Fehlgeburt 4 ssw

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Gibt es Anzeichen einer Fehlgeburt?

Von einer Fehlgeburt wird gesprochen, wenn eine Frau in den ersten sechs Monaten ihrer Schwangerschaft ihr Baby verliert. Kommt es zu einem Abort in den ersten 12 Wochen wird hierbei von einer frühen Fehlgeburt gesprochen. Eine genaue Zahl gibt es nicht, aber viele Frauen haben eine Fehlgeburt. Etwa 15 % aller Schwangerschaften brechen frühzeitig ab. Allerdings wissen die meisten Frauen nicht, dass sie schwanger sind und bemerken die Anzeichen für eine Fehlgeburt nicht. Denn ein Großteil der frühen Fehlgeburten passiert schon kurz nach der Befruchtung oder bei der Einnistung. So wird die befruchtete Eizelle meist ausgespült und als vorzeitige Periode angesehen. Die meisten Fälle finden in den ersten drei Monaten statt. Spätere Fälle passieren nur einer von hundert Frauen.

Die Gründe für eine Fehlgeburt

Es liegt nicht immer am Risiko der Frau selbst. Auch Frauen, die gesundheitlich fit sind, können davon betroffen sein. In den meisten Fällen ist es nach der Fehlgeburt möglich, den Grund zu ermitteln, doch selten kann schon vorher etwas dagegen unternommen werden. Vor allem wenn es zu einer frühen Fehlgeburt kommt. Frauen, die während ihrer Schwangerschaft rauchen, mehr als vier Tassen Kaffee täglich trinken oder Alkohol in der Schwangerschaft trinken, haben ein erhöhtes Risiko eine Fehlgeburt zu erleiden. Auch trifft das auf Frauen zu, die bereits mehrere Fehlgeburten erlitten haben oder eine Störung in der Gebärmutter haben. Infektionen oder auch Röteln und Chlamydien können zu einer Fehlgeburt beitragen. Auch das Alter kann eine Rolle spielen. So haben Frauen ab 30 Jahren sogar häufiger einen Frühabort als Frauen darunter. Frauen, die daher einen Kinderwunsch haben, sollten sich vor der geplanten Schwangerschaft gesundheitlich bei Ihrem Hausarzt sowie Frauenarzt durchchecken lassen um mögliche gesundheitliche Störungen festzustellen. Infektionen können schon vor der Schwangerschaft schnell und ohne viel Aufwand behandelt werden.

Die Anzeichen

Da die Gründe für eine Fehlgeburt sehr unterschiedlich sind und bereits kurz nach der Befruchtung oder Einnistung etwas schied gehen kann, ist ein sehr deutliches Anzeichen für eine Fehlgeburt regelähnliche Krämpfe, die mit Blutungen auftreten. Dabei werden Gewebeklümpchen ausgeschieden. Die meisten Frauen denken aber, dass es sich bei der Blutung um ihre Menstruation handelt und bemerken daher nicht, dass sie eine Fehlgeburt haben. Weiß die Frau, dass sie schwanger ist, kann die Fehlgeburt auch erst bei einer Vorsorgeuntersuchung festgestellt werden. Hier kann die Fehlgeburt sogar ohne größere Anzeichen vonstatten gegangen sein. Frauen, die in der Schwangerschaft Schmierblutungen feststellen oder sehr starke Krämpfe bekommen, sollte immer Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Ungewöhnlich sind diese Symptome nicht, aber hier kann es besser sein, einmal zu oft, als einmal zu spät zu handeln. Eine Fehlgeburt, die im Gang ist, kann nicht mehr gestoppt werden. Aber eine Frau kann das Risiko verringern.

Fehlgeburtrisiko gering halten

Rauchen, Alkohol und Medikamente, auch auf natürlicher Basis, sind in der Schwangerschaft tabu. Wichtig ist, dass Sie sich bei einem Kinderwunsch auf die neue Situation umstellen und Ihrem Körper das geben, was es für die Schwangerschaft braucht. Ruhe, innere Entspannung und eine gesunde Ernährung. Bewegungen tut auch in der Schwangerschaft gut, wichtig ist nur, sich nicht zu überanstrengen. Meiden Sie auch giftige Stoffe, wenn Sie zum Beispiel auf der Arbeit mit solchen in Berührung kommen, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber sprechen.
Sie können das Risiko senken, aber es nicht komplett eindämmen. Frauen, die sehr stark unter den Folgen einer Fehlgeburt leiden, finden Unterstützung bei einer Hebamme. Diese Hilfe steht jeder Frau zu und dabei spielt es keine Rolle, wann sie die Fehlgeburt erlitten hat. Auch hilft es vielen Frauen, sich mit anderen Frauen auszutauschen, die das Gleiche erlebt haben.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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Thema: Wie „merkt “ man eine Fehlgeburt?

Hallo Kerstin!
Es ist leider so, das man eine Fehlgeburt nicht unbedingt bemerken muss, wobei manche Frauen schildern, das sie einfach das Gefühl hatten das etwas nicht mehr stimmt.
Man unterscheidet verschiedene Unterformen:
Drohende Fehlgeburt (Abortus imminens)
Leichte bis mäßige Blutung, der Gebärmutterhals ist geschlossen und die Gebärmutter hat eine regelrechte Größe. Ggfs. Schmerzen durch Uteruskontraktionen In diesem Fall ist unklar, ob die Blutungen aufhören und die Schwangerschaft unkompliziert weitergeht oder ob es zur Fehlgeburt kommt. Manchmal hilft die Gabe von Magnesiumpräparaten oder das Spritzen von Gelbkörperhormonen, eine Fehlgeburt zu vermeiden.
Stattfindende Fehlgeburt (Abortus incipiens)
Mittlere bis starke Blutung, der Gebärmutterhals ist offen, eventuell sind Gewebsteile sichtbar. Ggfs. Schmerzen durch Uteruskontraktionen. Eine Fehlgeburt ist in diesem Falle nicht mehr aufzuhalten.
Verhaltene Fehlgeburt (Missed abortion)
Die typischen Zeichen einer Fehlgeburt, wie z.B. die Blutung, fehlen, das Gebärmutter- und Embryowachstum geht nicht mehr weiter. Im Ultraschall sind keine Herzaktionen mehr erkennbar und ein deutlich kleineres Kind zu sehen. Schwangerschaftssymptome verschwinden. Manchmal bildet sich das Kind von allein zurück. Wird die verhaltene Fehlgeburt nicht bemerkt, kann der Embryo in äußerst seltenen Fällen mumifizieren („Steinkind“ – Lithopädion).
In der Frühschwangerschaft wird eine Ausschabung durchgeführt, im späteren Stadium wird durch Medikamentengabe die Wehentätigkeit eingeleitet. In diesem Fall erfolgt eine normale Geburt.
Vollständige Fehlgeburt (Abortus completus)
Embryo und Plazenta werden vollständig ausgestoßen, manchmal ohne Symptome. Bestätigung durch Ultraschalluntersuchung möglich.
Fieberhafte oder komplizierte Fehlgeburt (febriler Abort):Bei der Gebärenden kommt es zu Temperaturen von über 38° und zu Entzündungszeichen, die im Labor nachgewiesen werden können. Dieser Zustand bedarf einer strengen Überwachung und konsequenten Therapie, weil er sehr gefährlich ist und im schlimmsten Falle für die Mutter tödlich enden kann.
Unvollständige Fehlgeburt (Abortus incompletus)
Der Embryo wird ausgestoßen, es verbleiben aber Gewebereste in der Gebärmutter. Eine Ausschabung ist unumgänglich.
Habituelle Fehlgeburt (Abortus habitualis)
Liegt vor, wenn mindestens drei Fehlgeburten in etwa gleichem Stadium erfolgen.
Abortus tubaris
Ausstoßung der Frucht in den Uterus oder die Bauchhöhle nach Eileiterschwangerschaft.
Wenn du dir Unsicher bist, dann geh zu deinem FA und lass einfach mal nachschauen! In den meisten Fällen sind sie Sorgen unbegrüdet!
LG Claudi

Fehlgeburt (Abort, Abortus)

Eine Fehlgeburt macht sich häufig mit krampfartigen Schmerzen im Unterleib bemerkbar. (WavebreakmediaMicro)

Kurzfassung:

  • Experten schätzen, dass zwei Drittel aller befruchteten Eizellen sich nicht richtig entwickeln oder absterben.
  • Das Risiko eines Abortus steigt mit dem Alter der Mutter.
  • Anzeichen einer Fehlgeburt sind Blutungen, Schmerzen im Unterleib und Wehen.
  • Die genauen Ursachen für eine Fehlgeburt sind noch ungeklärt. Manche Fehlgeburten können auf Fehlbildungen der Erbanlagen, Infektionen oder hormonelle Störungen zurückgeführt werden.
  • Die Diagnose wird nach einem Ultraschall gestellt.

Informationen auf dieser Seite:

  • Häufigkeit
  • Ursachen
  • Anzeichen
  • Diagnose
  • Formen
  • Häufig gestellte Fragen

80% der Fehlgeburten sind Frühaborte. Gerade in den ersten zwölf Wochen ist eine Schwangerschaft sehr anfällig, weil die Einnistung des befruchteten Eis und die Ausbildung des Mutterkuchens einen sehr komplizierten Vorgang darstellen, der an vielen Stellen gestört werden kann.

Wie häufig sind Fehlgeburten?

Fehlgeburten kommen recht häufig vor. Experten gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel aller befruchteten Eizellen bzw. Embryonen sich nicht richtig entwickeln und/oder wieder absterben. Viele dieser Schwangerschaften werden gar nicht bemerkt, weil die Schwangerschaftsanlage schon vor der Einnistung oder kurz danach zu Grunde geht. In diesen Fällen kommt es meist zu einer etwas verstärkten, manchmal verspäteten Menstruation.

Grundsätzlich gilt: Je weiter fortgeschritten die Schwangerschaft ist, desto niedriger ist das Risiko für eine Fehlgeburt. Sobald die Herzaktivität mittels Ultraschall festgestellt werden kann, reduziert sich das Risiko für eine Fehlgeburt auf etwa 10%. In der 15. Schwangerschaftswoche (SSW) liegt das Risiko altersabhängig bei nur noch 1–3%.

Wann ist das zu Grunde liegende Risiko für eine Fehlgeburt erhöht?

Die Wahrscheinlichkeit, eine Fehlgeburt zu erleiden, steigt mit dem Alter der Mutter, da das Risiko für eine Chromosomenfehlverteilung steigt. Sie nimmt auch mit der Anzahl der vorangegangenen Fehlgeburten zu. Nach drei Fehlgeburten (man spricht dann von einem habituellen Abort) beträgt das Risiko über 50%, dass die nächste Schwangerschaft wieder mit einem Abort endet.

++ Mehr zum Thema: Interview zum Abortus habitualis mit Prim. Univ.-Doz. Dr. Imhof ++

Die Gründe für eine Fehlgeburt sind weitgehend ungeklärt und im Einzelfall auch selten zu ermitteln.

Fehlbildungen der Erbanlagen

Die häufigste Ursache für eine frühe Fehlgeburt sind Fehlbildungen der Erbanlagen beim Kind, wie etwa Trisomien. Etwa 50–60% der Aborte sind darauf zurückzuführen. Die Fehlbildungen sind nicht mit dem Leben vereinbar, sodass der Embryo abstirbt oder die Schwangerschaft sich nicht weiterentwickelt.

++ Mehr zum Thema: Chromosomenanomalien ++

Infektionen

Spätaborte sind meist auf Infektionen zurückzuführen, etwa durch Bakterien (Chlamydien, B-Streptokokken) oder durch Viren (Röteln, Masern, Herpes). Auch Protozoen können Infektionen hervorrufen (Toxoplasmose), die zu einer Fehlgeburt führen. Schwangere, die von einer bakteriellen Vaginose (Verschieben des bakteriellen Gleichgewichts der Vaginalflora) betroffen sind, weisen ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Spätaborte auf.

Fehlbildungen der Gebärmutter

Fehlbildungen der Gebärmutter können ebenso Grund für eine Fehlgeburt sein. Der Uterus septus („doppelte Gebärmutter“) stellt mit 50% die häufigste Fehlbildung dar: Das Innere der Gebärmutter ist durch eine Trennwand (Septum) geteilt. Das Septum hat oft einen nur sehr geringen Anteil an Muskelgewebe, daher ist die Blutversorgung nicht so gut wie an der eigentlichen Gebärmutterwand. Nistet sich ein Embryo auf dem Septum ein, kommt es oft zu einer Unterversorgung und der Embryo stirbt ab. Ein Uterusseptum lässt sich meist im Rahmen einer Gebärmutterspiegelung durch die Scheide ohne Bauchschnitt abtragen.

Hormonelle Störungen

Auch hormonelle Störungen können Ursache für einen Frühabort sein, wie etwa eine Gelbkörperschwäche. Das Gelbkörperhormon ist nach dem Eisprung für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos sowie im Weiteren für die Erhaltung der Schwangerschaft verantwortlich.

Die häufigsten Zeichen für eine Fehlgeburt sind:

  • vaginale Blutungen, die leicht bis lebensbedrohlich stark sein können
  • Schmerzen im Unterleib, die meist krampfartig sind und sich wie stärkere Menstruationsbeschwerden anfühlen
  • Wehen (schmerzhafte Kontraktionen der Gebärmutter)

Ist die Ursache der Fehlgeburt eine Gebärmutterhalsschwäche, ist der Abort anfangs meist schmerz- und wehenfrei. Diese Form tritt meist nach dem ersten Trimester (also ab der 13. Schwangerschaftswoche) auf.
Jedoch muss keines der genannten Zeichen auftreten und es kommt zu einer verhaltenen Fehlgeburt („missed abortion“): Die Fehlgeburt wird dann zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung festgestellt.

Wie stellt der Arzt eine Fehlgeburt fest?

Zuerst wird Ihr Allgemeinzustand untersucht. Man misst Ihre Temperatur, kontrolliert Ihren Blutdruck und Puls. Dann sieht der Frauenarzt nach, ob der Gebärmuttermund geöffnet oder geschlossen ist, und untersucht die Größe und die Form der Gebärmutter.

In einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung wird überprüft, ob der Embryo/Fötus Herzaktionen hat. Meistens wird der Ultraschall in der frühen Schwangerschaft durch die Scheide durchgeführt. Dadurch kann man die Frucht besser erkennen. Für Blutungen in der Frühschwangerschaft gibt es neben einer Fehlgeburt zahlreiche andere Ursachen, z.B. Geschlechtsverkehr, vaginale Untersuchungen oder sie sind einfach nur Nebeneffekte des raschen Wachstums in einer Frühschwangerschaft.

Formen der Fehlgeburt

Je nachdem, in welchem Stadium sich die Schwangerschaft bzw. Fehlgeburt befindet, unterscheidet man folgende Formen:

Drohende Fehlgeburt

Bei Blutungen im Frühstadium der Schwangerschaft und positiver Herzaktion des Feten (bedeutet, dass das Herz schlägt) spricht man von einer drohenden Fehlgeburt (Abortus imminens). Es kann sich dabei aber auch um völlig harmlose Blutungen handeln, die in der Frühschwangerschaft recht häufig sind.

In Gang befindlicher Abort

Das bedeutet, dass die Fehlgeburt noch nicht abgeschlossen ist, die Schwangerschaft aber nicht mehr intakt ist.

Verhaltene Fehlgeburt

Das Herz des Embryos/Fötus hört auf zu schlagen. In späteren Schwangerschaftswochen spürt die Schwangere die Bewegungen ihres Kindes nicht mehr. Die nicht mehr intakte Schwangerschaft wird mittels Ultraschall festgestellt, oft als Zufallsbefund.

Komplette Fehlgeburt

Ist die gesamte Fruchtanlage ausgestoßen, spricht man von einem Abortus completus.

Inkompletter Abort

Sind noch Reste der Schwangerschaftsanlage in der Gebärmutter zu erkennen, z.B. im Ultraschall, nennt man dies Abortus incompletus (inkomplette Fehlgeburt). In der frühen Schwangerschaft sollte man immer eine Eileiterschwangerschaft ausschließen.

Wenn Sie Blutungen und/oder starke Unterleibsschmerzen haben, sollten Sie sich sofort mit Ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen oder die nächste gynäkologische Ambulanz aufsuchen! Vaginale Blutungen und Unterbauchschmerzen in der Frühschwangerschaft können auch auf eine Eileiterschwangerschaft hindeuten, die einer sofortigen Behandlung bedarf. Eine bereits in Gang befindliche Fehlgeburt kann durch medizinische Maßnahmen nicht mehr aufgehalten werden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema „Fehlgeburt“

Ist es möglich, eine Fehlgeburt zu verhindern?

Es besteht erst bei einem Geburtsgewicht von mehr als 500 Gramm, also etwa ab der 25. Schwangerschaftswoche, eine realistische Überlebenschance für den Fetus. Schwangerschaftserhaltende Maßnahmen sind schon einige Wochen früher sinnvoll. Ruhe ist hierbei eine der wichtigsten Maßnahmen. Ab der 23./24. SSW werden die medizinischen Bemühungen meist noch einmal intensiviert (künstliche Lungenreifung beim Fetus, medikamentöse Wehenhemmung etc.).
In der Frühschwangerschaft kann man einen in Gang befindlichen Abort nicht stoppen. Sollte eine Infektion vorliegen, lässt sich die Gefahr einer Fehlgeburt durch eine rasche Therapie verringern.

Was kann ich vor dem Eintritt einer Schwangerschaft präventiv tun, um eine Fehlgeburt zu vermeiden?

Zwar wurde eine vitaminarme Ernährung mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten in Verbindung gebracht. Eine Überblicksstudie mit insgesamt über 96.000 Frauen zeigt jedoch keinen Einfluss der Einnahme von Vitaminergänzungspräparaten vor der Schwangerschaft oder in der Frühschwangerschaft auf eine Risikoreduzierung von Fehlgeburten.

Anders ist dies bei einer Schilddrüsenunterfunktion und der Gabe von Levothyroxin: Werden Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion und nicht eingestellten Schilddrüsenhormonen schwanger, kommt es bei ihnen gehäuft zu einer Fehlgeburt. Es ist also auf jeden Fall ratsam, vorab die Funktion der Schilddrüse abklären zu lassen.

Seit der Fehlgeburt fühle ich mich so traurig. Was kann ich machen?

Ruhen Sie sich nach einer Fehlgeburt ein paar Tage aus. Umgeben Sie sich mit Menschen, in deren Nähe Sie sich wohlfühlen und mit denen Sie über alles reden können. Versuchen Sie, nach ein paar Tagen Ihr normales Leben weiterzuführen. Vielleicht haben Sie keinen Appetit und fühlen sich müde und abgeschlagen. Viele Frauen werden wütend, traurig oder haben starke Schuldgefühle, obwohl sie sich nichts vorzuwerfen haben.

Eine Fehlgeburt kann beängstigend und deprimierend sein. Es ist völlig natürlich, Trauer über den Verlust zu empfinden. Teilen Sie Ihrer Umwelt Ihre Gefühle mit! Wenn Sie glauben, dass Sie zu viel Zeit für die Verarbeitung Ihrer Gefühle brauchen, oder wenn Sie sehr lange deprimiert sind, suchen Sie Ihren Arzt auf – er kann Ihnen weiterhelfen.

Darf ich mein Kind bestatten?

Die rechtliche Situation für die Bestattung von Frühgeburten und Totgeburten in Österreich ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.
Sowohl bei einer Totgeburt als auch bei einer Fehlgeburt besteht die Möglichkeit, eine Trauerfeier zu organisieren und eine Bestattung im Familiengrab zu veranlassen. Teilen Sie Ihren Wunsch im Spital mit, in dem die Kürettage vorgenommen wird, denn meist ist nach diesem operativen Eingriff keine Bestattung vorgesehen. Viele Spitäler haben auch Sammelgräber und bieten Zeremonien an.

Bei einer Totgeburt ist eine Beurkundung am Standesamt erforderlich. Es besteht die Möglichkeit, den für das Kind vorgesehenen Vornamen in die Sterbeurkunde einzutragen. Mit der Anzeige einer Totgeburt haben Sie Anspruch auf acht Wochen Wochenschutz. Ihr Partner hat Anspruch auf Pflegefreistellung.
Bei einer Fehlgeburt erfolgt keine Beurkundung am Standesamt, und Sie haben auch keinen Anspruch auf Wochenschutz. Von Ihrem Hausarzt können Sie sich jedoch krankschreiben lassen.

Wann darf ich nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden?

Eine erneute Schwangerschaft kann theoretisch nach einem normalen Zyklus mit normaler Menstruation wieder eintreten. Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, gleich nach einer Fehlgeburt schwanger zu werden und das Kind auszutragen, nicht kleiner ist als wenn man zuwartet. Vielen Frauen erscheint jedoch eine Pause von zwei bis vier Monaten sinnvoll. Die Gebärmutter braucht zudem Zeit, sich ganz zu erholen. Es kann auch psychisch helfen, etwas Zeit zwischen den Schwangerschaften verstreichen zu lassen. Die meisten Frauen werden recht schnell wieder schwanger und bringen gesunde Kinder auf die Welt.

Ich habe schon mehrere Fehlgeburten hinter mir. Was können die Ursachen dafür sein?

Ab drei oder mehr diagnostizierten Fehlgeburten durch den Arzt spricht man von wiederholten Aborten (Abortus habitualis). Sofern eine Ursache festgestellt werden kann, lässt sich diese meist operativ oder medikamentös beheben.

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Autoren:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc, Mag. Ulrike Keller, MMag. Karin Jirku
Medizinisches Review:
Prim. Univ. Prof. Dr. Martin Imhof, Leiter der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Landesklinikum Weinviertel Korneuburg, Leiter des IMI Zentrums für Kinderwunschmedizin in Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Silke Brenner

Aktualisiert am: 04.10.2016 | 08:13

AMWF-Leitlinie „Diagnostik und Therapie beim wiederholten Spontanabort“, AWMF-Register NUmer: 015/050; Stand: 31.12.2013; gültig bis: 31.01.2017
Hosang D: Abort – Prävention, Diagnostik und Therapie. Frauenheilkunde up2date 2009; 3(1): 37-51. DOI: 10.1055/s-0028-1098799
Bergner A, et al: Trauer, Bewältigung und subjektive Ursachenzuschreibungen nach Frühaborten: Adaptivität von Verarbeitungsmustern, untersucht in einer Längsschnittstudie. PPmP Heft 02; Jahrgang 59: Februar 2009, S. 57
Diedrich, et al: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag, 2007
Duckitt K, Qureshi A: Concise. Recurrent Miscarriage. Clinical Evidence Handbook 2011
Walch K, Tempfer C: Abortus habitualis. Diagnostische Abklärung und therapeutische Optionen. Speculum 2008; S. 16-19
Rumbold A, et al: Vitamin supplementation for preventing miscarriage. Cochrane Database Syst Rev 2011, Jan 19; (1): CD004073
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Was passiert eigentlich bei einer Fehlgeburt?
Die Fehlgeburt tritt meist im frühen Schwangerschaftsstadium ein: Der Schwangerschaftstest, der bisher ein positives Ergebnis angezeigt hat, ist auf einmal negativ, einige Tage später wird das Ei unter schmerzlichen Blutungen ausgestoßen.

Das sind die Anzeichen einer Fehlgeburt

Die ersten Symptome einer Fehlgeburt können in Form von Blutungen oder Schmerzen auftreten: Krämpfe, Erbrechen, Regelschmerzen…
Achtung, nicht jede Blutung weist auf eine Fehlgeburt hin, daher muss sie unbedingt von einem Arzt untersucht werden.

  • Ein leichter, unregelmäßiger Blutverlust kann normal sein (und von der Gebärmutter oder der zukünftigen Plazenta kommen, z.B. bei der Einnistungsblutung).
  • Stärkere oder regelmäßigere Blutungen mit Klümpchen kündigen dagegen oft eine bevorstehende Fehlgeburt an.

Manchmal weisen auch die verschwundenen Schwangerschaftssymptome auf einen Abort hin (die Brüste schwellen ab, die Übelkeit hört auf).
Detaillierte Informationen findet ihr in unserem Artikel über die Anzeichen einer Fehlgeburt.

Was muss man bei einer Fehlgeburt tun?

Geht zu eurem Arzt, um euch einer Ultraschalluntersuchung zu unterziehen.

  • Eine spontane und vollständige Ausstoßung (Abortus completus) erfordert keinen medizinischen Eingriff.
  • Bei einer unvollständigen Ausstoßung (Abortus incompletus) wird eine Prostaglandin-Tablette (ein Hormon, das bei einem natürlichen Schwangerschafts-verlauf am Ende der Schwangerschaft die Geburt auslöst) verabreicht um künstliche Kontraktionen einzuleiten und die Gewebereste zu entfernen. Bei Bedarf kann der Arzt die Absaugmethode einsetzen: Ein kleines Röhrchen wird an eine Pumpe angeschlossen um den Uterus zu entleeren.

Der Arzt kann auch eine sog. Kürretage (oder „Abrasio“) durchführen, bei der die Gebärmutterschleimhaut ausgeschabt wird. Dieser Eingriff findet unter Vollnarkose statt und erfordert anschließend meistens einen kurzen stationären Aufenthalt.

  • Eine Fehlgeburt im Spätstadium muss aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos im Krankenhaus behandelt werden. Das Ausstoßen des Fötus wird unter Periduralanästhesie oder unter Vollnarkose vorgenommen. Sobald die Gewebereste aus der Gebärmutter entfernt worden sind beginnt ein neuer Zyklus.

Die Risiken einer Fehlgeburt

Bei den meisten Fehlgeburten bleibt die Ursache ungeklärt, da generell eine komplizierte Verkettung biologischer, infektiöser und psychologischer Umstände den Abort auslöst. Oft werden Müdigkeit oder Stress als Auslöser genannt, doch die Auswirkungen dieser Faktoren konnten nie nachgewiesen werden.

1. Fehlgeburt im Frühstadium (Frühabort)

In den ersten zweieinhalb Schwangerschaftsmonaten eintretende Fehlgeburten werden im Allgemeinen durch eine Fehlentwicklung des Eis ausgelöst: Anlagestörungen (z.B. Windei) oder Chromosomanomalien im Erbgut des ungeborenen Kindes führen zur natürlichen Ausstoßung des nicht lebensfähigen Eis. Diese Fehlentwicklungen sind rein zufallsbedingt.
50% der Fehlgeburten ereignen sich in den ersten 6 Schwangerschaftswochen.

2. Fehlgeburt im Spätstadium (Spätabort)

Bei einem Abort nach den ersten zweieinhalb Schwangerschaftsmonaten spricht man von einer Fehlgeburt im Spätstadium. Im Gegensatz zu Frühaborten sind Fehlgeburten im Spätstadium weniger auf genetische als auf „äußere“ Ursachen zurückzuführen:

  • Schwäche des Gebärmutterhalses: Der Gebärmutterhals, der die Gebärmutter nach unten hin abschließt, bleibt offen und erweitert sich bei jeder Kontraktion, obwohl er eigentlich kräftig und geschlossen bleiben muss. (Der Gebärmutterhals muss in diesen Fällen eingeengt werden damit die nächste Schwangerschaft erfolgreich zu Ende gebracht werden kann).
  • Bakterielle Infektionskrankheiten wie die Listeriose (die durch einen Keim entsteht, der in unpasteurisierten Rohmilchkäsesorten vorkommt).
  • Fehlbildungen der Gebärmutter (ein zu kleiner, doppelter oder abgetrennter Uterus).
  • Weitere Faktoren, die das Fehlgeburtsrisiko leicht erhöhen: Alter der Mutter, Rauchen oder „eingreifende“ Testmaßnahmen wie die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).

Nach einer Fehlgeburt: Wie geht es weiter?

Es fällt uns heute vielleicht noch schwerer Fehlgeburten zu akzeptieren als früher, weil wir in Anbetracht der zunehmenden technischen Fortschritte die Illusion haben, das Leben beherrschen zu können. Auch die Tatsache, dass das Leben in einem immer früheren Stadium nachgewiesen werden kann, unterstützt diesen Eindruck.
Wie jeder menschliche Verlust bringt auch eine Fehlgeburt immer ein Bedürfnis nach Trauer mit sich. Zusätzlich zu diesem Schmerz quält die Frauen nach einem Abort oft auch ein starkes Schuldgefühl, weil sie es nicht geschafft haben, ihr Kind bis zur Geburt auszutragen. Um diese schmerzvolle Erfahrung besser zu verarbeiten kann psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden. Oft genügt schon eine einzige Sitzung.
Auf alle Fälle ist es für die „Mutter“ in dieser Phase extrem wichtig von ihrem sozialen Umfeld (Partner, Freunde, Familie,…) unterstützt zu werden.

Gut zu wissen

  • Aus medizinischer Sicht ist eine Fehlgeburt ein relativ häufiges Ereignis, das den Erfolg künftiger Schwangerschaften nur in sehr seltenen Fällen gefährdet.
  • Man spricht erst ab drei (im späten Stadium manchmal auch schon ab zwei) Fehlgeburten von einem sogenannten “habituellen Abort“. Der Arzt führt dann verschiedene Untersuchungen durch, um eine eventuelle Anomalie zu diagnostizieren und eine geeignete Behandlung zu finden.

Quellen & Informationen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V.

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Fehlgeburten (Spontanaborte) kommen relativ häufig vor, manchmal sogar in aufeinanderfolgenden Schwangerschaften, und können die unterschiedlichsten Gründe haben.

Frühe Fehlgeburten (Frühestaborte) entstehen, wenn der Embryo sich nicht in der Gebärmutterwand einnistet. Entweder war die Gebärmutterschleimhaut nicht auf die Einnistung vorbereitet, oder der Embryo wies gravierende Störungen, z.B. Chromosomendefekte auf. Wenn die Mutter eine Autoimmunkrankheit, eine schwere Infektion oder Erkrankung bzw. eine Fehlbildung der Gebärmutter hat, so kann dies ebenfalls unter Umständen zu einer Fehlgeburt führen. War der Embryo innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Empfängnis sogenannten „teratogenen” Substanzen, wie z.B. Röntgenstrahlen, gewissen Medikamenten oder Drogen ausgesetzt , kommt es entweder zu einer sehr frühen Fehlgeburt, oder die Schwangerschaft entwickelt sich normal weiter und das Kind ist nicht geschädigt worden. Das ist die sogenannte Alles-oder-Nichts-Regel. Die Ursachen der meisten Fehlgeburten sind letztendlich jedoch nicht bekannt.

Später in der Schwangerschaft können Fehlgeburten ebenfalls mehrere Ursachen haben: genetische oder chromosomale Defekte, Fehlbildungen der Gebärmutter (z.B. Uterus subseptus, eine durch Trennwände unterteilte Gebärmutter) oder Komplikationen der Plazenta, eine Stoffwechselstörung oder andere chronische Erkrankung der Mutter (z.B. Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktionen), bakterielle oder Virusinfektionen (z.B. Toxoplasmose und Listeriose), und Zervixinsuffizienz.

Fehlgeburten werden eingeteilt in:

  • drohende Fehlgeburt,
  • beginnende Fehlgeburt und
  • schon abgelaufene, aber noch nicht ausgestossene (sog. verhaltene) Fehlgeburten (Fachbegriff: missed abortion).

Dementsprechend unterschiedlich sieht die jeweilige Behandlungsmethode aus. Als Sonderfall einer frühen Fehlgeburt gilt das Windei und die Blasenmole, wobei es sich hier nicht um eine ursprünglich intakte Schwangerschaft handelt.

Für die Unterscheidung zwischen Fehlgeburt und Totgeburt zählt das Geburtsgewicht oder das Schwangerschaftsalter: Danach gilt ein Fetus mit einem Geburtsgewicht von weniger als 500 g oder Gestationsalter von weniger als 22 Wochen als Abort oder Fehlgeburt. Darüber handelt es sich um eine Lebend- oder Totgeburt. Beide sind meldepflichtig und müssen nach Art 9 der Zivilstandsverordnung erfasst und ins Geburtsregister eingetragen werden.

Nach den Krankenversicherungsgesetz muss sich eine Frau, die eine Fehlgeburt erleidet, anteilsmässig an den Behandlungskosten beteiligen, weil eine Fehlgeburt nicht unter „Entbindung“ fällt, sondern unter „Krankheit“ (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts). Eine Einstellung, die unserer Meinung nach eindeutig geändert werden sollte!

Hilfe für Eltern, die ihr Kind durch eine Fehl-, Tot- oder Frühgeburt während oder kurz nach der Geburt verloren haben, gibt es unter www.engelskinder.ch und bei der Fachstelle Kindsverlust während Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit, Belpstrasse 24, 3007 Bern, Tel. 031-333 33 60, [email protected] oder www.kindsverlust.ch.

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„Emily und der Engelsrufer“ ist ein Buch für Familien, die mit dem Verlust eines kleinen Menschen umgehen müssen, den sie nie oder nur ganz kurz kennenlernen durften. Eine einfühlsame Geschichte über Sternenkinder, geschrieben von Alice Andres mit liebevollen Illustrationen von Jacqueline Kauer. Jedes Buch enthält einen Bastelbogen mit einem Schutzengel-Mobile zum Selberbasteln.

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Eine von Femtech Startup Ava im deutschen Sprachraum durchgeführte Umfrage unter 1323 Frauen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zeigt, dass beinahe die Hälfte der Frauen (46 Prozent), die eine Fehlgeburt erlitten, sich selbst die Schuld dafür gibt. Über 70 Prozent ist überzeugt, dass Stress eine Fehlgeburt auslösen kann. 37 Prozent sehen intensive körperliche Betätigung bzw. das Heben schwerer Gegenstände als Ursache an – obwohl dies durch die Forschung längst widerlegt ist. Diese Ergebnisse zeigen, dass Mythen rund um das Thema Fehlgeburt nach wie vor weit verbreitet sind. Zudem fühlen sich viele Frauen nach einer Fehlgeburt von ihrem Arzt oder ihrer Ärztin nur unzureichend unterstützt. 26 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen nicht das nötige Mitgefühl entgegengebracht wurde. Über der Hälfte (55 Prozent) der Frauen wurde empfohlen, mit der nächsten Schwangerschaft abzuwarten, obwohl mehrere neuere Studien zeigen, dass es keinen Grund dazu gibt. Frauen die innerhalb der ersten sechs Monate nach einer Fehlgeburt erneut schwanger werden, haben offensichtlich ein geringeres Risiko, eine erneute Fehlgeburt zu erleiden.

Mehr Fehlgeburten bei Nachtschichten | 16.05.2019

Zwei oder mehr Nachtschichten pro Woche können die Schwangerschaft gefährden: In einer grossen dänischen Studie zeigte sich, dass es bei nachtarbeitenden Frauen in der darauffolgenden Woche häufiger zu Fehlgeburten kam als bei Schwangeren mit einem ungestörten Tagesrhythmus. Sie hatten ein um ein Drittel höheres Risiko, das sich sowohl mit der Anzahl der wöchentlich durchgeführten Nachtschichten als auch mit der Anzahl aufeinanderfolgender Nachtschichten erhöhte. Während der Nachtschicht ist man Licht ausgesetzt, der zirkadiane Rhythmus wird gestört und die Freisetzung von Melatonin verringert. Melatonin ist jedoch wichtig für die Aufrechterhaltung einer erfolgreichen Schwangerschaft. Besonders ab der 8. Schwangerschaftswoche war ein deutlicher Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Fehlgeburtsrisiko zu beobachten. Rund 14 % der Frauen in Europa arbeiten mindestens einmal im Monat nachts – viele auch in der Schwangerschaft.

Fehlgeburt registrieren | 04.03.2017

Im Personenstandsregister wurden gemäss geltendem Recht bis heute nur lebend geborene Kinder sowie Totgeborene (Gewicht von mindestens 500 Gramm oder nach der vollendeten 22. Schwangerschaftswoche) eingetragen. Bei einer Fehlgeburt (unter 500 Gramm oder 22 Wochen Schwangerschaftsdauer) sollen die Eltern nun auch die Möglichkeit haben, die Geburt beim Zivilstandsamt im Personenstandsregister eintragen zu lassen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem am 3. März 2017 verabschiedeten Bericht. Eine Eintragung im Register kann die Trauerarbeit der Eltern erleichtern und dazu beitragen, die kantonalen und kommunalen Formalitäten rund um eine allfällige Bestattung zu vereinfachen. In anderen europäischen Ländern hat sich diese Regelung schon seit längerem bewährt. Weitere Infos…

Wie lange abwarten? Die gängige Empfehlung nach einer Fehlgeburt ist, mindestens drei Monate zu warten, bevor Geschlechtsverkehr ohne Verhütung stattfindet. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass Abwarten nicht unbedingt gerechtfertigt ist. Die Forscher begleiteten 998 Frauen, die eine spontane Fehlgeburt vor der 20. Woche erlitten hatten, anschliessend mindestens sechs Monate lang oder bis zur Geburt ihres Kindes. Von den Frauen, die innerhalb von drei Monaten nach dem Abort wieder schwanger zu werden versuchten, bekamen 53,2 % ein Baby. Bei Frauen, die länger abwarteten, waren es 36,1 %. Die erste Gruppe hatte nicht mehr Komplikationen in der Schwangerschaft als die zweite. Fazit: Eine Wartefrist scheint aus medizinischer Sicht nicht notwendig – wenn man gefühlsmässig zu einer neuen Schwangerschaft bereit ist. (swissmom Newsticker, 4.4.16)

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Ursachen von Fehlgeburten: So kannst du eine Fehlgeburt vermeiden

Es kann verführerisch sein, deine Aktivitäten aus letzter Zeit intensiv zu analysieren, um mögliche Ursachen von Fehlgeburten zu ermitteln: War es Stress? Hätte ich nicht so viel Sport treiben sollen? War es vielleicht eine Tasse Kaffee zu viel?

All diese Überlegungen drehen sich im Grunde um einen weit verbreiteten Irrglauben rund um Fehlgeburten: Kannst du selbst deine Fehlgeburt verursacht haben?

Die Antwort lautet in der überwiegenden Mehrheit aller Fälle NEIN. Ja, die ersten Wochen der Schwangerschaft können besorgniserregend sein. Viele Frauen halten Ausschau nach Symptomen einer Fehlgeburt, achten darauf, was sie essen und fragen sich sogar, ob sie es riskieren sollen, jetzt schon anderen von ihrer Schwangerschaft zu erzählen.

Um Irrglauben rund um die Ursachen von Fehlgeburten aufzulösen, wird dieser Artikel die Frage beantworten, welche der folgenden Punkte wirklich Ursachen für eine Fehlgeburt darstellen können:

  • Genetische Vorbelastung?
  • Sport?
  • Stress?
  • Gebärmutter- und Gebärmutterhalserkrankungen?
  • Alkohol?
  • Zuvor praktizierte Schwangerschaftsverhütung?
  • Eine Infektion?
  • Frühere Fehlgeburten?
  • Eine Fruchtwasseruntersuchung?
  • Eine Molenschwangerschaft?

Ja, chromosomale Anomalien stellen die häufigste Ursache für Fehlgeburten dar.

Etwa 20 bis 30 % aller Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt und obwohl es keinen Test und kein Verfahren gibt, um den Grund für jede einzelne Fehlgeburt zu ermitteln, wissen wir, dass sich Fehlgeburten in den meisten Fällen im ersten Trimester ereignen und höchstwahrscheinlich durch chromosomale Anomalien verursacht werden.

Eine chromosomale Anomalie bedeutet, dass der Embryo nach der Befruchtung des Eis durch das Spermium nicht die richtige Anzahl von Chromosomen hatte oder dass es zu Fehlern bei der Zellteilung gekommen ist, in deren Zuge Teile von Chromosomen verloren gegangen sind oder nicht richtig kopiert wurden. Das Ergebnis solcher Anomalien ist ein nicht lebensfähiger Embryo und letztendlich ein vorzeitiges Ende der Schwangerschaft. Das schließt den Abgang eines Abortiveis, die Fehlgeburt und die chemische Schwangerschaft ein.

Die wahrscheinlichste Erklärung dafür, warum dies geschieht, lautet: reiner Zufall. Wenngleich Wissenschaftler sich bemühen, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie bestimmte Umweltfaktoren wie die Einnahme von Folsäure oder Strahlung die Wahrscheinlichkeit von chromosomalen Anomalien beeinflussen, gibt es bisher keine definitiven Beweise, die solche Zusammenhänge belegen würden.

Nein, Sport verursacht keine Fehlgeburten.

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Sport oder intensive körperliche Betätigung eine Fehlgeburt verursachen kann. Tatsächlich hat eine neuere Umfrage unter schwangeren Frauen ergeben, dass etwa 27 % von ihnen bewusst körperliche Betätigungen vermieden, da sie sich Sorgen wegen möglicher Risiken machten.

Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise, die diese Befürchtung unterstützen würden. In Wirklichkeit kann das Vermeiden körperlicher Betätigung die Wahrscheinlichkeit von Faktoren erhöhen, die tatsächlich das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen können, wie zum Beispiel Fettleibigkeit. Es ist daher wichtig, körperlich aktiv zu sein und auf ein gesundes Gewicht zu achten. Mediziner empfehlen regelmäßige Schwangerschaftsgymnastik.

Vielleicht kann extremer Stress zu einer Fehlgeburt führen, aber es ist schwierig, das genau festzustellen.

Eine neuere Umfrage hat ergeben, dass etwa 75 % der Frauen dachten, dass ihre Fehlgeburt durch Stress verursacht wurde. Das Problem mit der Widerlegung dieser Behauptung ist, dass Stress ein potentes, aber auch kompliziertes Phänomen ist. Dazu musst du Folgendes wissen:

  • Täglicher Stress, wie zum Beispiel das Einhalten von Lieferterminen und ärgerlicher Straßenverkehr, verursacht keine Fehlgeburten.
  • Traumatischer psychischer Stress, wie zum Beispiel der Tod eines Ehegatten oder eines anderen Familienmitglieds, könnte das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen, doch es gibt dafür keine schlüssigen Belege und das Thema muss noch näher erforscht werden.
  • Wesentliche Probleme bei diesen Studien bestehen in dem subjektiven Empfinden von Stress und in vorgefassten Meinungen sowie der Länge des Zeitabstands zwischen der Stresssituation und der Fehlgeburt und wie viel Zeit seit der Fehlgeburt mittlerweile vergangen ist.
  • Ein weiteres größeres Problem ist, dass Stress die Neigung zu übermäßigem Alkoholkonsum und Drogenmissbrauch erhöht, die auf jeden Fall Risikofaktoren für Fehlgeburten sind. Diese Überschneidungen machen den Zusammenhang undurchsichtig, ob Stress allein oder die mit Stress verbundenen Verhaltensweisen zu Fehlgeburten führen.

Schlussfolgerung: Auf ein gesundes Stressniveau zu achten ist immer gut, doch in den meisten Fällen gibt es keinen Grund, Stress für eine Fehlgeburt verantwortlich zu machen. Selbst wenn einer Fehlgeburt traumatischer Stress vorausgegangen ist, gibt es keine sichere Möglichkeit, um zu belegen, dass diese beiden Ereignisse in Zusammenhang stehen. Merke dir also, dass die wahrscheinlichsten Ursachen für eine Fehlgeburt Faktoren sind, über die du keine Kontrolle hast, wie zum Beispiel chromosomale Anomalien.

Ja, Gebärmutter- und Gebärmutterhalserkrankungen können zu Fehlgeburten führen.

Wenn du wiederholt Fehlgeburten gehabt hast, bitte deinen Arzt, deine Gebärmutter und den Gebärmutterhals auf Fehlbildungen zu untersuchen, die eine Schwangerschaft verhindern könnten.

Wenn die Gebärmutter eine unregelmäßige Form hat, oder wenn du ein uterines Septum hast (das ist ein Stück zusätzliches Gewebe, das die Gebärmutter in zwei Bereiche teilt), dann kann es zu keiner ordnungsgemäßen Einnistung des Embryos kommen, was zur Fehlgeburt führt. Je nach der Art der uterinen Anomalie könnte dir dein Arzt eine korrektive Operation empfehlen.

Wenn der Gebärmutterhals schwach oder „inkompetent“ ist, dann kann er sich vorzeitig öffnen, was zum Abgang des Fötus führt. Um das zu behandeln, kann dein Arzt ein Verfahren namens Cerclage durchführen, bei dem einige Nähte angebracht werden, um den Gebärmuttermund zu stärken.

Ja, Alkohol kann eine Fehlgeburt verursachen, aber es kommt auf die Menge an.

Alkohol kann die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt erhöhen, doch dieses Risiko besteht offenbar erst ab einer bestimmten Größenordnung des Alkoholkonsums. Es ist zwar schwer zu sagen, wo genau diese Größenordnung beginnt, aber eine Studie hat ergeben, dass Frauen, die mehr als vier alkoholische Getränke pro Woche tranken, eine deutlich höhere Quote von Fehlgeburten hatten als Frauen, die überhaupt keinen Alkohol tranken. Interessanterweise wurde festgestellt, dass das Risiko bei Frauen, die hochprozentige Getränke konsumierten, weitaus höher war als bei Frauen, die nur Bier oder Wein tranken.

Wenn Frauen weniger als vier alkoholische Getränke pro Woche tranken, erhöhte sich ihr Risiko einer Fehlgeburt im Vergleich zu denen, die überhaupt keinen Alkohol tranken, nicht wesentlich.

Nein, frühere Empfängnisverhütung verursacht keine Fehlgeburten.

Frauen, die Anti-Baby-Pillen genommen oder eine Spirale getragen haben, fragen sich oft, ob diese Schwangerschaftsverhütung langfristige, schädliche Auswirkungen auf ihre Fruchtbarkeit haben kann. Laut dem American College of Obstetricians and Gynecologists gibt es zurzeit keine Nachweise dafür, dass hormonelle oder intrauterine Methoden der Schwangerschaftsverhütung nach ihrem Absetzen das Risiko von Fehlgeburten erhöhen würden.

Im unwahrscheinlichen Fall, dass du schwanger wirst, während du ein Intrauterinpessar trägst, besteht ein leicht erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt, wenn das Pessar immer noch an seinem Platz sitzt (aber nicht, wenn es entfernt wurde).

Auch wenn du einmal oder mehrmals vergessen hast, deine Anti-Baby-Pille einzunehmen und schwanger wirst, erhöhen die danach eingenommenen Pillen nicht das Risiko einer Fehlgeburt

Ja, Infektionen verursachen Fehlgeburten.

Bestimmte bakterielle Infektionen, vor allem solche durch die Bakterien Mycoplasma hominis und Ureaplasma urealyticum, lösen Infektionen der Gebärmutterschleimhaut aus und verhindern die Einnistung und das Wachstum des Embryos, was zu einer Fehlgeburt führt. Dein Arzt kann dich auf diese Bakterien untersuchen und im Bedarfsfall Antibiotika verschreiben, um dieses Problem zu beheben.

Nein, eine Fehlgeburt bedeutet nicht, dass du weitere Fehlgeburten haben wirst.

Normalerweise ist eine Fehlgeburt ein einmaliges Ereignis und die überwiegende Mehrheit aller Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, empfängt anschließend ein Regenbogenbaby. Wenn du zwei oder mehr Fehlgeburten nacheinander erleidest, sprich mit deinem Arzt und lass dich auf mögliche Probleme wie Infektionen oder Gebärmutteranomalien untersuchen, die behandelbare Ursachen von Fehlgeburten darstellen.

Bedingt ja. Eine Amniozentese erhöht das Risiko einer Fehlgeburt, aber nur geringfügig.

Eine Befürchtung bei der Durchführung einer Amniozentese (Fruchtwassernuntersuchung) ist, ob dieser invasive Eingriff eine Fehlgeburt auslösen kann. Diese Befürchtung war vor Jahrzehnten berechtigt, als die ersten Amniozentesen durchgeführt wurden, doch dank des heutigen medizinischen Fortschritts ist das Risiko minimal. Dennoch beträgt das Risiko einer Fehlgeburt im Zusammenhang mit einer Amniozentese bei Schwangeren noch immer etwa 1 zu 400, wobei eine solche Fehlgeburt in der Regel auf eine Infektion oder auf eine vorzeitige Einleitung der Wehen zurückführen ist. Man muss jedoch bedenken, dass es ebenso wie beim Alkohol, Sport und Stress wirklich schwierig ist nachzuweisen, dass ein Vorgang wie diese Prozedur mit Sicherheit die Ursache der Fehlgeburt war.

Nein, eine Molenschwangerschaft ist keine Ursache einer Fehlgeburt

Eine Molenschwangerschaft ist eine Erkrankung, bei der die Zellen, aus denen die Plazenta entsteht, nicht normal wachsen. Auch wenn es wie eine Fehlgeburt aussieht, weil es zu starken Blutungen kommt und die Schwangerschaft zunichte macht, unterscheidet sich dieser Vorgang von einer Fehlgeburt, da er mit einem Plazentadefekt und nicht mit dem Überleben des Embryos zusammenhängt. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass man nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden kann, sobald man dazu bereit ist und wieder seinen Menstruationszyklus hat, wogegen eine Molenschwangerschaft zu einer Komplikation führen kann, bei der die anomalen Plazentazellen an anderen Stellen im Körper weiterwachsen und zu Krebs führen können. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass dein Arzt im Fall einer Molenschwangerschaft jegliches weitere Zellwachstum überwacht und dir empfiehlt, mit erneuten Versuchen, schwanger zu werden, zu warten, damit eventuelle Krebszellen eindeutig erkannt werden können.

Von Lindsay Meisel | Jul 31, 2018

Lindsay Meisel

Blog

Viele Frauen erleben die schwierige Erfahrung einer Fehlgeburt, eine Komplikation, die in 15-20% aller Schwangerschaften auftritt. Obwohl in vielen Fällen niemand schuld ist und es nichts gibt, das man hätte tun können um es zu verhindern, macht dieses Wissen den Verlust nicht weniger schmerzhaft. Sich der Ursachen von Fehlgeburten bewusst zu sein, kann helfen, deren Risiko zu reduzieren.

Chromosomale Anomalien

Die meisten Fehlgeburten treten im ersten Trimester auf, üblicherweise in den ersten eineinhalb Monaten der Schwangerschaft. Ungefähr 60% haben als Ursache einen Gendefekt des Fötus. Dies bedeutet, dass die zwei Chromosomensätze (der des Eis und der des Spermiums) bei der Empfängnis nicht zusammengepasst haben. Als natürliche Reaktion darauf stößt der Körper den Fötus ab.
Bestimmte Erkrankungen


Diabetes, Lupus, Herzerkrankungen, Schilddrüsenfehlfunktionen und Gebärmutterentzündungen können das Risiko von Fehlgeburten erhöhen. Krankheiten wie diese machen es für das Blut schwerer, die Gebärmutter zu erreichen, wodurch der Embryo nicht genug Sauerstoff erhält. Allerdings machen diese Krankheiten eine Schwangerschaft nicht unmöglich. Eine Behandlung, zum Beispiel durch Medikamente, kann die Gefahr verringern, das Baby zu verlieren.

Anomalien der Gebärmutter

Manchen Frauen haben eine Gebärmutter, die eine von der Norm abweichende Form oder Struktur aufweist. In manchen Fällen ist der Embryo nicht in der Lage, sich in der Gebärmutter einzunisten, oder er erhält dort nicht ausreichend Ernährung, was dann zu einem frühen Ende der Schwangerschaft führt. Aber nicht jede Art von Anomalie der Gebärmutter wird Ihre Fähigkeit zu einer Schwangerschaft beeinträchtigen. Allerdings können manche Anomalien es schwieriger machen. In der Tat entdecken viele Frauen erst dann diese Anomalien, wenn sie versuchen schwanger zu werden oder schwanger sind.

Ungeeigneter Gebärmutterhals

Am Ende des ersten Trimesters ist der Fötus schon ziemlich gewachsen und benötigt mehr Platz. Wenn der Gebärmutterhals ungeeignet oder schwach ist, kann er sich weiten und zu früh öffnen. Dies bedeutet, dass er den Fötus nicht halten kann, was ein vorzeitiges Ende der Schwangerschaft verursachen kann.

Polyzystisches Ovar-Syndrom und Hormonungleichgewicht

Polyzystisches Ovar-Syndrom ist eine Störung, die ein Hormonungleichgewicht hervorruft. Bei vielen Frauen, die dieses Syndrom haben, wachsen viele kleine Zysten an den Eierstöcken. Sie haben auch zu viel Testosteron (das männliche Hormon), was die Menstruation stören und eine Empfängnis erschweren kann. Und schließlich kann das Polyzystisches Ovar-Syndrom auch die ausreichende Reifung der Gebärmutterschleimhaut beeinträchtigen, mit der der Embryo versorgt wird. Außerdem haben viele Frauen ein niedriges Niveau an Progesteron, einem Hormon das in der Schwangerschaft wichtig ist. Medikamentöse Behandlung kann das Risiko einer Fehlgeburt reduzieren.

200mg oder mehr an Koffein pro Tag

Die Einnahme von 200mg Koffein und mehr am Tag (ungefähr zwei Tassen Kaffee) kann das Risiko einer Fehlgeburt verdoppeln im Vergleich zu Frauen, die gar keinen Kaffee trinken. Koffein ist in vielen Arten von Erfrischungsgetränken, Tees und Energy Drinks enthalten, weshalb diese vorsichtig und moderat konsumiert werden sollten. Eine Tasse am Tag sollte in Ordnung sein, aber noch sicherer ist es, stattdessen koffeinfreie Getränke zu nehmen, während Sie schwanger sind oder wenn Sie schwanger werden wollen.

Alkohol, Zigaretten und Drogen

Rauchen kann den Fötus ernsthaft schädigen, da das Nikotin in die Plazenta wandert. Außerdem haben Frauen, die rauchen, ein zweimal höheres Risiko einer Fehlgeburt als Nichtraucherinnen. Der Konsum von Alkohol, während Sie versuchen schwanger zu werden oder während der Schwangerschaft, erhöht ebenfalls das Risiko einer Fehlgeburt. Wenn Sie ein paar Drinks zu sich genommen haben, weil Sie nicht wussten, dass Sie schwanger sind, ist das in Ordnung, aber Sie sollten sofort damit aufhören. Dies gilt offensichtlich genauso für Freizeitdrogen, deren chemischen Inhaltsstoffe den Fötus vergiften können. Am besten ist es, all diese Substanzen zu vermeiden, während Sie versuchen, schwanger zu werden. Wenn eine Vermeidung dieser Substanzen Ihnen schwierig scheint, dann holen Sie sich Hilfe und Rat von Ihrem Arzt.

Listeriose

In gewissen Lebensmitteln, wie zum Beispiel nichtpasteurisierter Milch, manchen Käsen, ungewaschenem Gemüse und Früchten, können Listeria monocytogenes enthalten sein, ein Bakterium, das eine Infektion namens Listeriose verursachen kann. In den meisten Fällen hat Listeriose keine schweren Auswirkungen auf eine infizierte Frau, allerdings kann sie die Entwicklung des Babys schädigen und schließlich zu einer Fehlgeburt, Totgeburt oder Frühgeburt führen. Um unnötige Risiken zu vermeiden, ist es am besten, Ihren Arzt zu fragen, welche Lebensmittel Sie während der Schwangerschaft essen können und welche nicht. Andere bakterielle Infektionen, einschließlich Mycoplasma hominis und Ureaplasma urealyticum, können ebenfalls die Gefahr erhöhen, dass Sie Ihr Baby verlieren.

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

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Das Erleben einer Fehlgeburt bedeutet einen tiefen Einschnitt in das eigene Leben. Vielleicht liest du diese Zeilen, weil du selbst vor kurzem eine Fehlgeburt hattest oder weil es einen lieben Menschen in deinem Umfeld gibt, die oder der eine Fehlgeburt zu verarbeiten sucht. Wenn ich selbst zurückschaue, dann gehört meine eigene Fehlgeburt sicherlich zu den Geschehnissen in meinem Leben, die mich am meisten berührt haben. Doch warum ist das so?

Wir verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys. Gedanklich und emotional ist uns unser Kind schon ganz nahe, der zukünftige gemeinsame Lebensweg steht fest.

Und dann kommt diese schockierende Nachricht, dass unser Kind nicht (weiter)leben wird und das Herz aufgehört hat zu schlagen. Der Schock und die Trauer sitzen tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann. Auch die Familie, Verwandte und Freunde sind betroffen und es fehlt oft die Erfahrung und das Wissen, wie man auf einfühlsame Weise reagieren und mit der Situation umgehen kann.

So kommt es, dass ich über meinen Kinderwunsch Blog sehr viele Mails von Frauen und Paaren bekomme, die unendlich unter den Reaktionen ihrer Umwelt leiden. Unpassende Kommentare und vermeintlich gut gemeinte Ratschläge, die im wahrsten Sinne des Wortes verbale Schläge sind, verletzen und lassen die Betroffenen geschockt und traurig zurück.

Deshalb kommt hier nun eine Liste mit gesammelten Kommentaren, die du niemals (!) zu einer betroffenen Frau oder einem betroffenen Paar sagen solltest. Vielleicht hast du weitere Ergänzungen für meine Liste, zögere bitte nicht sie mir zu schicken!

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Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften musste, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein. Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat. Zudem stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird und warum es gerade einen selbst so hart getroffen hat. Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

2. „Mit deinem Kind stimmte irgend etwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung. Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein, wenn die Fehlgeburt zum Beispiel durch einen genetischen Defekt des Kindes verursacht wurde. Es gibt viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können. Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht tröstend wirkt. Das Wissen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Dies ist eine Bemerkung, die einem Tritt in die Magengrube gleich kommt. Leider ist sie als Kommentar aus dem sozialen Umfeld eines betroffenen Paares sehr beliebt. Doch für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut und sich viele Gedanken über das gemeinsame Leben gemacht hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man versucht den Verlust durch eine neue Schwangerschaft zu ersetzen. Eine Frau, die bereits schwanger war und ihr Kind nicht austragen durfte, macht sich viele Gedanken. Sie fragt sich nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen. Auch die Männer leiden sehr stark unter dem Verlust und der Frage, ob eine Folgeschwangerschaft überhaupt möglich sein wird. Selbst wenn es vielleicht recht schnell wieder klappt, bleibt die Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod stets präsent.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf eine Fehlgeburt ist. Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück. Jede Frau und jedes Paar, das sich ein Baby wünscht und vielleicht schon in etwas fortgeschrittenem Alter ist, weiß fast immer um die Risiken einer Fehlgeburt. Wenn es dann tatsächlich passiert hilft dieses Wissen aber nicht weiter, um mit dem Schmerz und der Trauer besser umzugehen. Der Hinweis, dass man aufgrund des Alters ja vorgewarnt hätte sein müssen, verletzt und ist definitiv nicht hilfreich.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn dir jemand vertrauensvoll von seiner Fehlgeburt erzählt oder dich auf andere Art und Weise davon wissen lässt, ist es fatal, wenn du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst. Ich weiß, dass solche Situationen sehr herausfordernd sein können. Man möchte gerne auf gute Weise reagieren, gleichzeitig fehlen die passenden Worte und die Erfahrung, was in solchen Situationen angemessen ist und was nicht. Es braucht ganz viel Einfühlungsvermögen und oft ist es in der jeweiligen Situation schwierig wertschätzend und empathisch zu reagieren.

Mein Tipp: Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort geben. Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass du an sie denkst und dich in ihre Situation einfühlen kannst. Oft ist hier weniger auch mehr. Wenn du total unsicher bist, kannst du auch diese Unsicherheit in Worte fassen und deinem Gegenüber mitteilen, wie sehr dich die Situation berührt und du innerlich nach den richtigen Worten suchst. Auch ein „das macht mich sprachlos“ oder ein einfaches „darf ich dich kurz drücken“ sind ein Zeichen, dass du verstanden hast, worum es gerade geht. Traue dich, deine eigene Betroffenheit auszudrücken! Sie wird es deinem Gegenüber ermöglichen vielleicht auf ähnliche Weise zu reagieren und darin für einen Moment etwas Trost zu finden.

Herzliche Grüße

Silke

Fehlgeburt: Anzeichen, Ursachen und Risiken

Eine Fehlgeburt ist eine schmerzhafte Erfahrung. Zu wissen, welche Anzeichen und Ursachen auf eine Fehlgeburt hindeuten und welche Risiken du vermeiden kannst, geben Sicherheit und Hoffnung (und manchmal leider auch traurige Gewissheit).

Egal, welche Anzeichen, Ursachen oder Risiken es für eine Fehlegeburt gibt. Für eine Frau ist eine Fehlgeburt immer ein schwerer Verlust.

Eine Fehlgeburt zu erleiden ist wohl eines der schmerzhaftesten Erlebnisse, die einem als Frau widerfahren kann. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich musste leider selbst diese Erfahrung machen. Mit einer Fehlgeburt gehen viele Gefühle einher: Hilflosigkeit, Trauer, Wut, Schuld sind nur einige davon.

Mir persönlich hat es viel gebracht, über meine Fehlgeburt und meine Gefühle zu sprechen, denn erst dadurch habe ich erfahren, dass ich gar nicht so alleine mit meiner Erfahrung bin, wie ich dachte. Als ich begann über meinen erlittenen Verlust zu sprechen, offenbarten mir immer mehr meiner Freundinnen und Bekannten, dass es ihnen bereits ebenso ergangen war. Das holte mich aus meiner Einsamkeit und gab mir das Gefühl, mit meinem Leid nicht alleine zu sein. Eine Freundin schenkte mir damals außerdem das Buch „Gute Hoffung, jähes Ende“*, das mir ebenfalls gut getan hat.

Was ist eine Fehlgeburt und wie häufig kommt eine Fehlgeburt vor?

Als Fehlgeburt wird ein Abgang der befruchteten Eizelle in den ersten 12 bis 14 Wochen der Schwangerschaft bezeichnet. Die meisten Fehlgeburten ereignen sich bereits in den ersten zwei Wochen einer Schwangerschaft – und das meist unbemerkt. Die werdende Mutter registriert sie meist nicht einmal als solche, sondern erlebt die Abstoßung der befruchteten Eizelle als vorzeitige Regelblutung.

Die Statistik sagt uns schon, dass wir mit unserer Erfahrung einer Fehlgeburt nicht alleine sind. Doch auch wenn die Zahlen sagen, dass 15 % der verifizierten Schwangerschaften durch eine Fehlgeburt enden, war dies für mich nur eine abstrakte Zahl. Bis zur 12. Woche ist die Gefahr einer Fehlgeburt am höchsten. Etwa 80 % der Aborte geschieht in diesem ersten Trimester. Ab der 22. Schwangerschaftswoche, wenn der Fötus mindestens 500 Gramm wiegt, liegt das Risiko bei gerade einmal 3 %. Dann spricht man nicht mehr von einer Fehl- sondern von einer Totgeburt.
Erst der Austausch mit anderen hat diese Statistik für mich real gemacht und mir Trost gespendet – ebenso wie die vielen emotionalen Gespräche mit anderen Frauen und Müttern.

Was sind die Anzeichen einer Fehlgeburt?

Woran merke ich, dass eine Fehlgeburt droht? Diese Frage trieb mich zwölf Wochen lang um. Es gibt bestimmte Anzeichen, die einen hellhörig machen sollten, die aber auch nicht automatisch immer etwas Dramatisches bedeuten müssen. Stellst du ein oder mehrere dieser Anzeichen während deiner Schwangerschaft bei dir fest, solltest du sicherheitshalber immer deine Gynäkologin oder deinen Frauenarzt aufsuchen. Wenn du dir unsicher bist, geh lieber einmal zu oft zum Arzt als einmal zu wenig. Meine Frauenärztin hat immer gesagt, ich soll jederzeit vorbeikommen, wenn ich mir zu große Sorgen mache – auch dafür sei ein Gynäkologe da. Je weniger Stress du während deiner Schwangerschaft hast, desto besser für dich und dein Kind.

Diese Anzeichen können auf eine drohende Fehlgeburt hinweisen (müssen aber nicht):

  • Blutungen
  • Ziehen im Unterbauch
  • Plötzliches Verschwinden typischer Schwangerschaftssymptome wie Brustspannungen oder Übelkeit
  • Kreuzschmerzen
  • Fieber und eitriger Ausfluss
  • Wehenartige Schmerzen, wenn die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten ist
  • Vorzeitiger Austritt von Fruchtwasser (später in der Schwangerschaft)

Besonders die ersten beiden Punkte können auch bei einer völlig intakten Schwangerschaft auftreten, bzw. gerade Ziehen im Unterleib ist völlig normal in den ersten Wochen. Auch Blutungen müssen nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten, wie du in unserem Artikel über die verschiedenen Arten der möglichen Blutungen während der Schwangerschaft nachlesen kannst.
Bei meiner stillen Fehlgeburt gab es zum Beispiel gar keine Symptome. Mir ist erst nach der Diagnose durch meine Ärztin aufgefallen, dass das Verschwinden des Spannungsgefühls in meinen Brüsten ein Anzeichen für den Abgang war. Das Tragische an vielen Anzeichen für eine Fehlgeburt ist aber, dass selbst wenn du sie bemerkst und sofort einen Arzt aufsuchst, man in der Frühschwangerschaft nicht viel gegen den Abgang machen kann. Denn in diesem Fall entscheidet unser Körper einfach selbst, dass da etwas mit dem aufkeimenden Leben in uns nicht stimmt und wir uns leider davon verabschieden müssen.

Schwangerschaft

Blutungen in der Frühschwangerschaft: Was können sie bedeuten?

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Was sind die Ursachen einer Fehlgeburt?

Viele Schwangere suchen nach einer Fehlgeburt vor allem bei sich selbst die Schuld – auch ich habe dies getan. Obwohl mein Verstand mir sagte, dass ich meine Fehlgeburt absolut nicht hätte verhindern können, tauchten immer wieder Gedanken wie “Vielleicht hätte ich …” oder “Wenn ich nicht …” in meinem Kopf auf.
Vielfach kann eine Ursache für eine Fehlgeburt nicht eindeutig festgestellt werden. Es gibt dann natürlich trotzdem Gründe für die Fehlgeburt, nur lassen sie sich nicht rekonstruieren. Gerade bei den Frühaborten in den ersten Wochen der Schwangerschaft liegt die Ursache meist an einer Fehlbildung der befruchteten Zellen. In der Regel lag dann eine Chromosomenstörung vor, es hatte also eine genetische Ursache. Diese Zellen und sich daraus entwickelnde Föten wären gar nicht lebensfähig. Dies wird von unserem Körper erkannt und er stößt die fehlentwickelten Zellen ab.

Einige Ursachen für eine Fehlgeburt, insbesondere bei fortgeschrittenen Schwangerschaften, liegen jedoch auch an äußeren Umständen und lassen sich teilweise sogar vorbeugen:

  • Infektionen der Mutter, zum Beispiel Toxoplasmose, Röteln, Hepatitis
  • Tumore wie Myome in der Gebärmutter
  • Hormonelle Erkrankungen und hormonelles Ungleichgewicht der Mutter
  • eine Gelbkörperschwäche und damit eine Schwäche des schwangerschaftserhaltenden Hormons
  • Fehlbildungen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane, wie der Gebärmutter
  • Immunologische Abstoßungsreaktionen gegen die befruchtete Zelle
  • Erblich bedingte, chromosomale Veränderungen
  • Seelische Ursachen, wie großer Kummer oder Schock
  • Äußere Unfälle und Verletzungen
  • Ungesunder Lebensstil (Rauchen, Alkohol, Drogen, etc.)
  • Starkes Übergewicht
  • Entwicklung einer Blasenmole: Es entwickelt sich eine Fruchtblase, jedoch kein Embryo
  • Eine Gestose oder Schwangerschaftsvergiftung

Manchen dieser Ursachen für eine Fehlgeburt kannst du zum Beispiel durch Impfungen und dem Einhalten eines gesunden Lebensstils vorbeugen. Andere Faktoren lassen sich eventuell durch regelmäßige Untersuchungen bei deiner Frauenärztin erkennen und behandeln, sodass das Risiko für eine Fehlgeburt gesenkt wird.

Wichtig ist, dass wir uns als werdende Mütter nicht gegen alle Ursachen und Risiken absichern können. Manchmal hat uns leider die Natur einfach in der Hand. Was uns bleibt, ist aber, gut auf uns und unseren Körper zu achten, um unserem zukünftigen Baby die besten Startbedingungen zu geben.

Gibt es Risiken für eine Fehlgeburt?

Es gibt einige Faktoren, die das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen können. Das heißt nicht, dass es zwangsweise zu einer Fehlgeburt kommt, wenn eines oder mehrere dieser Risiken auf dich zutreffen. Trotzdem ist es gut zu wissen, auf welche Dinge du und deine Gynäkologin besonders achten sollten und werden:

  • Risikoschwangerschaften in fortgeschrittenem Alter (ab 35 Jahren)
  • Vorangegangene Fehlgeburten
  • Häufige Anzahl vorherige Schwangerschaften
  • Konsum von Genussmitteln wie viel Koffein, Zigaretten, Alkohol und Drogen
  • Vorerkrankungen wie Diabetes
  • Erkrankungen, Fehlbildungen oder Probleme mit der Gebärmutter und/oder Eileiter, z. B. Endometriose
  • Myome, gutartige Tumore, können die Eizelle daran hindern, sich einzunisten
  • Psychische Erkrankungen
  • Hormonelle Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Störung der Blutgerinnung

Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das?

Ebenso schlimm, aber häufig unterschätzt wird eine ganz andere Krankheit. Dabei kann man sich mit ihr im wahrsten Sinne leicht „anstecken“ lassen: Stress. „Stress spielt eine wichtige Rolle bei einer Fehlgeburt“, sagt Stressforscherin Petra Arck von der Berliner Charité. Dann nämlich, so die Wissenschaftlerin, produziert der Körper einer Frau zu wenig Progesteron (Gelbkörperhormon). Das wiederum führt zu einer unerwünschten Reaktion der Gebärmutter auf die sich einnistende befruchtete Eizelle und so zu einer Fehlgeburt. Früher nannte man diese Art der Fehlgeburt schlicht „Abstoßung“, heute sprechen die Fachleute von einer „unangepassten Immunantwort“.

Ist die Schwangerschaft schon über die Einnistungsphase um die 4. SSW fortgeschritten, kann ein zu niedriger Progesteronspiegel jederzeit in der Schwangerschaft vorzeitige Wehen und damit schlimmstenfalls eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt verursachen. Wenn vorzeitige Wehen zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, muss hingegen nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten. Aber frühzeitige Wehen sind immer ein Grund sofort deinen Frauenarzt aufzusuchen und dich durchchecken zu lassen.

Nur keine Panik!

Was bedeutet eine Risikoschwangerschaft für dein Baby?

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Was kannst du tun, um eine Fehlgeburt zu verhindern?

Solltest du zu einer möglichen Risikogruppe gehören, ist der enge Kontakt und die Beratung, inklusive Aufklärung und Untersuchung durch den Arzt oder die Ärztin deines Vertrauens wichtig. Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist und je normaler sich dein Kind bisher entwickelt hat, umso größer ist die Chance, dass eine Fehlgeburt verhindert werden kann. Meist ist das mit strenger Bettruhe und auch einem längeren Aufenthalt im Krankenhaus verbunden. Doch du kannst auch vorbeugend etwas dafür tun, dass deine Schwangerschaft von Anfang an stabil bleibt:

  • Vorsorgeuntersuchungen, die Anomalien, Vorerkrankungen und Infektionen ausschließen
  • Ein gesunder Lebensstil leben, inklusive einer gesunden Ernährung und angepasster sportlicher Betätigung
  • Verzicht auf Genussmittel wie Tabak, Drogen und Alkohol
  • Körperlichen und geistigen Stress reduzieren
  • Hormonelle Therapien in Anspruch nehmen (wenn nötig), die schwangerschaftserhaltend wirken
  • Gute Nahrungsergänzungsmittel wie Folsäure und Magnesium zuführen
  • Für seelische Balance sorgen, vor allem, wenn du schon einmal eine Fehlgeburt erlitten hast

Gerade der letzte Punkt ist nicht außer Acht zu lassen und war für mich bei meiner erneuten Schwangerschaft die größte Herausforderung. Das Loslassen meiner Ängste als ich danach wieder schwanger wurde, beschäftigte mich bis zu dem Moment, in dem ich mein Kind das erste Mal in meinem Bauch aktiv spüren konnte. Davor beobachtete ich ständig meinen Körper und horchte in mich hinein, ob da wieder etwas nicht in Ordnung ist. Und das, obwohl ich bei meiner ersten Fehlgeburt keinerlei Symptome hatte und der Verlust eines Babys erst beim Ultraschall bei meiner Frauenärztin festgestellt wurde – ohne Vorwarnung, war dies damals ein regelrechter Schock. Dieser Stress ist für Mutter und Kind nicht gesund, aber es ist auch nicht leicht, diese Ängste einfach abzuschalten. Eine engmaschige Kontrolle durch meine Gynäkologin und viele Gespräche mit Freundinnen und Leidensgenossinnen halfen mir, die ersten Wochen meiner zweiten Schwangerschaft durchzustehen ohne durchzudrehen!

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Infektionen: Oft der Grund für eine Fehlgeburten

Infektionen sind einer der häufigsten Gründe für Fehlgeburten. Wenn der Milchsäureschutzschild, der die Scheide vor Bakterien, Pilzen und Viren schützt, beispielsweise durch falsche Ernährung geschwächt ist, kann es leicht zu Infektionen kommen. Die bakterielle Vaginose trifft zum Beispiel 15 bis 20 Prozent aller Schwangeren. Früh genug erkannt, lässt sie sich behandeln. Andernfalls droht das Hinaufwandern der Infektion in den Gebärmutterhals, wo sie die Einnistung und das Wachstum behindern und eine Fehlgeburt auslösen kann.

Kann zu viel Stress eine Fehlgeburt auslösen?

Stress ist ein allgegenwärtiger und dehnbarer Begriff, von daher sollte man im Hinblick auf ein Fehlgeburtsrisiko unterscheiden: Wer öfter Überstunden schiebt und sich gelegentlich mit Kollegen zofft, wird vermutlich keine Fehlgeburt dadurch erleiden. Extremer Stress, wie ihn schwere Schicksalsschläge auslösen, ist da schon ernstzunehmender. Allerdings ist es schwierig, Schock und Traumata aus dem Weg zu gehen – es begibt sich ja niemand bewusst in so belastende Situation, ob nun schwanger oder nicht. Um das Risiko einer Fehlgeburt durch Stress dennoch so niedrig wie möglich zu halten, versuche alle von dir zu beeinflussenden Stressfaktoren herunterzufahren und dir gegebenenfalls Hilfe zu suchen, um mit bestimmten Situationen klar zu kommen. Rede mit deinen Vorgesetzten, Freunden und deiner Familie, wenn du Unterstützung brauchst und schrecke auch nicht davor zurück, dir professionelle Hilfe zu suchen, wenn du alleine überfordert bist. Wir brauchen alle mal Hilfe im Leben!

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Fehlgeburt durch zu viel Sport?

Aber wie ist es mit Sport? Werdende Mütter sollten sich schonen. Doch dass Sport eine Fehlgeburt auslösen könnte, wird von Wissenschaftlern bezweifelt. Extremsport und Leistungssport sind hier nicht gemeint. Ganz normale sportliche Aktivitäten sind in Ordnung, wenn du diese auch vor deiner Schwangerschaft regelmäßig ausgeführt hast. Sport kann im Gegenteil sogar helfen, deinen Körper zu stärken. So baut regelmäßige körperliche Aktivität zum Beispiel Stress ab und stärkt dein Herz-Kreislauf-System.
Du solltest dein Leistung beim Sport aber kontinuierlich an deinen Gesundheitszustand und Fortschritt deiner Schwangerschaft anpassen und z. B. nur noch mit niedrigen Gewichten und geringerer Intensität trainieren. Auch das Workout der geraden Bauchmuskeln ist irgendwann tabu.

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Wenn du vermutest, dass du eine Fehlgeburt hattest, besuche schnellstmöglich deinen Frauenarzt, um feststellen zu lassen, ob du mit deiner Vermutung richtig liegst. Wenn deine Gynäkologin eine Fehlgeburt diagnostiziert hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten wie es nun weitergeht, je nach Ausgangssituation.

Hattest du bereits einen Abgang, was gerade in den ersten Schwangerschaftswochen häufig vorkommt, wird deine Frauenärztin nicht viel unternehmen. Mit einem Ultraschall wird sie kontrollieren, ob sich alle Zellen aus deiner Gebärmutter gelöst haben und keine Infektionsgefahr besteht. Ist bei der Untersuchung beim Embryo kein Herzschlag mehr vorhanden, gibt es normalerweise zwei Möglichkeiten: Fehlgeburt ohne Ausschabung oder mit Ausschabung.

Fehlgeburt ohne Ausschabung

Nach der Feststellung meiner Fehlgeburt empfahl mir meine Frauenärztin die Fehlgeburt ohne Ausschabung mittels natürlich Abstoßung zu beenden. Bei den meisten Frauen setzt der Körper nach einer Fehlgeburt ein natürliches Notfallprogramm in Gang, dass nach einigen Tagen zur natürlichen Abstoßung des Zellgewebes führt. Dies geht je nach Fortschritt der Schwangerschaft und der individuellen körperlichen Voraussetzungen mit einer normalen bis stärkeren Blutung von gangen – in der Regel ähnlich deiner Monatsblutung. Es kann aber auch zu leichten Kontraktionen kommen, wenn der Körper aktiv mithilft.

Fehlgeburt mit Ausschabung (Kürettage)

Bei mir tat sich damals einfach nichts. Es setzten nach der Fehlgeburt auf natürlichem Wege keine Blutungen ein und auch die verschriebenen Tabletten (dieselben, die man auch zur Einleitung bei einer Geburt bekommt) zeigten bei mir keine Wirkung. Eine Fehlgeburt ohne Ausschabung war für mich also nicht möglich.
Nach über drei Wochen mit dem Wissen, dass ich mein Baby zwar medizinisch, aber rein körperlich noch nicht verloren hatte, war ich für die Überweisung zur Ausschabung, auch Kürettage oder Abrasio genannt, mehr als dankbar. Dabei wurden dann unter einer leichten Vollnarkose die Reste des Embryos und des Mutterkuchens aus meiner Gebärmutterhöhle zu entfernen. Ein weiteres Abwarten hätte auch das Infektionsrisiko und damit das Risiko für weitere Fehlgeburten bei folgenden Schwangerschaften erhöht. Ein paar Stunden nach der kurzen, vaginal durchgeführten OP konnte ich bereits nach Hause gehen und endlich mit meiner Fehlgeburt abschließen – soweit dies jemals möglich ist.

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