Geld während elternzeit

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Zeit und Geld: Gleich nach der Geburt kümmern!

„Einer der größten Irrtümer unter Arbeitnehmerinnen, die gerade ein Kind geboren haben, ist die Annahme, sie könnten jetzt einfach daheim bleiben“, warnt AK-Frauenreferentin Bernadette Pöcheim. „Richtig ist: Sie haben einen Anspruch auf Karenz – ob der Arbeitgeber einverstanden ist oder nicht. Aber sie müssen diese Karenz, also den Zeitraum, in dem sie erlaubter weise der Arbeit fernbleiben dürfen, schriftlich melden.“ Am besten mit dem Musterformular der AK. Dabei müssen sich Eltern auf einen Zeitraum festlegen, der spätestens am Tag vor dem zweiten Geburtstag endet. Innerhalb dieser zwei Jahre kann die Dauer der Karenz flexibel gewählt werden, sofern jeder Block von Vater oder Mutter mindestens zwei Monate beträgt. Ein zweimaliger Wechsel zwischen den Elternteilen ist möglich. Dabei zu beachten ist, dass eine Karenz zwar einmal verlängert werden kann, nicht aber verkürzt. Die Meldung der Karenz an den Arbeitgeber muss innerhalb der achtwöchigen (bei Früh-, Mehrlings- und Kaiserschnittgeburten zwölfwöchigen) Schutzfrist erfolgen.

Gleich zurück in den Job

Mütter, die gleich nach dem Mutterschutz wieder in den Job einsteigen möchten, können dafür eine Elternteilzeit-Variante wählen. Dabei müssen sie sich allerdings mit dem Arbeitgeber auf Ausmaß und Lage der Arbeitszeit einigen. Die Meldung – ebenfalls am besten mit AK-Musterformular – hat während der Schutzfrist nach der Geburt zu erfolgen. Arbeitet eine Mutter während sie ihr Baby noch stillt, muss sie dem Arbeitgeber eine Bestätigung von Arzt oder Hebamme vorlegen. Dann steht ihr und dem Baby pro Arbeitstag ein einmaliger Zeitrahmen von 45 Minuten zur Verfügung (die sie nicht nacharbeiten muss!), sofern sie an diesem Tag mehr als 4,5 Stunden arbeitet. Bei acht Stunden kann sie zweimal 45 Minuten stillen. Für stillende Arbeitnehmerinnen gelten ähnliche Schutzbestimmungen wie für Schwangere.

Geld nur auf Antrag

Das Kinderbetreuungsgeld bekommt man nur auf Antrag, und zwar bei jenem Krankenversicherungsträger, der das Wochengeld ausbezahlt hat. Den Zeitpunkt des Antrags können Eltern selbst wählen, es wird allerdings nur maximal sechs Monate rückwirkend ausbezahlt, also sollte man nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Welches Kinderbetreuungsgeld – das einkommensabhängige oder das Konto – und welche Bezugsdauer am besten zur Familie passen, erfährt man entweder in der Beratung im Frauenreferat der Arbeiterkammer oder man probiert vor Antragstellung verschiedene Varianten am Internet-Rechner durch. Eltern, die sehr wenig verdienen, können gleichzeitig mit dem Kinderbetreuungsgeld eine Beihilfe beantragen.
Angenehm an diesen wichtigen „Amtswegen“ ist, dass sie nicht mehr mit echten Wegstrecken verbunden sind: Die Karenzmeldung erfolgt am besten mittels eingeschriebenem Brief. Und das Kinderbetreuungsgeld lässt sich bereits online beantragen. Oder man wählt auch hier die Variante des eingeschriebenen Briefs.

Finanzielle und soziale Hilfen

Elternzeit, Elterngeld und Elterngeldplus

Eltern müssen zwischen Basiselterngeld, Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonusmonaten unterscheiden.

Wer hat prinzipiell Anspruch auf Elterngeld?

Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die ihre Kinder in Deutschland im eigenen Haushalt selbst betreuen und weniger als 30 Stunden in der Woche arbeiten.

Das gilt für Angestellte, Beamte, Selbständige, Erwerbslose sowie Studenten und Auszubildende.

Bei schwerer Krankheit, schwerer Behinderung oder Tod der Eltern können Verwandte (bis dritten Grades) und deren Ehepartner/in Anspruch auf Elterngeld geltend machen, wenn sie das Kind betreuen.

Berechnung des Elterngeldes

Zur Berechnung des Elterngelde wird das Durchschnittsbruttoeinkommen des betreuenden Elternteils der letzten 12 Monate ohne Einmalzahlungen zugrunde gelegt. Davon wird ein pauschalierter Betrag für Steuern und Sozialabgaben abgezogen. Dieser hängt von u.a. von Lohnsteuerklasse, Kirchensteuerpflicht, Kinderfreibeträge, Sozialversicherungspflicht etc. ab.

In der Regel ersetzt das Elterngeld 65 bis 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens.

Höhe des Basis-Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Einkommen des Elternteils, der die Kinderbetreuung übernimmt.

Sie beträgt mindestens 300 € und maximal 1.800 €.

Elterngeld und Einkünfte/andere Leistungen

Wer Elterngeld erhält, kann bis zu 30 Wochenstunden arbeiten. Das Teilzeiteinkommen wird jedoch angerechnet. Das bedeutet, dass bei der Berechnung des Elterngeldes nur 67% des entfallenden Teilkommens bezahlt werden.
Bei Selbständigen wird der wegen der Betreuung des Kindes wegfallende Gewinn nach Abzug der darauf entfallenden Steuern zu 67% ersetzt.

Das Elterngeld wird beim Arbeitslosengeld II, bei der Sozialhilfe und beim Kindergeldzuschlag voll angerechnet. Für diejenigen, die vor der Geburt des Kindes jedoch erwerbstätig waren, erhalten einen Elterngeldfreibetrag in Höhe des Einkommens, höchstens jedoch 300 €. Dieser Elterngeldfreibetrag wird bei den genannten Leistungen nicht angerechnet.

Geschwisterbonus und Mehrlingsgeburten

Gibt es neben dem Neugeborenen ein Geschwisterkind unter drei Jahren oder mindestens zwei Geschwister unter sechs Jahren, wird neben dem Elterngeld ein Geschwisterbonus gezahlt in Höhe von zehn Prozent vom Elterngeld, mindestens € 75 pro Monat gezahlt
Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um je 300 € für das zweite und jedes weitere Kind.

Wie lange wird das Basis-Elterngeld gezahlt?

Grundsätzlich wird das Basis-Elterngeld für die Dauer von maximal 14 Monaten gezahlt.

Väter und Mütter können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Jedoch kann eine Person maximal 12 Monate und minmal in Anspruch nehmen. Das heisst, die vollen 14 Monate gibt es nur für Paare, wo beide Elternzeit nehmen und den Eltern mindestens zwei Monate Erwerbseinkommen wegfällt.

Elterngeld Plus

Statt einem Monat Basis-Elterngeld können zwei Monate Elterngeld Plus beantragt werden. Damit verlängert sich die Bezugzeit auf bis zu 28 Monaten, der Gesamtbetrag bleibt jedoch gleich (also monatlich erhalten die Eltern das halbe Basis-Elterngeld)

Außerdem werden beim Elterngeld Plus neue Partnerschaftsbonusmonate eingeführt. Voraussetzung dafür: Vater und Mutter arbeiten gleichzeitig mindestens vier Monate lang zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche. Dafür muss von beiden Arbeitgebern eine Bescheinigung vorliegen.

Alleinerziehende

Alleinerziehende, die das alleinige Sorgerecht haben, erhalten das Elterngeld 14 Monate lang.

Sie können ebenso im Rahmen von Elterngeld-Plus vier zusätzliche Bonusmonate beantragen, vorausgesetzt sie arbeiten an vier aufeinander folgenden Monaten pro Woche zwischen 25 und 30 Stunden.

Antragstellung

Elterngeld muss schriftlich bei den für das Elterngeld zuständigen Stellen (meistens Versorgungsamt) beantragt werden und wird max. 3 Monate rückwirkend gezahlt. Der Antrag muss festlegen, für wie viele Monate Elterngeld beansprucht wird und ist von der anderen berechtigten Person zu unterschreiben.

Elternzeit

Bis zu 24 Monate der dreijährigen Elternzeit können übrigens jetzt zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genommen werden – ohne, dass der Arbeitgeber zustimmen müsste.

Elterngeld

© fotolia, grafikplusfoto

Mit dem Elterngeld soll dem neuen Erdenbürger ein guter Start ins Leben ermöglicht werden und der Elternteil, der sich voll und ganz ums Baby kümmert, bekommt einen finanziellen Ausgleich.

Wie viel Elterngeld bekommen wir?

Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Einkommen in den 12 Monaten vor der Geburt. Ab dem Tag der Geburt stehen dem Elternteil, der zu Hause bleibt, 65 bis 67 Prozent seines Bruttogehalts als Elterngeld zu. Eltern mit geringem Einkommen können sogar bis zu 100 Prozent erhalten – mindestens gibt es 300 Euro, maximal jedoch 1.800 Euro. Vom Bruttoeinkommen werden pauschal insgesamt 21 Prozent für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Höhere Freibeträge aufgrund von Fahrtkosten, Werbungskosten, Kinderbetreuung etc. haben keinen Einfluss auf die Beträge.

Um das durchschnittliche Einkommen im Jahr vor der Geburt zu erhöhen, kann es deshalb sinnvoll sein, sich in dieser Zeit einen zusätzlichen Nebenjob zu suchen. Denn der Lohn aus Neben- und Hauptjob werden addiert – daran bemisst sich die Höhe des Elterngeldes.

Wenn das Durchschnittseinkommen im Jahr vor der Geburt bei mehr als 1.240 Euro im Monat lag, so erhält der Elternteil 65 Prozent vom letzten Nettogehalt. Spitzenverdiener mit einem Jahresgehalt von mindestens 250.000 Euro erhalten kein Elterngeld.

Das Elterngeld wird maximal 14 Monate gezahlt, Vater und Mutter können diese Zeit frei aufteilen. Ein Elternteil kann dabei mindestens zwei und höchstens zwölf Monate in Anspruch nehmen. Alleinerziehende bekommen die vollen vierzehn Monate Elterngeld. Die Partnermonate können auch von geschiedenen oder getrennt lebenden Paaren in Anspruch genommen werden, wenn der nicht bei den Kindern lebende Partner die Betreuung für zwei Monate übernimmt.

Achtung: Bei anderen Zahlungen entfällt möglicherweise das Elterngeld

Grundsätzlich werden Nebenjobs auf das Elterngeld angerechnet – einen Freibetrag gibt es nicht, schon der erste Euro lässt das Elterngeld schrumpfen. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 30 Wochenstunden ist der Anspruch aufs Elterngeld verwirkt. Deshalb nehmen viele Eltern während sie Elterngeld beziehen Elternzeit oder reduzieren zumindest ihre Arbeitszeit.

Das Mutterschaftsgeld, das in den ersten zwei Monaten nach der Geburt für Frauen, die gesetzlich krankenversichert sind (mit Krankengeldanspruch) oder die wegen den Mutterschutzfristen kein Arbeitsentgelt bekommen (also ihren Job wegen der Mutterschutzfrist unterbrechen müssen), wird auf das Elterngeld angerechnet.

Auch wer sich in der Elternzeit angesparte Überstunden auszahlen lässt, verwirkt damit seinen Anspruch auf Elterngeld. Dieses gilt als Lohnersatzleistung und es entfällt, wenn Eltern entlohnt werden. Dies entschieden die Richter am Bundessozialgericht Kassel (AZ. B10EG3/14R).

Gleiches gilt, wenn Eltern in der Zeit Urlaubstage nehmen. Dies zählt genauso als bezahlter Urlaub und damit ist nicht einmal der Mindestsatz fällig. Stattdessen muss man einkommenslose Elternzeit beim Arbeitsgeber beantragen – damit die staatliche Lohnersatzleistung fließt. In einer anderen Situation bekommen Eltern ebenfalls kein Elterngeld, nämlich wenn ein Elternteil ein Auslands-Stipendium bekommt und der andere Elternteil ihn bzw. sie begleitet.

Erhalten Geringverdiener Elterngeld?

Auch nicht berufstätige Eltern erhalten ein Mindestelterngeld von 300 Euro. Doch bei Beziehern von ALG II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag wird das Elterngeld seit Januar 2011 als Einkommen vollständig angerechnet. Nur wenn der Elternteil im Jahr zuvor ein Einkommen hatte, gibt es einen Elterngeldfreibetrag. Dieser Elterngeldfreibetrag orientiert sich am Einkommen im Jahr zuvor, beträgt aber maximal 300 Euro und bleibt anrechnungsfrei.

Wichtig: Wird das Elterngeld im Monat nur hälftig in Anspruch genommen, kann es so auf die doppelte Zeit – also 2 Jahre – gestreckt werden. (Weitere Infos dazu hier: Elterngeld Plus.)

Zur Ermittlung des Ihnen zustehenden Elterngeldes finden Sie beim Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend den Elterngeldrechner.

Bonus für Geschwister

Bei der Einkommensermittlung werden Monate, in denen für ein älteres Kind Elterngeld bezogen und deshalb nicht oder weniger verdient worden ist, nicht mitgezählt. Ein Absinken des Elterngelds für das jüngere Kind wird so vermieden. Das danach zustehende Elterngeld wird um 10 Prozent, mindestens aber 75 Euro monatlich, erhöht.

Auch weiterhin wird ein Bonus maximal bis zum 36. Monat seit der Geburt des 1. Kindes gezahlt. Eine weiche Übergangsregelung gilt für das 2. Kind: Auch wenn das 2. Kind nach dem 24. Monat seit der Geburt des 1. Kindes zur Welt kommt, profitieren die Eltern. Bis zum 36. Monat nach Geburt des 1. Kindes erhalten sie dann den Geschwisterbonus. Ist das 1. Kind also 30 Monate alt , wenn das 2. Kind geboren wird, gibt es neben dem Elterngeld noch 6 Monate den Geschwisterbonus.

Das Elterngeld erhöhen – durch einen geschickten Wechsel der Steuerklasse

Ausschlaggebend für die Höhe des Elterngeldes ist bei Ehepaaren, bei denen beide Partner berufstätig sind, die Wahl der richtigen Steuerklasse vor der Geburt. Verheiratete Paare können ihre Steuerklasse frei wählen und sollten, um das Nettogehalt des Elterngeld beziehenden Partners zu erhöhen, einen Wechsel der Steuerklassen in Betracht ziehen. Meist verdient der Ehemann mehr als die Ehefrau, weshalb er in der Steuerklasse III und sie in der Klasse V ist oder beide gehören der Klasse IV an. Jedoch bleibt in den überwiegenden Fällen die Frau nach der Geburt daheim, sie bezieht das Elterngeld. Deshalb zahlt es sich aus, wenn die Ehefrau vor der Geburt ein möglichst hohes Einkommen hatte, etwa durch die Steuerklasse III. Zwar hat das Paar dann in dieser Zeit vor der Geburt insgesamt weniger Netto-Gehalt zur Verfügung, dies wird mit der Steuererklärung aber wieder erstattet. Das niedrigere Elterngeld, wenn der Wechsel der Steuerklasse ausbleibt und die Ehefrau in der Klasse V oder IV verbleibt, kann im Nachhinein nicht mehr kompensiert werden.

Den Wechsel der Steuerklassen muss das Ehepaar beim zuständigen Finanzamt beantragen. Dies muss aber rechtzeitig geschehen! Es wird die Steuerklasse zugrunde gelegt, die in den 12 Monaten vor der Geburt am längsten galt. Der Antrag sollte also spätestens sieben Monate vor dem Monat gestellt werden, wenn der Mutterschutz beginnt – nur dann bringt der Wechsel einen Nutzen. Denn der Steuerklassenwechsel wird nach Antragstellung erst im nächsten Monat wirksam und die werdende Mama muss mindestens sechs Monate vor der Geburt mit vollem Gehalt dieser Steuerklasse angehören. Die Zeitspanne reicht aus, damit die Elterngeldstelle die Frau für den gesamten Bemessungsspielraum in dieser Steuerklasse einordnet.

Insgesamt ist es aber immer besser, den Antrag auf Steuerklassenwechsel möglichst bald nach Bekanntwerden der Schwangerschaft zu stellen. Denn kommt das Kleine womöglich früher als am voraussichtlichen Entbindungstermin auf die Welt, gilt dieser Termin natürlich auch für die Berechnung des Elterngeldes.

Alternative: der Verzicht auf das Ausklammern der Mutterschutzmonate

Ist ein rechtzeitiger Wechsel der Steuerklassen nicht realisierbar, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Gegebenenfalls hilft es bei der Beantragung des Geldes schriftlich zu erklären, dass man auf die Ausklammerung der Mutterschutzmonate verzichtet. Der Mutterschutz wird im Regelfall, da die Frau ja in diesem Monat nicht ihr volles Gehalt erhält, automatisch ausgeklammert. Verzichtet man auf diese Regelung, fließt der Monat noch ein, die relevante Zeit in der Steuerklasse erhöht sich um einen Monat und so wird, wenn das Minimum von sechs Monaten erreicht ist, dieses Einkommen für die gesamten 12 Monate angerechnet. Übrigens wird dieser Trick sogar in der Elterngeldbroschüre des Bundesfamilienministeriums so vorgeschlagen und ist damit absolut legitim. Normalerweise akzeptieren die Elterngeldstellen das Prozedere ohne Weiteres, wer unsicher ist, sollte die Papiere und die Erklärung mit dem Verzicht am besten persönlich beim Sachbearbeiter abgeben.

Zwar senkt das „kleine Gehalt“ im Mutterschutz in der Folge natürlich das Elterngeld, aber meist ist der Verlust geringer als würden die Beträge anhand der höheren Steuerklasse berechnet werden.

Eine andere Möglichkeit ist, eventuell auch auf einen Teil des Mutterschutzes zu verzichten. Beispielsweise kann sich das empfehlen, wenn er regulär in der letzten Woche eines Monats beginnen würde. Verzichtet man auf diese Woche, bekommt man das volle Gehalt, der Monat fließt mitsamt der Steuerklasse noch in die Berechnung des Elterngelds ein und dieses erhöht sich. Für den Verzicht muss die werdende Mutter schriftlich eine Erklärung beim Arbeitgeber abgeben und genau angeben, auf wie viele Tage vom Mutterschutz sie freiwillig ihren Anspruch abtritt.

Übrigens, da Beamtinnen und Soldatinnen kein Mutterschutzgeld bekommen, sondern volle Bezüge erhalten bis zur Entbindung, reicht es bei ihnen aus, wenn sie den Wechsel der Steuerklasse sieben Monate vor der Geburt vollziehen. Auch für Ehemänner, falls der Fall genau umgekehrt liegen sollte und der Ehemann die überwiegende Zeit das Elterngeld beziehen wird, reicht es aus, wenn der Steuerklassenwechsel sieben Monate vor der Geburt vorgenommen wird, da sie keinen Mutterschutz sowie gekürztes Gehalt erhalten.

Das Elterngeld wird nicht automatisch geazhlt, sondern muss extra beantragt werden. Was Sie beim Stellen des Antrags auf Elterngeld beachten sollten, erfahren Sie hier: der Elterngeldantrag.

von Sandra Kunze, Journalistin

Zuletzt überarbeitet: April 2019

Beschäftigungsverbot einer Schwangeren: So berechnen Sie das Entgelt

Muss eine schwangere Mitarbeiterin mit ihrer Arbeit vollständig oder teilweise aussetzen, hat sie nach § 11 Mutterschutzgesetz (MuSchG) einen Anspruch auf ihr bisheriges Entgelt.

Das bedeutet für Sie:

  • Ihr Unternehmen muss der Mitarbeiterin bei wöchentlicher Abrechnung den Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen weiterzahlen.
  • Bei monatlicher Abrechnung gehen Sie von den vergangenen 3 Monaten aus.
  • War die Dauer des Arbeitsverhältnis kürzer, legen Sie diesen kürzeren Zeitraum zu Grunde.

Entgelt / Schwangerschaft – Bei der Berechnung gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Zunächst benötigen Sie den genauen Beginn der Schwangerschaft. Diesen entnehmen Sie dem Zeugnis des Arztes oder der Hebamme. Ist kein Datum angegeben, rechnen Sie vom voraussichtlichen Geburtsdatum (das immer angegeben ist) 280 Tage zurück.
  2. Anschließend ermitteln Sie den Referenzzeitraum für das Entgelt, also entweder die 3 Monate oder die 13 Wochen. Der Zeitraum endet am letzten Tag des Monats, der dem Eintritt der Schwangerschaft vorausgeht, um 24 Uhr. Von diesem Zeitpunkt aus rechnen Sie 3 Monate oder 13 Wochen zurück.
  3. Beispiel: Erster Tag der Schwangerschaft ist der 14.4.2018. Ende des Referenzzeitraums ist damit der 31.3.2018, 24 Uhr. Beginn des Referenzzeitraums ist der 1.1.2018, 0 Uhr (3 Monate) oder der 31.12.2017, 0 Uhr (13 Wochen).
  4. Nun rechnen Sie das gesamte Bruttoentgelt, das die Mitarbeiterin im Referenzzeitraum verdient hat, zusammen. Dazu gehören alle Leistungen, die sich auf die Arbeit im Referenzzeitraum beziehen. Berücksichtigen Sie diese auch dann, wenn sie erst später gezahlt werden.

Bruttoarbeitslohn beispielsweise auch

  • vermögenswirksame Leistungen,
  • Anwesenheitsprämien,
  • Zulagen,
  • Verdiensterhöhungen (auch Verdienstkürzungen), die während des oder nach dem Referenzzeitraum eintreten.

Nicht berücksichtigen dürfen Sie

  • Leistungen, die zwar im Referenzzeitraum, aber nicht für Arbeit während dieser Zeit gezahlt werden (z. B. eine Gratifikation für die Gesamtleistung des ganzen Jahres),
  • Leistungen anlässlich der tatsächlichen Arbeit (z. B. Essenzuschüsse).

Schließlich teilen Sie das errechnete Gesamtentgelt durch die Zeiteinheiten (13 Wochen oder 3 Monate) und erhalten das Entgelt, das Sie Ihrer Mitarbeiterin im Rahmen der Entgeltfortzahlung weiterzahlen müssen.

Das Gehalt im Mutterschutz

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Berechnnung von Beginn und Ende des Mutterschutzes nach Eingabe des geplanten Geburtstermins. Gegebenenfalls können zudem der Tag der tatsächlichen Entbindung sowie eine Mehrlings- oder Frügeburt angegeben werden. Aktualisiert am 01.11.19 von Stefan Banse

Während der Mutterschutzfrist ist die werdende Mama von der Arbeit freigestellt, wenn sie sich in einem Angestelltenverhältnis befindet. Sie soll sich in Ruhe auf die Geburt vorbereiten und Kraft sammeln. Der Schutz der Schwangeren ist bereits im deutschen Grundgesetz verankert. Die Familie, Kinder und werdende Mütter liegen unserer Gesellschaft sehr am Herzen. Daher gelten in dieser besonderen Zeit auch spezielle gesetzliche Regelungen – festgelegt im Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mutter (Mutterschutzgesetz – MuSchG).

Beschäftigungsverbot vor der Geburt

Schwangere dürfen in den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin nicht mehr arbeiten (Paragraph 3 MuSchG), es sein denn, sie wünschen es ausdrücklich. Nach der Entbindung besteht jedoch 8 Wochen lang ein ausdrückliches Beschäftigungsverbot (Paragraph 3 MuSchG).

Werden Mehrlinge geboren oder kommt das Baby zu früh auf die Welt, so verlängert sich diese Mutterschutzfrist auf 12 Wochen.

Anspruch auf Mutterschaftsgeld

Während dieser Zeit haben die Frauen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Dafür müssen sie einen Antrag bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse stellen. Berechnet wird es auf der Grundlage des durchschnittlichen Nettolohns der letzten drei Monate. Allerdings wird diese Lohnersatzleistung auf 13 Euro je Kalendertag begrenzt. Monatlich bekommen die Frauen also höchstens 390 Euro.

Differenz zahlt der Arbeitgeber

Mit dem Mutterschaftsgeld erhält die künftige Mama in der Regel jeden Monat also deutlich weniger Geld als bisher. Daher wird ihr Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz zwischen dem Mutterschaftsgeld und ihrer üblichen Vergütung auszugleichen. Basis der Berechnung ist der Durchschnitt des vertraglich vereinbarten Arbeitsentgelts der letzten drei Monate, gekürzt um die gesetzlich festgelegten Abzüge.

Zum Arbeitsengelt gehören dabei

  • das laufende Monatsgehalt oder die Vergütung für die Arbeitsstunden
  • Zuschläge für Schicht- und Nachtarbeit
  • Leistungs- und Erschwerniszulagen
  • Abgeltung von Überstunden oder Urlaubstagen

Nicht einberechnet werden allerdings einmalige Zahlungen wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld. Auch einmaliger Lohnausfall, etwa Kurzarbeit, bleibt außen vor. Eine Erhöhung der Vergütung wird wiederum mit berücksichtigt, wenn sie nicht nur vorübergehend, sondern künftig regelmäßig gezahlt wird. So gibt es in einigen Tarifverträgen, wie etwa im Öffentlichen Dienst, mehr Gehalt bei Erreichen einer bestimmten Betriebszugehörigkeit. Fällt dieser Zeitpunkt in die Mutterschutzfrist, so muss die höhere Vergütung auch berücksichtigt werden.

Sachbezüge erhalten Sie weiterhin

Alle bisher gewährten Sachbezüge wie die PKW-Stellung mit der 1%-Regelung, Kita-Zuschüsse oder Personalrabatte sind auch im Mutterschutz weiter zu gewähren. Sie dürfen allerdings nicht in Geld umgerechnet werden.

Beitragsfrei in Kranken- und Rentenversicherung

Berücksichtigt wird der Nettolohn – die Lohnsteuer und die Beiträge für die Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung werden abgezogen. Das Mutterschaftsgeld selbst bleibt für die Frauen sowohl in der Kranken- als auch in der Rentenversicherung beitragsfrei.

Arbeitgeber erhält Geld von Krankenkasse zurück

Arbeitgeber erhalten von den Krankenkassen ihre Ausgaben während der Mutterschutzfrist aber wieder zurück. So sollen auch kleine und mittlere Betrieb mit einem hohen Anteil an jungen Frauen unter den Beschäftigten nicht schlechter gestellt werden. Jedes Unternehmen ist verpflichtet, je nach Beitragshöhe ihrer Angestellten monatliche Umlagen an die gesetzlichen Krankenkassen abzuführen, übrigens auch für männliche Arbeitnehmer. Aus den eingesammelten Beträgen für die Umlage U2 werden dann die Zuschüsse für das Mutterschutzgeld erstattet.

Berechnen Sie den Beginn Ihres Mutterschutzes mit unserem Mutterschutzrechner.

Symbol PlayMutterschutz – Rechner, Beispiel, FAQ Symbol Rechner

Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt „Mutterschutz“ verwendet:

  • Gesetz zum Schutz von Müttern bei der Arbeit, in der Ausbildung und im Studium – MuSchG (Juris und Bundesministerium der Justiz)
  • Mutterschutz in Deutschland (Wikipedia)
  • Mutterschutzgesetz (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Letzte Aktualisierung am 01.11.2019

Die Seiten der Themenwelt „Mutterschutz“ wurden zuletzt am 01.11.2019 redaktionell überprüft durch Stefan Banse. Sie entsprechen alle dem aktuellen Stand.

Vorherige Änderungen am 01.10.2018

  • 01.10.2018: Integration von Bildern bei den Hilfe-Texten
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt

Arbeiten trotz Elterngeld?

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Arbeiten trotz Elterngeld – die wichtigsten Regelungen

  • Grundsätzlich ist es kein Problem, neben dem Bezug von Elterngeld zu arbeiten. Allerdings nur, sofern Du Deine Arbeitszeiten nach der Geburt reduziert hast und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitest. Der Grund dafür: Das Elterngeld soll Eltern finanziell entlasten, wenn sie nach der Geburt des Kindes weniger Zeit für den Job und mehr Zeit für die Versorgung ihres Babys benötigen. Daher ersetzt das Elterngeld einen Teil des früheren Nettoeinkommens. Wer nach der Geburt seines Kindes weiterhin Vollzeit arbeitet, hat finanziell keine Einbußen und damit auch keinen Anspruch auf Elterngeld als finanziellen Ausgleich.
  • Einkommen, das Dir neben dem Elterngeld zur Verfügung steht, wird bei den zuständigen Behörden mit dem Elterngeld verrechnet. Denn was Du zusätzlich zum Elterngeld verdienst, muss schließlich nicht durch dieses ausgeglichen werden.

Im Folgenden verraten wir Dir, worauf Du bei den beiden Bedingungen genau achten musst und welche Auswirkungen sie unter Umständen für Dich haben.

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Mit Elterngeld ist weniger Arbeiten ein Muss

Wenn Du Deinen Antrag auf Elterngeld einreichst, musst Du unter anderem nachweisen, dass Du während des Bezugszeitraums weniger oder gar nicht arbeitest.

  • Angestellte und Beamte müssen dafür lediglich eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber, zum Beispiel einen entsprechenden Vertrag, vorlegen.
  • Selbstständige können durch eine reduzierte Auftragslage oder eine zusätzlich eingestellte Hilfskraft nachweisen, dass sie sich an die 30-Stunden-Grenze halten. Auch hier werden natürlich nur schriftliche Belege akzeptiert.
  • Falls Du ein Studium oder eine Ausbildung absolvierst, musst Du die Arbeitszeit, die Du dafür aufwendest, nicht einschränken. In diesen Fällen sind also auch mehr als 30 Stunden pro Woche erlaubt. Kommt allerdings ein Nebenjob dazu, gilt für diesen „Zusatzverdienst“ wieder die 30-Stunden-Grenze.

Ein kleiner Tipp zu den Arbeitszeiten: Die Elterngeldstelle erfasst Arbeitsstunden nicht wöchentlich, sondern monatlich. Das bedeutet, dass Du pro Monat 120 Arbeitsstunden individuell auf einzelne Wochen verteilen kannst.

Einkommen wird mit dem Elterngeld verrechnet

Die Elterngeldstelle achtet sehr genau darauf, dass alle notwendigen Bedingungen für den Bezug von Elterngeld eingehalten werden. Es ist daher wichtig, dass Du sie über jede Änderung informierst, die Deinen Arbeitsstatus oder Dein Gehalt betreffen. Denn abgesehen vom grundsätzlichen Anspruch auf Elterngeld, wirken sich Änderungen unter Umständen auch auf die Höhe des Elterngeldes aus.

  • Angestellte und Beamte reichen als Beleg eine Kopie ihrer Gehaltsabrechnung bei der Elterngeldstelle ein.
  • Bei Selbstständigen reicht der Steuerbescheid für den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum als Nachweis. Neu seit dem 1. Januar 2013: Als Veranlagungszeitraum gilt das Kalenderjahr – nicht die exakten 12 Monate – vor der Geburt des Kindes. Liegt der aktuelle Steuerbescheid noch nicht vor, kannst Du auch einen älteren Steuerbescheid oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung einreichen. Vergiss aber nicht, aktuelle Belege so bald wie möglich nachzureichen.

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Wie genau wird das Einkommen verrechnet?

Das Einkommen aus Teilzeitarbeit oder einem Nebenjob wird nicht vom eigentlichen Elterngeldbetrag, sondern von der sogenannten Bemessungsgrundlage abgezogen. Diese stellt den Ausgangspunkt jeder Elterngeld-Berechnung dar. Vereinfacht gesagt gilt: Für die Berechnung des Elterngeldes wird das „bereinigte“ Nettoeinkommen aus den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes ermittelt. Seit dem 1. Januar 2013 ist zwar nach wie vor das „bereinigte“ Nettoeinkommen entscheidend, aber der Rechenweg der Behörden funktioniert anders. Für Eltern, deren Kinder vor dem 1. Januar 2013 geboren wurden, zählt der Nettolohn nach tatsächlichen Sozial- und Steuerabgaben. Für Eltern, die ab dem 1. Januar 2013 Nachwuchs erwarten, zählt der Bruttolohn von dem pauschal 21 Prozent für die Sozialabgaben, Lohnsteuer und sonstige Abgaben (zum Beispiel Kirchensteuer) abgezogen werden. Was den Unterschied ausmacht, kannst Du in unserem Artikel „Elterngeld – Berechnung bei Behörden“ nachlesen.

Ob nun nach alter oder neuer Regelung berechnet – von dem bereinigten Nettolohn, wird was Du während der Elternzeit dazuverdienst, abgezogen. Was übrig bleibt, dient als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld. Meist werden zwischen 65 und 67 Prozent dieser Bemessungsgrundlage als Elterngeld-Betrag festgesetzt – mehr als 1.800 Euro gibt es allerdings nicht. Hier einige Beispiele:

Beispiel 1

Eine Mutter hat vor der Geburt ihres Kindes nach allen Abzügen 2.400 Euro verdient. Nach der Geburt arbeitet sie in Teilzeit und verdient zusätzlich zum Elterngeld 1.000 Euro pro Monat. Ohne die Teilzeitstelle würde das Elterngeld in dieser Gehaltsstufe 65 Prozent von 2.400 Euro, also 1.560 Euro betragen. Mit der Teilzeitstelle müssen 1.000 Euro Einkommen berücksichtigt und das Elterngeld neu berechnet werden. Die Elterngeldstelle zieht dazu von den ursprünglichen 2.400 Euro Nettogehalt, die als Bemessungsgrundlage dienten, 1.000 Euro ab. Die Mutter bekommt nun 65 Prozent von 1.400 Euro – also monatlich 910 Euro Elterngeld.

Bei Geringverdienern wird der Elterngeldbetrag schrittweise auf 100 Prozent des früheren Einkommens aufgestockt, beträgt aber immer mindestens 300 Euro.

Beispiel 2

Ein Vater verdient vor der Geburt seines Kindes nach allen Abzügen 400 Euro. In dieser Gehaltsstufe beträgt das Elterngeld 97 Prozent des früheren Gehalts – also 388 Euro pro Monat. Nach der Geburt reduziert er die Arbeitsstunden und verdient im Monat 300 Euro zum Elterngeld dazu. Dieses Einkommen wird verrechnet, also von 400 Euro abgezogen. Rein rechnerisch würde das Elterngeld demnach nur noch 100 Euro betragen. Da der Mindestsatz für das Elterngeld jedoch 300 Euro beträgt, wird auf diese Summe aufgestockt.

Bei Selbstständigen spielt Einkommen neben dem Elterngeld auch dann eine Rolle, wenn sie sich vollständig aus ihrem Beruf zurückziehen. Denn häufig fließen dennoch weiterhin Einkünfte auf ihr Konto.

Beispiel 3

Eine Unternehmerin führt einen Betrieb mit einigen Mitarbeitern. Vor der Geburt ihres Kindes verdient sie durchschnittlich 2.300 Euro im Monat. Nach der Geburt stellt sie einen Antrag auf Elterngeld und zieht sich komplett aus dem Betrieb zurück. Da ihre Mitarbeiter weiterhin Aufträge bearbeiten, erhält sie neben dem Elterngeld noch 1.000 Euro aus ihrem Betrieb. Von dem Durchschnittsgehalt von 2.300 Euro müssen also 1.000 Euro abgezogen werden. Das Elterngeld würde für diese Gehaltsstufe 65 Prozent von 1.300 Euro betragen – also 845 Euro.

Bei speziellen Fragen zum Arbeiten während des Bezugs von Elterngeld wendest Du Dich am besten an die Elterngeldstelle vor Ort. Aber auch bei uns findest Du jede Menge Informationen zum Thema Elterngeld und Elternzeit. Zum Beispiel verraten wir Dir in unserem Artikel „8 Tipps zum Antrag auf Elterngeld“, wie Du das Elterngeld optimal für Dich und Deine Familie ausschöpfen kannst.

Elterngeld: Definition

Das Elterngeld ist eine vom Nettoeinkommen abhängige, zeitlich befristete Entgeltersatzleistung, die junge Eltern während der Familiengründung finanziell entlasten soll. Anspruch auf Elterngeld haben Väter und Mütter, die wegen der Betreuung Ihres Kindes nicht voll erwerbstätig sind oder ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend komplett unterbrechen. Elterngeld steht ebenfalls getrennt lebenden Eltern sowie Alleinerziehenden zu.

Das neue Elterngeld: Elterngeld Plus

Das Elterngeld Plus ist auch unter „das neue Elterngeld“ bekannt und wurde im Jahr 2015 eingeführt. Es stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, indem es die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten von Elternzeit und Elterngeldbezug vervielfacht. Mütter und Väter, die schon während des Elterngeldbezugs wieder eine Teilzeit-Tätigkeit aufnehmen wollen, haben die Möglichkeit, die Familienleistung länger in Anspruch zu nehmen. Ein Bezugsmonat mit Basiselterngeld kann in zwei Elterngeld Plus Monate umgewandelt werden. Erziehende können das Elterngeld auf diese Weise besser ausschöpfen und bekommen doppelt so lange finanzielle Unterstützung in maximal halber Höhe.

Das Elterngeld Plus begünstigt außerdem eine partnerschaftliche Aufteilung der Elterngeldmonate zwischen Mutter und Vater. Erziehende, die sich für ein partnerschaftliches Zeitarrangement entscheiden, erhalten einen Partnerschaftsbonus in Form von 4 zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten. Voraussetzung ist, dass in dieser Zeit beide zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. Gleiches gilt für getrennt erziehende Eltern, während Alleinerziehenden der gesamte Partnerschaftsbonus alleine zusteht.

Vor der Einführung des Elterngeld Plus wirkte sich ein Zuverdienst negativ auf das Elterngeld aus.

Elterngeld Voraussetzungen

Als Elternteil müssen folgende Voraussetzungen zum Erhalt des Elterngeldes erfüllt sein:

  • Sie betreuen und erziehen Ihr Kind selbst.
  • Sie leben mit Ihrem Kind in einem gemeinsamen Haushalt.
  • Sie sind nicht erwerbstätig oder höchstens 30 Stunden pro Woche.
  • Sie leben in Deutschland.
  • Sie sind Arbeitnehmer, Beamter, Selbstständiger, Erwerbsloser oder Hausfrau/ Hausmann. Anspruch auf Elterngeld besteht auch, wenn Sie vor der Geburt nicht erwerbstätig waren.
  • Elterngeld können Sie bekommen für Ihr leibliches Kind, für das leibliche Kind Ihres Ehepartners oder Lebenspartners. Das Kind darf noch keine 8 Jahre alt sein.
  • Elterngeld kann in besonderen Fällen (z.B. Krankheit der Eltern, Behinderung oder Sterbefall) auch von Großeltern, Geschwistern, Tanten/Onkels für das Kind bezogen werden.
  • Für Pflegekinder sind spezielle andere Leistungen vorgesehen.

Wie lange kann man Elterngeld und Elterngeld Plus beziehen?

Elterngeld kann ab der Geburt des Kindes bezogen werden. Dieses wird nicht nach Kalendermonaten, sondern nach Lebensmonaten abgerechnet. Beiden Elternteilen stehen zusammen insgesamt 14 Monate Elternzeit zu, die sie frei untereinander aufteilen können. Dabei kann ein Elternteil mindestens 2 und höchstens 12 Monate für sich beanspruchen.

Wie viel Elterngeld bekommt man?

Die 14 Monatsbeträge belaufen sich insgesamt auf 1.800 €. Pro Elternteil besteht zusätzlich die Möglichkeit, 4 zusätzliche Monatsbeträge Elterngeld Plus (Partnerschaftsbonus) in Höhe von 900 € zu beziehen. Zusätzlich wird ein Geschwisterbonus von 10 Prozent gewährt, wenn im Haushalt mindestens ein Kind unter drei, oder zwei Kinder unter sechs Jahren leben. Eltern von Mehrlingen (Zwillinge, Drillinge, usw.) erhalten einen Zuschlag von 300 € pro Bezugsmonat.

Beispiel: Berechnung Basiselterngeld

Ein Elternteil hat vor der Geburt 2.500 € Netto-Einkommen bezogen. Dieses Einkommen fällt zu Beginn der Familiengründung ganz weg, so dass sich die Netto-Einnahmen auf 0 € belaufen. Das macht einen Einkommensunterschied von 2.500 €. Das Basiselterngeld umfasst 65 % des Unterschieds und beläuft sich somit monatlich auf 1.625 €.

Nach 6 Monaten erfolgt der Teilzeit-Berufseinstieg. Dabei verdient der Elternteil monatlich 500 €. Das beeinflusst auch das Basiselterngeld. Der Einkommensunterschied zwischen vorherigem Vollzeit-Gehalt und dem Netto-Einkommen nach der Geburt umfasst nun 2.000 €. Das Basiselterngeld umfasst wieder 65 % des Unterschieds und beläuft sich somit monatlich auf 1300 €.

Beispiel 2: Berechnung Elterngeld Plus ohne Einkommen

Eltern können sich entscheiden, ob sie einen Bezugsmonat Basiselterngeld in zwei Bezugsmonate Elterngeld Plus umwandeln. Aus maximal 14 Bezugsmonaten Basiselterngeld können so maximal 28 Bezugsmonate Elterngeld Plus gemacht werden.

Wir gehen von den gleichen Einkommensverhältnissen vor und nach der Geburt wie in Beispiel 1 aus. Das Basiselterngeld würde sich also wieder auf 1.625 € belaufen. Wird dieses in Elterngeld Plus umgewandelt ergibt das einen monatlichen Bezug von 812,50 €, also genau die Hälfte des Basiselterngelds. In Summe ergibt sowohl der Bezug des Basiselterngeld über 12 Monate als auch das Elterngeld Plus für 24 Monate 19.500 Euro.

Arbeiten während des Elterngeld-Bezugs

Wer Elterngeld bezieht, kann grundsätzlich nebenher arbeiten. Die Arbeitszeit darf allerdings die Grenze von 30 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Einkommen, das neben dem Elterngeld erwirtschaftet wird, muss bei den zuständigen Behörden angegeben werden und wird mit dem Elterngeld verrechnet.

Angestellte und Beamte müssen zum Zwecke des Nachweises eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber, z. B. einen Vertrag, vorlegen.

Selbstständige können durch eine reduzierte Auftragslage oder eine zusätzlich eingestellte Hilfskraft nachweisen, dass sie sich an die Beschränkung von 30 Arbeitsstunden pro Woche halten.

Studierende und Auszubildende müssen die Arbeitszeit nicht einschränken. In diesen Fällen sind mehr als 30 Stunden pro Woche erlaubt. Kommt allerdings ein Nebenjob dazu, gilt für diese Tätigkeit wieder die 30-Stunden-Grenze.

Tipp: Die zuständige Behörde behandelt Arbeitsstunden nicht wöchentlich, sondern monatlich. Somit können Sie pro Monat 120 Arbeitsstunden auf einzelne Wochen verteilen.

Der Elterngeld-Rechner

Sie wissen nicht, wie sich Elterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus für Sie persönlich am sinnvollsten kombinieren lassen? Dabei kann Ihnen der Elterngeldrechner eine große Hilfe sein. Damit können Sie den Zeitrahmen Ihres Bezugs planen und erhalten Informationen zu den besten Kombinationsmöglichkeiten. In einem zweiten Schritt wird das zu erwartende Elterngeld berechnet. Das Ergebnis ist nicht bindend, stellt aber eine sehr gute Orientierungshilfe dar. Den Online-Elterngeld-Rechner finden Sie unter: familienportal.de/familienportal/meta/egr

Elterngeld richtig beantragen

Den Antrag auf Elterngeld müssen Sie bei den Elterngeldstellen der Kreise und kreisfreien Städte stellen. Die Familienleistung können Sie frühestens ab der Geburt des Kindes beantragen. Rückwirkend kann es nur für die letzten 3 Lebensmonate vor Antragstellung gezahlt werden. Maßgeblich ist dabei der Tag, an dem Ihr Antrag bei der Stadt bzw. beim Kreis eingegangen ist.

Checkliste: Unterlagen für den Elterngeldantrag

  • ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Kopie des Personalausweises der Eltern
  • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnung aus den letzten 12 Monaten vor der Geburt für Angestellte, Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt oder eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung für Selbstständige
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit
  • Wenn Sie aus einem Staat kommen, der nicht zur Europäischen Union gehört, müssen Sie eine Aufenthaltserlaubnis oder Ihre Niederlassungserlaubnis beilegen.

Elterngeld und Steuer

Das Elterngeld selbst ist steuerfrei. Es hat allerdings Einfluss auf die Steuererklärung, denn es unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Dieser zwingt manche frischgebackene Familie zur Steuerrückzahlung. Durch den Progressionsvorbehalt steigt der Steuersatz auf das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuerlast. Wenn Sie Elterngeld beziehen, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung in dem betreffenden Jahr verpflichtet. Es zählt zum Einkommen und hat dementsprechend Einfluss auf den persönlichen Steuersatz. Das gilt sowohl für Selbstständige als auch für Arbeitnehmer. Die Familienleistung muss im Mantelbogen der Steuererklärung, unter „Einkommensersatzleistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen“ (Seite 4, Zeile 91), angegeben werden.

Achtung: Bewahren Sie die Bescheinigung der Elterngeldstelle auf, so dass sie diese ggf. dem Finanzamt vorlegen können. Auf der Bescheinigung finden Sie auch die notwendigen Angaben für die Steuererklärung.

Elterngeld erhöhen: Tipps und Tricks

Das Nettogehalt ist keine fixe Größe. Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbstständige können es beeinflussen und damit auch das Elterngeld erhöhen.

Wählen Sie die richtige Steuerklasse: Ehepaare sollten prüfen, ob sich der vorübergehende Wechsel in eine andere Steuerklasse lohnt. Ein Wechsel von Steuerklasse V zu Steuerklasse III erhöht das Nettogehalt und damit das auch das spätere Elterngeld erheblich. Damit steigen aber auch die Lohnsteuerabzüge des Partners und er erhält die zu viel gezahlte Lohnsteuer erst mit der nächsten Steuererklärung zurück. Es gilt in diesem Fall abzuwägen, ob die Einnahmen bis dahin reichen, um laufende Ausgaben zu decken. Die Auswirkungen eines Steuerklassen-Wechsels können Sie unter www.abgabenrechner.de ermitteln und diesen sowohl vor als auch während der Schwangerschaft beim Finanzamt beantragen.

Achtung: Grundlage für die Berechnung des Elterngeldes ist das Einkommen innerhalb der 12 Monate vor einer Geburt. Hat sich in dieser Zeit die Lohnsteuerklasse geändert haben, gilt das, was „in der überwiegenden Zahl“ der 12 Monate gegolten hat. Der Wechsel sollte also so früh wie möglich stattfinden. Des Weiteren gehört die Zeit des Mutterschutzes vor der Geburt (6 Wochen) nicht zu dem Berechnungszeitraum von 12 Monaten. In der Folge müssen Mütter, denen Mutterschutz zusteht, bereits 9 Monate vor Entbindung die Steuerklasse wechseln, um die „überwiegende Zahl“ von 12 Monaten vorweisen zu können.

Beantragen Sie Freibeträge: Wenn Sie als Arbeitnehmer beispielsweise aufgrund hoher Werbungskosten, Geld vom Finanzamt zurückerhalten werden, können Sie dort einen Freibetrag beantragen. Somit erhalten Sie anstelle späterer Steuererstattung direkt ein höheres Nettogehalt.

Geeignet sind vor allem Ausgaben für den Job: die Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstelle, Fortbildungs-Ausgaben, Arbeitsmittel, ein häusliches Arbeitszimmer, doppelte Haushaltsführung, Aufwendungen für Dienstreisen. Steuerzahler können sich vorab auch Kinderbetreuungskosten, Unterhaltszahlungen, Spenden, Kirchensteuer, Dienstleistungen rund um den Haushalt, Handwerkerleistungen oder auch eine Haushaltshilfe mit Minijob anrechnen lassen.

Addieren Sie Tantiemen und Provisionen: Manche Arbeitnehmer erhalten neben dem monatlichen Grundgehalt variable Gehaltszahlungen. Regelmäßige und fortlaufende Zahlungen dieser Art werden bei der Berechnung des Elterngeldes als Arbeitslohn berücksichtigt. Wenn beispielsweise neben dem monatlichen Grundgehalt durch vertragliche Vereinbarungen mehrmals im Jahr Provisionen ausgezahlt werden, müssen diese in die Elterngeldberechnung einfließen. Ein selbstständiger Nebenjob oder ein Minijob können ebenfalls dazu beitragen, das Elterngeld aufzustocken.

Einmalzahlungen wie z. B. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld oder steuerfreie Einnahmen wie z. B. Trinkgeld und Nachtzuschläge wirken sich nicht aus. Sie werden vom Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate abgezogen.

Verlängern Sie den Zahlungszeitraum: Das Elterngeld ist eigentlich für 12 Monate nach der Geburt eines Kindes vorgesehen. Paare können es 14 Monate lang beziehen, wenn Mutter und Vater für die Kinderbetreuung eine Auszeit nehmen. Nur etwa 25 Prozent der Väter beantragen jedoch bisher diese sogenannten Partnermonate.

Maximieren Sie den Gewinn: Sollten Sie selbstständig sein, empfiehlt es sich, im Wirt­schaftsjahr vor der Geburt für einen möglichst hohen Gewinn zu sorgen (Rechnungen früh stellen, Außenstände eintreiben, Vorschüsse aushandeln, Betriebsausgaben gering halten). Grundlage der Elterngeld-Berechnung ist der im Steuerbescheid ermittelte Gewinn des letzten Jahres. Davon werden geleistete Steuervorauszahlungen sowie Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung abgezogen. Beiträge an private Versicherungen bleiben unberücksichtigt.

Elterngeld oder Elterngeld Plus: Eltern haben die Wahl

Eltern, deren Kinder ab dem 1. Juli 2015 geboren sind, können also zwischen dem neuen Elterngeld Plus oder dem bisherigen „Basis“-Elterngeld wählen. Übrigens: Auch Hausfrauen bzw. Hausmänner, Studierende und Arbeitslose, die ihr Kind selbst betreuen und nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten sowie Arbeitslose, bekommen den einkommensunabhängigen Mindestbetrag des Elterngeldes von 300 Euro.

Finanzielle Unterstützung für Beamte bleibt bestehen

Eine besondere Regelung gibt es noch für Beamtinnen und Beamte. Diese haben auch während der Elternzeit weiterhin einen Anspruch auf eine Beihilfe. Der Beihilfesatz erhöht sich je Kind um 5 auf maximal 70 %. Zudem erhalten Beamte während der Elternzeit einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 31 Euro, sofern vor der Elternzeit die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht überschritten wurde.

FAQs zum Thema Elterngeld

Muss ich vor der Geburt des Kindes gearbeitet haben, um das Elterngeld zu erhalten? Nein, Elterngeld erhalten Sie auch, wenn Sie in den 12 Monaten vor der Geburt nicht gearbeitet haben. Auch Schüler und Studierende haben Anspruch auf Elterngeld in Höhe eines Mindestbetrages, der beim Basis-Elterngeld 300 € und beim Elterngeld Plus 150 € monatlich beträgt.

Wie lange erhalten Alleinerziehende Elterngeld? Alleinerziehende erhalten alleine für die vollen 14 Monate Elterngelds, wenn sie die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende gem. § 24b Absatz 1 und 2 Einkommensteuergesetz (EStG) erfüllen. Bedingung ist auch, dass der andere Elternteil weder mit ihm noch mit dem Kind in einer Wohnung lebt. Das Kind muss mit der alleinerziehenden Person in einem Haushalt leben und die alleinerziehende Person darf keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person haben.

Wie können die Eltern den Elterngeldanspruch untereinander aufteilen? Eltern können die Anzahl der Monatsbeträge bis auf die zwei Partnermonate frei untereinander aufteilen und die Familienleistung nacheinander oder gleichzeitig in Anspruch nehmen.

Beispiel: Ein Elternteil kann für die Lebensmonate 1 bis 12 Elterngeld in Anspruch nehmen und der andere Elternteil bezieht es in den Lebensmonaten 13 und 14.

oder

Beide Elternteile können in den ersten 7 Monaten Elterngeld gleichzeitig beziehen. Dann sind die 14 Monatsbeträge ebenfalls verbraucht. Gleiches gilt für die Monatsbeträge des Elterngeld Plus.

Muss man 12 Monate vor der Geburt erwerbstätig gewesen sein, um Elterngeld zu bekommen? Nein. Aber es gilt: Je kürzer der Zeitraum, in dem im Jahr vor der Geburt Einkommen erzielt wurde, desto geringer das Elterngeld.

Gibt es beim Elterngeld Einkommensgrenzen? Nein, das Einkommen entscheidet nur über die Höhe des Elterngeldes.

Wird das Elterngeld auf das Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) angerechnet? Ja, auch Eltern, die Arbeitslosengeld II beziehen, haben theoretisch Anspruch auf Elterngeld. Diese Leistung wird allerdings seit dem 1. Januar 2011 auf Hartz 4 angerechnet. Somit werden die 300 Euro Elterngeld vom Arbeitslosengeld abgezogen und der monatliche Betrag, den Hartz-4-Empfänger bekommen, ändert sich durch das Elterngeld de facto nicht.

Am 1. Juli 2015 wurde das neue Elterngeld Plus eingeführt. Auf Vorschlag der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig soll dadurch die Elternzeit deutlich flexibler werden. Die Eltern werden ermutigt, die Aufgaben partnerschaftlich aufzuteilen und neue Kombinationsmöglichkeiten von Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit vergrößern die Spannweite der individuellen Gestaltung einer Elternzeit. Ein Gesetz, das auf viel Zuspruch und positiven Rückmeldungen aufbaut. Doch was ist überhaupt alles neu mit dem Elterngeld Plus? Was hat sich geändert und was nicht?

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1. Was ist der Unterschied zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus?
2. Eine indirekte Förderung der Teilzeit-Arbeit
3. Gemeinsame Erziehung im Fokus: Der Partnerschaftsbonus
4. Was ist mit Alleinerziehenden?
5. Auch die Elternzeit wird flexibler
6. Wie berechnet sich das Elterngeld bei einer Mehrlingsgeburt?
7. Fazit zum neuen Elterngeld Plus

Was ist der Unterschied zwischen Basiselterngeld und Elterngeld Plus?

Das Gesetz zum neuen Elterngeld Plus trat zwar bereits zum 1. Januar 2015 in Kraft, es gilt jedoch erst für alle Geburten ab dem 1. Juli. Nun dürfen alle Eltern zwischen dem sogenannten „Basiselterngeld“ und dem „Elterngeld Plus“ wählen oder diese beiden miteinander kombinieren.

Das Basiselterngeld bedeutet hierbei, dass Sie für höchstens 14 Monate maximal 1.800 Euro Elterngeld erhalten, auch wenn Sie in Teilzeit zum Arbeiten gehen. Abhängig ist der Betrag allerdings vom tatsächlichen Nettoverdienst zum Zeitpunkt der Geburt. Der Mindestsatz liegt bei 300 Euro.

Beim Elterngeld Plus müssen Sie auf den ersten Blick finanziell Abstriche machen. Denn Sie erhalten nur 150 bis höchstens 900 Euro im Monat. Dieses neue Modell allerdings kann dafür mit doppelter Laufzeit in Anspruch genommen werden. Sie erhalten also quasi die Hälfte des Betrages für einen doppelt so langen Zeitraum: Die Rechnung geht auf.

Doch wofür gibt es jetzt eigentlich zwei verschiedene Modelle, wenn sie sich im finanziellen Sinne nicht voneinander unterscheiden?

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Eine indirekte Förderung der Teilzeitarbeit

Tatsächlich soll die neue Regelung keine finanziellen Vorteile bringen, sondern jene hinsichtlich Flexibilität und Gerechtigkeit. Denn bislang waren die Eltern, die schneller wieder in den Beruf zurückgekehrt sind, gegenüber denjenigen schlechter gestellt, die das Elterngeld in vollem Umfang genutzt haben. Die Kombination aus dem Basiselterngeld und dem Elterngeld Plus soll diese Gerechtigkeitslücke nun ausgleichen. Wer jetzt früher wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt, muss nicht mehr zwangsläufig auf einen Teil des Elterngeldes verzichten. Mit den neuen Elterngeld Plus Monaten, können Eltern während der Teilzeittätigkeit die Vorteile des Elterngeldes jetzt doppelt so lange nutzen. Denn früher wurde bei einer Teilzeitstelle das Elterngeld abhängig vom Verdienst gekürzt, ohne zugleich den Anspruch hierauf zu verlängern. Dies ist nun anders: Wer sich für eine Teilzeitarbeit entschließt, wechselt vom Basiselterngeld ins Elterngeld Plus und verlängert dadurch seinen Anspruch. Die bislang ungerechte Kürzung des Elterngeldes wird durch die Verlängerung der Bezugsdauer ausgeglichen. Zum besseren Verständnis hier ein Fallbeispiel:

Eine Mutter pausiert nach der Geburt ihres Kindes sechs Monate im Beruf und bezieht in dieser Zeit das Basiselterngeld. Nun steigt sie in Teilzeit wieder ein und hat somit einen weiteren Anspruch auf das Elterngeld Plus für zwölf Monate. Insgesamt erhält sie so sechs Monate länger Elterngeld als es mit dem alten System der Fall gewesen wäre. Die Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sie nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeitet.

Gemeinsame Erziehung im Fokus: Der Partnerschaftsbonus

Doch dies ist nicht die einzige Neuerung, die mit dem Elterngeld Plus einhergeht. Es gibt zudem den sogenannten „Partnerschaftsbonus“. Dieser regelt, dass Paare, bei welchen beide Partner pro Woche 25 bis 30 Stunden arbeiten gehen, noch einmal vier zusätzliche Monate Anspruch auf das Elterngeld Plus haben. Die Bundesfamilienministerin Schwesig begründet diesen Ansatz so:

„Ich möchte, dass Eltern ihre Kinder partnerschaftlich betreuen und gleichzeitig ihre beruflichen Ziele verfolgen können. Damit unterstützen wir mit einer modernen Familienpolitik den Wunsch vieler Eltern nach mehr Partnerschaftlichkeit.”

Der Partnerschaftsbonus greift aber nur, wenn das Paar das Kind für mindestens vier Monate gemeinsam betreut und dafür nur in Teilzeit arbeitet. Auch dazu ein Beispiel:

Die Mutter des Kindes pausiert nach der Geburt für volle sechs Monate und bezieht hierbei das Basiselterngeld. Nun kann sie, wie bereits erwähnt, noch zwölf weitere Monate das Elterngeld Plus nutzen. Ihr Partner hingegen hat in dieser Zeit nur zwei Monate pausiert und das Basiselterngeld bezogen. Nun gehen beide zeitgleich für 25 bis 30 Stunden in der Woche arbeiten, für mindestens vier Monate. Sie beziehen daher jeweils für weitere vier Monate jeweils das Elterngeld Plus.

Was ist mit Alleinerziehenden?

Da das Elterngeld Plus auf dem Grundsatz von mehr Gerechtigkeit beruht, sollen natürlich auch Alleinerziehende davon profitieren. Sie können daher das neue Elterngeld Plus im gleichen Maße nutzen und bis zu 28 Monate ihren Anspruch geltend machen, sofern sie die Voraussetzungen für den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erfüllen.

Auch die Elternzeit wird flexibler

Und noch einen Vorteil bringt das neue Elterngeld Plus mit: Die Elternzeit ist nun flexibler. So können sich die Eltern bis zum dritten Geburtstag des Kindes immer noch eine flexible Auszeit vom Job nehmen, doch statt der bisher zwölf Monate, haben sie jetzt einen Anspruch auf 24 Monate zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr des Kindes. Einer Zustimmung des Arbeitgebers bedarf es hierfür nicht mehr. Die Auszeit nach dem dritten Geburtstag des Kindes muss aber mindestens 13 Wochen zuvor angemeldet sein. Zudem kann die Elternzeit nun auch in drei anstatt nur zwei Abschnitte aufgeteilt werden.

Wie berechnet sich das Elterngeld bei einer Mehrlingsgeburt?

Seit dem 1. Januar 2015 ist mit dem neuen Gesetz auch die Frage nach Mehrlingsgeburten eindeutig geklärt: Eltern von Mehrlingen haben einen Elterngeldanspruch pro Geburt und erhalten zusätzlich einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro im Monat für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind.

Fazit zum neuen Elterngeld Plus

Zusammenfassend möchten wir Ihnen hier noch einmal die wichtigsten Neuerungen des Elterngeld Plus übersichtlich darstellen:

  • Das Elterngeld Plus ersetzt das wegfallende Einkommen wie bisher um 65 bis 100 Prozent des Voreinkommens.
  • Es beträgt maximal die Hälfte des bisherigen Elterngeldes, auch Basiselterngeld, wird dafür aber für den doppelten Zeitraum gezahlt.
  • Das Elterngeld Plus kann dank Partnerschaftsbonus zudem über den 14. Lebensmonat des Kindes hinweg bezogen werden.
  • Ein Partnerschaftsbonus ermöglicht den Bezug von weiteren vier Monaten Elterngeld Plus.
  • Die einzelnen Konzepte des Basiselterngeldes, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus können flexibel miteinander kombiniert werden.

Eine Studie des infas Institutes für angewandte Sozialwissenschaft fand heraus, dass die neue Regelung bei 70 Prozent der Bevölkerung positiv aufgenommen wird. Jeder Zweite forderte zudem schon vorher eine Änderung des bisherigen Elterngeldes. Das neue Elterngeld Plus ist daher ein Gesetz, das gerade zur richtigen Zeit kam. Mit dem Partnerschaftsbonus und der flexibleren Zeitgestaltung scheint es, zumindest im Status Quo, gut umgesetzt zu sein. Was denken Sie vom neuen Elterngeld Plus?

Die Berechnung des Elterngeldes kann im Einzelfall sehr kompliziert werden. Auf dieser Seite stellen wir die genaue Berechnung des Elterngeldes in Einzelschritten dar.

Vorbemerkungen

Das Elterngeld wird aus der Summe der positiven Einkünfte im Bemessungszeitraum berechnet. Berücksichtigt wird Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit sowie Gewinneinkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit.

Zur Berechnung des Elterngeldes wird nur das Einkommen des Antrag stellenden Elternteils berücksichtigt, das in Deutschland, einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz versteuert wird.

Einkommen, das außerhalb der EU erzielt und versteuert wird oder keiner Besteuerung unterliegt, wird nicht berücksichtigt.

Man unterscheidet bei der Elterngeldberechnung zwischen dem sog. Elterngeld-Brutto und dem Elterngeld-Netto. Achtung: Das sind nicht die Beträge, die Sie in Ihrer Gehaltsabrechnung finden!

Die Berechnung des Elterngeldes ist ein komplexer Vorgang. Wir erklären Ihnen, wie die Elterngeldstelle vorgeht. Wenn Sie es noch genauer wissen möchten, dann stehen wir Ihnen auch gern persönlich mit unserem Beratungsangebot zur Verfügung.

Elterngeldrechner

Wenn Sie sich Ihr Elterngeld selbst ausrechnen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Elterngeld-Rechner.

Für Geburten ab dem 01.07.2015 gelten neue Regelungen. Wir haben die neuen Regelungen auf der Seite zum Elterngeld Plus für Sie zusammengestellt.

Durch die Gesetzesänderungen wurde die im Schritt 14 beschriebene Auszahlungsoption durch die Wahlfreiheit zwischen Basiselterngeld (bisherige Berechnung, aber ohne Auszahlungsoption) und dem neuen Elterngeld Plus ersetzt. Ein Monat Basiselterngeld kann nun in zwei Monate Elterngeld Plus getauscht werden. Außerdem wurde die Anrechnung vom Zuverdienst während der Bezugszeit des Elterngeldes bei der Wahl des Elterngeld Plus verbessert.

Schritt 1: Die Ermittlung des individuellen Bemessungszeitraums.

Auf Grundlage der vom Antragsteller eingereichten Nachweise ermittelt die Elterngeldstelle den relevanten Bemessungszeitraum.

Der Bemessungszeitraum umfasst immer 12 Kalendermonate. Dabei ist es unerheblich, ob in einem oder mehreren dieser Kalendermonate kein Einkommen erzielt wurde. Auch der Bezug von Einkommensersatz- oder Sozialleistung führt nicht dazu, dass die davon betroffenen Monate bei der Berechnung nicht berücksichtigt werden. Sie fließen mit Null € in die Elterngeldberechnung ein.

Für angestellte Eltern ist das Einkommen der 12 Kalendermonate vor dem Monat der Geburt des Kindes bzw. vor dem Monat des Beginns der Mutterschutzfrist maßgeblich.

Bei Eltern, die vor der Geburt ihres Kindes Einkommen aus selbstständiger Arbeit hatten, greift die Elterngeldstelle automatisch auf das letzte Wirtschaftsjahr (i.d.R. das Kalenderjahr vor der Geburt des Kindes) zurück.

Es wird geprüft, ob Ausklammerungsbestände geltend gemacht werden, auf Grund derer sich der Bemessungszeitraum weiter in die Vergangenheit verschieben kann.

Schritt 2: Die Berechnung des laufenden Arbeitsentgelts.

Auf Grundlage der eingereichten Einkommensnachweise für den zuvor ermittelten Bemessungszeitraum werden vom jeweiligen mtl. Bruttoeinkommen sonstige und steuerfreie Bezüge abgezogen. Dieser Betrag stellt das laufende Arbeitsentgelt dar.

Bei selbstständigen Einkünften, die über den EkSt-Bescheid des Vorjahres nachgewiesen werden, wird zur Ermittlung des laufenden monatlichen Arbeitsentgelts der Gewinn vor Einkommenssteuer durch 12 geteilt.

Schritt 3: Die Berechnung des Elterngeld-Bruttos.

Das sog. monatliche Elterngeld-Brutto errechnet sich aus dem laufenden Arbeitsentgelt abzüglich Arbeitnehmerpauschbetrag.

Als Arbeitnehmerpauschbetrag werden pro Monat 83,33 € angesetzt.

Schritt 4: Die Ermittlung der Steuermerkmale.

Für jeden einzelnen der eingereichten Einkommensnachweise erfasst die Elterngeldstelle, nach welcher Steuerklasse versteuert wurde, ob Kirchensteuer geleistet wurde und wie viele Kinderfreibeträge geltend gemacht wurden.

Sind innerhalb der ermittelten 12 Monate des Bemessungszeitraums steuerliche Änderungen eingetreten, wird verglichen, welche Merkmale in der überwiegenden Anzahl der betrachteten Monate relevant waren. Bei gleicher Verteilung (6/6) gilt das Merkmal, das am aktuellsten ist.

Ein Steuerklassenwechsel wirkt sich also nur dann positiv auf die Höhe des Elterngeldes aus, wenn er rechtzeitig erfolgt ist! Da sich vor allem bei vielen Müttern auf Grund der gesetzlichen Mutterschaftsleistungen vor der Geburt des Kindes der Bemessungszeitraum verschiebt, müsste ein solcher Steuerklassenwechsel bei Bekanntwerden der Schwangerschaft, am besten aber noch vorher, stattgefunden haben, damit er überhaupt berücksichtigt wird.

Die Elterngeldstelle erfasst zur Ermittlung der steuerlichen Merkmale nur Monate des Bemessungszeitraums, in denen auch Erwerbseinkommen erzielt wurde. Da das Mutterschaftsgeld kein Erwerbseinkommen darstellt, fallen die davon betroffenen Monate aus der Betrachtung heraus.

Schritt 5: Die Berechnung der Steuerabzüge.

Anhand des Programmablaufplans des Bundesfamilienministeriums, der durch das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) modifiziert wurde, ermittelt die Elterngeldstelle die Höhe der Steuerabzüge.

Dabei werden die Vorsorgepauschalen gesondert auf Grundlage der Beitragsbemessungsgrenzen West ermittelt. Außerdem wird die Steuerklasse 6 nicht berücksichtigt. Mischeinkünfte werden im Programmablaufplan der Elterngeldstellen, unabhängig von den tatsächlichen Steuerklassen, immer mit Steuerklasse 4 erfasst.

Schritt 6: Die Ermittlung der sozialversicherungsrechtlichen (SV) Merkmale.

Für jeden einzelnen der eingereichten Einkommensnachweise erfasst die Elterngeldstelle, ob Pflichtbeiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung oder zur Arbeitsförderung (Arbeitslosenversicherung) geleistet wurden.

Wenn es innerhalb des Bemessungszeitraums Änderungen der SV Merkmale gab, vergleicht die Elterngeldstelle, welche Merkmale in der überwiegenden Anzahl der betrachteten Monate relevant waren. Bei gleicher Verteilung (6/6) gilt das Merkmal, das am aktuellsten ist.

Schritt 7: Die Berechnung der SV-Abzüge.

Zur Berechnung der SV-Abzüge nutzt die Elterngeldstelle die im BEEG festgesetzten Pauschalen (§2f Abzüge für Sozialabgaben). Auch hier gilt für ganz Deutschland die Beitragsbemessungsgrenze West!

Der Kinderzuschlag bei der Pflegeversicherung bleibt unberücksichtigt. Auch der Zuschlag für den Buß- und Bettag in Sachsen wird nicht erhoben.

Schritt 8: Die Berechnung des Elterngeld-Nettos.

Das sog. Elterngeld-Netto errechnet sich aus dem Elterngeld-Brutto gemindert um die errechneten Abzüge für Steuern und Sozialabgaben.

Dieser Betrag ist nicht identisch mit dem Nettogehalt, das auf den Gehaltsnachweisen steht!

Das Elterngeld-Netto bildet die Grundlage für die Ermittlung der Höhe des zustehenden Elterngeldes pro beantragtem Lebensmonat des Kindes.

Schritt 9: Die Ermittlung und Anwendung der Ersatzrate.

Ausgehend von der Höhe des berechneten monatlichen Elterngeld-Nettos wird die anzuwendende Ersatzrate bestimmt.

Die Ersatzrate gibt an, zu wieviel Prozent das wegfallende monatliche Elterngeld-Netto durch das Elterngeld ersetzt wird. Für Geringverdiener kann sich die Ersatzrate von 65 auf bis zu 100 Prozent erhöhen.

Die relevante Ersatzrate wird mit dem Elterngeld-Netto multipliziert und ergibt den Elterngeld-Grundbetrag (den Betrag an Elterngeld, der grundsätzlich zur Auszahlung in den beantragten Lebensmonaten kommt zzgl. Geschwister- und Mehrlingsboni und abzgl. Einkünfte während des Elterngeldbezuges).

Auch wenn der Elterngeld-Grundbetrag über 2.770 € liegt, kommt ein maximal mögliches Elterngeld in Höhe von 1.800 € pro beantragtem Lebensmonat zzgl. möglicher Geschwister- oder Mehrlingsboni zur Auszahlung.

Der Mindestbetrag des gewährten Elterngeldes beträgt 300 € pro beantragtem Lebensmonat des Kindes.

Schritt 10: Die Anrechnung von Einkommen im Bezugszeitraum.

Wenn man während seines Elterngeldbezugszeitraums Einkommen erzielt, so wird dieses zum Teil auf den Elterngeldgrundbetrag angerechnet. Es gibt keinen Freibetrag, der anrechnungsfrei bleibt!

Hierfür wird der zuvor ermittelte Elterngeld-Grundbetrag auf maximal 2.770 € gekappt. Anschließend wird die Differenz zum Zuverdienst pro Lebensmonat errechnet.

Der Zuverdienst wird übrigens genau so ermittelt wie das Elterngeld-Netto vor der Geburt des Kindes! Die Abzugsmerkmale für das Einkommen im Bezugszeitraum werden aus dem Bemessungszeitraum übernommen!

Auch wenn ein Steuerklassenwechsel nach der Geburt des Kindes stattgefunden hat, der das Netto-Einkommen des Antragstellers reduziert, greift die Elterngeldstelle nicht auf die neue Steuerklasse, sondern auf die steuerlichen Abzugsmerkmale des Bemessungszeitraums zurück.

Entsprechend kann die Höhe der Anrechnung des Einkommens im Elterngeldbezug zu Überraschungen führen.

Schritt 11: Prüfung und Anwendung des Geschwisterbonus.

Wenn es im Haushalt ein Geschwisterkind unter 3 Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter 6 Jahren oder ein behindertes Geschwisterkind unter 14 Jahren gibt, erhöht sich der Elterngeldgrundbetrag um den sog. Geschwisterbonus.

Der Geschwisterbonus beträgt 10 Prozent des Elterngeldgrundbetrages, mindestens aber 75 €. In dem Lebensmonat des Babys, in dem die Voraussetzungen für einen Geschwisterbonus nicht mehr vollständig erfüllt sind, entfällt dieser.

Schritt 12: Die Feststellung der Mehrlingszuschläge.

Für jedes Kind einer Mehrlingsgeburt wird ein Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 € zzgl. zum Elterngeldgrundbetrag gewährt.

Dies gilt auch, wenn ein Elternteil zeitgleich für mehrere Kinder einer Mehrlingsgeburt Elterngeld in Anspruch nimmt.

Für Kinder aus einer Mehrlingsgeburt wird übrigens nur der Mehrlingszuschlag, nicht noch ein zusätzlicher Geschwisterbonus gewährt.

Schritt 13: Die Höhe des ausgezahlten Elterngeldbetrags.

Der für den jeweils beantragten Lebensmonat des Kindes ausgezahlte Elterngeldbetrag ergibt sich aus dem Elterngeld-Grundbetrag abzgl. anzurechnender Einkünfte während des Elterngeldbezuges zzgl. gewährter Geschwister- oder Mehrlingsboni.

Schritt 14: Die Auszahlungsoptionen des Elterngeldes.

Im letzten Schritt der Berechnung dürfen die Eltern selbst entscheiden, ob sie sich das gewährte Elterngeld in vollen oder halbierten Monatsbeträgen auszahlen lassen möchten. Es ist unerheblich, ob man sich in allen oder nur einzelnen Bezugsmonaten für eine halbierte Auszahlung entscheidet.

Man darf die einmal gewählte Auszahlungsvariante übriges beliebig oft auf formlosen Antrag hin für Bezugsmonate, die in der Zukunft liegen, ändern.

Durch halbierte Monatsbeträge verlängert sich nur den Auszahlungszeitraum des Elterngeldes. Der Bezugszeitraum bleibt immer gleich lang.

Das ist wichtig, wenn man den Ausklammerungstatbestand des Elterngeldbezuges für ein älteres Geschwisterkind im Bemessungszeitraum geltend machen möchte. Ausgeklammert und weiter in die Vergangenheit verschoben werden nur Monate, in denen man im Elterngeldbezug für ein anderes Kind war, nicht Monate, die lediglich durch einen verlängerten Auszahlungszeitraum in den Bemessungszeitraum hineinreichen!

Nur Einkommen, das man während seines Elterneldbezuges dazuverdient, wird auf das Elterngeld angerechnet. Sobald der Elterngeldbezugszeitraum beendet ist, darf man wieder so viel arbeiten und verdienen, wie man will, auch wenn man sich noch im verlängerten Auszahlungszeitraum seines Elterngeldes befindet.

Monate, in denen man sich beispielsweise vor der Geburt eines weiteren Kindes noch im verlängerten Auszahlungszeitraum des Elterngeldes für das ältere Kind befunden hat, fließen in die Berechnung des Elterngeldes für das neue Baby mit Null € Erwerbseinkommen ein, wenn man nicht gearbeitet hat.

Die Höhe des Elterngeldes wird anhand eures durchschnittlichen Nettoeinkommens berechnet, genauer gesagt anhand des Nettoeinkommens des betreuenden Elternteils. Es beträgt zwischen mindestens 300 und höchstens 1.800 EUR monatlich (netto). Das Nettoeinkommen, das die Elterngeldstelle für die Berechnung des Elterngeldes heranzieht (das so genannte Elterngeldnetto), unterscheidet sich allerdings von demjenigen, welches ihr auf euren Gehaltsabrechnungen findet. Die Elterngeldstelle geht hier zunächst vom Bruttogehalt aus und macht dann ein paar standardisierte Anpassungen.

Schritte in der Berechnung des Elterngeldes

Im Wesentlichen wird euer Elterngeld folgendermaßen berechnet:

Elterngeld = (Elterngeldnetto – Zuverdienst) * Ersatzrate + Geschwisterbonus + Mehrlingszuschlag

Dabei wird das Elterngeldnetto anhand folgender Schritte berechnet:

  • Ermittlung des relevanten Bemessungszeitraums
  • Ermittlung des laufenden Arbeitsentgeltes
  • Berechnung des Elterngeldbrutto
  • Ermittlung der Steuermerkmale und Steuerabzug
  • Ermittlung der sozialversicherungsrechtlichen Merkmale und Abzug Sozialversicherungspauschalen

Im Folgenden wollen wir euch einmal genau und Schritt für Schritt erklären, wie euer Elterngeld von der Elterngeldstelle berechnet wird.

Relevanter Bemessungszeitraum

Für die Berechnung des durchschnittlichen Nettoeinkommens werden für die Angestellten unter euch die letzten 12 Kalendermonate vor Geburt eures Kindes bzw. vor dem Beginn der Mutterschutzfrist herangezogen. Es ist für die Festlegung des Bemessungszeitraums erstmal unwichtig, ob ihr in den relevanten Kalendermonaten Einkommen erzielt habt oder nicht. Monate ohne Einkommen fließen später mit 0 EUR in die Berechnung des Durchschnittseinkommens ein.

Falls ihr selbständig seid, nutzt die Elterngeldstelle das letzte Wirtschaftsjahr vor der Geburt eures Kindes. Ggf. werden relevante Ausklammerungstatbestände berücksichtigt und der Bemessungszeitraum weiter in die Vergangenheit verschoben.

Monate in denen ihr kein Einkommen erzielt habt fließen ebenso in die Berechnung ein, wie gewöhnliche Arbeitsmonate. Einkommensersatzleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld I, Krankengeld etc. werden für die Berechnung des Elterngeldes genauso nicht als Einkommen berücksichtigt wie Kapitalerträge oder Mieteinnahmen. Dasselbe gilt auch für einmalige Zusatzleistungen eures Arbeitgebers wie Boni, Weihnachtsgelder etc. Regelmäßige Provisionen werden allerdings für die Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt.

Das laufende Arbeitsentgelt

Das so genannte laufende Arbeitsentgelt wird berechnet, indem sonstige und steuerfreie Bezüge von eurem monatlichen Gehalt abgezogen werden.

Sonstige Bezüge sind im Wesentlichen die bereits oben genannten einmaligen Zusatzzahlungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Boni etc.

Unter steuerfreien Bezügen versteht man Leistungen, die ihr von eurem Arbeitgeber steuerfrei erhaltet, das heißt für die ihr keine Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen müsst. Hierzu gehört eine Reihe von Leistungen, angefangen von Aufstockungsbeiträgen nach dem Altersteilzeitgesetz bis hin zu Aufwandsentschädigungen, falls ihr nebenbei als Übungsleiter, Erzieher o.Ä. tätig seid.

Falls ihr selbständig seid, wird euer Vorsteuergewinn für die Ermittlung des laufenden Arbeitsentgelts nun durch 12 geteilt.

Das Elterngeldbrutto

Die Berechnung des Elterngeldbruttos ist recht einfach. Es wird von der Elterngeldstelle berechnet, indem einfach der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von monatlich 83,33 EUR vom laufenden Arbeitsentgelt abgezogen wird.

Der Arbeitnehmerpauschbetrag beträgt jährlich 1.000 EUR und wird euch in eurer Steuererklärung angerechnet, falls eure tatsächlichen Werbungskosten unter 1.000 EUR liegen. Der Pauschbetrag mindert also eure Einkommensteuer. Um dies bei der Elterngeldberechnung zu berücksichtigen, teilt die Elterngeldstelle den Arbeitnehmerpauschbetrag durch 12 und zieht ihn vom laufenden Arbeitsentgelt ab.

Eure Steuermerkmale

Bei der Berechnung des Elterngeldes werden Steuern und Sozialabgaben als Pauschalbeträge von eurem Elterngeldbrutto abgezogen. Es sind hier also nicht eure tatsächlich gezahlten Steuern maßgeblich. Um diesen pauschalierten Abzug vornehmen zu können, muss die Elterngeldstelle zunächst eure relevanten Steuermerkmale ermitteln. Dies sind im Wesentlichen

  • Eure Steuerklasse
  • Eure Kirchensteuerpflicht
  • Die Anzahl eurer Kinderfreibeträge
  • Die Rentenversicherungspflicht (für die Ermittlung der Vorsorgepauschale)

Hier kommt auch ein Steuerwechsel ins Spiel, den ihr vornehmen könntet, um eure Steuerlast zu mindern und damit euer Elterngeld zu erhöhen. Die Elterngeldstelle nimmt für ihre Berechnung nämlich nur das vorherrschende Steuermerkmal. Das heißt, wenn ihr vor der Geburt für acht Monate in Stuerklasse IV und für vier Monate in Steuerklasse III wart, dann wird euer Elterngeld so berechnet, als wärt ihr die ganze Zeit in der Steuerklasse IV gewesen.

Für die Ermittlung eurer steuerlichen Abzugsmerkmale werden nur Monate berücksichtigt, in denen ihr tatsächlich steuerpflichtige Einkünfte gehabt habt.

Eure Steuerabzüge

Nachdem die Elterngeldstelle eure Steuermerkmale bestimmt hat, errechnet sie daraus die tatsächlich anzusetzenden Steuerabzüge für

  • Einkommensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer

Die Steuerabzüge werden anhand des steuerlichen Programmablaufplans für die maschinelle Berechnung der einzubehaltenden Steuern berechnet. Im Wesentlichen ist dies nichts anderes als die Steuerformel bzw. Steuertabelle, aus der ihr berechnen bzw. ablesen könnt, welcher Steuersatz für euer Einkommen und eure Steuerklasse maßgeblich ist und welche Steuer ihr genau zahlen müsst.

Eure sozialversicherungsrechtlichen Merkmale

Für die Ermittlung der Pauschalen für Sozialversicherungen muss die Elterngeldstelle wie auch für den Steuerabzug, zunächst eure Sozialversicherungsmerkmale ermitteln. Hierfür wird ermittelt ob für euch eine Versicherungspflicht in

  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung (einschließlich berufsständischer Organisationen)
  • Arbeitslosenversicherung

besteht. Für die Ermittlung eurer sozialversicherungsrechtlichen Abzugsmerkmale werden nur Monate berücksichtigt, in denen ihr tatsächlich sozialversicherungspflichtige Einkünfte gehabt habt.

Eure Sozialversicherungsabzüge

Nachdem die Elterngeldstelle eure Sozialversicherungsmerkmale bestimmt hat, werden die Sozialversicherungsbeiträge anhand folgender Pauschalannahmen berechnet:

  • 9% für Kranken- und Pflegeversicherung
  • 10% für Rentenversicherung
  • 2% für Arbeitslosenversicherung

Der Abzug für Sozialabgaben wird nur vorgenommen, wenn ihr aufgrund eurer Tätigkeit versicherungspflichtig in der gesetzlichen Sozialversicherung seid bzw. Mitglied in einem berufsständischen Versorgungswerk seid bzw. wart. Wenn ihr also selbständig seid und für euch keine Versicherungspflicht besteht, dann wird euch hier auch nichts abgezogen.

Euer Elterngeldnetto

Euer Elterngeld vor eventuellen Zuschlägen bzw. Abschlägen, das so genannte Elterngeldnetto berechnet sich nun ganz einfach als

Elterngeldnetto = Elterngeldbrutto – Steuerabzüge – Sozialversicherungsabzüge

Das Elterngeldnetto bildet nun die Berechnungsgrundlage für euer Elterngeld. Ihr müsst das Elterngeldnetto nur noch mit der Ersatzrate mal nehmen, um euer tatsächliches Elterngeld zu erhalten.

Das Elterngeldnetto entspricht aufgrund der etwas angepassten Berechnungslogik nicht eurem tatsächlichen Nettoeinkommen, sollte aber auch nicht zu sehr davon abweichen. Aus diesem Grund wird für eine erste Berechnung des Elterngeldes, und auch bei den meisten Elterngeldrechnern, meist euer Nettoeinkommen verwendet.

Hier nochmal in kompakter Art und Weise die wesentlichen Schritte zur Berechnung eures Elterngeldnettos:

Die Elterngeldersatzrate

Die Elterngeldersatzrate bestimmt, wieviel von eurem Elterngeldnetto ihr jeden Monat an Elterngeld ausbezahlt bekommt. Je nach Höhe des Elterngeldnettos kann die Ersatzrate zwischen 65% und 100% liegen, d.h. ihr bekommt 65% bis 100% eures Elterngeldnettos ausbezahlt. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Ersatzrate umso höher ausfällt, je geringer euer Elterngeldnetto ist. Hier die wesentlichen Grenzwerte:

  • Habt ihr ein Elterngeldnetto von bis zu 300 EUR beträgt euer Elterngeld 300 EUR pro Monat, das heißt ihr bekommt den vollen Betrag ausbezahlt.
  • Habt ihr ein Elterngeldnetto zwischen 300 und 1.000 EUR, so werden zwischen 67 und 100% eures Elterngeldnettos als Elterngeld ausbezahlt. Je weniger ihr verdient, desto höher ist der Anteil eures Einkommens, den ihr als Elterngeld erhaltet. Pro 2 EUR Verdienst, sinkt der Anteil um 0,1 Prozentpunkte.
  • Liegt euer Einkommen zwischen 1.000 und 1.200 EUR, dann bekommt ihr 67% eures Nettoeinkommens
  • Liegt euer Einkommen zwischen 1.200 und 1.240 EUR, bekommt ihr zwischen 67% und 65% eures Nettoeinkommens. Pro 2 EUR Verdienst, sinkt der Anteil um 0,1 Prozentpunkte.
  • Liegt euer Nettoeinkommen über 1.240 EUR, dann erhaltet ihr 65% eures Nettoeinkommens, allerdings maximal 1.800 EUR. Diesen Maximalwert erreicht ihr bei einem Einkommen von ca. 2.770 EUR

In der folgenden Darstellung haben wir dies alles nochmal für euch zusammengefasst:

Falls ihr bisher keine weiteren Kinder habt, keine Zwillinge oder Mehrlinge bekommt und auch während eurer Elternzeit nicht vorhabt zu arbeiten, dann entspricht das Elterngeldnetto multipliziert mit der Ersatzrate dem Betrag, den ihr während eurer Elternzeit auf monatlich auf euer Konto überwiesen bekommt. Falls ihr aber z.B. weitere kleine Kinder habt, dann könnte der Geschwisterbonus für euch in Frage kommen.

Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag

Falls in eurem Haushalt bereits ein weiteres oder mehrere weitere kleine Kinder leben, könnt ihr den Geschwisterbonus erhalten. Hierfür müsst ihr die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Bei einem weiteren Kind: Euer ältestes Kind darf noch nicht drei Jahre alt sein
  • Bei zwei oder mehr weiteren Kindern: Mindestens zwei eurer Kinder müssen unter sechs Jahre alt sein
  • Falls ihr ein behindertes Kind im Haushalt habt: Wenn das Kind noch unter 14 Jahre alt ist

Der Geschwisterbonus beträgt 10% eures Elterngeldes, jedoch mindestens 75 EUR. Ihr erhaltet den Geschwisterbonus so lange, bis eine eurer anderen Kinder die Altersgrenze erreicht. Das heißt z.B. wenn ihr noch 8 weitere Monate Elterngeld bezieht, euer zweites Kind aber bereits nächsten Monat das dritte Lebensjahr vollendet, dann fällt in zwei Monaten der Geschwisterbonus weg.

Falls ihr Zwillinge oder sogar Mehrlinge bekommt, dann erhaltet ihr zusätzlich zu eurem Basiselterngeld einen Zuschlag in Höhe von 300 EUR für jedes weitere Kind. Bei Zwillingen erhaltet ihr also 300 EUR zusätzlich, bei Vierlingen wären dies 900 EUR. Einen zusätzlichen Geschwisterbonus erhaltet ihr bei einer Mehrlingsgeburt allerdings nicht.

Anrechnung von Einkommen während des Elterngeldbezugs

Auch während eurer Elternzeit dürft ihr bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Es gibt nun zwei wichtige Aspekte, die ihr berücksichtigen solltet:

  • Falls ihr mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet, entfällt euer Anspruch auf Elterngeld für den entsprechenden Monat
  • Alles, was ihr durch eure Erwerbstätigkeit während des Bezugszeitraumes verdient, wird direkt auf euer Elterngeld angerechnet. Es gibt hier keinen Freibetrag oder Ähnliches

Die Anrechnung eurer Einkünfte geschieht entweder im Nachhinein. Dann wird euch die Elterngeldstelle irgendwann nach euren Einkünften für den Elterngeld-Bezugszeitraum fragen. Oder aber eure Einkünfte werden bereits vorab bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt. Wenn ihr das wünscht, dann könnt ihr der Elterngeldstelle auch schon bei Antragstellung mitteilen, wie viel ihr während eurer Elternzeit arbeiten und verdienen werdet (so genannte Selbsteinschätzung).

Die Elterngeldstelle berechnet dann über eine Differenzrechnung ein angepasstes Elterngeldbrutto, d.h. sie zieht von eurem zugrunde gelegten Einkommen im Bemessungszeitraum den voraussichtlichen monatlichen Zuverdienst ab. Für die Ermittlung des Elterngeldnettos gelten dann die gleichen steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Abzugsmerkmale, die die Elterngeldstelle auch ohne den Zuverdienst angesetzt hätte. Das heißt im Klartext: Es hat keinen Einfluss auf die Anrechnung eures Verdienstes auf das Elterngeld, wenn ihr nach der Geburt wieder in eine ungünstigere Steuerklasse (z.B. Steuerklasse V) wechselt, um euer Nettoeinkommen zu minimieren.

Wie viel Elterngeld kann ich bekommen?

Die Höhe Ihres Elterngelds hängt von folgenden Fragen ab:

  • Beantragen Sie Basiselterngeld oder ElterngeldPlus?
  • Wie viel Einkommen hatten Sie bisher?
  • Wie viel Einkommen werden Sie haben, während Sie Elterngeld beziehen?
  • Bekommen Sie noch andere staatliche Leistungen?
  • Bekommen Sie Zwillinge oder weitere Mehrlinge?
  • Haben Sie bereits weitere kleine Kinder?

Je nach Einkommen beträgt

  • Basiselterngeld zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich und
  • ElterngeldPlus zwischen 150 und 900 Euro monatlich.

Wenn Sie mehrere Kinder haben, können Sie Zuschläge bekommen, zum Beispiel bei Zwillingen oder bei älteren Geschwistern.

Den Mindestbetrag von 300 Euro Basiselterngeld oder 150 Euro ElterngeldPlus können Sie auch bekommen, wenn Sie bisher kein Einkommen hatten. Sie erhalten den Mindestbetrag zum Beispiel auch, wenn Sie nach der Geburt genauso viel verdienen wie davor.

Wie hoch das Elterngeld in Ihrem Fall ist, können Sie unverbindlich ausrechnen lassen von unserem Elterngeld-Rechner.

Höhe von Basiselterngeld

Als Basiselterngeld bekommen Sie normalerweise 65 % des Netto-Einkommens, das Sie vor der Geburt hatten und das nach der Geburt wegfällt. Das bedeutet:

  • In den Lebensmonaten, in denen Sie kein Einkommen haben, beträgt das Basiselterngeld 65 % Ihres Netto-Einkommens vor der Geburt.
  • In den Lebensmonaten, in denen Sie Einkommen haben, beträgt das Basiselterngeld 65 % des Unterschieds zwischen Ihrem Netto-Einkommen vor der Geburt und Ihrem Netto-Einkommen danach.

Als Netto-Einkommen vor der Geburt werden maximal 2.770 Euro berücksichtigt.

Mehr Elterngeld für Geringverdienerinnen und Geringverdiener

Wenn Sie vor der Geburt Ihres Kindes weniger als 1.240 Euro Netto-Einkommen hatten, bekommen Sie mehr Elterngeld. Denn dann steigt der Prozentsatz, den Sie von Ihrem Einkommens-Unterschied als Elterngeld bekommen. Je weniger Netto-Einkommen Sie hatten, desto größer ist der Prozentsatz:

  • Wenn Sie zwischen 1.240 und 1.200 Euro hatten, steigt der Prozentsatz in kleinen Schritten von 65 % auf 67 %. Bei 1.238 Euro bekommen Sie 65,1 %, bei 1.236 Euro bekommen Sie 65,2 % und so weiter.
  • Wenn Sie zwischen 1.200 Euro und 1.000 Euro hatten, bekommen Sie 67 %.
  • Wenn Sie weniger als 1.000 Euro hatten, steigt der Prozentsatz wieder in kleinen Schritten auf bis zu 100 %. Je 2 Euro, die Ihr Einkommen unter 1.000 Euro lag, steigt der Prozentsatz um 0,1 %. Bei 998 Euro bekommen Sie 67,1 %, bei 996 Euro bekommen Sie 67,2 % und so weiter.

Sie bekommen in jedem Fall den Elterngeld-Mindestbetrag, auch wenn Sie gar kein Einkommen hatten.

Wie hoch das Elterngeld in Ihrem Fall sein könnte, können Sie unverbindlich ausrechnen lassen von unserem Elterngeld-Rechner.

Höhe von ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus

Das ElterngeldPlus wird genauso berechnet wie das Basiselterngeld. ElterngeldPlus ist aber in der Höhe begrenzt auf die Hälfte dessen, was Sie als Basiselterngeld theoretisch bekommen würden, wenn Sie nach der Geburt kein Einkommen hätten. Diese Grenze nennt man „Deckelungsbetrag“. Dafür können Sie ElterngeldPlus doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld.

Der Partnerschaftsbonus wird genauso berechnet wie das ElterngeldPlus.

Wenn Sie nach der Geburt kein Einkommen haben, ist das ElterngeldPlus immer halb so hoch wie das Basiselterngeld. Sie können sich also beispielsweise für ElterngeldPlus entscheiden, um den Zeitraum zu verlängern, in dem Sie Elterngeld bekommen. Ihr Elterngeld wird dann insgesamt nicht weniger, sondern nur auf einen längeren Zeitraum verteilt.

ElterngeldPlus kann sich besonders lohnen, wenn Sie nach der Geburt Einkommen haben – zum Beispiel, weil Sie Teilzeit arbeiten. Dann kann es sein, dass das ElterngeldPlus genauso hoch ist wie das Basiselterngeld mit Einkommen. Trotzdem können Sie ElterngeldPlus doppelt so lange bekommen wie Basiselterngeld.

Mindestbetrag und Höchstbetrag

Basiselterngeld beträgt mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Das bedeutet: Sie bekommen als Basiselterngeld mindestens 300 Euro, auch wenn Sie vor der Geburt gar kein Einkommen hatten oder auch wenn bei Ihnen nach der Geburt kein Einkommen wegfällt, weil Sie weiter in gleicher Teilzeit arbeiten. Wenn Sie vor der Geburt Einkommen hatten und die Berechnung weniger als 300 Euro ergibt, bekommen Sie ebenfalls den Mindestbetrag.

ElterngeldPlus und der Partnerschaftsbonus betragen mindestens 150 Euro und höchstens 900 Euro.

Mehr Elterngeld können Sie bekommen, wenn Sie mehrere Kinder haben.

Wie kann ich den Bezug des Elterngelds planen?

Dazu können Sie zum Beispiel unseren Elterngeld-Rechner verwenden. Den Elterngeld-Rechner gibt es auch in einer Variante mit Planer. Mit dieser Variante können Sie genau planen, wann Sie welche Elterngeld-Variante bekommen möchten. So können Sie ausprobieren, wie sich Elterngeld und ElterngeldPlus für Sie am sinnvollsten kombinieren lassen. Außerdem können Sie unverbindlich ausrechnen lassen, wie hoch das Elterngeld in Ihrem Fall voraussichtlich sein wird.

Zum Elterngeldrechner

Weitere Hilfe erhalten Sie bei Ihrer Elterngeldstelle. Welche Elterngeldstelle für Sie zuständig ist, können Sie unter Beratung vor Ort mithilfe Ihrer Postleitzahl herausfinden.

Ist das ElterngeldPlus immer halb so hoch wie das Basiselterngeld?

Nein, wie hoch Ihr ElterngeldPlus ist, hängt auch davon ab, wie viel Einkommen Sie nach der Geburt Ihres Kindes haben – zum Beispiel, weil Sie Teilzeit arbeiten. Nur wenn Sie nach der Geburt gar kein Einkommen haben, ist das monatliche ElterngeldPlus halb so hoch wie das monatliche Basiselterngeld. Dafür können Sie es doppelt so lang bekommen – egal, wie viel Einkommen Sie nach der Geburt Ihres Kindes haben.

Wird das Elterngeld besteuert?

Das Elterngeld selbst ist steuerfrei, Sie müssen also keine Steuern dafür zahlen. Allerdings unterliegt das Elterngeld dem sogenannten „Progressionsvorbehalt“. Das heißt: Das Elterngeld wird berücksichtigt, wenn Ihr Steuersatz berechnet wird. Das kann dazu führen, dass Sie einen höheren Steuersatz bekommen. Dann müssen Sie für Ihr übriges Einkommen mehr Steuern zahlen. Deshalb müssen Sie das Elterngeld auch in Ihrer Steuererklärung angeben.

Elterngeld-Rechner: Elterngeld und Elterngeld Plus ganz schnell berechnen

Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung für Eltern, die ihr Kind nach der Geburt hauptsächlich selbst betreuen. Mit unserem Elterngeld-Rechner könnt ihr ganz leicht euer Elterngeld berechnen.

Mit unserem Elterngeld-Rechner könnt ihr euren Anspruch auf Elterngeld schnell und einfach selbst ermitteln. Denn wieviel Elterngeld euch genau zusteht, hängt von Einkommen, Einkommenszeitraum und Betreuungsaufteilung ab. Hier findet ihr alle Regeln auf einen Blick!

Elterngeld-Rechner: Ganz schnell Elterngeld berechnen

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Elterngeld-Höhe: Die Elterngeld-Rechnung erklärt

Als Lohnersatzleistung hängt die Elterngeld-Höhe vom Einkommen vor der Geburt ab. Dabei können Paargemeinschaften maximal zwölf Monate, Alleinerziehende 14 Monate lang Elterngeld beziehen. Als Berechnungsgrundlage fürs Elterngeld dient euer durchschnittliches Einkommen in den zwölf Monaten vor der Geburt.

Habt ihr in diesem Zeitraum vor der Geburt kein Einkommen bezogen, liegt euer Basiselterngeld bei 300 € monatlich. Ansonsten gilt: Das Basiselterngeld beträgt 67 % eures durchschnittlichen Netto-Einkommens und liegt bei maximal 1.800 €.

Möchtet ihr Elterngeld Plus beziehen, liegt der Betrag zwischen 150 und 900 €. Dabei verfällt der Elterngeld-Anspruch bei Einkommen über 250.000 € im Jahr. Dazu muss Elterngeld nicht versteuert werden. Und bei Mehrlingen erhöhen sich der Mindest- und Höchstbetrag um jeweils 300 €.

Du willst das meiste aus dem Elterngeld holen? Hier ein paar Tipps, wie du deinen Satz steigern kannst:

Familienleben

Tipps und Tricks für mehr Elterngeld

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Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

Gemeinsam können Eltern maximal 14 Monate Elterngeld erhalten. Dabei könnt ihr untereinander aufteilen, wer wie lange zu Hause bleibt. Übernimmt ausschließlich ein Elternteil die Betreuung, könnt ihr maximal für ein Jahr Elterngeld beziehen. Nimmt euer Partner mindestens zwei Monate Elternzeit, könnt ihr für insgesamt 14 Monate Elterngeld erhalten.

Gut zu wissen!

20 Fragen zum Elterngeld: Das musst du wissen

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Elterngeld Plus: Was ändert sich?

Seit dem 1. Juli 2015 gibt es eine Elterngeld-Regelung, die sich für Familien, die Teilzeit arbeiten, günstig auswirkt. Bis dahin lohnte es sich für Eltern kaum, Teilzeit zu arbeiten, so lange sie Anspruch auf Elterngeld haben.

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Elterngeld Plus – Mehr Geld für Eltern in Teilzeit

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So könnt ihr mit Elterngeld Plus bis zu 28 Monate Elterngeld beziehen, wenn beide Eltern in Teilzeit arbeiten. Dabei beträgt das Eltergeld Plus maximal die Hälfte des regulären Elterngeldes.

Elterngeld Plus: Partnerschaftsbonus erhalten

Teilt ihr euch die Betreuung und arbeitet mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, erhaltet ihr zusätzlich den Partnerschaftsbonus. Und verlängert so das Elterngeld Plus um vier Monate.

Elterngeld, Elternzeit, Mutterschutz: Was du wissen musst

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da musste sich Frau zwischen Kind und Karriere entscheiden. Beides unter einen Hut zu bringen, war schlicht unmöglich. Nicht nur in finanzieller Hinsicht – weder Arbeitgeber noch Gesellschaft hatten genügend Fantasie, um sich eine Managerin mit Kinderwagen vorzustellen.

Doch zum Glück ändert sich das. Frauen dürfen sich heutzutage beides wünschen und der Gesetzgeber hat viel dafür getan, dass sie sich diesen Wunsch auch erfüllen können. Dennoch: Ein Kind stellt die eigene Welt im positiven Sinne auf den Kopf. Da ist es nur natürlich, dass du dich mit zahlreichen Fragen konfrontiert siehst.

Wie wird die Schwangerschaft deine Karriere beeinflussen? Und welche Folgen hat die Karriere für dein Kind? Mit diesem Konflikt bist du nicht allein. Egal ob du als werdende Mutter gerade erst eine Ausbildung angefangen hast, ob du gerade auf Jobsuche bist oder schon ganz weit oben auf der Karriereleiter stehst – du stellst dir Fragen wie: „Werde ich genügend Zeit für mein Kind haben?“, „Kann ich es mir überhaupt leisten, für ein Kind zu sorgen?“, „Was passiert, wenn ich meinen Job verliere?“ oder „Wie finde ich danach im Beruf wieder den Anschluss?“

Du arbeitest in Vollzeit, steckst mitten in der Ausbildung oder gehst einer Nebenbeschäftigung nach – eine Sache ist bei allen Szenarien sicher: Das deutsche Recht lässt dich nicht im Stich. Als werdende Mutter hast du deinem Arbeitgeber gegenüber umfangreiche Rechte aus dem Mutterschutzgesetz und kannst die Vorteile der Elternzeit genießen. Außerdem bekommst du finanziellen Rückhalt vom Staat. Wir haben dir nachfolgend die wichtigsten Punkte zusammengestellt.

  • Mutterschutz und Elternzeit: Was ist der Unterschied?
  • Der Mutterschutz
    • Die wichtigsten Fakten aus dem Mutterschutzgesetz
  • Die Elternzeit
    • Die wichtigsten Fakten aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
  • Elterngeld berechnen: Ein hilfreicher Überblick
  • Rückkehr aus der Elternzeit
  • Arbeitslos nach der Elternzeit
  • Elterngeld, Elternzeit, Mutterschutz: Alles zusammengefasst

Mutterschutz und Elternzeit: Was ist der Unterschied?

Mutterschutz und Elternzeit sichern jungen Eltern in spe vielfältige Rechte zu. Es lohnt sich also, sich mit den jeweiligen Inhalten zu befassen. Damit du sie nicht so schnell verwechselst, hier eine kleine Eselsbrücke:

  • Mutterschutz greift während der Schwangerschaft und schützt die werdende Mutter vor Kündigung und potenziellen Gefahren am Arbeitsplatz.
  • Elternzeit beginnt ab der Entbindung und kann von beiden Elternteilen beansprucht werden.

Sowohl während dem Mutterschutz als auch während der Elternzeit hast du Anspruch auf staatliche Leistungen, die deine Existenz sichern:

  • das Mutterschaftsgeld
  • das Elterngeld
  • das Arbeitslosengeld

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Der Mutterschutz

„Schwanger. Wie sag ich’s meinem Chef?“

Natürlich solltest du dir sicher sein, dass du auch wirklich schwanger bist, bevor du die Pferde scheu machst. Doch Angst vor dem Gespräch mit deinem Chef ist fehl am Platze. Rede nur möglichst bald mit ihm, denn erst dann profitierst du von den Vorteilen des Mutterschutzgesetzes. Er wird die Landesbehörde für Arbeitsschutz informieren und die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen an deinem Arbeitsplatz umsetzen.

Die wichtigsten Fakten aus dem Mutterschutzgesetz

Informationspflicht

Eine generelle Informationspflicht gegenüber deinem Arbeitgeber besteht nicht. Ist in deinem Arbeitsvertrag eine Treuepflicht aufgeführt? Wenn ja, könntest du deinem Arbeitgeber gegenüber schadenersatzpflichtig sein, falls du ihm die Schwangerschaft verschweigst. Auf Führungsebene und in hochspezialisierten Abteilungen muss er sich rechtzeitig um eine Vertretung kümmern können. Du solltest deinen Chef daher sehr schnell informieren.

Arbeitszeit

Für Arztbesuche wirst du bei voller Bezahlung freigestellt. Versäumte Arbeitszeit muss nicht nachgeholt werden. Bei manchen Berufen oder Tätigkeiten gelten Einschränkungen, wie beispielsweise Akkord- oder Nachtarbeit. In manchen Fällen gibt es von Arzt oder Aufsichtsbehörde auch ein Beschäftigungsverbot.

Die eigentliche Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem Geburtstermin. Jetzt darfst du nur noch auf ausdrücklichen eigenen Wunsch arbeiten und diesen Entschluss auch wieder abändern. Bis acht Wochen nach der Entbindung darfst du nicht arbeiten. Resturlaub kannst du ins Folgejahr übertragen.

Kündigungsschutz

Ab Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung genießt du einen gesetzlichen Kündigungsschutz. Ausnahmen hiervon können nur von der obersten Landesbehörde für Arbeitsschutz genehmigt werden, wobei du hier auch Widerspruch einlegen kannst. Befristete Arbeitsverträge dürfen zwar nicht gekündigt werden, laufen aber fristgerecht ab.

Falls dir dein Arbeitgeber gekündigt hat, weil er von deiner Schwangerschaft nichts wusste, dann hast du bis zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung noch Zeit, ihn (per Einwurfeinschreiben) zu informieren. Dein Arbeitgeber muss die Kündigung dann zurückziehen. Allerdings nur dann, wenn du schon vor der Kündigung schwanger warst.

Das Mutterschaftsgeld

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt während der Mutterschutzfrist eine Tagespauschale, das sogenannte Mutterschaftsgeld, das der Arbeitgeber bezuschusst. Die Höhe deines Mutterschaftsgeldes richtet sich nach deinem durchschnittlichen Nettoverdienst in den drei Monaten vor Beginn der Mutterschutzfrist. Einmalige Zahlungen wie das Weihnachtsgeld werden dabei nicht berücksichtigt.

Um Mutterschaftsgeld zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes. Falls dir vor Kurzem eine Gehaltserhöhung zugesagt wurde, dann lass dir das schnellstmöglich schriftlich bestätigen, auch wenn sie erst nach deiner Rückkehr an den Arbeitsplatz wirksam wird. Dein Mutterschaftsgeld wird dadurch nicht beeinträchtigt, da für dessen Berechnung nur die letzten drei Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist herangezogen werden.

Ausführliche Informationen zum Mutterschutzgesetz findest du auch online beim BMFSFJ, dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

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Elternzeit

Der richtige Zeitpunkt ist hier das alles entscheidende Kriterium. Denn im Gegensatz zum Mutterschutz handelt es sich bei der Elternzeit um eine freiwillige Pause vom Job, zu der beide Elternteile berechtigt sind. Der jeweilige Arbeitgeber muss dich bzw. deinen Partner also unbezahlt freistellen und den Arbeitsplatz freihalten – vorausgesetzt, ihr kümmert euch selbst um die Kinderbetreuung. Ihr dürft euer Kind während der Elternzeit also nicht ganztags in die Kita bringen, während ihr ein Start-up gründet. Aber wie lässt sich die Dauer der Elternzeit berechnen und aufteilen? Ist auch der Vater vor Kündigungen geschützt? Genau diese Fragen beantwortet der Überblick:

Die wichtigsten Fakten aus dem Bundeselterngeld- und Elterngeldgesetz:

Anmeldefristen

  • Zur Beantragung der Elternzeit genügt es, wenn ihr euch auf die gewünschten Zeiträume festlegt und eure Arbeitgeber schriftlich darüber informiert.
  • Ist das Kind noch jünger als drei Jahre, beträgt die Anmeldefrist mindestens sieben Wochen. Zwischen dem dritten und achten Lebensjahr erhöht sich die Frist auf 13 Wochen.

Dauer der Elternzeit

  • Elternzeit kann für höchstens drei Jahre beansprucht werden. Sie endet mit der Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes.
  • Die ersten zwei Jahre der Elternzeit können in den ersten beiden Lebensjahren des Kindes genommen werden. Das dritte Jahr könnt ihr euch mit Zustimmung des Arbeitgebers bis zur Vollendung des achten Lebensjahres aufsparen.
  • Beide Elternteile können die Elternzeit gemeinsam voll beanspruchen oder sich abwechseln.
  • Hängen Mütter die Elternzeit ans Ende ihres Mutterschutzes, wird diese Zeit angerechnet. Das heißt, wenn du als Mutter die gesamte Elternzeit nimmst, endet diese ebenso mit Vollendung des dritten Lebensjahres deines Kindes.

Kündigungsschutz

  • Der Kündigungsschutz bei der Elternzeit greift eine Woche vor Beginn (bei Geburten vor dem 01.07.2015 sind es acht Wochen vorher).
  • Mütter können vom Mutterschutz gleich in die Elternzeit gehen und ihren Chef deshalb auch früher informieren.
  • Väter sollten sich besser an die genannte Frist halten, da der Kündigungsschutz erst 8 bzw. 14 Wochen vor dem gewünschten Beginn der Elternzeit greift. Weiß der Chef schon früher Bescheid, kann er kündigen.

Elterngeld

Der Staat zahlt Eltern, die ihr Kind nach der Geburt betreuen möchten, ein sogenanntes Elterngeld. Laut Bundesfinanzministerium soll es den Eltern ermöglichen, auf ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend zu verzichten, damit sie mehr Zeit für die Betreuung ihrer Kinder haben. Der hierbei entstehende Einkommensverlust soll vom Elterngeld abgefangen werden.

  • Elterngeld muss selbst beantragt werden, und zwar bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes. Da die Länder unterschiedlich strukturiert sind, erkundigst du dich am besten direkt bei deiner Stadtverwaltung nach deinem Ansprechpartner.
  • Elterngeld kann erst dann beantragt werden, wenn das Kind auf der Welt ist. Dann aber haben Eltern nur bis zu drei Monate Zeit, um noch rückwirkend für diesen Zeitraum Geld zu bekommen. Falls ihr euch noch nicht einig seid, wie ihr eure Zeit über die 14 Monate hinweg unter euch aufteilen wollt, könnt ihr das später noch ändern.
  • Elterngeld können diejenigen Eltern beanspruchen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und mit ihrem Kind in einem Haushalt leben, es selbst betreuen und erziehen sowie nicht oder nicht voll erwerbstätig sind.
  • Warst du vor der Geburt arbeitssuchend, kannst du bei der Arbeitsagentur oder der Elterngeldstelle Elterngeld beantragen.
  • Für mindestens zwei und maximal 14 Monate ab dem Geburtstag des Kindes wird Elterngeld gezahlt. Alleinerziehende können diesen Betrag allein beanspruchen; Paare beanspruchen ihn gemeinsam auf 14 Monate, wenn sie sich beide der Kindererziehung widmen, wobei sie die Monate frei unter sich aufteilen können. Dabei kann ein Elternteil mindestens zwei und höchstens 12 Monate Elterngeld beanspruchen.
  • Während die Mutter in Mutterschutz ist, kann der Vater schon Elterngeld erhalten, denn die Mutterschutzleistungen werden nur auf das Elterngeld der Mutter angerechnet.
  • Stichtag bei angenommenen Kindern ist der Moment, in dem die Kinder in die Familie kommen, jedoch maximal bis zum Ende des achten Lebensjahres. Das Geld wird für jeden Lebensmonat des Kindes ausbezahlt.

Ausführliche Informationen zu Elternzeit und Elterngeld findest du auch online beim BMFSFJ sowie in unserem Artikel zum Elterngeld.

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Elterngeld berechnen: Ein hilfreicher Überblick

Eine entscheidende Frage zum Elterngeld ist noch offen: Wie viel Elterngeld steht dir zu?

  • Die Berechnung des Elterngeldes basiert auf dem durchschnittlichen Nettomonatseinkommen, das du im Jahr vor der Geburt deines Kindes erzielt hast.
  • Studierende, Hausfrauen, Hausmänner sowie Eltern, die wegen der Betreuung älterer Kinder nicht gearbeitet haben, erhalten den Mindestbetrag von 300 Monat im Monat.
  • Wer jedoch wegen der Kinderbetreuung die eigene Berufstätigkeit unterbrochen hat, erhält 65 % des durchschnittlichen Monatseinkommens, das im Zeitraum von 12 Monaten vor der Geburt des Kindes erwirtschaftet wurde. Die Obergrenze des Elterngeldes beträgt hier 1.800 Euro.
  • Betreut ein Elternpaar mehrere Kinder, gibt es Zuschläge. Bei zwei Kindern unter drei Jahren oder drei und mehr Kindern unter sechs Jahren wird ein Geschwisterbonus von 10 % gewährt, jedoch mindestens 75 Euro. Bei Mehrlingsgeburten gibt es einen Zuschlag von 300 Euro für das zweite und jedes weitere Kind.
  • Hartz-IV-Empfänger gehen leider leer aus, da das Elterngeld als Einkommen auf den Bezug von Hartz-IV-Leistungen angerechnet wird.
  • Warst du vor der Geburt arbeitssuchend, kannst du bei der Arbeitsagentur oder der Elterngeldstelle Elterngeld beantragen.

Das Bundesministerium (BMFSFJ) hat hier einen Elterngeldrechner veröffentlicht, mit dem du dir einen ersten Überblick verschaffen kannst.

Wenn du während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten möchtest, kannst du dich auch für das Elterngeld Plus entscheiden. Im Gegensatz zum Basiselterngeld bekommst du hier zwar nur maximal die Hälfte ausbezahlt, aber doppelt so lange. Die tatsächliche Höhe deines Elterngeld Plus hängt von der Höhe deines Teilzeiteinkommens ab.

Übrigens: Vorsicht beim Wechseln der Steuerklasse während der Schwangerschaft. Bei der Berechnung des Elterngeldes zählt die Steuerklasse, die zwölf Monate vor dem Geburtsmonat überwiegt. Demzufolge müsstest du als werdende Mutter spätestens sieben Monate vor dem Geburtsmonat in die günstigere Steuerklasse III wechseln. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht, dass sie schwanger sind.

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Rückkehr aus der Elternzeit

Der Wiedereinstieg ins Berufsleben klingt zunächst einfach, ist aber ähnlich schwierig wie nach einem Sabbatical. Auch wenn du in dieser Zeit nicht über die Weltmeere gesegelt bist, so warst du doch über eine ganz schön lange Zeit mit dem Heranwachsen deines Kindes beschäftigt. Damit der Wiedereinstieg in den Berufsalltag problemlos funktioniert, hier vier wichtige Tipps.

Wie komme ich nach der Elternzeit zurück ins Berufsleben?

1. Halte den Kontakt: Je früher du weißt, wann du wieder in den Beruf zurückkehren willst, desto besser. Noch besser, wenn das auch deine Vorgesetzten und Kollegen wissen. Sorge dafür, dass du den Kontakt zu deinem Unternehmen nicht verlierst. Gehe zu wichtigen Treffen oder lass dich telefonisch mit Neuigkeiten versorgen, insbesondere von der Person, die dich während der Elternzeit vertritt.

2. Bleibe fachlich am Ball: Je nach Beruf kann es auch wichtig sein, dass du fachlich auf dem Laufenden bleibst – sei es durch Fachmagazine oder auch eine Weiterbildung, die du zu Hause absolvieren kannst. Damit fühlst du dich nach deiner Rückkehr nicht als fünftes Rad am Wagen und kannst auch fachlich nahtlos mitreden.

3. Plane die Kinderbetreuung: Eine zuverlässige Kinderbetreuung nimmt dir viel Last von den Schultern. Gerade bei professionellen Kinderbetreuungsdiensten lohnt es sich, rechtzeitig deren Kapazitäten anzufragen. Schaue dich auch in deinem familiären Umfeld um: Gibt es Oma und Opa, die kurzfristig einspringen können oder sich vielleicht auch darüber hinaus bei der Kinderbetreuung mehr engagieren wollen? Falls du im Freundeskreis Eltern mit Kindern hast, könnt ihr euch auch abwechselnd unterstützen.

4. Denke an dich selbst: Was nützt es dem Kind, wenn du irgendwann zusammenklappst? Auch dein Partner hat nichts davon, wenn du dich bei all deinen Pflichten verausgabst. Gönne dir regelmäßige Pausen, um deine Akkus aufzuladen. Am besten reservierst du dir dafür täglich eine kleine Auszeit in deinem Kalender – und sei es nur für einen kurzen Spaziergang um den Block. Je besser es dir geht, desto besser geht es auch deinen Lieben.

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Arbeitslos nach der Elternzeit?

Was nützt der beste Plan, wenn er nicht funktioniert? Ja, manchmal spielt das Leben nach seinen eigenen Regeln und es klappt einfach nichts, was man sich vorgenommen hat. Mit dieser Sorge stehst du auch nicht alleine da, denn vielen frisch gebackenen Eltern fällt es schwer, in den Beruf zurückzukehren. Lass uns den Worst Case mal gedanklich durchspielen:

Was wäre, wenn … du nach der Elternzeit deinen Job verlierst? Dann hast du Anspruch auf Arbeitslosengeld. Wenn du bereits vor der Geburt des Kindes arbeitslos warst, erhältst du auch nach der Elternzeit weiterhin staatliche Unterstützung. Allerdings musst du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Kinder- und Elterngeld wird als Einkommen angerechnet, sodass sich der Hartz-IV-Satz entsprechend verringert. Haben die Eltern vor der Geburt ihres Kindes aufstockendes Hartz-IV erhalten, können sie beim Elterngeld einen Freibetrag von bis zu 300 Euro geltend machen.

Was wäre, wenn … du berufstätig warst, deinen zuvor ausgeübten Beruf aber nicht mehr ausüben kannst? Dann meldest du dich arbeitslos, um Arbeitslosengeld zu erhalten – vorausgesetzt, du hast in den letzten zwei Jahren mindestens zwölf Monate lang eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt und an 150 Tagen ein Arbeitsentgelt erzielt.

Diese Lösung ist vor allem dann interessant, wenn sich deine frühere Tätigkeit mit einem frisch gebackenen Familienleben nicht vereinbaren lässt, wie beispielsweise ein Beruf mit häufigen, intensiven Reisezeiten oder langen Auslandsaufenthalten. Vielleicht steht hier eine personelle Umstrukturierung bevor oder ein Jobwechsel ist unvermeidbar. Lass dich beraten, bevor du so einen Job selbst kündigst. Auch wenn du durch das Arbeitslosengeld finanziell abgesichert bist, kannst du nicht einfach jeden Job ablehnen und musst dem Arbeitsmarkt generell zur Verfügung stehen. So manche Eltern sind hier durch vorschnelle Aktionen schon vom Regen in die Traufe gekommen.

Die Höhe deines Arbeitslosengelds richtet sich nach deinen Einkünften vor der Elternzeit und beträgt 67 % des letzten Nettogehalts. Hast du in den letzten zwei Jahren weniger als 150 Tage gearbeitet, wird dein Arbeitslosengeld anhand einer Pauschale ermittelt, dem sogenannten fiktiven Arbeitsentgelt. Dieses kann jedoch deutlich niedriger ausfallen.

Ausführliche Informationen zu den Theman „Schwanger und arbeitslos“, „Arbeitslosengeld nach der Elternzeit“ und wie du dein Arbeitslosengeld berechnen kannst, findest du auch im kostenlosen Hartz-IV-Ratgeberportal.

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Elterngeld, Elternzeit, Mutterschutz: Alles zusammengefasst

  1. Lass dich von einem Anwalt beraten: Die Gesetze rund um das Thema Mutterschutz und Elternzeit orientieren sich an den persönlichen und beruflichen Verhältnissen der betroffenen Personen. Auch gibt es immer wieder mal Änderungen oder Ergänzungen der bestehenden Rechtslage. Das heißt: Selbst der beste Artikel kann nicht jeden individuellen Aspekt berücksichtigen und deshalb nur einen ersten allgemeinen Überblick bieten. Hol dir gegebenenfalls Rat von einem erfahrenen Anwalt. Die Erstberatungsgebühr in Höhe von 226,10 Euro (§ 34 RVG) ist gut investiertes Geld. Mit einem Beratungshilfeschein bekommst du diese Erstberatung auch kostenlos, sofern du ihn VOR der Beratung beantragst.
  2. Es gibt Lösungen: Lass dich von nichts und niemandem entmutigen. Es gibt kein Problem, das man nicht lösen könnte.
  3. Stimme dich mit deinem Partner ab: Wenn du einen Partner hast, dann überlegt gemeinsam, wie ihr die Zeit während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Babys gestalten wollt. Wer organisiert was? Wollt ihr Elternzeit nehmen? Wie sehen eure Wünsche für die Kinderbetreuung aus? Wenn du dein Kind alleine erziehst, musst du etwas mehr organisieren, kannst dafür aber alleine entscheiden.
  4. Informiere den Arbeitgeber rechtzeitig: Erzähl deinem Chef so früh wie möglich von deiner Schwangerschaft, damit du dich und dein Kind vor möglichen Gefahren am Arbeitsplatz schützen kannst.
  5. Teile deinem Arbeitgeber rechtzeitig mit, ob und wie lange du Elternzeit nehmen willst.
  6. Halte Kontakt: Wenn du nach der Elternzeit an deinen früheren Arbeitsplatz zurückkehren willst, halte auch während deiner Abwesenheit Kontakt zu deinen Kollegen am Arbeitsplatz. Sorg vor allem dafür, dass du fachlich auf dem Laufenden bleibst.
  7. Beachte die Antragsfristen: Stelle rechtzeitig deine Anträge für Mutterschaftsgeld (möglichst vor der Entbindung) und Elterngeld (kann erst nach der Geburt beantragt werden). Wenn du auf Arbeitslosengeld angewiesen bist, dann achte auch hier auf die Einhaltung der Fristen.
  8. Tausche dich gerne mit anderen Müttern und Vätern aus: Vielleicht könnt ihr sogar eine private Kinderbetreuung organisieren oder Kinderkleidung tauschen. Verlasse dich dennoch immer auf deinen eigenen Instinkt und höre im Zweifel lieber auf Fachleute, statt dir Angst einreden zu lassen.
  9. Schöpfe die Zeit voll aus: Freue dich auf die aufregende Zeit mit deiner Familie und genießt euer Glück.

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