Gebärmutterhals verkürzt schwangerschaft

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Zervixinsuffizienz: Was bedeutet eine Gebärmutterhals­schwäche?

Öffnet sich dein Muttermund vorzeitig, also vor der 37. Schwangerschaftswoche, sprechen Frauenärzte von einer Zervixinsuffizienz – und lösen bei vielen Mamas neben Panik viele Fragen zum Thema Schonung, Fehlgeburt und Frühgeburt aus. Da Entspannung jetzt eigentlich das Wichtigste ist, haben wir alle dringenden Antworten.

Eine Gebärmutterhalsschwäche tritt bei rund zwei Prozent der Schwangeren auf.

Was ist der Gebärmutterhals?

Der Gebärmutterhals ist die Öffnung der Gebärmutter, die sich auf der “äußeren Seite”, also Richtung Geburtskanal befindet. Dabei spielt er in Schwangerschaft und Geburt eine zentrale Rolle. So ist die Zervix während der Schwangerschaft sehr fest verschlossen, um zum einen eine Barriere für Viren und Bakterien zu bilden und zum anderen dein Baby sicher in der Gebärmutter zu halten. Gegen Ende der Schwangerschaft verkürzt sie sich und beginnt sich dann zur Geburt mehr und mehr zu öffnen. Ein voll geöffneter Gebärmutterhals ist dann etwa 10 cm breit. Soviel zur Theorie. Dennoch fällt es vielen Mamas schwer, sich den Gebärmutterhals vorzustellen.

Ich persönlich fand im Online-Magazin “The Bump” eine hilfreiche Beschreibung: Schnapp dir eine leere Toilettenrolle und schau durch ein Ende durch. Stelle dir vor, das andere Ende weitet sich. Das passiert, wenn deine Zervix sich öffnet. Wenn du seitlich auf die Rolle schaust, kannst du dir vorstellen, sie wird immer kürzer, bis sie kurz vor der Geburt nur noch wenige Millimeter lang ist. Das passiert mit deinem Gebärmutterhals kurz bevor dein Baby kommt: Er wird so kurz, bis er fast verschwunden ist und der Kopf deines Babys ihn leicht durchdringen kann.

Was ist eine Zervixinsuffizienz?

Der Begriff Zervixinsuffizienz beschreibt die Verkürzung und Öffnung des Gebärmutterhalses vor der 37. Schwangerschaftswoche und ist eine Folge des Wachstums von Baby und Gebärmutter, die stark auf den Gebärmutterhals drücken. Oft wird deshalb auch von einer Gebärmutterhalsschwäche, einer Trichterbildung oder einem “offenen Muttermund” gesprochen, der den unteren Teil der Zervix bildet. Die Kondition wird bei rund ein bis zwei Prozent der Schwangerschaften festgestellt.

Am häufigsten tritt eine Gebärmutterhalsschwäche zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat auf und erhöht somit das Risiko einer Fehlgeburt oder ab der 23. SSW einer sehr frühen Frühgeburt. Insgesamt ist rund ein Viertel der Frühgeburten auf eine Zervixinsuffizienz zurückzuführen. Durch was verkürzt sich der Gebärmutterhals also?

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Was sind die Auslöser einer Zervixinsuffizienz?

Die Ursachen, warum sich der Muttermund vorzeitig verkürzt und/ oder öffnet, sind meistens vielseitig und nicht immer feststellbar. Die folgenden Faktoren erhöhen aber das Risiko einer Gebärmutterhalsschwäche:

  • Infektionen
  • körperliche Überanstrengung (z. B. viel heben, schwer tragen)
  • zu viel Fruchtwasser
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Stress während der Schwangerschaft
  • Bindegewebsschwäche
  • vorherige Früh- oder Fehlgeburt
  • Operationen oder Biopsie an der Gebärmutter
  • Rauchen

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Wie wird die Zervixinsuffizienz festgestellt?

Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche misst deine Frauenärztin die Länge deines Gebärmutterhalses, die rund 30 mm betragen sollte. Ist sie bereits vor der 24. SSW unter 25 mm verkürzt, erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt, sodass deine Ärztin eine vorbeugende Behandlung einleiten wird.

Auch wenn du selber deine Zervixlänge nicht messen kannst, kannst du deinen Gebärmutterhals abtasten, wenn du möchtest. Strenge Hygiene ist während der Schwangerschaft besonders wichtig, denn du bist besonders anfällig für Infektionen. Fühlt sich dein Muttermund hart an, dürfte alles ok sein. Ein weicher Muttermund kann auf eine Gebärmutterhalsschwäche hindeuten, sodass eine Untersuchung sinnvoll ist. Allerdings fällt es vielen Mamas schwer, ihre Zervix selber zu ertasten und die fehlenden Vergleichswerte, wie sie sich anfühlen sollte, machen eine Selbsteinschätzung nicht leicht.

Wie wirkt sich eine Zervixinsuffizienz auf das Frühgeburtsrisiko aus?

In der durchschnittlichen Schwangerschaft liegt die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt bei etwa 9 % und steigt auf rund ein Fünftel, wenn deine Zervix kürzer als 25 mm misst, auf ein Viertel bei bei einem Wert unter 20 mm. Liegt der Wert bereits unter 15 mm, steigt das Risiko auf 50 %.

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Wie wird eine Zervixinsuffizienz behandelt?

Nach der Diagnose wird dir deine Ärztin wird sehr genaue Anweisungen geben. In der Regel wird sie dich krank schreiben oder dir ein Beschäftigungsverbot ausstellen und dir Bettruhe verordnen. Manche Ärzte geben bei einem verkürzten Gebärmutterhals vorsorglich eine Lungenreifespritze und empfehlen Magnesium, um vorzeitige Wehen zu verhindern.

Was muss man bei Zervixinsuffizienz beachten?

In der Regel kannst du nicht spüren, wenn sich dein Zervix öffnet und verkürzt, denn die Gebärmutterhalsschwäche hat keine Symptome. Das macht es schwer, genau einzuschätzen, ob die Methoden helfen oder die Öffnung weiter voranschreitet. Frauenärzte empfehlen deshalb folgendes:

  • Stress vermeiden
  • körperliche Schonung
  • kein Sport
  • kein Sex

Darf ich mit Zervixinsuffizienz sitzen oder muss ich die ganze Zeit liegen?

Die wenigsten Ärzte verschreiben noch strikte Bettruhe, weil diese auch das Risiko von Thrombose und Muskelschwund erhöht. Wenn also “Schonung” verordnet wird, fragt man sich mit einem Mal, was das genau bedeutet. Tatsächlich ist Liegen die beste Option und sollte den Großteil deines Tages einnehmen, denn es hält den Druck auf den Gebärmutterhals gering. Besonders gut ist es, wenn du die Füße dabei hochlagerst.

Wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, sind auch Mini-Spaziergänge und sehr leichtes Yoga ok. Meine Yoga-Lehrerin gab mir die Tipps für entspannende Übungen übers Telefon, weil ich mir den Weg zum Kurs nicht mehr zutraute. Daran merkte ich, wie wichtig es ist, den Kontakt zu anderen zu suchen, wenn du dich isoliert fühlst. Denn der (unvermeidbare!) geistige und seelische Stress baut sich durch die Isolierung und gefühlte Hilflosigkeit schnell auf. Such dir gute Bücher, stöbere auf Netflix und plane regelmäßige Telefonate und Besuche von FreundInnen ein, die dir die Zeit vertreiben (und hoffentlich auch leckeren Kuchen mitbringen). So werden die Tage und Wochen überschaubarer und du hast weniger Zeit zum Googlen und Grübeln.

Eine Zervixinsuffizienz bedeutet nicht immer, dass dein Baby eher kommt – oder dass dir eine Fehlgeburt bevorsteht. Sie ist vielmehr ein ernst zu nehmendes Warnsignal deines Körpers, dass du es ruhig angehen lassen solltest. Vorwürfe sind aber fehl am Platz: Jeder Körper reagiert auf jede Schwangerschaft so verschieden, dass du nur auf sehr wenige Faktoren Einfluss hast – und abgesehen von den gängigen Schwangerschaftsempfehlungen sind die meisten Risikofaktoren einer Zervixinsuffizienz und auch deine körperliche Belastbarkeit in dieser Zeit davon ausgeschlossen.

Ab welchem Zeitpunkt spricht man von einer Zervixinsuffizienz?

Der Gebärmutterhals ist ein Teil des weiblichen Geschlechtsorganes, der mit dem Muttermund die Öffnung der Gebärmutter zur Scheide hin darstellt. Diese Öffnung ist während einer Schwangerschaft fest verschlossen, um das ungeborene Kind in der Gebärmutter zu schützen. Bei einer Zervixinsuffizienz verkürzt und öffnet sich der Muttermund jedoch frühzeitig und noch vor dem errechneten Geburtstermin.

Gebärmutterhals und Muttermund

Die Gebärmutter hat eine Öffnung an der unteren Seite, die als Gebärmutterhals oder Muttermund bezeichnet wird. Der Gebärmutterhals ist einige Zentimeter lang und bildet die Öffnung zur Scheide. Der Muttermund dient dem Schutz der Gebärmutter vor dem Eindringen von Bakterien. Während einer Schwangerschaft ist der Muttermund ebenfalls fest geschlossen, um das ungeborene Baby zu schützen. Im Laufe eines Periodenzyklus und auch während der Schwangerschaft verändert sich die Beschaffenheit des Muttermundes. Vor und nach der Periode sowie während einer Schwangerschaft sitzt der Muttermund weit oben und ist fest geschlossen. Dabei verhärtet sich das weiche Gewebe. Während der Periode und dem Eisprung sitzt der Muttermund tiefer, ist weicher und leicht geöffnet, um zum einen Blut abfließen zu lassen und zum anderen den Durchgang der Spermien zur Gebärmutter zur ermöglichen.

Zervix während der Geburt

Im Normalfall bleibt der Muttermund während der gesamten Schwangerschaft fest verschlossen, um das ungeborene Baby zu schützen. Dieser besteht dabei aus festem Gewebe, das undurchlässig für Bakterien und Keime ist. Der Muttermund hält während der Schwangerschaft einiges aus, unter anderem auch den Druck des Gewichtes des Kindes. Erst kurz vor der Geburt sorgt das Gewebshormon Prostaglandin dafür, dass sich die Beschaffenheit des Muttermundes ändert. Der Gebärmutterhals verkürzt sich, das Gewebe wird weicher und der Muttermund öffnet sich. Während der Geburt kann sich der Muttermund auf circa 10 cm ausdehnen, um den Kopf des Babys durch zu lassen. Dieser natürliche Vorgang ist üblicherweise verbunden mit Wehentätigkeit und krampfartigen Schmerzen.

Frühzeitige Öffnung des Muttermundes

Nicht immer bleibt der Muttermund bis zum Ende der Schwangerschaft fest geschlossen. Etwa eine von 100 Frauen pro Jahr leidet unter der frühzeitigen Öffnung des Muttermundes und einer damit drohenden Fehlgeburt oder Frühgeburt. Ändert der Gebärmutterhals noch vor der 37. Schwangerschaftswoche seine Beschaffenheit und der Muttermund öffnet sich, spricht man von einer Zervixinsuffizienz. Hier verkürzt sich der Gebärmutterhals ähnlich wie bei der Geburt, er wird weicher und der Muttermund durchlässiger. Meist geschieht das zwischen dem vierten und sechsten Schwangerschaftsmonat. Nach der Definition besteht eine Zervixinsuffizienz dann, wenn der Gebärmutterhals auf weniger als 25 Millimeter verkürzt ist. Als normal gilt eine Länge von 40 Millimetern.

Kann der Gebärmutterhals dem Druck durch das Gewicht der Gebärmutter und dem Fötus nicht mehr standhalten, besteht ein hohes Risiko für das ungeborene Kind, frühzeitig auf die Welt zu kommen. Daher sollte eine Muttermundschwäche so früh wie möglich behandelt werden. Problematisch ist, dass die Gebärmutterhalsschwäche nicht immer Symptome mit sich bringt. Nicht selten bemerken schwangere Frauen nichts von der Veränderung am Muttermund. In anderen Fällen wiederum geht die Muttermundschwäche mit vorzeitigen Wehen oder Schmerzen einher, auch Blutungen können entstehen.

Ursachen der frühzeitigen Zervixveränderung

Die Öffnung des Muttermundes noch vor der 37. Schwangerschaftswoche wird also als Zervixinsuffizienz bezeichnet. Diese kann durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden, angefangen bei Infektionen der Scheide bis hin zu vorangegangenen Operationen wie einer Konisation. Auch Mehrlingsschwangerschaften bergen ein hohes Risiko, zu früh geboren zu werden, da hier das Gewicht auf den Gebärmutterhals bedeutend höher ist und der Gebärmutterhals nicht immer der Belastung standhält. Übermäßige Belastung durch schweres Heben, seelischer oder körperlicher Stress kann sich negativ auf den Muttermund auswirken, ebenso der Konsum von Nikotin. Einer Zervixinsuffizienz kann entgegengewirkt werden, etwa durch verordnete Bettruhe mit hochgelagertem Becken, wehenhemmenden Medikamenten, Antibiotika bei Infektionen oder der künstlichen Verschließung des Muttermundes mit einem Kunststoffband (Cerclage).

3D Darstellung der Gebärmutter

Der Muttermund (auch Gebärmutterhals oder Cervix uteri) – Ein anatomisches Meisterwerk

Der weibliche Körper unterscheidet sich deutlich von den männlichen Äquivalent. Gerade im Bereich der intimen Anatomie gibt es keinerlei Gemeinsamkeiten. Unter der Gürtellinie sind Frauen sehr unterschiedlich, wobei es natürlich einige Organe und Teile gibt, die bei jeder Frau zu finden sind.

Ein gutes Beispiel ist der Muttermund, der nicht nur bei der Schwangerschaft oder Geburt eine essenzielle Rolle spielt. Das ganze Leben über ist der Muttermund ein ständiger Begleiter, der für die Sicherheit der Scheide sowie Gebärmutter sorgt.

Die meisten Frauen wissen nicht genau, was sie eigentlich zwischen den Beinen haben. Grob wird alles als Scheide bezeichnet, doch das ist nicht richtig. Als der Muttermund wird die Verbindung zwischen Scheide und Gebärmutter betitelt.

Dieser Muttermund liegt tief in der Scheide, kann aber noch mit den Fingern ertastet werden. Sie spüren dann einen Widerstand, welcher die Gebärmutter verschließt. Der Muttermund ist aber nicht nur unter diesem klangvollen Namen bekannt, sondern in der Medizin wird dieser Gebärmutterhals, Cervix uteri oder kurz Zervix bezeichnet.

Innerhalb des Gebärmutterhalses gibt es aber auch noch unterschiedliche „Schichten“. Die Öffnung des Muttermunds zur Gebärmutter hin wird als innerer Muttermund bezeichnet. Öffnet sich der Mund hingegen zur Scheide, wird vom äußeren Muttermund gesprochen.

Die Abstände dazwischen sind minimal, weshalb beides in der Regel nur als Muttermund betitelt wird. Dennoch ist es so, dass Muttermünder bei Frauen nicht identisch sind. Vor allem die Länge kann stark variieren, wobei es nicht schlimm ist, wenn ein Gebärmutterhals länger oder kürzer ist.

Funktionen & Aufgaben

Das ganze Leben über spielt der Muttermund eine entscheidende Rolle. Gerade beim Geschlechtsverkehr ist der äußere Muttermund im Einsatz. Sobald eine Frau einen Orgasmus hat, taucht die Zervix in wellenförmigen Bewegungen in den ausgestoßenen Samen ein. Dadurch wird die Weiterleitung der Spermien in die Gebärmutter unterstützt.

Dieser Vorgang erfolgt auch, wenn ein Kondom getragen wird. Anders sieht es aus, wenn Sie die Pille einnehmen. In einem solchen Fall liegt der Gebärmutterhals still, weshalb die Spermien nicht eindringen können. Die wichtigste Rolle spielt der Muttermund aber vor und während der Schwangerschaft, denn hier muss dieser auf Hochtouren arbeiten.

Vor der Schwangerschaft

Haben Sie noch nie ein Kind zur Welt gebracht, wobei von einer „Nullipara“ gesprochen wird, kann der Frauenarzt Ihren Muttermund in der Scheide als kleinen, dicken Ring mit einem winzigen, runden Loch in der Mitte erkennen. Führten Sie zwei Finger vorsichtig in die Scheide ein, könnten Sie diesen auch ertasten.

Zu beachten gilt, dass sich der Gebärmutterhals die gesamte Zyklusphase über verändert. Kurz nach der Periode fühlt sich dieser weich wie Lippen an. Kommt es hingegen bald zur Blutung, verhärtet sich die Zervix. Dessen Härte ist vergleichbar mit der Nasenspitze.

Doch nicht nur die Härte verändert sich über die Zyklusphase hinweg, sondern auch dessen Lage. Steht der Eisprung kurz bevor, verlagert sich der Muttermund weiter nach oben. Ist dies der Fall, können Sie jenen nur sehr tief in der Scheide ertasten. Zugleich wird in dieser Phase verstärkt Zervixschleim produziert.

Dieser ist dünnflüssig, klar und spinnbar. Machen Sie sich keine Sorgen, denn der Muttermund ist in dieser Phase leicht geöffnet. Das garantiert, dass der Fluss nicht behindert wird. Zugleich können Samenzellen zum Zweck der Befruchtung leichter in die Gebärmutter gelangen.

Sollten hingegen unfruchtbare Tage vorliegen, ist der Gebärmutterhals weiter unten angesiedelt. Er ist auch wesentlich einfacher zu ertasten. Darüber hinaus ist er hart und geschlossen. Auch der Zervixschleim wird nur in geringen Dosen produziert. Immerhin möchte die Scheide jetzt keine Samen transportieren, da eine Befruchtung nicht möglich wäre.

Diese Veränderungen des Muttermunds sind auch hilfreich, damit Sie Ihre Fruchtbarkeit ermitteln können. Je weiter oben und weicher die Zervix ist, desto fruchtbarer sind Sie. Dennoch gilt die Kontrolle des Muttermunds nicht als eine zuverlässige Verhütungsmethode.

In der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft werden einige der wichtigsten Aufgaben vom Muttermund übernommen. Nachdem es zu einer Befruchtung der Eizelle kam, wird das Hormon hCG im Körper freigesetzt. Dieses gilt als Signal, dass der Körper jetzt „schwanger“ ist. Dadurch kann sich jener, auch der Muttermund, umstellen.

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Der Gebärmutterhals zieht sich nach oben und wird hart. Zudem bildet sich ein fester Pfropfen aus Zervixschleim, der diesen fest verschließt. Das ist sehr wichtig, denn der Muttermund ist der einzige Aus- und Eingang zur Gebärmutter. Kommen also Keime in die Scheide, könnten diese nur durch die Zervix Zugang zur Gebärmutter erlangen.

Da dieser aber fest verschlossen ist, wird die Gebärmutter sowie die Fruchtblasen davor bewahrt. Im Regelfall bleibt der Muttermund bis zur Ende der Schwangerschaft in dieser Form.

Sollte es dennoch passieren, dass der Muttermund weich ist und sich verkürzt, kann dies an einer Zervixinsuffizienz liegen. Diese führt wiederum zu vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt. Aus diesem Grund ist es von äußerster Wichtigkeit, dass Sie sich regelmäßig untersuchen lassen.

Sollte eine Zervixinsuffizienz vorliegen, muss die Schwangere eine strenge Bettruhe hüten. Heute gibt es aber einige Möglichkeiten, wie der Muttermund operativ verschlossen werden kann. Jedoch sind diese Methoden umstritten, da jene große Risiken bergen.

Ein Beispiel ist die Cerclage. Bei dieser wird der Muttermund komplett zugenäht. Es kann alternativ auch ein Kunststoffring, ein sogenannter Cerclagepessar, um den Gebärmutterhals gelegt werden. Dieser verhindert die Weitung des Muttermunds. Erst, wenn die Frau kurz vor der Geburt steht, wird dieser entfernt oder der Muttermund erneut geöffnet. Danach kann das natürliche Geburtsverfahren eingeleitet werden.

Anatomie & Aufbau

Der Muttermund wird in mehrere Abschnitte unterteilt. Zwar arbeiten diese alle miteinander, jedoch haben sie verschiedene Aufgaben. Der Gebärmutterhals beginnt in den vom Plattenepithel bedeckten unteren Teil des Gebärmutterhalses. Dieser ist im Inneren der Scheide zu finden.

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Abgeschlossen wird der Muttermund durch den schleimbildenden Zylinderepithel, welcher im Zervixkanal liegt. Zu beachten gilt, dass sich die Grenzen zwischen den beiden Bereich im Laufe eines Lebens verändern. Je nach Alter sowie Anzahl der Geburten kann dieser größer werden. Vor allem mit zunehmenden Alter verschiedenen sich die Grenzen immer weiter nach oben in den Zervikalkanal.

Äußere Zervix: Haben Sie noch keine Geburt hinter sich, zeigt sich der äußere Muttermund (Ostium uteri externum) als rundes Grübchen mit einer kurzen, querverlaufenden Öffnung. Experten unterscheiden hier zwischen einer hinteren sowie vorderen Muttermundlippe.

Diese Unterscheidung ist besonders bei Frauen sinnvoll, welche schon geboren haben. Ist dies der Fall, zeigt sich die Öffnung als ein querverlaufener Spalt. Während des Orgasmus der Frau taucht der Muttermund wellenförmig in den Samen ein und fördert somit die Weiterleitung der Spermien.

Innere Zervix: Der innere Muttermund (Ostium uteri internum) wird auch gerne als „Isthmusenge“ bezeichnet und stellt nun das innere Ende des Zervikalkanals dar. Von großer Bedeutung ist der innere Muttermund nur, wenn die Frau schwanger ist. In einem solchen Fall bedeckt die innere Zervix die Plazenta komplett, sodass ein Geburtshindernis entsteht. Das bedeutet, der innere Muttermund verhindert, dass es schon zur Geburt kommt.

Gesundheit überprüfen

Die Gesundheit überprüfen: Tasten Sie Ihren Muttermund ab!

Viele Krankheiten und Veränderungen zeigen sich schon am Muttermund, weshalb Sie diesen regelmäßig überprüfen sollten. Sicherlich kostet dies ein wenig Überwindung, doch der eigenen Gesundheit zur Liebe sollten Sie es tun. Der beste Zeitpunkt für die erste Untersuchung ist nach der Regelblutung. Jetzt lässt sich der Gebärmutterhals am besten ertasten. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie immer gleiche Voraussetzungen schaffen.

Damit es nicht zu Verletzungen oder Schmerzen kommt, Gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Der Muttermund sollte jeden Tag untersucht werden, auch während der Regel.
  2. Entleeren Sie vor der Untersuchung Ihre Blase.
  3. Verwenden Sie einen sauberen Finger, den Sie vorher mit ph-neutralen Seife gereinigt haben. Somit verhindern Sie, dass Sie mit den Finger Keime in Ihre Scheide bringen.
  4. Am einfachsten ist es, wenn Sie eine bequeme Position einnehmen. Besonders mit einem Bein auf einem Stuhl oder dem Wannenrand ist es angenehm. Sie können die Untersuchung auch liegend durchführen, wobei Sie ein Bein anziehen sollten, damit Sie einen guten Zugang erhalten.
  5. Führen Sie Ihre Finger vorsichtig ein und ertasten Sie Ihren Gebärmutterhals in leichten kreisenden Bewegungen.
  6. Sollten Sie Probleme haben Ihren Muttermund zu ertasten, drücken Sie mit der flachen Hand ein wenig auf den Unterbauch. Dadurch drücken Sie die Gebärmutter ein wenig herunter und auch die Zervix bewegt sich mit.
  7. Die Ergebnisse Ihrer täglichen Muttermund-Untersuchung sollten Sie notieren. Das macht Ihre spätere Analyse einfacher. Hilfreich ist, wenn Sie dazu auch den Zykluskalender verwenden.

Anfangs haben Sie sicherlich noch Schwierigkeiten, denn Sie können Veränderungen nur schwer feststellen. Doch nach einigen Zyklen vereinfacht sich das und Sie erkennen schon leichte Unterschiede bei Ihrem Muttermund. Um die Untersuchung abzurunden, ist es sinnvoll, wenn Sie noch die Temperatur kontrollieren. Dadurch erhalten Sie ein rundum gelungenes Ergebnis und können auch Ihre natürliche Familienplanung dementsprechend anpassen.

Krankheiten & Beschwerden

Die häufigsten Krankheiten, Störungen und Beschwerden des Muttermunds

Ein Muttermund bleibt nicht von Krankheiten verschont. Gerade, wenn Sie sorglos mit Ihrer Körperhygiene umgehen und sich nicht richtig um Ihre Scheide und dessen Bedürfnisse kümmern, kann es schnell zu Infektionen oder anderen Beschwerden kommen.

Interessant ist, dass beinah alle Krankheitserscheinungen sowie Beschwerden ähnliche Symptome aufweisen. Das liegt an dem anatomischen sowie funktionellen Aufbau des Gebärmutterhalses. Die häufigsten Symptome sind Blutungsstörungen, Ausfluss, Menstruationsschmerzen sowie Unterleibs- und Kreuzschmerzen.

Zudem ist es meist so, dass eine Erkrankung des Muttermundes auch direkt mit der Gebärmutter zusammenhängt. Nur in seltenen Fällen gibt es einzelne Erkrankungen, welche nur den Muttermund betreffen.

Entzündungen

Eine Entzündung kann auch nur am Muttermund auftreten und ist deswegen häufig anzutreffen. Die Ursache einer Entzündung können sehr vielfältig sein. Vor allem der Aufbau und die verschiedenen Gewebeschichten stellen ein großes Risiko dar.

Über die Lebenszeit hinweg kommt es zu Verschiebungen dieser Schichten. Im Grunde ist das nichts Schlimmes, doch jetzt können sich Entzündungen festsetzen. Diese werden durch Keime und Bakterien ausgelöst, welche über die Scheide aufgenommen werden.

Selbst falsche Reinigungsprodukte können zu einer Entzündung führen und somit den Muttermund belasten. In schlimmeren Fällen kommt es zu Polypen, Zysten, Wucherungen oder sogar Krebserkrankungen.

Hypoplasie

Die Hypoplasie hängt wiederum stärker mit der Gebärmutter zusammen, kann aber auch den Muttermund betreffen. Es ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, denn durch eine mangelhafte Hormonbildung der Eierstöcke kommt es zur Unterentwicklung der Gebärmutter. Gerade bei jungen Frauen ist es häufig vorzufinden. In einem solchen Fall verzieht sich auch der Muttermund und ist wesentlich kleiner und verlagert. Diese „Erkrankung“ zeigt sich durch unerträglich starke und krampfhafte Schmerzen während der Menstruation.

Geschwüre

Wesentlich häufiger anzutreffen ist eine Geschwürbildung am äußeren Muttermund. Es wird dann von einer Portioerosion gesprochen. Am häufigsten tritt diese während und im Anschluss einer Schwangerschaft auf. Doch auch junge Frauen sind davon betroffen.

Symptome einer solchen Erkrankung sind Ausflüsse wechselnder Stärken sowie schwächere Blutungen. Bei einem Muttermundgeschwür ist es von äußerster Wichtigkeit, dass dieses frühzeitig erkannt wird. Ansonsten kann es passieren, dass das Geschwür sich ausbreitet. Die Entfernung erfolgt unter örtlicher Betäubung. Nur in hartnäckigen Fällen ist eine Vollnarkose notwendig.

Missbildungen

Zu den Muttermundkrankheiten zählen auch die angeborenen Missbildungen. Auch hier tritt die Krankheit nicht nur im Bereich des Gebärmutterhalses auf, sondern auch der Gebärmutter. Eher selten ist, dass die komplette Gebärmutter fehlt. Öfter finden sich zwei nebeneinanderliegende Gebärmutterkörper in einer gemeinsamen Höhe vor.

Es ist sogar möglich, dass zwei völlig voneinander getrennte Körper mit jeweils einem eigenen Muttermund vorliegen. Begleitet wird diese Missbildung von einer doppelt angelegten Scheide.

Endometriose

Diese Erkrankung breitet sich vom Muttermund bis in die Gebärmutter aus und zeigt sich während der Periode durch starke Schmerzen. Es handelt sich um eine angeborene Krankheit, die herdförmige Versprengungen der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwände aufweist.

Auch in die benachbarten Eileiter, Eierstöcke, Scheide, Bauchfell sowie den Muttermund kann sich diese ausbreiten. Da die Schleimhautbereiche den hormonellen Zyklus unterliegen, beginnen auch diese während der Menstruation zu bluten. Die einzige mögliche Behandlung ist die Entfernung der Bezirke in einer Operation. Nur selten hilft es, wenn über einen längeren Zeitraum ein bestimmtes Geschlechtshormon eingenommen wird.

Geschwülste

Ähnlich wie die Geschwüre, können Geschwülste im Bereich des Muttermundes aufkommen. Sehr häufig sind Myomen, welche vom Gebärmutterkrebs hervorgerufen werden. Doch auch die von der Gebärmutterschleimhaut ausgehenden Polypen fallen in die Kategorie der Geschwülste und sorgen für starke und lange Blutungen.

Behandlung & Therapie

Welche Behandlung gibt es gegen Muttermund-Krankheiten?

Die Behandlung erfolgt immer abhängig von der Ursache. Kommt es zum Beispiel zu einer Gewebeverschiebung am Muttermund, die in der Regel keine Beschwerden hervorrufen, muss auch keine Behandlung stattfinden. Nur, wenn sich Entzündungen, Feigwarzen, Wucherungen oder Infektionen zeigen, muss eine Therapie begonnen werden.

Der erste Schritt der Behandlung ist die Eingrenzung der Krankheit. Deswegen findet eine genaue Untersuchung der Zervix statt. Zudem wird eine Biopsie angefertigt. Das bedeutet, der Frauenarzt entnimmt eine Probe vom Muttermund und untersucht diese auf verschiedene Erreger, Keime oder Infektionen. Gerade bösartige Veränderungen wie Krebs können unter dem Mikroskop ermittelt werden. Sobald die Krankheit erkannt wurde, kann eine Maßnahme zur Therapie ergriffen werden.

In der Regel reichen Cremes, Salben und andere Medikamente aus, welche entweder direkt auf den Muttermund aufgetragen oder eingenommen werden. Manchmal ist es auch notwendig, dass eine Hormontherapie stattfindet. Durch spezielle Hormone soll die Scheidenflora wieder in Einklang gebracht werden, sodass sich diese gegen Keime wehren kann.

Nur in besonders schlimmen Fällen, wie bei einer Geschwulst, muss ein operativer Eingriff erfolgen. Dieser kann unter lokaler oder Vollnarkose geschehen. Bei einigen Erkrankungen ist es auch so, dass es zum Abdrehen oder Ausschaben der Gebärmutter und des Muttermundes kommt, wenn sich beispielsweise Geschwülste gebildet haben.

Muttermund-Erkrankungen

Typische und häufige Erkrankungen des Muttermunds im Überblick:

  • Entzündungen
  • Geschwülste
  • Endometriose
  • Geschwüre
  • Missbildungen
  • Hypoplasie

Häufige Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Muttermund.

Geburt – Veränderung?

Wie verändert sich der Muttermund bei der Geburt?

Der Muttermund spielt bei der Schwangerschaft und der Geburt eine essenzielle Rolle, weshalb sich dieser in der Zwischenzeit verändert. Während der Schwangerschaft ist der Zervikalkanal mit innerem und äußerem Muttermund fest verschlossen. Das ist notwendig, damit keine Keime in die Fruchthöhle eindringen können.

Wird vom Körper die Geburt eingeleitet, beginnt die Öffnungsphase des Muttermunds. Durch muttermundwirksame Wehen beginnt sich dieser zu dehnen. Zudem verkürzt sich der Zervix. Der innere Gebärmutterhals öffnet sich. Sobald der Zervix komplett „aufgebraucht“ wurde, öffnet sich auch der äußere Muttermund. Sobald der Muttermund komplett offen ist, kann die Austreibungsperiode, also die Geburt, beginnen.

Muttermundweite

Spielt die Muttermundweite eine wichtige Rolle?

Kein Muttermund ist wie ein anderer, weshalb sich dieser in seiner Breite und Form verändern kann. Besonders bei der Geburt variiert die Breite und grenzt sich deutlich von den üblichen Formen ab. Es wird in verschiedene Stadien unterschieden.

Ist die Fingerkuppe einlegbar, also beginnt sich der äußere Muttermund zu öffnen, wird von der Fingerdurchlässigkeit gesprochen. Ist hingegen nur noch der Saum tastbar, liegt meist eine Öffnung von neun Zentimetern vor. Mit zehn Zentimetern ist der Muttermund komplett geöffnet.

Tipps zum Beobachten?

Gibt es Tipps zum Beobachten des Muttermunds?

Wie weiter oben erwähnt, ist es wichtig, dass der Muttermund ab dem Zeitpunkt der ersten Menstruation beobachtet wird. Nur so können Unterschiede frühzeitig festgestellt werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn der Gebärmutterhals mindestens einmal am Tag kontrolliert wird.

Wichtig ist, dass Sie im Laufe der Untersuchung nicht den Finger oder die Position wechseln. Verwenden Sie immer das gleiche Vorgehen, damit Sie ein einheitliches Ergebnis erhalten. Außerdem ist es so, dass nicht jede Frau in der Lage ist, Veränderungen des Muttermunds zu beobachten.

Sollte dies der Fall sein, reicht es vollkommen aus, wenn Sie die Festigkeit sowie den Öffnungsgrad überprüfen. Machen Sie sich aber keine Sorgen, um die Lage des Muttermunds. Diese ist bei der Auswertung nicht wichtig, sondern hilft Ihnen nur dabei, die Fruchtbarkeit besser einzuschätzen. Sobald Sie Veränderungen wahrnehmen, welche Sie nicht erklären können, sollten Sie direkt einen Frauenarzt aufsuchen.

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Eigentlich sind die neun Monate Schwangerschaft von wunderschönen Momenten, körperlichen Veränderungen sowie unbändiger Vorfreude geprägt: Das erste Ultraschallbild, das Geheimnis um das Geschlecht wird gelüftet und ihr spürt die ersten Bewegungen eures Babys.

Doch viele werdende Mamis bleiben in dieser Zeit auch nicht von diversen Schwangerschaftsbeschwerden verschont. Auch ein harter Bauch ist eine typische Begleiterscheinung und kann die Schwangere verunsichern. Die Verhärtungen am Bauch können während der gesamten Schwangerschaft auftreten und sind in der Regel kein Grund zur Besorgnis.

Meist steht ein harter Bauch während der Schwangerschaft in Verbindung mit körperlicher Überanstrengung, Stress, Übungswehen, Verstopfungen, kleineren Muskelkontraktionen der Gebärmutter oder dem Wachstum eures Ungeborenen. Treten die Verhärtungen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf, kann es sich um Senkwehen handeln, in denen sich euer Schatz in die Geburtsposition begibt.

Ursachen für einen harten Bauch und was ihr dagegen tun könnt

Vor allem in der Schwangerschaft nehmen Frauen jede noch so kleine Veränderung an ihrem Körper wahr. Die weibliche Feinfühligkeit führt jedoch auch dazu, dass sich Schwangere oftmals unnötige Sorgen machen. Ihr kennt das vielleicht: Euer Bauch spannt, wird hart und schon stellt ihr euch die Frage, ob mit eurem Kind alles in Ordnung ist.

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Wenn die Verhärtungen und das Spannungsgefühl am Bauch jedoch nicht mit Schmerzen, einem blutigen oder bräunlichen Ausfluss sowie Übelkeit und einem allgemeinen Unwohlsein verbunden sind, braucht ihr euch nicht zu beunruhigen.

Doch woran liegt es, dass euer Bauch in der Schwangerschaft immer wieder hart werden kann? Wir haben mögliche Faktoren für euch zusammengefasst:

Verdauungsprobleme sowie Verstopfungen

Die erhöhte Hormonproduktion sorgt unter anderem dafür, dass eure Muskeln, Bänder, Sehnen sowie die Beckenbodenmuskulatur weich gemacht und gedehnt werden. So wird euer Körper bestmöglich auf den Geburtsvorgang vorbereitet. Die erhöhte Menge an Progesteron, Relaxin und Östrogen führt allerdings auch zu einer trägen und verlangsamten Darmtätigkeit.

Die Darmträgheit führt wiederum in einigen Fällen zu einer unangenehmen Verstopfung, die sich durch einen harten Bauch und einen seltenen sowie harten Stuhlgang äußern kann. Dass euer Darm auf Sparflamme arbeitet, hat allerdings einen guten Grund: Durch die verlangsamte Verdauung wird die Nahrung gründlicher verwertet und euer Schatz wird besser mit Nährstoffen versorgt.

Was ihr dagegen tun könnt: Ihr könnt einiges tun, um Verstopfungen und einem damit einhergehenden harten Bauch vorzubeugen. Neben ausreichend Bewegung solltet ihr unbedingt auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Trockenobst, Äpfeln, Joghurt, Kefir, Lein-, Chia- sowie Flohsamen achten. Geeignete Sportarten für Schwangere sind Schwimmen, Yoga und Pilates, Schwangerschaftsgymnastik sowie Spaziergänge und Nordic Walking.

Zudem ist in der Schwangerschaft euer Flüssigkeitsbedarf erhöht. Deshalb ist es bei Verstopfung und einer ballaststoffreichen Ernährung äußerst wichtig, dass ihr täglich mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit in Form von stillem Mineralwasser, ungesüßten Tees oder auch milden Saftschorlen zu euch nehmt.

Körperliche Überanstrengung und Stress

Wenn ihr euch in der Schwangerschaft zu viel zumutet, kann sich dies durch einen harten Bauch äußern und unter Umständen zu Krämpfen führen. Körperliche Anstrengung wie zu schweres Heben, zu viel Sport, aber auch Hausarbeit oder gegebenenfalls das Versorgen von Kindern kann zu einer Verhärtung im Bauchbereich führen.

Grund dafür ist unter anderem, dass eine körperliche Überanstrengung die Gebärmuttermuskulatur anregen und überreizen kann. Diese zieht sich daraufhin zusammen und der Bauch wird hart.

Was ihr dagegen tun könnt: Zieht sich euer Bauch nach körperlicher Verausgabung zusammen und wird hart, solltet ihr das als kleines Warnsignal eures Körpers aufnehmen und einen Gang zurückschalten. Gönnt euch regelmäßige Pausen zur Entspannung, in denen ihr eure Beine nach oben legt.

Auch ein warmes Bad sowie sanfte Bauchmassagen können für Entspannung sorgen und den verhärteten Bauch lockern. Massiert hierfür in kreisenden Bewegungen für 5 bis 10 Minuten und im Uhrzeigersinn um euren Bauchnabel herum.

Auch Stresssituationen im Alltag oder Berufsleben können sich mit einem harten Bauch bemerkbar machen. Progressive Muskelentspannung, Yoga sowie Mediation können euch dabei unterstützen, neue Kraft zu tanken. Ihr werdet sehen, praktiziert ihr die Entspannungsübungen regelmäßig oder bei Bedarf, wird sich auch euer Bauch entspannen und wieder weich werden.

Wachstum der Gebärmutter

Durch die regelmäßigen Wachstumsschübe eures Lieblings passiert es, dass sich die Gebärmutter dehnt und es zu leichten Muskelkrämpfen kommen kann. Auch wenn sich euer Baby oft bewegt, strampelt oder tritt, kann sich sie Gebärmuttermuskulatur verkrampfen und daraufhin zusammenziehen.

Was ihr dagegen tun könnt: Bei stärkeren Krämpfen kann euch euer Frauenarzt ein geeignetes Magnesium verschreiben. Dieses sollte im Normalfall jedoch nicht in den letzten Schwangerschaftswochen eingenommen werden, um die Wehentätigkeit nicht zu unterdrücken. Es sei denn, es wurde vom Frauenarzt, zum Beispiel aufgrund von vorzeitigen Wehen, ausdrücklich verordnet.

Übungs- oder Senkwehen

Übungswehen: Tritt der harte Bauch ab der 20. Schwangerschaftswoche auf ist es gut möglich, dass es sich um die sogenannten Übungswehen handelt. Die ersten spürbaren Übungswehen treten in der Regel zwischen der 20. und 24. Schwangerschaftswoche auf und haben den Zweck eure Gebärmuttermuskulatur zu trainieren und euren Körper auf die Geburt vorzubereiten.

Die Kontraktionen, bei der sich die Gebärmutter für 30 bis 60 Sekunden zusammenzieht und anschließend wieder entspannt, führen oft zu einem harten Bauch, einem Spannungsgefühl sowie einem leichten Ziehen im Bauch und Rücken. Hin und wieder tritt die Verhärtung nur einseitig auf, was ihr gut auf eurem Bauch beobachten könnt.

Harmlose Übungswehen machen sich in unregelmäßigen und unvorhersehbaren Abständen bemerkbar und sind nicht mit Schmerzen verbunden. Treten die Kontraktionen mehr als 10 Mal täglich oder häufiger als 3 Mal die Stunde auf, solltet ihr vorsichtshalber euren Frauenarzt kontaktieren, um vorzeitige Wehen oder andere Komplikationen ausschließen zu können.

Das Gleiche gilt, wenn die Übungswehen mit Schmerzen, Übelkeit oder Ausfluss verbunden sind.

Senkwehen: Ein verhärteter Bauch ab der 36. Schwangerschaftswoche deutet im Normalfall auf die Senkwehen hin. Die Senkwehen signalisieren euch, dass sich euer Baby mit dem Kopf tiefer in das Becken senkt und sich somit in die Geburtsposition begibt.

Senkwehen machen sich sehr häufig durch einen harten Bauch sowie einem Ziehen im Unterleib und Rücken bemerkbar, welches bis in die Beine ausstrahlen kann. Viele Schwangere vergleichen die Symptome der Senkwehen mit typischen Menstruationsbeschwerden.

Die Abstände der Kontraktionen sind sehr unregelmäßig und dauern zwischen 30 und 40 Sekunden an. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass die Abstände an einigen Tagen nur wenige Stunden und manchmal wiederum mehrere Tage betragen. Je näher der Geburtstermin rückt, umso mehr nimmt auch die Intensität der Kontraktionen zu.

Was ihr dagegen tun könnt: Übungs- als auch Senkwehen und ein damit einhergehender harter Bauch, lassen sich gut mit Wärme lindern. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen sorgen für einen entspannten und weichen Bauch und wirken sich positiv auf Unterleibs- sowie Rückenschmerzen aus.

Körperlicher und emotionaler Stress hingegen können Übungs- und Senkwehen verschlimmern. Deshalb ist es enorm wichtig, dass ihr euch ausreichend Ruhe und Entspannung gönnt. Auch kleinere Spaziergänge sorgen für eine Linderung und ein besseres Wohlbefinden. Denkt allerdings daran, euch kurz vor dem Geburtstermin nicht zu sehr zu verausgaben, um eure Kräfte für die bevorstehende Geburt zu sammeln.

Auch sanfte Rücken-, Bauch- sowie Reflexzonenmassagen sorgen für eine angenehme Linderung und helfen dabei, euren harten Bauch zu entspannen. Verschiedene Entspannungstechniken sowie beruhigende und krampflösende Tees, wie zum Beispiel Fenchel, Melisse oder Hopfen, verstärken den Effekt zusätzlich. Steht der Entbindungstermin kurz bevor, könnt ihr es auch mit einem Himbeerblätter-Tee versuchen. Dieser ist wehenfördernd und wirkt entspannend auf die Gebärmuttermuskulatur.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es sich bei euren Senkwehen bereits um die Geburtswehen handelt, könnt ihr dies feststellen, indem ihr ein warmes Bad nehmt oder euch warm duscht. Verstärkt das Baden die Kontraktionen der Gebärmutter, anstatt sie zu lindern, könnt ihr davon ausgehen, dass die Geburt und euer Liebling nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Wann ihr einen Arzt aufsuchen solltet

Ein harter Bauch während der Schwangerschaft ist kein Grund zur Sorge und wird unter anderem durch die körperlichen Veränderungen sowie die Hormonumstellung hervorgerufen. Tritt der harte Bauch allerdings mit Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Kreislaufbeschwerden sowie einem blutigen oder bräunlichen Ausfluss auf, solltet ihr umgehend euren Frauenarzt aufsuchen.

Das Gleiche gilt bei langanhaltenden und dauerhaften Verhärtungen, einem unangenehmen Druckgefühl sowie einem starken Ziehen im Rücken und Unterleib. Bei diesen Anzeichen könnte es sich um vorzeitige Wehen handeln, die unbedingt behandelt werden müssen. Bestätigt sich der Verdacht, wird euch der Frauenarzt hoch dosiertes Magnesium verschreiben oder wehenhemmende Mittel verabreichen. Auch eine strikte Bettruhe kann in einigen Fällen verordnet werden.

Von einer Selbstmedikation solltet ihr während der Schwangerschaft generell absehen, um mögliche Nebenwirkungen und Risiken für euer Baby ausschließen zu können. Euer Frauenarzt und eure Hebamme werden euch in allen Belangen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Fazit

Ein harter Bauch gehört bei fast allen Bald-Mamis zur Schwangerschaft hinzu. Dennoch ist es wichtig, dass ihr während eurer Schwangerschaft genügend Verschnaufpausen einlegt, in denen ihr eure Beine hochlegt und dabei am besten eine Tasse Tee trinkt.

Zudem ist es wichtig, dass ihr euch ballaststoffreich ernährt und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtet. Diese vorbeugenden Maßnahmen in Verbindung mit regelmäßiger Bewegung werden euch bestimmt guttun und euren harten Bauch entspannen.

Generell gilt, dass ihr bei unerklärlichen Schmerzen oder wenn ihr euch allgemein unwohl fühlt, euren Frauenarzt aufsucht und die Ursachen für den verhärteten Bauch abklären lasst.

Wir wünschen euch und eurem Baby alles Gute und hoffen, dass ihr die Schwangerschaft ohne größere Beschwerden genießen könnt!

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Ursachen und Hilfe

4. April 2018 21 Min.

Es gibt zahlreiche Gründe für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft. Die meisten davon sind harmlos und hängen eng damit zusammen, dass das Baby sich entwickelt und der weibliche Körper die Bedingungen dafür schafft. Dennoch können auch andere Ursachen hinter der Beschwerde stecken. Lesen Sie, welche Auslöser noch infrage kommen und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Direkt zu den Themen:

  • Welche Ursachen kommen infrage?
  • Wann braucht der Körper Ruhe?
  • Welche Hilfe gibt es bei Verdauungsproblemen?
  • Wie kann Wärme die Beschwerde lindern?
  • Wann zum Arzt?

Bauchweh? Das kann dahinterstecken

Kaum eine Schwangerschaft verläuft ohne Krämpfe in Bauch und Unterleib. Aber warum ist das so?

Folgende Auslöser können infrage kommen:

  • körperliche Veränderungen
  • Verdauungsprobleme
  • Essverhalten
  • Entzündungen im Bauchraum
  • Übungswehen
  • HELLP-Syndrom
  • Fehl- oder Totgeburt

Aha!

Wie lange Bauchschmerzen andauern, lässt sich nicht pauschal sagen. Dies ist immer abhängig davon, welche Ursache ihnen zugrunde liegt. Beispielsweise können Anpassungen des Körpers sowohl in der Frühschwangerschaft als auch im weiteren Verlauf zu den Beschwerden führen. Dagegen ist Bauchweh im Zusammenhang mit Verdauungsbeschwerden in der Regel nur von kurzer Dauer.

Schwangerschaft: Die körperlichen Veränderungen sind zu spüren

Die Periode lässt auf sich warten, eine latente Morgenübelkeit stellt sich ein und Sie verspüren sowohl im Unterleib als auch in den Brüsten einen ziehenden Schmerz? Das könnten erste Hinweise auf eine Schwangerschaft sein. Manche Frauen sind sogar in der Lage, die Einnistung des Eis in der Gebärmutterschleimhaut wahrzunehmen.

Ist der Schwangerschaftstest positiv ausgefallen und geht das Ziehen nicht weg, ist es wahrscheinlich, dass Sie die Gebärmutter spüren. Sie stellt sich auf die Schwangerschaft ein und wird stärker durchblutet. Die sogenannten Mutterbänder (flexible Muskelfaserbänder) passen sich kontinuierlich an, dehnen sich und schützen beziehungsweise stabilisieren die Gebärmutter. Das kann Schmerzen verursachen, die von Schwangeren häufig wie ein Muskelkater in der Leistengegend oder auch als Seitenstechen beschrieben werden. Vor allem am Anfang und gegen Ende der Schwangerschaft ist das häufig die Ursache für Bauchweh.

Bitte beachten:

Starke einseitige Bauchschmerzen können auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten. Bei dieser nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter ein. Da sich der Embryo dort allerdings nicht entwickeln kann, stirbt er nach wenigen Wochen und geht mithilfe von Blutungen ab. Eine Einnistung in den Eileiter kommt bei 1 bis 2 Prozent aller Schwangerschaften vor.1

Schreiten die Schwangerschaftswochen voran, wächst auch das Baby und beginnt sich (immer mehr) zu bewegen. Dann können sich seine Tritte ebenfalls als Schmerz bemerkbar machen. Diesen beschreiben viele Frauen anfangs wie das Schlagen eines Schmetterlings, der sich mit der Kraft des Babys steigert. Liegt das Ungeborene günstig, kann Frau die Tritte manchmal sogar sehen – als kleine Auswölbung am Bauch.

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Bauchschmerzen: Wenn die Verdauung streikt

Schwangere Frauen leiden häufig unter Bauchweh bedingt durch Verdauungsbeschwerden. Auch das liegt an den Veränderungen, die der Körper durchläuft. Das Magen-Darm-System arbeitet aufgrund der hormonellen Umstellung (beispielsweise der Anstieg von Progesteron) etwas langsamer, Muskeln wie der Magenschließmuskel werden weicher. Die Folgen können

  • Magenschmerzen,
  • Übelkeit,
  • Verstopfung sowie
  • Sodbrennen sein.

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Ebenso sind Blähungen in der Schwangerschaft keine Seltenheit und kommen als Ursache für Bauchweh infrage.

So viel Appetit und dann Bauchschmerzen nach dem Essen?

Schwangere müssen zwar nicht für zwei essen, ein gesteigerter Appetit oder mal eine Heißhungerattacke sind jedoch genauso normal wie eine latente Übelkeit in der Frühschwangerschaft. Hinzu kommt: Je größer das Baby wird, desto weniger Platz ist im Bauchraum für die Organe. Ein voller Magen kann sich daher durchaus mit Bauchschmerzen bemerkbar machen, wenn es ihm an Raum zum Ausdehnen fehlt.

Tipp:

Mit mehreren kleinen Mahlzeiten über den Tag verteilt lässt sich am besten erspüren, wann es im Magen zu eng wird.

Auch die Tatsache, dass werdende Mütter oft ihre Ernährung umstellen, ballaststoffreicher und insgesamt gesünder essen, führt häufig zu Verdauungsbeschwerden, die sich durch Bauchschmerzen äußern. Ein Großteil aller Schwangeren leidet zudem unter Verstopfung und Blähungen.

Aufgrund der vermehrten Hormonproduktion von Östrogen und Progesteron entspannt sich die Muskulatur auch im Magen-Darm-Bereich und der Verdauungsprozess verlangsamt sich. Dies führt mitunter zu dem für die Schwangerschaft typischen Völlegefühl.

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Entzündungen im Bauchraum sind auch in der Schwangerschaft möglich

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft können natürlich die gleichen Ursachen haben wie sie bei Nicht-Schwangeren möglich sind:

  • Magen-Darm-Grippe,
  • Magenschleimhaut-,
  • Blinddarm-,
  • Gallenblasen- oder
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Auch eine Erkrankung der Harnwege wie eine Blasenentzündung kommt als Auslöser in Betracht. Darüber hinaus sind gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome) sowie flüssigkeitsgefüllte Tumore im Eierstock (gutartige Ovarialzysten) möglich, die die Bauchschmerzen verursachen. Kritisch wird es, wenn sich der Eierstock um seine eigene Achse dreht und damit die Blutversorgung abklemmt. Mediziner sprechen hier von einer Ovarialtorsion, die durch eine plötzliche Bewegung oder Anstrengung entsteht. Ein diffuser, plötzlich eintretender Unterbauchschmerz ist ein möglicher Hinweis darauf. Da es sich um einen gynäkologischen Notfall handelt, sollten Frauen umgehend einen Arzt aufsuchen.

Bauchschmerz-Ursache Wehen: Der Körper übt

Wie der Name schon sagt: Wehen tun weh. Allerdings besteht ein ziemlicher Unterschied zwischen den Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen), den Senkwehen und den eigentlichen Geburtswehen.

  • Übungswehen tauchen bereits relativ früh auf, teilweise ab der 20. Schwangerschaftswoche.2 Der Bauch wird kurz hart und der Schmerz ist ziehend: Die Gebärmutter übt.
  • Dagegen treten Senkwehen erst wenige Wochen vor der Geburt auf. Die Bauchschmerzen sind unregelmäßig und krampfartiger. Man erkennt diese Wehen vor allem daran, dass das Baby mit ihnen tiefer ins Becken rutscht. Die Schwangere kann jetzt wieder besser atmen und ausgelassener essen, weil die Organe mehr Platz im Bauchraum haben.
  • Wenn die Bauchschmerzen zum Ende der Schwangerschaft hin in regelmäßigen Abständen und sich verkürzenden Intervallen kommen, können Sie davon ausgehen, dass es sich um Geburtswehen handelt. Diese treten zu Beginn meist alle 15 bis 20 Minuten auf – und halten zwischen 30 und 45 Sekunden an. Im weiteren Verlauf verkürzt sich das Intervall auf 8 bis 11 Minuten bis hin zu alle 5 Minuten, wobei die Wehen etwa 55 bis 65 Sekunden dauern können.3

HELLP-Syndrom: Gefahr im letzten Schwangerschaftsdrittel

Das HELLP-Syndrom ist eine seltene, aber äußerst schwere schwangerschaftsbedingte Erkrankung, die sowohl für das Baby als auch für die Mutter lebensbedrohlich werden kann. Blutgerinnung und Leberfunktion sind hierbei massiv gestört. Ein Kaiserschnitt kann unter Umständen nötig sein.

Das Syndrom gilt als schwerste Komplikation einer Präeklampsie, kann aber auch ohne vorherige Symptome plötzlich auftreten. Erste Anzeichen für das HELLP-Syndrom sind:

  • massive Schmerzen im Oberbauch (ausgehend von rechts und bis in die Schulter und den Rücken ziehend)
  • Wassereinlagerungen in Händen, Füßen und Gesicht
  • Sehstörungen
  • Anstieg des Blutdrucks
  • Gelbfärbung der Haut
  • Hautjucken
  • Eiweiß im Urin
  • starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall

Ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um das HELLP-Syndrom handelt, kann nur im Labor anhand bestimmter Blutwerte sowie der Zahl der Blutplättchen festgestellt werden.

Fehlgeburt: Trauriger Grund für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Vorsicht ist geboten, wenn zu Beginn der Schwangerschaft starke Unterleibsschmerzen von Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber begleitet werden. Die Ursache hierfür kann eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (zum Beispiel eine Eileiterschwangerschaft) sein, die sich nicht nur durch Schmerzen, sondern ebenfalls durch Schwindel und Blutungen äußern kann.

Aber auch ein drohender Abgang, also eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft, ist mitunter der Grund für schwangerschaftsbedingte Bauchschmerzen. Werden aus dem leichten Ziehen richtige Krämpfe, kommen Blutungen, Schüttelfrost, Durchfall und möglicherweise Fieber hinzu, dann sollte die Schwangere umgehend einen Arzt aufsuchen, da ein Abort (Fehlgeburt) droht. Denn auch nach dem ersten Trimester können noch Fehl- beziehungsweise Totgeburten auftreten.

Traurige Wahrheit:

Leider kommt es im ersten Schwangerschaftsdrittel (bis zur 12. Schwangerschaftswoche) relativ häufig zu Abgängen. Die meisten Fehlgeburt finden bis zur 4. beziehungsweise 5. Schwangerschaftswoche statt – die Medizin geht hier von einer Quote von bis zu 50 Prozent aus. Wissenschaftler vermuten, dass der Körper den Embryo abstößt, weil er aus irgendeinem Grund nicht lebensfähig wäre, und sprechen daher vom „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Allgemein wird davon ausgegangen, dass etwa 15 Prozent aller klinischen Schwangerschaften (im Ultraschall als solche erkennbar) als Fehlgeburt enden.4 Die Gefahr für einen solchen Abort steigt mit zunehmendem Alter der Frau.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft richtig behandeln

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft können sehr unangenehm sein. Trotzdem ist es nicht ratsam, die Beschwerden einfach mit Medikamenten zu bekämpfen. Denn es gibt einige Wirkstoffe, die zwar rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen sind, von werdenden Müttern allerdings möglichst gemieden werden sollten: Sie passieren die Plazentaschranke und gelangen so in den Blutkreislauf des Kindes.

Manche Wirkstoffe können in sensiblen Entwicklungsphasen des Embryos beziehungsweise des Fötus Entwicklungsstörungen hervorrufen. Wenn die Beschwerden jedoch sehr stark sind oder sich weitere hinzugesellen, ist es ratsam, den Haus- oder Frauenarzt aufzusuchen. Dieser geht dem Missempfinden nach und kann eine geeignete Behandlung verordnen. Handelt es sich lediglich um normales Bauchweh, sollten Schwangere folgende lindernde Maßnahmen ausprobieren:

  • Dem Körper Ruhe gönnen
  • Verdauungsbeschwerden effektiv angehen
  • Den Bauch von innen und außen wärmen

Ein schmerzender Bauch fordert Ruhe

Grundsätzlich sollten schwangere Frauen immer dann, wenn sie merken, dass sie sich nicht hundertprozentig wohlfühlen, eine Pause einlegen. Überanstrengung zum Beispiel – und da kann Hausarbeit bereits genügen – zeigt sich als Erstes durch einen härter werdenden Babybauch und einen ziehenden Schmerz. Sollten Sie beispielsweise nach dem Staubsaugen das unangenehme Gefühl eines harten Bauches haben, ist es Zeit, für ein bisschen Ruhe. Legen Sie sich auf die Seite, die Füße hoch und atmen Sie kräftig durch – bereits nach wenigen Minuten können so die Bauchschmerzen abklingen.

Erste Hilfe, wenn das Kind ungünstig liegt:

Manchmal ist auch die Kindslage schuld an den Bauchschmerzen. Hier gibt es einen Trick: Gehen Sie in den Vierfüßlerstand und versuchen Sie sich vollkommen zu entspannen. Durch die Schwerkraft bekommt das Baby mehr Platz und nutzt diesen, um eine andere Position zu suchen.

Vorsichtig sollten Frauen sein, die unter Stress stehen. Dieser lässt sich auch in der Schwangerschaft nicht immer vermeiden: Probleme mit dem Partner oder den größeren Kindern, beruflicher Ärger, gesundheitliche und/oder existenzielle Sorgen – das Baby zeigt schnell, wenn es ihm zu viel wird, und diese Zeichen sollten Schwangere ernst nehmen.

Eine kleine Auszeit im Alltag kann Abhilfe schaffen: Ein Schwimmbadbesuch, eine Tasse Tee, ein Spaziergang an der frischen Luft oder einfach ein warmes Bad. Das Wasser entlastet auch Rücken und Gelenke, wodurch sich die Muskelpartien in Schultern und Nacken entkrampfen.

Schon gewusst?

Durch die veränderte Haltung in der Schwangerschaft können Rückenschmerzen entstehen, die bis in den Bauch ausstrahlen. Hilft ein entspannendes Bad nicht, dann eignen sich leichte Dehn- oder Yogaübungen und viel Bewegung.

Was hilft, wenn Verdauungsbeschwerden hinter den Bauchschmerzen stecken?

Gegen Verdauungsprobleme kann es bereits helfen, viel zu trinken. Vor allem Wasser und ungesüßte Früchtetees bringen Schwung ins Verdauungssystem. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt täglich mindestens 1,5 Liter.5

Von bestimmten Gewürzen und Kräutern weiß man ebenfalls, dass sie bei Verdauungsbeschwerden lindernd wirken können. So zum Beispiel:6

  • Anis (Blähungen)
  • Fenchel (Blähungen)
  • Kamille (Magenbeschwerden)

Allen voran in Form von Tee stellen die Heilpflanzen ein gutes Hilfsmittel dar. Vor der Einnahme fragen Sie vorab Ihren Arzt oder einen Apotheker bezüglich Dosierung und Anwendung um Rat. Ein weiterer wichtiger Punkt – vor allem bei Verstopfung – ist die Ernährung: Ballaststoffreich sollte sie sein. Greifen Sie daher beispielsweise zu Vollkornprodukten und viel Gemüse. Denn Ballaststoffe haben die Eigenschaft, im Darm aufzuquellen und dadurch dafür zu sorgen, dass es schneller zum erwünschten Stuhlgang kommt. Viele Frauen schwören auf Pflaumensaft oder getrocknetes Obst, um den Darm in Schwung zu bringen und die Symptome zu beseitigen. Bitte beachten Sie jedoch, dass Sie Ballaststoffe langsam in Ihren täglichen Speiseplan integrieren sollten. Stellen Sie die Ernährung zu rasch um, können Darmprobleme wie Blähungen, Durchfall oder auch Verstopfung die Folge sein.

Darf ich in der Schwangerschaft Abführmittel nehmen?

Abführmittel sollten Schwangere genauso meiden wie jedes andere Medikament, das nicht unbedingt notwendig ist. Sind die Bauchschmerzen allerdings sehr stark und hilft nichts anderes, dann kann der Arzt oder Apotheker ein Mittel empfehlen, das dem Baby nicht schadet. Ohne fachkundigen Rat sollten Schwangere allerdings auf Medikamente verzichten, da es sensible Phasen während der Schwangerschaft gibt, in denen scheinbar harmlose Medikamente großen Schaden anrichten können. Nur der Arzt oder Apotheker kann Nutzen gegen Risiko richtig abwägen.

Bewährtes Hausmittel bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft: Wärme

Ob von innen oder außen – Wärme gilt bei Bauchweh als guttuend. Sie wirkt in jedem Fall entspannend und beruhigend.

Tee und Gewürze: Wärme von innen

Je nachdem, welche Ursachen die Bauchschmerzen haben, ist es möglich, mit verschiedenen Teesorten, bevorzugt aus kontrolliert biologischem Anbau, gegenzuarbeiten. Ein entsprechendes Heißgetränk kann entweder

  • die Übelkeit lindern,
  • die Muskulatur entkrampfen oder
  • die Verdauung fördern.

Viele Apotheken bieten spezielle Teemischungen an, die ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse schwangerer Frauen abgestimmt sind.

Auch manche reinen Gewürze heizen dem Körper ein bisschen ein. Vor allem Chili und Pfeffer erzielen eine leichte Wärmewirkung und regen die Verdauung an. Es gibt allerdings Kräuter und Gewürze, vor deren Verzehr Schwangere immer wieder gewarnt werden: So gelten beispielsweise Kreuzkümmel, Zimt, Bockshornklee und Beifuß als wehenfördernd.

Es kommt auf die Menge an:

Die Inhaltsstoffe mancher Pflanzen wirken sich tatsächlich auf die Gebärmutter und den Muttermund aus. Die Befürchtung liegt also nahe, dass sie eine Frühgeburt auslösen könnten. Theoretisch müsste demnach in der Schwangerschaft sogar Petersilie vom Speiseplan gestrichen werden. Verwendet man die Kräuter und Gewürze so wie immer und gibt lediglich kleine Mengen in das Essen, stellt das keine Gefahr fürs Baby dar.

Sind Sie sich bezüglich der Verwendung unsicher, finden Sie in einer erfahrenen Hebamme oder einem Gynäkologen den besten Ansprechpartner bei Fragen rund um die Verwendung von Gewürzen.

Wärmflasche und Co: Wärme von außen

Wärme von außen kann ebenfalls den Magen und den Bereich rund um die Gebärmutter entspannen. Eine Wärmflasche schafft vielen Bauchwehbeschwerden in der Schwangerschaft Abhilfe. Doch Vorsicht: Sie sollte nicht zu heiß sein.

Zu viel Wärme ist nicht gut fürs Baby:

Das Wasser einer Wärmflasche sollte unter 40 Grad liegen.7 Auch auf heiße Bäder sollte die Schwangere nicht nur ihrem Kreislauf zuliebe besser verzichten. Denn das heranwachsende Kind kann noch keinen Einfluss auf seine Körpertemperatur nehmen – eine Fehlgeburt ist im schlimmsten Fall möglich. In der Frühschwangerschaft ist die Gebärmutter mit dem Embryo noch bis zu einem gewissen Grad gegen Einflüsse von außen geschützt, doch je näher der Geburtstermin rückt, desto unmittelbarer geht die Wärme von außen auf das Kind über.

Beachtet man bei der Verwendung einer Wärmflasche ein paar einfache Regeln, ist gegen das Hausmittel nichts einzuwenden:

  • Gummiflaschen nie direkt auf die Haut legen. Am besten zusätzlich zu einer Schutzhülle die Wärmflasche noch in ein weiteres Tuch wickeln.
  • Niemals kochendes Wasser für eine Wärmflasche verwenden. Zum einen ist es zu heiß, vor allem in der Schwangerschaft. Zum anderen ist es möglich, dass die Wärmflasche aufgrund des sich ausdehnenden Wasserdampfes platzt und es zu gravierenden Hautverbrennungen sowie Problemen für das Baby kommt.
  • Bei Beschwerden wie schwangerschaftsbedingten Rückenschmerzen, die bis in den Bauch strahlen, ist es unter Umständen bereits ausreichend, eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eine Wärmflasche ins Bett zu legen.

Schwangere, die ganz sicher gehen wollen und bei einer Gummiwärmflasche ein schlechtes Gefühl haben, können auf ein Kirschkern- oder Getreidekissen ausweichen. Die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall, da diese Kissen ebenso später fürs Baby die besten Wärmflaschen sind. Kirschkern- und Getreidekissen kann man sowohl im Backofen als auch in der Mikrowelle erwärmen und sie werden von Natur aus nicht so heiß. Der Nachteil: Sie kühlen entsprechend schneller ab.

Gut zu wissen:

Abzuraten ist von Heizkissen. Ihre Temperaturverläufe sind nur schwer kontrollierbar und manche Kissen heizen sich immer wieder über 40 Grad auf.

Manchmal hilft nur der Gang zum Arzt

Es ist naheliegend, dass eine Frau sich Gedanken macht, wenn es während der Schwangerschaft zu Bauchschmerzen kommt. Schließlich können diese ein Anzeichen dafür sein, dass das Baby in Gefahr ist. Helfen bewährte Hausmittel in Kombination mit Ruhe nicht, ist es ratsam, die Hebamme oder einen Arzt zu kontaktieren. Denn auch Schwangere bleiben von den gängigen Krankheiten keineswegs verschont: Eine Magen-Darm-Grippe, eine Entzündung oder eine Lebensmittelvergiftung kommen durchaus als Auslöser für die Bauchschmerzen infrage. Ist dies der Fall, ist ärztliche Überwachung notwendig, damit dem Ungeborenen nichts passiert.

Medizinische Rücksprache sollten Sie auch dann halten, wenn sich zu den Bauchschmerzen noch Fieber, Blutungen oder Ausfluss gesellen. In einem solchen Fall ist eine Selbstbehandlung nicht mehr ausreichend. Blutungen werden sogar als Notfall eingestuft und erfordern einen Rettungswagen.

Wann Sport gefährlich wird

In diesem Artikel

  • Worauf sollte ich als Schwangere beim Sport achten?
  • Wann sollte ich sofort mit dem Sport aufhören?

Worauf sollte ich als Schwangere beim Sport achten?

Normalerweise sorgt leichte sportliche Betätigung dafür, dass Ihre Muskeln kräftig und flexibel bleiben, was Ihnen vor allem während der Wehen zu Gute kommt. Außerdem wirkt Sport entspannend, kann physische Schwangerschaftsbeschwerden wie Rückenschmerzen lindern oder Verstopfung verringern und bringt Ihren Körper nach der Schwangerschaft schneller wieder in Form.
Dennoch sind Sie durch die Schwangerschaft deutlich eingeschränkter als zuvor. Ihr Körper hat sich verändert: Sie müssen mehr Gewicht tragen, Sie werden schneller müde und Ihr Körperschwerpunkt hat sich verlagert. Aus diesem Grund sollten Sie beim Training vorsichtig sein und gut auf Ihren Körper hören. Er wird Sie sofort wissen lassen, wann Sie sich überanstrengen und wann Sie sich in der Gefahrenzone bewegen. Insbesondere wenn ungünstige biomechanische Risikofaktoren wie Gelenkfehlstellungen (z.B. starke O- oder X-Beine) bestehen.

Wann sollte ich sofort mit dem Sport aufhören?

Rufen Sie sofort Ihre/n Arzt/Ärztin, sobald Sie irgendeines der folgenden Symptome spüren.
Die mit (!) gekennzeichneten Symptome sind besonders gefährlich. Sie sollten bei einem solchen Anzeichen in die Notfallaufnahme der nächsten Klinik gehen, falls Sie Ihre/n Arzt/Ärztin nicht erreichen können.
Vaginale Blutungen (!)
Blutungen sind immer ein Anlass zur Sorge, auch wenn manche Frauen während der gesamten Schwangerschaft immer wieder leicht bluten. Am Anfang der Schwangerschaft können Blutungen ein Anzeichen für eine Fehlgeburt sein. Im zweiten und letzten Drittel weisen sie häufig auf Frühwehen, eine Plazenta praevia oder einen Plazentaabriss hin; allesamt Zustände, die sofortige medizinische Behandlung erfordern.
Sehstörungen (!)
Wenn Sie mitten im Training plötzlich verschwommen sehen, kann es sein, dass Sie dehydriert sind, was wiederum Ihren Blutdruck und Ihren Herzschlag in die Höhe treibt. Die Folge kann sein, dass die lebenswichtigen Organe Ihres Babys nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Sehstörungen können auch auf eine Präeklampsie hinweisen, eine Komplikation, die sich durch hohen Blutdruck, Wasseransammlungen und eiweißhaltigen Urin äußert. Da eine Präeklampsie den Blutzufluss in die Plazenta massiv behindern kann, ist sie für das sich entwickelnde Kind sehr gefährlich.
Übelkeit
Wenn Ihnen beim Sport schlecht wird, bedeutet das, dass sich in Ihrem Magen zu viel Milchsäure angesammelt hat. Milchsäure ist ein Nebenprodukt, das entsteht, wenn Ihre Muskeln übermäßig beansprucht werden.
Schwindel
Wenn das Schwindelgefühl andauert oder von Sehstörungen, Kopfschmerzen oder Herzklopfen begleitet wird, kann es ein Anzeichen für eine schwere Blutarmut oder für eine andere ernste Krankheit sein, die Ihnen in der Schwangerschaft schaden kann.
Ohnmacht (!)
Ein Ohnmachtsgefühl kann in der Schwangerschaft auf eine Komplikation hinweisen, und darum müssen Sie sich untersuchen lassen – selbst wenn Sie dafür Ihren Sportkurs abbrechen müssen. Vielleicht handelt es sich nur um ein einfaches Problem, wie zum Beispiel Dehydrierung, vielleicht steckt aber auch um etwas Ernstes dahinter, etwa schwere Kreislaufstörungen. In einem solchen Fall kann es passieren, dass Ihr Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird – und das gleiche gilt dann auch für Ihr Baby.
Atemlosigkeit
Wenn Sie während des Sports stark schwitzen und nicht mehr in der Lage sind, sich mit einer anderen Person entspannt zu unterhalten, dann verausgaben Sie sich wahrscheinlich zu sehr. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Puls beim Training in einem sicheren Bereich bewegt. Die Herzfrequenz sollte 140 Schläge pro Minute nicht überschreiten.
Herzrhythmusstörungen
Falls Sie in Ihrer Brust ein merkwürdiges Flattern verspüren, ist das wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass Sie zu hart trainieren. Drosseln Sie in einem solchen Fall langsam das Tempo und hören Sie dann auf. Lassen Sie sich von Ihrem/r Arzt/Ärztin untersuchen und achten Sie in Zukunft darauf, dass sich Ihr Puls in einem sicheren Bereich bewegt.
Anschwellende Hände, Füße und Knöchel
Dass die Hände und Füße nach dem Sport ein wenig anschwellen, ist normal. Tun sie dies aber mehr als sonst üblich, haben Sie eventuell eine Präeklampsie.
Stechende Schmerzen in Unterleib und Brust (!)
Vielleicht haben Sie einfach nur Ihre Bänder überdehnt oder einen heftigen Muskelkater – es könnte sich bei den Schmerzen aber auch um Wehen handeln. Sie müssen so schnell wie möglich an einen Monitor angeschlossen werden, auf dem Ihr/e Arzt/Ärztin erkennen kann, ob Sie bereits in den Wehen sind.
Plötzliche Veränderung der Körpertemperatur
Wenn Sie feuchtkalte Hände, Hitzewallungen oder Kälteschauer bekommen, zeigt Ihnen Ihr Körper, dass er sich mit der Temperaturregulierung schwer tut. Dies ist womöglich schädlich für Ihr Baby: Es kann genau wie Sie selbst überhitzen. Dadurch, dass Ihr Körper versucht sich abzukühlen, wird das Blut, das eigentlich in die Plazenta fließen sollte, in Richtung Haut geleitet.
Sie spüren nur noch wenige Bewegungen Ihres Kindes oder gar keine mehr
Es ist normal, dass sich Ihr Kind weniger bewegt, während Sie sportlich aktiv sind. Danach sollte es sich aber wieder bewegen wie immer. Wenn Sie keine Bewegungen Ihres Babys mehr wahrnehmen oder es bewegt sich weniger als sonst, dann sollten Sie das Ihrere Hebamme oder Ihrem Arzt sofort mitteilen.

Innere Genitalien der Frau

Gebärmutter (Uterus)

Der Gebärmutter hat in etwa die Form und Größe einer umgedrehten Birne und ist in der Geschlechtsreife ca. 7 – 9 cm lang. Im Inneren befindet sich die Gebärmutterhöhle (Cavum uteri). Die oberen zwei Drittel des Uterus bezeichnet man als Gebärmutterkörper (Corpus uteri), das untere schmale Drittel als Gebärmutterhals (Zervix). Bei erwachsenen Frauen wiegt die Gebärmutter ca. 80 und 120 Gramm. Während der Schwangerschaft erhöht sich ihr Gewicht auf gut ein Kilogramm.

Die Gebärmutterwand besteht – vereinfacht betrachtet – aus drei Schichten:

  • Perimetrium: äußere Umkleidung mit Bauchfell,
  • Myometrium: dicke Mittelschicht aus glatten Muskelzellen,
  • Endometrium: innen liegende Schleimhaut, welche die Gebärmutterhöhle auskleidet.

Gebärmutterhals (Zervix)

Der Gebärmutterhals, der äußere Bereich der Gebärmutter, ist die Verbindung zwischen der Scheide und der Gebärmutter. Der Gebärmutterhals unterteilt sich in den Teil, der in die Scheide hineinragt (Portio vaginalis uteri, äußerer Muttermund), und in den schleimbildenden Zervixkanal, der in die Gebärmutterhöhle mündet. An der Übergangstelle des äußeren Muttermundes und des Zervixkanals kommt es – abhängig von Status der Sexualhormone und vom Lebensalter – zu Gewebsverschiebungen: Die Scheidenhaut kann in den Zervixkanal wandern, und umgekehrt wächst auch das schleimbildende Zylinderepithel des Zervixkanals in den Muttermund. Die Portio, der äußere Muttermund, ist mit einer speziellen Zellschicht, dem so genannten unverhornten Plattenepithel, bedeckt. Aufgrund des Wechselspiels der 2 verschiedenen Gewebearten ist dieser Bereich anfällig für Infektionen, u.a. auch Virusinfektionen (Humane Papillomviren), die eine Krebsentstehung begünstigen können. Somit ist dieses in der Regel der Bereich, wo Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entstehen kann. Um seine Funktion als Schranke zwischen der Scheide und dem inneren Teil der Gebärmutter zu erfüllen, sondert der Gebärmutterhals Schleim ab. Die Konsistenz des Schleims verändert sich während des Zyklus. An unfruchtbaren Tagen ist er zähflüssig und verschließt den Muttermund, so dass weder Bakterien noch Spermien durchdringen können. An fruchtbaren Tagen hingegen, also einige Tage vor und nach dem Eisprung, ist der Schleim dünnflüssig. Dann können Spermien in den Muttermund aufsteigen und in die Gebärmutter gelangen, um ein Ei zu befruchten.

Gebärmutterkörper (Corpus uteri)

Der Gebärmutterkörper beherbergt die Gebärmutterhöhle (Uteruscavum), in der die Schwangerschaft ausgetragen wird. In die Gebärmutterhöhle münden an deren oberen rechten und linken Winkel die beiderseitigen Eileiter, die für den Transport des Eies verantwortlich sind.

Die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle (Endometrium) wird durch den Einfluss von Hormonen regelmäßig auf- und abgebaut. Kommt es innerhalb eines Zyklus nicht zur Befruchtung einer Eizelle, wird das aufgebaute Endometrium durch hormonelle Steuerung wieder abgestoßen und zusammen mit dem Blut der zerrissenen Schleimhautgefäße als Regelblutung (Menstruation) ausgeschieden.
Setzt sich nach einer Befruchtung die Zygote, so nennt man eine befruchtete Eizelle, in der Gebärmutterschleimhaut fest, so wächst das Endometrium weiter, um die Versorgung des Embryos sicherzustellen. Auch das Myometrium ist bei einer Schwangerschaft in der Lage, sich stark zu dehnen und zu wachsen. So passt es sich durch Formveränderungen dem zunehmenden Platzbedürfnis des Kindes und des Mutterkuchens (Plazenta = vorgeburtliches Versorgungssystem) an. Das innere Volumen der Gebärmutter wächst auf ungefähr 5 Liter an. Während der Schwangerschaft und unter der Geburt ziehen sich die Muskeln des Myometriums zusammen und entwickeln die austreibenden Kräfte, die Wehen. Je nach Phase der Schwangerschaft und Geburt treten verschiedene Arten von Wehen auf.

Wird die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie), bleibt die Monatsblutung aus, und das Austragen einer Schwangerschaft ist nicht mehr möglich. Die weiblichen Hormone des Eierstockes werden aber an das Blut abgegeben und stehen daher dem Körper weiter in gewohnter Weise zur Verfügung.

Die Stadien der Geburt

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Schwangerschaft erleben: Die Geburt

Erleben Sie in 3D, wie ein Baby geboren wird! Niemand kann Ihnen sagen, wie Ihre Wehen sein oder wie lange sie dauern werden. Sie können sich aber auf die Geburt vorbereiten. Es hilft, wenn Sie wissen, was Sie erwartet. Wir führen Sie durch die Stadien der Geburt, von den ersten Hinweisen, dass die Wehen einsetzen bis zur Geburt Ihres Babys.

Welche Phasen erwarten mich bei den Wehen und der Geburt?

Die Wehen entwickeln sich in drei klaren Stadien:

  • Erstes Stadium: Ihre Wehen öffnen allmählich erst den Gebärmutterhals und dann den Muttermund. Diese erste Etappe besteht aus der frühen Phase, der aktiven Phase und der Übergangsphase.
  • Zweites Stadium: wenn Sie Ihr Baby in die Welt hinausschieben.
  • Drittes Stadium: die Geburt der Plazenta.

Was passiert im ersten Stadium der Geburt?

Während der Schwangerschaft ist Ihr Muttermund mit einem Schleimpfropf verschlossen, um Infektionen zu vermeiden. Ihr Gebärmutterhals ist von Anfang bis Ende der Schwangerschaft lang und fest und ergibt so eine starke Basis für Ihren Uterus (Gebärmutter).
In der ersten Phase muss sich Ihr Muttermund öffnen, damit Ihr Baby geboren werden kann. Am Ende dieses Stadiums hat sich Ihr Muttermund vollständig erweitert oder sich auf ungefähr 10 cm im Durchmesser geöffnet.
Zunächst muss sich Ihr Gebärmutterhals verkürzen und weich werden. Streichen Sie einmal über Ihre Nase: Sie ist fest und muskulös. Jetzt berühren Sie Ihre Lippen: Sie sind weich und dehnbar. Ihr Gebärmutterhals ist ursprünglich fest wie Ihre Nase und muss nun weich und beweglich wie Ihre Lippen werden.
Diese Veränderungen können gegen Ende der Schwangerschaft noch vor den ersten Wehen beginnen, besonders, wenn es Ihr erstes Baby ist (Murray and Hassall 2009). Tage oder Stunden vor Beginn der Wehen beginnt sich Ihr Muttermund vielleicht ein wenig zu öffnen und der Schleimpfropfen kommt heraus – entweder als Pfropf oder verflüssigt als eine Art Ausfluss. Das wird Zeichnen genannt. Es sieht ein wenig wie weißliches Gelee aus, kann aber auch leicht mit Blut vermischt sein.
Wenn dies nicht Ihr erstes Baby ist, könnte das Zeichnen ein Hinweis darauf sein, dass die Wehen begonnen haben.
Frühe Wehen
Während der frühen Wehen beginnt sich Ihr Muttermund zu öffnen und zu weiten. Er weitet sich vom geschlossenen Zustand bis zu ungefähr 3 oder 4 cm. Eventuell bemerken Sie dies gar nicht, weil Ihre Gebärmutter sich ganz sanft zusammenzieht. Es fühlt sich vielleicht an wie die leichten Krämpfe, die Sie während Ihrer Periode haben, wie ein dumpfer Schmerz oder wie Rückenschmerzen. Der Muttermund kann sich sogar schon mehrere Zentimeter geöffnet haben, bevor Sie merken, dass die Wehen eingesetzt haben.
Viele Frauen merken jedoch, dass ihre Wehen immer schmerzhafter werden und dass sie regelmäßig auftreten. Diese Wehen unterscheiden sich von den Braxton Hicks Kontraktionen (auch wilde Wehen oder Übungswehen genannt), die unregelmäßig und schmerzlos sind.
Sie werden Ihren eigenen Rhythmus und ihr eigenes Tempo bei den Wehen haben. Als Faustregel gilt, dass frühe Wehen im Abstand von mehr als fünf Minuten auftreten und kurz, vielleicht nur 30 oder 40 Sekunden lang sind (McCormick 2009). Sie können dabei weitersprechen und müssen Ihre Tätigkeiten nicht unterbrechen.
Bei einigen Frauen setzen die frühen Wehen ein und hören dann wieder auf. Bei anderen gehen Sie problemlos in aktive Wehen über (NCCWCH 2007).
Die aktive Phase
Wenn die Wehen fortschreiten, werden sie gewöhnlich lang anhaltender und häufiger. Sie sind jetzt in der aktiven Phase. Ihr Muttermund öffnet sich von drei oder vier cm auf bis zu zehn cm (NCCWCH 2007: 139).
Die Wehen sind jetzt stärker. In der Regel beginnt eine Wehe allmählich, erreicht ihren Höhepunkt und schwächt sich ab. Während dieser Wehen können Sie sich wahrscheinlich nicht mehr unterhalten. Jetzt ist es besser, mit Hilfe einer Kombination aus Atmung und Bewegung einer möglichen Verkrampfung entgegen zu gehen. Entspannungsübungen zwischendurch helfen Ihnen, ruhig zu bleiben und Ihre Atmung zu kontrollieren.
Wehen können alle drei bis vier Minuten kommen und 60 bis 90 Sekunden andauern. Sie sind sehr schmerzhaft. Zwischen den Wehen können Sie sprechen, sich bewegen, etwas trinken oder essen. und sich auf die nächste Welle vorbereiten. Wehen in der aktiven Phase öffnen Ihren Muttermund schneller, aber es kann noch viele Stunden dauern, bis Ihr Muttermund vollständig geweitet ist.
Die Übergangsphase
Die Übergangsphase findet statt, wenn Sie von der ersten Phase zur zweiten übergehen, in der Sie schieben. Sie beginnt oft, wenn Ihr Muttermund ungefähr acht cm geöffnet ist. Sie endet, wenn Ihr Muttermund völlig geweitet ist oder wenn Sie das Bedürfnis verspüren zu pressen.
Sie haben vielleicht nicht mehr so häufig Wehen, aber sie sind jetzt viel stärker und dauern länger an (Downe 2009). Manchmal kommen sie im Doppelpack. Jede erreicht ihren Höhepunkt, beginnt dann abzuebben, aber dann nimmt sie wieder an Intensität zu, bevor sie ganz verschwindet. Es kommt häufig vor, dass gerade vor oder während der Übergangsphase Ihre Fruchtblase platzt.
Frauen empfinden diese Phase auf verschiedene Weise. Sie kann sehr intensiv und überwältigend sein. Sie müssen sich ganz auf Ihre Wehen konzentrieren. Vielleicht schreien Sie und sind wütend. Sie fühlen sich womöglich wackelig, zittrig und krank. Oder Sie fühlen vielleicht nichts dergleichen!
Wenn Sie eine Geburt ohne Schmerzmittel planen, ist dies vielleicht die schwierigste Phase für Sie und Ihren Geburtspartner (Downe 2009). Vielleicht wollen Sie Ihre gesamte Planung für die Geburt über den Haufen werfen. Sie verlangen vielleicht eine Epiduralanästhesie, wo Sie doch gehofft hatten, sie zu vermeiden. Wenn Sie eine Hausgeburt geplant haben, wollen Sie vielleicht doch lieber in ein Krankenhaus gehen.
Die Übergangsphase bedeutet, dass Sie es fast geschafft haben. Mit guter Unterstützung kommen Sie durch diese Zeit. Glücklicherweise gibt es am Ende der Übergangsphase häufig eine Ruhepause, wenn die Wehen pausieren und Sie und Ihr Baby sich ausruhen können (McCormick 2009).

Welche Tipps helfen mir durch das erste Stadium der Geburt?

  • Hören Sie auf Ihren Körper und probieren Sie verschiedene Positionen aus.
  • Leeren Sie oft Ihre Blase.
  • Nehmen Sie eine warme Dusche oder ein warmes Bad oder benutzen Sie eine Geburtswanne, um den Schmerz zu lindern.
  • Konzentrieren Sie sich auf das Atmen, um den größten Schmerz der Wehen zu lindern.
  • Wenn Sie etwas Stärkeres brauchen, bitten Sie Ihre Hebamme um Pethidin, Meptid oder ein ähnliches Medikament, Lachgas oder eine Epiduralanästhesie.
  • Wenn Ihre Wehen langsamer werden, befolgen Sie unsere Ratschläge, um Wehen zu beschleunigen.

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Nancys Welt

Wie Sie sich die Geburt erleichtern können.

Was geschieht im zweiten Stadium der Geburt (Austreibungsperiode)?

Dies ist die Phase, in der Sie Ihr Baby durch den Geburtskanal (die Scheide) pressen und es schließlich zum ersten Mal in den Armen halten.
Sie fühlen den Druck des Köpfchens zwischen Ihren Beinen. Mit jeder Wehe spüren Sie vielleicht ein starkes Verlangen zu schieben. Hören Sie auf Ihren Körper und pressen Sie, wenn Sie dieses starke Verlangen spüren (NCCWCH 2007). Mit jedem Pressen bewegt sich Ihr Baby ein Stückchen weiter in Ihrem Becken voran. Aber am Ende der Wehe rutscht es wahrscheinlich wieder ein Stückchen zurück.
Verzweifeln Sie nicht. Solange Ihr Baby sich immer ein Stück weiter voran bewegt, ist alles in Ordnung. Wenn der Kopf Ihres Babys weit unten im Becken angekommen ist, haben Sie wahrscheinlich ein heißes, stechendes Gefühl. Das geschieht, wenn die Scheide sich um das Köpfchen Ihres Babys spannt.
Ihre Hebamme sagt Ihnen, wenn sie das Köpfchen Ihres Babys sehen kann und es nicht mehr zwischen den Wehen zurückgleitet. Ihre Hebamme wird Sie jetzt bitten, nicht mehr zu pressen, sondern während der nächsten zwei oder drei Wehen zu hecheln. Das sorgt für eine sanfte und langsame Geburt und sollte das Risiko eines Dammrisses oder eines Dammschnitts (Downe 2009) verringern.
Wenn das nicht Ihr erstes Kind ist, dann wird dieses zweite Stadium wahrscheinlich nicht länger als fünf oder zehn Minuten dauern. Sind Sie Erstgebärende, dann kann es mehrere Stunden dauern.

Welche Tipps helfen mir durch die Austreibungsperiode?

  • Leeren Sie Ihre Blase, wenn Sie es nicht gerade erst getan haben.
  • Halten Sie nicht den Atem an, wenn Sie pressen.
  • Setzen Sie sich aufrecht hin. So kann die Schwerkraft Ihrem Baby bei der Geburt helfen (NCCWCH 2007).
  • Wenn Sie sehr müde sind oder eine Epiduralanästhesie hatten und sich hinlegen müssen, legen Sie sich auf die linke Seite. Bitten Sie Ihren Geburtshelfer, Ihren Oberschenkel zu stützen (Downe 2009). Das entlastet Ihr Kreuz und öffnet Ihr Becken.
  • Wenn Sie eine Epiduralanästhesie hatten und nicht das Verlangen zu pressen spüren können, hören Sie auf Ihre Hebamme. Sie sagt Ihnen, was Sie tun müssen (Downe 2009).

Was geschieht im dritten Stadium der Geburt?

Mit der Geburt Ihres Babys beginnt das dritte Stadium. Die Wehen werden wieder sehr viel schwächer und sorgen dafür, dass sich Ihre Plazenta langsam von der Gebärmutterwand löst. Sie verspüren vielleicht wieder das Verlangen zu schieben. Die Plazenta mit den Eihäuten fällt auf den Boden der Gebärmutter und wird durch den Geburskanal ausgestoßen (McDonald 2009).
Viele Krankenhäuser spritzen den Müttern routinemäßig ein Mittel, dass hilft, die Plazenta abzulösen. Dies wird eingeleitete Nachgeburt genannt. Es beschleunigt das dritte Stadium und Sie müssen gar nicht pressen.
Ihre Hebamme untersucht die Plazenta und die Eihäute auf Vollständigkeit. Sie tastet auch Ihren Bauch ab, um festzustellen, ob Ihre Gebärmutter sich wieder richtig zusammenzieht. Das stoppt die Blutungen an der Stelle, an der die Plazenta angewachsen war.
Vielleicht möchten Sie sich die Plazenta ansehen. Schließlich hat sie Ihr Baby während der Schwangerschaft versorgt.

Welche Tipps helfen mir in der Nachgeburtsphase?

  • Halten Sie Ihr neugeborenes Baby dicht bei sich, damit Sie es auf Ihrer Haut spüren (NCCWCH 2007) und, wenn Sie stillen wollen, dann bieten Sie so früh wie möglich die Brust an. Dadurch werden Hormone ausgeschüttet, die die Ablösung der Plazenta veranlassen.
  • Genießen Sie eine Tasse Tee und ein Stück Schokolade, lehnen Sie sich zurück und ruhen Sie sich aus, während Ihr Partner die Flasche Champagner öffnet!

Vielleicht sind Sie überglücklich über den Neuzugang oder Sie fühlen nichts als Erschöpfung. Lesen Sie mehr über Ihren Körper nach der Geburt.

Quellen

Downe S. 2009. The transition and the second stage of labour. In: Fraser DM, Cooper MA. eds. Myles Textbook for Midwives. 15th ed. Edinburgh: Churchill Livingstone, 509-30
McCormick C. 2009. The first stage of labour: physiology and early care. In: Fraser DM, Cooper MA. eds. Myles Textbook for Midwives. 15th ed. Edinburgh: Churchill Livingstone, 457-75
McDonald S. 2009. Physiology and management of the third stage of labour. In: Fraser DM, Cooper MA. eds. Myles Textbook for Midwives. 15th ed. Edinburgh: Churchill Livingstone, 531-54
Murray I, Hassall J. 2009. Change and adaptation in pregnancy. In: Fraser DM, Cooper MA. eds. Myles Textbook for Midwives. 15th ed. Edinburgh: Churchill Livingstone, 189-225
NCCWCH. 2007. Intrapartum care: care of healthy women and their babies during childbirth. National Collaborating Centre for Women’s and Children’s Health, clinical guideline. London: RCOG Press.

1. Dein Körper in der 23. SSW

Mit dem Start in die 23. SSW wirst du vermutlich auf ein neues, aber durchaus typisches Phänomen der fortgeschrittenen Schwangerschaft treffen. Dein Bauch ist schon größer und daher fühlst du dich entsprechend unbeholfener. Du stolperst möglicherweise öfter oder stößt dich viel schneller als früher. Diese Tollpatschigkeit verschwindet leider in nächster Zeit nicht, da das Hormon Relaxin auf deine Muskeln und Bänder wirkt – sie werden schlaffer. Eigentlich dient diese Wirkung dem Muttermund, der sich in späterer Folge lockern soll, doch momentan bist du wohl eher genervt von der Situation.

2. Dein Baby in der 23. Schwangerschaftswoche

Dein Baby ist mit Wachsen beschäftigt und misst, bei einem Körpergewicht von rund 500 g, jetzt bereits stattliche 29 cm. Pro Woche wird es nun zwischen 70 bis 80 g zulegen, um für die Zeit nach der Geburt gepolstert zu sein. Außerdem entwickelt es einen Schlaf-Wach-Rhythmus mit längeren Schlafphasen. Oftmals bedeutet das jedoch, dass dein Baby besonders aktiv wird, wenn du schlafen gehst. Zudem reagiert es möglicherweise unruhig auf laute Musik und bestimmte Bewegungen. Das allgemeine Training der einzelnen Körperteile geht selbstverständlich weiter, außerdem kann dein Baby schon die Finger beugen und strecken.

3. Anzeichen und Symptome in der 23. SSW

Die klassischen Symptome der derzeitigen Schwangerschaftsphase, also vermehrter Harndruck, Sodbrennen, Bänder- und Rückenschmerzen, machen dir vielleicht das Leben schwer, jedoch bist du aufgrund deines überschaubaren Babybauchs noch ziemlich beweglich. Es kann in der 23. SSW schon vorkommen, dass sich dein Bauchnabel nach vorne wölbt. Das sieht vielleicht merkwürdig aus, wird sich jedoch nach der Geburt wieder zurückbilden. Aufgrund des größeren Blutvolumens und der wachsenden Belastung kann es derzeit immer wieder zu einem plötzlichem Blutdruckabfall und Schwindelattacken kommen. Dein Baby ist zwar nicht gefährdet, jedoch solltest du versuchen Stürze zu vermeiden.

4. Fehlgeburt in der 23. Schwangerschaftswoche

Um eine Fehlgeburt solltest du dich nicht allzu sehr sorgen, wenn bis jetzt alles in Ordnung war. Natürlich kann immer etwas passieren, doch dein Risiko liegt jetzt nur mehr bei knapp 1 Prozent. Dein Baby ist bereits gut entwickelt und muss nur noch an Gewicht und Energie zulegen, sodass es für ein Leben außerhalb deiner Gebärmutter gewappnet ist. Da du es jetzt auch regelmäßig spürst, wirst du insgesamt beruhigter sein.

5. Das ist jetzt wichtig

Der Zeitpunkt für die Entscheidung, ob das Nabelschnurblut bei der Geburt entnommen werden soll, ist nun gekommen. Du solltest dich jetzt in Ruhe mit dem Thema auseinandersetzen und für dich oder gemeinsam mit deinem Partner überlegen, ob eine Konservierung des Nabelschnurblutes oder eine Spende in Frage kommen. Nach heutigem Wissensstand können die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut bei über 70 verschiedenen Krankheitsbildern heilend wirken.

6. Das kannst du jetzt gut gebrauchen

Das Wissen, dass dein Baby allen Geräuschen lauscht zaubert dir womöglich ein Lächeln ins Gesicht. Du kannst deinem Baby daher bereits Geschichten erzählen, Lieder vorsingen oder ruhige Musik vorspielen. Natürlich macht es auch Sinn, wenn der werdende Papa mit dem Babybauch spricht. Einerseits ist der intensive Kontakt ratsam, um bereits jetzt eine starke Bindung aufzubauen, andererseits wird auch das Baby davon profitieren, da es die gewohnten Stimmen nach der Geburt widererkennt.

7. Meine 23. SSW (24.07.2016-30.07.2016)

In dieser Woche war hier ordentlich was los. Meine Eltern feierten am Samstag silberne Hochzeit und es musste so einiges vorbereitet werden. Zum Glück hatte ich tatkräftige Unterstützung von Finn und ein paar Freundinnen, zwischenzeitlich merkte ich aber deutlich, dass ich schneller müde bin, eher Rückenschmerzen bekomme und vor allem dieses fiese Sodbrennen kriege, wenn ich nicht ganz regelmäßig etwas esse.

Zudem hatte ich zweimal Nachts so starke Krämpfe im Oberschenkel, dass ich davon aufgewacht bin und kurzzeitig im Bett dachte, dass mir gleich mein Bein abfallen würde. Meine Mutter hat mir dann ein Magnesium-Spray gegeben, dass man auf die Haut aufträgt und das sehr schnell helfen soll. Aber wie das immer so ist, ist das seitdem nicht mehr vorgekommen und das Testen des Sprays steht noch aus.

Am 25.07 hatten wir zudem unseren zweiten großen Ultraschall-Termin, den erweiterten Basis-Ultraschall, über den ich hier schon berichtet habe. Ich muss sagen, dass ich diese Arztbesuche immer total schön finde und mich immer sehr freue, wenn die Ärztin sagt, dass alles super ist 🙂

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Fehlgeburt: Anzeichen, Ursachen und wann wieder schwanger werden

Zum Verarbeiten einer Fehlgeburt brauchen manche Paare viel Zeit zum Trauern. © iStock.com / martin-dm

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn die Schwangerschaft vor der 24. Schwangerschaftswoche zu Ende geht und bevor das Kind ein Gewicht von 500 Gramm erreicht hat. Dies ist in etwa der Fall ab der 22./23. Schwangerschaftswoche. Das Kind stirbt entweder im Mutterleib oder kommt nicht lebensfähig zur Welt.

Medizinisch wird eine Fehlgeburt auch Abort genannt. Unterschieden wird dabei in

  • Frühabort: Fehlgeburt im ersten Schwangerschaftsdrittel – 9. bis Ende 12. Schwangerschaftswoche (SSW) und
  • Spätabort: Fehlgeburt im zweiten Schwangerschaftsdrittel – 13. bis Ende 23. SSW

Wie häufig sind Fehlgeburten?

Eine Fehlgeburt kann jede Frau treffen. Man geht davon aus, dass in den ersten Schwangerschaftswochen (1. bis 9. SSW) bis zu 50 Prozent der befruchteten Eizellen wieder vom Körper abgestoßen werden, viele davon in den allerersten Wochen, bevor die Frau überhaupt sicher weiß, dass sie schwanger ist. Das Ende der Frühschwangerschaft ist dann oft nur durch eine möglicherweise verstärkte Regelblutung zu bemerken.

Rein statistisch sind die Fehlgeburten relevant, vor denen bereits eine Schwangerschaft und Lebenszeichen des Embryos festgestellt wurden. Ungefähr 15 bis 20 Prozent dieser Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt, bei einer Kinderwunschbehandlung ist der Prozentsatz noch höher.

Ursachen einer Fehlgeburt

In sehr vielen Fällen kann die Ursache für eine Fehlgeburt nicht eindeutig bestimmt werden. Häufig ist es so, dass der Embryo bereits in der frühen Schwangerschaft nicht lebensfähig ist und vom Körper abgestoßen wird. Die Entwicklung des Embryos in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ist sehr anfällig für Störungen von außen, häufig treten Fehler auf. Der natürliche Schutzmechanismus des Organismus lässt dann nur solche Embryos weiterwachsen, die sich auch lebensfähig entwickeln können.

Die häufigste Ursache für eine Fehlgeburt sind Chromosomenanomalien und Fehlbildungen in den Erbanlagen, auch eine fehlerhafte Einnistung des Embryos oder Störungen in der Hormonausschüttung in der Frühphase der Schwangerschaft kommen in Frage.

Auch kurzzeitige Einflüsse von außen können eine Fehlgeburt auslösen. Dazu gehören die Einwirkung von Strahlung und Giften (wie Chemikalien, Alkoholkonsum, Substanzen aus Tabakrauch, Medikamente, Impfungen) sowie Infektionen durch Viren und Bakterien, zum Beispiel Röteln, Toxoplasmose oder eine Listerien-Infektion.

Hat eine Frau bereits mehrere Fehlgeburten erlitten, dann kann die Ursache in organischen Störungen oder Vorerkrankungen der Mutter liegen. Mögliche Gründe für eine Fehlgeburt mütterlicherseits sind:

  • Störungen des Hormonhaushaltes
  • Gebärmutterfehlbildungen, Verwachsungen, Entzündungen
  • Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz)
  • aufsteigende Infektionen (Blasenentzündung, Scheidenpilz)
  • Myome der Gebärmutter
  • Tumore
  • Blutarmut
  • Chronische Erkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, Nierenerkrankungen, Autoimmunkrankheiten)
  • Drogenkonsum, Alkoholsucht
  • Infektionen in der Vergangenheit, zum Beispiel durch Chlamydien
  • Höheres Alter der Mutter

Auch großer psychischer Stress und Traumata können für eine Fehlgeburt verantwortlich sein.

Anzeichen einer Fehlgeburt

Das häufigste Symptom einer Fehlgeburt sind mehr oder weniger starke vaginale Blutungen. Diese können von ziehenden, möglicherweise wehenartigen Schmerzen im Unterbauch oder Rücken begleitet sein. Im Blut finden sich teilweise Gewebereste. Bei einem Spätabort nach der 12. SSW ist häufig der Abgang von Fruchtwasser zu bemerken.

Manchmal merkt eine Frau keinerlei Anzeichen für die Fehlgeburt. Bei diesem verhaltenen Abort (missed Abort) ist der Embryo in der Gebärmutter abgestorben und zeigt bei einer Ultraschalluntersuchung keine Lebenszeichen mehr.

Behandlung bei Fehlgeburt

Bei einer drohenden Fehlgeburt – wenn der Embryo beziehungsweise der Fötus noch lebt und in der Gebärmutter eingenistet ist – wird versucht, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Die Schwangere muss strenge Bettruhe halten, zusätzlich werden gegebenenfalls wehenhemmende Medikamente verabreicht.

Sind keine Lebenszeichen mehr nachweisbar oder befindet sich der Embryo beziehungsweise Fötus durch die Blutung nicht mehr in der Gebärmutter, wird nach einer Fehlgeburt heute in der Regel eine Ausschabung (Kürettage) durchgeführt. Mit diesem operativen Eingriff wird sichergestellt, dass keine Plazenta- und Gewebereste in der Gebärmutter bleiben, die Infektionen des Organs oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können.

Ausschabung oder Abwarten?

Auch ohne eine Ausschabung kann der Körper den toten Fötus auf natürlichem Wege abstoßen. Wenn die Schwangerschaft nicht mehr intakt ist, sinkt der HCG-Wert und es werden Mechanismen in Gang gesetzt, um die Gebärmutter frei zu machen. Das Warten auf die einsetzende Wehentätigkeit kann bis zu zwei Wochen dauern. Die Frau hat in der Zeit bis zur „kleinen Geburt“ Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme. Der Ausstoß des Fötus kann durch das Einleiten der Geburt beschleunigt werden. Dafür werden wehenfördernde Medikamente verabreicht.

Entscheidet sich die Frau für eine natürliche Ausstoßung des Fötus, sollte sie vor und nach der „kleinen Geburt“ genau auf mögliche Krankheitsanzeichen wie Fieber, Schmerzen, eitrigen Ausfluss und Blutungen achten. Diese Symptome können Hinweise auf Komplikationen und Entzündungen sein, die behandelt werden müssen.

Mutterschutz nach Fehlgeburt?

Anders als bei einer Totgeburt (Geburtsgewicht ab 500 Gramm), endet der Mutterschutz nach der Fehlgeburt. Jedoch kann sich die betroffene Frau natürlich arbeitsunfähig krankschreiben lassen. Zudem gilt bei Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, der gleiche besondere Kündigungsschutz wie bei Müttern, die regulär entbunden haben. Sie dürfen bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Fehlgeburt nicht gekündigt werden.

Wann wieder schwanger nach Fehlgeburt?

Wurde nach der Fehlgeburt eine Ausschabung gemacht, wird immer noch geraten, mehrere Monate zu warten, bis das Paar einen neuen Zeugungsversuch startet. Denn nach dem Eingriff benötigt die Gebärmutter Zeit, um sich zu regenerieren. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Wartezeit von sechs bis zwölf Monaten bis zu einer erneuten Empfängnis.

Eine schottische Studie aus dem Jahr 2010 kam dagegen zu dem Ergebnis, dass Frauen, die schnell erneut schwanger wurden, ein 33 Prozent geringeres Risiko für eine erneute Fehlgeburt hatten als Frauen, die erst nach einem halben bis ganzen Jahr nach einem Abort schwanger wurden.

Schwanger werden – die besten Tipps

Eine große Sorge nach einer Fehlgeburt ist, ob es nun schwerer wird, schwanger zu werden. Dies ist in der Regel nicht der Fall. Eine Fehlgeburt ist nicht zwangsweise Ausdruck einer Fruchtbarkeitsstörung.

Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu drei Viertel der Frauen mit drei oder mehr Fehlgeburten später gesunde Kinder zur Welt bringen, ohne besondere medizinische Hilfe zu benötigen. Bei mehreren Fehlgeburten kann jedoch eine genetische Beratung sinnvoll sein, um versteckte Ursachen aufzuspüren. Paare sollten dies mit dem behandelnden Frauenarzt besprechen.

Nach einer Fehlgeburt: Zeit zum Trauern nehmen

Schock, Verzweiflung, Trauer, Schuld oder Wut – eine Fehlgeburt steckt kein Paar ohne Weiteres weg. Manche Paare brauchen Wochen oder sogar Monate, um eine Fehlgeburt zu verkraften. In jedem Fall bewältigen die Partner den Verlust zusammen besser, als wenn sich jeder mit seinem Schmerz verkriecht und auch noch die Beziehung in eine Krise gerät. Psychologen raten Paaren, bewusst miteinander zu sprechen und sich dabei den aufkommenden Gefühlen zu stellen. Dazu gehört nicht selten der Gedanke, etwas falsch gemacht oder versagt zu haben, aber auch Wut, Mutlosigkeit oder Einsamkeit. Vor allem Frauen werden leichter mit der Situation nach einer Fehlgeburt fertig, wenn sie ihre Gefühle durchleben und so verarbeiten können. Männer reagieren meist nicht so emotional auf eine Fehlgeburt wie Frauen. Das heißt aber nicht, dass sie weniger traurig sind. Für seine Trauer sollte sich jeder alle Zeit nehmen, die er braucht.

  • Von der Familienplanung über Tipps für die Schwangerschaft und die Zeit danach: Auf 9monate.de finden Frauen alles Wissenswerte und können sich mit Gleichgesinnten austauschen

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Professionellen Beistand suchen

Wer fürchtet, seinen Kummer nicht allein oder mit dem Partner bewältigen zu können, sollte sich nicht scheuen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Nach einer Fehlgeburt steht der Frau Hebammenhilfe zu; die Kosten tragen die Krankenkassen. Viele Hebammen haben zudem eine spezielle Fortbildung zur Trauerbegleiterin absolviert. Hebammen und Ärzte wissen in der Regel, welche Gruppen es in Wohnortnähe gibt. Bei der Trauerbewältigung helfen auch Psychologen oder Therapeuten. Auch im Internet können sich Betroffene in unzähligen Foren und Selbsthilfegruppen miteinander austauschen und gegenseitig beistehen.

limango Redaktion

Die Schwangerschaft ist eine Zeit der Hoffnung und der Vorfreude. 40 Wochen werden schon vorab in Gedanken mit spannenden Entwicklungsschritten gefüllt. Leider endet jedoch nicht jeder Kinderwunsch und jede Schwangerschaft mit einem gesunden Baby. Die Natur lässt circa 50% der befruchteten Eizellen bei einer Fehlgeburt wieder abgehen, die meisten davon unbemerkt in den ersten Schwangerschaftswochen. Wurde eine Schwangerschaft bereits festgestellt, befinden sich die betroffenen Elternpaare in einer traumatischen Situation. Ein sehr sensibles Thema, über das nach wie vor wenig in der Öffentlichkeit gesprochen wird. Information kann ein wenig helfen, sich in diesem schweren Lebensabschnitt zu orientieren und den Verlust besser zu verkraften.

Was ist eine Fehlgeburt?

Ist eine Schwangerschaft vor der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche zu Ende und der Fetus noch nicht lebensfähig, so handelt es sich um eine Fehlgeburt, medizinisch auch als Abort bezeichnet. Das Kind wiegt für gewöhnlich weniger als 500 g. Statistisch gesehen häufen sich die Fehlgeburten in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. Der Grund hierfür sind viele Entwicklungsstationen, die der Embryo zu Beginn der Schwangerschaft durchläuft, die anfällig für Fehler sind. Kann der Fetus dem genetischen Bauplan nicht mehr nachkommen, findet ein Abort statt.

Ist eine Frau erst seit kurzem schwanger, bemerkt sie eine sehr frühe Fehlgeburt eventuell nicht. Die befruchtete Eizelle verlässt mit einer Blutung den Körper, ungefähr zum Zeitpunkt der erwarteten nächsten Menstruation. War die Schwangerschaft bereits bekannt, ist eine Fehlgeburt ein Schock. Häufig beendet der Körper der Mutter den Prozess alleine. In diesem Fall reicht es, wenn der Frauenarzt alles beobachtet und sicherstellt, dass keine Gewebereste in der Gebärmutter verbleiben. In anderen Fällen erfolgt eine Ausschabung des Uterus unter Narkose.

Die späte Fehlgeburt

Ab der 16. SSW handelt es sich um einen Spätabort. Eine Fehlgeburt zu dieser Zeit endet nicht mit einer Blutung oder Ausschabung, sondern mit einer Geburt. Die Schwangere wird stationär ins Krankenhaus aufgenommen und die Wehen, wenn nötig, eingeleitet. Ein für „stille Geburten“ ausgebildetes Team übernimmt im Optimalfall die Betreuung und unterstützt die Eltern bei dieser schweren Aufgabe. Ziel ist es, der Mama unnötige physische Schmerzen zu ersparen und dem Kind einen liebevollen Abschied zu bereiten.

Die Fehlgeburt aus dem statistischen Blickwinkel

Die Natur hat ihren eigenen Weg, mit der Entstehung neuen Lebens umzugehen. Tritt ein gravierendes Problem in einer Schwangerschaft auf, wird diese beendet.

Dass circa 50% aller befruchteten Eizellen in einer Fehlgeburt enden, ist nur wenigen Menschen bewusst. Davon gehen 30% bereits unbemerkt vor dem Ausbleiben der nächsten Periode ab. In der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche liegt das Risiko für eine Fehlgeburt um 18%. Ab der 17. SSW sinkt es deutlich auf 2 bis 3 Prozent. Bis zum Ende der 12. SSW sind bereits ungefähr 80% der Fehlgeburten geschehen.

Da bei den Ursachen Fehler in der Struktur oder der Anzahl der Chromosomen und ihrer Gene (Erbanlagen) führend sind, steigt das Fehlgeburtenrisiko mit dem Alter der Schwangeren. Mit 20 bis 24 Jahren sprechen Mediziner von 9% Risiko, eine Schwangerschaft zu verlieren. Mit 45 Jahren sieht sich eine Schwangere einem Risiko von über 75% ausgesetzt.

Wie wird eine Fehlgeburt ausgelöst?

Die wohl häufigste Ursache für eine Fehlgeburt ist eine fehlerhafte Verteilung der Chromosomen bei der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle. Der Abort tritt hier meistens recht früh auf.
Auslöser für Fehlgeburten in einer späteren Schwangerschaftswoche können sein:

  • Infektionen von Mutter und Kind
  • Gebärmutterfehlbildungen
  • Auffälligkeiten der Plazenta (Mutterkuchen)
  • Probleme bei der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder bei der
    Chorionzottenbiopsie

Reihenuntersuchungen haben ergeben, dass bei überproportional vielen Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, eine Parodontitis (chronische Zahnfleischentzündung) vorliegt. Wissenschaftler untersuchen die möglichen Zusammenhänge noch.

Risikofaktoren für eine Fehlgeburt

Kaum eine Fehlgeburt kann vorausgesehen oder verhindert werden. Junge, gesunde Frauen sind ebenso betroffen wie ältere Schwangere. Einige Risikofaktoren konnten trotzdem erhoben werden, die teilweise von der werdenden Mama beeinflussbar sind.

  • Rauchen
  • Übermäßiger Konsum von Koffein (mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag)
  • Alkoholkonsum
  • Zustand der Mutter nach einer oder mehreren Fehlgeburten
  • Gebärmutterfehlbildungen
  • Eine Autoimmunerkrankung der Mutter
  • Unbehandelte chronische Erkrankungen von Niere oder Schilddrüse
  • Ein sehr schlecht eingestellter Diabetes mellitus
  • Infektionen der Mutter zu Beginn der Schwangerschaft
  • Höheres Alter der Mutter

Welche Symptome löst eine Fehlgeburt aus?

Typische erste Symptome für eine Fehlgeburt sind Blutungen mit oder ohne krampfartige Unterleibsschmerzen. Im Blut sind eventuell Gewebestücke zu sehen. Da in den ersten SSW aus vielen Gründen auftreten können, wird nur eine Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt Gewissheit bringen.

In der Nacht und am Wochenende ist die frauenärztliche Notaufnahme in einer Geburtsklinik der passende Ansprechpartner. Eine große Anzahl an Fehlgeburten bleibt zunächst symptomlos. Als sogenannte „Missed Abortion“ fallen erst bei einer Vorsorgeuntersuchung bei Arzt oder Hebamme die fehlenden Herztöne des Kindes auf.

Was ist bei einer Fehlgeburt zu tun?

Hat der Frauenarzt eine Fehlgeburt diagnostiziert, ist das betroffene Elternpaar im Schock und mit seiner Trauer beschäftigt. Trotzdem müssen Entscheidungen zum weiteren Vorgehen getroffen werden. Nimmt die Fehlgeburt bereits ihren natürlichen Verlauf, kann der Frauenarzt die Blutung beobachten und mittels Ultraschall und der Kontrolle des Schwangerschaftshormons Beta-HCG im Blut sicherstellen, dass keine Reste von Kind oder Plazenta in der Gebärmutter zurückbleiben. Die spontane Abblutung kann gegebenenfalls medikamentös eingeleitet werden.

Droht eine Infektion der Gebärmutter, wird der Frauenarzt zum Ausschaben raten. Diese erfolgt unter Narkose im Krankenhaus und stellt sicher, dass die Gebärmutterschleimhaut und alle Anteile der Schwangerschaft entfernt sind.

Was tun, wenn sich Fehlgeburten wiederholen?

Bei einigen Frauen wiederholen sich Fehlgeburten leider. Erst nach dem dritten Ereignis wird der Frauenarzt weiterführende diagnostische Schritte einleiten. Hierzu gehören eine gründliche Untersuchung inclusive Ultraschall der Geschlechtsorgane, ein Hormonstatus im Blut, Blutgerinnungsdiagnostik und eventuell eine Chromosomenanalyse beider Eltern. Ein Spermiogramm des Mannes wird ebenfalls veranlasst.

Wo kann ich mir Hilfe holen?

  • Bundesverband für verwaiste Eltern – Anlaufstelle für Eltern, die ihr Kind verloren haben
  • Sternenkinder – Forum, in dem sich Eltern von Sternenkindern austauschen können und ihre Geschichte erzählen können
  • Schmetterlingskinder. Dieses Forum wird von der Frauenworte e.V. gefördert
  • In eurem Krankenhaus und bei der Seelsorge
  • Bei der Familie

Welche Folgen können Fehlgeburten haben?

Physisch können im Zusammenhang mit einer Fehlgeburt Gebärmutterentzündungen bis zur Blutvergiftung und Verletzungen durch das Ausschaben auftreten. Die häufigsten Folgen sind aber psychischer Natur. Die betroffenen Paare trauern und kämpfen oft gegen das Unverständnis ihrer Umwelt. Eine Folgeschwangerschaft nach einer Fehlgeburt ist immer mit Angst und Sorgen besetzt.

Trotzdem gibt es viel Grund zur Hoffnung. Die meisten Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, bringen vorher und hinterher nach unkomplizierten Schwangerschaften gesunde Kinder zur Welt. Abhängig von dem Schwangerschaftszeitpunkt, in der ein Paar ein Kind verloren hat, raten viele Frauenärzte ein bis drei Zyklen mit Periode abzuwarten, bis sich ein neues Baby auf den Weg macht.

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