Gebärmuttersenkung in der schwangerschaft

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Gebärmuttersenkung: Das hilft!

„Dass sich die Gebärmutter im Laufe des Lebens leicht senkt, ist normal, besonders nach einer Geburt“, beruhigt Dr. Inge Reckel-Botzem, Frauenärztin aus Hainburg. Bringt eine Frau – ohne Kaiserschnitt – ein schweres Baby zur Welt oder bekommt mehrere Kinder, beansprucht dies die Gebärmutter. Eine weitere typische Ursache für eine Gebärmuttersenkung: schwere Arbeit. Heben Frauen häufig schwere Lasten oder tragen sie gewichtige Kartons umher, erhöht sich ebenfalls der Druck auf den Beckenboden. Insbesondere, wenn Frauen dabei eher Rücken und Unterbauch anspannen als die Oberschenkel, sie Lasten also in gebeugter Haltung hochheben. Daneben spielt Übergewicht eine Rolle, ebenso wie dauerhafter Husten. Ob ein schwaches Bindegewebe – wie häufig beschrieben – eine Gebärmuttersenkung begünstigt, hält Frauenärztin Reckel-Botzem für fraglich. „Der Beckenboden ist prinzipiell bei jeder Frau der Schwachpunkt ihres Körpers“, erklärt sie. Die Muskelanteile des Beckenbodens mit geeigneten Übungen (Beckenbodentraining, siehe unten) zu stärken, ist aber auf jeden Fall gut.

Schlimm ist eine Gebärmuttersenkung im Normalfall nicht. Trotzdem fürchtet sich so manche Frau vor den Folgen, schämt sich, will nicht zum Arzt. Denn die Senkung geht mit eher peinlichen Symptomen einher: Hustet, niest oder lacht eine Frau, geht unfreiwillig etwas Urin ab. Oder umgekehrt, eine Frau geht auf Toilette, kann aber ihre Blase nicht vollständig entleeren. Manchmal gibt es Probleme mit dem Stuhlgang, es zieht im Unterbauch oder im Gehen und Sitzen stellt sich ein unangenehmes Fremdkörpergefühl ein. Daneben gibt es Frauen, die gar keine Symptome verspüren. „Die Beschwerden sind sehr vielfältig und hängen davon ab, wie weit sich die Gebärmutter abgesenkt hat“, sagt Reckel-Botzem, die auch im Berufsverband der Frauenärzte aktiv ist.

Gebärmuttersenkung-Therapie: mit oder ohne Operation

Eine Gebärmuttersenkung ist keine eigenständige Krankheit. Vielmehr ist sie ein Symptom dafür, dass der Beckenboden zu schwach ist oder allmählich schwächer wird. Deshalb lassen sich auch nur die Symptome der Gebärmuttersenkung behandeln. Frauen können jedoch mittels Beckenbodentraining einer weiteren Senkung vorbeugen.

Ärzte setzen zunächst bei der Gebärmuttersenkung die konservative Therapie (ohne Operation) ein. Ist die Senkung schwerer ausgeprägt kann Frauen auch eine Operation helfen. Welche Behandlung die richtige ist, hängt von Ihren Beschwerden, Begleitsymptomen (z.B. Inkontinenz), Ihrem Alter, allgemeinen Gesundheitszustand oder von einem bestehenden Kinderwunsch ab.

Konservative Therapie: Gebärmuttersenkung ohne Operation behandeln

Ärzte behandeln dabei die Gebärmuttersenkung ohne Operation. Konservative Methoden erzielen bei einer leichten Senkung der Gebärmutter und geringfügig ausgeprägter Inkontinenz oft gute Erfolge. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel:

  • Risikofaktoren wie starkes Rauchen, chronische Verstopfung oder starkes Übergewicht reduzieren oder ausschalten
  • Techniken zum richtigen Heben und Tragen erlernen
  • Den Beckenboden regelmäßig während und nach der Gebärmuttersenkung mit Übungen trainieren und die Haltestrukturen kräftigen
  • Pessar verwenden, einen kleinen Ring, Würfel oder eine Schale aus Gummi. Der Arzt oder Sie selbst setzen es in die Scheide ein, wo das Hilfsmittel die Gebärmutter stabilisieren soll. Meist ergänzt eine Östrogentherapie die Behandlung, damit das Pessar die Scheidenschleimhaut nicht schädigt.

Tipp! Übungen, zum Beispiel in Form von Schwangerschafts- oder Rückbildungsgymnastik, können auch einer Gebärmuttersenkung in der (Früh)Schwangerschaft vorbeugen.

Auch wenn sich eine Gebärmuttersenkung mit konservativen Therapien nicht gänzlich rückgängig machen lässt – die Maßnahmen tragen dazu bei, dass sich die Gebärmutter nicht noch weiter absenkt.

Operation bei Gebärmuttersenkung

Manchmal bringen die konservativen Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg. Dann lässt sich die Gebärmuttersenkung mittels Operation behandeln. Sie ist auch eine Möglichkeit, wenn die Senkung ausgeprägter ist oder die Gebärmutter teilweise vorgefallen ist. Mehrere Operationsverfahren stehen zu Wahl:

  • Scheidenfixierung an der seitlichen Beckenwand (sakrospinale Kolpopexie)
  • Verfahren, welche die naheliegenden Bänder nutzen, um die Gebärmutter und Scheide zu fixieren
  • Scheidenraffung/Scheidenplastik (Kolporrhaphie)
  • Methoden, bei denen Gewebenetze die Organe und den Beckenboden halten (Mesh-Einlage)

Bei einer gleichzeitigen Inkontinenz gibt es zudem Operationsverfahren, die den Winkel zwischen Harnröhre und Blase verbessern sollen. Frauen, die nicht mehr im gebärfähigen Alter sind, kann ein kombiniertes Verfahren helfen. Dabei entfernt der Operateur die Gebärmutter durch die Scheide, rafft die Scheide und vernäht das Scheidengewebe.

Gebärmuttersenkung

Gebärmuttersenkung: Behandlung

Je nach dem Stadium, in dem die Gebärmuttersenkung erkannt wird und dem Alter, in dem sich die Betroffene befindet, kommen verschiedene Methoden der Behandlung in Betracht. Grundsätzlich ist eine Therapie nötig, wenn die Gebärmuttersenkung Beschwerden verursacht. Die Art und Weise hängt dann davon an, ob sich die Patientin noch Kinder wünscht.

Bei leichten Formen und auch zur Vorsorge, beispielsweise während der Schwangerschaft, hilft Beckenbodengymnastik. Das sind spezielle Übungen, die gezielt die Muskulatur des Beckenbodens stärken. So kann einer Senkung der Beckenorgane vorgebeugt werden. Leichte Formen der Senkung können sich so außerdem selbstständig, das heißt, ohne besondere medizinische Eingriffe, wieder zurückbilden.

Für Frauen mit leichter Gebärmuttersenkung, die sich bereits in den Wechseljahren befinden, kann zudem eine hormonelle Behandlung sinnvoll sein. Dafür werden mit Zäpfchen oder Cremes weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) aufgetragen. Auch ein Vaginalring, der beständig geringe Mengen von Östrogenen abgibt, kann zur Therapie einer Gebärmuttersenkung beitragen.

Gebärmuttersenkung: Operation

In schwereren Fällen ist eine Operation unumgänglich. Bei der Operation kommen grundsätzlich zwei Methoden in Betracht. Im günstigsten Fall kann der Arzt den Eingriff allein durch die Scheide vornehmen. Manchmal ist es jedoch nötig, am Unterbauch einen etwa fünf Zentimeter langen Schnitt zu setzen, durch den die Operation erfolgt.

Bei der Operation wird die Beckenmuskulatur gerafft und Organe, die sich gesenkt haben, wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht. Zur Raffung der Beckenbodenmuskulatur und zur Verstärkung des Damms wird die sogenannte Scheidenplastik eingesetzt. Mediziner unterscheiden zwischen einer vorderen und einer hinteren Scheidenplastik. Die vordere Scheidenplastik kommt bei einer Blasen- und Scheidensenkung zum Einsatz. Dabei wird der Blasenboden zusammengerafft und der Blasenhals angehoben. Bei der hinteren Scheidenplastik wird die Scheidenhaut vom Enddarm abgelöst, die überschüssige gedehnte Scheidenhaut entfernt und nach Hochnähen der Blase beziehungsweise des Enddarmes wieder vernäht.

Besteht kein Kinderwunsch mehr, so wird in der Regel die Gebärmutter bei der Operation entfernt (Hysterektomie). Um einem Vorfall des verbliebenen Scheidenblindsacks vorzubeugen, wird dieser mithilfe eines speziellen Gewebestreifens in der Beckenhöhle fixiert (Vaginosakropexie).

Besteht bei einer Gebärmuttersenkung gleichzeitig eine Inkontinenz (unkontrollierbarer Harnverlust), gibt es noch eine Reihe anderer Operationsverfahren (zum Beispiel Anhebung der Scheidenwand und Korrektur des Harnröhren-Blasenhalswinkels (Kolposuspension).

Das Transvaginal-mesh-Verfahren (TVM) ist eine andere Möglichkeit zur Behandlung einer Gebärmuttersenkung. Dabei setzt der Arzt in einer Operation über die Scheide ein Netz zwischen Blase und Beckenboden ein.

Operation-Nachsorge

Die Operation dauert etwa 30 bis 60 Minuten und geschieht normalerweise unter Vollnarkose. In einigen Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren wird auch eine Behandlung unter örtlicher Betäubung angeboten. Nach der Operation ist ein Krankenhausaufenthalt von etwa zwei Tagen nötig. Komplikationen sind bei der Operation sehr selten. Meistens können operierte Frauen schon nach wenigen Tagen ihrer normalen Arbeit wieder nachgehen.

Als Folgeprobleme der Gebärmuttersenkung-Operation gelten vor allem erschwertes Wasserlassen sowie Probleme und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Diese Probleme können durch eine Überkorrektur entstehen. Zu Nachblutungen oder Infektionen kommt es im Vergleich mit andern Operationen sehr selten.

Pessar

Für ältere und körperlich sehr schwache Frauen kommt eine Operation nicht infrage. Hier erfolgt die Behandlung meist schonend mittels sogenannter Pessare. Ein Pessar ist schalen-, würfel- oder ringförmig und besteht aus Hartgummi oder Silikon. Ein Pessar wird vom Arzt in die Scheide eingeführt und stützt die Gebärmutter. Wichtig ist, dass ein Pessar eine bestehende Senkung nicht behebt, sondern lediglich einer weiteren Senkung entgegen wirkt. Ein Pessar muss regelmäßig gereinigt und neu eingelegt werden, damit es keine Entzündung verursacht. Grundsätzlich kann es zur Behandlung einer Gebärmuttersenkung nur dann eingesetzt werden, wenn die Damm-Muskulatur noch ausreichend stark ist.

Gebärmuttersenkung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Letzte Änderung: 11.11.2019
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Ist der Beckenboden geschwächt, können sich die Gebärmutter und/oder Scheide nach unten verlagern. Das äußert sich zunächst durch Beschwerden im Unterbauch, häufig mit Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Später kann die Gebärmutter teilweise aus der Scheide austreten – das lässt sich aber meist durch eine rechtzeitige Behandlung verhindern.

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Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Ursachen
  • Symptome
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Was ist eine Gebärmuttersenkung?
Bei einer Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) verlagert sich die Gebärmutter aus ihrer normalen Lage im Becken nach unten. Oft geht sie mit einer Scheidensenkung (Descensus vaginae) einher.

Normalerweise hält der Beckenboden die Gebärmutter, die Harnblase und die anderen Organe des Beckens an ihrer Position. Er besteht aus mehreren Schichten von Muskeln und Bindegewebe, die wie eine Art Hängematte an den Knochen des Beckens befestigt sind. Werden die Muskeln und Bänder durch Schwangerschaften, Geburten, Übergewicht oder schwere körperliche Arbeit überdehnt und geschwächt, können die Beckenorgane absinken.

Bemerkbar macht sich das anfangs durch Beschwerden im Unterleib wie zum Beispiel ziehende Schmerzen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide sowie Probleme beim Wasserlassen und beim Stuhlgang.

Sinkt die Gebärmutter sehr weit ab, kann der Gebärmutterhals aus der Scheide austreten (Gebärmuttervorfall oder -prolaps). Auch die Scheide kann absinken und sich durch die Scheidenöffnung stülpen (Scheidenvorfall oder -prolaps). Beides lässt sich jedoch oft durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen verhindern, etwa durch Beckenbodentraining.

Ursachen einer Gebärmuttersenkung

Gebärmuttersenkung und Scheidensenkung sind Folgen einer Beckenbodenschwäche. Als Beckenboden bezeichnet man die die Muskeln und Bändern, die die Beckenorgane an ihrer Position halten. Wird der Beckenboden durch dauerhafte oder außergewöhnlich starke Belastung überdehnt, lässt seine Stabilität und Elastizität nach, sodass er seine Haltefunktion nicht mehr wie gewohnt erfüllen kann.

Häufige Ursachen der Überlastung sind

  • Schwangerschaften und Geburten (insbesondere komplizierte oder schnell aufeinander folgende Geburten),
  • Übergewicht und Fettleibigkeit,
  • schwere körperliche Arbeit,
  • chronische Verstopfung oder
  • chronischen Husten.

Da schwere Belastungen aber nicht bei jeder Frau zu einer Beckenbodenschwäche führen, geht man davon aus, dass diese zum Teil erblich bedingt ist. Das heißt: Die Betroffenen haben aufgrund bestimmter angeborener Voraussetzungen ein schwächeres Bindegewebe und sind somit anfälliger für eine Beckenbodenschwäche.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass Frauen, die rauchen und/oder an Diabetes mellitus erkrankt sind, ein erhöhtes Risiko für eine Beckenbodenschwäche und somit für eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung haben.

Zu einem Gebärmuttervorfall oder Scheidenvorfall kommt es meist erst in den Wechseljahren. Das liegt möglicherweise auch daran, dass in den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt. Östrogen ist ein Hormon, das unter anderem zur Stabilität des Bindegewebes beiträgt.

Gebärmuttersenkung: Was sind typische Symptome?

Meist äußert sich eine Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung durch folgende Symptome:

  • ziehende Unterleibsschmerzen
  • Fremdkörpergefühl in der Scheide
  • Druckgefühl im Unterbauch
  • Blasenschwäche und unwillkürlicher Harnverlust (Inkontinenz), insbesondere beim Husten, Niesen, Lachen oder Geschlechtsverkehr (sog. Belastungsinkontinenz)
  • Blasenentleerungsstörungen, etwa vermehrter Harndrang, wobei jedoch nur kleine Mengen Urin entleert werden können (Pollakisurie) und Restharn zurückbleibt.

Wenn ständig Resturin in der Blase bleibt, erhöht sich das Risiko für Harnwegsinfekte. Vor allem Frauen nach den Wechseljahren, die öfters unter Blasen- oder Scheidenentzündungen leiden, sollten abklären lassen, ob eine Gebärmuttersenkung beziehungsweise Scheidensenkung für die Symptome verantwortlich ist.

Wenn sich die hintere Scheidenwand senkt, kann es auch zu Schwierigkeiten bei der Stuhlentleerung kommen, da sich Kot in der Aussackung der Darmwand in Richtung Scheide ansammelt. Verstopfung (Obstipation) oder ein unangenehmes Völlegefühl des Darms sind dann die Folge.

Diagnose einer Gebärmuttersenkung

Wer Beschwerden im Unterbauch verspürt, die auf eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung hindeuten, sollte zum Gynäkologen gehen. Dieser kann mithilfe verschiedener Untersuchungen klären, ob der Beckenboden geschwächt ist und ob sich die Beckenorgane nach unten verlagert haben.

Wenn sich Gebärmutter und/oder Scheide stark nach unten verlagert haben, kann der Arzt dies bereits durch inneres und äußeres Abtasten der Scheide und des Unterleibs feststellen.

Um auch eine leichtere Senkung erkennen zu können, untersucht der Arzt die Scheide mithilfe eines Scheidenspiegels (Spekulum). Während dieser Untersuchung fordert er sie auch dazu auf, zu husten und zu pressen. So kann er den Zustand ihres Beckenbodens beurteilen und ermitteln, welche Position die Beckenorgane im Ruhezustand und unter Anspannung der Muskulatur einnehmen.

Untersuchungen der Blasenfunktion

Zusätzlich untersucht der Frauenarzt die Harnblase mit dem Ultraschallgerät, nachdem die Patientin zur Toilette gegangen ist. Denn eine Gebärmutter- und/oder Scheidensenkung führt häufig dazu, dass sich die Blase nicht richtig entleeren kann, wodurch sich Restharn in ihr sammelt. Den Restharn kann der Arzt auf den Ultraschallaufnahmen sehen.

Da Restharn Harnwegsinfektionen begünstigt, untersucht der Arzt auch den Urin der Patientin. Enthält dieser hohe Konzentrationen von Bakterien, spricht dies für eine Blasenentzündung.

Bei manchen Patientinnen verursacht eine Gebärmuttersenkung eine „versteckte Inkontinenz“: Sie verlieren ungewollt Urin, der jedoch nicht austreten kann, weil die Gebärmutter auf die Harnröhre drückt. Das wird als Quetschharnphänomen bezeichnet. Ob eine Inkontinenz vorliegt und wenn ja, welche Form der Inkontinenz, kann der Arzt durch eine sogenannte urodynamische Untersuchung feststellen.

Dabei führt der Arzt zwei Sonden in die Harnblase und in den Darm ein, die messen, inwieweit die Blasen- und Beckenbodenmuskulatur noch dazu in der Lage sind, steigendem Druck in der Blase standzuhalten.

Wichtig: Vor der Untersuchung muss der Arzt eine Blasenentzündung ausschließen, damit das Untersuchungsergebnis nicht verfälscht wird.

Ist eine Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung von außen sichtbar?

Mit bloßen Auge zu erkennen ist eine Gebärmuttersenkung und/oder Scheidensenkung nur, wenn sich der Gebärmutterhals und die Scheide bereits durch die Scheidenöffnung nach außen gestülpt haben, also nach einem sogenannten Gebärmutter- beziehungsweise Scheidenvorfall. Auch nach einer Gebärmutterentfernung können sich Scheide, Blase oder Darm noch nach außen stülpen.

Behandlung einer Gebärmuttersenkung

Die Behandlung richtet sich danach, wie weit die Gebärmutter und/oder Scheide bereits abgesunken sind und welche Beschwerden dies verursacht. In jedem Fall sollte die Betroffene Aktivitäten meiden, bei denen Druck auf ihren Beckenboden ausgeübt wird (z.B. Tragen schwerer Gegenstände), und – sofern nötig – Übergewicht abbauen.

Bei einer leichten Gebärmuttersenkung kann der Arzt zu Beckenbodentraining raten. Dabei trainieren die Betroffenen gezielt die Muskeln des Beckenbodens und kräftigen diese. Das wirkt nicht nur dem weiteren Absinken der Organe entgegen, sondern kann auch gegen eine leichte Harninkontinenz helfen.

Bei Frauen in den Wechseljahren wird manchmal die Scheidenschleimhaut dünner. Dadurch kann es zu Beschwerden kommen, die die mit der Gebärmuttersenkung verbundenen Symptome verschlimmern – etwa Juckreiz, Scheidenentzündungen, Harnwegsinfekte, Harninkontinenz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Um diese Folgeerscheinungen zu vermindern, kann der Arzt eine hormonhaltige Creme verordnen.

Ein Pessar kann dazu beitragen, die Beschwerden vorübergehend zu lindern. Das Kunststoffgebilde wird in die Scheide eingeführt und stützt die Gebärmutter. Meist werden Pessare nur dazu eingesetzt, die Zeit bis zur Operation zu überbrücken. Zur Dauertherapie empfiehlt der Arzt sie normalerweise nur, wenn bei der Patientin keine Operation möglich ist oder die Patientin keine Operation wünscht.

Pessare können die Schleimhäute schädigen und zu Druckgeschwüren führen. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, wird das Pessar individuell an die Patientin angepasst und alle sechs bis zwölf Wochen ausgetauscht. Zudem kann der Arzt eine Östrogensalbe oder Östrogenzäpfchen verschreiben, die die Patientin in die Scheide einführt. Durch das Östrogen werden die Schleimhäute gestärkt.

Wichtig: Pessare können Druckgeschwüre an den Geschlechtsorganen hervorrufen, die sich durch einen blutigen Ausfluss äußern können. In diesem Fall kann der Arzt das Pessar einige Wochen herausnehmen, bis die Wunde abgeheilt ist.

Operation

Bei schweren Formen der Gebärmuttersenkung beziehungsweise Scheidensenkung kann der Frauenarzt zu einer Operation raten. Wenn möglich, operiert der Arzt dabei ohne Bauchschnitt von der Scheide aus.

Es gibt verschiedene operative Methoden. Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welches Organ sich wie stark gesenkt hat und welche Beschwerden die Patientin hat. Ziel der OP ist es, die inneren weiblichen Geschlechtsorgane an ihren ursprünglichen Platz zu bringen.

Damit sie nicht erneut absinken, stabilisiert der Chirurg sie entweder mithilfe von Eigengewebe der Patientin oder mittels eines Kunststoffnetzes, das am Kreuz- oder Steißbein befestigt wird. Wenn die Patientin eine Blasenschwäche hat, kann er im Rahmen des Eingriffs zusätzlich eine Schlinge aus Kunststoff um die Harnröhre legen, um diese zu stützen.

Für Patientinnen ohne Kinderwunsch kann eine Entfernung der Gebärmutter sinnvoll sein.

Verlauf einer Gebärmuttersenkung

Je nachdem, wie schwach der Beckenboden ist, können die Gebärmutter und die Scheide weiter absinken. Auch der Mastdarm und die Blase können sich nach unten verlagern. Beckenbodentraining kann dieses Risiko jedoch senken.

Durch eine Operation lassen sich die Organe wieder in ihre ursprüngliche Position bringen und Symptome lindern. Da die Bindegewebsschwäche jedoch bestehen bleibt, kann es bei einigen Frauen erneut zu einer Senkung der Gebärmutter und/oder Scheide kommen. Bei 25 von 100 Frauen, die sich aufgrund einer Gebärmuttersenkung haben operieren lassen, sinkt die Gebärmutter innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Eingriff erneut ab.

Mit zunehmenden Beschwerden treten bei einigen Frauen im Verlauf der Gebärmuttersenkung psychische Probleme auf. Diese Belastung kann so stark sein, dass betroffene Frauen sich nicht mehr unter Leute wagen und vereinsamen. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, Hilfe anzunehmen und sich behandeln zu lassen. Auch Selbsthilfegruppen können hier Unterstützung anbieten.

Wie kann man einer Gebärmuttersenkung vorbeugen?

Frauen können einer Gebärmuttersenkung beziehungsweise Scheidensenkung vorbeugen, indem sie

  • Übergewicht vermeiden,
  • durch gezielte Übungen ihren Beckenboden trainieren,
  • schweres Heben vermeiden und
  • chronische Verstopfung oder Husten behandeln lassen.

Insbesondere das Beckenbodentraining kann einer Gebärmuttersenkung vorbeugen. Betroffene können sich die Übungen selbst beibringen oder unter krankengymnastischer Anleitung erlernen. Konsequentes und regelmäßiges, tägliches Üben ist für den Erfolg unerlässlich.

Schwangere Frauen sollten an Schwangerschaftsgymnastik sowie nach der Geburt an Rückbildungsgymnastik teilnehmen, um einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen.

Quellen

Scheidensenkung und Gebärmuttersenkung. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 8.9.2018)

Descensus genitalis (Genitaldeszensus) Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 16.7.2018)

Descensus uteri et vaginae. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 21.6.2017)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Weiblicher Descensus genitalis, Diagnostik und Therapie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/006 (Stand: April 2016)

Onmeda-Lesetipps:

  • Übungen für den Beckenboden
  • Inkontinenz: Was hilft?
  • Unterleibsschmerzen bei der Frau: Was sind mögliche Ursachen?

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Gebärmuttersenkung, Scheidensenkung“:

  • Genitalprolaps bei der Frau
  • Sonstige nichtentzündliche Krankheiten des Uterus, ausgenommen der Zervix

Letzte inhaltliche Prüfung: 11.11.2019
Letzte Änderung: 11.11.2019

Mehr Ratgeber

Stand: 27.08.2019 17:10 Uhr – Visite

Von einer Beckenbodenschwäche ist etwa jede zweite Frau ist im Laufe ihres Lebens betroffen. Der Beckenboden ist ein Geflecht aus drei übereinander liegenden Muskelschichten und Bändern aus Bindegewebe. Er legt sich wie eine Acht um Vagina und After und spannt sich wie eine Hängematte zwischen den Beckenknochen auf. Hält die Beckenbodenmuskulatur die Organe des kleinen Beckens – Gebärmutter, Blase und Darm – nicht mehr an ihrem Platz, können sogenannte Senkungsbeschwerden auftreten.

Was hilft bei Blasen- oder Gebärmuttersenkung?

Visite – 27.08.2019 20:15 Uhr Autor/in: Jutta Rosbach

Inkontinenz oder Schmerzen im Unterleib können die Folge sein, wenn sich die Gebärmutter sich aufgrund einer Beckenbodenschwäche absenkt. Was können betroffene Frauen tun?

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    Risikofaktoren für Senkungsbeschwerden

    Im Laufe des Lebens schwächen Über- und Fehlbelastungen die Beckenbodenmuskulatur. Zu den Risikofaktoren für Senkungsbeschwerden zählen:

    • Schwangerschaften und Geburten
    • Übergewicht
    • schwere körperliche Arbeit

    Zusätzlich begünstigen angeborene Bindegewebserkrankungen oder ein Hormonmangel das Fortschreiten der Muskelschwäche.

    Weitere Informationen

    Chat-Protokoll: Beckenbodenschwäche

    Infolge einer Beckenbodenschwäche kann sich die Gebärmutter absenken. Die Urogynäkologin Dr. Tina Cadenbach-Blome hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. mehr

    Senkungsbeschwerden im Überblick

    Meistens sind nicht nur einzelne, sondern mehrere Organe von der Senkung betroffen. Das Absinken kann mit verschiedenen Beschwerden verbunden sein:

    • Erhöhter Druck im Bauchraum kann zu einer sogenannten Belastungsinkontinenz führen: Beispielweise beim Lachen, Niesen, Husten, Hüpfen und Springen oder schwerem Heben kommt es zum unwillkürlichen Abgang von Urin.
    • Bei einer Gebärmuttersenkung können zusätzlich unangenehmes Ziehen, Druck- sowie Fremdkörpergefühl im Unterbauch und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten.

    Beckenbodentraining stärkt Muskulatur

    Regelmäßiges Beckenbodentraining kann einer Beckenbodenschwäche vorbeugen. Die Übungen bestehen aus einer bewussten Anspannung und Entspannung der Beckenbodenmuskulatur im Wechsel. Haben sich die Organe bereits abgesenkt, kann Beckenbodentraining in vielen Fällen verhindern, dass die Organe ihre Position weiter verändern.

    Therapien bei Senkungsbeschwerden

    Welche Therapie bei Senkungsbeschwerden die geeignete ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel

    • Kinderwunsch
    • Alter
    • Körperbau
    • Leidensdruck

    Eine Therapie sollten betroffene Frauen mit dem behandelnden Gynäkologen abstimmen.

    Senkungsbeschwerden mit Pessar behandeln

    Eine Beckenbodenschwäche lässt sich in einigen Fällen mit einem Pessar behandeln. Ein Pessar besteht in der Regel aus Kunststoff und hat die Form einer Schale, eines Rings oder eines Würfels. Ein Pessar wird in die Scheide eingeführt, um das Scheidengewölbe zu spannen und damit die Gebärmutter abzustützen.

    • Fest eingesetzte Pessare können nur vom Frauenarzt eingeführt werden. Sie müssen spätestens nach sechs bis acht Wochen gewechselt werden. Nachteile: Sie stecken dauerhaft als Fremdkörper in der Scheide, es kann zu Druckschmerz und übel riechendem Ausfluss kommen.
    • Dagegen können sogenannte Würfelpessare wie ein Tampon täglich selbst eingeführt und entfernt werden.

    Operationen bei Gebärmuttersenkung

    Es gibt grundsätzlich zwei Operationsverfahren:

    • Operation mit eigenem Gewebe: Dabei wird das lockere Bindegewebe unter der Blase gerafft, so können die Organe unterpolstert und angehoben werden. Nach der Operation sollte man sich längere Zeit schonen und nicht zu schwer heben, damit das OP-Ergebnis nicht gefährdet ist.
    • Einsatz synthetischer Netze: Die Netze sollen den Beckenboden stützen, können aber zu erheblichen Komplikationen führen, zum Beispiel anhaltende Beschwerden durch abstehende Fäden, Entzündungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Verletzungen anderer Organe. In den USA wurden einige der sogenannten Vaginalnetze deshalb vom Markt genommen.

    Wann die Netz-OP sinnvoll sein kann

    Den Einsatz synthetischer Netze empfehlen die Fachgesellschaften in Deutschland nur dann, wenn erwartbar ist, dass mit der herkömmlichen Operationsmethode kein gutes Ergebnis zu erzielen ist – zum Beispiel

    • wenn der Beckenboden nach einer Straffung des Eigengewebes wiederholt absinkt oder
    • weitere Risikofaktoren vorliegen, etwa das Bindegewebe zu weich ist oder die Betroffene stark übergewichtig ist.

    Andererseits sind heute schon neuere Netze auf dem Markt, die weitmaschiger gearbeitet sind als die Netze der ersten Generation, und daher zu einer geringeren Komplikationsrate führen, wenn sie von einem erfahrenen Operateur eingesetzt werden.

    Worauf Frauen vor einer OP achten sollten

    Vor einer Operation bei Senkungsbeschwerden sollte jede betroffene Frau nachfragen,

    • wie häufig die Operation durchgeführt wird – mindestens 50 bis 80 Mal im Jahr sollten es sein
    • ob die Operateurin oder der Operateur für sie mehrere OP-Methoden zur Auswahl bereithält

    Sinnvoll ist es, in ein spezialisiertes urogynäkologisches Zentrum zu gehen, da der Erfolg der Operation und die Häufigkeit von Komplikationen in hohem Maße vom Können des OP-Teams abhängt.

    Was tun bei Komplikationen?

    Treten nach der Operation über längere Zeit starke Schmerzen im Bauch oder Rücken auf, kann es daran liegen, dass beim Befestigen des Netzes im Unterleib ein Nerv verletzt wurde. Solche Schmerzpunkte lassen sich neuerdings mit Botoxspritzen behandeln. Fäden, die in der Scheide tastbar sind und Geschlechtsverkehr unmöglich machen, lassen sich in einem weiteren Eingriff entfernen. Ansprechpartner bei Komplikationen sind spezialisierte Urogynäkologen.

    Experten zum Thema

    Tina Cadenbach-Blome
    Leitende Oberärztin der Frauenklinik und Leitende Ärztin Urogynäkologie
    Asklepios Klinik Altona
    Paul-Ehrlich-Str. 1
    22763 Hamburg

    Dr. David Marghawal
    Leitender Oberarzt der Abteilung Urologie
    Asklepios Klinik Altona
    Paul-Ehrlich-Str. 1
    22763 Hamburg

    Weitere Informationen
    Deutsche Kontinenz Gesellschaft
    Friedrichstraße 15
    60323 Frankfurt

    Informationen über die Krankheit, Hilfsangebote, Klinik-Übersicht und Veranstaltungstipps

    Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Was-hilft-bei-Gebaermuttersenkung-und-Blasensenkung,gebaermutter114.html

    Die Gebärmuttersenkung hat viele Namen wie Genitalprolaps, Uterusprolaps oder Descensus uteri. Was nichts anderes als das Absenken der Gebärmutter bedeutet und davor ist keine Frau gefeit.

    Durch die nachlassende Spannung des Beckenbodens, entsteht dieser Effekt. Die Lageveränderung von Mastdarm und Blase wie auch die Scheidensenkung, lassen das Übel schon erahnen.

    Viele Frauen leiden und Beschwerden und werden im Laufe der Zeit zunehmend inkontinent. Von den Defiziten und Beeinträchtigungen ganz zu schweigen. Ob nach der Geburt, den Wechseljahren oder bei starkem Übergewicht, die Senkung kann in jedem Alter erfolgreich behandelt werden.

    Gebärmuttersenkung genau erklrärt

    Die Gebärmutter sitzt tiefer als für gewöhnlich im Becken und kann im Extremfall durch die Vagina nach außen treten. Der Uterusprolaps ist daher mit einem leichten bis schweren Verlauf versehen. Von symptomlos bis zu schmerzhaften Beschwerden, macht die Gebärmuttersenkung auf sich aufmerksam.

    Im Normalfall wird die Gebärmutter durch die Haltestrukturen in ihrer Position gut stabilisiert. Das Bindegewebe, die Bänder (Ligamente) und die Beckenmodenmuskulatur bieten ihr Halt und Schutz.

    Lässt dieser aber nach und die Haltestruktur wird schwächer, dann treten die ersten Beschwerden auf. Es kommt zu einer allgemeinen Senkung des Beckenbodens und der bezieht nicht nur die Gebärmutter mit ein.

    Auch das Rektum und die Harnblase werden in Mitleidenschaft gezogen. Etwa 30 bis 50 Prozent der Frauen sind davon betroffen und die leichte Gebärmuttersenkung ist nicht weiter zu bemerken.

    Erst bei einer schweren Senkung stellen sich die Funktionsbeeinträchtigungen ein. Bedenken Sie auch, nicht nur ältere Frauen sind davon betroffen. Gerade bei der chronischen Schwächung des Bindegewebes, kann es auch jüngere Frauen treffen.

    Und so gibt es neben der bekannten Gebärmuttersenkung die Scheidensenkung und die Vagina hängt nach unten ab. Dann spricht man von einem Scheidenvorfall.

    Gebärmuttersenkung Symptome

    Die klassischen Symptome sind Rücken- wie auch Unterleibsschmerzen. Ein chronisches Druck- oder Fremdkörpergefühl entsteht und ein stetiger Zug nach unten taucht auf. Viele Frauen haben Angst, dass etwas aus der Vagina fallen könnte.

    Dieses Gefühl tritt nach und nach auf und die Frauen überkreuzen vermehrt die Beine. Eine Art Schutz, um sich besser zu fühlen. Ebenso treten Druckgeschwüre und Entzündungen auf, da die Scheidenflora eine Veränderung aufweist. Ein blutiger Ausfluss stellt sich als weiteres Symptom dar.

    Häufig kommt es zu vermehrtem Wasserlassen, einem abgeschwächten Harnstrahl und letztendlich zu der gefürchteten Inkontinenz und diese geht mit einer Belastungsinkontinenz einher. Alleine schon ein Husten und Niesen ruft das Harnträufeln hervor.

    Zudem macht sich die Unsicherheit breit und es entfachen weitere Komplikationen. Schmerzen beim Stuhlgang und Verstopfungen sind dann an der Tagesordnung. Aber auch der umgekehrte Fall tritt ein und es kann zu einer Stuhlinkontinenz kommen. Warten Sie daher nicht zu lange, wenn sich folgende Beschwerden bei einer Gebärmuttersenkung aufzeigen.

    • Unkontrollierter Harnabgang

    • Schmerzen im Steißbein und Kreuzbein

    • Unangenehmes Druckgefühl wie auch Fremdkörpergefühl im Genitalbereich

    • Vermehrter Ausfluss

    • Erschwerter Stuhlgang und Verstopfung

    • Druckgeschwüre und Blutungen im Genitalbereich

    Jedes Symptom an sich, kann das Anfangsstadium einer Gebärmuttersenkung sein. Große Belastungen treten ebenfalls bei Belastungen, einer schweren Geburt und auch während des Stuhlgangs auf.

    Wie erkennt man eine Gebärmuttersenkung?

    Die Gebärmutter vollbringt Tag für Tag eine Höchstleistung und ist ein Muskel von 50 bis 100 g. Am Ende einer Schwangerschaft bringt sie gut und gerne 1,5 kg auf die Waage. Tritt das Gewicht nicht mehr zurück, tritt folglich eine Gebärmuttersenkung auf. Viele Frauen empfinden eine Art Fremdkörpergefühl und spüren einen unangenehmen Druck. Aber auch Frauen mit Übergewicht kennen das Gefühl. Der Urinverlust, Schmerzen beim Sex und eine Verstopfung sind dann die Folge.

    Die Ursachen und mögliche Risikofaktoren

    Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein und eine angeborene Bindegewebsschwäche beinhalten. Ebenfalls können eine zu ausgeprägte Bauchmuskulatur und eine Überanstrengung der Beckenbodenmuskulatur dafür verantwortlich sein. Dann tritt eine Gebärmuttersenkung ein.

    Die Risikofaktoren dazu im Überblick:

    • Übergewicht
    • Rauchen
    • Fehlhaltungen
    • Angeborene Bindegewebsschwäche
    • Tragen von schweren Gewichten
    • Zangengeburt, Darmriss und Darmschnitt
    • Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
    • Östrogenmangel
    • Chronischer Husten
    • Chronische Verstopfung

    Der Verlauf kann im Spätstadium weitere Organe betreffen und in einem totalen Vorfall enden. Husten, Lachen, Niesen und etwas Heben wird dann fast unmöglich. Die Komplikationen treten durch Geschwüre, Ausfluss, Entzündungen und Geschwüre hervor.

    Wodurch entsteht üblicherweise eine solche Senkung?

    Auch Sie können im Lauf der Zeit davon betroffen sein, wenn Sie die Haltestrukturen überstrapazieren. Eine Gebärmutter besteht aus Muskeln, Bändern und Sehnen, deren Stabilität im zunehmenden Alter ins Wanken kommt. Des Weiteren treten folgende Faktoren auf:

    • Fettleibigkeit
    • Schwangerschaft und Geburt
    • Schwere körperliche Arbeit
    • Fehlbelastung wie auch Überbelastung
    • Druckerhöhung durch Erkrankungen im Bauchraum

    Nehmen Sie solche Beschwerden, Defizite und Symptome immer Ernst. Denn eine Gebärmuttersenkung ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und kann durchaus chronisch werden. Bereits ab dem 30. Lebensjahr ist eine Senkung bereits gegeben.

    Diagnose und Krankheitsverlauf einer Gebärmuttersenkung

    Stellen Sie Unregelmäßigkeiten fest, ist Ihr Gynäkologe das Mittel der Wahl. Dabei wird Ihre Anamnese, die Krankengeschichte, aufgenommen und Ihre Symptome näher eruiert.

    Eine Scheidenspiegelung (Spekulums) bringt letztendlich Klarheit, ob es sich um eine Gebärmuttersenkung handelt. Ebenfalls dient eine Sonografie wie das Röntgen zur genaueren Diagnostik. Zudem wird eine rektale Untersuchung durchgeführt.

    Der Gynäkologe kann durch das Ertasten eine Einstülpung oder Aussackung ertasten. Auch das kann mit ein Grund für die Senkung der Gebärmutter sein. Denn dieser Prozess führt zu Verstopfungen.

    Der Krankheitsverlauf sieht wie folgt aus:

    Grad 1: Anfangs sinken die Organe leicht ab

    Grad 2: Bis zum Scheidenausgang sind die Organe abgesunken

    Grad 3: Bis zu 1 cm tritt die Gebärmutter aus der Scheidenöffnung hervor

    Grad 4: Zum großen Teil tritt nun die Scheide wie auch die Gebärmutter aus der Scheidenöffnung heraus.

    Warten Sie daher mit einem Arztbesuch nicht zulange, denn jede Senkung schreitet langsam aber sicher fort.

    Wer ist am häufigsten betroffen?

    In den meisten Fällen wird die Gebärmuttersenkung in den Wechseljahren festgestellt. Aber auch Schwangere und Übergewichtige sind davon betroffen.

    Können Frauen einer Gebärmuttersenkung vorbeugen?

    Viele Sportarten wie das Bauch-Beine-Po-Training, das Beckenbodentraining oder auch das Joggen, helfen beim Vorbeugen. Sie können auch in spezielle Gymnastikstunden gehen und sich voll und ganz der Beckenbodengymnastik widmen. Dabei werden die Muskeln im Training gezielt angesprochen. Ein Beckenbodentraining hilft dann nicht mehr, wenn sich die Gebärmutter einmal abgesenkt hat. Fangen Sie frühzeigt mit dem Training an und beugen so einer Gebärmuttersenkung vor.

    Konsequenzen einer unbehandelten Gebärmuttersenkung

    Eine abgesenkte Gebärmutter muss nicht behandelt werden, solange sie symptomlos ist. Leiden Sie aber unter einem Druckgefühl, Schmerzen und Entzündungen, ist eine Behandlung in Erwägung zu ziehen. Ignorieren Sie die körperlichen Beschwerden, kann die Senkung zu einem Vorfall werden. Dann ist wiederum Eile geboten.

    Behandlungsmöglichkeiten

    Bei den Behandlungsmöglichkeiten kommt es auf das Stadium der Gebärmuttersenkung an. Verursacht die Senkung Beschwerden, sollte eine Therapie in Erwägung gezogen werden.

    Bei der leichten Form reichen schon Beckenbodenübungen aus, um wieder eine Stabilität der Gebärmutter zu erreichen. Das stärkt die Muskulatur und beugt einer weiteren Gebärmuttersenkung vor. So kann sich die Gebärmutter wieder zurückbilden, ohne einen operativen Eingriff vorzunehmen. Ebenso ist eine hormonelle Behandlung bei Frauen in den Wechseljahren sinnvoll und ein Vaginalring zu einer Verbesserung beitragen.

    Eine Operation ist bei schweren Fällen unumgänglich. Diese erfolgt über die Vagina oder durch einen Eingriff im Unterbrauch. Bei beiden Varianten werden die Organe gerafft und die Beckenmuskulatur gestrafft. Eine Scheidenplastik kann zudem zur Verstärkung eingesetzt werden.

    Das gibt wiederum mehr Halt und Stabilität. Je nach Alter und schwere der Symptome, entscheidet der Arzt wie der Eingriff vorgenommen wird. Vertrauen Sie Ihrem Gynäkologen, der Ihre Beschwerden kennt und Ihnen die beste Methode ans Herz legt.

    Mögliche Verfahren:

    • Spezielle Gewebenetze werden zur Halterung der Organe in den Beckenboden gesetzt
    • Scheidenraffung (Kolporrhaphie)
    • Fixierung der Scheide an der Beckenwand
    • Nahegelegene Bänder werden zur Stabilität der Gebärmutter stabilisiert

    Bei der konservativen Methode ist eine nichtoperative Variante das Mittel der Wahl. Das Beckenbodentraining, wie das Abnehmen bei Übergewicht und die Aktivität des Darms werden dabei unterstützt. Regelmäßige Kontrolluntersuchen begleiten das Therapieverfahren.

    Worauf ist nach einer Behandlung zu achten?

    Wurde eine Operation vorgenommen, so ist es ratsam, keine schere Lasten zu heben. Auch bei allen anderen Behandlungsmöglichkeiten sollten Sie dies tunlichst vermeiden. Ein regelmäßiges Beckenbodentraining ist zudem gut für die Muskulatur. Die Gebärmuttersenkung kann jede Frau treffen, treffen Sie demzufolge frühzeitig die vorbeugenden Maßnahmen.

    Was ist eine Gebärmuttersenkung?

    Die Organe im Becken eines Menschen sind normalerweise über Muskeln und Bänder fest verankert. Der Beckenboden schließt das Becken nach unten hin ab. Er besteht aus drei Muskelschichten und gibt den Beckenorganen Halt. Bei Frauen kann es aber vorkommen, dass verschiedene Einflüsse den Beckenboden schwächen. Er verliert seine Stützfunktion und die Beckenorgane senken sich ab.

    Im Laufe ihres Lebens erleidet rund die Hälfte der Frauen eine Schwächung des Beckenbodens. Da die Gebärmutter, die Harnblase und der Enddarm anatomisch sehr nahe beieinander liegen, sinken bei einer Gebärmuttersenkung oft auch die Blase und der Enddarm mit nach unten. Verschiedene Beschwerden wie Blasenschwäche, Schmerzen im Unterleib und im Bereich des Kreuzbeins oder auch Verstopfung können dadurch entstehen.

    Krankheiten & Behandlung Unterleibsschmerzen: Symptom einer Ekrankung

    Was sind die Symptome einer Gebärmuttersenkung?

    Eine Gebärmuttersenkung kann verschiedene Beschwerden auslösen. Viele Frauen bemerken es zunächst nicht, wenn ihre Gebärmutter die Position im Becken verändert hat. Vor allem leichtere Formen der Gebärmuttersenkung verursachen entweder keine oder nur schwache Symptome.

    Diese Formen der Gebärmuttersenkung gibt es

    Es gibt vier verschiedene Stufen der Gebärmuttersenkung, je nachdem, wie weit die Gebärmutter nach unten gesunken ist:

    • Grad 1: Die Gebärmutter sinkt bis maximal zwei Zentimeter oberhalb der Scheidenöffnung ab.
    • Grad 2: Die Gebärmutter sinkt bis maximal einen Zentimeter vor dem Scheideneingang ab.
    • Grad 3: Die Gebärmutter tritt bis zu einem Zentimeter aus der Scheidenöffnung hervor (Teilprolaps).
    • Grad 4: Die Gebärmutter ragt deutlich aus der Scheide heraus und zieht diese mit nach außen (Totalprolaps)

    Bei den meisten Frauen bleibt es bei einer leichten Gebärmuttersenkung. Manchmal bilden sich leichte Formen von selbst wieder zurück, sie können aber auch schlimmer werden.

    Schmerzen und Druckgefühl als Symptom bei einer Gebärmuttersenkung

    Zu den häufigsten Symptomen einer Gebärmuttersenkung gehören:

    • Dumpfe Schmerzen im Unterleib oder im Rücken
    • Schmerzen im Bereich des Kreuzbeins: Hier sind die Bänder befestigt, welche die Gebärmutter im Becken „aufhängen“. Der verstärkte Zug der Gebärmutter an diesen Bändern nach unten erzeugt dann den entsprechenden Schmerz. Die Schmerzen erhöhen sich oft bei schwerer körperlicher Arbeit oder wenn betroffene Frauen etwas Schweres heben.
    • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

    Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind bei einer Gebärmuttersenkung ein häufiges sexuelles Problem von Frauen Foto: istock/Peopleimages

    Zudem tritt durch eine Gebärmuttersenkung ein Druck- und Fremdkörpergefühl in der Scheide auf. Viele Frauen haben dann Angst, es könnte etwas „herausfallen“. Tatsächlich kann im fortgeschrittenem Stadium der Gebärmuttersenkung der Muttermund aus der Scheide hervortreten. Durch den sogenannten Gebärmuttervorfall (Prolaps) verändert sich der pH-Wert der Scheide. Dies wiederum führt dazu, dass sich die Scheide häufig entzündet. Der freigelegte Muttermund ist zudem sehr empfindlich. Durch Reibung kommt es oft zu Druckgeschwüren und blutigem Ausfluss.

    Weitere Symptome einer Gebärmuttersenkung: Blasenschwäche und Verstopfung

    Manchmal ist auch die Harnblase von der Gebärmuttersenkung betroffen. Dabei kann die Gebärmutter auf die Blase drücken. Betroffene verlieren immer wieder unwillkürlich Urin, vor allem beim Husten, Niesen, Lachen oder bei starken Belastungen des Beckenbodens durch Sport oder körperliche Arbeit. Mediziner sprechen dann von Blasenschwäche (Harninkontinenz). Auch kann das Gefühl entstehen, ständig auf die Toilette zu müssen. Betroffene können dann aber nur eine kleine Menge an Urin abgeben. Bleibt Resturin in der Harnblase zurück, erhöht sich das Risiko für Harnwegsinfekte. In seltenen Fällen staut sich der Harn bis zur Niere zurück und es kommt zu Nierenbeckenentzündungen.

    Krankheiten & Behandlung Nierenbeckenentzündung

    Aufgrund der anatomischen Nähe zum Enddarm kann es bei einer Gebärmuttersenkung auch in diesem Bereich Beschwerden geben. Rutscht die Gebärmutter nach unten und hinten, kann sie auf den Enddarm drücken. Betroffene haben dann zum Beispiel Schmerzen beim Stuhlgang oder können den Enddarm nicht mehr vollständig entleeren. Eine Verstopfung ist die Folge. Bleibt die Verstopfung bestehen, neigen die Patientinnen auch dazu, Hämorrhoiden zu entwickeln.

    Wie kann es dazu kommen, dass die Gebärmutter ihre Lage im Unterleib verändert?

    Gebärmuttersenkung: Ursachen und Risikofaktoren

    Ursache für eine Gebärmuttersenkung ist in der Regel ein schwacher Beckenboden. Verschiedene Risikofaktoren wie eine angeborene Bindegewebsschwäche oder mehrere Geburten können die Entstehung einer Gebärmuttersenkung fördern.

    Beckenboden – das müssen Sie wissen

    Der Beckenboden besteht aus einer Platte aus Muskeln und Bindegewebe, die den Bauchraum und die Beckenorgane nach unten abschließen. Er trägt Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm wie in einer Art Schale. Die Muskeln des Beckenbodens sind wie eine Hängematte vorne am Schambeinknochen, hinten am Kreuz- und Steißbein sowie seitlich an beiden Sitzbeinhöckern befestigt. Der Beckenboden ist demnach nicht starr, sondern schwingt bei Belastungen mit.

    Ein kräftiger Beckenboden ist wichtig für die Gesundheit. Er

    • gibt den Bauch- und Beckenorganen Halt,
    • unterstützt die Schließmuskulatur von Harnröhre und Darmausgang
    • und gibt Widerstand, wenn zum Beispiel durch Husten, Lachen, Pressen beim Stuhlgang oder beim Heben schwerer Gegenstände hoher Druck nach unten auf die Unterleibsorgane entsteht.

    Eine Gebärmuttersenkung tritt in der Regel auf, wenn der Beckenboden durch eine dauerhafte Überlastung geschwächt ist und die Unterleibsorgane nicht mehr in der richtigen Position im Becken halten kann. Dann beginnen die Gesetze der Schwerkraft zu wirken: Durch ihr Gewicht werden die Organe, in diesem Fall die Gebärmutter, mit der Zeit immer weiter nach unten gezogen. Durch die strukturelle Verbindung der Gebärmutter und der Scheide mit der Blase und dem Enddarm sind bei einer Gebärmuttersenkung oft auch diese Organe betroffen.

    Yoga-Beckenboden-Übungen können dazu beitragen, einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen Foto: istock/alvarez

    Risikofaktoren für eine Gebärmuttersenkung

    Alle Einflüsse, die den Druck nach unten erhöhen, schwächen den Beckenboden und fördern die Entstehung einer Gebärmuttersenkung. Dazu zählt zum Beispiel

    • starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit,
    • starke Belastung durch schwere körperliche Arbeit,
    • chronische Verstopfung,
    • chronischer Husten,
    • sowie Schwangerschaften und Geburten.

    Mit zunehmendem Lebensalter ist es zudem ganz natürlich, dass sich die inneren Geschlechtsorgane absenken. Aber auch Faktoren wie

    • eine schwach ausgeprägte Bauchmuskulatur,
    • eine angeborene Bindegewebsschwäche
    • Östrogenmangel in den Wechseljahren oder
    • eine angeborene falsche Position der Gebärmutter im Becken

    können dazu beitragen, dass eine Gebärmuttersenkung entsteht.

    Gebärmuttersenkung: Wie wird die Diagnose gestellt?

    Der Frauenarzt hilft weiter

    Besteht der Verdacht auf eine Gebärmuttersenkung, hilft am besten ein Frauenarzt weiter. Er fragt zunächst nach der Krankengeschichte der Patientin. Typische Beschwerden wie unwillkürlicher Harnverlust oder ständiger Harndrang können ein erster Hinweis auf eine Gebärmuttersenkung sein. Der Arzt fragt nach Geburten oder Geburtsverletzungen sowie nach medizinischen Eingriffen an den Geschlechtsorganen. Auch Informationen über körperliche Belastungen in Beruf oder Familie (wie zum Beispiel schwere körperliche Arbeit, Pflege von Angehörigen etc.) die den Beckenboden schwächen, sind für den Arzt wichtig.

    Was bei einer gynäkologischen Untersuchung passiert

    Für eine eindeutige Diagnose wird der Arzt eine gynäkologische Untersuchung durchführen. Eine starke Gebärmuttersenkung zeigt sich bereits bei der Scheidenuntersuchung. Um leichtere Formen der Gebärmuttersenkung festzustellen, tastet der Arzt die Beckenorgane von außen und über die Scheide ab. Zudem benutzt er einen sogenannten Scheidenspiegel (Spekulum). Indem er die Patientin auffordert, zum Beispiel zu husten, lässt sich die Funktion des Beckenbodens und die Position der Geschlechtsorgane unter Belastung und in Ruhe vergleichen.

    Hat sich die Harnblase in Richtung Scheide geschoben, liegt eine sogenannte Zystozele oder ein Blasenvorfall vor. Zudem tastet der Arzt bei Verdacht auf Gebärmuttersenkung den Mastdarm ab. Damit erkennt er zum Beispiel, ob sich durch die Gebärmuttersenkung die Darmwand zur Scheide hin eingestülpt hat. Mediziner bezeichnen dies als Rektozele. Sie ist häufig Ursache der Verstopfung, die im Rahmen einer Gebärmuttersenkung auftreten kann.

    Wie stark ist die Blase betroffen?

    Wie stark die Harnblase von der Gebärmuttersenkung betroffen ist, untersucht der Arzt zusätzlich mit verschiedenen Tests. Er prüft zum Beispiel, ob Urin abgeht, wenn die Patientin kräftig hustet. Diese Methode nennt man Husten-Stresstest. Gibt es dagegen Beschwerden beim Wasserlassen, führt der Arzt eine sogenannte Restharnbestimmung durch. Dafür geht die Patientin zur Toilette und leert die Blase so gut wie möglich. Mithilfe eines Ultraschallgerätes stellt der Arzt anschließend fest, ob sich noch Urin in der Blase befindet. Besteht zudem der Verdacht auf eine Harnwegsinfektion, schickt der Arzt eine Urinprobe zur näheren Untersuchung ins Labor.

    Behandlung: Gebärmuttersenkung

    Die Behandlung einer Gebärmuttersenkung richtet sich vor allem nach den Beschwerden, die auftreten können. Welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist, sollten Patientinnen am besten mit ihrem Arzt absprechen.

    Für die Behandlung einer Gebärmuttersenkung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Ausschlaggebend ist vor allem, welche Beschwerden die betroffene Frau hat und wie belastend diese für sie sind. Zusätzlich spielen andere Faktoren eine Rolle bei der Therapiewahl wie zum Beispiel

    • das Alter der Frau,
    • der Schweregrad der Gebärmuttersenkung und welche Organe daran beteiligt sind,
    • ob die Patientin noch Kinder bekommen möchte,
    • wie wichtig es der Patientin ist, die Gebärmutter zu behalten
    • und welche anderen Erkrankungen noch vorhanden sind.

    Nicht vorschnell operieren

    Nicht-operative Behandlungsmethoden können die Gebärmuttersenkung zwar nicht rückgängig machen. Sie lindern aber Beschwerden und verhindern manchmal, dass die Gebärmutter weiter nach unten sinkt. Besonders für leichtere Formen der Gebärmuttersenkung sind diese Therapiemöglichkeiten geeignet.

    Beckenbodengymnastik:

    Einfache, aber gezielte Übungen stärken dabei die Muskeln des Beckenbodens. Vor allem bei leichter Blasenschwäche und Druckgefühlen im Unterleib ist Beckenodengymnastik sinnvoll. Wichtig dabei ist, regelmäßig zu trainieren und die Übungen in den Tagesablauf mit einzubauen. Erste Erfolge zeigen sich manchmal schon nach ein paar Wochen.

    Scheidenpessar:

    Ein Pessar ist eine Art Gebärmutterstöpsel, der in die Scheide eingeführt wird. Es stützt die Beckenorgane, die nach unten drücken, und kann so Beschwerden lindern. Pessare bestehen aus Gummi oder Silikon. Es gibt sie nicht nur in unterschiedlichen Formen (Schale, Würfel, Ring), sondern auch in verschiedenen Größen. Der Frauenarzt passt das Hilfsmittel an und setzt es in die Scheide ein. Alle sechs bis acht Wochen muss das Pessar wieder ausgewechselt werden. Pessare sind vor allem für ältere Frauen geeignet, die zu schwach für eine Operation sind.

    Scheidenzäpfchen oder –creme:

    In den Wechseljahren hilft manchmal auch eine Behandlung mit weiblichen Geschlechtshormonen (Östrogenen). Denn durch den Östrogenmangel, der in der Wechseljahren auftritt, kann sich Gewebe an den Harn- und Geschlechtsorganen zurückbilden und somit eine Gebärmuttersenkung begünstigen. Östrogenhaltige Zäpfchen oder Cremes, die direkt in der Scheide angewendet werden, wirken dem entgegen.

    Was passiert bei einer Operation?

    Manchmal ist eine Gebärmuttersenkung bereits soweit fortgeschritten, dass nur noch eine Operation hilft. Auch wenn Beckenbodengymnastik, Pessare und Zäpfchen die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder die Gebärmuttersenkung schlimmer wird, ist eine Operation sinnvoll. Der Eingriff hebt die Beckenorgane an und stabilisiert sie.

    Je nachdem, welche Organe oder Bereiche des Beckens von der Senkung betroffen sind, stehen verschiede operative Möglichkeiten zur Verfügung. Sie können auch kombiniert werden. Die häufigsten Eingriffe sind:

    Vordere Scheidenplastik: Hat sich der vordere Teil der Scheide und die Harnblase abgesenkt, löst der Arzt die vordere Scheidenwand ab und strafft das Gewebe, indem er überflüssiges Bindegewebe wegschneidet und das Ganze dann wieder vernäht.

    Hintere Scheidenplastik: Hat sich der hintere Teil der Scheide und der Enddarm nach unten verlagert, löst der Arzt die hintere Scheidenwand ab und strafft das Gewebe zwischen Scheide und Enddarm.

    Betrifft die Absenkung den mittleren Bereich des Beckenbodens, gibt es zwei Methoden für eine Operation.

    Sakrokolpopexie oder Sakropexie: Dabei befestigt der Arzt das Scheidenende oder den Gebärmutterhals mithilfe eines Kunststoffnetzes an Kreuz- oder Steißbein.

    Sakrospinale Fixation: Bei diesem Eingriff befestigt der Arzt die Scheide an Sehnen im Becken und hebt sie dadurch an.

    Vaginalband bei Blasenschwäche: Führt die Senkung der Beckenorgane zu einer Blasenschwäche, legt der Arzt ein kleines Bändchen um die Harnröhre, das den Verschlussmechanismus der Blase unterstützt.

    Im günstigsten Fall erfolgt eine Operation bei Gebärmuttersenkung direkt durch die Scheide. Nur selten ist ein Schnitt im Unterbauch notwendig, durch den der Eingriff erfolgt. Ist die Familienplanung der Patientin bereits abgeschlossen, entfernt der Arzt manchmal auch zusätzlich noch die Gebärmutter (Hysterektomie).

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen. Zum einen lassen sich bestimmte Risikofaktoren vermeiden. Zum anderen können bestimmte Übungen den Beckenboden stärken.

    Risikofaktoren vermeiden

    Frauen können bestimmte Risikofaktoren meiden, die den Beckenboden stark belasten. Generell hilft es, Übergewicht abzubauen und beckenbodenfreundliche Sportarten (also Sportarten, die keinen Druck nach unten erzeugen) wie Wandern oder Schwimmen zu betreiben. Wer unter chronischer Verstopfung oder chronischem Husten leidet, sollte diese Beschwerden behandeln lassen. Denn der Druck, der durch das starke Pressen beim Toilettengang oder durch ständiges Husten entsteht, kann den Beckenboden schwächen und das Risiko für eine Gebärmuttersenkung erhöhen.

    Naturmedizin Beckenbodenübungen: So können Sie Ihre Blase stärken

    Training für den Beckenboden

    Der Beckenboden ist zwar von außen nicht sichtbar und viele Frauen spüren ihn meist auch nicht. Dennoch kann man, um einer Gebärmuttersenkung vorzubeugen, den Beckenboden gezielt trainieren. Bestimmte Übungen kräftigen dabei die Beckenbodenmuskulatur, andere entlasten ihn. Dazu muss man keine Sportskanone sein. Die Übungen sind einfach durchzuführen und erfordern keine besonderen sportlichen Fähigkeiten. Mittlerweile bieten viele Fitnessstudios, Sportvereine oder Physiotherapeuten Kurse zur Beckenbodengymnastik an. Ein speziell dafür ausgebildeter Trainer kann auf individuelle Probleme eingehen und die Übungen genau erklären. Im Idealfall sollte man auch zuhause regelmäßig Beckenbodengymnastik machen. Nur so spürt man einen dauerhaften Effekt.

    Generell kann jede Frau in jedem Alter von Beckenbodengymnastik profitieren. Denn mit steigendem Lebensalter senken sich die Geschlechtsorgane automatisch immer weiter ab. Besonders hilfreich sind Beckenbodenübungen aber für Frauen, die bereits eine Gebärmuttersenkung durchgemacht haben. Auch nach einer vaginalen Geburt empfiehlt es sich, den Beckenboden zu stärken und so einer Gebärmuttersenkung entgegenzuwirken.

    Quellen

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