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Energy Drinks: Gesundheitsrisiko für Vieltrinker

Fast 70 Prozent aller Jugendlichen trinken Energy Drinks, und jeder vierte von ihnen mehr, als gesund ist. Aber auch Studenten und Erwachsene greifen zu den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken, um ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern; auf Partys und beim Autofahren sollen sie die Müdigkeit vertreiben.

Was in Energy Drinks drin steckt

Die meisten Energy Drinks schmecken künstlich süß und setzen sich in der Regel aus folgenden Zutaten zusammen:

Wasser, Zucker (zum Beispiel Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose), Kohlensäure, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Dabei sorgt das Koffein für die anregende Wirkung, das gilt aber nur für Koffein in Maßen. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Getränke durch Pflanzenextrakte wie Mate oder Guarana, verschiedene Aroma- und Farbstoffe.

Hoher Zuckergehalt

Durch den hohen Zuckergehalt enthalten Energy Drinks relativ viele Kalorien, etwa so viel wie Cola-Getränke oder Limonaden. Zwei Dosen dieses Getränks (500 Milliliter) können bis zu 70 Gramm Zucker enthalten, umgerechnet 24 Stück Würfelzucker. Alternativ gibt es zuckerfreie Varianten, die mit Süßstoffen gesüßt sind.

Verbindliche Höchstmengen für Zusätze in Energy-Drinks

Die gesetzlichen Bestimmungen zu Energy Drinks stehen in der Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung. Danach handelt es sich bei Energy Drinks um ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk , das maximal 320 Milligramm Koffein pro Liter enthalten darf. Auch für andere Zutaten gelten Höchstgehalte.

Inhaltsstoff Höchstgehalt (Milligramm je Liter)
Koffein 320
Taurin 4.000
Inosit 200
Glucuronolacton 2.400

Kennzeichnungspflicht bei erhöhtem Koffeingehalt

Beträgt der Koffeingehalt mehr als 150 Milligramm pro Liter, müssen Getränke seit Ende 2014 den Hinweis tragen: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“. In Klammern muss der Koffeingehalt in Milligramm pro 100 Milliliter angegeben werden.

Diese Anforderungen gelten auch bei loser Abgabe des Getränkes. Hier müssen die Angaben auf einem Schild auf oder neben der Ware oder in Gaststätten auf der Speise- und Getränkekarte aufgeführt sein.

Die Regelungen für den Koffeingehalt gelten nicht für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke auf der Grundlage von Kaffee oder Tee, wenn „Kaffee“ oder „Tee“ in der Bezeichnung steht. Das ist beispielsweise bei Eistee der Fall.

Gefahren durch Energy Drinks

Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 Milligramm Koffein, so viel wie eine Tasse Kaffee. Das klingt zunächst harmlos, aber es bleibt oft nicht bei einer Dose. Wenn mehrere Energy Drinks hintereinander getrunken werden, können unerwünschte Wirkungen auftreten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Nervosität
  • Schlaflosigkeit
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Herz-Rhytmusstörungen
  • Kreislaufkollaps

Für Kinder und Jugendliche besteht ein gesundheitliches Risiko, wenn sie mehr als 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag aufnehmen. Diese Menge erreicht ein 13-jähriger Junge mit einem Körpergewicht von circa 54 Kilogramm mit 0,5 Liter (zwei Dosen) Energy Drink. Bei Erwachsenen sind Koffein-Einzeldosen von bis zu 200 Milligramm (Tagesdosen bis 400 Milligramm) gesundheitlich unbedenklich. Dies entspricht 2 bis 4 Tassen Kaffee.

Bislang ist noch nicht geklärt, ob die unerwünschten Wirkungen von Koffein durch die Kombination mit anderen Inhaltsstoffen wie Taurin, Guarana oder L-Arginin verstärkt werden.

Weitere Ergebnisse zu den Höchstwerten für Koffein finden Sie bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). finden Sie hier: EFSA erklärt Risikobewertung

Gefährliche Kombination mit Alkohol

Jugendliche und junge Erwachsene trinken Energy Drinks oft schneller und in größeren Mengen. Nach Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung rinken vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren große Mengen Energy Drinks, oft gemischt mit Alkohol. Wenn Energy-Drinks mit Alkohol getrunken werden, dann meistens mit Wodka. um den scharfen Geschmack des Alkohols zu reduzieren. In Diskotheken mit langen Wachzeiten können zum Beispiel innerhalb von 24 Stunden bis zu 5 Liter Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken werden.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Mehr als 52 000 Personen – Erwachsene, Jugendliche und Kinder – aus 16 EU-Mitgliedsstaaten wurden befragt. Jeder dritte Erwachsene in Europa konsumiert danach Energy Drinks, jeder zehnte sogar vier- bis fünf¬mal pro Woche oder öfter. Besonders beliebt sind sie aber bei den 10- bis 19-Jährigen. 68 Prozent der befragten Jugendlichen trinken Energy Drinks, davon jeder zehnte mehrmals pro Woche. Jeder Zweite der Erwachsenen und der Jugendlichen trinkt Energy Drinks zusammen mit Alkohol.

Das Koffein „maskiert“ die Wirkung des Alkohols. In Studien wurde beobachtet, dass das Gefühl der Trunkenheit deutlich verringert ist, Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen.. Dies führt zu einer höheren Risikobereitschaft. So verursachten Studenten in den USA, die Energy Drinks gemischt mit Alkohol getrunken hatten, doppelt so häufig Autounfälle.

Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet in einer Stellungnahme zur Bewertung von Energy Drinks von Fällen mit Herzrhytmusstörungen und Nierenversagen bis hin zu Todesfällen.

Doch ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Konsum des Getränks und den Todesfällen ist bisher nicht nachgewiesen. Sollte es einen solchen Zusammenhang geben, müssten Energy Drinks als nicht sichere Lebensmittel eingestuft und der Verkauf generell verboten werden. Warnhinweise zur Kombination mit Alkohol oder Sport sind aber nicht vorgeschrieben.

Forderung nach Verkaufsverbot

Die Verbraucherzentralen fordern aufgrund der EFSA-Bewertung und einer randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Cross-over-Studie des David Grand Medical Centers ein Verkaufsverbot an Minderjährige für alle Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (über 150 Milligram je Liter. Dazu zählen viele Energy Drinks und einige Colagetränke.

Darüber hinaus halten die Verbraucherzentralen eine bessere Kennzeichnung der Produkte für dringend erforderlich: Der Hinweis „erhöhter Koffeingehalt“ ist völlig unzureichend. Der Warnhinweis muss ergänzt werden um die Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung. Auch der Warnhinweis „Für Kinder und schwangere und stillende Frauen nicht geeignet“, der inzwischen Pflicht ist, reicht nicht. Diese Hinweise sollten deutlich sichtbar auf der Vorderseite der Produkte stehen!

Koffeingehalte im Vergleich

  • 1 Tasse (150 Milliliter) Kaffee: 50–-100 Milligramm je nach Stärke
  • 1 Espresso: 50–-60 Milligramm
  • 1 Glas (200 Milliliter) Colagetränk: 30 Milligramm
  • 1 Dose (250 Milliliter) Energy Drink: 80 Milligramm Koffein
  • 1 Vollmilchschokolade (100 Milligramm): 3-35 Milligramm

In der Regel wird Kaffee nicht in so großen Mengen getrunken wie Energy Drinks.

Kaffee und Schwarzer Tee in der Schule?

Es gibt keine generelle Altersempfehlung für den Konsum koffeinhaltiger Getränke für Jugendliche. Für Schüler der Oberstufe ist der Kaffeekonsum oft mit dem Besuch trendiger Kaffeehausketten verbunden – die damit einhergehende „Chill-Atmosphäre“ wird meist mehr geschätzt als das Getränk selbst. Grundsätzlich spricht gegen ein solches Angebot in der Schule nichts, wenn sichergestellt werden kann, dass die jüngeren Schüler/-innen von einem Konsum ausgeschlossen sind. Somit ist ein Kaffeeautomat nur in Ausnahmefällen zu empfehlen.

Was Energydrinks wie Red Bull mit dem Körper machen

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Jede Menge Koffein, jede Menge Zucker – und ein paar Stoffe, von denen man nicht genau weiß, was sie im Körper anstellen. So lassen sich die Inhaltsstoffe von Energydrinks wie Red Bull zusammenfassen.

Wer genau wissen will, ob Red Bull wirklich Flügel verleiht, wie genau das süße Getränk das eigentlich anstellt und ob das Ganze schädlich ist, für den wird es etwas kompliziert. Das Wichtigste sind aber die Hauptbestandteile Koffein und Zucker. Und deren Wirkungen sind wissenschaftlich gut erforscht.

In nur zehn Minuten ist das Koffein im Blut

Eine 250-Milliliter-Dose enthält um die 80 Milligramm Koffein und 27,5 Gramm Zucker. Damit trinkt man also eigentlich einen kleinen Mokka mit Zucker. Viel Zucker. Gut neun Stück Würfelzucker, um genau zu sein.

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Nur zehn Minuten dauert es, bis das Koffein im Blut angekommen ist. Der Blutdruck steigt, ebenso der Puls. Nach gut 20 Minuten spürt man die Wirkung des Koffeins: Man fühlt sich wach und konzentrationsfähig, auch der Blutzuckerspiegel ist jetzt auf dem Höhepunkt.

Nach 40 Minuten ist alles Koffein, das aufgenommen wurde, im Umlauf. Der Zucker stimuliert das Belohnungssystems des Gehirns – es wird das Glückshormon Dopamin freigesetzt. Wer Höchstleistungen vollbringen will, sollte sich jetzt ranhalten.

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Denn nach einer Stunde etwa ist das wache Glück schon vorbei. Der Zucker ist verarbeitet, ein Teil davon in Fett umgewandelt. Die Müdigkeit kommt langsam zurück, manche werden auch reizbar oder nervös.

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Das verstärkt sich weiter – nach fünf bis sechs Stunden ist die Hälfte des Koffeins im Blut abgebaut, nach etwa zwölf Stunden ist es gänzlich verschwunden. Es hängt ein bisschen vom Alter, Geschlecht und anderen Faktoren ab, zum Beispiel, wie viel man sich in dieser Zeit bewegt hat.

Wirkung ab zwei Dosen Energydrink problematisch

Was heißt das nun für den Konsum von Energydrinks? Von einem Red Bull wird niemand Schaden nehmen, da sind sich Experten einig. Doch mehr als zwei Dosen Energydrink am Tag sind problematisch – vor allem für jene, die mit Herz-Kreislauf-Beschwerden zu kämpfen haben.

Denn Red Bull und Co. können das Herz aus dem Takt bringen. Weil das Koffein in dem süßen Getränk die Herzfrequenz nach oben schießen lässt, können bei empfindlichen Menschen oder bei zu hohem Konsum Herzrhythmusstörungen auftreten, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt.

Ärzte fordern Verbot für Energyshots

Sie haben mehr Koffein als Kaffee, schmecken aber süßer. Deswegen greifen Kinder und Jugendliche zu Energyshots, ohne über die Inhaltsstoffe nachzudenken. Dabei sind die Risiken kaum einzuschätzen.

Quelle: N24

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Die anderen Inhaltsstoffe in den Drinks, wie Taurin oder Inosit, sind dem BfR zufolge dagegen gesundheitlich nicht bedenklich. Taurin, eine sogenannte Aminoethansulfonsäure, entsteht beim Abbau der Aminosäure Cystein.

Taurin bildet sozusagen den Markenkern für Red Bull: Der Mythos, es würde aus Stierhoden stammen, hält sich hartnäckig.

Tatsächlich wird Taurin vom Körper selbst hergestellt: Es reguliert das Zellvolumen und entscheidet, was mit dem in der Zelle enthaltenen Calcium geschieht. Trotzdem nutzt Red Bull Taurin – im Drink selbst in synthetischer Form vorhanden – als Marketingstrategie. Leistungssteigernd soll es zusammen mit dem Koffein wirken.

Wissenschaftliche Studien aber sehen das anders. Die Stiftung Warentest etwa befand in ihrem Test, dass Taurin keine über das Koffein hinausgehende leistungs- oder konzentrationssteigernde Wirkung hat. Auch für die anderen Inhaltsstoffe, die gern in Energydrinks gepackt werden, gäbe es keine belastbaren Ergebnisse.

Behörde hat Nebenwirkungen von Energydrinks im Blick

Koffein und Zucker ist demnach alles, was wirkt – hoch dosiert. Die Gefahr der Überdosierung mit Koffein sei daher relativ hoch, so die Stiftung Warentest. Neben den Herzrhythmusstörungen könnten in Kombination mit Alkohol oder Sport auch Krampfanfälle oder Nierenversagen eintreten. „Die Energydrinks sind bestenfalls überflüssig, bei literweisem Konsum aber gefährlich“, lautete das Fazit der Stiftung.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht ebenfalls im Konsum von Energydrinks in Verbindung mit Alkohol oder Sport mögliche gesundheitliche Probleme bis hin zu Todesfällen.

Allerdings ist hier die Kausalität nicht ganz klar. Experten vermuten, dass die verschiedenen typischen Energydrink-Inhaltsstoffe sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken und erst so zu Problemen führen können.

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Obwohl Energydrinks zweifelsohne dem Körper viel Energie zuführen, muss das nicht heißen, dass sie auch leistungssteigernd wirken. Das zeigte im Jahr 2010 eine Studie von Forschern der Northern Kentucky University, die sie im Journal „Experimental and Clinical Psychopharmacology“ veröffentlichten.

Bei Reaktionstests schnitten in der Untersuchung jene Probanden, die eine halbe Stunde vorher eine Dose Red Bull getrunken hatten, schlechter ab jene Versuchsteilnehmer, die einen ebenso süßen Drink ohne Koffein getrunken hatten. Gleichwohl fühlten sich die Studienteilnehmer mit dem Energydrink fitter und energiegeladener als die anderen Probanden.

Insgesamt ist das Bild gemischt: Einige Untersuchungen fanden eine leicht verbesserte Konzentration und Wachheit sowie ein besseres Gedächtnis, andere widerlegen dies oder fanden gar keine Effekte.

In mehreren Studien wurde zudem nachgewiesen, dass Energydrinks – genau wie Kaffee – aufgrund des Koffeins anregend auf das Herz-Kreislauf-System wirken. Dass durch den Genuss dieser Getränke der Puls ansteigt, ist nicht überraschend.

Eine Reihe Dosen mit Energydrinks verschiedener Marken Quelle: picture-alliance / Romain Fellen

Erstaunt waren aber Wissenschaftler der Universität Freiburg unter Leitung des Mediziners Erik Grasser, als sie mittels Ultraschallmessungen feststellten, dass Red Bull in der größten der drei Hirnarterien auch den Widerstand erhöhte – und dadurch die Fließgeschwindigkeit des Blutes abnahm.

Zwar habe sein Team das nicht direkt messen können, doch der eigentliche Blutfluss ins Gehirn könne sich dadurch rund zehn Prozent verringern, so Grasser. Die Forschungsergebnisse wurden im „European Journal of Nutrition“ veröffentlicht. Die in der Werbung versprochenen Vorteile von Energydrinks überwiegen also nicht, wenn es nach dieser Studie geht.

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Red Bull reagierte mit der Kritik, dass die Studie keine Effekte zeige, die über jene einer Tasse Kaffee hinausgingen. Es sei schwer zu verstehen, warum die Forscher keine Koffein-Kontrollgruppe in die Studie einbezogen hätten.

Auch Grasser selbst räumte ein: Pauschal gesundheitsgefährdend sei Red Bull nicht. Die Wirkung unterscheide sich in der Tat nicht wesentlich von der von Kaffee. Die US-Ärztegesellschaft empfiehlt Erwachsenen, täglich nicht mehr als 500 Milligramm Koffein zu konsumieren – das sind ungefähr fünf Tassen Kaffee.

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Mit einer Dose Red Bull erreicht man dieses Maximum nicht. Allerdings sollten sich Jugendliche auf eine Tasse Kaffee pro Tag beschränken. Übersetzt heißt das: Wenn überhaupt, dann sollten Jugendliche maximal eine Dose Red Bull am Tag trinken. Aber ob sie sich an einem Partywochenende daran halten?

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So gefährlich sind Energy Drinks für Jugendliche

Wach und leistungsfähig zu bleiben: Das versprechen sich Menschen, die Energy Drinks konsumieren. Mehr als 320 Millionen Liter werden alleine in Deutschland getrunken – vor allem von Jugendlichen. Doch gerade für sie ist das nicht gesund. Wie gefährlich Energy Drinks tatsächlich sein können, zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung von Forschern der University of Waterloo in Ontario. Für die Studie wurden mehr als 2000 Kanadier im Alter von zwölf bis 24 Jahre befragt. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin CMAJOpen veröffentlich.

Über 50 Prozent hatten bereits gesundheitliche Beschwerden

Mahr als die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Energy Drinks konsumiert haben, gaben an, bereits negative gesundheitliche Auswirkungen erfahren zu haben. Dazu gehörten Beschwerden wie Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen und in seltenen Fällen Krämpfe. Auch Schlafstörungen, Durchfall und Brustschmerzen wurden genannt. „Energy-Drinks können sich negativ auf die Gesundheit von Jugendlichen auswirken“, so das Fazit der Forscher

Nach Angaben der Studienautoren sind diese Auswirkungen zu einen auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurückzuführen, zum anderen auf die Art und Weise, wie die Getränke häufig konsumiert werden. So werden Energy Drinks oft zusammen mit Alkohol getrunken oder während körperlicher Aktivität konsumiert. Vor dieser Kombination warnt auch die Verbraucherzentrale NRW. Sie schreibt: „Es hat mehrere Todesfälle gegeben, die in Zusammenhang mit dem Konsum von Energy Drinks gebracht worden sind, meist in Verbindung mit Alkohol und intensiver Bewegung wie Tanz.“

Energy Drinks enthalten sehr viel Zucker

Aber auch die Drinks selbst beherbergen ein Gesundheitsrisiko. Meist wird dies mit den hohen Mengen Koffein in Verbindung gebracht – was zum Teil auch stimmt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Nach Angaben von Studienleiter David Hammond sind die Risiken größer, als es nur der hohe Gehalt an Koffein vermuten lässt. Auch in früheren Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass Energy Drinks weitaus gefährlicher sind als reine Koffeingetränke.

Neben Koffein enthalten die Getränke jede Menge Zucker, Taurin und andere Stoffe. Allein eine 0,25-Liter-Dose kann bis zu 35 Gramm Zucker enthalten, das entspricht etwa zwölf Stück Würfelzucker. Der hohe Zuckergehalt gilt als einer der Hauptgründe für die wachmachende Wirkung.

Konsum bei Kinden und Jugendlichen einschränken

„Die Anzahl der in unserer Studie beobachteten Auswirkungen auf die Gesundheit deutet darauf hin, dass mehr unternommen werden sollte, um den Konsum bei Kindern und Jugendlichen einzuschränken“, erklärt Hammond. Er moniert, dass es im Moment keine Beschränkungen für Kinder gibt, die Energy Drinks kaufen. In Kanada gibt es allerdings zurzeit Überlegungen, Werbung für Energy Drinks, die sich speziell an Kinder richtet, zu verbieten und Warnungen herauszugeben, die Getränke nicht beim sportlichen Aktivitäten zu konsumieren. In Deutschland wird immer wieder über ein mögliches Verbot von Energy Drinks diskutiert.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind mehr als zwei Energy Drinks pro Tag gesundheitlich schon bedenklich, da ein zu hoher Konsum zu Herzrhythmus-Störungen führen kann. Wer bereits unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, sollte Energy Drinks ganz meiden. Auch Kinder, Schwangere, Stillende und koffeinempfindliche Personen sollten laut BfR auf den Konsum von derartigen Getränken verzichten.

Dieser Artikel ist Teil des Schwerpunkts zu Drogen im Alltag. Dazu hat ZEIT ONLINE exklusiv Ergebnisse des Global Drug Survey veröffentlicht, der weltweit größten Drogenumfrage, an der rund 35.000 Leserinnen und Leser teilgenommen haben.

Irgendwann während des zweiten Motorradrennens kam der Schmerz hinter dem Brustbein, erinnerte sich der 28-Jährige später. Der Schmerz war dumpf und gar nicht mal so stark. Der Motocross-Fahrer ruhte sich aus. Es half. Er fuhr ein weiteres Rennen, gewann – und brach zusammen. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen.

Der Mann überlebte, rätselhaft aber blieb die Ursache der Episode. Menschen, die jünger als 40 Jahre alt sind, bekommen nur äußerst selten einen Herzinfarkt, außer sie leiden an angeborenen Erkrankungen, Fehlbildungen oder Herzmuskelentzündungen. Keines dieser Leiden konnten die Ärzte feststellen. Auch Drogen wie Crystal Meth und Kokain – von beiden ist bekannt, dass sie Herzinfarkte auslösen können – hatte der Mann nicht genommen. Das einzig auffällige: Er hatte zwischen sieben oder acht Dosen eines Energydrinks getrunken.

Es ist eine alarmierende Fallgeschichte, die die behandelnden Ärzte als Warnung veröffentlicht haben (Medical Journal of Australia: Berger & Alford, 2009). Sie zeigt, dass Energydrinks eben nicht sind, für was Konsumenten sie gern halten: moderne Zaubertränke, die leistungsfähiger und konzentrierter machen; die dank animalischer (Taurin vom Stier) und superfoodiger (Guarana und Ginseng) Inhaltsstoffe Superkräfte verleihen; die einen zum „Monster“ werden lassen oder „Flügel“ verleihen. Stattdessen sind sie ein Trunk, der nicht nur abstoßend schmeckt, sondern auch gesundheitliche Konsequenzen haben kann.

Verbraucherschützer fordern Verbote für Minderjährige

Der australische Fallbericht allein kann einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Energydrinks und Herzproblemen zwar nicht belegen. Er fügt sich aber in eine Reihe anderer Berichte ein (Cardiovascular Toxicology: Lippi et al., 2016) und passt zu dem, was die Wissenschaft über die Energiebrausen bereits weiß. Eine einfache Abfrage in der Suchmaschine für medizinische Studien pubmed fördert mehr als 1.000 Publikationen über mögliche Gesundheitseffekte zutage; Ärztinnen und Ärzte haben effect, Monster und Red Bull längst als Risikogetränk auf dem Zettel. Die Verbraucherzentralen forderten schon 2017 ein Verkaufsverbot für Minderjährige und das Bundesamt für Risikobewertung warnte diese Woche erneut davor, dass Jugendliche zu schnell zu viel des Gesöffs trinken (BfR, 2019).

Neben Wasser und Unmengen Zucker ist Koffein der Hauptbestandteil von Energydrinks. Koffein hilft Müdigkeit einzudämmen, indem es den Adenosinrezeptor blockiert. Wird dieser im Gehirn aktiviert, arbeiten die Gehirnzellen etwas gemächlicher, wir werden müde. Im Laufe des Tages fällt immer mehr Adenosin an, bis wir so müde sind, dass wir schlafen gehen wollen. Weil Koffein diesen Ablauf verhindert, wirkt es stimulierend, hebt die Stimmung und trägt zur Konzentrationsfähigkeit bei.

Nur hat Koffein – wie alle Stimulanzien – Nebenwirkungen (Current Addiction Reports: Addicot, 2014). Wer zu viel davon zu sich nimmt, vergiftet sich regelrecht. Unangenehmes Schwitzen, Unruhe, Harndrang und – wie es das Diagnosehandbuch für psychische Krankheiten unter dem Eintrag „Koffeinintoxikation“ beschreibt – „gastrointestinale Unruhe“, also Durchfall, und „weitschweifende Gedanken- und Redeflüsse“ sind mögliche Folgen (Journal of Caffeine Research: Meredith et al., 2013). Es geht noch schlimmer: Schwedische Rechtsmedizinerinnen und Rechtsmediziner, die alle rund 80.000 Autopsieberichte aus einem Zeitraum von 16 Jahren auswerteten, bei denen das Blut der Toten auch auf Drogenrückstände geprüft worden war, fanden bei jedem 5.000sten Toten eine tödliche Dosis Koffein. (Clinical Toxicology: Thelander et al., 2009).

In den meisten Fällen führte Koffein den Tod herbei, indem es – ähnlich wie beim Energydrinks stürzenden Motocrossfahrer – das Herz über die Maßen beanspruchte. Denn Adenosinrezeptoren gibt es nicht allein im Gehirn, sondern überall im Körper, vor allem am Herzen. Viel Koffein lässt das Herz stärker und schneller pochen, zu viel kann es aus dem Rhythmus bringen (Advances in Nutrition: Grasser et al., 2016).

Vom Koffeingehalt her entspricht eine Dose Energydrink ungefähr einer Tasse Kaffee. Das Taurin und Guarana in den Drinks klingt zwar vielversprechend, bringt aber nix. Nur das Koffein und der Zucker putschen auf. Der überdeckt aber hauptsächlich den bitteren Koffeingeschmack und macht dick.

Mögliche Folge der Energydrinks: Herzrasen und Krampfanfälle

Grundproblem eins: Schon jeder sechste Grundschüler trinkt sie und jeder achte Jugendliche sogar gefährlich viel davon.

Grundproblem zwei: Energydrinks werden häufig in Verbindung mit Alkohol oder Sport getrunken. Beides verschärft die gesundheitsschädlichen Auswirkungen wie Herzrasen und Krampfanfälle. Genauere Studien zu dem Thema gibt es aus einem ganz bestimmten Grund nicht:

Man würde konventionelle pharmakologische Untersuchungen mit einer so potenziell gefährlichen Substanz gar nicht bei Kindern durchführen dürfen.

Auch wenn es keine genauen Studien zum Energydrink-Missbrauch gibt, haben Herzmediziner die Auswirkungen von Energydrinks auf den Körper beobachtet.

Energydrinks: schädlicher Dauerkonsum

Demnach schwächt jahrelanger Energydrink-Missbrauch das Herz. Im Klartext: Wir werden zum Beispiel schon beim Treppensteigen viel schneller müde. Andere Untersuchungen haben ergeben, dass Energydrinks die Zeitspanne verlängern, die das Herz braucht, um sich nach einer Anstrengungsphase wieder zu beruhigen. Das kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen zur Folge haben, wenn das regelmäßig passiert. Aber auch hier fehlen noch Untersuchungen für genaue Risikoabschätzungen.

Es gibt keine sichere Dosis!

Einige Märkte haben Altersbeschränkung

Geschäfte können selbst entscheiden, ob sie Energydrinks altersbeschränkt verkaufen. Einige Drogerieketten zum Beispiel verkaufen keine Energydrinks mehr an Jugendliche unter 16 Jahren.

09:21 Uhr31.5.2019 Vorsicht vor Energydrinks – Guarana und Taurin sind sehr gefährlich – Gespräch mit Kinder Kardiologe Dr. Hulpke-Wette

Dauer 1:52

09:11 Uhr31.5.2019 Vorsicht vor Energydrinks – Talk mit SWR3 Ernährungsexpertin Sabine Schütze

Dauer 1:57

Herzkrank durch Energy-Drinks?

Energy Drinks – Nichts als Illusion

Jugendliche und junge Erwachsene sind die Hauptkonsumenten von Energy Drinks. Viele werden durch geschickte Vermarktung der Drinks getäuscht und zum Konsum verleitet. Sie möchten sich mit dem Bild der Werbung identifizieren, welches ihnen Risikobereitschaft, Lässigkeit und Abenteuer zu versprechen scheint.

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Die jungen Menschen schätzen aber oft die Wirkung der Energy Drinks falsch ein. Sie gelten unter Jugendlichen als harmlos. Zudem mangelt es an Klarheit bei den Inhalts- und Dosierungsangaben. Die möglichen Gesundheitsrisiken werden häufig unterschätzt. Anstatt „höher-weiter-schneller“ findet sich der junge Mensch nach einer Party-Nacht dann vielleicht im Krankenhaus wieder.

Energy Drinks verführen

Knapp ein Drittel der amerikanischen Heranwachsenden konsumieren Energy Drinks regelmässig. In Europa sieht es nicht viel anders aus.

Leider ebnen Energy Drinks aber den Weg zum Konsum weiterer, schädlicher Substanzen wie Alkohol, Zigaretten, Haschisch und anderen Drogen, so die Erfahrungswerte einiger Studien.

Mixturen aus Alkohol und Energy Drinks sind gar mit einem höheren Gesundheitsrisiko verbunden als der alleinige Konsum von Alkohol. Werden beide Getränke parallel oder nacheinander getrunken, ist ihre Wirkung noch schwerer einzuschätzen.

Eine Studie der Michigan Universität fand heraus, dass Studenten an Tagen, an denen sie Energy Drinks getrunken hatten, auch mehr Alkohol zu sich nahmen.

An Tagen, an denen sie nur Alkohol tranken, war die Alkohol-Menge geringer.

Verleitet die anregende Wirkung der Energy Drinks dazu, mehr Alkohol zu trinken?

Energy Drinks – Nichts für Sportler

Nicht nur Jugendliche versprechen sich von den Energy Drinks eine Leistungssteigerung. Auch viele Sportler erhoffen sich durch die Getränke eine einschlägige Wirkung.

Selbst wenn der Sportler sich jedoch tatsächlich kurzfristig leistungsfähiger und belastbarer fühlen sollte, so bleiben negative Folgen meist nicht aus.

Eine Studie der Madrider Camilo José Cela Universität belegt dies. Vier Jahre lang wurden positive und negative Effekte der Energy Drinks bei Athleten beobachtet:

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Diejenigen Sportler, die Energy Drinks zu sich nahmen, litten vermehrt an Schlafstörungen und nervösen Störungen. Beides ist nicht gerade förderlich für eine langfristige Leistungssteigerung.

Der kurzfristig stimulierende Effekt ist einzig und allein auf den Koffein-Gehalt der Drinks zurückzuführen und nicht etwa auf wertvolle Inhaltsstoffe. Allenfalls noch die hohen Zuckermengen könnten kurzfristig zu einem Leistungsschub führen. Die Zähne freuen sich darüber jedoch nicht so sehr.

Weiche Zähne durch Energy Drinks

Energy Drinks sind, wie viele andere Soft Drinks und Sportgetränke auch, oft sehr zuckerhaltig. Ausserdem enthalten sie einen grossen Anteil an Säuren. Diese Kombination aus Zucker und Säuren greift den Schutzmantel des Zahns an, den Zahnschmelz.

Werden die Zähne häufiger den Säure-Zucker-Attacken durch Energy Drinks ausgesetzt, beginnen diese mit der Zeit weicher zu werden. Sie werden dadurch anfälliger für Karies und andere Zahnerkrankungen.

Am gefährlichsten für die Zähne ist das permanente Nippen an Sport, Soft oder Energy Drinks, da der Zahn dann keine Gelegenheit mehr zur Regeneration und Remineralisation hat.

Energy Drinks belasten das Herz

Der Koffeingehalt in Energy Drinks ist recht hoch. In 250 ml eines Energy Drinks findet sich so viel Koffein wie in zwei Tassen Espresso.

Koffein erhöht unter anderem die Herzschlagrate und damit den Puls. Kommt dann körperliche Belastung hinzu, kann das Herz dadurch vollends aus dem Takt geraten.

Etliche Energy Drinks enthalten zudem weitere aufputschende und fragwürdige Inhaltsstoffe.

Aufputschende Stoffe in Energy Drinks

Neben Koffein findet man beispielsweise in 52 Prozent der Energy Drinks Taurin und in 33 Prozent der Drinks Stoffe, die die Müdigkeit dämpfen und die Stimmung anheben sollen (so genannte Glucuronolactone).

Die Inhaltsstoffe Taurin und so genannte Glucuronolactone in Energy Drinks sind fragwürdig. Ihnen werden zwar teils positive Wirkungen nachgesagt, die wissenschaftlich aber nicht eindeutig belegbar sind.

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Die Zugabe von Taurin in Energy Drinks wird damit gerechtfertigt, dass es sich unter anderem leistungsfördernd auswirken soll, so die Behauptung der Anbieter. Diese Wirkung ist aber nicht unabhängig von der des Koffeins nachweisbar.

Die Glucuronolactone werden von den Herstellern der Energy Drinks als gut angepriesen, da sie auch vom Körper selbst hergestellt werden und die Entgiftung des Körpers von Umweltschadstoffen unterstützen sollen.

Allerdings sind die in Energy Drinks enthaltenen Glucuronolactonmengen so extrem hoch, dass sie in diesen Dosen nicht mehr erforderlich sind und in Kombination mit Koffein, Taurin und womöglich Alkohol eher als negativ bewertet werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass es sich um Stoffe handelt, die für den Körper mehr als überflüssig sind. Wenn der Nutzen in Frage steht und die Gefahren unbekannt sind, sollte man lieber auch aus diesem Grund vom Konsum der Energy Drinks Abstand nehmen.

Energy Drinks – In Frankreich lange verboten

Eine aktuelle Studie der European Society of Cardiology (ESC) hat sich knapp zwei Jahre lang der Fragestellung gewidmet, inwieweit das Herz durch den Konsum von Energy Drinks Schaden nehmen kann.

Die Ergebnisse wurden von Professor Dr. Milou-Daniel Drici auf dem diesjährigen Kongress der ESC vorgestellt und am 31. August 2014 im Online-Fachmagazin ScienceDaily veröffentlicht.

Dr. Drici erläuterte, dass Energy Drinks in Frankreich erst 2008 eine offizielle Vertriebsgenehmigung erhalten hätten. Bis dahin stuften die französischen Behörden den Konsum von Energy Drinks nämlich als gesundheitlich bedenklich ein.

2009 wurde die Genehmigung für Energy Drinks mit einem Programm der nationalen Ernährungsüberwachung ergänzt. Gesundheitliche Einrichtungen wurden aufgerufen, die Agentur für Lebensmittelsicherheit über ungünstige Nebenwirkungen von Energy Drinks zu informieren.

Energy Drinks führen zu Herzrhythmusstörungen

Die Agentur für Lebensmittelsicherheit erhielt innerhalb von vier Jahren (2009 bis 2012) insgesamt 257 Meldungen in Bezug auf Nebenwirkungen durch Energy Drinks.

212 Fälle davon lieferten ausreichend Informationen über die schädliche Wirkung von Energy Drinks auf das Herz.

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Bei 95 Personen wurden Herzkreislauf-Probleme geschildert, bei 74 beobachtete man psychische und bei 57 Personen neurologische Symptome.

46 Menschen hatten Herzrhythmus-Störungen, 13 klagten über Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris) und drei hatten nach dem Energy-Drink erhöhten Blutdruck. Teilweise traten die Beschwerden natürlich auch kombiniert auf.

Sogar gravierende Ereignisse wie Herzstillstand oder plötzlicher Tod wurden in acht Fällen dokumentiert.

Koffein-Syndrom durch Energy Drinks

Das wohl geläufigste Problem sei das so genannte „Koffein-Syndrom“, berichtete Dr. Drici. Es wurde bei 60 Menschen nach dem Konsum von Energy Drinks beobachtet.

Das Koffein-Syndrom zeigt sich insbesondere in Herzrasen (Tachykardie), Zittern, Ängstlichkeit und Kopfschmerzen.

Zusätzlich können Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck, Konzentrationsschwierigkeiten, oder Durchfall hinzukommen.

Diese Beschwerden können einmalig und akut nach einer hohen Aufnahme von Koffein auftreten oder sie machen sich immer wieder (chronisch) beim Konsum koffeinhaltiger Getränke bemerkbar.

Keine Energy Drinks für Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen folglich mit Energy Drinks besonders vorsichtig sein. Sie sollten sich der potentiellen Gefahr bewusst sein, die von Energy Drinks ausgeht, so der französische Professor.

Koffein ist ein starkes Aufputschmittel und ein unkontrollierter Konsum kann insbesondere bei vorhandenen Krankheiten fatale Folgen haben.

Ausserdem unterstrich Dr. Drici die Tatsache, dass Energy Drinks – wie weiter oben schon angedeutet – besonders in Verbindung mit körperlicher Belastung gefährlich seien und diese Kombination daher strikt zu vermeiden sei.

Zu viel Energy Drinks sind für Jugendliche gefährlich

1 Koffeinhaltige Erfrischungsgetränke sind beliebt. Fast 70 Prozent der Jugendlichen in Deutschland trinken Energy Drinks wie Red Bull– jeder vierte von ihnen mehr, als eigentlich gesund ist. Foto: dpa

Energy Drinks gehören zu den beliebtesten Getränken. Mehr als 320 Millionen Liter davon werden allein in Deutschland getrunken, rund neun Milliarden Liter sind es weltweit. Wie ungesund zu viel von der koffein- und zuckerhaltigen Brause ist, zeigt eine kanadische Studie.

Stuttgart – Wie gefährlich sind Energy Drinks? Eine neue Studie der University of Waterloo im kanadischen Ontario zeigt mit einer Vielzahl von Daten und Fakten, dass die beliebten Muntermacher sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Demnach haben mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Energydrinks konsumieren, schon negative gesundheitliche Auswirkungen erfahren.

55 Prozent der Befragten klagen über Beschwerden

In der landesweiten Studie wurden 2055 kanadische Jugendliche zwischen zwölf und 24 Jahren befragt, wie oft und wie viel Energy Drinks sie konsumieren. Rund 55 Prozent von ihnen gaben an, dass sie nach dem Konsum an Erbrechen, Brustschmerzen und Krampfanfällen gelitten haben.

„Energy drinks can negatively impact health of youth“ – „Energy-Drinks können sich negativ auf die Gesundheit von Jugendlichen auswirken“, lautet das Fazit der Forscher um David Hammond, Professor an der School of Public Health an der University of Waterloo.

In Kanada wird offen diskutiert, ob es gesetzlich verboten werden sollte, Energy-Drinks an Kinder zu verkaufen und für sie zu werben. Auch wer Sport betreibt, sollte sie nicht zu sich nehmen. „Die meisten bisherigen Risikobewertungen haben Kaffee als Referenz für die Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen von Energy-Drinks verwendet“, erklärt Hammond. „Es ist jedoch klar, dass diese Produkte ein größeres Gesundheitsrisiko darstellen.“

Nicht zu viel und nicht mit Alkohol

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Energie Drinks seien auf die verschiedenen Inhaltsstoffe zurückzuführen oder auf die Art und Weise, wie sie konsumiert würden, so der Mediziner weiter. Häufig würden Energy Drinks zusammen mit Alkohol getrunken oder während körperlicher Aktivität konsumiert.

„Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Überwachung der gesundheitlichen Auswirkungen dieser Produkte verstärkt werden muss“, fordert Hammond. „Die Anzahl der in unserer Studie beobachteten Auswirkungen auf die Gesundheit deutet darauf hin, dass mehr unternommen werden sollte, um den Konsum bei Kindern und Jugendlichen einzuschränken“, so Hammond weiter.

Die komplette Studie der University of Waterloo lesen Sie hier.

16-Jähriger stirbt an Überdosis Koffein

Am 26. April 2017 war ein 16-Jähriger im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Überdosis Koffein gestorben. nach Angaben des Gerichtsmediziners des Bezirks Richland, Gary Watts, war der Teenager war im Unterricht in der Stadt Chapin zusammengebrochen, nachdem er innerhalb von zwei Stunden drei koffeinhaltige Getränke zu sich genommen hatte – einen Milchkaffee, eine Zitronenlimonade mit hohem Koffeingehalt und einen Energy Drink.

Die große Menge an Koffein in so kurzer Zeit habe mit hoher Wahrscheinlichkeit Herzrhythmusstörungen ausgelöst, an denen der 16-Jährige gestorben sei. Bei Herzrhythmusstörungen pumpt das Herz nicht mehr regelmäßig und befördert kein Blut mehr in den Kreislauf. Darunter leiden das Gehirn und die Organe.

Der Junge sei gesund gewesen und habe weder Alkohol noch Drogen konsumiert, erklärte Watts. In den USA gibt es immer wieder Berichte über Todesfälle nach Aufnahme hoher Koffeinmengen vor allem über Energy Drinks.

Drei Drinks am Tag ist schon einer zu viel

Energy Drinks enthalten jede Menge Koffein, Zucker (Dextrose, Glucose, Saccharose, Fruktose), Kohlensäure, Koffein, Taurin, Glucuronolacton, Farbstoffe und Aromen. Wer wissen will, warum die Wachmacher „Flügel verleihen“, sollte sich mal die Liste der Inhaltsstoffen auf der Dose anschauen. Eine 0,25-Liter- Dose kann bis zu 35 Gramm Zucker enthalten (umgerechnet zwölf Stück Würfelzucker).

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sind mehr als zwei Energy Drinks pro Tag gesundheitlich schon bedenklich, da ein zu hoher Konsum zu Herzrhythmus-Störungen führen kann. Wer unter Herz-Kreislauf-Beschwerden sollte Energy Drinks ganz meiden. Bei einer Vorschädigung des Herzens kann exzessiver Koffeinkonsum gravierende Folgen haben. Koffein wirkt ähnlich wie das Stresshormon Adrenalin.

So viel Koffein ist unschädlich

Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hatte 2015 in einem wissenschaftlichen Gutachten die Werte für Koffein ermittelt, die gesundheitlich unbedenklich sind. Für gesunde Erwachsene stellen demnach 200 Milligramm Koffein (zwei bis drei Tassen Kaffee oder zwei bis 2,5 Dosen Energy Drink) – innerhalb kurzer Zeit getrunken – kein gesundheitliches Risiko dar.

Über den Tag verteilt gelten 400 Milligramm Koffein als unbedenklich. Für Kinder und Jugendliche sind demzufolge drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag als unbedenklich. Bei Schwangeren und stillenden Frauen ist eine Koffeinmenge bis zu 200 Milligramm über den Tag verteilt für den Fötus und das gestillte Kind unbedenklich.

70 Prozent der Jugendliche trinken Energy Drinks

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Düsseldorf trinken fast 70 Prozent aller Jugendlichen Energy Drinks. Und jeder vierte von ihnen mehr, als gesund ist. Auch Studenten und Erwachsene greifen zu den koffeinhaltigen Erfrischungsgetränken, um ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu steigern.

Laut Fruchtsaft- und Erfrischungsgetränkeverordnung sind Energy Drinks koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die pro Liter maximal 320 Milligramm Koffein, 4000 Milligramm Taurin, 200 Milligramm Inosit und 2400 Milligramm Glucuronolacton enthalten dürfen. Seit Ende 2014 müssen Getränke, die mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter enthalten auf der Verpackung den Hinweis tragen: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.

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Energydrinks könnten Ihren Gefäßen schaden

Ob man nun morgens in die Gänge kommen will oder am Wochenende die Nacht zum Tag machen möchte: Viele schwören auf die Wirkung von Energydrinks. Das Problem: Die beliebten aufputschenden Getränke scheinen einfach nicht gesund zu sein. Und sie scheinen direkt Einfluss auf unsere Blutgefäße zu nehmen, wodurch das Risiko für Gefäßerkrankungen ansteigen könnte, wie das Deutsche Ärzteblatt schreibt.

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Hintergrund ist eine Studie aus Houston (Texas). Dort hat ein Kardiologenteam um Dr. John Higgins bei Medizinstudierenden die Wirkung von Energydrinks untersucht. Die 44 Probanden waren zwischen 20 und 30 Jahre alt, körperlich gesund und Nichtraucher. Bei ihnen wurde die flussvermittelte Vasodilatation (FMD) gemessen. Auf gut Deutsch: Die Wissenschaftler haben sich angeschaut, wie sich der Gefäßdurchmesser der Oberarm-Arterie verändert, nachdem man die Durchblutung mithilfe einer Blutdruckmanschette kurzfristig unterbrochen hat. Dafür kam eine Ultraschallsonde zum Einsatz. Die Auswertung lässt Rückschlüsse auf Zustand und Funktion der Gefäßwände zu – genauer gesagt des Endothels, also der Zellschicht, die das Innere von Blutgefäßen auskleidet. Warum ist das so? Weil das Endothel jene Signale aussendet, die zu einer (gesunden) Erweiterung der Gefäße führen.

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Kommt es hingegen zu einer verminderten Gefäßerweiterung (auch: Vasodilatation), ist in vielen Fällen die Endothelfunktion gestört. Genau das war der Fall bei den jungen Probanden, die Energydrinks zu sich nahmen.

Das haben die Forscher beobachtet

Gemessen wurde die FMD vor und anderthalb Stunden nach Einnahme eines Energydrinks (700 ml). Vorher maßen die Wissenschaftler einen durchschnittlichen FMD von 5,1 Prozent, nachher erweiterte sich die Oberarm-Arterie im Schnitt nur noch um 2,8 Prozent. Zugespitzt heißt das: Der Konsum von Energydrinks hat die Probanden für kurze Zeit gefäßkrank gemacht.

Welcher Stoff ist „schuld“?

Genau diese Frage können die Forscher um Dr. Higgins so nicht beantworten. Schließlich sind klassische Energydrinks wie Red Bull nicht nur stark koffein- und (in der normalen Version) zuckerhaltig, sondern enthalten mit der Aminosäure Taurin und verschiedenen Kräutern noch andere „pharmakologisch aktive Substanzen“, wie das Ärzteblatt weiter erklärt. Dr. Higgins und seine Kollegen glauben, es könne an der Kombination dieser Inhaltsstoffe liegen, dass die Gefäßerweiterung beeinträchtigt wird. Nachzulesen ist das in der Pressemitteilung der American Heart Association, auf deren Kongress die Ergebnisse demnächst präsentiert werden.

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Fakt ist: Schon länger werden Energydrinks mit verschiedenen Beschwerden (vor allem: Herz, Nerven und Magen) in Verbindung gebracht. So konnte etwa schon gezeigt werden, dass bei Einnahme von Energydrinks sowohl der Puls als auch der Blutdruck ansteigen. Zudem wird bei Taurin vermutet, dass es den Herzrhythmus stören könnte. Außerdem gab es schon mehrere Todesfälle nach (übermäßigem) Verzehr von Energydrinks.

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Wer ist besonders gefährdet?

Negativ auf Energydrinks kann zwar laut einer früheren Studie von Dr. Higgins jeder Mensch reagieren, besonders aufpassen sollten aber Heranwachsende, Schwangere, Personen mit Koffein­unverträglichkeit und Herzkreislauf-Patienten. Gefährdet seien außerdem Menschen mit unerkannten Herzerkrankungen. Zudem sollten Energydrinks weder mit Sport noch mit Alkohol kombiniert werden. Und auch wenn Sie gesund sind: Mehr als ein Energydrink pro Tag sollte es laut vielen Experten besser nicht sein. Schließlich wollen Sie ja auch gesund bleiben.

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