Erziehungstipps für 4 jährige

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Kopf hoch und positiv bleiben: 5 Erziehungstipps, die WIRKLICH helfen

Konsequenz, viel Liebe und eine ordentliche Portion Selbstvertrauen – die wichtigsten Erziehungsstrategien klingen eigentlich ganz einfach, nur sind sie nicht immer auch einfach anzuwenden. Auch wenn du schon dreimal „Nein“ gesagt hast, bringt es überhaupt nichts? Und zu allem Überfluss ruft dich deine Tochter nach dem Schlafengehen noch mindestens dreimal ins Zimmer, weil sie dieses und jenes noch braucht?

Wir haben fünf Tipps zusammengestellt, die bei vielen typischen Erziehungsschwierigkeiten helfen können. Vor allem musst du dir jedoch selbst zutrauen, die Probleme mit deinen Kids in den Griff zu bekommen. Eine positive Grundstimmung und eine Portion Zuversicht sind dabei wirklich wichtig. Keine falsche Scheu, tausche dich mit anderen Eltern aus und frage um Rat, wenn du mal nicht mehr weiter weißt.

1. Schenke deinem Kind liebevolle Aufmerksamkeit

Ganz entscheidend für die Erziehung ist ganz klar die Zeit mit den Elternteilen, die so genannte Quality-Time. Mama-Zeiten und Papa-Zeiten sind wichtig fürs Kind, es muss wissen, dass es unendlich geliebt wird, mit all seinen kleinen „Macken“ und trotz der vermeintlichen „Fehlerchen“. Schließlich machen diese euer Kind doch auch zu einem ganz besonderen Menschen. Seht euch doch mal um. Kennt ihr Erwachsene, die keine Ecken und Kanten haben?

Gerade bei mehreren Kindern solltet ihr versuchen, euch für jedes Kind einzeln Zeit zu nehmen. Manche Kinder sehnen sich genau nach solchen Zeiten, in denen Mama oder Papa nur ihnen gehören. Zeige deinem Kind auch körperlich, wie viel es dir bedeutet. Mit einer liebevollen Umarmung oder gemeinsamem Kuscheln auch der Couch vermittelst du deinem Kind den Moment der ungeteilten Aufmerksamkeit.

Vor allem zählt Qualität vor Quantität! Wenn deine Kinder genau wissen, dass es die „Mama- oder Papa-Zeit“ gibt und darauf vertrauen, dass sie die Aufmerksamkeit auch wirklich bekommen, kannst du sie viel leichter davon überzeugen, die Mama-Zeit einmal zu verschieben, falls etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

2. Beachte unerwünschtes Verhalten nicht

Dein Kind will sein Brot partout nicht essen, sondern pult nur den Belag runter? Mach nicht den Fehler und beharre darauf, dass das Brot gegessen wird – laufe deinem Kind auch nicht hinterher und lenke damit noch mehr Aufmerksamkeit auf das unerwünschte Verhalten.

Versuche lieber den Spieß umzudrehen: Iss mit deinem Partner genüsslich ein Brot, biete deinem Kind aber nichts davon an, eventuell will es dann doch mal probieren. Wenn auch das nichts hilft, dann lasse es erstmal machen, Zwang führt meistens nicht zum Ziel.

Das Gleiche gilt übrigens für Aggression: Ist dein Zwerg gerade in der Phase, in der versucht wird, den eigenen Dickschädel mit Hauen und Kratzen durchzusetzen? Setze deinen Giftzwerg kurzzeitig vom Arm, damit klar ist, dass mit derartigen „Strategien“ nichts erreicht wird. Sag dazu kurz und deutlich „Nein, das tut weh!“.

3. Bleib konsequent, auch wenn es hart ist!

Konsequenz ist gut, jedoch auch nicht um jeden Preis. Dein Kind muss lernen, dass es bestimmte Regeln gibt, an die man sich halten muss und dass bestimmtes Verhalten bestimmte Folgen hat. Bleib berechenbar und ziehe angekündigte Konsequenzen auch wirklich durch.
Wenn dein Kind das Nachbarskind auf dem Spielplatz trotz eines klaren „Nein“ zum dritten Mal mit Sand beworfen hat, musst du die zuvor angedrohten Konsequenzen wahr machen. Schnapp dir deinen Rabauken, sag ihm oder ihr klar und deutlich: „Weil du weiter Sand geworfen hast, obwohl ich es verboten habe, werden wir jetzt wie angekündigt nach Hause gehen!“.

Mach bitte nicht den Fehler und ordne weiter Strafen an, die nichts mit der unmittelbaren Situation zu tun haben. Verhänge beispielsweise kein Fernsehverbot, wenn dein Kind trotz Verbot den Holztisch bemalt hat. Lass dein Kind vielmehr selbst den Lappen schwingen, als logische Konsequenz.
Das gilt übrigens auch für Geschwister, die gemeinsam Unordnung verbreiten, dann muss auch gemeinsam geputzt werden. Selbst wenn du hinterher noch mal selbst ran musst – diese Methode ist um einiges effektiver.

4. Vertrauen ist das A und O der Erziehung

Traue deinem Kind zu, das es etwas alleine schaffen kann. So kannst du beispielsweise Eifersucht aufs Geschwisterkind, aggressives Verhalten gegenüber dem Haustier und andere unschöne Angewohnheiten im Keim ersticken. Erkläre deinem Kind, warum du seine Hilfe brauchst und warum genau er oder sie das so gut kann.
Beispiel: „Ich bin wirklich froh, dass ich schon so ein großes Kindergartenkind habe – du könntest mir beim Aufräumen helfen und mit mir den Kaninchenstall sauber machen…“ Fühlt sich dein Kind gebraucht und nicht außen vor gelassen, kann es es auch viel leichter verkraften, wenn es plötzlich nicht mehr Mamas ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt.

Und auch das Ärgern des Hundes verliert an Attraktivität, wenn das Kind für das Haustier mitverantwortlich ist. Dazu braucht es feste Aufgaben, für die das Kind „selbst“ verantwortlich sein darf (natürlich helfen die Eltern mit, wenn es drauf ankommt, schon allein wegen der Sicherheit von Kind und Tier).

5. Was will dein Kind wirklich?

Fast jedes Verhalten, dass dein Kind an den Tag legt, offenbart eine „Strategie“. Damit möchte es einen Wunsch oder ein Bedürfnis befriedigen. Dazu musst du nur genau hinsehen.
Hat dein Kind beispielsweise „gelernt“, dass es sofort Aufmerksamkeit von dir bekommt, wenn es die Katze am Schwanz zieht? Deine Tochter hat vermutlich auch einen Riesenspaß daran, wenn du ihr mit einem Teller Gemüse hinterher rennst, weil sie es essen soll.
Bist du dir auch wirklich sicher, dass der Schnuller deines Sohnes wirklich jeden Abend hinter das Bett fällt – oder weiß er ganz genau, dass du kommst, wenn er deswegen ruft und du dann noch etwas mehr Zeit mit ihm verbringst.

In den seltensten Fällen solltest du hinter solchen Aktionen eine „böse Absicht“ vermuten. Es geht vielmehr darum, wie dich dein Kind bereits „konditioniert“ hat. Inzwischen weiß dein süßer Knirps schon ganz genau, was er anstellen muss, damit du ihm Aufmerksamkeit schenkst. Wenn du diese „Strategien“ erkennst und durchschaust, kannst du nach effektiven Lösungen suchen.
​Das Zubettgehen dauert wieder ewig und wird zum reinsten Theater? Erst fehlt der Schnuller, dann muss die kleine Schlafmütze nochmal etwas trinken und nochmal auf Toilette? Dein Kind zögert die Schlafenszeit heraus.

Versuche es mal folgendermaßen: Erledige alles gemeinsam in einem Ritual, zuerst die Spielsachen schlafen legen, dann Zähne putzen, die Kleidung für den nächsten Tag aussuchen und wenn nötig noch den Schnuller suchen.
Frag dein Kind währenddessen, ob es noch etwas Wasser möchte oder nochmal auf die Toilette gehen muss. Verlängere das Einschlafritual um zwei Minuten mit einer etwas längeren Vorlesegeschichte oder mit Kuscheln. Damit kannst du das Bedürfnis nach mehr Aufmerksamkeit von Mama oder Papa stillen.

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Erziehung: So macht man Kinder glücklich

Schenken Sie dem Kind jeden Tag bedingungslose Liebe
Kinder müssen wissen, dass sie ohne Wenn und Aber geliebt werden. Sie sollen täglich spüren: Mami und Papi haben mich lieb, auch wenn ich mein Zimmer nicht aufgeräumt, eine Zwei in Mathe geschrieben oder den kleinen Bruder geschubst habe. Ein Kind, das sich der Liebe seiner Eltern sicher ist, wird mit den Tücken des Alltags besser fertig. Es weiss: Was auch immer passiert – meine Eltern halten zu mir. Sie lassen mich nicht im Stich, und mit ihrer Hilfe wird alles gut.

Nehmen Sie das Kind so an, wie es ist
Manche Kinder sind schüchtern und müssen behutsam an neue Situationen herangeführt werden, andere sind Wirbelwinde und müssen zeitweise in ihrem Enthusiasmus gebremst werden. Manche sind schweigsam, andere reden wie ein Wasserfall. Wichtig ist, dass Eltern diese Eigenarten erkennen und ihre Erziehungsideale darauf ausrichten – diese aber immer wieder mal überprüfen. Dann fühlen sich Kinder ernst genommen und wohl.

Lassen Sie das Kind eigene Wege gehen und auch mal allein sein
Auf dem Weg zur Selbständigkeit zählen eigene Erfahrungen. Etwa allein zur Schule gehen oder das Reisli mit einem Kollegen antreten. Kinder brauchen zudem Rückzugsmöglichkeiten und Zeit für sich, ohne die Eltern. Im Alleingang erleben sie einen „Flow“, wie Psychologen sagen, das absolut beglückende Gefühl des Abhebens in einer Tätigkeit.

Erfüllen Sie nicht sofort jeden Wunsch
Vorfreude ist die schönste Freude. Die Chance auf die Erfüllung der Sehnsüchte führt zu einer positiven Gelassenheit. Die Forschung sagt dazu: „Wir sind immer dann am glücklichsten, wenn wir etwas sehnsuchtsvoll Gesuchtes finden.“ Kleiner Nebeneffekt: Das Durchhaltevermögen der Kinder wird gestärkt und belohnt.

Trauen Sie dem Kind etwas zu
Kinder müssen ihre Grenzen ausloten und selber etwas erproben dürfen, ohne gestoppt zu werden. Mutige Taten und Erfolgserlebnisse lassen Kinder aufblühen.

Schmusen Sie mit dem Kind
Zärtlichkeit in Worten und Taten tut Kindern gut. Die richtige Dosierung müssen Eltern in jedem Alter neu finden. Mit den Jahren weichen Kinder dem Körperkontakt aus. Aber ein aufmunternder Blick oder ein Schulterklopfen wirkt trotzdem Wunder.

Lachen Sie möglichst oft miteinander
Lachen lässt alles leichter werden. Glücksforscher belegen, dass Kinder bis zu 400-mal und Erwachsene nur 15-mal am Tag lachen. Lächeln und Lachen unterstützen die Konzentra­tion, stärken die Belastbarkeit und fördern die Fantasie.

Fördern und fordern Sie das Kind
Unterstützen Sie die Stärken des Kindes. Stellen Sie kleine Aufgaben. Denn wer regelmässig Pflichten übernimmt, fühlt sich wertvoll. Das kann die Mithilfe im Haushalt sein, das Einhalten täglicher oder wöchentlicher Ämtli oder der Besuch beim Grosi.

Sorgen Sie für Bewegung und gesunde Ernährung
Kinder brauchen für ihre Entwicklung viel Bewegung. Das hält den Körper gesund und hilft bei der Entwicklung der Intelligenz. Vitamine und Mineralstoffe dürfen auf dem Ernährungsplan natürlich auch nicht fehlen.

Achten Sie auf wiederkehrende Rituale
Ob das Weihnachtsfest oder eine warme Schokolade als Trostpflaster nach der verhauenen Mathearbeit: Jede ­Familie pflegt ihre eigenen Rituale. Sie geben Kindern das Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Glück.

Kindliches Trotzverhalten – wie damit umgehen?

Hilfreiche Tipps für „trotzige“ Auftritte

Die „Lernerfahrungen“ im Umgang mit Enttäuschungen können Sie für Ihr Kind wie auch für sich selbst bereits im Vorfeld etwas leichter machen. Und auch in einer „akuten“ Situation lässt sich manches „Ausufern“ verhindern:

  • Gewähren Sie Ihrem Kind genügend Freiraum, in dem es seine altersgemäßen Erfahrungen machen und seine Neugier einsetzen kann.
  • Legen Sie Regeln fest und setzen Sie Grenzen dort, wo sie sinnvoll und wichtig sind, beispielsweise um gefährliche Situationen zu vermeiden.
  • Fragen Sie sich bei Verboten, ob sie angebracht und notwendig sind.
  • Bleiben Sie bei einem einmal ausgesprochenen „Nein“, wenn es sinnvoll ist. Versuchen Sie Ihrem Kind zu erklären, weshalb es etwas nicht darf oder bekommt.
  • Handeln Sie mit Ihrem Kind Kompromisse oder Alternativen aus, wenn Sie es „vertrösten“ oder ihm einen bestimmten Wunsch abschlagen müssen.
  • Geben Sie Ihrem Kind Zeit und Gelegenheit, sich auf Veränderungen einzustellen, indem Sie zum Beispiel frühzeitig ankündigen, dass es sein Spiel beenden muss, weil gleich gegessen wird oder es ins Bett muss.
  • Manchmal hilft auch Ablenkung: Lenken Sie die Aufmerksamkeit Ihres Kindes auf etwas anderes Interessantes, wenn es sich über etwas ärgert.
  • Schenken Sie einem „Trotzanfall“ möglichst wenig Beachtung, solange Ihr Kind hierdurch nicht in Gefahr gerät, und versuchen Sie, möglichst gelassen zu bleiben.
  • Bleiben Sie bei Ihrem Kind und warten Sie ab, bis es sich von selbst wieder so weit beruhigt hat, dass es ansprechbar ist.
  • Versuchen Sie nicht, durch Strafe oder Ablehnung das Verhalten Ihres Kindes zu verändern – hierdurch würden Häufigkeit und Stärke der Trotzreaktionen eher zu- denn abnehmen.
  • „Belohnen“ Sie Ihr Kind aber auch nicht, indem Sie beispielsweise im Supermarkt doch das kaufen, was Sie ihm zuvor abgeschlagen haben.
  • Versuchen Sie, mit Ihrem Kind, wenn es sich wieder beruhigt hat, über seine negativen Gefühle zu sprechen, und geben Sie ihm das Gefühl, dass es ernst genommen wird.
  • Vermitteln Sie Ihrem Kind immer, dass Sie zwar eine bestimmte Situation und ein bestimmtes Verhalten nicht gut finden, nicht aber es selbst ablehnen.

Du bist hier gar nicht der Bestimmer – was tun, wenn das Kind bockig ist?

Von der Theorie in die Praxis

Da muss man als friedliebender Elternteil, der Bücher gelesen hat über „Erziehung auf Augenhöhe“ und der stets mit den besten Absichten und mit endlosen Vorräten an Geduld auf das Kind eingeht, natürlich erst mal schlucken. Egal, wie vorbildlich man mit dem Kind spricht, wie konsequent man sein möchte, wie freundlich man den Tonfall stets hält … irgendwann wird es einem passieren, dass der Sohnemann oder die kleine Prinzessin einem direkt ins Gesicht sagt: „Nein, das will ich jetzt gar nicht und du bist eh gar nicht der Bestimmer!“

Und dann sitzt man da mit seinem angelesenen Latein. Dann denkt man „So aber bitte nicht!“ und bringt ein wenig maßvolle Strenge in den Ton und meint: „Das bin ich sehr wohl, Jule. Ich bin der Bestimmer hier und du gehst jetzt Zähne putzen.“ Und dann brüllt Jule: „Näää, bist du gar nicht!“ und man hört sich sagen: „Doch!“ und Jule wieder „Gar nicht!“ und sie wieder: „Doch!“ und schon befindet man sich in der Art von Auseinandersetzung, die man eigentlich immer vermeiden wollte.

Und wie lösen wir nun das Problemchen?

Man soll sich eigentlich von seinem 4-Jährigen nicht in einen Dialog auf derart kindlichem und auch unfruchtbarem Niveau hinabziehen lassen. Das Ziel sollte ja sein, dem Kind klar zu machen, dass man eben sehr wohl „der Bestimmer“ ist, weil man erwachsen ist und weil Erwachsene eben besser über das Leben Bescheid wissen als Kinder. Ein „nein-doch-nein-doch“-Dialog ist nicht gerader ein schlüssiger Beweis dafür.

Was aber tun, wenn das Kind gerade eine wundervolle kleine Trotz-Phase ausagiert und Sie trotzdem dafür sorgen müssen, dass das Leben geregelt verläuft? Dass Zähne geputzt und Schuhe angezogen werden, dass nicht jedes Plastikspielzeug im Supermarkt gekauft werden muss und dass 22:30 Uhr keine geeignete Zubettgehzeit für ein Kindergartenkind ist? Körperliche Gewalt als Möglichkeit sollten wir von vornherein ausschließen. Einmal, weil man das eben nicht tut und zum anderen, weil dort für die Kleinen kein Lerneffekt zu holen ist, außer vielleicht dem, dass Gewalt ein probates Mittel ist, zu bekommen, was man möchte. Und das ist… richtig, nicht gut.

Draufhauen ist keine Lösung – Brüllen auch nicht

Während körperliche Gewaltanwendung in deutschen Haushalten zum Glück nur noch ein sehr selten angewandtes Erziehungsmittel ist, wird das Erheben der Stimme jedoch noch oft und gern praktiziert. Es reißt einem der Geduldsfaden und man brüllt. Das Kind heult und brüllt dagegen an und schon hat man eine Szene, die man so eigentlich nicht wollte, bei der man sich miserabel fühlt und die einen erzieherisch keinen Deut voran bringt.

Auch Eltern dürfen Schwächen haben

Sollte man Brüllerei vermeiden? Ja! Kann man Brüllerei immer vermeiden? Nein. Wir sind alle nur Väter und Mütter aus Fleisch und Blut und keine Robotereltern, die im immergleichen, endlos-geduldigen flötenden Singsang mit ihren Kindern sprechen können. Wir haben alle so etwas wie eine Tagesform und manchmal schaffen wir es, unser Kind nach pädagogisch wertvollen Methoden und unter Anwendung vollendeter Kleinkinddiplomatie dazu zu bewegen, die Schuhe anzuziehen. Manchmal aber eben auch nicht.

Und das darf so sein. Es ist durchaus legitim, dass Kinder ihre Eltern als Menschen mit emotionalen Höhen und Tiefen erleben – manchmal, nicht ständig. Grundsätzlich ist Brüllerei natürlich nicht schön und sie sollte nicht an der Tagesordnung sein.

Wege hinaus aus der Trotzkrise

Tipps zur Vermeidung von ständigen lauten Streitgesprächen: heben Sie ihre Stimme nicht. Versuchen Sie nicht, ihr meckerndes Kind lautstärkemäßig zu übertönen. Tun Sie das Gegenteil. Bleiben Sie im Tonfall betont ruhig und sprechen Sie leise. So erreichen Sie (mit etwas Glück), dass Ihr Kind seine Stimme ebenfalls senken muss, um Sie überhaupt zu verstehen.

Wenn Ihr Kind Ihnen entgegenschleudert: „Du bist doof und du bist hier gar nicht der Bestimmer!“ dann ist es natürlich Ihre Aufgabe, ihm klarzumachen, dass Sie eben genau das doch sind. Schicken Sie Ihr Kind aus dem Zimmer – am besten in das eigene Kinderzimmer – und sagen Sie mit Bestimmtheit, dass Sie sich so etwas nicht anhören werden und dass Sie erst wieder Lust haben, mit ihrem Kind zu sprechen, wenn es sich beruhigt hat und wieder nett sein möchte.

Selbstverständlich ist das blanke Theorie. In der Praxis hat man manchmal weder Zeit, noch Lust, noch Nerven für derartige Bilderbuchpädagogik. Sie macht aber über längere Sicht durchaus Sinn. Ihr Kind möchte ja den Dialog mit Ihnen. Es möchte sich an Ihnen messen und an Ihnen wachsen. Diesen Sinn haben ja diese Phasen von Bockigkeit. Wenn Sie den Dialog verweigern, wird das Kind am ehesten lernen, dass aggressives und lautes Verhalten zu nichts führt.

Für alles Weitere hilft vielleicht noch der Rat: Bevor Sie losbrüllen, atmen Sie 2 bis 3 mal tief durch. Und sagen Sie sich, dass auch diese Phase wieder vorbeigeht.

Familie: Wenn das Kind mal wieder bockig ist – so reagiert ihr richtig

Wenn Kinder bockig sind und nicht hören, äußert sich das oft in aggressivem Verhalten. Zahlreichen Eltern fällt es oft schwer, souverän damit umzugehen.

Zorn und Trotz sind aber ein Teil der Gesamtentwicklung des Kindes, obwohl die Eltern dies verständlicherweise weniger schätzen als ein freudestrahlendes Lächeln.

Mehr zum Thema: Euer Kind ist frech und respektlos? So solltet ihr reagieren

Viele Eltern kennen bestimmt folgende Situation im Supermarkt: Wenn das Kind nicht bekommt, was es will, schreit es solange, bis die Eltern nachgeben. Dass das an den Nerven zerrt, ist nachvollziehbar.

Nervenaufreibende Ausbrüche von Kindern

Obwohl die ungefilterten Ausbrüche von Kindern teilweise extrem anstrengend sind, lassen sie sich nicht komplett vermeiden.

Die Kinder haben zu lernen, wo ihre Grenzen liegen, und die Eltern haben herauszufinden, was in ihren Kindern vorgeht, wenn sie vermeintlich grundlos durchdrehen.

Ursachen für Aggressionen bei Kindern unterscheiden

Es gibt zwei Arten von Aggressionen bei Kindern. Die eine Form entsteht aus Angst, beispielsweise durch eine Bedrohung, die andere ergibt sich aus dem Machtbedürfnis, sich unter allen Umständen durchsetzen zu können.

Ob das Kind aus Angst oder aus Dickköpfigkeit einen Wutausbruch bekommt, bemerken die Eltern in den meisten Fällen schnell an den körperlichen Reaktionen des Kindes. Handelt es sich um Angst, ist das Kind aufgeregt, seine Stimme zittert und es reagiert emotional.

Weiteres zum Thema: Euer Kind ist frech und respektlos? So solltet ihr reagieren

Wenn die Ursache des Wutausbruchs ein verstärktes Machtbedürfnis des Kindes ist, hören die Kinder sofort auf, wenn man ihrem Willen nachgibt. Erstmals geschieht das im Alter von circa zwei bis drei Jahren.

Die Kinder lernen in dieser Phase, sich abzugrenzen und sich zu behaupten. Die Eltern schenken dem frechen Kleinkind in diesem Fall besser nicht zu viel Aufmerksamkeit.

Es ist ratsam, kurz und präzise eine klare Grenze zu ziehen. Ein unmissverständliches: “Nein, jetzt nicht” ist auf Dauer hilfreicher, als dem Willen des Kindes nachzugeben.

Ansonsten lernt das Kind, dass es trotzen muss, um sich durchzusetzen – und das wird für die Eltern langfristig noch anstrengender.

(nc)

Dieser Artikel wurde verfasst von HuffPost / dm

Kind 8 Jahre: „Dem sag ich meine Meinung!“

Die Aufgabe der Eltern

Wenn Kinder zunehmend unabhängig werden, verlieren Eltern manchmal die Erziehung ein wenig aus dem Blick. Dies passiert leicht, denn das Kind ist vormittags in der Schule und nachmittags mit Freunden unterwegs. Die gemeinsame Zeit ist deutlich weniger geworden. Doch gerade weil Eltern nun nicht immer dabei sind, ist es wichtig, mit Kindern über soziale Werte und richtiges Verhalten zu sprechen. Auch wenn in diesem Altern vielleicht noch keine großen Probleme zu erwarten sind, so ist das frühzeitige Etablieren von Werten für die kommenden Jahre wichtig. Themen hierbei sollten sein:

  • Umgang mit Gruppendruck: Dein Kind muss verstehen wie Gruppendruck zustande kommt und wie es dabei mit schwierigen Situationen umgehen kann. Auch sollte es seine eigene Rolle in der Gruppe kritisch betrachten: Wann übt es vielleicht selbst Druck auf andere aus?
  • Gegenseitiger Respekt: Andere Menschen zu respektieren beginnt meist zuhause. Wie Eltern und Bezugspersonen über einander und andere Menschen sprechen und wie sie sich verhalten, formt auch das Denken und Verhalten der Kinder. Sprich mit Deinem Kind darüber, wie es selbst von anderen behandelt werden möchte und wie es folglich auch andere behandeln sollte. Am Besten aber gehen Erwachsene hier mit gutem Beispiel voran.
    Auch der Respekt vor fremdem Eigentum und öffentlich zugänglichen Einrichtungen (Spielplatz etc.) und die Folgen von Beschädigung, sollten ein Thema sein. Selbst wenn Dein Kind so etwas nie machen würde, so hat es auch in der Gruppe eine Vorbildfunktion und sollte diese Werte auch in die Zukunft mitnehmen.
  • An Regeln halten: Stelle sinnvolle Regeln z.B. zur Verwendung von Bildschirmaktivitäten auf und sorge dafür dass diese auch wirklich umgesetzt werden. Wer Regeln setzt aber dann nicht durchsetzt, wird kaum erwarten können dass sein Kind Regeln für bindend erachtet. Soll es z.B. um 6 Uhr zuhause sein, wird es dann vielleicht denken dass es keinen Unterschied macht wenn es erst später heimkommt.
  • Sicherheit: Dein Kind ist zunehmend unabhängig, das bedeutet auch, dass es häufiger unbeaufsichtigt spielt. Sicherheitsthemen sind jetzt z.B. das Spiel mit Feuer, Verhalten am Wasser, Umgang mit Fremden, Verhalten im Straßenverkehr …

Entwicklungsfortschritte erkennen

Zu wissen welche Fortschritte Dein Kind in seiner Entwicklung gemacht hat und wie sein Entwicklungsstand ist, kann für das Verständnis seines Verhaltens wichtig sein. Es hilft Dir darüberhinaus Deinem Kind die richtigen Aktivitäten und Reize anzubieten und dadurch seine gesunde Entwicklung zu unterstützen.

Hier findest Du eine Checkliste für wichtige Meilensteine bei 8-Jährigen:

Klare Ansagen für kleine Männer
Wie Jungenerziehung ihren Schrecken verliert

Jungen und männliche Jugendliche sind nicht immer pflegeleicht. Sie fordern Eltern und Erzieher gern heraus, manchmal so sehr, dass die Erwachsenen an ihre Grenzen stoßen. Der Pädagoge Reinhard Winter plädiert deshalb für eine Erziehung mit klaren Ansagen.

Wenn Reinhard Winter in eine Schule geht, fragt er ganz naiv nach den Kindern, die den Lehrern die meisten Sorgen bereiten. Ist diese Frage erst einmal beantwortet, geht es meist nur noch um Jungen. Denn 80 bis 90 Prozent der Problemkandidaten sind männlich. Sie stören, sind aggressiv und scheinen nicht altersentsprechend entwickelt.

Winter forscht seit Jahrzehnten über Jungen und weiß um die Herausforderung, Söhne zu erziehen. Doch er wird auch in seinem neuen Buch „Jungen brauchen klare Ansagen“ nicht müde, zuallererst zu sagen: „Mit einem Jungen zusammenzuleben, einen Sohn ins Leben zu begleiten, ist ein großes Glück.“ Fast scheint es, als würde das sonst allzu schnell in Vergessenheit geraten.

Führung statt Hilflosigkeit

Winters Buch ist bei Beltz erschienen und kostet 16,95 Euro.

„Ich wundere mich oft, wie es sein kann, dass ein Fünfjähriger seiner Mutter auf dem Kopf rumtanzt und dramatische Schimpfwörter sagt und sie sich überhaupt nicht helfen kann“, beschreibt Winter im Gespräch mit n-tv.de einen klassischen Konflikt. Winter setzt darauf, dass es in der Erziehung nicht ohne klare Ansagen und ohne eine stabile Haltung der Eltern geht, und nennt das Führung. Auf keinen Fall will er diese Führung als autoritäre Erziehungsidee verstanden wissen, wie sie beispielsweise als Lob der Disziplin seit einiger Zeit wieder modern zu sein scheint.

„Es geht ganz klar nicht um autoritäres Verhalten. Autoritär ist es immer, wenn es ein Hierarchieverhältnis ist oder Macht eine große Rolle spielt, wenn ich das Kind entwerte oder auf Disziplin und andere Sekundärtugenden setze.“ Für Winter ist autoritäres Verhalten letztlich eine Form von Gewalt. Doch Drohungen, Strafen und Angst sind keine Basis für eine gute Beziehung zum eigenen Kind. „Worauf ich hinauswill, ist, die Qualität der Beziehung zu verändern und zu verbessern.“

Winter argumentiert, dass Eltern Mädchen meist etwas mehr behüten, ihnen engere Grenzen setzen. Man könnte auch sagen, mehr Halt geben. Genau das fehlt aber vielen Jungen, zumal sie meist aktiver und impulsiver sind. Außerdem haben sie häufig ein stärkeres Interesse an Rang und Status. Dieses Interesse hat Folgen: „Wenn ich ein Status-Interesse habe, einfach weil ich mich aus dem Körperlichen heraus dafür interessiere, dann will ich auch von der Autoritätsfigur, die vor mir steht, wissen: kann die das halten, hat die wirklich eine höhere Position oder kann ich meine Position verbessern?“ Jungen fragen also immer wieder neu die Qualität der Beziehung ab. Ist sie so oder so, eindeutig oder mehrdeutig, klar oder schwammig? „Deshalb brauchen sie vom Gegenüber in der Tendenz mehr Eindeutigkeit und Klarheit.“

Aber der Sozial- und Geschlechterforscher sieht noch einen weiteren Grund, warum Jungen nach Führung verlangen. „Viele Männlichkeitsbilder gehen ein bisschen in Richtung Größenwahn. Diese Bilder erfinden die Jungen ja nicht selber, sondern sie werden gesellschaftlich angeboten, auch über Playmobil und Lego. Wenn die Jungen sich an diesen Heldenfiguren orientieren, dann gehört zu einem Heldentypus dazu, dass er dem Anführer folgt.“ Dafür müsse man allerdings sicher sein, dass man dem Anführer vertrauen kann. Also frage der Junge: „Kann ich diese Autorität anerkennen, ist sie gefüllt oder nur eine Fassade? Wenn es aus ihrer Sicht keine ehrenhafte Macht ist, führt das bei einem Teil der Jungen zu Rebellion.“

Die meisten Jungen sind ansprechbar

Ein Kern des Jungenproblems ist nach Winters Ansicht, dass Schwierigkeiten sehr wohl gesehen werden. „Dabei werden die Jungen als Symptomträger gebrandmarkt, aber es wird nicht gefragt, woran liegt das denn wirklich?“ Es werde viel gejammert und das Problem statistisch belegt, aber es werde zu wenig nach der Bedürfnislage von Jungen gefragt. „Doch die Jungen werden über die Art der Beziehung gefördert oder gebildet. Und wenn die nicht stimmt, scheren die Jungen aus.“

Allerdings scheren von 15 Jungen in einer Gruppe höchstens 4 bis 5 aus und legen ein „kreativ schwieriges Verhalten“ an den Tag. Die schaffen es dann möglicherweise, die ganze Gruppe aufzumischen, wobei 10 Jungen eigentlich ansprechbar sind. Gerade an den gut integrierten und sozial kompetenten Jungen kann man aber sehen, wie heranwachsende männliche Menschen gut begleitet werden können. „Das sind nämlich meist Jungen, die sich auf eine klare Führung und einen guten Beziehungshintergrund stützen können.“

Sieben Ratschläge zum Nachdenken

Mit diesem Hintergrund können Eltern und Lehrer sogar die schwierige Zeit der Pubertät relativ gelassen überstehen. Denn vor allem mit größeren Jungen funktioniert kein Prinzip mehr, das sich letztlich auf Überlegenheit und Macht gründet. Winter beschreibt diese Tatsache mit einem sehr konkreten Bild. „Einen kleinen Jungen kann ich an einer Hand schnappen und hochlupfen, dann ist der weg von der Straße. Ab der Pubertät geht das nicht mehr und man sollte das auch nicht versuchen.“ Natürlich sitzen auch Eltern von Pubertierenden immer noch am längeren Hebel. Doch im täglichen Zusammenleben ist das keine Basis für eine gute Beziehung. „Dazu muss man wissen, dass dem Menschen das Kooperieren angeboren ist, nicht die Konfrontation und das Kämpfen.“ Eltern müssten sich dabei aber auch selbst gut in den Blick nehmen: Auch mit ihren schlechten Seiten sind Jungen oft so etwas wie ein Spiegel der Eltern.

Sieben Schritte zur gelingenden Jungenerziehung schlägt Winter in seinem Buch vor. Einer der wichtigsten: „Wenn man bei jedem kleinen Konflikt gleich gekränkt ist und aus der Beziehung geht, dann kann man nicht erwarten, dass der Junge mitspielt.“ Winter rät Eltern deshalb in besonders emotionalen Situationen zu einer kurzen Auszeit. Sie könnten beispielsweise sagen: „Stopp, so geht das nicht. Ich bin gerade so aufgeregt, wir reden in einer halben Stunde darüber.“ Dann merke der Junge, dass er eine Grenze überschritten hat, die Eltern müssen aber nicht gleich über Konsequenzen verhandeln. Haben sich alle wieder ein wenig beruhigt, kann man mit kühlem Kopf agieren und wahrscheinlich auch besser in der Beziehung mit dem Jungen bleiben.

Winter gibt aber auch Dinge zu bedenken, die auf den ersten Blick wenig mit den täglichen Kämpfen mit Jungen zu tun haben scheinen. Er fragt nach dem Wertehintergrund, vor dem Mütter und Väter agieren. Schon im Nachdenken darüber, so seine Erfahrung, nehmen viele Eltern eine ganz andere innerliche Haltung ein. So kann beispielsweise der Konflikt über ausufernde Computerzeiten ganz anders besprochen werden, wenn der Vater seine Entscheidung so begründe: „Ich sage das, weil mir Gesundheit wichtig ist, nicht weil ich dich unterdrücken will. Und der Junge wird über seine Gesundheit nachdenken und vielleicht weniger lange am Computer sitzen.“ Vielleicht aber auch nicht. Aber sogar in diesen Phasen sind Klarheit und Nähe gut, ebenso wie Zuversicht und Gelassenheit.

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Hilfe 8 Jähriger Sohn provziert bis aufs äusserste !!!!

Also grundsätzlich würde ich diese Strafe "Ins Zimmer schicken" dann mal überdenken. Denn zum einen scheint sie bei Ihrem Sohn definitiv nicht zu funktionieren, die Probleme zu lösen – und zum anderen scheint sie auch noch weitere Probleme (Kind ist wütend, wird frech, tobt rum, demoliert sein Zimmer etc.) zu schaffen. Gehe ich recht der Annahme, dass das so Ihr normales Verhalten ist? D.h. wenn es Schwierigkeiten gibt, und, sie an diesem Punkt angelangt sind, wo es irgendwie nicht mehr weitergeht, Ihr Sohn in sein Zimmer muss um sein Verhalten zu überdenken, und, dann geht das Theater erst richtig los? Haben Sie hier schon mal andere Ansätze versucht? Wenn ja, welche? Auch würde ich gerne nochmals eine Frage wiederholen: Wie lange geht dieses Verhalten mit Ihrem Sohn jetzt eigentlich schon so?
Zu diesem Zuspät kommen: Also, ich kann ihnen einfach mal schreiben, wie ich so bei meinem Sohn in so einer Situation reagiert hätte. Zunächst einmal hätte ich mich gefragt, ob mein Kurzer jetzt absichtlich zu spät nach Hause gekommen ist (um mir eins auszuwischen, weil wir z.B. noch am Mittag über diese Uhrzeit gestritten haben o.ä.), oder, ob er vielleicht einfach nur mal die Uhrzeit vergessen hat. Letzteres kann ja bei einem 8-Jährigen auch mal vorkommen. Also in letzterem Fall hätte mein Kurzer einen Stups auf die Nase bekommen, ich hätte ihm erklärt, warum es mir sehr wichtig ist, dass er zu einer vereinbarten Zeit dann auch nach Hause kommen soll (da ich mir z.B. Sorgen mache), ihm gebeten, da in Zukunft etwas besser darauf zu achten – und – dann hätte ich einfach mal abgewartet, wie sich das in Zukunft entwickelt. Gibt ja nun nicht so viele Möglichkeiten, wie sich das entwickeln kann. Entweder bessert es sich, oder, das Kind kommt weiterhin in unregelmäßigen Abständen zu spät – einfach – weil ihm das nicht so wichtig ist.
Wenn er hingegen absichtlich zu spät nach Hause gekommen wäre, hätte er dort schon ärger bekommen. Da brauche ich ihn dann aber auch nicht mehr zu fragen, warum er jetzt zu spät nach Hause gekommen ist – ich denke – der Grund ist dann ja doch offensichtlich. Auch bräuchte ich Ihn dann nicht mehr zum „über sein Verhalten nachdenken“ in sein Zimmer schicken. Er hat den Machtkampf doch gewonnen, was soll er da großartig drüber nachdenken? Hier hätte z.B. eine Konsequenz (ärger bekommen) sein können, vorläufig erstmal die Freiräume des „alleine und unbeaufsichtigt draußen spielen“ dahingehend einzuschränken, das ein Kind schlechtweg diese Möglichkeit nicht mehr hat, dass nächste Mal absichtlich zu spät nach Hause zu kommen. Sprich – wenn er z.B. bei einem Freund spielen war, ihn dort selbst wieder abzuholen. Und, da ich am Tag noch andere Sachen zu tun habe, als Kindertaxi zu spielen, wäre das eine Uhrzeit gewesen, die in meinem Zeitplan am besten gepasst hätte. Was ich dann einfach mal für den nächsten Tag so durchgezogen hätte, und, danach kann ich meinen Sohn immer noch fragen, was ihm hier eigentlich lieber wäre: Der Freiraum Selbstständigkeit mit dem Vorteil, dann bis 18 Uhr beim Freund spielen zu dürfen mit der Regel, dann auch wirklich pünktlich zu Hause zu sein; oder halt die Alternative mit weniger Freiräumen, wo ich ihn dann bereits um 16:30 Uhr abholen muss, da ich auch noch einkaufen fahren möchte und mir das sonst alles zu spät wird.
Auf diese kindlichen „aber meine Uhr ging falsch“ Spielchen … ein Ansatz kann hier sein, sich darauf einzulassen. Schicken Sie mit seinen Taschengeld einfach in einem Uhrengeschäft – dann muss er sich entsprechend eine neue Uhr kaufen und die alte Uhr wegschmeißen. Oder, schicken Sie ihn mit der kaputten Uhr ins Geschäft mit den Auftrag, dass er die dort reparieren lassen sollen. Kinder reagieren dann oftmals schon instinktiv, wenn sie merken, dass die aus der Nummer so nicht mehr rauskommen. Was ich hier nicht machen würde, wäre, da noch großartig hinterherzuharken, warum er jetzt zu spät nach Hause gekommen ist. Ich würde einem Kind hier einfach ruhig mit den Konsequenzen für sein handeln konfrontieren und ihm nur anbieten, dass ich gerne bereit bin, diese Konsequenzen noch einmal zu überdenken/verharmlosen, wenn er von sich aus über das, was vorgefallen ist, ernsthaft reden möchte. So ist zum einen gewährleistet, dass, wenn es wirklich mal einen triftigen Grund für etwas gibt, Sie das mitbekommen werden; und wenn es den nicht gibt, brauchen Sie nicht nach einem Grund hinterherzufragen, den Ihr Sohn ihnen dann einfach nicht nennen kann. Was soll er Ihnen dann auch sagen? „Du Mama, eigentlich interessieren mich deine Uhrzeiten nicht im geringstens, darum komme ich nach Hause, wann es mir passt. Find’ dich damit ab…“?
Im Regelfall ahnt man ja ohnehin schon, warum jetzt irgendetwas vorgefallen ist. Zumal es dann ja auch Sachen sind, die in einer gewissen Art von Regelmäßigkeit auftreten und einen jetzt nicht so völlig unerwartet überraschen. Was bei mir zumindest sehr in solchen Situationen geholfen hat, ist, da einfach erstmal tief durchzuatmen. Ich denke, man ist da schon ziemlich sauer, wenn sich ein Kind so verhält. In dieser Grundstimmung dann zu versuchen, meinen Sohn nach irgendwelchen Gründen zu fragen, ist da immer schief gegangen. Bei uns hat es da recht gut funktioniert, diese Dinge dann auf den Abend zu verschieben, wo sich erstmal alle wieder beruhigt haben. Das hilft zum einen, dass der Rest des Tages (bis zum Abend) oftmals etwas angenehmer verläuft, und, zum anderen war unser Sohn in dieser Situation, wenn wir ihn abends in Bett gebracht haben, nochmals mit ihm gekuschelt und geschmust haben, er sich sicher und geborgen gefühlt hat, immer an gesprächigsten. Oftmals kamen da dann auch Gründe bei raus, wo man sich dann Abends mit seinem Partner noch mal im Wohnzimmer gemütlich machen kann und mal zu überlegen, ob man nicht doch etwas – z.b. bei diesen Freiräumen – ändern sollte. Denn – Kinder verhalten sich nicht so, um beispielsweise die Eltern zu provozieren oder zu ärgern.
Zu dieser Beinstellsituation: Also, ihr Sohn stellt dem Geschwisterkind das Bein, dieses fällt, tut sich dabei weh, und, Ihr Sohn muss dann ins Zimmer. Grundsätzlich mal – also – es ist ja sein Kinderzimmer; so schlimm kann der Aufenthalt für Ihren Sohn darin doch nun auch nicht sein, oder? Zumal ja mit dieser Strafe auf dem eigentlichen Opfer (dem Geschwisterkind) in keinster Weise geholfen ist. In wiefern soll er denn in seinem Zimmer sein Verhalten überdenken? Also, was müsste sich Ihrer Meinung nach dann in seinem Kopf abspielen, damit er langfristig erkennt: „Irgendwie war das jetzt ziemlich doof“. Und, wenn Sie wissen, was sich dort abspielen müsste … wie oder warum sollte sich genau dieser Gedankengang im Kopf eines 8-Jährigen abspielen, wenn er in seinem Kinderzimmer sitzt?

Vermeiden Sie häufige Erziehungsfehler bei Ihrem Kind

Erziehungsschwierigkeiten

Ob Ihr Kind ruhig oder lebhaft, eher folgsam oder eher rebellisch ist, hängt nicht nur von Ihrer Erziehung, sondern auch von seiner Veranlagung ab. Doch gibt es einige Fallen, in die wir Eltern immer wieder tappen und die uns den Erziehungsalltag unnötig schwer machen.

1: Kinder bei Fehlverhalten unbeabsichtigt belohnen und loben

Wenn Sie Ihr Kind mit vermehrter Aufmerksamkeit, durch ein Spielzeug oder Süßigkeiten von seinem Fehlverhalten ablenken wollen, wird es das als Belohnung auffassen und eher häufiger als seltener so handeln. Bei größeren Kindern hat langes Debattieren denselben Effekt: Das Kind bekommt vermehrt Aufmerksamkeit. Selbst negative Zuwendung durch Schimpfen und Nörgeln sind Ihrem Kind immer noch lieber als gar keine Zuwendung.

Kindliches Fehlverhalten, das vorwiegend darauf abzielt, Ihre Aufmerksamkeit zu erringen – etwa Quengeln und Nerven, während Sie telefonieren oder sich mit anderen unterhalten –, lässt sich am ehesten abstellen, indem Sie es ignorieren. „Überhören“ Sie Ihr Kind in solchen Situationen, wenn Sie sich ihm bereits einmal zugewendet und ihm erklärt haben, dass Sie nachher wieder Zeit für es haben werden, jetzt aber ungestört sprechen wollen. Ablenkung ist jedoch bei Babys und Kleinkindern oft die Methode der Wahl, wenn die Kleinen bei langweiligen Dingen wie Wickeln nicht mitmachen wollen oder ganz anders wollen als Mama bzw. Papa. Das ist sinnvoller, als in einen Machtkampf einzusteigen!

2: Sie geben nach und ziehen Ihre Anweisungen nicht konsequent durch

Wenn Kinder ihr Gebrüll, die Tobsuchtsanfälle oder das Gequengel verstärken, geben manche Eltern irgendwann entnervt nach. Da es seinen Willen erreicht hat, wird ein Kind diese Strategie häufiger einsetzen. Gehen Sie, soweit es möglich ist, lieber von vornherein auf die Wünsche Ihres Kindes ein oder versuchen Sie, einen Kompromiss zu schließen. Überlegen Sie, bevor Sie ein Verbot aussprechen, ob Sie auch dann konsequent bleiben würden, wenn Ihr Kind deswegen einen Wutanfall bekäme. Wenn ja, handelt es sich um Dinge, die wirklich wichtig sind – dann sollten Sie unbedingt konsequent bleiben und nicht nachgeben! Auf Seiten der Eltern gibt es ähnliche Probleme: Wenn Sie schnell schreien oder drohen, wird Ihr Kind Sie bald bei normal vorgebrachten Anweisungen nicht mehr ernst nehmen (siehe dazu auch Punkt 5).

3: Sie loben Ihr Kind, wenn es sich gut benimmt, nicht genug

Leider loben die meisten Eltern ihr Kind viel zu wenig, wenn es sich gut benimmt, schimpfen aber schnell, wenn es sich unerwünscht verhält. So lernen Kinder, dass sie sich „danebenbenehmen“ müssen, um beachtet zu werden.

  • Mein Tipp: So loben Sie Ihr Kind richtig
    Nehmen Sie sich vor, Ihr Kind jeden Tag dreimal für erwünschtes Verhalten zu loben, auch wenn es gar nichts „Besonderes“ gemacht hat. Allein die Tatsache, dass es ohne Streit eine Stunde mit dem Geschwisterkind gespielt hat oder sich morgens ohne Trödeln angezogen hat, ist eine Umarmung und anerkennendes Loben wert. Sagen Sie z. B.: „Ich freue mich, dass du so schön mit deinem Bruder/ deiner Schwester gespielt hast“ oder „Ich bin stolz auf dich, weil du heute Morgen so schnell angezogen warst“.

4: Sie geben Ihrem Kind zu viele Anweisungen

Wie gut Ihr Kind Ihre Anweisungen befolgt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie Sie sie geben. Folgende Probleme können auftreten:

  • Zu viele Anweisungen, insbesondere zu viele auf einmal, führen dazu, dass Ihr Kind glaubt, es Ihnen ohnehin nicht recht machen zu können. Es resigniert oder rebelliert dann möglicherweise. Geben Sie nur eine oder zwei Anweisungen auf einmal. Aufzählungen von mehreren Aufgaben, die Ihr Kind hintereinander erledigen soll, überfordern es höchstwahrscheinlich. Warten Sie ab, bis es eine Anweisung ausgeführt hat, und geben Sie dann erst die nächste.
  • Zu wenige Anweisungen lassen Ihr Kind im Unklaren, was Sie von ihm erwarten. Geben Sie keine komplizierten Anweisungen, sondern sprechen Sie so einfach wie möglich. Haben Sie das Gefühl, Ihr Kind hat gar nicht verstanden, was Sie von ihm erwarten, machen Sie ihm am besten vor, was es tun soll.
  • Zu schwierige Anweisungen kann Ihr Kind nicht verstehen und deshalb nicht befolgen. Wenn das, was Sie von Ihrem Kind erwarten, eine Überforderung darstellt, wird es nicht tun, was Sie von ihm verlangen. So kann z. B. ein dreijähriges Kind sein Kinderzimmer nicht allein aufräumen. Bedenken Sie, dass Kinder je nach Entwicklungsstand sehr unterschiedlich sein können. Was der dreijährige Sohn Ihrer Schwägerin problemlos schafft, kann für Ihr Kind im Alter von drei Jahren jedoch noch eine Herausforderung darstellen!
  • Zu ungenaue Anweisungen führen nicht zur gewünschten Reaktion, weil Ihr Kind nicht weiß, was Sie von ihm wollen. Sagen Sie eindeutig, was Sie von Ihrem Kind wollen, und vermeiden Sie das Wort „nicht“. Statt „Schmatz nicht so!“ sagen Sie z. B. besser: „Mach beim Kauen den Mund zu.“ Fragen Sie nicht „Möchtest du jetzt ins Bett gehen?“, sondern sagen Sie klipp und klar: „Es ist jetzt Zeit, dass du ins Bett gehst.“
  • Anweisungen zur falschen Zeit, etwa während Ihr Kind intensiv spielt, werden häufig tatsächlich überhört oder aber ignoriert. Sprechen Sie Ihr Kind gezielt an, stellen Sie Augen- oder Körperkontakt her, und geben Sie dann Ihre Anweisung. Wenn es nicht unbedingt erforderlich ist, sollten Sie Ihr Kind nicht aus seiner Tätigkeit herausreißen.

Mein Tipp: So hört Ihr Kind Ihre Anweisungen besser

Gehen Sie zu Ihrem Kind hin, oder lassen Sie es zu sich kommen. Rufen Sie ihm keine Anweisungen vom Nebenraum aus zu. Sprechen Sie es mit seinem Namen an, sehen Sie ihm in die Augen, gehen Sie vielleicht vor ihm in die Hocke, damit Sie auf gleicher Augenhöhe sind, oder stellen Sie Körperkontakt her, indem Sie ihm eine Hand auf die Schulter legen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind trotzdem nicht richtig zuhört, können Sie es nach Ihrer Anweisung fragen: „Also, was sollst du tun?“ und Ihr Kind die Anweisung wiederholen lassen.

  • Anweisungen, die Ihr Kind nicht einordnen kann. Wenn Sie Ihrem Kind mit sanfter Stimme etwas verbieten und gleichzeitig lächeln, sagen Ihre Worte „Nein“, Ihre Körpersprache animiert Ihr Kind jedoch zum Übertreten des Verbotes. So weiß es nicht, ob es den Worten oder aber Ihrer Körpersprache glauben soll. Sprechen Sie mit bestimmter Stimme und in klaren Worten. Ihr Kind muss wissen, dass Ihre Anweisung oder Ihr Verbot keine schüchterne Bitte oder eine Frage mit Wahlmöglichkeit ist! Fragen Sie auf dem Spielplatz nicht „Wollen wir langsam nach Hause gehen?“, sondern sagen Sie klipp und klar „Wir gehen jetzt nach Hause. Bald ist es Zeit fürs Abendessen.“. Kinder verstehen auch keine „Ironie“ wie etwa „Du möchtest wohl gar nicht aufräumen?“ oder „Du bist ja heute wieder freundlich!“, wenn Ihr Kind sich unerwünscht verhält. Sagen Sie, was Sie wirklich wollen. Etwa: „Räum jetzt die Bausteine in die Box“ oder „Beruhig dich, und sei ein wenig freundlicher zu mir“.

5.: Wirkungslose Strafen einsetzen

Strafen sind prinzipiell ungünstig. Bei Problemverhalten empfehlen sich stattdessen logische Folgen, notfalls auch eine kurze Auszeit. Diese Gründe machen Strafen oft nutzlos oder gar gefährlich:

  • Angedrohte Strafe wird nicht ausgeführt. Kinder lernen sehr schnell, Drohungen zu ignorieren, wenn sie nicht wahr gemacht werden. Auch unrealistische Drohungen wie „Du darfst nie mehr …“ sind sinnlos, weil Eltern sie gar nicht aufrechterhalten können!
  • Inkonsequente Bestrafung. Wird ein und dasselbe unerwünschte Verhalten einmal ignoriert, das andere Mal aber bestraft, kann Ihr Kind nicht einschätzen, was von ihm nun eigentlich erwartet wird. Das Gleiche kann passieren, wenn Eltern sich nicht einig sind und etwa die Mutter das Kind gewähren lässt, der Vater dasselbe Verhalten jedoch bestraft.
  • Strafe als letztes Mittel. Wenn Sie unerwünschtes Verhalten zunächst ertragen, Ihnen irgendwann aber doch der Geduldsfaden reißt, fällt die Strafe oft zu hart aus. Daher sollten Sie besser sofort auf Fehlverhalten reagieren, dafür aber moderat.
  • Strafe im Zorn. Wenn Sie selbst sehr wütend sind, besteht die Gefahr, dass Sie die Kontrolle verlieren und Ihrem Kind weh tun. Oft stellen sich dann Schuldgefühle ein, die dazu führen, dass Sie in der Folge zu viel erlauben und zu wenig Grenzen setzen. Ihr Kind wird sich wieder unerwünscht verhalten. Wenn Sie zögern, konsequent Grenzen zu setzen, werden Sie irgendwann im Zorn wieder überschießend reagieren – und der Teufelskreis beginnt von vorne.
  • Strafe ohne Lernmöglichkeit. Aus einer Strafe ohne Zusammenhang mit dem Fehlverhalten lernt das Kind nichts. Besser sind Schadensersatz oder Wiedergutmachung als logische Folgen.
  • Zu späte Strafe. Je näher am unerwünschten Verhalten eine Strafe oder logische Konsequenz ist, umso wirkungsvoller ist sie. Insbesondere kleinere Kinder können ansonsten den Zusammenhang zwischen Fehlverhalten und elterlicher Reaktion nicht erkennen. Achtung, Nebenwirkungen: Schwere Strafen können Ängste auslösen und sind ein Modell für Aggressivität. Aggressive Kinder reagieren auf Strafen, indem das unerwünschte Verhalten sogar häufiger auftritt. Bei nicht aggressiven Kindern führt die Strafe eher zum Erfolg (Ausbleiben des unerwünschten Verhaltens), ruft dafür aber eventuell eine angstbedingte Anpassung und eine Einbuße des Selbstwertgefühls hervor.

So handeln Sie richtig, wenn Ihr Kind nicht folgt

Oberster Leitsatz, wenn Ihr Kind Regeln verletzt oder Ihren Anweisungen nicht folgt:

  • Handeln statt reden! Anstatt Ihr Kind mehrmals zu ermahnen, gehen Sie nach einer Wiederholung der Aufforderung sofort zu ihm hin und sorgen dafür, dass Ihr Kind der Anweisung nachkommt.
  • Bleiben Sie in der Nähe Ihres Kindes, bis es ausgeführt hat, was es tun sollte. Oder kommen Sie zumindest kurze Zeit später wieder und sehen nach. Führen Sie Ihrem Kind beispielsweise die Hand, wenn es nicht „weiß“, wie es seine Schuhe oder die Bilderbücher einräumen soll, und sehen Sie nach einer angemessenen Zeit noch einmal nach, ob es wirklich aufgeräumt hat.
  • Lassen Sie logische Folgen wirken. Nehmen Sie Ihrem Kind z. B. Spielzeug ab, das es im Zimmer herumwirft, sodass es ein Geschwisterkind verletzen oder dadurch etwas kaputt machen könnte.Wer nicht „weiß“, wie man richtig mit dem Spielzeug spielt, kann es nicht länger haben. Nach fünf oder zehn Minuten bekommt Ihr Kind eine neue Chance und erhält sein Spielzeug zurück. Wirft es erneut damit herum, wird das Spielzeug bis zum nächsten Tag weggelegt.
  • Manchmal ist eine Auszeit sinnvoll. Ärgert oder schlägt Ihr Kind ständig die Geschwister, stört es ununterbrochen oder redet es wie ein Wasserfall, während Sie telefonieren, dann muss es den Raum für eine Auszeit verlassen. Führen Sie Ihr Kind freundlich, aber klar und bestimmt hinaus oder tragen Sie es notfalls, wenn es nicht freiwillig geht. Anschließend sollte es so viele Minuten in seinem Zimmer bleiben, wie es Jahre alt ist.

7: Ungünstiges Vorbild abgeben

Kinder lernen sehr viel aus dem Verhalten ihrer Eltern. Wenn Sie selbst etwa schnell laut werden, wird Ihr Kind daraus schließen, dass Schreien in Ordnung ist. Oder: Wer bestraft wird, bestraft andere weiter – manchmal sogar mit größerer Härte. Erwünschtes Verhalten wie z. B. gute Manieren (grüßen, bitte und danke sagen) lernen Kinder fast von selbst, wenn Sie als Eltern es immer richtig vormachen.

8: Verletzende Kritik äußern

Um Ihr Kind nicht zu demütigen, sollten Sie es nicht als Person kritisieren („Du hast dich wieder so blöd angestellt!“), sondern nur sein Verhalten. Andernfalls würden Sie das Selbstwertgefühl Ihres Kindes sehr „beschädigen“. Das Gefühl, es könne sowieso nichts und mache es niemandem recht, führt nicht selten dazu, dass Ihr Kind sich zurückzieht und in eine regelrechte Verweigerungshaltung hineingerät.

Sprechen Sie gerade bei Kritik mehr in der Ich-Form als in Du-Botschaften. Damit bringen Sie Ihre Gefühle und Wünsche zum Ausdruck, ohne Ihr Kind anzuklagen oder zu beschämen. Hat Ihr Kind z. B. beim Spielen große Unordnung im Wohnzimmer angerichtet, klingt das als Du-Botschaft aus dem Mund vieler Eltern so: „Was hast du denn da wieder für einen Saustall gemacht? Dass du immer so eine Unordnung anrichten musst. Das räumst du jetzt aber sofort alles wieder auf!“ Wetten, dass Ihr Kind nach der folgenden Ich-Botschaft viel bereitwilliger aufräumen wird? „Wenn so viel Spielzeug herumliegt, komme ich hier im Wohnzimmer gar nicht mehr durch. Ich möchte, dass du deine Puppen/Autos vor dem Abendessen wieder ins Kinderzimmer trägst.“

  • Zusatz-Tipp:
    Wenn Sie bei Erziehungsproblemen professionelle Hilfe brauchen, können Sie sich in einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle kostenlos beraten lassen. Die Adresse der nächstgelegenen psychologischen Beratungsstelle finden Sie unter www.bke.de (Rubrik „Für Ratsuchende“, „Beratungssstellen-Suche“) oder unter dem jeweiligen Träger (z. B. Stadt oder Landkreis, evangelische oder katholische Kirche, Arbeiterwohlfahrt, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Caritas oder Diakonisches Werk) im Telefonbuch.

Auf der Homepage Elternbildung finden Sie Themen, Veranstaltungen und Broschüren zu Erziehungsfragen.

Oder Sie suchen über unsere Startseite nach der passenden Familienberatungsstelle in Ihrer Nähe.

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