Fod ku tabelle

Inhalte

Wann: Bei der Erstuntersuchung und ab dem 6. Schwangerschaftsmonat regelmäßig.
Wie: Blutentnahme für anschließende Labordiagnostik.
Wo: Bei der Hebamme oder Frauenärztin.
Was: Hämoglobin ist unser Blutfarbstoff und der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten. Es verleiht ihnen die Fähigkeit, Sauerstoff zu transportieren. Damit Mutter und Kind ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind, brauchen Schwangere mehr Eisen, das für die Bildung der roten Blutkörperchen notwendig ist. Im Labor wird bestimmt, wie viel Gramm Hämoglobin in einem Deziliter Blut enthalten sind. Ein niedriger Hämoglobinwert (Hb-Wert) bedeutet in der Regel, dass auch wenige Erythrozyten vorliegen. Man spricht dann von einer Blutarmut (Anämie). Er kann aber auch dadurch zustande kommen, dass das Blut vermehrt flüssige Bestandteile (Plasma) enthält. Dies ist zu Beginn einer Schwangerschaft der Fall. Die Menge an Plasma im Blut nimmt so stark zu, dass der Anteil an Hämoglobin am Gesamtvolumen des Blutes absinkt. Und das, obwohl sogar eine größere Menge roter Blutkörperchen gebildet wird als zuvor. Für die Schwangere ist das unbedenklich. Wenn der Hämoglobingehalt sehr stark absinkt, liegt aber möglicherweise doch eine Anämie vor, also eine Verminderung der Erythrozyten-Zahl. Die häufigste Ursache ist ein Eisenmangel, der oft in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt. Beim Verdacht auf eine Anämie beauftragt die Ärztin eine Zählung der roten Blutkörperchen im Labor.
Nutzen: Der Hämoglobinwert hilft der Hebamme oder Frauenärztin, eine Anämie in der Schwangerschaft rechtzeitig zu erkennen.
Ergebnis: Liegt der Hb-Wert der Schwangeren bei der Erstuntersuchung bei mindestens 11,2 g/dl (Gramm pro Deziliter), gilt das als unbedenklich. Kontrolluntersuchungen werden dann erst wieder ab dem 6. Monat vorgenommen. Werte unter 11,2 g/dl sind ein möglicher Hinweis auf eine Anämie. Dies muss durch eine Zählung der roten Blutkörperchen überprüft werden.
Risiken: Die Hb-Wert-Untersuchung birgt keine Risiken für das Kind.
Gesundheitliche Folgen für die Mutter: Die Untersuchung hat für die Mutter keine gesundheitlichen Folgen. Eine ausgewogene Ernährung kann einem Eisenmangel vorbeugen.
Kosten: Die Bestimmung des Hb-Werts in der Schwangerschaft ist Teil der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Experteneinschätzung von Dr. Ulrike Bös, Frauenärztin:
„Bei jeder Schwangeren sinkt der Hämoglobinwert des Blutes unterschiedlich stark ab. Bei Werten unter 11,0 g/dl empfehle ich die Einnahme von Eisenpräparaten als magenfreundliche Tablette oder auch als Tinkturen, die mit Eisen angereicherte oder eisenhaltige Pflanzenextrakte enthalten. Zur Gabe von Eiseninfusionen rate ich nur noch in Ausnahmefällen.“

FL? SSL?? Das steht wirklich in deinen Mutterpass!

FL? SSL?? FOD??? Manche Abkürzungen im Mutterpass sind echtes Fachchinesisch. Dahinter verstecken sich viele spannende Details über die Entwicklung deines Babys. Wir haben eine kleine Übersetzungshilfe für dich!

Seite 2 und 3: Serologische Untersuchungen

Hier findest du einige wichtige Untersuchungsergebnisse deiner Blutabnahmen. Du siehst zum Beispiel, welche Blutgruppe du hast oder ob du Antikörper gegen den Rötelnvirus hast.

Seite 5 und 6: Anamnese und besondere Befunde

Auf diesen Seiten wird geklärt, ob für dich, dein Baby oder euch beide eventuell ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko bestehen könnte. Hier wird unter anderem gekennzeichnet, falls du unter „Hypertonie“, also Bluthochdruck, oder „Hypotonie“, niedrigem Blutdruck, leidest.

Seite 8 und 9: Gravidogramm

In dieser Tabelle dokumentiert dein Arzt (hoffentlich einigermaßen leserlich…) alle Ergebnisse, die er bei Untersuchungen im Verlauf deiner Schwangerschaft gesammelt hat. Hier liest du meist einige Abkürzungen und Fachwörter, zum Beispiel:

  • SSW: Das steht für Schwangerschaftswoche.
  • Fundusstand oder Symphysen-Fundusabstand: Damit ist der Abstand des oberen Gebärmutterrandes (Fundus) und der Schambeinfuge (Symphyse) gemeint. Er nimmt bis zur 36. SSW zu und senkt sich zum Geburtstermin wieder ein wenig.
  • Kindslage: Hier kannst du nachlesen, wie dein Baby während der Untersuchung in deiner Gebärmutter gelegen hat. In den ersten Monaten schlägt dein Kleines noch viele Purzelbäume, bis zur Geburt drehen sich aber 96 Prozent aller Kinder in die beste Startposition: Mit dem Kopf nach unten in den Geburtskanal, in die sogenannte Schädellage (SL). Liest du die Abkürzung BEL, heißt das, dass dein Baby im Moment in Beckenendlage liegt, also der Popo in den Geburtskanal zeigt. QL, also Querlage, bedeutet einfach, dass das Kind quer zur Wirbelsäule der Mama liegt. Schreibt dein Arzt ein E in die Tabelle, meint er „Einstellung“ und damit, dass sich dein Baby mit einem führenden Körperteil, meistens mit dem Kopf, ins Becken gedreht hat.

Seite 10 bis 12: Ultraschalluntersuchungen

Den drei großen Ultraschalluntersuchungen fiebern Mamas häufig am meisten entgegen: Mal deutlicher, mal nur mit Hilfe des Arztes, kannst du Füßchen, Hände oder die kleine Stubsnase auf dem Monitor erkennen. Dein Arzt achtet dabei natürlich noch auf viel mehr und dokumentiert die Messungen. Hier findest du beispielsweise diese Abkürzungen:

  • SSW = Schwangerschaftswoche: Der Arzt misst die Größe deines Babys und kann so die SSW auf plus/minus fünf Tage genau festlegen.
  • FS = Fruchtsackdurchmesser: Er ist ab der 5. SSW sichtbar und kann so schon früh auf eine intakte Schwangerschaft hinweisen.
  • SSL = Scheitel-Steiß-Länge: Damit ist die Länge des Babys vom äußersten Kopfende bis zum äußersten Steißende gemeint.
  • BPD = Biparietaler Durchmesser: Dies ist der quergemessene Durchmesser des Köpfchens.
  • FOD = Fronto-okziptaler Durchmesser: Der Längsdurchmesser des Köpfchens.
  • KU = Kopfumfang: Der Umfang des Babyköpfchens.
  • ATD = Abdomenquerdurchmesser: Dafür misst der Arzt den Bauch des Babys von der einen bis zu anderen Seite….
  • APD = Anterior-posteriorer Durchmesser: …und hier von vorne nach hinten.
  • AU= Abdomenumfang: Damit ist der Umfang des Babybäuchleins gemeint.
  • FL/HL = Femurlänge/Humeruslänge: Das ist die Länge des Oberschenkelknochens (Femur) und des Oberarmknochens (Humerus).

Seite 14: Weiterführende Untersuchungen

(wenn nötig), z.B. Doppler-Sonographie.

Seite 15 und 16: Abschlussuntersuchung/Epikrise

Ist diese Seite ausgefüllt, ist dein kleiner Schatz auf der Welt! Hier wird die Geburt festgehalten sowie die Ergebnisse deiner letzten gynäkologischen Untersuchung, bevor ihr nach Hause geht.

Du hast weitere Fragen zum Mutterpass? Unsere Elternberatung hilft dir gerne weiter unter [email protected] oder über die Medela Facebookseite.

Mutterpass

Der Mutterpass ist ein mehrseitiges Dokument in DIN A 6 Format als Anlage zu den Mutterschafts-Richtlinien zur Dokumentation der erhobenen Befunde. Der Mutterpass wird vom Arzt so früh wie möglich ausgestellt und der werdenden Mutter ausgehändigt. Sie sollte ihn zu allen Untersuchungen – ob bei ihrem Frauenarzt, der Hebamme oder im Krankenhaus – mitbringen. Auch nach der Geburt sollten Mütter den Mutterpass aufbewahren. Die eingetragenen Daten und Befunde sind einerseits für eine erneute Schwangerschaft nützlich. Zudem ist das Heft so konzipiert, dass es Platz für die Dokumentation von insgesamt zwei Schwangerschaften lässt.

Seite 2: Blutgruppe, Rhesusfaktor, Rötelntiter

Auf dieser Seite finden sich die Ergebnisse der Blutgruppenbestimmung, der irregulären Antikörper und des Rhesusfaktors

Blutgruppenzugehörigkeit

In diesem Abschnitt werden die Blutgruppe der Mutter und ihr Rhesusfaktor eingetragen. Dies dient im Notfall (Operation, Bluttransfusion) der schnellen Auskunft des Arztes. Die Untersuchung des Rh-Merkmals D erfolgt mit mindestens zwei verschiedenen Testreagenzien. Für die Untersuchung wird die Anwendung zweier monoklonaler empfohlen. Bei negativem Ergebnis beider Testansätze gilt die Schwangere als Rh-negativ (D negativ). Bei übereinstimmend positivem Ergebnis der beiden Testansätze ist die Schwangere Rh-positiv. Bei Diskrepanzen oder schwach positiven Ergebnissen der Testansätze ist eine Klärung notwendig.

Antikörper-Suchtest

Der Antikörpersuchtest wird mittels des indirekten Antiglobulintests gegen zwei Test-Blutmuster neben den Antigenen D, C, c, E, e auch für Kell, Fy und S durchgeführt. Bei Nachweis dieser Antikörper sollen möglichst aus derselben Blutprobe deren Spezifität und Titerhöhe bestimmt werden. Ggf. müssen in solchen Fällen auch das Blut des Kindesvaters und die Bestimmung weiterer Blutgruppen-Antigene der Mutter in die Untersuchung einbezogen werden. Auch nicht zum Morbus haemolyticus neonatorum führende Antikörper (IgM und/oder Kälte-Antikörper) sind in den Mutterpass einzutragen, da sie ggf. bei einer Bluttransfusion für die Schwangere wichtig sein können.

Röteln-Antikörpertest

Eine Testung auf Röteln-Antikörper ist nur dann erforderlich, wenn keine zweimalige Röteln-Impfung dokumentiert ist. Gleiches gilt, wenn in einer Vorschwangerschaft Immunität bescheinigt wurde.
Liegt kein Nachweis über eine zweimalige Röteln-Impfung vor, wird das Blut der Mutter auf Antikörper gegen Rötelnviren untersucht, um festzustellen, ob die Schwangere durch eine Impfung oder durch die Erkrankung einen ausreichenden Immunschutz aufgebaut hat. Ist dies der Fall, kann normalerweise keine neue Infektion auftreten

Erkrankt eine werdende Mutter in der frühen Schwangerschaft, kann das das zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Missbildungen beim Ungeborenen führen.
Der Nachweis von Röteln-IgG zeigt bei gleichzeitig negativen Werten für Röteln-IgM eine zurückliegende Infektion oder Impfung an. Bei einem positiven Nachweis für Röteln-IgG kann von Schutz ausgegangen werden.

International wird ein Röteln-IgG Befund von 10 bis 15 IU/ml als schutzvermittelnd angesehen, wobei es Einschränkungen zu diesen Aussagen hinsichtlich Durchführung der Teste gibt.

Seite 3: Infektionskrankheiten

Es gibt eine Reihe von Krankheitserregern, die das Kind im Mutterleib oder nach der Geburt gefährden können. Um eine Ansteckung vermeiden bzw. rechtzeitige Maßnahmen zum Schutz des Kindes einleiten zu können ist es wichtig, zu wissen, ob die Mutter eine dieser Erkrankungen auf das Kind übertragen könnte.

Nachweis von Chlamydia trachomatis-Antigen

Eine Chlamydien-Infektion der Mutter wird anhand von Urinproben festgestellt bzw. ausgeschlossen. Die Erreger verursachen Entzündungen der Lunge, der Augen oder der Harnorgane und können bei vorliegender Infektion der Scheide der Schwangeren bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.

Antikörper-Suchtest-Kontrolle

Bei allen Schwangeren wird in der 24. bis 27. Schwangerschaftswoche ein zweiter Blut-Test auf irreguläre Antikörper durchgeführt.

Röteln-Antikörpertest

Die Bestimmung der Röteln-Antikörper ist dann Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschaftsvorsorge, wenn keine zweimalige Impfung, bzw. durchgemachte Infektion nachgewiesen werden kann. Die Kontrolle sollte bei schwangeren Frauen in der 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, die Röteln negativ sind.
Mit Hilfe des Röteln-Antikörpertests kann man feststellen, ob bei der untersuchten Person eine akute Röteln-Infektion vorliegt, sie eine Rötelninfektion durchgemacht hat oder ob eine ausreichende Immunität durch Impfung besitzt

LSR-Test (Lues-Such-Reaktion)

LSR steht für Lues-Such-Reaktion. Lues wird auch als Syphilis bezeichnet. Der Erreger der Geschlechtskrankheit stellt eine Gefahr für das Kind dar und kann es schädigen. Daher wird die Mutter durch eine Blutabnahme untersucht. Bei einem positiven Testergebnis wird überprüft, ob die Infektion durchgemacht wurde, aber ausgeheilt ist oder ob eine akute Erkrankung besteht. Das Ergebnis des Tests wird nicht im Mutterpass dokumentiert. Es wird nur notiert, dass der Test durchgeführt wurde.

Nachweis von HBs-Antigen

HB kürzt den Begriff für die infektiöse Leberentzündung (Hepatitis B) ab. Der Bluttest wird ab der 32. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Durch die Bestimmung des HBs-Antigens im letzten Schwangerschaftsdrittel können diejenigen Schwangeren identifiziert werden, die das Virus potentiell auf ihr Kind übertragen könnten. Wird das HBs-Antigen nachgewiesen, werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um das Ansteckungsrisiko abzuschätzen.

Infektionsgefahr besteht bei folgenden Befunden: HBs Antigen oder HBc Antikörper positiv und HBs Antikörper negativ. Eine Erkrankung wäre für das Neugeborene lebensbedrohlich. Um eine Infektion zu verhindern, wird das Kind unmittelbar nach der Geburt geimpft.

Weiterhin können folgende Untersuchungen in Absprache vorgenommen werden:

HIV

HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) ist die Bezeichnung für den Erreger, das die Krankheit AIDS (Abkürzung für acquired immunodeficiency syndrome) verursacht. Das Virus kann bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Daher ist ein Test sinnvoll, um festzustellen, ob ein Risiko besteht. Durch Schutzmaßnahmen kann die Infektion vermieden werden.
GBA-Patienteninformation „Ich bin schwanger. Warum wird allen Schwangeren ein HIV-Test angeboten?“ (https://www.g-ba.de/institution/service/publikationen/merkblaetter/merkblaetter/)

Der Test wird – nach vorangegangenem Beratungsgespräch – nur mit Einverständnis der Schwangeren durchgeführt; die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Im Mutterpass wird nur vermerkt, ob der Test durchgeführt wurde. Das Ergebnis wird nicht im Mutterpass dokumentiert.

Toxoplasmose

Diese an sich harmlose Infektion wird durch nicht ausreichend erhitztes Fleisch oder Katzenkot übertragen. Hat man die Krankheit bereits gehabt, finden sich entsprechende Antikörper im Blut. Eine Erstinfektion in der Schwangerschaft sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen kann. Der Test wird nur bei begründetem Verdacht von der Krankenkasse übernommen, ansonsten muss er selbst gezahlt werden.

B-Streptokokken-Infektion

Während der Schwangerschaft sind Infektionen der Mutter mit Streptokokken der Gruppe B bedeutsam, da sich das Kind bei der Geburt unter Umständen folgenschwer damit infizieren kann. Unter medizinischen Gesichtspunkten kann es sinnvoll sein zu wissen, ob eine Schwangere in den letzten Schwangerschaftswochen mit B-Streptokokken infiziert ist oder nicht. In der gültigen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird zu einem Screening aller Schwangeren in der 36. Schwangerschaftswoche geraten. Derzeit ist ein solches Screening aber nicht Teil der Mutterschaftsrichtlinien und daher auch keine Kassenleistung. Nur bei bestimmten Risikokonstellationen (z.B. Frauen, die vor der 37. Woche entbinden, Blasensprung viele Stunden im Vorfeld eigentlichen Geburt, vorangegangene Schwangerschaften mit erkrankten Kindern) wird der Test als Kassenleistung durchgeführt. Schwangere Frauen ohne besondere Risiken können den Test als so genannte Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen, müssen ihn dann jedoch selbst bezahlen (ca. 30 Euro).

Seite 4: Vorangegangene Schwangerschaften

Auf dieser Seite werden Informationen zu vorangegangenen Schwangerschaften vermerkt. z. B. über das Jahr und den Ausgang der Schwangerschaften, also ob

  • das Kind durch Spontangeburt oder Kaiserschnitt zur Welt kam
  • es zu einer Fehlgeburt kam
  • ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen wurde
  • es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelte

Es werden außerdem eingetragen:

  • Schwangerschaftsdauer
  • Geburtsverlauf
  • Komplikationen
  • Gewicht und Geschlecht des Kindes

Diese Daten lassen Rückschlüsse auf mögliche Risiken für weitere Schwangerschaften zu. Ergibt sich ein Hinweis auf eine Risikoschwangerschaft, wird auf die Überwachung der Schwangeren besonderes Augenmerk gerichtet.

Ebenso wird auf dieser Seite festgehalten, dass die Ärztin oder der Arzt die Schwangere über die Bedeutung verschiedener gesundheitsförderlicher bzw. gesundheitsbeeinträchtigender Verhaltensweisen aufgeklärt hat.
Eine Beratung der Schwangeren erfolgt zu folgenden Aspekten:
a) Ernährung (u.a. Jodzufuhr), Medikamente, Genussmittel (Alkohol, Tabak und andere Drogen)
b) Tätigkeit/Beruf, Sport, Reisen
c) Risikoberatung
d) Geburtsvorbereitung/Schwangerschaftsgymnastik
e) Krebsfrüherkennungsuntersuchung
f) Zum HIV-Antikörpertest
g) Zur Mundgesundheit

Seite 5: Allgemeine Krankengeschichte, Beratung der Schwangeren

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung erhebt der Frauenarzt anhand eines Fragenkatalogs die allgemeine Krankheitsgeschichte der Schwangeren (Anamnese). Dies gibt Aufschluss über mögliche Risiken.
Die Schwangere wird über Risiken und Verhaltensempfehlungen während der Schwangerschaft aufgeklärt. Im Mutterpass wird vermerkt, dass diese Beratung erfolgt ist.

Seite 6: Schwangerschaftsverlauf, Beratung

Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf
Hier werden im Katalog B Komplikationen und Besonderheiten, die im Zusammenhang mit der laufenden Schwangerschaft stehen, vermerkt:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • die Verlagerung oder Insuffizienz der Plazenta
  • Blutungen
  • vorzeitige Wehen
  • Infektionen
  • Schwangerschaftsdiabetes, Ödeme, Bluthochdruck

Außerdem:

  • aktuelle Allgemeinerkrankungen der Schwangeren
  • besondere gegenwärtige Belastungen
  • Einnahme von Medikamenten und Zigaretten- und Drogenkonsum

Diese Daten werden gemeinsam mit der allgemeinen Anamnese für die Einstufung einer Risikoschwangerschaft herangezogen.

Terminbestimmung
Der voraussichtliche Geburtstermin wird ausgehend von der Zykluslänge und dem ersten Tag der letzten Periode, falls bekannt auch mit Hilfe des Datums der Empfängnis errechnet und notiert. Der Termin kann bei einem der folgenden Termine korrigiert werden, falls die Entwicklung des Kindes nicht den für dieses Stadium üblichen Werten entspricht.

Doppelseiten 7 und 8: Gravidogramm

Hier werden alle Untersuchungen, die im Verlauf der Schwangerschaft gemacht werden, übersichtlich eingetragen. Die erste Spalte wird auf die Eintragung des Untersuchungsdatums verwendet. In die Spalten 2 und 3 werden das angenommene und – falls es nötig wird – die korrigierte Schwangerschaftswoche (SSW) eingetragen. Der Eintrag 15 + 3 würde dabei bedeuten, die Schwangerschaft befindet am dritten Tag der 16. Woche.

In den weiteren Spalten dokumentiert der Arzt die Entwicklung der Schwangerschaft bzw. des Kindes und das Befinden der Schwangeren:

  • Fundusstand
  • Kindslage
  • Herztöne
  • Kindsbewegungen
  • Ödeme/Krampfadern (Varizen/Varikosis)
  • Gewicht
  • RR (Blutdruckmessung)
  • Hb (Hämoglobin)
  • Urinstreifentest und Sediment / ggf. bakteriologischer Befund
  • Vaginale Untersuchung
  • Risiko-Nr. nach Katalog B
  • Besonderheiten/Therapie/Maßnahmen

Fundusstand
Der Fundusstand gibt den Höhenstand der Gebärmutter durch Tastuntersuchung an. Gemessen werden kann auch der Symphysen-fundus-Abstand in cm vom Schambein (Symphyse) bis zum obersten Punkt der Gebärmutter (Fundus uteri). Die Messung dient dazu, die Größe und auch das Wachstum der Gebärmutter abzuschätzen, um zu beurteilen, wie sich die Größe der Gebärmutter und auch die des Babys entwickelt. In der 24. SSW hat die Höhe der Gebärmutter meist den Nabel erreicht – entsprechend kann N/0 in die Unterlagen eingetragen werden oder eine zeichnerische Darstellung mit dem Nabel als Mittelpunkt eines Kreuzes.

Kindslage
Die Lage des Kindes ist besonders um den Geburtstermin herum von Bedeutung, da sie entscheidend für den Verlauf einer Geburt ist. Es wird notiert, ob es mit dem Schädel nach unten in der Gebärmutter liegt, sich in Quer- oder Seitenlage befindet oder mit dem Becken oder Steiß nach unten zeigt. Die Ergebnisse werden abgekürzt: Schädel-Lage = SL; Becken-Endlage = BEL; Querlage = QL. Die Kindslage ist frühestens ab der 26. Schwangerschaftswoche von Bedeutung, da sich das Kind vorher noch häufig dreht.

Herztöne
In diese Spalte wird die Pulsfrequenz (also die Häufigkeit der Herzschläge pro Minute) des Babys eingetragen. Erhoben werden die Daten per Stethoskop oder über das Ultraschallgerät, wenn der Herzschlag hier sichtbar ist. Das Baby hat mit 120 bis 160 Schlägen pro Minute einen sehr viel schnelleren Puls als Erwachsene.

Kindsbewegungen
Dokumentiert werden in dieser Spalte die Angaben der werdenden Mutter zu den Bewegungen ihres Kindes. Die meisten Frauen spüren in der 18. bis 20. Woche zum ersten Mal ihr Kind. Der Arzt oder die Hebamme können aus der Aktivität des Ungeborenen u.a. auf dessen Entwicklung sowie auf den voraussichtlichen Geburtstermin rückschließen.

Ödeme/Krampfadern (Varizen/Varikosis)
Wasseransammlungen im Gewebe oder Krampfadern geben Hinweise auf das mütterliche Befinden und werden dokumentiert.

Gewicht
Die Entwicklung des Körpergewichts der Mutter ist ein Parameter, dem in der Schwangerschaft Beachtung geschenkt wird. Ist die Mutter untergewichtig, wird eine größere Gewichtszunahme in der Schwangerschaft empfohlen als bei eine normalgewichtigen, bzw. übergewichtigen Schwangeren Eine starke Gewichtszunahme bzw. Übergewicht sind Risikofaktoren für eine schwangerschaftsspezifische Erkrankung (Präeklampsie, Gestose, Schwangerschaftsdiabetes).

RR (Blutdruckmessung)
RR ist die Bezeichnung für die indirekte Blutdruckmessung elektronisch oder mit aufblasbarer Armmanschette und einem Stethoskop. In der Schwangerschaft ist ein etwas erhöhter Blutdruck gegenüber den Messergebnissen außerhalb einer Schwangerschaft völlig normal. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel fällt der Blutdruck normalerweise leicht ab. Da ein Ansteigen des Blutdruckes auf eine beginnende Erkrankung der Schwangeren (Gestose) hinweisen kann, wird er regelmäßig kontrolliert. Ein Wert um 100/70 und unterhalb zeigt einen niedrigen Blutdruck, ab 140/90 würde man von einem Bluthochdruck sprechen. Beachtung findet aber auch die Tendenz des Blutdrucks, also steigt er eher oder sinkt er.

Hb (Hämoglobin)
Mit dem Hb-Wert wird der Blutfarbstoffgehalt angegeben, was Rückschlüsse auf den Eisengehalt zulässt. Dies ist für den Sauerstofftransport im Blut von großer Bedeutung. Der Hb-Wert sinkt im Verlauf der Schwangerschaft bis zur 27. Schwangerschaftswoche durch Vermehrung des Blutvolumens. Liegt der Wert unter 11,2 g/L werden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestimmt. Bei diesen Werten zu Beginn einer Schwangerschaft wird die Einnahme von Eisenpräparaten empfohlen, um die Sauerstoffversorgung des Kindes zu gewährleisten.

Urinstreifentest und Sediment / ggf. bakteriologischer Befund
In der Schwangerschaft wird regelmäßig der Urin mittels Urinstreifentest und Urinsediment untersucht. Mit dem Urinstreifentest wird Eiweiß, Zucker, Nitrit oder Blut nachgewiesen. Die Ergebnisse werden in dieser Spalte eingetragen. Im Urinsediment können Eiweiße, Nitrit oder Blut im Urin Anzeichen einer Erkrankung (Blasenentzündung, Nierenprobleme) sein. Bakterien deuten ebenfalls auf eine Infektion (Blasenentzündung) hin. Eine Erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen ist ein Hinweis auf eine vorliegende Entzündung.

Vaginale Untersuchung
Hier werden die vaginalen Tastbefunde des Arztes eingetragen, z. B. der Zustand des Muttermundes (also die Öffnung der Gebärmutter) sowie des Gebärmutterhalses (Fachbegriff: Cervix). Dokumentiert werden dabei Länge, Festigkeit und Stand der Cervix. Bei der vaginalen Untersuchung kann auch etwas Sekret aus der Scheide entnommen werden, das anschließend unter dem Mikroskop beurteilt wird. Säuregehalt (pH-Wert) und Bakterien geben Hinweis auf eine eventuell drohende Frühgeburt.

Risiko-Nr. nach Katalog B
Hierin werden Besonderheiten vermerkt, die zur Beurteilung der Schwangerschaft dienen, z. B. psychische oder physische Belastungen der Mutter, Blutungen, Anämie, Harnwegsinfekte oder Plazentainsuffizienz.

Besonderheiten/Therapie/Maßnahmen
Weitere Untersuchungen, die der Arzt bei Indikation veranlasst, können hier vermerkt werden. Dazu gehören Verfahren zur Feststellung einer Fehlbildung oder einer chromosomalen Veränderung beim Ungeborenen beispielsweise die Chorionzottenbiopsie (ab 10.-12. Woche), die Amniozentese (Fruchtwasserdiagnostik, ab 14.-18. Woche), die Bestimmung des Alpha-Feto-Protein-Spiegels (überdurchschnittl. Wert: Hinweis auf Spina bifida; sehr niedriger Wert: evtl. Down-Syndrom), die Nacken Transparenzmessung oder bei rechnerischer Terminüberschreitung die Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung). Über die Notwendigkeit, Aussagefähigkeit und das Risiko eines Testes für das Kind klärt der Frauenarzt auf. Die Entscheidung zur Durchführung einer Untersuchung trifft die Schwangere selbst nach dem Beratungsgespräch. Vor der Diagnostik sollte sich die Schwangere darüber Gedanken machen, inwieweit ein auffälliges Ergebnis die Fortsetzung der Schwangerschaft beeinflusst. Sie kann dabei Unterstützung und Beratung nach §2 des Schwangerschaftskonfliktgesetzes erhalten.

Seite 9: Besonderheiten zu den Katalogen A. und B., Stationäre Behandlungen, Cardiotokographische Befunde

Besonderheiten zu den Katalogen A. und B.
Hier werden Besonderheiten und Ergänzungen zu den Seiten 5 und 6 vermerkt.

Stationäre Behandlungen

Findet während der Schwangerschaft ein Klinikaufenthalt statt, sollten hier Datum, Klinik, Diagnose und Therapie durch die Klinik vermerkt werden.

Kardiotokographische Befunde
Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen nach Mutterschaftsrichtlinien gehören ab der 25. Schwangerschaftswoche die Aufzeichnung der Herztöne des Kindes und der Wehentätigkeit (Kardiotokographie, Abkürzung: CTG) nur bei entsprechender Notwendigkeit (Indikation) zur Betreuung der Schwangeren.

Seite 10 und 11: Ultraschalluntersuchungen

Drei optionale Ultraschallscreeninguntersuchungen gehören laut Mutterschaftsrichtlinien zur Betreuung einer normalen Schwangerschaft. Das erste Screening findet in der 9. bis 12. Woche statt, das zweite Screening sollte in der 19. bis 22. Woche liegen und das dritte in der 29. bis 32. Woche.
Im zweiten Schwangerschaftsdrittel steht neben der „Basis-Ultraschalluntersuchung“ seit dem 1.7.2013 auch eine „erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung“ zur Auswahl.

Gemessen werden die Größe des Kindes und die Entwicklung seiner Organe, die Herzaktivität, die Fruchtwassermenge und der Sitz der Plazenta. Der Eintrag der Werte in die Normkurven zeigt, ob eine zeitgerechte Entwicklung vorliegt. Anhand der Untersuchungen kann der voraussichtliche Geburtstermin im Zweifel korrigiert werden.

Ausführliche Beschreibungen zu diesen Untersuchungsverfahren sind auch in der Patienteninformation des GBA nachzulesen: http://www.g-ba.de/institution/service/publikationen/merkblaetter/merkblaetter/ Ultraschallscreening

Seite 12: Ultraschall-Kontrolluntersuchungen nach Anlage 1b

Werden bei den regulären Ultraschall-Screening-Untersuchungen Auffälligkeiten festgestellt, kann der Arzt weitere Ultraschalluntersuchungen veranlassen und bei entsprechender Qualifikation durchführen.

Seite 13: Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

Auf dieser Seite werden die erhobenen Messwerte bei den Ultraschall-Screening-Untersuchungen in eine Tabelle eingetragen, womit die Entwicklung des Kindes im Schwangerschaftsverlauf besser zu beurteilen ist.

Seite 15: Abschlussuntersuchung/ Epikrise

Der Mutterpass wird durch die Abschlussuntersuchung nach Geburt abgerundet. Hier werden am Ende nochmals die Informationen über die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett dokumentiert.
Hierin werden auch Angaben zur Vitalität und Entwicklung des Babys nach der Geburt festgehalten.

Seite 16: 2. Untersuchung nach der Entbindung (6.-8. Woche)

Auf dieser Seite werden Besonderheiten im Wochenbett dokumentiert und die erhobenen Befunde der 2. Nachsorgeuntersuchung, bzw. zum Stillen und den ersten Kinderuntersuchungen

Der Mutterpass: Serologische Untersuchungen / Laboruntersuchungen

Letzte Änderung: 25.08.2017
Nächste Aktualisierung von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Im Mutterpass vor September 2009 „serologische Untersuchungen“ genannt, ist die aktuelle Variante „Laboruntersuchungen“ für die meisten Schwangeren verständlicher. Der Begriff „serologische Untersuchungen“ bezieht sich nur auf Blutuntersuchungen. Mittlerweile zählen aber auch Urintests zu diesem Abschnitt, sodass die Bezeichnung „Laboruntersuchungen“ korrekt ist.

Die meisten Laboruntersuchungen sind Bestandteil der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen und werden daher von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Zusätzliche Untersuchungen, wie beispielsweise ein Test auf Toxoplasmose-Antikörper, muss die Schwangere in der Regel aber selbst zahlen.

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Serologische Untersuchungen

  • Ist Ihr Rhesusfaktor positiv, gibt es keine Probleme mit einer Rhesusunverträglichkeit, auch wenn Ihr Kind Rhesus negativ ist.
  • Ist Ihr Rhesusfaktor negativ, kann es zu einer Blutgruppenunverträglichkeit kommen: Bei der Geburt kommt es zu einem Blutaustausch zwischen Ihnen und Ihrem Baby, bei dem Sie Antikörper gegen den fremden Rhesusfaktor im kindlichen Blut entwickeln können. Das ist für das Kind risikofrei – bei nachfolgenden Schwangerschaften kann es aber zu lebensgefährlichen Komplikationen für das neue Kind kommen (Rhesusunverträglichkeit).

Schwangere mit negativem Rhesusfaktor erhalten deshalb zwischen der 28. und 30. Schwangerschaftswoche sowie innerhalb von 72 Stunden nach der Geburt eine sogenannte Rhesusprophylaxe, die verhindert, dass sich körpereigene Antikörper bilden.

Ob bereits eine Rhesusunverträglichkeit besteht, ermittelt der Arzt mithilfe des Antikörpersuchtests.

Antikörpersuchtest

Mithilfe des Antikörpersuchtests testet Ihr Frauenarzt bei der Erstuntersuchung Ihr Blut darauf, ob es Antikörper enthält, die zu einer Blutgruppenunverträglichkeit führen (Rhesusunverträglichkeit). Der Test fällt negativ aus, wenn sich keine Antikörper im Blut finden. Der Arzt wiederholt den Test wischen der 24. und der 27. Schwangerschaftswoche. Ist auch dieser Test negativ, müssen Sie sich keine Sorgen wegen einer möglichen Rhesusunverträglichkeit machen.

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Laboruntersuchungen

Röteln-Antikörper-Test-Kontrolle

Mit dem Röteln-HAH-Test (HAH = Hämagglutinationshemmung) untersucht Ihr Arzt, ob Sie einen ausreichenden Schutz gegen Röteln haben.

Eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft kann das Baby schwer schädigen und unter Umständen ein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch sein – darum ist es wichtig, dass Sie sich möglichst schon bei Kinderwunsch darauf untersuchen lassen, ob Sie bereits Röteln-Antikörper haben oder nicht. Gegebenenfalls können Sie sich vor einer geplanten Schwangerschaft noch gegen Röteln impfen lassen. Außerdem ist es sinnvoll, wenn Sie Ihr Kind nach der Geburt entsprechend der Impfempfehlungen frühzeitig gegen Röteln impfen lassen.

Wenn Sie Röteln als Kind hatten oder dagegen geimpft wurden, sind Sie lebenslang immun. Den ersten aktiven Impfschutz erhalten Kinder in der Regel gemeinsam mit dem Impfstoff gegen Mumps und Masern im Alter von 11 bis 14 Monaten. Die zweite Impfung bekommen Sie dann im Alter von 15 bis 23 Monaten, die Auffrischimpfung im Alter von 5 bis 17 Jahren.

Sind Sie nicht immun gegen Röteln, kann die Impfung nicht während der Schwangerschaft nachgeholt werden. In diesem Fall sollten Sie unbedingt jeden Kontakt zu an Röteln erkrankten Personen meiden.

Nachweis von Chlamydia-trachomatis-Antigen

Im älteren Mutterpass (vor September 2009) heißt es hier: „Nachweis von Chlamydia trachomatis-Antigen“, im neueren Mutterpass „Nachweis von Chlamydia-trachomatis-DNA aus einer Urinprobe mittels Nukleinsäure-amplifizierendem Test (NAT)“. Noch vor wenigen Jahren machte der Arzt zum Chlamydien-Nachweis einen Abstrich aus dem Gebärmutterhals (Zervix). Mittlerweile ist der Nachweis aber über eine Urinprobe möglich.

Chlamydia trachomatis ist ein Krankheitserreger, der im Gebärmutterhals vorkommen und beim Neugeborenen zu Augen- und Lungenentzündungen führen kann, wenn es bei der Geburt damit in Kontakt kommt und sich infiziert. Ist der Test positiv, muss die Schwangere daher mit Antibiotika behandelt werden.

LSR (Lues-Suchreaktion)

Mithilfe der Lues-Suchreaktion wird ermittelt, ob Syphilis-Erreger im Körper der Mutter vorliegen. Die Lues venera oder Syphilis ist eine Geschlechtskrankheit, die oft unerkannt bleibt, heutzutage aber relativ selten ist.

Etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche kann die Erkrankung über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Daher ist es wichtig, Lues rechtzeitig zu erkennen. Ist die Erkrankung aktiv, erhalten Sie Antibiotika. Das Testergebnis wird im Mutterpass nicht festgehalten, hier steht lediglich, ob der Test durchgeführt wurde.

Nachweis von HBs-Antigen aus dem Serum

HBs steht für Hepatitis B surface (engl.: Oberfläche). Spätestens in der 36. Schwangerschaftswoche, für gewöhnlich aber früher, wird der Arzt einen Test auf das HBs-Antigen durchführen und das Ergebnis im Mutterpass festhalten. Die Mutter kann Hepatitis B bei der Geburt auf das Baby übertragen – eine Erkrankung mit Hepatitis B ist für Neugeborene lebensgefährlich. Darum werden Neugeborene, deren Mütter an Hepatitis B erkrankt sind, umgehend nach der Geburt geimpft.

Weitere Blutuntersuchungen

Auf eigenen Wunsch oder auf Anraten des Arztes erfolgen weitere Blutuntersuchungen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen beispielsweise einen HIV-Test, dessen Ergebnis wie das des Lues-Tests nicht im Mutterpass erfasst wird. Dort steht lediglich, ob der Test gemacht wurde.

Auch eine akute Toxoplasmose während der Schwangerschaft kann das Kind schädigen. Daher kann es unter Umständen sinnvoll sein, zu testen, ob Sie gegen Toxoplasmose immun sind. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie aber nicht gleich jeden Kontakt zu Katzen vermeiden, wie viele denken. Toxoplasmose wird häufiger über rohes Fleisch oder während der Gartenarbeit übertragen. Wenn Sie keine Toxoplasmose-Antikörper haben, achten Sie auf Folgendes:

  • Reinigen Sie die Katzentoilette nicht selber oder nur mit Handschuhen. Reinigen Sie die Toilette mindestens einmal alle 24 Stunden.
  • Waschen Sie sich nach der Verarbeitung von rohem Fleisch gründlich die Hände.
  • Verwenden Sie unterschiedliche Messer und Unterlagen, wenn Sie rohes Fleisch und Obst oder Gemüse schneiden.
  • Tragen Sie zur Gartenarbeit Handschuhe.

Femurlänge

In den Ultraschall-Untersuchungen wird die Länge des Oberschenkelknochens (Femur) neben vielen anderen Messgrößen etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche regelmäßig ermittelt, um die zeitgerechte Entwicklung des Babys zu kontrollieren. Die Messdaten werden nach jedem Ultraschall unter dem Kürzel Fe oder FL in den Mutterpass eingetragen. Die Femurlänge ist gemeinsam mit dem Kopf- und Bauchumfang vor allem ein Hinweis auf das Gewicht und die Größe des Babys.

Femurlänge: Tabelle mit Durchschnittswerten*

Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich ganz individuell – auch schon im Mutterleib. Das gilt ebenso für die Proportionen oder einzelne Messwerte im Ultraschall. Zur Orientierung haben verschiedene Experten in den vergangenen Jahren Übersichten über solche Werte erstellt, auch über die Femurlänge. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Femurlänge in den jeweiligen Schwangerschaftswochen.

* Werte von Jeanty, P., Romero, R.: Obstetrical ultrasound, McGraw-Hill, New York 1984

Femurlänge zu kurz – was bedeutet das?

Bei einem verkürzten Oberschenkelknochen kann das Risiko für Chromosomenstörungen – vor allem für das Down-Syndrom (Trisomie 21) – erhöht sein. Das gilt vor allem, wenn gleichzeitig auch der Oberarmknochen (Humerus) des Babys etwas kürzer ist. Eine zu kurze Femurlänge allein bedeutet aber nicht automatisch, dass das Baby auch eine Chromosomenstörung hat. Sie kann lediglich ein Hinweis darauf sein, da Babys mit Down Syndrom häufig auch einen kürzeren Oberschenkelknochen haben.

Meist wird die Femurlänge als Messgröße hinzugezogen, wenn aufgrund anderer Indikatoren, zum Beispiel nach der Nackenfaltenmessung, bereits ein Verdacht auf Trisomie 21 besteht.

Größe des Babys mit Femurlänge berechnen

Es gibt verschieden Formeln, mit denen sich die Größe des Babys anhand der Femurlänge Messgrößen ausrechnen lassen soll. Eine Methode, mit der auch Frauenärzte häufig rechnen: Man nimmt die Femurlänge in Zentimetern und multipliziert sie mit sieben, also zum Beispiel bei einer werdenden Mutter, dessen Baby in der 33. Schwangerschaftswoche eine Femurlänge von 60 Millimetern hat:

Der Mutterpass: Ultraschalluntersuchungen

Letzte Änderung: 25.08.2017
Nächste Aktualisierung von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen sind in der Schwangerschaft drei Ultraschalluntersuchungen (Screening) vorgesehen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden:

  • zwischen der 9. SSW und der 12. SSW
  • zwischen der 19. SSW und der 22. SSW
  • zwischen der 29. SSW und der 32. SSW

Darüber hinaus kann Ihr Arzt weitere Ultraschalluntersuchungen vornehmen – entweder, weil er es aufgrund von Komplikationen oder Beschwerden für nötig erachtet, aber auch, wenn Sie darum bitten. Im letzten Fall müssen Sie den Ultraschall für gewöhnlich selber zahlen.

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Ultraschalluntersuchungen

Mittels Ultraschall überprüft der Frauenarzt verschiedene wichtige Aspekte der Schwangerschaft. Beim ersten Screening beispielsweise ist es wichtig zu klären, ob es sich um eine normale Schwangerschaft handelt, die Eizelle sich also in der Gebärmutter eingenistet hat (intrauteriner Sitz), oder ob beispielsweise eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft besteht. Spätere Ultraschalluntersuchungen dienen außerdem dazu, Lebenszeichen des Kindes zu erfassen (Herzaktion, Bewegungen) und zu überprüfen, ob die Plazenta reibungslos funktioniert. Wichtig im letzten Ultraschall ist auch die Kindslage. Außerdem werden die sogenannten biometrischen Daten des Kindes erfasst:

  • Biparietaler Durchmesser (BPD oder BIP): Kopfdurchmesser von Schläfe zu Schläfe. Dafür wird auf dem Ultraschall der Abstand zwischen den Schläfen vermessen.
  • Fronto-okzipitaler Durchmesser (FOD): Kopfdurchmesser von der Stirn zum Hinterkopf.
    • Kopfumfang (KU): Alternativ zum FOD vermessen Frauenärzte häufig den Kopfumfang.
  • Abdomen/Thorax-quer-Durchmesser (ATD): Für den ATD wird der Abstand von der linken zur rechten Bauchseite vermessen.
  • Alternativ zum ATD werden häufig der Abdomen/Thorax-a. p.-Durchmesser (APD) oder der Abdomen/Thorax-Umfang (AU) vermessen.
    • APD: Hierfür wird der Abstand vom Nabel zum Rückgrat vermessen.
    • AU: Hierfür wird der Bauchumfang vermessen.
  • Femurlänge (FL): Femur ist der wissenschaftliche Begriff für den Oberschenkelknochen, der sich im Ultraschall gut vermessen lässt.
    • Alternativ zur FL kann auch die Humeruslänge (HL) vermessen werden, also die Länge des Oberarmknochens.

Beim Ultraschall kann der Arzt außerdem feststellen, ob Sie beispielsweise zu viel oder zu wenig Fruchtwasser haben.

Ultraschall-Kontrolluntersuchungen

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Ultraschall-Kontrolluntersuchungen

Im Abschnitt „Ultraschall-Kontrolluntersuchungen“ trägt Ihr Arzt nur dann etwas ein, wenn weitere Ultraschalluntersuchungen nötig sind. Das kann der Fall sein, wenn der Arzt bei einer der regulären Ultraschalluntersuchungen eine Auffälligkeit entdeckt, die er regelmäßig beobachten und überprüfen möchte.

Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf

Die Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf zeigen das durchschnittliche Wachstum eines Fötus im Mutterleib anhand des Bauchdurchmessers (ATD), des Kopfdurchmessers (BPD) und der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) – letztere aber nur bis inklusive der 12. Schwangerschaftswoche.

Die Normkurven sind jeweils in drei sogenannte Perzentile aufgeteilt. Die mittlere, dicker dargestellte Perzentile stellt dabei das durchschnittliche Wachstum eines Fötus dar. Die obere und untere Perzentile geben die unbedenklichen Schwankungen wieder.

Das bedeutet: Solange die Werte Ihres Kindes innerhalb dieser Kurven liegen und es keine großen Ausreißer innerhalb der Werte gibt, entwickelt sich Ihr Baby normal!

Werte, die häufig über oder unter den äußeren Perzentilen liegen, deuten hingegen auf Abweichungen in der Entwicklung des Kindes hin, sodass die Entwicklung genauer beobachtet werden muss.

Weiterführende Ultraschalluntersuchungen, dopplersonographische Untersuchungen

© Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) Weiterführende Ultraschalluntersuchungen

In diesem Abschnitt kann der Arzt weiterführende Ultraschalluntersuchungen und dopplersonographische Untersuchungen festhalten.

Der Doppler-Ultraschall misst die Geschwindigkeit von sich bewegenden Strukturen, das heißt, der Arzt kann die Blutströmung zum Beispiel in der Nabelschnurarterie oder im Herzen auf dem Ultraschall farbig darstellen. So ist es möglich, die Herztöne des Babys etwa ab der 12. SSW zu erfassen oder die Herztöne beim CTG aufzuzeichnen.

Außerdem kann eine gezielte Doppler-Untersuchung die Durchblutung von Gebärmutter und Plazenta oder den gesamten kindlichen Kreislauf überprüfen. Das kann zum Beispiel nötig sein, wenn der Verdacht auf eine Plazentainsuffizienz besteht oder das Kind unterentwickelt ist.

Ultraschallmesswerte (Biometrie)

Durch die Biometrie, die Vermessung des Kindes mit Hilfe des Ultraschalls, kann der Frauenarzt, die Frauenärztin die normale Entwicklung und das Wachstum des Kindes verfolgen. Die erfassten Werte werden mit Normkurven verglichen, die aus tausenden von Messungen statistisch erstellt wurden. Dabei sind die Einzelmesswerte bei Ihrem Kind nicht sehr aussagekräftig. Vielmehr ist der Verlauf der Wachstumskurve aufschlussreich, wenn es um das gesunde Wachstum Ihres Babys geht.

Im Rahmen der zwei normalen Ultraschall-Screening-Untersuchungen wird gemessen:

  • Fruchtsack (FS, auch GS): In der Frühschwangerschaft, d.h. in der 5. bis 8. Schwangerschaftswoche, kann per Ultraschall die Entwicklung der Fruchtblase (Amnionhöhle) beurteilt werden. Bei Lage in der Gebärmutter ist eine Extrauterinschwangerschaft, z.B. eine Eileiterschwangerschaft, ausgeschlossen.
  • Scheitel-Steiss-Länge (SSL oder CRL): Da die exakte Länge des Kindes aufgrund der gebeugten Haltung des Rumpfes und der Beine in der Gebärmutter nicht ausgemessen werden kann, dient die Scheitel-Steiss-Länge, also die Distanz vom höchsten Punkt des Kopfes bis zum Steissbein als Hilfsgrösse zur Beurteilung der kindlichen Entwicklung und somit des Schwangerschaftsalters und damit auch des ungefähren Geburtstermins.
  • Biparietaler Kopfdurchmesser (BIP): Damit wird der Abstand zwischen den beiden Scheitelknochen (von Ohr zu Ohr) bezeichnet, das ist der grösste Querdurchmesser des kindlichen Schädels. Damit kann in vielen Fällen eine Entwicklungsstörung des Gehirns erkannt werden. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ersetzt der BIP die SSL zur Beurteilung des fetalen Wachstums.
  • Kopfumfang (KU): Er entspricht dem Umfang des kindlichen Köpfchens an seiner dicksten Stelle (Hutmass).
  • Thoraxquerdurchmesser (THD) oder Abdominotransversaler Durchmesser (ATD): Dieser Messwert bezeichnet den queren Bauch- oder Brustkorbdurchmesser.
  • Femurlänge (FL): Gemessen wird, allerdings erst in den letzten beiden Dritteln der Schwangerschaft, die Länge des Oberschenkelknochens.

Welche Faktoren beeinflussen das Geburtsgewicht eines Kindes?

Häufige Fragen zum Thema

Wie kann man mit Ultraschall das Gewicht des Kindes feststellen?

Das fetale Gewicht kann nicht direkt gemessen werden, sondern muss nach unterschiedlichen Methoden und Masstabellen aus einzelnen Ultraschallmesswerten geschätzt werden. So kann man je nach Methode den Kopfdurchmesser (BIP oder BPD) und den mittleren Bauchumfang (AU), den BIP und den…

vollständige Antwort lesen Kann man auch die gesamte Körperlänge des Kindes mit Ultraschall messen?

In der Frühschwangerschaft, d.h. bis zur ca. 14. SSW, wird die Länge des Feten als sog. Scheitel-Steiss-Länge gemessen. Danach ist Ihr Baby schon zu gross. Das gleichmässige Wachstum des Kindes wird im zweiten und dritten Trimenon hauptsächlich durch Messung des Kopfdurchmessers (BPD oder BIP)…

vollständige Antwort lesen Der Kopfdurchmesser meines Babys ist nicht so gross, wie er in der 22. Woche sein sollte. Woran liegt das?

In den meisten Fällen liegt eine harmlose Abweichung vom statistischen Durchschnitt vor. Wenn die Eltern einen eher kleinen Kopfumfang haben, kann man annehmen, dass auch der Kopf ihres Kind nicht überdurchschnittlich gross sein wird. Hinzu kommt, dass bei bestimmten Kopfformen, z.B. einem schmalen…

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Newsticker

Köpfchen – nicht Gewicht: Kopfdurchmesser oder Gewicht – was verursacht ein höheres Risiko für Geburtskomplikationen und folgend ungeplante Kaiserschnitte und Zangengeburten oder Saugglockengeburten? Bisher hielten Experten ein hohes Geburtsgewicht für ausschlaggebender. Das Ergebnis einer israelischen Studie mit knapp 25.000 Geburten sagt etwas anderes: Liegt der Kopfumfang des Kindes in den obersten 5%, ist häufiger ein Notfall-Kaiserschnitt oder eine instrumentelle Geburt nötig. Bei hohem Geburtsgewicht ist dies nur dann der Fall, wenn auch der Kopf sehr gross ist. Das ist aber nur bei einem Viertel der „Big Babys“ der Fall. Die Wissenschaftler empfehlen daher die Ultraschallmessung des kindlichen Kopfdurchmessers vor der Geburt. (swissmom Newsticker, 19.9.15)

Letzte Aktualisierung : 02-01-19, BH

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