Eizellen spenden deutschland

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Während es in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Italien und Norwegen nach derzeitiger Gesetzeslage verboten ist, dass Frauen Eizellen spenden, ist dies in 15 EU-Staaten erlaubt. Mit den gespendeten Zellen können sich zum Beispiel unfruchtbare Paare per In-vitro-Fertilisation (IVF) den Kinderwunsch erfüllen oder Wissenschaftler könnten daraus embryonale Stammzellen für die Grundlagenforschung gewinnen.

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In-vitro-Fertilisation (IVF): Mittels Mikropipette wird eine Samenzelle in eine Eizelle eingebracht.

(Foto: Foto: dpa)

In jüngster Zeit mehren sich die Versuche, den Ovum-Mangel zu beheben und die Spendierfreudigkeit anzukurbeln. Der Reproduktionsmediziner René Frydman, Erzeuger des ersten französischen Retortenbabys, hat zum Beispiel gefordert, endlich das Verbot einer Vergütung für gespendete Eizellen abzuschaffen. Der wachsende Bedarf könne sonst nicht mehr gedeckt werden.

Schon jetzt ließen viele Französinnen eine IVF mit fremden Eizellen in Spanien oder Belgien vornehmen. Dort ist das Eizellangebot größer, die Spenderinnen bekommen zirka 900 Euro pro Entnahme, die allerdings ein sehr belastender Eingriff ist. Frydman schlägt eine Aufwandsentschädigung durch die Sozialversicherung oder eine Behörde vor. Nur diese Kompensation – und nicht etwa eine Bezahlung – ist nach der EU-Gewebe-Richtlinie auch tatsächlich erlaubt.

Erhebliche Nebenwirkungen

Ob mehr Französinnen gegen solch eine Entschädigung Eizellen hergeben würden, ist offen. Denn dazu müssen sie etwa zwei Wochen lang Hormonspritzen inklusive deren Nebenwirkungen ertragen und haben am Ende einen Eingriff per Nadelpunktion durch die Bauchhöhle an den Eierstöcken vor sich, der Schmerz- und Beruhigungsmittel, eventuell sogar eine Narkose, erfordert. Außerdem kann es zu Blutungen oder Infektionen kommen, durch verletzte Eileiter zu Unfruchtbarkeit und eine Überstimulation der Ovarien führt im Extremfall zu Nierenversagen.

Auch Engländerinnen bevorzugen für die IVF mit fremden Eizellen spanische Kliniken. Darunter leidet allerdings die britische Stammzellforschung zunehmend, denn sie braucht zahlreiche, manchmal Hunderte Eizellen, um eine neue embryonale Zelllinie herzustellen. Aber der notwendige Rohstoff fiel bisher nur an, wenn bei einer IVF Eizellen übrig blieben und für Forschungszwecke freigegeben wurden.

Um den ständigen Mangel zu kompensieren, versuchen die Briten neue Regeln zu etablieren: Mitte letzten Jahres hat die staatliche Behörde für Fortpflanzungsmedizin und Embryologie (HFEA) dem nordostenglischen Stammzellinstitut in Newcastle (NESCI) ein Egg-Sharing-Programm zugestanden, bei dem Frauen für die eigene IVF weniger zahlen müssen, wenn sie bei dem Prozedere überschüssige Eizellen an die Forschung abgeben.

Geschäft in den USA blüht
50.000 Dollar für blonde Eizelle

Gesucht: Gesunde, athletische Frauen unter 29 mit hervorragenden College-Testergebnissen. 10.000 Dollar Lohn. So ungefähr lautet eine von zahllosen Kleinanzeigen, mit denen Studentinnen in den USA zum Beginn des Herbstsemesters geradezu überschüttet werden. Man findet sie in Studentenblättern, am Schwarzen Brett, im Internet, nicht zu Hunderten, sondern zu Tausenden. Bei Craigslist, dem weltgrößten Internet-Kleinanzeigenmarkt, allein sind es pro Tag durchschnittlich 150, und das Echo vor allem bei jungen Studierenden ist riesig.
Auf dem Campus blüht das Geschäft – mit Eizellenspenden. Kinderlose Paare mit Fortpflanzungsproblemen wenden sich an Spender-Agenturen, die dann nach geeigneten jungen Frauen suchen. Nach Schätzungen sind mittlerweile etwa 75 Prozent aller Eizellen-Spenderinnen in den USA Studentinnen, und das nicht von ungefähr: Sie sind jung, fit, intelligent und können das Geld gut gebrauchen, etwa zur Rückzahlung von Studentendarlehen, die oft in die Zehntausende gehen.
Agenturen mit Namen wie „A Perfect Match“ (was so viel heißt wie „Es passt perfekt zusammen“) oder „Dream Donations“ („Traumspenden“), die von den Eltern in spe durchschnittlich 5.000 Dollar für ihre Vermittlungsdienste kassieren, konzentrieren sich daher hauptsächlich auf den Uni-Markt, der sich zunehmend als wahre Goldgrube entpuppt. Schließlich haben nach Berechnungen der US-Gesundheitsbehörde CDC etwa sechs Millionen Menschen im Land Probleme mit der Fruchtbarkeit. Für viele sind Spenden von Eizellen und eine Befruchtung im Reagenzglas die einzige Chance, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
Nach Schätzungen ist der Eizellen-Handel mittlerweile zu einem jährlichen 40-Millionen-Dollar-Geschäft angewachsen – ein „globaler Basar“, wie die Zeitung „USA Today“ kürzlich anmerkte. Weil nämlich viele Staaten das Bezahlen von Eizellenspenden strikt verbieten, wenden sich auch immer häufiger ausländische Paare an die mittlerweile über 100 US-Vermittlungsagenturen.
Auch die amerikanischen Studentinnen werden offiziell nicht für ihre Spenden entlohnt, da Eizellen als Körperteile gelten, und deren Verkauf ist auch in den USA illegal. Entlohnt werden sie für ihren „Service“: Das heißt, sie erhalten eine Art Aufwandsentschädigung für die Arztbesuche und eine „Kompensation“ dafür, dass sie sich selbst stimulierende Medikamente spritzen sowie zahlreiche Untersuchungen und schließlich die Eizellenentnahme unter Narkose über sich ergehen lassen. „Das ist für eine 20- oder 21-jährige Frau relativ leicht und schnell zu verdienendes Geld“, sagt Wirtschaftsprofessorin Debora Spar von der Harvard-Universität laut US-Sender CBS.
Die Paare selbst bestimmen, wie viel sie einer Spenderin zahlen. Dabei gilt oft: je attraktiver und intelligenter die jungen Frauen, desto höher die Entlohnung für den „Service“. Bis zu 50.000 Dollar (etwa 39.000 Euro) können es in Einzelfällen werden, wenn eine Studentin Traumvoraussetzungen erfüllt: Langbeinig, blauäugig und blond etwa – vorausgesetzt, der Schopf sitzt auf einem klugen Kopf. Auch asiatische Frauen als Spenderinnen sind begehrt, denn ihr Bevölkerungsanteil ist relativ gering.
Ein Paar bot unlängst via Craigslist 10.000 Dollar für Eispenden von bis zu 25 Jahre alten Frauen an, bevorzugt hoch gewachsen und – ein Muss – „hoch intelligent“. Weiter hieß es in der Kleinanzeige: „Ideal wäre es, wenn die Spenderin über künstlerische Fähigkeiten verfügte, da die künftige Mutter eine talentierte Malerin und Klavierspielerin ist.“
Ein maßgeschneidertes Baby? Das bringt nicht nur Kritiker wie die Wirtschaftsprofessorin Debora Spar auf den Plan, die in ihrem Buch „The Baby Business“ den „Verkauf von Kindern“ anprangert und striktere Regulierungen fordert. Selbst die American Society of Reproductive Medicine (ASRM), eine hauptsächlich aus Reproduktiv-Ärzten bestehende Vereinigung, spricht sich zumindest für eine Begrenzung der Eispenden-Entlohnung aus. 5.000 Dollar, so lautet ihre Empfehlung, „bedürfen einer Rechtfertigung, Summen über 10.000 gehen über das Angemessene hinaus“.
„Wir verkaufen keine Kinder. Wir helfen, Familien zu schaffen“, verteidigen sich die „Perfect Match“-Betreiber Tom und Darlene Pinkerton. Kritiker warfen ihnen nach einer Schlagzeilen erregenden Suche nach schlanken, langbeinigen und blonden Spenderinnen (50.000 Dollar Lohn) vor, sie würden im Stil der Nazis eine „Spitzenrasse“ schaffen wollen. Und wie sehen es die Spenderinnen selbst? Lena, die in New Jersey studiert, spricht für viele. „Ich gebe keine Kinder weg. Ich gebe meine DNS“, sagt sie. „Wenn ich anderen damit helfen und zugleich Geld verdienen kann, was ist falsch daran?“
(Gabriele Chwallek, dpa)

SPENDERINNEN VON EIZELLEN ERHALTEN DAS DREIFACHE

Grossbritannien verdreifacht die „Entschädigung“ für Spenderinnen von Eizellen. Diese sind weltweit Mangelware. Britische Frauen erhalten künftig statt 250 wie bisher neu Pfund (1150 Franken) pro Spende-Zyklus. Dies hat die zuständige Behörde, die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), entschieden. Sie orientierte sich an Spanien, wo Spenderinnen pro Zyklus bis 1000 Euro (1200 Franken) erhalten.

Die EU-Geweberichtlinie verbietet bezahlte Eizellen-Spenden. Erlaubt ist hingegen eine „Aufwandsentschädigung“.

Bereitschaft für Spenden erhöhen

Die HFEA will mit der höheren Entschädigung die Spendebereitschaft der Frauen fördern. Besonders Paare mit Kinderwunsch, die für eine künstliche Befruchtung auf eine Eizellen-Spende angewiesen sind, müssten zum Teil mehrere Monate warten.

Was die Behörde verschweigt: Noch viel grösser ist der Bedarf der Forschung. Der private „Nuffield Council on Bioethics“ hatte deshalb vorgeschlagen, Spenden für die Forschung höher zu entschädigen als Spenden für Fruchtbarkeitsbehandlungen. Der „Nuffield Council“ wird von zwei privaten Stiftungen und dem öffentlichen Medical Research Council finanziert und berät die Politik in ethischen Fragen der Biologie und der Medizin.

Den Einwand von Kritikerinnen, die höhere Entschädigung sei für Frauen in einer finanziellen Notlage ein Anreiz, die erheblichen gesundheitlichen Risiken einzugehen, stritt HFEA-Chefin Lisa Jardine gegenüber der BBC ab. 750 Pfund seien kein Anreiz, sondern eine faire Entschädigung für die Spesen, den Zeitaufwand und die Schmerzen. Bisher galt ein Drittel davon als faire Entschädigung.

Heruntergespielte gesundheitliche Risiken

Die Spendebereitschaft von Frauen ist insbesondere wegen der gesundheitlichen Risiken gering. So müssen die Eierstöcke mit Hormonen stimuliert werden, damit möglichst viele Eizellen reifen und entnommen werden können. Bekannte Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Blutungen, Stimmungsschwankungen, Unterleibs- und Kopfschmerzen und Thrombosen.

Die Überstimulation der Eierstöcke kann im Extremfall zu Nierenversagen und damit zum Tod führen. Sie steht zudem im Verdacht, Eierstock- und Gebärmutterkrebs zu fördern. Die Entnahme der Eizellen erfordert Beruhigungsmittel oder eine lokale Narkose. Wenn der Eileiter verletzt wird, droht Unfruchtbarkeit.

In den USA dürfen Frauen Eizellen für 9’800 Franken verkaufen

In den USA dürfen Frauen in einzelnen Bundesstaaten Eizellen verkaufen. Als Höchstpreis werden gemäss britischen Medien 10’000 US-Dollar ( 9’800 Franken) pro Eizelle bezahlt.

In Europa erregte vor einigen Jahren der Fall von jungen Frauen aus Rumänien Aufsehen, die gegen Bezahlung illegal Eizellen spendeten.

In der Schweiz und in Deutschland verboten

In Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien ist die Eizellen-Spende grundsätzlich verboten. Der Europäische Gerichtshof hat dieses Verbot gebilligt. In 15 EU-Staaten ist die Eizellen-Spende ausdrücklich zugelassen. In den anderen ist die Rechtslage unklar.

Die Fortpflanzungsmedizin hilft vielen Menschen, ein Kind zu bekommen. Das ist ihre unbestritten positive Seite. Doch die Fortpflanzungsmedizin bedient sich auch Methoden, die fragwürdig sind und anderen Menschen schaden. Zu diesen zählt die Eizellspende.

Unsere Beratung: Raum für persönliche Überlegungen

Gerne können Sich sich an unsere Beratung wenden, wenn Sie ihre Position zu reproduktionsmedizinischen Angeobten reflektieren wollen. Unsere Beratung ist kostenlos, professionell und ergebnisoffen. Eine telefonische Terminvereinbarung ist erforderlich.

Spenderinnen werden ausgebeutet

Wer nur den Kinderwunsch eines Paares sieht, blendet gerne die Risiken aus. Die Eizellspende ist sowohl für die Spenderin wie auch für die Empfängerin und das Kind mit gesundheitlichen Risiken verbunden.

Eizellspende: Pro und Contra

Pro

  • Erfahrungen zeigen, dass die Erfolgsrate der künstlichen Befruchtung erhöht werden kann. Dies gilt vor allem für Frauen ab 40, die häufig nicht mehr genügend eigene Eizellen produzieren.

Contra

  • Kinder können nicht immer erfahren, von wem sie abstammen. Das ist aber für viele wichtig, weshalb anonyme Spenden in Österreich verboten sind.
  • Marktmechanismen unterlaufen Schutzbestimmungen: Wo gibt es die anonyme Eizellspende? Wo ist sie am billigsten? Eizellspende wird in der Bewerbung verharmlost und es ist dadurch für Kinderwunschpaare wie potentielle Spenderinnen schwierig, sich ein realistisches Bild zu machen.
  • Langzeitstudien über die Folgen für die Spenderinnen und Kinder fehlen.
  • An die Risiken für die Eizellspenderinnen wird wenig gedacht. Sie riskieren ihre Gesundheit und ihre eigene Fruchtbarkeit.
  • Gesundheitliche Risiken gehen aber auch Empfängerinnen von Eizellspenden ein: sie gelten als Hochrisikopatientinnen. Auch die Kinder sind dadurch gefährdet.

Rechtliche Situation bei Eizellspende in Österreich

Am 21.1.2015 wurde die Novelle zum Fortpflanzungsmedizingesetz im Parlament beschlossen. Frauen bis 45 Jahre können damit auch in Österreich eine fremde Eizelle erhalten.

>>> Link zur gesamten „Rechtsvorschrift für Fortpflanzungsmedizingesetz“

Eizellspende: Unsere wichtigsten Kritikpunkte:

  • Kinderlose junge Frauen ab 18 Jahren können Eizellen spenden, obwohl sich dies auf ihre Fruchtbarkeit negativ auswirken kann.
  • Die Beratung der Spenderin liegt in Händen jenes Arztes/jener Ärztin, der/die die Spende für ihre/seine Klientin verwendet. Auf eine unabhängige Beratung muss lediglich verwiesen werden.
  • Das Kind hat das Recht nach Vollendung des 14. Lebensjahres zu erfahren, wer die Eizellspenderin ist. Es besteht aber keine Verpflichtung der Eltern, es über die Art der Entstehung zu informieren. Nach unserer Erfahrung sprechen die wenigsten Eltern mit ihren Kindern darüber. Sie können ihr Recht auf Information daher nicht wahrnehmen.
  • Statistisch aufbereitet wird nur die Zahl der Eizellenspenden und der daraufhin geborenen Kinder. Nicht dokumentiert wird, welche Komplikationen für die Spenderinnen, die Empfängerinnen oder die Kinder sich aus der Eizellspende ergeben.

Positiv: Ein finanzieller Anreiz, Eizellen zu spenden, ist verboten. Nur der direkte Kostenersatz ist erlaubt. Es gibt außerdem ein Werbe- und Vermittlungsverbot. Auch dies soll sicherstellen, dass Eizellspende kein Geschäft wird.

Interview: „Eine Auslandsbehandlung ist mit einem enormen seelischen Aufwand verbunden.“

Petra Thorn ist Familientherapeutin und berät Paare in Kinderwunschfragen. Sie ist Vorsitzende des „Beratungsnetzwerks Kinderwunsch Deutschland“.

Wie viele Kinderwunschpaare lassen sich im Ausland behandeln?

Genaue Zahlen gibt es nicht. Es sind jährlich aber sicher einige Tausend. Manche haben die Altersgrenzen überschritten, sodass die deutschen Krankenkassen sich nicht an den Kosten beteiligen. Andere wollen eine Eizellspende, die in Deutschland nicht erlaubt ist. Oder es sind lesbische Frauen, die hier keinen Arzt finden, der mit ihnen eine Befruchtung mit Spendersamen durchführt.

In einigen europäischen Ländern gibt es für die IVF und ICSI weniger gesetzliche Beschränkungen. Führen Behandlungen dort eher zum Kind?

Die Hoffnungen der Paare richten sich darauf, dass man in einigen Ländern mehr als drei Embryonen bis zum Blastozysten-Stadium heranreifen lassen kann, um dann jene mit den besten Chancen zur Weiterentwicklung auszuwählen. Letzteres ist bei uns nicht erlaubt. Die Ursachen der Unfruchtbarkeit sind jedoch oft so komplex, dass solche Verfahren allein das Problem meist nicht lösen. Einen soliden Beweis für eine höhere Geburtenrate bei Behandlungen im Ausland gibt es nicht.

Sind Auslandsbehandlungen preiswerter?

Schaut man sich die Preislisten der Kliniken im Ausland für die medizinischen Eingriffe an, sieht es auf den ersten Blick häufig so aus. Rechnet man aber alle weiteren Kosten hinzu, etwa für die Reisen, Unterkunft, Medikamente und die anderen Nebenkosten, besteht am Ende oft kein Preisvorteil mehr.

Sind Behandlungen im Ausland mit größeren medizinischen Risiken verbunden?

Ich denke, dass Paare im Ausland qualitativ nicht schlechter behandelt werden. Die meisten Ärztinnen und Ärzte tauschen sich regelmäßig mit den europäischen Kolleginnen und Kollegen aus und verfahren nach ähnlichen medizinischen Standards. Kommt es allerdings zu Komplikationen bei der Behandlung, ist die juristische Auseinandersetzung mit Ärztinnen und Ärzten im Ausland äußerst schwierig.

Warum sollte man sich vor einer Auslandsbehandlung beraten lassen?

Es ist wichtig für das Paar zu klären, wie viele psychische, emotionale und finanzielle Reserven noch da sind. Ich spreche mit dem Paar darüber, dass eine Behandlung im Ausland oft mit einem enormen seelischen Aufwand verbunden ist. Wegen der Reisen und der Organisation, weil es unter Umständen schwierig ist, sich sprachlich zu verständigen, und weil man auf ein unbekanntes Gesundheitssystem trifft. Die Frage ist zudem, ob beide Partner am gleichen Punkt sind oder Gefahr laufen auseinanderzudriften.

Gehen Frauen und Männer das Thema unterschiedlich an?

Männer sind oft zielorientierter und gehen Schritt für Schritt vor. Für viele Frauen ist dagegen der emotionale Austausch besonders wichtig. Das führt manchmal zu gegenseitigem Unverständnis. In der Beratung motiviere ich das Paar, diese Unterschiede positiv zu nutzen: Um eine Kinderwunsch-Behandlung gut zu überstehen, muss man sowohl gut planen als auch sich mitteilen können. Wenn Paare sich in ihrer Unterschiedlichkeit wieder schätzen können, schweißt sie das oft enger zusammen.

Beraten Sie auch in medizinischen Fragen?

Nein, aber ich unterstütze bei Bedarf das Paar darin, einen Fragenkatalog zu erstellen, mit dem es alle wichtigen medizinischen Fragen noch einmal mit einer Ärztin oder einem Arzt klären kann. Letztlich geht es ja um die Frage, ob eine Behandlung im Ausland medizinisch sinnvoll ist. Darüber sollte das Paar wenn möglich mit den bisher behandelnden Ärztinnen und Ärzten sprechen, auch wenn es von ihnen vielleicht enttäuscht ist. Man sollte nicht alle Türen zuschlagen.

Mit welchen Fragen kommen die Paare zu Ihnen?

Häufig haben die Paare wegen schlechter Spermienwerte des Mannes über eine längere Zeit hinweg erfolglose ICSI-Versuche erlebt. Jetzt ist die Frau Ende dreißig oder älter und entwickelt immer weniger befruchtungsfähige Eizellen. Eine in Deutschland nicht erlaubte Eizellspende im Ausland ist dann oft die letzte Hoffnung.

Die meisten Paare kommen, weil sie über die Eizellspende nachdenken und wissen wollen, welche Klinik ich empfehlen würde. Aber dies ist aus strafrechtlichen Gründen nicht möglich und aus psychologischer Sicht auch nicht sinnvoll: Die Kinderwunsch-Behandlung ist eine sehr intime Behandlung, in der es immer auch auf die persönliche „Chemie“ zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin ankommt. Daher unterstütze ich die Paare bei der Erarbeitung ihrer eigenen Kriterien für eine Klinik.

Was sagen Sie den Paaren?

Zunächst einmal informiere ich sie über die möglichen medizinischen Abläufe der Eizellspende und über die juristische Lage in verschiedenen europäischen Ländern. Sollte das Paar sich für die Behandlung entschließen, rate ich auch dazu, eine Klinik zu wählen, die aufgrund bestehender rechtlicher Regelungen gewährleistet, dass das Kind mit 18 Jahren die Möglichkeit hat, die Spenderin kennenzulernen.

Lässt sich sicherstellen, dass die Spenderin der Eizelle nicht aus wirtschaftlicher Not handelt?

Wenn Paare bei ausländischen Kliniken anfragen, wie die Spenderin ausgesucht, untersucht, versorgt und bezahlt wurde, erhalten sie oft keine befriedigende Auskunft. Man kann daher auch nicht sicher sein, dass die Spenderin nicht hormonell überstimuliert wurde, um möglichst viele Eizellen zu gewinnen.

Man weiß zum Beispiel, dass in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit die Bereitschaft junger Frauen steigt, mit einer Eizellspende Geld zu verdienen. Weil dieser Zusammenhang nicht zu leugnen ist, plädiere ich dafür, eine Eizellspende möglichst nur in Ländern in Anspruch zu nehmen, in denen die soziale Lage nicht schlechter ist als bei uns.

Unterliegen Sie auch dann der Schweigepflicht, wenn Sie Paare zu einer Eizellspende beraten? Immerhin ist sie in Deutschland illegal.

Selbstverständlich unterliegen Therapie und Beratung der Schweigepflicht. Wir haben im Beratungsverbund BKiD unter anderem auch zur Kinderwunsch-Behandlung im Ausland Richtlinien erarbeitet, die im Internet eingesehen werden können. Die Beratung ist grundsätzlich ergebnisoffen, das heißt, wir raten nicht zu einer Behandlung, aber auch nicht davon ab. Wir wollen dazu beitragen, dass die Paare eine fundierte und verantwortungsbewusste Entscheidung treffen und den Weg, den sie planen, mit Zuversicht und Selbstbewusstsein gehen können.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.06.2014

Es gibt keinen Zweifel, daß Eizellspende manchen Paaren erlaubt Eltern zu werden, die sonst keine Kinder haben könnten. Kinderlachen in ein Haus zu bringen ist für Menschen die von Nachwuchs geträumt haben, aber keine physischen Möglichkeiten wegen Unfruchtbarkeit hatten, ein Durchbruch in der Medizin. Zusammengefasst ist es eine Art Wunder, das von altruistischen Spenderinnen und menschlicher Technologie möglich gemacht wurde. Aber ist es fehlerfrei? Ist der Kinderwunschweg über IVF Spendereizellen frei von moralischen und ethischen Problemen? Was ist Ethik in IVF?

Wir wissen alle, daß nichts einfach ist und jede die sich entscheidet Eizellspenderin oder Eizellempfängerin zu werden, sollte über die üblichsten moralischen und ethischen Probleme der IVF Bescheid wissen, wir werden im Anschluß darüber berichten.

IVF ethische Probleme – Altruismus oder Geschäft?

Lassen Sie uns zuerst über den vermeintlichen Altruismus der ganzen Behandlung sprechen. Fast alle Werbungen für Eizellspende bieten die Chance das Leben von Menschen durch die Erfüllung eines Traums vom eigenen Kind zu erfüllen… und sie bieten Geld für die Eizellspende. Der Betrag befindet sich gewöhnlich im Bereich von $4,000 bis $10,000, aber man kann auch Angebote über $100,000 finden. Sie denken bestimmt warum soll jemand nur $4,000 nehmen, wenn es Angebote gibt für $60,000 oder $80,000. Umso lukrativer die Angebote sind, desto spezieller sind die Voraussetzungen und man hat vielleicht nicht die richtige Rasse, Universitätsabschluß oder Notendurchschnitt. Eigentlich sieht das überhaupt nicht gut und gar nicht altruistisch aus. Haben Menschen, die sich ein Kind für $100,000 kaufen es verdient und sollten sie überhaupt ein Kind haben? Diese Menschen bieten soviel Geld, weil sie sicher gehen möchten, daß die Spenderin ein Supermodel mit hohem IQ und einem Abschluß ist, sie möchten eine spezielle Hautfarbe, Haar und Augenfarbe. Das ist nicht das Gleiche als wenn man einfach ein Kind möchte. Wenn Menschen entscheiden, sie möchten ein Kind, dann entscheiden sie ein Baby zu bekommen und nicht einen entworfenen Supermensch.

Ein Werbungsbeispiel für Eizellspende

Eltern, die keine Eizellspende nutzen, haben natürlich auch Erwartungen. Vielleicht möchte der Vater einen Jungen, der gern Sport macht oder eine Mutter möchte ein Mädchen, daß wissenschaftlich begabt ist und so weiter, aber das ist nicht das Gleiche als wenn man Geld für eine Erfüllung dieser Chance bezahlt.

Der Punkt ist der, daß man schon Ansprüche und Erwartungen stellt, bevor das Kind überhaupt geboren ist und das man buchstäblich erwartet genau dies zu erhalten, weil man soviel Geld ausgegeben hat. Das ist keine Liebe.
Wer möchte das Kind sein, das für $100,000 gekauft wurde und dann denkt „Wenn sie nur $4,000 bezahlt hätten, wie die anderen… wäre ich dann schlechter oder was? Verdiene ich ihre Liebe nicht?“

Das hört sich vielleicht hart an, aber dies sind alles Dinge die einem in den Sinn kommen, wenn man über die Ethik des Spenderbabys nachdenkt.

Wenn man Eizellen von einer Spenderin für $100,000 kauft, heißt das nicht, daß das Kind nicht geliebt oder gepflegt wird. Aber es zeigt, daß wenn man Geld mit medizinischen Spenden vermischt, dies nicht die beste Idee der Welt ist. Es sollte Einschränkungen geben oder selbst Eizellspende ohne Gebühr so wie in Kanada oder Australien wo all Spenden freiwillig und unbezahlt sind. Man sollte zumindest die Gebühr einschränken auf eine angemessene, nicht verhandelbare, symbolische Summe. Dies funktioniert, bisher, in Australien gut wo alle Eizellspenderinnen anonym und unbezahlt sind. Allerdings wurde die Situation der Eizellempfängerinnen in Australien kürzlich etwas schwierig. Lesen Sie mehr über die Probleme der Eizellspende in Australien.
Dann gibt es noch das Dilemma mit „Autonomie“. Kann eine Frau, die in der Ausbildung ist und Ihre Studiengebühren bezahlen muß eine autonome Entscheidung treffen, wenn ihr mindestens $4,000 geboten werden, um Eizellen zu spenden? Man sollte auch bedenken, daß sie sich über die zukünftigen Auswirkungen nicht bewußt ist, weil diese noch gar nicht erforscht wurden. Sie wird wahrscheinlich das Geld nehmen und das Risiko eingehen.
Wenn große Geldmengen im Spiel sind, ist Altruismus und anderen helfen nur der Hintergrund und das Geschäft steht im Vordergrund. Man kann leicht erkennen, daß manche, manche Gruppen diese Situationen ausnutzen würden.

Gesundheit der Spenderin – IVF Ethik

Zweitens sollte man einen Moment über die Gesundheit der Spenderin nachdenken. Viele Dienstleister sagen, es gibt fast keine Überwachung der Gesundheit der Spenderinnen nach der Behandlung. Die Kliniken sind nicht verpflichtet die Gesundheit der Spenderin Wochen, Monate und Jahre nach der Behandlung zu überwachen, deshalb wissen wir nicht, welche Auswirkung die Eizellentnahme auf die Spenderin in der Zukunft hat. Es geht speziell um die Medikamente, die für die Ovulation benutzt werden und wie sie die Spenderin beeinflußen. Es gibt klinische Berichte, die zeigen, daß der Stimulationsablauf die Chance auf Eierstockkrebs erhöht. Es gibt auch dokumentierte Fälle der Hyperstimulation, Risswunden, Eierstocktrauma, Infektionen, und Unfruchtbarkeit. Die American Society for Reproductive Medicine glaubt, daß man in diesem Gebiet noch weiterforschen und prüfen muß.
Studien zeigen, daß Frauen die Eizellen spenden, um damit Geld zu verdienen, öfters emotional leiden und ihre Entscheidung bereuen, als Frauen, die altruistisch motiviert sind. Es gibt also auch psychologische Bedenken. EggDonationFriends glaubt und befürwortet, daß alle Eizellspenderinnen die beste Patientenversorgung bekommen sollten egal ob es altruistisch oder nicht ist. Eizellspenderinnen sollten über die möglichen Komplikationen Bescheid wissen. Die Medizin sollte nicht einem helfen, und die Gesundheit eines anderen riskieren.

Moralische und ethische Probleme der IVF – und was ist mit der Empfängerin?

Das ethische Dilemma bezieht sich nicht nur auf die Spenderin. Die Eizellempfängerin sollte auch alle moralischen und ethischen Problem der IVF bedenken und eine Entscheidung treffen, die sie und ihr Partner nicht bereuen werden. Das Hauptproblem liegt bei der Ethik des Spenderbabys – sollte man oder sollte man dem Kind nicht über seinen/ihren Ursprung Bescheid geben. Fast alle Spezialisten sind sich einig, daß man dem Kind über seinen/ihren Ursprung erzählen soll. Falls Ihr Kind die Wahrheit erfährt, würde es das Vertrauensverhältnis schwer beschädigen. Außerdem glaubt man, daß es ethisch die richtige Entscheidung ist, Ihrem Kind von dessen Ursprung zu erzählen. Es gibt Ausnahmen, wenn das Geheimnis für das Kind besser wäre.

Manche Mütter sorgen sich auch um die genetischen Probleme, die mit dem Aussehen des Kinds zu tun haben. Sie wunder sich, ob das Kind ihnen gleicht und ob andere Menschen merken und gefühllose Fragen stellen wie „Ihr Junge sieht nicht aus wie sie oder? Sind sind sicher er ist von Ihnen?“ Das sind oft Witze, aber sie können einem ein unbehagliches Gefühl vermitteln. Ihr Spendereizellenbaby mag Ihnen nicht gleichsehen, eine andere Augenfarbe oder andere Nase haben, aber die Kinder nehmen alles weitere von Ihren Eltern an so wie das Lachen oder Lächeln, Eigenheiten.
Das sind die Probleme, die eine Eizellempfängerin nicht von Anfang an hat und erst darüber nachdenkt, wenn die Behandlung schon begonnen hat. Sollte ein psychologische Auswertung der Eizellempfängerin obligatorisch sein, so daß niemand Opfer einer spontanen Entscheidung wird, nicht nur zum Guten der Empfängerin, aber auch zum Guten für die Kinder?

Nie zu spät?

Wenn man im Internet IVF und Eizellspende eingibt, findet man leicht Werbungen die sagen, daß 50-Jährige noch Mütter werden können. Menopause? Keine Sorge – sie zahlen, sie bekommen. Es ist natürlich schwierig zu sagen, aber vielleicht sollten Frauen, die auf natürliche Weise wegen fortgeschrittenem Alter keine Kinder bekommen, keine Babies bekommen. Das hört sich schon wieder hart an, aber die Wahrheit ist, daß ein älterer Körper nicht gut für Schwangerschaft und Geburt ausgestattet ist ohne einen negativen Einfluß auf die Gesundheit der Mutter zu haben. Die IVF Ethik geht in diesem Fall weit über die Gesundheitsprobleme hinaus.

Eines das immer wieder missachtet wird, ist der einfache Fakt, daß eine 50-Jährige Frau, die ein Kind gebärt, die gleicht Frau ist dann 60 Jahre alt und hat ein Kind im Alter von 10 Jahren. Ist sie fit genug, um sich um das Kind zu kümmern? Das ist in diesem Fall schwierig zu beurteilen. Aber es gibt Fälle, die einem Angst machen!

Wie der Fall den man auf der Webseite einer Kinderwunschklinik in Indien lesen konnte, wo eine Frau mit 69 Jahren ein Kind geboren hat nachdem sie eine Eizellspende verwendet hat. Diese Frau ist 80 Jahre alt, wenn ihr Kind 10 wird. Wunder oder nicht, dieser Fall ist sehr extrem. Es geht nicht darum, daß wir denken die Mutter hat Schuld. Der Wunsch der Mutter ein Kind zu bekommen, hat sie sicher überwältigt, so daß sie nicht alles bedacht hat und die Verantwortung der Klinik wäre es gewesen eine aufschlußreiche, psychologische Untersuchung zu machen und ihr vernünftig zu erklären, daß sie dem Kind Kummer bereitet, wenn sie sich für diese Behandlung entscheidet. Deshalb wäre eine psychologische Untersuchung eine kluge Lösung speziell für Frauen die wesentlich älter sind.

Lassen Sie Eizellspende nicht zu Ausbeutung werden

Wir wir am Anfang gesagt haben, es gibt keinen Zweifel, daß Eizellspende Gutes tun kann und viel Gutes tut. Es gibt allerdings Menschen, die nur auf eine finanzielle Gelegenheit aus sind und verderben was gemacht wurde, um anderen zu helfen und es nur für den Profit verwenden. Man sollte definitiv in die Richtung von „gebührenfrei“ und freiwilliger Eizellspende gehen, so daß kein Zweifel besteht, daß man unfruchtbaren Paaren hilft und nicht nur jemand ein Opportunist ist, der Geld verdienen möchte. Zu guter Letzt brauchen wir noch mehr Aufmerksamkeit und Überprüfung der Gesundheit der Spenderinnen und Kindern, die über Eizellspende geboren werden.

Bis daß Eizellspende wirklich eine Spende und keine bezahlte Dienstleistung ist, sollten wir alle vorsichtig sein und nach gutem Gewissen handeln.

by Aleksander Wiecki

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Eizellen gegen Geld

Seynsche: Herr Lange, wie sieht der Vorschlag aus?
Lange: Der Wissenschaftler Insoo Hyun von der Case Western Reserve Medical School in Cleveland, Ohio, schlägt vor, den Frauen eine Entschädigung zu zahlen, die eine Eizellenspende machen, die die freiwillig machen, die die gut informiert machen, unter kontrollierten Bedingungen, aber das ist jetzt sozusagen eine grundsätzliche Veränderung, dass jetzt Geld bezahlt wird, und zwar wie es heißt, für den Aufwand und für die Unannehmlichkeiten. Aber der Wissenschaftler nennt keine Summen, was gezahlt wird.
Seynsche: Vorher wurde überhaupt kein Geld gezahlt?
Lange: In den USA sind die Richtlinien so, dass Wissenschaftler kein Geld für die Eizellen selbst zahlen, dass sie allenfalls mal Reisekosten zahlen können, oder einmal eine Übernachtung übernehmen. Aber in der Reproduktionsmedizin werden durchaus große Summen für die Eizellenspenderinnen gezahlt, das sind teilweise über 2000 Dollar pro Eizellenspende. Und da ist natürlich jetzt ein Missverhältnis entstanden. Die Forscher, die bekommen bisher die meisten ihrer Eizellen für die Forschung aus der Reproduktionsmedizin, Eizellen die übrig geblieben sind. Also Frauen, die sich einer In-vitro-Fertilisation unterziehen, spenden Eizellen, nicht alle werden befruchtet, nicht alle werden gebraucht. Die übrig gebliebenen können sie gratis der Forschung spenden, aber da gibt es Probleme. Den Forschern sind diese Eizellen meist zu alt, sie stammen von Frauen, die meistens so Mitte, Ende 30 sind, und die Forscher glauben, dass sie mit Eizellen von jüngeren Frauen besser forschen können.
Seynsche: Sie haben gerade den großen Aufwand angesprochen. Wie läuft so eine Eizellenspende ab?
Lange: Das ist durchaus aufwendig. Die Frauen müssen mehrfach zum Arzt, müssen mehrfach in die Klinik. Am Anfang steht eine Hormonbehandlung, tägliche Hormonspritzen über drei Wochen, und dann findet auch eine kleine Operation statt, wo diese Eizellen entnommen werden, also es ist wirklich eine aufwendige Behandlung, das stimmt.
Seynsche: Und was gibt es für Risiken für die Frauen?
Lange: Auch die sind nicht unerheblich. Es gibt verschiedene Nebenwirkungen, wie Stimmungsschwankungen oder gelegentliche Schmerzen. Das wichtigste ist aber ein so genanntes Überstimulierungssyndrom, das ist eine durchaus gefährliche Komplikation, die muss im Krankenhaus behandelt werden. Es gibt einzelne Fälle, wo die Frauen dadurch unfruchtbar wurden, und es gibt auch einzelne Todesfälle. Allerdings ist nicht klar, ob da auch die Betreuung optimal war. Es ist aber auf jeden Fall ein Risiko dabei. Wie hoch das Risiko dieses Überstimulierungssyndroms ist, das ist nicht ganz klar. Es gibt da keine Studien. Also die Angaben liegen zwischen 0,5 Prozent bis zu fünf Prozent.
Seynsche: Eizellen sind knapp im Moment. Wie kommt der Mangel überhaupt zustande?
Lange: Sie sind knapp vor allen Dingen in der Forschung. In der Reproduktionsmedizin hat man diesen Mangel umgangen, indem man viel Geld für Spenden zahlt, oder das ganze nach Osteuropa, wie es in Europa ist, verlagert. In der Forschung kommt man an diese Eizellen, an diese Quellen sozusagen nicht heran. Die Forschung braucht aber mehr Eizellen, weil die Stammzellenforschung jetzt doch wieder in Richtung therapeutisches Klonen geht. Das heißt, es werden Eizellen gebraucht, die dann die Grundlage sind. In diese Eizellen werden Körperzellen verpflanzt und daraus sollen Embryonen entstehen. Und es gibt mehrere Forschergruppen, in Großbritannien vor allen Dingen und den USA, die jetzt Projekte gestartet haben, und jetzt merkt man eben, die Eizellen sind nicht gut genug, die Eizellen sind nicht da, und deshalb ist jetzt diese Diskussion gestartet worden. In diesem Umfeld ist auch diese Wortmeldung im Fachblatt „Nature“ zu verstehen.
Seynsche: Wenn man jetzt sagt, die Frauen für die Eizellspenden zu bezahlen, gründet das nicht einen Markt.
Lange: Im Grunde ja, aber diesen Eizellenmarkt, den gibt es ja schon. Es wird ja in den USA gezahlt, es wird ja von den reproduktionsmedizinischen Kliniken, ich habe es gesagt, 2000 Dollar und mehr gezahlt. In Europa ist im reproduktionsmedizinischen Bereich einiges verboten, da wird nicht gezahlt. Aber die Frauen, die eine Eizellspende brauchen, gehen jetzt nach Osteuropa, nach Rumänien, in die Ukraine, und da wird den Spenderinnen nur 150 Euro gezahlt. Also ein Markt existiert, die Frage ist, mischen die Wissenschaftler jetzt in diesem Markt mit, wollen sie mitmischen. Und da wird die Entwicklung in den nächsten Monaten und Jahren zeigen, wo die Reise hingeht.

Leiderdorp – Das Kinderwunschzentrum für künstliche Befruchtung und IVF/ICSI in den Niederlanden

Das MCK Kinderwunschzentrum Leiderdorp freut sich auf Ihren Besuch

Auch unser Kinderwunschzentrum Medisch Centrum Kinderwens im niederländischen Leiderdorp bietet heterosexuellen und lesbischen Paaren sowie alleinstehenden Frauen die ganze Bandbreite der gesetzlich zulässigen Behandlungsmethoden. Die VivaNeo Kinderwunschklinik fokussiert sich ausschließlich auf die Reproduktionsmedizin und verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich der künstlichen Befruchtung, der In-vitro-Fertilisation (IVF) und der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI). Für Ihr Wohlbefinden sorgt eine weitere Besonderheit: Nach Möglichkeit kümmert sich immer derselbe Arzt um Ihre Bedürfnisse und auf Wunsch steht Ihnen ein Klinikpsychologe zur Verfügung.

Warum VivaNeo?

  • Reger Austausch zwischen VivaNeo Kinderwunsch-Spezialisten in Deutschland, Österreich, Dänemark und den Niederlanden
  • Ein speziell auf Sie abgestimmter Behandlungsplan inklusive ausführlicher Beratung zu allen Methoden
  • Moderne und gut angebundene Klinik in Ihrer Nähe
  • Sicherstellung einheitlicher Standards, höchster Qualitätssicherung und Zertifizierung nach DIN-Norm

Isala Kinderwunschzentrum
Isala Kinderwunschzentrum

Wer schwanger werden möchte, hofft natürlich, dass das schnell passiert. Die meisten Frauen werden innerhalb von ein bis zwei Jahren schwanger. Manchmal lässt eine Schwangerschaft aber länger auf sich warten. Eine unerwartete Situation, die oft mit starken Emotionen verbunden ist. Wir stehen Ihnen in diesem Fall gern zur Verfügung, um Ihnen weiterzuhelfen.

Das Kinderwunschzentrum hat jahrelange Erfahrung mit allen Formen der Fruchtbarkeitsbehandlung und kann umfassende Erfolge verbuchen. Neben IVF und ICSI haben wir umfangreiche Erfahrung mit Behandlungsarten, bei denen Samen- oder Eizellspenden eingesetzt werden.

Eizellspenden

Frauen, die verfrüht in die Wechseljahre kommen oder deren Eierstöcke nur schlecht funktionieren, können eine Behandlung über eine Eizellspende in Erwägung ziehen. Falls Sie dies wünschen, müssen Sie selbst an eine Frau herantreten (z. B. eine Schwester oder Freundin), die Ihnen Ihre Eizellen spenden möchte, da das Kinderwunschzentrum über keine eigene Eizell-Spenderbank verfügt.

Samenspenden

Für einige Frauen, z. B. falls sie alleinstehend oder lesbisch sind, ist die künstliche Befruchtung über eine Samenspende (KID) die einzige Möglichkeit, ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Auch hier kann das Kinderwunschzentrum helfen.

Ein Paar oder eine Frau können sich für einen Spender aus unserer Samenspendenbank in Zwolle entscheiden oder sich selbst einen Spender suchen, z. B. einen Freund oder Bekannten. Das Kinderwunschzentrum verfügt über eine eigene Samenspendenbank. Da wir eine begrenzte Anzahl Spender haben, gibt es jedoch eine Warteliste. Wir arbeiten jedoch eng mit Cryos. zusammen, einer dänischen Samenspenderbank, die keine Wartezeiten hat und wo Sie sich einen Spender selbst aussuchen können. Die Voraussetzung hierbei ist, dass der Spender gemäß niederländischem Recht zugelassen ist („Dutch Approved“). Die Kosten bezahlen Sie direkt an Cryos.

Erstes Gespräch

Sie können ein erstes Gespräch (telefonisch oder per Skype) mit unserem Gynäkologen, Dr. Walter Kuchenbecker, oder unserer Fertilitätsärztin, Dr. Anouk Rutten, buchen. Bei diesem Gespräch besprechen wir Ihren medizinischen Hintergrund und überprüfen, ob wir Ihre Erwartungen erfüllen können. Für dieses Gespräch berechnen wir kosten.

Falls Sie daraufhin eine Behandlung wünschen, planen wir ein Folgegespräch und eine gynäkologische Untersuchung in unserem Kinderwunschzentrum in Zwolle ein. Natürlich versuchen wir dann, die Kosten und die Unannehmlichkeiten der Reise bei Folgegesprächen so gering wie möglich zu halten.

Sie können ein Gespräch (sowohl telefonisch als auch über Skype) beim Sekretariat des Kinderwunschzentrums unter Telefonnummer +31 (0) 38 424 52 24 buchen.

Überweisung

Falls Sie eine Behandlung bei uns im Kinderwunschzentrum wünschen, ist eine schriftliche Überweisung durch Ihren Haus- oder Facharzt (Gynäkologe, Urologe oder Internist) erforderlich.

Kontakt

Isala Zwolle
Gebäude B (zweite Etage)
Dr. Spanjaardweg 29
8025 BT Zwolle, Niederlande
+31 (0) 38 424 52 24
An Werktagen sind wir von 8.30 h bis 16.00 h erreichbar.

Das Kinderwunschzentrum agiert entsprechend der niederländischen Gesetzgebung für die Ausführung von Fruchtbarkeitsbehandlungen.

Afbeelding Walter Kuchenbecker, GynäkologeAfbeelding Anouk Rutten, Fertilitätsärztin

Von Freya ausgezeichnet

Das Kinderwunschzentrum hat von der Patientenvereinigung Freya eine Auszeichnung erhalten. Freya verleiht solchen Fertilitätskliniken eine Auszeichnung, die alle durch die Patientenvereinigung aufgestellten Qualitätskriterien erfüllen. Das Kinderwunschzentrum in Zwolle erfüllt alle diese Kriterien. Diese Initiative wird von allen Berufsständen unterstützt, und diese waren auch an der Erstellung der Qualitätskriterien beteiligt.
In den Krankenhäusern führt Freya außerdem alle zwei Jahre eine Umfrage zur Patientenzufriedenheit mit den Fertilitätsabteilungen in den Niederlanden durch.

JCI-Akkreditierung

Isala besitzt das internationale JCI-Gütesiegel für Qualität und Sicherheit. Für dieses Gütesiegel werden über 1.200 Aspekte im Hinblick auf die Qualität von Pflege, Untersuchungen und Ausbildung untersucht. Mit der Zuerkennung dieses Gütesiegels hat Isala nachgewiesen, dass alle unsere Standorte die internationalen Normen im Hinblick auf Qualität und Patientensicherheit erfüllen.

JCI unterscheidet sich dabei von anderen Qualitäts-Gütesiegeln. Es geht hierbei um die Pflege der Patienten in der täglichen Praxis. Dabei wird nicht nur kontrolliert, ob auf dem Papier Protokolle und Pflegepläne vorliegen, sondern JCI überprüft vor allem, was dabei in der Praxis auch angewandt wird.

Bei der Joint Commission International (JCI) handelt es sich um eine von der WHO (World Health Organisation) anerkannte Organisation, die weltweit Gesundheitseinrichtungen überprüft. Isala hat sich durch die Akkreditierung das „Gold Seal of Approval“ von JCI verdient und reiht sich damit in die Liste der führenden Gesundheitseinrichtungen auf der Welt ein.

Margreet: In Holland, wenn man 43 Jahre und einen Tag alt wird, bekommt man keine künstliche Befruchtung mehr. Das interessiert keinen. Die Krankenkasse übernimmt nicht mehr die Kosten einer IVF für Frauen über 43 Jahre alt. Man kann natürlich eine IVF oder eine Eizellspende durchführen, allerdings auf eigene Kosten. Es ist schade, nachdem man sein ganzes Leben für Krankenversicherung bezahlt hat, erst mit 44 Jahren keine IVF-Behandlung mehr bekommen zu dürfen, geschweige denn Eizell- oder Embryonenspende. Man kann nichts Anderes tun, als nach einer zuverlässigen IVF-Klinik zu suchen oder noch besser nach einer Eizellspende-Klinik, vorzugsweise im Ausland.

Christiaan: Eizellspende in Spanien ist noch teurer. Wir entschieden, unsere IVF-Behandlung mit Oozytenspende in Griechenland durchzuführen. Die Kosten für eine Eizellspende sind niedriger in Griechenland (Eizellspende Kosten). EMBIO IVF-Klinik bietet mehr an, als man erwarten würde.

Margreet: Außer dem Befruchtungsexperten, Herrn Thanos Paraschos, ist auch unsere IVF-Koordinatorin immer erreichbar. Ich kann sie jederzeit und für Alles anrufen, was ich brauche. Sie schickte uns sogar die nötigen IVF-Medikamente nach Holland unglaublich schnell. Sie erklärte uns Alles unheimlich schön. Alles erfolgt ganz locker.

Christiaan: Du hättest nie eine so hohe Leistungsebene von einer Befruchtungsklinik in Südeuropa erwartet!

Margreet: Was wir hier sagen möchten, ist, dass jedes Paar, das sich für eine Eizellspende interessiert, die IVF-Koordinatorin an EMBIO Griechenland, oder den Befruchtungsexperten, Dr. Thanos Paraschos, kontaktieren und Alles zum bestimmten Thema erfahren kann. Wir können Ihnen mittels Alles mitteilen, was Sie über unsere IVF-Erfahrung mit Eizellspende an EMBIO Griechenland und bei Dr. Paraschos erfahren wollen. An EMBIO haben Sie gute Chancen, Schwanger zu werden. Vergleichen Sie ihre IVF-Erfolgsquoten (Eizellspende Erfolgsrate). IVF mit 44 Jahren ist plausibel.

Christiaan: Heute, Dienstag, habe ich Spermien abgegeben und in 2 Tagen wird der Embryonentransfer hier in EMBIO stattfinden. Am Sonntag kehren wir zurück. Wir würden gern noch länger in Griechenland bleiben, was jedoch aus beruflichen Gründen unmöglich ist.

Margreet: Hätten wir die Chance, hier zu bleiben, so wären uns die Ultraschalluntersuchungen an EMBIO umsonst.

Christiaan: Über die letzten Tage hat sich Margreet um mich extra gekümmert, damit ich keine Erkältung bekommen würde. Ein Freund sagte uns, dass die Spermienqualität durch eine Erkältung beeinflusst werden können. Wir haben dies bei Herrn Paraschos zwar nicht nachgefragt. Wir haben trotzdem möglichst Alles getan, zu versichern, dass Alles gut ablaufen würde und jetzt haben wir unser Baby!

Legalisierung der Eizellspende in Deutschland

/sola_sola, stock.adobe.com

Berlin – Am 22. März will der Deutsche Ethikrat in der Berlin-Brandenburgischen Aka­de­mie der Wissenschaften mit Ethnologen, Pädagogen, Philosophen und Rechtswis­sen­schaftlern über die Konsequenzen aus dem zunehmenden Reproduktionstourismus diskutieren. Die Paare suchen im Ausland hauptsächlich Hilfe mittels Eizellspende, die derzeit in Deutschland nicht erlaubt ist. Es ist eine Konstellation, die man offenbar nicht länger auf sich beruhen lassen will.

Im Mittelpunkt soll die Frage stehen, welche Schwierigkeiten daraus resultieren. Es geht nicht nur um die betroffenen Paare, auch um die Spenderinnen, die beteiligten Ärzte und Gesundheitsfachkräfte sowie nicht zuletzt um die mittels Eizellspende geborenen Kinder.

Währenddessen werden die Forderungen nach einer Legalisierung der Eizellspende in Deutschland immer lauter. Das Deutsche Ärzteblatt hat dazu führende Experten um eine Stellungnahme zu dieser Frage gebeten:

Halten Sie es für notwendig, die Eizellspende in Deutschland zu legalisieren?

Prof. Dr. med. Wolfgang Würfel, Kinderwunsch Centrum München:

Wolfgang Würfel

„Eindeutig ja, denn wir sehen, dass der Bedarf für viele Paare mit Kinderwunsch da ist, die derzeit allein im Ausland Hilfe erhalten. Sicherlich sind die medizi­nischen Standards in einigen Ländern wie Spanien oder Tschechien, wohin die meisten für eine solche Behand­lung gehen, in der Regel sehr gut. Allerdings ist dies nicht überall gewährleistet.

Wenngleich keine Schwangere irgendwelche Sank­tionen fürchten müsste, bewirkt doch die derzeiti­ge Verbotsregelung, dass oftmals geheim gehalten wird, wie das Kind oder die Mehrlin­ge gezeugt worden sind. Daraus resultiert, dass die hierzulande für die Schwangeren Sorge tragenden Geburtshelfer nicht auf die erhöhten Risiken einer mittels Eizellspende zustande gekommenen Schwangerschaft vorbereitet sind. Das kann Mutter und Kind gefährden. Es wäre daher wünschenswert, dass die Eizellspende nach hiesigen Standards legalisiert würde.“

Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz, Universität Mannheim, Vorsitzender der Zentralen Ethikkommission bei der Bundes­ärzte­kammer (ZEKO):

Jochen Taupitz /privat

„Das Verbot der Eizellspende ist im deutschen Embryonenschutzgesetz eindeutig formu­liert und als solches unbestritten. Allerdings wird natürlich heftig darüber diskutiert, ob es rechtspolitisch sinnvoll ist und ob es mit der Verfassung in Einklang steht. Denn das Verbot stellt einen erheblichen Eingriff in die Fortpflanzungsfreiheit und in das Recht auf Familiengründung dar. Erfahrungen im Ausland zeigen, dass bei dem Kind in der Regel keine seelischen Konflikte oder Identitätsfindungsprobleme entstehen, wenn es erfährt, dass es zwei Mütter hat, nämlich die Eizellspenderin und die Mutter, die es ausgetragen und geboren hat. Entsprechende Befürchtungen des deutschen Gesetzgebers haben sich also als unbegründet herausgestellt.

Zur Vermeidung der immer wieder befürchteten Kommerzialisierung der Eizellspende und zur Wahrung der Freiwilligkeit der Spende kann an ähnliche Einschränkungen wie bezüglich der Lebendorganspende im geltenden Transplantationsrecht gedacht werden. Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn das strikte Verbot der Eizellspende aufgehoben würde.“

zum Thema

  • Tagung Deutscher Ethikrat am 22.03.2017: „Eizellspende im Ausland – Konsequenzen im Inland“

Deutsches Ärzteblatt print

  • Verbotene Behandlungen: Vor den Gefahren warnen

aerzteblatt.de

  • Wachsende Kritik an Berliner „Kinderwunsch Tagen“
  • „Drei-Eltern-Baby“ in Kiew geboren
  • Ausländische Frauenärzte dürfen für Eizellspende werben

Prof. Dr. med. Jan-Steffen Krüssel, UniKiD Kinderwunsch Universitätsklinik Düsseldorf:

Jan-Steffen Krüssel

„Eindeutig ja, denn das derzeitige Verbot ist eine Ungleichbehandlung: Die Samenspen­de ist erlaubt, die Eizellspende hingegen nicht. Die Betroffenen entschei­den sich gewiss nicht leichtfertig dafür, ein Kind auszutragen, dass nicht genetisch mit der Mutter ver­wandt ist. Mein Hauptargument wendet sich vor allem gegen den geradezu pharisäer­haften Widerspruch zu dem Zugeständnis, dass jedes Spenderkind das Recht haben soll, seinen biologischen Vater kennenzulernen.

Deutschland zwingt mit seinem Verbot die Frauen, in Länder zu gehen, wo die Eizell­spende vollkommen anonym ist, etwa in Spanien oder Tschechien. Dorthin begeben sich schätzungsweise die Hälfte der Betroffenen, um mittels Eizellspende schwanger zu werden. Somit ist diesen Kindern verwehrt, ihre biologische Mutter kennenzulernen. Das hohe Rechtsgut, dass wir in Sachen Samenspende verteidigen, wird folglich in Sachen Eizellspende ignoriert.“

PD Dr. sc. hum. Tewes Wischmann, Institut für Medizinische Psychologie am Universitäts­klinikum Heidelberg:

Tewes Wischmann /privat

„Dieser Frage stehe ich ambivalent gegenüber. Einerseits empfinde ich es als unsinnig, wenn Frauen aufgrund eines Verbotes in Deutschland die Leistung dann eben im Aus­land in Anspruch nehmen – und das zu meist schlechten psychosozialen Konditionen. Denn in den vielen Ländern erfolgt die Eizellspende anonym. Damit hat das Kind später keine Möglichkeit, etwas über seine Herkunft und leibliche Mutter zu erfahren. In Finn­land sind dagegen alle Eizellspenderinnen identifizierbar. Dies ist aus psychosozialer Sicht eindeutig besser, da das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung gewahrt bleibt.

Andererseits empfinde ich es als problematisch, die Eizellspende mit der Samenzell­spende gleichzusetzen und zu legalisieren. Denn die Eizellspende ist im Gegensatz zur Samenzellspende ein nicht risikofreier Eingriff. Ihrer Kommerzialisierung muss klar Einhalt geboten werden. Ein Blick nach Spanien beispielsweise zeigt uns doch, dass es keineswegs nur altruistische Gründe sind, die Studentinnen veranlassen, ihre Eizellen zu spenden. Möglicherweise lassen sich tragfähige Lösungen für die Eizellspende ebenso wie für die Organspende finden. Fest steht jedoch, dass das mittlerweile über 25 Jahre alte ESG reformiert werden muss.“ © mls/ER/aerzteblatt.de

Eizellspende

So funktioniert es: Ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch erhält Eizellen von einer anderen Frau. Die Spenderin muss sich einer Hormonstimulation unterziehen. Die Eizellen werden im Labor mit dem Samen des Partners befruchtet und anschließend in die Gebärmutter der Empfängerin eingesetzt.

Recht: Anders als die Samenspende, ist die Eizellspende in Deutschland verboten. Begründet wird dies vor allem mit den Belastungen und Risiken für die Spenderin. Ethisch problematisch ist zudem, dass Frauen Eizellen häufig aus wirtschaftlicher Not heraus spenden und sich die Empfängerin somit an deren Ausbeutung beteiligt. Erlaubt ist die Überlassung von Eizellen beispielsweise in Belgien, Spanien, der Ukraine und Bulgarien. Es ist derzeit nicht einheitlich geregelt, ob das Kind ein Recht auf die Kenntnis seiner biologischen Mutter hat.

Nutzen und Risiken entsprechen denen von IVF und ICSI. Die medizinischen Standards können im Ausland jedoch niedriger sein.

Embryonenspende

So funktioniert es: Sie ist quasi die Adoption eines gerade erst entstehenden Menschen. Einer Frau mit unerfülltem Kinderwunsch werden befruchtete Eizellen eines anderen Paares eingesetzt. Oft handelt sich um überzählige Zellen aus der künstlichen Befruchtung dieses Paares.

Recht: Die Embryonenspende ist in Deutschland rechtlich nicht eindeutig geregelt und wird deshalb (bis auf wenige Ausnahmen) nicht praktiziert. Erlaubt ist sie beispielsweise in den USA und Großbritannien. Wie bei der Eizellspende gilt, dass die Kinder nicht überall das Recht haben, Auskunft über die Spender zu bekommen.

Nutzen und Risiken: Die US-Gesundheitsbehörde CDC gibt die Wahrscheinlichkeit einer fristgerechten Geburt mit durchschnittlich 25 Prozent an. In manchen Ländern werden mehr als drei Embryonen implantiert, das lässt das Risiko für riskante Mehrlingsschwangerschaften stark steigen.

Leihmutterschaft

So funktioniert es: Ein Paar lässt sein Kind von einer anderen Frau austragen. Dazu werden der Frau befruchtete Eizellen des Paares eingesetzt. Möglich ist auch, dass die Leihmutter zugleich Eizellen spendet, die mit einer der gängigen Methoden befruchtet werden.

Recht: In Deutschland ist die Leihmutterschaft nicht erlaubt. Wer sie im Ausland in Anspruch nimmt, kann massive juristische Probleme bekommen. Nach deutschem Recht ist die Leihmutter die rechtliche Mutter. Ist sie verheiratet, gilt ihr Mann als der Vater. Das Kind hat in der Regel keine deutsche Staatsbürgerschaft und kann unter Umständen nicht mit nach Deutschland genommen werden. Die ethischen Bedenken sind hoch, denn eine Schwangerschaft ist für die Leihmutter körperlich belastend und nicht frei von Gesundheitsrisiken. Auch psychische Probleme sind nicht ausgeschlossen, etwa wenn die Leihmutter eine Bindung zu dem Kind in ihrem Körper aufbaut. Erlaubt ist die Leihmutterschaft unter anderem in den USA und Indien.

Nutzen und Risiken entsprechen denen der IVF oder ICSI. Die Leihmutter kann Schwangerschaftskomplikationen erleiden.

Kürzlich verkündete die 50-jährige Moderatorin Caroline Beil, dass sie schwanger ist. Sie habe medizinische Hilfe in Anspruch genommen, erklärte sie. Wie genau diese aussah, darüber schweigt Beil. Das Thema wurde dennoch ausgiebig in den Medien diskutiert, mit ihr und ohne sie.

Reproduktionsmedizin mit all seinen Vor-und Nachteilen ist längst in der Öffentlichkeit angekommen – doch politisch scheint es kaum auf der Agenda zu stehen. Das sollte es aber.
Es gibt unzählige Wege, einer Schwangerschaft künstlich nachzuhelfen. Doch einige Methoden sind hierzulande illegal. Und das schafft Probleme: Denn jährlich lassen sich mehrere Tausend Frauen im Ausland fremde Eizellen einsetzen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die Zahlen beruhen auf Schätzungen, kaum ein Paar spricht darüber – aus Angst vor Stigmatisierung.

Schwerwiegende Argumente gegen Eizellenspenden

Die Eizellenspende steht in Deutschland unter Strafe. Das Embryonenschutzgesetz will eine missbräuchliche Verwendung von Embryonen verhindern. In vielen europäischen Ländern ist diese Methode aber völlig legal und längst gängige Praxis. Und die Behandlungszahlen steigen. Viele deutsche Ärzte fordern deshalb die Legalisierung. Selbst der Deutsche Ethikrat hat dies jüngst diskutiert. Und vor einigen Wochen fand in Berlin erstmals in Deutschland eine Messe statt, auf der die Eizellenspende ganz offen von ausländischen Medizinern beworben wurde. Doch die Argumente, die gegen die Eizellenspende sprechen, wiegen schwer.

Gefährlicher Eingriff

Nicht selten spenden Frauen im Ausland anonym ihre Eizellen aus einer finanziellen Notlage heraus. Dieser Eingriff ist keineswegs risikofrei. Nüchtern gesagt: Das Paar nutzt den Körper einer anderen Frau aus, um sich einen persönlichen Wunsch zu erfüllen. Auch für die Frau, die die Eizelle bekommt, ist der Eingriff nicht ungefährlich. Kritiker befürchten zudem, dass das Legalisieren zu Designerbabys führen könnte, wenn Wunscheltern bestimmte Eigenschaften von der Spenderzelle fordern. Nicht zuletzt werde über ein ungeborenes Lebewesen hinweg entschieden, das sich später mit den unklaren Familienverhältnissen auseinanderzusetzen habe.

Kein Schutz im Ausland

Es ist also leicht, dagegen zu sein, wenn es darum geht, das Gesetz zu liberalisieren. Es ist leicht, den Paaren Egoismus vorzuwerfen und ihnen zu einer Adoption zu raten. Es ist leicht, die Ethik heranzuziehen und auf illegitime Eingriffe in die Natur zu verweisen. Trotzdem braucht Deutschland ein neues Gesetz, das die Eizellenspende regelt – und legalisiert.

Das bisherige Embryonenschutzgesetz soll den Embryo, das ungeborene Leben, schützen. Dieser Schutz greift jedoch nicht mehr, wenn sich die Frauen mit Kinderwunsch im Ausland behandeln lassen. Denn durch die Anonymität vieler Spenderinnen wird das Kind später nicht erfahren, wer seine leibliche Mutter ist – in Deutschland ist das ein Persönlichkeitsrecht. Durch mangelnde Beratungsoptionen in Deutschland wird das Kind zusätzlich einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Letztlich sind durch das Verbot in Deutschland, aber der medizinischen Machbarkeit im Ausland, alle – die Spenderin, die werdende Mutter und das Kind – einer erhöhten Gefahr ausgesetzt.

Deshalb sollte es auch in Deutschland eigene gesetzliche Standards geben, die es Paaren ermöglichen, eine legale Eizellenspende durchführen zu lassen. Sowohl Mutter, als auch Spenderin könnten sich so umfassend von Medizinern über Risiken aufklären lassen, statt sich Informationen auf unseriösen Internetseiten zusammenzusuchen. Auch der anonymen Eizellenspende könnte so Einhalt geboten werden.

Besonders wichtig: Transparenz

Anonyme Samenspenden sind in Deutschland ebenfalls nicht erlaubt. Ebenso müssten die Bedingungen, unter denen die Eizellen gespendet werden, transparent gemacht werden, um Ausbeutung und Kommerzialisierung von Schwangerschaften zu verhindern.

Sicher würde die Eizellenspende in Deutschland durch die Legalisierung erst etabliert werden. Das darf man ethisch fraglich finden, aber: Die Paare wählen den Weg ohnehin. Sie tun es bereits, trotz der Risiken. Insgesamt wurden im Jahr 2012 in 25 erfassten europäischen Ländern mehr als 33.000 Eizellen-Behandlungen verzeichnet. Zwischen 2010 und 2012 gab es in Tschechien einen Anstieg von 39 Prozent, in Spanien von rund 23 Prozent.

Man kann dafür sorgen, dass Paare und Ärzte aus der Heimlichkeit heraustreten können, indem die Spende durch Legalisierung enttabuisiert und entkriminalisiert wird. So wird das Risiko für alle geringer und das Kind, der verletzlichste Akteur, geschützt.

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