Gerstenkorn auge kleinkind

Inhalte

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Durch Bakterien können Entzündungen am Auge entstehen.

Wie reagiert man bei einem Gerstenkorn beim Kind?

Ein Gerstenkorn beim Kind ist lästig und schmerzhaft. Sie sollten versuchen, die Schmerzen am Auge zu lindern und die Infektionsgefahr zu verringern.

Wie behandelt man ein Gerstenkorn beim Baby?

Die Behandlung eines Gerstenkorns beim Baby kann mit homöopathischen Mitteln erfolgen. Auch trockene Wärme hilft Ihrem Baby, das Gerstenkorn schnell wieder loszuwerden.

Sie haben ein Gerstenkorn am Auge Ihres Kindes bemerkt und fragen sich nun: Was tun? Zum einen sollten Sie versuchen, Ihrem Kind den bakteriellen Infekt so schmerzfrei wie möglich zu machen. Zum anderen sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Kind das Gerstenkorn nicht weiterträgt. Wie das funktionieren kann, erfahren Sie im Folgenden.

1. Ein Gerstenkorn beim Kind ist ein entzündeter Abszess am Augenlid

Ansteckungsgefahr bannen!

Das Gerstenkorn am Auge Ihres Kindes ist ansteckend. Achten Sie darauf, jeglichen Hände-Augen-Kontakt zu vermeiden. Eine strikte Trennung der Handtücher und Waschlappen zuhause ist ebenso nötig wie häufiges Händewaschen.

Sind bestimmte Drüsen am Augenlid bakteriell infiziert und bilden einen schmerzhaften, eitrigen Abszess am Lidrand, handelt es sich dabei meist um ein Gerstenkorn. Mediziner sprechen von einem Hordeolum. Gefährlich ist dieser Abszess in aller Regel nicht.

Ihr Kind läuft eher Gefahr, ein Gerstenkorn zu bekommen, als Sie selbst. Der Grund: Kinder kommen öfter mit Schmutz in Berührung und ihr Immunsystem ist noch nicht ganz ausgeprägt. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht übrigens nicht nur im direkten Umgang mit Erkrankten, sondern beispielsweise auch beim Schwimmen. Auch Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko, dass sich bei ihnen ein Gerstenkorn bildet.

In der Regel ist der Spuk nach einigen Tagen vorbei und das Augenlid heilt wieder vollständig ab. In der Regel kann Ihr Kind trotz Gerstenkorn in den Kindergarten gehen. Allerdings sollten Sie die Betreuer auf die Erkrankung hinweisen. So kann noch einmal stärker auf das Händewaschen geachtet werden.

2. Das äußere Gerstenkorn lässt sich per Blickdiagnose erkennen

Das Gerstenkorn ist ein rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten, der aussieht wie ein Pickel.

Meist lässt sich ein äußeres Gerstenkorn relativ leicht durch eine einfache Blickdiagnose erkennen: Das Gerstenkorn zeigt sich als rötlicher, mit Eiter gefüllter Knoten, der aussieht wie ein Pickel. Oft sitzt er sehr nahe an den Wimpern.

Zu den typischen Symptomen eines sogenannten Hordeolum gehören:

  • ein gerötetes und geschwollenes Augenlid
  • ein Spannungsgefühl im Auge
  • teils starke Schmerzen
  • Juckreiz
  • Empfindlichkeit des Auges gegen Druck
  • Eiterbildung

3. Das innere Gerstenkorn wird unter Spaltlampe und Mikroskop diagnostiziert

Beim inneren Gerstenkorn ist die Diagnose schwieriger. Dazu muss der Augenarzt erst das Augenlid umklappen. Bei einem Gerstenkorn im Auge wird eine Spaltlampenuntersuchung durchgeführt. Durch ein Mikroskop und eine Spaltlampe betrachtet der Augenarzt das Auge und untersucht Bindehaut, Lider und Lidkanten sowie den Tränenfilm und den Tränenmeniskus.

4. Augen- und Handhygiene dienen der Vorbeugung und der raschen Abheilung

Um der Bildung bzw. Ausbreitung eines Gerstenkorns vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine entsprechende Augen- und Handhygiene bei Ihnen und Ihrem Baby mit Gerstenkorn zu achten. Die Kleinen fassen sich gerne ständig ins Gesicht und könnten so den Erreger noch weiter verteilen.

Da die Erreger auf der Haut und den Schleimhäuten leben, kann Ihr Kind diese über die Hände leicht in die Augen bekommen. Deshalb ist regelmäßiges Händewaschen die beste Prävention. Mit schmutzigen Händen sollten Sie sich und Ihrem Kind generell nie in die Augen fassen!

Achtung: Besonders gründlich müssen Kontaktlinsen-Träger ihre Hände waschen. Sie haben durch das Einsetzen und Herausnehmen oft Kontakt mit den Augen. Bewahren Sie die Sehhilfen immer angemessen auf und reinigen Sie sie gründlich.

5. Ein Gerstenkorn kann ohne Medikamente abheilen

Ein Gerstenkorn ist zwar extrem unangenehm, heilt jedoch in den allermeisten Fällen vollständig ohne Medikamente ab.

Trockene Wärme ist eine weit verbreitete Maßnahme bei der Therapie eines Gerstenkorns. Dabei bestrahlt man das geschlossene Auge mit einer Rotlichtlampe. Das können Sie auch zuhause umsetzen, wenn ihr Kind alt genug ist, um zu verstehen, dass das Auge geschlossen bleiben muss. Durch diese Maßnahme wird die Durchblutung gefördert, wodurch sich das Gerstenkorn schneller öffnet und der Eiter abfließen kann.

Tipp: Besprechen Sie die Behandlung vorher mit Ihrem Arzt, besonders wenn Sie, Ihr Baby oder Kind Medikamente einnehmen. Er wird Ihnen erklären, worauf Sie zu achten haben.

Der Kinderarzt kann Salben und Tropfen für das Auge verschreiben.

Feuchte Wärme ist übrigens nicht ratsam. Oft wird in der Rubrik der Hausmittel empfohlen, feuchtwarme Kompressen, Teebeutel oder Umschläge auf das Gerstenkorn zu legen. Viele Mediziner warnen allerdings davor, denn die von der Feuchtigkeit aufgeweichte Haut erleichtert es den Bakterien sich zu verteilen.

Mit Blick auf Mittel aus der Schublade der Homöopathie zeigt sich: Arnica und Belladonna können präventiv helfen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Hepar Sulfuris, Pulsatilla pratensis, Staphisagria, Sulfur, Lycopodium clavatum und Graphites können die Heilung unterstützten. (Quelle: Dr. Gumpert)

5.1. Im fortgeschrittenen Stadium hilft Antibiotika gegen die Bakterien

Ihr Arzt kann unterstützend Augentropfen für den Tag und eine Salbe für die Nacht verschreiben. Sie beinhalten einen antibiotischen Wirkstoff gegen die verursachenden Bakterien und hilft dabei, dass sich diese nicht verbreiten. In der Regel ist eine Gerstenkorn-Behandlung mit antibiotikahaltigen Tabletten nur bei einer bereits fortgeschrittenen Ausbreitung der Entzündung erforderlich.

Tipp: Meist werden Augentropfen und -salben bei einem inneren Gerstenkorn verschrieben. Gerade hier besteht die Gefahr einer Ausbreitung der Entzündung in die Bindehaut oder die Augenhöhle. Mögliche Folgen sind dann eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder einer Augenhöhlenentzündung (Orbitalphlegmone).

5.2. Ein Eingriff durch den Augenarzt ist nur selten nötig

Falls sich im Einzelfall ein Gerstenkorn nicht von alleine öffnet oder die Entzündung schon sehr lange anhält, wird der Augenarzt zu einem kleinen Eingriff raten. Nach einer örtlichen Betäubung erfolgt ein kleiner Schnitt und der Eiter kann abfließen.

Tipp: Versuchen Sie nie, ein Gerstenkorn auszudrücken! Der ansteckende Erreger kann dann leicht in das gesunde Auge verschleppt werden.

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Gerstenkorn (Hordeolum)

Entstehung von Gerstenkörnern

Bei einem Gerstenkorn handelt es sich um eine bakterielle Entzündung der Liddrüsen, bei der eine Eiteransammlung (Abzess) entsteht. Da sich im Augenlid verschiedene Arten von Drüsen befinden, kann ein bzw. können mehrere Gerstenkörner entweder durch die Infektion der Talgdrüsen (Hordeolum Externum) oder durch eine Entzündung der Schweißdrüsen (Molldrüsen) entstehen.

In einigen Fällen entzünden sich auch die inneren Meibom-Liddrüsen (Hordeolum Internum). Letzteres lässt sich nicht immer gleich erkennen, fühlt sich jedoch für den Betroffenen durch den höheren Druck auf das infizierte Auge sehr unangenehm an.

Bei Infektionen der äußeren Drüsen ist ein Gerstenkorn meist am Lidrand und nahe der Wimpern sichtbar. Die hauptsächlichen Erreger sind Staphylokokken. In selteneren Fällen können auch Streptokokken Gerstenkörner verursachen.

Wie viele Staphylokokken Infektionen treten Gerstenkörner vermehrt bei Menschen auf, deren Immunsystem noch unerfahren oder nicht stark genug ist, um die Erreger sofort beim Kontakt mit dem Körper zu bekämpfen. Aus diesem Grund kommen Gerstenkörner auch sehr oft bei Kindern vor.

So erkennen Sie ein Gerstenkorn

Für den Betroffenen ist die Entstehung eines Gerstenkorns meist schon spürbar, wenn sie äußerlich noch kaum zu sehen ist. Eltern entdecken bei ihrem Kind oftmals eine rote Stelle am Augenlid, die dann immer stärker anschwillt und auch schmerzempfindlich auf Druck reagiert.

In vielen Fällen bilden sich nach und nach an der geschwollenen Stelle gelbe Eiterpusteln und das Spannungsgefühl nimmt weiter zu, meist solange bis das Gerstenkorn sich nach einigen Tagen von selbst öffnet. In wenigen Fällen, wenn beispielsweise der Druckschmerz als zu intensiv empfunden wird, muss das Gerstenkorn mit ärztlicher Hilfe geöffnet werden.

Auch eine antibiotische Behandlung ist sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen sehr selten notwendig, sofern nicht noch andere, immer wiederkehrende Entzündungsherde im Körper bestehen.

Den Kinderarzt lieber mal schauen lassen

Auch wenn es sich bei einem Gerstenkorn in der Regel um eine harmlose Lidentzündung handelt, die nach ein paar Tagen ohne ärztliche Therapie abklingt, so ist es bei Babys und kleinen Kindern dennoch ratsam, den Arzt einen Blick darauf werfen zu lassen.

Das Risiko der Infektionsausweitung auf den Tränensack, die Tränendrüsen oder gar den Augapfel ist wesentlich höher als bei Erwachsenen. Teilweise kann auch die Bindehaut aufgrund der Lidinfektion entzündet sein.

Hausmittel, die die Heilung unterstützen

Da ein Gerstenkorn durch eine Schmierinfektion übertragen werden kann, ist eine gute Hygiene ein wichtige vorbeugende Maßnahme, um die Infektion des gesunden Auges zu vermeiden. Der Krankheitsverlauf lässt sich in einigen Fällen mit Rotlicht beschleunigen und somit verkürzen. Kühle Augenkompressen können zusätzlich schmerzlindernd wirken.

Von dem Ausdrücken von Gerstenkörnern raten Augenärzte ab, da so sehr leicht neue Gerstenkörner entstehen können und die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion auf andere Augenbereiche erhöht wird.

Augenerkrankungen bei Kindern

Die Ursachen für solche Entzündungen der Augen können sehr unterschiedlicher Art sein und können auch in Folge der Geburt, entstehen, weil fremde Substanzen, beispielsweise Fruchtwasser oder Blut in die Augen des Kindes gelangen. In anderen Fällen kann es sich bei einer Augenentzündung um eine Chlamydien- oder eine Herpes-Infektion handeln.

Was bedeutet die Chlamydien-Infektion für das Neugeborene?

Eine Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien ausgelöst und kann beim Neugeborenen zu einem Trachom (Augenentzündung) führen. Die ersten Anzeichen ähneln den Symptomen einer Bindehautentzündung. Hinzu kommen hohe Lichtempfindlichkeit, starker Tränenfluss und ein Druckgefühl im Auge. Wird die Entzündung nicht entsprechend behandelt, kann sie sich auf die Hornhaut ausbreiten. Die Sehfähigkeit verschlechtert sich und es kann zur Erblindung kommen.

Schwangere können sich durch einen Abstrich am Gebärmutterhals auf Chlamydien untersuchen lassen.

Welche Folgen hat eine Herpes-Infektion für den Säugling?

Es gibt zwei verschiedene Typen des Herpes-simplex-Virus. Typ 1 ist der Herpes labialis , der sich weitestgehend auf Mund und Lippen beschränkt, und Typ 2 ist der Herpes genitalis, der vor allem die Geschlechtsorgane angreift. Schwangere, die sich während der Schwangerschaft mit dem Herpes-Virus anstecken, sollten Ihren Frauenarzt umgehend darüber informieren, weil das Virus unter der Geburt auf das Kind übertragen werden kann.

Mögliche Folge-Erkrankungen sind Mundfäule (med. Stomatitis aphthosa), Infektionen der Augen (Hornhaut und Netzhaut), der Haut, der Lunge und der Gehirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis).

In Krankenhäusern besteht die Möglichkeit, den Säuglingen Silbernitrattropfen (0,5%ig) zur Prophylaxe von Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien-Trachom in die Augen zu geben.

Augenlidentzündung

Eine Augenlidentzündung (Blepharitis), auch Lidrandentzündung genannt, ist eine Infektion der Augenlider sowie der Talgdrüsen am Lidrand und wird meist durch Bakterien ausgelöst.

Welche Beschwerden sind für die Augenlidentzündung charakteristisch?

Die Lidrandentzündung beginnt oft mit einem Fremdkörpergefühl. Das Augenlid ist gerötet, juckt und brennt. Es kann stark anschwellen und die Wimpern am betroffenen Lid können ausfallen. Die Augenlider können eitern und Krusten bilden, die nach dem Ablösen bluten. In der Nacht können die Augenlider durch getrocknetes Sekret und Eiter verkleben.

Begünstigt wird die Augenlidentzündung in vielen Fällen durch eine seborrhoische Dermatitis (Hautentzündung der Gesichts- und Kopfhaut) oder Rosacea. Rosacea ist eine chronische Hautkrankheit, die Symptome wie Hautrötung, Hautabschuppung und Knötchenbildung im Bereich der Gesichtshaut verursacht. Charakteristisch dafür sind bei einer Augenlidentzündung Schuppen am Augenrand und oft auch schuppige Kopfhaut. Konsultieren Sie parallel einen Hautarzt, damit diese Hautkrankheiten behandelt werden.

Welche Folgen hat eine Augenlidentzündung?

Die Augenlidentzündung kann sehr unangenehm und störend sein. Es können sich als Folge der Infektion Narben am Lidrand bilden und es kann zum Verlust der Wimpern kommen. Im schlimmsten Fall führt die Entzündung zu Schädigungen der Hornhaut.

Was können Sie machen?

Morgens können Sie Ihrem Kind die Augen mit einem in abgekochtem Wasser getränkten Wattebausch auswaschen, damit es die verklebten Augen problemlos öffnen kann. Verhindern Sie so gut es geht, dass Ihr Kind sich die Augen reibt und waschen Sie sich vor und nach dem Auswaschen gründlich die Hände, um einerseits die Infektion nicht zu verschlimmern und um sich andererseits nicht selbst anzustecken.

Schauen Sie nach, ob Ihr Kind Schuppen oder Gneiss (Milchschorf) auf der Kopfhaut hat und sprechen Sie mit dem Kinderarzt darüber.

Was kann der Arzt tun?

Eine Lidrandentzündung ist für den kleinen Patienten meist sehr unangenehm, deshalb sollten Sie Ihren Kinderarzt konsultieren. Er kann Ihnen eine entzündungshemmende oder antibiotische Salbe verschreiben, die den Heilungsprozess fördert. Auch wenn die Entzündung nicht so störend ist, sollte sie medizinisch behandelt werden, um Rückfälle zu vermeiden. Liegt eine seborrhoische Dermatits vor, wird der Arzt das Gesicht und die Kopfhaut in den meisten Fällen mitbehandeln.

Schwachsichtigkeit

Schwachsichtigkeit (Amblyopie) ist der Überbegriff für verschiedene Formen von Sehschwäche und entwickelt sich bei kleinen Kindern schneller als bei älteren Kindern, wenn ein Auge dauerhaft unterdrückt beziehungsweise nicht gebraucht wird.

Wie entsteht Schwachsichtigkeit?

Oft tritt Schwachsichtigkeit als Folge des Schielens bei Kleinkindern auf, wenn das schielende Auge nicht behandelt wird und dadurch nicht gebraucht wird. Wenn die Sehinformation des schielenden Auges über einen langen Zeitraum vom Gehirn unterdrückt wird, dann kann es zu organischen Veränderungen der Sehbahnen und der entsprechenden Zentren im Gehirn kommen. In diesem Fall kann die ursprüngliche Sehkraft nicht mehr zurückgewonnen werden. Die Kinder müssen dann später als Erwachsene Brille oder Kontaktlinsen tragen.

Schwachsichtigkeit kann jedoch auch als Folge von Linsen- oder Hornhauttrübungen oder bei bestehender Stab-, Weit- und Kurzsichtigkeit entstehen. Betroffen ist immer das schwächere der beiden Augen, wenn die ursächliche Augenerkrankung nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Wie können Sie Schwachsichtigkeit erkennen?

Beobachten Sie Ihr Kind sehr genau. Wie bewegt es sich beim Gehen, Laufen, Springen, Treppensteigen und im freien Spiel? Holt das Kind Gegenstände, mit denen es spielt, ganz nah an die Augen heran? Aus welcher Entfernung betrachtet es Bücher? Wie ist die allgemeine Entwicklung Ihres Kindes?

Schwachsichtigkeit – Behandlungsmöglichkeiten

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind schwachsichtig ist, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt darüber. Er kann Ihr Kind vorab untersuchen und wird Sie an einen erfahrenen Augenarzt überweisen, wenn sich Ihr Verdacht bestätigt.

Der Augenarzt kann die Sehfähigkeit Ihres Kindes untersuchen und die Ursachen für die Schwachsichtigkeit feststellen. Er wird entweder Ihrem Kind eine Brille verschreiben und/oder versuchen das schwächere Auge zu stärken, indem er Ihnen Augenpflaster zum Abkleben des gesunden Auges verschreibt. Er kann beurteilen, ob eine Operation notwendig ist und zu welchem Zeitpunkt sie vorgenommen werden sollte.

Denken Sie daran!

Je früher Schwachsichtigkeit und deren Ursachen erkannt werden, desto mehr Chancen bestehen, die Sehfähigkeit Ihres Kindes zu erhalten und zu fördern.

Gerstenkorn

Das Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine Entzündung der Talg- oder Schweißdrüsen im Augenlid. Häufig bekommen Kinder Gerstenkörner, aber auch Erwachsene können davon betroffen sein. Wenn diese Entzündung wiederholt auftritt, sollte der Arzt prüfen, ob als Ursache eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ausgeschlossen werden kann.

Wie entsteht ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn wird in den meisten Fällen durch Bakterien (Staphylokokken) hervorgerufen. Wenn Ihr Kind unter häufig wiederkehrenden Gerstenkörnern leidet, kann das auf mangelnde Hygiene, aber auch auf eine Schwäche des Abwehrsystems oder Diabetes hindeuten.

Wie erkennen Sie ein Gerstenkorn?

Anfangs bildet sich eine rötliche Schwellung am oberen oder unteren Augenlid. Die Entzündung kann äußerlich, im oberen oder unteren Lidkantenbereich oder an der Innenseite des Lids entstehen. Verstärkter Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit oder ein Fremdkörpergefühl können als Begleitsymptome auftreten. Nach einigen Tagen entsteht ein gelblicher Eiterherd, der aufbrechen kann. Im Gegensatz zum Hagelkorn (Chalazion), das anfangs ähnliche Symptome zeigt, aber nicht so schmerzhaft ist, entwickelt sich die Entzündung beim Gerstenkorn sehr schnell, dauert oft länger an und verursacht starke Schmerzen.

Was können Sie selbst tun?

Verhindern Sie, dass Ihr Kind sich am Auge kratzt oder daran herumdrückt, damit sich das Auge nicht infiziert. Trockene Wärme, z.B. durch Bestrahlung mit einer Infrarotlampe kann den Austritt des Eiters und somit die Heilung beschleunigen. Bleiben Sie während der Bestrahlung bei Ihrem Kind. Achten Sie darauf, dass die Augen Ihres Kindes wegen der Verbrennungsgefahr durch das Infrarotlicht geschlossen bleiben und der Abstand zur Lampe nicht weniger als 40 cm beträgt.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn es häufig zu neuen Infektionen kommt, Ihr Kind starke Schmerzen hat und das Gerstenkorn sich nicht von alleine öffnet. Der Kinderarzt kann einschätzen, wie ernst die Entzündung ist und wird Ihnen zur Unterstützung des Heilungsprozesses möglicherweise eine antibiotische Salbe verschreiben. Sollte die Entzündung trotz der Behandlung nicht abheilen, kann der Augenarzt das Gerstenkorn durch eine kleine Operation eröffnen, damit der Eiter abfließen kann.

Hagelkorn

Das Hagelkorn (Chalazion) ist eine chronische (dauerhafte) Verstopfung der Talgdrüsen (Meibom-Drüse) und kann sowohl im oberen als auch unteren Augenlid auftreten.

Wie entsteht ein Hagelkorn?

Der Ausführungsgang am Lidrand kann verstopfen und es entsteht ein Sekretstau in der Drüse. Als Folge tritt eine Schwellung im Lid (nicht am Lidrand wie beim Gerstenkorn) auf.

Der Verlauf beim Hagelkorn

Zu Beginn ähnelt der Verlauf dem eines Gerstenkorns. Das Lid schwillt an, Fremdkörpergefühl, Schmerzen sowie Juckreiz und Brennen können auftreten. Diese Anfangssymptome klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab, zurück bleibt eine leichte Schwellung des Lids, die meist schmerzlos ist. Am Augenlid entwickelt sich ein kleiner Knoten, der in den ersten Wochen noch größer werden und manchmal die Größe einer Haselnuss erreichen kann. Das Hagelkorn kann von einer Entzündung begleitet werden, häufig entwickelt es sich jedoch ohne Entzündung.

Wie wird das Hagelkorn behandelt?

Kleine Hagelkörner heilen manchmal nach einigen Tagen von selbst ab. Bestehen sie länger, bis zu mehreren Wochen, werden sie durch einen chirurgischen Eingriff unter lokaler Betäubung entfernt, weil sonst durch den Druck auf die Hornhaut die Sehfähigkeit beeinträchtigt werden kann. Das Augenlid wird bei der Operation umgeklappt und das Hagelkorn durch einen kleinen Schnitt am inneren Lid herausgeschnitten. Um den Heilungsprozess zu fördern, kann Ihnen der Augenarzt im Anschluss an den chirurgischen Eingriff eine antibiotische Salbe verschreiben.

Wie können Sie den Heilungsprozess unterstützen?

Sie können den Heilungsprozess unterstützen, indem Sie mehrmals täglich feucht-warme Umschlage auf das Auge legen. Sollte das Hagelkorn sich trotz warmer Umschläge nicht zurückbilden, konsultieren Sie Ihren Augenarzt, damit dieser das Hagelkorn behandelt.

Gerstenkorn – Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr?

Ein Gerstenkorn ist eine Entzündung am Augenlid, die sehr schmerzhaft ist. Es gibt zwei verschiedene Formen, die meist durch Bakterien ausgelöst werden. Sie sind damit grundsätzlich ansteckend. Eine Behandlung ist dennoch nicht in allen Fällen erforderlich.

Foto: nanD_Phanuwat / .com

Beim Gerstenkorn wird zwischen dem inneren und äußeren Gerstenkorn unterschieden. Beim inneren Gerstenkorn ist die Innenseite des Augenlids betroffen. Hier sind es die Liddrüsen, die sich bei einer Infektion entzünden. Nach außen kann sich das als Schwellung zeigen, die nicht unbedingt mit einem Gerstenkorn in Verbindung gebracht wird. Das ist bei einem äußeren Gerstenkorn anders. Hier sind die Drüsen am Lidrand betroffen und diese Entzündung ist deutlich sichtbar. Auslöser sind zumeist Bakterien. Eine Behandlung ist nicht zwingend erforderlich, denn in den meisten Fällen öffnet sich das Gerstenkorn von selbst. Bei unklaren Beschwerden oder Symptomatik empfiehlt es sich trotzdem, einen Augenarzt zu konsultieren. Eine Augensalbe mit bewährter Kombination aus Sonnenhut, Augentrost und Ringelblume kann mehrmals täglich in den Bindehautsack eingebracht werden und hilft, die Schwellung zu verringern und die Reifung zu beschleunigen. Betroffene sollten auf die Hygiene achten, da das Gerstenkorn ansteckend ist.

Vorsichtsmaßnahmen beim Gerstenkorn

Bei Erwachsenen besteht im Normalfall nur ein geringes Risiko, dass sie durch Unachtsamkeit auch das zweite Auge infizieren. Das ist bei Kindern anders. Wenn das Auge schmerzt, lassen sie sich kaum davon abhalten, die Stelle zu berühren. Und so erhöht sich auch das Risiko der Ansteckung. Aber nicht nur das zweite Auge kann sich anstecken. Die Infektion kann sich auch auf die Augenhöhle ausbreiten. Das Kind muss zwar nicht das Bett hüten und braucht auch nicht zu Hause zu bleiben, es empfiehlt sich bei Kindern aber, früh den Augenarzt aufzusuchen, damit das Gerstenkorn behandelt wird. Trockene Wärme durch Bestrahlung mit Rotlicht kann die „Reifung“ des Gerstenkorns fördern und den Durchbruch des Eiters somit beschleunigen.
Auf keinen Fall darf eigenmächtig an der Schwellung gedrückt oder manipuliert werden. Wenn überhaupt nötig, wird dies nur durch den Augenarzt fachgerecht durchgeführt.

Aus der Homöopathie ist in vielen Fällen Hepar sulfuris D 6 das Mittel der Wahl. Sie erhalten das homöopathische Mittel als Tabletten oder als Tropfen in der Apotheke. Bei akuten Beschwerden nimmt man am ersten Tag stündlich eine Tablette oder fünf Tropfen Hepar Sulfuris ein, bis eine Besserung verspürt wird. Bitte jedoch höchstens sechs mal.

Gerstenkorn behandeln lassen

Eltern kleiner Kinder sollten bei den ersten Symptomen bereits einen Augenarzt aufsuchen. Folgende Anzeichen deuten auf ein Gerstenkorn hin:

• Das Augenlied schwillt an
• Das Kind erklärt, dass etwas im Auge ist
• Das Kind klagt über Schmerzen
• Das Auge juckt
• Die Bindehaut ist gerötet

Sehr kleine Kinder werden sich nur ans Auge fassen und vielleicht weinen. Diese Anzeichen und die gerötete Bindehaut, wie auch die Schwellung, sind wichtige Signale. Es gibt Kinder, die besonders anfällig für ein Gerstenkorn sind. Hier muss geprüft werden, was der Grund ist. Ein schwaches Immunsystem kann ein Gerstenkorn begünstigen. Mangelnde Hygiene ist ebenfalls ein verstärkender Faktor. Die Erkrankung kann aber auch mit dem Spielumfeld des Kindes zusammenhängen. Es ist also zu klären, wo sich das Kind mit den Erregern infiziert.

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Gerstenkörner und andere Augenprobleme

Mein Baby hat eine große rote Schwellung auf dem Augenlid – was kann das sein?

Eine Schwellung auf dem Augenlid deutet darauf hin, dass Ihr Baby wahrscheinlich ein Gerstenkorn hat. Das ist eine Entzündung, die durch Bakterien, meist Staphylokokken, an der Wurzel einer Augenwimper ausgelöst wird.
Das erste Anzeichen für ein Gerstenkorn ist eine kleine rote Beule an der Kante des Augenlids. Diese Beule wird wachsen und wahrscheinlich nach einigen Tagen aufplatzen, oft wenn das Kind schläft. Diese Schwellung mag unangenehm sein, sollte aber Ihrem Baby keinen Schaden zufügen. Sie wird nach etwa einer Woche von alleine verschwinden (Ehrenhaus and Sturridge 2009, NHS 2010b).
Wenn das Gerstenkorn Ihrem Kind Unannehmlichkeiten bereitet, sollten Sie warme Kompressen auf sein Augenlid legen. Benutzen Sie dafür einen sauberen Waschlappen, der in warmem Wasser getränkt wurde, und bedecken Sie damit das Auge Ihres Kindes für etwa zehn Minuten (NHS 2010b). Wiederholen Sie dies viermal am Tag, bis das Gerstenkorn zu verschwinden beginnt (Good Hope Hospital 2007).
Sie sollten zum Kinderarzt/Kinderärztin gehen, um eine bakterielle Entzündung früh zu erkennen und zu behandeln. Ihr Kind braucht dann wahrscheinlich eine antibiotische Salbe, um die Infektion zu stoppen, sonst besteht die Gefahr einer Lidphlegmone (ausgedehnte Lidentzündung). BabyCenter-Experte und Kinderarzt Dr. Ullrich Neumann: „Ich persönlich behandle alle Gerstenkörner mit antibiotischer Creme, auch wenn es sich primär nicht um eine bakterielle Entzündung handelt – es wird aber oft eine daraus.“ Auf keinen Fall sollte ein Gerstenkorn mit einer cortisonhaltigen Salbe behandelt werden.

Mein Baby scheint eine Schwellung unter dem Augenlid zu haben – was kann das sein?

Wenn es wirkt, als hätte Ihr Baby eine kleine Beule unter seinem Augenlid, kann es ein sogenanntes Hagelkorn oder Chalazion sein. Allerdings komt diese bei Kindern selten vor, meist sind nur Erwachsene davon betroffen.
Diese Beule oder Zyste ist nicht mit Schmerzen verbunden und taucht unter dem oberen oder unteren Augenlid auf. Es handelt sich um eine granulomatöse (mit meist gutartiger Gewebebildung verbundene), zunächst nicht bakterielle Entzündung der Meibomschen Drüsen (Talgdrüsen am Rand der Augenlider). (Wessels 2010).
Ein Hagelkorn kann sich aus der Größe eines Mohn-Samens zur Größe einer Erbse oder noch größer entwickeln.
Ein Chalazion ist in der Regel eher nervig als schmerzvoll für Ihr Kind. Normalerweise geht es nach etwa einem Monat von selbst zurück (Good Hope Hospital 2007). Wenn Sie zum ersten Mal mit einem Hagelkorn zu tun haben, sollten Sie gegebenenfalls zum Kinderarzt gehen, um sicher zu gehen, was es ist.
Wenn Ihr Kind ein Chalazion hat, sollten Sie sein Auge durch warme Kompressen sauber halten, die Sie zweimal am Tag für fünf bis zehn Minuten auf sein Auge drücken.
Bei größeren Kindern hilft auch Rotlicht. Unter Umständen ist auch eine antibiotische Therapie nötig oder, wenn es lange nicht ausheilt, muss es mit einem chirurgischer Eingriff entfernt werden.

Die Lider meines Babys sehen geschwollen aus – wodurch wird das verursacht?

Es kann sich um eine Blepaharitis handeln. Blepharitis steht für eine Entzündung der oberen und unteren Augenlider. Als Ursachen kommen in Frage: eine bakterielle Entzündung, eine allergische Reaktion oder auch eine trockene, schuppende Hautentzündung der Lider.
Bei einer Blepharitis kann das Augenlid Ihres Babys rot, schuppig und gereizt aussehen (NHS 2010a). Ihr Kind kann dabei auch einige seiner Wimpern verlieren. Das Augenlid wird jucken oder brennen und Ihr Kind wahrscheinlich gereizt sein und viel weinen.
Natürlich ist es immer schwer für Eltern, wenn das Kind sich mit einer Krankheit herumschlagen muss. Blepharitis ist aber keine schlimme Erkrankung und wird dem Auge Ihres Kindes auch keinen Schaden zufügen (Kinshuck et al 2009).

Auch hier können Sie Ihrem Kind mit warmen Kompressen helfen. Sollte es nach einer Woche noch keine Verbesserung gegeben haben, sollten Sie zum Arzt gehen. Dieser wird gegebenenfalls eine antibiotische Salbe verschreiben (CKS 2010).

Quellen

Ehrenhaus MP and Sturridge KA. 2009. Hordeolum. eMedicine. emedicine.medscape.com
CKS. 2010. Clinical topic: Blepharitis. NHS Clinical Knowledge Summaries. www.cks.nhs.uk
Good Hope Hospital. 2009. Eyelid lumps. Eye Department, Good Hope Hospital NHS Trust. www.goodhope.org.uk
Kinshuck D. 2009. Blepharitis. Eye Department, Good Hope Hospital NHS Trust. www.goodhope.org.uk
NHS. 2010a. Blepharitis. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk
NHS. 2010b. Stye. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk
Wessels IF. 2010. Chalazion. eMedicine. emedicine.medscape.com

© istockphoto, H_Barth

Ein Gerstenkorn ist eine meist eitrige Drüsenentzündung am Auge. Im Gegensatz zum Hagelkorn, bei dem es sich ebenfalls um eine Infektion am Augenlid handelt, wird ein Gerstenkorn durch Bakterien verursacht. Beide Formen der Entzündung gelten als harmlos – doch sie sind lästig und können bei falscher Behandlung immer wiederkehren. Wie behandelt man sie und wie beugt man ihnen vor?

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine häufig vorkommende, akute Entzündung der Drüsen des Augenlids. Ausgelöst durch eine bakterielle Infektion entsteht eine Eiteransammlung am Auge, die zwar schmerzhaft sein kann, in der Regel jedoch ohne Komplikationen wieder abheilt.

In der Fachsprache spricht man auch von einem „Hordeolum“ (vom lateinischen Wort hordeum – Gerste).

Ursachen für ein Gerstenkorn

Die eitrige Entzündung wird in den meisten Fällen durch Staphylokokken hervorgerufen. Das sind kugelförmige Bakterien, die häufig auf der menschlichen Haut und auf den Schleimhäuten, etwa in der Nase, siedeln. Als typische Eiterbakterien verursachen sie Abszesse und infizieren Hautverletzungen und Wunden.

Wenn nun solche Bakterien in die Schweiß- und Talgdrüsen, die in den Rändern der Augenlider sitzen, eindringen, verursachen sie dort eine heftige Entzündung – ein Gerstenkorn bildet sich.

Die Bakterien können über verschiedene Wege in das Auge gelangen. Beispielsweise können ungewaschene Hände oder eine unsachgemäße Pflege der Augen Keime ins Auge übertragen, die dann eine Infektion verursachen. Daher treten Gerstenkörner auch bei Kindern häufig auf, die sich häufig mit schmutzigen Fingern ins Auge fassen.

Risikofaktoren für ein Gerstenkorn

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für die Entstehung eines Gerstenkorns erhöhen können. Zu den Risikogruppen gehören Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie mit Diabetes mellitus. Denn diese Risikogruppen neigen zu Staphylokokken-Infektionen der Haut. Daher ist es bei einem wiederholten Auftreten eines Gerstenkorns empfehlenswert, Diabetes von einem Arzt ausschließen zu lassen.

Außerdem geht ein Hordeolum auch häufig mit Akne einher. Auch das Tragen von Kontaktlinsen oder Verunreinigungen durch Rückstände von Make-up können die Entstehung eines Gerstenkorns begünstigen.

Was sind die Anzeichen für ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist meist durch eine plötzlich auftretende Entzündung gekennzeichnet. Folgende Symptome können bei einem Gerstenkorn am oberen oder unteren Augenlid auftreten:

  • eine schmerzhafte und eitrige Schwellung
  • eine Rötung der entsprechenden Stelle
  • Druckempfindlichkeit
  • ein Spannungsgefühl
  • Juckreiz
  • mitunter eine Schwellung oder Rötung der Bindehaut

Gewöhnlich sind bei einem Gerstenkorn die Symptome auf das betroffene Auge beschränkt. In schweren und seltenen Fällen kann sich jedoch auch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber oder einer Lymphknotenschwellungen einstellen.

Inneres und äußeres Gerstenkorn

Abhängig davon, welche Drüsen am Auge entzündet sind, unterscheidet man zwischen zwei Formen des Gerstenkorns:

  • Beim Hordeolum internum (inneres Gerstenkorn) sind die Talgdrüsen an der Innenseite des Augenlids betroffen – die sogenannten Meibom-Drüsen. Hierbei kann auch die Bindehaut eine Entzündung aufweisen oder der Lidrand kann sich verwölben. Das innere Gerstenkorn tritt zwar häufiger auf als das äußere, ist jedoch weniger gut zu erkennen.
  • Beim Hordeolum externum (äußeres Gerstenkorn) sind die außenliegenden Zeis-Drüsen (Talgdrüsen) oder Moll-Drüsen (Schweißdrüsen) in Mitleidenschaft gezogen. Da sich das Gerstenkorn in diesem Fall außen befindet, ist diese Form besser zu erkennen.

Verlauf und Dauer eines Gerstenkorns

Der Verlauf eines Gerstenkorns entwickelt sich in der Regel harmlos und ohne Komplikationen. Wie lange die Entzündung andauert, kann unterschiedlich sein. Nach einer Dauer von wenigen Tagen bis zu einer Woche platzt das Gerstenkorn von selbst auf, der Eiter fließt ab und die Entzündung heilt.

4 Fakten über Gerstenkörner – © istockphoto, corbac40

Gerstenkorn – wann Sie zum Arzt gehen sollten

Gerstenkörner sind eigentlich harmlos. In der Mehrzahl der Fälle platzt ein Hordeolum von selbst und heilt anschließend ab.

Manchmal kann es allerdings Komplikationen geben: Beispielsweise kann sich die Entzündung auf das gesamte Auge ausbreiten (Orbitalphlegmone) oder ein Lidabszess entstehen. Das kann vor allem dann passieren, wenn Betroffene am Gerstenkorn herumdrücken.

In der Folge können die Staphylokokken im schlimmsten Fall sogar in die Blutbahn gelangen und zum Beispiel eine Hirnhautentzündung auslösen. Deshalb sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Entzündung sich über die normale Erscheinungsform eines Gerstenkorns hinaus ausweitet, stark schmerzt oder wenn das Hordeolum nicht innerhalb von wenigen Tagen von selbst aufplatzt.

Gerstenkorn bei Kindern

Auch bei Kindern ist ein Gerstenkorn meist harmlos und heilt nach ein paar Tagen von selbst. Bei Kindern besteht jedoch die Gefahr, dass sie sich das entzündete Auge ständig reiben oder es anfassen. Dadurch können sich die Bakterien verbreiten und die Entzündung könnte zum Beispiel auch auf das andere Auge übertragen werden.

Hinzu kommt, dass die Entzündung recht schmerzhaft und unangenehm ist. Daher empfiehlt sich bei Kindern ein Besuch beim Arzt. Dieser kann Augentropfen oder eine Salbe verschreiben, die die Symptome lindern und die Heilung unterstützen.

Bei Komplikationen, wie beispielsweise Fieber oder einer Ausbreitung der Entzündung, ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen. Das gilt natürlich auch für Erwachsene.

Gerstenkorn: Behandlung

In der Regel heilt ein Gerstenkorn von alleine ab. Man kann den Heilungsprozess jedoch durch verschiedene Methoden unterstützen:

  • Da Gerstenkörner durch Bakterien hervorgerufen werden, können antibiotikahaltige Augentropfen oder Salben helfen (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Gentamicin). Diese sind zwar rezeptpflichtig, beschleunigen aber die Heilung, indem sie der Abschwellung dienen und das Auge desinfizieren.
  • Auch rezeptfreie antiseptische Augensalben, beispielsweise mit dem Wirkstoff Bibrocathol, wirken gegen die Entzündung.
  • Als wirkungsvoll hat sich auch trockene Wärme – zum Beispiel durch die Bestrahlung mit einer Rotlichtlampe – erwiesen. Empfohlen wird, dies dreimal täglich 10 Minuten lang anzuwenden.

Kontraproduktiv sind hingegen Hausmittel wie feuchte, warme Umschläge – auch wenn diese häufig empfohlen werden. Doch die Bakterien werden dann eher verschleppt und es kann zu weiteren Infektionen kommen. Möchten Sie ein Gerstenkorn mithilfe von Homöopathie behandeln, sollten Sie vorher Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.

Bricht das Gerstenkorn nicht von alleine auf oder treten starke Schwellungen oder Schmerzen auf, muss ein Augenarzt das Gerstenkorn behandeln, indem er es durch einen Einstich öffnet und somit entfernt.

Finger weg von den Augen!

Auch wenn ein Hordeolum an sich harmlos ist: Niemals sollten Sie selbst versuchen, ein Gerstenkorn durch Ausdrücken oder Aufstechen zu öffnen. Es kann zu folgenschweren Infektionen kommen.

Da die Bakterien zudem ansteckend sind, sollte man die Entzündungsstelle nicht anfassen und sich regelmäßig die Hände waschen oder desinfizieren. Sonst kann es leicht passieren, dass die Infektion auf das andere Auge übergeht oder andere Menschen – beispielsweise durch die Übertragung der Bakterien über eine Türklinke – angesteckt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Gerstenkorn und Hagelkorn?

Oft wird ein Gerstenkorn im Sprachgebrauch mit dem sogenannten Hagelkorn gleichgesetzt – es handelt sich jedoch um unterschiedliche Formen der Lidentzündung. Ein Hagelkorn, in der Fachsprache „Chalazion“ genannt, ist wie das Gerstenkorn durch eine knotenartige Schwellung des Augenlids gekennzeichnet. Es entsteht meist langsam und kann mit der Zeit erbsengroß werden.

Allerdings wird das Hagelkorn im Gegensatz zum Gerstenkorn nicht von Bakterien ausgelöst, sondern es handelt sich um eine chronische Erkrankung des Augenlids, die meist keine Schmerzen mit sich bringt. Ein Hagelkorn entsteht durch eine Verstopfung der Meibom-Drüsen. In seltenen Fällen kann es Folge eines Gerstenkorns sein.

Was tun bei einem Hagelkorn?

Kleinere Hagelkörner können sich gelegentlich spontan nach einigen Wochen oder Monaten von selbst zurückbilden. Manchmal platzt ein Hagelkorn auf, sodass sich das Sekret entleeren kann.

Auch bei Hagelkörnern kann eine Therapie mit Rotlicht die Abheilung fördern. Der Augenarzt wird entweder eine Salbe verschreiben, die die Rückbildung anregt, oder er wird das Hagelkorn operativ entfernen. Dazu wird unter örtlicher Betäubung das Hagelkorn geöffnet und das Sekret sowie das entzündliche Gewebe entfernt.

Man sollte ein Hagelkorn, sofern es nicht bald von selbst verschwindet, in jedem Fall von einem Augenarzt untersuchen lassen, um eine Tumorerkrankung der Drüsen auszuschließen.

Vorsorge: Vorbeugende Augenpflege

Augenärzte empfehlen bei einer vermehrten Neigung zu Gerstenkörnern und Hagelkörnern eine sorgfältige Augenhygiene, indem man vor allem nach einer Entzündung und nach überstandener Operation eines Hagelkorn den Lidrand ganz vorsichtig reinigt, am besten mit einem sehr milden Babyshampoo. Anschließend sollte man das Augenlid trockentupfen, danach eine Zeit lang mit antibiotischer Salbe einreiben. Bei wiederkehrenden Beschwerden empfiehlt es sich, bei der Wahl von Shampoo und Kosmetikprodukten Vorsicht walten zu lassen.

Augentrost, ein pflanzliches Medikament meist in Tropfenform, soll vorbeugend nicht nur bei Bindehautentzündung, sondern auch bei chronischen Lidrandentzündungen und Gerstenkörnern helfen. Es hilft außerdem bei Überanstrengung der Augen und bei trockenen Augen.

Da ein geschwächtes Immunsystem die Entstehung von Gerstenkörnern begünstigen kann, ist zudem eine gesunde Lebensweise wichtig. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung.

Aktualisiert: 24.01.2020 – Autor: Sigrid Born; überarbeitet: Nadja Weber

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