Entwicklung des embryos

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Die ersten 12 Schwangerschaftswochen. Eine Zeit voller Übelkeit, Schmetterlinge im Bauch, Emotionen und Unsicherheit.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich das erste Mal einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hatte. Wir hatten es schon länger versucht und ich konnte es kaum erwarten Mama zu werden. Ich war an dem Punkt in meinem Leben angekommen, als ich mir nichts Sehnlicheres als ein Kind gewünscht habe. Ich war bereit, ich habe darauf gewartet und es tat sich nicht viel. Als ich dann aber den positiven Test in den Händen hielt, fühlte ich mich von meinen Gefühlen übermannt.

Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf. Wie sage ich es jetzt am besten meinem Mann, wann erzähle ich es meiner Familie, wie wird die Schwangerschaft, wie wird die Geburt, wird es ein Junge oder ein Mädchen, kommt es in ein eigenes Zimmer, was muss ich jetzt alles besorgen, was darf ich jetzt noch essen und was nicht… ?! All diese Fragen schwirrten in meinem Kopf. An nichts anderes war mehr zu denken.

Sofort hatte ich meine Frauenärztin angerufen. Sie sagte mir es sei noch etwas zu früh um überhaupt vorbeizukommen, da man das Herz des Kindes eh erst ab der 8. Schwangerschaftswoche hören könnte.

Und da hatte es auch schon klick gemacht. In diversen Foren habe ich mich dann über den Herzschlag des ungeborenen Kindes schlau gemacht. Bei Manchen konnte man ihn schon vorher hören, bei Anderen erst später. Bei manchen konnte man gar keinen Herzschlag finden und kurz darauf verloren diese Mama’s ihre Kinder. Bei Anderen hingegen konnte man einen Herzschlag hören, dann aber irgendwann mal später nicht mehr. Bei diesen Frauen musste dann eine Courretage durchgeführt werden.

Diese Dinge verunsicherten mich. Ich wollte jetzt sofort zur Frauenärztin. Ich wollte wissen, dass ich auch wirklich schwanger bin. Ich wollte sehen, dass da was ist. Egal ob mit Herzschlag oder nicht. Also habe ich nochmal nachgebohrt und sie hatte tatsächlich noch in der selben Woche einen Termin für mich.

Ich war also dort. Ganz nervös saß ich im Wartezimmer. Eine halbe Stunde später kam dann die Bestätigung. Ja – ich war schwanger. Ein Herzschlag war aber nicht zu hören.

Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und ihr von meinen Sorgen und Ängsten erzählt. Dass ich nicht weiß, wie das ist mit dem Herzschlag. Dass ich nicht wissen konnte, ob das Baby bis zur 12. SSW – das soll ja die kritische Zeit sein – überlebt.

Ich muss dazu sagen, dass ich eine großartige Ärztin hatte. Und das, was ich jeder Schwangeren empfehlen würde ist, sich eine gute Ärztin auszusuchen. Ich habe sie extra deswegen gewählt, weil ich schon bei meinem ersten Besuch dort gewusst habe, dass ich ihr alles erzählen kann, alles fragen kann, ohne dass sie blöd dreinschaut oder mich nicht ernst nehmen würde.

Ich habe ihr also von meinen Ängsten und Gedanken erzählt und das erste was sie machte war mir zu verbieten irgendetwas im Internet nachzulesen. Sie gab mir ihre private Handynummer und meinte, ich soll sie sofort anrufen oder ihr eine WhatsApp Nachricht schreiben, sollte ich fragen haben, ich mich komisch fühlen oder nicht genau wissen, was da gerade mit mir passiert. Egal um welche Uhrzeit, ich sollte ihr einfach schreiben, denn das sei ihr lieber, als dass ich mir irgendeinen Schwachsinn im Internet durchlesen würde. Ausserdem hat sie mir noch etwas angeboten. Bis zur 12. Schwangerschaftswoche könnte ich jede Woche einmal kurz für 5 Minuten vorbeikommen und sie würde nur einen schnellen Ultraschall machen, um mir zu zeigen, dass das Herz des Babys noch schlagen würde. Ich bräuchte dafür keinen Termin. Einfach kurz vorbeischauen und sie würde mich zwischen zwei Patientinnen dran nehmen.

Ich war ihr dafür unendlich dankbar und kann mich noch bis heute erinnern, dass mir das so viel Unsicherheit genommen hat. Die Zeit, bis diese kritschen 12 Wochen vorbei waren, ist somit viel schneller vergangen und ich hatte zumindest die Sicherheit, dass mein Kind noch lebt.

Wenn ihr also die Möglichkeit habt – sucht euch unbedingt eine Ärztin, der ihr vertraut. Die euch Ernst nimmt. Eure Sorgen ernst nimmt und euch helfen kann. Es gibt sie. Und nehmt einfach euren ganzen Mut zusammen und redet mit ihr darüber. Ihr seid nicht die erste Patientin mit diesen Gedanken. Fast alle Erstschwangeren haben sie. Alle sind verunsichert. Es hat keinen Sinn, sich alleine mit diesen Gedanken zu quälen.

Und was gibt es da noch für Möglichkeiten?

Ich habe von einer Bekannten, die sich zu Beginn ihrer Schwangerschaft genau so Unsicher wie ich war, gehört dass sie sich ein Ultraschall Gerät für zu Hause gekauft hat. Es gäbe so kleine Ultraschallgeräte, die den Herzschlag des Babys kontrollieren könnte. Dieses könnte man aber wirklich nur zu Beginn der Schwangerschaft benutzen. Sie hat mir erzählt, dass sie jeden Abend vor dem Schlafen gehen mit diesem Gerät kontrolliert hätte, ob noch ein Herzschlag zu hören wäre.

Ich persönlich wäre mit solchen Geräten aber eher vorsichtig. Eine andere Freundin, die sich ebenfalls so ein Gerät gekauft hatte, hat mir erzählt, wie das Gerät den Herzschlag oftmals nicht finden konnte. Sie suchte minutenlang vergeblich nach einem hörbaren Zeichen, konnte aber nichts finden. Am nächsten Tag suchte sie verzweifelt ihre Ärztin auf, die ihr dann aber die freudige Nachricht überbringen konnte, dass ihr Baby noch lebt. Ihre Gynäkologin hatte ihr damals verboten ihr Ultraschallgerät für zu Hause weiterhin zu benutzen. Sie meinte, dass diese Geräte sehr fehlerhaft sind. Denn man könne für so wenig Geld nicht ein echtes Ultraschallgerät ersetzen. Vergleiche 70 Euro mit 10.000 Euro Geräten.

Meine Meinung dazu ist klar. Es ist Vorsicht mit diesen kleinen Ultraschallgeräten geboten. Denn zum Schluss könnte man sich noch mehr Verwirren und noch mehr Sorgen bereiten, wenn das Gerät mal spinnt.

Lebt mein Baby noch?

Mein Fazit der ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist nach zwei Kindern, dass ich mich unnötig verrückt gemacht habe. Ich habe alles viel zu stark analysiert, über alles viel zu sehr nachgedacht und mich selber verunsichert.

Ich hatte den Segen zwei wundervolle, intelligente, gesunde Kinder auf die Welt bringen zu können.

Man darf sich nicht verrückt machen lassen. Und sollte man doch Sorgen haben, dann ist es das Beste sich jemanden anzuvertrauen. Der Gynäkologin, die euch immer mit guten Ratschlägen zur Seite stehen kann, einer guten Freundin, die bereits ein Kind hat und diese Zeit auch schon durchgemacht hat oder vielleicht sogar der eigenen Mutter, die ihr Kind wahrscheinlich immer noch am Besten verstehen kann.

Aber: Ihr seit nicht alleine. Wir alle hatten diese Gedanken und wir alle haben uns zu unserer Zeit verrückt gemacht.

Ursachen für eine Fehlgeburt oder Totgeburt

Wenn ein Kind in der Schwangerschaft, während oder nach der Geburt stirbt, ist dies meist ein schicksalhaftes Ereignis. In aller Regel hätten es weder seine Eltern noch die medizinischen Fachleute mit größtmöglichem Einsatz verhindern können.

Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft

© BZgA/HN/Schüten

Nicht immer entwickelt sich aus der Verschmelzung einer Ei- und einer Samenzelle ein gesunder kleiner Mensch. Die meisten Fehlgeburten werden durch eine grundlegende Störung bei der Befruchtung oder bei der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verursacht. Bei Unregelmäßigkeiten im „Bauplan“ des Embryos bricht die Entwicklung meist kurzerhand ab.

Man vermutet, dass etwa die Hälfte aller Frühschwangerschaften unbemerkt endet, weil der Embryo nicht überlebensfähig gewesen wäre. Es tritt dann eine Blutung ein, die wie die normale oder etwas verspätete Monatsblutung erscheint. Von allen festgestellten Schwangerschaften enden 11 bis 15 Prozent mit einer Fehlgeburt. Etwa ein Prozent aller Paare mit Kinderwunsch erleben drei oder mehr Fehlgeburten, die in der Fachsprache „habituelle Aborte“ genannt werden.

Im ersten Schwangerschaftsdrittel, also bis etwa zur neunten Woche nach der Befruchtung, entwickeln sich die Organe des Kindes. Bis zu dieser Zeit wird es Embryo genannt, danach Fötus oder Fetus. Ab dem dritten Schwangerschaftsmonat übernimmt die Plazenta die Versorgung mit wichtigen Hormonen, die bisher vor allem in den Eierstöcken produziert wurden. Die Schwangerschaft ist in diesem Zeitraum besonders anfällig für Störungen. Wenn die Schwangere ihr Kind in dieser Zeit verliert, nennt man das eine Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft (Frühabort).

Fehlgeburten im ersten Schwangerschaftsdrittel werden zu 50 bis 70 Prozent durch Auffälligkeiten bei der Chromosomenzahl des Embryos verursacht. Die Chromosomen können statt wie üblich paarweise auch einzeln (Monosomie) oder dreifach (Trisomie) vorhanden sein. Diese Störungen verhindern in vielen Fällen die weitere Entwicklung des Embryos.

Andere Ursachen für Fehlgeburten sind zum Beispiel eine Schwäche des Muttermundes (Zervixi-Insuffizienz), Infektionen, Schadstoffe und Genussgifte (Alkohol oder andere Drogen), Hormonstörungen oder Abwehrreaktionen durch Antikörper. In seltenen Fällen können auch Stoffwechselerkrankungen der Mutter, etwa ein unbehandelter Diabetes mellitus, zu einer Fehlgeburt führen.

Auch seelische Belastungen können eine Fehlgeburt auslösen. So kann übermäßiger Stress das Immunsystem schwächen und Infektionen begünstigen, die die Schwangerschaft gefährden.

Manchmal endet die Schwangerschaft überraschend, begleitet von Blutungen und krampfartigen Schmerzen. Oder es wird bei einer Ultraschall-Untersuchung festgestellt, dass das Herz des Kindes nicht mehr schlägt. Solange keine akuten Probleme vorliegen, kann man sich meist etwas Zeit lassen. Oft brauchen Schwangere einige Tage, um innerlich Abschied von ihrem Kind zu nehmen. Der Körper stößt den Embryo und den Mutterkuchen in der Regel von allein aus.

Wenn die Frau die Fehlgeburt beschleunigen will, bei starken Blutungen oder wenn festgestellt wird, dass nach einer Fehlgeburt noch Gewebereste in der Gebärmutter verblieben sind, können diese mit einer Ausschabung (Abrasio, Kürettage) entfernt werden. Dies geschieht unter Vollnarkose und kann meist ambulant durchgeführt werden. Alternativ ist dies oft mit der schonenderen Absaugmethode (Saugkürettage) möglich. Auch medikamentös kann eine Fehlgeburt eingeleitet werden.

Fehlgeburt im zweiten Schwangerschaftsdrittel

Stirbt das Kind nach der zwölften Schwangerschaftswoche und ist es leichter als 500 Gramm, wird dies als späte Fehlgeburt oder Spätabort bezeichnet. Das Kind ist zu diesem Zeitpunkt bereits zu groß für eine Ausschabung. Seine Geburt wird stattdessen meist medikamentös mit Hilfe künstlicher Hormone eingeleitet, sodass die Mutter ihr Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringt. Wenn medizinisch nichts dagegen spricht, kann man in Absprache mit der betreuenden Ärztin, dem Arzt oder der Hebamme auch noch eine Zeitlang abwarten, bis die Wehen ohne Medikamente einsetzen.

Die Geburt kann auch von selbst zu früh beginnen, noch bevor das Kind lebensfähig ist: wenn vorzeitige Wehen einsetzen, sich der Muttermund durch eine Schwäche zu früh öffnet oder durch einen Fruchtblasensprung – beispielsweise als Folge einer Infektion. Auch in diesem Fall kann nach der Geburt eine Ausschabung unter Narkose erforderlich sein, damit keine Plazentareste in der Gebärmutter zurückbleiben.
Die im Folgenden genannten Ursachen für eine Totgeburt können größtenteils auch Grund für den Tod eines Kindes im Mutterleib sein, das noch nicht lebensfähig ist.

Still geboren (Totgeburt)

Wenn das Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt stirbt und mindestens 500 Gramm wiegt, ist es in der Fachsprache ein „Totgeborenes“. Von 1.000 Geburten kommen in Deutschland ungefähr zwei bis drei Kinder tot zur Welt. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen – im Verhältnis von 52 zu 48 Prozent.

Eine Totgeburt kann verschiedene Ursachen haben:

  • Störungen der Plazenta, die dazu geführt haben, dass das Kind nicht mehr ausreichend versorgt wurde. Möglicherweise ist es zu Durchblutungsstörungen gekommen, oder die Plazenta hat sich vorzeitig von der Gebärmutterwand abgelöst.
  • Infektionen, die das Kind selbst oder auch die Plazenta geschädigt haben. Eine Infektion kann beispielsweise über das Fruchtwasser und die Eihäute übertragen werden, meist durch einen vorzeitigen Fruchtblasensprung.
  • Erkrankungen der Mutter, wie Diabetes oder das HELLP-Syndrom.
  • Nabelschnurkomplikationen, die die Versorgung des Kindes behindert haben. Solche Komplikationen sind zum Beispiel ein Nabelschnurknoten oder ein Nabelschnurvorfall. Es kommt auch (selten) vor, dass die Nabelschnur zu straff um den Hals des Kindes liegt.
  • Mangelversorgung mit Sauerstoff, die nicht auf eine Plazentastörung zurückzuführen ist.
  • Fehlbildungen des Kindes, manchmal auch infolge von Chromosomen-Anomalien, wie beispielsweise Trisomie 13 oder 18, oder genetischen Störungen.
  • Gewalteinwirkungen durch einen Unfall oder körperliche Gewalt.

Die Todesursache lässt sich nicht immer eindeutig feststellen, selbst dann nicht, wenn das Kind nach der Geburt obduziert wird.

Tod nach der Geburt

© BZgA/HN/Schüten

Manche Kinder sterben während oder kurz nach der Geburt. Dies kann folgende Ursachen haben:

  • Die Lungen sind noch unreif, was schwere Atemprobleme nach sich zieht.
  • Das Kind weist Fehlbildungen auf, die nicht operiert werden können und die ein Weiterleben nicht zulassen.
  • Als Folge von Sauerstoffmangel sind Hirnblutungen aufgetreten.
  • Schwere Infektionen und Blutvergiftung (Sepsis) haben zum Organversagen geführt.
  • Das Kind wurde zu früh geboren und ist zu klein und unreif, um zu überleben.
  • Durch Mangelversorgung im Mutterleib hat das Kind ein zu geringes Geburtsgewicht.

Schwere Entscheidungen

Manchmal wird der Tod des Kindes durch einen medizinischen Eingriff herbeigeführt, für den sich die Eltern entschieden haben. Oder das Kind stirbt, nachdem eine Behandlung abgebrochen wurde, die sich als aussichtslos erwiesen hat.

Solchen Entscheidungen sind meist schwierige Konflikte vorausgegangen. Denn auch nach einer belastenden vorgeburtlichen Diagnose empfinden viele Paare weiterhin eine stille Verbundenheit mit ihrem Kind. Sie bleibt meist auch dann bestehen, wenn sie sich darüber klar geworden sind, dass sie nicht seine Eltern sein können und nach Feststellung einer medizinischen Indikation entschieden haben, dass es nicht lebend zur Welt kommen soll.

Wenn ein Kind viel zu früh an der Grenze der Überlebensfähigkeit oder mit schweren Fehlbildungen geboren wurde, ist ihm medizinisch oft nicht mehr zu helfen. Der Verzicht auf das Ausschöpfen aller Behandlungsmöglichkeiten (Maximaltherapie) oder deren Abbruch kann dennoch mit großen inneren Konflikten verbunden sein.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.03.2019

Entwicklung des Embryos

und Veränderungen bei der Mutter

Ein Überblick über die Entwicklung des ungeborenen Kindes ab dem Zeitpunkt der Befruchtung sowie die Veränderungen bei der Mutter im Laufe ihrer Schwangerschaft.

Bitte beachten Sie: Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich und jede Schwangere nimmt die Schwangerschaft anders wahr. Die genannten Merkmale sind generelle Durchschnittswerte der Entwicklung des Kindes im Mutterleib.

1. Monat (1.-4. Woche)

Entwicklung des Kindes im 1. Monat

  • Die erste Schwangerschaftswoche beginnt rechnerisch bereits vor der Befruchtung, nämlich am ersten Tag der letzten Periode.
  • Die Befruchtung findet ca. 14 Tage später statt. Dabei verschmelzen Eizelle und Samenzelle zu einer einzigen Zelle. Diese beginnt sofort, sich fortwährend zu teilen.
  • Im Verlauf der ersten Woche wandert die Zellkugel durch den Eileiter und nistet sich schließlich in der Gebärmutter ein.
  • Noch während der Wanderung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter beginnt der Prozess der Organentwicklung, der bis zur 14. Woche abgeschlossen sein wird.
  • Schon jetzt sind bestimmte Eigenschaften des Kindes, wie Körperform, Geschlecht, Augen- und Haarfarbe festgelegt.
  • Neben dem Embryo entwickelt sich aus der befruchteten Zelle die Placenta, die das Kind in der Gebärmutter während der Schwangerschaft mit allem versorgt, was für seine Entwicklung nötig ist.
  • Am Ende des ersten Monats ist der Embryo etwa zehn Millimeter groß.

Veränderungen bei der Mutter im 1. Monat

  • Manche Frauen spüren sofort intuitiv, dass eine Befruchtung stattgefunden hat.
  • Frauen, die eine Temperaturkurve führen, sehen zunächst den typischen Temperaturanstieg zur Zeit des Eisprungs. Bleibt die Temperatur konstant auf dem höheren Niveau stehen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass eine Befruchtung stattgefunden hat.
  • Ein Schwangerschaftstest kann bereits positiv ausfallen.
  • Ab dem 16. Tag nach der Befruchtung kann im Ultraschall beim Frauenarzt bereits das Fruchtbläschen sichtbar sein.

2. Monat (5.-8. Woche)

Entwicklung des Kindes im 2. Monat

  • Der Blutkreislauf setzt ein, das Herz wird ausgebildet und beginnt zu schlagen.
  • Das Gehirn wird mit Sauerstoff versorgt.
  • Arme und Beine wachsen.
  • Am Ende des zweiten Monats bilden sich Wirbel um das Rückenmark und die Wirbelsäule entsteht.

Veränderungen bei der Mutter im 2. Monat

  • Durch die Hormonumstellung treten bei vielen Frauen Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Harndrang, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen auf.
  • Meistens bessern sich die Symptome ab der 12. Schwangerschaftswoche.
  • Das sogenannte erste Trimester der Schwangerschaft empfinden viele Frauen aufgrund der Beschwerden als sehr stressbelastet. Es hilft, sich die nötige Ruhe zu gönnen und sich auf die Veränderungen einzulassen.

3. Monat (9.-12. Woche)

Entwicklung des Kindes im 3. Monat

  • Das Baby übt jetzt erste Bewegungen, ist etwa fünf Zentimeter groß und wiegt ca. 45 Gramm.
  • Die Geschlechtsorgane bilden sich aus, auch wenn das Geschlecht auf dem Ultraschall noch nicht erkennbar ist.
  • Alle Gliedmaßen und Körperteile sind nun vorhanden.
  • Am Ende der 10. Woche wird das Kind nicht mehr Embryo, sondern Fötus genannt.
  • Die lebenswichtigen Organe – Leber, Nieren, Darm, Gehirn und Lungen – sind voll entwickelt und funktionstüchtig.
  • Der Kopf ist halb so groß wie der Rest des Körpers.

Veränderungen bei der Mutter im 3. Monat

  • Die Gebärmutter wächst und kann bereits von außen im unteren Bereich des Unterleibs ertastet werden.
  • Bei den meisten Frauen lassen die anfänglichen Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit und Stimmungsschwankungen am Ende des 3. Monats nach.

4. Monat (13.-16. Woche)

Entwicklung des Kindes im 4. Monat

  • Das zentrale Nervensystem des Kindes beginnt seine Bewegungsabläufe zu steuern.
  • Das winzige Gesicht zeigt schon eine sehr abwechslungsreiche Mimik. Es blinzelt, runzelt die Stirn und schneidet Grimassen.
  • Auch seine Hände bewegen sich – es greift und kann sogar am Daumen lutschen.
  • Sein Kreislauf und die Harnwege sind voll funktionsfähig.
  • Das Baby ist umgeben von Fruchtwasser, das es während seines Wachstums in der Fruchtblase schützt und es hat gelegentlich Schluckauf. Das ist eine Vorstufe des Atmens, aber noch sind die Lungen natürlich mit Fruchtwasser gefüllt.
  • Am Ende des 4. Monats ist das Baby ca. zehn Zentimeter groß und wiegt ca. 110 Gramm.

Veränderungen bei der Mutter im 4. Monat

  • Man sieht vielleicht schon eine leichte Wölbung am Bauch und nicht mehr alle Kleidungsstücke passen.
  • Den meisten Frauen geht es jetzt körperlich und seelisch besser als am Anfang der Schwangerschaft.
  • Das zweite Trimester ist ein guter Zeitpunkt, um wieder Sport zu machen und sich z.B. nach einem Geburtsvorbereitungskurs oder anderen Angeboten für Schwangere umzusehen.

5. Monat (17.-20. Woche)

Entwicklung des Kindes im 5. Monat

  • Die Sinnesorgane des Kindes bilden sich aus und werden über Nervenzellen mit den jeweils zuständigen Regionen des Gehirns verbunden.
  • Das Baby kann also schon schmecken, riechen, hören, sehen und fühlen.
  • Die Bewegungen des Babys können jetzt schon so stark sein, dass sie für die Mutter zu spüren sind.
  • Das Baby ist am Ende des 5. Monats ca. 19 Zentimeter lang und wiegt ca. 200 Gramm.

VeRÄnderungen bei der Mutter im 5. Monat

  • Die wachsende Gebärmutter hat den Körperschwerpunkt verlagert.
  • Die Gebärmutter ist jetzt ungefähr auf Höhe des Bauchnabels und wächst pro Woche einen Zentimeter.

6. Monat (21.-24. Woche)

Entwicklung des Kindes im 6. Monat

  • Die sogenannte Käse- oder Fruchtschmiere, die die zarte Haut des Babys während der langen Zeit im Fruchtwasser schützt und die Geburt erleichtert, wird ausgebildet.
  • Das Kind entwickelt außerdem einen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Es hat nun die Proportionen eines Neugeborenen, aber noch keinen Babyspeck und ist daher sehr viel dünner.
  • Die ersten Anzeichen der Zähne zeigen sich in diesem Stadium in Form von kleinen Zahnknospen unterhalb des Kiefers.
  • Das Baby ist inzwischen ca. 28 bis 30 Zentimeter lang und wiegt zwischen 500 und 700 Gramm.

VeRÄnderungen bei der Mutter im 6. Monat

  • Durch die spürbaren Bewegungen des Kindes wird die Schwangerschaft nun konkreter.
  • Gespräche, Planungen und Handlungen sind nun stärker auf die Geburt und die Zukunft mit dem Baby konzentriert.

7. Monat (25.-28. Woche)

Entwicklung des Kindes im 7. Monat

  • Ein unverwechselbares Gesicht wird ausgebildet.
  • Das Baby kann die Augen öffnen und hell und dunkel unterscheiden.
  • Es setzt nun auch Babyspeck an, wodurch seine Haut glatter und weniger faltig wird.
  • Gegen Ende dieses Schwangerschaftsmonats ist das Nervengeflecht in den Ohren vollständig entwickelt und das Baby reagiert immer deutlicher auf Geräusche von außen.
  • Es ist jetzt etwa 34 Zentimeter lang und wiegt 900 bis 1100 ramm.

VeRÄnderungen bei der Mutter im 7. Monat

  • Da die Gebärmutter nun fast an den Brustkorb reicht, fühlen sich viele Schwangere jetzt etwas kurzatmig.
  • Beinkrämpfe, Hämorrhoide oder Krampfadern können nun entstehen, vergehen aber nach der Geburt wieder.

8. Monat (29.-32. Woche)

Entwicklung des Kindes im 8. Monat

  • Die Organe des Babys reifen weiter heran: Lungen und Verdauungstrakt sind fast vollständig ausgebildet.
  • Das Knochenmark hat die Produktion roter Blutkörperchen von der Leber übernommen.
  • Am Ende des 8. Monats kann das Baby schon 40 Zentimeter groß sein und bis zu 1800 Gramm wiegen.

VeRÄnderungen bei der Mutter im 8. Monat

  • Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, Sodbrennen und eine Minderung der Belastbarkeit können der Schwangeren zu schaffen machen.
  • Vorbereitend auf die Geburt kann sich die Gebärmutter zusammenziehen und erste Wehen können spürbar werden.

9. Monat (33.-36. Woche)

Entwicklung des Kindes im 9. Monat

  • Neun von zehn Babys drehen sich in dieser Phase mit dem Kopf nach unten in die optimale Geburtsposition.
  • Ab jetzt verdoppelt das Baby sein Gewicht bis zur Geburt.
  • Die Haut wird rosiger und glatter.
  • Am Ende des 9. Monats wiegt es bis zu 2750 Gramm und ist ca. 45 Zentimeter lang.

Veränderungen bei der Mutter im 9. Monat

  • Eventuell sind die Fußgelenke und Füße am Ende des Tages etwas geschwollen.
  • Wassereinlagerungen, auch Ödeme genannt, sind bei warmem Wetter und gegen Abend oft schlimmer.
  • Paradoxerweise hilft viel trinken gegen Wassereinlagerungen und Staus.

10. Monat (37.-40. Woche)

Entwicklung des Kindes im 10. Monat

  • Das Kind produziert das Hormon Kortison, das seine Lungen auf ihre Funktion außerhalb des Körpers der Mutter vorbereitet.
  • Die Entwicklung des Kindes ist damit abgeschlossen und es ist reif für die Geburt.
  • Gegen Ende der Schwangerschaft können die Bewegungen des Babys nachlassen, weil es weniger Platz hat. Es ist nun durchschnittlich 50 bis 54 Zentimeter lang und wiegt 3000 bis 3800 Gramm.

Veränderungen bei der Mutter im 10. Monat

  • Viele Schwangere werden kurz vor der Geburt besonders aktiv und putzen zum Beispiel ihre Wohnung, was als sogenannter Nesttrieb bezeichnet wird.
  • Der Geburtsbeginn kündigt sich durch die Zunahme der Wehentätigkeit und evtl. einen Blasensprung an.
  • Wenn das Baby nicht pünktlich zum errechneten Termin zur Welt kommt, ist das aber kein Grund zur Sorge. Ist der errechnete Geburtstermin überschritten, wird mittels CTG täglich geprüft, ob alles in Ordnung ist.
  • Meist wird 10 Tage nach dem errechneten Geburtstermin die Geburt durch Medikamente eingeleitet.

Die Entwicklung des Embryos während der Schwangerschaft

Eine menschliche Schwangerschaft dauert – von der Befruchtung der Eizelle bis zur Geburt des Kindes – in der Regel 38 Wochen. Bei der üblicheren Bezeichnung von Schwangerschaftswochen (SSW) zählen jedoch die Wochen seit der letzten Regelblutung. Dadurch werden es zwei Wochen mehr, also 40 Schwangerschaftswochen. Wie entwickelt sich das Kind in dieser Zeit von der Zelle zum Baby? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zum Thema „Entwicklung Embryo“ beziehungsweise „Entwicklung Baby im Bauch“:

Ein Baby im Bauch: Was unterscheidet Embryo und Fötus?

„Embryo“ heißt das heranwachsende Baby im Bauch seiner Mutter von der Empfängnis an die ersten acht Wochen der Schwangerschaft. Ab der neunten Schwangerschaftswoche, wenn die inneren Organe ausgebildet sind, heißt es „Fötus“ (auch: „Fetus“).

Embryonale Entwicklung in der 1. bis 10. Schwangerschaftswoche

In der Embryonalphase wird aus der befruchteten Eizelle zunächst ein „Zellhaufen“, der sich in der Gebärmutter einnistet. In der sechsten Schwangerschaftswoche, also 4 Wochen nach der Befruchtung, ist ein Embryo mit 4 mm etwa so groß wie eine Linse. Es hat bereits Kopf und Hals ausgebildet und sein Herz schlägt. Bei einer Ultraschalluntersuchung ist der Herzschlag schon gut zu sehen. Es schlägt mit 150 bis 160 Schlägen pro Minute etwa doppelt so schnell wie das Herz seiner Mutter.
In den nächsten drei Wochen der Embryonalperiode entwickelt das Baby im Bauch Nabelschnur, Hörorgane, Gliedmaßen, Hände, Füße, Hals und Genitalien. Gehirn und Nervensystem entwickeln sich bereits seit der 3. SSW. Gehirn und Rückenmark sind bis zum Ende der 8. SSW fast vollständig angelegt. Bis zur 10. Schwangerschaftswoche wächst ein Embryo auf etwa 2,3 cm heran und wiegt etwas unter 4 Gramm.

Die Fötus-Entwicklung in der 10. bis 40. Schwangerschaftswoche

In der 10. Schwangerschaftswoche wird aus dem Embryo ein Fötus. Der Hals wird länger, der Kopf dadurch beweglich. In der folgenden Entwicklungswoche (11. SSW) hat Ihr Baby alle wichtigen Körperteile und Organe und bekommt die ersten Härchen. Die äußeren Geschlechtsorgane bilden sich. Theoretisch ist die Bestimmung des Geschlechts per Ultraschall nun schon möglich – tatsächlich sehen sich zu diesem Zeitpunkt Penis und Klitoris aber noch sehr ähnlich. Eine sichere Bestimmung des Geschlechts ist erst einige Wochen später möglich (je nach Qualität der Ultraschall-Aufnahmen etwa in der 20. SSW).
Das Kind wächst schnell heran: In der 12. SSW ist der Fötus ungefähr fünf Zentimeter lang (Scheitel-Steiß-Länge) und wiegt bereits etwa 16 Gramm. Es bewegt sich zunehmend, kann mit Armen und Beinen strampeln, die Fäuste ballen und Kopf und Lippen bewegen. Ab dem fünften Schwangerschaftsmonat können die Bewegungen des Kindes auch von der Mutter deutlich wahrgenommen werden.
Bis zur 28. SSW reifen die Organe weiter heran, der Knochenbau und die Entwicklung der Nervenzellen schreiten voran. Bis zur 29. SSW sind alle wichtigen Voraussetzungen gelegt. Bis zur Geburt wächst Ihr Kind in den verbleibenden Schwangerschaftswochen stetig und nimmt an Gewicht zu.

Größe Embryo im Schwangerschaftsverlauf

Ob sich Ihr Kind im Mutterleib gesund entwickelt, wird in den Vorsorgeuntersuchungen von Ihrer Frauenärztin regelmäßig überprüft. Per Ultraschall, mit Blut- und Urinproben wird sichergestellt, dass es Mutter und Kind gut geht und sich Ihr Baby im Bauch gut entwickelt. Wenn bei Ihnen Schwangerschaftsrisiken vorliegen, haben Sie Anspruch auf häufigere und weitreichendere Untersuchungen. Lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen beraten.

Was Babys im Bauch schon von der Welt mitbekommen – Entwicklung der Sinne

Als werdende Mutter haben Sie immer jemanden im Bauch dabei. Vielleicht fragen Sie sich, was Ihr Baby dort schon alles mitbekommt? Weiß es, was draußen bei Ihnen los ist? Embryos bzw. Föten sind über die Plazenta mit dem Hormonhaushalt ihrer Mutter verbunden und merken daher, wann sie glücklich oder gestresst ist. Ab dem 25. Tag nach der Befruchtung entstehen die Sinnesorgane. In der 31. Schwangerschaftswoche sind alle Sinnesorgane funktionsfähig, das Kind kann sehen, hören, riechen, schmecken und hat Tast- und Temperaturempfindungen. Welche dieser Sinne entwickeln sich in der Schwangerschaft wann?

  • Sehen: Ab der 16. SSW kann der Fötus seine Augen bewegen. Ab der 24. SSW kann es seine Augen öffnen. Sie können im Bauch der Mutter Lichtreize wahrnehmen und darauf reagieren.
  • Hören: Das Innenohr wird am Ende der 1. SSW angelegt. Nach dem 5. Monat ist es fertig ausgebildet. Geräusche von außerhalb des Mutterleibs kommen nur sehr gedämpft beim Baby an. Ab dem 7. Monat kann Ihr Baby bereits Tonhöhen und Sprachrhythmen unterscheiden. Studien zeigen, dass Kinder schon sehr früh im Laufe der Schwangerschaft anfangen, Stimmen enger Bezugspersonen zu erkennen und sich Musik einprägen. Neugeborene reagieren auf Melodien, die sie im Mutterleib gehört haben. Studien haben Föten gezeigt, die sich schon ab der 16. SSW zu Musik bewegen. Etwa ab der 27. SSW wird die sogenannte Hörrinde des Gehirns durch akustische Reize geprägt. Möglicherweise fördert frühes Musikhören die Sprachentwicklung und verhilft Kindern zu einem besseren Lern- und Erinnerungsvermögen.
  • Geruchssinn: Da das Baby in der Fruchtblase in einer flüssigen Umgebung aufwächst, kann es dort nur schmecken, nicht riechen. Die Voraussetzungen für den Geruchssinn sind ab der 28. SSW gelegt. Gleich nach der Geburt kann der er zum Einsatz kommen: Das Baby findet über den Geruch der Muttermilch die Brustwarzen der Mutter.
  • Geschmackssinn: Im 6. Schwangerschaftsmonat setzt der Geschmackssinn ein. Ihr Baby registriert, wie sich das Aroma des Fruchtwassers im Tagesverlauf verändert. Mütter prägen durch das, was sie essen, die Vorlieben ihrer Kinder. Die Geschmacks-Vorlieben werden nach der Geburt durch das Stillen weiter geprägt.
  • Tastsinn: Berührungsempfindlichkeit und die Fähigkeit, Temperaturunterschiede zu spüren, beginnen in der 6. SSW und prägen sich immer weiter aus. Ab der 22. SSW kann das Baby Temperaturen, Druck und Schmerz wahrnehmen. Der Tastsinn entwickelt sich stetig weiter.
  • Reflexe: Die ersten Reflexe entwickeln sich ab der 13. Schwangerschaftswoche. Ab der 24. ist der Greifreflex, ab der 25. Schwangerschaftswoche der Schluckreflex ausgebildet.

Die Entwicklung Ihres Babys im Bauch: In 9 Monaten entsteht ein kleines Wunder

Die Entstehung eines Babys, die Heranreifung aller seiner Organe, Gliedmaßen und Sinne, seines Gehirns, Muskel- und Nervensystems ist ein sehr komplexer Prozess. Kein Wunder, dass dafür 9 Monate Zeit benötigt werden! Wenn Ihr Kind geboren wird, hat es schon sehr viele Eindrücke aus dem Mutterleib verarbeitet und kann die Stimme seiner Mutter und enger Bezugspersonen erkennen. Es hat Sinne und Reflexe entwickelt, kann selbständig atmen, schlucken und greifen. Freuen Sie sich auf Ihr Baby und die vielen Entwicklungsschritte, die es nach der Geburt noch machen wird.

Die Entwicklung vom Embryo zum Baby

In nur vierzig Schwangerschaftswochen entwickelt sich das Embryo in deinem Bauch zum „geburtsfertigen“ Baby. Jede SSW stellt dabei einen neuen Meilenstein in der Entwicklung eines neuen kleinen Menschen dar. Hier findest du die wichtigsten Entwicklungsschritte im Überblick.

1.- 4. Schwangerschaftswoche

Du merkst davon noch gar nichts, und doch steht zu diesem frühen Zeitpunkt bereits fest, ob dein Baby braune oder blaue Augen haben wird und ob es Mädchen oder Junge ist. Denn bereits mit der Verschmelzung der je 23 Chromosomen der Mutter und des Vaters bei der Befruchtung entscheiden sich das Geschlecht und genetische Veranlagungen eures gemeinsamen Kindes. Die Zellteilung geht zwei Wochen nach der Befruchtung rasend schnell, und schon in der vierten Schwangerschaftswoche „kennt“ jede Zelle ihre spezifische Aufgabe und Bestimmung.

5. Schwangerschaftswoche

Die kaum 2 Millimeter große Zellkugel hat sich in die Länge gezogen und tritt nun in die Embryonalphase ein: Kopf und Rumpf werden angelegt und das Herz fängt an zu schlagen. Und zwar mit 150-160 Schlägen pro Minute doppelt so schnell wie dein eigenes Herz! Alle wichtigen Organe wie Niere und Leber beginnen zu wachsen. Das Neuralrohr, das später Gehirn und Rückenmark verbindet, schließt sich in dieser Woche. Auch Arme und Beine werden bereits angelegt.

6. Schwangerschaftswoche

Ultraschallbild in der 6. SSW: der kleine weiße Punkt in der „Blase“ ist der Embryo.

Nun ist der Embryo etwa 4 Millimeter groß, Hals und Kopf sind bereits vorhanden. In diesem Stadium scheint der Kopf überproportional, denn der Embryo entwickelt sich von oben nach unten. Die ersten Gesichtszüge deines Babys mit den Anlagen für Augen und Ohren sind zu erkennen. Auch die Hals und Brustwirbel, aus denen später der Brustkorb entsteht, bilden sich.

7. Schwangerschaftswoche

Die Gestalt des Embryos ähnelt nun der einer kleinen dicken Bohne. In leicht gekrümmter Haltung, mit dem Kopf auf die Brust geneigt, misst der kleine Körper nun etwa fünf Millimeter. Ab dieser Woche wächst der Embryo nun jeden Tag um ungefähr einen Millimeter. Das Gesicht mit Augen, Nase und Mund ist jetzt deutlich zu erkennen und auch die ersten Ansätze des Gehirns. Die Haut ist noch dünn wie Pergament und die Adern deutlich sichtbar.

Die Wirbelsäule sowie Arm- und Beinanlagen haben sich weiterentwickelt und Hände und Füße sehen aus wie kleine Paddel. Auch wenn du davon noch nichts mitbekommst: Im Lauf dieser Woche werden erste Muskelstränge gebildet und der Embryo beginnt sich zu bewegen.

8. Schwangerschaftswoche

Der Embryo ist nun etwa sechs Wochen alt und etwa 15 Millimeter groß. Im Ultraschall sind jetzt Fingerchen und winzige Zehen erkennbar, überhaupt nimmt der Körper nun eindeutig menschliche Züge an. Das Köpfchen richtet sich langsam auf und die schnellen Schläge des kleinen Herzens sind gut zu erkennen. Viele Organe sind bereits funktionstüchtig: Die Nieren produzieren Urin und der Magen Magensäure. Ellenbogen und Knie bilden sich an Armen und Beinen, die nun nicht mehr aussehen wie kleine Stummel.

9. und 10. Schwangerschaftswoche:

Embryo-Ultraschallbild in der 10. SSW

Herzlichen Glückwunsch, dein Embryo hat die erste Entwicklungsphase gut überstanden und wird nun Fötus genannt! Die inneren Organe entwickeln sich in dieser Zeit vollständig, das Gehirn wird nun von den Schädelknochen bedeckt und wächst stetig. Nicht nur das: Die Nervenzellen und Teile des Gehirns nehmen ihre Arbeit auf und dein Baby kann ab jetzt erste Sinneseindrücke wie Gefühle und Schmerzen wahrnehmen. Außerdem kann das Kleine bereits erste Strampelversuche mit Armen und Beinen unternehmen. Überhaupt beginnt jetzt eine stürmische Zeit für den Fötus, er ist ständig in Bewegung und schläft nur wenige Stunden.

11. Schwangerschaftswoche

Nun ist der Fötus etwa vier Zentimeter groß. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich bereits die Anlagen für die äußeren Geschlechtsorgane gebildet, beim männlichen Fötus ist der Penis bereits angedeutet. Dennoch ist eine eindeutige Aussage über das Geschlecht deines Babys erst in der 20. SSW möglich. Der Brustkorb schließt sich und schützt das Herz. Nun verfügt der neue Mensch über alle lebenswichtigen Körperteile, von den Zahnwurzeln bis zu den Fußnägeln ist alles da! Auch die ersten Härchen bilden sich als weicher Flaum, der den ganzen Körper bedeckt. Die Haut ist zwar immer noch transparent, wird aber durch Bildung immer neuer Schichten dicker.

12. Schwangerschaftswoche

Mit dieser Woche enden sowohl der dritte Schwangerschaftsmonat als auch das erste, kritische Drittel der Schwangerschaft. Ab jetzt sinkt das Risiko einer Fehlgeburt deutlich und du kannst die frohe Botschaft Freunden und Familie verkünden! Der Fötus ist jetzt etwa fünf Zentimeter lang (SSL: Scheitel-Steiß-Länge) und wiegt ungefähr 16 Gramm. Der Kopf wirkt immer noch riesig, mit einer hohen Stirn und einer winzigen Nase.

Die Augen verlagern sich jetzt langsam von ihrer seitlichen Position in Richtung Vorderseite des Kopfes. Die Lider sind ansatzweise vorhanden und die Netzhaut der Augen zeichnet sich dunkel ab. Das Kleine kann schon Lippen und Kopf bewegen, es ballt die Fäuste und dreht den Fuß. Der Fötus kann schon Fruchtwasser schlucken, gähnen und sogar Schluckauf kriegen. Auch bei Mädchen sind jetzt langsam die äußeren Geschlechtsorgane zu erkennen.

Schwangerschaft

Ultraschall in der Schwangerschaft: Hallo Baby!

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➤ Wie geht’s weiter? Lies auf der nächsten Seite, wie sich der Fötus im 2. Schwangerschaftstrimester entwickelt.

Der Fötus im 2. Trimester

Im zweiten Schwangerschafts-Trimenon geht es rund: Die Sinne entwickeln sich, das Baby trainiert im Bauch fleißig Kickboxen und das Geschlecht ist klar erkennbar. Was noch? Hier kommen die Entwicklungsschritte des Fötus im Überblick.

13. Schwangerschaftswoche

In dieser Woche verlangsamt sich das Wachstum im Vergleich von Kopf zu Körper, so dass die Proportionen sich angleichen. Noch sind die Knorpel des Fötus weich und geleeartig, doch langsam beginnen sie zu verknöchern. Im Ultraschall sind die Knochen von Armen, Beinen, Wirbelsäule, Rippen und die Schädelknochen gut zu erkennen. Die Schädelknochen sind allerdings noch nicht miteinander verwachsen, da das Gehirn viel Platz zum wachsen braucht.

Ultraschallbild des Fötus in der 13. SSW

Der Gehörgang und Gehörknöchelchen sind nun soweit ausgebildet, dass dein Baby bereits erste Geräusche wahrnehmen kann, auch die Stimmbänder beginnen zu entstehen. Die ersten Laute, die es hört, werden deine Stimme, dein Herzschlag sowie Magen- und Darmgeräusche sein. Obwohl die Augenlider des Fötus noch bis zur 26. Schwangerschaftswoche geschlossen bleiben, kann der Fötus jetzt schon hell und dunkel unterscheiden.

14. Schwangerschaftswoche

Zum Ende dieser Woche ist der Fötus in etwa acht Zentimeter groß und wiegt bis zu 43 Gramm. Der Körper wird jetzt vollständig von der sogenannten Käseschmiere bedeckt, die von den Talgdrüsen gebildet wird und die Haut schützt. Spätestens jetzt funktionieren der Hand-Greif-Reflex und auch der Saugreflex: Wenn die Hand des Kleinen zufällig im Fruchtwasser vorbeischwimmt, lutscht er gerne mal am Daumen.

3D Ultraschallbild des Fötus in der 14. SSW

Generell werden seine Bewegungen koordinierter. Das Babygesicht bekommt mit Augen, Nase, Lippen, Ohren und Kinn immer mehr Konturen, zusammen mit Augenbrauen und Wimpern lassen sich schon wunderbare Grimassen schneiden.

15. und 16. Schwangerschaftswoche

Der Hals des Fötus ist nun fertig entwickelt, er kann den Kopf jetzt heben und drehen. Er gibt nun allmählich seine gekrümmte Haltung auf, streckt sich und trainiert damit seine Nacken und Rückenmuskulatur. An Fingerkuppen und Zehenspitzen bilden sich individuelle Hautrillen, die später den unverwechselbaren Fingerabdruck eines jeden Menschen ausmachen.

Die Entwicklung des Herzens ist mit der 15. SSW vollständig abgeschlossen, die Leber und die Bauchspeicheldrüse nehmen ihre Funktion auf. Bisher stand die Ausbildung der Organe im Vordergrund, ab der 16. SSW geht es darum, dass der kleine Körper wächst und Fett einlagert. Schließlich muss er mit seinen zehn Zentimetern und ungefähr 95 Gramm bis zur Geburt noch einiges zulegen.

17. Schwangerschaftswoche

Ab jetzt macht sich dein Baby durch Tritte und Bewegungen schon deutlich bemerkbar. Auch das Kleine kann durch die Bauchdecke Berührungen wahrnehmen und bei Aufregung beruhigt werden. Durch das Geschaukel in der Fruchtblase wird zudem der Gleichgewichtsinn geschult. Durch das Ein- und Ausatmen des Fruchtwassers trainiert der Fötus seinen Atemapparat. Sein Tastsinn ist bereits so weit entwickelt, dass er nach der Nabelschnur greifen und mit ihr spielen kann.

18. Schwangerschaftswoche

Noch hat der Fötus keinen Schlaf-Wach-Rhythmus, er schläft verteilt über den Tag ungefähr 20 Stunden. Dabei ist sein Tagesablauf dem der Mutter entgegengesetzt: bewegt sie sich, wird er in den Schlaf geschaukelt. Ist sie, zum Beispiel am Abend, eher ruhig, ist er putzmunter. Wenn er wach ist, turnt er gern ein wenig herum, schlägt Purzelbäume und dreht sich um die eigene Achse.

So sieht der Fötus in der 19. SSW ungefähr aus.

19. Schwangerschaftswoche

Mädchen oder Junge? Für viele Eltern eine aufregende Woche, denn die zweite größere Ultraschalluntersuchung steht an, bei der das Geschlecht des Kindes bestimmt werden kann. Nicht nur auf dem Köpfchen wachsen jetzt erste Haare, der gesamte Körper deines Babys ist nun vollständig mit Flaum bedeckt, der sogenannten Lanugo-Behaarung. Keine Angst, diese verliert es nach der Geburt aber wieder!

20. Schwangerschaftswoche

Es ist Halbzeit in deiner Schwangerschaft, und du trägst da bereits ein kräftiges Kerlchen mit dir herum. Die Knüffe und Tritte werden von Tag zu Tag kräftiger, das Kleine trainiert fleißig Beine und Arme. Auch andere können die Bewegungen deines Babys mit der Hand auf dem Bauch deutlich spüren oder sogar Ausbuchtungen sehen. Probiere doch mal, mit dem Kleinen zu kommunizieren: Ruhige Musik und Streicheln beruhigen es, Stupser oder leichtes Klopfen auf den Bauch können Bewegungen provozieren!

21.- 24. Schwangerschaftswoche

Du bist jetzt im sechsten Monat und dein Baby hat in der letzten Zeit ordentlich zugelegt. Es wiegt nun ungefähr 350 Gramm und ist etwa 26 Zentimeter groß. Das Gehirn ist jetzt verstärkt mit Wachsen dran. Das Skelett festigt sich zusehends, ebenso entstehen Finger- und Zehennägel. Noch hat das Baby genug Platz zum herumturnen, was es auch ausgiebig nutzt.

Da das Zwerchfell noch nicht vollständig entwickelt ist, kommt es bei den Atemübungen des Kleinen öfter mal zu Schluckauf. Du merkst das an rhythmischen Zuckungen deines Schwangerschaftsbauches. Bis zum Ende des sechsten Monats nimmt das schnelle Wachstum des Babys zugunsten der Gewichtszunahme ein wenig ab. Dennoch hat es bis dahin eine Größe von etwa 31 Zentimetern und wiegt stolze 700 Gramm.

3D Ultraschallbild in der 24. SSW

25. – 26. Schwangerschaftswoche

Mit seinen ungefähr 800 Gramm hat das Baby in diesem Stadium bei einer Frühgeburt gute Überlebenschancen. Dennoch hat der Fötus die Lungenreife noch nicht vollständig erreicht, besser also, es bleibt noch ein Weilchen in deinem Bauch! Der Platz wird allerdings zunehmend enger, trotzdem reckt, gähnt und streckt das Kleine sich ausgiebig. In der 26. SSW öffnen sich seine Augen, da die Nervenbahnen jetzt ausreichend mit der Großhirnrinde verbunden sind. Nun kann es unterschiedliche Formen erkennen und Hell von Dunkel unterscheiden. Die Augenfarbe aller ungeborenen Babys ist übrigens blau-grau. Die für die spätere Augenfarbe des Kindes verantwortlichen Pigmente lagern sich erst nach der Geburt in der Regenbogenhaut des Auges ein.

27. – 28. Schwangerschaftswoche

Mit dem Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels hat dein Baby die Ein-Kilo-Grenze überschritten und ist nun schon etwa 37 Zentimeter groß. Die Fettschicht unter der Haut wird immer dicker. Ab jetzt wird das Blut vom Knochenmark gebildet. Überhaupt fließen die Körperflüssigkeiten, denn es wird auch ungeniert ins Fruchtwasser uriniert. Das macht aber nichts, da das Fruchtwasser ständig ausgetauscht und neu gebildet wird, bleibt es steril.

Zum Schlafen sind die Augen des Fötus mittlerweile, wie bei jedem Menschen geschlossen, und wenn es wach ist, offen. Der Sehsinn ist allerdings im Vergleich sehr schwach ausgebildet: Das Kleine sieht, auch als Neugeborenes, noch unscharf und Farben kann es erst im Alter von etwa zwei Monaten erkennen.

➤ Lies auf der nächsten Seite, wie sich das ungeborene Baby im dritten Schwangerschaftstrimester entwickelt.

Der Fötus im 3. Trimester

Von Immunsystem bis Lungenreifung: Welche Entwicklungsschritte dein Baby in den letzten Wochen macht, liest du hier.

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29. Schwangerschaftswoche

Ab jetzt bekommt dein Baby über die Plazenta wichtige Abwehrstoffe eingeschleust und fängt an, ein eigenes Immunsystem auszubilden. Der Endspurt hat begonnen: Das macht sich bei vielen Babys bemerkbar, indem sie sich drehen und langsam mit dem Kopf nach unten die Geburtsposition einnehmen. Dabei wird sich auch weiterhin viel bewegt, oft ist jetzt bei Tritten durch die gespannte Bauchdecke der Mutter sogar schon der Umriss der kleinen Füßchen zu erkennen.

30. Schwangerschaftswoche

Bei einem Gewicht von 1400 Gramm und einer Größe von 40 Zentimetern wird’s endgültig eng im Bauch. Deshalb nimmt das Baby jetzt die sogenannte Fötusstellung ein: Es zieht die Knie nach oben, Verschränkt die Ärmchen und rollt sich so platzsparend zusammen. Ab dieser Woche kann dein Baby Schmerzen empfinden und reagiert überhaupt immer sensibler auf äußere Reize: Ausgiebiges streicheln der Bauchdecke kann das Kleine beruhigen!

31. Schwangerschaftswoche

Du spürst dein Kind nicht mehr so intensiv und oft wie vorher, obwohl die Aktivität ab der 31. SSW sogar zunimmt? Kein Grund zur Besorgnis, das liegt am Platzmangel in der Gebärmutter und den kurzen Wachzeiten. Föten schlafen zwischen 15 und 20 Stunden pro Tag, und dass vor allem, wenn du aktiv bist. Das Kind wird durch deine Bewegung in den Schlaf geschaukelt. Wach wird es allerdings beim Essen, denn der erhöhte Blutzuckerspiegel kommt relativ schnell auch bei deinem Baby an.

32. Schwangerschaftswoche

Zum Überleben außerhalb des Mutterleibes fehlen dem Fötus jetzt eigentlich nur noch zwei Dinge, die in dieser Zeit verstärkt gebildet werden. Zum einen ist das die schützende Fettschicht unter der Haut, die nach der Geburt als Wärmespeicher und Energielieferant dient. Zum anderen das sogenannte Surfactant, eine Substanz, die dafür sorgt, dass der Schutz- und Reinigungsmechanismus des Bronchialsystems funktioniert und das die Lungenbläschen davon abhält, beim Atmen zusammen zu kleben. Zudem haben viele Ungeborene in dieser Zeit verstärkt Schluckauf, da sie die Atmung trainieren.

33. und 34. Schwangerschaftswoche

Das Baby ist nun bis zu 45 Zentimeter groß und wiegt etwa 2200 Gramm. Die Fingernägel des Fötus sind ordentlich gewachsen. Sie ragen nun schon deutlich über die Fingerkuppen hinaus und das Kleine kann sich damit schon richtig kratzen. In den letzten Wochen vor der Geburt bekommen die Knochen nochmal einen richtigen Wachstumsschub, damit sie dann die richtige Festigkeit haben.

35. und 36. Schwangerschaftswoche

Das Immunsystem des Babys funktioniert jetzt unabhängig von dem der Mutter. Auch wenn das Immunsystem erst außerhalb des Mutterleibes richtig die Gelegenheit bekommt, sich vollständig auszubilden – damit ist der kleine Mensch so gut wie vollständig entwickelt und überlebensfähig. Bis zur Geburt dauert es mit der 36. Woche noch rund einen Monat, doch fast alle Kinder liegen in dieser Zeit schon mit dem Kopf nach unten in Richtung Becken der Mutter.

37. Schwangerschaftswoche

Der zehnte und letzte Monat der Schwangerschaft beginnt, das Baby misst ungefähr 48 Zentimeter und bringt bis zu 2950 Gramm auf die Waage. Die Lungenreife hat das Baby erreicht, die selbstständige Atmung außerhalb des Mutterleibes wäre also kein Problem mehr.

38. Schwangerschaftswoche

Babys, die in dieser Woche bereits zur Welt kommen, werden schon nicht mehr als Frühchen bezeichnet. Für alle Föten, die sich noch im Bauch der Mutter befinden, ist jetzt nicht nur die Schädellage wichtig, sondern auch in welche Richtung sie schauen. Wichtig für eine unkomplizierte Geburt ist die sogenannte vordere Hinterhauptslage, das heißt, das Baby blickt zum Rücken der Mutter und hat den Kopf zur Brust geneigt. Rücken und Hinterkopf zeigen nach vorne. Liegt das Baby bis zur 38. SSW immer noch in der Steißlage, kann der Arzt noch eine sogenannte „äußere Wendung“ machen. Er versucht, das Baby mit sanften. langsamen Bewegungen von außen zu drehen.

39. und 40. Schwangerschaftswoche

Das Baby ist jetzt achtmal so groß wie im dritten Monat und ungefähr 600-mal so schwer. Es füllt mit seiner Gestalt nahezu die gesamte Gebärmutter aus. Damit der Kopf, der mittlerweile einen Umfang von bis zu 35 Zentimetern hat, im engen Geburtskanal keinen Schaden nimmt und sich anpassen kann, sind die Schädelplatten noch nicht miteinander verwachsen. Was genau die Geburt auslöst, ist nicht vollständig bekannt, jedoch wird ein Zusammenhang zwischen der Reife des Kindes und den mütterlichen Hormonen vermutet. Ändert sich durch die Feinabstimmung dieser beiden Faktoren die Zusammensetzung der Hormone, werden die Wehen und damit die Geburt eingeleitet.

Entwicklung vom Embryo zum Baby

Schwangerschaftswochen im Überblick

Der Embryo ist im Moment noch eine Zellkugel, die ca. 2 mm groß ist. Die Zellen sind schon sortiert nach den Strukturen, die sich später aus ihnen entwickeln werden.

SSW 5

In der 5. Schwangerschaftswoche sieht der Embryo etwa wie eine Kaulquappe aus und ist ca. 3 mm groß. Das Herz beginnt zu schlagen. Sehr grobe Gesichtszüge (zum Beispiel Mund und Nasenlöcher) bilden sich heraus.

SSW 6

Der Embryo ist ca. 5 mm groß. Die Fortsätze, die später zu Armen und Beinen werden, bilden paddelartige Strukturen aus – die späteren Hände und Füße. Damit macht der Embryo nun erste Bewegungen.

SSW 7

Der Embryo ist ungefähr 1,2 cm groß. Die Organe werden komplexer und es bilden sich Finger und Zehen, die zunächst noch Schwimmhäute haben.

SSW 8

In der 8. Schwangerschaftswoche wird dein Kind nicht mehr als Embryo, sondern als Fötus bezeichnet. Offiziell behält es diese Bezeichnung bis zur Geburt. Es ist ca. 1,6 cm groß und 1 Gramm schwer. Die Organe, Nerven und Muskeln beginnen alle mit der Arbeit.

SSW 9

Der Fötus ist etwa 2,3 cm groß und 2 Gramm schwer. Er hat schon Augenlider, sie bleiben jedoch vorerst geschlossen. Ellenbogen und Fußgelenke bilden sich. Auch die Entwicklung der Genitalien fängt jetzt an.

SSW 10

Der Fötus ist ca. 3 cm groß und 4 Gramm schwer. Er kann jetzt schlucken und entwickelt Details wie Fingernägel und flaumige Haare auf der Haut.

SSW 11

Dein Kind ist etwa 4.1 cm groß und 7 Gramm schwer. Obwohl er so winzig ist, sind jetzt alle wichtigen Organe und Körperteile schon angelegt. In den nächsten Monaten werden sie sich ausdifferenzieren, wachsen und mitunter noch die Position ändern.

SSW 12

Der Fötus ist jetzt rund 5,4 cm groß und 14 Gramm schwer. Ohren und Augen wandern zur korrekten Position am Kopf. Das Gehirn bildet jetzt Verbindungen zwischen den Nervenzellen aus.

SSW 13

Dein Kind ist ca. 7,5 cm groß und 23 Gramm schwer. Er besitzt nun einen weltweit einzigartigen Fingerabdruck (selbst, wenn es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt).

SSW 14

Der Fötus ist ungefähr 8,7 cm groß und 43 Gramm schwer. Er kann in der 14. Schwangerschaftswoche schon Grimassen schneiden, greifen und blinzeln – allerdings noch nicht sehen, dafür sind die Augen noch nicht weit genug entwickelt.

SSW 15

Der Fötus ist etwa 10,1 cm groß und 70 Gramm schwer. Er atmet noch nicht, hat aber öfters Schluckauf. Alle Gelenke an Armen und Beinen sind voll ausgebildet.

SSW 16

Der Fötus ist ca. 11,6 cm groß und 100 Gramm schwer. Er benutzt jetzt langsam seine noch unfertigen Lungen, allerdings kann er nur Fruchtwasser ‚atmen‘. Die Sauerstoffzufuhr läuft über die Nabelschnur.

SSW 17

Der Fötus ist rund 13 cm lang und 140 Gramm schwer. Groß genug, dass du erstmals seine Bewegungen spüren könntest. Man kann nun seinen Herzschlag mit einem speziellen Stethoskop hören.

SSW 18

Der Fötus ist ca. 14,2 cm lang und 190 Gramm schwer. Er schluckt jetzt Fruchtwasser. Im Mund entwickeln sich die Geschmacksknospen.

SSW 19

Dein Kind ist ungefähr 15,3 cm lang und 240 Gramm schwer. Im Gehirn entwickeln sich gerade insbesondere die Regionen für die Sinneswahrnehmung: Riechen, Hören, Schmecken, Sehen und Fühlen. Bisher kann der Fötus jedoch nur Schmecken und Fühlen.

SSW 20

Der Fötus ist rund 16,4 cm groß und 300 Gramm schwer. Er ist jetzt von der sogenannten Käseschmiere bedeckt. Diese weißliche Substanz enthält viel Fett und schützt die Haut vor dem Fruchtwasser.

SSW 21

Ab der 21. Schwangerschaftswoche wird der Fötus vom Scheitel bis zu den Zehen gemessen – bis zur 20. Woche wurde vom Scheitel zum Steiß gemessen. Er ist ca. 27 cm lang und 360 Gramm schwer. Dein Baby kann jetzt hören. Es hört vor allem Herz- und Darmgeräusche sowie die Stimme der Mama, aber auch laute Geräusche von außen dringen zu ihm durch. Zudem entwickelt sich die Iris im Auge.

SSW 22

Der Fötus ist etwa 28 cm groß und 430 Gramm schwer. Die Proportionen von Gliedmaßen, Kopf und Torso stimmen schon, allerdings fehlt es noch an Fett. Deswegen ist das Baby noch dünn und faltig.

SSW 23

Der Fötus ist nun ungefähr 29 cm groß und 500 Gramm schwer. Das Gehör bildet sich weiter aus und verfeinert sich.

SSW 24

Der Fötus ist ca. 30 cm groß und 600 Gramm schwer. Seine Lungenbläschen sind jetzt fertig ausgebildet.

SSW 25

Der Fötus ist etwa 35 cm groß und 660 Gramm schwer. Obwohl der Sehapparat noch nicht vollständig entwickelt ist, kann er nun schon hell und dunkel unterscheiden.

SSW 26

Der Fötus ist rund 37 cm groß und 750 Gramm schwer. Die Augen beginnen sich jetzt erstmals richtig zu öffnen.

SSW 27

Der Fötus ist ca. 37 cm groß und 900 Gramm schwer. Die Augen können sich jetzt öffnen und schließen. Außerdem schläft dein Baby in regelmäßigen Abständen.

SSW 28

Der Fötus ist mittlerweile um die 38 cm groß und 1 kg schwer. Er kann jetzt riechen, weil nun die Nasenlöcher frei sind.

SSW 29

Der Fötus ist ungefähr 39 cm groß und 1,2 kg schwer. Seine Knochen werden nun härter, indem sie Calcium einlagern.

SSW 30

Der Fötus ist ca. 40 cm groß und 1,3 kg schwer. Der Sehapparat wird immer feiner ausdifferenziert. Die Augen können jetzt in der Augenhöhle bewegt werden. In den Lungen bildet sich ein Oberflächenfilm, der für das Atmen notwendig ist.

SSW 31

Der Fötus ist etwa 41 cm groß und 1,5 kg schwer. Er bewegt sich nun weniger, weil es langsam eng wird im Bauch. Beim Schlafen träumt es.

SSW 32

Der Fötus ist ungefähr 42 cm groß und 1,7 kg schwer. Bei männlichen Föten ist der Hoden jetzt aus dem Bauch in den Hodensack gewandert. Manche Föten haben nun schon dichtes Kopfhaar.

SSW 33

Der Fötus ist nun ca. 44 cm groß und 1,9 kg schwer. Wahrscheinlich liegt er jetzt schon mit dem Kopf nach unten. Seine Haut glättet sich und ist jetzt weniger gerötet.

SSW 34 – 40

Der Fötus ist in der 34. Woche etwa 45 cm groß und 2,1 kg schwer. Die Entwicklung des Fötus ist jetzt im Prinzip abgeschlossen. Es wächst nur noch und wird schwerer. Es wird sich in den nächsten Schwangerschaftswochen außerdem drehen und ins Becken absenken. In der 40. Woche ist es etwa 51 cm groß und 3,5 kg schwer.

Zygote, Embryo und Fötus: Wo liegt der Unterschied?

Die Definitionen von Zygote, Embryo und Fötus sind in der Regel verwirrend, da sie sich alle auf das zukünftige Baby beziehen, wenn auch in unterschiedlichen Phasen der pränatalen Entwicklung. In diesem Artikel werden wir die Unterschiede zwischen diesen Konzepten klären, damit die Kinderwunschpatienten die Erklärungen der Spezialisten verstehen.

Im Anschluss finden Sie ein Inhaltsverzeichnis mit allen Punkten, die wir in diesem Artikel behandeln.

Was ist eine Zygote?

Um die Definition von Zygote zu verstehen, ist es wichtig, das Konzept einer Gamete zu kennen. Gameten sind die in den Gonaden oder Geschlechtsorganen produzierten Fortpflanzungszellen. Beim Menschen unterscheiden wir zwischen weiblichen Gonaden, Eiern und männlichen Gameten, den Spermien.

Das Hauptmerkmal dieser Zellen ist, dass sie haploid sind, d.h. sie besitzen die Hälfte der genetischen Information, die der Rest der Zellen des menschlichen Körpers, die diploid sind. So haben menschliche Körperzellen 46 Chromosomen, während Sexualzellen 23 haben. Der Prozess, der zu dieser Reduktion der Information führt, wird als Meiose bezeichnet.

Wenn sich beide Geschlechtszellen, Eizelle und Sperma, bei der Befruchtung zusammenschließen, verschmelzen ihre Kerne zu einer einzigen Zelle: der Zygote. Daher können wir das Konzept der Zygote als die Zelle definieren, die aus der Befruchtung der Eizelle durch das Sperma resultiert.

Die Größe der Zygote ist gleich der der Eizelle, aber ihre genetische Ausstattung beträgt 46 Chromosomen (23 von jedem Gamet). Daraus entwickelt sich der Rest der Zellen, die das neue Lebewesen bilden werden.

Obwohl das Zygote-Stadium im Vergleich zur vollen embryonalen Entwicklung kurz ist, ist es eine sehr wichtige Phase, da es die erste Phase eines Lebens ist.

Die Entwicklung des Embryos

Es wird angenommen, dass die Entwicklung eines Embryos vom ersten Tag nach der Befruchtung (Zygote-Stadium) bis zur 8. Schwangerschaftswoche dauert. Während dieser Zeit entwicklet sich der Embryo schrittweise und es werden immer mehr Zellen produziert, ebenso wie die Zellspezialisierung.

Innerhalb des Embryonalstadiums gibt es einige spezifische Stadien. Diese erläutern wir hier:

Morula

Nach der Befruchtung hat die Zygote zwei Zellen, dann vier, acht, sechzehn….. Ungefähr am vierten Tag seiner Entwicklung ist der Embryo eine große Gruppe identischer Zellen, die schwer zu unterscheiden sind. Sie bilden eine Gruppe, die uns an eine Brombeere erinnert, und deshalb wird der Embryo zu diesem Zeitpunkt als Morula bezeichnet.

Blastozyste

Um den 5. bis 6. Entwicklungstag herum beginnt die Zelldifferenzierung, die zu zwei Zellgruppen führt. Auf der einen Seite, die Zellen des Trofoectoderm (externer Teil), die die der Plazenta und andere Strukturen schafft, die notwendig sind, um die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite, die Zellen der internen Zellmasse (IZM), die den Fötus bilden werden. Im Inneren des Embryos bildet sich eine Art Höhle: die Blastozele.

Diese embryonale Struktur ist das, was unter dem NamenBlastozyste kennen.

Der nächste Schritt in der Embryonalentwicklung besteht darin, dass sich die Blastozyste von der Zona pellucida (Oberflächenschicht, die sie schützt) befreit und sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Von diesem Moment an kann man bereits sagen, dass die Frau schwanger ist. Von nun an wächst der Embryo sehr schnell und hört auf, eine abgerundete Form zu haben, um ein längeres Aussehen zu haben und ähnelt der fetalen Struktur, wenn auch ohne Einzelheiten.

Fötale Etappe

Das Embryonalstadium endet in der achten Schwangerschaftswoche und geht in die fötale Etappe über. Man kann also sagen, dass ein 8 Wochen alter Embryo bereits ein Fötus ist.

Im Fötus werden immer mehr zelluläre Differenzierungen stattfinden, und die verschiedenen Organe werden so auf diese Weise geschaffen. Im Laufe der Entwicklung erhält der Fötus langsam das Aussehen eines Babys.

Diese Periode ist die längste in der pränatalen Evolution. Während dieser Schwangerschaftsphase wird die Schwangere verschiedenen Kontrollen unterzogen, die bestimmen, ob die Wachstumsrate und die fetale Entwicklung ausreichend ist.

Man geht davon aus, dass die Geburt zwischen der 38. und 42. Schwangerschaftswoche stattfinden muss, wenn man den Beginn der Schwangerschaft mit dem Datum der letzten Regelblutung zählt. Sobald die Geburt stattgefunden hat, d.h. nach der Geburt, können wir mit der Bezeichnung Baby auf das neue Wesen verweisen.

Die Entwicklung des Embryos nach der In-vitro-Fertilisation

Wenn die In-vitro-Fertilisation (IVF) entweder an sich selbst oder über eine Leihmutterschaft durchgeführt wird, findet ein Teil der embryonal-fötalen Entwicklung im Labor statt.

Das Zygote-Stadium und ein Teil des Embryonalstadiums finden in Petrischalen statt, bis der Embryotransfer stattfindet.

In der Regel werden Embryonen am Tag 3 oder Tag 5-6 übertragen. Obwohl es in einigen Fällen geschieht, ist es nicht üblich, Embryonen am zweiten, vierten oder über über den sechsten Tag der Entwicklung hinaus zu übertragen.

Fragen die Nutzer stellten

Kann ein Embryo außerhalb der Gebärmutter das Fötenstadium erreichen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Nein. Eine Eileiterschwangerschaft oder Extrauterinschwangerschaft sollte so schnell wie möglich operiert werden, um größere Probleme im Körper der Frau zu vermeiden. Am häufigsten tritt sie in den Eileitern auf, kann aber auch in anderen Körperregionen wie dem Eierstock, dem Halskanal, dem Beckenbereich usw. vorkommen.

Kann man nach 2 Monaten von „Fötus“ sprechen?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Im Prinzip ja, da 2 Monate 8 Wochen entsprechen und in diesem Moment schon der Embryo in das Fötenstadium übergeht.

Gibt es Anzeichen dafür, dass sich der Embryo eingenistet hat und sich somit seine Entwicklung bis zum Fötus fortsetzt?

durch Andrea Rodrigo (embryologin).

Ja, die meisten Frauen spüren Symptome nach der Embryonenimplantation, die hauptsächlich durch das hormonelle Ungleichgewicht zu Beginn der Schwangerschaft verursacht werden. Das für die meisten dieser Symptome verantwortliche Hormon ist beta-hCG.

Die häufigsten Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Schwere, Müdigkeit und leichter Schwindel. Auf der anderen Seite gibt es Frauen, die aufgrund der Einnistung eine kleine Blutung haben.

Auf jeden Fall ist der Ultraschall das wichtigste Instrument zur Untersuchung der embryonal-fötalen Evolution.

Im Mutterleib wird das Fundament für die Kindesentwicklung gelegt

Die psychische Entwicklung eines Kindes beginnt im Grunde schon, „wenn sich zwei Menschen entscheiden, miteinander ein Kind zu zeugen“. So erklärte es der Neurobiologe Gerald Hüther dem Magazin „Der Spiegel“. Die Eltern hätten bereits da bestimmte Vorstellungen, wie das Kind einmal sein könnte. „Diese Erwartungshaltung hat entscheidenden Einfluss“, so der 66-Jährige.

Neurobiologisch fassbar wird das erst im Mutterleib. „Während der Schwangerschaft entwickelt das kindliche Gehirn Netzwerkstrukturen, anhand der aus dem Körper ankommenden Signale“, so Hüther. Es entstehe ein Gehirn, das schon vor der Geburt individuell geprägt wird. Vieles habe darauf Einfluss, doch vor allem die Erfahrungen, die die Mutter während der Schwangerschaft macht.

Die Erfahrungen der Mutter prägen

„Beim Kind kommt vieles an“, sagte der Experte dem „Spiegel“: Es höre die Stimme der Mutter, dessen Klang auch nach der Geburt eine beruhigende Wirkung habe. Auch die Ernährung habe einen Einfluss. Für das kindliche Gehirn ist es demnach ein Vorteil, wenn es gewisse Dinge schon kennt. Es wirke dem Stress der Geburt entgegen. Die Vertrautheit zur Mutter sei dabei natürlich entscheidend.

Das bedeute jedoch auch, dass alle Erfahrungen der Mutter Einfluss auf das Ungeborene haben – positive wie negative. Gerät die Mutter in Stresssituationen, seien die Auswirkungen deutlich erkennbar. „Man kann im Ultraschall sehen, dass ungeborene Kinder in solchen Situationen eine Schutzhaltung annehmen“, so Hüther. „Wenn die Mutter Stress hat, erstarren sie.“

Genetische Vererbung macht nur einen Teil aus

Wichtig sind daher die positiven Emotionen. Diese seien für das Kind schon im Mutterleib Momente der Geborgenheit. „Entscheidend ist aber das tatsächliche Gefühl, das die Mutter dabei empfindet“, erklärte der Experte. „Wenn Sie mit klassischer Musik nichts anfangen können, bringt es nichts, Ihr ungeborenes Kind mit Mozart zu beschallen. Die Musik muss auch bei Ihnen etwas auslösen.“

Die genetische Vererbung ist laut Hüther nur ein Teil des Fundaments. „Der starre Blick auf die Gene hat uns die Sicht auf das versperrt, was bei der Entwicklung der Persönlichkeit wirklich wichtig ist“, sagte er dem „Spiegel“. „Dass sie nämlich ein faszinierender Prozess der Selbstorganisation ist.“ In einer sich verändernden hochkomplexen Welt sei Anpassungsfähigkeit überlebenswichtig.

Die Fallstricke der Leistungsgesellschaft

Nach der Geburt ist der Einfluss der Eltern auf die Entwicklung des Kindes natürlich direkter – doch dadurch können sie auch vieles falsch machen. „Wir neigen in unserer heutigen Leistungsgesellschaft dazu, den anderen nicht so zu sehen, wie er ist, sondern wir wollen etwas aus ihm machen“, so Hüther. Kinder würden dadurch zu „Objekten“ der Bildungs- und Erziehungsmaßnahmen.

Die Kinder dürften die innere Lust, sich selbst zu entfalten, nicht verlieren. „Kinder haben das Grundbedürfnis, als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen zu werden“, sagte der Neurobiologe dem „Spiegel“. „Gleichzeitig möchten sie aber ihren Eltern gefallen.“ Gebe es da einen Widerspruch, sei das ein massiver Störfaktor in der Entwicklung des Kindes.

Eltern rät Hüther daher, sich auf das Kind einzulassen. „Da wächst ein eigenständiges Wesen heran“, erklärte der Experte. Mit dieser Haltung können Eltern nicht viel falsch machen. „Sie müssen nicht perfekt sein, sie sind ja keine Maschinen“, so Hüther. Mit dem Verlust traditioneller Gemeinschaften wie Großfamilien fühlten sie viele Eltern jedoch alleingelassen. Für den Wissenschaftler bräuchte es eigentlich eine „andere Kultur des Umgangs miteinander“.

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