Frühkindliche reflexe tabelle

Inhalte

Kleinkind Entwicklung: 2. Lebensjahr

Sprachlich-kognitive Entwicklung: Die ersten Worte im zweiten Lebensjahr

Oft sind es die Worte „Mama“ und „Papa“ die Kleinkinder während des ersten oder im zweiten Lebensjahr stammeln. In den folgenden Lebensmonaten kommen weitere hinzu.

Es lässt sich kein eindeutiger Monat im Entwicklungskalender bestimmen, wann Kleinkinder zu sprechen beginnen und welche Worte sie zuerst lernen. Der aktive Wortschatz liegt mit eineinhalb Jahren zwischen 6 und 40 Wörtern und hängt einerseits von ihrer individuellen Veranlagung, andererseits von der Förderung durch die Eltern ab.

Die ersten Worte sind noch recht unartikuliert. Indem das Kind sie immer wieder verwendet, wird die Aussprache sicherer. Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind über alltägliche Begebenheiten. Das regt zum Nachahmen an. Vielleicht schauen Sie auch gemeinsam ein Bilderbuch an und benennen verschiedene Gegenstände? Die Verbindung von Bild und Wort macht das Lernen einfacher. Auch Rollenspiele sowie imaginäre Spiele mit Puppen, mit dem Spielzeugtelefon oder Verkleiden kommen in diesem Alter gut an und fördern die Sprachentwicklung.

Gelegentlich möchte Ihr Kind vielleicht etwas mitteilen und kann sein Anliegen noch nicht benennen. Das kann recht frustrierend sein, weshalb es dann oft zu schreien beginnt. Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie herauszufinden, was das Kind möchte. Es ist für beide Seiten ein Erfolgserlebnis, wenn sich das Kind verständlich machen konnte.

Neben dem Sprechen wird Ihr Kind mit eineinhalb Jahren noch viel mehr Wörter verstehen und kann somit schon einfache Anweisung wie „Mach die Türe zu!“ befolgen.

Auch die Gestik entwickelt sich in dieser Entwicklungsphase: Ihr Kind zeigt mit dem Finger auf Objekte oder es streckt die Arme hoch, um zu signalisieren, dass es hochgenommen werden will und es schüttelt den Kopf, um ein „Nein“ zu verdeutlichen.

Mit Ihrer Unterstützung lernt das Kind in den folgenden Lebensmonaten viele weitere Worte und kann gegen Ende des zweiten Lebensjahres bereits Wörter verbinden und somit kleine Sätze formulieren, die unterschiedliche Bedeutungen haben können.

Was die Lernfähigkeit betrifft, so können Kinder mit 15 Monaten schon verstehen, wenn ein Spielzeug versteckt wurde, dass sie danach suchen sollen. Außerdem können sie unterschiedliche Körperteile auf Anfrage identifizieren („Wo ist die Nase?“).

Ab 18 Monaten sind die meisten Kinder so weit und nennen sich selbst beim Namen.

Motorische Entwicklung: Die ersten Schritte in sicherer Umgebung

Wie schnell Kleinkinder laufen lernen, ist wie beim Sprechen unterschiedlich und entwickelt sich im wahrsten Sinne des Wortes schrittweise. Zunächst ziehen sie sich an Möbelstücken hoch und stehen auf wackeligen Beinen. Mit 15 Monaten folgen oft die ersten unsicheren Gehversuche und mit 18 Monaten können die meisten Kinder eigenständig und relativ sicher laufen.

Anfangs ist noch Ihre sichere Hand notwendig, die Motorik entwickelt sich mit ständigem Üben. Schritt für Schritt wiederholt Ihr Kind die Bewegungen, bis es immer besser ohne Ihre Unterstützung klappt.

Bei den ersten Rennversuchen wird das Kind auch mal hinfallen und entrüstet oder entmutigt schreien oder weinen. Wieder gilt es für Eltern, die Nerven zu behalten und zu weiteren Versuchen zu ermutigen.

Gefahrlos die Wohnung erkunden

Sobald Kleinkinder die ersten Schritte gehen können, erkunden sie die Umgebung intensiver als zuvor auf eigene Faust. Nun ist es besonders wichtig, mögliche Gefahrenquellen zu beseitigen.

Eventuell müssen Sie Schranktüren und Schubladen sichern, auch sollten Sie sorgfältig darauf achten, dass keine Gegenstände herumliegen, an denen sich Ihr Kind verletzen kann. Verbote sind in dieser Phase des Entwicklungskalenders noch wenig sinnvoll, der Erkundungsdrang des Kindes ist stärker und es versteht noch keine Regeln.

Auch die feinmotorischen Fähigkeiten entwickeln sich weiter in diesem Alter: So können die Kleinen mit eineinhalb oft schon den Löffel richtig benutzen oder mit einem Wachsmalstift bunte Bilder kritzeln. Sehr kleine Dinge werden mit dem sogenannten Pinzettengriff (Daumen und Zeigefinger) aufgehoben.

Sozial-emotionale Entwicklung: Selber machen

Im zweiten Lebensjahr lernen Kinder, sich alleine zu beschäftigen, wobei sie dies stets in der Nähe einer Bezugsperson bevorzugen.

Zudem entwickeln Kleinkinder in diesem Alter den Willen, viele Sachen selbst zu machen. Nicht immer führt es zu einem sauberen Ergebnis, beispielsweise, wenn Ihr Kind den Grießbrei selber löffeln oder das Glas zum Trinken selber halten möchte.

Wiederum kann es die Geduld auf die Probe stellen, wenn Sie täglich aufs Neue die Essensreste beseitigen dürfen, die gerade sortierte Wäsche bunt durcheinander auf einem Haufen liegt, die Schublade mit den Servietten aufgezogen und der Inhalt schön verstreut auf dem Boden liegt.

Oder zieht Ihr Kind vielleicht gerne an der Tischdecke, um zu sehen, was passiert? Vielleicht müht es sich auch vergeblich ab, den Strumpf anzuziehen und bricht in wütendes Gebrüll aus, weil es nicht gelingt – oder aber, weil Sie ihm helfen möchten.

All dies sind wichtige Entwicklungsschritte im zweiten Lebensjahr. Ihr Kind möchte selbstständiger werden, ein Verständnis für die Geschehnisse um sich herum entwickeln. Mit jeder Erfahrung entwickelt sich das Gehirn weiter – in diesen Lebensmonaten verarbeitet es eine erstaunliche Informationsflut.

Durch all die Versuche, die Ihr Kind im zweiten Lebensjahr unternimmt, lernt es Bewegungsabläufe und Handlungsmuster, die wichtig, für die weitere Entwicklung sind. So wird aus dem Chaos, das anfangs entsteht, wenn der Brei selbst gelöffelt wird, schließlich ein selbstverständlicher Vorgang.

Um diese Entwicklung zu fördern, können Sie Ihrem Kind den größtmöglichen Grad an Freiheit genehmigen und es so bei seinen Versuchen zur Eigenständigkeit unterstützen.

Altersgerechtes Spielzeug ist in dieser Phase wichtig! Tiere zum Hinterherziehen, Bauklötze, die es aufeinanderstapeln kann und einfache Puzzlespiele sind besonders geeignet. Bücher mit detaillierten Bildern fördern die Kommunikation, Wachsmalstifte, Fingerfarbe und Knete unterstützen die motorische Entwicklung.

Bild: Oksana Kuzmina – Fotolia.com

Diese erstaunlichen Reflexe haben Babys

Die wichtigsten Reflexe

Suchreflex: Streichelt man die Wange eines Babys, dreht es seinen Kopf in die ­Richtung der Hand und öffnet womöglich den Mund. Die Berührung wirkt wie ein Signal: Die Nahrungs­quelle ist ganz in der Nähe. Nach etwa drei bis vier Monaten verliert sich der Reflex.

Saug- und Schluckreflex: Eine lebens­wichtige Reflexkombination! Denn sie sorgt ­dafür, dass das Neugeborene trinken kann. Sobald ­etwas ­seine Lippen berührt, beginnt es kräftig zu saugen. Das Schlucken stellt sicher, dass die Milch in die Speiseröhre kommt. Der Saugreflex wird nach und nach durch Nuckelbewegungen ­ersetzt, die das Baby selbst steuern kann. Der Schluckreflex bleibt ein Leben lang erhalten.

Greifreflex: Wer einen Finger in die Hand ­seines Babys legt, wird sofort fest von den kleinen Fingern umklammert. Berührt man ­seine Fußsohle, beugt das Kleine die Zehen und rollt seinen Fuß ein – ein Erbe aus alter Zeit, als sich ­Babys noch fest mit Händen und Füßen an ­ihre Mutter klammerten. Der Handgreif­reflex verschwindet um den vierten Monat ­herum, der Fußgreifreflex nach etwa elf Monaten.

Schreitreflex: Hält man das Neugeborene ­aufrecht unter den Achseln, sodass seine Fußsohlen ­eine Unterlage berühren, fängt es automatisch an zu trippeln. Mit etwa drei Monaten erlischt der Reflex.

Mororeflex: Diese auch Umklammerungs­reflex genannte Reaktion zeigt ein Baby, wenn es er­schrickt, zum Beispiel weil seine Eltern es ­ablegen. Es öffnet den Mund und streckt blitz­artig die Arme von sich, zieht sie dann langsam ­­wieder an und ballt die Fäuste. Zwischen dem ­dritten und vierten Monat verliert sich der Reflex.

Atemschutzreflex: Benetzt Wasser Mund und ­Nase, verschließen sich die Atemwege automatisch, Wasser kann nicht in die ­Lunge gelangen. Bei manchen Babys verschwindet ­dieser Reflex bereits mit wenigen Monaten.

Reflexe Deines Neugeborenen

Am Anfang muss sich Dein Baby erst an die Schwerkraft gewöhnen, denn in der Fruchtblase wurde es getragen. Die Ärmchen und Beinchen sind zunächst zusammengezogen und liegen eng am Körper an. Es befindet sich in der sogenannten „Embryohaltung“. Es ist wichtig, dass Du Dein Baby stützt und stabilisierst, da es dies noch nicht von alleine kann.

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Die Reflexe

Dennoch wird Dein Baby mit hochentwickelten motorischen Fähigkeiten und perfekt ausgebildeten Muskeln geboren. Kein Wunder, denn Strampeln, Treten und Boxen wurden schon vor der Geburt bestens trainiert. Außerdem bringen Neugeborene viele Reflexe mit auf die Welt. Diese sichern ihnen das Überleben und sorgen dafür, dass Dein Baby von Anfang an aktiv und beweglich ist. Reflexe sind unwillkürliche Reaktionen, die durch innere oder äußere Reize hervorgerufen werden. Die Reflexe ermöglichen es Deinem Baby, den Übergang vom Mutterleib in die neue Umgebung zu bewältigen. Einige Reflexe verschwinden mit der Zeit, andere werden später von koordinierten Bewegungen abgelöst und wieder andere bleiben sogar erhalten, wie zum Beispiel das Gähnen. Denn durch das Gähnen können Babys, wie erwachsene Menschen auch, eine große Menge Sauerstoff aufnehmen. Auch das Atmen, Husten und Niesen bleiben ein Leben lang erhalten. Welche Reflexe nur ein Neugeborenes besitzt und wozu sie dienen kannst Du hier nachlesen.

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Greifreflex

Berührst Du die Handfläche Deines Babys, so wird es fest zugreifen. Eine Berührung der kleinen Fußsohlen führt zu einer ähnlichen Reaktion der Zehen. Dein Baby braucht Unterstützung und muss sich festhalten, weil es sich noch nicht selbst aufrechthalten und fortbewegen kann. Dieser typische Greifreflex vergeht ab dem zweiten Lebensmonat.

Suchreflex

Wenn das Kind gestillt werden möchte, formt es zum Beispiel den Mund oder leckt sich die Lippen. Es „sucht“ die Brust. Du kannst also förmlich sehen, wenn Dein Baby gestillt werden möchte. Der Suchreflex vergeht etwa nach dem dritten Lebensmonat und wird dann vor allem durch Schreien und Weinen abgelöst.

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Saugreflex

Der Saugreflex „zwingt“ Dein Baby dazu, an allem kräftig zu saugen, was in die Nähe seines Mundes kommt. Dieser Reflex garantiert Deinem Kind, dass es keine mögliche Nahrungsquelle auslässt. Etwa nach dem sechsten Lebensmonat bildet sich der Saugreflex zurück.

Stehreflex

Dieser Reflex ist eine Versteifung der Beine, wenn Dein Baby zum Beispiel aufrecht auf eine Unterlage gesetzt wird. Die Muskeln spannen sich an und garantieren Deinem Baby, das Gleichgewicht zu halten. Dieser Reflex vergeht etwa nach dem vierten Monat.

Kriechreflex

Dieser Reflex ist die Vorstufe des Krabbelns. Dein Baby versucht sich fortzubewegen und nutzt dazu alle Fähigkeiten, die es bis dahin besitzt. Ab dem zweiten oder dritten Monat wird dieser Reflex von den ersten Anfängen des Krabbelns abgelöst.

Schreitreflex

Hältst Du Dein Baby aufrecht, so dass es eine feste Unterlage unter seinen Füßen spürt, „marschiert“ es los. Dieser Schreitreflex ist keine Vorübung zum Laufen, sondern eine Stoßbewegung: Im Bauch hat sich das Ungeborene abgestoßen, sobald es die Wand der Gebärmutter spürte. Jede noch so kleine Bewegung trainiert nicht nur Muskeln und Skelett Deines Babys, sondern auch die Reizleitung innerhalb des Nervensystems.

Moro-Reflex

Wenn Dein Baby erschrickt, streckt es die Ärmchen weit von sich. Dies kann zum Beispiel durch ein lautes Geräusch oder eine Erschütterung hervorgerufen werden. Wenn es sich wieder entspannt, werden die Ärmchen wieder zurück zum Körper geführt und die Hände ballen sich zu Fäusten. Dieser Reflex lässt ab dem dritten Monat langsam nach und sollte bis zur Vollendung des sechsten Monats verschwunden sein.

Die Reflexe, die Dein Baby besitzt, sind für seine Entwicklung sehr wichtig. Durch diese Reflexe können sich Bewegungen entwickeln. Dein Baby nutzt die gesamten ihm zur Verfügung stehenden motorischen Fähigkeiten, um sich damit zu verständigen und mit ihnen zu wachsen.

Wie geht die Entwicklung des Bewegungsapparates weiter?

Du möchtest wissen, welche weiteren Entwicklungsschritte in Sachen Mobilität Dein Baby und Dich in den nächsten Monaten erwarten? In unseren weiterführenden Artikeln findest Du viele interessante Informationen zur altersentsprechenden Entwicklung. Klick doch mal rein.

Zudem findest Du in unserem Bereich „Krabbeln und Laufen lernen“ hilfreiche Hintergrundinformationen und wertvolle Tipps, mit denen Du Dein Baby auf dem Weg zu seinen ersten Schritten unterstützen kannst. Wenn Du wissen möchtest, wie der Entwicklungsstand Deines Neugeborenen in anderen Bereichen ist, sind die folgenden Beiträge sicher interessant für Dich:

  • Ernährung: Die ersten Stillmahlzeiten
  • Kommunikation: So nimmt Dein Baby Kontakt auf
  • Schlaf: Dein Baby erwacht häufig
  • Sinne: Das kann Dein Baby schon
  • Wachstum: Warum Babys nach der Geburt abnehmen

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Babyschwimmen und Tauchen: Scheidung unvermeidlich

Babyschwimmen und Tauchen sind wie Apotheke und Traubenzucker:

Ein Ort der Gesundheit verteilt an Kinder handvolle Mengen eines Stoffes, der dem Organismus schadet.

Obwohl es alle eigentlich wissen, beugen sich die meisten einer Art Gruppenzwang: Dieses eine Mal schadet es ja nicht.

Der gleiche Mechanismus wird Dich beim Babyschwimmen auch erwischen: Irgendwie gehört es dazu, die Kursleiterin ist ja so nett, die meisten machen den Spaß mit, also Augen zu und durch.

In diesem Beitrag erfährst Du, auf welch dünnem Eis all die ‘Experten’ argumentieren.

So ‘bewaffnet’ kannst Du Dich zurücklehnen und die anderen den Traubenzucker essen lassen.

Schon recherchiert? Das wirst Du im Internet über das Babytauchen finden

Wenn Du das Netz nach dem Tauchen beim Babyschwimmen durchsuchst, wirst Du genauso viele Befürworter wie Gegner finden.

Du wirst Forumeinträge mit der Behauptung finden, dass der Tauchreflex verlängert oder erhalten wird, wenn Du Dein Baby eintauchst.

Manche Mütter berichten, dass sie „Herzschmerz“ hätten ihr Baby unterzutauchen und hätten es lieber von der Kursleiterin „machen lassen“1)https://www.hipp.de/forum/viewtopic.php?t=17924
Ich erinnere mich noch gut an Berichte über mütterlichen Schmerz, sein Baby nach Programm schreien zu lassen, damit es lernt zu schlafen.

Manche Babys verschlucken sich, manche husten, manche weinen.

Manche Mütter raten anderen Müttern, wie sie ihrem Baby die Angst nehmen können.

Wie äußern sich Autoren mit einer gewissen Autorität zum Eintauchen von Babys ?

Die Autoren der Seite babyschwimmen.de entziehen sich einer Bewertung des Babytauchens2)„Das Thema Tauchen bei Säuglingen ist umstritten. Es gibt viele Befürworter und Gegner.
Als neutrale Redaktion möchten wir keine Empfehlung aussprechen. Als allgemeinen Rat geben wir jungen Eltern immer den Tipp mit, auf das eigene Gefühl und die Reaktionen des Babys zu achten. Selbstverständlich sollte der Kinderarzt auch ein guter Ratgeber sein.“

Schade.

Gerade von solch einer Seite erwartet man eine klare Positionierung.

Die Seite kinderarzt.at zeigt ein wenig mehr Flagge:

Das Tauchen soll eine positive Erfahrung für das Baby sein und es nicht erschrecken. Allerdings kann das Untertauchen auch negative Auswirkungen auf das Vertrauen des Babys zu den Eltern mit sich bringen, vor allem dann, wenn es unerwartet und plötzlich kommt3)http://www.kinderarzt.at/de/lexikon/subject/babyschwimmen/.

Angaben zu Studien über die vermeintliche positive Wirkung? Fehlanzeige!

Ein weiterer Arzt – Dr. Andreas Busse – antwortet einer Mutter, auf die Frage was er vom Babytauchen mit 10 Monaten hält:

Experten halten diese “Tauchübungen”, die zudem noch keinerlei Sinn haben, für groben Unfug und für gefährlich, denn man kann sich speziell bei so älteren Kindern nicht auf den bei der Geburt vorhandenen Tauchreflex verlassen. Jeder Ehrgeiz ist hier wirklich fehl am Platze!4)http://www.rund-ums-baby.de/kinderarzt/Wie-gefaehrlich-ist-tauchen-beim-Babyschwimmen_357967.htm

Die schwedische Ärztin Ludmila Rosenengren kommt auf der vierten Fachtagung Säuglings und Kleinkindschwimmen zu folgendem Schluss:

Man kann ein Kind nicht tauchen, ohne zu riskieren, dass man den Willen des Kindes nicht respektiert. Wie kann man wissen, dass es wirklich tauchen will?
Was wichtig ist, ist das Kind zu respektieren und das Kind nicht zu zwingen. Wir wollen dem Kind die Möglichkeiten und die Beschränkungen des eigenen Körpers näherbringen. Die Tauchreflexe sind also nicht wichtig.
Wir wollen, dass das Kind lernt, allein den Atem anhalten zu können, bevor es das erste Mal unter Wasser genommen wird. Es muss es mit Freude und ohne Furcht machen5)dsv-Jugend (Hrsg.): 4. Fachtagung Säuglings- und Kleinkindschwimmen.

Reiner Czerek – Gründer einer Schwimmschule – kommt mit einem kurzen, aber äußerst präzisen Überblick über das Babytauchen zu einem etwas klareren Schluss:

Es fällt schwer, bei den Antworten einen gemeinsamen Konsens zu erkennen. Bei den eigenen Beobachtungen unterschiedlicher Tauchversuche waren verunsicherte und verängstigte Kinder in der Mehrzahl.
Im Gespräch haben mir sehr viele Kursleiter bestätigten, dass zumindest bei den ersten Tauchversuchen die meisten Kinder irritiert sind.

Da mir bisher immer noch kein einleuchtender Grund genannt worden ist, warum Säuglinge untertauchen können sollen, bleibe ich bei meiner ablehnenden Haltung6)

Zwei Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin sprechen sich in einem Elternratgeber gegen das Babytauchen:

Bei den Untertauchübungen soll ein Atemanhalte-Reflex ausgenutzt werden; dieser verschwindet im ersten Lebensjahr aber individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Säuglingen ist er bereits nach wenigen Wochen nicht mehr vorhanden, so dass es dann zu Ertrinkungsunfällen kommen kann. Am sichersten ist es deshalb, auf die Untertauchübungen ganz zu verzichten7)

Ich denke, dass diese Proben ausreichen, um Dir ein Bild von den aktuellen Positionen zu vermitteln.

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Babyschwimmen und Tauchen: Drei Fakten

1. Keiner weiß, wann Kinder den Atemschutzreflex verlieren

Dein Baby wurde mit dem Reflex geboren, den Kehlkopf unter Wasser zu verschließen.

Das ist der Atemschutzreflex.

Der Atemschutzreflex gehört wie z. B. der Handreflex zu primitiven Reflexen, die im ersten Lebensjahr verschwinden und auch verschwinden sollten, weil Restreflexe weitere Reifung verhindern.

Wann Babys den Atemschutzreflex verlieren ist nicht ganz klar.

Im Netz haben sich die meisten ‚Experten‘ trotz dieser Unklarheit einfach mal auf sechs Monate geeinigt.

Passt schon…

2. Atemschutzreflex ist nicht Tauchreflex

Aus dem Atemschutzreflex wird irgendwann der Tauchreflex.

  • Sobald wir eintauchen, wird die Atmung „zum Stillstand gebracht“
  • Der „Herzschlag um etwa 10% verlangsamt“ und der
  • „Blutkreislauf auf den Körperkern zentralisiert“: Das Blut wird aus den Armen und Beinen in die Lunge umverteilt8)Thiele, Huscsava: Angstfrei tauchen: Ein Leitfaden für Tauchlehrer und Tauchausbilder9)ähnliche Körperreaktionen gibt es auch in den ersten Lebensmonaten.

In diesem Video wird der Unterschied zwischen dem Tauch- und dem Atemschutzreflex einigermaßen präzise erklärt:

3. Keiner weiß genau, wie der Atemschutzreflex ausgelöst wird

Unklar ist ebenso, wie sich der Atemschutzreflex am besten auslösen lässt und welche Methode wie z. B. ins Gesicht pusten eigentlich noch respektvoll ist.

Eine der wenigen Studien über das Säuglingstauchen kam zu dem Ergebnis, dass niemand dem Baby ansehen kann, ob der Atemschutzreflex ausgelöst worden ist10)dsv.jugen (hrsg.): 4. Fachtagung Säuglings und Kleinkinderschwimmen.

Baby beinahe beim Babytauchen ertrunken

Wenn Du noch mehr Argumente gegen das Tauchen brauchst, empfehle ich Dir diese Schreckensmeldung: ein sechs Wochen altes Baby ist getaucht und dabei fast ertrunken.

In der Januar-Ausgabe 2013 der Fachzeitschrift “Klinische Pädiatrie” ist der Fallbericht veröffentlicht worden, Schlussfolgerung der sechs beteiligten Ulmer Autoren, die alle Ärzte an der Kinderklinik sind: Babytauchen ist riskant, Eltern sollten darüber informiert werden.11)http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/ein-beinahe-ertrinkungsfall-beim-babytauchen-im-ulmer-westbad-und-die-folgen-6995374.html

Was ist seit 2013 passiert? Meiner Recherche nach nichts.

Es wäre spannend zu erfahren, welche von den vielen Wissensmeinungen über das Babytauchen in den Ausbildungen von Kursleitern vermittelt wird.

Tauchen im Babyschwimmen ist gefährlich

Es ist schwer nachvollziehbar, warum trotz fehlender Studien über positive Wirkungen des Tauchens auf das spätere sichere Schwimmen, trotz heißer fachlicher Diskussion, trotz großer Verunsicherung und „Herzschmerz“ bei Eltern, das Eintauchen von Babys praktiziert wird.

Wir denken, dass hier ein Problem künstlich erzeugt wird, welches nicht sein muss und Dich unter Zugzwang bringt: einfach mitmachen oder sich gegen die Gruppe stellen.

Du als Mutter oder Vater stehst eh schon unter enormen Druck, Dein Kind bestens zu fördern.

Nun musst Du Dich auch noch damit beschäftigen.

Die Befürworter des Babytauchens erzeugen den Eindruck, dass Dein Kind etwas verpasst, wenn es diese Erfahrung nicht macht.

Auf welch dünnem Eis sie doch stehen…

Was wäre eigentlich, wenn die Schwimmschulen das Babytauchen unterließen?

Ihnen würden schon mal werbewirksame Fotos von tauchenden Babys fehlen.

Außerdem würde eine der Daseinsberechtigungen von Babyschwimmkursen wegfallen: Schließlich brauchst Du eine professionelle Anleitung, um Dein Baby einzutauchen.

Wir empfehlen ausdrücklich auf das Tauchen zu verzichten.

Genieße lieber Dein Baby, die Körpernähe, anstatt Dich mit den Ängsten, Fragen rund um das Babytauchen beschäftigen zu müssen.

Dein Baby wird ganz sicher nichts verpassen!

Ergebnis

  1. Du kannst niemals wissen, an welchem Tag der Atemschutzreflex besser, an welchem schlechter funktioniert.
  2. Du kannst Dich auch nicht darauf verlassen, dass Dein Baby bis zum sechsten Monat den Reflex überhaupt noch hat.
  3. Du kannst Dich niemals darauf verlassen, dass der Atemschutzreflex bei Deinem Baby ausgelöst worden ist.
  4. Du kannst Dich ebenso auf keine spezielle Methode (anblasen, anspritzen oder Kombinationen) verlassen

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References

Wir haben uns für eine Mischform verschiedener Tauchtechniken entschieden

Bis 6 Monate: Atemschutzreflex + Signal

In festen Ritualen mit sanfter Vorbereitung durch Lieder oder Zählen und das Spiel mit einer Gießkanne wird dem Kind Wasser über den Kopf geschüttet. Der damit ausgelöste Atemschutzreflex wird so an feste Signale gekoppelt. Wichtig ist bei diesem „Gusstest“, die Zustimmung des Kindes zu beurteilen und ggf. abzubrechen, um die Übung beim nächsten Kurstermin zu wiederholen.

6–18 Monate: Signal + Tauchen

Die gelernten taktil-verbalen Signale bereiten das Kind auf das gemeinsame Untertauchen mit dem Elternteil vor. Durch Wiederholung wird das Luftanhalten, das nun nicht mehr reflexartig funktioniert sondern durch das Signal ausgelöst wird, mit kinästhetischer Erfahrung verknüpft. Auch hier ist es wichtig, jedes mal die Tauchbereitschaft und die Zustimmung des Kindes abzufragen.

Ab 18 Monate: Bewusstes Erlernen des Untertauchens

Durch Nachahmung, spielerische Anweisung und die allgemeine Wassergewöhnung wird das Kind dazu gebracht, selbstbestimmt und bewusst unterzutauchen. Zunächst einzeln mit Nase, Mund und Ohren, dann mit dem Gesicht und schließlich mit dem gesamten Körper, um Gegenstände aufzuheben.

Moro-Reflex: Normal oder gefährlich? Alle Infos!

Vielleicht kennt ihr das auch: 9 Monate habt ihr auf euer Baby gewartet, und als es endlich da war, wolltet ihr es am liebsten gar nicht mehr aus den Augen lassen. Wir Mamas beobachten gerade am Anfang doch jede noch so kleine Bewegung, die unser Schatz macht. Und eine Sache kann uns dabei einen ganz schönen Schrecken einjagen: der Moro-Reflex. Plötzlich zuckt unser Baby ruckartig, streckt Arme und Beine von sich und schnappt nach Luft. Zum Glück entspannen sich die Kleinen auch genauso schnell wieder, trotzdem kann der Anblick uns Mamas erst einmal erschrecken.

Inhalt dieses Artikels

1. Ist der Moro-Reflex bei Babys ganz normal oder gefährlich?

Auch wenn der Moro-Reflex gefährlich aussieht, bei Neugeborenen ist er völlig normal – und teilweise sogar überlebenswichtig. Was der Moro-Reflex genau ist und wann er wieder verschwindet, wie ihr eurem Baby helfen könnt und vieles mehr: Wir haben hier alle wichtigen Infos dazu für euch zusammengestellt:

2. Was ist der Moro-Reflex bei Babys?

Der Moro-Reflex oder auch Klammerreflex ist ein frühkindlicher Reflex und wurde nach dem Kinderarzt Ernst Moro benannt. Er bildet sich schon in der 9. Schwangerschaftswoche und wird ab dem 3. oder 4. Lebensmonat langsam wieder weniger. Der Moro-Effekt wird ausgelöst, wenn sich dein Baby erschrickt oder denkt, dass es fällt, zum Beispiel, wenn du es hinlegst, und es gerade nicht damit gerechnet hat.

Dann streckt es ruckartig Arme und Beine aus, spreizt die Finger ab, öffnet seinen Mund und atmet tief ein. Wenn es ausatmet legt es die Arme wieder an den Körper und ballt die Hände zu einer Faust. Gleichzeitig atmet es schneller, sein Herz schlägt schneller, und der kleine Körper schüttet Stresshormone aus.

Der Moro-Reflex lässt Babys häufig aus dem Schlaf hochschrecken.
Foto: Bigstock

3. Was ist der Sinn des Moro-Reflexes?

Die Symptome sehen allerdings schlimmer aus, als sie sind, denn der Moro-Reflex ist bei Babys völlig normal. Und er hat sogar einen Sinn: Direkt nach der Geburt sorgt er zum Beispiel dafür, dass dein Baby seinen ersten Atemzug nehmen kann. Und in den ersten Lebensmonaten hilft er dabei, die Luftröhre zu öffnen, wenn dein Baby zu ersticken droht.

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Der Klammerreflex ist also für Säuglinge sogar lebenswichtig! Deshalb versucht der Kinderarzt in der Regel bei den ersten U-Untersuchungen, den Moro-Reflex bei deinem Baby auszulösen. Wundere dich also nicht, wenn er deinen Schatz kontrolliert aus dem Sitzen in die Rückenlage fallen lässt. Der Arzt will damit nur prüfen, ob der Moro-Reflex vorhanden ist und funktioniert.

4. Was kann ich gegen den Moro-Reflex meines Babys tun?

Der Moro-Reflex ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers, deshalb ist es eigentlich nicht notwendig, etwas dagegen zu tun. Vielleicht ist dir aber aufgefallen, dass dein Baby auch im Schlaf manchmal zusammenzuckt. Bei vielen Kindern tritt der Klammerreflex tatsächlich nicht nur auf, wenn sie sich im wachen Zustand erschrecken, sondern auch, wenn sie schlafen. Das kann so weit gehen, dass dein Baby mehrmals pro Nacht davon aufwacht.

1. Pucken hilft

Das Problem dabei ist nicht das Zucken an sich, aber dein Schatz kommt so nicht wirklich zur Ruhe (du als Mama natürlich auch nicht), und sein Schlaf ist nicht besonders erholsam. Deshalb kannst du dein Baby pucken, falls es besonders unruhig ist. Mit Hilfe eines engen Tuches werden Arme und Beine an den Körper gebunden, sodass der Moro-Reflex es nicht mehr aufwecken kann. Dein Baby spürt dadurch außerdem eine Begrenzung, die es schon aus der Zeit in deinem Bauch kennt. Wichtig: Bitte achte unbedingt darauf, dass du dein Baby richtig puckst, und lasse ein gepucktes Baby nicht unbeaufsichtigt schlafen.

Alternativ zum Pucken kannst du dein Baby auch in Bauchlage auf deinem eigenen Bauch schlafen lassen. Das hat bei meinen Kindern übrigens super funktioniert.

5. Wann hört der Moro-Reflex auf?

Der Moro-Reflex wird schon in der 9. Schwangerschaftswoche gebildet, wenn dein Baby noch als winziger Embryo in deinem Bauch ist. In den meisten Fällen lässt er ab dem 2. Lebensmonat nach. Gegen Ende des 4. Monats ist das Nervensystem deines Babys dann so weit ausgebildet, dass der Klammerreflex verschwindet und vom sogenannten Schreckreflex abgelöst wird.

Es gibt allerdings auch Kinder, bei denen der Moro-Reflex sehr viel länger anhält, teilweise sogar bis ins Erwachsenenalter.

6. Was bedeutet es, wenn der Klammerreflex nicht verschwindet?

Wenn der Moro-Reflex bei deinem Baby nach dem 4. Monat immer noch auftritt oder vielleicht schon verschwunden war und plötzlich wieder da ist, nennt man das persistierenden Moro-Reflex. Du solltest das dann auf jeden Fall mit eurem Kinderarzt besprechen, denn es kann (muss aber nicht!) ein Anzeichen für eine Entwicklungsstörung oder auch eine Erbkrankheit sein.

Kinder und auch Erwachsene, die von diesem persistierenden Moro-Reflex betroffen sind, haben häufig Probleme damit, sich zu entspannen. Sie kommen nicht wirklich zur Ruhe, sind oft schreckhaft, und ihr Körper schüttet schon bei kleinsten Reizen Stresshormone aus. Deshalb werden sie auch nachts häufig wach, weil sie hochschrecken.

7. Was bedeutet der persistierende Moro-Reflex für mein Kind?

Der persistierende Moro-Reflex sorgt außerdem für eine ständige Wachsamkeit. Der Körper ist ständig in Alarmbereitschaft, um jede Gefahr möglichst schnell zu erkennen. Das führt dazu, dass dein Kind vielleicht sehr ängstlich ist, gewohnte Abläufe mag und mit Unwohlsein auf Veränderungen reagiert.

Außerdem kann es sich darin zeigen, dass dein Kind besonders wissbegierig ist, alle Informationen aufsaugt und immer das Bestmögliche erreichen möchte. Oder aber es lässt sich besonders schnell ablenken, hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und wird extrem schnell aufbrausend. Das ist dann nicht böse gemeint, sondern passiert aus dem Reflex heraus.

Kleinkinder, bei denen der Moro-Reflex noch vorhanden ist, sind häufig überfordert.
Foto: Bigstock

1. Welche körperlichen Auswirkungen hat er?

Auch rein körperlich kann der persistierende Moro-Reflex Auswirkungen auf dein Kind haben. Er kann zum Beispiel zu Gleichgewichts- oder Koordinationsproblemen und sogar zu Wahrnehmungsstörungen führen, viele Kinder sind auch anfälliger für Allergien und haben ein geschwächtes Immunsystem, weil der Körper bei der Stressreaktion ständig Kortisol ausschüttet. Durch die Schlafstörungen und die ständige Ausschüttung von Stresshormonen kann es bei Erwachsenen mit Moro-Reflex außerdem zu Bluthochdruck kommen.

2. Moro-Reflex mit 5 Monaten

Zum Ende des 4. Monats hin ist das Nervensystem der meisten Babys soweit ausgereift, dass der Moro-Reflex verschwindet bzw. gegen den normalen Schreckreflex ausgetauscht wird, den auch wir Erwachsene besitzen. Trotzdem ist es kein Grund zur Panik, wenn der Moro-Reflex mit 5 Monaten bei deinem Baby noch nicht vollständig verschwunden ist. Es ist normal, dass der Klammerreflex nicht über Nacht verschwindet, sondern nach und nach verschwindet. Einige Babys lassen sich zum Beispiel jetzt nach hinten legen, ohne dass der Moro-Reflex ausgelöst wird, zucken aber trotzdem noch zusammen, wenn sie sich erschrecken.

3. Moro-Reflex mit 6 Monaten

Wenn der Moro-Reflex mit 6 Monaten bei deinem Baby noch stark ausgeprägt oder noch nicht komplett verschwunden ist, solltest du dir erst mal keine Sorgen machen. Alle Babys sind verschieden, und bei den einen dauert es etwas länger als bei den anderen. Zwischen dem 6. Und 7. Lebensmonat steht für dein Baby ja die U6 auf dem Programm. Die beste Gelegenheit, um das Thema einmal mit deinem Kinderarzt zu besprechen. Er kann dich beraten, ob du weiter abwarten kannst, oder ob weitere Untersuchung sinnvoll bzw. notwendig sind.

4. Moro-Reflex mit 1 Jahr

Nicht bei allen Kindern bildet sich der Klammerreflex im Laufe der ersten 4 Monate komplett zurück. Wenn der Moro-Reflex mit 1 Jahr bei deinem Kind noch nicht verschwunden ist, handelt es sich um einen persistierenden Moro-Reflex, und du solltest mit eurem Kinderarzt darüber sprechen.

Normalerweise wird der frühkindliche Reflex durch den normalen Schreckreflex abgelöst, den auch wir Erwachsenen kennen. Passiert das nicht, ist der Körper deines Kindes ständig in Alarmbereitschaft und muss mit einem sehr hohen Stresslevel klarkommen. Deshalb schreien kleine Kinder mit Moro-Reflex oftmals deutlich mehr. Vor allem unbekannte Situationen und fremde Personen können großen Stress auslösen, und davon gibt es gerade für Kleinkinder in den ersten Jahren ja unglaublich viele – denke nur einmal an die Kita-Eingewöhnung.

5. Moro-Reflex mit 2 Jahren, 3 Jahren oder 5 Jahren

Wenn dein Kleinkind auch mit 2, 3 oder 5 Jahren nach wie vor unter dem Moro-Reflex leidet, kann das Auswirkungen auf euren gesamten Alltag haben. Gerade die Situation in der Kita kann dein Kind extrem unter Stress setzen, denn täglich stürmen unglaublich viele Eindrücke auf es ein – und zwar auf allen Kanälen. Für dein Kind, das alle Reize noch stärker empfindet, kann das schnell zu viel werden. Es kann deshalb sein, dass dein Kind das Spielen mit anderen als unangenehm empfindet, und lieber für sich allein ist.

Kleinkinder mit Klammerreflex spielen häufig lieber allein

Durch die ständige Angst vor Gefahren hat es möglicherweise Schwierigkeiten damit, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Es vermeidet Situationen, in denen es aus seiner Sicht ein Risiko eingehen muss. Da der Gleichgewichtssinn häufig gestört ist, werden also Dinge wie Balancieren oder Klettern vermieden.

Und auch auf die Gesundheit deines Kindes kann sich der Moro-Effekt auswirken: Durch das erhöhte Stresslevel produziert der kleine Körper große Mengen des Hormons Cortisol. Dadurch wird wiederum das Immunsystem geschwächt, und es kann sein, dass dein Kind häufiger krank wird.

6. Moro-Reflex bei Kleinkindern: Was kann helfen?

Ein fester Tagesablauf, tägliche Rituale und entspannende Maßnahmen wie Kinder-Yoga, Atemübungen oder Singen können deinem Kind helfen, mit weniger Stress durch den Tag zu kommen. Zeige deinem Kind, dass es sich auf dich verlassen kann, und kündige größere Veränderungen am besten rechtzeitig an. Außerdem solltest du versuchen, bestimmte Ängste deines Kindes zu akzeptieren. Möchte es zum Beispiel nicht im Dunkeln schlafen, lasse einfach ein Nachtlicht brennen.

Da viele Kleinkinder mit Moro-Reflex häufig extrem ängstlich oder aggressiv reagieren, wird häufig die Diagnose ADHS oder ADS gestellt, weil der eigentliche Grund nicht erkannt wird.

In der Schule wirkt sich der Moro-Reflex häufig auf Konzentration und Geduld aus.
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7. Moro-Reflex bei Schulkindern

Wenn dein Kind in die Schule kommt, ist das eine aufregende Zeit. Für viele Kinder und auch für uns Eltern ist der Start in diese neue Etappe des Lebens unglaublich spannend. Und genau da liegt für einige Schulanfänger das Problem: Es gibt nämlich Kinder, bei denen der Moro-Reflex mit 7 Jahren nach wie vor vorhanden ist. Für sie bedeutet der Schulstart vor allem eins: jede Menge Stress. Und der wird leider im Laufe der Schuljahre nicht unbedingt weniger.

8. Klammerreflex kann zu Schulangst führen

Durch ihre grundsätzliche Ängstlichkeit kann sich eine regelrechte Schulangst entwickeln. Sie leiden unter Konzentrationsproblemen oder können Aufgaben nicht lösen, weil ihnen einfach Konzentration und Ausdauer fehlen, und sie sich leicht ablenken lassen.

Dazu kommt, dass Moro-Kinder häufig schwer stillsitzen können. Sie sind zappelig, kippeln zum Beispiel mit den Stühlen und werden dafür von den Lehrern ermahnt. Gleichzeitig können sie häufig schwer mit Kritik umgehen und möchten um jeden Preis die Kontrolle behalten.

Das alles führt wiederum zu Frustration und neuem Stress – und zu einem geringen Selbstwertgefühl. Übrigens kann der Moro-Reflex auch mit 10 Jahren noch ausgeprägt sein – oder sogar bis ins Erwachsenenalter.

9. Moro-Reflex bei Erwachsenen

Wenn sich die frühkindlichen Reflexe deines Babys nicht zurückbilden oder von den normalen Reflexen abgelöst werden, bleiben sie vermutlich sein ganzes Leben lang bestehen. Deshalb kommt der Moro-Reflex bei Erwachsenen ebenso vor wie bei Kita- oder Schulkindern. Zwar machen sich die Folgen im Erwachsenenalter häufig in unterdrückter Form bemerkbar, für die Betroffenen können sie trotzdem deutlich spürbar sein.

10. Psychische & körperliche Folgen

Genau wie bei Kindern stehen auch Erwachsene, bei denen der Moro-Reflex noch vorhanden ist, häufiger unter Stress. Ihr Körper ist ständig in Alarmbereitschaft, und sie nehmen deutlich mehr Reize wahr. Das kann auch im Erwachsenenalter noch zu Überreaktionen wie starker Aggression oder Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken führen. Und auch Bluthochdruck kann eine Folge des Moro-Reflex bei Erwachsenen sein.

Wenn der Moro-Reflex bei Erwachsenen nur noch leicht ausgeprägt ist, kann er allerdings einfacher ausgeglichen werden als bei Kindern. Trotzdem leiden häufig das Selbstbewusstsein und die emotionale Entwicklung. Dazu können starke Verspannungen kommen, die durch ausgleichende Bewegungen hervorgerufen werden.

11. Persistierender Moro-Reflex: Therapie

Wenn sich der Moro-Reflex bei deinem Baby oder Kleinkind (noch) nicht zurückgebildet hat, solltest du als erstes mit deinem Kinderarzt sprechen. Er kann am besten beurteilen, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind, und wird euch an einen Spezialisten überweisen, wenn es notwendig ist.

Um deinem Kind bestmöglich zu helfen, ist es wichtig, möglichst früh mit einer entsprechenden Therapie zu starten. Sehr gut geeignet ist zum Beispiel die Neurophysiologische Entwicklungsförderung.

12. Neurophysiologische Entwicklungsförderung

Dort werden zuerst Übungen mit deinem Kind gemacht, um Dinge wie Grob- und Feinmotorik, Gleichgewichtssinn, Bewegungsmuster, die Koordination von Auge und Hand und seine Wahrnehmung zu testen. Gleichzeitig wird festgestellt, ob dein Kind eine „Lieblingsseite“ hat, also Dinge verstärkt mit einer Körperseite tut.

Anschließend bekommt ihr ein Programm aus Bewegungsübungen, die speziell auf dein Kind abgestimmt sind. Die Übungen könnt ihr täglich zuhause machen und so die Bewegungsmuster und den Gleichgewichtssinn deines Kindes trainieren. Das hilft deinem Kind dabei, seine Motorik und seine Wahrnehmung zu verbessern und wirkt sich positiv auf viele Verhaltens-, Lern-, und Bewegungsprobleme aus.

8. Der Klammerreflex im Alltag

Als meine Tochter auf die Welt kam, hatte ich noch nie etwas vom Moro-Effekt gehört. Und ehrlichgesagt hätte ich auch nicht gedacht, dass ein frühkindlicher Reflex so viele Situationen des Alltags beeinflussen kann. Kann er aber tatsächlich: Der Moro-Reflex kann dazu führen, dass dein Baby schreit, nicht schlafen kann, nicht baden mag und einiges mehr.

Und auch wenn es dir manchmal so vorkommen mag, als ob der Moro-Effekt ohne Grund auftritt – unsere Babys sind so sensibel, dass oft schon eine Kleinigkeit ausreichen kann, um den frühkindlichen Reflex auszulösen:

Babys werden durch den Moro-Reflex häufig aus dem Schlaf gerissen.
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9. Moro-Reflex: mein Kind schreit

Kennst du das auch? Du bist gerade kurz vor dem Einschlafen, dämmerst langsam vor dich hin – zuckst plötzlich aus unerklärlichem Grund zusammen und bist wieder wach. Genauso geht es deinem Baby mit dem Moro-Effekt. Vielleicht hat es etwas Schlechtes geträumt, vielleicht hat ein Geräusch es erschreckt.

In jedem Fall wird der Moro-Reflex vollkommen unkontrolliert ausgelöst. Dein Kind wacht auf, ist selbst erschrocken und schreit. Am besten kannst du ihm helfen, wenn du es schnell beruhigst, ihm zeigst, dass du da bist, leise mit ihm sprichst oder es auf den Arm nimmst.

10. Moro-Reflex: Baby kann nicht schlafen

Um zu verhindern, dass dein Kind durch den Moro-Effekt mehrmals in der Nacht aufwacht und nicht zur Ruhe kommt, kannst du es zum Beispiel pucken. Die Begrenzung des Pucktuches wirkt beruhigend, außerdem verhindert das enganliegende Tuch das Zucken von Armen und Beinen. Bei vielen Babys ist der Moro-Reflex ohne Pucken vorhanden, wird mit Hilfe des Pucktuchs aber soweit unterdrückt, dass das Kind schlafen kann.

Alternativ kannst du dein Baby auch in Bauchlage auf deinem Bauch schlafen lassen. Die Nähe zu Mama sorgt in diesem Fall für die nötige Sicherheit, zusätzlich verhindert die Bauchlage das unkontrollierte Hochreißen der Arme.

11. Moro-Reflex: Seitenlage kann tagsüber helfen

Damit dein Baby tagsüber entspannt schlafen kann, kannst du versuchen, es auf die Seite zu legen. Dabei legt es die Arme und Hände vor dem Körper ab, sodass sie nicht nach oben gerissen werden. Damit dein Kind im Schlaf nicht zurückrollt, kannst du seinen Rücken zum Beispiel mit einem Stillkissen stützen. Und wenn dein Schatz auf der Seite nicht einschlafen mag, klappt es vielleicht, ihn erst schlafend auf die Seite zu legen.
Wichtig: Die Seitenlage bitte wirklich nur tagsüber ausprobieren, wenn du dabei bist und dein Baby im Blick hast. Nachts besteht die Gefahr, dass es sich auf den Bauch oder gegen das Kissen rollt und keine Luft bekommt.

12. Moro-Reflex beim Wickeln

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass der Moro-Reflex beim Wickeln besonders häufig auftritt. Das liegt daran, dass er ausgelöst wird, wenn dein Baby das Gefühl hat, dass es fällt. Deshalb lässt der Kinderarzt es bei der U3 auch ein kleines Stück aus dem Sitzen nach hinten fallen, um zu testen, ob der Klammerreflex vorhanden ist.

Wenn du dein Baby beim Wickeln also gerade nach hinten auf den Rücken legst, hat es möglicherweise das Gefühl zu fallen – und der Moro-Effekt wird automatisch ausgelöst. Verhindern kannst du das, indem du es über die Seite auf den Wickeltisch legst und es erst dann langsam auf den Rücken drehst.

13. Moro-Reflex beim Stillen

Das gleiche gilt im Prinzip für den Moro-Reflex beim Stillen. Während dein Baby trinkt, liegt es meistens etwas seitlich vor deiner Brust. Auch wenn du eine andere Position wählst, hat es immer festen Halt durch deinen Arm, ein Stillkissen oder ähnliches.

Nach dem „Abdocken“ kannst du dein Baby entweder direkt zu dir hochnehmen oder es langsam über die Seite abrollen, wenn du es hinlegen möchtest. So wird der Moro-Reflex nicht ausgelöst, und falls dein Schatz beim Stillen eingeschlafen ist, wird er nicht direkt durch den Klammerreflex wieder geweckt.

14. Moro-Reflex im Kinderwagen

Wenn du mit deinem Baby unterwegs bist, schläft es vielleicht im Kinderwagen ein. Dabei liegt es auf dem Rücken, und das sanfte Schaukeln und die gleichmäßigen Geräusche geben ihm ein sicheres Gefühl. Gleichzeitig sorgt der begrenzte Platz, den dein Schatz noch aus deinem Bauch kennt, für Geborgenheit. Deshalb wird der Moro-Reflex im Kinderwagen häufig deutlich seltener oder sogar gar nicht ausgelöst.

15. Moro-Reflex beim Baden

Viele Babys lieben es zu baden, denn das warme Wasser erinnert sie an das Fruchtwasser in Mamas Bauch. Andere Babys haben Angst vor dem Wasser und schreien, sobald es in Richtung Wanne geht.

Vor allem bei diesen Kindern kann der Moro-Reflex beim Baden dazu führen, dass sie sich beim Eintauchen ins Wasser erschrecken und anfangen zu weinen. Besonders, wenn du dein Baby mit dem Rücken zuerst eintauchst, ist es wahrscheinlich, dass der Moro-Reflex ausgelöst wird.

Ein Badeeimer kann deinem Baby die Angst nehmen.
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16. Das kann deinem Baby helfen

Wenn dein Baby zu denen gehört, die sich nicht gern baden lassen, hilft euch vielleicht ein Badeeimer. In den setzt du dein Baby nämlich hinein, anstatt es zu legen. Außerdem sorgt die Enge des Eimers häufig für weniger Angst als eine große Badewanne.

Auch hilfreich kann es sein, dein Baby vor dem Baden in eine dünne Stoffwindel einzuwickeln, ähnlich wie beim Pucken.

17. Moro-Reflex bei einem Wachstumsschub

Während der ersten 14 Monate macht dein Baby insgesamt 8 Wachstumsschübe durch. Dabei wächst es nicht nur körperlich, sondern es entwickeln sich auch seine geistigen Fähigkeiten weiter. Die neuen Eindrücke führen oft zu Stress, viele Babys schreien dann besonders viel, sind unruhig oder schlafen schlecht.

Die vielen neuen Reize überfordern viele Babys – ein Grund, warum der Moro-Reflex bei einem Wachstumsschub möglicherweise häufiger auftreten kann. Die gute Nachricht: Schon ab dem ersten Wachstumsschub, der um die 5. Woche herum stattfindet, fängt der Moro-Effekt an, sich langsam zurückzubilden.

18. Moro-Reflex bei Fieber

Wenn dein Baby Fieber bekommt, ist sein kleiner Körper besonders anfällig für Stress und reagiert noch empfindlicher auf äußere Reize. Deshalb kann es sein, dass der Moro-Reflex bei Fieber häufiger auftritt, als wenn dein Kind gesund ist. Auch wenn dein Kind den Klammereffekt eigentlich schon hinter sich gelassen hat, kann er eine Zeit lang bei hohem Fieber wieder auftreten.

Wenn dein Baby Fieber hat, solltest du es bitte nicht pucken, um den Moro-Reflex zu unterdrücken.
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1. Bei Fieber bitte nicht pucken

Wichtig: Wenn dein Baby Fieber hat, solltest du es nicht pucken, um den Moro-Effekt zu unterdrücken. Das Pucktuch sorgt dafür, dass sich die Wärme im Körper deines Kindes noch mehr staut, und er sich noch mehr aufheizt, als er es durch das Fieber ohnehin schon tut.

Und wenn du das Gefühl hast, dass der Moro-Reflex bei Fieber extrem häufig auftritt, dein Baby bei jeder kleinsten Berührung erschrickt oder häufig scheinbar ohne Grund zusammenzuckt, solltest du einen Kinderarzt aufsuchen. Denn auch ein Fieberkrampf kann sich teilweise mit ähnlichen Symptomen wie der Moro-Effekt äußern.

19. Moro-Reflex und Stress

Jedes Mal, wenn der Moro-Reflex ausgelöst wird, produziert der Körper deine Babys die Stresshormone Adrenalin und Cortisol. Je häufiger der Reflex auftritt, desto gestresster ist dein Kind. Umgekehrt sorgen gerade bei Babys und kleinen Kindern neue Situationen für Stress, denn sie machen ihnen Angst. Diese Angst führt wiederum dazu, dass der Reflex häufiger ausgelöst wird. Das ist einer der Gründe, warum häufig ein geregelter Tagesablauf für Babys und Kleinkinder empfohlen wird.

20. Moro-Reflex nach Impfung

Wenn dein Baby geimpft wird, kann es in den Tagen danach unruhiger sein und zum Beispiel schlechter schlafen oder anders essen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Der kleine Körper kämpft gegen die Viren, und das ist gut so, denn nur so kann er die benötigten Antikörper produzieren. Durch die Unruhe kann es sein, dass dein Kind auch schreckhafter wird – was wiederum einen häufiger auftretenden Moro-Reflex zur Folge haben kann.

Wir sollten allerdings nicht vergessen, dass die ersten Impfungen bei Babys häufig in die Zeit der Entwicklungsschübe fallen. Ein verändertes Verhalten kann also auch dadurch begründet sein und ist nicht zwingend eine Folge der Impfung. Am besten gibst du deinem Kind nach einer Impfung die Gelegenheit, sich auszuruhen.

Die Unruhe nach einer Impfung kann sich auf den Moro-Reflex auswirken.
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21. Moro-Reflex nach Kaiserschnitt

Es gibt die Theorie, dass sich ein Kaiserschnitt auf die Entwicklung des Moro-Effekts bei Kindern auswirken kann. Als Grund wird unter Anderem der Schreck angegeben, den das Baby bekommt, wenn es plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Bauch der Mama herausgeholt wird, statt den Weg durch den Geburtskanal zu nehmen.

22. Moro-Reflex oder Epilepsie?

Wenn du beobachtest, dass der Moro-Reflex bei deinem Baby häufiger als Serie mehrmals hintereinander auftritt, solltest du am besten mit deinem Kinderarzt darüber sprechen. Denn das sogenannte West-Syndrom, eine Form der frühkindlichen Epilepsie, kann sich mit ähnlichen Symptomen wie der Klammerreflex bemerkbar machen. Allerdings tritt es nur sehr selten auf, das erst einmal zur Beruhigung.

1. Das West-Syndrom

Das West-Syndrom tritt bei Babys im Alter bis zu einem Jahr auf und wird auch als BNS bezeichnet, das steht für Blitz-Nick-Salaam. Dabei kommt es zu 3 verschiedenen Anfallsarten, die meistens hintereinander auftreten. Der Blitzanfall führt dazu, dass die Kinder abrupt kurz innehalten, als ob sie sich erschrecken.

Beim anschließenden Nickanfall kommt es durch verkrampfte Nacken- und Schultermuskulatur zu einer nickenden Kopfbewegung. Und schließlich wirft das Kind beim Salaam-Anfall seine Arme nach vorn und knickt die Beine in der Hüfte ein, ähnlich, wie es auch beim Moro-Reflex der Fall ist.

2. Moro-Reflex und ADHS

Kinder, bei denen der Moro-Reflex nicht nach den ersten Monaten abklingt, haben wie schon geschrieben häufig mit den Auswirkungen zu kämpfen. Dabei ähneln die Folgen in vielen Punkten der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

3. Ähnliche Symptomatik

Auch der anhaltende Moro-Reflex versetzt ihren Körper in permanente Alarmbereitschaft und stellt das Kind unter Dauerstress. Das Kind ist überempfindlich gegenüber allen Eindrücken, die es wahrnimmt, kann sich dadurch nur schwer konzentrieren und lässt sich leicht ablenken. Wenn es ihm zu laut ist, wird es schnell müde, zieht sich in sich zurück oder weird aggressiv. Im Gegensatz dazu erwecken ADHS-Kinder häufig den Eindruck, als würden sie nicht zuhören.

Wenn dein Kind unter einem oder mehreren dieser Symptome leidet, sprichst du am besten mit eurem Kinderarzt darüber.

Dieser Reflex bereitet das Nervensystem auf den Umgang mit potentiell lebensbedrohlichen Gefahren vor. Er bildet sich in der 12. Schwangerschaftswoche aus. Bestimmt können sie sich noch erinnern wie sich ihr Baby in den ersten Lebenswochen bei Erschütterung, plötzlichen lauten Geräuschen oder grellem Licht erschreckte, weit die Ärmchen manchmal zitternd zu Seite warf, tief Luft holte und dann oft schrie während es die Arme wieder schloss (Entwicklungsgeschichtlich haben sich die Affenbabys mit der Schließbewegung an der Affenmama festgeklammert und los ging die wilde Flucht).

Parallel macht sich der Körper bereit für Flucht oder Kampf: die Stresshormone Cortisol und Adrenalin werden ausgeschüttet, Blutdruck, Puls, Atemfrequenz und Blutzuckerspiegel steigen.

Ist der Mororeflex bei einem Baby nicht ausreichend ausgeprägt, meldet es sich bei unangenehmen Empfindungen wie Kälte oder Hunger nicht. So kann es nach der Geburt zu bedrohlicher Gewichtsabnahme kommen.

Zwischen dem 2.-4. Lebensmonat sollte der Mororeflex durch eine reife Schreckreaktion (schnelles Hochziehen der Schultern, Kopfdrehung zur Störquelle und dann bewußte Entscheidung was zu tun ist) abgelöst werden.

Hinweise auf einen persistierenden (bleibenden) Moro-Reflex:

  • Kinder oder Erwachsene, die mit einem persistierenden Mororeflex reagieren, sind permanent wachsam, um jede potentielle Gefahr zu erkennen. Ihren geweiteten Pupillen, ihrem überempfindlichen Gehör entgeht nichts. Da schon kleine Stressoren eine Ausschüttung von Stresshormonen bewirken und Körper und Geist in „Hab-Acht-Stellung“ gehen, können diese Kinder sehr wissbegierig, schlau und gut informiert, immer auf Höchstleistung programmiert und überall dabei sein. Wenn es ungünstiger läuft, sticht v.a. ihre Ablenkbarkeit und schlechte Konzentration hervor, jeden Reiz im Klassenzimmer nehmen sie wahr. Normale Alltagssituationen werden wie ein Angriff beantwortet. Moro geprägte Kinder brausen schnell auf, schreien, schlagen, beißen oder rennen in einem unangemessenen Gefühlsausbruch laut weinend auf Mamas Schoß. Die Aggressionen sind primär nicht bösartig und geplant, sondern eben eher reflexhaft. Nach der Hochleistungsphase oder dem Gefühlsausbruch folgt die große Erschöpfung (mangelnde Ausdauer).
  • Da das morogeprägte System ständig auf die potentielle Gefahr achtet, sind die Kinder oft sehr ängstlich. Sie vermeiden bedrohliche Situationen, beharren auf bekannten Abläufen, mögen nichts Neues und Überraschendes.
  • Körperlich: Allergien und Immunschwäche, Gleichgewichtsprobleme wie Reiseübelkeit, schlechte Balance und Koordination, Schlafstörungen (jedes Geräusch, Irritation führt zur Adrenalinausschüttung), Verdauungsprobleme, Bluthochdruck bei Erwachsenen

Ist der Moro-Reflex nie richtig ausgereift, kann sich ebenfalls keine reife Schreckreaktion ausbilden. Betroffene Kinder und Erwachsene reagieren auf potentielle Bedrohungen mit Rückzug, Verlangsamung, z.T. mit regelrechter Erstarrung. Sie sind oft übersensibel, sehr ängstlich, schüchtern und können zu Depressionen neigen.

Ein neugebohrenes Baby mit Moro Reflex auf einer Wage (© .com / Inna_Astakhova)

Der Moro-Reflex ist auch als Klammerreflex bekannt und für Ihr Baby ganz besonders wichtig. Er ist der Auslöser dafür, dass Ihr Baby nach der Geburt einen ersten tiefen Atemzug nehmen und auf diese Weise die Luftröhre öffnen kann. Gleichzeitig dient er aber auch als Schutz für den neugeborenen Säugling, der sich die Jahrhunderte der Evolution über gehalten hat.

Was genau ist der Moro-Reflex?

Entdeckt wurde der Moro-Reflex durch den Pädiater Ernst Moro. Dieser Reflex wird auch als eine Schreckreaktion bezeichnet, die reflexartig passiert und der nur bei Neugeborenen innerhalb der ersten paar Lebensmonate zu erkennen ist. Gebildet wird dieser Reflex bereits in der 9. Schwangerschaftswoche.

Wenn Ihr Baby geboren wird, dann reift auch das zentrale Nervensystem weiter heran. Diese Ausreifung sorgt dafür, dass Ihr Baby den Moro-Reflex in einem Zeitraum zwischen dem zweiten bis vierten Monat verliert. Er wird dann ersetzt durch eine reife Schreckreaktion. Hierbei kann es sich um eine Kopfdrehung zu der Quelle des Reizes oder um plötzlich hochgezogene Schultern handeln.

Ernst Moro im Jahr 1904

Die Zusammensetzung der reflexartigen Bewegungen beim Moro-Reflex besteht aus mehreren Phasen.

  1. Es kommt zu einem Reiz, wie beispielsweise einem akustischen Reiz, einem Lichtreiz oder auch einer Veränderung der Lage.
  2. Das Baby öffnet den Mund und reißt gleichzeitig die Arme nach oben. Die Finger sind dabei gespreizt.
  3. Der Mund wird wieder geschlossen, die Finger bilden eine Faust und die Arme werden an den Körper gedrückt.

Ein Blick auf die Entwicklungsgeschichte macht deutlich, dass bereits die Primaten-Babys über den Moro-Reflex verfügen und ihn nutzen, um sich bei Gefahr noch fester in das Fell der Mutter krallen zu können.

Wichtig zu wissen: Wenn der Moro-Reflex bei Ihrem Baby ausgelöst wird, so zieht dies nicht nur eine körperliche Reaktion nach sich. Der Körper schüttet Stresshormone aus und lässt den Blutzuckerspiegel schnell sinken. Der Atem geht schneller und der Herzschlag beschleunigt sich bei Ihrem Baby.

Die Auswirkung des Moro-Reflexes auf Ihr Baby

Der Kinderarzt wird überprüfen, ob der Moro-Reflex bei Ihrem Kind ausreichend ausgeprägt ist. Auf diese Weise kann er eine einseitige Lähmung oder andere Schwierigkeiten ausschließen. Heute wird der Reflex in seiner ursprünglichen Bedeutung von Ihrem Baby eigentlich nur noch selten gebraucht, da sich normalerweise keine akute Gefahr mehr in der Nähe befindet. Dennoch ist er vorhanden und kann gerade sehr sensible Babys beispielsweise aus dem Schlaf reißen oder dafür sorgen, dass sie erst gar nicht zur Ruhe kommen.

Fällt Ihnen auf, dass Ihr Baby möglicherweise durch die schreckartigen Bewegungen nur schwer zur Ruhe kommt oder sich scheinbar sehr häufig erschreckt, dann können Sie ihm helfen, zur Ruhe zu kommen. Eine gute Möglichkeit ist das Pucken. Die Ärmchen liegen dabei eng am Körper, sodass der Reflex nicht ausgelöst werden kann. Ebenfalls sehr gut helfen kann eine Babyhängematte. Durch das weiche Material, das sich an den Körper Ihres Babys schmiegt, wird eine Begrenzung geboten. Die sanften Bewegungen erinnern an den Mutterleib und wirken beruhigend.

Der persistierende Moro-Reflex

Nicht immer kommt der Reflex zum Stillstand, es gibt auch die Variante des persistierenden Moro-Reflexes. Das bedeutet, er bleibt über den vierten Lebensmonat hinaus erhalten. Kinder und auch Erwachsene, die davon betroffen sind, haben große Probleme, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Stattdessen sind sie ganz besonders wachsam und schauen immer, ob es eine mögliche Gefahr gibt, gegen die sie sich wappnen müssen. Bereits kleine Reize reichen aus, um den Körper zur Ausschüttung von Stresshormonen zu bringen.

Nicht immer muss ein persistierender Moro-Reflex nur negative Auswirkungen haben. Oft zieht er eine erhöhte Wissbegier sowie ein starkes Interesse an den Geschehnissen nach sich. Oft ist es aber so, dass Betroffene sehr leicht abzulenken sind und nur eine kurze Konzentrationsspanne haben. Sie können sogar sehr aufbrausend und aggressiv sein, da die ständige Reizüberflutung sehr schwer zu handhaben ist.

Interessant: Es gibt auch einen nicht ausgereiften Reflex. In diesem Fall haben Kinder Probleme damit, reife Schreckreaktionen zu bilden und es kann passieren, dass sie sehr ängstlich sind, schüchtern werden und auf Situationen, in denen sie Angst haben, mit einer Erstarrung reagieren.

Zeigt sich bei Ihrem Baby der Moro-Reflex auch noch nach den ersten vier Lebensmonaten, dann können Sie ihm helfen, zur Ruhe zu kommen. Unterstützen Sie die Phasen der Erholung durch eine Babyhängematte und nutzen Sie auch hier noch das Pucken.

Warum sich die Babyhängematte positiv auswirken kann

Die ersten Wochen nach der Geburt sind für Ihr Baby besonders aufregend. Bisher kannte es nur den schützenden Bauch von Mama, war in seinen Bewegungen begrenzt und hörte die Geräusche nur stark gedämpft. Wird es geboren, dann sind helles Licht, laute Geräusche und ruckartige Bewegungen Reize, die den Moro-Reflex auslösen können, der jedes Mal für Stress bei Ihrem Baby sorgt.

Diesen Stress können Sie mit einer Babyhängematte lindern. Wird Ihr Baby in die Hängematte gelegt, dann schließt sich der weiche Stoff an den Seiten um Ihr Baby herum. Durch entsteht eine Begrenzung, die den Reflex eingrenzt und Ihrem Baby viel Sicherheit vermittelt. Dazu kommt der sanfte Schwung, der bei jeder Bewegung entsteht. Ihr Baby wurde im Bauch bei jeder Bewegung der Mama mit bewegt und so in den Schlaf begleitet. Dies wird durch die Babyhängematte nachgestellt. Auf diese Weise helfen Sie Ihrem Baby, zur Ruhe zu kommen und in den Tiefschlaf zu finden.

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