Entwicklung 3 jahre

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Kinder erobern ihre Welt auf eigene Weise. Manche gehen es vorsichtig an, andere sind neugieriger und erobern ihr Umfeld im Turbogang.

Aber was sollte ein dreijähriges Kind wirklich können? Experten beantworten in BILD am SONNTAG die wichtigsten Fragen.​

Mit drei Jahren sprechen Kinder schon viel. Wie gut sollten sie es können?​

Prof. Ertan Mayatepek, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf: „Dreijährige sollten sich in einfachen Hauptsätzen verständigen und Fragen stellen können. Auch die Aussprache müsste bis zum Ende des dritten Lebensjahres korrekt sein; mit Ausnahme der Zischlaute wie das G in Garage, Ch bei ich oder S bei Suse. Manchmal werden noch Silben oder Buchstaben verdreht. Aber eine Stagnation oder ein Rückschritt in Aussprache, Sprechfreude sowie im Verstehen sollten nicht auftreten.“​

Wie umfangreich ist der Wortschatz?​

Mayatepek: „Verstanden werden rund 1000 Wörter. Der gesprochene Wortschatz ist aber geringer.“​

Was versteht ein dreijähriges Kind nicht?​

Mayatepek: „Komplizierte Satzgefüge, wie zum Beispiel ein Hauptsatz mit einigen Nebensätzen, werden noch nicht verstanden.“​

Wissen Dreijährige schon, was „Ich“ ist?​

Dr. Reinhild Damen, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Aachen: „Die meisten können ,Ich‘ sagen oder sich Gehör verschaffen durch Sätze wie ,Paula auch‘. Dreijährige wissen sehr genau, dass sie eine eigene Persönlichkeit darstellen. Jeder, der einmal mit einem Kleinkind einkaufen war, das den Laden zusammen gebrüllt hat, weil es den Schokoriegel nicht bekommen hat, weiß, wie gut Kleinkinder auf sich aufmerksam machen und unser Handeln beeinflussen können. Diese schon stark vorhandene Persönlichkeit sollten Eltern achten und darauf eingehen. Ein Kind, das in seinem Verhalten ernst genommen wird, kann sich am besten entwickeln. Dabei ist das Aufzeigen von Grenzen elementar.“​

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Sollen Kinder mit drei Jahren den eigenen Namen und das Alter sagen können?​

Mayatepek: „Ja, manchmal zeigt das Kind sein Alter aber nur mit den Fingern. Das ist eingeübt. Kinder wissen noch nicht, was drei Jahre bedeutet.“​

Kann es Körperteile zuordnen?​

Priv.-Doz. Dr. Burkhard Rodeck, Chefarzt Christliches Kinderhospital Osnabrück: „Meist klappt das schon gegen Ende des zweiten Lebensjahres, dass Kinder Arme, Beine und den Kopf benennen und später mit drei Jahren sicher zuordnen können.“​

Wie wichtig ist das gemeinsame Singen mit Kindern?​

Mayatepek: „Singen ist genauso wichtig wie Sprechen. Über das Singen werden auch der Rhythmus sowie Gefühle übermittelt. Es ist Teil der intuitiven und frühen Kommunikation von Eltern mit ihrem Kind.“​

Essen mit Besteck ohne zu kleckern, geht das?​

Priv.-Doz. Dr. Burkhard Rodeck: „Am dritten Geburtstag können Kinder ihren Geburtstagskuchen selbstständig essen. Der Löffel kann dann schon ohne allzu viel Kleckerei benutzt werden. Das Handhaben von Messer und Schere klappt auch schon einigermaßen.“​

Apropos Geburtstag: Wie viele Kinder sollten eingeladen werden?​

Damen: „Die alte Faustregel ‚So viele Kinder, wie das Kind alt wird‘, hat sich bewährt. Am Schönsten ist es, wenn der Geburtstag zu Hause gefeiert wird. Dabei ist es für das Kind wichtig, den anderen Kindern zu zeigen, wo es sich am liebsten aufhält und was es zu Hause gern spielt. Ein großes, teures Programm ist nicht notwendig.“​

Vor und nach der Geburt

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Warum ist es wichtig, dass ein dreijähriges Kind auf Zehenspitzen laufen oder hüpfen kann?​

Damen: „Bei der Geburt sind die Kinder etwa 50 Zentimeter groß, mit drei Jahren haben sie ihre Größe verdoppelt. Dabei müssen sie die neuen Körpermaße immer wieder neu kennenlernen. Deshalb ist es wichtig, dass Kleinkinder ständig Möglichkeiten haben, sich auszuprobieren und Neues zu lernen.“​

Zum Beispiel Dreirad oder Laufrad fahren. Was ist besser?​

Rodeck: „Beides ist sinnvoll, eine Empfehlung kann daher nur subjektiv sein. Laufradfahren fordert den Gleichgewichtssinn mehr als Dreiradfahren. Ich persönlich würde dem Laufrad den Vorzug geben.“​

Kinder basteln gern. Was sollten sie können?​

Damen: „Das Wort Basteln ist eher out. Vielmehr sollten wir den Kindern die Dinge zeigen, mit denen wir umgehen, zum Beispiel alle Dinge im Haushalt: von der Rührschüssel über den Schraubenzieher bis zur Wäscheklammer. Diese Dinge sind für die Kinder interessanter als teuer angeschafftes Bastelmaterial. Das richtige Material wäre neben Knete und Fingerfarben alles, was die Kinder draußen finden können.“​

Lernen Einzelkinder anders als Kinder mit Geschwistern im ähnlichen Alter?​

Damen: „Grundsätzlich nein. Am Wichtigsten für Kinder ist eine gute Bindung zu ihren Eltern. Sie lernen früh das Teilen und auch, dass sie nicht der Mittelpunkt allen Geschehens sind. Das lernen Kinder ohne Geschwister im Zusammensein mit anderen Kindern, auch wenn es nicht ihre Geschwister sind.“​

Endet die Trotzphase mit drei Jahren?​

Damen: „Leider nein. Konflikte zwischen Eltern und Kindern gibt es in unterschiedlichem Ausmaß immer und gehören zum Alltag einer Familie. Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder in Kontakt bleiben, viel miteinander reden und gemeinsam Regeln aufstellen, wie sie als Familie zusammenleben möchten.“​

Wo finden irritierte oder überforderte Eltern Rat und Hilfe?​

Rodeck: „Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt werden die Entwicklungsfortschritte kompetent beurteilt und bei Bedarf gezielte Maßnahmen zur Unterstützung eingeleitet. Sind Eltern unsicher, sollten sie ihr Kind auch zwischen den Vorsorgeterminen ihrem Kinderarzt vorstellen.“​

Mehr Infos: www.kindergesundheit-info.de, www.dgki.de​

Kinderwunsch

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Terrible Twos? Von wegen! 9 Gründe, warum dreijährige Kinder die schlimmsten sind

Für Eltern ist jede Phase des eigenen Kindes immer die anstrengendste. Egal ob sie noch Neugeborene sind, gerade anfangen zu krabbeln oder bereits erste Worte brabbeln, das Hier und Jetzt ist für Eltern die größte Herausforderung. Und alle schon ‚bewältigten Phasen‘ sind in der Retrospektive eigentlich gar nicht so schlimm gewesen.
Jedenfalls fast alle, denn eine Phase toppt sie alle (wenn meine Kinder in die Pubertät kommen, überarbeite ich diesen Artikel unter Umständen noch mal). Wenn die süßen, kleinen, Kulleraugen-tragenden Kinder nämlich drei Jahre alt sind, ändert sich zu Hause der Ton und ein kleiner Diktator tritt eines morgens aus dem Kinderzimmer.

Darum sind 3-Jährige das ausgemachte Böse:

Während Kinder am Anfang einfach weinen, wenn die Eltern ‚Nein‘ sagen oder sie ihren Willen nicht durchsetzen können, sind sie mit drei Jahren eine Naturgewalt – aus der Unterwelt. Denn sie werfen sich auf den Boden, schreien aus Leibeskräften und haben dabei die Ausdauer eines Marathon-Läufers. Da kann man sich als Eltern schon mal fragen, ob man einen Exorzisten zur Teufelsaustreibung kurzfristig organisiert bekommt.

2. Ohne Punkt und Komma

Lange sehnt man es herbei, dass die Kinder anfangen zu sprechen. Wenn sie es mit drei Jahren dann so richtig raus haben, gibt es kein Halten mehr. Sie kauen einem tagein tagaus ein Ohr ab und danach auch noch das zweite.

3. Ohne Windel, ohne Planung

Das windelfreie Leben ist für Kinder ein riesengroßer Schritt. Mit rund drei Jahren haben sie’s auch raus, Bescheid zu geben, wenn sie mal müssen. Allerdings IMMER SOFORT. Da wird eine einstündige Autofahrt auch gerne zu einem ausgedehnten Tagesausflug. Denn kaum hat man das Kind angeschnallt und sich selbst hinters Steuer gesetzt, da brüllt es schon von hinten. Positiver Nebeneffekt: So erfährt man, dass es auch im Discounter, dem Drogeriemarkt oder dem Tiernahrungshandel eine Kunden-Toilette gibt.
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4. Das schmeckt nicht!

Vorbei ist die Zeit, da man dem Kind das Essen kredenzt und es alles einfach reingespachtelt hat. Mit drei Jahren ist alles, was nur annähernd gesund aussieht, ein Anschlag auf ihr Leben. Selbst in der pürierten Suppe werden sie eine Zutat finden, die ihnen das Mahl so richtig vermiest.
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5. Das ziehe ich nicht an!

Auch vorbei sind die Zeiten, in denen man ihnen etwas Süßes anziehen konnte und sie aussahen wie kleine, schnuckelige H&M-Katalog-Kinder. Mit drei Jahren kleiden sie sich selbst ein, getreu dem Motto: Zu bunt gibt es nicht!
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6. Sie baden in Dreck

Dreckige Hände sind ein Grund zum Weinen, zumindest für Kinder im Alter von zwei Jahren. Mit drei scheinen Kinder darin zu baden. Die Schuhe beinhalten immer mehr Sand als der Sandkasten, die Hände sind Pechschwarz und die Klamotten kann man am Abend in die Waschmaschine stellen.

7. Sie haben dich in der Hand

Kinder im Alter von drei Jahren sind wahre Strippenzieher. Sie kennen die Knöpfe und Hebel, die sie betätigen müssen, um entweder etwas zu bekommen oder aber ihre Eltern an den Rand des Wahnsinns zu befördern. Und dann bekommen sie auch was sie wollen.

8. Müde sind immer nur die anderen

Schlaf ist für Dreijährige die Höchststrafe. Sie wachen morgens vor dem eigentlichen Aufstehen auf, müssen nach dem Mittagessen unbedingt noch etwas fertig spielen und sind abends sowieso nie müde. Und ihre Ähnlichkeit mit einem Panda finden sie eigentlich auch ganz schön.
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9. Ich mach das alleine!

Dreijährige sind überzeugt davon, ALLES alleine machen zu können. Und sie werden richtig bösartig, wenn man es auch nur wagt, ihnen Hilfe anzubieten. Wenn man dabei als Eltern nicht die Geduld verliert (weil alles eine Ewigkeit dauert), tun es nach dem dritten misslungenen Versuch dann die Kinder und damit wären wir wieder bei Punkt 1.

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Hilfe, Trotz­phase! Die zwölf besten Tipps für Eltern

Im Alter bis sechs Jahren nehmen Kinder wichtige Lern- und Entwicklungsschritte in einem so großen Tempo, dass sie nicht selten mit ihren Bewältigungskompetenzen an Grenzen stoßen: Sie wollen oft mehr, als sie können – zum Beispiel auf eine hohe Leiter ohne Festhalten („Alleine!“) – rebellieren, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht („Ich will aber!“), und viele Kinder werden in Stress- und Frustsituationen regelrecht von Gefühlen überrollt.

Warum Kinder überhaupt „trotzen“

Entwicklungspsychologen erklären Trotzreaktionen damit, dass sich die emotionale Entwicklung von Kindern zum größten Teil in den ersten sechs Lebensjahren vollzieht. Trotzt ein Kind, dann könnten nach Expertenmeinung mangelnde Kompetenzen der Kinder im Bereich der emotionalen Entwicklung das Problem sein.

Was ist die emotionale Entwicklung?

Die emotionale Entwicklung umfasst drei Fertigkeitsbereiche:

  • Emotionsausdruck: Das Kind kann einfache Emotionen wie Freude, Trauer, Ärger oder Angst und später auch komplexe Emotionen wie Stolz, Scham, Schuld und Neid mit Sprache (verbal) und / oder Gestik / Mimik (nonverbal) ausdrücken.
  • Emotionswissen: Es erkennt die Auslöser bestimmter Emotionen und deren Äußerungen und weiß darauf zu reagieren, zum Beispiel durch ein Lächeln.
  • Emotionsregulation: Es hat innere und äußere Strategien im Umgang mit Emotionen. Es weiß in Situationen, in denen es auf sich alleingestellt ist, wie es sich selbst beruhigen kann, zum Beispiel mithilfe eines Kuscheltieres.

Sind die emotionalen Fertigkeiten noch nicht ausgereift, um bestimmte Situationen emotional stabil zu meistern, kann ein Kind weinen, schreien, bocken.

Entwicklung mit Siebenmeilen-Stiefeln

Kinder müssen es erst lernen, geduldig zu sein, Regeln zu befolgen und innere Spannung so auszudrücken, dass sie verstanden und Konflikte konstruktiv gelöst werden können.

Trotzphase – das sollten Sie wissen:

Die Trotzphase gilt als ein wichtiger Schritt in der emotionalen Entwicklung eines Kindes – der eigene Wille ist erwacht, aber das Kind stößt in seinem Können an Grenzen. Wutanfälle können die Folge sein. Dahinter steckt oft nicht mehr als Traurigkeit und Verzweiflung.

Wie Sie auf den Trotz richtig reagieren

Wenn Sie es schaffen, Ihrem Kind mit Empathie in dieser wichtigen Phase zu begegnen, stärkt die Trotzphase nach Meinung von Experten sein Selbstbewusstsein und seine Durchsetzungskraft. Mit diesen zwölf Tipps können Sie auf den Trotz richtig reagieren und gemeinsam mit Ihrem Kind den Weg aus der Trotzphase finden.

1. Kinder ausprobieren lassen

Nicht immer „Nein“ sagen, wenn Ihr Kind etwas ausprobieren will („Alleine!“). Die hohe Leiter ohne Festhalten alleine zu erklimmen, ist zwar tabu, aber das Balancieren auf dem Mäuerchen vom Nachbarsgarten sollte okay sein. Lassen Sie Ihr Kind Dinge altersgerecht ausprobieren. Wenn auf ein „Ich will aber!“ auch mal ein „Ich kann!“ folgt, stärkt das das Selbstbewusstsein Ihres Kindes.

2. Nichts persönlich nehmen!

Viele Eltern fühlen sich überfordert, hilflos und schämen sich in der Öffentlichkeit, wenn nichts mehr hilft, als den Sohn oder die Tochter nur noch auf den Arm zu nehmen und schreiend, heulend, strampelnd und hauend aus dem Supermarkt oder Kindergarten zu tragen.

Solche Wutausbrüche auszuhalten und dann auch noch verständnisvoll und empathisch auf den Terror zu reagieren, ist nicht leicht. Der wichtigste Tipp: Nehmen Sie den Trotz und Ungehorsam Ihres Kindes nicht persönlich!

3. Ihr Einfühlungsvermögen ist gefragt

Stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen, wenn gar nichts so funktioniert, wie Sie es gern hätten! Dann bräuchten Sie doch auch jemanden, der Ihnen mit Verständnis begegnet und sich in Ihr Problem einfühlt – jemand, der Sie unterstützt und tröstet. So können Sie Ihrem Kind mit dem nötigen Einfühlungsvermögen und der Aufmerksamkeit begegnen, die es jetzt braucht.

4. Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm!

Auch wenn Sie jetzt einen ganz anderen Impuls verspüren, nehmen Sie Ihr Kind in den Arm! Alleine diese Geste führt oft dazu, dass die Anspannung verfliegt und sich Ihr Kind wieder beruhigt.

5. Helfen Sie, Gefühle zu benennen!

Es fördert die emotionale Entwicklung, wenn Sie Ihrem Kind dabei helfen, die hinter der Trotzreaktion liegenden Gefühle zu benennen. Sagen Sie zum Beispiel: „Deine Murmel ist weg, das macht dich jetzt traurig“ oder „Das ist viel zu gefährlich, alleine auf diese Leiter zu steigen, und das ärgert dich jetzt.“

6. Verständnis zeigen – Alternativen bieten

Nachdem Sie das hinter dem Trotz liegende Gefühl benannt haben, zeigen Sie Verständnis für das Verhalten Ihres Kindes. Sagen Sie: „Das kann ich gut verstehen“. Auch wenn Sie manchmal nicht so genau wissen, was den Trotzanfall ausgelöst hat, und Sie merken, dass Ihr Kind genauso ahnungslos ist, hilft es, einfach zu sagen: „Ich verstehe dich.“

Wenn Ihr Kind sich beruhigt hat, können Sie ihm vielleicht eine angemessene Alternative anbieten („Die Leiter ist zu gefährlich, aber versuche es doch mal mit dem Mäuerchen dort, das kannst du alleine schaffen.“)

7. Nicht schimpfen und bestrafen!

Was Ihr Kind jetzt nicht braucht, ist jemand, der es zusätzlich beschimpft und bestraft. Lassen Sie sich auf keinen Fall von der Wut Ihres Kindes mitreißen, indem Sie zum Beispiel auch schreien oder etwas kaputt machen. Sie sollten Ihrem Kind auch nicht drohen „Warte, wenn Papa nach Hause kommt“ oder „Ich sperre dich in den Keller, wenn du nicht aufhörst.“ Ihr Kind mit Gewalt zur Vernunft zu bringen, sollte ein absolutes No-go sein. Damit können Sie dauerhaft Schaden anrichten und Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl Ihres Kindes schwächen.

8. Ein gutes Vorbild sein

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es seinen Gefühlen besser Ausdruck verleihen kann, zum Beispiel: Stampfen Sie mit dem Fuß auf und rufen „Verflixt und zugenäht, dass sich die Murmel aber auch ausgerechnet jetzt verstecken muss, wo wir los müssen, lass uns kurz gemeinsam nach ihr suchen“.

9. Ablenkung hilft

Die Crux am Trotz: Heulende und schreiende Kinder erreicht normales Reden nicht mehr. Versuchen Sie Ihr Kind abzulenken, bevor der Trotzanfall richtig losgeht.

Rufen Sie zum Beispiel plötzlich mit einer Hand hinterm Ohr: „Oh, hör mal hin! Ich habe die Murmel gerade rufen gehört! Du auch?“ Viele finden vor Überraschung aus ihrem Gefühlschaos, wenn Sie zum Beispiel in allen Räumen nach dem verlorenen Objekt anfangen zu suchen und nach ihm rufen. Setzen Sie ein Kuscheltier oder eine Handpuppe bei der Suche ein, umso spannender wird es, und das Kind vergisst über der Ablenkung seinen Schmerz. Sie können so wieder mit ihm reden.

10. Humor schadet nicht

Humor hilft Ihnen, Verständnis für nicht nachvollziehbare Trotz-Gründe aufzubringen, und dem Kind, doch einzulenken und etwas zu tun, was es eigentlich nicht will. Seien Sie erfinderisch und lassen Sie sich von Ihrem Bauchgefühl leiten, wenn Sie Ihr Kind beruhigen wollen.

Trotzt es zum Beispiel, weil es lieber ein Nutellabrot statt der gesünderen Banane essen will, sagen Sie: „Ehrlich gesagt, verstehe ich dich, der Magen ist ja auch eher rund, und da passt ein Brot viel besser rein als so eine olle Banane, wie soll die denn in deinen Magen passen?!“ Eine Wette, ob sie dann doch passt, kann das Kind viel eher eingehen, als auf seinen Willen durch Druck zu verzichten.

11. Regeln einhalten und konsequent sein

Kinder brauchen Grenzen. Es ist wichtig, Regeln zu haben („Beim Essen am Tisch sitzen bleiben“ oder „Niemand wird gehauen, geschlagen, gebissen“) und diese dann auch konsequent durchzuziehen – auch wenn der kleine Trotzkopf bitterlich weint und Sie mit den Nerven am Ende sind. Versuchen Sie einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn Ihr Kind ausflippt, und erklären Sie Ihr Nein, sobald Ihr Kind wieder aufnahmebereit ist.

Überlegen Sie sich aber, welche Dinge Ihnen wirklich wichtig sind – denn es gilt: Die Anzahl an Regeln und Verboten sollte überschaubar bleiben, damit Ihr Kind sich diese auch merken kann. Weihen Sie auch Großeltern und andere Bezugspersonen in das vereinbarte Regelwerk ein, damit sie beim Durchsetzen von Regeln an einem Strang ziehen können.

12. Ihr Kind ernst nehmen und kompromissbereit sein

In anderen Dingen ist es für die Entwicklung Ihres Kindes förderlich, wenn Sie seinen Willen ernst nehmen. Das heißt, auch mal Kompromisse einzugehen, bevor Ihr Kind ausflippt (zum Beispiel die Banane einmal auf das Nutellabrot zu schneiden statt auf „Banane statt Brot“ zu bestehen).

Vielen Eltern hilft es auch, zu wissen, dass die Trotzphase vorübergehend ist. Laut Expertenmeinung gehen Eltern, die verständnisvoll und gelassen Ihr Kind in der frühkindlichen Trotzphase begleiten, später mit ihnen auch gelassener durch die emotional schwierige Phase der Pubertät. Auch ein Trost.

3 Jahre alt: Jetzt bin ICH gross!

Enorm, was Ihr Kind im letzten Jahr (seinem dritten Lebensjahr) alles gelernt hat: Es kann hüpfen, auf Zehenspitzen gehen, auf einem Fuss das Gleichgewicht halten, in die Pedale seines Dreirads treten, mit Klötzen hohe Türme bauen, Puzzle zusammensetzen und vieles mehr.

Auch seine Malkünste, die es vor einem Jahr begonnen hat, sind ausgereifter: Es kann erstens die Farben unterscheiden und zweitens auch Kreise zeichnen. Bald also wird Ihr Kind die ersten Menschen (so genannte Kopffüssler) zeichnen. Die Gesellschaft anderer Kinder regt Ihr Kind sehr an – auch wenn es noch nicht immer mit ihnen spielen will. Seine Feinmotorik ist im nun beginnenden vierten Lebensjahr so ausgereift, dass es Perlen auf eine Schnur ziehen kann.

Seit seinem 2. Geburtstag hat Ihr Kind auch andere grosse Fortschritte gemacht: Es ist dabei, seine Trotzphase, welche Sie in den letzten Monaten wohl hie und da zur Weissglut getrieben hat, hinter sich zu lassen. Das heisst aber nicht, dass Ihr Kind seinen Kopf nicht mehr durchsetzen kann. Noch immer ist die Wahrnehmung seines eigenen ICH gross – und entsprechend verhält sich Ihr Kind auch. Mit drei Jahren hat Ihr Kind auch die Vorstellung, dass es jetzt „gross“ sei.

Fast stündlich hat Ihr Kind in den letzten Monaten ein neues Wort gelernt – sein Wortschatz ist also jetzt immens. Darum will es auch ständig mit Ihnen kommunizieren und das Gelernte anwenden. Nehmen Sie sich die Zeit, sich mit Ihrem Kind zu unterhalten, beginnen Sie Gespräche! Es ist jetzt in der Lage, ganze Sätze zu formulieren. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass Ihr Kind gewisse Manieren lernt, dass man „bitte“ und „danke“ sagt, dass man grüsst, wenn man auf andere Menschen trifft.

Der ausgedehnte Wortschatz hilft auch, dass Ihr Kind anfängliches Summen in richtiges Singen umwandelt.

Wissen

Wussten Sie…?

Singen ist Kraftfutter für Kinderhirne

Obwohl es zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr wohl nicht genug Gruselgeschichten hören konnte, ist Ihr Kind immer noch ängstlich. Es fürchtet sich vor allem und jedem: Vor Dunkelheit, vor Tieren, vor Stürzen und so weiter. Achten Sie darauf, dass Sie die Ängste Ihres Kindes nicht schüren, denn wenn es seine Ängste selber meistert, macht es Fortschritte und kann sich so neuen Herausforderungen stellen. Vor allem nachts kann Ihr Kind immer wieder aufwachen, nach Ihnen verlangen oder versuchen, in Ihr Bett zu gelangen. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie in seinem Zimmer ein schwaches Licht brennen lassen oder die Tür zum beleuchteten Gang offen lassen.

Wenn Ihr Kind vermehrt zu Ihnen ins Elternbett kriecht und Sie das nicht möchten, begleiten Sie es immer wieder zurück in sein Bettchen und beruhigen es, wenn nötig. Die meisten Eltern fühlen sich durch ein Kind im Elternbett in ihrem wohlverdienten Schlaf gestört. Doch manche Eltern geniessen diese nächtliche Nähe zu ihrem Kind auch und wählen bewusst ein Famlienbett. Das Wichtigste ist, dass es für alle stimmt.

3. Lebensjahr

5. Lebensjahr

Newsticker

Kleinkinder träumen in Fotos: Kleinkinder träumen selten und vor allem in statischen Fotos. Erst ab dem Alter von fünf Jahren ist ihr räumliches Vorstellungsvermögen so weit entwickelt, dass sie im Schlaf bewegte Bilder sehen. Das zeigt eine Studie aus den USA, die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren sowie neun bis zwölf Jahren im Schlaflabor beobachtet und befragt hat. Im Unterschied zu Älteren kommen die Kinder selbst in ihren Träumen nicht vor. Am häufigsten träumen kleine Mädchen und Jungen von Tierfiguren. Angst ist in den Träumen der Drei- bis Fünfjährigen noch kein Thema. Wovor Kinder sich fürchteten, sei die Situation des Aufwachens, allein und im Dunkeln. (9.7.14)

Letzte Aktualisierung : 10-01-20, VZ/JL

Kinder Gewichtstabelle (2-10 Jahre)

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Gewichtstabellen für Kinder

Unsere Gewichtstabellen für Mädchen und Jungen basieren auf Daten der World Health Organisation (WHO) und zeigen, welche Gewichtsentwicklung für Kinder unterschiedlicher Altersstufen „normal“ ist. Hinweise dazu, wie Du die Grafiken und Tabellen genau liest, findest Du weiter unten im Artikel. Das Gewicht von Jungen und Mädchen entwickelt sich unterschiedlich. Darum wird die Gewichtsentwicklung für beide Geschlechter getrennt dargestellt. Daher findest Du hier eine detaillierte Gewichtstabelle für Mädchen sowie eine Gewichtstabelle für Jungen. Hast Du noch ein kleines Baby? Dann ist die Gewichtstabelle für Babys die richtige Übersicht für Dich.

Gewichtsentwicklung von Mädchen 2 bis 5 Jahre

(Übersicht als PDF-Datei zum Download)

Gewichtstabelle für Mädchen

Quelle: World Health Organization (Stand 2012)

Gewichtsentwicklung von Jungen 2 bis 5 Jahre

(Übersicht als PDF-Datei zum Download)

Gewichtstabelle für Jungen

Quelle: World Health Organization (Stand 2012)

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Wie lässt sich das Gewicht anhand der Perzentilen einordnen?

So kannst Du die Perzentilen und die damit verbundenen Werte einordnen:

  • 97. Perzentile: Nur drei Prozent der Gleichaltrigen bringen mehr Gewicht auf die Waage. Dein Kind ist höchstwahrscheinlich adipös (fettsüchtig).
  • 85. Perzentile: 15 Prozent der Gleichaltrigen sind schwerer. Dein Kind neigt zu Übergewicht.
  • 50. Perzentile: 50 Prozent der Gleichaltrigen sind schwerer und 50 Prozent sind leichter oder gleichschwer. Dein Kind hat ein vollkommen durchschnittliches Gewicht für sein Alter.
  • 15. Perzentile: 15 Prozent der Gleichaltrigen sind leichter als Dein Kind. Dein Kind neigt zu Untergewicht.
  • 3. Perzentile: Nur drei Prozent der Gleichaltrigen sind leichter. Dein Kind hat erhebliches Untergewicht.

Gewicht von Kindern langfristig beobachten

Das Gewicht Deines Kindes ist von verschiedenen Faktoren, wie Körpergröße, Geschlecht, Ernährung und Bewegungsverhalten, abhängig. Dass Kinder im Wachstum plötzlich zunehmen, ist völlig normal. Nach einem Wachstumsschub kann Dein Kind auch kurzzeitig untergewichtig sein. Daher ist es schwierig zu sagen, welches Gewicht für Kinder normal ist. Es reicht nicht, das Kind einmal zu wiegen und diese einzelne Messung als Hinweis auf die Gewichtsentwicklung zu nehmen. Das Messergebnis ist nur eine Momentaufnahme. Um Aussagen darüber machen zu können, ob das Gewicht von Kindern altersgemäß normal ist, muss die Gewichtsentwicklung über einen längeren Zeitraum betrachtet werden, ähnlich wie beim Wachstum von Kindern.

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Gewichtsentwicklung wird im U-Heft festgehalten

Bei den regelmäßigen U-Untersuchungen kontrolliert der Kinderarzt unter anderem auch die Entwicklung des Gewichts von Kindern. Das Körpergewicht Deines Kindes wird bei diesen Arztbesuchen gemessen und in das Diagramm im gelben U-Heft eingetragen. Aus den gemessenen Werten ergibt sich eine Kurve, die die Gewichtsentwicklung Deines Kindes beschreibt. Die anderen Kurven, die in dem Diagramm zu sehen sind, sind Normkurven zum Vergleich, die Perzentilen genannt werden.

Was tun bei Über- oder Untergewicht?

Generell kannst Du das Gewicht Deines Kindes immer im Auge behalten, indem Du Dein Kind regelmäßig wiegst und misst. Du kannst Dich normalerweise auch auf den groben optischen Eindruck verlassen, wenn Du Dein Kind im Vergleich zu anderen Kindern betrachtest. Kommt es Dir selbst über- oder untergewichtig vor, solltest Du den Kinderarzt ansprechen, der überprüfen kann ob Kinder ein zu hohes oder zu niedriges Gewicht haben.

Wenn das Gewicht sich tatsächlich nicht normal entwickelt, müssen die Eltern und der Kinderarzt die weitere Entwicklung des Kindes gut beobachten. Der Kinderarzt kann Erkrankungen als Ursache der Gewichtsentwicklung prüfen und ausschließen und berät Dich auch in Punkto gesunde Ernährung und wie Du für ausreichend Bewegung sorgen kannst.

15 Prozent aller Kinder sind übergewichtig

Die Zahl übergewichtiger Kinder ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Eine Studie des Robert Koch-Instituts hat ergeben, dass in Deutschland 15 Prozent aller Kinder zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig sind. In unseren Artikeln „Ist Dein Kind zu dick?“ und „Übergewicht vorbeugen“ findest Du weitere Informationen zu diesem Thema.

Tabelle Alter | Gewicht | Größe von Kindern 1-17 Jahre

Beim Kauf von Kindersitzen oder anderen Dingen gibt es meist nur eine Gewichtsangabe bis wann der jeweilige Artikel zum Einsatz kommen soll. Es stellt sich dann die Frage, ob sich die Anschaffung des teuersten Testsiegers überhaupt noch lohnt?

Da die Zahlen, welche wir aus den ersten Treffern bei Google gefunden hatten bei unseren Kindern nicht stimmten, haben wir noch einige Eltern bei uns im Wohngebiet gefragt. Auch da stimmten die Werte überhaupt nicht mit dem zusammen, was wir so recherchiert haben. Das Gewicht und die Größe der Kinder lag immer deutlich drüber.

Warum ist das so?

Die ganzen Zahlen und Tabellen aus dem Internet beziehen sich auf Erhebungen der Welt-Gesundheits-Organisation WHO. Wie man sich schon denken kann, haben die natürlich nicht extra nur für Kinder und Jugendliche aus Deutschland eine Erhebung gemacht, sondern arbeiten weltweit möglichst repräsentativ. Eine Recherche der WHO Rahmenbedingungen ergab, dass Kinder aus Brasilien, Ghana, Indien, Norwegen, Oman und USA die Grundlage dieser Werte sind.

Anscheinend spielen aber die Veranlagung, Ernährung und weitere Lebensumstände in Deutschland eine gewisse Rolle, sonst hätten wir mit unseren “normal” wirkenden Kindern nicht so weit daneben gelegen.
Die Antwort fanden wir dann beim Robert Koch Institut (RKI), welches in den 2000’er Jahren ebenfalls eine langjährige Erhebung an tausenden Kinden und Jugendlichen aus Deutschland vorgenommen hatte. Daraus wurden dann Durchschnittswerte ermittelt, die auf ca. 95% aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland zutreffen. Übrigens auch bei unseren eigenen Kindern und denen aus der Nachbarschaft.

In der nachfolgenden Tabelle findest Du die Größe und das Normalgewicht von Kindern, sortiert nach Lebensjahren und basierend auf der wissenschaftlichen Erhebung des Robert-Koch-Instituts.

(Smartphones müssen evtl. ins Querformat gedreht werden, um die vollständige Breite der Tabelle darzustellen)

Kindesalter Gewicht Jungen Gewicht Mädchen Größe Jungen Größe Mädchen
1 Jahr 11 kg 11 kg 83 cm 82 cm
2 Jahre 14 kg 13 kg 93 cm 91 cm
3 Jahre 16 kg 16 kg 101 cm 100 cm
4 Jahre 18 kg 18 kg 108 cm 107 cm
5 Jahre 21 kg 21 kg 115 cm 114 cm
6 Jahre 24 kg 23 kg 121 cm 121 cm
7 Jahre 27 kg 26 kg 128 cm 126 cm
8 Jahre 31 kg 30 kg 134 cm 132 cm
9 Jahre 34 kg 34 kg 139 cm 138 cm
10 Jahre 38 kg 38 kg 144 cm 144 cm
11 Jahre 43 kg 44 kg 150 cm 151 cm
12 Jahre 47 kg 50 kg 155 cm 157 cm
13 Jahre 54 kg 54 kg 163 cm 161 cm
14 Jahre 61 kg 58 kg 170 cm 164 cm
15 Jahre 66 kg 60 kg 175 cm 165 cm
16 Jahre 71 kg 61 kg 178 cm 165 cm
17 Jahre 72 kg 62 kg 178 cm 165 cm

Kleinkind Entwicklung: 3. Lebensjahr

Der Entwicklungsstand hängt von der individuellen Veranlagung des einzelnen Kindes ab, aber auch von der bisherigen Förderung durch die Eltern.

Dennoch lässt sich im Entwicklungskalender von Kleinkindern eine Tendenz für das dritte Lebensjahr feststellen: Insbesondere Sprache und Feinmotorik entfalten sich.

Sprachliche Entwicklung im dritten Lebensjahr

Kleinkinder artikulieren im 24. Lebensmonat bereits munter bis zu 200 Wörter, einige bilden kleine Sätze aus zwei oder gar mehr Worten. Sie verstehen teilweise mehr als 1000 Worte, reden gerne und viel mit sich selbst und können Anweisungen wie „Kannst du mir bitte das Buch bringen?“ befolgen. Sie können Gegenstände und Taten benennen und versuchen, sich Eltern und anderen Menschen verständlich zu machen.

Dies liegt unter anderem in der seelischen Entwicklung begründet, denn das Kind nimmt sich im dritten Lebensjahr zunehmend selbst wahr. Kann es sich nicht verständlich machen, weil ihm die Worte fehlen, oder wird seinen Wünschen nicht nachgegeben, sind Wutausbrüche eine mögliche Folge. Es ist in dieser Zeit einerseits wichtig, auf das Kind einzugehen und es zu fördern, andererseits aber auch, ihm Grenzen aufzuzeigen.

Sprachliche Förderung

Kommunikation ist wichtig für das Kind. Es lernt im dritten Lebensjahr, längere Sätze zu formulieren, der Wortschatz erweitert sich kontinuierlich. Indem Sie viel mit dem Kleinkind sprechen, entwickelt sich dessen abstraktes Denken: Es lernt, zwischen Ein- und Mehrzahl zu unterscheiden sowie zeitliche und räumliche Beziehungen zu erkennen.

Mit der sprachlichen Entwicklung verfeinert sich das Unterscheidungsvermögen. Objekten werden Eigenschaften zugeordnet. Die Experimentierfreude des Kindes erleichtert es, ihm spielerisch den Unterschied zwischen oben und unten, vor und hinter, grösser und kleiner oder länger und kürzer zu erklären.

Mag das Kind im dritten Lebensjahr zwar noch nicht in der Lage sein, alle komplexen Zusammenhänge zu begreifen und grammatikalisch korrekte Sätze zu bilden – je mehr Sie mit ihm reden und ihm erklären, umso leichter wird es dem Kind später fallen. Jetzt wird der Grundstein gelegt.

Beachten Sie hierbei, dass Kinder abweisend auf zu viele Fragen reagieren können, besonders wenn sie selbst noch keinen so grossen Wortschatz besitzen. In diesem Fall hilft es, das Spiel Ihres Kindes zu kommentieren und mit verständlichen Worten einfach etwas zu erzählen. Dies regt das Kind ohne Druck zum Sprechen an.

Bewegung und Spiel

Sobald es mit den ersten Schritten klappt, sind Kleinkinder kaum zu bremsen. Im dritten Lebensjahr läuft das Kind sicher und umgeht Hindernisse. Es klettert auf Möbel und steigt die Treppe rauf und runter (mit beiden Füssen auf einer Stufe). Es kann springen, auf Zehenspitzen stehen und Bälle werfen, aber noch nicht fangen.

Was seine Hände angeht, so ist eine Hand die bevorzugte für feinmotorische Tätigkeiten. Mit Stiften kann es Linien und Kreise zeichnen, mit Bauklötzen einen Turm bauen. Ausserdem experimentiert es gerne mit Knöpfen und Drehreglern an der Stereoanlage. Die Bewegungsabläufe sehen bisweilen noch unbeholfen aus, nicht immer funktioniert alles wie es gewollt ist.

Zu den Entwicklungsschritten im dritten Lebensjahr zählt die Festigung der Bewegungsabläufe. Je öfter eine Bewegung wiederholt wird, umso besser entwickelt sich die Feinmotorik: Muskeln werden gestärkt, das Nervensystem wird stabiler, Gleichgewichtssinn und Koordination werden ausgewogener.

Ermutigen Sie Ihr Kind durch Spiel und Spass dazu, Bewegungsabläufe zu wiederholen, vor allem, wenn einmal etwas nicht auf Anhieb klappt. Kinder lieben die Herausforderungen von grob- und feinmotorischen Aktivitäten!

Fahrbare Untersätze wie z.B. ein Dreirad sind bei Kindern in diesem Alter sehr beliebt und fördern die Balance und Koordination.

Auch das Interesse an Rollenspielen entwickelt sich weiter. So füttern die Kleinen gerne ihren Teddy oder bringen ihre Puppe ins Bett. Neben dem Einzelspiel beobachten die Kinder nun auch gerne andere Kinder beim Spielen.

Kreativität und Selbstständigkeit fördern

Kleinkinder sind in der Regel sehr experimentierfreudig und möchten Vieles selber machen. Positive Bestärkung hilft ihnen dabei, auch sollten ausreichend Möglichkeiten bestehen, eigene Erfahrungen zu sammeln.

Die Kleinen fangen an, sich selbst anzuziehen und helfen auch anderen gerne dabei, aber nur, wenn dies mit ihren eigenen Interessen übereinstimmt. Ausserdem können sie bereits selbstständig mit dem Löffel essen und beginnen, eine Gabel zu benutzen.

Im Hinblick auf Sauberkeit macht das Kind ebenfalls Fortschritte. Die Wahrnehmung, wann Blase oder Darm entleert werden müssen, verfeinert sich. Ermuntern Sie es immer wieder, aufs Töpfchen zu gehen – jedes Erfolgserlebnis steigert das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit. Aber machen sie bloss keinen Druck, denn das kann die gegenteilige Wirkung haben.

Ängste

Mit zunehmender Selbstwahrnehmung und verfeinerter Wahrnehmung der Umgebung können sich Ängste einstellen. Es ist nun wichtig, diese nicht zu schüren.

Fürchtet sich das Kind beispielsweise in der Dunkelheit und möchte bei Ihnen schlafen, helfen Sie ihm, indem Sie ihm zeigen, dass der Schatten in der Ecke kein böses Monster ist. Ein schwaches Licht im Zimmer erleichtert die Orientierung, wenn das Kind nachts aufwacht. So lernt es zunehmend, sich Herausforderungen zu stellen.

Regeln und Grenzen

Bei aller Einfühlsamkeit und dem Freiraum, um eigene Erfahrungen zu sammeln, ist es im dritten Lebensjahr wichtig, Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen. Wutausbrüche sind in diesem Alter völlig normal und an der Tagesordnung, da sich die Kleinen sprachlich oft noch nicht genau ausdrücken können.

Einerseits benötigt das Kind Geborgenheit, andererseits muss es lernen, dass dieses oder jenes Verhalten bestimmte Konsequenzen hat.

Letztendlich wird das Kind auch dadurch in seiner Entwicklung gestärkt, denn klare Regeln bedeuten nicht nur Einschränkung, sondern geben auch Sicherheit.

Kindheitsforscher warnt: Unser System macht die Kinder kaputt

„Wenn wir so weitermachen, wie in den letzten 15 Jahren, wird es den Menschen auch ohne Klimakatastrophe und Atomkrieg in 200 Jahren nicht mehr geben“, sagte Hüter im Gespräch mit FOCUS Online. „Wir müssen dringend etwas ändern an der Art, wie wir zusammen leben und wie wir mit unseren Kindern umgehen.“

Bei größtmöglichem medizinischen Fortschritt waren unsere Kinder noch nie so auffallend krank wie heute.

Die Liste der Dinge, die sich laut Hüter ändern müssten, ist lang. Angefangen bei dem Bild von Kindern, das in der Gesellschaft verbreitet ist und dem Wert, der heute der Familie als Gemeinschaft zugesprochen wird, müsste die Art der Betreuung von Kindern vom Kleinkindalter bis zum Abitur grundlegend überarbeitet werden.

Jedes 2. Kind ist chronisch krank

Denn, wenn man dem Forscher glaubt, geht es Kindern heute so schlecht wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit:

„In Europa hat inzwischen jedes zweite Kind eine chronische Krankheit. Das gab es in der gesamten Geschichte der Menschheit noch nicht. Bei größtmöglichem medizinischen Fortschritt waren unsere Kinder noch nie so auffallend krank wie heute“, sagte Hüter.

Die Gründe sind vielfältig, lassen sich jedoch auf eine zentrale Erkenntnis herunterbrechen: Kinder können sich heute nicht mehr altersgemäß entwickeln, weil ihnen ein kindgerechtes Aufwachsen verwehrt wird.

Mit dieser Meinung steht Hüter nicht alleine da. Eine wachsende Zahl von Psychologen, Soziologen, Ärzten und Neurobiologen zeigt sich besorgt über den gesundheitlichen und psychischen Zustand von Kindern und Jugendlichen.

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Doch was brauchen Kinder, um kindgerecht aufzuwachsen?

„Was ein Kind evolutionär, psychologisch, neurobiologisch braucht, sind zuerst einmal seine Eltern, oder wenigstens die Mutter“, sagte Hüter. Viel zu früh werden Kinder seiner Meinung nach aus den Familien gerissen und in Kitas „fremdbetreut“.

Anstatt mehr Kitas zu bauen und immer mehr Geld in das frühkindliche Betreuungssystem zu investieren, sollte man nach Ansicht des Forschers lieber die Familien finanziell stützen.

„Wir verheizen die wenigen Kinder, die wir noch haben, in ein defizitäres Bildungs- und Betreuungssystem, damit die Eltern für wenig Geld viel arbeiten können, nur um ein Wirtschaftssystem aufrechtzuerhalten, das zum Scheitern verurteilt ist.“

Hüter ist nicht der erste Experte, der die Qualität der Kitas kritisiert. Der Mangel an Fachkräften in den Einrichtungen hat auch nach Ansicht des Bindungsforschers Karl Heinz Brisch negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern. Gerade in den ersten Lebensjahren formen die Erfahrungen der Kinder die Struktur ihres sich entwickelnden Gehirns. Daher sei es von großer Bedeutung, was die Kleinsten in dieser Zeit erleben.

In einem Interview mit der „Zeit“ sagte Brisch:

„Dauerstress schadet dem Gehirn, und dieser Stress stellt sich schnell ein, weil es an ausreichend beständigem emotionalem Kontakt fehlt. Natürlich kann keine Erzieherin mit sechs oder acht unter Dreijährigen emotional ausreichend in Kontakt sein. Das geht einfach nicht bei diesem Personalschlüssel und dauerndem Personalwechsel. Damit wird der Mangel an Zuneigung für die Kleinen zur Alltagserfahrung. Das müsste man dringend, dringend, dringend ändern.“

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Das Schulsystem macht die Kinder kaputt

Nach Kita und Kindergarten kommt dann die Schule – das nächste defizitäre System, das den Kindern nach Ansicht des Kindheitsforschers Schaden zufügt. Der Umgang mit den Kindern, insbesondere aber auch ihre Benotung könne als Gewalt am Kind verstanden werden.

„Wenn ein Kind eine schlechte Note bekommt, wird sein Selbstwertgefühl beschädigt“, sagte Hüter.

„Es fühlt sich gedemütigt und es verliert die weitere Freude am Lernen. Wenn ich bestraft werde für den Versuch, mich zu bilden, dann höre ich irgendwann auf, mit Freude zu lernen.“

Auch der bekannte Schweizer Kinderarzt Remo H. Largo ist der Meinung, dass das System Schule einfach nicht kindgerecht ist:

„Immer mehr Kinder verlassen die Schule nicht mit einem guten Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich als Versager und ­glauben nicht mehr daran, dass sie in dieser Gesellschaft bestehen können“, sagte er dem „Tagesanzeiger“.

“ Auswendig lernen, Hausaufgaben und Noten sind uns sehr wichtig, nützen aber nichts. Trotzdem macht die Schule unbeirrt weiter. Ich wünschte mir von einer kindgerechten Schule, dass sie die enorme Vielfalt unter den Schülern endlich akzeptiert und die Kinder dort abholt, wo sie entwicklungsmäßig stehen.“

Kinder vor dem Burnout

Die Folgen für die Kinder sind dramatisch. Eine Studie der Universität Bielefeld zeigte vor einigen Jahren, dass jedes sechste Kind und jeder fünfte Jugendliche in Deutschland unter deutlichem Stress leiden. Befragt wurden rund 1100 Kinder und Jugendliche sowie 1039 Eltern.

Der wohl bedeutsamste Faktor für kindlichen Stress dürfte eine instrumentelle, auf Leistung und mehr noch auf Erfolg orientierte Erziehungspraxis sein.

Zwei Drittel der Kinder mit hohem Stress litten der Studie zufolge unter körperlichen Symptomen wie Schmerzen oder Schlafstörungen. „Das sind klassische Burnout-Symptome, die für Eltern wichtige Warnsignale sind“, sagte Studienleiter Holger Ziegler.

Doch die nächste erschreckende Erkenntnis der Wissenschaftler: Den Eltern ist gar nicht bewusst, dass es ihren Kindern schlecht geht. 40 Prozent sind sogar in Sorge, dass sie den Nachwuchs nicht genug fördern.

Erziehungspraxis muss hinterfragt werden

„Der wohl bedeutsamste Faktor für kindlichen Stress dürfte eine instrumentelle, auf Leistung und mehr noch auf Erfolg orientierte Erziehungspraxis sein“, sagte Ziegler. Dabei spielt vor allem die Leistung in der Schule eine große Rolle.

Die meisten Eltern wollen ihre Kinder gerne auf dem Gymnasium sehen. Erbringen die Kinder die erwarteten Leistungen nicht, werden sie mit Förderunterricht zusätzlich belastet. Ein Teufelskreis – denn was leider oft vergessen wird: Kinder brauchen Freizeit. Freie Zeit, die sie zum Spielen nutzen können.

Diese Zeit fehlt den meisten Kindern heute jedoch. Die Schule geht häufig bis 16 Uhr und danach haben viele noch außerschulische Verpflichtungen, denen sie nachgehen.

Es ist eine bedrückende und traurige Entwicklung.

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Mangel an Spiel bedroht die Grundfeste der kindlichen Entwicklung

Mehr als 83 Prozent der Kinder mit hohem Stress haben nach eigenen Angaben keine Zeit für Dinge, die ihnen wirklich Spaß machen. Sie sind unglücklich darüber, dass sie über den eigenen Alltag so wenig mitbestimmen dürfen.

Und das bleibt nicht ohne Folgen, wie die Studie der Uni Bielefeld zeigte: Zwei Drittel der betroffenen Kinder sind vergleichsweise oft wütend, aggressiv oder gelangweilt. Sie haben ein schwächeres Selbstbewusstsein und Schwierigkeiten, Probleme selbstständig zu lösen.

Zudem verspürt jedes zweite Kind mit erhöhtem Stresslevel große Angst, seine Eltern in ihren Erwartungshaltungen zu enttäuschen.

Der Mangel an Freizeit und Spiel ist jedoch etwas, das die Grundfeste der kindlichen Entwicklung bedroht.

Kinder müssen spielen – und nicht nur lernen

„Damit das riesige Potential an Vernetzungsmöglichkeiten im Gehirn möglichst gut stabilisiert werden kann und die in unseren Kindern angelegten Talente zur Entfaltung kommen, müssen wir ihnen so lange wie möglich die Gelegenheit bieten, spielen zu können“, sagte etwa der Neurobiologe Gerald Hüther.

Und auch der US-Verband der Kinderärzte hat im vergangenen Jahr Alarm geschlagen.

Kinder in den USA haben heute zwölf Stunden pro Woche weniger Freizeit als Kinder in den 80er-Jahren – und die Kinderärzte warnen vor den Folgen. Denn das kindliche Spiel , das oft als so unwichtig eingestuft wird, dass es in der Prioritätenliste ganz hinten landet, muss dem Bericht zufolge als wichtiger Baustein für die gesamte Entwicklung eines Menschen angesehen werden.

Unser evolutionäres Programm ist nicht darauf ausgelegt, dass Kinder vom ersten bis zum 18. Lebensjahr 70 Stunden pro Woche in Gebäuden verbringen.

„Gebäudekindheit“ macht Kinder krank

Ein weiterer Faktor, der die Entwicklung von Kindern heute beeinträchtigt ist das, was Michael Hüter als „Gebäudekindheit“ bezeichnet. Damit ist gemeint, dass Kinder immer weniger Zeit im Freien verbringen.

„Die Kurzsichtigkeit nimmt weltweit rasend schnell zu – und das liegt daran, dass die Kinder kaum noch im Tageslicht sind“, sagte der Kindheitsforscher.

„Unser evolutionäres Programm ist nicht darauf ausgelegt, dass Kinder vom ersten bis zum 18. Lebensjahr 70 Stunden pro Woche in Gebäuden verbringen. Da muss man doch nur einmal den gesunden Menschenverstand walten lassen, um zu erkennen, dass dabei keine gesunden Menschen herauskommen können“, sagte er.

Seinen Nachforschungen zufolge waren 1990 noch drei Viertel der Kinder nach der Schule draußen in der Natur. Vor ein paar Jahren waren es nur noch ein Viertel der Kinder, heute seien es vermutlich noch weniger.

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen“

„Wir verschleudern die Ressourcen unserer Kinder. Und das, obwohl wir nur noch so wenige haben! Ich halte das für nichts Geringeres als ein Menschheitsverbrechen“, sagte Hüter.

Nach Ansicht des Forschers gibt es nur eine Möglichkeit, ein Fortbestehen für den Menschen zu gewährleisten: Alles neu überdenken und zu einem menschengerechten Leben zurückkehren:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“

3 Jahre alt – Sohn 2.0 Entwicklung und Schlaf

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Es scheint gar nicht so lange her, seit ich den Entwicklungsbericht über Sohn 2.0 schrieb, der zwei Jahre alt wurde. Die Zeit rast und mit ihr auch die Entwicklung des Sohnes. Mein Sohn ist ein aufgewecktes Kleinkind, das unglaublich viel quasselt, viel zu wenig schläft und sehr viel fragt: Warum?

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung und Lieblingsspiele mit drei Jahren

Vor einem Jahr lernte mein Sohn gerade richtig sprechen. Mittlerweile redet er sich den Mund fusselig. Den ganzen Tag redet oder singt er. Er erzählt, was er in seinen geliebten Büchern sieht, was er unternehmen will und welche Fragen ihm durch den Kopf gehen.

Warum, warum, warum, Mama? – Lieblingsfragewort von Sohn 2.0

Bücher lesen liebt der 3-Jährige. Sogar im Sandkasten und überall!

Bücher, malen und kneten sind seine liebsten Kinderbeschäftigungen. Bücher lesen wir jeden Tag vor – das gehört zu unserem Abendritual. Gemalt wird zudem fleißig, gerne in der Kita. Kneten muss jemand anderes mit ihm. Meine Kinder lieben Play-Doh, vor allem die Glitzerknete (Amazon-Werbelink), doch ich kann die Kinderknete absolut nicht riechen. Von der Konsistenz her ist die Knete toll.

Wasser liebt er, genau wie sein Bruder, sehr. Baden gehen, am Strand buddeln, Matschwasser machen, mit der Wasserbahn (Amazon-Werbelink) im Garten spielen: es gibt für ihn kaum etwas Schöneres. Lego bauen und mit Autos spielen sind auch hoch im Kurs. Er eifert im Moment sehr seinem 7-jährigen Bruder nach und mag vieles nachmachen.

Mit dem Kopf voraus

Der 3-Jährige weiß genau, was er möchte. Sandalen mit Socken anziehen (gruselig!), die bestimmte Hose, die eine Windel, das Brot mit Erdbeermarmelade. Leider hält seine Meinung nur kurz an. Nachdem die Sachen geholt und das Brot geschmiert sind, ändern sich oft seine Wünsche und das Geschrei ist groß. Eltern kennen das: Kleinkindern kann man es manchmal nicht recht machen. Was hilft? Nachgeben. Er isst das erste Brot ja doch nicht. Ein langer Lernprozess für uns, der noch nicht abgeschlossen ist.

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Sohn 2.0 und die Gesundheit

Toi, toi, toi, der kleine Sohn hält sich wacker. Bisher war er selten so krank, dass er das Bett hüten muss. Doch eine Schnupfnase hat er (gefühlt) immer. Mit einher geht leider oft eine Hörminderung, die erstmal nur beobachtet werden soll. Ich hoffe, dass er um Paukenröhrchen rum kommt. Das häufige „häää?“ als Nachfrage vom Sohn ist manchmal schon erschreckend. Hört er schwer, weil er einen Infekt hat oder steckt mehr dahinter?

Thema trocken werden mit drei Jahren: Ich dachte, dass wir das locker schaffen, dass er keine Windeln mehr braucht. Immerhin sagte er vor ein paar Wochen, dass er lieber „Schlüppis“ anziehen mag. Er ging an einem Tag sogar selbstständig auf den Topf. Dann wurde es ihm vermutlich zu lästig und er bestand auf seine Windel. Ich hoffe, dass er bald selbst einen erneuten Anlauf startet. Das muss von ihm aus kommen, sonst bringt das nichts. Töpfchentraining hat schon beim großen Sohn nicht so gut geklappt. Früher trocken wurde er nicht. Wir wussten es damals nicht besser.

Stottern mit drei Jahren

Seit ein paar Wochen stottert er am Anfang des Satzes, sodass er manchmal mehrere Anläufe braucht, bis er zu Ende gesprochen hat. Huch, dachte ich, was ist das jetzt? Viele Mamas beruhigten mich: das ist eine normale Phase. Man solle dem Stottern keine Beachtung schenken und dem Kind gut zuhören, ohne zu ermahnen. Manchmal macht er das gar nicht, danach wieder verstärkt. Wir warten ab.

Kleinkind-Entwicklung mit drei Jahren. Was man Sohn kann, wie er spricht und wie er schläft.

Sohn 2.0 und seine Geschwister

Was für ein Glück: er liebt seine kleine Baby-Schwester! Er küsst sie, streichelt sie, redet ihr gut zu, wenn sie weint. Mir sagt er, wann ich sie stillen soll und gibt gleichzeitig seinem Teddy die Brust und wickelt ihn. Er ist sehr zärtlich zu seiner Schwester, sodass wir nur sehr selten zur Vorsicht mahnen, falls er die kleine Hand zu sehr drückt oder sich in voller Liebe auf sie drauf legt. Ein Auge sollte man immer auf die beiden Kleinsten haben.

Zudem liebt er auch seinen großen Bruder. Er staunt, was er alles macht und freut sich riesig, wenn der Große ihn zum Mitspielen auffordert. Bisher dachte ich oft, dass sie ebenso viel streiten. Gleichzeitig gibt es Momente, in denen die beiden so toll und lange miteinander Spaß haben, dass der Streit vergessen ist. Dem Großen merkt man an, dass der 3-Jährige manchmal zu wuselig und laut für ihn ist. Seine Energie kann er noch nicht so gut lenken, schreit sie oft heraus. Da hilft nur: alle Kinder schnappen und nach draußen gehen. Es hat lange gedauert, bis wir das verstanden haben.

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Will alles machen – wie der große Bruder! Dazu gehört auch: Nintendo spielen!

Das leidige Thema Schlaf

So oft schrieb ich, dass mein Baby nicht schläft, dass das Schlafverhalten des Sohnes katastrophal ist. Es wurde einfach nicht besser. In den letzten Wochen schlief er zwar dreimal durch (yay!), in der Regel kommt er jede Nacht weinend aus dem Kinderzimmer (Geschwisterbett) ins Familienbett gekrabbelt. Er schläft auch nicht durch, wenn er im Familienbett einschläft und weint. Daher verlagerten wir das Vorleseritual ins Kinderzimmer, wo beide Jungs einschlafen. Durchschlafen ist kein Muss, doch wäre es traumhaft, wenn er einfach leise zu uns kommen würde, ohne alle zu wecken. Reden hilft leider nicht, weder tagsüber noch nachts. Wir hoffen weiter, dass die Nächte ruhiger werden. Zum Glück schläft das Baby-Mädchen mit zwei Monaten noch so super.

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Sohn 2.0 Mädchen
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