Flasche und stillen

Inhalte

Wenn Sie nicht stillen

Säuglingsanfangsnahrungen eignen sich für die Ernährung ab der Geburt und während des gesamten 1. Lebensjahrs. Sie sind in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch so weit es geht angepasst. Füttern Sie die Anfangsnahrung mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich, wenn Sie nicht stillen. Ihr Baby braucht in diesem Zeitraum weder andere Milch oder Wasser, noch Säfte oder Ähnliches zusätzlich. Geben Sie die Flaschenmilch bei der Einführung der Beikost weiter.

Es gibt zwei Arten von Säuglingsanfangsnahrungen:

Pre-Nahrung ähnelt in der Zusammensetzung der Nährstoffe der Muttermilch am meisten. Sie enthält als Kohlenhydrat nur Milchzucker (Laktose).

1er-Nahrung liefert zusätzlich geringe Mengen Stärke. Der Energiegehalt (in Kalorien) entspricht trotzdem dem der Pre-Nahrung.

Wissenschaftlich gesehen bietet keine der Nahrungen einen Vorteil gegenüber der anderen.

Schon getestet?

Füttern Sie Folgenahrung (2er-Nahrung) frühestens mit Beginn der Beikost. Ihr Baby ist mit Anfangsnahrung zur Beikost gut versorgt. Folgenahrung ist ähnlich zusammengesetzt wie Anfangsnahrung. Sie enthält aber mehr von dem Mineralstoff Eisen. Das kann im 2. Lebenshalbjahr sinnvoll sein. Notwendig ist der Wechsel auf Folgenahrung allerdings nicht. Flaschenmilch füttern Sie genauso wie Muttermilch und später die Beikost: nach dem Bedarf Ihres Babys.

Flaschenmilch nie selber herstellen

Flaschenmilch wird nach strengen Kriterien hergestellt und kontrolliert. Sie hat unabhängig von Marke oder Preis eine gesetzlich festgelegte Zusammensetzung an Nährstoffen. Diese ausgewogene Mischung können Sie bei eigener Herstellung nicht erreichen! Das Risiko einer Fehlernährung ist sehr hoch.

Bei Allergierisiko HA-Nahrung

Ihr Baby benötigt eine HA-Nahrung,

  • wenn Sie als Eltern oder Geschwisterkinder eine Allergie haben und
  • Sie Ihr Kind nicht oder nicht ausschließlich stillen.

Allergie-Risiko-Check

HA steht für hypoallergen. Das bedeutet weniger allergieauslösend. HA-Nahrungen gibt es auch als als Pre- und 1er-Nahrungen. Füttern Sie HA-Nahrung, bis Sie die Beikost einführen, also mindestens bis zum Beginn des 5. Monats. Sobald Sie Ihrem Kind Beikost geben, kann es herkömmliche industrielle Flaschenmilch bekommen. Sojamilch oder Tiermilch (ganz gleich ob Kuh, Ziege, Schaf oder Pferd) sind nicht zur Vorbeugung von Allergien geeignet. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Kind HA-Milch braucht, fragen Sie Ihren Kinder- und Jugendarzt bzw. Ihre -ärztin. Für weitere Fragen zu Allergien finden Sie hier speziell geschulte Ernährungsfachkräfte.

Spezialnahrungen nur nach ärztlicher Beratung

Wenn Ihr Baby häufiger Blähungen, Krämpfe oder Verstopfung hat, aufstößt oder spuckt, sprechen Sie ebenfalls mit dem Arzt bzw. der Ärztin Ihres Babys. Füttern Sie eine Spezialnahrung nur auf ärztlichen Rat.

Flaschenmilch richtig zubereiten: So geht’s


Saubere Hände
Waschen Sie sich vor der Zubereitung gründlich die Hände mit Seife unter fließendem warmen Wasser. Bereiten Sie gleichzeitig keine rohen Lebensmittel in der Nähe zu.


Verbrühungen vermeiden
Beim Anschütteln sollte das Wasser maximal 40 °C sein. Testen Sie die Temperatur vor dem Füttern.
Frisch zubereiten
Bereiten Sie die Milch immer direkt vor dem Füttern in einem sauberen Fläschchen frisch zu.
Genau dosieren
Folgen Sie der Mengenangabe auf der Packung: Löffel locker mit Pulver füllen und mit dem Messer abstreichen.
Füttern nach Bedarf
Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes. Empfehlungen zur Trinkmenge auf den Verpackungen sind nur Orientierungswerte.
Reste wegschütten
Schütten Sie den nicht getrunkenen Rest immer weg. Wärmen Sie nichts wieder auf.
Sauberes Fläschchen
Reinigen Sie Flasche und Sauger gründlich direkt nach jeder Mahlzeit und bewahren Sie beides trocken auf. Auskochen bietet keinen weiteren Vorteil.
Pulver gut aufbewahren
Verschließen Sie die angebrochene Milchpackung immer sorgfältig (am besten mit einem fest schließenden Clip) und bewahren Sie das Pulver trocken auf.
Sauger aus Gummi
Kochen und tauschen Sie Gummisauger gelegentlich aus, weil diese auf Dauer porös werden und sich dort Nahrungsreste ablagern. Bei Silikonsaugern ist das nicht notwendig.

Trinkwasser fürs Fläschchen

Trinkwasser ist ein sehr sorgfältig kontrolliertes Lebensmittel. Leitungswasser ist für Säuglingsnahrung geeignet. Nehmen Sie frisches Leitungswasser für die Zubereitung von Flaschenmilch aus Pulver. Lassen Sie es ablaufen, bis kaltes Wasser aus der Leitung kommt. Verzichten Sie auf gefiltertes Wasser, denn in Wasserfiltern können sich Keime gut vermehren.

Wenn es in Ihrem Haus Bleileitungen gibt, verwenden Sie das Wasser nicht für die Säuglingsnahrung. Ihr Hauseigentümer weiß, welche Leitungen bei Ihnen verlegt sind. Wenn das Trinkwasser bei Ihnen aus einem Hausbrunnen stammt, lassen Sie die Wasserqualität prüfen, bevor Sie damit Flaschennahrung für Ihr Baby zubereiten. Ist das Wasser in Ihrem Haus nicht geeignet, nehmen Sie abgepacktes stilles Wasser aus dem Handel, auf dem der Hinweis „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“ steht.

Muttermilch vs. Säuglingsnahrung: Wie ähnlich sind sie sich?

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34 Forestell CA, Mennella JA. Early determinants of fruit and vegetable acceptance. Pediatrics. 2007;120(6):1247-1254.

Zwiemilch & Ernährung: Stillen und Fläschchen

Verschiedene Gründe für die Zwiemilchernährung

Der Grund für Zwiemilchernährung kann z.B. sein, dass die Mutter zu wenig Milch hat, sie schon bald wieder in Ihren Job zurück möchte oder auch der Papa so mal das Füttern des Kindes übernehmen kann. Bei der Zwiemilchernährung sollten, wenn möglich, alternative Fütterungsmethoden wie z.B. Becher oder spezielle brustähnliche Aufsätze gewählt werden, damit es zu keiner Saugverwirrung kommen kann.

Jede frischgebackene Mutter weiß natürlich, dass Muttermilch die beste und gesündeste Nahrung für ihr Baby ist.

Die meisten Frauen entscheiden sich deshalb schon während der Schwangerschaft für das Stillen. Warum eine stillende Mutter zusätzlich Milchnahrung zufüttert, kann, neben den oben genannten Gründen, auch noch folgende haben:

  • Nachdem die Mutter einige Monate voll gestillt hat, nimmt ihr Kind, trotz häufigerem Anlegen nicht mehr ausreichend zu.
  • Schmerzen zu Beginn der Stillzeit führen auch oft zum Zufüttern- häufig lassen sich die Probleme aber lösen z.B durch eine Optimierung der Anlegetechnik, verschiedene Salben oder auch Muttermilch Auflagen. Fragen Sie hierzu Ihre Hebamme oder Stillberaterin .
  • Bei Frühchen kommt es oft vor, dass sich eine ausgeglichene Stillbeziehung zwischen der Mutter und ihrem Baby nur schwer einstellt. Manche der Kinder leiden unter einer sogenannten Saugschwäche, sodass sie nicht die Kraft haben, die Brust richtig auszutrinken. Gelingt dann das Zufüttern mit abgepumpter Muttermilch allein nicht mehr, entscheiden sich viele Eltern für zusätzliche Flaschennahrung.
  • Bei Mehrlingsgeburten wird häufig zugefüttert, was aber nicht unbedingt notwendig ist. Die Nachfrage regelt das Angebot, das heißt: je häufiger die Brust stimuliert wird desto mehr Milch wird gebildet. Bei Mehrlingen erfordert das oftmals ein absolutes Management. Lassen Sie sich unterstützen- gerade am Anfang gibt es Haushaltshilfen oder auch später noch ehrenamtliche Helferinnen wie z.B. das Welcome Projekt. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder Stillberaterin das gleichzeitige Anlegen beider Kinder zeigen.

Sofern sich die Eltern unsicher sind, ob für ihr Baby eine Zwiemilchernährung infrage kommt, sollten sie sich vertrauensvoll an die Hebamme oder eine Stillberaterin wenden.

Wie klappt die Umstellung auf Zwiemilch am besten?

Hebammen empfehlen bei gesunden Kindern, erst dann mit dem Zufüttern von Milchnahrung zu beginnen, wenn sich die Stillbeziehung stabilisiert hat. In den meisten Fällen ist das frühestens sechs bis acht Wochen nach der Entbindung der Fall.

Weiterhin wird geraten, mit der Zwiemilchernährung in einer Phase zu beginnen, in der das Baby an der Brust noch recht gut satt wird. Sofern es sich nämlich bei der Mutter zu sehr abmühen muss, wird es schnell nervös. Es freut sich dann über das Fläschchen, bei dem die Milch bedeutend einfacher fließt und lehnt unter Umständen früher oder später die Brust völlig ab.

Wichtig ist bei der Zwiemilchfütterung eine alternative Fütterungsmethode zu wählen, wie z.B. der Becher, das Brusternährungsset , einen Fingerfeeder oder spezielle brustähnliche Sauger. Auch bei der gegebenen Nahrung wird empfohlen ausschließlich Pre-Nahrung zu füttern, die ohne Stärke als Zusatzmittel auskommt.

Beachtet werden sollte, dass die Brust trotz des Zufütterns ausreichend stimuliert wird, um die Milchbildung aufrecht zu erhalten. Dieses kann vorübergehend auch durch eine Milchpumpe erfolgen. Werden diese Faktoren beachtet, kann die Zwiemilchernährung auch bei schwierigen Stillstarts zum Erfolg verhelfen und Mutter und Kind glücklich machen.

Die richtige Zusammensetzung ist entscheidend

Viele Mütter, die ihr Kind gar nicht stillen können oder möchten, machen sich zuweilen Sorgen um dessen Gesundheit. Selbstverständlich ist Muttermilch das Beste für die Kleinen, steht theoretisch immer zur Verfügung und kostet nichts. Trotzdem wachsen auch nicht gestillte Kinder gesund und glücklich auf.

Industriell hergestellte Babymilch muss strengen Qualitätskontrollen standhalten und versorgt das Kind, genau wie Muttermilch, mit allen lebenswichtigen Nährstoffen. In Abhängigkeit vom Alter des Säuglings ist sie so zusammengesetzt, dass sie den Ansprüchen eines sensiblen, teilweise noch unreifen Babymagens vollauf gerecht wird.

Ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert: Dass mein Baby die Flasche nicht will. Bei meinem ersten Sohn verlief alles unproblematisch, ich ging, als er 4.5 Monate alt war, wieder arbeiten, übte kurz vorher mit Abpumpen und Flasche geben und er nahm ihn von Anfang an. Die ersten zwei Tage in der Kita hatte er aber auch Mühe, wir haben schnell gemerkt, dass es an der Temperatur lag, und danach klappte es gut.

Als Workingmum muss ich viel organisieren und bin darauf angewiesen, dass alles funktioniert, dass also auch das Baby mitmacht. Nicht so mein zweiter Sohn. Er liebt die Brust genau so wie der erste, hatte aber von Anfang an ein anderes Trinkverhalten. Er trank unsteter, und er gehörte zu den Babys, die es ruhig brauchen und schnell abgelenkt waren. Den Schnuller (Nuggi) nahm er zwar, ich gab ihn sogar früher als bei meinem ersten Sohn, doch braucht er ihn nur ab und zu zur Beruhigung. Während mein erster Sohn das gar nicht versteht, und den Nuggi gerade sehr benötigt, will er ihn auch immer dem Baby geben. Gut, was also tun, wenn das Baby die Flasche verweigert?

Wann soll ich mit dem Abpumpen der Muttermilch starten?

Wichtig ist, dass man früh damit anfängt, das Baby an den Sauger zu gewöhnen. Etwa ab der 6. Woche sollte man zum ersten Mal abpumpen und die Flasche geben. Es muss keine grosse Menge sein und es sollte nicht die Mama sein, die die Flasche gibt. Danach so weitermachen: Immer wieder die Flasche geben, damit das Baby beides kennt. Man muss keine Angst haben, dass das Baby nun zu verwirrt ist. Es kennt dann einfach beide Varianten. Doch gerade für Mütter, die bald wieder arbeiten gehen, ist es wichtig, dass das Baby die Flasche nimmt.

Mein Baby verweigert die Flasche – Tipps und Erfahrungsbericht

Meine Hebamme sagte mir schon im Wochenbett, ich solle dann ab ca. 6 Wochen mit Abpumpen und Flasche geben üben, am besten 1x pro Woche. Ich machte dies auch 2x, er nahm die wenige Milch, die damals kam, relativ gut. Dann hatte ich eine Brustentzündung und gar keine Lust mehr auf Abpumpen. Ich liess es also sein. Das war ein Fehler.

Als mein Sohn 3 Monate alt war, und es langsam in Richtung Fremdbetreuung und ich wieder arbeiten gehen musste, wollte ich wieder üben. Doch er nahm ihn nicht. Einfach nicht. Er begann zu schreien, er weinte, oder kaute darauf herum. Es war immer der Papa, der die Flasche geben wollte, und einmal die Grosseltern, nie ich. Dann versuchte auch ich es. Doch er verweigerte.

Ich probierte es mit anderen Aufsätzen und Saugern. Dann rief ich meine Hebamme an.

Sie sagte mir: dran bleiben. Verschiedene Aufsätze probieren. Nicht die Mama gibt die Flasche.

Die Stillberaterin im Spital sagte mir ähnliches. Und zeigte mir als Alternative noch den Soft Cup von Medela.

Beide sagten ausserdem das gleiche: Es ist noch nie ein Baby verhungert. Es gibt aber Babies, die warten, bis Mama am Abend von der Arbeit zurück ist und holen dann nach.

Welche Flasche soll es sein? Das Baby entscheidet. Es lohnt sich, verschiedene Formen auszuprobieren. Medela Soft Cup – kann helfen, damit das Baby trinkt.

10 Tipps, wenn das Baby die Flasche nicht nimmt:

  • Verschiedene Nuggiformen / Sauger ausprobieren
  • Medela Soft Cup Becher
  • Dran bleiben, nicht aufgeben
  • Geben, wenn das Baby müde ist, gleich nach dem Erwachen
  • Nimmt es den Nuggi/Schnuller
  • Ruhigen Ort wählen
  • Der Papa oder sonst jemand gibt den Schoppen, nicht die Mama
  • Nicht sprechen dabei
  • Brust geben vorher oder nachher
  • Verschiedene Temperaturen der Milch ausprobieren

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Bist du mit der Empfehlung konfrontiert worden, dass du deinem Baby Flasche zufüttern sollst? Dann kann es sein, dass sich jetzt die Gedanken in dir drehen und du die Sorge hast, dass das Zufüttern der Anfang vom schnellen Ende eurer Stillzeit ist.

Häufig wird das Fläschchen als schnelle Lösung von Stillproblemen angeboten, wenn

  • dein Baby um die 10% des Geburtsgewichts oder mehr abgenommen hat
  • dein Baby hungrig wirkt
  • dein Baby häufig stillen will
  • dein Baby weniger als die wöchentliche Mindestgewichtszunahme zunimmt
  • das Stillen schmerzhaft ist
  • das Abpumpen oder die Still-Wiegeprobe als zu wenig beurteilt wird

Also ist zuerst die Frage zu klären:

Wann ist es wichtig Stillen und Zufüttern zu nutzen?

Natürlich gibt es viele individuelle Gründe zum Zufüttern von Fläschchen und auch Situationen, in denen es deine gewollte Entscheidung ist.

Doch nun sprechen wir gerade davon, dass dir das Zufüttern zum Stillen empfohlen wird.

#1 Zufüttern wenn die Gewichtsabnahme über 10% steigt

Babys verlieren in den ersten Tagen an Gewicht.

Das ist ganz normal.

Der Organismus stellt sich um: Von einer permanenten Nahrungsversorgung über die Nabelschnur hin zu einer zyklischen Versorgung mit Stillen, oder dem Zufüttern.

Dabei kommt erstmals die Verdauung in Gang. Der Körper verliert durch die Ausscheidung von Mekonium an Gewicht.

Reicht das Stillen?!

Trag dich gleich ein für regelmäßige Infos zu Blogartikeln und Kursen.

Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Es entsteht durch die kleinen, sehr häufigen Stillmahlzeiten mit Kolostrum ein langsamer, schonender Übergang im Stoffwechsel.

Eine Gewichtsabnahme von 7% des Geburtsgewichtes gilt als “normal”. Also als das, was zu erwarten ist.

Sind 7% Gewichtsverlust erreicht, ist der ideale Zeitpunkt um eine Stillberaterin hinzuzuziehen, um einmal zu überprüfen, ob das Stillmanagement und der Milchtransfer klappen. Denn dann ist auch zu erwarten, dass die Gewichtsabnahme nun bremst und bei 10% dann langsam wieder in die Zunahme kommt.

Nach einem Kaiserschnitt ist die Gewichtsabnahme häufig höher. Das kommt daher, dass in den ersten (bis zu 12) Stunden nach der Geburt sehr viel Flüssigkeit ausgeschieden wird. Sie kommt aus dem erhöhten Blutvolumen, das rund um die Geburt durch die Infusionen, die du im Rahmen eines Kaiserschnittes bekommen hast, entstanden ist.

Eine Gewichtskontrolle nach ca. 12 Stunden zeigt genau diesen extrem raschen Abfall auf der Gewichtskurve. Hier kann nur mit einem vermuteten oder korrigierten Geburtsgewicht gerechnet werden. Das nach der Geburt gewogene Gewicht war ja verfälscht.

Das ist nicht schlimm für die Gesundheit deines Babys, aber wichtig für die Indikationsstellung, wenn es darum geht zu entscheiden, ob zugefüttert werden muss.

Gleiches gilt immer, wenn du als Mama unter der Geburt größere Mengen Flüssigkeit per Infusion erhalten hast.

Darüber hinaus ist eine Gewichtsabnahme von über 10% ein medizinischer Grund mit dem Zufüttern von (idealerweise) Muttermilch zu beginnen. Einzige “künstliche” Alternative, zu Muttermilch oder gespendeter Frauenmilch, ist Pre-Nahrung.

#2 Zufüttern, wenn das Geburtsgewicht am 10-14 Lebenstag nicht wieder erreicht ist

Nach dem Gewichtstief der ersten Tage, beginnt allmählich die langsame Gewichtszunahme.

Durch das häufige und ausdauernde Stillen wird deine Milchproduktion ordentlich angekurbelt. So ist zu erwarten, dass am 10. Tag nach der Geburt der anfängliche Gewichtsverlust wieder ausgeglichen ist.

Spätestens nach 14 Tagen sollte das Geburtsgewicht erreicht sein.

Auch hier ist diese Spanne wieder sehr nützlich, um nach 10 Tagen genauer hinzusehen, wenn sich abzeichnet, dass die Gewichtszunahme nicht ausreichend ist. Auch schon nach 7 Tagen, wenn die Gewichtszunahme nur allzu zögerlich oder überhaupt nicht stattfindet.

Hier erlebe ich häufig eine unnötige Zurückhaltung von medizinischem Fachpersonal unter dem Deckmantel des Schutzes des Stillens auf Kosten der funktionierenden Stillbeziehung. Es kann also sein, dass du dir selbst zusätzliche Unterstützung holen musst, wenn du nach 10 Tagen merkst, dass die Gewichtszunahme nur sehr zurückhaltend klappt.

Häufig ist es dann möglich mit einer konsequenten Verbesserung des Stillmanagements die Milchproduktion in Schwung zu kriegen. Oder bereits mit der Ursachensuche für einen Milchmangel zu beginnen.

So kann das nach 14 Tagen nahende Zufüttern aktiv vermieden werden. Oder wird dann eben medizinisch notwendig und kann so eingesetzt werden, dass das Stillen weitestgehend erhalten bleibt.

#3 Zufüttern, wenn Anlegen aufgrund von Schmerzen keine Option mehr ist

Schmerzt das Stillen so sehr, dass das häufige Stillen einer täglichen Zerreissprobe gleicht, ist dies ein Zeichen dafür, dass beim Stillen etwas noch nicht rund läuft.

Es kann durchaus sein, dass du selbst wünscht, dass auf das Zufüttern zurück gegriffen wird.

Auch das ist ein relevanter Grund.

#4 Zufüttern, wenn die Gewichtszunahme unter der altersentsprechenden Grenze verläuft

Da die Gewichtsentwicklung nie ganz geradlinig verläuft, gibt es bestimmte Spannweiten der zu erwartenden Gewichtszunahme.

Altersabhängig.

Bleibt ein Baby deutlich unter der zu erwartenden Mindestzunahme, muss mindestens genauer hingesehen – manchmal auch zugefüttert werden.

Wird deinem Baby nicht die Möglichkeit gegeben genügend Kalorien in der vorgesehenen Zusammensetzung aufzunehmen, können wichtige Entwicklungen im Körper nicht durchgeführt werden. Manche Babys weinen dann viel – andere werden sehr ruhig und “pflegeleicht” – sie beginnen in einen Fasten-Stoffwechsel zu kommen und sparen so viel Energie, wie nur möglich.

Manchmal muss zum Stillen auf das Zufüttern zurückgegriffen werden

Abhängig in welcher der oben genannten Situationen du bist, kann es sein, dass es sehr ratsam ist im Moment zuzufüttern. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten – und beileibe nicht nur eine einzige, wie es manchmal zu sein scheint.

Der richtige Weg, wenn zum Stillen auch das Zufüttern genutzt werden muss

In den ersten Tagen sind die Zufüttermengen häufig sehr, sehr klein.

Es lohnt sich, mit alternativen Fütterwegen zu beginnen, die ohne das Saugen an einem anderen Utensil als der Brust auskommen.

Dazu gehören

  • die Löffelfüttern
  • die Becherfütterung
  • das Zufüttern während dem Stillen an der Brust

Abhängig von der zum Zufüttern notwedigen ml-Menge kann die geeignete Methode gewählt werden.

Die richtige Flüssigkeit die zum Stillen zugefüttert wird

Es kann sein, dass du aktuell nicht ausreichend Milch produzierst – oder dass der Transfer erschwert ist.

Egal wie – es ist gut, wenn dein Körper zusätzlich in der Milchproduktion stimuliert wird.

Das ist möglich durch den Einsatz der manuellen Handentleerung oder mit einer speziellen Abpump-Technik für die ersten Lebenstage, die erlaubt, dass selbst kleinste Kolostrummengen nicht im Pumpsystem verloren gehen, sondern deinem Baby zugute kommen.

Muttermilch ist immer die erste Wahl von zugefütterter Flüssigkeit. Die zweite Wahl wäre gespendete Frauenmilch, auch wenn das Ammentum häufig in Vergessenheit geraten ist. Frauenmilch enthält die ideale Zusammensetzung. In den vergangenen Jahren haben in München & Freiburg wieder zwei Frauenmilchbanken eröffnet, die Frühgeborenenstationen versorgen.

Die dritte Wahl ist Pre-Nahrung. Alle weiteren Flüssigkeiten, die zum zufüttern herangezogen werden, haben keine nach gesetzlichen Vorgaben standardisierte Zusammensetzung.

Die richtige Menge, wenn zum Stillen zugefüttert wird

Der Magen deines Babys und seine natürlichen Stillmengen in den ersten Lebenstagen sind beides sehr klein.

So sollte auch die Zufüttermenge wenige Milliliter nicht übersteigen.

Braucht es weiterhin Stillen und Zufüttern ist das Vollstillen gefährdet

Wenn du schon kurz nach der Geburt mit dem Zufüttern anfangen musstest und nach wenigen Tagen noch nicht wieder weg davon bist, ist eure Stillzeit in Gefahr. Ihr seid auf dem besten Weg zum ungewollt frühen Abstillen.

Die Produktion der richtigen Milchmenge für die Versorgung deines Babys ist darauf angewiesen in der richtigen Menge stimuliert zu werden.

Stillen mit Zufüttern ist immer ein Warnsignal

Solltest du mit dem Thema “Zufüttern” noch in der Klinik konfrontiert werden, ist eine gute Möglichkeit gleich die IBCLC-Stillberaterin vor Ort zu Rate zu ziehen.

  • Sind die Ergebnisse der Zusammenarbeit hier nicht ausreichend
  • Ist die IBCLC-Stillberaterin der Klinik nicht erreichbar
  • Bist du schon zu Hause und bezüglich des Stillens nicht ausreichend betreut

…kannst du direkt eine Still- und Laktationsberaterin hinzuziehen, die dir fachlich beratend zur Seite stehen kann, um dir zu helfen. So könnt ihr trotz des aktuellen Zufütterbedarfs zurück zum Vollstillen kommen. Ihr lauft nicht ungewollt auf das Abstillen zu.

3 Tipps, um das Zufüttern nur wenige Tage zu brauchen

Bis du qualifizierte Hilfe an deiner Seite hast hier 3 Praxistipps, die dir helfen werden die Zeit von Stillen und Zufüttern so kurz wie möglich zu halten.

#1 Immer nur kleine Mengen zufüttern

Viele kleine Mahlzeiten sorgen dafür, dass dein Baby weiterhin mindestens 8-12 in 24 Stunden stillt. Werden die zum Stillen zugefütterten Mengen zu gross, verlängern sich manchmal (kurzzeitig) die Schlafintervalle und deine Milchproduktion wird zu selten stimuliert.

#2 Das Cluster-Stillen trotz Zufüttern zulassen

Die Phase des abendlichen Cluster-Stillens kann zur Zerreissprobe werden. Gerade wenn die Gewichtszunahme aktuell zu niedrig ist. Du kannst sie natürlich mit kleinen Zufütter-Mengen ergänzen, die du über den häufig mehrere Stunden dauernden Prozess verteilst.

#3 Weitere Stillhilfsmittel möglichst meiden

Zusätzliche Stillhilfsmittel erschweren die Milchproduktion oft erheblich. So lange bis das Stillen einwandfrei funktioniert, solltest du auf Schnuller & Fläschchen verzichten und zum zufüttern eine der oben genannten Methoden nutzen.

Stillen und Zufüttern – manchmal notwendig, jedoch immer eine gewisse Gefahr

“Ich hätte so gerne gestillt – aber es hat einfach nicht gereicht” ist eine Nachricht, die mich als Stillberaterin oft viel zu spät erreicht.

Nur mit einer gründlichen Beratung und einer konsequenten Umsetzung von Maßnahmen kann das Zufüttern wieder aus dem Babyleben gestrichen werden. Ganz ohne dass es zu hysterischen Hungerattacken kommen muss.

Dazu ist eine gründliche Begleitung und Anpassung aller Maßnahmen notwendig.

Ja – es geht nicht von heute auf morgen.

Ja – es dauert etwas und kostet noch einmal Kraft.

Ja – die Belohnung dafür ist dann dein Baby, das satt und zufrieden nach dem Stillen einschlafen konnte.

Es lohnt sich. Melde dich, wenn ich dir auf diesem Weg helfen darf und wir sprechen, was genau dein Ziel ist. Schreib mir.

Alles Liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich berate Frauen in der Vorbereitung auf die Stillzeit, helfe beim Lösen von Stillproblemen und darüber hinaus in allen Phasen der Stillzeit, beim Tandem-Stillen und bis hin zum Abstillen.

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Reicht das Stillen?!

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Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Babyernährung
 Stillen und Flaschennahrung: Zwiemilch für Babys

Der kleine Robin hat schon am ersten Tag nach seiner Geburt im Krankenhaus das erste Fläschchen mit Anfangsnahrung bekommen – weil er schwach war und nicht so viel Muttermilch getrunken hat wie er sollte. Parallel dazu hat ihn seine Mutter mehrmals täglich gestillt. Nach einer kurzen Phase des Zweifels hat Robins Mama Gefallen gefunden an dieser pragmatischen Art der Babyernährung: „So kann nachts auch mal der Papa aufstehen – und ich bin nicht allein für Robins Ernährung verantwortlich“. Für die drei ist die Zwiemilch-Ernährung eine Kombination, die problemlos funktioniert und alle glücklich macht.

Auch Sonja, Mama des vier Wochen alten Benedikt, ernährt ihr Baby mit Zwiemilch. Sie musste schnell wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Ihr Plan ging auf: Abends und nachts stillt sie Benedikt weiterhin, tagsüber pumpt sie zwei Mal Muttermilch ab. Da die abgepumpte Milch nicht ganz ausreicht, füttert Benedikts Tagesmutter mit Pre-Milch zu. „So bekommt mein Sohn weiterhin meine gute Muttermilch und ich kann die Intimität des Stillens genießen. Auf der anderen Seite bin ich aber flexibel, wenn ich bei der Arbeit bin.“

Die Gründe für die Kombi Stillen und Fläschchen sind ganz unterschiedlich: Manche Mütter möchten in der Öffentlichkeit nicht stillen und füttern daher, wenn sie unterwegs sind, lieber mit dem Fläschchen. Bei anderen Müttern reicht die Milch einfach nicht, damit das Baby satt wird. Und unter Druck ist es erwiesenermaßen schwer, die Milchmenge zu steigern.

Stillen und Fläschchen im Wechsel? 7 goldene Tipps unserer Hebamme

Mamas Brust ist die Beste! Kein Wunder, dass sich manche Stillbabys mit dem Wechsel zwischen Stillen und Flasche anfangs etwas schwer tun. Hier kommen die besten Hebammentipps, wie du dein Baby auch vom Sauger überzeugst.

Am Anfang etwas Abstand halten

Natürlich möchte dein Baby am liebsten ganz nah an deiner Brust liegen und nichts spricht dagegen, dass ihr es euch auch beim Füttern mit Fläschchen so richtig schön kuschelig macht. Wenn es allerdings um die ersten Muttermilch-Mahlzeiten jenseits von Mamas Brust geht, kann es hilfreich sein, wenn Papa stattdessen Baby und Fläschchen in die Arme schließt. Ganz einfach, weil Mamas Brust dabei nicht so verführerisch vor Babys Nase liegt!

Findet Babys Lieblingsposition

Wenn du dein Baby beim Füttern in die gewohnte Stillposition bringst, wird es auch erwarten, gestillt zu werden und den Kopf automatisch Richtung Brust drehen. Dann ist die Enttäuschung groß, wenn es dort gerade nichts gibt. Also besser die Startposition ändern. Es kann auch nicht schaden, dabei das Baby etwas aufrechter zu setzen: Viele Babys bevorzugen eine eher aufrechte Position beim Trinken aus der Flasche, denn die Schwerkraft hilft ihnen beim Schlucken.

Kostprobe, bitte!

Silikon-Sauger statt Brustwarze? Wenn du ein paar Tropfen Muttermilch auf der Saugerspitze verteilst, riecht dein Baby den gewohnten Duft deiner Milch und kann so den Bezug zwischen Sauger und Stillen – also Nahrung – leichter herstellen.

Baby entscheidet

Wenn dein Baby den Mund öffnet, lass ihm Zeit, einen Sauger wie den Calma selbst zu erfassen. Auf keinen Fall solltest du Calma einfach in seinem Mund platzieren! Dein Baby soll selbst entscheiden dürfen, wie weit es den Sauger in den Mund nimmt – und es ist wichtig, dass du den Sauger dann auch während der gesamten Trinkzeit in der Position lässt, die dein Baby selbst gewählt hat.

Pausen sind erlaubt

Auch an der Brust trinkt dein Baby nicht in einem Zug eine ganze Mahlzeit durch. Es saugt, trinkt und atmet in seinem ganz individuellen Rhythmus und macht auch ab und zu ein Päuschen. Mit dem Sauger Calma kann es dieses natürliche Trinkverhalten auch an der Flasche beibehalten. Deshalb richte dich ganz nach dem Rhythmus deines Babys und nimm dir Zeit.

Manche Babys haben besondere Bedürfnisse

Nicht allen Babys fällt es leicht, mit einem Sauger wie dem Calma zu trinken. Wenn dein Baby bereits an der Brust Probleme hat, richtig zu saugen, z.B. aufgrund einer Frühgeburt, Saugschwäche oder einer Fehlbildung wie einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, braucht es auch beim Füttern der Muttermilch eine individuelle Lösung. Frag dann auf jeden Fall deine Hebamme oder Stillberaterin um Rat, denn es gibt einige gute Alternativen, die euch in solchen Fällen unterstützen können. Mit Hilfsmitteln wie dem SoftCup oder dem SpecialNeeds Sauger tun sich die meisten Babys dann leichter.

Bitte kein Stress!

Für dein Baby ist das Trinken lernen am Fläschchen eine genauso neue Situation wie für dich das Füttern. Deshalb lass euch beiden Zeit und hab Geduld, wenn es nicht sofort perfekt klappt. Mit etwas Übung wird sich euer Rhythmus auch an der Flasche bald eingespielt haben.

Zwiemilchernährung: Stillen und Zufüttern

So gelingt das „bunte“ Stillen

Feste Regeln gibt es in Bezug auf die Zwiemilchernährung nicht. Grundsätzlich bedeutet der Begriff, dass du dein Baby sowohl mit Muttermilch als auch mit Säuglingsanfangsnahrung (Pre-Milch) ernährst. Das entpuppt sich für viele Mamas als entspannter Mittelweg. Sie versorgen ihr Baby mit allen wichtigen Immunstoffen, die in der Muttermilch enthalten sind. Gleichzeitig können sie ein paar Freiheiten genießen, während der Papa oder eine andere Bezugsperson die Versorgung des Babys übernimmt. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Wir wollen natürlich nicht verheimlichen, dass es einige Zeit dauert, bis sich das bunte Stillen eingespielt hat. Manche Babys haben Probleme damit, das Fläschchen anzunehmen, andere kämpfen mit einer Saugverwirrung oder möchten von nun an, nur mehr mit dem Fläschchen gefüttert werden. Es gibt aber auch immer wieder Mütter, die davon berichten, dass der Wechsel zwischen Brust und Flasche problemlos funktioniert.

Wie du die Zwiemilchernährung anlegst, also wann du stillst und wann du mit Pre-Nahrung zufütterst, das hängt von deinen Wünschen und eurem Familienalltag ab. Wenn du berufstätig bist, kannst du beispielsweise stillen bevor du in die Arbeit gehst und dann wieder, wenn du nach Hause kommst. In der Zwischenzeit bekommt dein Baby ein Fläschchen. Eine Option wäre es auch, tagsüber zu stillen und in der Nacht Pre-Nahrung zu füttern. Dann kannst du dir die Nächte mit deinem Partner teilen und auch wieder einmal durchschlafen.

Die Kombination aus Muttermilch und Säuglingsnahrung ist auch für jene Mamas interessant, denen es unangenehm ist, in der Öffentlichkeit zu stillen. Wenn du dich also wohler dabei fühlst, kannst du deinem Schatz unterwegs auch ein Fläschchen anbieten. Vergiss dabei allerdings nicht, dass du immer alle Utensilien mitnehmen musst (Fläschchen, Pulver in der richtigen Menge und eventuell eine Wasserflasche bzw. einen Thermobehälter). Für welchen Rhythmus du dich auch entscheidest, folgende Aspekte solltest du dabei beachten:

Bei einer Mahlzeit

Stillberaterinnen empfehlen im Rahmen von einer Mahlzeit, zuerst die Brust und anschließend das Fläschchen zu geben. Dein Baby soll sich an der Muttermilch gut satt trinken. Das regt einerseits die Milchproduktion an, andererseits erhält dein Baby auf diesem Weg die so genannte Vordermilch sowie die reichhaltige Hintermilch.

Gelegentliches Abpumpen

Wenn dein Baby seltener an der Brust saugt, du die Milchproduktion aber trotzdem aufrecht erhalten möchtest, solltest du durch gelegentliches Abpumpen die Milchbildung fördern.

Fixe Rituale

Auch wenn dein Baby noch klein ist, fixe Rituale geben ihm Halt und Orientierung. Versuche immer nach dem gleichen Ablauf zu stillen beziehungsweise das Fläschchen zu füttern. Nach ein paar Wiederholungen hat sich dein Kind daran gewöhnt. Es weiß dann, wann es Zeit ist fürs Fläschchen und wann es an der Brust trinken darf z.B. wenn du es in den Schlaf stillst. Positiver Nebeneffekt: die Brust gewöhnt sich ebenfalls daran und stellt die Milchproduktion auf die entsprechenden Intervalle ein.

Am Anfang: Stillen

In den ersten 6-8 Wochen solltest du (sofern es möglich ist) ausschließlich stillen. In dieser Phase ist Muttermilch von größter Bedeutung. Das so genannte Kolostrum (Vormilch) ist besonders reich an Kohlehydraten und ermöglicht den Babys einen guten Start ins Leben. Es versorgt deinen Nachwuchs mit wichtigen Antikörpern (Stichwort Nestschutz) und beruhigt den noch sehr empfindlichen Verdauungstrakt des Neugeborenen. Zudem unterstützt es den ersten Stuhlgang, die Ausscheidung des Kindspechs. In dieser Zeit ist auch die Gefahr einer Saugverwirrung am größten, da sich das Trinkverhalten an der Brust noch nicht stabilisiert hat. Je sicherer dein Baby an der Brust trinkt, desto eher kannst du mit dem Zufüttern beginnen.

Geduld bei der Umstellung

Während einige Babys problemlos zwischen Brust und Fläschchen wechseln, ist die Umstellungsphase bei anderen etwas komplizierter. Manche Kinder nehmen das Fläschchen erst nach einem halben Jahr an, manche verweigern es bis zum Beikoststart. Wenn es nicht auf Anhieb klappt, ist Geduld das Zauberwort. Du kannst unterschiedliche Sauger versuchen oder aber du veränderst die Rahmenbedingungen bei den Mahlzeiten. Füttere das Fläschchen an einem anderen Ort in deiner Wohnung oder du lässt den Papa sein Glück versuchen. Manchmal akzeptieren Kinder die Umstellung eher, wenn sie mit einer anderen Bezugsperson in Verbindung gebracht wird.

Sauger

Sauger gibt es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen. Manche Mamas schwören auf Silikon-Sauger, andere wiederum bevorzugen Kautschuk. Für die Zwiemilchernährung spielt der Milchdurchfluss eine Rolle. Sauger, die nur ein kleines Loch haben, kommen der Brustwarze am nächsten. Dein Baby muss sich beim Trinken dann nämlich anstrengen, es muss ordentlich saugen. So lange du also hauptsächlich stillen und nur gelegentlich Fläschchen geben möchtest, solltest du auf die kleinste Saugergröße zurückgreifen.

Abstillen

Es ist ebenso empfehlenswert sich mit dem Thema Abstillen auseinanderzusetzen. Das beziehen wir in diesem Fall aber auf das vorzeitige und ungewollte Abstillen. Je mehr Stillmahlzeiten du durch Pre-Nahrung ersetzt, desto eher geht die Milchproduktion zurück. Wenn du das Stillen unbedingt beibehalten möchtest, dann sollte die Milchbildung regelmäßig angeregt werden z.B. durch häufiges Stillen oder gelegentliches Abpumpen.

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