Eisenmangel schwangerschaft symptome

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Eisenmangel in der Schwangerschaft

Schwangerschaft: Erhöhter Eisenbedarf

Täglich nehmen wir über die Nahrung das lebenswichtige Spurenelement Eisen auf, das im Körper vielfältige Funktionen übernimmt. So wird Eisen – gebunden an Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) – für den Sauerstofftransport im Blut benötigt. Auch zur Bildung von roten Blutkörperchen braucht es Eisen.

Einen Eisenmangel kann der Körper anfangs noch ausgeglichen, indem er auf seine Eisen-Reserven zurückgreift. Neigen diese sich dem Ende zu, erkrankt man an der schwersten Form des Eisenmangels, der sogenannten Eisenmangel-Anämie (Eisenmangel-Blutarmut).

Wie viel Eisen pro Tag?

Die Eisenmangel-Blutarmut ist die häufigste Art der Anämie. Sie kommt bei Frauen aufgrund der monatlichen Periode häufiger vor als bei Männern. Darüber hinaus ist der Bedarf an Eisen auch abhängig vom Alter und – bei Frauen – von Schwangerschaft und Stillzeit.

So sollten etwa Frauen zwischen 25 und 51 Jahren allgemein etwa 15 Milligramm Eisen pro Tag aufnehmen. In der Schwangerschaft erhöht sich dieser Bedarf auf etwa 30 Milligramm pro Tag. Nur bei dieser Zufuhrmenge lässt sich einem Eisenmangel in der Schwangerschaft vorbeugen. Stillenden wird eine Tageszufuhr von etwa 20 Milligramm Eisen empfohlen.

Warum steigt der Eisenbedarf in der Schwangerschaft?

Der erhöhte Eisenbedarf in Schwangerschaft beruht darauf, dass nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind mit Eisen versorgt werden muss. Zudem benötigen die vergrößerte Gebärmutter und der Mutterkuchen (Plazenta) einiges an Eisen. Eine Mangel- oder Unterernährung führt daher bei Schwangeren schneller als bei nicht-schwangeren Frauen zum Eisenmangel.

Schwangerschaft geht aber nicht mit einem konstant erhöhten Eisenverbrauch von der Befruchtung bis zur Geburt einher: Tatsächlich ist in der ersten Schwangerschaftshälfte der Eisenbedarf von Mutter und Kind kaum erhöht. Die Eisen-Aufnahme über eine ausgewogene Ernährung sollte in dieser Phase den Bedarf in der Regel ausreichend decken.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte allerdings benötigt die Schwangere deutlich mehr Eisen. Das kann die zusätzliche Einnahme von Eisenpräparaten notwendig machen.

Wie gefährlich ist Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Der menschliche Körper benötigt Eisen für unterschiedliche Prozesse. Besonders bei der Blutbildung ist das Spurenelement von großer Bedeutung. In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Eisen besonders hoch. Damit das Ungeborene bestmöglich versorgt werden kann, sollte darauf geachtet werden, dass es während der Schwangerschaft zu keinem Eisenmangel kommt.

Warum Eisen für den Körper wichtig ist

Eisen ist ein Spurenelement, das für die Bildung des Hämoglobins benötigt wird. Der rote Blutfarbstoff ist für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich. Auch Botenstoffe, die für die Signalübertragung im Gehirn benötigt werden, brauchen für ihre Bildung Eisen. Das Spurenelement ist unerlässlich, um den Körper fit und leistungsstark zu halten. Auch für die Konzentration sowie gesunde Abwehrkräfte ist Eisen unverzichtbar.

Ursachen für Eisenmangel

Ein Eisenmangel liegt vor, wenn dem Körper nicht so viel Eisen zugeführt wird, wie er benötigt. Eisen wird durch die Nahrung aufgenommen. Bestimmte Ernährungsformen, wie beispielsweise die der Veganer oder Vegetarier, enthalten oft zu wenige eisenhaltige Nahrungsmittel. Dennoch ist eine vegetarische oder vegane Ernährung auch während der Schwangerschaft möglich. Worauf Du dabei achten solltest, erfährst Du hier.

Auch bestimmte Erkrankungen können Schuld an einem Eisenmangel sein. So können beispielsweise Magengeschwüre für einen Eisenmangel verantwortlich sein. Die Menstruation kann ebenfalls zu einem Eisenmangel führen. In der Schwangerschaft ist der Eisenmangel meist durch den erhöhten Bedarf des Spurenelements geschuldet. Der Körper der werdenden Mutter muss nicht nur sich selbst, sondern auch das Ungeborene versorgen. Dazu wird die Blutmenge um etwa 30 bis 40 Prozent erhöht. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr Eisen wird benötigt.



Die Auswirkungen von Eisenmangel

Wer unter Eisenmangel leidet, fühlt sich häufig schlapp und müde. Auch Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Haarausfall können auf einen Eisenmangel hindeuten. Ein Mangel an Eisen ist außerdem die häufigste Ursache für Anämie. Hierbei handelt es sich um eine Blutarmut. Durch das fehlende Eisen können nicht ausreichend rote Blutkörperchen gebildet werden, wodurch die Organe nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt werden können. Atemnot, Schwindel und verminderte Leistungsfähigkeit sind typische Symptome der Anämie. Eisenmangel in der Schwangerschaft kann dazu führen, dass das Kind nicht genügend Sauerstoff erhält. Seine Entwicklung wird dadurch möglicherweise negativ beeinträchtigt.

Folgen von Eisenmangel in der Schwangerschaft

Eisenmangel in der Schwangerschaft erkennen

Damit der Fötus während der Schwangerschaft ausreichend versorgt ist, gehört die Überprüfung des Eisenwertes zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt dazu. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft wird gemessen, wie hoch der Hämoglobin-Wert (kurz: Hb-Wert) ist. Bei einem Wert von mehr als 11,2 Gramm pro Deziliter Blut besteht kein Handlungsbedarf, da der Eisenspeicher genügend gefüllt ist. In diesem Fall wird der Wert erst im letzten Schwangerschaftsdrittel erneut kontrolliert.

Bei Frauen mit einem diagnostizierten Eisenmangel wird der Hb-Wert im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen häufiger gemessen. Auch wenn sich während der Schwangerschaft Symptome entwickeln, die auf einen Eisenmangel hindeuten, sollte sich die werdende Mutter auf einen Mangel testen lassen, damit es zu keiner Unterversorgung des Kindes kommt.

Eisenmangel vorbeugen und beheben

Um einem Eisenmangel vorzubeugen, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Gute Eisenlieferanten sind unter anderem Fleisch und Hülsenfrüchte. Auch Kürbis- und Pinienkerne sind reich an Eisen. Tierisches Eisen kann besser vom Körper aufgenommen werden als pflanzliches. Durch die Kombination mit Lebensmitteln, die reich an Vitamin C sind (zum Beispiel Obst und Gemüse), wird die Eisenaufnahme zusätzlich begünstigt. Ein bereits bestehender Eisenmangel kann durch die Einnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel behoben werden.

Eisenpräparate helfen zuverlässig und schnell und können den Mangel innerhalb weniger Wochen ausgleichen. Um einen Eisenüberschuss zu vermeiden, sollten diese jedoch nur nach einer ärztlichen Diagnose eingenommen werden. Ansonsten kann beispielsweise Bluthochdruck die Folge sein. Erhältlich sind Eisenpräparate in der Apotheke. Bei der Shop Apotheke kann man Eisen- und Nahrungsergänzungsmittel auch online bestellen. Ist der Eisenmangel besonders gravierend, kann die intravenöse Injektion von Eisen nötig sein.

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Neben ihrer Arbeit für den Elternkompass, wird die 34-Jährige von ihrem sechsjährigen Sohn Emil auf Trapp gehalten. Die beiden freuen sich schon darauf im Herbst Drachen steigen zu lassen. Die Autorin und Mutter liebt es zu zeichnen oder durch ihre Heimatstadt Leipzig zu spazieren.

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Auswirkungen durch Eisenmangel und Schwangerschaft

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Eisenhaltige Säfte – Getränke mit viel Eisen

Die Liste der eisenhaltigen Lebensmittel wird ja, abgesehen vom Kümmel, angeführt von tierischen Lebensmitteln. Und das Eisen aus diesen ist auch noch besonders gut verwertbar durch unseren Körper. Aber auch Vegetarier und Veganer können ihren Eisenbedarf decken, ohne zu Eisenpräparaten greifen zu müssen. Neben Hülsenfrüchten, die einen hohen Eisengehalt haben, können auch Säfte dabei helfen. Hier daher eine Liste von besonders eisenreichen Säften.

  • Salus Kräuterblut Floradix

    Frisches Blut und neue Kraft
    15 mg Eisen pro Portion (20 ml)
    Vitamine B1, B2, B6, B12
    Vitamin C

    15,72 Euro

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  • Robäckchen Vital Eisen Formel

    Natürlich fruchtig im Geschmack
    14 mg Eisen pro Tagesportion
    Vitamin B12, B6, B2, B1
    Vitamin C

    20,85 Euro

    Jetzt kaufen

  • Hohes C Plus Eisen

    Für die Blutbildung.
    2,1 mg Eisen/100 ml
    Vitamin C
    natürlicher und leckerer Saft

    10,74 Euro

    Jetzt kaufen

  • Robäckchen Mama Eisen

    Mit leckerem Erdbeermark
    17 mg Eisen/100 ml Saft
    Wird sehr gerne gekauft
    Nicht nur für Mütter

    20,85 Euro

    Jetzt kaufen

Selbst gemachte eisenhaltige Säfte

Bei der Zubereitung von frischen selbst gemachten eisenhaltigen Säften kann man sich an der Liste eisenhaltiger Lebensmittel orientieren. Was hier beim Eisengehalt an Obst und Gemüse ganz oben steht, hat auch als gesunder leckerer Saft einen hohen Eisengehalt. Wobei es durchaus auch erlaubt ist, verschiedene Obst- und Gemüsesorten zu mixen.
Einige Säfte kann man gut kaufen, bei einigen lohnt sich schon wegen dem Geschmack die Anschaffung einer eigenen Saftpresse bzw. eines Entsafters.

Eisenhaltige bzw. eisenreiche Gemüse und Obst-Sorten für Saft

Tabelle für je 100 Gramm Gemüse bzw. Obst.

Gemüse bzw. Obst Eisen pro 100 Gramm Eisen pro 300 ml
Karotten, Mohrrüben, Rüben 2,10 mg 6,30 mg
Johannisbeeren schwarz, frisch 1,20 mg 3,60 mg
Rote Beete (frisch) 0,93 mg 2,79 mg
Johannisbeeren rot, frisch 0,90 mg 2,70 mg
Erdbeeren 0,96 mg 2,88 mg
Sellerie frisch 0,50 mg 1,50 mg
Äpfel 0,48 mg 1,46 mg
Pfirsiche 0,48 mg 1,46 mg
Orangen 0,40 mg 1,20 mg
Kirschen 0,35 mg 1,05 mg

Interessant werden diese eisenhaltigen Getränke wegen der Menge, die man von diesen ohne viel Aufwand zu sich nehmen kann. 300 Gramm Karotten zu knabbern ist fast schon eine Leistung. 300 ml Karottensaft zu trinken ist hingegen schnell erledigt.

Fertige Eisenhaltige Getränke

Nicht immer hat man die Zeit die Zutaten für Säfte frisch einzukaufen, manchmal haben die richtigen Zutaten auch gerade nicht Saison. Aber auch in der Saison können fertige eisenhaltige Getränke wie Rotbäckchen Saft eine tolle Ergänzung zum täglichen Speiseplan sein, gerade wenn es um die Deckung des Eisenbedarfs geht, denn diese Säfte enthalten das gut verwertbare Eisen als Zusatz. Tipps gegen Eisenmangel.

Rotbäckchen Klassik Saft

Ein gutes Produktbeispiel für einen fertigen gekauften eisenreichen Saft ist der Rotbäckchen Klassik Saft. So oder so sind rote Säfte aus Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Heidelbeeren, Granatapfelsaft und Rote-Beete-Saft gut geeignet und eisenhaltig. Neben dem bekannten Kräuterblut gibt es auch einen Rotbäckchen Klassik Saft, der nicht nur reich an natürlichem Vitamin C ist, sondern auch Eisen enthält. Angereichert wird der Saft mit dem besser verfügbaren Eisen(II)Gluconat. Deswegen wird dieser Rotbäckchen Saft auch gerne Schwangeren und Stillenden Müttern empfohlen, die ja einen erhöhten Eisenbedarf haben. Der Eisengehalt von Rotbäckchen Klassik wird mit 3,5 Milligramm pro 100 ml angegeben. Neben dem Rotbäckchen Klassik Saft gibt es noch Rotbäckchen lernstark, dieser enthält aber bereits nicht ganz so viel Eisen wie der Klassik-Saft. Das hier ebenfalls aufgeführte Produkt Rotbäckchen Mama Eisen lässt sich zwar auch trinken und bringt es auf immerhin 17 Milligramm Eisen pro 100 ml, aber dies ist bereits ein Nahrungsergänzungsmittel.

Übersicht Säfte mit viel Eisen zum kaufen

Säfte und auch Nahrungsergänzungsmittel in Saftform bzw. als Getränk, die man kaufen bzw. bestellen kann. In der Liste sind sowohl echte Säfte als auch Nahrungsergänzungsmittel enthalten. Den Säften in dieser Liste ist das Eisen zugesetzt.

Name bestellen Eisengehalt Saft oder Ergänzungsmittel?
Rotbäckchen Klassik Saft Amazon 3,5 mg/100 ml Saft
Rotbäckchen Lernstark Amazon 2,1 mg/100 ml Saft
Rotbäckchen Mama Eisen Amazon 17 mg /100 ml Nahrungsergänzungsmittel
Rotbäckchen Vital Eisen Formel Amazon 35 mg /100 ml Nahrungsergänzungsmittel
Hohes C Plus Eisen Amazon 5,25 mg Eisen / 100 ml Saft
Amecke’s Plus Eisen Amazon 2,1 mg / 100 ml Saft
Salus Kräuterblut Floradix Amazon 75 mg / 100 ml Nahrungsergänzung

Der Klassiker ist natürlich Kräuterblut. Dabei handelt es sich aber natürlich um ein Ergänzungsmittel mit viel Eisen.Allerdings schmeckt dieses Ergänzungsmittel doch sehr gewöhnungsbedürftig. Aber es hilft und mit 20 ml hat man seinen Tagesbedarf an Eisen bereits gedeckt.

Eisenhaltigen Saft frisch selber machen

Sehr eisenhaltig und äußerst gesund ist zum Beispiel eine Mischung aus Orangensaft, Karottensaft, etwas Ingwer und einem Teelöffel Leinöl. Hier erhält man nicht nur eine große Portion Eisen (durch den Karottensaft), dessen Resorption durch das Vitamin C (in den Karotten auch etwas enthalten, aber besonders viel natürlich in den Orangen) verbessert wird. In Karotten ist außerdem das fettlösliche Vitamin A bzw. eine Vorstufe (Provitamin-A, Carotin) davon enthalten. Dessen Aufnahme in den Körper wird durch das Leinöl verbessert, das dazu noch wertvolle ungesättigte Fettsäuren bereithält und andere Vitamine. Siehe auch Orangen-Karottensaft.

Entsafter von Philips

Guter Entsafter für Karottensaft
Bestseller unter den Entsaftern.
Auch für Apfelsaft geeignet.
Leicht zu reinigen.
Preis 76,99 Euro
Jetzt kaufen Um selbst Säfte aus Obst und Gemüse herzustellen, sollte man über die Anschaffung eines guten Entsafters nachdenken. Gerade für Gemüsesäfte (Karottensaft) ist dieser unabdingbar, denn mit diesem wird der Saft vom Fruchtfleisch getrennt. Für einen leckeren Orangensaft, der zwar alleine nicht am Eisengehalt eines Karottensaftes heranreicht, tut es aber auch eine einfach Handsaftpresse für wenige Euro.

Wer nicht so gerne Fruchtfleisch etc. im Saft hat, sollte außerdem noch ein Sieb parat haben. Das ist auch nützlich, wenn sich beim Entsaften von Gemüse zu viel Schaum auf den Saft bildet (kann gerade bei Karottensaft passieren, wenn der Entsafter nicht genug Leistung hat).
Karottensaft lässt sich am besten mit einem Entsafter machen. Es gibt hier eine Anleitung für Karottensaft machen ohne Entsafter. Wer aber (ob nun nur wegen dem Eisen, auch wegen dem Geschmack) öfters Karottensaft trinken möchte, sollte aber mittelfristig auf einen Entsafter setzen.

Entsafter für Gemüse

Die beste Möglichkeit, um zum Beispiel Karotten klein zu bekommen, und einen Saft zu erhalten ist ein Entsafter. Es gibt aber auch die Möglichkeit mit einem guten und Leistungsfähigem Standmixer entsprechende Smoothies herzustellen. Hierbei wird das Gemüse aber nur zerkleinert, im Regelfall wird es dann noch zum Beispiel mit Wasser oder Sprudel gemischt.
Wer die Anschaffung einer relativ teuren Saftpresse (die ja auch Platz in der Küche wegnimmt) scheut, kann Karotten auch zur Suppe verarbeiten (Rezept Karottensuppe). Hier braucht man dann nur einen Stabmixer oder einen Kartoffelstampfer. Wer aber täglich Saft machen möchte, sollte schon aus Zeitgründen zum Entsafter greifen. Ein sehr guter Entsafter, der auch sehr oft die Bestsellerlisten anführt und sehr viele und vor allem gute Kundenbewertungen hat, ist der Philips HR 1855/00 Entsafter mit 700 Watt (Bei Amazon ansehen). Er hat nicht nur gute Noten, mit ihm lässt sich Karottensaft aber auch Apfelsaft wirklich schnell zubereiten. Positiv ist auch, dass sich das Gerät relativ leicht reinigen lässt. Ich selbst habe diesen Entsafter auch, abgesehen von dem Sieb, dass das Gemüse und Obst zerschneidet, kommt bei mir alles in den Geschirrspüler. Bei mir ist der Entsafter täglich für Karotten und mehrfach im Monat für Apfelsaft im Einsatz.

Das blonde Mädchen mit den viel zu roten Wangen strahlt nur so vor Gesundheit, aber um wirklich jeden Zweifel skeptischer Eltern auszuräumen, hat das Haus Rabenhorst seinem Dauerbrenner Rotbäckchensaft eine irgendwie wissenschaftlich klingende Botschaft hinzugefügt: „Lernstark. Mit Eisen zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit.“ Dem Slogan hat an diesem Mittwoch der Bundesgerichtshof (BGH) das höchstrichterliche Plazet erteilt – und damit ein weiteres wichtiges Urteil zu den seit Jahren heftig umkämpften „Health Claims“ gefällt.

„Health Claims“ sind nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, also jene Botschaften, die dem Verbraucher nahelegen, das Produkt sei seiner Gesundheit zuträglich. Weil sich mit dem Appell an das Gesundheitsbewusstsein allerlei Schindluder treiben lässt, hat die EU im Jahr 2006 eine Verordnung erlassen, die das gefährliche Spiel mit vorgeblichen Cholesterinsenkern, Kalorienvermeidern und Verdauungsförderern einem Regelwerk unterwirft. Spezifische Angaben – Jod bewirkt dieses, Phosphor hilft gegen jenes – sind nur erlaubt, wenn sie in der ständig wachsenden Verordnungsliste enthalten sind. Nach dem Motto: Amtlich geprüft und zugelassen.

„Viel hilft viel“ gilt in fast keinem Bereich des Lebens

Für Eisen, das den Rotbäckchensaft angeblich so gesundheitsfördernd macht, steht dort, es trage zur „normalen kognitiven Entwicklung von Kindern“ bei. Das ist zwar nicht dasselbe wie eine „Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit“, aber laut BGH entspricht die Werbebotschaft dem Sinn der Verordnung. „Man darf die Angaben etwas abwandeln“, sagte der Senatsvorsitzende Thomas Koch.

Medizin-Experten stößt der seit 1952 vertriebene Saft dennoch auf – ebenso wie andere vitamin- oder nährstoffreiche Produkte, mit denen Deutschlands Eltern ihre Kinder fit fürs Leben machen wollen. Zu ihnen gehören auch die moderneren „Orthomol“-Präparate, die es inzwischen in verschiedenen Junior-Varianten gibt, und das vitaminreiche „Sanostol“, das mit seinem nervtötenden Dreiklang seit Jahrzehnten in Ohren und Münder dringt und den damit aufgewachsenen Generationen nunmehr auch in einer Erwachsenen-Version zur Verfügung steht. Aktuelles Motto: „Und das Leben kann kommen.“

Kundentreue fürs ganze Leben: Das ist genau das, was Fachleute befürchten. „Ich sehe grundsätzlich ein Problem darin, Kinder von klein auf regelmäßig mit Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln zu versorgen“, sagt der Arzt und Pharmazeut Wolfgang Becker-Brüser von der Fachzeitschrift Arznei-Telegramm. „Man gewöhnt sie an den Gebrauch der Pillen und Säfte. Sie bekommen den Eindruck, dass man so etwas zum Leben braucht.“

Doch der Glaube der Eltern sitzt tief, wohl auch, weil er mittlerweile seit Jahrhunderten verankert ist. Denn angefangen hat die kommerzielle Gesundheitsnachhilfe für Kinder schon vor fast 200 Jahren, als deutsche Wissenschaftler feststellten, dass Lebertran gegen Rachitis hervorragende Wirkung entfaltet. Generationenweise mussten Kinder fortan täglich einen Löffel des penetrant schmeckenden Öls aus Fischlebern schlucken.

Schwangerschaft und Geburt

Benötigen alle schwangeren Frauen Eisenpräparate?

(PantherMedia / AndreyPopov) Eisenpräparate einzunehmen, ist vor allem für Schwangere wichtig, die eine Blutarmut (Anämie) haben. Für Frauen mit normalen Blutwerten hat eine vorsorgliche Einnahme vermutlich keine gesundheitlichen Vorteile. Es genügt, ausreichend Eisen über die Nahrung aufzunehmen.

Der Mineralstoff Eisen ist Bestandteil zahlreicher Proteine und Enzyme, die der Körper braucht, um gesund zu bleiben. Der Großteil des Eisens im Körper ist im Hämoglobin enthalten, dem Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Hämoglobin transportiert den Sauerstoff in alle Gewebe und Organe des Körpers. Wenn das Blut zu wenig Eisen enthält, sinkt auch die Menge an Hämoglobin im Blut. Dies kann die Versorgung der Zellen und Organe mit Sauerstoff beeinträchtigen.

Bei niedrigen Hämoglobin-Werten spricht man von einer Anämie (Blutarmut). Zu Beginn und am Ende der Schwangerschaft gilt ein Hämoglobinspiegel von mehr als 11 Gramm pro Deziliter als normal. Im vierten bis sechsten Monat ist auch ein leichter Abfall auf 10,5 Gramm pro Deziliter noch normal.

Wenn die Hämoglobin-Werte niedriger liegen, wird auch der Eisenwert im Blut gemessen. So lässt sich feststellen, ob tatsächlich zu wenig Eisen die Ursache ist. Da der Körper eine bestimmte Menge Eisen speichern kann, wird zudem ein Blutwert gemessen, der aussagt, wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind. Sind die Eisenspeicher leer, aber der Hämoglobin-Wert noch normal, spricht man von einer latenten (verborgenen) Blutarmut.

Im Verlauf einer Schwangerschaft werden die Blutwerte mehrfach kontrolliert. Dadurch kann eine Blutarmut infolge eines Eisenmangels früh entdeckt und durch die Einnahme von Eisenpräparaten ausgeglichen werden.

Welche Lebensmittel enthalten Eisen?

Normalerweise wird Eisen mit der Nahrung aufgenommen. Vor allem Fleisch enthält viel Eisen aus dem Hämoglobin des Tiers. Leber hat einen besonders hohen Eisengehalt.

Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln kann der Körper schlechter verwerten. Verschiedene Pflanzen sind aber ebenfalls gute Eisenlieferanten. Dazu gehören Getreide, zum Beispiel als Vollkornflocken (Zerealien), und Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen. Auch grünes Blattgemüse wie Feldsalat und Spinat und Kräuter wie Petersilie oder Kresse enthalten etwas Eisen.

Lebensmittel mit hohem Eisengehalt

Eisen kann auch zusätzlich als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Entsprechende Präparate sind als Tabletten oder Tropfen rezeptfrei erhältlich.

Welche Folgen hat Eisenmangel während der Schwangerschaft?

Eine Eisenmangelanämie kann sich durch Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar machen. Eine starke Anämie in der Schwangerschaft kann auch zu Komplikationen führen: Zum Beispiel kann sie die Abwehrkraft der werdenden Mutter schwächen und das Infektionsrisiko erhöhen. Außerdem steigt das Risiko, dass das Baby bei der Geburt zu wenig wiegt.

Eine starke Anämie kommt bei gesunden Schwangeren, die sich ausgewogen ernähren, selten vor. Für Frauen, die sich nicht gut ernähren (können), kann eine Blutarmut aber zum ernsthaften Gesundheitsproblem werden.

Wann sind Eisenpräparate sinnvoll?

Viele schwangere Frauen nehmen Eisenpräparate ein, weil sie glauben, dass sie in der Schwangerschaft einen erhöhten Eisenbedarf haben. Oft werden Eisenpräparate auch Schwangeren mit normalen Blutwerten empfohlen, um einer Anämie vorzubeugen. Eine leichte Blutarmut hat jedoch keine Nachteile für das Kind.

Problematisch ist nur eine stärkere und länger andauernde Anämie. Stellt die Ärztin oder der Arzt eine Eisenmangelanämie fest, werden meist hochdosierte Eisenpräparate verschrieben.

Die deutschen Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass eine schwangere oder stillende Frau täglich 20 bis 30 mg Eisen benötigt. Besonders für Vegetarierinnen kann es schwer sein, diese Menge allein über die Nahrung aufzunehmen. Ob es ein Problem gibt, kann aber bei den normalen Blutuntersuchungen festgestellt werden.

Haben Eisenpräparate Vorteile für Frauen mit normalen Blutwerten?

Der Nutzen von Eisenpräparaten in der Schwangerschaft wurde in über 60 Studien mit insgesamt über 40.000 Frauen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine vorsorgliche Einnahme von 30 mg Eisen pro Tag für Frauen mit normalen Blutwerten und deren Kinder keine spürbaren gesundheitlichen Vorteile hat. Zwar konnten Eisenpräparate in den Studien das Risiko senken, dass es zu einer Anämie kommt. Die Einnahme hatte aber keinen Einfluss auf die Zahl der Frühgeburten, die Zahl von Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2500 Gramm) oder Infektionen bei den Schwangeren.

Nebenwirkungen und Einnahmehäufigkeit

Bei der Eisenzufuhr kommt es darauf an, ein gutes Maß zu finden. Nicht nur zu wenig Eisen kann Probleme verursachen – auch zu viel Eisen kann ungesund sein. Der Körper kann zwar eine gewisse Menge Eisen speichern; in höheren Dosen können Eisenpräparate aber vor allem Magen- und Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Auf nüchternen Magen eingenommen, können sie die Magenschleimhaut schädigen.

Manche Fachleute empfehlen, Eisenpräparate nicht täglich, sondern nur ein- oder zweimal pro Woche einzunehmen – dann aber in einer höheren Dosis (beispielsweise 120 mg). Die bisherigen Studien zeigen, dass auch eine wöchentliche Einnahme Anämien vorbeugen kann. Die Hoffnung ist, dass Frauen die Präparate dann eher über längere Zeit einnehmen und weniger Nebenwirkungen auftreten. Ob das wirklich der Fall ist, ist jedoch unklar.

Eisenpräparate kindersicher aufbewahren

Eisentabletten sollten, wie alle Medikamente, kindersicher aufbewahrt werden. Auch wenn es sich „nur“ um einen natürlichen Mineralstoff handelt, kann eine versehentliche Überdosierung für Kinder lebensbedrohlich sein.

Quellen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln. 01.12.2008.

Pena-Rosas JP, De-Regil LM, Gomez Malave H, Flores-Urrutia MC, Dowswell T. Intermittent oral iron supplementation during pregnancy. Cochrane Database Syst Rev 2015; (10): CD009997.

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Schlagwörter: D50, D64, Entbindung, F82, F83, F89, Fortpflanzung und Geburt, Frauengesundheit, Frühgeburt, Geburt, Kaiserschnitt, Kind und Familie, Morgenübelkeit, O09, O26, R11, Regurgitation, Schwangerschaft, Spucken bei Babys, Übelkeit, Übertragung, Z34, Z38 Aktualisiert am 7. März 2018 7. März 2018
Erstellt am 22. Dezember 2009
Nächste geplante Aktualisierung: 2021
So arbeiten wir Autoren/Herausgeber: Institut für
Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Über die Autoren und das Institut

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Symptome: Wie macht sich Eisenmangel bemerkbar?

Typische Symptome für einen Eisenmangel insbesondere in der Schwangerschaft sind Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit und eine erhöhte Infektanfälligkeit. Weitere Symptome von einem Mangel an Eisen sind unter anderem, dass Haare und Nägel brüchig werden können, die Mundwinkel einreißen und auch Kopfschmerzen, Herzklopfen und Ohrensausen können auftreten. Eisen ist für die Produktion von Hämoglobin und dieses für die Bindung des Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen zuständig.

Ein Eisenmangel während der Schwangerschaft wirkt sich auch auf das Kind aus, denn dessen Versorgung erfolgt über den Blutkreislauf: Die Entwicklung der Plazenta leidet darunter, wodurch die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung eingeschränkt ist. Betroffene Säuglinge kommen häufig mit einem geringen Geburtsgewicht zur Welt, auch besteht die Möglichkeit einer Frühgeburt. Schließlich wird die Geburt zum Risiko für die Mutter, wenn nicht genügend Blutreserven verfügbar sind. Das Herz wird stärker belastet, es können Bluttransfusionen erforderlich sein.

Therapie

Während der Schwangerschaft werden routinemäßig Blutbilder erstellt, aus denen die Hämoglobinwerte ersichtlich sind. Leicht verringerte Werte sind in dieser Zeit normal, denn aufgrund der zur Versorgung des Ungeborenen notwendigen höheren Blutmenge sind verhältnismäßig weniger rote Blutkörperchen vorhanden und der Eisenbedarf des Kindes wird vorrangig gestillt. Insbesondere bei Mehrlingsschwangerschaften und kurz aufeinanderfolgenden Schwangerschaften ist Ihr Eisenspeicher schneller erschöpft.

Aussagekräftiger als nur der Hämoglobinwert, ist das Ferritin im Serum. So können frühe Signale schon Wochen vor dem Auftreten einer Anämie erkannt werden. Die Bestimmung ist allerdings noch nicht Inhalt der Mutterschaftsrichtlinie und wird daher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Bei einem Hämoglobinwert unter zehn Gramm pro Deziliter Blut ist eine Risikoschwangerschaft anzunehmen. Wird ein Eisenmangel diagnostiziert, kann der Arzt Ihnen Tipps zur Ernährung geben, eventuell wird er zusätzlich ein eisenhaltiges Präparat verschreiben. In letzterem Fall sind Nebenwirkungen wie Verstopfung, Brechreiz oder Durchfall möglich, die aber durch die Ernährung oder weitere Medikamente eingeschränkt werden können. Eine ausgeprägtere Blutarmut erfordert eventuell die intravenöse Zufuhr von Eisen.

Täglicher Bedarf

Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ empfiehlt, während der Schwangerschaft 30 Milligramm Eisen am Tag mit der Nahrung aufzunehmen beziehungsweise den Bedarf über eisenhaltige Präparate zu decken. Bei einem Mangel steigt der Bedarf kurzfristig, bis sich der Hämoglobinspiegel erholt hat.

Eisenhaltige Nahrungsmittel

Eisen ist insbesondere in Fleisch enthalten, vor allem mageres, rotes Rindfleisch sollte auf dem Speiseplan stehen. Zu den weiteren eisenhaltigen Nahrungsmitteln zählen Vollkornbrot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Gemüse, Rosinen und Pflaumen. In Fleisch enthaltenes Eisen kann besser verwertet werden als das in Pflanzen enthaltene.

Es ist davon auszugehen, dass durchschnittlich 10 bis 15 Prozent des mit der Nahrung aufgenommenen Eisens für das Blut verfügbar sind. Für eine größtmögliche Verwertbarkeit benötigt der Körper Vitamin C, dieser Bedarf lässt sich mit entsprechendem Obst, Gemüse und Fruchtsäften decken. Da Kaffee und Tee die Aufnahme erschweren, sollte beides nicht während der Mahlzeiten getrunken werden.

Funktion im Körper

Der Transport des Eisens erfolgt über das in der Leber gebildete Eiweiß Transferrin. Über dieses gelangt es ins Knochenmark, wo die roten Blutkörperchen gebildet werden. Weiterhin ist Eisen wichtig, um die Muskeln mit Sauerstoff anzureichern und für die Energieversorgung und Funktionserhaltung der Zellen. Das Gehirn braucht das Mineral für die Produktion der Botenstoffe, die der Reizübertragung dienen.

Einem Eisenmangel beugt der Körper teilweise selbst vor: Die roten Blutkörperchen sind etwa 120 Tage aktiv und werden dann abgebaut, dafür sind vor allem sogenannte Fresszellen in Leber und Milz zuständig. Das enthaltene Eisen wird jedoch nicht ausgeschieden, sondern wieder verwertet, andernfalls würden täglich circa 25 Milligramm Eisen verloren gehen.

So beschränkt sich der Verlust bei einem gesunden Menschen auf 1 bis 2 Milligramm pro Tag, beispielsweise durch Blutungen und abgestorbene Zellen. Während der Monatsblutung der Frau ist der Verlust naturgemäß etwas höher.

Eisenüberschuss

Wie Eisenmangel birgt auch ein Überschuss gesundheitliche Risiken. Es kann zu Bluthochdruck kommen und, da sich das Eisen in den Organen anreichert, zu deren Schädigung. Daher ist anzuraten, von einer Selbstmedikation abzuraten und bei einem Verdacht auf einen Mangel einen Arzt aufzusuchen, der nach einem Bluttest Hinweise zur Ernährung gibt oder ein Präparat mit entsprechender Dosierung verschreibt.

Im Laufe der Schwangerschaft wird doppelt so viel Eisen wie sonst benötigt. Und das, wo ohnehin viele Frauen unter Eisenmangel leiden – auch schon vor der Schwangerschaft. Einer der Hauptgründe dafür ist die monatliche Periodenblutung, bei der Frauen im gebärfähigen Alter Blut und damit auch Eisen verlieren. Da sich in der Schwangerschaft das Volumen des Blutes um 20 bis 30 Prozent erhöht – sprich: wesentlich mehr Blut im Körper gebildet wird und zirkuliert –, wird auch mehr Eisen benötigt. Da die Aufnahme des Mineralstoffs über die Ernährung häufig ohnehin zu gering ist, kommt es bei schwangeren Frauen auch schneller zu einer Eisenanämie.

Die gute Nachricht: Es ist oft möglich, mit durchdachter Ernährung den Eisenbedarf zu decken. Vegetarierinnen und Veganerinnen haben es da nicht ganz so leicht, denn die beste Eisenquelle ist rotes Fleisch. Aber nicht nur bei ihnen gilt Eisen laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) als potentiell „kritischer Nährstoff“ in der Schwangerschaft.

In diesem Artikel lesen Sie:

  • Eisenwerte
  • Symptome
  • Blutwerte
  • Eisenhaltige Lebensmittel
  • Eisenaufnahme verbessern
  • Folgen
  • Eisenpräparate einnehmen?

Eisen-Werte in der Schwangerschaft

Wenn der vermehrte Eisenbedarf nicht gedeckt wird, kann eine Eisenmangelanämie, auch unter dem Namen Blutarmut bekannt, entstehen. Sie äußert sich im Absinken des Hämoglobin-Wertes (unter 11 g/dl im ersten und dritten Schwangerschaftsdrittel, unter 10,5 g/dl im zweiten Schwangerschaftsdrittel). Das Hämoglobin ist einer der wichtigsten Bestandteile der roten Blutkörperchen. Sie speichern und transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff über das Blut in die Organe und Körpergewebe. Ein niedriger Hämoglobin-Wert führt zur umgangssprachlichen Blutarmut. Sie äußert sich anfangs vor allem über verstärkte Müdigkeit und das Gefühl, schneller erschöpft zu sein, ein Symptom, das gerade in der Frühschwangerschaft viele Frauen beschreiben. Ob wirklich ein Eisenmangel hinter den Symptomen steckt, sollte unbedingt labordiagnostisch geklärt werden.

Der Bedarf an Eisen in der Schwangerschaft liegt bei 30 mg/Tag. Zum Vergleich: Nicht-schwangere Frauen sollen 15 mg/Tag zu sich nehmen.

Die Top 10 der Eisenlieferanten

Eisenmangel: Symptome und Anzeichen

Schwangere, die folgende Symptome bemerken, sollten unbedingt den Hämoglobin-Wert (Hb-Wert) vom Arzt überprüfen lassen. In der Regel geschieht dies automatisch im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft.

  • starke Müdigkeit und Erschöpfung
  • sehr blasse und spröde Haut
  • Schwindel und Kurzatmigkeit
  • brüchige Fingernägel
  • allgemeiner Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungskraft

Eisenmangel anhand der Blutwerte erkennen

Die Bestimmung des Eisenwertes im Blut ist in Deutschland Teil der regulären Schwangerenvorsorge. Drei Werte sind für die Diagnose eines Eisenmangels entscheidend:

  • Hämoglobin-Wert (Hb-Wert)
  • Zahl der Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
  • Speichereisen (Ferritin)

Die Hämoglobin-Werte im Blut werden in der Regel zunächst am Anfang untersucht und bei unauffälligem Befund erst wieder etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sollte der Hämoglobin-Wert zu Beginn der Schwangerschaft bei mindestens 11 g/dl liegen. Die deutschen Mutterschaftsrichtlinien empfehlen, bei einem Wert von unter 11,2 g/dl eine Zählung der Erythrozyten vorzunehmen.

Eine Eisenmangelanämie liegt vor, wenn der Hb-Wert im ersten und dritten Trimester unter 11 g/dl fällt sowie im zweiten Trimester unter 10,5 g/dl.

Noch wichtiger als der Hb-Wert ist die Bestimmung des Serum-Ferritins im Blut. Dieser Wert gibt Aufschluss über den Füllungszustand der Eisenspeicher. Liegt er unter 12 µg/l, sind die Speicher völlig leer und es droht Eisenmangel. Nun sollte über mehrere Wochen ein gut bioverfügbares Eisenpräparat eingenommen werden.

Eisenmangel mit eisenhaltigen Lebensmitteln vorbeugen?

Um einen Eisenmangel in der Schwangerschaft zu vermeiden, sollte möglichst viel Eisen über die Nahrung aufgenommen werden. Im Gegensatz zu Jod und Folsäure lässt sich der Bedarf an Eisen komplett über Nahrung decken, sodass ein Mangel vermeidbar ist. Eisenpräparate sollten ausdrücklich nur nach Verordnung durch den Arzt eingenommen werden.

Zu „Eisenmahlzeiten“ empfiehlt sich ein Glas Orangensaft oder anderer Vitamin-C-haltiger Saft. Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen. Kaffee, Milch und Tee hingegen sollten nicht zu den Mahlzeiten getrunken werden, da sie die Aufnahme von Eisen blockieren. Besonders reich an Eisen sind rotes Fleisch und Fisch. Schweine- und Rinderleber enthalten zwar besonders viel Eisen, sollten aber in der Schwangerschaft dennoch nicht verzehrt werden. Aufgrund des hohen Vitamin-A-Gehalts und der Belastung mit Schwermetallen sind Leber und Leberwurst in der Schwangerschaft nicht zu empfehlen.

Nahrungsmittel Eisengehalt mg/100 g
Kürbiskerne 12,5 mg
Sesamsamen 10 mg
Eigelb 7,2 mg
Linsen 6,9 mg
Pfifferlinge 6,5 mg
Weiße Bohnen 6,0 mg
Hirse 5,9 mg
Erbsen 5,0 mg
Haferflocken 4,6 mg
Fenchel 2,7 mg
Spinat (roh) 4,1 mg

Eisenaufnahme verbessern

Die Eisenaufnahme lässt sich durch die richtige Kombination von Lebensmitteln verbessern. Während manche Inhaltsstoffe in Lebensmitteln die Eisenaufnahme durch den Körper hemmen, lässt sie sich durch andere wiederum fördern.

Das gilt vor allem für Vitamin C (Ascorbinsäure). Dabei muss es nicht immer das obligatorische Glas Orangensaft zu einer eisenreichen Mahlzeit sein. Auch rote Paprika, Kohlgemüse, Petersilie oder schwarze Johannisbeeren sind besonders reich an Vitamin C. Zu oder direkt im Anschluss an eine Mahlzeit verzehrt, können sie die Aufnahme von Eisen verbessern.

Gerbstoffe, wie sie in Kaffee, grünem und schwarzem Tee oder Kakao vorkommen, behindern dagegen die Eisenaufnahme. Auch Kalzium und Casein kann die Aufnahme von Eisen behindern. Wenn Sie sich also zum Frühstück einen leckeren Haferbrei (Porridge) gönnen, sollten Sie dabei ohne tierische Milch auskommen.

Welche Folgen hat Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Zunächst einmal wird der Körper der Schwangeren seine Eisenreserven immer zuerst für das Baby freigeben. Nur eine ernsthafte, langanhaltende Eisenmangelanämie kann sich negativ auf das Wachstum von Kind und Plazenta auswirken.

Bei einer unbehandelten, dauerhaften Blutarmut (Anämie) in der Schwangerschaft leidet das Körpergewebe von Mutter und Kind an Sauerstoffmangel, daraus resultieren eine größere Fehl- und Frühgeburtenrate und eine höhere Säuglingssterblichkeit. Mütterliche Erkrankungen, besonders oft Gestose, sowie Entzündungen der Nieren und des Nierenbeckens, treten häufig neben der Anämie auf.

Eisenpräparate gegen Eisenmangel einnehmen?

Viele Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere enthalten auch Eisen. Dazu sind auch zahlreiche reine Eisenpräparate auf dem Markt. Von der Einnahme „auf eigene Faust“ raten Experten jedoch ab. Eisen sollte nur nach ärztlicher Verordnung supplementiert werden, denn ein Zuviel dieses Spurenelements kann auch zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Verstopfung führen. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass gerade Vegetarierinnen ein Eisenpräparat vom Arzt verordnet wird. Ihr erhöhter Bedarf lässt sich kaum auf natürlichem Wege decken und ein Eisenmangel in der Schwangerschaft sollte aufgrund der oben genannten Funktionen von Eisen unbedingt vermieden werden.

Diese 5 Lebensmittel sollten Schwangere meiden

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Wozu braucht der Körper Eisen?

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das außer für verschiedene Stoffwechselfunktionen hauptsächlich für die Blutbildung benötigt wird. Der Mikronährstoff kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss deshalb täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Im Dünndarm wird das Eisen aus der Nahrung gelöst und über den Blutkreislauf ins Knochenmark befördert. Dort ist das Eisen wesentlich an der Bildung der roten Blutkörperchen, des sogenannten Hämoglobins, beteiligt. Der rote Blutfarbstoff hat die wichtige Aufgabe, den im Blut enthaltenen Sauerstoff zur Lunge zu transportieren und so die optimale Versorgung des ganzen Körpers zu gewährleisten. Während einer Schwangerschaft ist Eisen außerdem mitverantwortlich für das Wachstum und die Gehirnentwicklung des Babys.

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Wie kommt es zu Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Der menschliche Körper ist grundsätzlich in der Lage, Eisenvorräte anzulegen. Überschüssiges Eisen, das vom Körper nicht sofort verwendet wird, kann in Depots gespeichert werden, auf die der Körper bei einem späteren Bedarf zugreifen kann. Da aber oft nicht genug Eisen über die normale Ernährung aufgenommen wird, ist der Eisenbedarf bei etwa 50 Prozent aller Frauen nicht vollständig gedeckt und die Speicher können somit nicht ausreichend gefüllt werden. Es besteht also auch ohne eine Schwangerschaft schon bei vielen Frauen ein latenter Eisenmangel.

Während der Schwangerschaft wird der beschriebene Versorgungsmangel noch problematischer. Denn bei schwangeren Frauen erhöht sich das Blutvolumen um etwa 30 bis 40 Prozent, da die wachsende Gebärmutter ausreichend mit Blut versorgt werden muss. Damit genug neues Blut gebildet und eine optimale Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind gewährleistet werden kann, steigt der Bedarf an Eisen auf das Doppelte des vorherigen Bedarfs an. Eisen wird während der Schwangerschaft also zu einem der wichtigsten Nährstoffe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Schwangere eine tägliche Eisenzufuhr von etwa 30 Milligramm, wie hier nachzulesen.

Zwischen der 8. und der 22. Schwangerschaftswoche ist der Eisenbedarf am höchsten. Da aber auch jetzt meist nicht genug Eisen über die Nahrung aufgenommen werden kann und der Körper somit auf die spärlichen Vorräte zurückgreift, kommt es im letzten Drittel der Schwangerschaft oft zu einem akuten Eisenmangel.

Wie äußert sich ein Eisenmangel in der Schwangerschaft?

Bei einer längerfristigen Unterversorgung mit Eisen kann es zu einer unzureichenden Produktion roter Blutkörperchen kommen. Die Folge sind oft Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche und geistige Schwäche, Nervosität, Schlaf- und Appetitlosigkeit. Die Mangelerscheinungen können sich jedoch auch durch Kopfschmerzen, Blässe, spröde und rissige Haut sowie brüchige Nägel äußern. Zudem besteht bei Eisenmangel eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Wenn nicht genügend rote Blutkörperchen vorhanden sind, kann es außerdem zu Blutarmut, der sogenannten Anämie, kommen. In diesem Fall kann die Plazenta häufig nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und entwickelt sich daraufhin nicht planmäßig weiter. Das wiederum beeinträchtigt die Sauerstoffversorgung des Babys und kann die Gehirnentwicklung negativ beeinflussen. Eine Anämie erhöht außerdem das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt und kann zur Folge haben, dass die Mutter bei der Geburt ungewöhnlich viel Blut verliert.

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Diagnose des Eisenmangels durch den Frauenarzt

Ein Eisenmangel kann sich also auf ganz unterschiedliche Art und Weise äußern. Um einen schwerwiegenden Eisenmangel während der Schwangerschaft sicher auszuschließen, wird Dein Frauenarzt deshalb regelmäßig den Hämoglobinwert, oder auch Hb-Wert, in Deinem Blut kontrollieren. Auch den Füllstand der körpereigenen Eisenspeicher kann er anhand des sogenannten Serum-Ferritin-Wertes bestimmen. Sollte er im Rahmen dieser Untersuchung einen akuten Eisenmangel feststellen, wird er mit Dir gemeinsam einen Weg finden, diesen schnellstmöglich zu beheben. Dies kann sowohl durch eine Umstellung der Ernährung als auch durch die Einnahme bestimmter Präparate geschehen. Wenn die Eisenwerte im Blut besonders niedrig sind und ein kritisches Niveau erreichen, kann beizeiten auch eine Bluttransfusion notwendig werden. Dies kommt jedoch eher selten vor.

Ernährung dem Eisenbedarf anpassen

Durch eine bewusste Ernährungsumstellung kannst Du die Eisenspeicher schon vor der Schwangerschaft auffüllen und den gesteigerten Bedarf während der Schwangerschaft decken. Wir haben Dir hier einige Lebensmittel zusammengestellt, in denen der Eisenanteil besonders hoch ist und die Du daher in der Schwangerschaft vermehrt zu Dir nehmen solltest:

  • Mageres rotes Fleisch, Schalentiere, Eier und Fisch können Deine Eisenspeicher bei regelmäßigem Verzehr langsam auffüllen. Auch gebratene Leber enthält viel Eisen. Diese solltest Du jedoch nur in Bio-Qualität kaufen, da dann weniger Schadstoffe enthalten sind. Wegen der erhöhten Schadstoffbelastung von Leber solltest Du außerdem im ersten Schwangerschaftsdrittel auf deren Verzehr verzichten. Wichtig: Achte darauf, dass die Lebensmittel ausreichend gekocht bzw. durchgebraten sind. Rohe sowie geräucherte Lebensmittel solltest Du in der Schwangerschaft unbedingt vermeiden. Mehr dazu liest Du hier.
  • Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte, wie Hirse oder Haferflocken, enthalten neben einer gehörigen Portion Eisen auch viele gesunde Ballaststoffe. Auch diese Nahrungsmittel können daher öfter auf Deinem Speiseplan stehen.
  • Auch Obst hat in Sachen Eisen einiges zu bieten. In getrockneten Früchten, vor allem in Aprikosen, ist sehr viel Eisen enthalten. Auch rote Säfte, beispielsweise Trauben- oder Kirschsaft, tragen in besonderem Maße zur Versorgung mit Eisen bei.
  • Auch eine Vielzahl von Gemüsesorten enthält größere Portionen Eisen. Dazu gehören vor allem dunkelgrüne Gemüsesorten, wie Spinat, Brokkoli, Erbsen und Bohnen. Aber auch Fenchel und Rote Beete sind gute Eisenlieferanten.

Tipp bei Eisenmangel in der Schwangerschaft

In Brennnesseln ist verhältnismäßig viel Eisen vorhanden. Du kannst entweder die frischen Blätter als Salat essen, oder die Brennnesselsamen, die Du im Reformhaus erhalten kannst, als Garnitur für ein Käsebrot oder zur Herstellung von Tee verwenden.

Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln ist für den Körper in der Regel einfacher zu verwerten. Denn in vielen pflanzlichen Produkten sind Stoffe enthalten, die die Aufnahme und Verwertung von Eisen hemmen, so beispielsweise Phytin in bestimmten Getreidearten, Soja und Reis oder Oxalsäure in Spinat und Rhabarber.

Du kannst die Verwertung von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln jedoch durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C fördern. Trinke beispielsweise zum Essen ein Glas Orangen-, Sanddorn- oder Grapefruit-Saft oder beträufle eisenhaltige Nahrungsmittel mit etwas Zitronensaft, um die Aufnahme von Eisen zu verbessern.

Sind Eisenpräparate notwendig?

Eine eisenreiche Ernährung allein reicht in vielen Fällen nicht aus, um den tatsächlichen Eisenbedarf von 30 Milligramm pro Tag zu decken. Denn nur etwa zehn Prozent des durch die Nahrung aufgenommenen Eisens kann vom Körper effektiv verwertet werden. Wenn in der Schwangerschaft ein akuter Eisenmangel vorliegt, ist darüber hinaus manchmal zügiges Handeln gefragt. Daher hast Du nicht immer die Möglichkeit, Deine Eisenspeicher durch bewusste Ernährung allmählich aufzufüllen. Bei Bedarf empfiehlt sich deshalb die Nahrungsergänzung durch ein spezielles Eisenpräparat. Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten:

  • Dosiere Eisenpräparate nicht auf eigene Faust, sondern bespreche das ausführlich mit Deinem Arzt. Er kann anhand Deiner Blutwerte genau einschätzen, wie viel Eisen Du Deinem Körper zusätzlich zuführen musst und so eine eventuelle Überdosierung vermeiden.
  • Oft kommt es bei der Einnahme von Eisenpräparaten zu Magenschmerzen oder Verstopfung. Du kannst diese Nebenwirkungen eventuell dadurch abmildern, dass Du das Eisenpräparat nicht auch nüchternen Magen einnimmst, wie in vielen Beipackzetteln empfohlen, sondern es während oder nach einer Mahlzeit zu Dir nimmst.
  • Die Aufnahmeprozesse von Magnesium und Eisen durch den Körper behindern sich gegenseitig. Falls Du also auch ein Magnesiumpräparat verwendest, sollte zwischen den einzelnen Einnahmen mindestens eine Zeit von zwei Stunden liegen, um die jeweilige Wirkung nicht einzudämmen.

Wichtiger Hinweis

Eisenmangel in der Schwangerschaft vorprogrammiert?

Während einer Schwangerschaft nimmt der tägliche Bedarf vieler Vitamine und Mineralstoffe deutlich zu. Insbesondere von Eisen wird jetzt die doppelte Menge gegenüber Nicht-Schwangeren gebraucht – aufgrund eines größeren Blutvolumens der Mutter, welches für die Ausbildung der Plazenta (Mutterkuchen) und für das heranwachsende Kind benötigt wird.

Empfohlene Zuschläge zum Mikronährstoffbedarf in der Schwangerschaft verglichen mit den Empfehlungen für Frauen im Alter von 19-50 Jahren26

# sofort + ab 2. Schwangerschaftsdrittel
* ab dem 4. Monat

Dabei ist es sehr schwierig, diesen erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft ausschließlich mit einer entsprechenden Ernährung zu decken.

„Eine Schwangere müsste ca. 5.000 – 8.000 kcal täglich aufnehmen, um die erforderliche Eisenmenge bereitstellen zu können“, so Privatdozent Dr. Peter Nielsen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf27.

Dieses Missverhältnis zwischen erhöhtem Eisenbedarf und normaler Ernährung kann selbst eine sehr bewusste Lebensmittelauswahl kaum ausgleichen. So entwickeln viele Frauen im Verlauf ihrer Schwangerschaft einen Eisenmangel.

Deshalb sollte die Eisenversorgung streng im Rahmen der Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert werden: Die Beobachtung des Hämoglobin(Hb)-Wertes und des Serum-Ferritin-Wertes dienen dazu, einen Eisenmangel aufzudecken bzw. dessen Behebung zu dokumentieren.

Gut zu wissen: Experten arbeiten zurzeit an verschiedenen Modellprojekten, um die Schwangerschaftsvorsorge noch zu verbessern. So ist – analog zu bekannten Pyramidenmodellen für Erwachsene – eine separate Ernährungs- und Lebensstil-Pyramide für Schwangere in der Entwicklung. Damit sollen die gesundheitsfördernden Aspekte einer ausreichenden Mikronährstoffversorgung in der Schwangerschaft deutlich gemacht werden. Diese Informationen können bestehende Empfehlungen, wie Tipps zur Kostauswahl für eine ausgewogene Umsetzung des erhöhten Energiebedarfs bei Schwangeren und Stillenden sinnvoll ergänzen.

Eisenmangel in der Schwangerschaft – häufiger als „Frau“ denkt

Berechnungen aus hierzu vorliegenden Studien ergeben eine Eisenmangelhäufigkeit in der Schwangerschaft von fast 50 Prozent. Bei ca. 10 Prozent der Schwangeren kommt sogar die schwere Form des Eisenmangels, die Eisenmangel-Anämie, vor. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass ein Handlungsbedarf zur Eisensubstitution eigentlich schon viel früher besteht: Bereits 22 Prozent der Frauen bringen einen Eisenmangel, etwa 4 Prozent der Frauen eine schwere Eisenmangel-Anämie mit in die Schwangerschaft.22

Zu wenig Eisen für Mutter und Kind – weitreichende Folgen

Während der Schwangerschaft treten bei Eisenmangel oder einer Eisenmangel-Anämie die gleichen Eisenmangel Symptome auf wie sonst auch. Diese können in der Schwangerschaft aber eine andere Qualität haben. Beispielsweise erhöht die unter einem Eisenmangel reduzierte Immunabwehr auch das Risiko für Scheideninfektionen in der Schwangerschaft mit all ihren negativen Folgen für Mutter und vor allem für das Kind.22

Spezielle Eisenmangel-Risiken für die Mutter sind:22

  • verminderte Blutreserven bei der Geburt, die mit der Notwendigkeit von Bluttransfusionen verbunden sein können.
    => In Entwicklungsländern trägt Eisenmangel aus diesem Grund maßgeblich zur hohen Müttersterblichkeit bei. Mütter mit Eisenmangelanämie können während der Geburt bereits geringe Blutverluste häufig nicht mehr kompensieren.
  • eine erhöhte Belastung des Herzens und somit mögliche Krankenhausaufenthalte
  • Störungen der Milchbildung

Eisenmangel-Risiken für das Kind sind:22

  • Frühgeburt (2-fach erhöhtes Risiko bei Eisenmangelanämie),
  • niedriges Geburtsgewicht (3-fach erhöhtes Risiko bei Eisenmangelanämie),
  • beeinträchtigter Gesundheitsstatus beim Neugeborenen,
  • bis hin zu unumkehrbaren Störungen der Hirnreifung durch einen schweren Eisenmangel; lebenslang schlechtere kognitive Leistungen (z.B. kritische Lern- und Gedächtnisschwierigkeiten in Schule, Ausbildung und Beruf können die Folge sein).

Dr. Peter Nielsen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf27 fasst die Studienlage so zusammen: „Ein ungeborenes Kind kann seinen Eisenbedarf eine gewisse Zeit auf Kosten der mütterlichen Eisenreserven decken. Die Eisensubstitution in der Schwangerschaft schützt die Mutter vor der Entwicklung einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) und das Kind vor bleibenden Schäden“.

Spezielle Therapie-Empfehlungen für Schwangere

Die aktuellen Kriterien zur Diagnose und Therapie von Eisenmangel in der Schwangerschaft sind etwas strenger gefasst als für Nicht-Schwangere. Allerdings mangelt es noch an einer Einheitlichkeit in der Empfehlung, insbesondere zum Thema ‚Eisenmangel-Prophylaxe während der Schwangerschaft‘.22

So zeigen die aktuellen Daten zur Eisenversorgung von Schwangeren einen großen Handlungsbedarf, denn:

  • es bestehen Mängel in Prophylaxe und Diagnostik
  • die Verabreichung des Eisens (oft in Kombinationen mit Folsäure und/oder Jod) ist eher zufällig, und
  • die mittlere Dosis der verwendeten Präparate ist viel zu niedrig bis wirkungslos (z.B. Nahrungsergänzungsmittel mit max. 5 mg Eisen pro Tagesration), um den Eisenspeicher im Körper zu sichern bzw. aufzubauen.

Stellt Ihr Gynäkologe in der Schwangerschaft einen Eisenmangel fest, kann er eine für Sie geeignete Eisenmangel Therapie empfehlen oder bei festgestellter Eisenmangelanämie auch verordnen. Neben Wirksamkeit und Sicherheit ist dabei auch eine gute Verträglichkeit des Eisens wichtig.
Dr. Nielsen27: „Schwangere können empfindlicher auf eine Eisentherapie reagieren. Deshalb ist hier auf eine besonders gute Verträglichkeit zu achten und eine unnötig hohe Tagesdosis (größer als 100 mg) zu vermeiden.“

Ständig müde, schlapp und blass, dazu eingerissene Mundwinkel und Konzentrationsschwierigkeiten – die Symptome von Eisenmangel sind unangenehm und belastend. Ärzte verordnen bei der Diagnose Eisenmangel oftmals Eisentabletten. Doch viele Frauen und Männer haben während der Einnahme von Eisentabletten mit Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung zu kämpfen. Als Alternative bietet sich Kräuterblut an.

Gut zu wissen: Eingerissene Mundwinkel: So reparierst du kaputte Mundwinkel im Nu

Was ist Kräuterblut?

Dieser Extrakt aus Pflanzen ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, enthält Eisen, das organisch gebunden ist, und kann unkompliziert getrunken werden. Der Geschmack erinnert an säuerlichen Traubensaft. Doch wie nützlich ist Kräuterblut wirklich? Ist diese Form der zusätzlichen Eisenaufnahme genauso hilfreich, wie die Einnahme von Eisentabletten?

Kräuterblut oder Eisentabletten? Das sagt der Experte

Wir haben dazu den Internisten und Ernährungsmediziner Dr. med. Klaus Winckler interviewt. Er ist der Vizepräsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner .

Foto: privat

Dr. Winckler, ab wann würden Sie als Ernährungsexperte einem Menschen empfehlen, eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen?

Dr. med. Klaus Winckler: Generell würde ich empfehlen, zusätzliches Eisen nicht auf Verdacht zu nehmen. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Eisen sollte immer erst nach der Diagnose eines Eisenmangels durch einen Arzt erfolgen. Das ist ja schnell gemacht – einmal Blut abnehmen, dann weiß man, ob das zusätzliche Eisen wirklich nötig ist. Das ist insofern wichtig, als zu viel Eisen im Körper auch negative Auswirkungen haben kann, beispielsweise eine Schädigung der Organe und Gelenke. So eine Eisen-Überladung zu erreichen ist mit rein pflanzlichen Präparaten allerdings schwierig.

Sind solche Eisen-Präparate denn zur langfristigen Einnahme geeignet, oder sollte ich immer nur kurze Kuren damit machen, beispielsweise über drei Monate?

Dr. Winckler: In der Regel ist eine solche Einnahme gedacht, um einen Mangel auszugleichen. Nun gibt es Menschen, die ständig mit einem Eisenmangel zu tun haben, beispielsweise Frauen, die durch die Menstruation regelmäßig Blut verlieren und sich zusätzlich noch vegetarisch oder vegan ernähren – also ohne Fleisch und Fisch, was mit die eisenreichsten Lebensmittel sind – da kann es sein, dass diese Frauen immer wieder Eisen-Präparate nehmen müssen. Rein prophylaktisch sollte aber niemand Eisen einnehmen. Wenn ein Mangel da ist, verordne ich in der Regel für einige Wochen die Einnahme von Eisentabletten und dann hat sich dieser Mangel auch erstmal wieder erledigt. Eine kontinuierliche Eisen-Supplementation verordnen wir Ärzte eigentlich nicht.

Viele Ärzte verschreiben bei einem Eisenmangel als erstes Eisentabletten – woran liegt das?

Dr. Winckler: Das hat vermutlich mit der unterschiedlichen Haltbarkeit der Präparate zu tun. Wirkstoffe in Tablettenform sind wesentlich länger haltbar als solche in flüssiger Form, wie beispielweise in Kräuterblut. Ist eine Flasche mit Kräuterblut geöffnet, muss sie innerhalb weniger Wochen verbraucht werden, Eisentabletten halten sich für Jahre. Außerdem lässt sich bei den pharmazeutischen Präparaten in Tablettenform die Dosierung genauer bestimmen.

Wie sieht es mit der Verwertbarkeit aus – tierisches oder pflanzliches Eisen, welches kann der menschliche Körper besser verarbeiten?

Dr. Winckler: Bei Lebensmitteln wird das Eisen aus tierischen Quellen wie Fleisch und Fisch etwa doppelt so gut aufgenommen, wie das aus pflanzlichen Quellen wie etwa Paprika und Rote Beete. Bei den Zusatzpräparaten wie Eisentabletten und Kräuterblut sind mir keine Vergleichsuntersuchungen bekannt. Ich denke, es ist beides wirksam und beides gibt es ja auch in verschiedenen Stärken. Letzten Endes muss jeder Patient ausprobieren, welches Präparat er am besten verträgt und welches am besten wirkt.

In der Apotheke sind Eisenpräparate ohne Rezept erhältlich – sehen Sie das kritisch?

Dr. Winckler: Da liegt die Verantwortung beim Apotheker, der sollte nachfragen, warum der Mensch dieses Präparat nehmen möchte. Man muss ja nicht alles unter Rezeptpflicht stellen.

Was würden Sie denn eher empfehlen – Eisentabletten oder Kräuterblut?

Dr. Winckler: Das hängt ganz von der Verträglichkeit ab. Wenn ich unter der Einnahme von Eisentabletten mit Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Verstopfung leide, kann sich ein Versuch der Eiseneinnahme in flüssiger Form sicherlich lohnen. Ich verordne in der Praxis bei einer behandlungsbedürftigen Eisenmangelanämie üblicherweise Eisentabletten, weil diese sich bewährt haben. Wenn dieser Eisenmangel sich aus den Laborwerten ergibt, werden die Kosten für dieses Präparat auch von der Krankenkasse übernommen.

Und wie kommen Ihre Patienten mit den Eisentabletten zurecht?

Dr. Winckler: Gut! Das sind vielleicht zehn Prozent, die diese Tabletten überhaupt nicht vertragen. Wenn der Mangel sehr ausgeprägt ist, kann man sich dann überlegen, Eiseninfusionen zu geben. Es gibt zum Beispiel Patienten mit hochgradiger Adipositas, die eine Magen-Bypass-Operation hatten, die können fast kein Eisen mehr aufnehmen, weil der Abschnitt des Darms, der dafür zuständig, ist bei denen ausgeschaltet ist.

Wenn bei diesen Patienten der Hämoglobin-Wert in den Keller geht, also unter 10 g/dl, dann gebe ich da Eiseninfusionen. Und wenn ich eine Frau als Patientin habe, die eine solche OP nicht hatte, aber alle Eisenpräparate schon ausprobiert hat und mit keinem zurechtkam, dann kann man auch da überlegen, Eiseninfusionen zu geben. Die entsprechenden Präparate sind zwar sehr teuer und belasten das Budget des Arztes, allerdings sind sie inzwischen auch deutlich besser verträglich als noch vor einigen Jahren.

Die früheren Präparate waren oft nicht so gut verträglich, da hatten wir oft allergische Reaktionen, bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen. Mit einer solchen Infusion kann man so viel bewirken, wie mit drei Monaten Tabletten schlucken. Aber es ist doch ein Eingriff, wenn auch ein kleiner. Man schiebt da eine Nadel unter die Haut, das muss ja nicht unbedingt sein.

Würden Sie schwangeren Frauen auch solche Eiseninfusionen empfehlen, um deren Eisenwert schneller in den Normbereich zu kriegen?

Dr. Winckler: Nein, da würde ich auch erstmal mit Tabletten arbeiten. Infusionen macht man wirklich nur dann, wenn ein hochgradiger Eisenmangel mit Blutarmut vorliegt und Tabletten so gar nicht vertragen werden.

Es gibt im Supermarkt viele Fruchtsäfte, die mit speziellen Eisen-Zusätzen werben – was ist davon zu halten, taugen die etwas?

Dr. Winckler: Es gibt einen festen Tagesbedarf an Eisen für Frauen von 15 Milligramm und 10 Milligramm für Männer, so empfiehlt das die Deutsche Ernährungsgesellschaft. Diesen Tagesbedarf können Sie ein Stück weit auch über solche Säfte abdecken. Aber eine Mangelsituation werden Sie niemals mit solchen Zusätzen ausgleichen können.

Und wie kann ich mich langfristig am besten dagegen absichern, einen Eisenmangel überhaupt zu bekommen?

Dr. Winckler: Fleisch und Fisch sind ganz klar die besten Eisenlieferanten für den menschlichen Körper. Sie sind die eisenreichsten und effektivsten Lebensmittel in Hinsicht auf Vermeidung eines Eisenmangels. Zusätzlich hilft die Kombination mit Zitrusfrüchten, beispielweise in Fruchtsäften, dem Körper dabei, dieses Eisen aufzunehmen. Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, werden, wenn sie dabei bleiben wollen, allerdings kaum um die Einnahme von Eisenpräparaten herumkommen.

Vielen Dank für Ihre Mühe, Dr. Winckler!

Weiterlesen:

  • Eisenmangel? Das sind die Symptome!
  • Eisenmangel: So einfach ist die richtige Ernährung
  • Biotinmangel: Symptome, Ursachen und was hilft
  • Volkskrankheit Magnesiummangel: Was du tun kannst

Eisenpräparate-Test: Die besten bei Eisenmangel in der Schwangerschaft

Testverfahren

Wir haben 16 Arzneimittel gegen Eisenmangel und 12 Nahrungsergänzungsmittel, die unter anderem damit werben, einen erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft zu decken, in Apotheken, Drogerien und Discountern eingekauft.

Der von uns beauftragte Gutachter Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt hat die Studienlage in der wissenschaftlichen Literatur zum Auftreten und zur Behandlung von Eisenmangel in der Schwangerschaft gesichtet und aufgrund medizinischer Leitlinien beurteilt.

Die Tagesdosierung der Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln haben wir anhand der Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) beurteilt. Enthalten die Produkte problematische Hilfsstoffe wie künstliche Farbstoffe, die Allergien auslösen können?

Sind alle wichtigen Warnhinweise zur Einnahme von Eisen in den Beipackzetteln und auf den Verpackungen abgedruckt? Das BfR empfiehlt den Hinweis, dass Schwangere Eisen nur in Rücksprache mit dem Arzt einnehmen sollen. Was ist mit den Warnhinweisen zu anderen Inhaltsstoffen wie Kupfer?

Nahrungsergänzungsmittel ohne Nutzen für die gesunde Anwenderin und mit zu viel Eisen fallen durch. Auch fehlende Warnhinweise wirken sich auf das Gesamturteil aus.

Bewertungslegende

Arzneimittel: Unter dem Testergebnis Hilfsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: Erythrosin (E 127). Zur Abwertung um eine Note führen: Amaranth (E 123) und/oder Chinolingelb (E 104) und/oder Gelborange S (E 110) und/oder Ponceau 4R (E 124). Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel. Ein Testergebnis Hilfsstoffe, das „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, hat keinen Einfluss auf das Gesamturteil.

Nahrungsergänzungsmittel: Unter dem Testergebnis maßgebliche Inhaltsstoffe und Deklaration führen zu einer Abwertung um jeweils zwei Noten: a) kein Nutzen für gesunde Anwenderin; b) mehr als 6 mg Eisen in einer Tagesdosis; c) Einsatz eines Eisensalzes mit nicht eindeutiger Wertigkeit des Eisens (hier: Eisenpyrophosphat). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 3,5 mg Vitamin B6 in einer Tagesdosis; b) mehr als 200 μg Folsäure in einer Tagesdosis; c) Deklarationsmangel: Fehlender und/oder unvollständiger Warnhinweis, dass Männer, menopausale und schwangere Frauen Eisen nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen sollten; d) Deklarationsmangel: bei Zusatz von Kupfer fehlender Warnhinweis, dass das Produkt nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis maßgebliche Inhaltsstoffe und Deklaration. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „gut“ ist, führt zu keiner Verschlechterung des Gesamturteils.

Testmethoden

Wirksamkeitsbelege, Nutzen und Beipackzettel: Begutachtung durch Gutachter. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Wir testen und bewerten regelmäßig Wirksamkeit und Nutzen von Produkten für die Gesundheit. Wie wir dabei im Detail vorgehen, erfahren Sie hier.

Einkauf der Testprodukte: März 2018, April 2018 und Juli 2019.

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Magazin November 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kinder und Familie 2020, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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