Ernährung für babys

Inhalte

Empfehlungen zur Säuglingsernährung

Bestimmte Lebensmittel vermeiden

Das sollte im ersten Lebensjahr noch nicht auf dem Speiseplan stehen:

  • Kleine, und harte Lebensmittel wie Erdnüsse, Johannisbeeren, Heidelbeeren, kleine Trauben oder Rosinen; Brot sowie Gebäck mit Körnern, Sonnenblumenkernen, Nüssen und Ähnlichem. Auch bei sehr klein geschnittenem festem Obst und Gemüse besteht die Gefahr, dass sie beim Verschlucken in die Luftröhre gelangen.
  • Lebensmittel wie Kohl, Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Lauch, die zu unerwünschten Blähungen führen können.
  • Roh- und Vorzugsmilch, Rohmilchkäse (Weichkäse), rohe Wurst- und Fleischzubereitungen zum Beispiel Mettwurst, Teewurst, Hackepeter und Tatar, roher Fisch und rohe Eier. Auch selbstgemachte Majonäse, Soße und Süßspeisen mit rohen Eiern sollte das Baby noch nicht bekommen. Denn rohe tierische Lebensmittel sind häufig mit Krankheitserregern belastet, die besonders bei Kindern zu lebensbedrohlichen Magen-Darm-Erkrankungen führen können.
  • Kurz gebratene Fleisch- und Geflügelprodukte, um einer Salmonelleninfektion vorzubeugen.
  • Fettes Fleisch, Wurst, in Fett Gebackenes, da diese Speisen für Babys schwer verdaulich sind.
  • Stark gesalzene und stark gewürzte Lebensmittel und Speisen.
  • Rohes Getreide. Es ist ebenfalls schwer verdaulich und kann unerwünschte Keime enthalten.
  • Reiner Bienenhonig. Auf diesen sollte im ersten Lebensjahr wegen der Gefahr des sogenannten Säuglingsbotulismus verzichtet werden. Bienenhonig kann Keime eines bestimmten Bakteriums enthalten, die sich bei Kindern in diesem Alter im Darm ansiedeln und dort ein gefährliches Gift bilden können. Unbedenklich ist Honig in Fertigprodukten, da diese Keime durch die ausreichende Erhitzung bei der Herstellung abgetötet werden.
  • Nicht raffinierte, kaltgepresste Öle. Bei der Raffination werden unerwünschte Stoffe zum Beispiel Schadstoffe wie Schwermetalle, Schädlingsbekämpfungsmittel, Schimmelpilzgifte vermindert beziehungsweise komplett entfernt.
  • Zusätzliche Milchprodukte wie zum Beispiel Joghurts, Dickmilch oder Fruchtquark. Sie sind meist mit Zucker versetzt und fördern die Entwicklung von Karies. Zudem erhöhen sie ungünstig die Eiweißaufnahme und verdrängen andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse aus der Ernährung, die wichtige und erwünschte Nährstoffe enthalten. (Stand: 3.1.2019)

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die ideale Ernährung für Babys. Sie passt sich von der Zusammensetzung den Bedürfnissen des wachsenden Säuglings optimal an. Etwa ab dem 6. Lebensmonat reicht Stillen jedoch nicht mehr aus, um den steigenden Kalorienbedarf des Babys, das nun zunehmend mobil wird, zu decken. Es wird Zeit, das Baby langsam an anderes Essen zu gewöhnen.

Während Sie stillen oder Ihr Baby mit Milchpulver (Formula) aus der Flasche ernähren, werden alle anderen Nahrungsmittel „Beikost“ genannt.

Wann ist der ideale Zeitpunkt, um mit Beikost zu beginnen?

Den idealen Zeitpunkt für den Start mit Beikost bestimmt idealer Weise Ihr Baby selbst. Beobachten Sie Ihr Baby ab dem 5. Lebensmonat genau, während Sie essen: Schaut Ihr Baby jedem Bissen nach? Beginnt es, nach Stücken Gebäck oder Ihrem Mund zu greifen? Reißt es den Mund auf? Vermehrt sich seine Speichelproduktion? All dies sind Anzeichen dafür, dass Ihr Baby bereit ist, etwas anderes als Milch zu probieren.

Laut den aktuellen Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen sollten Eltern frühestens am Beginn des 5. Lebensmonats und spätestens am Ende des 6. Lebensmonats damit beginnen, Beikost anzubieten. Dennoch sind Sie prinzipiell gut beraten, sich in erster Linie an die Signale Ihres Babys zu halten. Wenn Ihr Baby mit knapp 7 Monaten noch immer den Mund zusperrt, jeden Löffel ausspuckt oder selbst kleine Mengen Brei einen Würgereiz auslösen, ist es vielleicht angebracht, noch ein paar Wochen zu warten. Umgekehrt dürfen Sie Ihrem knapp 4 Monate alten Baby ruhig ein wenig Brei anbieten, wenn es speicheltriefend jedem Ihrer Bissen hinterhersieht. Wichtig in jedem Fall ist: Gehen Sie die Einführung von Beikost langsam an und erzwingen Sie nichts.

Welche Nahrungsmittel eignen sich für den Beikost-Start?

Für die ersten Brei-Mahlzeiten eignet sich fein püriertes, leicht süßlich schmeckendes Gemüse wie Karotte oder Pastinake besonders gut. Beginnen Sie mit ein paar Löffeln und steigern Sie die Menge langsam von Tag zu Tag. Wenn sich Ihr Baby mit dem neuen Geschmack nicht so ganz anfreunden will und bereits aus dem Fläschchen trinkt, können Sie z.B. ein bis zwei Löffel Karottenbrei in ein Fläschchen rühren. Umgekehrt können Sie dem Gemüsebrei etwas Milch hinzufügen. Mischen Sie Zutaten am Beginn nicht; jedes neue Lebensmittel sollte schrittweise eingeführt werden. So können Sie eventuelle Unverträglichkeiten auf ein Nahrungsmittel leichter erkennen.

Babys, die gestillt werden, sind von der Muttermilch bereits unterschiedliche Geschmäcker gewohnt, weshalb ihnen die Einführung von Beikost oft leichter fällt als Babys, die ausschließlich mit der Flasche ernährt werden. Haben Sie in jedem Fall Geduld mit Ihrem Kind und probieren Sie etwas anderes aus, wenn Sie mit dem ersten Brei nicht gleich ins Schwarze treffen. Kinder essen das, was sie kennen und lehnen Ihnen unbekannte Lebensmittel häufig ab. In der Regel müssen Sie Ihrem Kind 10 bis 16 Mal die Gelegenheit geben, ein neues Nahrungsmittel zu probieren, bis es akzeptiert wird.

Brei kaufen oder selber zubereiten?

Ob Sie fertigen Brei in Gläschen kaufen oder selbst Nahrung dünsten und pürieren, ist Ihnen überlassen. Beides hat Vor- und Nachteile: .

Babynahrung selbst kochen

Selbst für Ihr Baby zu kochen, ist heutzutage leichter als jemals zuvor: Zur Herstellung von Brei gibt es bereits Kombinationsgeräte, die sowohl dünsten als auch pürieren können und noch dazu so klein sind, dass sie in eine Handtasche passen. Ein Brei mit Karotten und Kartoffeln ist so in etwas mehr als 20 Minuten fertig. Achten Sie bei den Zutaten auf Frische und biologischen Anbau, um den Vitamingehalt so hoch wie möglich und die Schadstoffbelastung so gering wie möglich zu halten.

Wichtig bei selbst hergestellter Babynahrung ist die Beimengung von hochwertigem Öl. Öle wie Rapsöl, Leinsamenöl, Weizenkeimöl, Walnussöl und Olivenöl enthalten zum einen wichtige Omega-3-Fettsäuren, die Ihr Kind zur Entwicklung von Gehirn, Sehsinn und Motorik braucht; zum anderen sind sie essenziell für die Aufnahme von Vitaminen.

Großer Vorteil, wenn Sie selbst für Ihr Baby kochen: Sie können ab dem 9. Monat beginnen, das Familienessen ungewürzt zu pürieren und haben so weniger Aufwand beim Zubereiten der Mahlzeiten für Ihr Baby. Im Allgemeinen wird es billiger sein, Babynahrung selbst zuzubereiten als fertigen Brei in Gläschen zu kaufen.

Wenn Sie auf der Suche nach Rezepten für Babynahrung sind, fragen Sie bei Ihrer Gebietskrankenkasse nach, wann und wo in Ihrer Umgebung ein Workshop für Beikost stattfindet. Auf diesen Workshops können Sie sich auch mit anderen Familien austauschen und Experten für Ernährungsberatung um Rat fragen.

Babynahrung kaufen

Der Vorteil von industriell hergestellter Babynahrung ist, dass für gewöhnlich sehr frische Zutaten mit hohem Vitamingehalt verwendet werden und die Zusammensetzung, etwa das Verhältnis von Gemüse/Obst zu Getreide, optimal an das jeweilige Alter angepasst ist. Ab welchem Monat Babynahrung geeignet ist, steht in der Regel deutlich gekennzeichnet auf den jeweiligen Produkten. Schauen Sie auf das Etikett, ob Öl als Zutat bereits enthalten ist. Wenn ja, brauchen Sie dem Brei kein zusätzliches Öl hinzufügen.
Ein weiterer Vorteil von fertigem Obst- und Gemüsebrei ist seine zumeist sehr feine Konsistenz – ideal für jene Babys, die in den ersten Beikostmonaten jedes noch so kleine Stückchen in ihrer Nahrung verweigern.

Wie sieht die ideale Ernährung im 1. Lebensjahr aus?

Wie Sie die Gesundheit Ihres Kindes durch eine optimale Ernährung im 1. Lebensjahr fördern können, zeigt Ihnen die folgende Grafik.

Quelle: www.richtigessenvonanfangan.at

Nach Einführung der Beikost erweitern Sie das fein pürierte Gemüse sukzessive um weitere Gemüsesorten, Obst, Reis, Nudeln, Fisch und Fleisch. Sie werden zweifelsohne merken, was Ihrem Baby besonders gut schmeckt und bei welchem Brei der Mund verschlossen bleibt; dass Ihr Baby gewisse Vorlieben und Abneigungen hat, die sich mit der Zeit auch verändern, ist völlig normal.

Im Alter von 6–9 Monaten können Sie Hülsenfrüchte wie Linsen und Erbsen sowie Nahrungsmittel zum Auflösen bzw. Anrühren in Wasser hinzugeben. Gut geeignet sind z. B. Haferflocken oder Hirseflocken, die Sie mit Öl und evtl. etwas Obst mischen.

In diesem Alter brechen zumeist die ersten Zähnchen durch, was das Stillen für viele Mütter schwieriger macht. Babys sind nun immer mehr dazu bereit, auch grob pürierten Brei sowie feste Nahrung in geriebener Form (z.B. Apfel) zu essen. Auch „Fingerfood“ wie Bananen, Zwieback, Brotrinde, Hirse- oder Polentastangen kommt bei vielen Babys gut an. Auch hier sollten Sie Ihr Kind beobachten, mit welchem Nahrungsmittel es schon umgehen kann und evtl. einiges nach hinten verschieben, wenn Ihr Baby einen überforderten Eindruck macht oder Sie ein schlechtes Gefühl dabei haben.

Wie auch schon in der Schwangerschaft ist für Babys im Beikostalter eine ausreichende Zufuhr mit Eisen und Zink wichtig. Eisenreiche Lebensmittel sind z.B. Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide und Hülsenfrüchte. Wenn Sie Babynahrung selbst kochen, sollten Sie auf eine Kombination mit Vitamin-C-haltigem Obst oder Gemüse achten, damit das Eisen gut aufgenommen werden kann. Zu den Lebensmitteln, die reich an Zink sind, zählen neben Fleisch und Getreide auch Eier. Beginnen Sie jedoch mit kleinen Mengen an Ei.

Mit 10–12 Monaten ist es zumeist nicht mehr notwendig, Essen zu pürieren. Sie können Ihrem Kind nun gehackte oder ganz klein geschnittene Nahrung anbieten und es schrittweise an Ihr Essen – die Familienkost – heranführen. Auch mit Gewürzen kann man nun ein wenig freizügiger sein.

Welche Zutaten sollten Sie vermeiden?

Für Säuglinge nicht geeignet sind:

  • Salz
  • scharfe Gewürze wie Pfeffer, Curry und Chili
  • Zucker
  • Honig (kann bestimmte Sporen enthalten, die vom kindlichen Darm nicht bekämpft werden und sogar lebensgefährlich sein können!)
  • Speisen, die rohe Eier enthalten
  • Süßungsmittel (Limonaden, Kekse, etc.)
  • koffeinhaltige Speisen und Getränke

Säuglingen und Kleinkindern sollten auch keine ganzen oder grob gehackten Nüsse und Erdnüsse angeboten werden: Diese können eingeatmet werden und in die Lunge geraten. Fein gerieben und vermischt mit Breien stellen sie kein Problem dar. Verzichten Sie, wie dies auch für die Schwangerschaft empfohlen wird, auf fettreiche Raubfische wie Tunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht – sie können am ehesten mit Schwermetallen belastet sein. Gut eignen sich Saibling, Lachs und Forelle. Achtung bei Gräten!

Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Wenn Sie Ihrem Baby in der Stillzeit industriell hergestellte Milch füttern, werden Sie bereits das Angebot an hypoallergenem Milchpulver bemerkt haben. Studien zeigen, dass man damit die Entstehung von Neurodermitis vermeiden kann; eine vor Allergien schützende Wirkung konnte bisher aber nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Bestimmte Lebensmittel wie Fisch, Kuhmilch, Nüsse und Eier galten hinsichtlich des Risikos, Allergien zu entwickeln, lange als kritisch. Neue Studien haben aber gezeigt, dass durch den Kontakt mit möglichst vielen verschiedenen Nahrungsmitteln in kleinen Mengen Allergien sogar vorgebeugt werden kann. Der Körper Ihres Kindes lernt nach und nach, sich auf Lebensmittel mit Allergiepotenzial einzustellen. Dies gilt auch für glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel und Kamut. Mittlerweile wird sogar empfohlen, Babys mit 5-6 Monaten mit glutenhaltiger Nahrung in Kontakt zu bringen.

Nahrungsmittellunverträglichkeiten wie Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) und Fruktoseintoleranz sowie Allergien wie die Milcheiweißallergie sind bei Säuglingen zum Glück selten. Achten Sie bei der Einführung der Beikost aber auf mögliche Hinweise wie Durchfall, Ausschläge, starke Blähungen und vermehrtes Schreien. Beobachten Sie, bei welchen Lebensmitteln diese Symptome auftreten und fragen Sie Ihren Kinderarzt um Rat.

Was dürfen Babys im Beikostalter trinken?

Abhängig davon, ob und wie viel Sie Ihr Baby stillen, braucht es ab dem 6.-10. Lebensmonat zusätzliche Flüssigkeit. Was Ihnen vieles rund um die Ernährung ihres Babys erleichtern wird: ab dem Beikostalter muss Wasser für Babys nicht mehr abgekocht werden. Sie können Ihrem Baby also gewöhnliches Leitungswasser oder stilles Mineralwasser anbieten. Fruchtsäfte sollten Sie – wenn überhaupt – nur stark verdünnt und ohne Zucker anbieten.

Was Kuhmilch betrifft, legen neueste Studien nahe, dass man sie ab dem 6.-7. Monat in ganz geringen Mengen anbieten kann – und zwar optimaler Weise zum Anrühren von Brei und nicht als Getränk. Genaue Empfehlungen zur Ernährung von Babys mit Kuhmilch stehen aber noch aus. Von anderer Tiermilch (Ziege, Schaf, etc.) wird abgeraten.

So macht Essen Freude: Tipps rund um das Essverhalten Ihres Babys

  • Wenn Ihr Kind ein Nahrungsmittel ablehnt, versuchen Sie es einfach mit einigem Zeitabstand noch einmal.
  • Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Konsistenzen: Mag Ihr Kind lieber ganz fein oder grob Püriertes? Hält es Essen am liebsten selbst in der Hand?
  • Sprechen Sie während des Fütterns mit Ihrem Kind, ermutigen Sie es zum Essen und geben Sie positives Feedback, wenn Ihr Kind etwas gut gemacht hat.
  • Gewöhnen Sie Ihr Kind langsam an Ihren eigenen Essrhythmus mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen.
  • Lassen Sie Ihr Kind beim Essen nicht alleine. Evtl. ist es mit dem angebotenen Nahrungsmittel überfordert (z.B. mit Brotkrümeln) und braucht Ihre Hilfe. Kinder essen zudem lieber und auch größere Mengen, wenn die Familie gemeinsam isst.
  • Beenden Sie die Mahlzeit, wenn Ihr Kind Ihnen typische Sättigungssignale gibt: den Mund verschließt, den Kopf wegdreht oder Löffel bzw. Schüssel wegschiebt. Das Motto „Was auf den Tisch kommt, wird gegessen“ darf für Babys natürlich nicht gelten.
  • Bedenken Sie, dass die Eltern auch beim Essen das Vorbild Ihres Kindes sind und es sowohl Ihre guten als auch Ihre schlechten Essgewohnheiten imitieren wird!

Babys Entwicklungim 1. Lebensjahrmit 4 bis 6 MonatenErnährung

© fotolia, matka_Wariatka

Die Ernährung Ihres Babys

Ihr Kind ist nun vier bis sechs Monate alt. Vermutlich werden auch Sie sich fragen: Braucht unser Baby jetzt nicht mehr als nur Milch? Das kommt darauf an. Haben Sie (und Ihr Kinderarzt) das Gefühl, dass Ihr Kleines nach wie vor mit Milch bestens gedeiht, müssen Sie sich mit der Einführung von Beikost nicht beeilen. Scheint Ihr Kind von Milch allein aber nicht mehr satt zu werden oder schaut es Ihnen bei jedem Bissen gierig zu, können Sie mal einen Versuch mit Brei wagen.

Wann zufüttern und mit der Beikost beginnen?

Experten empfehlen heute, ein Baby in den ersten sechs Monaten voll zu stillen. Normalerweise reicht das, um ein Kind in jeder Hinischt optimal zu ernähren. Aber was ist, wenn das Stillen nicht (so lange) möglich ist, eine Mutter nicht stillen möchte oder ein Baby einfach schon mehr Nährstoffe braucht? Dann gilt für gestillte Kinder wie für Babys, die das Fläschchen bekommen, die gleiche Faustregel: Frühestens im fünften Lebensmonat mit der Beikost beginnen.

Das sollten Eltern dazu wissen:

  • Milch bleibt Nahrungsmittel Nummer eins

    Nach wie vor sollten die Still- oder Fläschchenmahlzeiten den Löwenanteil ausmachen. Ihr Baby braucht die darin enthaltenen Nährstoffe für seine gesunde Entwicklung. Außerdem wären die meisten Kinder unter sechs Monaten überfordert, wenn sie all ihre Mahlzeiten per Löffel zu sich nehmen sollten. Denn ihre Mundmotorik ist frühestens im fünften Lebensmonat so weit, dass die Kleinen die nötigen (Schluck-)Bewegungen beherrschen. Auch ihr empfindliches Verdauungssystem muss sich erst Schritt für Schritt an die festere Kost gewöhnen.

  • Anfangs nur einfache Kost geben

    Als erste Löffelmahlzeit empfehlen die Experten des Forschungsinstituts für Kinderernährung (Dortmund), die Mittagsmahlzeit zu ersetzen. Sehr gut eignet sich dazu Karottenmus. Die meisten Babys mögen es, da es einen leicht süßlichen Geschmack hat und leicht zu schlucken ist. Sobald Ihr Baby gelernt hat, das Mus vom Löffel zu essen, können Sie die erste echte Breimahlzeit einführen. Falls Ihr Baby den Karottenbrei nicht mag, können Sie auch Versuche mit Kürbis oder Pastinake wagen.

  • Was gehört in den ersten Brei?

    Empfohlen wird Gemüse-Kartoffel-(Fleisch)-Brei. Die fleischfreie Variante eignet sich als Einstieg für Babys unter sechs Monaten. Schritt für Schritt wird der fleischfreie Brei dann durch fleischhaltigen ersetzt, von dem Ihr Baby schließlich drei bis vier Portionen pro Woche erhalten sollte. Grundsätzlich sollte der Brei für Ihr Kind möglichst nicht mehr als vier Zutaten enthalten. Dabei sollte je eine aus folgenden Gruppen stammen: Gemüse; Kartoffeln/Nudeln/Reis; Fleisch; Fett. Dagegen haben Salz, Zucker und Gewürze in Babykost nichts verloren. Bitte nicht nachwürzen, falls Ihnen der Brei fad vorkommt, Ihr Kind hat einen ganz anderen Geschmack.

  • Wie geht es weiter?

    Im sechsten Lebensmonat Ihres Babys können Sie eine weitere Milchmahlzeit durch Brei ersetzen. Geeignet ist Vollmilch-Getreide-Brei am Abend. Im siebten Monat kann milchfreier (Vollkorn-)Getreide-Obst-Brei ein weiteres Fläschchen, beispielsweise das am Nachmittag, ersetzen. Alle Breie sollten zuckerfrei sein. Nach wie vor aber muss Ihr Kind eine komplette Milchmahlzeit pro Tag erhalten. Falls Sie nicht mehr stillen, nehmen Sie dafür weiterhin industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Reguläre Vollmilch kann zwar zum Anrühren der Milchbreie verwendet werden, aber nicht als Getränk. Sie entspricht in ihrer Zusammensetzung nicht den Bedürfnissen so junger Kinder.

  • Gläschen oder selber kochen?

    Ernährungsexperten und Kinderärzte empfehlen heute meist industriell hergestellte Nahrung (Gläschen oder Instant-Produkte). Sie unterliegt den strengen Richtlinien der deutschen Diätverordnung und ist daher extrem schadstoffarm. Allerdings bleibt es Ihnen nicht erspart, die Zutatenlisten genau zu studieren und Produkte miteinander zu vergleichen, wenn Sie beispielsweise vermeiden wollen, dass Sie Ihrem Kind Zucker mit seinem Brei servieren. Sie können den Brei für Ihr Kind auch selber kochen. Dann sollten Sie sich jedoch genau an den Rat von Fachleuten halten. Alles Wesentliche zur Zubereitung von Säuglingsnahrung sowie Rezepte finden Sie etwa in dem Ratgeber „Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen“. Er wurde vom Forschungsinstitut für Kinderernährung herausgegeben und ist über die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zu bestellen.

  • Etwas zu trinken anbieten

    Weniger Fläschchen bedeuten auch weniger Flüssigkeit. Sie müssen Ihrem Baby also jetzt hin und wieder etwa zu trinken anbieten. Ideal ist abgekochtes Leitungswasser (fragen Sie vorher bei den zuständigen Wasserwerken bzw. beim Gesundheitsamt nach, ob Ihr Trinkwasser für Säuglinge geeignet ist). Geeignet sind auch stilles Mineralwasser (mit dem Vermerk „für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet“) sowie ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees.

  • Mit kleinen Mengen beginnen

    Erwarten Sie nicht, dass Ihr Kind sofort eine ganze Portion Brei verzehrt. Mit etwas Glück akzeptiert es vielleicht ein paar Löffel. Viele Babys lutschen aber lieber erst einmal ausgiebig an Mini-Mengen der ungewohnten Nahrung herum. Bieten Sie die neue Kost am besten vor dem Stillen oder dem Fläschchen an.
    Tipp: Die meisten Kinder mögen die Löffelkost lieber, wenn etwas Mutter- oder Fläschchenmilch darunter gemischt wird.

  • Chaos gehört dazu

    Die ersten Wochen wird es eine ziemliche Kleckerei geben, wenn Ihr Baby mit der Hand ins Essen fährt und darin herumschmiert, wenn es glücklich mit der breiverschmierten Faust herumwedelt oder ein Stück Brot genüsslich einspeichelt oder zerkrümelt. Ziehen Sie also selbst etwas Unempfindliches an, bevor Sie Ihr Kleines zum Füttern auf den Schoß nehmen. Binden Sie Ihrem Kind ein großes, saugfähiges Lätzchen um und halten Sie weitere Lätzchen oder Mullwindeln bereit.
    Versuchen Sie, ein wenig Geduld aufzubringen. Denn die Kleinen müssen matschen. Essen ist für sie noch ein ganzheitliches und sinnliches Vergnügen. Sie wollen nicht nur wissen, wie etwas schmeckt und riecht, sondern Ihre Nahrung in jeder Hinsicht erforschen. Ist das Zeug da auf dem Teller hart oder weich, kalt oder warm? Was passiert, wenn ich es drücke, lässt es sich festhalten?

  • Bitte Geduld haben

    Ihr Baby will einfach keinen Brei? Dann lassen Sie´s. Probieren Sie zwei Wochen später Ihr Glück erneut. Wenn ein Kind sich hartnäckig sträubt, ist es noch nicht bereit für den Umstieg von der Flasche zum Brei. Wenn Sie dann zu sehr drängen, sind Kämpfe ums Essen vorprogrammiert.

Unser Kind ist allergiegefährdet, was soll es essen?

Falls Sie nicht länger stillen können oder möchten, sollte Ihr Baby (weiterhin) HA-Milch bekommen. Mit der Einführung von Beikost sollten Sie erst ab dem sechsten Lebensmonat Ihres Kindes beginnen. Gehen Sie besonders vorsichtig vor und führen Sie immer nur ein neues Lebensmittel pro Woche ein. So können Sie leichter feststellen, ob irgendetwas Ihrem Baby nicht bekommt. Bereiten Sie auch seinen Milchbrei mit HA- oder abgepumpter Muttermilch zu. Lassen Sie sich darüber hinaus auf alle Fälle von Ihrem Kinderarzt beraten.

Für alle Eltern gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Ihrer Kinderärztin, wenn Sie unsicher sind, was Ihr Kind essen soll.

von Anne Malburg, Diplom-Journalistin

Zuletzt überarbeitet: Dezember 2018

Ungeeignete Lebensmittel für Kleinkinder

Absolut ungeeignete Lebensmittel für Babys sind beispielsweise Honig, die für kleine Kinder gefährlich werden können. Andere Lebensmittel – beispielsweise Kuhmilch – können durch den kindlichen Organismus in dieser Entwicklungsphase noch nicht oder nicht optimal verwertet werden. Ernährungsberater empfehlen, die Umstellung auf feste Kost langsam anzugehen und Ihrem Kind am Anfang nicht zu viele unterschiedliche Lebensmittel anzubieten.

Sein Verdauungssystem ist in dieser Phase noch sehr empfindlich und muss erst lernen, mit der neuen Nahrung umzugehen. Parallel zu Babybreien, Obst und anderen festen Nahrungsmitteln erhält Ihr Kind natürlich nach wie vor Muttermilch oder sein Fläschchen – beim Abstillen oder dem Entwöhnen von der Flasche können Sie völlig beruhigt Ihrem eigenen sowie dem Rhythmus Ihres Kindes folgen.

Der zweite Grund dafür, dass Ihr Baby in seinem ersten Lebensjahr noch nicht alle Lebensmittel gut verträgt, liegt darin dass sein Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und Antikörper gegen unerwünschte Stoffe erst allmählich bildet. Auf Keime, die es mit der Nahrung aufnimmt und die später völlig ungefährlich sind, reagiert es jetzt möglicherweise noch sehr stark.

Viele Eltern fürchten auch, dass ihr Kind durch ungeeignete Lebensmittel Allergien entwickelt. Noch vor wenigen Jahren rieten Ärzte und Diätberater, potentielle Allergene in der Nahrung im ersten Lebensjahr vollständig zu vermeiden. Inzwischen hat sich hier die Ansicht durchgesetzt, dass für Babys das langsame Gewöhnen an die Umwelt wichtig ist. Das völlige Abschirmen gegenüber Allergenen kann bewirken, dass Ihr Kind später eine größere Disposition zu Allergien hat.

Ungeeignete Lebensmittel für Kleinkinder

Kuhmilch

Kuhmilch und Kuhmilchprodukte (Quark, Käse, Sahne) sollten Kindern im ersten Lebensjahr nicht zu früh gegeben werden. Verträglich sind für Babys Muttermilch und angerührte Babymilch. Kuhmilch belastet den Darm und durch ihren hohen Eiweiß- und Mineraliengehalt auch die Nieren.

Bei empfindlichen Kindern kann das Eiweiß aus der Kuhmilch – wenn auch sehr selten –
beim ersten Kontakt zu allergischen Reaktionen führen. In Milch und Milchprodukten sind außerdem oft Schadstoffe aus Futtermitteln enthalten. Auch Ziegen- oder Schafsmilch sowie Sojamilch sind ungeeignete Lebensmittel im ersten Lebensjahr.

Selbst Experten sind sich nicht einig oder sicher, ab wann Kuhmilch problemlos gegeben werden kann – die Zeitangaben schwanken zwischen dem achten und 15. Lebensmonat. Falls Sie ihr Kind ab dem achten oder neunten Monat Kuhmilchprodukte probieren lassen wollen, beginnen Sie am besten mit einem speziellen Babyjoghurt aus dem Gläschen. Diese Joghurts haben einen niedrigeren Anteil an Kuhmilcheiweiß als normaler Joghurt und sind deshalb besser verträglich.

Honig

Honig gilt als eines der gesündesten Lebensmittel, bei der Zubereitung von Babynahrung zu Hause sowie in purer Form ist er jedoch für Kinder im ersten Lebensjahr absolut tabu. Durch seine Verarbeitung kann er Bakterien enthalten, die im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Darminfektion (Botulismus) führen, die tödlich enden kann.

Falls fertig gekaufte Babybreie mit Honig zubereitet wurden, sind sie dagegen unbedenklich, da die Hersteller die Reinheit der Zutaten und Produkte kontinuierlich überwachen und sehr scharf kontrollieren.

Kaltgepresste Öle

Kaltgepresste Öle können Schadstoffe enthalten, welche die Leber kleiner Kinder überfordern. Sie sollten bei Babys nur in Bio-Qualität verwendet werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Salmonellengefahr bei Eiern

Auf weichgekochte oder rohe Eier sollte wegen der Gefahr einer Salmonelleninfektion im ersten Lebensjahr verzichtet werden.

Gemüse und Gewürze

Auberginen sind ein Gemüse, das kleine Kinder vermutlich ohnehin nicht besonders lieben werden – gesundheitsschädlich sind sie für Babys durch ihren hohen Nikotingehalt. Blattsalate können Kinder im ersten Lebensjahr nur ungenügend kauen – gegen Gurken und Tomaten ist jedoch nichts einzuwenden, wenn das Kind sie mag. Vorsicht ist bei Nüssen angeraten, da es sich daran leicht verschlucken kann. Blähende Lebensmittel (Linsen, Erbsen, Bohnen, Kohl) sowie scharfe Gewürze sind für Babys oft schlecht verträglich. Salz kann die Nieren kleiner Kinder stark belasten und sollte nur in sehr geringen Mengen verwendet werden.

Auf Zucker besser verzichten

Ungeeignete Lebensmittel für Babys sind außerdem Zucker, Süßstoffe sowie künstlich gesüßte Getränke (Limonaden, Säfte mit Zuckerzusatz). Als Getränk geeignet sind ungesüßte Früchte- oder Kräutertees und Wasser). Koffeinhaltige Getränke – also Kaffee, Schwarztee oder Cola – verbieten sich von selbst.

Aber – bitte keine Panik: Falls Ihr Kind mit den oben genannten Lebensmitteln doch einmal in Berührung kommt, passiert ihm mit allergrößter Wahrscheinlichkeit überhaupt nichts. Die entsprechenden Warnungen sollen vor allem helfen, Risiken zu minimieren oder völlig auszuschließen.

Getreideprodukte – ja oder nein?

Bis vor kurzem galten auch viele Getreideprodukte als ungeeignete Lebensmittel für Babys. Zum einen wurde angenommen, dass der Darm von Kindern bis zum Ende des ersten Lebensjahres Getreideerzeugnisse nicht richtig verarbeiten kann. Weizen, Roggen, Hafer, Gerste sowie Dinkel enthalten außerdem Gluten (Klebereiweiß).

Medizinstatistiken belegen, dass eines unter 1.000 Kindern eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) entwickelt – der Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel im ersten Lebensjahr sollte das Risiko dafür vermindern. Einige Experten meinten außerdem, dass durch die frühzeitige Gabe von Getreideprodukten die Wahrscheinlichkeit eines späteren Diabetes steigt.

Solche Ansichten sind heute überholt: Wenn Kinder sich ab dem fünften bis siebenten Lebensmonat allmählich an kleine Mengen von glutenhaltigen Getreideprodukten gewöhnen, sinkt ihr Zöliakie-Risiko sogar. Einem Diabetes Typ II – dem sogenannten Altersdiabetes – beugen im späteren Leben vor allem eine ausgewogene Ernährung sowie viel Sport und Bewegung vor. Mit der Ernährung im Kleinkindalter hat Diabetes jedoch kaum etwas zu tun.

Nahrungszusatzstoffe und Allergien – was ist wichtig?

Künstliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Unsere Nahrungsmittel werden heute überwiegend industriell erzeugt – viele von ihnen enthalten Farb- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker sowie künstliche Aromen. Bei kleinen Kindern führen sie oft zu Unverträglichkeitsreaktionen. Optimal ist, wenn Sie Produkte mit solchen Zusatzstoffen in der Ernährung Ihres Kleinkinds weitgehend vermeiden können.

Unbedenklich sind handelsübliche Babybreie – die Zutaten dafür kommen normalerweise aus kontrolliertem Anbau, die Herstellung wird strengstens überwacht.

Allergieauslösende Lebensmittel

Die häufigsten allergieauslösenden Lebensmittel im Kindesalter sind Kuhmilch, Hühnerei, Erdnuss, Soja und Fisch. Eine Vermeidung dieser Nahrungsmittel im ersten Lebensjahr wird aber nach heutigem Kenntnisstand nicht empfohlen, solange keine Allergie eindeutig nachgewiesen wurde. Ein frühes „Kennenlernen“ dieser Substanzen scheint möglicherweise sogar die Entstehung von Allergien zu verhindern.

Die sanfte Gewöhnung an mögliche Allergieauslöser hat bereits über die Nabelschnur begonnen, auch die Muttermilch hat hierbei eine wichtige Funktion.

Falls es doch zu einer Nahrungsmittelallergie kommt, kann sich diese durch Hautirritationen, Magen-Darm-Symptome, aber auch durch asthmaartige Beschwerden äußern.

Die entsprechende Diagnose gehört immer in die Hand des Arztes. Wenn die Ursache gefunden ist, muss die entsprechende Substanz zunächst strikt gemieden werden. Möglicherweise „verwächst“ sich jedoch die Allergie nach einigen Jahren.

Verbotene Lebensmittel im 1. Lebensjahr

Letzte Änderung: 10.04.2018
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

Mehr erfahren

Nicht jedes Lebensmittel, das für Erwachsene oder ältere Kinder zur ausgewogenen Ernährung zählt, ist auch für Säuglinge gesund. Sowohl das Immunsystem als auch der Magen-Darm-Trakt von Säuglingen sind noch nicht vollständig ausgereift – das ist erst nach dem ersten Lebensjahr der Fall. Daher sollten im ersten Lebensjahr einige Lebensmittel in der Ernährung von Säuglingen unbedingt vermieden werden.

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Weitere Informationen
  • Milchprodukte:
    • Kuhmilch ist für Säuglinge unverträglich. Wenn Sie Ihr Baby nicht stillen wollen oder können, sollten Sie ausschließlich auf Ersatzmilch zurückgreifen.
    • Quark ist aufgrund seines hohen Eiweißgehalts belastend für die noch unausgereiften Nieren des Babys.
    • Rohe Eier und Rohmilch sollten aufgrund der Salmonellengefahr vermieden werden.
  • Blähende Lebensmittel wie Erbsen, Linsen und Bohnen sind im ersten Lebensjahr für Babys ungeeignet.
  • Honig kann aufgrund des noch unausgereiften Darms bei Säuglingen Botulismus verursachen. Botulismus spielt möglicherweise eine Rolle beim Plötzlichen Kindstod.
  • Besonders kleine Lebensmittel wie Nüsse können bei Säuglingen in die Luftröhre geraten und zu Atemnot führen.
  • Künstliche Süßstoffe sind nur für Erwachsene geeignet, da bei Kindern schnell die kritische Menge überschritten wird.
  • Scharfe Gewürze und Salz werden häufig von Kindern im ersten Lebensjahr schlecht vertragen. Besonders Salz kann die Nieren belasten und sollte höchstens in kleinen Mengen aufgenommen werden (z.B. Kochwasser für Nudeln).
  • Kaltgepresste Öle sind giftig für Babys, da sie Schadstoffe enthalten, welche die noch unausgereifte Leber des Säuglings schwer belasten und vergiften können.
  • Blattsalate sind für Kinder unter einem Jahr ungeeignet, da sie nicht ausreichend gekaut werden können.

Verbotene Lebensmittel im 1. Lebensjahr (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

Baby-Led Weaning: Wenn das Baby sein Essen selbst aussuchen darf

Anzeige

Was darf’s denn heute sein? Schon mit ein paar Monaten sitzen manche Babys am Familientisch und entscheiden ganz allein, was sie essen möchten. Nicht alle Experten sind begeistert von dem Trend. Denn Kinder brauchen bestimmte Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung.

Anke Krämer (Name von der Redaktion geändert) hat nach der Geburt ihres ersten Kindes in einer Zeitung von der Methode gelesen. Baby-Led Weaning (BLW) stammt aus Großbritannien und bedeutet übersetzt etwa: „vom Baby geführtes Entwöhnen“. Babys bekommen keinen Brei, sondern nehmen quasi an den Mahlzeiten der Familie teil.

„Ich fand das total spannend, zumal ich bei Freunden und Bekannten schon erlebt habe, wie ungern manche Babys Brei essen“, erzählt Krämer.

Anzeige

Erst bot sie ihrem Sohn Milo Gurken-Sticks und Kohlrabi an. „Gekühlt, weil wir gelesen haben, dass die Kälte seine Beschwerden beim Zahnen lindert.“ Es folgten Reiswaffeln, später Kartoffeln, Brot, gedünstetes Gemüse, Nudeln. „Es war beeindruckend, mit welcher Freude mein Kind am Tisch saß und sich durch die Lebensmittel probierte.“

Häppchen als spielerische Beigabe

Diese Sumoringer bringen jedes Baby zum Schreien

Hierzulande gilt es nicht unbedingt als Ziel, den Nachwuchs zum Schreien zu bringen. Anders ist das in Japan: Dort versuchen Sumoringer, Babys zum Weinen zu bewegen. Aber warum nur?

Quelle: Zoomin.TV

BLW ist keine neue Erfindung. Seit Jahrtausenden geben Eltern ihren Babys kleine Häppchen zu essen. „Die meisten Kinder sind mit ungefähr sechs Monaten reif für Beikost. Sie können mit etwas Unterstützung aufrecht sitzen, Dinge greifen und in den Mund stecken“, sagt Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung beim Deutschen Hebammenverband.

Sie hält das für sehr babyfreundlich: „Früher hat man einfach starr eine Milchmahlzeit durch Brei ersetzt und ist dabei oft auf den lautstarken Widerstand des Kindes gestoßen.“

Anzeige

BLW hingegen fördere die individuelle Entwicklung des Kindes: „Das Baby wird dabei nach Bedarf gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert. Und die Fingerfood-Häppchen sind eine spielerische Beigabe, die nach und nach immer mehr Raum einnehmen.“

Von Gartzen erklärt, wie das konkret funktioniert: „Das Baby sitzt bei den Mahlzeiten mit am Familientisch und bekommt Lebensmittel in handlichen Stücken angeboten.“ Erst sind das vor allem weiche Sachen wie gekochte Gemüsestückchen, Brot, gedünstete Apfelschnitze oder klein geschnittener, grätenfreier Fisch.

„Geeignet sind eigentlich alle Lebensmittel, die auch Erwachsene zu sich nehmen und die nicht zu stark gewürzt sind, man muss also nicht extra kochen.“

Eine ziemliche Sauerei

Anzeige

Die Eltern füttern nicht aktiv, das Baby entscheidet selbst, ob es zugreift oder nicht. Das ist natürlich meistens erst mal eine ziemliche Sauerei. „Aber ich weiß von anderen Eltern, dass auch Brei füttern zum großen Gematsche werden kann“, sagt Krämer. Das bessere sich aber mit der Zeit.

Die kleinen Fingerfood-Häppchen und Essensspielereien machen Babys aber noch nicht satt. Das Kind wird weiter nach Bedarf mit Muttermilch oder Milchfläschchen gefüttert. „Je mehr die Kinder dann essen und je besser sie mit den angebotenen Lebensmitteln zurechtkommen, desto mehr sinkt der Bedarf am Stillen“, erklärt von Gartzen.

Nicht alle Experten sind davon komplett überzeugt. Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks „Gesund ins Leben“, einer Initiative des Bundesernährungsministeriums, rät zum Brei. „Das Risiko eines Nährstoffmangels kann durch diese Form der Ernährung nicht ausgeschlossen werden“, sagt sie.

Spätestens mit Beginn des siebten Monats steige der Bedarf an Nährstoffen wie Eisen zum Teil stark an. Stillen oder Fläschchen allein decke den Bedarf beim Kind oft nicht. Die Beikost hingegen sei genau berechnet, über Jahrzehnte erprobt und sicher in Bezug auf die Nährstoffversorgung, meint Flothkötter.

Lieber als Ergänzung

Lucas ist ein genetisches Superbaby

Um den fünf Monate alten Lucas ist eine heftige Debatte entbrannt: Mit einer neuen Methode der Gen-Analyse wurde bei dem Kind eine Erbkrankheit ausgeschlossen. Kritiker sprechen von „Gottlosigkeit“.

Quelle: Die Welt

BLW hingegen sei noch nicht wissenschaftlich untersucht. Das Risiko, dass die Kinder zu wenige Nährstoffe aufnehmen, sei deshalb zu groß. Für Eltern sei es kaum nachvollziehbar, welche Mengen ihr Kind durch diese Methode nun tatsächlich gegessen hat.

Die Expertin sieht in der Fingerfood-Methode daher eher eine Ergänzung: „Man kann dem Kind Brei oder auch zerkleinertes Familienessen geben und ihm dann trotzdem noch Lebensmittel zum Selberessen anbieten.“ Es hat viele Vorteile für Kinder, sich selbst auszuprobieren. Das fördert das spielerische Entdecken der Geschmacksvielfalt.

Die Angst, dass sich Babys an den Häppchen verschlucken, sei unbegründet, sagt von Gartzen: „Bei Babys sitzt der Auslösepunkt für das Würgen sehr weit vorne auf der Zunge, sie spucken zu große Stücke also aus.“

Anzeige

Ausnahmen sind Nüsse, Kirschen oder ganze Weintrauben: „Solche Lebensmittel sind gefährlich und gehören nicht in Babyhände“, mahnt die Expertin. Zudem sollten Eltern die Babys beim Essen niemals unbeaufsichtigt lassen.

Hebamme von Gartzen hält von fertigen Gläschen aus dem Supermarkt nicht viel: „In den industriell gefertigten Breimahlzeiten ist geschmacklich nur eine sehr begrenzte Vielfalt zu finden“, sagt sie. So entwickele sich der Geschmackssinn eines Kindes nicht in voller Breite.

Wie ein Baby-Foto Leben retten soll

Forscher in Großbritannien arbeiten an einer App, die Eltern von Frühgeborenen unterstützen soll. Mit Hilfe von hoch geladenen Fotos können Ärzte bestimmen, was dem Baby fehlt.

Speiseplan für ein allergiegefährdetes Baby

Bis zum 6. Lebensmonat hat Muttermilch einen wichtigen vorsorgenden Effekt. Sie enthält menschliches Eiweiss, welches für die Kleinen optimal ist – allergenarm, aber nicht allergenfrei. Kleinste Mengen an Allergenen aus der Nahrung der Mutter sind in der Muttermilch vorhanden. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen ist die Muttermilch auch im Hinblick auf die Vorbeugung gegenüber Allergien die ideale Ernährung für den Säugling. Die Gefahr von Nahrungsmittelallergien kann durch Stillen zwar nicht ganz verhindert, aber doch verringert und hinausgezögert werden.

Ist Stillen nicht möglich, kann man ersatzweise hypoallergene Schoppennahrung (teilhydrolysierte Milch) geben. Nach dem 6. Monat kann für die Schoppenflasche nach heutiger Meinung auch normale adaptierte Säuglingsmilch (Folgemilch) verwendet werden. Es wird jedoch davon abgeraten, Milch anderer Säugetiere (Ziege, Schaf, Stute) oder Sojamilch zu verwenden, weil bisher kein wissenschaftlicher Beweis bezüglich Allergievorsorge besteht und der Nährwert nicht ausreichend ist.

Frühestens nach Vollendung des 6. Lebensmonats muss die Beikost eingeführt werden, da die Muttermilch ab diesem Zeitpunkt den Nährstoffbedarf des Säuglings nicht mehr decken kann. Als Beikost können selbst zubereitete Breie oder industriell hergestellte Produkte gegeben werden. Die Auswahl der Lebensmittel ist ernährungsphysiologisch wahrscheinlich nicht entscheidend. Neue Nahrungsmittel sollten aber langsam, Schritt für Schritt und mit mindestens einer Woche Abstand, eingeführt werden.

Für die Beikost beim allergiegefährdeten Baby eignen sich:

  • Gemüsebrei, Obstbrei,
  • Breie mit Fleisch
  • Getreidebreie (v.a. Reis- oder Hirsemehlbrei)
  • Brot oder Reiswaffeln sind, je nach Entwicklung des Kindes, früher oder später als Zwischenmahlzeit geeignet.

Ab dem 7. Monat kann man die Anzahl der Breimahlzeiten langsam steigern. Das Kind soll mit einem Jahr auf 3 bis 4 Mahlzeiten pro Tag kommen.

Kuhmilch und Milchprodukte:

  • Joghurt kann als Zusatz ab dem 7. Monat gegeben werden.
  • Quark und Käse wegen des hohen Eiweissgehalts erst später einführen.
  • Unverdünnte Kuhmilch frühestens ab dem zweiten Lebensjahr (mit 13 Monaten) geben.

Was sagen die Handlungsempfehlungen?

Im Folgenden sind die wesentlichen Aussagen der Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung und zur Ernährung der stillenden Mutter ausschließlich im Hinblick auf die Säuglingsernährung zusammengefasst.

1. Stillen: „Breast is best“

Viele Vorteile für Mutter und Kind

Muttermilch ist die beste Ernährungsform für den Säugling in den ersten Lebensmonaten. Stillen ist von Beratungskräften daher uneingeschränkt zu fördern. Der Grund: Stillen wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Mutter und Kind aus. Es kann das Risiko für Durchfall, Mittelohrentzündung und späteres Übergewicht beim Kind senken und ist mit einem geringeren Risiko für SIDS („sudden infant death syndrome“, plötzlicher Kindstod) verbunden. Bei der Mutter kann Stillen die Uterusrückbildung nach der Geburt fördern und zur Risikominderung für Brust- und Eierstockkrebs beitragen. Es begünstigt außerdem die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind.

Stillen ­ aber wie oft und wie lange?

Mütter legen ihre Babys am besten innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt an und stillen sie für das erste Lebenshalbjahr, mindestens bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich. Das gilt auch für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko. Ist ausschließliches Stillen nicht möglich oder gewünscht, ist auch Teilstillen wertvoll (d. h. der Säugling wird teils gestillt, teils mit Säuglingsmilchnahrung gefüttert). Auch nach Einführung der Beikost (die frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats erfolgt) wird empfohlen, weiter zu stillen. Für wie lange, das bestimmen Mutter und Kind.

Die Stillhäufigkeit und -dauer richten sich nach dem Bedarf des Kindes. In den ersten Lebenswochen werden die meisten Kinder 10- bis 12-mal innerhalb von 24 Stunden angelegt. In besonderen Situationen kann es notwendig sein, das Baby zum Stillen zu wecken (z. B. bei geringer Gewichtszunahme).

2. Säuglingsmilchnahrung ­ welche ist die richtige?

Industriell oder selbst hergestellt?

Können oder wollen Mütter nicht oder nicht voll stillen, ist auf industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrungen auszuweichen. Von einer Selbstherstellung aus Milch (Kuh-, Ziegen-, Schafs-, Stutenmilch) oder anderen Rohstoffen als Ersatz für Muttermilch wird eindeutig abgeraten. Die Gründe hierfür sind die hohe renale Molenlast1 einer mit Kuhmilch selbst hergestellten Säuglingsmilch, ein unausgewogener Nährstoffgehalt und ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Infektionen.

Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen

Bei den Säuglingsmilchnahrungen wird unterschieden zwischen Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen. Säuglingsanfangsnahrungen stellen die einzige Alternative zur Muttermilch dar (als alleinige Nahrung oder zum Zufüttern). Sie sind als „Pre“- und „1“-Nahrungen im Handel und eignen sich zur Fütterung im gesamten ersten Lebensjahr sowie von Geburt an.

Folgenahrungen sind als Ergänzung zur Beikost gedacht. Sie sind im Handel als „2“- oder „3“-Nahrungen zu erkennen. Über ihre Notwendigkeit sind sich die Experten allerdings uneins. Die Handlungsempfehlungen sehen eine früheste Verwendung mit Beginn der Beikostfütterung vor (also frühestens mit Beginn des 5. Monats). Das rechtlich anzugebende Einführungsalter für Folgenahrung ist allerdings „nach dem 6. Monat“, also mit Beginn des 7. Monats (gemäß EG-Richtlinie 2006/141/EG2). Das bedeutet, Folgenahrung ist nicht als Ersatz für Muttermilch in den ersten sechs Lebensmonaten gedacht. Sie kann jedoch – zusammen mit Beikost – unter besonderen Bedingungen (nach Rücksprache mit einer Fachkraft) auch früher gegeben werden, aber frühestens mit Beginn des 5. Monats.

Spezialnahrungen, Pro- und Präbiotika

Spezialnahrungen sind grundsätzlich nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt zu füttern. Dazu zählen z. B. Produkte, die Sojaprotein enthalten oder auch solche, die bei Spuckneigung eingesetzt werden.

Weiterhin existieren Säuglingsmilchnahrungen mit zugesetzten Pro- oder Präbiotika. Die Datenlage, wie sich diese auf die Gesundheit des Kindes auswirken, ist bislang noch widersprüchlich. Im Hinblick auf Allergien und Infektionen sind die Schutzeffekte nicht zweifelsfrei belegt.

HA-Säuglingsnahrung

Säuglingen mit erhöhtem Allergierisiko, die nicht oder nicht voll gestillt werden, wird im ersten Lebenshalbjahr eine HA3-Säuglingsnahrung empfohlen (mindestens bis zum Beginn des 5. Monats). Dazu zählen Säuglinge, deren Eltern oder Geschwister von einer Allergie betroffen sind. Nicht zur Allergievorbeugung geeignet sind Säuglingsnahrungen auf der Basis von Sojaprotein, Ziegen-, Stuten- oder einer anderen Tiermilch. Sobald die Säuglinge Beikost erhalten, kann eine Umstellung auf „normale“ Säuglingsmilchnahrung erfolgen.

Zubereitung von Säuglingsmilchnahrung

Das hygienische Hauptrisiko bei der Zubereitung von Säuglingsmilchnahrungen liegt in der Vermehrung gesundheitsgefährdender Bakterien wie Escherichia coli und Salmonellen. Die Standzeiten der zubereiteten Milchnahrung haben hierauf einen bedeutenden Einfluss. Deshalb ist die entscheidende hygienische Vorsichtsmaßnahme, Milchnahrungsreste zu entsorgen und nicht wieder aufzuwärmen.

3. Beikost ­ ab wann und in welcher Abfolge?

Die Experten des Netzwerks Junge Familie empfehlen, Beikost frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats einzuführen. Auch danach sollten Mütter noch weiter stillen. Der genaue Zeitpunkt, ab wann ein Säugling reif für Beikost ist, kann individuell unterschiedlich sein. Er richtet sich nach der persönlichen Entwicklung des Kindes (z. B. vom Löffel essen können, Interesse und Verlangen nach neuen Lebensmitteln).

Die Empfehlungen für die optimale Abfolge der Beikost basieren auf dem Ernährungsplan des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE). Danach wird zwischen dem 5. und 7. Monat als erster Brei ein Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eingeführt. Jeweils einen Monat später folgen zwischen dem 6. und 8. Monat ein Milch-Getreide-Brei und zwischen dem 7. und 9. Monat ein Getreide-Obst-Brei.

Bei der Auswahl der Beikost ist Abwechslung wünschenswert. Im Rahmen der oben empfohlenen Breie sind die Beikostzutaten zu variieren:

  • verschiedene Gemüse- und Obstarten auswählen
  • Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei auch manchmal mit kleinen Mengen Nudeln bzw. anderen Getreideprodukten kombinieren (vorzugsweise aus Weizen)
  • gelegentlich fettreichen Fisch anstelle von Fleisch wählen

Zöliakierisiko

Es wird empfohlen, mit Beginn der Beikostfütterung auch kleine Mengen glutenhaltiges Getreide zu füttern. Diese Maßnahme senkt das Zöliakierisiko um 50 %. Gluten ist dazu in kleinen Mengen einzuführen, solange noch gestillt wird.

Gesonderte Empfehlungen für allergiegefährdete Kinder?

Für Kinder mit erhöhtem Allergierisiko gibt es keine speziellen Empfehlungen zur Beikost. Es gilt ebenso der obige Ernährungsplan. Start der Beikost ist ebenfalls frühestens ab Beginn des 5. Monats und spätestens ab Beginn des 7. Monats. Entgegen der früheren Auffassung bietet die Vermeidung oder die spätere Einführung von Lebensmitteln, die häufig Allergien auslösen, keinen Allergie-Schutz. Es gibt jedoch Hinweise, dass der Verzehr von Fisch im ersten Lebensjahr einen schützenden Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen hat. Selbst gekocht oder Gläschen?

Beides hat Vorteile – Beikost selbst zu kochen oder fertig zu kaufen. Bei der Selbstzubereitung können die Eltern über Auswahl und Anzahl der Zutaten selbst entscheiden. Sie können zudem für mehr Vielfalt sorgen, was im frühen Alter eine Akzeptanz für neue Lebensmittel fördert, wie z. B. Gemüse. Auch lässt sich dann auf Salz und Zucker einfach verzichten. Die industriell hergestellte Beikost hingegen spart Zeit und Arbeit und erfüllt hohe gesetzliche Anforderungen. Zur Auswahl solcher Fertigprodukte geben die Experten des Netzwerks Junge Familie folgende Empfehlungen:

  • erwünscht: nur wenige Lebensmittelzutaten (in etwa wie in den Rezepten für die Selbstzubereitung vom FKE vorgesehen)
  • unerwünscht: Zusatz von Salz oder Aromen und starker Süßgeschmack

Werden industrielle Beikostprodukte verwendet, ist gelegentliches Selbstkochen wünschenswert, um die Geschmacksvielfalt zu erhöhen. Was ist mit Kuhmilch zur Beikost? Trinkmilch (Kuhmilch) ist im 1. Lebensjahr nur in kleinen Mengen zu verwenden ­ als Zutat des Milch-Getreide-Breis. Zum Trinken erhalten Säuglinge sie erst gegen Ende des 1. Lebensjahres und nur im Rahmen der Brotmahlzeiten (aus Becher oder Tasse). Sie ist nicht als Roh- oder Vorzugsmilch einzusetzen.

4. Getränke

Säuglinge brauchen erst zusätzliche Flüssigkeit, wenn der dritte Beikostbrei (Getreide-Obst-Brei) eingeführt ist, also frühestens mit Beginn des 7. Monats. Ausnahmen sind Perioden mit erhöhtem Flüssigkeitsbedarf wie Fieber und Durchfall. Die Babys erhalten die Getränke vorzugsweise aus Becher oder Tasse. Um keine Zahnschäden zu verursachen, sind Dauernuckeln und die „Flasche zum Einschlafen“ unbedingt zu vermeiden.

Bei der Auswahl des richtigen Getränks sind kalorienfreie zu bevorzugen, am besten Trinkwasser (Leitungswasser), alternativ ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Vor der Verwendung von Trinkwasser ist auf folgendes zu achten:

  • ablaufen lassen, bis es kalt aus der Leitung fließt
  • kein Trinkwasser aus Bleileitungen
  • Wasser aus Hausbrunnen nur nach Prüfung der Eignung

5. Nährstoffsupplemente – aller guten Dinge sind drei

Alle Säuglinge benötigen im ersten Lebensjahr die Vitamine K und D sowie Fluorid; die Empfehlungen zu Nährstoffsupplementen im Überblick:

  • Vitamin K: 3 x 2 mg als Tropfen bei den Vorsorgeuntersuchungen U1, U2, U3
  • Vitamin D: 400-500 IE/Tag ab der 2. Lebenswoche
  • Fluorid: als Tablette, in der Regel 0,25 mg/Tag (in Form von fluoridierter Zahnpasta nicht zu empfehlen)

Wie ernähre ich mein Baby gesund?

Wie sieht eine optimale Baby-Ernährung aus? Wir fassen Ihnen in unserem Ratgeber zusammen, worauf es bei der Baby-Ernährung ankommt.

Babys brauchen ganz viel Liebe und Zuwendung, Zeit und Geduld – und ansonsten nur Muttermilch? Im Prinzip ja: Doch was zumindest bei voll gestillten Säuglingen anfangs noch ganz einfach klingt, fächert sich schon wenige Monate später deutlich auf – in umfangreiche Ernährungstipps und -pläne, Rezepte und gute Ratschläge. Wann kann ich abstillen? Welcher Brei eignet sich für die erste Beikost am besten? Muss es überhaupt Brei sein? Wir fassen für Sie die wichtigsten Themen zur gesunden Baby-Ernährung zusammen.

Gesunde Baby-Ernährung: Am Anfang ist das Stillen

Mit dem Stillen sollte alles beginnen. Es ist die natürlichste Form der Säuglingsernährung und fördert die enge Mutter-Kind-Bindung. Viele Mütter wollen diese Erfahrung einfach nicht missen. Vor allem aber bietet die Muttermilch Ihrem Baby in den ersten vier bis sechs Monaten alles, was es an Nährstoffen braucht. In der Regel kann jede Mutter Ihr Baby voll stillen, nur selten ist ein Zufüttern industriell hergestellter Säuglingsmilch notwendig. Ein Mix aus Stillen und Fläschchenfütterung, die sogenannte 2-Milch-Ernährung, kann aber für mehr Unabhängigkeit im Alltag sorgen.
Wer nicht stillen kann oder möchte, kann sich aber darauf verlassen, dass sein Baby auch mit industrieller Säuglingsmilch gut heranwächst. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel: Pre, 1, 2 oder 3: Welche Milch ist wann die richtige?

Beikost ab dem 5. Monat

Nach vier bis sechs Monaten der Milchkost steigt der Nährstoffbedarf des Babys an und es wird Zeit für die erste Beikost. Beim Zeitpunkt für die erste Breimahlzeit spielt es übrigens keine Rolle, ob Ihr Baby allergiegefährdet ist oder nicht. Galt früher noch der Rat, ein allergiegefährdetes Baby möglichst lange vor den Risiko-Lebensmitteln zu schützen, lautet die aktuelle Empfehlung, es möglichst früh mit den Allergenen in Kontakt kommen zu lassen. Deshalb empfiehlt die Ernährungskommission der DGJK aktuell auch, die Beikost inklusive potenziell allergener Lebensmittel zwischen der 17. und 26. Lebenswoche einzuführen.

Hi Brei!

Beikostplan: Wann sollte man am besten mit den drei Breimahlzeiten beginnen?

Weiterlesen Hi Brei! Weiterlesen

Beim Heranführen an die ersten Breimahlzeiten empfehlen sich Geduld und Gelassenheit: So dürfen sich die ersten Ansätze des Zufütterns ruhig auf wenige Löffel beschränken, schließlich müssen sich kleine Entdecker erst mal mit der neuen Konsistenz, dem neuen Geschmack und dem Löffel vertraut machen. Dabei nur nichts überstürzen! Alles Weitere regelt normalerweise ohnehin der wachsende Appetit des Sprösslings.
Übrigens: Die Einführung der Beikost gibt natürlich nicht zwangsläufig den Startschuss fürs Abstillen. Sie können Ihr Baby auch nach der Einführung der Breimahlzeiten nach Bedarf weiter stillen, solange Sie und Ihr Baby möchten.
Eine neue Zutat pro Woche erweitert das Brei-Spektrum
Und was soll man füttern? Beginnen Sie mit nur einer Sorte Brei, zum Beispiel Frühkarotte. Nach der ersten Eingewöhnung von einigen Tagen kann der Speiseplan pro Woche um maximal eine neue Zutat bereichert werden. So erkennen Sie mögliche Unverträglichkeiten rechtzeitig und können die kritische Zutat zunächst wieder weglassen. Als erste Zutaten empfehlen sich Kartoffeln, gefolgt z.B. von Zucchini, Pastinaken, Kürbis und Gurke. Zwei- bis dreimal in der Woche sollte das Gemüse mit 20-30g magerem Fleisch angereichert sein, um den Eisenbedarf zu decken.
Etwa vier Wochen nach der ersten Karottenkost sollten die Eltern die zweite feste Mahlzeit des Tages servieren: einen Milch-Getreide-Breials Abendbrei. Weitere vier Wochen später kommt mit einem Getreide-Obst-Brei die dritte feste Kost auf den Tisch. Mit der dritten Breimahlzeit sollten Sie Ihrem Baby auch regelmäßig zusätzliches Trinken anbieten. Empfehlenswert sind vor allem stilles Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen nur mit fruchteigenem Zucker. Geeignete Gefäße sind nun immer mehr Trinklerntasse und Becher anstelle des Fläschchens.

Wieviel muss ein Baby trinken? – 10 Fragen zum Trinken bei Babys

Bilderstrecke starten (10 Bilder)

Ab dem 10. Monat empfehlen sich zwei weitere Mahlzeiten mit frischem Obst oder Gemüse, Brot, Käse oder magerer Wurst. Im ersten Lebensjahr tabu bleiben harte, verschluckbare Dinge, wie Nüsse oder rohes Wurzelgemüse, ebenso wie stark zuckerhaltige Lebensmittel und koffeinhaltige Getränke.
Kein Honig im 1. Lebensjahr!
Honig kann das Bakterium Clostridium Botulinum enthalten, das beim Menschen manchmal zu einer gefährlichen Lebensmittelvergiftung (Botulismus) führt. Babys sind besonders anfällig dafür. Deshalb sollten Sie Ihrem Kind in den ersten zwölf Lebensmonaten keinen Honig geben.

Beikost ohne Brei: Baby-led weaning

Seit einigen Jahren schon gibt die Baby-led Weaning Bewegung. Statt Brei als erster Beikost gibt es dabei für die Kleinen direkt Fingerfood. Die Idee dahinter lautet, das Baby von Anfang an selbst darüber entscheiden zu lassen, was und wie viel es wovon isst. So soll dem Kind ein stressfreier Übergang von Milch auf Familienkost ermöglicht werden. Außerdem soll es durch diese Form der selbstbestimmten Beikosteinführung ein gesünderes Essverhalten entwickeln. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel:

Sauerei inklusive

Baby-led Weaning: Fingerfood statt Babybrei!

Weiterlesen Sauerei inklusive Weiterlesen

Aktuell warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte wieder einmal vor dem Baby-led weaning. Da vor allem Kinder im jungen Beikostalter entwicklungsbedingt noch nicht in der Lage sind, das Fingerfood richtig zu kauen, würden sie potenziell zu wenig davon essen. Es bestünde die Gefahr, dass das Kind nicht richtig satt wird und auf lange Sicht zu wenig Nährstoffe zu sich nimmt. Außerdem könne es sich verschlucken. Wenn Sie Baby-led weaning ausprobieren möchten, lassen Sie Ihr Kind also niemals unbeaufsichtigt knabbern. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug isst und stillen Sie es weiterhin, um seinen Nährstoffbedarf zu decken.

Jetzt gibt’s Familienkost – Mama und Papa sind Vorbild!

Jetzt geht es so richtig los: Nach dem 1. Geburtstag wird Ihr Baby Schritt für Schritt zum kulinarischen Eroberer. Ein Ausblick auf das zweite Lebensjahr ist daher ein Einblick in die ungeahnte Vielfalt am Familientisch. Denn dort ist jetzt der Stammplatz des Nesthäkchens. Täglich eine Gemüse- oder Fleischmahlzeit, ein Milch-Getreide-Brei, ein Getreide-Obst-Brei und zwei gesunde Zwischenmahlzeiten: Das sollte um den ersten Geburtstag Stand der Dinge sein.
Danach aber wird’s immer bunter – genauso bunt wie Ihre Familienkost! Eine gute Gelegenheit für die ganze Familie, die eigenen Essgewohnheiten einmal kritisch zu überdenken: Denn jetzt ist die Zeit gekommen, dem Baby auch in Sachen Ernährung ein gutes Vorbild zu sein. Und das funktioniert, denn noch sind die Eltern die „Meister“ des Speiseplans. Diese Zeit sollte man nutzen, um die richtigen Weichen für ein ganzes Leben zu stellen.
Und wie steht es mit Süßem?
Süßigkeiten sollten auch nach dem 1. Geburtstag besser die große Ausnahme bleiben. Denn wer sein Kind nicht mit Schokolade, Riegeln und gezuckerten Getränken auf „süß“ trimmt, wird erstaunt sein, wie gern es z.B. zum zweiten Frühstück oder am Nachmittag Obstschnitze, ein kleines Müsli oder mal einen Joghurt (nur mit Fruchtzucker) isst.

Baby

Wie viel Süßes dürfen Babys?

Weiterlesen Baby Weiterlesen

Gesunde Ernährung von Anfang an

Obst und Gemüse haben von der Breizeit an ein Stammplatz auf dem Speisezettel Ihres Babys. Wie gut, dass die allermeisten Kinder zumindest frische Früchte mögen. Damit die bis weit ins Schulkindalter hinein aber nicht immer nur geschält und klein geschnippelt gegessen werden, sollten Sie Äpfel und Birnen so bald wie möglich mit Schale anbieten. Wenn die Backenzähne durch sind, kommen Kinder mit dem Kauen nämlich gut zurecht. Das spart nicht nur viel Arbeit und gibt den kleinen Zähnen was zu tun, sondern liefert auch ein Plus an wichtigen Vitaminen. Die meisten sitzen schließlich knapp unterhalb der Schale.
Gemüse hat’s dagegen häufig schwerer. Wenn Kinder echte Gemüsemuffel sind, hilft nur: immer schön am Ball bleiben. Falls es für Ihren Familientisch-Neuling noch aus der Breizeit eine Lieblings-Gemüsesorte gibt – prima! Dann kommt die eben erst mal öfter auf den Mittagstisch. So langsam sollte das Angebot dann aber Stück für Stück erweitert werden. Dabei gilt: Gewöhnen Sie Ihr Kind daran, dass es alles zumindest probiert und dass es für Essmuffel keine Extrawurst gibt.
Zwingen sollten Sie Ihr Kind zum Essen aber nicht. Denken Sie an den Experten-Tipp: Das Baby entscheidet, ob und wie viel es von Ihrem Angebot essen möchte. Und vertrauen Sie darauf: Wenn Sie von Anfang an gesunde Speisen auf den Tisch bringen und mit gutem Beispiel vorangehen, wird sich Ihr Kind schon nehmen, was es braucht. Je weniger Sie dann über das Thema „Essen“ reden und je weniger Druck Sie auf Ihr Kind ausüben, desto besser. Dann können Sie sich auf entspannte und stressfreie Mahlzeiten für die ganze Familie freuen.

Gesundheit

So essen Kinder gesund

Weiterlesen Gesundheit Weiterlesen

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.