Gesunde ernährung BEI kindern

Inhalte

10 goldene Regeln der Kindererziehung

Kindererziehung ist kein Kinderspiel, doch es gibt kleine Orientierungshilfen. (Foto by: CITAlliance / )

1. Geben Sie Ihrem Kind Zeit

Finden Sie die Balance zwischen fördern und überfordern: Kinder brauchen freie, unverplante Zeit um sich zu entwickeln. Montags turnen, Dienstags Frühenglisch, Freitags Chor – so sieht der Alltag vieler Vorschulkinder aus. Was gut gemeint ist, überfordert viele Kinder. Sie brauchen Zeit, um selbst kreativ zu werden und auch einmal nichts zu tun. Die besten Ideen entstehen oft aus Langeweilephasen heraus.

2. Nicht jedes Kind ist gleich

Die Entwicklung eines Kindes lässt sich nur bedingt von außen beeinflussen: Natürlich können Sie Ihr Kind geistig herausfordern, indem Sie sich viel mit ihm beschäftigen und geeignetes Spielmaterial anschaffen. Trotzdem wird Ihr Nachwuchs nicht schneller laufen oder sprechen lernen. Gerade die motorische Entwicklung verläuft nach einer Art innerem Ablaufplan, der bei jedem Kind unterschiedlich aussieht.

3. Achten Sie auf Ihr Bauchgefühl

Vertrauen Sie auf Ihre Intuition: Expertentipps, Erziehungsratgeber und der Druck auf Kinder und Eltern, allen Anforderungen des Alltags gerecht werden zu müssen kann Familien belasten. Machen Sie sich daher frei von den überzogenen Erwartungen anderer und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl. Ihr Kind kann mit zwei Jahren noch nicht sprechen? Völlig egal! Dafür ist es in anderen Entwicklungsbereichen vielleicht seinen Altersgenossen überlegen.

4. Schützen Sie Ihr Kind unbedingt vor übermäßigem Medienkonsum

Die Nutzung von Medien gehört in vielen Familien zum Alltag. Doch die Folgen für Kinder werden nach wie vor unterschätzt. Selbst viele für Kinder konzipierte Sendungen und Spiele überfordern die Kleinen und sie haben Probleme, das Gesehene zu verarbeiten. Das kann die soziale und emotionale Entwicklung nachhaltig beeinflussen – im negativen Sinn. Lassen Sie Ihr Kind daher vor dem Fernseher auf keinem Fall alleine: Das TV-Gerät ist kein Babysitter.

5. Schaffen Sie Zeit-Ressourcen im hektischen Alltag

Gemeinsam essen, im großen Elternbett kuscheln, zusammen faul sein – im hektischen Alltag bleibt oft wenig Zeit für ruhige Familienaktivitäten. Dem sollten Sie entgegenwirken, denn so stärken Sie das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie und Ihre Kinder fühlen sich geborgen und entspannt.

6. Ersetzen Sie Strafen durch logische Konsequenzen

Häufig besteht kein für die Kinder nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen einer Strafe und dem „Vergehen“ des Kindes. Es macht keinen Sinn, Zuspätkommen mit Fernsehverbot zu bestrafen. Das Kind kann derartige Sanktionen nicht verstehe und es fällt ihm schwer, diese anzunehmen.

7. Rituale geben Kindern Sicherheit

Für Kinder ist es besonders wichtig, dass Eltern es so annehmen, so wie es ist und es akzeptieren. (Foto by: alenkasm / )

Wiederkehrende Rituale sind wichtig für Kinder, weil sie ihnen Orientierung geben und den Alltag strukturieren. Zudem helfen sie Familien, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Feste Rituale vor dem Schlafengehen helfen Kindern, die Ereignisse des Tages besser zu verarbeiten und schneller einzuschlafen.

8. Erziehen Sie Ihr Kind mithilfe von liebevoller Konsequenz

Kinder brauchen Regeln und fordern immer wieder ein, dass ihnen Grenzen aufgezeigt werden. Das bedeutet nicht, dass Sie keine Kompromisse eingehen dürfen. Sie tun sich und Ihrem Kind jedoch keinen Gefallen, wenn Sie sich zu nachgiebig zeigen – Kinder, die immer ihren Willen durchsetzen wollen, stoßen früher oder später auf Probleme in der Schule und in der Gesellschaft.

9. Eltern sollten Vorbild sein

Natürlich müssen Sie sich nicht verstellen. Trotzdem sollten Sie sich immer darüber bewusst sein, dass Sie eine wichtige Vorbildfunktion für Ihr Kind haben – im negativen wie im positiven Sinn.

10. Nehmen Sie Ihr Kind so an, wie es ist

Es wird immer wieder Phasen geben, in denen Sie Ihr Kind nicht verstehen oder in denen es zu Streitigkeiten und Konflikten kommt. Das ist normal. Trotzdem sollten Sie Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter immer mit Wertschätzung begegnen und ihm signalisieren, dass Sie Ihr Kind lieben. So fühlt es sich angenommen, gestärkt und kann persönliche Krisen auch im Erwachsenenalter besser überwinden.

10 Regeln für ein entspanntes Familienleben mit Kindern

Das Familienleben ist nicht immer ein Zuckerschlecken

Diese Aussage dürften wohl bei vielen Eltern ein zustimmendes Kopfnicken auslösen. Zu unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse müssen Tag für Tag unter einen Hut gebracht werden. Trotzdem gelingt es vielen Familien, auch schwierige Situationen zu meistern und im Umgang miteinander tolerant und respektvoll zu sein. Verbindliche Regeln helfen dabei, diese alltägliche Herausforderung zu meistern.

Eine Studie des Bundesforums Familie (www.bundesforum-familie.de) kommt zu dem Ergebnis, dass sich 99 Prozent der Eltern ihrer Verantwortung als Vorbilder bewusst sind. Die überwiegende Mehrheit der Eltern ist bemüht, grundlegende Prinzipien an ihre Kinder zu vermitteln und ihnen zentrale Werte und Fähigkeiten vorzuleben. Viele Eltern sind jedoch unsicher, wie sie ihren Kindern diese Werte und Verhaltensweisen vermitteln sollen, denn junge Familien fühlen sich häufig wie auf dem Präsentierteller und haben Angst, etwas falsch zu machen. Doch zu zögerlich sollten sie nicht sein, denn ohne klare Regeln für das Familienleben können Kinder sich nicht orientieren und versuchen immer wieder, Grenzen zu übertreten oder impulsiv ihren Launen zu folgen. Das sieht man auch an diesen Fragen, die mir in meiner Lernpraxis immer wieder gestellt werden:

  • Wie soll ich reagieren, wenn meine Kinder sich schlagen?
  • Wie viel Fernsehen am Tag ist erlaubt?
  • Was mache ich, wenn meine Kinder nicht tun, was ich ihnen sage?
  • Was mache ich, wenn meine Kinder mich anschreien oder Schimpfwörter benutzen?
  • Wie erreiche ich, dass meine Kinder nicht lügen?
  • Was soll ich tun, damit meine Kinder pünktlich ins Bett gehen?
  • Wann machen meine Kinder am besten ihre Hausaufgaben?
  • Wie soll ich auf schlechte Noten reagieren?

Regeln entlasten das Familienleben

All diese und weitere Fragen verdeutlichen ganz wichtige Situationen im Familienleben, die zu einer Krise führen können. Sind Eltern sich nicht darüber im Klaren, wie sie wann am besten reagieren, fehlen den Kindern Richtlinien, an die sie sich halten können. Diese Richtlinien können durch Regeln erreicht werden, die für alle Familienmitglieder verbindlich sein müssen.

Dabei gilt: Regeln werden nicht jeden Tag aufs Neue diskutiert. Einmal festgelegt, haben sie solange Gültigkeit, bis sie wieder aufgehoben oder modifiziert worden sind. Das schafft bei Kindern wie Eltern Klarheit und Entlastung.

Regeln machen Ihrem Kind deutlich, wer der Chef im Familienleben ist

So schön ein kameradschaftlicher Ton in der Familie auch ist, eines sollte von Anfang an ganz klar sein: Die Eltern sind die Chefs, sonst geht schnell alles drunter und drüber. Machen Sie sich klar, welche Punkte Ihnen im Familienleben ganz besonders wichtig sind und stellen Sie dafür Regeln auf.

Beispiel: Sie möchten abends endlich Ruhe haben und eine Fernsehsendung genießen?
Regel: Um 20 Uhr sind alle Kinder im Bett.

Beispiel: Sie sind genervt, weil morgens immer das Schulchaos ausbricht?
Regel: Alle Ranzen werden abends schon gepackt.

  • Mein Tipp: Schreiben Sie eine Woche lang jeden Abend auf, was am Tag chaotisch gelaufen ist und was Sie gerne verbessern würden. Entwickeln Sie am Ende der Woche dann vorerst eine oder zwei Regeln, die die aktuelle Situation ändern können. Später können weitere Regeln eingeführt werden.

Jede Familie braucht ihre eigenen individuellen Regeln

Die gesellschaftlichen Anforderungen an Eltern sind umfangreich und nicht immer leicht zu erfüllen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich jede Familie darüber klar wird, was ihre eigenen Ziele und Wertvorstellungen sind. Dabei gilt es, Nah- und Fernziele zu unterscheiden sowie Regeln zu formulieren und diese praktisch umzusetzen. Die folgenden Nah- und Fernziele in Tabellenform zeigen, wie das in den meisten Familien gut funktionieren kann.

10 Regeln für ein harmonisches Familienleben und weniger Stress

Interesse für andere zeigen
Nahziel Ein offener und positiver Umgang in der Familie sowie mit Freunden und Verwandten.
Fernziel Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen erlangen, sich in Gruppen einfügen können, andere Meinungen zulassen, geduldig werden.
Regel 1. Wir hören zu und lassen andere ausreden!

Beispiel: Paul ist enttäuscht, weil er sich auf einen Besuch im Schwimmbad gefreut hat. Nun eröffnet ihm seine Mutter, dass aus dem gemeinsamen Ausflug nichts wird, weil sie Kopfschmerzen bekommen hat. Obwohl Paul sehr wütend und traurig ist, gelingt es ihm, der Erklärung seiner Mutter bis zum Ende zuzuhören. Früher hat er seinem Zorn oft sofort nachgegeben, hat andere nicht ausreden lassen und sofort angefangen herumzuschreien. Seit er übt, andere nicht zu unterbrechen, gelingt ihm dies auch immer öfter in schwierigen Situationen. Er versteht nun die Beweggründe der anderen besser und ist auch nicht mehr so wütend. Gemeinsam überlegen beide dann in Ruhe, wann der Schwimmbadbesuch nachgeholt werden kann. So fühlt sich Paul ernst genommen.

Den Alltag gemeinsam erleben
Nahziel Jeden Tag etwas Zeit füreinander zu haben, mitbekommen, wie es den anderen geht.
Fernziel Das Familienleben pflegen, egal was außerhalb passiert. Einen ruhenden Pol haben, sich aufgehoben fühlen und – sich gesund ernähren.
Regel 2. Wir essen (und kochen) einmal am Tag gemeinsam!

Beispiel: In der Familie von Tamara sind alle immer sehr beschäftigt. Jeder hat mindestens ein Hobby, das neben der Schule die Nachmittage füllt. Tamaras Eltern arbeiten beide und sind oft mittags noch nicht zu Hause. Das gemeinsame Familienleben in der Woche leidet unter den vielen Terminen sehr, und auch die Wochenenden sind durch sportliche Termine oft sehr verplant. Das tägliche gemeinsame Abendessen verhindert, dass sich die Familie voneinander entfernt.

Etwas zusammen unternehmen
Nahziel Etwas gemeinsam unternehmen.
Fernziel Das Gemeinschaftsgefühl stärken, den Horizont erweitern, alternative Beschäftigungsarten kennen lernen.
Regel 3. Wir machen einmal in der Woche etwas zusammen!

Beispiel: Damit das Wochenende nicht nur vor dem Fernseher oder am PC verbracht wird, brauchen Kinder Anregungen und müssen auch lernen, selber Vorschläge für Unternehmungen zu machen. Jedes Familienmitglied kann während der Woche Vorschläge machen, was am Wochenende gemeinsamen unternommen werden kann, z. B. Zoobesuch, Burgbesichtigung, Gesellschaftsspiel etc. Dann wird abgestimmt.

Verantwortung übernehmen lernen
Nahziel Verantwortung übernehmen, sich als wichtiges Mitglied der Familie empfinden.
Fernziel Die eigene Rolle und den eigenen Wert im Miteinander mit anderen erkennen! Rechte und Pflichten akzeptieren.
Regel 4. Jeder hat einen eigenen Aufgabenbereich, den er verantwortungsbewusst übernimmt!

Beispiel: Jedes Kind hat einen eigenen Verantwortungsbereich im Familienleben, z. B. die Wüstenmaus füttern, die Pflanzen gießen, den Balkon kehren, die Spülmaschine ausräumen etc. So erfahren Kinder schon früh, dass das Zusammenleben aus gegenseitiger Unterstützung besteht. Ihre Aufgabe macht sie stolz und stärkt ihr Selbstwertgefühl.

Keine Gewalt!
Nahziel Bei Streitigkeiten wird keine Gewalt ausgeübt, die Kinder verletzen sich nicht.
Fernziel Konflikte gewaltfrei lösen.
Regel 5. Wir tun uns nicht weh!

Beispiel: In Streitsituationen greifen Eltern immer dann ein, wenn Gewalt (Haare ziehen, Schlagen, Treten, Beißen etc.) ausgeübt wird. Gewalt als Lösung wird nicht akzeptiert. Das bedeutet auch: Eltern lösen Konflikte gewaltfrei untereinander, denn sie sind hier als Vorbilder besonders gefordert.

Ehrlich sein!
Nahziel Die Kinder haben keine Angst, die Wahrheit zu sagen.
Fernziel Auch in schwierigen Situationen zu seinen Fehlern stehen und die Wahrheit eingestehen können.
Regel 6. Wir lügen nicht und stehen für unsere Fehler ein!

Beispiel: Leon ist aus Versehen auf eine Fernbedienung seines kleinen Bruders getreten, mit der dieser sein neues Auto steuern kann. Das Gerät ist sofort zerbrochen. Anstatt es heimlich unters Bett zu schieben und so zu tun, als wüsste er von nichts, beichtet Leon seinen Eltern das Unglück. Die Eltern loben ihn für seine Ehrlichkeit und besprechen dann mit beiden Jungen, welche Möglichkeiten es gibt, die Fernbedienung zu ersetzen.

Nicht zu viel Bildschirm
Nahziel Keine ständigen Diskussionen um Fernsehen und PC.
Fernziel Kinder lernen, dass Unterhaltung nicht nur vor dem Bildschirm möglich ist, sie entwickeln vielfältige Interessen.
Regel 7. Jeden Tag gibt es höchstens eine Stunde „Bildschirmzeit“!

Beispiel: Um das Diskussionsthema Nummer 1 im Familienleben zu entschärfen, sind klare Fernsehregeln unerlässlich. Allerdings brauchen Kinder Alternativen zu Fernsehen und PC. Sie lesen beispielsweise, basteln, spielen mit Freunden oder gehen einem Hobby nach. Auch hier ist die Vorbildfunktion der Eltern gefragt.

Das Lernen lernen
Nahziel Keine endlosen Diskussionen, wann und ob Hausaufgaben gemacht werden.
Fernziel Kinder lernen, dass Leistungsanforderungen (Hausaufgaben, Arbeitsvorbereitungen, Texte lesen) normal sind und zum Alltag gehören.
Regel 8. Eine Stunde am Tag werden Hausaufgaben gemacht.

Beispiel: Hausaufgaben sind Teil des Schulalltags, sie finden in einem festen, überschaubaren Rahmen und an einem gleich bleibenden Platz statt, z. B. täglich von 14 bis 15 Uhr am Schreibtisch. Je eher sich Kinder an das regelmäßige Arbeiten gewöhnen, desto leichter können sie damit auch in der Pubertät oder als Jugendlicher umgehen.

Freiräume haben und bei anderen akzeptieren
Nahziel Kinder nehmen sich Zeit und lassen Eltern Zeit.
Fernziel Kinder lernen, stressresistent zu werden und sich Auszeiten zu nehmen. Sie lernen auch, die Bedürfnisse von anderen zu akzeptieren.
Regel 9. Das Auszeit-Schild muss akzeptiert werden.

Beispiel: Im Familienleben von Sven geht es oft hektisch und laut zu. Wenn jemand Ruhe braucht und allein sein möchte, muss er das deutlich zeigen. Jedes Familienmitglied hat daher ein eigenes Schild „Bitte nicht stören“, das es benutzen kann. Sobald das Schild an der Zimmertür hängt, müssen die anderen es mindestens 15 Minuten akzeptieren und den anderen in Ruhe lassen.

Struktur im Alltag
Nahziel Der Abend ist planbar, auch bezüglich verschiedener Termine. Tägliche Diskussionen finden nicht statt.
Fernziel Ein geregelter Tagesablauf wird durch klare Aufsteh- und Zubettgehzeiten begrenzt. Das hilft auch später bei Studium und Beruf.
Regel 10. Es gibt eine festgelegte Zubettgehzeit.

Beispiel: Während der Schulwoche ist es wichtig, dass Constanze (9 Jahre) genug Schlaf bekommt, sonst ist sie müde, reizbar und unkonzentriert. Daher geht sie jeden Abend pünktlich um 20 Uhr ins Bett, wo sie noch einige Zeit lesen oder Musik hören darf. Spätestens um 21 Uhr schläft sie dann, denn um 7 Uhr muss Constanze wieder aufstehen. Ihre Eltern fühlen sich durch diese Regel auch entlastet, denn sie wissen, dass ab 20 Uhr Ruhe einkehrt.

Passt das auch für Ihr Familienleben?

Nicht für alle Familien sind immer die gleichen Regeln sinnvoll. Bestimmte Besonderheiten, vielleicht der Schichtdienst eines Elternteils oder die Krankheit eines Kindes, machen individuelle Abweichungen notwendig. Probieren Sie also unsere Regeln aus und modifizieren Sie sie, wenn es nötig und sinnvoll ist. Falls beispielsweise das tägliche gemeinsame Essen nicht umsetzbar ist, suchen Sie nach einer passenden Alternative!

Regeln des Familienlebens anpassen!

Kinder werden älter und entwickeln sich, und auch einige Familienregeln müssen mitwachsen. Überdenken Sie, ruhig gemeinsam mit Ihren Kindern, alle paar Monate das familiäre Regelwerk. Selbstverständlich gilt die Gewaltlosigkeit auch noch bei Pubertierenden, aber die Zubettgehzeit oder der gemeinsame Wochenendausflug verändern sich bestimmt. Je älter Ihr Kind wird, desto aktiver kann es an der Gestaltung der Familienregeln beteiligt werden.

  • Mein Tipp: Um den Umgang mit Regeln zu demonstrieren und Ihr Kind dafür zu gewinnen, kann es sinnvoll sein, dass jedes Kind eine eigene Regel aufstellen darf, an die sich dann auch alle anderen halten müssen. Probieren Sie es einmal aus, und seien Sie nicht erstaunt, wenn Ihr Sohn darauf besteht, dass samstags alle im Vereinstrikot zum Fußballspiel erscheinen müssen, oder Ihre Tochter verlangt, dass dienstags alle etwas in Rosa tragen sollen.

Jeder von uns strebt danach, seinem Kind eine gute Mutter oder guter Vater zu sein. Jedes Kind ist ein Individuum und es macht wenig Sinn, stur an irgendwelchen festgelegten Regeln und Prinzipien festzuhalten und sein Kind dementsprechend zu erziehen. Allerdings gibt es einige allgemeingültige Regeln der Kindererziehung und gute Tipps, die alle Eltern beherzigen sollten, wenn sie eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufbauen und auch aufrechterhalten möchten.

1. Regel der Kindererziehung: Das Kind niemals schlagen

Kinder bringen Eltern immer wieder in Situationen, in denen man Gefahr läuft die Kontrolle über sich zu verlieren und ihnen am liebsten einen Klaps auf den Po geben würde. Dazu darf es jedoch nicht kommen und bevor man versucht ist das Kind zu schlagen, sollte man sich lieber von ihm entfernen, seine Wut in ein Kissen rausschreien oder das Gesicht mit kaltem Wasser abwaschen oder sich anderweitig abreagieren. Doch warum sollte man Kinder niemals schlagen? Nun, aus dem einfachen Grund, weil man ihnen nämlich so vermittelt, dass es in Ordnung ist, jemanden zu schlagen den man liebt und der schwächer ist als man selbst und das man Probleme mit Gewalt lösen kann, wenn einem keine friedliche Lösung dazu einfällt. Eltern brauchen unbestreitbar die notwendige Autorität, doch sollte diese auf Vertrauen und Liebe aufgebaut sein und nicht auf Angst basieren.

2. Regel der Kindererziehung: Das Kind respektieren

Ein Kind, egal wie klein, hat seine eigene Persönlichkeit, Interessen und Wünsche. Selbst wenn es noch so klein ist, es will geliebt und respektiert werden. Das bedeutet nicht, dass die Eltern dem Kind alle Wünsche von den Augen ablesen und erfüllen müssen. Allerdings sollte das Kind jederzeit so frei sein dürfen, um seine Wünsche zu äußern, den Eltern steht es frei, diese zu erfüllen oder abzulehnen. Dabei sollte man das Kind keinesfalls verspotten oder gar beschimpfen oder seine Ängste oder Zweifel auf die leichte Schulter nehmen. Man darf nie vergessen, dass auch die kleinsten Geschöpfe ihre eigene Integrität besitzen, die Eltern oder jemand anderes nicht verzerren sollten.

3. Regel der Kindererziehung: Mit dem Kind spielen

Kinder bauen Beziehungen spielerisch auf und es ist ganz wichtig, dass Eltern nach Möglichkeit täglich mit ihren Kindern spielen. Man muss nicht stundenlang spielen, Experten sagen, dass eine halbe Stunde am Tag schon ausreichend ist. Allerdings sollte man in dieser halben Stunde des Spiels nicht anderweitig beschäftigt sein und beispielsweise nebenher kochen oder telefonieren, denn diese Zeit gehört ganz dem Kind! Sehr empfehlenswert ist die sogenannte „Floortime-Methode“ – man setzt sich mit dem Kind auf den Boden und spielt mit Spielfiguren, malt, knetet, spielt mit Autos, Puppen oder Bauklötzen, macht mit dem Kind zusammen eine Kissenschlacht, singt oder tanzt mit ihm. Wichtig ist auch, dass man in dieser Zeit des Spiels den Wünschen des Kindes folgt.

4 Regel der Kindererziehung: Mit dem Kind kommunizieren

Man zeigt Interesse an seinem Kind, indem man sich für seine Sorgen und Probleme interessiert und Interesse an dem zeigt, was es macht. Kommunikation zeigt Interesse, also sollte man über alles reden und das beinhaltet auch Fragen nach den Gedanken, den Gefühlen und dem Wohlbefinden des Kindes. Natürlich sollte man dem Kind auch seine eigenen Gefühle und Gedanken mitteilen, denn so lernt es, sein Innerstes in Worte zu fassen, Gefühle richtig einzuordnen und sich später richtig und treffend auszudrücken.

5. Regel der Kindererziehung : Immer ehrlich sein

Die meisten Kinder merken instinktiv, wenn die Eltern nicht (ganz) ehrlich zu ihnen sind. Kinder sollten ihren Eltern vertrauen und Vertrauengewinnt man durch Ehrlichkeit, also sollte man von Anfang an vermeiden das Kind anzulügen oder ihm Unwahrheiten zu erzählen. Es ist die Aufgabe der Eltern, dem Kind Sachverhalte oder Dinge in einer für das Kind verständlichen Art und Weise zu erklären, wobei man sich an die Fakten halten und nicht übertreiben sollte.

6. Regel der Kindererziehung: Kinder loben

Lob ist viel effektiver als Bestrafung! Es ist erwiesen, dass Kinder viel lieber Dinge wiederholen, für die Sie belohnt werden, auch wenn es nur ein lobendes Wort ist. Positive Dinge, die das Kind gemacht hat, sollten lobend erwähnt werden, wobei negatives Verhalten nach Möglichkeit ignoriert und nicht auch noch mit Aufmerksamkeit „belohnt“ werden sollte. Man erzieht keine Egomanen, wenn man täglich eine ganz besonders gute Sache lobt und abends erwähnt, welche das Kind an diesem Tag vollbracht hat. Manche Eltern malen dem Kind Smileys auf und treffen mit dem Kind die Vereinbarung, dass es sich ab einer bestimmten Anzahl gesammelter Smileys einen Wunsch äußern oder eine Kleinigkeit wünschen darf. — Geprüft mit Duden Technologie

7. Regel der Kindererziehung: Elterlichen Instinkten vertrauen

Eltern haben eine ganz besondere Bindung zu ihren Kindern und merken aus diesem Grund oftmals intuitiv, wenn mit ihrem Kind etwas nicht in Ordnung ist. Aus diesem Grund sollte man viel öfter auf seine elterlichen Instinkte und das sogenannte Bauchgefühl vertrauen, dem nachgehen und es nicht ignorieren.

8. Regel der Kindererziehung: Konsequent sein

Auch wenn es nicht immer einfach ist, Eltern sollten immer konsequent bleiben. Wenn man einem Kind sagt, dass es ein Spielzeug nicht bekommt und schlussendlich dem Flehen, Weinen, Bitten und Schreien des Kindes doch nachgibt, dann wird es dieses Verhalten immer wieder wiederholen, denn schließlich hat es ja gelernt, dass diese Taktik durchaus erfolgreich ist und bei den Eltern gut zieht. Ahnt man eine „kritische Situation“ voraus, dann gibt man besser gleich nach als später. Hierbei sollte man einfach Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden.

9. Regel der Kindererziehung: Sicherheit des Kindes gewährleisten

Eltern sind für die Sicherheit ihrer Kinder verantwortlich. Kleinkinder sollten nicht in ungesicherte Steckdosen greifen, scharfe Gegenstände in die Hand bekommen oder sich an gefährlichen Gegenständen verletzen können. Im Auto müssen Kinder immer angeschnallt und sicher transportiert werden. Kleinkinder sollten auf der Straße immer an die Hand genommen werden und man sollte sie lehren, dass man nur bei Grün über die Straße geht und immer auf vorbeifahrende Autos achtet.

10. Regel der Kindererziehung: Auf die Ernährung achten

Um Kinder gesund zu ernähren, ist es nicht unbedingt notwendig ausschließlich in Naturkostläden einzukaufen, allerdings sollte man auf eine gute und ausgewogene Ernährung achten und nach Möglichkeit frittierte Lebensmittel und Süßigkeiten verzichten oder nur sparsam anbieten. Kinder brauchen Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fisch oder Fleisch, auf Fertigprodukte sollte man gänzlich verzichten! Hierbei sollte man beachten, dass die späteren Essgewohnheiten in der frühen Kindheit gebildet werden und außerdem sind nun mal auch viele Erkrankungen mit einer falschen und mangelhaften Ernährung verbunden.

Die goldene Regel der Kindererziehung: Seien Sie ihrem Kind ein gutes Vorbild!

Eltern vergessen gerne, dass sie ihren Kindern als Vorbild dienen und das ein Kind das Verhalten seiner Eltern immer nachahmen wird. Aus diesem Grund ist es eine ganz wichtige Regel der Kindererziehung, dass man seinem Kind immer ein gutes und keineswegs schlechtes Vorbild sein sollte!

Eine ausgewogene Ernährung schmeckt und ist gesund

Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung: drei Bausteine einer gesunden Entwicklung

Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und die Fähigkeit, mit Stress, zum Beispiel in Konfliktsituationen, umzugehen, sind wesentliche Bausteine einer gesunden kindlichen Entwicklung. Forschungen belegen, dass alle drei Faktoren viel miteinander zu tun haben und sich wechselseitig beeinflussen.

  • Eine gesunde Ernährung bildet eine wichtige Grundlage für das kindliche Bewegungsverhalten: Indem sie alle wichtigen Nährstoffe bereitstellt, liefert sie dem Kind die nötige Energie, die es für seine täglichen Aktivitäten, für sein Spiel und seine Bewegung, braucht.
  • Wenn sich ein Kind viel bewegt und aktiv ist, setzt es mehr Energie um und braucht demzufolge auch mehr davon. So reguliert die oft auch spielerische Bewegung durch ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl auf natürliche Weise die Energieaufnahme des Kindes. Eine zu hohe Nahrungsaufnahme dagegen führt auf Dauer zu einer Gewichtszunahme und Übergewicht, die Kinder bewegen sich dann meist weniger und das Stressempfinden nimmt zu.
  • Eine schlechte Nährstoffversorgung begünstigt die Stressanfälligkeit des Kindes. Das heißt, es fühlt sich in bestimmten Situationen und bei Anforderungen, zum Beispiel, wenn es mit Gleichaltrigen streitet, eher belastet. Dabei kann solcher Stress Essen aus Frust auslösen oder zu einem Appetitverlust führen. Im Bewegungsbereich löst Stress entweder Überaktivität oder Bewegungsträgheit aus. Dabei wäre die Schulung von Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit bei Stress genau das Richtige. Denn körperliche Aktivität hilft dabei, Stresssymptome wie Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen abzubauen, die Eltern auch schon bei ihren Kleinsten immer öfters feststellen. Gleichzeitig vermindert ein altersgerechtes Bewegungsverhalten und eine ausreichende Entspannung die Stressanfälligkeit und bewahrt so Kinder vor Gesundheitsstörungen.

Wird einer dieser drei Bausteine – Ernährung, Bewegung, Stress – positiv beeinflusst, so hat dies also auch immer Einfluss auf die anderen Aspekte. Im Zusammenspiel dieser Faktoren trägt eine ausgewogene Ernährung somit dazu bei, dass Sie die gesundheitliche Entwicklung Ihres Kindes optimal unterstützen.

Die rich­tige Ernäh­rung für Klein­kinder

Dabei ist es völlig normal, dass Kinder manchmal lustlos in ihrem Essen herumstochern und dann wieder zulangen wie ein Scheunendrescher. Erst wenn auffällige Essgewohnheiten länger andauern und der Nachwuchs zu dünn oder zu dick wird, sollte ein Kinderarzt um Rat gefragt werden.

  • Achten Sie darauf, dass regelmäßig gegessen wird.
  • Naschen zwischendurch sollte die Ausnahme bleiben.
  • Denken Sie daran: Sie sind Vorbild! Sie können von Ihrem Kind kaum erwarten, Gemüse und Obst zu essen, wenn Sie mit einem Kuchenstück danebensitzen.

So essen Kinder gesund

Im Prinzip gelten für Kinder ab dem ersten Lebensjahr die gleichen Grundsätze der Ernährung wie für Jugendliche oder Erwachsene. Daher können die Kleinsten schon an der gemeinsamen Familienmahlzeit teilnehmen. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) hat für die Kinderernährung drei einfache Regeln aufgestellt:

  1. Sparsam: fettreiche Lebensmittel und Süßwaren
  2. Mäßig: tierische Lebensmittel
  3. Reichlich: pflanzliche Lebensmittel und Getränke

Besonderheiten bei Kleinkindern

Meiden Sie:

  • zu süße und zu fette Speisen
  • gezuckerte Teefläschchen
  • stark gewürzte und scharfe Speisen
  • stark Gesalzenes
  • Säfte, Joghurts und Süßigkeiten, die mit Extraportionen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert sind. Für eine ausgewogene Ernährung sind diese – meist auch teuren – Lebensmittel überflüssig

Das Frühstück

Morgens sind Milch, belegte Brote oder eine Milchspeise mit Getreideflocken und frischem Obst geeignet. Fertige Müslimischungen enthalten oft viel Zucker und Nüsse. Nüsse sind wegen ihres Allergiepotenzials und der Gefahr des Verschluckens für kleine Kinder noch nicht zu empfehlen.

Zwischenmahlzeiten

Optimal für zwischendurch sind frisches Obst, rohes Gemüse, Vollkornkekse oder ein kleines belegtes Brot.

Die warme Mahlzeit

Ein gesundes Mittag- oder Abendessen besteht aus Nudeln, Kartoffeln, Getreide oder Hülsenfrüchten. Dazu gibt es täglich Salat und Gemüse. Etwa dreimal in der Woche sollte eine kleine Portion Fleisch und einmal in der Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen.

Mein Kind mag kein Gemüse …

  • Bereiten Sie Gemüse immer mal anders zu – zum Beispiel als Salat, Suppe oder Beilage. Probieren Sie auch mal neue Sorten.
  • „Verstecken“ Sie Gemüse in Saucen und Suppen, zum Beispiel geraspelte Zucchini oder Möhren in Tomatensauce.
  • Wenn Ihre Kinder gekochtes Gemüse ablehnen, besteht kein Grund zur Sorge: Bieten Sie ihnen Rohkost an und dazu einen leckeren Dip aus Joghurt und Quark mit frischen Kräutern.

Getränke

  • Ein idealer Durstlöscher ist Leitungswasser. Erkundigen Sie sich im Zweifel beim Wasserwerk nach der Qualität des Wassers.
  • Mineralwasser – für kleine Kinder am besten ohne Kohlensäure.
  • Kräuter- und Früchtetee ohne Zuckerzusatz.
  • Fruchtsäfte können Sie als Schorle anbieten. Reine Fruchtsäfte enthalten natürlicherweise circa zehn Prozent Zucker verschiedener Art. Sie sollten zum Durstlöschen deshalb mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
  • Vitaminsäfte sind bei abwechslungsreicher Mischkost überflüssig.

Endlich am Familientisch! Worauf Sie bei der Ernährung von Kleinkindern achten sollten

Mit dem ersten Lebensjahr ist die Zeit vorbei, in der Ihr Kind noch vorsichtig an Lebensmittel herangeführt werden muss. Nun darf es vom Familientisch mitessen – wie die Grossen! Damit Kleinkinder dabei alle Nährstoffe bekommen, die sie für eine gesunde Entwicklung brauchen, sollten Sie dennoch einige Punkte bei der Ernährung beachten.

Auch bei Kleinkindern sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten. Bild: iStock

  • 13

Von Sigrid Schulze

Im ersten Lebensjahr lernen Eltern, spezielle Breie für ihr Baby zu kochen. Doch sobald es seinen ersten Geburtstag gefeiert hat, braucht das Kleinkind zur gesunden Ernährung keine Babykost mehr. Nun darf es am Familientisch mitessen. Das normale Familienessen ist aber nur dann geeignet, wenn sich die Eltern gesund und ausgewogen ernähren.

Vorsicht Mangelernährung!

Nicht immer bekommen Kinder alle Nährstoffe, die sie für eine gesunde Ernährung benötigen. „Zwar gibt es in der Schweiz noch keine Verzehrstudie, so dass wir keine Daten zu Mängeln haben“, teilt die Ernährungsberaterin Steffi Schlüchter mit, die als dipl. Ernährungsberaterin HF bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE den Informationsdienst für Ernährungsfragen „Nutrinfo“ leitet. „Dennoch weiss man, dass der Obst- und Gemüsekonsum zu klein ausfällt.“ Auch in Deutschland beklagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit Jahren, dass Kleinkinder zu wenig Gemüse und Früchte essen. So fehlen ihnen oft wichtige Vitamine, auch Folsäure, notwendig für die Zellteilung und damit für die Zellneubildung.

Hier finden sie feine Rezepte für eine gesunde Ernährung von Kleinkindern: Kochen für Kinder

Nicht nur Früchte und Gemüse, auch kohlenhydrat- und eisenreiche pflanzliche Lebensmittel wie Reis, Teigwaren, Kartoffeln und Brot kommen bei Kleinkindern zu kurz. „Darüber hinaus erreichen Kleinkinder die täglich empfohlenen Mengen von Milch und Milchprodukten nach dem ersten Lebensjahr nicht“, beklagt die SGE. Doch die in der Milch enthaltenen Mineralstoffe Kalzium und Phosphor sind für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen und damit für die gesunde Ernährung bei einem Kleinkind unentbehrlich.

Vielleicht haben Sie Freude daran, Joghurt und Käse mit Ihrem Kind selbst zu machen?

Das sollten Kleinkinder essen

Längst hat die SGE in Anlehnung an die Richtlinien des Forschungsinstitutes für Kinderernährung (FKE) in Dortmund Ernährungsempfehlungen für Kinder herausgegeben. „Die angegebenen Mengen und Portionen wurden dem kindlichen Nährstoff- und Energiebedarf angepasst“, erklärt die SGE. „Dennoch“, betont sie, „stellen sie nur Durchschnittswerte dar.“ Der tatsächliche Bedarf hänge stark von der Grösse des Kindes und seiner körperlichen Aktivität ab.

Gesunde Ernährung von Kleinkindern

Die folgenden Werte müssen nicht jeden Tag, sollten aber im Wochendurchschnitt erreicht werden:

Ernährung nach dem ersten Lebensjahr pro Tag

Früchte und Gemüse
Gemüse: 3 Portionen (je 40 Gramm)
Früchte: 2 Portionen (je 60 Gramm)
Eine Früchte- oder Gemüseportion kann durch 1 dl ungezuckerten Frucht- oder Gemüsesaft ersetzt werden.

Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte
3-4 Portionen
1 Portion entspricht: 40 g Brot/Teig oder 30 Gramm Hülsenfrüchte (Trockengewicht) oder 120 g Kartoffeln oder 25 g Knäckebrot, Vollkornkräcker, Flocken, Mehl, Teigwaren, Reis, Mais, andere Getreidekörner

Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Tofu
3-4 Portionen Milch oder Milchprodukte
1 Portion entspricht: 1 dl Milch oder 100 g Joghurt oder 15 g Halbhart- oder Hartkäse oder 30 g Weichkäse.
Zusätzlich 1 Portion (50 g) eines eiweissreichen Lebensmittels (Fleisch, Fisch, Eier, Tofu, Quorn, Seitan)

Öle, Fette und Nüsse
2 Kaffeelöffel (10 g) Pflanzenöl, davon mindestens die Hälfte als Rapsöl
1 Kaffeelöffel ungesalzene Nüsse
Zusätzlich können sparsam Butter, Margarine, Rahm etc. verwendet werden.

Weniger Fett und Zucker für ein Kleinkind

„Kann ich was Süsses haben?“ Zu oft sagen Eltern „ja“. Schon knabbern die Kleinen wieder Schoggiguetzli und lutschen Gummibärchen. Schon kleine Kinder nehmen zu viel Zucker und Fett auf – mit fatalen Folgen. „Die Ernährungsfehler, die schon bei den Kleinen gemacht werden, setzen sich im späteren Kindes- und Jugendalter fort“, warnt die DGE. Dann führen sie schnell zu Übergewicht. Doch Kinder essen nicht nur zu viel Fett und Zucker, auch zu viel Salz, das in vielen Snacks und Fertigprodukten versteckt ist. „Zwei-und Dreijährige sollten am Tag maximal eine kleine Süssigkeit oder einen kleinen Snack konsumieren“, rät deshalb die SGE. Als Beispiele führt sie eine Reihe Schokolade, ein kleines Stück Kuchen, 3 Stück Petit Beurre, 1 kleine Glacekugel, 20 g Chips oder ein Glas Süssgetränk (1 dl) an.

Weniger Fleisch

Auch der Fleischkonsum ist hoch. „Zwar erhalten 19 Prozent der Kleinkinder weniger als die Hälfte der empfohlenen Fleischmenge, dagegen essen 19 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen sogar mehr als das Doppelte“, so die SGE. Kinder, die viel Fleisch essen, nehmen zu viele gesättigte und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren auf.

Hier finden Sie vegetarische Rezepte für die ganze Familie

Ernährungstabus: Das bekommt Kleinkindern nicht

Zwar dürfen Kinder bereits im zweiten Lebensjahr alles mitessen, doch es gibt Ausnahmen. „Ganze Nüsse sollten wegen der Verschluckungs- und Erstickungsgefahr nicht gegeben werden“, sagt Steffi Schlüchter. Auch zähes Fleisch könne beim Kauen Schwierigkeiten bereiten. Aber ansonsten dürfe alles ausprobiert werden. „Wichtig ist, dass die Ernährung abwechslungsreich und ausgewogen zusammengestellt ist. Die individuellen Möglichkeiten und Vorlieben des Kindes sollten dabei beachtet werden.“

Tipps für eine gesunde Ernährung von Kleinkindern

  • Mehr pflanzliche Lebensmittel, vor allem Gemüse, Früchte, Brot, Kartoffeln in den täglichen Speisenplan integrieren
  • Mehr Vollkornmehl, -brot, -nudeln oder -reis anstelle von niedrig ausgemahlenen Getreideprodukten essen
  • Trink- bzw. Mineralwasser und ungesüsste Früchte- bzw. Kräutertees anstelle energiereicher Limonaden anbieten
  • Fettreduzierte Milchprodukte (1,5 Prozent Fettgehalt) gegenüber Vollmilchprodukten oder mit Rahm angereicherten Produkten bevorzugen
  • Fettreichere Wurst- und Fleischsorten durch fettärmere ersetzen und insgesamt die Menge reduzieren
  • Vermehrt Rapsöl anstelle von anderen Ölen und Fetten im Haushalt verwenden

Jetzt verstehen wir uns! – 10 goldene Regeln für die Kommunikation in der Familie

Machen Sie als Mutter oder Vater öfter die Erfahrung, dass Ihre Worte beim Kind oder beim Partner nicht richtig ankommen? Oder dass in einem anfangs friedlichen (Familien-) Gespräch plötzlich schlechte Stimmung aufkommt? Dann wäre es vielleicht gut, einmal über das eigene Kommunikationsverhalten nachzudenken: Wie gehe ich mit den Menschen um, die mir am nächsten stehen? Verhalte ich mich konstruktiv und gelingt es mir, im Gespräch den richtigen Ton zu treffen?

Erfolgreiche Kommunikation ist gewiss kein Kinderspiel, sondern eine Kunst, die erlernt und geübt sein will. Hier erfahren Sie, auf welche Regeln es bei Gesprächen innerhalb der Familie besonders ankommt. Näheres zum Thema finden Sie darüber hinaus im Buch Eltern lösen Konflikte. So gelingt Kommunikation in und außerhalb der Familie (siehe Literaturhinweis am Ende des Artikels).

  1. Mit dem Kind ins Gespräch kommen
    Kinder sind in ihrer Gesprächsbereitschaft genauso unterschiedlich wie Erwachsene. Die einen plaudern munter über alles, was ihnen durch den Kopf geht. Den anderen fällt es schwer, aus sich herauszugehen und ihren Eltern zu sagen, was sie gerade beschäftigt. Da sind auch typische Ermunterungen im Stil von „Jetzt erzähl doch mal!“ nicht sehr förderlich – im Gegenteil, sie blockieren den Gesprächseinstieg nur. Anstatt Ihr Kind zum Reden zu drängen, sollten Sie besser Aufnahmebereitschaft signalisieren, vor allem durch Ihre Körpersprache: Manchmal genügen schon ein aufmerksamer Blick und ein Kopfnicken, um dem Kind Mut zu machen. Oft hilft auch ein sogenannter „Türöffner“, ein Gespräch in Gang zu bringen, zum Beispiel ein einleitender Satz wie „Lass dir ruhig Zeit, ich höre zu.“
  2. Aktiv zuhören
    Fängt das Kind von einem Erlebnis zu erzählen an, sollten Sie nicht nur gut zuhören, sondern ihm zwischendurch auch rückmelden, wie Sie seine Ausführungen verstanden haben. Fassen Sie Ihr Feedback möglichst in eigenen Worten zusammen und gehen Sie auch auf die Gefühle des Kindes ein. Wenn Ihr Nachwuchs beispielsweise von einem Streit mit einem Freund berichtet, könnten Sie ihm antworten: „Da seid ihr wohl heftig aneinander geraten. Und das macht dich traurig.“ Damit bekunden Sie Ihrem Kind nicht nur Ihre Anteilnahme, sondern ermutigen es auch zum Weitersprechen, weil es sich mit seinen Gefühlen verstanden weiß. Auch in den Gesprächen mit Ihrem Partner kann dieses so genannte „aktive Zuhören“ sehr hilfreich sein.
  3. Keine fertigen Lösungen anbieten
    Allerdings fällt das aktive Zuhören vielen Eltern schwer. Sie sind es zu sehr gewohnt, Ratschläge zu erteilen und fertige Lösungen anzubieten. Mit solchen Reaktionsweisen drängen sie das Kind (oder den Partner) jedoch in die Defensive und behindern es (ihn) in seinem Bestreben, eine eigene Lösung zu finden. Halten Sie deshalb Ihre Meinung zurück, wenn Ihr Gesprächspartner ein Problem anspricht. Lassen Sie ihn stattdessen zu Ende reden. Damit geben Sie ihm die Chance, im Lauf des Erzählens eigene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.
  4. Sich stimmig verhalten
    Oft machen Eltern die Erfahrung, dass ihre Kinder einfach nicht auf sie hören wollen. Das liegt meistens daran, dass sie sich nicht stimmig verhalten: Ihr Tonfall, ihre Mimik und ihr Verhalten stimmen nicht mit dem überein, was sie sagen. Lächeln Sie also nicht, wenn Sie Ihrem Sprössling etwas im Ernst vermitteln wollen – sonst widersprechen Sie sich selbst. Wenn Ihr Kind beispielsweise wütend ist und Sie es mit lächelnder Miene und sanfter Stimme ermahnen: „Aua, hör bitte auf, nach mir zu schlagen!“, dürfen Sie nicht damit rechnen, dass das Kind auf Ihre Bitte eingeht. Denn mit Ihrer Mimik und Ihrem Tonfall signalisieren Sie ihm: „Ich meine es ja gar nicht so!“
  5. Blick- und Körperkontakt herstellen
    Um Ihrem Kind deutlich zu machen, dass Sie es ernst meinen, sollten Sie Ihre Aussagen nicht nur stimmig zum Ausdruck bringen, sondern Ihr Kind dabei auch anschauen und anfassen. Gehen Sie als Erstes auf Augenhöhe mit Ihrem Kind. Nehmen Sie Blickkontakt auf und fassen Sie Ihr Kind bei den Händen oder an den Schultern. Damit signalisieren Sie ihm: „Ich befasse mich jetzt nur mit dir, mit nichts und niemandem sonst.“ Das verleiht Ihrer Botschaft die nötige Deutlichkeit und Festigkeit.
  6. Statt Fragen klare Aussagen formulieren
    Wenn Sie Ihrem Kind etwas vorschlagen wollen, tun Sie es möglichst nicht in Form von Fragen wie dieser: „Möchtest du mit mir ‚Elfer raus’ oder ‚Mensch-ärgere-dich-nicht’ spielen oder lieber nach draußen gehen?“ Vor allem kleinere Kinder sind mit mehreren Wahlmöglichkeiten oft überfordert. Die Folge ist, dass sie sich nicht entscheiden können, ihre Meinung ständig ändern und die Eltern mit ihren Launen tyrannisieren. Reduzieren Sie deshalb Ihr Angebot auf zwei oder sogar nur eine einzige Möglichkeit und formulieren Sie statt einer Frage lieber eine klare Aussage: „Ich möchte mit dir gern ‚Elfer raus’ spielen.“
  7. Ich-Botschaften senden
    Bei Meinungsverschiedenheiten mit dem Partner oder dem Kind neigen viele Menschen dazu, vorwiegend Du-Botschaften zu formulieren. Das Ungute daran ist, dass in Du-Sätzen oft Vorwürfe und Herabsetzungen zum Ausdruck kommen, die den Gesprächspartner sehr verletzen können. Ich-Botschaften dagegen bringen Gefühle und Wünsche zum Ausdruck und sind insofern wesentlich effektiver. Vergleichen Sie selbst, welche Formulierung wohl besser ankommt: „Du alter Faulpelz, tu endlich was!“ oder „Ich brauche dringend deine Hilfe!“.
  8. Über das eigene Gesprächsverhalten reden
    Auseinandersetzungen kommen natürlich in den besten Familien vor. Selbst bei bester Absicht passiert es hin und wieder, dass ein Gespräch außer Kontrolle gerät. Tritt ein solches Ereignis ein, sollten Sie das Gespräch fürs Erste abbrechen und warten, bis sich die Erregung auf beiden Seiten gelegt hat. Danach nehmen Sie das Gespräch wieder auf. Doch schneiden Sie nicht wieder das strittige Thema an, sondern sprechen Sie darüber, wie Sie vorher im Streit miteinander umgegangen sind. Legen Sie dabei Ihre Gefühle und Motive offen: Warum habe ich mich so verhalten? Was wollte ich damit bezwecken? In welcher Verfassung war ich? Das schafft Verständnis füreinander und hilft, den Konflikt auf vernünftige Weise zu lösen.
  9. Äußerungen nicht einseitig interpretieren
    In Gesprächen (vor allem zwischen Erwachsenen) passiert es nicht selten, dass eine Bemerkung ganz anders aufgefasst wird, als sie eigentlich gemeint war. Wie die Kommunikationspsychologie herausgefunden hat, liegt das daran, dass sich im Grunde jede beliebige Äußerung auf verschiedene Weisen deuten lässt. Wenn Ihr Partner beispielsweise zu Ihnen sagt: „Unser Kind war heute richtig unverschämt zu mir!“, so bezieht sich diese Äußerung zunächst natürlich auf die Tatsache, dass sich das Kind schlecht benommen hat. Die Bemerkung lässt jedoch noch weitere Interpretationen zu, etwa diese: „Du kümmerst dich zu wenig darum, dem Kind ein ordentliches Benehmen beizubringen.“ Oder diese: „Ich bin heute nicht in der Verfassung, die Ungezogenheit unseres Kindes zu ertragen.“ Oder diese: „Du solltest das Kind für sein schlechtes Benehmen zurechtweisen!“ So entstehen leicht Missverständnisse, wenn man sich nicht auf derselben Bedeutungsebene begegnet. Um unnötigen Ärger zu vermeiden, sollten Sie die Äußerungen Ihres Gesprächspartners daher nicht einseitig interpretieren (sie beispielsweise nur als Vorwurf werten), sondern stets daran denken, dass es noch andere Deutungsmöglichkeiten gibt.
  10. Regelmäßige Gespräche in der Familienrunde führen
    Kinder sollten von klein auf die Erfahrung machen, dass sie als Gesprächspartner ernst genommen werden. In diesem Sinne hat der Psychologe Rudolf Dreikurs vor Jahrzehnten das Konzept des „Familienrats“ entwickelt: Zu einem festgelegten Zeitpunkt der Woche kommt die ganze Familie zusammen und berät über Themen, die alle Familienmitglieder betreffen, etwa über eine bevorstehende Urlaubsreise oder die Aufgabenverteilung im Haushalt. Ein wichtiges Merkmal des Familienrats ist, dass alle Teilnehmer gleichberechtigt sind. Entscheidungen sind nur dann gültig, wenn sie einstimmig getroffen wurden. Der Familienrat ist damit ein wertvolles Instrument, mit dem schon Kinder lernen können, Verantwortung zu übernehmen und im Gespräch an einer einvernehmlichen Lösung mitzuarbeiten.

Das Buch zum Thema

Rita Steininger (2006): Eltern lösen Konflikte. So gelingt Kommunikation in und außerhalb der Familie, Klett-Cotta.

Dieses Buch stellt bewährte Kommunikationsmodelle und -methoden vor, mit denen Eltern ihr Gesprächsverhalten effektiv verbessern können. Kleine Tests und Übungsbeispiele erleichtern die praktische Umsetzung.

Literatur

Weiter Beiträge der Autorin hier in unserem Familienhandbuch

  • Unser Kind spricht nicht richtig – was tun?

Autorin

Rita Steininger arbeitet als freie Lektorin und Sachbuch-Autorin mit den Schwerpunkten Gesundheit, Erziehung und Entwicklungsförderung. Sie ist Mutter von zwei Söhnen.

Kontakt

E-Mail

Website

Erstellt am 2. Juli 2007, zuletzt geändert am 6. November 2013

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.