Grippeimpfung vor schwangerschaft

Inhalte

  • Grippe während der Schwangerschaft gefährdet das Kind.
  • Eine Grippeimpfung für schwangere Frauen ist empfehlenswert
  • Ab dem vierten Monat können Sie sich gegen Grippe impfen lassen

Grippe ist eine der verbreitetsten Krankheiten in Deutschland und wenn sie einmal herumgeht, ist es gar nicht so leicht, ihr zu entkommen. Während eine Grippe für gesunde, kräftige Menschen kein Problem ist, müssen Schwangere aufpassen. Denn im schlimmsten Fall kann eine Grippe während der Schwangerschaft zu gesundheitlichen Komplikationen bis hin zur Fehlgeburt führen.

Doch zum Glück ist die Grippe ein vermeidbares Risiko. Die Grippeimpfung ist der einfachste und zuverlässigste Weg, um sich vor einer Infektion zu schützen und somit auch die Gesundheit des ungeborenen Kindes zu unterstützen. Wenn Sie die im Folgenden vorgestellten Rahmenbedingungen für eine Grippeimpfung beachten, steht dem vorbeugenden Schutz der Impfung normalerweise nichts mehr entgegen. In Absprache mit Ihrem Arzt können Sie die Schwangerschaft aber auch ohne Grippeimpfung gut überstehen.

1. Die Diskussion über Pro und Contra einer Grippeimpfung

Mit einer Grippe während der Schwangerschaft lässt sich nicht spaßen.

Es gibt derzeit eine wilde Debatte darüber, ob die Grippeimpfung für Schwangere wirklich notwendig ist. Denn obwohl die Gesundheitsbehörden diese Impfung empfehlen, gibt es nach wie vor keine klinischen Studien über die allgemeine Sicherheit von Impfungen für schwangere Frauen. Auch wenn Sie schwanger werden wollen, können Sie sich vor einer möglichen Schwangerschaft die Impfung geben lassen.

Einige Studien haben allerdings nachgewiesen, dass Impfungen während der Schwangerschaft eventuelle Risiken bergen, da die Impfstoffe Nebenwirkungen haben können. Von Seiten der Ständigen Impfkommission in Deutschland wird die Influenza-Impfung allerdings insbesondere zu Beginn der kalten Monate empfohlen. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Risiken. Komplikationsfreie Schwangerschaften mit gesunder Mutter werden durch die Grippeimpfung normalerweise nicht beeinträchtigt. Allerdings können Sie eine Grippe auch auf anderem Wege abwehren.

Für die meisten schwangeren Frauen ist eine Grippeimpfung ab dem 4. Schwangerschaftsmonat laut Gesundheitsbehörden empfehlenswert.

Über diese Anhaltspunkte sollten Sie vor der Impfung nachdenken:

  • Wahrscheinlichkeit der Grippe-Infektion (abhängig vom Umfeld und vom Beruf sowie von der Jahreszeit)
  • Allgemeiner Gesundheitszustand von Mutter und Kind
  • Vorhandene Allergien (Vorsicht vor allem bei Hühnereiweiß-Allergie!)

1.1. Gefahren für werdende Mütter, die nicht gegen Grippe geimpft sind

Unabhängig von den eventuellen Gefahren, die durch eine Impfung für Mutter und Kind entstehen können, ist es wichtig, die Risiken einer Schwangerschaft ohne Grippeimpfung abzuwägen. Wenn Sie ohne Impfung in der Schwangerschaft eine Grippe haben, bestehen höhere Risiken für Ihr Kind. Dazu gehören:

  • Wachstumsverzögerungen des Kindes
  • Fehlgeburten
  • Frühgeburten

Übrigens ist es auch möglich, sich trotz Grippeimpfung in der Schwangerschaft mit einer Grippe anzustecken. In diesem Fall verläuft die Krankheit aber deutlich leichter und birgt sehr viel weniger Risiken als eine Grippe ohne erfolgte Grippeimpfung. Normalerweise sind Sie durch die Impfung immun gegenüber der Infektion. Hier sehen Sie die Gefahren für Schwangerschaften mit und ohne Grippeimpfung noch einmal in der Übersicht:

Schwangerschaft mit Grippeimpfung Schwangerschaft ohne Grippeimpfung
lokale Beschwerden, z.B. Rötung der Impfstelle Grippe kann in Lungenentzündung ausarten
nicht ungefährlich für Raucherinnen, Frauen mit Vaginose sowie bei anderen chronischen Krankheiten Missbildungen beim ungeborenen Kind aufgrund einer Grippe
einige Studien haben Komplikationen im Schwangerschaftsverlauf aufgrund der Impfung bewiesen (während andere das Gegenteil nachweisen) Fehl- und Frühgeburtenrisiko bei Grippe erhöht

Da die Gefahren für Schwangere, die nicht gegen die Grippe geimpft sind, bei einer Erkrankung deutlich größer sind, und da die Weltgesundheitsorganisation und deutsche Behörden zur Influenza-Impfung raten, ist es insgesamt empfehlenswert, sich der Impfung zu unterziehen. Dennoch liegt die Entscheidung natürlich bei Ihnen und Sie sollten sich im Zweifel an einer fachkundigen Stelle, wie etwa beim Arzt, ausführlich informieren lassen.

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2. Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ideal

Grippeschutzimpfung: Ja oder Nein?

Für gesunde Frauen ohne Komplikationen in der Schwangerschaft ist es empfehlenswert, sich ab dem vierten Schwangerschaftsmonat impfen zu lassen. Zwar können Sie sich auch schon davor impfen lassen, aber aus psychologischen Gründen ist ein etwas späterer Zeitpunkt empfehlenswert. Sobald Sie nämlich in das zweite Trimester eingestiegen sind, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt deutlich geringer. Laut Robert-Koch-Institut würde die Kombination aus Grippeimpfung und Fehlgeburt eine Schwangere zu sehr seelisch belasten, weshalb es dazu rät, sich erst ab dem vierten Monat impfen zu lassen.
Dies hat zudem den Vorteil, dass Ihr Körper sich bereits an die Schwangerschaft gewöhnt hat und den Impfstoff daher besser verarbeiten kann. Außerdem ist Ihr Kind bereits kräftiger und ebenfalls besser in der Lage, die Impfung zu verkraften. Achten Sie insbesondere in den Tagen nach der Impfung auf Ihren Gesundheitszustand und suchen Sie sofort einen Arzt auf, sollten Sie sich unwohl fühlen.

2.1 Schwangere mit chronischen Grunderkrankungen sollte sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen

Die Grippeimpfung wird von den Krankenkassen übernommen.

Wenn Sie eine Risikoschwangerschaft haben, die durch eine chronische Grundkrankheit wie Asthma, Bluthochdruck oder Diabetes erschwert wird, sollten Sie sich möglichst früh gegen die Grippe impfen lassen. Ideal ist hier das erste Drittel der Schwangerschaft, um bereits früh einen wirksamen Schutz für Mutter und Kind zu gewährleisten.

Sie sollten auch bedenken, dass die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten während der Schwangerschaft begrenzt sind. Dies gilt natürlich nicht für eine Erkrankung wie die Grippe, aber wenn Sie aufgrund einer chronischen Krankheit ohnehin medizinische Krankheiten haben, sollten Sie versuchen, antivirale Medikamente gegen die Symptome einer Grippe zu vermeiden.

2.2. Weitere Tipps zum Schutz vor Grippe

Ob mit oder ohne Grippeimpfung sollten Sie auch auf zusätzlichen Schutz achten, um sich und Ihr Kind stets optimal zu schützen. Dazu gehört vor allem, stets auf Hygiene zu achten und sich vor Tröpfcheninfektion zu schützen. Vermeiden Sie verunreinigte Oberflächen wie Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Türklinken in Arztpraxen und waschen Sie sich stets die Hände. Nutzen Sie Papiertaschentücher nur einmal und gewöhnen Sie sich an, Desinfektionstücher bei sich zu tragen.
Hat die Grippe Sie doch erwischt, was in seltenen Fällen auch trotz Impfung vorkommen kann, sollten Sie sich besonders viel ausruhen, viel trinken und Produkte wie Kräutertee, Obst, Säfte und Vollkornlebensmittel zu sich nehmen. So kommen Sie schnell wieder zu Kräften.

3. Dank Grippeimpfung mehr Sicherheit für Mutter und Kind

Die großen Gesundheitsorganisationen empfehlen die Grippeimpfung trotz Schwangerschaft, während sich die Wissenschaft noch uneinig ist. Solange die Nebenwirkungen noch nicht völlig erforscht sind, entscheiden sich manche Frauen gegen die Impfung, obwohl bereits von vielen Quellen nachgewiesen wurde, dass die Impfung nicht schädlich ist. Sie gehört zudem zu den schnelleren und unkomplizierten Impfungen.
Übrigens: Die Krankenkassen übernehmen die Impfung, sodass Sie sich über die Kosten keine Gedanken machen sollten.
Natürlich sollten Sie als werdende Mutter selbst entscheiden, ob Sie sich einer Influenza-Impfung unterziehen möchten. Ihr Arzt kann Sie sicherlich gut beraten und Sie können auch auf die Erfahrungen anderer Mütter aus Ihrem Umfeld vertrauen. Informieren Sie sich zudem darüber, ab wann die Impfung in Ihrem Fall sinnvoll ist, sollten Sie sich dafür entscheiden. Zu guter Letzt sehen Sie hier noch einmal eine Übersicht der Pro und Contra Argumente für die Grippeimpfung:

  • Kostenübernahme durch Krankenkasse
  • Schnelle und unkomplizierte Impfung
  • Schutz vor Grippeinfektion und daraus resultierenden Probleme für die Schwangerschaft
  • Von Gesundheitsbehörden empfohlen
  • Einige Studien sprechen gegen die Grippeimpfung für Schwangere
  • Eine Grippeerkrankung ist trotzdem möglich (aber verläuft deutlich leichter)
  • Nebenwirkungen (hauptsächlich lokale Beschwerden)
  • Schutz dauert nur etwa ein halbes Jahr an

Grippeschutzimpfung pro & contra

Fast jeder hat sich schon einmal einer Schutzimpfung unterzogen. Die meisten Impfungen bekommen wir bereits im Kleinkindalter. Mit flächendeckender Impfung ist es gelungen zahlreiche Krankheiten aus unserer Lebenswelt zu verbannen. Immer häufiger werden auch Grippeimpfungen angeboten. Doch wie sinnvoll ist das?

Der Nutzen einer Schutzimpfung gegen Grippe (Fachbegriff: Influenza) ist umstritten, nicht einmal 30 Prozent der Erwachsenen lassen sich hierzulande gegen Grippe impfen. Und die Frage nach ihrer Sinnhaftigkeit nicht pauschal zu beantworten. Die Antwort hängt stark vom Gesundheitszustand der jeweiligen Person ab und kann nur individuell getroffen werden. Wir stellen pro und contra einer Grippeschutzimpfung gegenüber.

Grippeschutzimpfung – Empfehlungen der STIKO

Die STIKO ist die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts. Ihre Aufgabe ist es Impfempfehlungen für Deutschland zu geben. Dabei wird nicht nur der Nutzen für das Individuum berücksichtigt, sondern auch der gesamtgesellschaftliche Nutzen. Grundlage für die Empfehlungen bilden Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe. Die STIKO empfiehlt Impfungen vor allem für diese Risikogruppen:

  • Männer und Frauen über 60 Jahre
  • Personen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, COPD oder Multiple Sklerose)
  • Menschen mit schwacher Immunabwehr (z. B. bei HIV-Infektionen oder nach Organtransplantation)
  • Schwangere
  • Personen mit häufigem Kontakt zu Kranken. Zum Beispiel: Ärzte, Pfleger in Krankenhäusern, Sprechstundenhilfen, aber auch Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die STIKO empfiehlt jedem Patienten, sich im Zweifel von dem Hausarzt beraten zu lassen.

> Grippaler Infekt oder echte Grippe?

> Was tun bei einer Grippe?

Ein kurzer Überblick über die Grippeschutzimpfung

Es gibt zwei Möglichkeiten einer Grippeimpfung:

  1. Tote Viren: Es werden tote Viren injiziert (Totimpfstoff). Diese regen das Immunsystem an und der Körper bildet Abwehrstoffe gegen die Viren. Damit ist der Geimpfte gegen die injizierten Viren geschützt.
  2. Lebende Viren: Gerade bei Kindern werden oftmals lebende Influenza-Viren zur Grippeimpfung verwendet. Dieser wird nicht per Spritze, sondern als Nasenspray verabreicht. Zuvor werden die Viren soweit geschwächt, dass keine Gefahr der Erkrankung besteht.

Wann und wie oft sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?

Die meisten Grippewellen treten im Winter und Frühjahr auf. Der Höhepunkt wird in der Regel Ende Januar erreicht. Deshalb wird empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Sinnvoll ist die Immunisierung aber zu jedem Zeitpunkt. Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis sich der Schutzschirm des Immunsystems voll entfaltet. Dann hält die Wirkung bei Erwachsenen und Jugendlichen aber eine Grippesaison lang an. Da das Grippevirus sich von Jahr zu Jahr verändert, müssen wir uns jedes Jahr aufs Neue impfen lassen.

Wer zahlt die Grippeimpfung?

Menschen aus oben genannten Risikogruppen zahlen nichts für die jährliche Grippeimpfung, alle anderen kostet die Immunisierung zwischen 20 und 30 Euro. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen aber die Kosten aller Impfungen, die von der Stiko empfohlen werden – so auch die gegen Grippe. Genauere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite Ihrer Krankenkasse.

(c) Nach der Impfung kann u. a. leichtes Fieber auftreten. (c) Colourbox

Pro: Was spricht für eine Grippeschutzimpfung?

Eine Influenza ist mehr als eine Erkältung für den Körper und sehr belastend. Entsprechend ist eine Grippeerkrankung gefährlicher, als eine Erkältung. Liegen zudem noch Vorbelastungen, wie ein schwaches Immunsystem vor, kann eine Grippe auch tödlich verlaufen.

Jedes Jahr gibt es in Deutschland bis zu 20.000 Menschen, die an Influenza versterben. Weltweit sind es sogar bis zu 500.000 Menschen.

Nach der Grippeschutzimpfung ist der Körper mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Grippe immun. Damit bietet eine Impfung den wirksamsten Schutz gegen eine Grippeerkrankung. Dazu kommt, dass die Grippeimpfung von den meisten Menschen gut vertragen wird und die Risiken in der Regel gering sind.

Neben dem Risiko zu erkranken, sinkt gleichzeitig auch das Risiko für Spätfolgen. Die gefährlichsten Spätfolgen sind: Lungenödem und Herzrhythmusstörungen.

> Kopfschmerzen bei Grippe: Die besten Hausmittel

Contra: Was spricht gegen eine Grippeschutzimpfung?

Kritiker bemängeln, dass ein vollständiger Schutz durch die Impfung unmöglich ist. Grund hierfür ist, dass es verschiedene Grippetypen gibt. Mit der Grippeimpfung sind aber nur die häufigsten Erreger der Grippesaison abgedeckt.

Zudem verändern Grippeviren sich laufend, sodass auch die Impfstoffe jedes Jahr angepasst werden müssen.

Dies ist auch der Grund dafür, dass trotz Impfung eine Grippeerkrankung nicht auszuschließen ist.

Hat die Grippeimpfung Nebenwirkungen?

In der Regel hat die Impfung nur geringe bis gar keine Nebenwirkungen. In einzelnen Fällen können die Einstichstellen in den folgenden Tagen leicht schmerzen, vergleichbar etwa mit einem Muskelkater. Manche Geimpfte berichten auch von typischen Erkältungssymptomen wie Müdigkeit, Frösteln, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Auch sie sind in der Regel harmlos und verschwinden innerhalb weniger Tage.

Es gibt aber auch Menschen, die nach einer Impfung starke Beschwerden haben. Meist werden diese Nebenwirkungen mit den Trägerstoffen in Zusammenhang gebracht. In einer Grippeschutzimpfung können Quecksilber, Aluminium, Antibiotika, Proteine aus Hühnereiern und Formaldehyd enthalten sein. Insbesondere das beinhaltete Quecksilber und das Aluminium sorgen für Misstrauen bei vielen Impfgegnern. Beide Stoffe sind gesundheitlich nicht unbedenklich, auch wenn die Dosis im Impfstoff vernachlässigbar sein soll.

Dann sollten Sie sich nicht impfen lassen:

  • wenn Sie eine akute Infektion haben.
  • wenn Sie Fieber haben.
  • wenn Sie eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes haben. Ein großer Teil der Impfstoffe wird nämlich in Hühnereiern angezüchtet. Allergiker können auf einen Ersatzimpfstoff ausweichen.

> Gliederschmerzen bei Grippe: Das bringt Linderung

Fazit

Ob eine Grippeschutzimpfung infrage kommt, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Der Schutz der Impfung vor der Grippeerkrankung ist hoch, das Risiko gering.

Ein gesunder Mensch wird eine Grippe gut wegstecken können. Anders sieht es bei den Risikogruppen Kinder, ältere Menschen, Kranke, Schwangere und Immungeschwächte aus. Hier ist eine Schutzimpfung durchaus empfehlenswert.

Am Ende bleibt es eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.

  • Wer sich mit der Grippeimpfung befasst, sollte sich mit Wirksamkeit/Konsequenzen, Kosten und Nebenwirkungen befassen.
  • Für Risikogruppen überwiegen die Vorteile klar.
  • Für Nichtrisikogruppen ist eine Abwägung empfehlenswert: Das Risiko an einer Grippe zu erhalten wird massiv gesenkt.
  • Die Nebenwirkungen sind nicht relevant.

„Grippeimpfung ja oder nein?“ – Beim Entscheid für oder gegen eine Grippeimpfung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Mit diesem Beitrag geben wir Ihnen eine Entscheidungshilfe und zeigen Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Wenn Sie sich über die Grippeimpfung Gedanken machen, ist es am einfachsten von folgenden drei Thematiken aus zu denken:

  1. Wirksamkeit/Konsequenzen
  2. Kosten
  3. Nebenwirkungen

Für Risikogruppen (u.a. Personen über 65 Jahre, Personen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere) ist die Wirksamkeit der wichtigste Punkt. Auch wenn die Grippeimpfung nicht immer gleich gut schützt, so erhöht sie die Wahrscheinlichkeit nicht an einer Grippe zu erkranken. Damit schützen Sie sich selbst und Ihre Umgebung. Eine Grippeimpfung kostet ca. CHF 40. Weil Sie aber zu einer Risikogruppe gehören, werden Sie eher von einer Grippe befallen. Die Kosten, welche die Grippe verursacht sind immer um ein Vielfaches höher als die Impfung. Denken Sie nur kurz daran, wie viel Sie für einen Tag zahlen würden, an dem Sie nicht mit Fieber und Schmerzen im Bett liegen. Die Nebenwirkungen können Sie aus unserer Sicht getrost in Kauf nehmen, weil die Grippe selbst die Folgen der Nebenwirkungen massiv übertrifft.

Nichtrisikogruppen sollten die Thematiken sauber abwägen: Wenn Sie mit einer Grippe leben können, müssen Sie sich nicht unbedingt impfen. Falls Sie die Wahrscheinlichkeit nicht zu erkranken erhöhen wollen, empfiehlt sich das Impfen. Hilfreich ist es im Modell zu denken:

Mögliche Ereignisse mit Impfung

  1. Die Impfung nützt und bewahrt sie vor einer Grippe.
  2. Sie impfen zwar, hätten aber auch ohne Impfung keine Grippe erhalten.
  3. Die Impfung nützt nicht, Sie haben aber Glück und kriegen keine Grippe.
  4. Die Impfung nützt nicht und sie kriegen die Grippe. (Wahrscheinlichkeit: 0.5% – 6%)

Mögliche Ereignisse ohne Impfung:

  1. Die Grippe trifft sie nicht.
  2. Die Grippe trifft sie. (Wahrscheinlichkeit: 5% – 20%)

Wer den Nutzen der Impfung noch besser einschätzen möchte, kann mit der Wahrscheinlichkeit die Grippe zu erhalten rechnen. Diese liegt je nach Welle zwischen 5% und 20% (die Zahlen variieren von Jahr zu Jahr). Die Wahrscheinlichkeit für die Wirksamkeit der Impfung liegt für die meisten Menschen zwischen 70% und 90%.

  • Wahrscheinlichkeit die Grippe zu erhalten ohne Impfung: 5% – 20%
  • Wahrscheinlichkeit die Grippe zu erhalten mit Impfung: 0.5% – 6%

Das Risiko die Grippe zu erhalten wird also signifikant verringert.

Dieser Text wurde zuletzt am 30. August 2019 aktualisiert. Qualitätsgesichert durch Carmelina Pacifico, eidg. dipl. Apothekerin ETH.

Grippeimpfung Nebenwirkungen • Harmlos oder gefährlich?

Es ist langsam wieder Grippezeit und die Ständige Impfkommission (STIKO) rät zur Impfung. Denn auch wenn aufgrund der sich ständig verändernden Stämme des Influenza-Virus kein hundertprozentiger Schutz geboten werden kann, eine Grippe verläuft bei Geimpften nachweislich harmloser ab als bei Nichtgeimpften. Mittlerweile gibt es sogar den vor zwei Jahren schmerzlich vermissten Vierfach-Grippeimpfstoff. Doch damit kommt auch wieder die Frage auf: Was ist mit den Nebenwirkungen einer Grippeimpfung?

Harmlose Nebenwirkungen der Grippeimpfung: Schmerzen im Oberarm

Die Grippeimpfung wird in den meisten Fällen als Spritze in den Oberarm gesetzt. Weil bis zu 40 Prozent der Geimpften danach leichte Schmerzen in dem Arm bekommen, in den die Injektion gesetzt wurde – übrigens bei jeder Impfung möglich –, fragt der Arzt meist schon vorher: „Sind Sie Rechts- oder Linkshänder?“ Bei Rechtshändern wird dann die Spritze in den linken Arm gegeben, bei Linkshändern in den rechten. Denn ein bis zwei Tage nach der Impfung kann die häufigste Nebenwirkung der Grippeimpfung auftreten – leichte bis massive Schmerzen im betroffenen Arm.

Besorgniserregend ist diese Nebenwirkung nicht. Spätestens nach einer Woche sind die Schmerzen wieder abgeklungen – ebenso wie eine andere häufige Nebenwirkung der Grippeimpfung, einer leichten Rötung der Einstichstelle. Dabei handelt es sich um eine Lokalreaktion, die ebenfalls harmlos ist.

Krank nach der Grippeimpfung?

Knapp zehn Prozent der Geimpften – genauer neun von 100 Personen – bekommen nach der Grippeimpfung schwache, grippeähnliche Symptome – leichtes Fieber, Frösteln, Schwitzen, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen. Das zeigt, dass das Immunsystem stark auf den Impfstoff reagiert und entsprechende Abwehrzellen aufbaut – und ist letztendlich also sogar ein gutes Zeichen und verschwindet nach ein bis zwei Tagen wieder.

Werden Sie kurz nach der Impfung richtig krank – ob mit Grippe oder Erkältung –, liegt das eher daran, dass Sie schon vor der Impfung ein Virus in sich getragen haben, das jetzt ausbricht.

Gefährliche Nebenwirkungen nach der Grippeimpfung

Äußerst selten sind dagegen riskante Nebenwirkungen nach einer Grippeimpfung, wie das Robert Koch Institut betont. Das betrifft etwa Menschen mit schwerer Hühnereiweißallergie, denn Grippeimpfstoffe – lesen Sie hier: Wie sinnvoll ist die Grippeimpfung? – werden mit Hilfe von Hühnereiweiß hergestellt. Die Seren enthalten deshalb Spuren von Hühnereiweiß. Symptome dieser gefährlichen Nebenwirkung sind:

  • starke Hautreaktion an der Einstichstelle mit intensivem Juckreiz
  • Atemnot
  • Kreislaufprobleme

Allerdings sind schwere allergische Reaktionen nach der Grippeimpfung bei Menschen mit Hühnereiweißallergie genauso selten registriert wie bei Personen ohne diese Allergie – also extrem selten. Trotzdem sollten Allergiker ihren Arzt darauf hinweisen, bevor sie zum ersten Mal gegen Grippe geimpft werden. Es gibt mittlerweile auch Impfstoffe, die ohne Hühnereiweiß auskommen.

Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Die Angst vor gefährlichen Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung ist also übertrieben. Übrigens schließen sich Schwangerschaft und Grippeimpfung nicht aus. Im Gegenteil, die (STIKO) empfiehlt die jährliche Grippeimpfung besonders auch Schwangeren. Denn vor allem sie sollten vor der Infektion geschützt werden, weil eine Grippe in der Schwangerschaft oft besonders schwer verläuft und zu Komplikationen führen kann. Dagegen ist der Impfstoff für Mütter und ihre Ungeborenen genauso sicher und gut verträglich wie für Nichtschwangere. Bester Zeitpunkt für die Impfung ist das zweite Schwangerschaftsdrittel. Ab dem 4. Monat ist die Impfung empfohlen. Davor sollten sich Schwangere nur impfen lassen, wenn sie an einem schwachen Immunsystem leiden.

Allgemein gilt aber wie bei allen Medikamenten: Sollten bei der Grippeimpfung Nebenwirkungen auftreten, die über die beschriebenen hinausgehen, konsultieren Sie Ihren Hausarzt.

Wer sollte sich überhaupt impfen lassen?

Wer an sich gesund ist, muss sich nicht zwingend impfen lassen, auch wenn eine Grippeerkrankung dank Impfschutz wie gesagt, meist harmloser abläuft. Manchen Menschen wird die Impfung aber empfohlen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Schwangere ab dem zweiten Trimester oder bei erhöhter Gesundheitsgefahr auch früher
  • Personen mit chronischen Herz-Kreislauf-, Lungen-, Leber- oder Nierenleiden, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen sowie neurologischen Krankheiten (z. B. Multiple Sklerose) sowie geschwächtem Immunsystem, etwa bei HIV-Infektion
  • Allen, die in medizinischen Einrichtungen oder in Einrichtungen mit hohem Besucheraufkommen arbeiten
  • Bewohnern von Pflegeeinrichtungen

Oktober und November sind die besten Monate für die Grippeimpfung, um genügend Impfschutz für die Wintermonate aufzubauen und nicht mehr mit eventuellen Grippeimpfung-Nebenwirkungen zur wirklich kalten Zeit des Jahres belästigt zu werden.

Welche Impfungen sollte jeder Erwachsene haben? Sie erfahren es im Video:

Diese Impfungen sollte jeder Erwachsene haben

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Der aktuelle Vierfachimpfstoff: Andere Wechselwirkungen zu erwarten?

Eine Grippeimpfung wird jährlich empfohlen. Zur Saison 2018/19 gab es erstmals auch den im vergangenen Jahr schon erhofften Vierfach-Impfstoff für alle, mit dem die Grippewelle 2017/2018 wohl nicht so heftig ausgefallen wäre.

Den Vierfachimpfstoff gibt es seit der Saison 2013/14, seit Anfang 2018 wird er aber erst empfohlen, weshalb erst im Anschluss die Krankenkasse bei diesem Impfstoff unterstützt hat. Im Gegensatz zu trivalenten Impfstoffen, die Bestandteile von zwei Subtypen des Influenza A-Virus und von einem des B-Virus enthalten, stecken in der quadrivalenten Version auch Bestandteile einer zweiten B-Virus-Linie, die zum Beispiel in der Saison 17/18 präsenter war als die A-Linie. Die Nebenwirkungen der Grippeimpfung bleiben beim Vierfach-Impfstoff aber gleich denen der bisherigen Impfstoffe.

Mehr zum Thema Impfung finden Sie auf unserer Themenseite. Infos vom Robert Koch Institut finden Sie auf dieser Seite.

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Grippeschutzimpfung: Vorteile und Nebenwirkungen der Influenza-Spritze

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Berlin. Fest jeder niest, hustet, hat irgendwelche Schmerzen. Der Herbst ist Erkältungszeit. Aber nicht immer kommt man mit ein bisschen Geschnupfe davon – wer Pech hat, zieht sich eine richtige Grippe zu. Und die kann gefährlich werden. Grippeviren lauern im Herbst überall. Eine Gruppeschutzimpfung kann helfen – Ärzte raten dringend dazu.

Wer sollte sich impfen lassen und wer nicht? Und gegen was schützt die Impfung überhaupt? Was sind Nebenwirkungen? Wir klären die wichtigsten Fragen zur Influenza:

Grippeschutzimpfung – Was ist überhaupt eine Grippe?

Die Grippe, auch Influenza genannt, setzt plötzlich ein mit Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und trockenem Husten. Erkrankte fühlen sich sehr schlapp, haben Muskel- und Gliederschmerzen. Die Beschwerden können fünf bis sieben Tage anhalten.

Bei älteren Menschen oder Personen mit Grunderkrankungen kann die Grippe aber auch zu schweren – sogar lebensbedrohlichen – Komplikationen führen. Häufig treten Lungenentzündungen auf, selten Entzündungen des Gehirns oder Herzmuskels.

Übertragen werden kann die Grippe auf zwei Wegen. Erstens über die Tröpfcheninfektion, zweitens über die Schmierinfektion.

Warum ist eine Grippeschutzimpfung wichtig?

Weil sie Leben retten kann. Eine Grippe kann tödlich verlaufen, besonders bei Menschen mit ohnehin geschwächtem Immunsystem. Die Grippewelle in der Saison 2017/2018 forderte so viele Tote wie seit Jahrzehnten nicht.

Kann man sich auch ohne Impfung vor der Grippe schützen?

Beachtet man einige präventive Maßnahmen, kann das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, gesenkt werden. Wichtig sind:

• regelmäßiges Händewaschen

• Flächen desinfizieren

• von erkrankten Personen Abstand halten

Zu 100 Prozent schützen Händewaschen und Co. aber nicht vor einer Erkrankung. „Die wichtigste kosteneffektive Präventionsmaßnahme gegen eine Influenzaerkrankung“ ist laut Ärzten daher die.

Wer sollte sich impfen lassen?

Empfohlen wird die Gruppeschutzimpfung für folgende Gruppen:

• Menschen über 60 Jahre

• Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

• chronisch Kranke

• Medizin- und Pflegepersonal

• Schwangere

Warum sollten sich Schwangere impfen lassen?

GrippeimpfungBei Schwangeren ist das Immunsystem weniger aktiv. Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, empfiehlt daher Frauen, die im Winter schwanger sind, die Grippeschutzimpfung. Denn die Influenza könne bei ihnen viel schwerer verlaufen als bei Frauen, die kein Kind austragen.

Auch das Baby profitiert von der Impfung. Über die Plazenta werden Antikörper von der Mutter an das Kind weitergegeben, die ihm einen Schutz gegen Influenza in den ersten Monaten nach der Geburt verleihen.

Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem zweiten Trimester empfohlen, bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer Grunderkrankung ab dem ersten Trimester.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Mit Blick auf den Herbst raten Ärzte zu einer frühzeitigen Grippeschutzimpfung, am besten im Oktober oder November. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann die Impfung noch sinnvoll sein, zum Beispiel wenn sich in der Saison ein neuer Grippevirus entwickelt.

Betroffene sollten wissen, dass sie sich jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen müssen. In der Regel schützt die Impfung nämlich nur eine Grippesaison, genauer gesagt etwa sechs bis zwölf Monate.

Der Grund: Viren sind Verwandlungskünstler und verändern ihr Erbgut. Die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffes muss daher jedes Jahr an die epidemiologische Situation angepasst werden, informiert das Paul-Ehrlich-Institut, das die Impfstoffe freigibt. Die genaue Zusammensetzung legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest.

Wann darf man sich nicht impfen lassen?

Wer sich impfen lassen möchte, sollte zu dem Zeitpunkt gesund sein und sich fit fühlen. Wer an einer fieberhaften Erkrankung oder einer Infektion leidet, sollte von der Impfung absehen und sich erst auskurieren.

Menschen, die gegen Hühnereiweiß oder gegen einen anderen Bestandteil des Impfstoffes allergisch sind, wird empfohlen, mit einem Arzt über eine Impfung zu sprechen.

Welcher Impfstoff wird verwendet?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen hat entschieden, dass die Grippeschutzimpfung in der Impfsaison 2018/2019 mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen soll.

Das ist die Zusammensetzung:

• A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09-like virus

• A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-like virus

• B/Colorado/06/2017-like virus

• B/Phuket/3073/2013-like virus

Es handelt sich um einen Totimpfstoff, das heißt die Grippeviren wurden vorher abgetötet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Menschen, die einer der Risikogruppen angehören.

Grippeschutzimpfung: Fünf Mythen im Check Grippeschutzimpfung: Fünf Mythen im Check

Welche Nebenwirkungen kann die Grippeschutzimpfung haben?

Normalerweise vertragen Patienten die Grippeschutzimpfung gut. Nur gelegentlich treten leichte Nebenwirkungen auf, die aber nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Das können folgende sein:

• Rötungen oder Schwellung an der Impfstelle

• Kopf- und Gliederschmerzen

• Abgeschlagenheit

• leichtes Fieber

Kann man trotz Impfung an Grippe erkranken?

Der Impfstoff schützt nicht zu 100 Prozent, in seltenen Fällen kann man also erkranken, unter anderem wenn man sich vor oder kurz nach der Impfung mit dem Virus angesteckt hat. Bis die Grippeimpfung wirkt, dauert es nämlich zehn bis 14 Tage. Eine Grippe kann man von einer Impfung allerdings nicht bekommen.

Schützt die Impfung denn vor Erkältungen?

Die Impfung kurbelt laut Experten die körpereigene Abwehr an. So können andere Viren leichter bekämpft werden. Doch gegen einfache Erkältungserreger schützt die Grippeimpfung nicht. Husten und Schnupfen kann man also trotzdem bekommen.

(mit dpa)

Grippeimpfung in der Schwangerschaft

swissmom: Würden Sie einer schwangeren Frau grundsätzlich raten, sich gegen Grippeviren impfen zu lassen?

Cristina Volz: Bei gewissen Personengruppen wie Säuglingen, älteren Menschen, schwangeren Frauen und Personen mit einer chronischen Erkrankung kann die Grippe alles andere als harmlos verlaufen und zu schweren Komplikationen führen. Die Impfung schützt vor der Grippe und ihren Komplikationen während Schwangerschaft und Stillzeit. Sie verhindert aber auch die Übertragung der Grippeviren auf Ihnen nahestehende Personen. Daher empfehle ich schwangeren Frauen, sich gegen Grippeviren impfen zu lassen.

Zur Person

Dr. med. Cristina Volz ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe im Arzthaus in Zürich

swissmom: Was wären denn die Folgen einer Grippeinfektion für Schwangere?

Cristina Volz: Die saisonale Grippe kann bei schwangeren Frauen vor allem während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels und in den ersten vier Wochen nach der Entbindung schwerwiegende Atemwegskomplikationen (Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, Lungenentzündung) auslösen, die eine Einweisung ins Spital nötig machen oder sogar zum Tod führen können. Auch sind Grippeviren vermutlich von der Mutter auf das Kind übertragbar. (Anm. d. Red.: Bisher konnte eine Übertragzung des Grippevirus auf das Ungeborene nicht nachgewiesen werden). Fehlgeburten, Frühgeburten und Wachstumsverzögerungen des Ungeborenen können bei schweren Grippeverläufen vorkommen.

swissmom: Ist eine Grippeimpfung in jeder Schwangerschaftswoche möglich?

Cristina Volz: Die Grippeimpfung ist in jeder Schwangerschaftswoche möglich. Mittlerweile besteht ausreichend Erfahrung und wissenschaftliche Evidenz für die gute Verträglichkeit von inaktivierten, trivalenten Grippeimpfstoffen während der Schwangerschaft. Die Impfung gilt auch im ersten Trimenon als sicher. Schwangerschaft und Stillzeit sind keine Gründe, nicht zu impfen. Die trivalenten und inaktivierten Grippe-Impfstoffe werden gut vertragen und sind nicht teratogen.

swissmom: Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen, welche während oder nach der Impfung auftreten können?

Cristina Volz: Unter gewissen Umständen ist bei der Impfung Vorsicht geboten. Personen mit Fieber sollten erst nach Abklingen der Symptome geimpft werden, da ihre Immunantwort sonst beeinträchtigt sein könnte. Bei schweren Allergien gegenüber Impfstoffkomponenten oder Eiproteinen wird ausdrücklich von der Grippeimpfung abgeraten. Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Grippeerkrankung ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen nach der Impfung.

Die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung der saisonalen Grippeimpfung ist bei etwa 10-40% der Geimpften eine Rötung oder Schmerzen an der Injektionsstelle. Einzelne Symptome wie Temperaturerhöhung, Muskelschmerzen oder ein leichtes Unwohlsein werden bei 5-10% der Geimpften beobachtet. Diese Nebenwirkungen sind harmlos und klingen ohne Therapie spätestens nach zwei Tagen ab.

Sehr selten können im Falle einer Allergie Hautausschläge, Ödeme oder Asthma, sowie in ganz seltenen Fällen eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) auftreten. Bei einem Fall pro 1 Million geimpfte Personen wurde das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS, ein akut auftretendes neurologisches Krankheitsbild) in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Grippeimpfung beobachtet. Viel häufiger tritt ein GBS jedoch bei einer Grippeerkrankung auf.

swissmom: Kann sich eine schwangere Frau in jeder Apotheke oder bei Ihrem Hausarzt impfen lassen, oder nur beim Frauenarzt?

Cristina Volz: Eine schwangere Frau kann sich sowohl beim Frauenarzt als auch bei ihrem Hausarzt impfen lassen. Auch in einigen Apotheken wird die saisonale Grippeimpfung angeboten. Vor der Impfung soll ein allgemeines Gespräch stattfinden und mögliche Kontraindikationen ausgeschlossen werden.

swissmom: Ist eine Grippeimpfung auch während der Stillzeit möglich und empfehlenswert?

Cristina Volz: Grippe bei Säuglingen führt häufig zu einer Spitaleinweisung. Daher ist eine Grippe-Impfung auch während der Stillzeit sinnvoll und empfehlenswert. Um das Neugeborene bestmöglich zu schützen, ist es auch empfohlen, den Impfschutz des Vaters und der Geschwister zu überprüfen und falls nötig aufzufrischen.

Die Grippeimpfung ermöglicht, dass Antikörper von der Mutter auf das Kind übertragen werden. So ist das Kind während der ersten Lebensmonate geschützt, bis es schliesslich selber geimpft werden kann, es erleidet im ersten Lebensjahr nachgewiesenermassen weniger Infekte der oberen Luftwege.

Letzte Aktualisierung : 03-08-16, CH

Grippeimpfung in der Schwangerschaft – Ja oder Nein?

Es wuselt zur Zeit nur so von Bakterien und Viren und somit steigt auch die Gefahr sich eine Grippe einzufangen. Umso wahrscheinlicher ist es daher sich mit Frage auseinanderzusetzen, ob man sich als Schwangere gegen Grippe impfen lassen soll oder nicht. Also: Grippeimpfung in der Schwangerschaft – Ja oder Nein? Hier erklären wir, warum die „Die Ständige Impfkommission“ (STIKO) am Robert Koch-Institut allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat empfiehlt – und alles weitere, was ihr über das Thema wissen müsst:

Inhalt dieses Artikels

1. Warum sollten sich Schwangere ab dem vierten Monat impfen lassen?

Zuerst einmal ist es wichtig den Unterschied zwischen einer Grippe oder auch grippaler Infekt genannt und einer richtigen Influenza zu kennen. Letztere ist nämlich gar nicht so ohne und kann schwere Folgen mit sich ziehen. Besonders während der Schwangerschaft kann eine Influenza langanhaltend sein und gefährliche Komplikationsrisiken mit sich bringen. Muskel- und Herz- oder Gehirnentzündungen sind nur ein paar Beispiele.

2. Darum ist eine Influenza gefährlich:

Bei einer Influenza treten die Symptome meist heftig von einem Tag auf den anderen und aufeinanderfolgend auf. So beginnt sie erst mit Hals- und Kopfschmerzen und geht dann schnell über in Gliederschmerzen, hohem Fieber, Abgeschlagenheit und Schwäche. Zusätzlich können Erkältungssymptome den Zustand noch verschlechtern. Manchmal dauert eine echte Grippe mehrere Wochen an, was das Risiko einer bakteriellen Infektion noch weiter erhöht. Zwar kann man sie im Anfangsstadium mit antiviralen Mitteln eindämmen, aber am Ende muss der Körper selber mit der Heilung fertig werden. Da das Immunsystem zu dem Zeitpunkt aber schon sehr geschwächt ist, kann dies lange dauern.

Besonders Schwangere sind aufgrund der generellen Belastung und des geschwächten Immunsystems des Körpers anfälliger, sich an den Grippeviren anzustecken. Einmal infiziert, verläuft die Influenza deutlich schwerer als bei nicht Schwangeren.
Es also nicht verwunderlich, dass Influenza nicht nur eine starke Belastung für werdende Mütter darstellt, sondern auch Komplikationsrisiken mit sich bringen kann.

So kann eine starke Grippe zum Beispiel eine Frühgeburt durch starkes Fieber und Infektionen verursachen. Zwar ist das Baby im Mutterleib noch vor den Grippeviren geschützt, allerdings besteht in den ersten Wochen nach der Geburt ein hohes Ansteckungsrisiko, da sein Immunsystem noch keine Chance hat sich gegen die Viren zu wehren. Anders sieht es aus, wenn man sich rechtzeitig impfen lässt, plädieren Ärzte.
Deshalb sollte man sich die Frage stellen, ob eine Impfung während der Schwangerschaft nicht doch in Erwägung zu ziehen wäre.

3. Soll ich mich nun impfen lassen und wie hilft es meinem Kind?

Ärzte versprechen, die Grippeimpfung stellt für das ungeborene Kind keine Gefahr dar und ist völlig unbedenklich. Da bei der Impfung nur Todimpfstoffe injiziert werden -das heißt es werden Influenza-Viren, die nicht mehr lebendig sind benutzt – kann im Körper keine Erkrankung ausgelöst werden.

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Laut Studien wird das Baby durch die Impfung sogar die ersten Monate nach der Geburt vor Grippeviren geschützt. Das liegt daran, dass das Baby im Nestschutz auf die Welt kommt und daher erstmal gegen die gleichen Keime und Viren immun ist, wie die Mutter.

Forscher der Universität Utah in Salt Lake City haben sich die Gesundheitsdaten von knapp 250.000 Schwangeren Frauen und ihren Babies zwischen 2005 und 2014 genauer angeguckt. Zehn Prozent der Frauen davon haben sich gegen Influenza impfen lassen. Davon erkrankten gerade mal 20 Kinder (unter 6 Monaten) an der Grippe, von nicht geimpften Müttern waren es 638 Kinder. 151 von ihnen wurden sogar ins Krankenhaus eingeliefert und mussten dort behandelt werden. (Studie auf Englisch hierzu: http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2016/04/30/peds.2015-2360)

Aufgrund dieser eindeutigen Ergebnisse wird geraten, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Zusätzlich spricht sich das Robert Koch Institut, die WHO und die Gesundheitszentrale für gesundheitliche Aufklärung für eine Grippe-Impfung während der Schwangerschaft aus.

4. Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung während einer Schwangerschaft?

In der Regel empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) gesunden Frauen, sich ab der 13.SSW impfen zu lassen. Leidet man allerdings unter Herz-und Kreislaufproblemen oder neurologischen Krankheiten wie Diabetes oder Asthma, wird auch schon früher zur Impfung geraten, da hier die Gefahr für Komplikationen besonders hoch ist.

Die Krankenkasse übernimmt seit Mai 2017 die Kosten für den Vierfach-Impfstoff, der zwei Subtypen der Influenza A- Virus und zwei B-Virusstämme enthält. Im Gegensatz zur Dreifach-Impfung, die nur einen B-Virenstamm enthält. Circa 30% des Leidens durch die Krankheit werden durch B-Viren hervorgerufen, die Vierfach-Impfung bietet also umso mehr Schutz.
Ob aber die Dreifach oder Vierfach Impfung für einen geeignet ist, sollte vorher mit dem Hausarzt oder Frauenarzt besprochen werden, da er den gesundheitlichen Zustand am besten kennt und einschätzen kann.

5. Gibt es Nebenwirkungen durch die Grippeimpfung und was kann sie nicht?

Ein hundertprozentiger Schutz kann leider (noch) nicht garantiert werden. Die Erfolgsrate ist trotzdem hoch und liegt bei Kinder bei 75 Prozent und bei Erwachsenen bei knapp 67 Prozent. Auch deckt sie keinen Schutz gegen normale Erkältungen ab, da diese durch andere Erreger verursacht werden und nicht durch Influenza-Viren. Außerdem kann man nicht versprechen, wie lange die Impfung schützt, da Influenza-Viren sich jedes Jahr weiterentwickeln. Man muss sich also gegen neue Erreger immer wieder neu impfen lassen.

Hat man sich für die Impfung entschieden, kann es in den ersten Tagen nach der Injektion zu einer erhöhten Temperatur und einem leichten Krankheitsgefühl oder Reizungen an der Injektionsstelle kommen. Diese Nebenwirkungen sind jedoch unbedenklich und verschwinden schnell wieder. Der Körper fängt jetzt nur an Antikörper gegen die Grippeviren zu bilden und das strengt ihn etwas an. Für das Baby besteht währenddessen keinerlei Risiko und von den Nebenwirkungen merkt es auch nichts – also keine Sorge!

6. Wie kann ich mich zusätzlich gegen Grippeviren schützen?

Mit den Schutzmaßnahmen gegen Grippe verhält es sich eigentlich ähnlich wie zum Beispiel bei Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen.
In erster Linie sollte man die Hygiene-Latte deutlich höher setzen und sich regelmäßig die Hände mit warmen Wasser und Seife waschen. Es schadet auch nicht ein Desinfektionsgel oder Spray in der Tasche zu haben, wenn man unterwegs ist.
Taschentücher sollten nach dem Benutzen direkt weggeschmissen werden, damit sich die Viren nicht weiter verteilen können und niesen und husten sollte man idealerweise nicht in die offene Hand, sondern in die Armbeuge oder in ein Taschentuch.
Zusätzlich ist es hilfreich sich gesund und vitaminreich zu ernähren. Obst und Gemüse sind dafür eine gute Vitamin- und Mineralienquelle. Gerade in kälteren Jahreszeiten sollte man ausreichend Zink und Calcium zu sich nehmen.

Des Weiteren sollte man sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen. Trockene Räume mit einer geringen Luftfeuchtigkeit und zu starke Heizungsluft sollte gemieden werden. Dadurch trocknen die Schleimhäute nur unnötig aus und bieten dadurch eine ideale Fläche zum einnisten für Bakterien und Viren.

Auch wenn Impfungen ein sehr umstrittenes Thema sind, schadet es nicht sich einmal mit euren Hausarzt darüber zu unterhalten, solltet ihr derzeit schwanger sein. Denn am Ende wollen wir doch alle nur eins: dass es unserem Baby gesundheitlich an nichts fehlt und wir zu hundert Prozent für sie da sein können!

Grippeimpfung bei Schwangeren und Kindern: Das sagen zwei Kinderärzte

Jedes Jahr stellt sich im Vorfeld der Grippezeit die Frage nach einer entsprechenden Grippeimpfung. Während man in den USA jedem Menschen ab dem 6. Lebensmonat zu einer Impfung rät, ist in Österreich die Impf-Skepsis weit verbreitet. Zwar wird die Impfung vor allem Säuglingen ab dem 6. Monat, schwangeren Frauen, Menschen ab 65 Jahren sowie chronisch kranken Personen besonders empfohlen, die Praxis sieht aber doch oft anders aus. Prinzipiell ist es immer ratsam, Nutzen und Risiken gegenüberzustellen bevor man eine Entscheidung trifft. Wir haben zum Thema Grippeimpfung mit zwei Fachmedizinern aus Wien gesprochen.

“Ich lasse meine Tochter nicht Grippe impfen, es ist für ihr Immunsystem besser wenn sie die Krankheit durchmacht.”

“Ich habe mein Kind gegen Influenza impfen lassen und dann war es den ganzen Winter krank.”

Solche und ähnliche Sätze hört Dr. Michael Sprung-Markes von der Ordination Gesund Wachsen in Wien sehr oft. Da die Skepsis groß ist, ist es dem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sehr wichtig, sich ausreichend Zeit für ein Aufklärungsgespräch mit Eltern zu nehmen. “Prinzipiell ist die Grippeimpfung gut verträglich, als Nebenwirkung beobachte ich gelegentlich Fieber am Tag nach der Impfung oder tags darauf, eine Rötung an der Einstichstelle und auch Schmerzen.” All dies seien jedoch normale Impfreaktionen, die mit elterlicher Zuwendung und gegebenenfalls einem schmerz- und fiebersenkenden Medikament gut zu behandeln sind. Ein grippaler Infekt könne dadurch zwar nicht verhindert werden, jedoch sei das Risiko, eine Woche mit hohem Fieber im Bett zu liegen und eine Lungenentzündung zu bekommen, durch die Impfung deutlich reduziert. Übrigens: Ab dem 2. Lebensjahr gibt es auch die Möglichkeit einer schmerzlosen Impfung in Form eines Nasensprays.

Auch Dr. Peter Voitl (www.kinderarzt.at) sieht die richtige Grippe, auch Influenza, als potentiell gefährliche Krankheit an: “Jährlich erkranken zwischen 10 und 15% der österreichischen Bevölkerung an der echten Grippe. Die höchsten Erkrankungsraten findet man bei Kindern und Jugendlichen. Die Influenza ist keine harmlose Erkrankung, so gibt es alljährlich eine erhöhte Anzahl an Todesfällen durch die Influenza, hier vor allem Personen mit einer Grunderkrankung, die bereits geschwächt sind.” Zum Thema Grippeimpfung in der Schwangerschaft erklärt er: “Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode sind mit einer erhöhten gesundheitlichen Belastung verbunden. Hier könnten Influenzavirus-Infektionen besonders gefährlich werden.”

Wer sich entscheidet, sein Kind impfen zu lassen, sollte zudem beachten: Der beste Zeitpunkt mit der Impfung zu starten ist übrigens vor der Grippe-Saison, also ab Oktober. Es macht aber auch noch Sinn während der Grippe-Welle (bis März) zu impfen.

Impfung gegen Grippe (Influenza) in der Schwangerschaft

Eine Impfung bedeutet, einen kontrollierten Kontakt zwischen einem Krankheitserreger und dem Immunsystem herzustellen. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, eine natürliche Abwehr gegen den Krankheitserreger zu entwickeln. Um diesen Kontakt zu kontrollieren, wird der Krankheitserreger zunächst angezüchtet und vervielfältigt und danach unschädlich gemacht.

Influenza-Viren werden normalerweise auf Hühnereiern angezüchtet, weil das Anzüchten in anderen Brutvarianten derzeit noch nicht funktioniert. Allerdings arbeiten viele Impfhersteller intensiv daran, die Vermehrung auf Hühnereiern durch andere, tierfreie Methoden zu ersetzen.

Danach werden die Influenza-Viren unschädlich gemacht, wobei darauf geachtet werden muss, dass sie genügend Eigenschaften enthalten, um später eine Reaktion des Immunsystems hervorrufen zu können. Zum Inaktivieren werden die Viren mit Tensiden (einer Art Waschmittel) oder Formaldehyd oder ähnlichen Chemikalien versetzt, die nach diesem Schritt wieder ausgespült werden.

Da die Grippeviren ständig mutieren, wird jedes Jahr von der Welt-Gesundheits-Organisation WHO bestimmt, welche Virusstämme vorrangig an den regionalen und an den weltweiten Grippewellen beteiligt waren. Aus diesen Stämmen werden dann die vier Virusstämme ausgewählt, aus denen die Impfung für das Folgejahr entwickelt wird.

Der Impfstoff enthält neben den zerstörten Virusresten noch destilliertes Wasser, dazu Salze und Puffer, damit die Impf-Flüssigkeit dem menschlichen Serum so ähnlich ist wie möglich, und minimale Reste aus der Herstellung der Impfstoffe.

Die Impfung hilft dem Körper also, eine eigene Immunabwehr gegen die Influenza-Viren aus dem vergangenen Jahr aufzubauen. Neue Mutationen werden durch die Impfung nicht erfasst. Deshalb kann es passieren, dass auch geimpfte Menschen an einer Influenza erkranken.
Menschen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist – durch eine Krankheit, durch Medikamente oder eine Schwangerschaft -, können nach der Impfung oftmals keine vollständige Immunität gegen das Grippevirus aufbauen. Es kann deshalb passieren, dass sie trotzdem an einer Grippe erkranken. Allerdings verläuft sie dann meistens milder als ohne die Impfung.

Dasselbe gilt für Schwangere: Große Studien haben ergeben, dass etwa 50 Prozent aller Schwangeren nach der Impfung keinen vollständigen Immunschutz gegen die Infektion aufbauen können.

Wirksamkeit der Grippe-Impfung

Immer wieder erkranken auch Menschen an der Influenza, die sich im Herbst haben gegen die Grippe impfen lassen. Ist die Impfung wirkungslos und damit sinnlos?
Die Grippe-Impfung wird entwickelt aus den Virusstämmen, die im letzten Jahr am häufigsten an schweren Grippeerkrankungen beteiligt waren. Sie hilft also dem Körper, eine eigene Immunabwehr gegen die Influenza-Viren aus dem vergangenen Jahr aufzubauen.

Es passiert aber immer wieder, dass sich ein Teil der Grippeviren im Lauf des Sommers verändert. Solche neuen Mutationen werden durch die Impfung nicht erfasst. Hat zwischen der Entwicklung des Impfstoffs, der Impfung und dem Auftreten der neuen Grippewelle bei den Grippeviren eine wichtige Mutation stattgefunden, so kann es passieren, dass das Immunsystem die veränderten Viren nicht mehr „erkennt“.

Bisher bestanden die Impfstoffe nur aus drei unterschiedlichen Stämmen. Ab 2017 stehen erstmals Impfungen mit vier Virusstämmen auch für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen zur Verfügung. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit sehr, dass vom Immunsystem durch eine Impfung auch tatsächlich Abwehrkräfte gegen die aktuellen Grippeviren entwickelt werden.

Menschen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist, können nach der Impfung oftmals keine mächtige Immunität gegen das Grippevirus aufbauen. Hierzu gehören Menschen mit einer Immunschwäche durch eine Krankheit, durch Medikamente – insbesondere eine dauerhafte Anwendung von Kortisonen – und Ältere. Es kann deshalb passieren, dass sie trotz der Impfung an einer Grippe erkranken. Allerdings verläuft sie dann meistens milder als ohne die Impfung.

Dasselbe gilt für Schwangere, bei denen das Immunsystem gedämpft ist, um Mutter und Embryo vor einer Abstoßungs-Reaktion zu schützten: Große Studien haben ergeben, dass etwa 50 Prozent aller Schwangeren nach der Impfung keinen vollständigen Immunschutz gegen die Infektion aufbauen können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass 50 Prozent der geimpften Schwangeren vor der Ansteckung mit dieser gefährlichen Erkrankung geschützt sind.

Außerdem wurden diese Studien durchgeführt, als noch Impfstoffe mit drei Virusstämmen verwendet wurden. Bei einer Verwendung des vierstämmigen Impfstoffes wird sich diese Zahl sicher verringern.
Die Impfung schützt auch nicht vor Erkältungen, die durch andere Viren ausgelöst werden: Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren, Respiratory-Syncytial-Viren haben eine völlig andere Struktur als Influenzaviren. Einer Infektion mit diesen Viren kann man deshalb durch die Influenza-Impfung nicht zuvorkommen.

Bedenken zur Grippe-Impfung in der Schwangerschaft?

Die Inhaltsstoffe der Impfungen und ihre zulässigen Höchstmengen sind im Europäischen Arzneibuch streng geregelt. Aber viele Schwangere möchten sich trotzdem lieber nicht impfen lassen, weil sie fürchten, sich und vor allem ihrem Baby zu schaden. Wir führen hier sämtliche Inhaltsstoffe von Grippe-Impfungen auf, ihre Konzentrationen und ihre möglichen Wirkungen im Körper.

Die Grippe-Impfung enthält kein Aluminium und kein Quecksilber. Sie enthält Virus-Teilchen, die nicht bis zum ungeborenen Baby gelangen. Sehr große Studien, die die Kinder von geimpften Schwangeren bis ins Schulalter nachbeobachtet haben, haben gezeigt, dass die Kinder sich in nichts von ungeimpften Kindern unterscheiden, abgesehen davon, dass die Kinder ungeimpfter Mütter in ihren ersten Lebenswochen und -monaten häufiger an schweren Infektionen der Atemwege erkranken.

Es gibt nur einen einzigen Grund, von einer Grippe-Impfung in der Schwangerschaft abzusehen, und zwar dann, wenn die Schwangere eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß hat. Denn derzeit braucht man für das Anzüchten und Vervielfältigen der Influenza-Viren Hühnereier. Es gibt deshalb keinen Impfstoff, der vollkommen frei ist von Hühnereiweiß.

  • Viruspartikel
  • Reste des Hühnereis
  • Wasser
  • Salze und Puffer
  • Desinfektionsmittel und Konservierungsstoffe
  • Antibiotika

1. Viruspartikel
Für die Produktion der Impfstoffe werden zunächst spezielle, keimfreie Hühnereier mit den Viren beimpft und dann einige Tage bei 37 Grad im Brutschrank aufbewahrt. Damit sich in dieser Zeit keine Krankheitskeime auf den Eiern und den Viren verbreiten, werden hierbei auch Antibiotika verwendet. Die Viren vermehren sich im Eiklar. Die Eier werden dann durch eine Kältebehandlung abgetötet, die Viren aus dem Ei gewonnen, isoliert und durch Formaldehyd oder ähnliche, desinfizierende Substanzen inaktiviert.
Durch weitere Produktionsschritte werden die Viren so weit in ihre einzelnen Bestandteile aufgelöst, dass soweit möglich nur noch die Eiweißstrukturen übrig sind, auf die das menschliche Immunsystem reagiert und einen Immunschutz aufbaut. Alle anderen Virusbestandteile werden herausgewaschen.
Der Fachbegriff für diese gereinigten Viruspartikel lautet „Hämagglutinin“. Jeder Impfstoff besteht also zunächst einmal aus drei oder vier aus unterschiedlichen Virus-Stämmen herausgewaschenen Hämagglutinin-Bestandteilen (je 15 Mikrogramm).

2. Reste von Hühner-Eiweiß
Trotz zahlreicher Reinigungsschritte kann der Grippe-Impfstoff minimale Reste von Hühner-Eiweiß enthalten. Deshalb dürfen Schwangere, bei denen eine schwere Allergie auf Hühnereiweiß bekannt ist, derzeit nicht gegen Grippe geimpft werden. Einige Hersteller versuchen, von der Impfstoff-Produktion mit Hühnereiern wegzukommen, nicht nur um Allergien zu vermeiden, sondern auch, weil pro Impfdosis ein keimfreies Hühnerei verbraucht wird, was hohe Kosten verursacht und die Produktion des Impfstoffes verzögert.

3. Wasser
Jeder Impfstoff enthält 1 ml hochgereinigtes, destilliertes Wasser.

4. Salze und Puffer
Damit sich die gereinigten Viruspartikel im Impfstoff nicht auflösen oder verklumpen, und damit die Impfflüssigkeit dem menschlichen Blut möglichst ähnlich wird, werden Salze und Puffer zugesetzt, und zwar in Mengen, die auch den natürlichen Bedingungen entsprechen. Zu diesen Salzen und Puffern gehören – bei unterschiedlichen Herstellern in unterschiedlichen Mengen – NaCl (Kochsalz), KaCl (Kaliumsalz, das auch als Lebensmittelzusatz ohne Mengenbeschränkung zugelassen ist), Natrium- und Kaliumhydrogenphosphate als Puffer, damit der pH-Wert der Impflösung stabil bleibt. Beide Phosphate werden als Standardpuffer bei der Herstellung flüssiger Arzneimittel gebraucht und auch in der Nahrungsmittelproduktion.
Sämtliche Salze und Puffer sind in den verwendeten Mengen völlig unschädlich.

5. Desinfektionsmittel und Konservierungsstoffe
Zur Reinigung, Desinfektion und Konservierung verwenden unterschiedliche Hersteller unterschiedliche Substanzen. Zu diesen gehören:
Formaldehyd, Cetrimoniumbromid, Natriumdesoxycholat, Polysorbat 80, Octoxinol, Squalen.
Durch zahlreiche Reinigungsschritte sind von diesen Substanzen in den Impfstoffen nur noch Spuren enthalten. Die zulässigen Höchstmengen sind im Europäischen Arzneibuch definiert.
Hier ein Beispiel: Formaldehyd: Die zulässige Höchstmenge in Impfstoffen beträgt 0,2 Gramm pro Liter. Da eine Impfung nur 1ml Flüssigkeit enthält, ist die Höchstmenge, die man dadurch an Formaldehyd aufnimmt, 0,0002 Gramm. Durch die Nahrung nimmt ein Erwachsener in Deutschland täglich 1 bis 15 Milligramm Formaldehyd auf, entsprechend 0,001 bis 0,015 Gramm. In einer Grippe-Impfung ist also maximal ein Fünftel der Formaldehyd-Menge enthalten, die man – auch bei sehr gesundheitsbewusster Ernährung – täglich mit der Nahrung aufnimmt. Die einmalige, zusätzliche Formaldehyd-Menge, mit der der Körper durch eine Impfung belastet wird, fällt demgegenüber nicht ins Gewicht, weder als möglicher Auslöser einer Allergie noch als möglicher Giftstoff.

6. Antibiotika
Damit sich auf und in den Hühnereiern, in denen die Viren angezüchtet werden, in den Brutschränken keine Krankheitskeime ansiedeln und vermehren, werden die Hühnereier mit Antibiotika behandelt. Unterschiedliche Hersteller verwenden hierfür unterschiedliche Substanzen. Zu ihnen gehören: Neomycin, Polymyxin, Kanamycin, Gentamycin
Auch die verwendeten Antibiotika werden in zahlreichen Reinigungsschritten aus den Impfstoffen herausgewaschen, so dass im fertigen Impfserum – wenn überhaupt – nur noch Spuren davon enthalten sind.

Hier zwei Beispiele: Das Antibiotikum Gentamycin wird bei schweren Lungenentzündungen und anderen Infektionskrankheiten in einer Dosis von bis zu 300 Mikrogramm pro Tag über ein bis zwei Wochen angewendet. Das ungeborene Baby wird durch diese Mengen nicht geschädigt; das haben medizinische Studien gezeigt. In Impfstoffen ist eine Höchstmenge von weniger als 30 Mikrogramm (0,03 Milligramm) pro Milliliter gestattet. Das ergibt bei einer 60 kg schweren Schwangeren eine Belastung von einem halben Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht, wobei das Antibiotikum eine Halbwertzeit von etwa zwei Stunden hat. Nach vier Stunden ist also nur noch 0,125 Mikrogramm des Antibiotikums im Körper. Gentamycin hat in dieser Konzentration keinerlei Wirkung, weder auf Krankheitskeime noch auf die Gesundheit von Mutter und Kind.
Auch für das Antibiotikum Neomycin liegt der Grenzwert, der in Impfstoffen zulässig ist, bei weniger als 30 Mikrogramm pro Milliliter.

Da die Antibiotika, die im Herstellungsprozess für Impfstoffe verwendet werden, beim Menschen nur sehr selten verordnet werden, ist die Gefahr sehr gering, dass eine schwangere Frau eine Allergie auf eines der Antibiotika hat. Falls eine solche Allergie allerdings vorliegt, dann sollte die Situation mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin besprochen werden, weil dann die positiven Effekte der Impfung gegen einen möglichen allergischen Impf-Zwischenfall abgewogen werden müssen.Komplett ausgeschlossen ist es dagegen, dass durch die Antibiotika in der Impfung multiresistente Keime erzeugt werden könnten. Denn die Antibiotika sind – wenn sie überhaupt vorhanden sind – in so geringen Spuren vorhanden und werden auch in so kurzer Zeit ausgeschieden, dass eine positive oder negative Wirkung auf Krankheitskeime ausgeschlossen ist.

Der Zeitpunkt ist gut gewählt. In den kommenden Tagen werden die Impfstoffe gegen die Grippe, die saisonale Influenza, an die niedergelassenen Ärzte ausgeliefert. Da kommt die Nachricht gerade recht, dass Schwangere, die den ausschließlich gegen die H1N1-Viren („Schweinegrippe“) gerichteten Impfstoff „Pandemrix“ bis zur 14. Woche erhalten hatten, nicht häufiger Missbildungen ihrer Kinder hinnehmen mussten als solche, die später oder gar nicht geimpft worden sind („Annals of Internal Medicine“).

Solche Studien sind allerdings nicht neu, sie werden immer wieder zum Anlass genommen, um auf die Unbedenklichkeit von Grippeimpfstoffen für die Frau und ihr Ungeborenes aufmerksam zu machen. Sie bieten zudem die Gelegenheit, die Risiken einer Grippe und so die Dringlichkeit einer Impfung herauszustellen. Das soll auch die Impfbereitschaft erhöhen. Sinnvoll ist das dann, wenn die Kosten-Nutzen-Bilanz für die Grippeimpfung eindeutig ausfällt.

Dämpfer für Enthusiasmus

Allerdings sind in den vergangenen Monaten zahlreiche – weniger öffentlich beworbene – Studien erschienen, die den Enthusiasmus für eine Grippeimpfung von Schwangeren erheblich dämpfen. Die Arbeitsgruppe um Jennifer A. Hutcheon von der Universität British Columbia in Vancouver rechnet vor, dass für mögliche Einflüsse einer Grippeimpfung auf den Fötus Studien mit ein bis zweieinhalb Millionen Frauen nötig seien. Allein schon dann, wenn das bakterielle Scheidenmilieu krankhaft verändert ist (Vaginose) oder wenn die Mutter raucht, werden die Ergebnisse so massiv verzerrt, dass eine substantielle Einschätzung der Vorteile und damit auch der Nachteile für den Fötus gar nicht möglich ist („American Journal of Epidemiology“, Bd. 184, S. 227). Die gute Nachricht dieser Zahlenspiele ist aber, dass nur ein Bruchteil der Schwangeren überhaupt in Gefahr ist, während einer Grippesaison infiziert zu werden, nämlich ähnlich wie bei der übrigen erwachsenen Bevölkerung zwischen fünf und zwanzig Prozent.

Die Schwierigkeiten der Studienkonzeption erklären nicht nur die zahlreichen widersprüchlichen Befunde im Hinblick auf die Risiken, auch der Nutzen lässt sich nicht so eindeutig beziffern, wie dies mitunter dargestellt wird. So bescheinigt der Impfung gegen Influenza H1/N1 eine vor wenigen Wochen in der Zeitschrift „Plos One“ veröffentlichte Studie keinen greifbaren Nutzen. Unter den 117 335 untersuchten Kindern waren 36 033, deren Mütter in der Schwangerschaft geimpft worden waren. Aber die im Mutterleib „mitgeimpften“ Kinder erkrankten später nach ihrer Geburt während der zweiten Welle der Grippe keineswegs seltener als diejenigen, deren Mütter keine Impfung erhalten hatten.

Fragwürdiger Schutzeffekt

Die Autoren machen darauf aufmerksam, dass die bisherigen Studien zu Influenzaimpfungen in der Schwangerschaft an vielen methodischen Fehlern leiden, nicht nur im Hinblick auf die zu geringe Teilnehmerzahl. Vielmehr ließen sich auch zahlreiche der beobachteten Impfvorteile schlicht dadurch erklären, dass eher die ohnehin gesundheitsbewussten Schwangeren solche Impfungen wahrnähmen. Diese Frauen vermeiden indes von sich aus schon zahlreiche andere Risiken in der Schwangerschaft und das wiederum erklärt die mitunter besseren Ergebnisse für die Geimpften und ihre Babys. Die Experten verweisen außerdem auf überraschende und wenig verstandene Beobachtungen in einigen Studien, wonach eine Grippeimpfung im Vorjahr die Wirksamkeit einer Grippeimpfung in der aktuellen Saison mindert und umgekehrt eine Grippeimpfung besser anschlägt, wenn im Vorjahr nicht geimpft wurde. Eine solch langfristige Wirkverschlechterung müsse künftig bei der Beurteilung von Grippeimpfungen von Schwangeren weit mehr berücksichtigt werden als bisher, lautet das Fazit.

Impft euch bitte auch bei Schwangerschaft

Zur gleichen Zeit macht eine Arbeitsgruppe der Flinders-Universität im australischen Adelaide darauf aufmerksam, dass von vorneherein nur etwa die Hälfte der Schwangeren sich überhaupt einen Schutzeffekt für ihr Kind von einer Grippeimpfung erhoffen dürften – und dies im günstigsten Falle, wie es in der Zeitschrift „Human Vaccines & Immunotherapeutics“ heißt. Damit teilt die Influenzaimpfung von Schwangeren das Schicksal der Grippeimpfungen bei anderen Risikogruppen: Auch bei älteren Menschen, bei solchen mit einer Abwehrschwäche nach Transplantation oder unter Einnahme von Medikamenten wegen Autoimmunkrankheiten wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Schuppenflechte oder Rheuma, lässt der Schutz einer Grippeimpfung deutlich zu wünschen übrig. Was im Umkehrschluss bedeutet: Bei Personen, die am meisten von einer solchen Impfung profitieren könnten, wirkt sie am schlechtesten. Es sei, so schlussfolgern daher viele Experten, noch viel Luft nach oben, um endlich statt einer Gießkannenimpfung gegen die saisonale Grippe, gezielt solche zu entwickeln, die besser auf die Bedürfnisse der Risikogruppen zugeschnitten seien.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Frauen, sich zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft gegen Influenza impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission in Deutschland legt den Schwangeren nahe, sich er erst vom zweiten Schwangerschaftsdrittel an impfen zu lassen. Dies geschieht jedoch allein aus psychologischen Gründen, da im ersten Drittel der Schwangerschaft die Rate an Fehlgeburten höher ist und so ein beunruhigender Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Abort hergestellt werden könnte.

Für Schwangere, die an bestimmten Krankheiten leiden, etwa chronischen Atembeschwerden oder einem Diabetes, gilt auch hierzulande die Impfempfehlung für die gesamte Schwangerschaft. Um eine Ansteckung zu vermeiden, rät das Robert Koch-Institut als Antwort auf häufig gestellte Fragen zur Grippe: Abstand halten zu Infizierten und vor allem regelmäßiges und gründliches Händewaschen.

In Studien, die derzeit vom Zentrum für menschliche Fortpflanzung in New York durchgeführt werden, wird untersucht ob Frauen die sich in einer IVF-Behandlung befinden, mithilfe von Grippeimpfungen eher schwanger werden und weniger Fehlgeburten erleiden. Dazu erhalten die Probandinnen die Grippeimpfung beziehungsweise eine Placebo-Injektion zehn Tage bevor sie einen IVF-Zyklus beginnen. Anschließend wird evaluiert, ob bei mehr Frauen, die mit dem inaktiven Grippevirus geimpft wurden, eine erfolgreiche Einnistung erzielt werden konnte, als bei jenen ohne Wirkstoff.

Chancen auf erfolgreiche IVF-Behandlung soll erhöht werden

In den laufenden Studien lautet die Hypothese, dass die Chance auf eine erfolgreiche IVF-Behandlung erhöht wird, indem das Immunsystem der Frau moduliert und der Embryo eher akzeptiert wird. „Dieser Vorgang wird als immunologische Toleranz bezeichnet“, erklärt Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, unser Leiter des Kinderwunschzentrums. „Diese Toleranz bedeutet jedoch nicht das Immunsystem auszuschalten. Ganz im Gegenteil, es wird gestärkt, allerdings richten sich die Antigene dabei nicht gegen den Embryo.“ Daraus resultierend solle eine erhöhte Erfolgsquote bei IVF-Behandlungen sowie eine reduzierte Fehlgeburtenrate erreicht werden. „Diese Versuche könnten eine einfache und sichere Option für Frauen sein, die ihre Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern wollen“, erwartet Prof. Obruca.

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