir haben mit der Apothekerin aus Oelsnitz im Vogtland darüber gesprochen, wann die beiden Wirkstoffe zum Einsatz kommen können und wann man erst einmal besser verzichtet.

Schmerzmittel bei Kindern genau dosieren

Nur weil Medikamente ohne Verschreibung vom Arzt erhältlich sind, bedeutet das nicht, dass diese Wirkstoffe harmlos sind. Schon gar nicht bei Schmerzmitteln. Und erst recht nicht bei Kindern. Richtig angewandt, können sie helfen – aber über einen zu langen Zeitraum eingenommen oder über­­dosiert, eben auch erheblichen Schaden anrichten.

„Paracetamol hat im Vergleich zu Ibuprofen zudem ein höheres Vergiftungs­potenzial“, so die Apo­the­kerin. Denn der Wirkstoff verbraucht die Entgiftungsmechanismen der Le­ber. Sind diese erschöpft, bildet der Körper aus Paracetamol giftige Stoffe. Symptome, die darauf hindeuten, wie Blässe, Lethargie, Erbrechen, Übelkeit, sind eher unspezifisch und für Laien kaum zu erkennen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung suchen Eltern bitte sofort mit dem Kind den Arzt auf. „Um dem grundsätzlich vorzubeugen, ist es wichtig, sich immer exakt an die Dosierungsanweisungen zu halten“, sagt die Apothekerin. Das Besondere bei Babys und Kleinkindern: Die Dosierung bezieht sich in der Regel auf das Körpergewicht – und nicht auf das Alter.

Paracetamol bei Kindern kann lebensbedrohlich sein

Paracetamol ist in vielen Haushalten als Fiebersenker auch für Kinder vorrätig. Eltern sollten die vorgeschriebene Dosierung genau einhalten. Denn zu viel des Wirkstoffs kann die kindliche Leber schädigen, warnt die Apothekerkammer Hessen. Hat ein Kind eine sehr hohe Dosis eingenommen, droht sogar eine lebensgefährliche Vergiftung.

Zahlreiche Studien warnen vor Leberschäden durch den Wirkstoff Paracetamol, der in vielen Mitteln gegen Schmerzen und Fieber enthalten ist. Wenn solche Medikamente überdosiert zu lange eingenommen werden, droht eine schleichende Lebervergiftung. Weil Paracetamol auch in zahlreichen frei verkäuflichen Tabletten, Zäpfchen, Saft und Granulat für Kinder enthalten ist, wird es oft leichtfertig verabreicht. Das Tückische an einer Paracetamol-Vergiftung für Kinder ist, dass sich Symptome wie Übelkeit nur schleichend einstellen.

Paracetamol ist kein harmloser Wirkstoff

Zur Gesundheitsgefahr wird Paracetamol, wenn Eltern ihre Kinder auf eigene Faust damit behandeln. Diverse Präparate mit dem Wirkstoff – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Babys – sind frei verkäuflich auf dem Markt. Das führe zu der Annahme, dass es ein völlig harmloses Medikament sei. „Aber das ist eine gravierende Fehleinschätzung“, sagt Barbara Mühlfeld vom Berufsverband der Kinder und Jugendärzte. Eltern müssten sich darüber im Klaren sein, dass sie mit einem Medikament hantieren, das problematische Auswirkungen haben kann.

Um eine Vergiftung zu vermeiden, ist es grundsätzlich wichtig, Arzneimittel immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren. Gut sind sie in einem abschließbaren Schränkchen aufgehoben. Schon in geringen Dosen riskant für Kinder sind Opioide, Antidiabetika, Psychopharmaka und Antiarrhythmika.

Drei Grundregeln für die Verabreichung von Paracetamol

1. Eltern müssen sich streng an die Dosierungsanweisung halten.
2. Kindern nur dann Medikamente mit Paracetamol verabreichen, wenn es wirklich nötig ist.
3. Paracetamol ohne ärztliche Verordnung nie länger als drei bis vier Tage hintereinander und nie öfter als zehn Tage pro Monat geben.

Niemals die Dosis überschreiten

Es gibt klare Grenzen der Dosierung von Paracetamol, die sich nach dem Gewicht des Kindes richten: 60 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Diese Summe durch vier geteilt ergibt die Einzeldosen, die über den Tag hinweg verabreicht werden. „Diese Menge darf keinesfalls überschritten werden“, warnt die Kinderärztin. Zwischen den Dosen sollten immer sechs, besser acht Stunden Abstand eingehalten werden.

Hat ein Kind versehentlich Tabletten eingenommen oder wurde ein Medikament überdosiert, wenden sich Eltern am besten umgehend an den Giftnotruf unter der Telefonnummer 19240. Dort beschreiben sie, was das Kind geschluckt hat und folgen dann den Anweisungen. Auf keinen Fall dürfen die Eltern Erbrechen erzwingen.

Mögliche Wechselwirkungen abklären

Womöglich ist Eltern nicht immer bewusst, ob ein Fiebermittel Paracetamol enthält. Sie sollten im Zweifel einen Blick auf das Kleingedruckte mit den Wirkstoffen werfen. „Bestimmte Grippemittel enthalten auch Paracetamol, oder auch andere Wirkstoffe, die Wechselwirkungen entfalten“, sagt Mühlfeld. Deshalb sei es wichtig, beim Arzt und in der Apotheke immer alle Medikamente zu nennen, die das Kind bekommen hat.

Im Wechsel mit Ibuprofen anwenden

Die Kinderärztin hat noch einen Tipp, um das Risiko von Gesundheitsschäden zu mindern, wenn ein Kind länger Schmerzmittel benötigt: „Man kann Paracetamol im Wechsel mit Ibuprofen geben und beide Wirkstoffe etwas niedriger dosieren.“

Fieber nicht immer gleich bekämpfen

Neben Schmerzen ist Fieber das wichtigste Anwendungsgebiet für Paracetamol – doch oft ohne Notwendigkeit. „Eltern sind nicht dazu da, Fieber zu senken. Vielmehr ist Fieber dazu da, Infektionen im Körper zu bekämpfen“, verdeutlicht die Ärztin. Ob und wann ein Kind ein Fiebermittel braucht, sein individuell unterschiedlich.

  • Nicht einfach schlucken: Schmerzmittel sind oft nutzlos und gefährlich
  • Schmerzmittel in der Schwangerschaft: Laut einer Studie drohen dramatische Folgen
  • Erkältung, Ohrenschmerzen und Durchfall: Sieben Hausmittel, die wirklich helfen

Daher sollten sich Eltern nicht an der Höhe des Fiebers orientieren, sondern am Allgemeinzustand. „Es gibt Kinder, die mit 40 Grad Fieber noch munter sind, andere machen schon bei 38,5 Grad schlapp“, weiß Mühlfeld. Wenn das Kind keine Fieberkrämpfe hat oder apathisch wird, nicht schlecht schläft und noch ausreichend trinkt, können man Fieber tolerieren, beziehungsweise es mit Hausmitteln wie kühlen Wadenwickeln senken.

Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers und besteht ab einer Erhöhung der Körperkerntemperatur (je nach Quelle) auf 38 °C bzw 38,5 °C rektal gemessen. Nachdem eine kausal behandlungsbedürftige Fieberursache ausgeschlossen bzw. antherapiert wurde, erfolgt eine symptomatische antipyretische Therapie, bei Beeinträchtigung des Kindes auch medikamentös.

Schmerzen sind ein in der Pädiatrie sehr häufig auftretendes Symptom und können ebenfalls eine Indikation für die Behandlung mit Paracetamol und Ibuprofen sein. Grundvoraussetzung ist auch hier, dass die Ursache erkannt und wenn nötig kausal anbehandelt wurde.

Physikalische Therapie bei Fieber

  • Bei Schüttelfrost und Zentralisierung im Fieberanstieg → Warmhalten
  • Bei Fieberplateaus und Fieberabfall → Wärmestau vermeiden, ggf. Wadenwickel
  • Ausreichende Flüssigkeitssubstitution

Ein orientiertes und waches Kind kann selbst am besten beurteilen was ihm gut tut, sodass man seinen Vorgaben entsprechen sollte.

Medikamentöse Therapie bei Fieber und/oder Schmerzen

  • Medikamentöse Antipyrese bei Kindern
    • Temperatur ≥39,5 °C
    • Kindern mit Fieberkrämpfen in der Anamnese bereits ab 38,5 °C
  • Schmerztherapie: Mit den gleichen Medikamenten in gleicher Dosis
    • Nach Bedarf können Ibuprofen und Paracetamol ggf. im Wechsel angewandt werden, um die jeweilige Tagesmaximaldosis nicht zu überschreiten. Dabei sollte das Intervall von 6 Std. nicht unterschritten werden.
  • Wirkstoffe der Wahl
    • Paracetamol
      • Für genauere Dosierungsanweisungen siehe: Paracetamol im Kindes- und Jugendalter
    • Ibuprofen
      • Für genauere Dosierungsanweisungen siehe: Ibuprofen im Kindes- und Jugendalter
    • Metamizol wird in der Pädiatrie nicht empfohlen: Insb. aufgrund des Agranulozytose-Risikos (Häufigkeit 1:1500) wird Metamizol bei Kindern sehr zurückhaltend angewandt, daher ist es hier nicht weiter aufgeführt. Bei schneller i.v. Injektion kann ein Schockzustand auftreten.
  • Säuglinge
    • Nichtmedikamentöse Schmerztherapie kann bei leichtem oder kurzem Schmerz ausreichen
      • Hautkontakt
      • Stillen
      • Orale Zuckerlösung (insb. bei schmerzhaften Interventionen)
    • Nicht empfohlen bei Früh- und Neugeborenen werden analgetische Cremes mit Lidocain und Prilocain vor Punktionen

ASS ist in der Kinder- und Jugendmedizin aufgrund der Gefahr des Reye-Syndroms streng kontraindiziert!

Medikamente fürs Babys: Das sollten Eltern wissen

20. Januar 2020 6 Min.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Babys schon gar nicht. Manche Wirkstoffe, die für Erwachsene vollkommen harmlos sind, belasten einen kleinen Körper enorm. Die medizinische Behandlung, insbesondere die Gabe von Medikamenten für Babys sollte daher stets sorgfältig abgewogen und mit dem Kinderarzt besprochen werden.

Medikamente für Babys wirken anders

Mütter kennen das: Bereits in der Schwangerschaft wird die Einnahme jeder Schmerztablette wohl überlegt. Denn die Wirkstoffe von Medikamenten können zum ungeborenen Kind gelangen und im schlimmsten Fall Entwicklungsschäden hervorrufen. Die medikamentöse Behandlung wirkt auf das Baby ganz anders, als auf den mütterlichen Körper.

Das ist nach der Geburt erst einmal nicht viel anders. Der kindliche Körper hat einen anderen Fett- und Wasseranteil, was die Wirkung von Medikamenten beeinflusst. Kinder brauchen beispielsweise eine viel niedrigere Dosis, die meist mit dem Gewicht zusammenhängt. Kinderärzte benutzen dafür sogenannte pädiatrische Dosistabellen, anhand derer sie die richtige Dosis für jedes Kind individuell ermitteln.

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Allerdings reicht es längst nicht aus, die Dosis auf das Gewicht abzustimmen – das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Die Organe von Babys und Kleinkindern sind noch nicht vollständig ausgereift und können Medikamente daher nicht so gut verarbeiten wie Erwachsene. Leber und Nieren von Säuglingen beispielsweise bauen Wirkstoffe noch sehr langsam ab, während der Stoffwechsel von Kindern über zwei Jahren viel schneller arbeitet. Darum unterscheidet man auch häufig zwischen Medikamenten für Babys und solchen für Kleinkinder ab ein oder zwei Jahren.

Schmerzmittel für Babys: Keine Acetylsalicylsäure

Ähnlich wie in der Schwangerschaft raten Kinderärzte davon ab, Babys und Kindern das Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) zu verabreichen. Der Wirkstoff kann das sogenannte Reye-Syndrom auslösen, das mit Hirn- und Leberschäden einhergeht. Eine Alternative ist Paracetamol, das es als Saft oder Zäpfchen auch für Säuglinge gibt.

Medikamente – ja oder nein?

Um den kleinen Körper nicht zu belasten, sollten Babys so wenig Medikamente wie möglich erhalten. Viele grippale Infekte, Fieber, Atemwegserkrankungen oder Verdauungsprobleme lassen sich auch mit Hausmitteln behandeln.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass auf eine notwendige medikamentöse Behandlung verzichtet werden soll. Die Gabe von Medikamenten, insbesondere bei Wirkstoffen wie Cortison, Antibiotika oder starken Schmerzmitteln, muss sorgfältig abgewogen werden. Der Kinderarzt, aber auch die Hebamme, sind für Eltern verlässliche und erfahrene Ansprechpartner.

Hausapotheke mit Medikamenten fürs Baby

Babys sind leider grundsätzlich sehr anfällig für Krankheiten. Das Immunsystem läuft noch nicht auf vollen Touren, sodass Viren und Bakterien leichtes Spiel haben. Außerdem stecken sich Babys vieles in den Mund und haben beim Spielen engen Körperkontakt mit anderen Kindern. Dadurch werden Krankheiten schnell übertragen.

Interessant: Kinderärzte erachten zehn bis fünfzehn Infekte pro Jahr als normal.

Es ist sinnvoll, für den Alltag eine kleine Kinder-Hausapotheke zu bestücken. Neben üblichen Hilfsmitteln wie Schere, Pinzette, Fieberthermometer, Pflaster und Verbandsmaterialien sind folgende Medikamente für Babys sinnvoll:

  • Fieberzäpfchen (oder Fiebersaft)
  • Zinksalbe bei Windeldermatitis
  • Wundcreme für Schürfwunden
  • Elektrolytlösung für starken Durchfall oder Erbrechen
  • Meersalzspray und Nasentropfen (letztere nur kurzfristig einsetzen!)

Arzneimittel sollten möglichst dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Bei Sommerhitze gehören manche Präparate (beispielsweise Fieberzäpfchen) besser in den Kühlschrank. Überprüfen Sie die Haltbarkeit der Medikamente regelmäßig. Bewahren Sie alles an einem Ort auf, damit Sie im Krankheitsfall nicht lange suchen müssen.

Medikamente von Babys fernhalten

Nach Haushaltschemikalien wie Putzmitteln sind Medikamente die zweithäufigste Ursache für Vergiftungen. Alle Medikamente, egal ob für Erwachsene oder Babys, sollten stets kindersicher und verschlossen aufbewahrt werden. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Medikamente wie pflanzliche oder homöopathische Präparate, Verhütungsmittel oder sogar Fluoridtabletten zur Kariesprophylaxe.

Gerade Babys und Kleinkinder, die mit großer Neugier ihre Welt entdecken und noch vieles direkt in den Mund stecken, sind besonders gefährdet, sich mit herumliegenden Medikamenten lebensgefährlich zu vergiften. Erwachsene sollten Medikamente möglichst nicht vor einem Kind einnehmen, um sie nicht zum Nachahmen zu animieren.

Tipps: Medikamente für Babys und Kleinkinder sicher verabreichen

Tabletten sind Babys generell schwer zu verabreichen, während Zäpfchen, Tropfen oder Saft bei Kindern besser geeignet sind. Trotzdem nehmen Kinder Medikamente oft ungerne ein. Ein paar Tricks helfen:

  • Zäpfchen kann man in der Hand etwas vorwärmen, damit sie besser gleiten. Etwas Vaseline hilft.
  • Medizin, die oral verabreicht wird, sollte das Kind im Sitzen oder Stehen einnehmen, damit es sich nicht verschluckt.
  • Medikamente mit einem unangenehmen Geschmack können mit Tee oder Saft verabreicht werden. Das gilt allerdings nicht für jedes Präparat, so beeinflusst Grapefruitsaft beispielweise die Wirkung einiger Medikamente. Fragen Sie vorher unbedingt den Kinderarzt.

Wenn sich ein Kind gegen die Einnahme von Medikamenten wehrt, sollte man die Medizin nicht mit Gewalt verabreichen. Denn dies kann dazu führen, dass sich die Abwehrhaltung des Kindes verstärkt. Versuchen Sie, sofern das Kind alt genug ist, zu erklären, warum die Einnahme nötig ist. Auch kleine Belohnungen helfen, den Widerstand aufzulösen.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, einem Baby oder Kleinkind Medikamente zu geben, sprechen Sie Ihren Kinderarzt offen an. Gemeinsam können Sie überlegen, wie dem Kind die Einnahme erleichtert wird.

Was sollte in der Reiseapotheke mit Babys und Kindern nicht fehlen?

Die perfekte Reiseapotheke mit Kind – gibt´s die?

Gerade wenn das Baby noch klein ist – vielleicht erst 4 oder 10 Monate alt – oder die Reise in die Ferne geht, ist die Unsicherheit oft groß. Was soll denn nun in die Reiseapotheke? Der Koffer ist eigentlich schon voll, aber im Notfall ohne Medikamente da stehen? Das will dann auch keiner.

Aber mal ganz ehrlich: Solange Ihr nicht einen Trip in den unbewohnten Teil der Antarktis macht – Apotheken und Ärzte gibt es überall. In Europa sowieso und auch in ferneren Gefilden findet Ihr zumindest in den urbanen Regionen alle Nase lang eine Apotheke. Und ich wage zu behaupten, dass es kaum eine Apotheke weltweit gibt, in der Ihr keine Elektrolyt-Lösung für Durchfallkinder oder Insektenschutz bekommen könnt. Keine Panik also, wenn Ihr für Euren Urlaub mit Kind nicht jedes kleinste Wehwehchen abgedeckt habt. Ihr könnt auch vor Ort nachrüsten!

In der Reiseapotheke für Babys und Kinder geht es um Erkältung, Durchfall, kleine Verletzungen und die Haut

Unsere Erfahrung mit unseren drei vielreisenden Töchtern hat uns gelehrt: Es gibt vier Arten der „Ungemach“, die man mit einer Reiseapotheke abdecken kann und sollte – alles andere müsst Ihr sowieso beim Arzt klären lassen.

  • Erkältungen bzw. grippaler Infekt: Bei Kindern (und Erwachsenen) sowieso die häufigste Erkrankung und meist auch nicht schlimm, nur unangenehm. Wenn Ihr jedoch mit Eurem erkälteten Baby oder Kind fliegen wollt, solltet Ihr ein paar Medikamente wie Nasentropfen mit an Board haben. Mehr Informationen zum Thema Fliegen mit Baby und Kindern findet Ihr übrigens in diesen Blogposts.
  • Durchfall: Ungewohntes Essen, Hitze oder mangelnde Hygiene auf Reisen – selbst Erwachsene erwischt es da schnell mal. Bei Kindern ist jedoch besondere Vorsicht geboten: Je kleiner das Kind, desto schneller verliert der kleine Körper an Flüssigkeit bei einer Durchfallerkrankung. Viel Trinken und Elektrolyt-Lösungen sind das erste Mittel der Wahl daher.
  • Kleine Verletzungen: Kinder fügen sich eigentlich ständig selbst kleine Verletzungen beim Entdecken der Welt zu. Sie hauen sich den Kopf an, schlagen sich die Knie auf oder ziehen sich kleine Kratzer zu. In der neuen unbekannten Umgebung auf Reisen kann das natürlich noch schneller passieren. Nicht schlimm, nur gut, wenn Ihr vorbereitet seid.
  • Empfindliche Kinder- und Babyhaut: Sonne, Hitze, Zecken oder Mückenstiche quälen die Kleinen machmal ganz schön. Damit Ihr und die Kids eine ruhige Nacht haben, solltet Ihr Vorkehrungen treffen und auch die „Nachsorge“ mit kühlenden Cremes nicht vergessen.

Eine zusätzliche homöopathische Reiseapotheke ist praktisch

Homöopathie ist ja inzwischen im Mainstream angekommen – fast jede Mutter behandelt den Sturz des Nachwuchses ganz cool mit Arnika-Kügelchen. Darüber rümpfen echte Homöopathen natürlich zurecht die Nase. Und Schulmediziner sowieso. Das ist uns aber piepegal;-) Da man in einigen Ländern Globuli schwer bekommt, finde ich daher eine homöopathische Taschenapotheke besonders praktisch. Sie nimmt nicht viel Platz weg, ist nicht teuer und verdirbt nicht. Manche homöopathisch bewanderte Kinderärzte, wie zum Beispiel Dr. Hirte aus München, bieten solche Reiseapotheken-Sets für Kinder an.

Fernreisen und Reiseapotheke für Babys und Kinder: Was nun?

Was ist aber wenn wir im Familienurlaub nach Thailand oder Ägypten reisen? Müssen wir bei Fernreisen und in Länder, die schlechtere hygienische Bedingungen haben, nicht sogar doppelt vorsorgen?

Ja und nein. Wenn Ihr Euch an bestimmte Regeln haltet und vorher gut informiert seid, kommt Ihr auch in solchen Ländern meist unbeschadet durch den Familienurlaub. Die wichtigste Regel für Länder mit schlechteren hygenischen Bedingungen ist:

Cook it, boil it, peel it or forget it!

Will heißen: Von allem was nicht gekocht, gebraten oder geschält ist – Finger weg! Ihr könnt Euch gemeine Durchfälle einhandeln. Das gilt natürlich doppelt für die Kleinen, weil deren Immunsystem noch nicht so fit ist wie das der Großen.

Impfen und Co: Was ist noch vor einer Fernreise mit Kindern zu beachten?

  • Impfen: Informiert Euch vorher über Krankheiten und Impfbestimmungen. Aber denkt nicht nur an die Kinder! Erwachsene vergessen oft, Ihre Standardimpfungen, wie zum Beispiel Tetanus und Diphtherie, aufzufrischen. Das ist in Ländern, in denen diese Krankheiten noch nicht ausgelöscht sind, natürlich suboptimal. Ihr solltet aber nicht nur aus gesundheitlichen Gründen checken, welche Impfungen Ihr braucht. Manche Länder verlangen bestimmte Impfungen von Touristen, damit diese überhaupt einreisen dürfen.
  • Tropenkrankheiten: Zwei gemeine Tropenkrankheiten, die durch Mücken übertragen werden, sind Denguefieber und Malaria. Gerade Malaria ist mit Kindern oft problematisch, da die Kleinen nur sehr eingeschränkt die starken Malariamedikamente zur Vorbeugung einnehmen dürfen. Deswegen lassen wir persönlich die Finger weg von Malariaregionen „mit erhöhtem Risiko“. Jedoch ist leider auch das Dengue-Fieber weltweit im Vormarsch. Da Dengue-Fieber durch tagaktive Mücken und auch in entwickelten Metropolen, wie zum Beispiel Singapur, übertragen werden kann, gilt in tropischen Ländern sowieso immer: Mückenschutz ist das A und O. Es gibt inzwischen sehr guten DEET-haltigen Insektenschutz, der auch von Kindern und sogar von Schwangeren gut vertragen wird.

Übrigens: Wenn Ihr Euch über Krankheiten, Sicherheit und Impfbestimmmungen in einem bestimmten Land informieren wollt, ist die Webseite des Auswärtigen Amtes eine gute Anlaufstelle. Das Tropeninstitut, Dr. Gontard, erstellt Euch sogar online für 20 Euro pro Person ein persönliches Gutachten. Ihr gebt Alter der Mitreisenden und Reiseroute an und erhaltet konkrete Empfehlungen für alle Familienmitglieder.

Unsere Checkliste: Reiseapotheke Baby und Kind

Wir haben für Euch ein paar Medikamente zusammengestellt, die wir persönlich immer auf die Reise mit Kindern mitnehmen. Die Liste findet Ihr hier auch als PDF-Checkliste zum Ausdrucken.

Erkältungen:

  • Fieberthermometer
  • Nasenspray: Wichtig vor allem im Handgepäck wegen des Ohrendruckes im Flugzeug! Ausnahmsweise ist hier auch das abschwellende erlaubt…
  • Kinderhustensaft Eurer Wahl
  • Erkältungssalbe zum Einreiben für Kinder: Da Menthol für Kinder nicht geeignet ist, nehmen wir immer den Thymian Myrte Balsam von Dr. Stadlmann mit
  • Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
  • Nurofensaft bei Schmerzen und Fieber
  • Augentropfen: Gerade auf Reisen entzünden sich die Augen manchmal aufgrund von Zugluft. Es gibt übrigens auch gute homöopathische Tropfen gegen leichte Bindehautentzündung und Triefaugen.

Kleine Verletzungen:

  • Pflaster: Diese dürfen vor allem im Wanderrucksack nicht fehlen!
  • Kompressen und Binden: Mull- und selbsthaftende Elastikbinden
  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsspray: Octenisept wird von Kindern gut vertragen und ist schmerzfrei
  • Pinzette und Nagelschere, um Splitter rauszuoperieren
  • Wund- und Heilsalbe

Bei Hautproblemen:

  • Kindersonnencreme: Wir mögen gerne die DAYLONG Kids, weil sie super lange hält und schnell einzieht. Sie ist wohl unter den nicht-mineralischen (die ich persönlich einfach nicht mag, weil alles klebt und weiß wird) noch die unbedenklichste. Hat aber leider auch ein paar Inhaltsstoffe, die nicht optimal sind. Einen Hinweis zur Kombination mit Insektenschutz haben wir noch (gilt vor allem für Länder mit Denguefieber): Zuerst die Sonnencreme, dann das Insektenspray auftragen!
  • Mückenabwehrspray: In Europa ist für die ganz Kleinen Brumm zu empfehlen, für die größeren Kinder Autan Family. In tropischen Regionen solltet Ihr jedoch auf Mittel mit einem hohen DEET-Gehalt umsteigen. Nobite ist ein gut wirksames und verträgliches Mittel.
  • Mückenstichheiler (Click-Gerät) und oder kühlende Salbe
  • Zeckenpinzette

Bei Durchfall/Erbrechen:

  • Medikamente gegen Reiseübelkeit – wenn Eure Kinder dazu neigen (z.B. ab 6 Jahren Superpep-Kaugummi – funktioniert super schnell, hinterlässt aber ein taubes Gefühl im Mund). Wer nicht auf Medikamente zurückgreifen will, kann es auch mal mit den SEA-BAND Akupressur-Bändern versuchen. Das sind elastische Armbänder mit einem Knopf auf der Innenseite, der auf einen Akupressurpunkt drückt. Diese Bänder funktionieren sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen oft gut.
  • Elektrolytlösung, um Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Allerdings haben wir diese nie im Gepäck, um ehrlich zu sein. Ihr könnt sie nämlich auch vor Ort ganz leicht selbst herstellen: In einem Liter Wasser je einen Viertel Teelöffel Kochsalz und Backpulver auflösen. Dazu zwei Esslöffel Zucker oder Honig (Honig allerdings nicht bei Kindern unter einem Jahr) und eine halbe Tasse Orangensaft.
  • Durchfalltabletten oder Aktivkohle – für hartnäckige Fälle
  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen für Bauchweh

Alle Empfehlungen in diesem Blogpost für die Reiseapotheke für Kinder sind übrigens persönliche Empfehlungen – also unbezahlte Werbung aus Überzeugung – keine bezahlte Werbung. Wir wünschen Euch auf jeden Fall viel Spaß in Eurem Urlaub mit Kindern. Stresst Euch nicht! Ihr werdet bestimmt eine tolle Zeit mit Eurer Familie verbringen.

Hier könnt Ihr Euch die Reiseapotheke zum Ausdrucken (pdf) mit Anhakkästchen und Notizzeilen übrigens runter laden.

Was gehört in die Hausapotheke für Babys und Kinder?

Was gehört in eine Hauapotheke für Babys und Kleinkinder? Nachfolgend findest Du eine Übersicht derjenigen Medikamente und Utensilien, die auf keinen Fall fehlen sollten.

Brandsalbe

Für die Versorgung kleinerer Verbrennungen und Verbrühungen ersten Grades, die nicht ärztlich behandelt werden müssen – z. B. Fenistil-Gel® oder Combudoron-Gel® von Weleda.

Coolpack/Kühlakku

Bei Prellungen und Beulen ist ein gelgefülltes Coolpack ideal, da es sich den Konturen gut anpasst. Es sollte nicht in den direkten Kontakt mit der Haut kommen sondern mit (Zell)Stoff (Stofftaschentuch oder Küchentuch), umwickelt werden, um Erfrierungen zu vermeiden. Bei Verbrennungen und Verbrühungen sollte kein Kühlpack verwendet werden, da er zu kalt ist – hier bitte nur mit lauwarmem Wasser kühlen!

Elektrolyt-Lösung

Bei starkem Durchfall und Erbrechen leidet der Mineralstoffhaushalt, es sollten daher Elektrolyte zugeführt werden. Hat man keine Elektrolytlösung zur Hand, kann zur Verbesserung des Mineralstoffhaushaltes, auch folgendes Getränk zusammengemischt werden: 1 Liter dünner Tee mit 7 EL Traubenzucker und ein halber Teelöffel Salz. Die Gemische sollte eiskalt angeboten werden, da sie dann nicht so salzig schmecken und weniger Übelkeit verursachen. Ebenfalls möglich: 80% natriumreiches Mineralwasser und 20% Orangensaft. Ein geeignetes Präparate ist z. B. Oralpädon®.

Entschäumer

Entschäumer werden in der Regel bei Blähungen angewendet. Sie wirken rein physikalisch, gehen nicht in den Blutkreislauf über und werden unverändert ausgeschieden (weswegen eine Überdosierung nicht möglich ist). Erhältlich sind zum Beispiel Sab Simplex®, Lefax® und Espumisan®. Auch wenn das Kind keine Blähungen hat, sind Entschäumer wichtig für Vergiftungsunfälle mit schäumenden Substanzen – kommt es zur Schaumbildung (um das zu vermeiden zunächst kein Wasser zum trinken geben!), können die Kinder ersticken, wenn sie den Schaum erbrechen und einatmen. In diesen Fällen muss großzügig Entschäumer verabreicht werden (ruhig die halbe bis ganze Flasche).

Medikamente gegen Erbrechen und Übelkeit

Da kleine Kinder sehr schnell austrocknen, sollte man immer ein Zäpfchen gegen Erbrechen im Hause haben. Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass es gut ist, wenn „alles raus kommt“ – das ist nur bei Lebensmittelvergiftungen so. Bei Magen-Darm-Infektionen ist es wichtig, das Erbrechen zu stoppen um den Flüssigkeitsverlust zu minimieren. Dazu eigenen sich Präparate wie Vomex A® und Vomacur® (jeweils 40-mg-Zäpfchen). Nicht unerwähnt soll an dieser Stelle sein, dass der Wirkstoff dieser Medikamente jüngst kritisch diskutiert wird – siehe dazu dieser Artikel aus dem Spiegel. Es sollte also eine genaue Risiko-Nutzen-Abwägung vor dem Einsatz erfolgen. Eine drohende Austrocknung wird jedoch jeder Arzt mit Vomex/Vomacur behandeln.

Fieberthermometer

Bei Fieber ist ein Thermometer von Vorteil. Die Aussage, dass nur analoge Thermometer verlässliche Ergebnisse liefern, ist mittlerweile überholt – es gibt Ohrthermometer, deren Messgenauigkeit laut Stiftung Warentest „sehr gut“ ist. Wir haben das Braun Thermoscan IRT, was ich guten Gewissens empfehlen kann. Die Messung erfolgt innerhalb weniger Sekunden, das Kind muss nicht entkleidet werden und es sind sogar Messungen im Schlaf möglich, ohne dass das Kind aufgeweckt werden muss.

Fiebersaft/-zäpfchen

Fieber ist ein wichtiger Abwehrmechanismus des Körpers, daher sollte es nur gesenkt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Zur Fiebersenkung sind zwei verschiedene Wirkstoffe im freien Handel erhältlich: Paracetamol (ab Geburt) und Ibuprofen (ab 6 Monaten). ASS (Aspirin) und Novalgin dürfen keinesfalls verabreicht werden! Die Wirkstoffe sind in Zäpfchen oder Saftform für Kinder erhältlich. Je nach Altersstufe sind die Präparate verschieden hoch dosiert – gelegentlich sollte geprüft werden, ob die vorhandenen Medikamente noch dem aktuellen Alter des Kindes entsprechen.
Die Dosierung erfolgt gewichtsabhängig. Oft liest man, dass die Wirkstoffe auch kombiniert genommen werden können. Das ist grundsätzlich in der Tat möglich, ist aber wirklich nur in extremen Fällen zu empfehlen. Die Präparate sind darauf ausgelegt, dass sie für den angegebenen Zeitraum Schmerzen bekämpfen, daher sollte ihre Wirkung so lange anhalten. In Bezug auf das Fieber ist ein Anstieg zwar vor der nächsten Medikamentengabe möglich, aber wie bereits ausgeführt, sollte Fieber nicht so schnell gesenkt werden. Gerade, wenn das Fieber schnell wieder steigt, sollte man sich fragen, warum es das trotz ausreichender Medikation tut. Offenbar ist der Körper gerade extrem damit beschäftigt, Keime zu bekämpfen – man sollte ihm die Chance dazu lassen!

Hustensaft

Hustensaft ist nicht sinnvoll – warum, darüber habe ich einen gesonderten Artikel geschrieben.

Nasentropfen

Babys sind Nasenatmer, weswegen ihnen bei Erkältungen verstopfte Nasen besonders zu schaffen machen. Ist die Nase stark verstopft helfen meist nur noch abschwellende Nasentropfen. Es gibt Präparate für Babys (0-1 Jahr) und Kinder (2-6 Jahre). Erhältliche Produkte sind bspw. Otriven®, Olynth® oder Nasivin®.
Bei der Behandlung von Schnupfen ist auch eine isotonische Kochsalzlösung hilfreich. Diese befeuchtet die Schleimhäute, löst den Schleim und unterstützt die Funktion der Flimmerhärchen. Man kann die Kochsalzlösung fertig kaufen, es ist aber relativ unkompliziert, selbst eine solche Lösung herzustellen: auf einen Liter abgekochtes Wasser kommen 9 g Salz. In der Apotheke gibt es Pipettenflaschen – man kann aber auch ältere, ausgespülte Nasentropfenflaschen verwenden. Die Lösung hält sich ca. 48 Stunden im Kühlschrank und sollte dann neu hergestellt werden.

Nasensauger

War ich früher der Meinung, dass man solchen „Quatsch“ nicht brauche, bin ich heute der festen Überzeugung, dass ein Nasensauger in jede Hausapotheke gehört. Allerdings nicht diese kleinen Ballons, sondern ein Sauger, der mit dem Mund oder dem Staubsauger betrieben wird. Man kann sich kaum vorstellen, welche Mengen Schnodder in einem kleinen Baby stecken können – und wie erleichternd das Absaugen für die Kleinen sein kann. Außerdem wirken Nasentropfen deutlich besser, wenn sie in eine vom Schleim befreite Nase getropft werden.
Es sind verschiedene gute Sauger erhältlich, wir haben den AngelVac-Nasensauger®, der wirklich gut funktioniert. Auch über den Nosefrida® (man saugt mit dem Mund über einen Schlauch) habe ich nur Gutes gehört.

Juckreizstiller

Bei Insektenstichen und leichten Verbrennungen helfen Salben mit Antihistaminika wie Fenistil® oder Präparate mit Gerbstofflotion. Sie sollten jedoch nicht auf offene Wunden und bei kleinen Kindern nur sehr kleinflächig (Mückenstich) aufgetragen werden.

Kohletabletten

Für Vergiftungsunfälle ist es sinnvoll, Kohletabletten vorzuhalten. Kohle hat eine sehr große Oberfläche und bindet Giftstoffe sehr schnell. Ebenso wie die Entschäumer wirkt sie rein physikalisch und ist daher auch für Kinder geeignet. Für kleinere Kinder ist Kohlepulver am besten geeignet.

Kümmelzäpfchen

Babys, die Schwierigkeiten mit der Verdauung haben, reagieren in der Regel gut auf Kümmelzäpfchen (z. B. Carum Carvi von Wala®). Mit dem Kauf kann man jedoch bis nach der Geburt warten – nicht alle Kinder leihen unter den so genannten Dreimonatskoliken.

Pflaster

Bei der Auswahl sollte man darauf achten, dass die Pflaster leicht ablösbar sind und möglichst wenig die Haut reizen (das beste Kinderpflaster bei Stiftung Warentest war das DermaPlast kids – siehe Bild) .
Außerdem ist eine Pflasterroller für das Fixieren von Kompressen notwendig.

Pinzette

Eine Pinzette sollte für die Entfernung von Insektenstacheln, Kaktusstacheln oder Splittern vorhanden sein.

Verbandmaterial

Zum Abdecken von Wunden sollte geeignetes steriles Verbandmaterial in verschiedenen Größen vorhanden sein. Man sollte gelegentlich das Haltbarkeitsdatum überprüfen und abgelaufene Produkte ersetzen.

Wunddesinfektionsmittel

Glücklicherweise gibt es mittlerweile kinderfreundliche Produkte für die Desinfektion kleinerer Schnitt- und Schürfwunden, die nicht mehr brennen, wie z. B. octenisept®. Wunden müssen großzügig eingesprüht werden – bevor ein Pflaster oder Verband angelegt wird, muss ein bis zwei Minuten gewartet werden, damit die antiseptische Wirkung sich ausreichend entfalten kann.

Wundcreme

Leider ist Babys Po durch das Windel tragen gelegentlich rot – bei uns hat am besten Multilind-Salbe® und Mirfulan® geholfen. Ebenfalls hilfreich ist Heilwolle.

Zeckenzange/-karte/-haken/-pinzette

Auch eine Utensil zur Zeckenentfernung sollte nicht fehlen.

Pflichtangaben

Grippostad® C Hartkapseln

Zur symptomatischen Behandlung von gemeinsam auftretenden Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Reizhusten im Rahmen einer einfachen Erkältungskrankheit bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Bei gleichzeitigem Fieber oder erhöhter Körpertemperatur wirkt Grippostad® C fiebersenkend. Durch die fixe Kombination der Wirkstoffe in Grippostad® C kann bei Beschwerden, die überwiegend eins der genannten Symptome betreffen, keine individuelle Dosisanpassung vorgenommen werden. In solchen Situationen sind Arzneimittel in anderer Zusammensetzung vorzuziehen.

Hinweis: Schmerzmittel sollen über längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden. Enthält: Lactose.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

STADA GmbH, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel
Stand: April 2015

Grippostad® C Stickpack
Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen

Zur Anwendung bei Erwachsenen.

Wirkstoffe: Paracetamol, Ascorbinsäure (Vitamin C), Coffein, Chlorphenaminmaleat.

Zur Behandlung von gemeinsam auftretenden Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Reizhusten im Rahmen einer einfachen Erkältungskrankheit. Bei gleichzeitigem Fieber oder erhöhter Körpertemperatur wirkt Grippostad® C Stickpack fiebersenkend. Grippostad® C Stickpack enthält mehrere Wirkstoffe, die jeweils in einer festgelegten Menge dosiert sind. Daher kann die Dosis nicht individuell angepasst werden, wenn Sie überwiegend unter einem der oben genannten Symptome leiden. Sprechen Sie in solchen Fällen bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, dieser wird Ihnen ein Arzneimittel anderer Zusammensetzung empfehlen.

Hinweis: Schmerzmittel sollen über längere Zeit oder in höheren Dosen nicht ohne Befragen des Arztes eingenommen werden. Enthält: Natriumverbindungen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

STADA GmbH, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel
Stand: Mai 2017

Grippostad® Heißgetränk

600 mg/5 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen

Zur Anwendung bei Kindern ab 10 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen (Körpergewicht ab 40 kg)

Wirkstoff: Paracetamol.

Zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen und/oder von Fieber.

Hinweis: Paracetamol-haltige Arzneimittel sollen ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nur wenige Tage und nicht in erhöhter Dosis eingenommen werden. Enthält Aspartam und Sucrose (Zucker). 1 Beutel enthält 3,8 g Sucrose (Zucker) entsprechend ca. 0,32 Broteinheiten (BE).

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

STADA GmbH, Stadastraße 2-18, 61118 Bad Vilbel
Stand: Mai 2014

Grippostad® Complex
ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid 500 mg/30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Zur Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren.

Wirkstoffe: Acetylsalicylsäure, Pseudoephedrinhydrochlorid.

Zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautschwellung der Nase und Nasennebenhöhlen bei Schnupfen (Rhinosinusitis) mit Schmerzen und Fieber im Rahmen einer Erkältung beziehungsweise eines grippalen Infektes. Wenn Sie nur eine der genannten Beschwerden haben, ist die Behandlung mit einem Präparat, das nur einen Wirkstoff enthält, zu bevorzugen.

Hinweis: Wenn sich Ihre Symptome verschlimmern oder nach 3 Tagen keine Besserung eintritt, müssen Sie mit einem Arzt sprechen. Enthält: Sucrose.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

STADA GmbH, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel
Stand: Juli 2019

Ohne Rezept, aber nicht ohne Folgen: Schädliche Kinder-Medikamente

Kinder werden häufiger mal krank

Als Mutter oder Vater werden Sie dadurch zwangsläufig zu einem regelrechten Gesundheitsexperten. Bei leichten Beschwerden können Sie ruhig auch mal auf einen Arztbesuch verzichten. Für die Selbstbehandlung zu Hause am besten geeignet sind Naturheilmittel und die guten alten Hausmittel. Doch auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke erfreuen sich bei vielen Eltern zunehmender Beliebtheit.

Rezeptfrei heißt nicht immer ungefährlich

Dass Arzneimittel nicht nur helfen, sondern auch unerwünschte und zum Teil schädliche Nebenwirkungen haben können, wissen die meisten Eltern. Dennoch verbinden viele die Tatsache, dass sie ein Medikament „einfach so“ ohne Rezept in der Apotheke kaufen können, mit der Vorstellung von „harmlos“. Ansprechend aufgemachte Medikamentenregale in der Apotheke verstärken diesen Eindruck und laden fast schon zur Selbstbedienung ein. Doch dieser Schein trügt. Auch frei verkäufliche Medikamente können schwere Nebenwirkungen haben.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Bei schädlichen Arzneimittelwirkungen sind Kinder ganz besonders gefährdet. Ihr Gehirn und ihre Organe wachsen erst heran und müssen sich noch aufeinander einspielen. Daher reagieren Kinder wesentlich empfindlicher auf Medikamente als Erwachsene. Kleinkinder benötigen andere Dosierungen eines Mittels sowie oft auch ganz andere Wirkstoffe und Arzneiformen als Jugendliche oder Erwachsene.

Vorsicht: Gefährliche Wirkstoffe führen zu Atemstörungen!

Sie heißen WickMediNait, Sedaplus oder Emesan: rezeptfreie Medikamente, die Kindern bei Erkältungen, Schlafstörungen und Übelkeit helfen sollen. Doch die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin schlägt Alarm: Die in diesen Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe Doxylamin, Diphenhydramin und Dimenhydrinat können bei Kleinkindern zu Atemstörungen und im Extremfall zum Tod führen. Die Substanzen wurden ursprünglich gegen Allergien entwickelt. Wegen vieler Nebenwirkungen wurden sie hier jedoch längst durch Antihistaminika der neueren Generation ersetzt. Trotzdem werden die Altsubstanzen weiterhin in Kinder-Medikamenten verwendet. Wegen ihrer beruhigenden, einschläfernden Wirkung, aber auch ihrer Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen sind sie bei vielen Eltern beliebt.

Doch Vorsicht! Die Substanzen wirken direkt auf das zentrale Nervensystem. Das kann bei einer Überdosierung vor allem bei Babys und Kleinkindern zu schweren Nebenwirkungen führen. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Kreislauf- und Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand
  • Krämpfe, Mundtrockenheit
  • Bewusstseinstrübungen, Halluzinationen
  • Verstopfung / Probleme beim Wasserlassen (siehe Tabelle unten)

Lieber einmal zu oft zum Arzt als zu selten!

Wenn Ihr Kind ernsthaft krank ist oder die Beschwerden trotz Selbstbehandlung länger als zwei bis drei Tage andauernd, gehen Sie bitte mit Ihrem Kind zum Kinderarzt oder Heilpraktiker!

Das gilt vor allem in diesen Fällen
• Ihr Kind ist jünger als sechs Monate. • Ihr Kind wirkt apathisch.
• Fieber ab 39,5 Grad • Blut im Stuhl
• Krämpfe, Bewusstlosigkeit • bellender Husten, Atemnot
• schwere Verletzungen, nicht stillbare Blutungen • heftige, zunehmende oder länger als zwei Tage andauernde Schmerzen
• wiederholtes Erbrechen oder heftiger Durchfall (bei Kleinkindern mehr als sechs wässrige Stühle innerhalb von 24 Stunden)

Erwachsenen-Medikamente sind für Kinder tabu!

Schnell noch in die Apotheke – und schon ist man wieder fit: Rezeptfreie Arzneimittel sind bei Erwachsenen sehr beliebt. Die Versuchung, auch das eigene Kind mit diesen „harmlosen“ Medikamenten zu behandeln, ist groß. Doch einige bei Erwachsenen beliebte rezeptfreie Medikamente können bei Kindern großen Schaden anrichten. Bekannte Beispiele hierfür sind:

  • Aspirin:
    Der Klassiker der Erkältungs- und Schmerzmedikamente ist für Kinder unter zwölf Jahren tabu. Der Wirkstoff Azetylsalizylsäure (ASS) kann bei Kindern in seltenen Fällen das Reye-Syndrom mit schweren Leber- und Hirnschäden verursachen.
  • Paracetamol:
    Der bei Erwachsenen beliebte Wirkstoff gegen Schmerzen und Fieber war lange Zeit auch eine der beliebtesten Kinder-Medikamente. Es galt als vollkommen harmlos und wurde daher mitunter sehr leichtfertig eingesetzt und dosiert. Inzwischen weiß man, dass das Medikament bei falscher Dosierung vor allem bei Kindern schwere Leberschäden verursachen kann. Auch von erheblichen Nebenwirkungen bei längerem Gebrauch wird berichtet. Neue Studien belegen zudem ein erhöhtes Asthma-Risiko bei Kindern. Es sollte daher bei Kindern nicht oder nur sehr sorgfältig dosiert verwendet werden. Auch von einer Einnahme in der Schwangerschaft ist dringend abzuraten.
  • Kombinationspräparate:
    Erkältungsmittel wie Grippostad C, Thomapyrin, WickMediNait oder Daymed sind bei vielen Erwachsenen beliebt. Sie fühlen sich damit subjektiv schnell besser und schwören daher auf „ihr“ Medikament. Für Kinder sind diese Medikamente nicht zugelassen (und auch für Erwachsene wenig geeignet). Sie enthalten oft mehrere der oben genannten gefährlichen Wirkstoffe. In manchen Präparaten (z. B. Wick MediNait) werden diese zusätzlich mit anderen Stoffen kombiniert, die ebenfalls auf das zentrale Nervensystem wirken (z. B. Dextromethorpan oder Ephedrin). Die schädliche Wirkung wird durch diese Zusammenstellungen noch zusätzlich verstärkt.

So gehen Sie mit Medikamenten für Ihr Kind richtig um

1. Weniger ist mehr!
Nicht jedes Wehwehchen muss gleich behandelt werden. Gehen Sie daher mit Medikamenten bei Ihrem Kind sparsam um.
2. Sorgfältig dosieren!
Befolgen Sie die Dosierhinweise vom Arzt oder auf dem Beipackzettel sorgfältig. Geben Sie Ihrem Kind möglichst Zäpfchen oder Saft anstatt Tabletten. Verwenden Sie zur Dosierung den beigelegten Messlöffel oder eine Spritze ohne Nadel aus der Apotheke (Teelöffel sind zu ungenau).
3. Keine Erwachsenen-Medikamente für Kinder!
Geben Sie Ihrem Kind nie einfach ein Medikament von Ihnen selbst. Sehen Sie grundsätzlich zuerst im Beipackzettel nach, ob und ab welchem Alter es für Kinder zugelassen ist. Geben Sie Ihrem Kind nur die für sein Alter angegebene Dosis.
4. Trennkost!
Auch wenn der Saft Ihrem Kind nicht schmeckt: Mischen Sie die Arznei nicht einfach ins Essen oder Trinken. Beachten Sie auch bei der Einnahme die Angaben im Beipackzettel.
5. Sicher aufbewahren!
Bewahren Sie alle Arzneimittel unzugänglich für Kinder auf

Gefährliche Arznei: Diese Medikamente sind nichts für Kinder!

Je weniger Medikamente Kinder einnehmen, umso besser! Aber manchmal sind Medikamente wie Hustensaft, Fieber- und Schmerz-Mittel und Antibiotika unumgänglich. Das sollten Eltern wissen!

Medikamente für Kinder: Wichtig zu wissen

Husten, Schnupfen, Halsweh – hier wirkt nichts besser als die altbekannten Hausmittelchen. Manchmal muss es aber doch etwas Stärkeres her: Wenn sich der Husten gar nicht löst, wenn die kleinen Patienten hohes Fieber oder Schmerzen haben. Oder wenn Bakterien für eine schwerwiegendere Erkrankung verantwortlich sind. Wichtig: Wenn Ihr Kind krank ist, fragen Sie den Kinderarzt oder auch in der Apotheke um Rat und experimentieren Sie nicht eigenständig mit Mittelchen und Säftchen, die Sie noch im Arzneischrank gefunden haben.

Wenn das Kind Medikamente braucht

➤ Geben Sie Ihrem Kind nie eigenmächtig und nach „bestem Wissen und Gewissen“ Medikamente. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Ihre Organe sind noch nicht ausgereift und ihr Stoffwechsel funktioniert anders. Deshalb dürfen Medikamente für Erwachsene keinesfalls einfach auf das Gewicht des Kindes runtergerechnet werden, das kann gefährlich werden! Kinder benötigen teilweise ganz andere Wirkstoffe als Arzneimittel – einfach weil ihr Körper anders funktioniert.

Dr. med. Ursula Keicher

„Generell sollten für Kinder nur Medikamente verwendet werden, die ausdrücklich laut Beipackzettel geeignet und zugelassen sind. Diese sind explizit für die jeweilige Altersgruppe getestet worden. Das gilt auch für pflanzliche Mittel. Allgemein ist es wichtig darauf zu achten, dass diese Medikamente frei von Alkohol sind. Auch rezeptfreie Medikamente sollten nie länger ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.“, rät die Kinder- und Jugendärztin Dr. med. Ursula Keicher.

Diese Medikamente sind nichts für Kinder!

➤ Acetylsalicylsäure (ASS, bekannt von Aspirin) ist für Kinder unter zwölf Jahren tabu!ASS kann bei Kindern das gefährliche Reye-Syndrom mit schweren Hirn- und Leberschäden auslösen.

Gut zu wissen: Fiebersenkende Mittel sind erst ab einer Körpertemperatur ab 38,5 °C sinnvoll. Wenn Sie die Temperatur unter den Achseln oder im Ohr messen, müssen Sie 1 °C abziehen, bei der Messung im Mund etwa 0,5 °C. Zu der Überlegung, wann man seinem Kind Paracetamol und wann Ibuprofen verabreichen sollte, lautet der Experten-Rat von Dr. med. Ursula Keicher: „Ob Paracetamol oder Ibuprofen besser ist, kann man nicht pauschal sagen, das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Bei manchen Kindern wirkt Ibuprofen besser (fiebersenkend, schmerzlindernd) und bei anderen Paracetamol. Ibuprofen kann als Nebenwirkung Blutungen im Magen-Darm-Tarkt haben, sodass es bei fieberhaften Magen-Darminfektionen eher nicht gegeben werden sollte.“
Bei beiden Mitteln aber gilt: Bei einer Überdosierung können gefährliche Nebenwirkungen auftreten, verabreichen Sie Ihrem Kind also keinesfalls mehr als vom Arzt oder im Beipackzettel empfohlen.

Gesundheit

Fieber beim Baby: Wenn das Baby Fieber hat

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➤ Pflanzliche Mittelgelten oft als gut verträglich und völlig ungefährlich. Aber auch hier sind nicht alle Mittel für Kinder geeignet. Ätherische Öle wie Menthol, Pfefferminz und Eukalyptus sollten bei Babys und Kleinkindern unter zwei Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewandt werden. Die ätherischen Öle können dazu führen, dass sich die Atemwege verkrampfen. Auch Sonnenhut (Echinacea) sollte erst bei Kindern ab zwölf Jahren angewendet werden.
➤Hustenstiller und Hustenlöser dürfen niemals gleichzeitig eingenommen werden. Für tagsüber empfiehlt sich ein schleimlösendes Medikament. Wenn Ihr Kind nachts gar nicht schlafen kann, kann ein Hustenstiller helfen. Generell sollten Sie beim Einsatz von Hustenstillern vorsichtig sein:
➤ Viele Hustenstiller, die vor allem bei starkem nächtlichen Hustenreiz eingesetzt werden, enthalten die Wirkstoffe Codein oder Dihydrocodein. Bei Babys unter einem Jahr können diese Hustensäfte zu einem Atemstillstand führen. Auch bei älteren Kindern müssen Sie unbedingt auf die korrekte Dosierung achten.
➤ Auch Kombi-Präparate wie Grippostad, WickMediNait oder ähnliches sind nichts für Kinder! Sie sind für Kinder nicht zugelassen und enthalten Stoffe, die starke Nebenwirkungen haben können.
➤ Auf Honig sollte bis zum Ende des ersten Lebensjahres unbedingt verzichtet werden. Der Grund: Honig ist in äußerst seltenen Fällen mit Bakterien verunreinigt, die bei Babys zu gefährlichen Lähmungen führen kann. Nach dem ersten Geburtstag stellt Honig keinerlei Gefahr mehr dar.
➤ Durchfallmittel sind für Kinder ungeeignet, bzw. sollten nur eingenommen werden, wenn der Arzt sie ausdrücklich verordnet hat. Wichtig ist, dass die kleinen Patienten genug Flüssigkeit und Elektrolyte zu sich nehmen.

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➤ Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, bei Viren sind sie nutzlos!

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Wie kommt das Medikament am besten in das Kind hinein?

Das richtige Mittel ist gefunden, die Dosierung ist auch geklärt – jetzt beginnt der oft schwierigste Teil der Übung: Wie kommt das Medikament in das Kind hinein? Kinder verweigern Medikamente, spucken sie aus oder müssen nach der Einnahme erbrechen. Diese Tipps helfen bei der Medikamenten-Einnahme:

● Tropfen und Säfte sollten immer im Sitzen oder Stehen eingenommen werden.
● Bei Tabletten oder Kapseln sollten Sie Ihrem Kind immer zusätzlich ein Glas Wasser zum Runterspülen geben. Beim Schlucken den Kopf nach hinten anlegen.
● Wenn eine Tablette mal gar nicht rutschen will, hilft es ein Stück Banane zu kauen – meist rutschen dann der Bananenbrei und die Tablette gemeinsam in Richtung Magen.
● Manche Kapseln können leicht geöffnet werden. Den Inhalt dann mit einem Löffel Joghurt einnehmen. Fragen Sie hier am besten Ihren Arzt oder Apotheker.
● Zäpfchen rutschen besser, wenn man sie vorher mit einer fetthaltigen Creme bestreicht.
● Wenn kleine Kinder die Arznei gar nicht schlucken wollen, hilft oft eine Pipette oder eine Spritze (natürlich ohne Nadel). Wenn man jetzt hinter die Backenzähne spritzt, erreicht das Medikament mit ein bisschen Glück die Geschmackspapillen nicht – das Schlucken fällt so vielen Kindern leichter.
● Bei größeren Kindern hilft es, wenn sie sich beim Einnehmen eines Saftes die Nase zuhalten.
● Bei Nasentropfen sollten Sie Ihrem Kind vor der Einnahme die Nase putzen. Bei der Einnahme den Kopf leicht nach hinten legen – und die Tropfen dann hochziehen.
● Ohrentropfen sollten Sie vorher leicht erwärmen (z.B. in der Hand oder in der Hosentasche). Wenn Ihr Kind den Kopf auf die Seite legt, können die Tropfen besser ins Ohr fließen.
● Halten Sie sich an die vom Arzt empfohlene Dosierung.

● Flößen Sie Ihrem Kind keine Medikamente unter Zwang ein. Kleine Belohnungen wie ein Gummibärchen oder Ähnliches sind aber natürlich erlaubt.

● Wenn Mama oder Papa unsicher sind, merkt das der Junior sofort. Strahlen Sie also eine große Selbstsicherheit und Bestimmtheit aus!

● ‚Viel hilft viel gilt‘ nicht für die Anwendung von Medikamenten. Besser Sie wenden das Motto fürs Kuscheln und für heißen Tee an!

Hausmittel = wirksame Alternative zu Medikamenten

Es müssen nicht immer Medikamente sein – gerade bei Kindern sind Hausmittel wie Inhalieren, Kartoffelwickel, Zwiebelsäckchen und Wadenwickel besonders hilfreich.

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Hausmittel gegen Erkältung

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Wann zum Arzt?

➤ Heftige Schmerzen

➤ Wenn das Kind apathisch wirkt.

➤ Wiederholtes Erbrechen oder heftiger Durchfall

➤ Wenn Säuglinge oder Kleinkinder Fieber haben.

➤ Wenn das Fieber bei größeren Kindern länger als drei Tage dauert.

➤ Wenn das Fieber über 39,5 Grad steigt.

➤ Krämpfe

➤ Bewusstlosigkeit

➤ Atemnot

➤ Blut im Urin oder Stuhl

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