Geburt wann ins krankenhaus fahren

Die allermeisten Schwangeren entscheiden sich für eine Geburt in einer Klinik. Vorausgesetzt, Du bist nicht eine der wenigen Frauen, die sich für eine Hausgeburt oder Alleingeburt entschieden haben, musst Du irgendwann eine wichtige Entscheidung treffen: Wann ist es Zeit, mit Wehen ins Krankenhaus zu fahren? Diesen Zeitpunkt richtig zu bestimmen, also nicht zu früh und nicht zu spät, ist gar nicht so einfach. Um Dir eine Hilfestellung zu geben, erkläre ich Dir in diesem Artikel die wichtigsten Fakten und Anhaltspunkte über Wehen und die Fahrt ins Krankenhaus. Du erfährst auch, in welchen Fällen Du umgehend in die Geburtsklinik fahren solltest.

Geburtswehen: Wann ins Krankenhaus?

Übungswehen vs. Geburtswehen

Manchmal schon weit vor der 30. SSW setzen bei vielen Frauen Übungswehen ein. Diese sind zwar mitunter unangenehm bis leicht schmerzhaft, aber harmlos. Der Bauch wird hart, der Uterus zieht sich zusammen. Allerdings sind diese Vorwehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen oder Alvarez-Wellen genannt, nicht muttermundswirksam. Das heißt, sie verkürzen nicht den Muttermund und lösen nicht die Geburt aus.

Tatsächlich sind die Übungswehen bzw. Vorwehen, notwendig, um die Gebärmuttermuskulatur auf wirksame Geburtswehen vorzubereiten, sozusagen zu „trainieren“. Während der Vorwehen werden entsprechende Rezeptoren gebildet, an denen später die Hormone ansetzen können.

Im Gegensatz zu echten Geburtswehen kommen Vorwehen unregelmäßig, sind fast schmerzlos und verschwinden von selbst wieder. Sie lassen sich durch Wärme lindern.

Vorwehen – Wann ins Krankenhaus?

Vorwehen sind also grundsätzlich eine gute Sache und nicht behandlungsbedürftig. In manchen Fällen können sie aber so stark werden, dass sie Dein Wohlbefinden und Deine Schwangerschaft beeinträchtigen. Wann immer Du Dir nicht sicher bist, ob die Intensität der Wehen, die Du hast, wirklich noch Vorwehen oder schon echte Wehen sind, solltest Du zur Sicherheit ins Krankenhaus. Der Übergang kann fließend sein.

Bei einer tiefsitzenden Plazenta oder Plazenta Praevia können sehr starke Übungs- oder Vorwehen außerdem Blutungen auslösen. Blutungen in der Schwangerschaft solltest Du immer ärztlich abklären lassen.

In welcher SSW beginnen die Senkwehen?

Die ersten „echten“ Wehen, die die meisten Frauen spüren, sind die sogenannten Senkwehen. Diese können entstehen, wenn sich der Kopf Deines Babys ins Becken absenkt. Senkwehen unterscheiden sich in Intensität und Wahrnehmung oft kaum von den Übungswehen oder Vorwehen, die Du vielleicht schon kennst.

In welcher Woche Dein Baby ins Becken rutscht, ist sehr individuell. Bei manchen Schwangerschaften passiert das schon ab der 30. SSW, andere Babys rutschen bis kurz vor der Geburt nicht hinunter. Nach den Senkwehen sieht Dein Bauch etwas anders aus als vorher, er ist tatsächlich weiter unten.

Häufig findet man als Faustregel, wann man mit Wehen ins Krankenhaus fahren soll,

  • einen Zeitabstand von 5 Minuten zwischen den Wehen und
  • eine Mindestdauer der Wehen von 1 Minute.

Weil beim zweiten und jedem weiteren Kind die Geburt weniger lang dauert, solltest Du dann schon bei einem Wehenabstand von 10 Minuten in die Klinik.

Allerdings kann diese Frequenzangabe auch irreführend sein, denn eine Geburt läuft eben nicht nach einem festen Zeitplan und festen Maßstäben ab. So empfehlen immer mehr Hebammen, lieber auf den Gesamtzustand und das eigene Befinden zu achten. Auf das Bauchgefühl sozusagen.

Wichtig ist auch, wie heftig und damit geburtswirksam diese Wehen sind, ob sie also zu einer Öffnung Deines Muttermundes führen. Um das zu überprüfen, brauchst Du übrigens keine Hebamme oder Ärztin. Du kannst Deinen Muttermund auch ganz einfach selbst ertasten. Am besten, Du übst das schon während der Schwangerschaft, so kannst Du auch den Unterschied erkennen.

Außerdem kannst Du darauf achten, wie gleichmäßig die Wehen im Vergleich zueinander sind. Je mehr sie sich in Länge und Intensität ähneln, desto wirksamer sind sie wahrscheinlich.

Wie stark Wehen sein müssen, um ins Krankenhaus zu fahren, kann Dir niemand objektiv erklären oder vorgeben. Diese Entscheidung hängt von Deinem Gesamtbefinden und Deinem Gefühl ab. Wenn Du aber während der Wehen noch Gespräche führen, Dich bewegen oder Dich auf ein Buch konzentrieren kannst, ist es wahrscheinlich noch nicht so weit. Bei richtig heftigen Wehen musst Du abbrechen, was immer Du gerade tust und ziehst Dich in Dich zurück.

Ansonsten gilt: Wann immer Du Dich im Krankenhaus sicherer fühlst – fahr los. Wenn Du allerdings zu Hause noch gut klar kommst, spricht nichts dagegen, noch etwas zu warten. Denn für den richtigen Zeitpunkt für die Fahrt ins Krankenhaus solltest Du folgende Punkte bedenken:

  • Zu früh mit Wehen ins Krankenhaus fahren kann dazu führen, dass Du wieder nach Hause geschickt wirst.
  • Wenn Du schon bei der ersten Geburtswehe ins Krankenhaus fährst, wird Dir die Zeit dort unheimlich lange vorkommen. Wenn sich die Geburt dann noch viele Stunden hinzieht, kannst Du im Krankenhaus nicht so gut entspannen wie zu Hause.
  • Wenn Du zu spät ins Krankenhaus fährst, kann das Fahren sehr unangenehm werden. Jede Erschütterung in der Straße ist dann wirklich unangenehm.
  • Die Fahrt ins Krankenhaus kann Deinen Körper unter großen Stress setzen. Vielleicht waren die Wehen zu Hause, in der geschützten Umgebung, schon richtig gut und haben den Muttermund geöffnet. Unter Stress kann sich dieser sogar wieder schließen und die Wehen lassen nach. Du brauchst also auch ein wenig Zeit, Dich an die Krankenhausumgebung zu gewöhnen, um dort im geschützten Raum gebären zu können.

Außerdem solltest Du, wenn irgendwie möglich, nicht selbst in die Klinik fahren. Wenn Du niemanden hast, der Dich hinbringt, bieten viele Krankenhäuser auch einen Fahrdienst an.

Bild: @comzeal – bigstockphoto.com Auf Pinterest merken:

Darf man eigentlich …
… in den Kreißsaal rasen?

Der Geburtstermin ist festgelegt, doch das Kind will früher raus. Die Wehen setzen ein, plötzlich muss es ganz schnell gehen auf dem Weg ins Krankenhaus. Aber was, wenn man dabei geblitzt wird?

Polizei? Passt gerade garnicht. Aber wenn es wirklich eilig ist, wird man vielleicht ins Krankenhaus eskortiert.

Die Liebste ist im neunten Monat schwanger, in vier Tagen ist Geburtstermin. Doch der ist offenbar nicht mit dem Baby abgestimmt. Es will raus, und zwar sofort. Die Wehen setzen ein, die Frau muss ins Krankenhaus. Statt den Notruf zu wählen, klemmt sich der werdende Vater hinters Steuer und prescht mit der Hochschwangeren in Richtung Kreißsaal. Klar, dass ausgerechnet an diesem Tag auf der Strecke geblitzt wird. Mit 90 durch die geschlossene Ortschaft, das bringt nicht nur 160 Euro Bußgeld, sondern auch ein einmonatiges Fahrverbot. Muss sich der Vater damit abfinden? Er ist schließlich nicht aus Jux und Dollerei gerast, sondern wegen eines Notfalls.

In der Tat gibt es im Ordnungswidrigkeitengesetz den Paragrafen Nr. 16: „Rechtfertigender Notstand“. Der besagt:

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Handlung begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig …

Im absoluten Notfall kann man sich also über geltende Gesetze hinwegsetzen. Aber dafür gelten sehr strenge Bedingungen, die im Rest des Paragrafen benannt sind. Erstens muss „das geschützte Interesse“ wesentlich wichtiger sein als das, welches beeinträchtigt wird. Und zweitens muss die „Handlung ein angemessenes Mittel“ sein, „um die Gefahr abzuwenden“.

Niemand darf gefährdet werden

Auch bei Notfallfahrten darf man andere nicht gefährden.

Zunächst zur Frage der Interessen. Wenn etwa der Sohn unter Magenkrämpfen wimmert, ist das sicher schlimm. Das gibt dem Vater aber nicht das Recht, die Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer zu riskieren, indem er auf dem Weg ins Krankenhaus durch die Stadt jagt und womöglich auch noch rote Ampeln missachtet. Anders könnte es aussehen, wenn es tatsächlich um Leben und Tod geht. Droht der Mitfahrer zu verbluten, könnte das zumindest die überhöhte Geschwindigkeit rechtfertigen, womöglich sogar Rotlichtverstöße – aber nur, wenn man damit niemanden in Gefahr bringt.

Hier kommt dann allerdings Bedingung Nummer zwei ins Spiel: Die Maßnahme muss das „angemessene Mittel“ sein. Ist es tatsächlich angemessen, wenn man den Verletzten auf eigene Faust ins Krankenhaus bringt? Selten. Denn normalerweise ist der Notruf die naheliegende Option. Denkbar wäre eine Situation, in der man in menschenleerer Gegend einen Schwerverletzten findet, aber kein Handy dabei hat, mit dem man Hilfe holen könnte. Vielleicht auch, wenn das nächste Krankenhaus so weit entfernt ist, dass der Rettungswagen viel zu lange brauchen würde. Das ist im dichtbesiedelten Deutschland aber unrealistisch. Die Hilfsfrist, also die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungswagens, ist gesetzlich geregelt und liegt zwischen acht und 17 Minuten.

Das sagen die Gerichte

Die Hürde für den rechtfertigenden Notstand hängt also hoch. Das zeigen auch einige Urteile aus den vergangenen Jahren. Dringender Durchfall etwa sei kein berechtigter Grund für eine Tempoüberschreitung, urteilte das Amtsgericht Lüdinghausen 2014. Der Kläger war mit über 132 km/h auf einer Landstraße geblitzt worden, auf der nur 70 Stundenkilometer erlaubt waren. Er habe einen schmerzhaften Druck im Darm verspürt und sich schnellstmöglich erleichtern müssen. Da der Mann schon vorher Darmprobleme hatte, ging das Gericht nicht von einem unvorhersehbaren Notfall aus. Er hätte ja schon vorher umdrehen können.

Wenn Ärzte schnell zu einem Patienten müssen, kann das natürlich ein Notfall sein. Doch auch sie können sich das Rasen im Privatauto längst nicht immer nachträglich absegnen lassen. Entscheidend ist nicht nur, ob es wirklich keine anderen Möglichkeiten gab, sondern auch, ob die Tempofahrt überhaupt einen nennenswerten Zeitvorteil gebracht hat, entschied das Oberlandesgericht (OLG) Hamm 2001 (Az.: 1 Ss OWi 824/01).

Asamoah hatte Pech

Und wie verhält es sich nun mit der Schwangeren, deren Fruchtblase zu platzen droht? Das OLG Düsseldorf hat einem Taxifahrer 1994 recht gegeben, der 30 km/h zu schnell unterwegs war, als er eine hochschwangere Frau ins Krankenhaus gefahren hatte. Dass einsetzende Wehen nicht immer ein anerkannter Notstand sind, musste dagegen 2008 der damalige Schalker Fußballprofi Gerald Asamoah erfahren. Er war auf der Autobahn über 100 km/h schneller als erlaubt unterwegs, um seine Frau schnellstmöglich in den Kreißsaal zu befördern. Doch das OLG Hamm wollte in diesem Fall keinen Notstand erkennen.

Der Ernst der Lage müsse hier erst einmal nachgewiesen werden, hieß es. Das OLG Karlsruhe ließ hingegen Milde gegen einen Mann walten, der auf dem Weg ins Krankenhaus über 40 km/h zu schnell war. Die Frau war erst im sechsten Monat, als die Wehen einsetzten und sie hatte schon einmal eine komplizierte Frühgeburt erlebt. Wegen der berechtigten Sorge um die Schwangere werteten die Richter den Geschwindigkeitsverstoß in einem milderen Licht. Der Mann musste zwar ein Bußgeld zahlen, kam aber zumindest um ein Fahrverbot herum.

Fazit: Was für die Betroffenen wie ein glasklarer Notfall aussieht, wird von den Gerichten oft ganz anders eingestuft. Ob man auf Entgegenkommen hoffen kann oder nicht, hängt von den konkreten Umständen ab. Was aber auf gar keinen Fall durchgeht: Durch die private Rettungsfahrt andere Menschenleben gefährden. Im Zweifel ist es also doch besser, den Rettungswagen zu rufen.

Die Eröffnungsphase

Die erste Phase der Geburt ist die Eröffnungsphase. Sie erstreckt sich vom Beginn der Wehen, also wenn regelmässige, schmerzhafte Kontraktionen auftreten, bis zur vollständigen Eröffnung des Muttermundes (bis ca. 10 Zentimeter im Durchmesser). Diese Zeit ist in der Regel die langwierigste und kann bei einer Erstgebärenden 6 bis 12 Stunden oder sogar noch länger, bei den darauffolgenden Geburten hingegen nur wenige Stunden dauern.

Am Anfang sind die Wehen noch gut zu ertragen

Die Wehen sind anfänglich noch schwach und von längeren Ruheintervallen unterbrochen. Während der Kontraktionen können Sie sich noch unterhalten und herumlaufen. Zu diesem Zeitpunkt treten die Wehen normalerweise im Abstand von 5 bis 20 Minuten auf und dauern anfangs etwa 10 bis 15, später 20 bis 30 Sekunden. Die meisten Frauen suchen in dieser Zeit die Klinik auf oder informieren die Hebamme.

Bald nehmen die Kontraktionen an Heftigkeit, Dauer und Regelmässigkeit zu: Sie sind länger (30 bis 60 Sekunden) und regelmässiger (alle 3 bis 7 Minuten). Ab dieser Zeit konzentriert man sich auf die Wehen und denkt nicht daran, noch etwas nebenbei zu tun. Die Tasche für die Geburtsklinik sollte also schon vorher gepackt parat stehen!

Aber dann wird es richtig schmerzhaft

Ihr Muttermund muss sich in dieser Phase bis auf ca. 8 cm weiten. Dadurch werden Ihre Wehen nun schmerzhafter, länger und die Pausen dazwischen kürzer. Im Durchschnitt setzen die Wehen jetzt schon alle 2 bis 4 Minuten ein und dauern ungefähr eine Minute. Dies ist der Moment, in dem sich die im Geburtsvorbereitungskurs erlernten Atmungs- und Entspannungsübungen als besonders hilfreich erweisen. In dieser Phase verabreichen die Hebammen auf Verlangen noch Schmerzmedikamente.

Blasensprung oder Blasensprengung?

Die Wehentätigkeit wird sich am Ende der Eröffnungsphase noch weiter verstärken. Sollte Ihre Fruchtblase noch nicht gesprungen bzw. geplatzt sein, wird dies wahrscheinlich jetzt infolge der an Stärke zunehmenden Wehen geschehen. Oder man führt eine „Blasensprengung“ durch (Amniotomie), um die Fruchtblase zu eröffnen und die Geburt zu beschleunigen.

Die Übergangsphase

Jetzt haben Sie die Phase der Geburt erreicht, in der Sie am meisten mit Schmerzen zu kämpfen haben. Entspannung scheint kaum mehr möglich. Man nennt dies auch „Übergangsphase“. Sie dauert zum Glück nicht lange.

Sie können an einer Reihe unangenehmer körperlicher Begleiterscheinungen leicht merken, wenn es soweit ist: Zittern, Schweissausbrüche, Übelkeit mit Erbrechen. Gelegentlich kommt es auch zur unfreiwilligen Entleerung der Blase oder des Darms durch den Druck des kindlichen Kopfes. Sie fühlen sich jetzt emotional sehr unausgeglichen, sind gereizt, besorgt oder verärgert, was Ihr Partner eventuell unsanft zu spüren bekommt.

Auch wenn Sie bisher auf Mittel zur Schmerzerleichterung verzichten konnten, werden Sie jetzt vielleicht danach verlangen, weil Sie meinen, es nicht mehr aushalten zu können. Doch jetzt ist es nicht mehr sinnvoll, da das Baby sonst nach der Geburt sehr müde und trinkschwach ist.

Noch nicht pressen!

Sie nehmen jetzt vielleicht allmählich Druck wahr: Bei jeder Kontraktion, mit der Ihr Kind sich den Geburtskanal hinunterbewegt und somit immer mehr Druck auf Ihren Enddarm ausübt, verspüren Sie einen starken Pressdrang. Diesem Drang sollten Sie jedoch widerstehen, bis sich Ihr Muttermund auf seine maximalen 10 cm Durchmesser geweitet hat. Ihre Atem- und Entspannungsübungen werden sich jetzt als besonders nützlich erweisen. Atmen Sie vorsichtig aus, so als wollten Sie sanft eine Kerze ausblasen. So können Sie verhindern, jetzt schon zu pressen.

Es dauert auch nicht mehr lange und es kommt die relativ kurze Austreibungsphase, mit der Sie Ihr Baby auf die Welt bringen werden.

Häufige Frage zum Thema

Darf man zwischen den Wehen etwas essen?

Eine Geburt ist Schwerstarbeit und kann sich über viele Stunden hinziehen. Damit die werdende Mutter nicht „schlapp“ macht und dadurch den Wehenfortschritt gefährdet, sollte sie zu Beginn der Eröffnungsperiode etwas Leichtverdauliches in kleinen Portionen essen. Danach haben die meisten Schwangeren…

vollständige Antwort lesen

Newsticker

Bewegte Geburt | 05.10.2019

Als eines der ersten Spitäler in der Schweiz bietet das Kantonsspital Baden (KSB) seinen Patientinnen eine neue Geburtsmethode: Die innovative Vibwife-Matratze vibriert, schaukelt und setzt das Becken der werdenden Mutter sanft in Bewegung. Tritt beispielsweise das Köpfchen des Babys nicht tiefer ins Becken ein, kann zusätzlich zur Betreuung durch die Hebamme ein sanftes Schaukeln in Vierfüssler-Position förderlich sein. Ein leichtes Rütteln des Beckens hilft wiederum, die Geburtswege zu lockern. Dadurch wird die natürliche und selbstbestimmte Geburt gefördert, die Geburtsdauer verkürzt, Kaiserschnitte und Periduralanästhesie können vermieden werden. Die werdende Mutter, ihr Partner oder die Hebamme kann individuell die Intensität und Art der gewünschten Bewegung steuern. Erfahrungen von Patientinnen finden Sie auf https://blog.ksb.ch

Zu häufig Wehenmittel? | 09.03.2018

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat den Trend zu immer mehr medizinischen Eingriffen während der Geburt kritisiert. Sie wandte sich etwa gegen den immer häufigeren Einsatz von Wehenmitteln zur Beschleunigung der Geburt. Bei den meisten der 140 Millionen Geburten pro Jahr weltweit sei das nicht nötig, vorausgesetzt die Wehen entwickeln sich normal und Mutter und Kind gehe es gut. Die WHO hat deshalb 56 neue Richtlinien für Geburten herausgegeben. Es sei z.B. unrealistisch, dass sich der Muttermund bei Einsetzen der Wehen etwa 1 cm/Stunde öffnen sollte. Der Anschluss an einen Wehenschreiber sei selten sinnvoll, ebenso wenig das Rasieren der Schamhaare. Ein Dammschnitt und das Absaugen von Mund und Nase bei Neugeborenen dürften kein Routineeingriff sein.

Letzte Aktualisierung : 16-01-18, BH / swissmom-Hebammenteam

Die häufigsten Fragen, die werdende Mütte (und Väter) mir als Hebamme stellen, sind: “Wann muss ich ins Krankenhaus fahren? Woher weiß ich, dass es losgeht? Welche Abstände sollten die Wehen haben? Wie lang müssen die Wehen sein? Und was unterscheidet die “richtigen” Wehen von den Vorwehen in der Schwangerschaft?” Auch Dr. Google erhält die Anfrage “Wehen wann ins Krankenhaus” rund 1000 Mal pro Monat!

Auch wenn es in meinen Augen sehr schwierig ist, eine pauschale, für alle Schwangeren gültige Aussage zu treffen: Ich werde heute versuchen, Dir ein paar Tipps an die Hand zu geben, die Dir die Entscheidung, ob Du losfährst oder nicht, erleichtern sollen.

Ich möchte mich in diesem Artikel auf den Geburtsbeginn beim reifen Baby (also ab 37+0 SSW) beschränken. Sollten die Wehen früher auftreten, gelten natürlich andere Maßstäbe, da zu einem früheren Zeitpunkt die Geburt vielleicht ja noch aufgehalten werden soll, damit das Baby möglichst noch im Bauch bleibt.

Inhalt

Wehenabstand: Wie häufig hast Du Wehen?

In vielen Büchern, Foren und Ratgebern stehen ganz konkrete Zeitangaben, wann eine Erst- bzw. eine Mehrgebärende losfahren muss.

Ich persönlich finde das ehrlich gesagt etwas unglücklich, denn die Wehenabstände sind nur ein sehr unsicherer Faktor in der Beurteilung, wie weit die Geburt bereits fortgeschritten ist.

Immer wieder sind mir im Kreißsaal Frauen begegnet, die mit den Worten “Ich habe die Wehenabstände gemessen, die sind jetzt bei alle fünf Minuten und jetzt ist gerade auch wieder eine…” zur Tür hereingeschossen kamen. In der Wehe keine Miene verziehend, weiterlaufend, unauffällig atmend. Ganz sicher tut sich mit diesen Wehen schon ein bisschen was, Geburtswehen schienen es mir aber trotz des geringen zeitlichen Abstandes nicht wirklich zu sein.

Eine Frau hingegen, die kommt und sich erst einmal entschuldigt, dass sie “schon” da ist, weil die Wehenabstände mit 10 Minuten ja noch viel zu lang sind, sich in der Wehe aber abstützen, auf die Atmung konzentrieren und stehen bleiben muss, hat deutlich größere Chancen, das die Geburt tatsächlich losgeht.

Insofern ist für mich persönlich die Wehenintensität ein weitaus deutlicheres Indiz.

Falls Du aber eine Zeitangabe möchtest:

  • Beim ersten Kind solltest Du losfahren, wenn die Wehen regelmäßig alle fünf bis acht Minuten kommen.
  • Ab dem zweiten Kind, wenn Du alle zehn Minuten Wehen hast.

Wehenrhythmus: Wie “gleichmäßig” sind die Wehen?

Neben dem bloßen Zeitabstand zwischen zwei Wehen macht es tatsächlich auch Sinn, den Wehenrhythmus zu beobachten.

Damit ist gemeint, dass Du versuchst, darauf zu achten, ob die Wehen in etwa gleich lang und gleich stark sind. Wir nennen das “koordinierte” Wehentätigkeit. Also, dass nicht auf eine kürzere, schwache Wehe eine richtig kräftige folgt, dann wieder zwei schwächere und drei starke, sondern dass die Wehen sich immer relativ ähnlich sind. Sich ähnlich anfühlen, ähnlich lang sind, ähnlich kräftig. Gleichmäßige Wehen sind ein sehr gutes Zeichen dafür, dass es sich um “richtige” Geburtswehen handelt. Parallel zum Zeitabstand solltest Du den Wehenrhythmus als Entscheidungshilfe immer hinzuziehen.

Wehenintensität: Wie kräftig sind die Wehen?

Ich hatte es anfangs schon angedeutet, der Hauptindikator für die Beurteilung der Wehen ist in meinen Augen wirklich die Intensität, vor allem beim ersten Kind.

Das heiß, es geht konkret darum, wie es sich anfühlt für Dich, wenn eine Wehe kommt und wie Du dann reagierst, oder reagieren musst.

Musst Du innehalten bei dem, was Du gerade tust? Hast Du das Gefühl, die Atmung verändern zu müssen? Merkst Du, dass die ganze Aufmerkasamkeit und Konzentration im Moment der Wehe auf Dir und Deinem Körper liegt? Sieht man Dir an, wenn eine Wehe kommt, ohne dass Du etwas sagen musst?

All das sind gute Hinweise darauf, dass die Wehen Richtung Geburt führen, unabhängig vom zeitlichen Abstand.

Eine ältere Hebamme sagte einmal zu Beginn meiner Hebammentätigkeit zu mir:

“Wenn Du mit Wehen die Nachrichten schaust und am Ende des Beitrags nicht mehr weißt, worum es ging, weil eine Wehe kam – oder wenn Du ein Buch liest und nie über eine Seite hinauskommst, weil Du immer wieder das Gleiche lesen musst, dann sind es Geburtswehen.”

Die Frau hatte Erfahrung — ich denke, so falsch lag sie nicht 🙂

Wehenempfinden: Wie geht es Dir mit den Wehen?

Last but not least ein ganz entscheidender Punkt. Unabhängig davon, wie kräftig, häufig und “gut” die Wehen von außen betrachtet sind.

Unheimlich wichtig bei der Entscheidung, was Du machst, ist IMMER: wie geht es Dir?

  • Kommst Du mit der Anstrengung der Wehen gut zurecht?
  • Fühlst Du Dich sicher daheim oder macht die Situation Dir oder Deinem Partner Angst?
  • Machst Du Dir Sorgen um Dein Baby?

Auch die Antworten auf diese Fragen können eine Entscheidungshilfe sein, wenn es darum geht, zu bestimmen, ob Du ins Krankenhaus fahren möchtest.

Denn Angst und Anspannung führen häufig zu einer Verkrampfung im ganzen Körper, die Dich die Wehen wiederum unangenehmer empfinden lässt. Wenn Du Dich in den Händen des Fachpersonals besser entspannen kannst, solltest Du also losfahren.

Bei diesen Anzeichen solltest Du in die Klinik fahren

Wenn folgende Dinge auftreten, solltest Du ins Krankenhaus fahren bzw. Deine Hebamme kontaktieren:

  • Angst, Unwohlsein, Unsicherheit, ungutes Gefühl
  • kräftige, regelmäßige Wehentätigkeit, die veratmet werden muss in Abständen von fünf bis zehn Minuten
  • Blasensprung
  • (periodenstarke), frische Blutung

Hab keine Angst, wieder weggeschickt zu werden

Wenn es “falscher Alarm” war und Du wieder nach Hause geschickt wirst, nimm es als das, was es ist — eine Erfassung des derzeitigen Ist-Zustandes und ein gutes Training für später, wenn es wirklich “richtig” losgeht. Dann weißt Du nämlich schon, wie alles abläuft, wo Du hin musst und wie lange Du brauchst, um in den Kreißsaal zu kommen. Das gibt Dir bestimmt ein wenig Gelassenheit und Ruhe, wenn die Wehen später kräftiger und häufiger auiftreten.

Also war die erste Fahrt in die Klinik keineswegs überflüssig, sondern für Dich und in diesem Moment genau richtig. Denn Du bist die Expertin für Dich und Dein Baby. Wir Geburtshelfer schauen immer nur von außen drauf und können nur das beurteilen, was wir sehen. Aber der eigentliche “Chef” bei der Geburt solltest Du sein, gemeinsam mit Deinem Baby und Deinem Mann.

Deshalb möchte ich Dir zum Abschluss noch einen ganz wichtigen Tipp geben:

Sag, was DU denkst, wie DU die Situation einschätzt und wie es DIR geht.

Vielleicht willst Du nicht mehr nach Hause, weil Du denkst, das Baby macht sich bestimmt auf den Weg. Vielleicht beunruhigt Dich etwas oder Du fühlst Dich in der Klinik einfach wohler. Wenn Du das klar sagst, lässt sich ganz sicher eine Lösung finden, damit Du am Ende ohne Angst und so entspannt wie möglich Deine Wehen verarbeiten und Deine Geburt erleben kannst.

  • Tags:
  • Geburt
  • Wehen

Der Countdown vor der Geburt – wenndie Wehen kommen

© fotolia, WavebreakmediaMicro

Jede werdende Mutter wartet zum Ende der Schwangerschaft darauf, dass „es“ bald losgeht – dass sich das Baby auf den Weg macht. Die spannendste Phase ist ganz sicher der Zeitraum zwischen den ersten Anzeichen der Wehen bis zum ersten Schrei des Babys.

So erkennt man die Anzeichen: Im letzten Drittel der Schwangerschaft beginnt es spürbar deutlicher zu ziehen und zwicken im Bauch. Wohl jede Frau fragt sich ab etwa der 37. Woche, ob das schon Wehen sind, ob das Baby zu früh kommt oder ob sonst irgendetwas nicht stimmt. Meistens ist alles in bester Ordnung. Das erste was die werdende Mutter an tatsächlichen Wehen, also den Muskelkontraktionen der Gebärmutter spürt, sind die Senk- oder Vorwehen. In den meisten Fällen sind die Senkwehen erstmals um die 37. Woche der Schwangerschaft herum zu spüren – als sanfte und schmerzlose Verhärtung des Unterleibes, als Ziehen im Kreuz. Der Bauch wird dabei hart.

Die Gebärmutter trainiert mit Wehen

Hin und wieder fallen diese Wehen auch etwas kräftiger aus – kommen aber nur unregelmäßig und dauern nicht lange. Damit verfolgt die Gebärmutter zwei Ziele: zum einen trainiert sie ihr Muskelgewebe für die kommende Aufgabe der Geburt, zum anderen schiebt sie das Baby weiter nach unten, das Köpfchen in Richtung Beckeneingang in Startposition, indem sie den Gebärmutterhals (Zervix) lockert und sich im unteren Abschnitt dehnt. Dadurch entlastet sie nebenbei das Zwerchfell und lässt Sie wieder leichter atmen. Dennoch treibt das Lampenfieber so manches Paar schon jetzt in die Klinik – und wird mit der Diagnose „Fehlalarm“ erst einmal wieder nach Hause geschickt.

Je näher der Geburtstermin kommt, desto fleißiger wird trainiert im Bauch – desto häufiger und intensiver macht sich die Gebärmutter fit. Damit häufen sich die Fragen, ob es sich dabei um „echte“ Wehen handelt oder nicht. Ein warmes Bad kann Aufschluss geben: „echte“ Wehen verstärken sich, Senk- bzw. Vorwehen schwächen sich ab.

Wann ist Ihr Entbindungstermin..? In diesen 12 Foren finden Sie
andere schwangere Frauen, die auch in Ihrem Monat entbinden:
Januar März Mai Juli September November
Februar April Juni August Oktober Dezember

Erst wenn diese Kontraktionen regelmäßig wiederkehren, sind sie Anzeichen für eine kurz bevorstehende Geburt. Die ersten Geburtswehen kommen – wie die späteren Wehen – nie ruckartig. Sie sind schon rhythmische Spannungen der Muskulatur, bauen sich im oberen Bereich der Gebärmutter auf und breiten sich anschließend wellenförmig nach unten bis zum Muttermund aus. Wie sie sich nun genau anfühlen, kann man nicht sagen – wohl jede Frau empfindet sie anders. Während die einen Druck mit einem Ziehen im Kreuz spürt, fühlt eine andere ein breites, mehr oder weniger festes Band um den Bauch, das diesen zusammendrückt.

Auf dem Höhepunkt jeder dieser „Wehenwellen“ ist der gesamte Gebärmuttermuskel gespannt. Nach dem Verebben der Wehe verläuft die folgende Entspannung ebenfalls von unten nach oben. Anfangs zieht sich nur die Gebärmuttermuskulatur zusammen, wobei ihre Wände im unteren Teil dünner werden. Man könnte sagen, die Kraft des Muskels wird nun langsam nach oben verlagert, von wo aus sie später nach unten schieben wird. Bei der Geburt selbst hilft dann auch die Bauchmuskulatur mit, dem Baby auf die Welt zu helfen.

Ob der Druck und das Ziehen regelmäßig kommt, lässt sich mit einer Stoppuhr kontrollieren. Die Wehen, die die Geburt ankündigen, dauern länger als 30 Sekunden (zwischen 40 und 60 Sekunden) und kehren in rhythmischen Abständen wieder. In der ersten Zeit kann man den Schmerz, der in etwa die Intensität eines Menstruationskrampfes erreicht, ganz gut aushalten.

Die ersten Pausen zwischen den Wehen können anfangs bis zu 20 Minuten dauern – dann werden sie von Wehe zu Wehe kürzer. Wenn zwischen den Wehen regelmäßig nicht mehr als zehn Minuten vergehen, sollten Sie sich auf den Weg machen. Dabei brauchen Sie aber nichts zu überstürzen.

Wehen in kurzen Abständen

Kommen die Wehen in Abständen von 5 Minuten und dauert diese Wehentätigkeit in regelmäßiger Wiederholung etwa eine halbe Stunde an, steht die Geburt wahrscheinlich unmittelbar bevor.

Ein weiteres mögliches Anzeichen, dass es bald losgeht, ist das sogenannte „Zeichnen“. Das ist ein Begriff aus der Hebammensprache, der besagt, dass der geburtsbereite Muttermund einen zumeist leicht blutig verfärbten Schleimpfropf nach außen abgibt, der den Muttermund bislang verschlossen hielt. Das Blut stammt aus winzigen Gefäßen, die platzen, wenn der Muttermund sich langsam zu öffnen beginnt.

Auch ein vorzeitiger Fruchtblasensprung kann die bevorstehende Geburt des Babys anzeigen. Dabei geht Fruchtwasser tropfenweise oder auch schwallartig ab. Sobald Sie diese Anzeichen bemerken, sollten Sie Ihre Hebamme benachrichtigen, bzw. die Klinik aufsuchen. Ein Grund zur Panik besteht auch beim Abgang einer großen Menge Fruchtwassers nicht – doch sollten Sie sich in diesem Fall möglichst hinliegen und sich liegend in die Klinik bringen lassen, um die Gefahr eines Nabelschnurvorfalls zu vermindern.

von Ute Linnert

Zuletzt überarbeitet: März 2019

Je näher der lang ersehnte Geburtstermin eures Babys rückt, umso häufiger stellt ihr euch wahrscheinlich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um das Krankenhaus aufzusuchen.

Gerade bei Erstgebärenden ist die Angst vor einer ungeplanten Geburt zu Hause oder auf dem Weg ins Krankenhaus natürlich groß. Doch wir können euch beruhigen. Ein solches Szenario ist wirklich sehr unwahrscheinlich und kommt äußerst selten vor.

Wie lange die Geburtsphase tatsächlich dauert, ist von Schwangeren zu Schwangeren unterschiedlich.

Bei Erstgebärenden dauert die Geburt im Schnitt zwischen 8 und 15 Stunden, kann jedoch unter Umständen auch noch einige Stunden länger dauern. Unter der Geburtsdauer versteht man die Zeit ab Beginn der Eröffnungswehen bis zu dem Zeitpunkt, an dem ihr euren Schatz in den Armen halten dürft.

Wie gefällt dir der Artikel bisher?Loading…

Beinahe während eurer gesamten Schwangerschaft werdet ihr von unterschiedlichen Wehen begleitet, die dabei alle einen ganz bestimmten und wichtigen Zweck erfüllen. Mediziner unterscheiden zwischen den Schwangerschafts- sowie den Geburtswehen. Bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche wird eure Gebärmuttermuskulatur mit den Übungswehen auf die bevorstehende Geburt vorbereitet. Ca. ab der 36. Schwangerschaftswoche gehen die Übungswehen dann fließend in die Senk- beziehungsweise Vorwehen über.

Die Senkwehen dienen dazu, dass sich euer Kind in die Geburtsposition begibt, indem sich der Kopf tiefer in das Becken senkt. Wie auch die Übungswehen treten die Senk- und Vorwehen noch in sehr unregelmäßigen Abständen auf und sind nicht mit starken Schmerzen verbunden.

Ähnlich wie Menstruationsbeschwerden können sie sich durch ein Ziehen im Unterleib sowie im Rücken bemerkbar machen und lassen sich durch Wärme lindern. Senk- und Vorwehen sind noch nicht zervixwirksam, was bedeutet, dass sie keine Auswirkungen auf den Muttermund sowie den Gebärmutterhals haben.

Steht die Geburt kurz bevor, so nehmen die Schmerzen und das Ziehen im Unterleib sowie im Rücken und der Leistengegend zu und die Kontraktionen werden immer regelmäßiger. Falls ihr das sowieso nicht schon längst erledigt habt, ist es spätestens jetzt höchste Zeit, eure Kliniktasche zu packen.

Neben wichtigen Papieren wie dem Mutterpass, eurem Ausweis sowie der Versichertenkarte, solltet ihr außerdem ein bequemes Nachthemd, warme Socken, Still-BHs, mehrere Slips zum Wechseln oder Einwegslips, Toilettenartikel, Wechselklamotten und eventuell auch schon Kleidung für euer Baby einpacken.

Wie sich die Eröffnungswehen ankündigen

Nach neun Monaten Schwangerschaft ist es absolut verständlich, dass ihr, vor allem je näher der errechnete Geburtstermin rückt, auf heißen Kohlen sitzt. Schließlich wird die Schwangerschaft von Tag zu Tag anstrengender und auch das Warten auf euer Baby soll jetzt endlich ein Ende haben und von dem erlösenden ersten Schrei eures Schatzes abgelöst werden. Doch wie erkennt ihr, ob die Eröffnungswehen eingesetzt haben und es an der Zeit ist ins Krankenhaus zu fahren?

Bei den Eröffnungswehen zieht sich eure Gebärmutter immer regelmäßiger und in kürzer werdenden Abständen zusammen. Die Schmerzen sind anfangs mit stärkeren Menstruationsbeschwerden vergleichbar, bis sie schließlich an Intensität zunehmen und vom Unterleib und dem Rücken bis in die Beine ausstrahlen können. Zudem haben die Wehen mittlerweile genügend Kraft entwickelt, um den Muttermund bis auf 10 Zentimeter zu öffnen. Gleichzeitig verkürzt sich der Gebärmutterhals, bis dieser komplett verschwunden ist.

Da jede Schwangere den Wehenschmerz unterschiedlich wahrnimmt, sind bei den Eröffnungswehen nicht die Intensität und die Stelle der Schmerzen, sondern die Abstände, die Regelmäßigkeit sowie die Dauer der einzelnen Wehen ausschlaggebend. Den Abstand der Wehen messt ihr übrigens von Wehenbeginn zu Wehenbeginn.

Am Anfang der Eröffnungswehen kehren die Kontraktionen alle 15 bis 20 Minuten für ungefähr eine halbe Minute wieder. Nach und nach werden die Abstände geringer, bis sie zum Ende hin nur noch 5 bis 8 Minuten betragen und bereits eine Minute andauern. Dies bedeutet für euch, dass es allmählich an der Zeit ist, den Weg ins Krankenhaus anzutreten.

Hier ein Überblick, wann ihr euch auf den Weg ins Krankenhaus begeben solltet:

  • Die Wehen kommen in einem regelmäßigen Abstand von 5 Minuten und dauern 1 Minute an
  • Ihr könnt euch nur noch auf die Wehe konzentrieren und währenddessen keine anderen
  • Tätigkeiten mehr ausüben oder ein Gespräch führen
  • Ihr habt das Gefühl, die Wehe veratmen zu müssen
  • Wärme, wie zum Beispiel eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, verschafft keine Linderung
  • Die einzelnen Wehen werden immer anstrengender und die Schmerzen intensiver

Der Grund warum ihr nicht schon früher in die Klinik aufbrechen solltet ist der, dass ihr euch in den eigenen vier Wänden am wohlsten fühlt und dort besser entspannen und Kraft für die bevorstehende und sehr anstrengende Geburt tanken könnt. Die Eröffnungsphase ist sehr langwierig und kann bis zu 15 Stunden andauern. Daher ist es für viele Schwangere ein beruhigendes Gefühl, so lange wie nur möglich in der gewohnten Umgebung bleiben und den Startschuss der Geburt intimer erleben zu können.

Fühlt ihr euch zu Hause jedoch unsicher und zunehmend unwohl, könnt ihr euch natürlich auch schon früher in die professionellen Hände eures Krankenhauses und eurer Hebamme begeben. Hört im Zweifelsfall auf eure Intuition und euer Bauchgefühl.

Wann ihr außerdem unmittelbar ins Krankenhaus müsst

Unabhängig von den Wehenabständen, der Wehendauer sowie der Intensität der Wehen, gibt es auch noch weitere Anzeichen, bei denen ihr unmittelbar den Weg in das Krankenhaus antreten solltet:

Vorzeitiger Blasensprung: Wie ihr sicher schon des Öfteren in Filmen gesehen habt, kann sich die Geburt durch einen vorzeitigen Blasensprung ankündigen. Bei den meisten Schwangeren platzt die Fruchtblase jedoch erst, wenn die Wehen bereits eingesetzt haben und die Geburt begonnen hat. Bei lediglich 15 Prozent der werdenden Mamis platzt die Fruchtblase bereits zu Beginn der Eröffnungswehen. Um zu verhindern, dass sich bei einem vorzeitigen Blasensprung die Nabelschnur einklemmt und die Versorgung eures Babys unterbrochen wird, solltet ihr den Weg ins Krankenhaus liegend antreten. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn sich euer Liebling zum Zeitpunkt des Blasensprungs noch nicht komplett im Becken befindet.

Blutiger, bräunlicher oder schleimiger Ausfluss: Dies kann bedeuten, dass sich der Schleimpfropf, der den Gebärmutterhals bis zur Geburt verschlossen hält, gelöst hat.
Gesundheitliche Veränderungen: Augenflimmern, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel sowie plötzlich auftretende und unerklärliche Schmerzen neben den Wehen.

Stellt ihr diese Symptome bei euch fest, ist die sonst übliche 5-Minuten-Regel hinfällig und ihr solltet euch direkt in die Klinik fahren lassen.

Um die Nerven von euch und eurem kleinen Sonnenschein nicht unnötig zu strapazieren, versucht stets ruhig und entspannt zu bleiben. Das Krankenhaus, der Frauenarzt oder die Frauenärztin sowie die Hebamme sind bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet und werden alles dafür tun, um euer Baby gesund und munter auf die Welt zu bringen.

Neben einer Extra-Portion Gelassenheit wünschen wir euch alles Gute für die baldige Geburt sowie für euch und euer kleines Wunder.

Wann ist es Zeit, ins Spital zu fahren?

Erste Kontaktaufnahme mit der Klinik/ Hebamme bei: Wehen, Blasensprung und Blutungen

In vielen Ratgebern für Ratgebern für Schwangere steht: Wenn die Wehen regelmässig alle 10 Minuten kommen, sollen die Eltern langsam losfahren. Diese Regel ist aber zu starr. Es kommt auf Ihr Gefühl an. Fühlen Sie sich zu Hause unsicher und ängstlich, begeben Sie sich besser in fachkundige Hände, auch wenn die Wehen noch nicht alle 10 Minuten kommen.

Hirslanden Baby

GEMEINSAM VON ANFANG AN

Hirslandenbaby unterstützt werdende Eltern auf dem Weg ins Familienglück durch ganzheitliche und individuelle Betreuung und freut sich, Sie begleiten zu dürfen. Jetzt ansehen!

Andererseits: Geht es Ihnen zu Hause noch besonders gut und gelingt es Ihnen, die gewohnte Umgebung und Ruhe zu geniessen, brauchen Sie noch nicht aufzubrechen. Tanken Sie ruhig noch Kraft und nehmen Sie die gute Stimmung von zu Hause mit. Gerade die ersten Kinder kommen so gut wie nie überstürzt, Ihr Körper lässt Ihnen genügend Zeit. Eine Sturzgeburt ist extrem selten.

Viele Frauen haben Angst, wieder nach Hause geschickt zu werden, wenn die Wehen noch nicht oft genug kommen. Sollte dies der Fall sein, sehen Sie es als Möglichkeit, das Gelände, die Hebamme oder die Infrastruktur des Spitals kennenzulernen. Ausserdem wird Ihr Kind bei einer Kontrolle überwacht und Sie sind sicher, dass es ihm gut geht. Lieber eine Kontrolle mehr, als zu früh auf die Station aufgenommen zu werden, da dies von den Krankenkassen begrenzt bezahlt wird und die Mutter nach der Geburt schneller entlassen wird.

Blasensprung, sie verlieren unkontrolliert Fruchtwasser, dies kann in der Menge varieren.

Es ist möglich, dass Sie bei einem Blasensprung nur wenig Fruchtwasser verlieren. Vielleicht fällt es Ihnen kaum auf. Teilen Sie der Hebamme am Telefon mit, in welcher Schwangerschaftswoche Sie sind, die Lage des Kindes, Farbe und Menge des Fruchtwassers.

Bei Blutungen melden Sie sich unverzüglich bei der Hebamme, dem Arzt oder der Ärztin.

Mit Wehen im Auto? Das sollten Sie beachten.

Häufige Fragen zum Thema

Spüre ich ganz sicher, wenn die Fruchtblase platzt?

Der Schleimpfropf ist vor ein paar Tagen abgegangen! Wie lange kann es noch dauern, bis die Geburt losgeht?

Wie kann ich Fruchtwasser von Urin unterscheiden?

Wie fühlen sich Wehen an?

Geburtshelfer im Stau: Wenn die Wehen kommen, muss es schnell gehen – doch in Bangkoks Staus bleiben auch werdende Mütter stecken. Deswegen wird eine spezielle Motorrad-Einheit der Polizei für medizinische Notfälle geschult, vor allem in Geburtshilfe. Denn wenn es darauf ankommt, sind die Polizisten schneller als die Rettungssanitäter am Einsatzort. In den vergangenen Jahren kamen so insgesamt 121 Babys auf die Welt, mehr als 2600 in den Wehen liegende Frauen wurden durch die verstopften Strassen in ein Krankenhaus eskortiert. Das grösste Problem sind die vielen Schaulustigen, die Privatsphäre der Mutter zu wahren ist kaum möglich. Aber dann gibt es meist grossen Jubel, wenn das Neugeborene zum ersten Mal schreit. (swissmom Newsticker, 4.9.14).

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, BH / swissmom-Hebammenteam

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.