Erste hilfe gehirnerschütterung

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Erste Hilfe bei Babys: Was tun bei einem Fieberkrampf?

Krampft dein Kind im Fieber ist das erst einmal ein riesen Schreck. Erste Hilfe-Experte Janko von Ribbeck erklärt was genau dabei passiert und was du tun kannst.

Was ist eigentlich ein Fieberkrampf? Woran erkenne ich ihn?

Fieberkrämpfe sehen aus wie epileptische Anfälle, also ziemlich furchteinflößend. Zudem dauern sie zwei bis drei Minuten, was für ein Kind sehr sehr lang ist und einem wie eine Ewigkeit vorkommt. Der Körper zuckt dann rhythmisch und die Augen drehen sich nach oben. Manchmal werden die Kinder aber auch ganz schlapp oder laufen blau an.

Wann kann es zu einem Fieberkrampf kommen?

Fieberkrämpfe treten nicht, wie viele vielleicht vermuten, bei sehr hohem Fieber auf. Sondern häufig bei einer Fiebertemperatur zwischen 38,2 und 38,5 Grad und zwar dann, wenn das Fieber sehr rasch ansteigt.

Kann ich meinem Kind irgendwie helfen?

Leider kann man nichts zu tun. Man muss aber auch nichts tun, außer dafür zu sorgen, dass sich das Kind nicht durch Ecken oder Kanten verletzt. Sie können Ihr Kind im Arm halten oder auf den Boden legen. Der Krampf hört von alleine wieder auf.

Ist so ein Krampf nicht traumatisch für ein Kind?

Zum Glück haben Kinder dabei einen „Filmriss“ und bekommen ihn gar nicht mit. Im medizinischen Sinne sind Fieberkrämpfe harmlos, die Kinder tragen keine Hirnschäden davon. Die Eltern bekommen allerdings einen riesen Schrecken, wenn sie ihr Baby oder Kind so zucken sehen. Glücklicherweise tritt er meistens nur einmal im Leben auf.

Kommen Fieberkrämpfe in einem bestimmten Alter vor?

Es gibt ein Zeitfenster zwischen 6 Monaten und dem 5. Geburtstag, in dem die Krämpfe vorkommen – später eigentlich nicht mehr.

Kann man einem Fieberkrampf vorbeugen?

Nein, man kann ihn nicht verhindern. Es hilft leider auch nichts, wenn man vorher versucht das Fieber zu senken. Der Fieberkrampf kommt eben oft vor dem Fieber. Aber machen Sie sich keine allzu großen Sorgen: Nur etwa 3 Prozent aller Kinder sind von diesen Krämpfen betroffen.

Hier findest du alle Themen unserer Erste-Hilfe-Serie auf einen Blick:

Erste Hilfe bei Babys: Kopfverletzungen

Erste Hilfe bei Babys: Platzwunden & Knochenbrüche

Erste Hilfe bei Babys: Zeckenalarm!

Erste Hilfe bei Babys: Bienen- und Wespenstiche

Erste Hilfe bei Babys: Unfälle im Wasser

Erste Hilfe bei Babys: Vergiftungen

Erste Hilfe bei Babys: Pseudokrupp

Erste Hilfe bei Babys: Was tun bei einem Fieberkrampf?

Erste Hilfe bei Babys: Vorsicht Erstickungsgefahr!

Erste Hilfe bei Babys: Das gehört in die Hausapotheke

Janko von Ribbeck ist Vater von vier eigenen und zwei Stiefkindern und war jahrelang als Rettungssanitäter unterwegs. Heute gibt er seine reiche Erfahrung in Kursen und Büchern speziell an Eltern weiter. Die schätzen sowohl seine Kompetenz, als auch seine praxisnahen, lebendigen Erklärungen.

Fieberkrampf

Von einem Fieberkrampf spricht man, wenn sich im Rahmen einer Erhöhung der Körpertemperatur ein Krampfanfall ereignet.

Einen Fieberkrampf bei seinen eigenen Kind zu beobachten versetzt die meisten Eltern in großes Entsetzen. Hier gilt es Ruhe zu bewahren, denn

  • aus medizinischer Sicht ist es in der Regel ein harmloses Ereignis
  • es hört meist nach nur wenigen Sekunden bis Minuten von selbst auf
  • normalerweise erleidet das Kind dadurch keinen Schaden.

Fieberkrämpfe treten am häufigsten zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr auf. Sie stehen oft am Anfang der Fieberphase. Die Atmung ist häufig stoßartig, eine Atemnot selten, eine Beatmung nur sehr selten notwendig.

Beim Auftreten eines Fieberkrampfes als erstes das Kind weich lagern, damit es sich durch die Zuckungen nicht verletzen kann, die Uhr im Auge behalten, um die Dauer abschätzen zu können.

Bei einer Dauer von einigen Minuten ärztliche Hilfe anfordern.

Bei einer Dauer von einigen Sekunden im Anschluß das Kind einem Kinderarzt vorstellen.

Beim ersten Fieberkrampf besser Notarzt rufen. ( 112 )

Drs. Dönig / Kling

Gehirnerschütterung bei Kindern: Was tun?

Trotzdem besteht die Gefahr, dass etwa ein Gefäß reißt und eine lebensgefährliche Blutung entsteht. „Deshalb müssen Kopfverletzun­gen nach dem ­Unfall mindestens einen Tag und besonders intensiv in den ersten zwölf Stunden beobachtet werden“, sagt Schriever. Die Liste der Symp­tome ist lang. „Wenn sich nur ein Symptom zeigt oder das Kind irgendwie anders als sonst ist, muss es in die Klinik oder zum Kinder- und Jugendarzt“, so Schriever. Säuglinge sollten auch ohne ein Warnzeichen dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Tests in der Klinik schaffen Gewissheit

In der Klinik führt der Arzt neurologische Tests durch, die Auskunft darüber geben, ob das Gehirn geschädigt wurde. Ein Röntgenbild wird in der Regel nicht mehr gemacht. Es sagt über den Zustand des Gehirns nichts aus und würde nur eine Strahlenbelastung für das Kind bedeuten.

Stattdessen bleibt der kleine Patient meist mindes­tens eine Nacht zur Überwachung in der Klinik. Treten dann ­keine schweren Symptome mehr auf und lässt sich ein schwereres Schädel-­Hirn-Trauma ausschließen, darf das Kind nach Hause. Hier ist aber weiterhin Ruhe angesagt: mindestens eine Woche, außerdem starkes Sonnenlicht und Bildschirme meiden.

Gehirnerschütterung (Commotio cerebri, Schädel-Hirn-Trauma Grad 1, leichtes Schädel-Hirn-Trauma, gedeckte Schädel-Hirn-Verletzung)

Hält die Bewusstlosigkeit länger als eine Viertelstunde an, besteht der Verdacht auf eine schwere Hirnverletzung. ( Tatiana Popova / )

Eine Gehirnerschütterung ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Sie tritt meist infolge eines Sturzes auf und geht mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit einher.

Kurzfassung:

  • Die Gehirnerschütterung ist die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas.
  • Eine Gehirnerschütterung kann mit kurzer Bewusstlosigkeit einhergehen.
  • Für die Zeit vor oder nach dem Ereignis besteht meist eine Erinnerungslücke.
  • Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich.
  • Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Kopfschmerz bilden sich nach einigen Tagen von selbst zurück, Spätfolgen sind nicht zu erwarten.
  • Es treten keine bleibenden Gehirnschäden auf.

Wie kommt es zu einer Gehirnerschütterung?

Das Gehirn ist im Inneren des Schädels in Gehirnflüssigkeit (Liquor) gelagert. Dadurch ist es gegen Erschütterungen, Stöße oder Schläge gut geschützt. Kommt es jedoch zu einer massiven stumpfen Verletzung – wie etwa durch einen Aufschlag des Kopfes mit großer Geschwindigkeit auf einen harten Gegenstand –, prallt das Gehirn gegen den Schädelknochen. Durch den Aufprall werden die Nervenzellen des Gehirns kurzfristig in ihrer Funktion gestört, es kommt zu einer vorübergehenden Bewusstlosigkeit.

Ursachen

Bei Erwachsenen ist eine Gehirnerschütterung meist Folge eines Verkehrs-, Sport- oder Freizeitunfalls, bei Kindern und älteren Personen sind in der Regel Stürze auf den Kopf die Ursache.

Bei Kindern ist der Kopf im Verhältnis zum Körper relativ groß und schwer, sodass sie bei einem Sturz häufig mit dem Kopf zuerst am Boden auftreffen. Beim Neugeborenen und beim Säugling macht der Kopf rund ein Drittel des Gesamtgewichts aus, bei Kindern etwa ein Sechstel, beim Erwachsenen nur mehr ein Dreißigstel.

Anzeichen einer Gehirnerschütterung

Die Beschwerden treten typischerweise unmittelbar nach dem Ereignis auf, bei Kleinkindern hingegen können sie auch mit einer Zeitverzögerung von sechs bis zwölf Stunden in Erscheinung treten.

  • Kurze Bewusstlosigkeit (für weniger als 15 Minuten)
  • Erinnerungslücken (Amnesie) für den Zeitraum kurz vor dem Unfall, während des Unfalls bis maximal eine Stunde danach
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerz
  • Schwindel
  • Geräusch- und Lichtempfindlichkeit

+++ Mehr zum Thema: Synkopen +++

Schweregrade eines Schädel-Hirn-Traumas

Die Schwere eines Schädel-Hirn-Traumas wird anhand der sogenannten Glasgow-Coma-Skala (GCS) bewertet. Dabei erhält der Patient für bestimmte Reaktionen (Augenöffnen, verbale Reaktion auf Ansprache, motorische Reaktion) Punkte. Aus wiederholten Beobachtungen ergibt sich ein Punktewert zwischen 3 und 15, wobei 15 die höchstmögliche Punktezahl darstellt.

Leichtes Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnerschütterung): SHT1

  • GCS-Wert 13–15
  • 80% aller SHT-Patienten erleiden ein SHT1.

Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma: SHT2

  • GCS-Wert 9–12
  • 10% aller SHT-Patienten erleiden ein SHT2.
  • Bewusstlosigkeit bis zu 30 Minuten; Symptome bilden sich innerhalb eines Monats zurück, Spätfolgen unwahrscheinlich, weitere Beobachtung nötig.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma: SHT3

  • GCS-Wert 3–8
  • 10% aller SHT-Patienten erleiden ein SHT3.
  • Die Bewusstlosigkeit hält länger als 30 Minuten an, in der Regel bleiben Folgeschäden bestehen.

Wann zum Arzt?

Bei …

  • Bewusstlosigkeit oder Orientierungslosigkeit
  • mehrmaligem Erbrechen
  • Verschlechterung des Zustands nach anfänglicher Beschwerdefreiheit
  • starken Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • äußeren Verletzungen des Kopfes

Bei Bewusstlosigkeit sollte in jedem Fall der Notarzt gerufen werden! Da bei Kopfverletzungen immer die Gefahr besteht, dass der Betroffene ein weiteres Mal bewusstlos wird oder sich durch einen Sturz verletzt, sollte er bis zum Eintreffen des Notarztes sitzend – mit erhöhtem Oberkörper – gelagert und nicht allein gelassen werden.

Wann ins Krankenhaus?

Abhängig von den Symptomen entscheidet der Arzt, ob der Patient zur weiteren Beobachtung oder zum Ausschluss schwerer Verletzungen ins Krankenhaus eingewiesen wird. Vor allem, wenn die Bewusstlosigkeit länger als eine Viertelstunde und die Bewusstseinstrübung länger als eine Stunde dauert, besteht der Verdacht auf eine schwerere Hirnverletzung.

Darüber hinaus ist in vielen Fällen eine Röntgenuntersuchung des Schädels notwendig, um einen Knochenbruch auszuschließen. Treten Nackenbeugeschmerzen auf, wird zusätzlich ein Röntgenbild der Halswirbelsäule angefertigt. Blutungen im Inneren des Schädels können mithilfe einer Computertomografie (CT) dargestellt werden.

+++ Mehr zum Thema: Schädelbruch +++

Wie wird eine Gehirnerschütterung behandelt?

Bei einem leichten Schädel-Hirn-Trauma bilden sich die Symptome innerhalb weniger Tage von selbst zurück. Eine spezielle Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.

Um bei eventuell auftretenden Komplikationen schnell eingreifen zu können, sollten Patienten jedoch für weitere 12 bis 24 Stunden beobachtet werden. Je nach Allgemeinzustand und Alter des Verunfallten kann dies zu Hause oder im Krankenhaus erfolgen.

In jedem Fall sollten sich Personen mit Gehirnerschütterung für einige Tage schonen. Wichtig ist in den ersten 24 Stunden absolute Ruhe, es gilt Fernseh- und Leseverbot, damit sich die verletzten Hirnzellen erholen können. Weitere Aktivitäten richten sich nach der Symptomatik sowie der ärztlichen Vorgabe. Kopfschmerzen und Übelkeit können nach Absprache mit dem behandelnden Arzt medikamentös therapiert werden.

+++ Mehr zum Thema: Gehirnerschütterung und Sport +++

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Autoren:
Mag. Astrid Leitner
Medizinisches Review:
Univ.-Prof. Dr. Christian Gäbler
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Stand der medizinischen Information: Oktober 2018

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Was ist bei einer Verbrennung im Mund zu beachten?

Eine Verbrennung im Mund zieht man sich relativ leicht zu. Ein heißes Getränk oder zu warme Speisen reichen aus, um die Mundschleimhaut zu schädigen. Schon eine leichte Verbrennung kann im sensiblen Mundbereich ausgesprochen unangenehm sein. Alltägliche Dinge wie essen, trinken oder das Zähne putzen können dann zeitweise erschwert möglich sein.

Erste Hilfe für Zunge und Gaumen

Ist der Mund verbrannt, helfen einfache Maßnahmen die Schmerzen zu lindern und einer Infektion vorzubeugen. Die verbrannte Stelle an der Zunge oder der Mundschleimhaut wird einige Minuten mit kaltem Wasser gespült. Alternativ bietet sich Wasser aus der Flasche an, wenn kein Wasserhahn in der Nähe ist. Sehr hilfreich ist es, Eiswürfel zu lutschen und diese im Mund hin und her zu bewegen. Wasser- oder Speiseeis eignen sich nicht als Erste-Hilfe-Maßnahme. Die enthaltenen Zusatzstoffe oder Fruchtsäuren reizen die Brandwunde und verschlimmern die Schmerzen.

Was unterstützt die Heilung?

Schwellungen, Blasen und Schmerzen gehören zu den unangenehmen Folgen einer Verbrennung im Mund. Scharfe, heiße Speisen und Getränke gehören während der ersten Tage nicht auf den Speiseplan. Milchprodukte wirken angenehm kühlend und legen sich wie ein Schutzfilm über die Brandwunde. Zur Unterstützung der Heilung haben sich lauwarme Spülungen mit Kamille- oder Salbeitee bewährt. Beide Heilpflanzen besitzen eine heilende und entzündungshemmende Wirkung. Um den Schmerz zu lindern, sind in der Apotheke Salben und Lutschtabletten mit speziellen Wirkstoffen erhältlich. Spülungen unterstützen die Mundhygiene und tragen zur Regeneration bei.

Eine Verbrennung im Mund heilt meist innerhalb von fünf Tagen ab. Bei starken Schmerzen, großflächiger Blasenbildung oder einem längerem Heilungszeitraum sollte ein Arzt aufgesucht werden. Tiefere Verbrennungen im Mund können die Geschmacksnerven auf der Zunge beschädigen. Einige Wochen Regenerationszeit sind notwendig, bis ein fehlender Geschmackssinn wieder hergestellt ist.

INHALTSVERZEICHNIS

  1. Verbrennungen und Verbrühungen sollten vom Arzt angeschaut werden
  2. Verschiedene Verbrennungsgrade
  3. Ab wann sind Verbrennungen oder Verbrühungen für ein Kind lebensgefährlich?
  4. Die meisten Verbrühungen oder Verbrennungen passieren im Vorschulalter
  5. Verbrühungen und Verbrennungen in der Küche und im Essbereich vermeiden
  6. Verbrühungen in der Badewanne, in der Dusche und am Waschbecken
  7. Feuer fasziniert Kinder und Babys
  8. Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen
  9. Sofortmaßnahmen bei Verbrennungen und Verbrühungen
  10. Bei Verbrennungen entwickeln sich die Symptome langsam
  11. Versteckte Gefahren an Weihnachten und Silvester
  12. No Gos bei frischen Verbrennungen und Verbrühungen
  13. Verbrennungen – häufige Fragen

Heute hat Luk als Erster etwas aus der Thermoskanne in der Krippe eingeschenkt bekommen. Eine „neue“ Mama war mit dem Brotzeitdienst diese Woche dran und hat den Tee aus Gewohnheit kochend heiß abgefüllt. Die Dinge nahmen ihren Lauf. Die Erzieherin hat vergessen die Temperatur des Tees vor dem Ausschenken zu kontrollieren. Eine Verbrennung bzw. Verbrühung war vorprogrammiert. Luk, der nichts ahnend den Becher zu einem großen Schluck ansetzte, hat sich richtig schlimm im Gesicht verbrüht.

In diesem Fall war es sicherlich die Ansammlung von unglücklichen Zufällen und zeigt, wie schnell es zu einer Verbrühung kommen kann. Gerade wenn heiße Getränke in Kinderhände gelangen.

Von dem Unglück erfuhr Mama Ela von der Erzieherin am Telefon und raste mit dem Auto direkt zu Luk in die Krippe. Dort angekommen nahm sie ihn erst mal weinend in Empfang, während die Erzieherin versuchte das Gesicht weiterhin mit einem feuchten Lappen zu kühlen.

Luk musste einem Arzt vorgestellt werden und Ela setzte sich direkt mit ihm ins Auto Richtung Notaufnahme. Während der Fahrt dachte Ela darüber nach, wie viel Verantwortung Erzieher und Eltern haben. Wie konnte diese Gefahrenquelle nur übersehen werden?

Ca. 60% aller Unfälle lassen sich durch Prävention vermeiden.

Ela ist fürchterlich aufgeregt. Macht sie alles richtig? Weder emotional noch inhaltlich ist sie auf so eine Situation vorbereitet. Warum hat sie nicht mit ihren Freundinnen an dem Erste Hilfe Kurs für Kinder teilgenommen? Sollte sie Luk jetzt wirklich selbst zum Kinderarzt bringen oder besser den Notarzt verständigen?

Gerade bei Verbrennungen und Verbrühungen können Laien das Ausmaß der Verletzungen kaum einschätzen. Hier bitte lieber einmal zu oft den Notruf absetzten.

An dieser Stelle will ich erst einmal mit dir den Unterschied zwischen Verbrühungen und Verbrennungen erörtern.

VERBRENNUNG UND VERBRÜHUNGEN KURZ ERKLÄRT

Verbrühungen und Verbrennungen sind Gewebeschäden, die durch Hitze verursacht werden. Entstehen die Verletzungen durch Flüssigkeiten oder Dämpfe, spricht man von einer Verbrühung. Eine Tasse mit heißer Flüssigkeit reicht aus, um bis zu 30 % der Körperoberfläche eines Babys bzw. Kleinkindes zu verbrühen.

Bei Verbrühungen kann es schneller zu Schädigung tieferer Gewebsschichten kommen, da die Flüssigkeit auf der Haut bleibt. Deshalb ist es wichtig nach einer Verbrühung sofort die Kleidung zu entfernen.

Während sich Erwachsene häufiger verbrennen, kommt es bei Kindern öfter zu Verbrühungen. Verbrennungen entstehen durch Feuer, Sonneneinstrahlung, Strom und durch Reibung (Rutschen mit nackter Haut). Bei einer Verbrennung sollte eingebrannte Kleidung oder Schmuck nicht entfernt werden.

VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN SOLLTEN VOM ARZT ANGESCHAUT WERDEN

Ela ist jetzt in der Notaufnahme angekommen und ein Arzt der sich gut mit Verbrennungen bei Kindern auskennt, nimmt sie direkt dran. Alle sind heilfroh, dass Luk den heißen Tee nicht auch noch herunter geschluckt hat. Wie ein Wunder kam es zu keinen Rachen- oder Speise oder Luft-Röhrenverletzungen. Trotzdem hat er sich am Kinn, der Zunge und den Lippen heftig verbrüht.

Je nach Schweregrad der Verletzung ist der Transport in die Kinderklinik mit dem eigenen Auto, Rettungswagen oder Helikopter sinnvoll.

Wir Ärzte teilen Verbrennungen in verschiedene Schweregrade ein. Luk´s Verbrennungen waren 2. Grades, da sogar Blasen entstanden sind. “Ausgerechnet die Lippen und die zarte Gesichtshaut”, denkt sich auch Mama Ela. Alles nur wegen einer Verkettung unachtsamer Momente! Doch hier soll es nicht um die Schuldfrage gehen.

ES WERDEN VERSCHIEDENE VERBRENNUNGSGRADE UNTERSCHIEDEN

Ärzte schätzen bei der ersten Untersuchung die Tiefe der Wunde ein. Die Größe der betroffenen Flächen wird beurteilt und die verbrannten Bereiche zur unverletzten Körperoberfläche ins Verhältnis gesetzt.

Die Schweregrade werden von einer Verbrennung 1. Grades (z.B. Sonnenbrand) bis zu einer Verbrennung 4. Grades (Verkohlung) eingeteilt. Je weiter eine Brandverletzung in die Tiefe reicht, desto eher geht das Schmerzempfinden verloren. Nicht nur die Temperatur, sondern auch die Einwirkdauer entscheiden über die Folgeschäden.

Verbrennung 1. Grades

Die Haut ist gerötet, geschwollen und schmerzt. Die betroffenen Areale brennen und ziehen. Es bleiben keine sichtbaren Folgen nach 5-10 Tagen Heilung zurück.

Verbrennung 2. Grades

Es bilden sich Blasen und die Wunde schmerzt.

a) Oberflächlich: Es zeigt sich ein feuchter und durchbluteter Wundgrund.
Abheilung ohne Narben nach 2-3 Wochen.

b) Tief: Der Wundgrund ist trocken und weißlich.
Es schmerzt weniger. Möglicher Haar- und Nagelausfall. Es kommt zur Narbenbildung, eine Operation wird ggf. nötig. Gerade bei Unfällen mit Fett und heißen Objekten ist das häufig.

Verbrennung 3. Grades

Die Oberhaut ist komplett zerstört. Tiefer liegende Schichten sind betroffen, teilweise verkohlt. Schädigung der Nervenenden – der betroffene Bereich bleibt schmerzunempfindlich. Der Wundgrund ist hart und weiß. Eine sichtbare Narbe bleibt zurück. Eine Hautübertragung, Operation ist nötig.

Verbrennung 4. Grades

Verkohlung. Tieferliegende Schichten wie Fett, Muskeln und Knochen sind mitbetroffen.

Bei Verbrühungen kann es schneller zu Schädigung tieferer Gewebsschichten kommen, da die Flüssigkeit auf der Haut bleibt. Deshalb ist es wichtig nach einer Verbrühung sofort die Kleidung zu entfernen.

Während sich Erwachsene häufiger verbrennen, kommt es bei Kindern öfter zu Verbrühungen. Verbrennungen entstehen durch Feuer, Sonneneinstrahlung, Strom und durch Reibung (Rutschen mit nackter Haut). Bei einer Verbrennung sollte eingebrannte Kleidung oder Schmuck nicht entfernt werden.

Ela war froh, dass ihr ein junger Arzt in der Notaufnahme direkt noch gesagt hat, dass die Verbrennungen am nächsten Tag noch schlimmer aussehen werden. Sonst hätte sie sich beim Anblick am nächsten Morgen wohl richtig doll erschrocken.

Nach einiger Zeit dürfen Ela und Luk dann endlich wieder nach Hause. Die Ärzte haben den beiden ein Rezept mitgegeben: Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), sterile Mullbinden und Desinfektionsmittel. Die Schmerzmittel sollte Luk jetzt nach Plan einnehmen und Ela desinfiziert die Wunden regelmäßig zu Hause.

Luk wird noch das ein oder andere mal zum Wundcheck ins Krankenhaus bzw. zum niedergelassenen Kinderarzt kommen müssen. Eine Heilung bei Verbrennungen dauert lange. Ihren Wochenendausflug nach Berlin hatte Ela natürlich abgesagt. Sie wollte ihren Luk jetzt erst einmal wieder richtig gesund pflegen.

AB WANN SIND VERBRENNUNGEN ODER VERBRÜHUNGEN FÜR EIN KIND LEBENSGEFÄHRLICH?

Das kommt auf die Tiefe und das Ausmaß der Verbrennung bzw. Verbrühung an. Auch erfahrene Ärzte benötigen für eine genaue Diagnose Zeit und entscheiden immer individuell welche Behandlung angezeigt ist. Es kommt zudem darauf an, welche Körperbereiche und wie viel Körperoberfläche betroffen sind. Die Therapie eines brandverletzten Patienten ist komplex.

Richtig gefährlich wird es bei Erwachsenen, wenn mehr als 10-15 % der Körperoberfläche verbrannt ist. Bei Kindern bereits ab 5-10 %

Das Ausmaß der Verbrennung wird von Ärzten anhand der “Neuner-Regel” nach Wallace eingeschätzt.

Verbrenunngen: Körperoberfläche / Handfläche

Die Handflächenregel wird auch eingesetzt: Der Handteller des Betroffenen entspricht circa 1 % seiner Körperoberfläche.

Hier im Beitrag will ich dir auch aufzeigen, wie du Verbrennungen und Verbrühungen verhinderst und was potentielle Gefahrenquellen sind. Es ist wichtig zunächst immer auf die Eigensicherung zu achten. Gerade bei Unfällen mit Strom und bei Rauchentwicklung ist das extrem wichtig

DIE MEISTEN VERBRÜHUNGEN ODER VERBRENNUNGEN PASSIEREN IM VORSCHULALTER

Im eigenen Haushalt, vor allem in der Küche, passieren viele der Verbrühungs-, und Verbrennungsunfälle. Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten oder das Anfassen heißer Gegenstände passieren einfach noch viel zu oft. Auch Luk´s Freund Tim, der schon im Kindergarten ist, hat es vor einiger Zeit in Mama´s Küche erwischt.

Tim hat am herunterhängenden Kabel der bereits ausgesteckten Fritteuse gezogen. Zum Glück war das heiße Fett schon etwas abgekühlt, als es sich über seinen Kopf und kleinen Körper ergoss.

Bei Verbrennungen kommt es nicht nur auf die Temperatur an, sondern auch wie lange die Hitze auf die Haut einwirken kann. Frisch gekochter Schokoladenpudding, oder wie hier Fett, bleibt auf der Haut kleben. Er fließt nicht so schnell ab wie heißes Wasser.

HIER EINE KLEINE ÜBERSICHT VERSCHIEDENER TEMPERATUREN

Siedendes Wasser: ca. 100° Celsius

Öl aus der Friteuse ca. 175°-200° Celsius

Offene Flamme ca. 1.000°-1.200° Celsius

Schon durch 52° Celsius heißes Wasser kommt es zu Hautschäden bei Kindern.

Babys und Kinder werden mit der Zeit immer beweglicher und auch wenn die Eltern scheinbar an alles gedacht haben, finden Kinder oft noch einen Weg sich zu verbrennen. Schnell ist die flinke Kinderhand am Wasserkocher, an der noch warmen Kaffeemaschine oder an der abkühlenden Herdplatte.

Tims´s Eltern, die sich wenige Meter entfernt am Küchentisch befanden, haben schlichtweg nicht mit dem Fritteusenunfall gerechnet. Leider müssen noch zu viele Eltern durch solche Geschichten sensibilisiert werden. Prävention sollte hier wirklich das A und O sein.

Die Küche bietet eine Menge mögliche Gefahrenquellen: Backofen, Herd, heiße Töpfe, Wasserkocher und Fritteusen. Beim gemütlichen Kaffeeklatsch bitte bedenken, dass dein Kind versuchen könnte sich an der Tischdecke hoch zu ziehen. Eine Kaffeetasse kann für ein kleines Kind bereits gefährlich sein und ausreichen, um 30% der Haut eines Kleinkindes zu verbrühen. Haut ist im Kindesalter noch nicht so robust gegenüber Hitze und auch uns Erwachsenen tut das Anfassen einer heißen Tasse schon weh.

VERBRÜHUNGEN UND VERBRENNUNGEN IN DER KÜCHE UND IM ESSBEREICH VERMEIDEN

Heiße Flüssigkeit und Essen:

Kaffee, Tee, Wasser, heißer Kakao oder Suppe weit genug entfernt vom Tischrand abstellen. Nichts Heißes essen oder trinken, wenn du stillst oder dein Kind auf deinem Schoß sitzt.

Herabhängenden Tischdecken:

Erst gar nicht verwenden. Dein Kind könnte daran ziehen.

Herd:

Töpfe und Pfannen mit Griff nach hinten hinstellen. Auf den hinteren Platten kochen und Herdschutz anbringen.

Brennendes Fett:

Deckel drauf. Nie Wasser zum löschen verwenden. Dein Kind sollte beim Kochen und Braten mit heißem Fett nie in der unmittelbaren Umgebung sein.

Mikrowelle:

Essen und Getränke gut umrühren. Vor dem Füttern Temperatur prüfen. Hier kann sich dein kleiner Schatz leicht verbrennen.

Fritteuse und Wasserkocher:

Auf herunterhängende Kabel achten. Kinder ziehen daran und übergießen sich mit dem Inhalt. Wer Wasser kocht, sollte auch noch an den Wasserdampf denken, wenn er sein Kind auf dem Arm hat.

VERBRÜHUNGEN IN DER BADEWANNE, IN DER DUSCHE UND AM WASCHBECKEN

Meine Tochter liebt es den Wasserhahn selbst an und aus zu machen. Beim Zähneputzen und in der Badewanne achte ich stets darauf, dass die Temperatur nicht plötzlich zu heiß ist. Ich habe ihr gezeigt, wann der Regler warmes und kaltes Wasser spendet.

Kleine Kinder können das lernen. Jedoch können sie nicht selbst die Verantwortung für die perfekte Temperatur übernehmen. Es gibt auch Regler, die nachträglich angebracht werden können und die Temperatur zum Beispiel auf 50 °Celsius limitieren.

Ist bei uns Badetag lassen wir das Badewasser zunächst einlaufen und überprüfen dann die Temperatur (36-37° Celsius). Heißes Wasser sollte nicht nachlaufen, wenn das Kind in der Badewanne ist.

In alten Häusern kann das Wasser plötzlich ganz heiß oder kalt werden, wenn zum Beispiel der Toilettenabzug betätigt wird oder der Wasserhahn am Waschbecken aufgedreht wird. Wohnst du in einem Altbau und kennst dieses Wechselspiel zwischen Heiß und Kalt – dann denke bitte an diese Zeilen.

VERBRÜHUNGEN UND VERBRENNUNGEN IM BAD VERMEIDEN

Wärmflaschen:

Nicht mit heißem, sondern nur mit warmen Wasser befüllen. Prüfen, ob sie gut verschlossen sind.

Badewasser:

Wenn dein Kind in der Badewanne sitzt, kein heißes Wasser nachlaufen lassen.

Wasserhähne:

Egal, ob an der Badewanne oder dem Waschbecken – die Temperatur auf max. 50 ° Celsius begrenzen.

FEUER FASZINIERT KINDER UND BABYS

An Weihnachten leuchtet und glitzert es überall. Kaminfeuer lodern an diesen kalten Tagen gemütlich vor sich hin. An Geburtstagen werden Kerzen angezündet und heiter ausgepustet. Feuer fasziniert und zieht magisch an.

Der einzige Schutz vor Verbrennungen ist es hier, das Kind niemals mit den Flammen alleine zu lassen und respektvoll mit Feuer umzugehen.

Meine Tochter liebt es Kerzen aus zu pusten. Das ist nicht ganz ungefährlich und darf nicht zum Dauerbrenner werden. Ich bleibe immer bei ihr, sobald Kerzen an sind. Kinder sollten von Anfang an lernen, Respekt vor Flammen zu haben und richtig damit umzugehen.

Rauchmelder sind Pflicht. Sie bieten Schutz vor Brandverletzungen und Rauchvergiftungen. Meinen Mann und meine Tochter haben unsere Rauchmelder schon einmal vor Schlimmerem bewahrt. Unglaublich wie schnell sich der Rauch im ganzen Haus verteilen kann. Wirklich erschreckend – bitte kontrolliert jährlich, ob eure Rauchmelder intakt sind und ob ihr ausreichend versorgt seid.

VERBRÜHUNGEN UND VERBRENNUNGEN IM ALLTAG VERMEIDEN

Kaminfeuer:

Nie unbeaufsichtigt lassen. Auch Glasscheiben und die umliegenden Gegenstände können richtig heiß werden.

Feuerzeuge, Streichhölzer:

Außerhalb der Reichweite von Kinderhänden aufbewahren.

Rauchmelder:

Sind Pflicht. Anbringen bzw. jährlich Funktion überprüfen.

Bügeleisen:

Ausstecken und hoch genug lagern, dass Kinderhände nicht dran kommen.

Kerzen:

Nie unbeaufsichtigt lassen und wirklich gut aufpassen, wenn dein Kind diese mal auspusten darf.

Heizungen und Lampen :

Können richtig heiß werden und sind nicht für Kinderhände geeignet.

Gartengrill:

Sollte nur unter Aufsicht eines Erwachsenen beheizt werden.

Hier gibts ein anschauliches Video, wie du Grillunfälle verhindern kannst von Paulinchen e.V.. Dort findest du übrigens auch andere hilfreiche Tipps und eine Nummer für eine kostenlose telefonische Beratung.

Sicherheitsverschlüsse oder Schutzgitter können helfen, Verbrennungen und Verbrühungen zu verhindern.

So, jetzt kennst du die gängigsten Gefahren und weißt wie du dein Kind vor Verbrennungen und Verbrühungen schützt. Natürlich konnte ich hier nicht jeden möglichen Fall skizzieren. In den meisten Fällen hilft Achtsamkeit und der gesunde Menschenverstand, um Unfälle zu vermeiden. Bitte setze beides ein!

ERSTE HILFE BEI VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN

Als der kleine Tim die Friteuse am Kabel von der Arbeitsplatte zog und sich das Fett über ihn ergoss, musste es schnell gehen. Nicht nur das heiße Fett musste von der Haut, sondern auch das „Nachbrennen“ verhindert werden. Seine Eltern reagierten richtig und stellten ihn sofort unter die Dusche. Durch das Kühlen der Haut konnte eine fortdauernde Hitzewirkung im Gewebe unterbrochen werden.

Wichtig ist es bei Verbrennungen und Verbrühungen einen kühlen Kopf zu bewahren und schnell und richtig zu reagieren.

Während Tim´s Mama ihn in der Dusche unter fließendem, lauwarmen Wasser auszog, verständigte sein Papa den Notruf. Bei Tim hatte es viele Körperteile erwischt und Tim´s Mama musste in Sekundenschnelle abwägen. Sie entschied sich, das Fett abzuwaschen, auch wenn sie eine Unterkühlung riskierte.

Bei großflächigen Verbrennungen, Neugeborenen und Babys ist in solchen Situationen Vorsicht geboten. Hier kann es durch zu langes Kühlen zu einer gefährlichen Unterkühlung kommen unddas Wasser sollte nicht zu kalt sein.

Während es bei Verbrühungen richtig ist, das Kind zu entkleiden, sollten eingebrannte Kleidungsstücke oder Schmuck bei Verbrennungen nicht entfernt werden.

Tim hat es am ganzen Körper erwischt und er wurde direkt mit dem Helikopter in eine spezialisierte Klinik bzw. ein Verbrennungszentrum für Kinder und Jugendliche gebracht. Der Notarzt war so schnell da, dass Tim trotz Gesamtkörperdusche nicht unterkühlte oder gar einen Schock erlitt.

Hier findest du auf einen Blick dein nächstes Verbrennungszentrum

SOFORTMASSNAHMEN BEI VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN

Feuer löschen:

Mit Wasser, einer Decke oder durch Wälzen am Boden.

Kühlen:

Verbrennungswunden 10-15 Minuten mit handwarmem Wasser (ca. 20° Celsius) kühlen. Bei großflächigen Verbrennungen (> 15 % der Körperoberfläche), Neugeborenen, Babys und bewusstlosen Personen besteht Unterkühlungsgefahr. Bitte in diesem Fall gar nicht kühlen.

Notruf:

Die 112 verständigen. Wer in die Kinderklinik fährt, sollte den Impfpass einpacken (Tetanusschutz).

BEI VERBRENNUNGEN ENTWICKELN SICH DIE SYMPTOME LANGSAM

Als Tim nach dem Transport mit dem Helikopter ankam, erwartete ihn das Ärzte-Team bereits im Op. Das Ausmaß der Verletzungen war jetzt, wenige Minuten nach dem Unfall, schon gewaltig.

Das Fett hatte ihn auch an der Stirn knapp über den Augen getroffen. Ein erfahrener Chirurg kontrollierte sie deshalb direkt. Einen Tag später waren Tim´s Augen durch die Gewebsflüssigkeit so angeschwollen, dass eine Augenärztliche Kontrolle nicht mehr möglich war. Zum Glück war der Operateur bei der Visite anwesend. Er konnte dem Augenarzt und den besorgten Eltern mitteilen, dass er schon einen Blick in die Augen von Tim während der Op gewagt hatte. Seine Augen waren unverletzt, eine Erleichterung für alle.

Oft erschrecken Eltern am nächsten Morgen, weil die Wunden schlimmer aussehen als direkt nach der Verbrennung bzw. Verbrühung. Die Symptome bilden sich langsam.

Tim wurde noch lange in diesem Verbrenungszentrum versorgt. Während der Operation wurde die geschädigte Haut abgetragen. Da die offenen Wunden sich leicht infizieren konnten, trugen alle Pflegekräfte, Ärzte und natürlich Tim´s Eltern einen Mundschutz. Von Paulinchen e.V. erhielt die Familie ein Informationspaket. Ein kleines Püppchen mit Mundschutz zauberte Tim ein kleines Lächeln auf die Lippen. Er verstand, dass ein Mundschutz nichts gefährliches ist.

Tim´s kleiner Körper entwickelte hohes Fieber. Er versuchte sich damit zu heilen. Sein Fieber und die Wunden mussten regelmäßig kontrolliert werden. Bis alle offenen Wunden verheilt waren, musste ständig der Verband gewechselt werden. Die Familie bekam für zu Hause Wundauflagen mit Inhaltsstoff Sulfadiazin-Silber.

Die Bildung von neuer Haut juckt. Tim bekam einen Saft verschrieben, der den Juckreiz linderte. Kratzen ist nämlich gar nicht förderlich. Bei einigen Hautstellen war nicht klar, ob sie sich ganz verschließen würden. Dann würde noch eine Hauttransplantation notwendig werden.

Der Ellenbogen, an dem die Haut über dem Gelenk betroffen war, sollte zunächst nicht zu viel bewegt werden, um die Heilung zu fördern. Jedoch sollte auch darauf geachtet werden, dass sich Sehnen etc. nicht verkürzen. Als alles gut verheilt war, organisierte sich die Familie Narbenmassagen bei einem Physiotherapeuten. Die Narben sollten weich bleiben. Gerade bei Kindern ist das wichtig, da die Haut noch mit wächst. Also bitte geschmeidig halten. So können ggf. Folgeoperationen vermieden werden.

VERSTECKTE GEFAHREN AN WEIHNACHTEN UND SILVESTER

Nur zusammen anzünden und niemals unbeaufsichtigt lassen. Immer löschen, wenn das Zimmer verlassen wird.

Adventskranz:

Stabile Kerzen und feuerfeste Unterlage verwenden. Kerzen auswechseln, bevor sie zu weit runter gebrannt sind.

Weihnachtsbaum:

Verwendung von echten Kerzen überdenken. Sicherer sind Lichterketten. Jedoch können auch Lampen sehr heiß werden.

Feuerwerkskörper:

Augenverletzungen, Hörschaden und Verbrennungen sind die Klassiker zum Jahreswechsel. Auf Gefahren hinweisen, Sicherheitsabstand einhalten. Feuerwerkskörper nicht aus der Hand zünden. Blindgänger nicht noch mal anzünden.

Wunderkerzen:

Sind nicht für Kinderhände geeignet. Funken können die Kleidung entzünden.

Böller:

Gehören nicht in die Hosentasche. Das kann richtig weh tun. Mit gutem Beispiel voran gehen!

NO GOS BEI FRISCHEN VERBRENNUNGEN UND VERBRÜHUNGEN

Eincremen:

Salben, Cremes oder Brandbinden verhindern, dass Sauerstoff an die betroffenen Hautstellen kommt und halten die Hitze im Gewebe.

Eiswasser oder Eis:

Bitte nicht auf die Hautstellen bringen. Die Linderung ist nur von kurzer Dauer. Die Hautpartien schmerzen hinterher noch mehr.

Öl, Fett, Puder, Mehl, und Alkohol nicht verwenden:

Das sind veraltete Hausmittel.

Blasen selbst öffnen:

Unter sterilen Bedingungen kann ein Arzt die Flüssigkeit entlassen. Denke daran, dass Wundflüssigkeit ein Nährmileu für Bakterien ist und die Blasenhaut den Blasengrund schützt. Also nicht selber an der Wunde manipulieren!

Hier findest du die passende Leitlinie von der AWMF online, das Portal der wissenschaftlichen Medizin, zur Behandlung thermischer Verletzungen im Kindesalter (Verbrennung, Verbrühung).

VERBRENNUNGEN – HÄUFIGE FRAGEN

Verbrennungen und Verbrühungen: Wann sollte das Kind zum Arzt?

Das hängt vom Verbrennungsgrad und dem Allgemeinzustand des Kindes ab. Vor allem bei Verbrennungen die größer als eine Postkarte sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Je nach betroffener Körperpartie sollte eine spezialisierte Klink aufgesucht werden. Bitte bei Verbrennungen und Verbrühungen nicht zögern und lieber direkt zum Arzt gehen, wenn du dir unsicher bist. Es sollte immer individuell entschieden werden. Hier ein paar Orientierungspunkte.

Die meisten Verbrennungen 1. Grades können gut zu Hause behandelt werden.

Bei Verbrennungen 2. Grades sollte der Arzt hinzugezogen werden. Gerade wenn größere Bereiche betroffen sind oder sich Blasen bilden ist eine fachärztliche Behandlung notwendig und der Rettungsdienst sollte verständigt werden.

Bei Verbrennungen 3. Grades ist immer ein schnelles Ärztliches Handeln notwendig.

Wurde heißer Rauch inhaliert oder hat sich die Brandwunde infiziert, sollte dein Kind natürlich einem Arzt vorgestellt werden.

Narben: Warum vor der Sonne schützen?

2 Jahre lang sollten die Narben nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Narben können durch die Sonneneinwirkung dunkler werden und dadurch auffälliger. Die unschöne Pigmentierung bleibt. Die Gefahr eines Sonnenbrandes ist nach einer Verbrennung erhöht.

Du solltest dein Kind immer gut eincremen. Jetzt, nach einer Verbrennung bzw. Verbrühung erst recht. Mindestens für 2 Jahre sollte jetzt eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ euer ständiger Begleiter sein. Bitte denk daran, dass die Sonne auch auf einer Skihütte sehr intensiv sein kann. Im Sommer ist zusätzlich Sonnenschutzkleidung sinnvoll. Trotz Schutz sollte sich dein Kind nicht zu lange in der Sonne aufhalten. Zum Thema Sonnenschutz habe ich auch schon einige Beiträge geschrieben: Sonnenbrand vorbeugen, Sonnenschutz Irrtümer und Sonnenbrand Hausmittel.

Was hilft bei verbrannten Lippen und Zunge?

Lippen sind besonders empfindlich und können auch leicht einen Sonnenbrand bekommen. Ein Schluck heißer Tee kann die Lippen verbrennen, vielleicht hast du diese Erfahrung schon mal selbst gemacht. Sind sie verbrannt, sollten sie mit Leitungswasser gekühlt werden.

Die Mundschleimhaut wird auch leicht durch heißes Essen und Getränke geschädigt. Hier hilft das Spülen mit kaltem Wasser. Nach einer Verbrennung bzw. Verbrühung sollten scharfe und heiße Speisen bzw. Getränke in den ersten Tagen gemieden werden. Heilpflanzen wie Kamille-, und Salbeitee haben eine antibakterielle Wirkung.

Verbrennungen pflegen: Wann cremen und warum?

Frische Verbrennungen sollten auf gar keinen Fall eingecremt werden. Bitte gut und regelmäßig desinfizieren. Genaueres erklärt dir dein Arzt.

Ist die Verbrennung bzw. Verbrühung am Abheilen und gibt dir dein Arzt das „OK“ kannst du beginnen die Narben einzucremen. Die Haut hat die Fähigkeit verloren selbst ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt zu regulieren. Mehrmals täglich sollte gecremt werden, um die Narben geschmeidig zu halten. Sonst jucken diese und sind leichter verletzbar.

Ab wann darf mein Kind wieder schwimmen?

Gegen das Schwimmen spricht nach Abheilung der Wunden nichts. Die betroffenen Stellen sollten nach dem Plantschen eingecremt werden. Natürlich erst nach dem Abduschen des Chlor- und Meerwassers.

Bitte auch im Wasser an den Sonnenschutz denken. Wasser kann die Haut sehr aufweichen, nicht zu lange im Wasser bleiben.

Warum ist richtiges Kühlen so wichtig?

  • Kühlen für 10-15 Minuten tut gut. Das hilft auch gegen die Schmerzen.
  • Die optimale Temperatur des handwarmen Wassers liegt bei circa 20 ° Celsius. Unsere Blutgefäße helfen beim Abtransport der Hitze. Wird zu kalt gekühlt, ziehen sie sich zusammen. Das führt hinterher zu mehr Schmerzen.
  • Hitze wirkt lange nach. Von den oberen Hautschichten gelangt sie ohne Kühlen in tiefere. Durch das Kühlen mit lauwarmen Wasser können die Verbrennungsgrade so gering wie möglich gehalten werden.
  • Die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann durch Kühlen überbrückt werden. Dann ist gegebenenfalls ein Schmerzmittel notwendig.
  • Bei großflächigen Verbrennungen über 15% der Körperoberfläche, Babys, Neugeborenen und bewusstlosen Personen sollte auf das Kühlen verzichtet werden. Gefahr der Unterkühlung.

Keine Hausmittel bei Verbrennungen

Viele schwören bei Sonnenbrand auf Hausmittel wie Rasierschaum. Der Hauptbestandteil von Rasierschaum ist Wasser. Viel Feuchtigkeit ist nach einem Sonnenbrand tatsächlich wichtig, um den Heilungsprozess zu beschleunigen.

Ein Abschälen der Haut verhindert das Auftragen von Rasierschaum jedoch nicht. Das hängt vom Hauttyp und Grad der Verbrennung ab. Beste Lösung: Den Sonnenbrand erst gar nicht bekommen. Übrigens können die Inhaltsstoffe in Cremes, Gels und Rasierschaum zu Hautirritationen und Ausschlag führen.

Bei Verbrennungen bzw. Verbrühung bitte strikt die Finger von solchen Hausmitteln (Honig, Mehl, Rasierschaum) lassen. Wir Ärzte können eine zugekleisterte Wunde schlechter beurteilen. Sie kann sich zudem leichter infizieren. Bitte einfach lang genug mit Wasser kühlen.

Keine Hausmittel bei Verbrennungen!

Wow, du hast es tatsächlich geschafft bis hier, ans Ende dieses doch sehr langen Beitrags, zu gelangen. Gratuliere. Jetzt weißt du wirklich über Verbrennungen bescheid.

Luk geht es mittlerweile übrigens wieder gut. Er hatte “nur” eine Verbrennung Grad 2a und der Kinderarzt machte Mama Ela Mut. Mit guter Pflege, viel cremen und immer genug Sonnenschutz wird man wahrscheinlich in einigen Monaten nichts mehr sehen. Mama Ela hat diesen Beitrag übrigens schon gelesen und wichtige Details ergänzt. Ihr war wichtig, dass du erst gar nicht in so eine Situation kommst und wenn doch, genau weisst, was dann zu tun ist. Ich finde, das ist uns gut gelungen.

Bei Tim ist die Verbrühung durch das Fritteusen- Fett schon ein paar Jahre her. Ihm sind einige Narben geblieben. Zum Glück wurde keine Hauttransplantation notwendig. 2 Jahre war die Kompressionsbehandlung der betroffenen Stellen sehr wichtig. Kompressionskleidung sollte immer individuell angepasst und konsequent getragen werden.

Die Haut wurde immer gut eingecremt und vor der Sonne geschützt. Spezielle Sonnenschutzkleidung kann hier helfen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Ein großes Dankeschön geht an Paulinchen e.V. und alle Menschen, die sich ehrenamtlich um verbrannte Kinder kümmern. Ohne euch wäre Tim wohl nicht so ein aufgeweckter kleiner Junge und hätte den Unfall nicht so schnell und gut überstanden. Paulinchen e.V. bietet übrigens neben ausführlichen Informationen auch eine kostenlose telefonische Beratung an. Jedes Jahr findet der “Tag des brandverletzten Kindes” statt. Mach mit!

Ich habe extra einen Mitgliedbereich “Mamadoc Home” hier geschaffen, um euch häufig gestellte Fragen zu beantworten und euch weitere Checklisten zur Verfügung zu stellen. Bei allen konkreten Fragen sucht bitte das Gespräch mit einem Mediziner vor Ort.

© istockphoto, ogiana

In Deutschland zählen Brandverletzungen zu den häufigsten Unfallfolgen im Kindesalter. Meist trifft es Kinder bis zum 5. Lebensjahr. Und auch hier ist – wie zum Beispiel auch bei Vergiftungen – der Haushalt der gefährlichste Ort: Denn 80 Prozent dieser Unfälle geschehen am „heimischen Herd“. Die Gefahren, die hier drohen, werden oft unterschätzt: Wasser zum Beispiel muss nicht 100 Grad heiß sein, um die Haut zu schädigen. Bereits Temperaturen um 50 Grad reichen für eine Verbrennung aus. Eine Temperatur von 54 Grad Celsius führt bei einem Erwachsenen nach 31 Sekunden zu einer Verbrühung dritten Grades – bei einem Kleinkind bereits nach 10 Sekunden.

Verbrühungen kommen besonders häufig vor

Obwohl drei Viertel aller durch Hitze bedingten Schädigungen Verbrühungen sind (zum Beispiel Wasser, Wasserdampf, Tee, Kaffee), spielen auch trockene Hitze (zum Beispiel offenes Feuer, heiße Oberflächen), elektrischer Strom (Elektrounfälle) und Strahleneinwirkung (Sonne, Radioaktivität) eine Rolle, wenn Kinder zu Schaden kommen. Es können aber auch heiße oder giftige Dämpfe eingeatmet werden.

Besondere Gefahr droht bei großflächigen Verbrennungen, die mit Gefäßschäden einhergehen. Die Flüssigkeitsverluste aus den Blutgefäßen ins Gewebe können zusammen mit den starken Schmerzen zu einem Schock führen. Sie sollten deshalb schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden.

Was passiert bei einer Verbrennung?

Leichte Verbrennungen sind charakterisiert durch Rötung, Schmerzen und leichte Blasenbildung. Bei schwereren Verbrennungen kommt es zu sehr schmerzhaften Brandblasen.

Die Blasenbildung kommt dadurch zustande, dass die Blutkapillaren der Haut durch die Hitze geschädigt und für Blutplasma durchlässig werden. Die oberste Hautschicht hebt sich durch die Blutflüssigkeit von der Unterlage ab.

Anzeichen für Verbrennungen und Verbrühungen

Zur Beurteilung der Schwere einer Verbrennung beziehungsweise Verbrühung gibt es zwei Kriterien:

  1. Ausdehnung: Wie viel Prozent der Körperoberfläche sind von der Verbrennung betroffen? Hierzu dient bei Erwachsenen die Neunerregel: Der Körper wird dabei in Regionen von jeweils neun Prozent aufgeteilt (Kopf 9 %, Rumpf vorne und hinten je 18 %, Arme je 9 %, Beine je 18 %, Anal-Genital-Region 1 %). Diese Regel ist leicht abgewandelt auch auf Kinder anwendbar: Hier werden Kopf und Hals mit 16 % angesetzt, Arme mit je 9 %, Beine mit je 17 % und Vorder- und Rückseite des Rumpfes mit je 16 %. Bei Säuglingen gilt als Faustregel: Die Handfläche, inklusive der Finger, entspricht einem Prozent der Körperoberfläche. Bei Kindern besteht bereits Lebensgefahr, wenn 8 % der Haut verbrannt sind, bei Erwachsenen gilt dies ab 15 %.
  2. Tiefe der Schädigung: Je mehr Hautschichten betroffen sind, desto höher ist der Verbrennungsgrad.

Je nach Schwere der Verbrennung werden die Verletzungen in Verbrennungen 1. Grades, 2. Grades und 3. Grades unterteilt:

  • Verbrennung 1. Grades: Rötung der betroffenen Hautbezirke, starke Schmerzen, es kann zu einer Schwellung kommen.
  • Verbrennung 2. Grades: Rötung mit Blasenbildung beziehungsweise weißen, nässenden Wundflächen.
  • Verbrennung 3. Grades: trockene dicke lederartige Haut, die Haut kann weißlich bis bräunlich verfärbt sein, das betroffene Gewebe ist abgestorben und dort ohne Schmerzempfindung (die Außenbezirke schmerzen dagegen sehr).

Erste Hilfe – was tun?

Sind weniger als fünf Prozent der Haut durch Verbrennungen ersten Grades geschädigt oder ist die Verbrennung zweiten Grades nicht größer als die Hand des Kindes, kann die Schädigung selbst behandelt werden, zum Beispiel mit speziellen Gels (zum Beispiel Fenestil) oder Salben. Alle anderen Verbrennungen müssen ärztlich behandelt werden.

  • Löschen: Ersticken Sie die Flammen mit Decken (Achtung, verwenden Sie hitzeresistente Materialien) oder indem sie das Kind auf dem Boden wälzen beziehungsweise löschen Sie mit Wasser oder einem Feuerlöscher (nie auf den Kopf richten, die Atmung könnte beeinträchtigt werden).
  • Kühlen: Sind kleinere Körperstellen betroffen, können diese zur Schmerzlinderung gekühlt werden (unter fließendem handwarmem Wasser oder mit kühlen Kompressen, jeweils nur für wenige Minuten). Hierzu keine Eiswürfel oder zu kaltes Wasser verwenden (Gefahr der Unterkühlung und Gewebeschädigung). Bei Säuglingen, wenn der Rumpf betroffen ist oder wenn die verbrannte Fläche groß ist, sollte die Stelle nicht gekühlt werden, vor allem bei Verbrennungen am Körperstamm – es besteht die Gefahr, dass das Kind (vor allem das kleine Kind oder der Säugling) auskühlt.
  • Notruf wählen: Fahren Sie Ihr Kind nicht selbst ins Krankenhaus, sondern rufen Sie den Rettungsdienst. So ist eine frühzeitige und bestmögliche Versorgung sichergestellt.
  • Brandblasen nicht öffnen beziehungsweise aufstechen. Sie schützen das verletzte Gewebe und trocknen nach einiger Zeit von selbst ab.
  • Hausmittel wie Mehl, Puder, Butter und Öl sind bei größeren Verbrennungen oder offenen Wunden tabu, da sie die Beurteilung und Behandlung der Wunde beim Arzt erschweren und Infektionen begünstigen können. Salben oder Gele sollten ebenfalls erst verwendet werden, nachdem ein Arzt die Verletzung beurteilt hat.
  • Verbrennungen nicht mit flauschigen Materialien (wie etwa Watte) abdecken, sie können mit der Wunde verkleben. Besser sind sterile Kompressen oder Pflaster mit Aluminiumbeschichtung.
  • Kind trösten (zum Beispiel mit einem Kuscheltier etwas ablenken) und warm halten. Am besten eignet sich dazu die Rettungsdecke aus dem Verbandkasten (silberne Seite nach innen, nicht zu eng anliegend), da diese keinen Druck auf verbrannte Körperteile ausübt. Alternativ kann auch eine leichte Decke verwendet werden.

Auch bei Erwachsenen besteht die Gefahr der Unterkühlung, wenn verbrannte oder verbrühte Hautstellen zu lange oder zu stark gekühlt werden. Daher sollten nur kleinere Verbrennungen oder Verbrühungen gekühlt werden. Verwenden Sie dabei keinesfalls eiskaltes Wasser, sondern handwarmes.

Bei kleineren Verbrennungen oder Verbrühungen

  • Verbrühung: Sofort die Kleidung vorsichtig entfernen (gegebenenfalls mit der Schere), um einen Hitzestau und ein „Nachbrennen“ zu verhindern.
  • Verbrennung: Kleidung nur entfernen, wenn sie nicht haftet, denn sonst entstehen Hautverletzungen.
  • Unter fließendem (nicht zu kaltem!) Wasser wenige Minuten kühlen und sicherstellen, dass das Kind nicht auskühlt (nur die verbrannte Stelle kühlen, nicht den ganzen Körper). Im Gesicht können feuchte Tücher zur Kühlung verwendet werden – achten Sie darauf, die Atemwege frei zu halten.
  • Wenn keine Blasen vorhanden sind, betroffene Körperstelle nicht abdecken, sondern desinfizieren und an der Luft heilen lassen. Ansonsten Wunde sauber abdecken, am besten mit einem sterilen Verbandtuch aus dem Erste-Hilfe-Kasten.

Bei großflächigeren Verbrennungen oder Verbrühungen

  • Verbrühung: Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernen.
  • Verbrennung: Kleidung am Körper lassen, denn meist ist sie in die Wunde eingebrannt. Das Entfernen würde zu Hautverletzungen führen.
  • Verbrannten Stellen nicht kühlen, da das Kind sonst unterkühlen könnte.
  • Den betroffenen Bereich steril abdecken. Am besten eignet sich dazu ein steriles Metalline-Brandtuch. Es verklebt nicht mit der Wunde und erhält die Wärme.
  • Rettungsdienst rufen!
  • Vorsicht bei Verbrennungen im Gesicht: Wenn das Kind Rauch eingeatmet hat, können die Schleimhäute anschwellen, was zu Atemnot führt. Deshalb gilt: Rettungsdienst verständigen, Brandwunden nicht abdecken, aufrechte Sitzposition (erleichtert die Atmung), regelmäßig Atmung kontrollieren.
  • Vorsicht, nach großflächigen Verbrennungen können Atem- oder Kreislaufprobleme auftreten. Beobachten Sie das Kind daher bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes genau und kontrollieren Sie Atmung und Bewusstsein.

Verbrennungen und Verbrühungen vorbeugen

Beherzigen Sie folgende 10 Tipps, um Verbrennungen und Verbrühungen bei Kindern vorzubeugen:

  1. Am häufigsten ziehen sich Kinder Verbrühungen zu, wenn sie Töpfe mit heißen Speisen oder kochendem Wasser vom Herd ziehen. Bringen sie deshalb ein Sicherheitsgitter an.
  2. Achten Sie darauf, dass das Kind Geräte wie Wasserkocher, Bügeleisen etc. nicht am Kabel zu sich herunter ziehen kann.
  3. Kinder sollten nicht alleine am Wasserhahn spielen.
  4. Baden: Lassen Sie erst das kalte Wasser einlaufen und dann erst das warme. Bevor der Badespaß losgehen kann, sollten Sie die Temperatur mit einem Badethermometer überprüfen.
  5. Kontrollierten Sie nach dem Erwärmen die Temperatur von Milch oder Gläscheninhalt bevor Sie Ihr Kind füttern. Vor allem in der Mikrowelle erwärmte Nahrung kann ungleichmäßig warm sein.
  6. Wenn Sie ihren Säugling auf dem Arm tragen, sollten Sie nicht gleichzeitig heiße Getränke zu sich nehmen. Er könnte Ihnen durch eine unkontrollierte Bewegung die Tasse aus der Hand schlagen.
  7. Zündhölzer und Feuerzeuge immer kindersicher aufbewahren. Um die Sache nicht unnötig interessant zu machen, nutzt bei älteren Kindern Aufklärung mehr als Verbote.
  8. Kinder nicht mit brennenden Kerzen alleine lassen.
  9. Kinderbekleidung: Vermeiden Sie synthetische Fasern; sie können leicht entflammbar sein.
  10. Grillen: Gießen Sie niemals flüssige Brandbeschleuniger (Brennspiritus, Alkohol, Benzin) auf Feuerstellen. Es kommt dabei leicht zu Verpuffungen mit extrem hohen Temperaturen.

Aktualisiert: 14.12.2018 – Autor: Ina Mersch; überarbeitet: Silke Hamann

Gehirnerschütterung

Gehirnerschütterung: Symptome

Meist verursacht eine Gehirnerschütterung Symptome, die recht typisch sind. Das Ausmaß der Beschwerden kann dabei variieren. Anzeichen einer Gehirnerschütterung können bereits recht unmittelbar nach dem Unfall in Erscheinung treten, in einigen Fällen liegen jedoch auch mehrere Stunden zwischen dem auslösenden Ereignis und den ersten Beschwerden.

Anzeichen Gehirnerschütterung – was ist typisch?

Charakteristisch für eine Gehirnerschütterung sind unter anderem kurze Erinnerungslücken, die häufig den Zeitraum vor, manchmal auch nach dem Unfall betreffen (anterograde oder retrograde Amnesie). Es kann auch sein, dass der Betroffene für kurze Zeit das Bewusstsein verliert. Hält die Bewusstlosigkeit länger an, muss man von einem schwerwiegenderen Schädel-Hirn-Trauma ausgehen. In vielen Fällen führt die Commotio cerebri zu mäßigen, mitunter auch starken Kopfschmerzen, die oft von Schwindel, Übelkeit und Erbrechen begleitet sind. Als Ausdruck der vorrübergehenden Funktionsstörung des Gehirns reagieren manche Menschen mit einer Gehirnerschütterung auch empfindlich auf Licht oder laute Geräusche. Auch der Geruchs- und Geschmackssinn kann vorrübergehend irritiert sein.

Gehirnerschütterung Kleinkind – worauf muss ich achten?

Eine Gehirnerschütterung bei Kindern und Babys kommt relativ häufig vor. Säuglinge und Kleinkinder können ihre Beschwerden jedoch noch nicht äußern, daher ist es für Eltern besonders wichtig ihr Kind nach einem Sturz oder Unfall genau zu beobachten. Grundsätzlich gilt: War Ihr Kind nach einem Unfall bewusstlos, wenn auch nur für wenige Augenblicke, suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf. Unmittelbares Weinen nach einem Sturz kann man zunächst als gutes Zeichen werten. Hält das Weinen jedoch an, tritt Erbrechen auf oder wirkt das Kind besonders unruhig oder teilnahmslos und schläfrig, sollte man mit dem Arztbesuch nicht länger warten. Bei Kleinkindern gilt es zudem zu bedenken, dass die Symptome einer Gehirnerschütterung auch verzögert, also auch nach sechs, zwölf oder mehr Stunden in Erscheinung treten können. Grundsätzlich sind Eltern gut beraten, ihr Kind nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf von einem Kinderarzt untersuchen zu lassen.

Bei der leichten Gehirnerschütterung wird das Gehirn durch die Erschütterung des Unfalls minimal verletzt. Blutungen und große Verletzungen des Gehirns kommen nicht vor. Gehirnerschütterungen gibt es in verschiedenen Schweregraden. Bei einer schweren Gehirnerschütterung kann es auch kleine Blutungen geben. Der nächste Schweregrad einer Gehirnverletzung ist dann die Gehirnblutung.
Es gibt eine Einteilung nach drei Graden GEHIRNERSCHÜTTERUNG>
Das Problem, ist aber dass weder Eltern noch Ärzte nicht so einfach in den Kopf hinein sehen können. Erst im Krankenhaus können weiter gehende Untersuchungen wie Computertomographien gemacht werden.

Eine Gehirnerschütterung hat Anfangs dieselben Symptome wie eine später auftretende Gehirnblutung. Eltern fällt es oft erheblich schwer einzuschätzen, wie schlimm ein Sturz tatsächlich ist. Schaut man im Internet nach, ist fast jeder Sturz auf den Kopf potentiell lebensbedrohlich. Die Realität ist sieht viel besser aus, denn der kindliche Schädel hält doch eine Menge aus.

Dennoch geht man in der Medizin geht lieber einmal vom Schlimmeren aus und gibt später Entwarnung.

Ich mache seit über 20 Jahren Erste Hilfe Kurse für Eltern und habe hunderte von Geschichten gehört. Ich kenne keinen einzigen Erlebnisbericht, wo Eltern eine Kopfverletzung unterschätzt haben. Viele Eltern nehmen das Thema ernst und gehen sehr verantwortungsbewusst mit Unfällen mit Kopfbeteiligung um.

Wie sieht die Praxis aus?

Bei einer leichten Gehirnerschütterung genügt Ruhe, damit das Gehirn sich erholen kann. Die beste Erholung findet das Gehirn im Schlaf. Oft hört man aber, auch hier ist mal wieder das Internet kein professioneller Ratgeber, dass Kinder nach dem Sturz auf den Kopf nicht schlafen sollen. Das ist übertriebene Furcht und in der Praxis auch kaum durchführbar. Ein Kind das zu normaler Zeit (Abends, Mittagsschlaf) müde wird, kann man schlafen lassen und nach 2 Stunden zur Sicherheit aufwecken. Schläft ein Schulkind, dass keinen Mittagsschlaf mehr macht, nach dem Unfall ein, kann ich mir kaum Eltern vorstellen, die sich nicht automatisch Sorgen machen.

Übelkeit, Erbrechen und starke Kopfschmerzen sind Zeichen einer Gehirnerschütterung. Ist das Kind nach dem Unfall vorübergehend bewusstlos, muss das Kind im Krankenhaus untersucht werden. Auch Erbrechen, das mehr als einmal vorkommt, muss abgeklärt werden. Ist das Baby noch klein und fällt vom Wickeltisch würde man auch zur Sicherheit ins Krankenhaus gehen. Vor allem dann, wenn man am Kopf eine Beule erkennen kann.

Treten Symptome auf, wie verwaschene Sprache, Fieber, Probleme beim Sehen oder Hören oder spricht ein Kind gar nicht mehr muss dies selbstverständlich auch im Krankenhaus untersucht werden.

Bei einer Gehirnerschütterung braucht das Gehirn Ruhe, um sich zu regenerieren. Außerdem können sehr unangenehme Kopfschmerzen auftreten. Um dies zu verhindern, sollte dem Patienten nach dem Unfall viel Ruhe, sogar Bettruhe gegönnt werden.

Erbrechen und Kopfschmerzen sind Zeichen einer Gehirnerschütterung, können aber auch fehlen. Bei einer Gehirnerschütterung braucht das Gehirn Ruhe um sich zu regenerieren. Außerdem können sehr unangenehme Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung auftreten. Um dies zu verhindern sollte dem Patienten nach dem Unfall viel Ruhe, sogar Bettruhe gegönnt werden.

Hirnblutung

Eine starke Gewalteinwirkung auf den Kopf kann zu inneren Hirnblutungen führen. Hirnblutungen sind selten! Meist sind Verkehrsunfälle und Stürze aus großer Höhe (z.B. Hochbett, Fenster, Garagendach) die Ursache von Hirnblutungen. Die meisten Stürze im Haushalt (Bett, Sofa, Kinderwagen, Hochstuhl) führen nicht zu Hirnblutungen. Das ist natürlich keine medizinisch korrekte Aussage aber zur groben Einschätzung durch aus geeignet
Hirnblutungen sind gefährlich und von außen nicht sichtbar. Im Krankenaus benötigt man Verfahren wie CT oder MRT um die Blutungen zu erkennen. Hirnblutungen zeigen sich typischerweise erst nach einigen Stunden nach dem Unfall auf. Zur Sicherheit dehnt man dieses Zeitfenster auf 24 oder manchmal 48 Stunden aus. Das verletzte Kind schein also erst einmal normal, wird aber innerhalb von ein Stunden bewusstlos oder zeigt andere Symptome.
Bei einer schweren Gehirnerschütterung wird das Kind also in der Klinik überwacht, bis man sicher gehen kann, dass es nicht zu einer Hirnblutung komm.
In der Praxis bedeutet dies, dass das Kind (oder der Erwachsene) ein bis zwei Tage im Krankenhaus bleibt und beobachtet wird.

Was im Krankenhaus geschieht

Hat der Arzt im Krankenhaus den Eindruck, dass ein CT oder MRT gemacht wird, kann diese Untersuchung Aufschluss, darüber geben in wie weit das Gehirn verletzt worden ist. Dies wird natürlich immer gegen einen gewissen Aufwand und eine Strahlenbelastung (CT) abgewogen.
Bei Babys kann man manchmal eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Schädels durchführen, so lange die Fontanelle noch offen ist.
Grundsätzlich werden aber alle Kinder in der Nacht regelmäßig aufgeweckt.
Dabei wird regelmäßig das Bewusstsein, der Puls, der Blutdruck sowie die Pupillenreaktion gemessen.

Wie Sie Ihr Kind selbst überwachen

Haben Sie aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit, Ihr Kind im Krankenhaus überwachen zu lassen, prüfen Sie alle ein oder zwei Stunden die Wachheit des Kindes. Während des Schlafs sollten Sie überprüfen, ob das Kind reagiert, denn der Schlaf lässt sich auf den ersten Blick von einer Bewusstlosigkeit nicht unterscheiden.
Lässt es sich nicht wecken, dann legen Sie das Kind in die Seiten- bzw. Bauchlage und rufen Sie den Rettungsdienst.

Wann muss eine Kopfverletzung untersucht werden?

Als Faustregel gilt, dass bei folgenden Anzeichen die Kopfverletzung im Krankenhaus abgeklärt werden muss:

Bewusstlosigkeit nach dem Unfall, Bewusstseinsstörungen
starke Kopfschmerzen
schwallartiges Erbrechen
kissenartige Schwellung
Verwaschene Sprache oder kein Sprechen mehr
Seh- und Hörstörungen
Blutung aus dem Ohr

Arzt oder Krankenhaus?

Fahren Sie mit einem Kind, das oben genannte Symptome zeigt immer ins Krankenhaus mit Kinderabteilung und nicht zum Kinderarzt. Nur im Krankenhaus kann ihr Kind über Nacht überwacht werden.

„Wenn das Kind gleich schreit… dann ist alles gut“?

Diesen Satz hört man immer wieder. Leider ist das medizinisch gesehen nicht ganz richtig. Wenn ein Kind nach dem Sturz reglos liegen bleibt, gilt es als bewusstlos und es drohen die allgemeinen Gefahren der Bewusstlosigkeit. Das Kind sollte im Krankenhaus untersucht werden. Schreit das Kind, heißt dies nur, dass es nicht bewusstlos ist. Es gilt aber dennoch auf oben genannte Symptome zu achten.

Ausgeschlagener Zahn

Wird bei einer Rauferei oder bei einem Sturz auf die Lenkstange ein Zahn ausgeschlagen, besteht grundsätzlich die Möglichkeit den Zahn wieder einzupflanzen. ZAHNVERLETZUNGEN>

Gehirnerschütterung erkennen und helfen

Nach einem Sturz, einem Unfall oder einem Schlag auf den Kopf ist die Gehirnerschütterung die leichteste Form eines Schädel-Hirn-Traumas. Man darf sie aber nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wie ein natürlicher Helm schützt unser Schädelknochen die grauen Zellen vor Gewalteinwirkung. Im Schädel „schwimmt“ das Gehirn in einer Flüssigkeit (Liquor), die Erschütterungen abpuffert. Wenn das Denkorgan aber plötzlich und ruckartig an den Schädelknochen schlägt, gehen neuronale Verbindungen verloren. Es kann dann zu einer Gehirnerschütterung kommen und die Funktion des Gehirns kann vorübergehend beeinträchtigt sein.

Typisch ist eine kurze Bewusstlosigkeit, die manchmal nur Sekunden dauert und deshalb nicht bemerkt wird. Sie kann sich aber auch über einige Minuten bis zu einer Viertelstunde hinziehen. Anschliessend sind Betroffene verwirrt und können sich nicht mehr an den Unfallhergang erinnern. Bei einer leichten Gehirnerschütterung treten diese Symptome jedoch nicht zwangsläufig auf. Achtung: Gerade bei Babys und Kleinkindern zeigen sich die typischen Symptome nicht immer deutlich und häufig zeitverzögert.

Ausserdem leiden Betroffene unter Übelkeit und Erbrechen, fühlen sich benommen oder schwindelig und haben manchmal Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Diese Symptome können ebenfalls verzögert – bis zu zwölf Stunden nach dem Unfall – auftreten. Weinen ohne Grund kann auch ein Zeichen sein. Bei Krämpfen, Schwäche in den Gliedmassen, verwaschener Sprache und Verwirrtheit sollte umgehend eine Ambulanz gerufen werden.

Erste Hilfe:

  • Verständigen Sie einen (Not-)Arzt.
  • Lassen Sie den Betroffenen nicht allein auf den Arzt warten.
  • Prüfen Sie Atmung, Puls und Herzschlag.
  • Versorgen Sie eventuelle Wunden.
  • Fragen Sie Betroffene, die bei Bewusstsein sind, nach dem Unfallhergang.
  • Lagern Sie bei Ansprechbaren den Oberkörper etwas höher.
  • Bringen Sie Bewusstlose sanft in die stabile Seitenlage.

Bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung sollte immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Nur so lässt sich klären, ob vielleicht eine Gehirnprellung oder -blutung oder ein Schleudertrauma vorliegt. Dauert die Bewusstlosigkeit länger als eine Viertelstunde und die Verwirrtheit länger als eine Stunde und verstärkt sich sogar, handelt es sich wahrscheinlich um eine schwerere Verletzung. Als erstes wird eine Röntgenaufnahme gemacht, um einen Schädelbruch auszuschliessen.

Ist das nicht der Fall und der Patient wieder klar bei Bewusstsein, lässt sich die Gehirnerschütterung auch zu Hause mit einigen Tagen Bettruhe und Reizabschirmung auskurieren. Das bedeutet: weder fernsehen noch lesen! Nach etwa zwei bis vier Tagen Ruhepause können Schüler eventuell wieder in die Schule gehen – vorausgesetzt, sie können sich eine Dreiviertel- bis zwei Stunden ohne Verstärkung von Kopfschmerzen und anderen Beschwerden geistig beschäftigen, zum Beispiel lesen. In die Schule sollten sie aber nur dann, wenn sie die Anstrengungen schrittweise anpassen und Ruhezeiten in der Schule einhalten können. Dafür kann eine schriftliche Empfehlung des Arztes hilfreich sein.

Wichtige Empfehlungen für Schulkinder:

  • regelmässige Pausen
  • geringe Gewichtsbelastung – zum Beispiel durch den Schulranzen
  • ein Sitzplatz fern vom Fenster (lichtarm) – eventuell das Tragen einer Sonnenbrille
  • zunächst Sportverzicht
  • Rolltreppen und Fahrstuhl nutzen
  • unnötige Geräuschbelastung vermeiden oder ein Hörschutz tragen
  • die Nutzung von Computer, Handys und sonstigen Bildschirmen auf ein Minimum reduzieren
  • das Lesen einschränken

Eine Gehirnerschütterung heilt normalerweise folgenlos aus. Doch sollten Betroffene die ersten beiden Tage nicht sich selbst überlassen bleiben. Das gilt insbesondere für Kinder: Sie müssen die ersten zwölf Stunden ständig im Auge behalten werden. Nehmen nämlich Verwirrung, Kopfschmerzen und Übelkeit oder Apathie zu, geht es wieder ins Krankenhaus. Dort werden weitere Untersuchungen vorgenommen. Blutungen oder auch einen Bluterguss unter der harten Hirnhaut (subdurales Hämatom) macht eine Computertomografie sichtbar. Solche Hämatome machen sich manchmal erst nach Wochen bemerkbar. Deswegen ist eine Nachuntersuchung nach einem Monat sinnvoll.

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