Elterngeld und elterngeld plus

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Von den Neuregelungen des Elterngeld Plus sollen vor allem Eltern profitieren, die während ihres Elterngeldbezuges in Teilzeitarbeit arbeiten wollen.

Mit der Einführung des Elterngeld Plus und der vier zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonate zum 01.01.2015 wurde das bestehende Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) grundlegend reformiert. Handlungsanweisend für die Sachbearbeiter der Elterngeldstellen sind übrigens die sog. Richtlinien zum Elterngeld, die einen Umfang von 459 Seiten haben!

Die neuen Regelungen stellen in erster Linie eine Erweiterung der Wahlmöglichkeiten von Eltern dar, wie sie ihr Kind in den ersten beiden Lebensjahren betreuen möchten. Dabei werden Eltern, die sich nach der Geburt eines Kindes für einen schnellen beruflichen Wiedereinstieg entscheiden stärker finanziell gefördert als bisher. Zudem sollen Eltern belohnt werden, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit für mindestens vier Lebensmonate ihres Kindes gleichberechtigt teilen. Sie dürfen hierfür länger Elterngeld Plus in Form der neuen Partnerschaftsbonusmonate beziehen.

Eltern, deren Mehrlinge nach dem 31.12.2014 geboren wurden, haben nur noch einen Anspruch auf Elterngeld für eines ihrer Mehrlingskinder. Der Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro bleibt bestehen. Damit reagierte der Gesetzgeber auf den von Zwillingseltern im Sommer 2014 erstrittenen „doppelten“ Elterngeldanspruch durch eine Konkretisierung des Elterngeldgesetzes.

Wir haben einen zuverlässigen Elterngeldrechner für Sie programmiert! Spielen Sie verschiedenen Varianten durch: Basiselterngeld? Elterngeld Plus? Oder doch eine Kombination von beidem?

Das Basiselterngeld

Das bisherige Elterngeld heißt jetzt Basiselterngeld. Beide Elternteile haben zusammen 12 Monatsbeträge Basiselterngeld zur Verfügung. Zwei zusätzliche „Partnermonate“ Basiselterngeld kommen hinzu, wenn weningstens ein Elternteil nach der Geburt des Kindes auf einen gewissen Teil seines bisherigen Einkommens verzichtet. (12+2)

Das Basiselterngeld darf nur innerhalb der ersten vierzehn Lebensmonate des Kindes beantragt werden. Ein Elternteil allein darf maximal 12 Monatsbeträge Basiselterngeld für sich in Anspruch nehmen. Umgekehrt muss man immer mindestens für zwei Lebensmonate Basiselterngeld beantragen. Andere Aufteilungen der Bezugsmonate unter den Eltern sind möglich. (Mutter 7 und Vater 7, Mutter 3 und Vater 11, usw.)

Mütter, die nach der Entbindung die sog. Mutterschaftsleistungen erhalten, müssen für die ersten Lebensmonate ihres Kindes, die von diesen Leistungen „betroffen“ sind, zwingend das Basiselterngeld beantragen.

Das Elterngeld Plus

Die Eltern dürfen sich entscheiden, ob sie einen Bezugsmonat Basiselterngeld in zwei Bezugsmonate Elterngeld Plus umwandeln möchten. Aus maximal 14 Bezugsmonaten Basiselterngeld können so auch maximal 28 Bezugsmonate Elterngeld Plus gemacht werden. Es ist den Eltern freigestellt, ob sie ihr Elterngeld ausschließlich als Basiselterngeld oder als Elterngeld Plus in Anspruch nehmen möchten, oder beide Varianten miteinander kombinieren.

Beispiel:

Frau Müller beantragt vom 01. bis 03. Lebensmonat des Kindes das Basiselterngeld. Anschließend nimmt sie vom 04. bis 11. Lebensmonat Elterngeld Plus in Anspruch. Vom 12. bis 14. Lebensmonat beantragt sie noch einmal das Basiselterngeld. Da ein Bezugsmonat Basiselterngeld in zwei Bezugsmonate Elterngeld Plus umgerechnet werden kann, hat sie in Summe 10 Monatsbeträge Basiselterngeld verbraucht.

Anders als das Basiselterngeld darf das Elterngeld Plus auch nach dem 14. Lebensmonat beantragt werden. Allerdings muss sich ab dem 15. Lebensmonat mindestens ein Elternteil durchgängig im Elterngeld Plus Bezug befinden, damit der andere Elternteil seine Bezugsmonate mit Elterngeld Plus auch nach dem 15. Lebensmonat in Anspruch nehmen kann.

Frau Fischer beantragt das Basiselterngeld vom 01. bis 05. Lebensmonat. Herr Fischer beantragt Elterngeld Plus vom 03. bis 18. Lebensmonat. Anschließend nimmt Frau Fischer für den 19. und 20. Lebensmonat ihre restlichen Bezugsmonate Elterngeld Plus in Anspruch.

Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus statt Basiselterngeld verlängert sich der Bezugszeitraum des Elterngeldes. Entsprechend länger muss ggf. auch eine Elternzeitvereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen werden. Auch Selbstständige müssen entsprechend länger auf ihre Einnahmen und Ausgaben achten.

Ein Betrag Elterngeld Plus wird höchstens in der Hälfte eines dem Antragsteller zustehenden Basiselterngeldes ohne anzurechnenden Zuverdienst gewährt. Eltern, die ohne Teilzeittätigkeit während des Elterngeldbezuges länger als ein Jahr zu Hause bleiben und sich um die Betreuung ihres Kindes kümmern möchten, können statt der bisherigen halbierten Auszahlung nun das Elterngeld Plus wählen.

Für die Berechnung des Elterngeld Plus werden grundsätzlich das Mindestelterngeld, der Mindestgeschwisterbonus und der Mehrlingszuschlag halbiert.

Anspruch auf Basiselterngeld in Höhe von 1.600 Euro. Umwandlung in zwei Bezugsmonate Elterngeld Plus in Höhe von maximal 800 Euro ist möglich.

Wollen Sie wissen, was sich mehr für Sie lohnt: Basiselterngeld oder Elterngeld Plus? Unser Elterngeldrechner ist auf dem neuesten Stand und ermittelt anhand Ihrer Angaben zuverlässig die Höhe Ihres Elterngeldes.

Die Partnerschaftsbonusmonate

Für Eltern, die sich zeitweise die Erziehungs- und Erwerbsarbeit teilen, gibt es jeweils vier neue Partnerschaftsbonusmonate. Diese Partnerschaftsbonusmonate werden nur in Form von Elterngeld Plus gewährt. Voraussetzung ist, dass die Eltern gleichzeitig in vier aufeinander folgenden Lebensmonaten des Kindes im Umfang von 25 bis 30 Wochenstunden teilerwerbstätig sind. Die Inanspruchnahme der Partnerschaftsbonusmonate ist nach dem 14. Lebensmonat des Kindes nur dann möglich, wenn sich ab dem 15. Lebensmonat wenigstens ein Elternteil durchgängig im Elterngeld Plus Bezug befindet.

Durch die vier neuen Partnerschaftsbonusmonate kann ein Elternteil in maximal 28 Lebensmonaten des Kindes Elterngeld Plus beantragen. Beide Elternteile zusammen kommen auf maximal 36 Monatsbeträge Elterngeld Plus. Auch alleinerziehende Eltern profitieren von den zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonaten. Sie können vier zusätzliche Monatsbeträge Elterngeld Plus erhalten, wenn sie in vier aufeinander folgenden Lebensmonaten zwischen 25 bis 30 Stunden arbeiten.

Frau Muster beantragt das Basiselterngeld vom 01. bis 12. Lebensmonat. Herr Muster beantragt Elterngeld Plus vom 13. bis 16. Lebensmonat. Vom 17. bis 20. Lebensmonat des gemeinsamen Kindes arbeiten sowohl Frau als auch Herr Muster im Umfang zwischen 25 bis 30 Wochenstunden. Jeder von ihnen erhält in diesen 4 Lebensmonaten Elterngeld Plus als sog. Partnerschaftsbonus gewährt.

Elterngeld Plus und Zuverdienst

Steuerpflichtiges Einkommen, das man während des Elterngeldbezuges dazuverdient, wird immer angerechnet. Es gibt keinen Freibetrag, der anrechnungsfrei wäre. Grundsätzlich darf man während des Elterngeldbezuges im Durchschnitt mit 30 Wochenstunden arbeiten. Dabei ist es egal, ob man das Basiselterngeld oder Elterngeld Plus bezieht. Auch Einkünfte die man erhält, ohne dass man selbst arbeitet (z.B. aus einer Photovoltaikanlage) werden auf das Elterngeld angerechnet.

Für Eltern, die sich kurz nach der Geburt ihres Kindes für einen frühen beruflichen Wiedereinstieg entscheiden, kann sich die Wahl von Elterngeld Plus statt Basiselterngeld finanziell lohnen. Grund: Die Anrechnung des Zuverdienstes wurde für das Elterngeld Plus modifiziert.

Beispiel zum Zuverdienst bei Elterngeld Plus:

Zu berücksichtigendes Einkommen der Mutter im Bemessungszeitraum 1.500 Euro, Zuverdienst aus 20 Wochenstunden 1.000 Euro.

Anspruch auf Basiselterngeld ohne Zuverdienst: 1.500 x 0,65 = 975 Euro.

Anspruch auf Basiselterngeld mit Anrechnung des Zuverdienstes: 1.500 – 1.000 = 500, 500 x 0,65 = 325 Euro.

Anspruch auf Elterngeld Plus ohne Zuverdienst: 1.500 x 0,65 = 975, 975 / 2 = 487,50 Euro.

Anspruch auf Elterngeld Plus mit Anrechnung des Zuverdienstes: 1.500 – 1.000 = 500, 500 x 0,65 = 325 Euro, Prüfung der Nebenbedingung (Sind 325 Euro höher oder niedriger als die Hälfte des Basiselterngeldes ohne anzrechnenden Zuverdienst? Antwort: 325 Euro sind niedriger als 487,50 Euro.) Pro Bezugsmonat und gleichzeitigen Zuverdienst in Höhe von 1.000 Euro werden 325 Euro Elterngeld Plus ausgezahlt.

Fazit des Beispiels: Beantragt die Mutter für 12 Monatsbeträge Basiselterngeld und verdient 1.000 Euro dazu, erhält sie in Summe 12 x 325 = 3.900 Euro Basiselterngeld. Nimmt sie stattdessen das neue Elterngeld Plus in Anspruch, so erhält sie bei einem Zuverdienst von 1.000 Euro in Summe 24 x 325 = 7.800 Euro Elterngeld Plus – und damit doppelt so viel!

Beispiel zur Verteilung von Basiselterngeld und Elterngeld Plus Monaten:

Familie Oswald freut sich über die Geburt der kleinen Lieselotte am 11.11.2015. Frau Oswald weiß schon jetzt, dass sie ab dem 9. Lebensmonat ihrer Tochter (ab 11.07.2016) wieder mit 15 Wochenstunden beginnen wird, zu arbeiten. Sie überlegt nun, ob sie lieber Basiselterngeld in Anspruch nimmt unter Anrechnung ihres Zuverdienstes ab dem 9. Lebensmonat, oder ob die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus Monaten für Sie günstiger wäre. Im ersten und zweiten Lebensmonat werden die Mutterschaftsleistungen in voller Höhe auf ihr Elterngeld angerechnet.

Variante 1: Frau Oswald nimmt ausschließlich Basiselterngeld für den 1. bis 12. Lebensmonat in Anspruch. Im Bemessungszeitraum hatte sie ein durchschnittliches Einkommen von 1.800 €. Daraus ergibt sich ein Elterngeldanspruch von ca. 1.170 € pro beantragtem Lebensmonat, wenn sie vollständig zu Hause bleibt und nichts dazuverdient. Sobald Frau Oswald wieder arbeitet, wird sie mtl. 700 € dazuverdienen. Ihr Elterngeld wird jetzt aus der Differenz von 1.800 und 700 € berechnet. Vom 9. bis 12. Lebensmonat ihrer Tochter bekäme Frau Oswald jeweils 715 € Elterngeld ausgezahlt. In Summe würde das Elterngeld von Frau Oswald also 9.880 € betragen, ihr Elterngeldbezug wäre nach dem 12. Lebensmonat ihrer Tochter beendet.

Variante 2: Frau Oswald entscheidet sich für Basiselterngeld vom 1. bis 8. und danach für Elterngeld Plus. Da zwei Elterngeld Plus Monate einem Bezugsmonat mit Basiselterngeld entsprechen, kann Frau Oswald also vom 9. bis 16. Lebensmonat Elterngeld Plus beziehen. Der Zuverdienst ab dem 9. Lebensmonat wird wie bekannt anteilig auf ihr Elterngeld angerechnet, so dass Frau Oswald für jeden Elterngeld Plus Monat 585 € erhält (1.800 € – 700 € Zuverdienst = 1.100 € Differenzbetrag, 1.100 x 0,65 = 715 € Elterngeld. Da ein Elterngeld-Plus-Betrag maximal in halber Höhe eines Basiselterngeldbetrages ohne Zuverdienst gewährt wird, erfolgt eine Kappung auf die Hälfte von 1.170 € = 585 €). In Summe würde Frau Oswald in dieser Variante Elterngeld in Höhe von 11.700 € erhalten. (Für die ersten beiden LM wurde wegen des Anspruchs auf Mutterschaftsleistungen vereinfachend mit Null € Elterngeld gerechnet.) Ihr Elterngeld Bezugszeitraum wäre erst mit Vollendung des 16. Lebensmonats ihrer Tochter beendet. Vom 9. bis 16. Lebensmonat ihrer Tochter hat Frau Oswald so mit Zuverdienst und Elterngeld 1.285 € zur Verfügung und arbeitet hierfür nur 15 Wochenstunden.

Kompliziert? Unsere Elterngeldberater helfen Ihnen, die beste Elterngeld-Variante für Sie herauszufinden! Rufen Sie uns an unter Tel. 0361 38039540 oder schreiben Sie eine Email an [email protected] und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenpflichtiges Beratungsgespräch.

Mehr Informationen zu unserem Elterngeld-Antragsservice finden Sie hier.

Beispiel zur Beantragung von Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten:

Frau Kreuzer und Herr Pfennig sind überglückliche Eltern der kleinen Emma, die am 14.02.2016 geboren wurde. Sie möchten die neuen Möglichkeiten des Elterngeldes voll ausschöpfen. Vor der Geburt ihrer Tochten waren beide als angestellte Physiotherapeuten mit jeweils 40 Wochenstunden tätig. Ihr mtl. Einkommen lag bei jeweils 1.700 €. Frau Kreuzer erhält Mutterschaftsgeld und einen Arbeitgeberzuschuss, die ihr in voller Höhe auf ihren Elterngeldanspruch angerechnet werden. Da sich die jungen Eltern die Erziehungs- und Erwerbsarbeit gleichberechtigt teilen wollen, entscheiden sich beide für einen gleichzeitigen Elterngeldbezug bei Teilzeitarbeit.

Variante 1: Da Frau Kreuzer in den ersten beiden Lebensmonaten des Babys Mutterschaftsleistungen erhält, muss sie für die davon betroffenen Lebensmonate auch gleichzeitig Basiselterngeld beantragen, das ihr aber wegen der Anrechnung nicht ausgezahlt wird. Vom 3. bis 12. Lebensmonat nimmt Frau Kreuzer Elterngeld Plus in Anspruch. Ihr Elterngeldanspruch ohne Zuverdienst beläuft sich auf 1.105 €. Ab dem 3. Lebensmonat wird sie im Umfang von 20 Wochenstunden arbeiten und dafür rund 800 € Arbeitsentgelt erhalten. Unter Anrechnung des Zuverdienstes bekäme Frau Kreuzer vom 3. bis 12. Lebensmonat ein Elterngeld in Höhe von 585 €. Da sie Elterngeld Plus in Anspruch nimmt, wird ihr Elterngeld bei der Hälfte ihres Basiselterngeldanspruchs gekappt. Ihr werden demnach für jeden Elterngeld Plus Monat 552,50 € Elterngeld ausgezahlt.

Herr Pfennig möchte genau so lange Elterngeld beziehen wie seine Frau. Er beantragt ebenfalls für den 1. und 2. Lebensmonat der kleinen Emma Basiselterngeld und vom 3. bis 12. Lebensmonat Elterngeld Plus. Er reduziert seine Arbeitszeit auf 25 Wochenstunden und erhält hierfür mtl. 950 €. Sein Elterngeld pro beantragtem Elterngeld Plus Monat beträgt 487,50 €. Im 1. und 2. Lebensmonat beträgt sein Anspruch auf Basiselterngeld ebenfalls 487,50 €.

Im Anschluss an den 12. Bezugsmonat beschließen die Eltern, gleichzeitig vom 13. bis 16. Lebensmonat Emmas mit 30 Wochenstunden zu arbeiten und hierfür die neuen Partnerschaftsbonusmonate in Anspruch zu nehmen. Der Elterngeldbezug von Frau Kreuzer und Herrn Pfennig verlängert sich dadurch bis zum Ende des 16. Lebensmonats ihrer Tochter. Da beide die zulässige Höchstgrenze mit genau 30 Wochenstunden nicht überschreiten und jeweils 1450 € verdienen, ergibt sich ein Anspruch auf den Mindestbetrag Elterngeld. Für die Berechnung des Elterngeld Plus halbiert sich der Mindestbetrag! Beide Elternteile erhalten jeweils 150 € für insgesamt 8 zusätzliche Partnerschaftsbonusmonate ausgezahlt.

In Summe erhalten die Eltern der kleinen Emma an Basiselterngeld, Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonaten trotz Teilzeitarbeit und entsprechendem Zuverdienst bis zum 16. Lebensmonat ihres Kindes 12.900 € an Elterngeld ausgezahlt.

Variante 2: Frau Kreuzer und Herr Pfennig finden die Neuregelungen zum Elterngeld viel zu kompliziert. Sie beantragen daher Elterngeld wie schon beim Geschwisterkind Leo, der am 31.12.2014 geboren wurde.

Beide Elternteile wollen sich die Erziehungs- und Erwerbsarbeit für das Baby immer noch gleichberechtigt teilen. Sie entscheiden sich für einen paritätischen Bezug von Basiselterngeld jeweils vom 1. bis 7. Lebensmonat ihres Tochter. Frau Kreuzer reduziert ihre Arbeitszeit auf 20, Herr Pfennig auf 25 Wochenstunden. Der Zuverdienst beläuft sich bei Frau Kreuzer wie gehabt auf 800 €, bei Herrn Pfennig auf 950 €.

Unter Beachtung der Anrechnung von Mutterschaftsleistungen und des Zuverdienstes erhält Frau Kreuzer vom 3. bis 7. Lebensmonat Basiselterngeld in Höhe von 585 €. Das Basiselterngeld von Herrn Pfennig beläuft sich auf 487,50 € pro beantragtem Lebensmonat. In Summe erhalten beide Elternteile zusammen 6.337,50 € Basiselterngeld.

Ein guter Freund rät den beiden, unbedingt die vier zusätzlichen Partnerschaftsbonusmonate zu beantragen, die sie dann auch zusammen vom 8. bis 11. Lebensmonat in Anspruch nehmen. Dazu muss Frau Kreuzer ihre wöchentliche Arbeitszeit auf mindestens 25 Wochenstunden erhöhen, sie erhält hierfür ein Arbeitsentgelt in Höhe von 950 €. Pro beantragtem Partnerschaftsbonusmonat erhalten Emmas Eltern noch zusätzlich jeweils 487,50 € (nur das Mindestelterngeld, der Mindestgeschwisterbonus und der Mehrlingszuschlag werden halbiert)! Frau Kreuzer und Herr Pfennig erhalten so bis zum 11. Lebensmonat ihres Kindes zusammen 10.237,50 € Elterngeld.

Fazit: Durch die Inanspruchnahme von Elterngeld Plus Monaten erhöht sich die Anzahl der Bezugsmonate. In Summe erhalten teilzeitarbeitende Eltern so mehr Elterngeld über einen längeren Bezugszeitraum.

ElterngeldPlus

Was ist ElterngeldPlus und für wen ist es gedacht?

Wie das Elterngeld (Basis-Elterngeld) ist auch das ElterngeldPlus eine Unterstützung für Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes beruflich für eine Weile kürzer treten wollen, um mehr Zeit für ihr Kind zu haben.

Dabei richtet sich das ElterngeldPlus vor allem an Eltern, die schon bald nach der Geburt wieder in Teilzeit arbeiten wollen, noch während sie Anspruch auf Elterngeld haben.

Wie hoch ist das ElterngeldPlus?

Das ElterngeldPlus berechnet sich genau wie das Elterngeld (Basis-Elterngeld). Die Höhe hängt davon ab, wie viel man vor der Geburt verdient hat und wie viel Einkommen dadurch wegfällt, dass man nach der Geburt beruflich kürzer tritt.

Das ElterngeldPlus ersetzt das wegfallende Einkommen zu 65 bis 100 Prozent – je weniger man verdient hat, desto höher der Prozentsatz. Mit einem Unterschied zum (Basis-)Elterngeld: Das ElterngeldPlus beträgt höchstens die Hälfte des normalen Elterngeldbetrags, der Eltern ohne Teilzeiteinkommen bezahlt würde. Es wird aber länger gezahlt.

Wie lange bekommt man ElterngeldPlus?

ElterngeldPlus wird doppelt so lang gezahlt wie das Basis-Elterngeld. Das heißt: Aus jedem Basis-Elterngeld-Monat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.

Im Gegensatz zum Elterngeld kann das ElterngeldPlus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus bezogen werden.

Partnerschaftsbonus

Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten sie parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie zudem den Partnerschaftsbonus in Form von jeweils vier zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten.

Auch Alleinerziehende erhalten eine zusätzliche Förderung, die dem Partnerschaftsbonus vergleichbar ist. Wie Elternpaare können sie für vier weitere Monate ElterngeldPlus beziehen, wenn sie in mindestens vier aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

ElterngeldPlus ohne Teilzeit?

Auch wer erst einmal ganz zu Hause bleiben und nicht in Teilzeit arbeiten möchte, kann ElterngeldPlus statt Elterngeld beziehen. Er oder sie bekommt dann nur die Hälfte des Basis-Elterngeldes, aber für einen doppelt so langen Zeitraum.

Was ist zu beachten?

Anspruch auf ElterngeldPlus besteht nur für Kinder, die nach dem 30. Juni 2015 geboren sind.

ElterngeldPlus muss schriftlich beantragt werden. Dabei müssen Fristen eingehalten werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ElterngeldPlus bekommen, wer als Stiefelternteil oder Co-Mutter bzw. Co-Vater das leibliche Kind seines Partners oder seiner Partnerin betreut.

Wo bekomme ich weitere Informationen und Beratung?

Elterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus und Elternzeit sind auf vielfältige Weise kombinierbar. Um für jede Situation eine möglichst maßgeschneiderte Lösung zu finden, ist oft eine persönliche Beratung sinnvoll.

Beratung und weitere Informationen gibt es in einer Elterngeldstelle oder Schwangerschaftsberatungsstelle. Im Familienportal des Bundesfamilienministeriums können Sie über die Eingabe des Themas (Elterngeld) und Ihrer Postleitzahl eine Elterngeldstelle in Ihrer Nähe finden. Über unsere Beratungsstellensuche finden Sie eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Ihrer Nähe.

Hilfe bei der Planung gibt auch der Online-Elterngeldrechner mit Planer.

Auf familienportal.de, dem Portal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, finden Sie ausführliche Informationen zu vielen Fragen rund um das Elterngeld und das ElterngeldPlus.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.02.2018

Das Erziehungsgeld und die Erziehungszeit wurden zum 01. Januar 2007 durch das Elterngeld und die Elternzeit abgelöst. Zusätzlich gibt es noch das Landeserziehungsgeld.

Das Erziehungsgeld gab es bis zum 31.12.2006. Zum 01.01.2007 wurde das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) eingeführt. Das Erziehungsgeld und der Erziehungsurlaub wurden damit durch das Elterngeld und die Elternzeit abgelöst.

Anders als das einkommensunabhängig gezahlte Erziehungsgeld ist das Elterngeld eine Leistung, die das wegfallende Erwerbseinkommen der Eltern nach der Geburt eines Kindes anteilig ersetzt. Elterngeld wird also in Abhängigkeit zur Höhe des vor der Geburt des Babys erzielten Einkommens gezahlt. Das Einkommen, auf das man verzichtet, um sich um sein Kind zu kümmern, wird aber nicht vollständig, sondern nur zu einem bestimmten Teil (i.d.R. zu 65 Prozent) ersetzt. Die sog. Ersatzrate kann für Eltern mit geringem Einkommen auf bis zu 100 Prozent ansteigen.

So funktionierte das Erziehungsgeld:

  • Mütter oder Väter, die ihr Kind selbst betreuten und erzogen und nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiteten, konnten das Erziehungsgeld beantragen.
  • Dabei konnten Eltern zwischen dem Regelbetrag von 300 € monatlich bis zum Ende des 2. Lebensjahres des Kindes und dem Budget-Angebot von 450 € monatlich bis zum Ende des 1. Lebensjahres des Kindes wählen.
  • Das Erziehungsgeld wurde einkommensabhängig gemindert. Die Einkommensgrenzen in den ersten 6 Lebensmonaten des Kindes lagen für Elternpaare bei 30.000 € Jahresnettoeinkommen und bei 23.000 € Jahreseinkommen für Alleinerziehende. Ab dem 7. Lebensmonat des Kindes erhielten nur noch Eltern mit einem Jahreseinkommen von unter 16.500 € Erziehungsgeld in voller Höhe. Bei Alleinerziehenden lag die Grenze bei 13.500 €. Für jedes weitere Kind erhöhte sich die Einkommensgrenze um 3.140 €.
  • Auf das Erziehungsgeld wurde das Mutterschaftsgeld für die Zeit nach der Geburt angerechnet. Entgeltersatzleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld und Krankengeld galten während des Bezugs von Erziehungsgeld als Einkommen.
  • Neben dem Arbeitslosengeld II, der Sozialhilfe, dem Wohngeld und der Ausbildungsförderung konnten Eltern das Erziehungsgeld in voller Höhe beziehen.
  • Das Erziehungsgeld musste für jedes Lebensjahr des Kindes bei der örtlich zuständigen Erziehungsgeldstelle gesondert beantragt werden.

Informationen zum Landeserziehungsgeld:

Die wenigsten Eltern wissen, dass es in drei der sechzehn Bundesländer das Landeserziehungsgeld gibt. Im Anschluss an den Elterngeldbezug können Eltern in Sachsen, Thüringen und Bayern neben dem Betreuungsgeld auch einen Antrag auf das Landeserziehungsgeld stellen.

Die Anspruchsvoraussetzungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Thüringen plant derzeit die Abschaffung des Landeserziehungsgeldes zum Juli 2015. Für Kinder die bis zum 30.09.2012 geboren wurden, gab es auch in Baden-Württemberg das Landeserziehungsgeld.

Thüringer Landeserziehungsgeld

Für maximal 12 Monate können Thüringer Eltern zwischen 150 und 300 Euro Landeserziehungsgeld für ihr Kind erhalten, wenn der Nachwuchs nicht länger als fünf Stunden pro Tag in einer Kita oder bei der Tagesmutter betreut wird. Die Höhe des Erziehungsgeldes hängt davon ab, wieviele ältere kindergeldberechtigte Geschwisterkinder im Haushalt der Eltern leben.

Auf der Seite vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie finden Sie weitergehende Informationen sowie die Antragsunterlagen.

Mit Gesetz vom 23. Juni 2015 wurde das Thüringer Erziehungsgeldgesetz aufgehoben. Im Rahmen einer Übergangsregelung wird Thüringer Erziehungsgeld nur noch für Kinder gewährt, die bis zum 30. Juni 2015 geboren wurden.

Sächsisches Landeserziehungsgeld

Das Landeserziehungsgeld in Sachsen können Eltern ab dem 2. oder 3. Lebensjahr ihres Kindes beantragen, wenn sie ihr Kind zeitweise oder vollständig selbst betreuen. Ein Monatsbetrag liegt zwischen 150 bis 300 Euro. Die Einkommensgrenzen für Alleinerziehende und Elternpaare liegen bei 14.100 und 17.100 Euro. Bei Übersteigen dieser Grenzen verringert sich das Landeserziehungsgeld schrittweise. Die Höhe des Landeserziehungsgeldes ist abhänigig vom Beginn der Inanspruchnahme und der Anzahl der kindergeldberechtigten Geschwisterkinder.

Auf der Seite des Sächsischen Familieministeriums finden Sie unter der Rubrik „Familienfreundliches Sachsen“ alle Informationen und Antragsformulare.

Bayerisches Landeserziehungsgeld

Eltern in Bayern können nach dem Ende ihres Elterngeldbezuges als Anschlussleistung das Landeserziehungsgeld beantragen, wenn sie nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten, einen Nachweis über die bei ihrem Kind durchgeführte U6 oder U7 Vorsorgeuntersuchtung erbringen und seit mindestens einem Jahr in Bayern wohnen bzw. aus einem anderen Bundesland mit einer vergleichbaren Familienleistung zugezogen sind.

Für ihr erstes Kind erhalten die Eltern für maximal sechs Monate jeweils 150 Euro. Gibt es ein weiteres Geschwisterkind, erhöht sich die maximale Bezugsdauer auf zwölf Monate bei jeweils 200 Euro. Ab dem dritten Kind gibt es über zwölf Monate 300 Euro Landeserziehungsgeld.

Auf der Seite des Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) finden Sie alle wichtigen Informationen und Formulare zum Landeserziehungsgeld in Bayern.

Kurze Darstellung der Geschichte des Elterngeldes.

Eine grundlegende Reform der finanziellen Leistungen für Familien wird seit langem gefordert. Auch die großen Parteien haben sich in der Opposition stets für eine Stärkung der Familien ausgesprochen, dies aber während der eigenen Regierungszeit nicht umgesetzt. Die SPD hat bereits am 13.12.1996, zur Zeit der CDU/CSU/FDP-Regierung, einen offiziellen Antrag zur Einführung eines Elterngeldes in den Bundestag eingebracht. Gleiches gilt für die CDU/CSU die in der Opposition ihr Modell des Familiengeldes gefordert hat.

Im Jahr 2006, 10 Jahre später, haben die beiden größten Fraktionen den längst überfälligen Systemwechsel bei der Familienpolitik eingeleitet. Bei diesem Systemwechsel geht es nicht allein um eine Erhöhung der finanziellen Leistungen an die Familien. Der Systemwechsel ist viel grundlegender. Es geht um das Aufbrechen des gesellschaftlichen Mantels, der seit Jahren dafür sorgt, dass die Frauen in der Gesellschaft und insbesondere am Arbeitsmarkt benachteiligt werden. Für die einzelne Familie geht es um ihre ureigensten Gestaltungsspielräume. Die Eltern sollen sich bei ihrer Wahl des eigenen Lebensmodells freier entscheiden können und nicht so sehr durch den Staat in eine Richtung gedrängt werden.

Diese Seite informiert in chronologischer Reihenfolge über die Geschichte des Elterngeldes in Deutschland.

Datum

Verfasser/Gremium

Titel

CDU/CSU und SPD

Gesetzentwurf zum Elterngeld

Bundesregierung

Gesetzentwurf zum Elterngeld

Bundestag

Erste Beratung des Gesetzentwurfs der CDU/CSU und SPD

BR-Ausschüsse

Empfehlungen der BR-Ausschüsse für den Bundesrat

Familienausschuss

Öffentliche Anhörung zum Elterngeld
Stellungnahmen der Sachverständigen

Bundesrat

Erste Beratung des Gesetzentwurfs zum Elterngeld

Bundesrat

Stellungnahme des Bundesrates zum Elterngeld

Bundestag

Erste Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung

Familienausschuss

Beschlussempfehlung und Bericht

Bundestag

Zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung

Bundestag

Beschluss des Elterngeld-Gesetzes

Bundestag

Bundeselternzeit- und Elterngeldgesetz (BEEG)

Ratgeber zum ElterngeldPlus

Symbol Rechner

Rechner zum Thema

Elterngeld-Rechner

Berechnen von Elterngeld und ElterngeldPlus mit dem Elterngeldrechner. Berechnung anhand Bruttoeinkommen gemäß Bundeselterngeldgesetz. Aktualisiert am 28.01.20 von Stefan Banse

Den Kindern gehört unsere Zukunft. Familie und Job unter einen Hut zu bekommen, gehört heute zu den Ansprüchen vieler junger Paare. Auch Väter wollen sich in die Erziehung ihrer Kinder aktiv einbringen. Flexibilität ist Eltern wichtig, auch wenn es um die finanzielle Absicherung geht. Mit einer guten Planung der Kindererziehungsphase lässt sich die staatliche Unterstützung in Form von Elterngeld und ElterngeldPlus optimal nutzen.

Die Themen im Einzelnen

Finanzielle Sicherheit für Familien

Mit dem Ziel, junge Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes finanziell zu unterstützen, trat im Jahr 2007 das „Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit“ (auch Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz genannt) in Kraft. Sowohl Mütter als auch Väter sollen so die Gelegenheit erhalten, sich eine Auszeit im Job zu nehmen, um das Familienleben mit dem Nachwuchs zu organisieren. Mit Liebe und Geborgenheit, Zeit und Aufmerksamkeit wird so ein behüteter Start ins Leben möglich. Ausdrücklich erwünscht ist auch die rege Beteiligung der Väter an der Erziehung der Kinder – gemeinsame Elternzeit beider Partner oder Vätermonate sind daher gern gesehen. Um dies weiter zu fördern, wurde mit der Reform des Elterngeldgesetzes 2015 das Elterngeld Plus eingeführt. Elterngeld und ElterngeldPlus können beliebig kombiniert werden – hier lohnt es sich, verschiedene Varianten zu berechnen!

Wer kann Elterngeld beziehen?

Möchten Eltern ihr Kind in den ersten Lebensmonaten zu Hause betreuen, können

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Selbständige und Freiberufler
  • Auszubildende und Studierende
  • Beamtinnen und Beamten
  • Erwerbslose

einen Antrag auf Elterngeld stellen. Auch Eltern, die ein Kind adoptieren und Großeltern oder Geschwister der Eltern können Elterngeld erhalten. Zu beachten ist allerdings die Höchstgrenze für den jährlichen Verdienst: Alleinerziehende dürfen nicht mehr als 250.000 Euro, Elternpaare nicht mehr als 500.000 Euro verdienen.

Erste Variante: das Basiselterngeld

In der Grundvariante des Elterngeldes ersetzt die staatliche Unterstützung das wegfallende regelmäßige Einkommen zu 65 bis 100 Prozent. Mütter und Väter, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten, erhalten demnach Elterngeld auf die Einkommenseinbuße, die durch die Reduzierung der Stunden entsteht. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich also prozentual nach dem letzten Verdienst, bzw. nach den entsprechenden Verdiensteinbußen bei Teilzeitbeschäftigung.

Basiselterngeld, also das klassische Elterngeld wird für mindestens zwei, längstens jedoch für 14 Monate gezahlt. Jedem Elternteil stehen jedoch nur 12 Monate Erziehungsauszeit zu. Die Mutterschaftszeit wird der jungen Mutter auf die Elternzeit angerechnet. Möchte das Paar also die gesamte Elternzeit ausschöpfen, müssen sich die Partner die Zeit aufteilen.

Höhe des Basiselterngelds

Wie hoch der Anspruch auf das Basiselterngeld ist, ermittelt sich so:

Durchschnittliches monatliches Netto-Einkommen der letzten 12 Monate Anspruch auf Elterngeld in Höhe von
Kein Verdienst Mindestbetrag 300 Euro
Weniger als 1.000 Euro 100 Prozent, wird schrittweise abgesenkt
1.000 – 1.240 Euro 67 Prozent, wird schrittweise abgesenkt
1.241 – 2.770 Euro (Höchstbetrag) 65 Prozent

Zuschläge gibt es bei Mehrlingsgeburten oder wenn bereits ein Geschwisterkind in der Familie lebt.

Bei einem durchschnittlichen Netto-Verdienst von 1.600 Euro im Monat hat die Mutter einen Anspruch auf 65 Prozent davon, also auf rund 1.040 Euro Elterngeld. Das gilt natürlich auch für den Vater.

Zweite Variante: das ElterngeldPlus

Für viele junge Mütter und Väter ist es wichtig, den Kontakt zu ihrem Job und ihrem Arbeitgeber zu halten. Das gilt besonders für Selbständige und Freiberufler, die weiterhin Kunden betreuen möchten. Das ElterngeldPlus kommt diesem Wunsch entgegen und ermöglicht eine flexiblere Kombination von Familienleben und Teilzeitarbeit. ElterngeldPlus ermöglicht es, die Bezugszeit des Elterngeldes zu verlängern und damit über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus sowohl für das Kind da zu sein als auch im Beruf Verantwortung zu übernehmen.

  • Die maximale Bezugszeit kann bis zu 28 Monate ausgedehnt werden.
  • Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate.
  • Teilzeit und gleichzeitiger Elterngeldbezug lassen sich besser als früher kombinieren.

Zudem gibt es einen Partnerschaftsbonus, falls sich die Eltern die Betreuung teilen und parallel über 4 Monate 25 bis 30 Wochenstunden arbeiten. Dieser Partnerschaftsbonus umfasst weitere 4 Monate ElterngeldPlus.

In Monaten mit Mutterschaftsleistungen kann nur Basiselterngeld, jedoch kein ElterngeldPlus bezogen werden.

Höhe des ElterngeldPlus

Wie das bisherige Elterngeld ersetzt auch das ElterngeldPlus das wegfallende Einkommen zu 65 bis 100 Prozent. Gezahlt wird aber höchstens die Hälfte des Elterngeldbetrags, der den Eltern ohne Teilzeiteinkommen zustehen würde. Das ElterngeldPlus wird also für den doppelten Zeitraum gezahlt, beträgt aber maximal die Hälfte des Elterngeldes ohne Teilzeiteinkommen.

ElterngeldPlus Berechnungs-Beispiel
Durchschnittliches Monatsnetto vor der Geburt 1.600 Euro
=> Anspruch auf Elterngeld, das nach Geburt ohne Teilzeit zustünde (65%) 1.040 Euro
Verdienst nach Geburt für 15 Wochenstunden Teilzeit 600 Euro
=> Anspruch auf Hälfte vom Elterngeld, dass ohne Teilzeit zustünde (1.040/2) 520 Euro
Gesamtes Einkommen während des ElterngeldPlus-Zeitraums (600+520) 1.120 Euro

Elterngeld und ElterngeldPlus – Beste Kombination ermitteln

Elterngeld und ElterngeldPlus können nahezu beliebig miteinander kombiniert werden. Beantragt werden Elterngeld und ElterngeldPlus schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle.

Eine mögliche Kombination unseres Beispiels oben wäre:

Lebensmonat des Kindes Status der Mutter Verdienst der Mutter Status des Vaters Verdienst des Vaters
1 Mutterschaftsurlaub, zählt als Elterngeld 1.040 Euro Basiselterngeld 1.040 Euro
2 Mutterschaftsurlaub, zählt als Elterngeld 1.040 Euro Reguläres Einkommen 1.600 Euro
3-6 Basiselterngeld 1.040 Euro Reguläres Einkommen 1.600 Euro
6-12 ElterngeldPlus mit 15 Wochenstunden und 600,00 Verdienst, zählen wie 3 Monate des Basiselterngeldes 1.120 Euro ElterngeldPlus mit 30 Wochenstunden und 1.200,00 Verdienst, zählen wie 3 Monate des Basiselterngeldes 1.720 Euro
12-18 ElterngeldPlus mit 30 Wochenstunden und 1.200,00 Verdienst, zählen wie 3 Monate des Basiselterngeldes 1.720 Euro ElterngeldPlus mit 30 Wochenstunden und 1.200,00 Verdienst, zählen wie 3 Monate des Basiselterngeldes 1.720 Euro
19-23 Partnerschaftsbonus: ElterngeldPlus mit 30 Wochenstunden und 1.200 Euro Verdienst 1.720 Euro Partnerschaftsbonus: ElterngeldPlus mit 30 Wochenstunden und 1.200 Euro Verdienst 1.720 Euro

Basiselterngeld und ElterngeldPlus müssen immer im Voraus beantragt werden. Planen Sie also frühzeitig. Denken Sie daran, dass auch Ihr Arbeitgeber zustimmen muss. Informieren Sie ihn rechtzeitig.

Haben Sie weitere Fragen? Dann lesen Sie hier die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Elterngeld: Symbol Play Die 10 wichtigsten Fragen zu Elterngeld

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Quellenangaben

Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt „Elterngeld“ verwendet:

  • Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (Juris und Bundesministerium der Justiz)
  • Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Letzte Aktualisierung am 28.01.2020

Die letzten Änderungen in der Themenwelt „Elterngeld“ wurden am 28.01.2020 umgesetzt durch Stefan Banse. Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 28.01.2020: Anpassung der Berechnungen für ElterngeldPlus im Elterngeld-Rechnner.
  • 04.11.2019: Im Elterngeld-Rechnner berücksichtigen des neuen ab 2020 geltenden durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung.
  • 14.09.2019: Ergänzung um Elterngeldrechner für Selbsständige
  • 18.05.2019: Klarstellung im Hilfetext zum ElterngeldPlus: „Bei Einkommen während der Elternzeit kann ElterngeldPlus kann genauso hoch wie das Basiselterngeld sein.“
  • 26.11.2018: Im Elterngeld-Rechnner berücksichtigen des neuen ab 2019 geltenden durchschnittlichen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung, sowie die ab 2019 wieder geltende paritätische Aufteilung diese Beitrags zwischen Arbeitnehemr und Arbeitgeber.
  • 26.11.2018: Im Elterngeld-Rechnner berücksichtigen der Anhebung der Obergrenze für Midijobs von bisher 850 Euro auf 1.300 Euro ab Mitte 2019 gemäß RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt

Elterngeld Plus

Wichtig zu wissen: Alles zum Elterngeld Plus

Grundsätzlich gibt es keine großen Unterschiede gegenüber dem Basiselterngeld. Dennoch sollten Sie die nachfolgenden Aspekte kennen, bevor Sie sich für eine Variante des Elterngeldbezugs entscheiden:

  • Sie erhalten zwischen 65 und 100 Prozent des bisherigen Bruttolohns (abzüglich Steuern und Sozialabgaben), wenn Sie Elterngeld beantragt haben. Dies ist bei Basiselterngeld und beim Elterngeld Plus identisch. Beim Elterngeld Plus wird Ihnen die Summe allerdings auf den doppelten Zeitraum in halber Höhe ausgezahlt.
  • Das Elterngeld Plus kann länger als 14 Monate bezogen werden. Durch die Splittung und mögliche Partnerschaftsboni kann sich die Bezugszeit auf bis zu 32 Monate erstrecken.
  • Eltern dürfen während des Bezugs von Elterngeld Plus bis zu 30 Wochenstunden arbeiten.
  • Ein Monat der Elterngeld Zahlung entspricht zwei Monaten der Elterngeld Plus Zahlung.

Wer kann Elterngeld Plus beziehen?

Elterngeld Plus kann beziehen, wer grundsätzlich Anspruch auf Elterngeld hat. Das sind in aller Regel Eltern, Adoptiv- oder auch Pflegeeltern. Eine Ausnahme bilden allerdings Eltern, die zusammen mit Jahr vor der Geburt ein Einkommen von mehr als 500.000 Euro (250.000 Euro bei Alleinerziehenden) hatten. In diesem Fall besteht kein Anspruch auf Elterngeld oder Elterngeld Plus.

Finanziell bietet das Elterngeld Plus zudem keine Vorteile, wenn Sozialleistungen wie ALG II bezogen werden. Hier würde man Ihnen das Elterngeld vollständig anrechnen.

Das Elterngeld Plus berechnet sich dabei – wie auch das Basiselterngeld – anhand des Bruttoeinkommens (abzgl. Steuern+Sozialabgaben) des jeweiligen Elternteils. Anhand dessen kann der Auszahlungsbetrag je Monat zwischen 150 Euro (Mindestsumme) und 900 Euro (maximale Summe) liegen.

Boni für Geschwister beim Elterngeld Plus

Wie auch beim Basiselterngeld können Mütter und Väter auch beim Elterngeld+ einen Bonus erhalten, wenn es mehrere Kinder in der Familie gibt. Für ein weiteres Kind unter drei Jahren oder zwei weitere Kinder unter sechs Jahren werden zehn Prozent des Elterngeldes, mindestens aber 75 Euro gezahlt.

Mehrlingseltern erhalten neben dem Elterngeld Plus auch noch einen Bonus in Höhe von 300 Euro je weiterem Mehrling. Auch hier erfolgt die Auszahlung über den doppelten Zeitraum bei Halbierung der Summe. Unser Elterngeldrechner berücksichtigt das auch bei der Elterngeld Plus Berechnung.

Hinweis: Sie vom Bonus je Monat ebenfalls nur die Hälfte der Summe, dafür aber für den doppelten Zeitraum.

Wann wird Elterngeld Plus beantragt?

Eltern können das ElterngeldPlus wie auch das Basiselterngeld mit einem amtlichen Vordruck in schriftlicher Form beantragen. Die Elterngeldstellen helfen hier weiter.

Den Antrag sollten Sie spätestens drei Monate nach der Geburt Ihres Kindes stellen. Dieser wird Ihnen nämlich nur für drei Monate rückwirkend ab Antragsstellung bewilligt. Beim Elterngeld Plus gibt es hierbei keine Unterschiede.

Zudem müssen – wenn Sie und Ihr Partner Elterngeld erhalten möchten – beide von Ihnen einen Antrag stellen. Außerdem müssen Sie und Ihr Partner die Anträge unterschreiben.

Das Elterngeld Plus bietet insgesamt also eine Möglichkeit für Eltern, nach der Geburt eines Kindes wieder oder weiterhin zu arbeiten. Ihnen wird, bei maximal 30 Wochenstunden und einer eigenen Kinderbetreuung, dann für den doppelten Bezugszeitraum die Hälfte des Basiselterngeldes ausgezahlt.

Das ElterngeldPlus, welches zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, gilt für Kinder, die ab dem 1. Juli 2015 geboren wurden. Mit der Einführung von ElterngeldPlus soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter gestärkt werden und euch als Eltern mehr Flexibilität gegeben werden.

Wenn ihr also recht bald nach der Geburt eures Kindes wieder in Teilzeit arbeiten möchtet, dann kann ElterngeldPlus für euch sinnvoll sein, da die Anrechnung eurer Teilzeitbeschäftigung etwas anders abläuft. Im Folgenden erläutern wir euch einmal im Detail, was das ElterngeldPlus beinhaltet.

Wie funktioniert ElterngeldPlus?

Wenn ihr nach der Geburt eures Kindes gerne in Teilzeit arbeiten möchtet, dann könnt ihr ab sofort euren Bezug von Elterngeld verlängern. Ihr hattet zwar auch bisher die Möglichkeit, während eures Elterngeldbezuges bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten, jetzt ist es aber möglich, den Bezugszeitraum zu verlängern und in Summe kann das mehr Elterngeld für euch bedeuten.

Anstatt einen Monat Basiselterngeld zu erhalten, könnt ihr nun zwei Monate ElterngeldPlus bekommen, d.h. der Bezugszeitraum erhöht sich von typischerweise 12 auf 24 Monate bzw. 28 Monate, falls ihr auch die Elternzeitansprüche eures Partners mit nutzen möchtet. Ihr bekommt dann allerdings insgesamt nicht mehr, als ihr an Basiselterngeld erhalten hättet. Das heißt genauer gesagt, dass ihr bei Bezug von ElterngeldPlus monatlich maximal 50% des monatlichen Basiselterngeldes ausbezahlt bekommt. Für die Berechnung wird allerdings nicht das ggf. durch euer Erwerbseinkommen reduzierte Basiselterngeld, sondern der volle Betrag zugrunde gelegt.

Eine wichtige weitere Regelung des neuen ElterngeldPlus: Ab dem 15. Lebensmonat muss immer mindestens einer von euch, d.h. entweder Mutter oder Vater, ElterngeldPlus beziehen.

Sofern ihr außerdem Mutterschaftsleistungen beziehen werdet, wird diese allerdings als Bezugszeit von Basiselterngeld gewertet und ihr könnt ElterngeldPlus für diese Monate nicht mehr erhalten. Basiselterngeld und ElterngeldPlus könnt ihr übrigens beliebig kombinieren, d.h. ihr könnt für Monate, in denen ihr nicht arbeitet das volle Basiselterngeld beziehen und für Monate in denen ihr in Teilzeit arbeitet zu ElterngeldPlus wechseln.

Hier einmal ganz grob Basiselterngeld und ElterngeldPlus im Vergleich:

Wie wird das ElterngeldPlus berechnet bzw. wann lohnt sich ElterngeldPlus für euch?

Was bedeutet das nun für die tatsächliche Auszahlung des ElterngeldPlus. Gibt es da überhaupt einen Vorteil gegenüber dem Basiselterngeld? Um diese Frage zu beantworten, müsst ihr zunächst ein paar unterschiedliche Fälle berücksichtigen:

  • Ihr arbeitet während eurer Elternzeit nicht, habt also kein Erwerbseinkommen, das mit dem Elterngeld verrechnet werden kann. Darüber hinaus habt ihr auch keine anderen Einkünfte, z.B. Mieteinnahmen, Einnahmen aus Lizenzen etc.
  • Ihr arbeitet in Teilzeit und habt ein Erwerbseinkommen oder habt ein anderes Einkommen, das mit dem Elterngeld verrechnet wird

Falls ihr nun, wie im ersten Fall, während des Bezugszeitraums kein Einkommen habt, das mit dem Elterngeld verrechnet werden kann, dann ergibt sich für euch aus dem Bezug von ElterngeldPlus kein Vorteil. Ihr erhaltet insgesamt den gleichen Betrag, allerdings über einen doppelt so langen Zeitraum verteilt.

Falls ihr während des Bezugszeitraums allerdings wieder anfangen wollt zu arbeiten und dadurch ein Erwerbseinkommen habt, das aufs Elterngeld angerechnet werden muss, dann lohnt es sich, einmal über ElterngeldPlus nachzudenken. Wir wollen euch nun einmal anhand von zwei etwas vereinfachten Beispielen erläutern, wie sich Basiselterngeld bzw. ElterngeldPlus unterscheiden, wenn ihr in Teilzeit arbeitet.

Beispiel 1: Du hast am 1.8.2015 deinen Nachwuchs bekommen (wichtig: die ElterngeldPlus-Regelung gilt nur für Kinder, die nach dem 1.7.2015 geboren wurden) und möchtest gerne die ersten 6 Monate zuhause dein Kind betreuen und danach wieder in Teilzeit arbeiten (20 Wochenstunden bei einem Nettoeinkommen von 800 EUR). Dein Einkommen vor der Geburt betrug 2.000 EUR netto.

Hier zunächst die verschiedenen Bemessungswerte:

  • Dein Anspruch auf Basiselterngeld beträgt: 65% * 2.000 EUR = 1.300 EUR
  • Dein Anspruch während deiner Teilzeitbeschäftigung: 67% * (2.000 EUR – 800 EUR) = 804 EUR
  • Deine maximale Auszahlung während des Bezuges von ElterngeldPlus: 50% * 1.300 EUR = 650 EUR

Du hast nun zwei Möglichkeiten:

Option 1: Bezug von Basiselterngeld für 12 Monate

  • Monate 1-6: Du bekommt jeweils 1.300 EUR ausbezahlt, also über den gesamten Zeitraum insgesamt 7.800 EUR
  • Monate 7-12: Du bekommst jeweils den reduzierten Satz (dein Einkommen wird ja angerechnet) von 804 EUR, also insgesamt 4.824 EUR
  • Über die gesamten 12 Monate hast du also Elterngeld in Höhe von insgesamt 12.624 EUR erhalten

Option 2: Bezug von Basiselterngeld für 6 Monate (Monate 1 bis 6), Bezug von ElterngeldPlus für 12 Monate (Monate 7-18)

  • Monate 1-6: Du bekommt jeweils 1.300 EUR ausbezahlt, also über den gesamten Zeitraum insgesamt 7.800 EUR
  • Monate 7-18: Da du maximal 50% des Basiselterngeldes ausbezahlt wird, bekommst du in diesem Fall nicht die 804 EUR, sondern stattdessen 650 EUR je Monat, Diesen Betrag bekommst Du allerdings für den gesamten ElterngeldPlus Bezugszeitraum, also 12 Monate. Dies macht dann insgesamt 7.800 EUR
  • Über die gesamten 18 Monate hast du also Elterngeld in Höhe von insgesamt 15.600 EUR erhalten

Wie ihr seht, lohnt sich in diesem Fall also die Variante mit Bezug von ElterngeldPlus. Ihr bekommt wie ihr seht nach wie vor den maximal möglichen Elterngeldbetrag (12 * 1.300 EUR = 15.600 EUR), obwohl ihr über einen großen Zeitraum zusätzliches Einkommen erzielt habt. Euer Einkommen ist also noch so niedrig, dass ihr auf jeden Fall nebenbei arbeiten könnt, ohne Einbußen beim Elterngeld hinnehmen zu müssen.

Sollte das um euren Zuverdienst angepasste Elterngeld allerdings weniger als 50% des Basiselterngeldes betragen, dann müsste der niedrigere Wert zugrunde gelegt werden und der Vorteil durch ElterngeldPlus würde geringer ausfallen.

Beispiel 2: Du entscheidest dich, ab dem 7. Monat doch etwas mehr zu arbeiten und bekommst nun anstelle von 800 EUR sogar 1.200 EUR monatlich für deine Teilzeitstelle. Dein Anspruch während der Teilzeitbeschäftigung wäre dann ca. 67% * (2.000 EUR – 1.200 EUR) = 608 EUR.

Option 1: Bezug von Basiselterngeld für 12 Monate

  • Monate 1-6: Du bekommt jeweils 1.300 EUR ausbezahlt, also über den gesamten Zeitraum insgesamt 7.800 EUR
  • Monate 7-12: Du bekommst jeweils den reduzierten Satz (dein Einkommen wird ja angerechnet) von 608 EUR, also insgesamt 3.648 EUR
  • Über die gesamten 12 Monate hast du also Elterngeld in Höhe von insgesamt 11.448 EUR erhalten

Option 2: Bezug von Basiselterngeld für 6 Monate (Monate 1 bis 6), Bezug von ElterngeldPlus für 12 Monate (Monate 7-18)

  • Monate 1-6: Du bekommt jeweils 1.300 EUR ausbezahlt, also über den gesamten Zeitraum insgesamt 7.800 EUR
  • Monate 7-18: Da nun dein Anspruch mit 608 EUR unter 50% des Basiselterngeldanspruchs von 650 EUR liegt, bekommst du in diesem Fall nicht die 650 EUR, sondern stattdessen 608 EUR je Monat, Diesen Betrag bekommst Du allerdings für den gesamten ElterngeldPlus Bezugszeitraum, also 12 Monate. Dies macht dann insgesamt 7.296 EUR
  • Über die gesamten 18 Monate hast du also Elterngeld in Höhe von insgesamt 15.096 EUR erhalten

Wie ihr seht, habt ihr nun im Vergleich zum maximal möglichen Elterngeldbetrag von 15.600 EUR über den Zeitraum eine kleine Einbuße hinnehmen müssen. Den vollen Elterngeldbetrag würdet ihr in unserem Beispiel in zwei Fällen erhalten:

  • Ihr bezieht vom 1. Bis 12. Monat Basiselterngeld und arbeitet während dieser Zeit nicht
  • Ihr bezieht vom 1. Bis 6. Monat Basiselterngeld, beginnt ab dem 7. Monat in Teilzeit zu arbeiten und bezieht ElterngeldPlus für die Monate 7 bis 18 (und verdient wie im ersten Beispiel 800 EUR je Monat oder gerade so viel, dass ihr noch 50% des Basiselterngeldes erhaltet)

Um nun genau zu verstehen, welche Option in diesem Beispiel die Beste wäre, müsst ihr natürlich noch euer Erwerbseinkommen über den entsprechenden Zeitraum berücksichtigen. Hierfür gibt es nun vereinfacht drei Optionen:

Option 1: Bezug von Basiselterngeld für 12 Monate und keine Erwerbstätigkeit, danach Teilzeit und Verdienst 1.200 EUR netto (Monate 13-18)

  • Elterngeld: 15.600 EUR
  • Zuverdienst: 7.200 EUR (= 1.200 EUR * 6 Monate)
  • Gesamtverdienst: 22.800 EUR

Option 2: Bezug von Basiselterngeld für 6 Monate und keine Erwerbstätigkeit (Monate 1 bis 6), Bezug von ElterngeldPlus für 12 Monate und Zuverdienst von 800 EUR netto (Monate 7-18)

  • Elterngeld: 15.600 EUR
  • Zuverdienst: 9.600 EUR (= 800 EUR * 12 Monate)
  • Gesamtverdienst: 25.200 EUR

Option 3: Bezug von Basiselterngeld für 6 Monate und keine Erwerbstätigkeit (Monate 1 bis 6), Bezug von ElterngeldPlus für 12 Monate und Zuverdienst von 1.200 EUR netto (Monate 7-18)

  • Elterngeld: 15.096 EUR
  • Zuverdienst: 14.400 EUR (= 1.200 EUR * 12 Monate)
  • Gesamtverdienst: 29.096 EUR

Ihr habt es euch wahrscheinlich ja schon gedacht: Wie zu erwarten war, habt ihr natürlich insgesamt mehr Geld zur Verfügung, wenn ihr im Monat netto 1.200 EUR dazuverdient. Ihr müsst euch aber natürlich auch die Frage stellen, welche Arbeitszeit ihr für diesen Verdienst leisten müsst und dann entscheiden, was für euch in eurer ganz speziellen Situation am sinnvollsten ist. Wie ihr seht, könnt ihr hier schon verschiedene Optionen berechnen und in gewissen Grenzen auch das Ergebnis beeinflussen, am Ende entscheidet aber auch, wieviel Zeit ihr während dieser spannenden Zeit eigentlich zum Arbeiten aufwenden könnt und wollt.

Neben dem ElterngeldPlus gibt es noch eine weitere Neuerung, die es euch ermöglicht, für weitere vier Monate einen Zuschuss zu erhalten, den so genannten Partnerschaftsbonus. Mehr dazu lest ihr in einem separaten Artikel zum Partnerschaftsbonus.

Schon seit 1. Juli 2015 gibt es das Elterngeld Plus neben dem “normalen” Elterngeld. Vorteile bringt das es vor allem Eltern, die nach der Geburt des Kindes in Teilzeit arbeiten möchten. Das heißt, Mütter und Väter sollen mit der Gesetzesregelung ihre Familienplanung und ihr Berufsleben besser miteinander verbinden können.

Inhalt

Für wen ist das Elterngeld Plus gedacht?

Wie das „normale“ Elterngeld ist auch das Elterngeld Plus eine Unterstützung für Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes beruflich für eine Weile kürzer treten wollen, um Zeit für ihr Kind zu haben. Dabei bringt das Elterngeld Plus vor allem den Eltern Vorteile, die schon bald nach der Geburt wieder in Teilzeit arbeiten wollen, noch während sie Anspruch auf Elterngeld haben.

Das bedeutet, dass Eltern die reguläre Elternzeit einfach verlängern können. Aus einem normalen Monat Elterngeld werden dann einfach zwei Monate “Elterngeld-Plus-Zeit”. Entscheiden sich also beide Elternteile zeitgleich in Teilzeit zu arbeiten (also zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche), erhalten sie den Partnerschaftsbonus.

Wie hoch ist das Elterngeld Plus?

Wie bei dem “normalen” Elterngeld berechnet sich die Höhe davon, wie viel Du oder Dein Partner in den letzten 12 Monaten vor der Geburt verdient habt. Das zusätzliche Elterngeld ersetzt das wegfallende Einkommen zu 65 bis 100 Prozent.

Je weniger verdient wurde, desto höher ist der Prozentsatz. Einen Unterschied gibt es allerdings zum „normalen“ Elterngeld: Das zusätzliche Elterngeld beträgt höchstens die Hälfte des normalen Elterngeldbetrags, der den Eltern ohne Teilzeiteinkommen zustehen würde. Es wird dafür aber länger gezahlt.

Wie lange wird Elterngeld Plus gezahlt?

Die Auszahlung läuft doppelt so lange wie das „normale“ Elterngeld. Das heißt: Aus jedem „normalen“ Elterngeld-Monat werden zwei Elterngeld-Plus-Monate. In einigen Fällen kann das Elterngeld Plus auch über den 14. Lebensmonat des Kindes hinaus bezogen werden.

In welchen Fällen trifft das zu?

Die Eltern können einen so genannten Partnerschaftsbonus in Form von jeweils vier zusätzlichen Monaten erhalten. Dies geschieht dann, wenn sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes teilen und parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Ich bin alleinerziehend, gibt es für mich eine zusätzliche Förderung?

Ja, es gibt eine Förderung, die vergleichbar mit dem Partnerschaftsbonus ist. Wie Elternpaare kannst Du für vier weitere Monate zusätzliches Elterngeld beziehen, wenn Du in mindestens vier aufeinanderfolgenden Monaten zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeitest.

Kann ich Elterngeld Plus beziehen, auch wenn ich nicht Teilzeit arbeite?

Ja, auch wer nicht in Teilzeit arbeitet, kann Elterngeld Plus erhalten. Du bekommst dann die Hälfte des „normalen“ Elterngeldes für einen doppelt so langen Zeitraum.

Gut zu wissen

  • Nur Eltern, deren Kinder nach dem 30. Juni 2015 geboren wurden, haben einen Anspruch das zusätzliche Elterngeld.
  • Du kannst Elterngeld und Elterngeld Plus flexibel miteinander kombinieren.
  • Das zusätzliche Elterngeld musst Du – wie das normale Elterngeld – schriftlich bei Deiner Elterngeldstelle beantragen.
  • Auch „Stiefeltern“ können unter bestimmten Voraussetzungen Elterngeld Plus bekommen.
  • Eltern von Zwillingen bekamen bis 2015 doppeltes Elterngeld. Ab Beginn des Jahres 2015 bekommen sie jedoch nur noch Elterngeld für ein Kind und für jedes weitere Kind einen Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro.

Die Vorteile von Elterngeld Plus kurz zusammengefasst

Beratung und weitere Informationen zum Elterngeld Plus erhältst Du in einer Elterngeldstelle in Deiner Nähe. Vielen werdenden Eltern hilft auch der Online-Elterngeldrechner, bei dem Du Dir das „normale“ Elterngeld und das Elterngeld Plus berechnen lassen kannst.

Nähere Informationen kannst Du unter familien-wegweiser.de des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finden. Da Elterngeld und Elterngeld Plus auf vielfältige Weise kombinierbar ist, ist in vielen Fällen eine persönliche Beratung sinnvoll.

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