Frühgeburt 30. ssw

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Frühgeburt in der 30. SSW: Chancen des Babys

Von einer Frühgeburt wird gesprochen, wenn ein Baby vor der 36. SSW oder mit einem Geburtsgewicht von unter 2.500 Gramm auf die Welt kommt. In der 30. SSW ist das Baby etwa 1.400 Gramm schwer. Die Entwicklung der Lungen und inneren Organe ist in dieser Schwangerschaftswoche fast vollständig abgeschlossen, doch noch wiegt das Baby sehr wenig. Kommt es in der 30. SSW zu einer Frühgeburt, hat das Baby sehr gute Chancen zu Überleben. Allerdings wird es noch medizinische Unterstützung brauchen. Das Baby in der 30. SSW ist sehr weit entwickelt und die Wahrscheinlichkeit, dass es bei einer Frühgeburt überlegt liegt bei etwa 97 %. Spätfolgen sind allerdings nicht auszuschließen. Die Gründe warum es zu einer Frühgeburt kommt, sind in den meisten Fällen nicht klar.

Es können sowohl soziale als auch finanzielle und physische Aspekte eine Rolle spielen. Frauen, die in der Schwangerschaft starken Stress asugesetzt sind, können ein hohes Risiko einer Fehlgeburt haben. Auch gesundheitliche Probleme, die schon vor der Schwangerschaft bekannt waren, können ein Grund sein. Die meisten Babys kommen etwa zehn Tage früher als errechnet zur Welt und auch Frühgeburt belaufen sich auf 40 %. Wird ein Baby ab der 36. SSW zur Welt gebracht, ist es auch keine Frühgeburt mehr und darf nach dem üblichen Aufenthalt im Krankenhaus mit den Eltern nach Hause.

SSW 30: Entwicklung des Babys

30. SSW: Die Entwicklung des Babys

Ihr Baby ist in der 30. SSW von Scheitel bis Ferse etwa 40 Zentimeter lang und wiegt um die 1.400 Gramm. Fast komplett entwickelt sind schon die inneren Organe. Auch funktionieren sie größtenteils schon eigenständig. Die Entwicklung der Lungen und des Verdauungstrakts ist fast vollständig abgeschlossen. Die Entwicklung der Lungen ist auch ausschlaggebend, ob ein Kind bei einer Frühgeburt überleben kann. Diese bilden sich erst bei einem Fötus etwa in der 24. SSW. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass diese dann auch eigenständig funktionieren. In der 30. SSW ist das Baby so weit entwickelt, dass es mit medizinischer Versorgung überleben kann. Doch noch wiegt es sehr wenig.

30. SSW: Wenn es zur Frühgeburt kommt

Machen sich in der 30. SSW Wehen bemerkbar, wird der behandelnde Arzt alles Mögliche versuchen, um die Wehen zu stoppen. Sofern sich der Muttermund noch nicht geöffnet hat und die Frühgeburt nicht ansteht, kann das Baby durch Wehenhämmer im Bauch der Mutter erhalten werden. Nur hier kann es optimal versorgt werden. Unterstützend bekommt die Mutter zudem auch Kortison verabreicht, um die Lungenreifung des Babys zu beschleunigen. Kann die Geburt nicht mehr gestoppt werden und kommt es zu einer Frühgeburt in der 30. SSW wird das Baby natürlich geholt. Es wird gründlich untersucht und anschließend medizinisch versorgt.

Das Baby in der 30. SSW

Rund 97 % aller Babys, die in der 30. SSW zur Welt kommen, überleben. Das Baby ist in der 30. SSW schon seit weit entwickelt, doch ist es noch sehr klein. Ob das Baby überleben wird, entscheidet sich in den meisten Fällen schon in der ersten Woche nach der Geburt. Das Baby wird medizinisch versorgt und im Inkubator beatmet. Es besteht die Gefahr, dass es eine Lungenentzündung bekommt oder sogar einen niedrigen Blutzuckerspiegel hat. Auszuschließen ist auch nicht, dass das Kind später geistig oder körperliche Behinderungen beibehalten wird.

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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Frühgeburt: Spätfolgen, Entwicklungsstörungen und Therapie

Noch vor wenigen Jahren hat man einem Frühchen, das vor der 24. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren wurde, das Überleben nicht zugetraut. Doch in Fulda überlebte ein Mädchen, das schon nach 21 Wochen und fünf Tagen Schwangerschaft geboren wurde. Jährlich kommen weltweit 15 Millionen Babys zu früh auf die Welt, allein in Deutschland ist es jedes elfte. 8000 davon werden vor der 30. SSW geboren. Die Überlebenschancen dieser Kinder, die manchmal kaum mehr als ein Pfund wiegen, werden dank der Medizin immer besser. Aber Überleben allein reicht nicht.

Über 80 Prozent der zu früh geborenen Kinder erleiden keine schweren geistigen Behinderungen. Doch was die Zukunft wirklich bringt, lässt sich auch bei Frühgeborenen, die sich gut entwickeln, nur schwer vorhersagen. Denn durch die zu frühe Geburt finden wichtige Entwicklungsprozesse des Gehirns nicht im sicheren, geschützten Mutterleib statt, sondern in einem Brutkasten auf einer Intensivstation. Und hier gibt es, das zeigen Computertomographieaufnahmen, deutliche Unterschiede. Laut der Europäischen Stiftung für Neugeborene sind die häufigsten Folgen Entwicklungsdefizite beziehungsweise -verzögerungen, Störungen in der Motorik und bei der Aufmerksamkeit. Diese Kinder haben spezielle Schwierigkeiten im Alltag, die oft erst dann richtig auffallen, wenn sie in den Kindergarten oder in die Schule kommen.

Frühgeborene entwickeln bis zu viermal häufiger Verhaltensstörungen

Verhaltensauffälligkeiten werden im Gegensatz zu körperlichen oder kognitiven Aspekten sehr viel seltener untersucht, was unter anderem daran liegt, dass sie schwerer zu messen sind. Zudem sind Verhaltensentwicklungen stark von Umweltbedingungen abhängig und das erschwert die Zuordnung zur Frühgeburt. Ähnliche Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, kommen aber alle zu denselben Ergebnissen: Zu früh geborene Kinder sind bis zu viermal häufiger von Verhaltensauffälligkeiten betroffen und zwar quer durch alle Länder. Was die These verstärkt, dass diese Verhaltensauffälligkeiten biologisch bedingt sind. Am häufigsten sind soziale Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen, Ängste, ein geringeres Selbstbewusstsein sowie Aufmerksamkeitsstörungen.

Das korrigierte Lebensalter ist vor allem in den ersten Monaten entscheidend

In welchem Tempo sich ein Kind entwickelt, lässt sich nie genau vorhersagen. Aber anhand von Entwicklungsskalen, die mit Spielräumen arbeiten, lässt es sich messen. Das Gleiche gilt für Frühchen, bei denen man vor allem in den ersten drei Lebensjahren das sogenannte „korrigierte Lebensalter“ heranzieht, also die Zeit, die das Kind eigentlich noch im Mutterleib verbracht hätte, vom tatsächlichen Alter abzieht. Denn nur so ist gewährleistet, dass vom Kind nicht etwas verlangt wird, das es weder leisten kann, noch leisten können muss.

Doch selbst bei Korrektur des Lebensalters können sich Frühgeborene vorübergehend langsamer entwickeln – und später wieder aufholen. Um nichts zu versäumen, sollten trotzdem sehr unreif geborene Kinder beziehungsweise solche mit sehr niedrigem Geburtsgewicht regelmäßig entwicklungsneurologisch und -psychologisch untersucht werden, um frühzeitig mit einer genau zugeschnittenen Therapie oder Frühförderung beginnen zu können. Das genaue Wissen um den Stand des Kindes hilft auch den Eltern, sich nicht zusätzlich von außen verunsichern zu lassen.

Langzeitstudien bringen erstaunliche Erkenntnisse

Erst seit etwas mehr als 20 Jahren verfolgt man, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die Entwicklung von Frühchen. Die wohl bekannteste Studie ist die Epicure-Studie. Sie beschäftigt sich mit der Langzeitentwicklung von Babys, die 1995 in Großbritannien und Irland viel zu früh geboren wurden. Heute sind diese Kinder 18 Jahre alt und viele von ihnen werden immer noch von der Studie erfasst. Eines der entscheidenden Ergebnisse dieser Studie ist, dass bei Kindern, die vor der 28. SSW geboren sind, auch das Geschlecht eine Rolle für die zukünftige Entwicklung spielt: Jungs haben doppelt so häufig dauerhaft Probleme. Dieses Ergebnis führt man auf die unterschiedliche zeitliche Gehirnentwicklung bei Jungs und Mädchen zurück, vergleichbar mit der Pubertät. Hinzu kommen die schon oft nachgewiesenen emotionalen, sozialen und kognitiven Probleme. Diese sind, den Wissenschaftlern zufolge, genau wie der häufig auftretende Autismus auf Verarbeitungsstörungen im Gehirn zurückzuführen.

Viele Faktoren erleichtern den Weg ins Leben

Ganz wichtig nicht nur für das Überleben, sondern auch für die spätere Entwicklung des Kindes sind die ersten Lebenstage, die Lebenskraft des Babys und der Umgang mit Anfangskomplikationen. Zweifelsohne ist es das Beste, das Kleine kommt in einem speziellen Perinatalzentrum auf die Welt, sofort umgeben von einem Team von Fachleuten. Doch das allein reicht nicht. Langfristig mitentscheidend für die Entwicklung des Kindes sind auch Faktoren wie das Einbeziehen der Eltern in die Pflege und Versorgung, um den emotionalen Zugang zwischen Eltern und Kind zu erleichtern.

Von den Eltern wird viel erwartet

Eine qualifizierte Nachbetreuung durch erfahrene, auf Neugeborene spezialisierte Kinderärzte hat sich bewährt. Die Eltern-Kind-Beziehung ist dann besser, die Eltern haben mehr Selbstvertrauen, finden sich durch die Hilfe von außen leichter im Informationsdschungel zurecht und sind so in der Lage, Fördermaßnahmen entsprechend zu nutzen. 30 Prozent des Entwicklungserfolges, davon geht man auch beim Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ aus, gehen auf die Förderung durch die Eltern zurück. „Die Eltern sind die Primärtherapeuten. Dieser Verantwortlichkeit müssen sie sich bewusst sein“, schreiben Ursula Hahnenberg und Daniela Diephaus in ihrem Buch „Kleine Kämpfer werden groß“. Die Autorinnen beschäftigen sich intensiv mit Kindergarten- und Grundschulzeit frühgeborener Kinder. Auch sie bestätigen, dass die Eltern dabei Unterstützung brauchen, damit die Therapie in die richtigen Wege gelenkt wird und sich der Entwicklungserfolg auch wirklich einstellt.

Traumata sind nicht zu unterschätzen

Kinder, die das Licht der Welt zu früh erblicken, sind traumatisiert, auch wenn man es ihnen auf den ersten Blick nicht anmerkt. Die Stressbelastung durch die Frühgeburt und die intensivmedizinische Behandlung prägen die Entwicklung. Die beiden Hamburger Spezialisten Axel von der Wense und Carola Bindt stellen in ihrem Buch „Risikofaktor Frühgeburt“ fest, „dass Frühgeborene häufig multiple schmerzhafte medizinische Prozeduren und auch lebensbedrohende Situationen erleiden müssen und gerade solche ganz oben auf der Liste von Ereignissen geführt werden, die eine Traumatisierung von jungen Kindern nach sich ziehen können.“ Doch nicht nur die Kinder tragen ein Trauma davon, auch ihre Eltern kommen nicht ohne seelische Blessuren weg. Gerade beim Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule zeigt sich oft, wie tief die ausgestandene Angst und die Sorge um das Kind sitzen. Das Loslassen fällt besonders schwer.

Das Schulsystem müsste sich anpassen

Jeder Tag mehr im Mutterleib scheint gut für die Entwicklung des Gehirns zu sein. Wenn man bedenkt, dass allein mehr als die Hälfte aller Schwangerschaften weniger als 39 Wochen dauert und auch die Tendenz zu frühen Kaiserschnitten immer größer wird, dann sind diese Ergebnisse in vielerlei Hinsicht bedeutend. Durch die hohe Anzahl an Frühgeburten steigt der Bedarf an spezieller Förderung im Schulunterricht. „Eine Herausforderung für das Schulsystem“, nennt das die Entwicklungspsychologin Julia Jäkel von der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen eines Fachartikels.

Frühchen ist nicht gleich Frühchen

Das zu früh geborene Kind auf dem Weg in sein eigenes Leben zu begleiten und es dabei zu unterstützen, sein Lernpotenzial zu entfalten, ist nicht einfach. „Diese Kinder haben mit aller Kraft um ihr Leben gekämpft. Sie haben Dinge mühsam erlernen müssen, die für Reifgeborene selbstverständlich sind, wie zum Beispiel das Atmen“, schreibt eine betroffene Mutter im Ratgeber „Frühgeborene und Schule. Ermutigt oder ausgebremst?“. „Mit aller Wahrscheinlichkeit haben sie schon den größten Kampf ihres Lebens bestanden, einen Kampf, den viele Menschen in 80 Lebensjahren nicht führen müssen.“ Ein solches Kind, so wie es ist, zu akzeptieren, es zu unterstützen und zu fördern, ohne es zu überfordern, bleibt daher für die Eltern eine dauernde Herausforderung.

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Frühchen: Wenn das Leben zu schnell beginnt

Die kleine Saybie wurde in der 23. Schwangerschaftswoche wegen Komplikationen per Notkaiserschnitt im „Sharp Mary Birch“-Hospital auf die Welt geholt. Viel zu früh. Zu diesem Zeitpunkt wog Saybie gerade mal 245 Gramm. 245!

Mit der Größe eines Apfels und dem Gewicht eines Joghurtbechers haben die Ärzte ihr anfangs kaum eine – oder eher gar keine – Prognose gegeben überhaupt zu überleben . „Sie haben meinem Mann gesagt, dass wir eine Stunde mit ihr haben werden und dann würde sie sterben“, sagte Saybies Mutter. „Das wurde zu zwei Stunden. Das wurde zu einem Tag. Das wurde zu einer Woche.“

Nun wurde das kleine Mädchen gesund und mit 2,5 Kilogramm deutlich properer aus dem Krankenhaus entlassen.

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Das Krankenhauspersonal bezeichnet Saybie als Wunder. 2,5 Kilogramm wiegt das extreme Frühchen bei seiner Entlassung.

Ab wann ist ein Neugeborenes ein Frühchen?

Saybie gilt damit als das leichteste überlebende Frühchen überhaupt. Das Guinness-Buch der Rekorde listet bislang ein 2004 in Chicago geborenes Mädchen mit einem Gewicht von 260 Gramm als Rekordhalterin. Doch diese Beiden sind Extrembeispiele. Ums Leben kämpfen müssen fast alle Frühgeborenen.

Als Frühchen gelten Babys, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (SSW) geboren werden. Normalerweise dauert eine Schwangerschaft etwa 40 Wochen.

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Herausforderung Frühgeburt

Frühchen ist nicht gleich Frühchen

Abhängig von Geburtsgewicht und Schwangerschaftswoche gibt es jedoch noch weitere Unterscheidungen:

Kinder, die zwischen der 34. und der 37. SSW zur Welt kommen, werden als sogenannte späte Frühgeborene (LPI = „late preterm infants“) bezeichnet. Bezüglich Gewicht und Körpergröße unterscheiden sie sich von reifgeborenen Kind kaum.

Als Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW = „very low birth weight infants“) werden Babys bezeichnet, die weniger als 1500 Gramm wiegen. Sie kommen meist vor der 32. SSW zur Welt.

Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBW = „extremely low birth weight infants“) wiegen anfangs weniger als 1000 Gramm und werden in der Regel vor der 29. SSW geboren.

Der Großteil der Frühgeborenen wiegen bei ihrer Geburt weniger als 2500 Gramm. In Deutschland gilt das Erreichen der 23. SSW als Grenze der Lebensfähigkeit von Frühgeborenen mit medizinischer Hilfe.

„Eine zu frühe Geburt ist kein seltenes Ereignis“, heißt es vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“. Danach kommen jedes Jahr in Deutschland etwa 50.000 Kinder zu früh zur Welt, was etwa sieben Prozent jedes Geburtsjahrgangs entspricht.

Etwa 8000 dieser Kinder seien sehr kleine Frühgeborene vor der 30 SSW zur Welt kommen, davon circa 1000 extrem kleine Frühgeborene die zwischen der 24 und 25 SSW geboren werden. Diese stellen besonders hohe Anforderungen an die Neugeborenenmedizin.

Mehr dazu: Fünf Krankheitserreger, die Ungeborenen schaden können

Mit solch einer Frühchen-Simulationspuppe können Ärzte und Pfleger verschiedenste Notsituationen simulieren, das Personal für den Ernstfall zu schulen

Wie hoch ist die Überlebenswahrscheinlichkeit?

In den letzten Jahren sind die Überlebenschancen von Frühchen dank neonataler Intensivmedizin deutlich gestiegen, heißt es in der Ärzte Zeitung. „Selbst Kinder, die mit weniger als 1000 Gramm auf die Welt kommen, überleben zu mehr als 80 Prozent, wenn sie in gut ausgestatteten Perinatalzentren betreut werden“.

Doch noch mehr hängen die Überlebenschancen vom sogenannten Gestationsalter ab, also von der jeweiligen Schwangerschaftsdauer. Hier gilt: Jeder Tag im Mutterleib zählt. Das Erreichen der 23. SSW gilt in Deutschland als Grenze der Lebensfähigkeit von Frühgeborenen mit medizinischer Hilfe.

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Wie Frühchen optimal versorgt werden

Ein kritischer Punkt ist vor allem die fehlende Lungenreife. Unsere Lunge ist ein unbedingt notwendiges Organ, das sich allerdings erst relativ spät vollständig ausbildet. Die Lungenreife ist Voraussetzung für das Einsetzen der Lungenatmung unmittelbar nach der Geburt.

In einigen Fällen wird der Schwangeren bereits während der Schwangerschaft eine Injektion mit Cortison verabreicht, um die Lungenreifung vor der Geburt zu beschleunigen. Diese Spritzen werden zwischen der 24. und 34. SSW gegeben. Jedoch nur, wenn feststeht, dass sich die Schwangere oder das Ungeborene in einem kritischen Stadium befinden und eine Frühgeburt eingeleitet wird.

Doch auch Frühgeburten ohne ausreichende Lungenreifung haben heute durch die intensivmedizinische Betreuung gute Überlebenschancen.

Wichtig fürs Verhindern einer Frühgeburt: Alkohol, Rauchen oder der Konsum sonstiger Drogen in der Schwangerschaft sind absolut Tabu

Warum kommen Babys zu früh auf die Welt?

Für eine Frühgeburt gibt es nicht den einen ausschlaggebenden Auslöser.

Sie können sowohl körperlich als auch psychisch sein: Stress, psychische Belastungen und Ängste zum Beispiel machen den Körper anfälliger für Infektionen oder Krankheiten. Auch dies kann eine zu frühe Geburt auslösen oder das Einleiten notwendig machen.

In vielen Fällen lässt sich aber auch erst gar keine Ursache für verfrühte Wehen oder einen vorzeitigen Blasensprung finden, die zu einer Frühgeburt führen.

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Kann man Frühgeburten verhindern?

Doch es gibt durchaus auch Faktoren, die die Mutter des Ungeborenen selbst beeinflussen kann: ihren Lebensstil etwa. Der Konsum von Alkohol- und Nikotin ist ein No-Go.

Während man unter normalen Umständen nur die eigene Gesundheit gefährdet, tragen Frauen in der Schwangerschaft doppelte Verantwortung. Zigaretten, Bier, Wein und Co. sind auch ein Risiko fürs eigene Baby. Auch dies kann eine Frühgeburt auslösen. Auch krankhaftes Übergewicht kann eine Ursache für Frühgeburten sein.

Eine gesunde Lebensweise ist somit schon eine wichtige Voraussetzung, um das Risiko einer Frühgeburt so gering wie möglich zu halten.

Einmal Frühchen, immer Frühchen?

Eltern befürchten vor allem, dass die Unreife bei der Geburt Schäden hinterlässt, die das spätere Leben des Kindes beeinträchtigen, heißt es von der Stiftung Kindergesundheit. Das Risiko bestehe, aber obwohl heute wesentlich mehr Kinder mit sehr niedrigem Geburtsgewicht am Leben erhalten werden als früher, habe die Zahl der geschädigten Babys abgenommen.

Eine Analyse deutscher Frühgeborener der Jahrgänge 1987 bis 2004 ergab zum Beispiel, dass im Alter von neun Jahren zwischen Frühgeborenen und Reifgeborenen in der Lebensqualität keine Unterschiede mehr bestehen.

Und auch das die Sorge vieler Eltern, dass ihr Frühchen-Kind immer kleiner bleiben als die anderen, ist laut der Stiftung unbegründet. „Eine Langzeitstudie an der Universitätskinderklinik Bonn, in der die Entwicklung von 116 Frühgeborenen über 30 Jahre hindurch verfolgt wurde, ergab: Auch Frühchen können ihren Eltern später über den Kopf wachsen.“

Zwar würden mit acht Jahren meist noch Wachstumsdefizite registriert, aber die Endgröße der Frühgeborenen unterscheidet sich nicht von der reif geborener Kinder.

Mehr zu Geburtsrisiken: Pakistan hat die höchste Säuglingssterblichkeit der Welt


  • Neue Hebammen für Indien

    Lebensretter Hebammen

    Professionelle und gut ausgebildete Hebammen sind in Indien rar. Um die Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu senken, will die indische Regierung die Qualifikation und das Image der Hebammen verbessern. Denn sie fehlen in den meisten Krankenhäusern und Kliniken.


  • Hohes Risiko für Mütter

    Hebammen auf Nachtschicht in einem staatlichen Krankenhaus in Hyderabad. Der Kreißsaal ist nur mit einem dünnen Vorhang vom regen Besucherverkehr im Krankenhausflur getrennt. Die Betreuung von Schwangeren durch Hebammen ist in indischen Krankenhäusern eine Ausnahme, in Europa die Regel. Die Müttersterblichkeitsrate in Indien ist laut WHO fast 30 Mal höher als in Deutschland.


  • Ein guter Start ins Leben

    Das Glück über eine gut verlaufene Entbindung und ein gesundes Kind fühlen wohl die meisten Mütter weltweit. Eine gute Betreuung nach der Geburt ist entscheidend für ein gesundes Leben der Kinder – und der Mütter. „Die Frauen wissen fast nichts, wenn sie vor der Entbindung in die Klinik kommen“, sagt Hebamme Jismy George, die in den Fernandez-Kliniken ausgebildet wurde.


  • Natürliche Geburt statt Kaiserschnitt

    In ihren drei privaten Entbindungskliniken hat Klinikleiterin Evita Fernandez eine zweijährige Hebammenausbildung eingeführt. Hier wird vor allem natürlich entbunden. In manchen Privatkliniken werden 70 Prozent der Frauen durch Kaiserschnitt entbunden; damit verdienen die Kliniken sehr viel Geld. In staatlichen Krankenhäusern sparen Kaiserschnitte Zeit. Sie dauern nur rund eine Stunde.


  • Ein freudiges Ereignis

    Viele Familien sehen einen Kaiserschnitt als Statussymbol. Viele Frauen wollen auch die Schmerzen vermeiden, andere wiederum betrachten eine Entbindung als „unrein“. Ravival und ihr Mann Phoni mussten sich gegen die Familie durchsetzen, um in der Privatklinik The Sanctum in Hyderabad natürlich entbinden zu können.

  • Gut vorbereitet

    Die Betreuung durch Hebammen fängt schon früh in der Schwangerschaft an. Viele Frauen wissen so gut wie nichts über Schwangerschaft und Entbindung, weil das Thema ein Tabu ist. Hebamme Ramya Sri will die Frauen aufklären, ihnen zu Selbstbewusstsein und Respekt verhelfen. Als ehemalige Krankenschwester hat sie oft Misshandlungen und Beschimpfungen im Kreißsaal erlebt.

  • Lebensrettende Hebammen

    Sieben der neu ausgebildeten Hebammen in Hyderabad: Sie werden Frauen helfen und beraten, die zur Entbindung in die staatlichen Kliniken gehen. Fotos: Saumya Khandelwal, Text: Julia Wadhawan/Helle Jeppesen

    Autorin/Autor: Helle Jeppesen

Chancen und Risiken für das Frühgeborene

Die Überlebenschancen von Frühgeborenen haben sich heute enorm verbessert. Die Medizin ist bemüht, gesundheitliche Schädigungen so weit wie möglich zu verhindern oder sie erfolgreich zu behandeln.

Klick vergrößern © Dung Vo Trung/CORBIS SYGMA

Bei einer Frühgeburt ab der 24. Schwangerschaftswoche hat ein Kind heute bei intensivmedizinischer Betreuung gute Chancen zu überleben. Ab der 28. Woche liegen die Überlebenschancen schon bei 95 Prozent. Die meisten Frühgeborenen entwickeln sich zu gesunden Kindern und Erwachsenen. Je früher und unreifer ein Kind jedoch geboren wird, desto höher ist das Risiko, dass es bleibende Beeinträchtigungen davonträgt. Mäßig früh geborene Kinder, die zwischen der 32. und 37. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sind, holen in ihrer Entwicklung oft schnell auf und unterscheiden sich bald nicht mehr von reif geborenen Babys. Sehr früh (zwischen der 28. und 31. Schwangerschaftswoche) Geborene können in ihrer Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern noch über Jahre zurück sein, schließen aber meist irgendwann auf. Extrem unreife Frühgeborene entwickeln sich jedoch nur selten völlig gesund.

Risiken und erste Hilfen

Das größte Problem gleich nach der Geburt eines unreif geborenen Kindes ist meist die Atmung. Durch eine medikamentöse Beschleunigung der Lungenreifung des Frühgeborenen lässt sich in vielen Fällen ein Sauerstoffmangel mit seinen negativen Folgen für die Entwicklung des Kindes verhindern.
Direkt nach der Geburt besteht bei einigen Frühgeborenen die Gefahr eines Atemstillstands („Apnoe“) oder einer Verlangsamung des Herzschlags. Da die Blutgefäße noch sehr empfindlich sind und reißen können, besteht zudem das Risiko einer Hirnblutung. Hirnblutungen können harmlos verlaufen, sie können das Gehirn aber auch schädigen. Die Neugeborenen werden auf Anzeichen solcher Komplikationen beobachtet, damit sofort reagiert und behandelt werden kann, falls sie tatsächlich auftreten.
Allgemein sind zu früh geborene Kinder anfälliger für Infekte als reif Geborene. Sie neigen auch eher zu Darmentzündungen, weil ihr unreifer Darm manchen Keimen noch nicht gewachsen ist. Die Behandlung mit Antibiotika ist deshalb in der Regel lebensnotwendig.

Entwicklungschancen des Kindes

© Westend61 / Stefan Rupp

Die heute mögliche intensive Pflege und Behandlung im Brutkasten und auf der Neonatologie haben die Chancen der meisten Frühgeborenen auf eine gesunde Entwicklung erhöht. Ein wesentlicher Fortschritt ist auch, dass Eltern heute mehr in die Betreuung ihres Kindes einbezogen werden. Sie verbringen mehr Zeit mit ihrem Kind, haben mehr Hautkontakt („Känguru-Pflege“), und Mütter stillen heute auch öfter und früher. Von Anfang an kann sich eine intensive Eltern-Kind-Beziehung entwickeln. Alle diese Faktoren fördern die gesunde Entwicklung eines Frühchens nachweislich.
Dennoch haben manche Kinder noch Jahre mit ihrem Frühstart ins Leben zu kämpfen, einige auch lebenslang. Vorhersagen sind im Einzelfall schwierig, denn jedes Kind entwickelt sich anders. Dabei spielen auch die Lebensumstände des Kindes und seiner Familie, die Förderungs- und Behandlungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.

Mögliche langfristige Folgen

Sehr früh geborene Kinder können gehäuft chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma entwickeln. Einige extrem früh Geborene tragen eine spastische Lähmung oder eine geistige Behinderung infolge einer Hirnschädigung davon. Manche dieser Kinder lernen nicht laufen, andere können nur eingeschränkt hören oder sehen.
Es gibt Kinder, bei denen sich die Folgen ihrer zu frühen Geburt erst spät zeigen. So kann sich im Kindergarten oder in der Schule eine Lernschwäche bemerkbar machen. Manche Kinder sind auch auffällig unkonzentriert, aggressiv und unruhig. Ein solches Verhalten („Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung“, ADHS) kann auf Entwicklungsstörungen infolge einer Frühgeburt zurückzuführen sein.

Hilfen und Therapien

Je früher mögliche Spätfolgen erkannt werden, desto eher können Handicaps ganz oder teilweise ausgeglichen werden. Deshalb ist es wichtig, die Entwicklung eines früh geborenen Kindes bis weit in die Schulzeit hinein genau zu beobachten.
Wenn das Kind in bestimmten Bereichen Schwierigkeiten hat, kann ein Besuch in einer spezialisierten Klinik (Perinatalzentrum) oder in einem Frühförderzentrum sinnvoll sein. Fachleute helfen, Symptome möglicher Entwicklungsstörungen richtig zu interpretieren und angemessen zu behandeln.

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Individuell angepasste Therapien – zum Beispiel Physiotherapie, Sprach- oder Beschäftigungstherapie – können die weitere Entwicklung des Kindes fördern, Beeinträchtigungen verringern oder ausgleichen. Eine psychotherapeutische Behandlung kann das Kind bei seelischen Problemen unterstützen. Dabei ist es oft hilfreich, wenn auch die Eltern mit einbezogen werden.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.04.2010

Definition: Wann ein Baby ein „Frühchen“ ist

Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Kommt ein Baby bei einer Frühgeburt zur Welt, sind Organe und Körperfunktionen noch nicht vollständig ausgebildet. Das Frühchen braucht je nach Reifegrad intensivmedizinische Betreuung.

Ein Frühchen ist laut Definition ein vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) entbundenes lebendes Baby. Die Überlebenschance von Frühgeborenen und die Aussichten auf ein gesundes Leben hängen von der Schwangerschaftswoche ab. Ein Kind, das vor der 22. Woche geboren wird, gilt als nicht lebensfähig.

Nach 22 bis 23 Wochen steigen die Überlebenschancen von rund zehn auf 50 Prozent an. Andererseits leidet durchschnittlich ein Drittel dieser Kinder an schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.

Rund 60.000 Babys kommen jedes Jahr in Deutschland vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Die Überlebensrate der Frühgeborenen ist kontinuierlich besser geworden.

„Extrem frühe“ und „frühe“ Frühgeburt

Ab der 24. SSW steigen die Überlebensraten auf mehr als 60 Prozent an – bleibende Behinderungen sind allerdings möglich. Wird ein Kind vor der 29. SSW entbunden, spricht man von einer „extrem frühen Frühgeburt“; ein Kind, das vor der 34. SSW auf die Welt kommt, ist eine „frühe Frühgeburt“.

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„Späte Frühgeburt“ zwischen 34. und 37. SSW

Von einer „späten Frühgeburt“ spricht man, wenn ein Kind zwischen der 34. und 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. Das Geburtsgewicht liegt dann meistens unter 2.500 Gramm. Auch wenn äußerlich nur wenig Unterschiede zu Normalgeborenen bestehen, gelten diese Babys als anfälliger für Infekte und Komplikationen.

Das leichteste Frühchen, das überlebte, ist vermutlich Emilia aus dem westfälischen Witten. Das Mädchen wurde 2015 nach 26 Wochen Schwangerschaft mit einem Gewicht von 229 Gramm geboren.

Frühgeburt

Durch die Erweiterung der medizinischen und technischen Möglichkeiten haben Frühgeburten heute oft gute Überlebenschancen. (spfotocz / )

Die Dauer einer normalen Schwangerschaft beträgt 40 Wochen bzw. 280 Tage, ausgehend vom ersten Tag der letzten Regelblutung. Nur etwa vier Prozent aller Kinder kommen allerdings exakt am errechneten Geburtstermin zur Welt, die meisten werden zwischen der 38. und der 42. Woche geboren.

Einteilung der Frühgeborenen

Um die Überlebenswahrscheinlichkeit und das Risiko für Komplikationen einschätzen zu können, werden Frühgeburten je nach Schwangerschaftsalter (Gestationsalter) bzw. Geburtsgewicht unterschiedlich bezeichnet.

  • Bei einer Geburt vor der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche spricht man von einer extrem frühen Frühgeburt; diese Kinder haben meist ein Geburtsgewicht von weniger als 1.000 Gramm.
  • Eine Geburt nach der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche, aber vor der vollendeten 32. Schwangerschaftswoche, wird als sehr frühe Frühgeburt bezeichnet; das Geburtsgewicht der Kinder liegt in diesen Fällen unter 1.500 Gramm.
  • Kommt es nach der vollendeten 32. Schwangerschaftswoche, aber vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Geburt, spricht man von mäßig früher oder später Frühgeburt. Das Geburtsgewicht dieser Säuglinge liegt unter 2.500 Gramm.

Davon abzugrenzen sind Neugeborene, die nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, aber dennoch ein vermindertes Geburtsgewicht (unter 2.500 Gramm) aufweisen. Sie sind zu klein für die errechnete Schwangerschaftsdauer, sie sind „small for gestational age“ (SGA). Diese Kinder sind im Unterschied zu Frühchen „reife“ Neugeborene, das heißt die Entwicklung der Organsysteme ist abgeschlossen. Das niedrige Geburtsgewicht ist in diesen Fällen nicht durch eine vorzeitige Geburt, sondern durch eine andere Ursache (z.B. verzögertes Wachstum im Mutterleib durch eingeschränkte Funktion der Plazenta) bedingt – diese Kinder haben mit anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen als Frühgeborene.

Für die Abschätzung der gesundheitlichen Risikofaktoren müssen daher Geburtsgewicht und Gestationsalter eines Säuglings immer gleichermaßen berücksichtigt werden.

Was sind die Ursachen für die Frühgeburtlichkeit?

Der Großteil aller Frühgeburten wird durch einen vorzeitigen Blasensprung oder vorzeitige Wehen verursacht. In diesen Fällen spricht man von spontaner Frühgeburt. Ein vorzeitiger Blasensprung bzw. vorzeitige Wehen werden in den meisten Fällen durch Infektionen der Scheide und der Gebärmutter ausgelöst. Andere häufige Ursachen sind Mehrlingsschwangerschaften, Plazentainsuffizienz oder eine erhöhte Fruchtwassermenge. Meistens treten mehrere Faktoren zusammen auf.

++ Mehr zum Thema: vorzeitige Wehen ++

Auch Fehlbildungen der Gebärmutter sowie vorangegangene Operationen am Gebärmutterhals (z.B. Konisation) oder eine Schädigung des Verschlussmechanismus am inneren Gebärmutterhals (Zervixinsuffizienz) können eine Frühgeburt verursachen.

Im Unterschied zur spontanen Frühgeburt spricht man von indizierter, vorzeitiger Schwangerschaftsbeendigung, wenn das Kind wegen drohender gesundheitlicher Gefährdung frühzeitig auf die Welt geholt wird (z.B. bei vorzeitiger Plazentalösung, starke Blutung bei plazenta praevia).

Wie läuft eine vorzeitige Geburt ab?

Frühgeborene sind extrem empfindlich gegenüber Sauerstoffmangel, Geburtsverletzungen und Infektionen und bedürfen einer besonders intensiven Überwachung. Die Geburt sollte daher immer in einer darauf spezialisierten geburtshilflichen Klinik mit angeschlossener neonatologischer Intensivstation erfolgen, bei Anzeichen auf eine drohende Frühgeburt sollte die Frau bereits während der Schwangerschaft dort betreut bzw. gegebenenfalls stationär aufgenommen werden.

Die Art der Entbindung ist im Allgemeinen abhängig von der Schwangerschaftswoche, dem kindlichen Gewicht, der Lage des Kindes, der gesundheitlichen Verfassung der Mutter sowie der allgemeinen Situation. Bei besonders frühen Frühgeburten, also etwa zwischen der 26. und der 31. Schwangerschaftswoche, wird häufig ein Kaiserschnitt durchgeführt, da dieser für das Kind weniger belastend ist. Liegen zusätzliche Risikofaktoren vor oder wird die Schwangerschaft aufgrund einer Notfallsituation vorzeitig beendet, geschieht dies in den meisten Fällen ebenfalls per Kaiserschnitt.

Frühgeburten ab der 32. Schwangerschaftswoche können in vielen Fällen vaginal entbunden werden. Voraussetzung ist, dass das Kind sich in Schädellage befindet (bei Frühgeburten in Beckenendlage wird immer ein Kaiserschnitt durchgeführt). Die Geburt findet meist unter ausreichender Lokalanästhesie statt (z.B. PDA), um die Beckenbodenmuskulatur der Frau maximal zu entspannen und das Frühchen möglichst schonend auf die Welt zu bringen. Zudem wird in der Regel ein Dammschnitt gesetzt, um den Druck auf den kindlichen Kopf zu vermindern. Die gesamte Geburt findet unter laufender CTG-Überwachung statt.

Weshalb und wodurch sind zu früh geborene Kinder gefährdet?

Im Unterschied zu reifen Neugeborenen sind bei Frühgeborenen noch nicht alle Organe vollständig ausgereift. Je nach Gestationsalter zeichnen sie sich durch verschieden stark ausgeprägte körperliche Merkmale aus. So ist etwa der Kopf im Vergleich zum Körper relativ groß, die Haare sind sehr dünn und kurz und oft ist noch die sogenannte Lanugobehaarung an Schultern, Rücken und den Extremitäten zu sehen. Augenbrauen fehlen meist, die Ohrmuscheln sind sehr schlaff und Fuß- und Fingernägel extrem weich. Bei Jungen sind die Hoden eventuell noch nicht in den Hodensack gewandert, bei Mädchen wirken die kleinen Schamlippen vergrößert und überragen die großen.

Vor allem die Lunge, das zentrale Nervensystem (ZNS) und das Immunsystem sind – je nach Gestationsalter – oft noch nicht in der Lage, ihre Funktion gänzlich zu erfüllen. Daraus ergeben sich unterschiedliche gesundheitliche Risiken.

Atemnotsyndrom (infant respiratory distress syndrome, IRDS)

Das Atemnotsyndrom zählt zu den gefährlichsten Komplikationen bei Frühgeburten. Die Ursache dafür ist folgende: In einer gesunden, reifen Lunge wird die innere Oberfläche der Lungenbläschen (Alveolen) von einer speziellen Substanz, dem sogenannten Surfactant überzogen. Surfactant bildet an den Alveolen einen Film, der deren Oberflächenspannung herabsetzt. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende Atmung: ohne diesen Film würden die Lungenbläschen nach jeder Ausatmung zusammenfallen und eine erneute Einatmung wäre extrem erschwert.

Die Alveolen entwickeln sich etwa ab der 24. bis 26. Schwangerschaftswoche, Surfactant wird jedoch erst ab der 36. Schwangerschaftswoche in ausreichenden Mengen gebildet. Daraus ergibt sich bei Frühgeburten die Gefahr eines sogenannten Atemnotsyndroms: die betroffenen Säuglinge, die noch nicht genug Surfactant produzieren, können nur mit sehr großer Anstrengung atmen, wodurch es zu zunehmender Atemnot und Sauerstoffmangel kommt und eine Beatmung notwendig ist. Das Risiko für ein Atemnotsyndrom und dessen Schweregrad ist umso höher, je früher die Geburt stattfindet. Insgesamt ist das Atemnotsyndrom die häufigste Todesursache von Frühgeborenen.

Infektionsrisiko

Auch das Immunsystem ist bei Frühgeborenen oft noch nicht voll ausgebildet, sie sind daher besonders anfällig für Infektionen und können diese auch viel schwerer bekämpfen als reife Neugeborene und Babys. Für Frühgeborene können Infektionen, die normalerweise harmlos sind, ein lebensbedrohliches Risiko darstellen. Ein Beispiel dafür sind Infektionen mit dem sogenannten RS-Virus (Respiratory Syncytial Virus):

Das RS-Virus ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren der häufigste Auslöser von Atemwegsinfektionen. Aufgrund physiologischer Veränderungen ist das Beschwerdebild, das dieses Virus auslöst, je nach Alter sehr unterschiedlich. Ältere Kinder und Erwachsene entwickeln bei einer Ansteckung nur leichte, grippeähnliche Symptome; bei einer Infektion in den ersten drei Lebensmonaten können sich die Viren leicht auf die unteren Atemwege ausbreiten und ein schwereres Krankheitsbild bis hin zur Lungenentzündung bewirken. Und bei Frühgeborenen kann eine Infektion einen besonders schweren Verlauf nehmen und sogar lebensbedrohlich sein.

Für Frühgeborene wird daher in bestimmten Fällen eine RSV-Prophylaxe empfohlen. Dabei wird wiederholt ein spezieller Antikörper gespritzt, der das kindliche Immunsystem unterstützt. Diese Prophylaxe wirkt sofort, bietet aber nur kurzfristigen (für etwa 30 Tage) Schutz gegen das Virus. Damit ist es keine Schutzimpfung im eigentlichen Sinne, sondern eine sogenannte passive Immunisierung. Auch Familienangehörige des Frühgeborenen können geimpft werden, um zu verhindern, dass sich das Baby ansteckt.

Um diese und andere Infektionen so weit wie möglich zu vermeiden, sind auf Frühgeborenenstationen meist zahlreiche Schutzvorkehrungen einzuhalten, z.B. sich vor dem Kontakt mit dem Baby ausgiebig die Hände zu waschen bzw. zu desinfizieren.

Weitere gesundheitliche Risiken Frühgeborener

  • Durch die Unreife des ZNS besteht die Gefahr eines Atemstillstandes, da bei Frühgeborenen der Atemreflex häufig noch nicht ausgereift ist. Auch Gehirnblutungen, Temperaturregulationsstörungen und Trinkschwäche sind mögliche Folgen der ZNS-Unreife.
  • Üblicherweise bilden sich im Herzen vorgeformte Öffnungen und Gefäßverbindungen nach der Geburt zurück; bleiben diese offen, spricht man von „persistierender fetaler Circulation (PFC)“, die eine häufige Komplikation bei Frühgeborenen darstellt.
  • Die Haut von Frühgeborenen ist sehr zart, empfindlich und oft leicht rötlich. Zudem sind die Kinder sehr dünn, es fehlt ihnen an subkutanem Fettgewebe. Dadurch leiden sie oft an zu geringer Körpertemperatur (Hypothermie).
  • Durch die Unreife der Augen besteht die Gefahr einer sogenannten Neugeborenen-Retinopathie (retinopathia praematurorum); bei dieser Erkrankung der Netzhaut reifen die Blutgefäße nicht vollständig aus, wodurch es in weiterer Folge zur Netzhautablösung bis hin zur Erblindung kommen kann.
  • Durch die Unreife der Nieren kann es zu Elektrolytstörungen kommen.
  • Die Leberfunktion ist noch nicht reif, wodurch es zu ausgeprägter Neugeborenengelbsucht kommen kann.
  • Der unreife Darm bereitet Probleme bei der Verdauung, zudem besteht die Gefahr einer sogenannten nekrotisierenden Enterokolitis (NEC). Dabei kommt es zu verminderter Durchblutung und Infektion der Darmwand und in weiterer Folge zu einem Absterben des Gewebes (auch Nekrose genannt). Je nach Schweregrad kann dies einen lebensbedrohlichen Zustand darstellen.

Generell gilt: das Risiko für gesundheitliche Komplikationen und der Schweregrad ist umso höher, je früher das Kind geboren wird.

Was kann man gegen die Frühgeburtlichkeit tun?

Bestehen Anzeichen für eine drohende Frühgeburt, müssen zunächst das mütterliche und das kindliche Risiko individuell abgeschätzt werden. Davon ist das weitere Vorgehen abhängig.

Besteht keine akute gesundheitliche Gefahr für Mutter und Kind, wird versucht, die Schwangerschaft so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Dafür müssen in erster Linie die vorbestehenden mütterlichen Erkrankungen behandelt bzw. die Ursache für die drohende Frühgeburt so weit wie möglich beseitigt werden. So müssen zum Beispiel Infektionen am Muttermund – die häufigste Ursache für vorzeitige Wehen – mit Antibiotika behandelt werden. Zudem werden regelmäßige CTG-Kontrollen durchgeführt.

In jedem Fall sollte körperliche Ruhe eingehalten werden, die werdende Mutter sollte frühzeitig aus dem Arbeitsleben karenziert und unter Umständen sogar stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Zudem kann man versuchen, vorzeitige Wehen mit Wehenhemmern (Tokolytika) und Magnesiumgaben medikamentös zum Stillstand zu bringen.

Ist die Frühgeburt mit aller Wahrscheinlichkeit nicht vermeidbar, wird die Lungenreife des Ungeborenen medikamentös angeregt. Dies geschieht, indem die Schwangere intramuskuläre Injektionen mit dem Nebennierenrinden-Hormon Kortisol erhält. Kortisol wird benötigt, um die Bildung des für die Atmung benötigten Surfactant anzuregen. Das Ungeborene bildet aber bis zur 34. Schwangerschaftswoche selbst noch nicht genug Kortisol und in der Folge Surfactant – durch die Kortisolinjektionen der Mutter kann die Konzentration von Surfactant in der kindlichen Lunge gesteigert werden. Das Risiko eines Atemnotsyndroms nach der Geburt wird dadurch erheblich gesenkt.

Prognose und Überlebenswahrscheinlichkeit

Die Grenze der Überlebensfähigkeit von Frühgeborenen liegt etwa zwischen der 23. und der 25. Schwangerschaftswoche. Kinder, die in der 24. Schwangerschaftswoche entbunden werden, haben heute eine realistische Chance, zu überleben.

Etwa 70 % aller vor der 28. Schwangerschaftswoche geborenen Kinder überleben das erste Lebensjahr, das Risiko für bleibende geistige oder körperliche Behinderungen liegt bei etwa 30 %. Bei Geburten nach der 32. Schwangerschaftswoche steigt die Überlebenschance auf 99 % an, das Risiko für bleibende Beeinträchtigungen liegt bei etwa 15 %.

Bei einer Entbindung vor der 24. Schwangerschaftswoche wird meist auf eine „Lebenserhaltung um jeden Preis“ verzichtet, vor allem in Hinblick auf die kurz- und langfristigen gesundheitlichen Risiken. Die Entscheidung ist aber von der jeweiligen Situation, den Begleitumständen und der Einstellung der Eltern abhängig. Die Eltern müssen in jedem Fall genau über die gesundheitlichen Risiken und die Prognose des Kindes aufgeklärt werden.

Für die Eltern, die häufig von der frühzeitig beendeten Geburt überrascht werden, ist es am Anfang meist sehr schwer, mit den kleinen Kindern umzugehen. Gerade die extremen Frühgeburten flößen den Eltern Angst ein. Sie wirken so verletzlich und man hat Angst, sie anzugreifen. Durch die Unterstützung des Personals der Neugeborenenintensivstationen lernen die Eltern den Umgang mit ihrem Kind, sie können die Scheu vor den Apparaten verlieren. Dann ist auch der Körperkontakt möglich, z.B. das Känguruverfahren, bei dem die Kleinen auf die Brust der Mutter gelegt werden um den Herzschlag und die Wärme des mütterlichen Körpers zu spüren. Das unterstützt die Entwicklung des Kindes manchmal mehr als die beste Medizin.

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr, Britta Bürger (Erstautorin 2001)
Medizinisches Review:
MR Dr. Helmuth Howanietz

Stand der medizinischen Information: September 2015

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013
Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektologie (DGPI), Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie e.V. (DGKP): Leitlinie zur Prophylaxe von schweren Erkrankungen durch Respiratory Syncytial Virus (RSV) bei Risikokindern; AWMF Registernummer 048 – 012; Stand: 01.07.2012 , gültig bis 31.12.2016
Homepage des deutschen Lungeninformationsdienstes; https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/rs-virus/grundlagen/index.html
Geist C., Harder U., Stiefel A.: Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf; Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart; 5. Auflage 2012
Bald M., Biberthaler P., Blattmann C. et al: Kurzlehrbuch Pädiatrie; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 2012
Homepage der Statistik Austria: Frühgeburten; Letzte Änderung: 11.06.2015; http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/fruehgeborene/index.html
Jahn-Zöhrens U.: Entspannt erleben – Schwangerschaft und Geburt; Hrsg: Deutscher Hebammenverband e.V.; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2011
Sonntag K.: Schwanger! Tag für Tag: Mein Kalender für eine aufregende Zeit; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2009

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Frühgeburt in 30. SSW

Bei einer Frühgeburt in 30. SSW ist es bereits sehr unwahrscheinlich, dass das Baby die verfrühte Entbindung nicht überlebt. Die guten Überlebenschancen schließen spätere Defizite in der Kindesentwicklung und Komplikationen bei oder nach der Geburt jedoch nicht aus.

In der 30. SSW wiegt ein normal entwickeltes Baby etwa 1500 Gramm und ist 40 cm groß. Außerdem liegen die meisten Babys bereits in der sogenannten „Geburtsposition“, also mit den Füßen nach oben und dem Kopf nach unten. Die Knochen werden immer stabiler, sodass bei einer Frühgeburt in 30. SSW diesbezüglich zunehmend weniger Komplikationen zu erwarten sind. Bei einer guten Beleuchtung kann das Baby nun auch Schatten und Silhouetten, die sich außerhalb der Gebärmutter befinden, als solche erkennen. Das Baby bildet weiterhin viele Fettzellen aus, wird immer runder und bekommt zunehmend die typischen Babyformen. Außerdem wächst es immer noch, was dazu führt, dass Babys, die bei einer Frühgeburt in 30. SSW zur Welt kommen, immer noch deutlich kleiner sind als Babys, die regulär in der 40. Schwangerschaftswoche geboren werden. Bei einem Jungen wandern die Hoden ab der 30. SSW zum Hodensack hinunter. Bei einem Mädchen ist in der 30.SSW bereits die Klitoris zu erkennen, die erst gegen Ende der Schwangerschaft von den Schamlippen umschlossen wird. Außerdem sind in der 30. SSW in der Regel bereits alle Sinne des Babys ausgebildet, sodass es diese im Falle einer Frühgeburt in der 30. SSW bereits nutzen kann.

Gefahren einer Frühgeburt in 30. SSW

Da das Baby in der 30. SSW in Bezug auf lebensnotwendige Funktionen schon verhältnismäßig weit entwickelt ist, überleben etwa 97 Prozent aller Babys die Frühgeburt in der 30. SSW. Ob das Baby überlebt, entscheidet sich bei einer Frühgeburt in diesem Stadium der Entwicklung oftmals bereits in der ersten Woche nach der Geburt. Die hohe Überlebenschance bedeutet jedoch keinesfalls, dass bei einer Frühgeburt in 30. Schwangerschaftswoche kein Risiko besteht, denn auch wenn das Frühchen überlebt, kann es noch zu Komplikationen und Spätfolgen kommen. Auch Babys, die bei einer Frühgeburt in 30. SSW zur Welt kommen, werden oftmals noch im Inkubator beatmet. Außerdem besteht die Gefahr einer Lungenentzündung und eines zu niedrigen Blutzuckerspiegels. Zudem birgt eine Frühgeburt in 30. SSW die Gefahr, dass das Baby später Defizite in den Bereichen der Motorik und der sprachlichen Entwicklung aufweist.

Die Chancen, dass ein Baby nach einer Frühgeburt in 30. SSW überlebt, stehen sehr gut. Dennoch ist das Baby in der 30. Schwangerschaftswoche noch deutlich kleiner und leichter als Babys, die erst in der 40. SSW zu Welt kommen, weshalb häufig noch spezielle Behandlungen, wie beispielsweise eine Beatmung im Inkubator, notwendig sind.

30.SSW wie gings Euren nach der Geburt?

Hallo,
meine Tochter ist in der 30+1. Woche zur Welt geholt worden, weil die Schwangerschaft für sie und mich sonst wegen meiens Gesundheitszustandes hätte tötlich enden können. Sie wurde am Tag vor der Geburt auf knapp 1500g „geschätzt“. Ihr realistisches Geburtsgewicht betrug 1280g. Wir wurden in der Uniklinik Essen betreut, die auf Frühchenspezialisiert ist. Ich kann dir nur Mut machen! Meine Tochter ist jetzt fast 18 Monate alt und es geht ihr super. Sie ist sprachlich, geistig und im Bereich der Feinmotorik ebenso wie körperlich (Größe, Gewicht) ihrem ALter entsprechend entwickelt. In der Grobmotorik benötigt sie etwas mehr Zeit, was mand aran sehen kann, dass sie noch nicht frei laufen kann und auch das KRabbeln kam bei ihr sehr spät. Das kostet zwar manchmla Geduld, aber ist im Endeffekt nicht schlimm;-).
Mit ging es nach der Geburt körperlich nur bezüglich meiern Vorerkrankung schlecht. Der Kaiserschnitt selbst sorgte etwa 3,4 Tage für deutliche Schmerzen, aber da ich ja regelmäßig auf die Frühchen Intesivstation zu meienr Kleinen wollte hatte ich den Schmerz schnell überwunden, vergessen oder verdrängt….es ging dann ganz gut.Zu diesem Zeitpunkt hätte ich auch schon aus dem Krankenhaus gehen dürfen, hab mich aber entschieden noch zu bleiben, da die Frauenstation und die Frühchen Intensivstation nebeneinander waren und ich so einfacher Tag und Nacht zu meinem Kind konnte.
Psychisch hatte ich mehr Probleme mit der Situation. Zum Einen war es schwer diese Würmchen so hilflos im Inkubator liegen zu sehen mit all den Geräten, so dass man immerwieder von Angst, Hilflosigkeit, Trauer, und teils unerklärlicher Enttäuschung/Wut auf sich selbst heimgesucht wurde, zum Anderen war es für mich schwer diese erste tiefe innige Beziehung aufzubauen. Einfach weil die Situation angespannt, ungewohnt und hemmend ist, weil man Angst um das Kind hat, weil es anders aussieht und ist als erwartet, weil Geräte und Medizin immerwieder im Vordergrund stehen und Mutter und Kind irgendwie trennen, weil die Hormone Achterbahn spielen…und und und. Ich glaube aber das diese Gefühle bei mir auch stark durch meine Gesundheitsgeschichte geprägt waren und ich in der Zeit körperlich und psychisch einfach viel noch zusätzlich verpacken musste.
Die Ärzte, Schwester usw waren alle sehr freundlich und hilfsbereit. Wir konnten die kleine Maus knapp 2 Wochen vor dem errechnetem Termin mit heim nehmen. Das war einfach wundervoll!
Im Rückblick war es sicher nicht wie man sich den Start ins (Familien-) Leben vorher ausmalt aber es war eine intensive Zeit in der wir große Entwicklungschritte bei unserem KInd sehen konnten, in der wir viel über sie und Kinder allgemein lernen konnten, viel Hilfe hatten und doch geschafft haben die Bindung aufzubauen und eine Familie zu sein. Es gab viele Rückschläge, das gehört leider dazu, aber oft sind sie nicht so schlimm,wie sie sich für Eltern anhören und um so schöner ist es, wenn das Kleien dann etwas Neues kann z.b. den ersten Schlick aus dem Sauger nimmt usw.Alles in Allem kann ich nur sagen: MAN STEHT ES DURCH!!!!! Auch wenn man das in der Situation selbst oft nicht denkt. Und es wird besser.
Nochmal zu Erinnerung: Meiner Kleinen geht es jetzt richtig gut, sie ist so fröhlich und kontaktfreudig, schaut gern Bücher an, baut Türme, liebt Tiere…..es geht ihr gut, man merkt keinen Unterschied mehr zu „normal geborenen“ Kindern….denn auch die können manchmal erst spät laufen 😉
Und auch mir eght es heute viel besser.
Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen……da fällt mir noch ein, mich hat es sehr überrrollt am Tag vor der Geburt alle Infos zu Frühchen etc zu bekommen, informiere dich vorsorglich jetzt sofort, auch wenn es dann doch alles anders kommt…was ich dir natürlich wünsche!!!!
Liebe Grüße
Jennifer

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