Familie mit 20 kindern

Inhalte

Uganda: 37-Jährige hat 38 Kinder – jetzt ist Schluss mit schwanger

Anzeige

Man nennt sie die „Zwillingsmutter, die Vierlinge bekommt“: Mariam Nabatanzi aus Uganda ist wegen ihres zahlreichen Nachwuchses berühmt geworden. Die Frau aus einem kleinen Dorf, 50 Kilometer von Kimbala entfernt, ist erst 37 Jahre alt, nach eigenen Angaben hat sie aber bereits 38 Kinder. Alle stammen vom selben Vater, bestätigte Samari Musenero vom Bezirksrat der Region. Das jüngste ist gerade einmal vier Monate alt, das älteste 23. Doch wie kann das sein?

Ihre ersten Kinder, Zwillinge, bekam Mariam Nabatanzi im Alter von erst 13 Jahren, nachdem sie von ihrer Familie mit einem 23 Jahre älteren Mann verheiratet wurde. Seitdem war sie ständig schwanger. Neben normalen Schwangerschaften bekam sie viermal Drillinge und jeweils dreimal Vierlinge und Zwillinge.

Bis auf eines brachte sie ihre Babys immer auf natürlichem Wege zur Welt, nur das letzte Kind war ein Kaiserschnitt. Mariam empfand selbst die Vierlinge nicht als ungewöhnlich. „Mein Vater hatte 45 Kinder mit verschiedenen Frauen. Auch sie bekamen Fünflinge, Vierlinge, Drillinge und Zwillinge.“

Seltene genetische Disposition

Anzeige

Vermutlich liegt es an einer besonderen genetischen Veranlagung, dass bei Mariam in einem Zyklus gleich mehrere Eizellen heranreifen und dadurch Mehrlinge entstehen, erklärt der Gynäkologe Charles Kiggundu den Kinderreichtum im afrikanischen Magazin „Happenings“.

Nach ihrer sechsten Geburt, als Mariam bereits 18 Kinder hatte, wollte sie deshalb aufhören und suchte Rat bei Ärzten. Diese hätten ihr allerdings mitgeteilt, dass sie sterben könne, wenn sie aufhöre, Kinder zu bekommen. „Wenn sich diese unbefruchteten Eiern sammeln, könnten sie nicht nur das Fortpflanzungssystem zerstören, sondern die Frau kann auch ihr Leben verlieren“, zitiert das Magazin auch Dr. Ahmed Kikomeko aus Kawempe.

Mariam versuchte es trotzdem einmal mit der Geburtenkontrolle und verwendete eine Spirale. Ihr Körper reagierte extrem: „Ich musste mich viel übergeben, und an einem Punkt war ich dem Tod nahe. Ich lag einen Monat lang im Koma.“

Anzeige

Im Alter von 23 Jahren, zu dem Zeitpunkt war sie bereits 25-fache Mutter, wollte sie einen weiteren Versuch starten, nicht mehr schwanger zu werden. „Ich wurde im Krankenhaus von Mulago untersucht und der Rat lautete, dass ich weiter Kinder bekommen sollte, weil die Zahl der Eizellen noch immer so hoch sei.“

Endlich ist Schluss mit den Schwangerschaften

Die große Familie zu ernähren ist außerordentlich schwierig, auch weil der Ehemann wenig dazu beitrage. „Mein Mann ist polygam und hat viele Kinder aus früheren Beziehungen. Er war gewalttätig und schlug mich.“ Ihre Hochzeit im Alter von zwölf Jahren beschreibt sie als traumatisch: „Ich wusste nicht, dass ich verheiratet werde. Leute kamen zu meinem Vater und brachten Geschenke. Als es Zeit war, das Haus zu verlassen, dachte ich, ich begleite bloß meine Tante. Als wir bei ihm zu Hause ankamen, übergab sie mich dem Mann“, erzählt Mariam.

Die Mutter bewirtschaftet zwar ein kleines Stück Land, aber der Ertrag reicht bei Weitem nicht, damit die Familie nicht hungern muss. Pro Tag verbraucht sie zehn Kilogramm Maismehl, vier Kilogramm Zucker und drei Seifen. Um etwas Geld zu verdienen, verkauft Mariam auf dem Markt Heilkräuter oder hilft Bräuten dabei, sich für die Hochzeit zu stylen. Demnächst möchte sie eine Trinkwasserleitung bauen, damit sie das Wasser in ihrer Umgebung verkaufen kann.

Anzeige

Andere wären in ihrer Lage vielleicht verzweifelt, aber Mariam sagte dem Magazin „pulse“: „Ich habe aufgehört, mich selbst zu bemitleiden, weil ich weiß, dass diese Kinder ein Geschenk Gottes sind, das ich behüten muss. Also versuche ich mein Bestes, um für sie zu sorgen.“

Zumal die Geburt ihres letzten Kindes nun doch das Ende ihrer Schwangerschaften bedeutet. Bei ihrem Kaiserschnitt habe sie den Arzt gefragt, ob er dafür sorgen könne, dass ich nicht wieder schwanger werden. „Er sagte: ,Ich habe die Gebärmutter herausgeschnitten‘.“

Bei Nummer 20 sollte eigentlich Schluss sein. Anfang November begrüßte Großbritanniens größte Familie ihr 21. Kind. Mutter Sue Radford (43) hat jetzt der britischen „Sun“ erklärt, wie ihre Großfamilie den hektischen Alltag meistert.

Sue (43) und ihr Mann Noel Radford (47) durften Anfang November Baby Bonnie begrüßen. Für die Großfamilie aus Morecambe (Lancashire) ist das Mädchen das 21. Kind.

So meistern die Radfords ihren Alltag

Das Ehepaar lebt in einem umgebauten Pflegeheim mit zehn Schlafzimmern. Die jetzt 21-köpfige Familie hat das Haus für 240 000 Pfund (fast 270 000 Euro) gekauft. Finanziert wird die Großfamilie primär durch Vater Noel, der eine Bäckerei betreibt.

Jetzt hat die 43-jährige Mutter in einem Interview mit der britischen „Sun“ einen Einblick in die tägliche Hausarbeit gegeben:

➤ Die Waschmaschine läuft jeden Tag neun Mal.

➤ Die Familie verbraucht 30 Flaschen Waschmittel pro Monat.

➤ Sie verwenden täglich vier Rollen Toilettenpapier.

Auch Interessant

Lesen Sie auch

  • Paar hat 20 Kinder Wie oft kann eine Frau maximal gebären?

    Britin Sue Radford (42) hat gerade Kind Nr. 20 bekommen. Eine Gynäkologin erklärt, ab wann serielle Schwangerschaften gefährlich werden.

➤ Das Essen kostet rund 300 Pfund (fast 340 Euro) pro Woche.

➤ Auf den Tisch kommen meist große Pasta- oder Eintopfgerichte.

➤ Beim Essen gibt es keine Sonderwünsche. „Wenn wir drei oder vier verschiedene Mahlzeiten zubereiten müssten, wäre das ein Chaos“, erklärte Sue in dem Interview.

➤ Noel fährt seine Familie mit einem Minibus. Das erlaubt ihm, die Busspur zu nutzen, weil er mehr als neun Passagiere an Bord hat.

➤ Sechs der Kinder gehen in die selbe Grundschule, etwa zehn Minuten vom Haus der Familie entfernt.

➤ Die jüngsten Kinder, Oscar, Caspar, Hallie und jetzt Bonnie bleiben bei Sue zu Hause.

➤ Am Abend gehen die Kleinen um 18 Uhr ins Bad. Jüngere Kinder liegen gegen 19 Uhr im Bett, die älteren Geschwister um 21 Uhr.

➤ Sue und Noel sagen, dass sie normalerweise um 22 Uhr ins Bett gehen.

  • Berauscht nach der Geburt Wie „high“ machen Mama-Hormone?

    „Ich erinnere mich gar nicht mehr an den Geburtsschmerz, das müssen die Hormone sein!“ Wie „high“ machen Mama-Hormone wirklich?

Einsamkeit ist ein Fremdwort!

Natürlich haben die Eltern einer so großen Familie Schwierigkeiten, mal eine Minute für sich selbst zu finden. Für Sue ist das aber kein Problem.

Die 21-fache Mutter erklärt: „Das Beste an einer großen Familie ist, dass sie niemals einsam ist und die Kinder niemals einsam sind.“

Radfords: Die größte Familie Großbritanniens und ihre Geschichte

Wenn Eltern fünf, sechs oder sogar acht Kinder haben, fangen viele Menschen an zu staunen. Ist das nicht ganz schön viel Arbeit? Was wirklich bedeutet, viele Kinder zu haben, wissen die Radfords.

Denn diese geben dem Wort Großfamilie eine ganz neue Bedeutung: Sue und Noel Radford haben letztes Jahr ihr 19. Kind bekommen! Und wer meint, 19 Kinder wären genug, irrt sich. Das 20. ist bereits auf dem Weg!

Sue und Noel sind nicht nur als glückliche Eltern von 19 Kindern bekannt. Sie sind auch bekannt als die Eltern, dessen 17. Kind nicht mehr am Leben ist. Die Familie hat eine schwierige Zeit hinter sich, die bereits im September 2013 begann, als Sue in freudiger Erwartung auf ein weiteres Kind eine Fehlgeburt erlitt.

Die schweren Zeiten der Familie

Die vielfache Mutter verliert nicht den Mut. 2014 wird sie erneut schwanger. Nach der Fehlgeburt bleiben Sue und Noel Radford noch vorsichtig mit ihrer Freude. Ab der 16. Woche sind sie dann endlich über den Berg, die Schwangerschaft verläuft gut und langsam trauen die Radfords sich, ihre Freude über einen weiteren Sohn zuzulassen.

Bei jeder kleinsten Veränderung schlägt ihr Glück in Angst um, Sue lauscht regelmäßig dem Herzschlag ihres Babys, doch eines Tages ist es still. Panisch begibt sich die Familie ins Krankenhaus um nach kurzer Zeit erleichtert aufatmen zu können. Mit dem Baby im Bauch ist alles in Ordnung. Sie nennen es Alfie.

Doch dann folgt ein weiterer Rückschlag: Alfie tritt nicht mehr. Sue hört keinen Herzschlag mehr. Als sie dieses Mal ins Krankenhaus kommt, fühlt sie sich zunächst ruhiger – letztes Mal war alles in Ordnung – doch dann sieht sie das starre Gesicht der Ärztin, die Tränen in ihren Augen und die Radfords wissen: Sie haben ein weiteres Baby verloren. Sue muss den leblosen Alfie auf die Welt bringen.

Sternenkinder: Wie kann ich einer Freundin nach einer Fehlgeburt helfen?

Trotzdem gehört der kleine Alfie in den Herzen zur Radford-Familie. Im Urlaub malen die Geschwister jedes Mal ein Herz für ihren kleinen Bruder in den Sand:

Die Radfords geben nicht auf

Nach den traumatischen Erlebnissen wirkt es wie ein Wunder, dass die Radfords erneut schwanger werden. Doch tatsächlich sind mittlerweile schon zwei Kinder dazu gekommen – 2015 wurde Hallie geboren, 2016 Phoebe.

Nun hat die Familie ein Video veröffentlicht, in dem sie bekannt gibt, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird:

Man merkt: Langweilig wird es im Hause Radford nie! Die Familie hat sich eingespielt, sie sind ein Team – und sicher nie alleine.

Die Radfords sind in den Medien als die größte Familie Großbritanniens bekannt. Doch sie sind auch die Familie mit bald 20 Kindern, von denen nur 19 am Leben sind. Sie sind die Familie, die niemals den Mut verliert.

>>>> MACH HIER UNSEREN TEST: WIE VIELE KINDER WIRST DU MAL HABEN?

Großfamilie

Großfamilie (Deutsch)

Substantiv, f

Singular Plural
Nominativ die Großfamilie die Großfamilien
Genitiv der Großfamilie der Großfamilien
Dativ der Großfamilie den Großfamilien
Akkusativ die Großfamilie die Großfamilien

Großfamilie aus Südafrika

Alternative Schreibweisen:

Schweiz und Liechtenstein: Grossfamilie

Worttrennung:

Groß·fa·mi·lie, Plural: Groß·fa·mi·li·en

Aussprache:

IPA: Hörbeispiele:Großfamilie (Info)

Bedeutungen:

Familie, in der mehr als zwei Generationen von miteinander verwandten Personen unter einem Dach als Gemeinschaft zusammenleben

Herkunft:

Determinativkompositum aus dem Adjektiv groß und dem Substantiv Familie

Gegenwörter:

Kleinfamilie

Oberbegriffe:

Familie

Beispiele:

In Großfamilien ist für die Kinderbetreuung meist durch eines der Familienmitglieder gesorgt. Eine traditionelle Großfamilie besteht aus Verwandten und eingeheirateten Frauen. Das Netz der Großfamilie ist häufig die einzige soziale Absicherung dieser Kinder, doch die Pflegefamilien sind mit der Anzahl der zu versorgenden AIDS-Waisen zunehmend überfordert. „Die Familienpolitik der letzten Jahre, die hauptsächlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Ziel hat, geht an den Interessen der meisten Großfamilien völlig vorbei“, sagt der Bonner Familienforscher Stefan Fuchs. „Wie befreiend ist es, in die türkische Großfamilie einzutauchen und ohne Zweifel und Widerrede das anzunehmen, was einem die älteren Familienmitglieder sagen.“ „Bruno kommt aus einer Großfamilie mit sieben Geschwistern.“

Übersetzungen

Wikipedia-Artikel „Großfamilie“ Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache „Großfamilie“ canoonet „Großfamilie“ Uni Leipzig: Wortschatz-Portal „Großfamilie“ The Free Dictionary „Großfamilie“ Duden online „Großfamilie“

Quellen:

Experten-Interview

Mehr über Dr. Inés Brock auf www.ines-brock.de.

Dr. Brock: Das Aufwachsen mit vielen Geschwistern bietet Kindern intensive Erfahrungen von Nähe und Verbundenheit, die sie auf diese Weise nirgendwo anders machen könnten. Es ist die längste verwandtschaftliche Beziehung. Nirgendwo sonst lässt sich Empathie, Sozialkompetenz und Konfliktbewältigungskompetenz so gut erlernen wie in der Auseinandersetzung mit Geschwistern. Voraussetzung hier ist jedoch eine empathische Haltung der Eltern. Großfamilienkinder können zudem ihr ganzes Leben lang auf ein größeres Beziehungsgeflecht zurückgreifen, und auch ihre Kinder werden höchstwahrscheinlich in ein größeres Netzwerk aus Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen hineingeboren. Selbst Geschwister, die sich als Kinder gar nicht so gut verstanden haben oder in der Jugend ein eher schwieriges Verhältnis zueinander hatten, rücken im Alter häufig wieder enger zusammen.

kidsgo: Was ist dran am Vorwurf, dass Eltern in einer Großfamilie gar nicht mehr jedem Kind gerecht werden können?

Dr. Brock: Nichts. Es ist ein Mythos, der nicht der Lebensrealität entspricht. Eltern werden nie alle ihre Kinder gleich lieben, aber jedes Kind hat seinen ganz eigenen Platz im Herzen von Mutter und Vater. Und die Kinder profitieren von der Erfahrung, die Eltern mit jedem weiteren Kind gewinnen. Es tut Kindern gut, wenn Eltern ihre Kräfte nicht nur auf ein Kind fokussieren können. Eltern mit mehreren Kindern sind oft entspannter und lassen ihre Kinder Dinge selbst entdecken. Auf diese Weise entstehen innerhalb der Familie kindbestimmte eigene Kulturen, die einen wichtigen Erfahrungsschatz bereithalten. Kinder, die mit mehreren Geschwistern aufwachsen, werden meist früher selbstständig.

kidsgo: Wie empfinden Erstgeborene, Mittlere und Nesthäkchen?

Dr. Brock: Die Frage zielt auf die nicht unumstrittene Geschwisterkonstellationsforschung ab. Tatsächlich sind es viele Einflüsse, die auf ein Kind einströmen und seine Biografie beeinflussen. In der Tendenz jedoch lässt sich sagen, dass die Erstgeborenen in der Regel eher konservativ und leistungsorientierte Kinder sind. Ihr Vorbild sind die Eltern und ihre ersten Ansprechpartner waren Erwachsene. Mittlere Kinder sind oft Menschen, die sehr vermittelnd sind und sich gut arrangieren können. Wenn man nicht aufpasst, sind sie am ehesten Kandidaten für eine Selbstwertproblematik. Nesthäkchen einer Familie ist natürlich erst einmal jedes Kind, so lange, bis klar ist, dass doch noch ein Geschwisterchen geboren wird. Viele Nesthäkchen wachsen in dem sicheren Bewusstsein auf, dass da immer jemand ist, der ihnen hilft und sie nichts mehr wirklich erkämpfen müssen. Das lässt viel Raum für künstlerische Freiheiten.

kidsgo: Was können Eltern tun, um dem Ältesten nicht zu viel aufzubürden, das Mittelkind nicht zu übersehen und das Jüngste nicht zum ewigen Baby zu machen?

Dr. Brock: Sich dessen bewusst sein und die Kinder nicht immer nur als Plural, als Kindergruppe sehen, sondern Gelegenheiten schaffen, in denen Mutter oder Vater sich nur dem einzelnen Kind zuwenden. Natürlich können die Großen helfen, auf die Kleinen aufzupassen, aber sie sind nicht die Assistenten für die Babypflege – genauso wie Unabhängigkeitsbestrebungen der Jüngeren ernst genommen werden müssen.

kidsgo: Welchen Einfluss hat es auf die Eltern und ihre Partnerschaft, viele Kinder zu haben?

Dr. Brock: Studien hierzu zeigen eindeutig, dass die Partnerschaftszufriedenheit steigt. Das Einlassen auf eine Großfamilie setzt voraus, dass Familienorientierung Konsens ist. Das führt dazu, dass der Alltag familienzentrierter gestaltet wird, Mahlzeiten häufiger gemeinsam eingenommen werden, Zeit zusammen verbracht wird. Mütter mit mehreren Kindern sind häufig zufriedener mir der Beteiligung ihrer Partner an Haushaltstätigkeiten und bei der Kinderbetreuung. Im Zusammenleben in einer Großfamilie muss automatisch die Konfliktfähigkeit steigen.

BR Fernsehen – Gesundheit!

Wie schaffen es Dorothea und Christian, Eltern von sieben Kindern, alle bei bester Gesundheit zu halten? Etwas zu finden, das allen lecker schmeckt und auch noch gesund ist? Nicht ganz einfach, aber mit etwas Kreativität längst nicht unmöglich. Es gibt ausgezeichnetes und dennoch günstiges Essen für die ganze Familie. Man muss ein paar Kompromisse machen – an den richtigen Stellen! Die Tipps und Tricks der Großfamilie:

Was man tun kann für eine günstige, gesund Ernährung

Christian hat eine Brotbackmaschine, die über Nacht läuft. Die fertige Brotmischung kostet 40 Cent, die Maschine braucht für etwa 40 Cent Strom. Am Ende hat er ein 750g-Brot für circa 80 Cent. Davon braucht die Großfamilie jeden Tag eines.

Fleischkauf

Es gibt nur selten Fleisch und wenn, dann nur Biofleisch. Hier geht es nicht allein um die Gesundheit, sondern auch darum, sich gegen die Massentierhaltung zu wehren. Auch da verraten uns Christian und Dorothea einen kleinen Trick: Sie kaufen im Naturkostladen Biofleisch, das kurz vor dem Verfallsdatum steht und deswegen oft um die Hälfte reduziert ist. Das kommt dann sofort in die Gefriertruhe und wird dort gelagert, bis es wieder Zeit für einen Grillabend ist.

Obst und Gemüse

Jeden Tag frisches Ost und Gemüse einzukaufen, das wäre schön, aber das schafft keiner. Um immer Gemüse vorrätig zu haben, ist es am besten, es einzufrieren. In gefrorenem Gemüse halten sich die Vitamine sehr viel besser als in Konserven!

Getränke

In der Großfamilie gibt es süße Getränke wie Limonade nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Familienfesten. Ansonsten kommt Leitungswasser auf den Tisch. Das spart nicht nur Kosten – der hohe Zuckergehalt in Cola, Fanta, Sprite und dergleichen ist schlecht für Kinderzähne. Wenn Leitungswasser auf Dauer zu öde schmeckt, kann man auch kalorienarme Limo einfach selbst machen mit Wasser, einem Spritzer Zitronen- oder Limettensaft und etwas Zucker.

Bio – besonders wichtig bei stark gespritztem Obst

Für alle neun Familiemitglieder haben Christian und Dorothea ein monatliches Lebensmittelbudget von etwa 900 Euro. Das sind etwa drei bis vier Euro pro Person pro Tag. Für alle immer nur Bioprodukte zu kaufen, ist unmöglich. Doch auch beim Einkaufen hat die Großfamilie ihre Tricks. Bio lohnt sich besonders bei stark mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Obst- und Gemüsesorten wie etwa Paprika, Erdbeeren und Weintrauben. Greenpeace untersucht regelmäßig Obst und Gemüse auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Es soll allen schmecken und trotzdem gesund sein

Wer sieben Kindern die Frage stellt, was sie am liebsten essen, bekommt sieben verschiedene Antworten: von Kaiserschmarrn, Pfannkuchen, Pizza, Nudeln und Pommes Frites ist alles dabei. Besonders beliebt sind Süßspeisen. Nur so besonders gesund sind diese Lieblingsspeisen nicht. Dorothea muss das Gemüse klein schneiden und verstecken – in der Nudelsoße und in der Pizza klappt das meistens sehr gut. Pizza schmeckt allen Kindern. Und Pizza kann durchaus sehr gesund sein. Eine typische Tiefkühlpizza hat oftmals viel Fett, viel Salz und obendrein Geschmacksverstärker. Aber eine selbstgemachte Pizza ist etwas ganz anderes.

Es geht los beim Teig: am besten selbst machen und viel gesundes Vollkornmehl verwenden. Damit es den Kindern schmeckt, mischt Dorothea Vollkorn- und Weizenmehl. Ihr Ziel ist es, den Anteil von Vollkornmehl immer mehr zu steigern. In den Teig kommt noch etwas Wasser, Salz und Olivenöl. Olivenöl enthält ungesättigte Fettsäuren, die im Gegensatz zu Butter, gut für die Blutwerte sind.

Zwiebeln verleihen der Pizza nicht nur Pepp, sie enthalten auch viele wertvolle Eiweiße und Minerale. Deswegen soll jedes der Kinder seine Pizza-Ecke mit ein paar Zwiebeln belegen. Pilze gehören ebenso auf jede Pizza. Sie sind kalorienarm und haben andere Kohlenhydrate als Gemüse. Eine super Ergänzung.

Eine vegetarische Pizza kann man auch mit Feta belegen. Kinder brauchen nicht unbedingt Fleisch, solange Milch und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Obendrauf braucht es gar kein Salz mehr, es reicht vollkommen, der Pizza mit Gewürzen wie Majoran, Basilikum, Thymian, Oregano oder Petersilie zu würzen.

Das Gute, wenn man Pizza selbst backt: Man weiß genau, wie viel Salz drin ist. Den Kindern schmeckt die selbstgemachte Pizza sogar besser – sie sagen, sie schmecke nach „echter Pizza“! Die Kinder dürfen beim Gemüse schneiden, Teig rollen, Pizza belegen mithelfen. Das macht ihnen viel Spaß. Dorothea ist es wichtig, dass alle Kinder wissen, wie sie sich gesund ernähren können, wie man einen Teig backt oder einen Salat zubereitet. Ob sie es dann später tun, ist eine andere Frage. Zumindest kennen sie den Geschmack guter Ernährung.

Gemeinsam essen – nicht nur gut für die Figur

Das gemeinsame Essen ist Dorothea und Christian wichtig. Es geht nicht immer, denn mittags kommen die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten aus der Schule, doch abends und am Wochenende sind gemeinsame Mahlzeiten ein wichtiger Teil des Familienlebens. Gemeinsam Essen – das macht glücklich und schlank! Die Mahlzeit am schön gedeckten Tisch sorgt nicht nur für das leibliche Wohl der Familie. Miteinander kochen und essen stärkt den Zusammenhalt, schafft Geborgenheit und Nähe.

Gemeinsame Mahlzeiten fördern außerdem auch die Sprachentwicklung von Kindern! Wie man in der Großfamilie merkt. Schon die Kleinsten können ordentlich mitreden. Es besteht überhaupt keine Gefahr, dass irgendeiner zu kurz kommt.

Die Radford-Großfamilie: Sue und Noel erwarten 22. Kind

Gepostet von The Radford family am Freitag, 4. Januar 2019

Gegen diese Familie sehen sogar die Wollnys mit ihren elf Kindern blass aus: Familie Radford aus England hat sage und schreibe 21 (in Worten: einundzwanzig!) Kinder – und nein, darunter ist nicht ein Zwillingspaar.

Nach dem 21. Kind sollte eigentlich Schluss sein – was die Familie aber bereits beim 20. Kind angekündigt hatte. Nun gehen die Radfords aber erneut durch die Medien: Denn sie erwarten ihr 22. Kind!

Kehrt da langsam Routine ein? Nicht für die 44-jährige Sue Radford: In einem YouTube-Video verkündete sie die frohe Botschaft und zeigt sich hocherfreut.

Die Radfords gelten als ‚Großbritannien größte Großfamilie‘ und wurden im Rahmen der britischen Reality-Show ’19 Kids and Counting‘ bekannt. Nach dem 21. Kind wollten sie eigentlich endgültig kein weiteres mehr, auch wenn sie das mit einem weinenden Auge sahen.

Ist es nicht gefährlich, so oft schwanger zu sein?

Was die Anzahl der Kinder angeht, gibt es generell keine Obergrenze – es wird für Frauen lediglich mit zunehmendem Alter schwieriger, schwanger zu werden. Nichtsdestotrotz sind serielle Schwangerschaften nicht bedenkenlos. „Jede Schwangerschaft versetzt den Körper in einen Ausnahmezustand, es kann immer zu Komplikationen kommen. Auch wenn es für eine Frau natürlich ist, schwanger werden zu können, ist es kein natürlicher Dauerzustand“, so Gynäkologin Dr. Sheila de Liz gegenüber ‚Bild‘.

Eine irre große Großfamilie

Als Sue 14 Jahre alt war, wurde sie zum ersten Mal schwanger von Noel. Sohnemann Chris kam damals zur Welt und legte den Grundstein für eine der größten Familien Europas.

Das sind die Kinder der Familie Radford:

Auch ein Sternenkind gehört zur Familie: Baby Alfie haben die Radfords vor drei Jahren nach einer Fehlgeburt verloren. Trotzdem zählen sie ihn weiter zu den Kindern dazu.

Wie läuft der Alltag mit so vielen Kindern ab?

Bei so vielen Kindern – und inzwischen auch Enkelkindern – ist der Alltag natürlich nicht immer leicht. Das Leben der Radfords ist quasi militärisch geplant. Die Eltern arbeiten in der eigenen Bäckerei – und kommen zwischendurch immer wieder für kurze Zeiträume nach Hause, um die Kinder zur Schule zu bringen, den Haushalt zu machen oder die Kleinkinder zu versorgen. Ein typischer Tag von Mama Sue beginnt um 6.30 Uhr und endet nicht vor 23 Uhr.

Und das Leben in der Großfamilie ist nicht gerade günstig: Jeden Morgen verzehren die Kids allein drei Liter Saft zum Frühstück, zu Weihnachten kamen drei Truthähne und dreieinhalb Kilo Kartoffeln auf den Tisch – und jeden Tag muss die Familie neun Ladungen Wäsche waschen.

Trotzdem nehmen Sue und Noel keine staatlichen Hilfen in Anspruch, erzählen sie immer wieder stolz. Einzig das normale Kindergeld fließt in die Familienkasse, ansonsten versorgt sich die XXL-Familie autark. Naja, und es gibt, ähnlich wie bei den deutschen Wollnys, eine TV-Show über die Familie. Wir gehen mal davon aus, dass sie auch damit Geld verdienen.

Großfamilie: Die Vor- und Nachteile eines kinderreichen Lebens

Träumst du von einer Großfamilie oder hast du das Gefühl, dass du mit ein oder zwei Kindern schon alle Hände voll zu tun hast? Kinderreiche Familien sorgen für Aufsehen, haben aber manchmal auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Waren die Kinder alle geplant, fragen die einen – was ist mit der Überbevölkerung, mahnen die anderen. Befürworter sehen im Kinderreichtum ein entschiedenes ‚Ja‘ für eine gute Zukunft. Welche Vor- und Nachteile hat eine Großfamilie?

Wie viele Kinder braucht die perfekte Familie? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Als Großfamilie bezeichnet man Familien mit drei oder mehr Kindern. Kinderreiche Familien sind in Deutschland mittlerweile selten: Nur 16 % der Frauen der Geburtsjahrgänge 1965 bis 1974 brachte drei oder mehr Kinder zur Welt. In Baden-Württemberg, Bremen und Bayern findet man die meisten, wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ergab. Die meisten dieser Familien haben drei Kinder, nur 4 % haben mehr. Großfamilie, statt ein oder zwei Kinder – hier sind die Argumente dafür und dagegen.

Vorteile einer Großfamilie

Gemeinsam stark: In einer Großfamilie ist man nie allein. Die Kinder haben keinen Mangel an Spielgefährten und Freunden fürs Leben und finden immer ein offenes Ohr, wenn sie Kummer haben. Eine Großfamilie kann zu einem Clan heranwachsen, der ein unterstützendes Netzwerk bietet, egal ob es um kleine oder große Probleme geht.

Soziale Kompetenz: Kinder mit vielen Geschwistern lernen gleichzeitig, sich zu behaupten und mit anderen auszukommen. Sie müssen lernen zu teilen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Und weil bei einer großen Familie immer viel zu tun ist, müssen alle mit anpacken und werden dadurch tolle Teamplayer.

Lernen fürs Leben: Eine Großfamilie ist wie ein kleines Unternehmen – man muss gut organisieren können, damit es rundläuft. So lernen Kinder früh, wie man plant und haushaltet. Und dass es mehr Interessen zu berücksichtigen gilt als die eigenen. Dabei lernen die Kleinen von den Großen, und am Ende alle voneinander. Auch Nachhaltigkeit lernen alle automatisch, denn vieles muss geteilt und weitergereicht werden: Kleidung, Bücher, Möbel, Spielzeug und vieles mehr.

Auch im Alter füreinander da: Großfamilien werden gemeinsam alt und können die Herausforderungen des Alters gemeinsam schultern. Wenn Eltern viele Kinder haben, können sie entweder darauf hoffen, dass die Kinder sich gemeinsam um sie kümmern werden, wenn sie mal mehr Hilfe brauchen, oder dass zumindest eines in der Nähe wohnt und ihnen hilft. Und wer viele Geschwister hat, ist im eigenen Alter nicht so allein.

Kinder sind unsere Zukunft: Wer viele Kinder bekommt, der hat die Hoffnung auf eine gute Zukunft noch nicht aufgegeben und ist bereit, sich dafür einzusetzen. Kinder werden gebraucht, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen und um später schlicht und ergreifend die Rente der älteren Generation zu bezahlen.

Erstaunliche Geschichten

Baby-Rekorde: 20 ungewöhnliche Geburten und Rekord-Babys

Weiterlesen Erstaunliche Geschichten Weiterlesen

Nachteile einer Großfamilie

Große Familie, große Wohnung: Viele Kinder brauchen mehr Platz – wer den nicht von vornherein hat, muss umziehen. Einmal oder mehrmals. Das kostet Geld und Nerven, und wer auf der Suche nach einer Mietwohnung oder einem Haus zum Mieten ist, wird nicht immer Begeisterung ernten für die muntere Kinderschar.

Hohe Kosten: Lebensmittel, Flugreisen, Hotelkosten, Studium, vieles kann nicht weitergereicht oder geteilt werden, sondern multipliziert sich als Kostenfaktor einfach. Mehr Kindergeld und staatliche Förderung helfen nicht bei allem, was Eltern sich für ihre Kinder wünschen, und Steuervorteile nützen nur denen, die ein höheres Einkommen haben.

Erschwerte Rückkehr in den Job: Eine Großfamilie zu managen kostet Zeit. Und Viele Kinder unterschiedlichen Alters haben viele unterschiedliche Bedürfnisse – emotional ebenso wie praktisch. Obwohl doppelverdienende Eltern keine schlechte Idee sind, um das Projekt Großfamilie zu finanzieren, kann es vor allem für die Mutter schwierig sein, in den Beruf zurückzukehren.

Mögliche Überforderung: Die über viele Jahre anhaltenden Anforderungen einer Großfamilie kann nicht jeder stemmen. Der ständige Trubel, eine Vielzahl an Problemen und Herausforderungen, die Kosten – eine Großfamilie ist eine Lebensaufgabe und nicht nur eine Phase.

Wie wird man allen gerecht: Nicht alle Kinder sind gleich selbstbewusst, gleich gesund und gleich klug. In einer Großfamilie kann ein stilles Kind möglicherweise untergehen und sich ganz zurückziehen, ein Kind mit Problemen nicht immer die volle Aufmerksamkeit bekommen, die es gerade braucht. Oder umgekehrt kann ein „Problemkind“ so viel Kraft kosten, dass es nicht immer für alle anderen auch noch reicht.

Genthin l „Alle meine Kinder werden sich am Muttertag melden“, sagt Ruth Krause vorher. Jede Wette. Telefonisch, persönlich oder mit einem Blumengruß. Egal, ob aus Strausberg, Stendal, Berlin, Heidelberg, Freiburg/Breisgau oder aus Genthin und Umgebung, der morgige Muttertag ruft die komplette XXL-Familie Krause auf den Plan. „Das ist schön zu erleben“, freut sich die 84-Jährige mit ihrem Ehemann Reinhard (86).

Das Telefon steht nicht still

Dass während des Muttertages am laufenden Band die Türklingel schellen und das Telefon bis hinein in die späten Abendstunden keine Ruhe geben wird, ist für sie der ganz normale Lebensrhythmus einer Großfamilie, den sie auch im hohen Alter nicht missen will. Ihre Kinder sind ihr immer nah, egal wie viele Kilometer sie entfernt leben. Ruth Krause nimmt sich zurück und überlässt Ehemann Reinhard (86) das Wort, der als Chef und Patriarch der Familie gesetzt ist. „Wir sind glücklich, dass aus unseren Kindern etwas geworden ist. Alle haben einen Beruf erlernt, und keines ist aus der Art geschlagen“, setzt er eine klare Prämisse.

Ruth, die Frau an seiner Seite, mit der er über 65 Jahre verheiratet ist, stimmt milde ein. „Wenn wir heute beieinander sitzen und darüber sinnieren, wie wir das alles schaffen konnten, finden wir gar keine Antwort mehr darauf.“

30 Enkel und 11 Urenkel

Mit vielen Fotos sind die 18 Kinder – heute zwischen 43 und 66 Jahre alt – in der kleinen, gemütlichen Wohnung ihrer Eltern stets präsent. Ein Kalender im Flur ist übervoll mit Einträgen von Geburtstagen, zu denen der Kinder kommen die der Schwiegerkinder, der 30 Enkel mit ihren Partnern und die der 11 Urenkel. „Eigentlich gibt es bei uns jede Woche einen Grund zum Feiern“, lächelt Ruth Krause. Sie ist eine sanftmütige Frau. Geht es um die Kapriolen und Streiche ihrer Kinder, nennt sie den vermeintlichen Bösewicht nie beim Namen. Geschickt lächelt sie darüber hinweg.

Viel wurde über „Kinder-Krauses“, wie die Familie in Genthin bis heute respektvoll genannt wird, schon zu DDR-Zeiten berichtet. Nicht immer sei alles korrekt gewesen. „Bei 18 Kindern war in Zeitungsberichten der Hang zur Übertreibung mitunter groß“, erinnert sich Ruth Krause. Geträumt hat sie als junge Frau nicht von einer Großfamilie. Im Gegenteil. Zwei Kinder, mehr sah die Familienplanung Anfang der 1950er Jahre nicht vor. Es kam anders.

Freude über jedes Kind

Meist war sie in sehr kurzen Zeitabständen wieder schwanger. „Meine Schwiegermutter war darüber gar nicht begeistert.“ Der Gedanke, was wohl die Leute zu so vielen Kindern sagen, habe sie umgetrieben. Hätte sie sich auch ein ganz anderes Leben als das einer 18-fachen Mutter vorstellen können? „Das ist mein Leben und ein zweites gibt es nunmal nicht“, sagt sie. Zweifel, ob sie das alles mit einem weiteren Kind schaffen würde, hätten sie schon begleitet. „Aber wenn ich mit dem kleinen Würmchen nach Hause kam, war bei allen immer wieder die Freude groß“, erzählt sie mit strahlenden Augen. Ein Rat ihrer Großmutter, die selbst 15 Geschwister hatte, machte sie stark: „Lass man, die kriegst du alle groß, wenn sie gesund bleiben!“

Das Ehepaar Krause hat das taff hinbekommen. Ohne Erziehungsberatung, Schläge oder übertriebene Disziplinierungen, dafür mit dem Prinzip Vorbildwirkung, erzählen sie. „Wir gehen beide respektvoll miteinander um, das hat unsere Kinder und unser Familienleben sehr geprägt. Unsere Kinder haben bis heute untereinander ein sehr gutes Verhältnis, Zank und Streit gibt es nicht“, beteuert das Ehepaar.

Große Unterstützung für Familie

Heute hat Ruth Krause ihren Kindern mit auf den Weg gegeben, sich nicht eine ähnlich große Familie anzutun. „Man ist immer in einem Hamsterrad drin“, versucht Ruth Krause ihr Leben in dauerhafter Pflichterfüllung zu beschreiben. Durch die große Unterstützung, die die XXL-Familie zu DDR-Zeiten bekam, hatten Krauses zwar keine finanziellen Sorgen, doch die tägliche Arbeit und Fürsorge für ihre Kinder konnte Ruth Krause niemand abnehmen.

Früh aufstehen, Kinder wecken, Frühstück, Schnittenschmieren, die Kleinen in den Kindergarten bringen, einkaufen, Mittagessen kochen, Kinder abholen, waschen lange Zeit noch ohne Waschmaschine, bügeln, putzen und so weiter und so weiter …

„Heute zieht es die jungen Frauen zu Sport und Wellness. Ich war immer mit dem Kinderwagen unterwegs und habe meine Kinder zum Spazieren mit an die frische Luft mitgenommen. Das war damals mein Sport.“ Trotz solcher Erinnerungen ist die 84-Jährige keine Gestrige. Dank der großen Familie sind Reinhard und Ruth Krause immer noch mittendrin im Leben. Und dann liegt da schon wieder eine Einladung zur Hochzeit einer Enkelin auf dem Tisch …

Update vom 22. Juni 2019: Hartz-IV-Empfänger Alex erhebt schwere Vorwürfe gegen die Produktionsfirma von „Armes Deutschland“. Ist die Serie nur gestellt?

Köln – Zuschauer der RTL-II-Sendung „Armes Deutschland“ sind geschockt: In der Folge von Dienstag, 9. Oktober, wurde die Familie von Ronny (41) und seiner Frau Simone (43) gezeigt. Sie haben gemeinsam 14 Kinder – sind aber beide arbeitslos. Die Folgen sind für die gesamte Familie verheerend. Sie leben in einer ehemaligen Büroetage, in der der Platz einfach nicht ausreicht. Bis zu sieben Kinder müssen sich ein Zimmer teilen. Manche von ihnen haben noch nicht einmal ein richtiges Bett, sondern nur Matratzen, die tagsüber an der Wand lehnen und abends auf den Boden gelegt werden. Für „Luxus“ wie Friseurtermine reicht das Geld schon gar nicht. Die 16-jährige Laura erzählt, dass sie noch nie beim Friseur war.

Die Eltern haben keinen Job – aber um ihre Kinder kümmern sie sich auch nicht.

Es ist kein Wunder, dass die Familie so lebt, denn sie muss mit Hartz IV und Kindergeld auskommen. Insgesamt stehen ihnen rund 3300 Euro im Monat, pro Kopf sind das 200 Euro. Die dauerschwangere Mutter hat noch nie gearbeitet, ihr Mann Ronny musste seinen Job vor Jahren aufgeben. Seitdem sind ihre Kinder ihre einzige Beschäftigung. Sie sind Vollzeiteltern. Dem Zuschauer wird aber schnell klar, dass das Paar diese Aufgabe nicht wirklich ernst nimmt. Die Kinder leiden sichtlich unter ihrer (fehlenden) Erziehung. Die Eltern nehmen weder die Sorgen noch die Bedürfnisse ihres Nachwuchses ernst. Die ohnehin schon kleine Wohnung zeigt Rückstände von den vielen Streitereien der Kinder, berichtet „Der Westen“. Es ist klar, dass es auf so engem Raum leicht zu Konflikten kommt.

Video: Schock-Studie zeigt wie schnell Armutsfalle zuschnappt

Lesen sie auch: Höhle der Löwen-Promi Judith Williams: Darum fand sie über ein Datingportal keinen Mann

In der Wohnung der Familie wird es bald noch enger

Doch es kommt noch schlimmer bei „Armes Deutschland“. Scheinbar sind die Eltern blind für ihre Probleme. Bessern wollen sie sich jedenfalls nicht und kommen gar nicht auf die Idee zu verhüten. „Wenn es passiert, dann passiert es“, erklärt die Mutter gleichgültig.

Passiert ist es jetzt schon wieder. Simone erhält vom Frauenarzt die Bestätigung, dass Kind 15 auf dem Weg ist. Freuen kann sich das Paar darüber nicht mehr. „Etwas Überragendes, Weltbewegendes, ist das jetzt nicht mehr“, sagt Vater Ronny schlicht. Demnächst wird es also noch enger.

Zuschauer der RTL II Sendung sind empört über das, was sie sehen

Für die älteren Kinder kommt ein Auszug aber auch nicht infrage. Lautfocus.de haben sie ihre Ausbildungen abgebrochen. Auf Bewerbungen schreiben hätten sie keine Lust. Zuschauer der Sendung sind mehr als empört darüber.

In einem Video, das der TV-Sender auf seiner Facebook Seite veröffentlichte, lassen Nutzer ihrer Rage über die verantwortungslosen Eltern freien Lauf. Ein User fragt empört: „Warum muss man 14 Kinder machen, wenn man sie nicht ordentlich aufziehen kann?“ Ein anderer schreibt. „Wenn ich die Eltern höre und sehe…Die sollten sich schämen. Und die Bude sieht aus wie Sau“. Auch auf Twitter lassen Zuschauer ihre Wut aus:

Ich sitze vor’m TV und fasse es nicht.Ich FASSE ES EINFACH NICHT. Diese verdreckte Bude!Man sollte die Kinder da rausholen, um Himmels Willen…Für ein Auto braucht man einen Führerschein, für gewisse Hunde eine Eignungsprüfung…Aber jeder Asi kann Kinder in #armesdeutschland

— HabibtiMimi (@HabibtiMimi) 9. Oktober 2018

Von der RTL-Sendung „Armes Deutschland“ wird es vier Folgen geben, die den Alltag von Familien, die in Armut leben, dokumentiert. Dabei sollen verstärkt die Schicksale der Kinder gezeigt werden. Darüber waren Zuschauer schon öfter empört.

Auch spannend: „Adam sucht Eva“ 2018: Das sind die neuen Promis

jus

Wie Familien in Deutschland leben

Deutschland. Ein Ehepaar mit einem oder zwei Kindern – das ist die deutsche Durchschnittsfamilie. Aber die Familienmodelle werden vielfältiger: Es gibt einen hohen Anteil alleinerziehender Eltern, Patchwork-Familien mit Kindern aus früheren Partnerschaften der Elternteile und Regenbogenfamilien mit gleichgeschlechtlichen Paaren. Großfamilien mit mehreren Generationen unter einem Dach sind dagegen selten geworden.

Späte Familiengründung

Vor allem viele junge Akademiker schieben die Familiengründung lange auf – erst möchten sie ihr Studium absolvieren und dann im Beruf durchstarten. Deshalb sind Mütter bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt schon knapp 30 und Väter 35 Jahre alt. Auch das ist ein Grund für die niedrige Kinderzahl pro Familie.

So fördert der Staat Familien

Deutschland braucht mehr Kinder, denn nach Japan ist es das Land mit der ältesten Bevölkerung. Die Geburtenrate ist mit 1,5 Kindern pro Frau auf dem Höchststand seit der Wiedervereinigung, liegt aber immer noch unter dem EU-Durchschnitt von 1,58.

Deshalb gibt es eine Vielzahl staatlicher Hilfen zur Förderung von Familien. Die wichtigsten sind Kindergeld, Elterngeld, Steuervergünstigungen sowie Zuschüsse für Schwangere und Familien, deren Einkommen nicht reicht, um die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen. Hinzu kommt gebührenfreie Schulbildung.

Trotzdem gehören Alleinerziehende zu den Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Armutsrisiko, wenn der andere Elternteil sich weigert, Unterhalt für sein Kind zu zahlen.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.