Einschlafprobleme BEI kleinkindern

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Schlafprobleme bei Babys: Die 12 wichtigsten Schlafregeln!

Neugeborene haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus

Das ist verständlich, denn in Mamas Bauch haben die Kleinen zuletzt alle eineinhalb Stunden ein Schläfchen eingelegt. Deswegen brauchen sie in den ersten Wochen nach der Geburt etwas Hilfestellung, um den Unterschied zwischen Tag und Nacht zu erlernen:

  • Lassen Sie Ihr Baby tagsüber im Hellen schlafen, denn das Licht spielt die wichtigste Rolle bei der Einstellung auf den Tag-Nacht-Rhythmus. Besonders günstig ist ein einstündiger Spaziergang um die Mittagszeit, der einer Studie zufolge den Nachtschlaf deutlich verbessert. Je nach Witterung können Sie Ihr Baby auch – entsprechend angezogen – im Kinderwagen auf dem Balkon oder der Terrasse schlafen lassen.
  • Führen Sie ein Abendritual ein, das ihm den Wechsel signalisiert. Wenn Sie Ihrem Baby z. B. abends immer einen Schlafanzug und/oder Schlafsack anziehen, weiß es schon bald, dass es danach Zeit für das Bett ist.
  • Sorgen Sie für „langweilige“ Nächte. Signalisieren Sie Ihrem Baby konsequent, dass die Nacht zum Schlafen und nicht zum Spielen da ist, indem Sie nur wenig Licht machen und nur leise das Nötigste sprechen. Wickeln Sie es nur dann, wenn es unbedingt nötig ist (Stuhlgang oder wunder Po). Schläft es nach dem Trinken nicht gleich wieder ein und/oder „meckert“ es ein wenig, nehmen Sie es nicht sofort wieder aus dem Bettchen. Beginnt es jedoch zu schreien, versuchen Sie, es zunächst im Bettchen zu trösten, bevor Sie es auf den Arm nehmen. Tagsüber sollten Sie sich hingegen ganz gezielt mit Ihrem Kind beschäftigen und ausgiebig schmusen und spielen.
  • Geben Sie Ihrem Baby Begrenzung. Junge Säuglinge, die die Enge und Geborgenheit in Mamas Bauch gewöhnt sind, fühlen sich in einem eigenen Bett zunächst richtig verloren, weil sie keine Begrenzung spüren können. Dagegen hilft es, das Baby eng in eine weiche Wolldecke oder ein Moltontuch einzuwickeln.
  • Stillen Sie nicht zu häufig. Nachts sollte Ihr Baby nach einer Stillmahlzeit wenigstens zwei Stunden lang satt sein (Ausnahmen: in den ersten Lebenstagen oder bei einem Wachstumsschub).Wenn es häufiger an die Brust will, hat es meist das Bedürfnis zu saugen und braucht Nähe, es ist aber nicht hungrig. Versuchen Sie deshalb zuerst, es durch Körperkontakt (streicheln, kuscheln) zu beruhigen.

Die 12 wichtigsten Schlafregeln gegen Schlafprobleme

1. Verpassen Sie das Schlaffenster nicht!

Damit Babys und Kleinkinder leicht ins Land der Träume wechseln können, müssen sie gerade die richtige „Bettschwere“ erreicht haben. Diese Zeitspanne, in der sie müde sind und gut einschlafen können, wird als Schlaffenster bezeichnet. Ist das Schlaffenster vorüber, werden sie wieder munterer, um nach 50 bis 60 Minuten erneut „bettreif“ zu sein. Die Müdigkeit kehrt also wieder, ist dann aber noch stärker. Da Kinder bei zunehmender Übermüdung regelrecht überdreht werden, ist es wichtig, sie bei auftretender Müdigkeit (siehe Checkliste) rechtzeitig schlafen zu legen. Manche Kinder sind allerdings erst in der zweiten Müdigkeitsphase wirklich müde genug, um problemlos einschlafen zu können. Beobachten Sie Ihr Kind über mehrere Tage, um festzustellen, wann der geeignete Zeitpunkt ist.

Checkliste: Daran erkennen Sie, dass Ihr Baby müde ist!
veränderter Gesichtsausdruck, starrer Blick, Stirn-Runzeln oder Grimassieren
Gähnen, Augen-/Ohrenreiben, Schreien/Weinen oder Quengeln
Ruckartige Bewegungen, Ballen der Fäustchen, Steif-Machen
Reduzierte Aktivität, weniger Bewegungen, Gesicht-Abwenden
Saugen, Schnullern oder Daumenlutschen

2. Kinder brauchen Rhythmus zum Schlafen, aber nicht um jeden Preis

Feste Schlafenszeiten und ein regelmäßiger Tagesablauf erleichtern es Ihrem Kind, zur gewohnten Schlafenszeit auch wirklich müde zu sein, weil sein Körper sich an diese Zeit gewöhnt hat. Zu viel Abwechslung, Kurse und Termine können zu Schlafproblemen bei Babys. Da Ihr Kind aber nicht wie ein Uhrwerk funktioniert, sollten Sie versuchen, möglichst gut auf seine Bedürfnisse einzugehen. Wenn es z. B. zur üblichen Schlafenszeit noch putzmunter ist, ist es sinnvoller, es lieber eine halbe Stunde später schlafen zu legen.

3. Halten Sie genügend Abstand zum Mittagsschlaf ein

Ihr Kind sollte spätestens vier Stunden vor der Schlafenszeit aus seinem letzten Tagesschlaf aufgewacht sein. Wecken Sie es ansonsten durch Ansprechen, Streicheln oder indem Sie normalen „Haushaltslärm“ machen.

4. Stehen Sie zu Ihren Worten

Haben Sie Ihrem Kind bereits angekündigt, dass es jetzt ins Bett geht, sollten Sie Ihren Worten auch Taten folgen lassen. Ansonsten werden Sie in den Augen Ihres Kindes unglaubwürdig und es nimmt Sie bald nicht mehr ernst. Für ein Kleinkind ist es hilfreich, wenn Sie das Schlafengehen quasi zur Einstimmung eine halbe Stunde vorher schon einmal ankündigen und dann noch einmal zehn Minuten, bevor es soweit ist. Extras wie eine zweite oder dritte Gute-Nacht-Geschichte sollte es nur ausnahmsweise (bei Krankheit oder schwierigen Entwicklungsphasen) geben.

5. Schalten Sie abends vor dem Schlafen einen Gang zurück

Eine Stunde vor der Schlafenszeit sind Aufregungen, Fernsehen oder Toben tabu. Besser ist eine ruhige Beschäftigung im Sitzen, ruhige Musik, eine entspannende Geschichte oder etwas basteln. Dämpfen Sie das Aktivitätsniveau der ganzen Familie, schalten Sie den Fernseher aus, machen Sie Musik leiser und dämpfen Sie auch die Lautstärke Ihrer Unterhaltung.

6. Begrenzen Sie das Gute-Nacht-Ritual bei Schlafproblemen

Wenn sich der Abschied am Abend mit Vorlesen/Erzählen und Kuscheln zu sehr in die Länge zieht, ist das fürs Einschlafen oft eher hinderlich. Für Babys mit zehn Monaten genügen maximal zehn Minuten, im Kleinkind- und Kindergartenalter dürfen es 15 bis 30 Minuten sein. Mehr als 30 Minuten sind für die meisten Kinder schon zu viel.

7. Essen und Einschlafen lassen sich trennen

Es ist ganz natürlich, dass sich Babys beim Saugen an der Brust oder an der Flasche schnell beruhigen. In den ersten Lebensmonaten schlafen die Kleinen nach der anstrengenden „Saugarbeit“ an der Brust häufig ein. Auf Dauer ist es jedoch günstiger, Brust/Flasche und Einschlafen zu trennen, denn die Kleinen gewöhnen sich sehr rasch an diese Einschlafhilfe. Es kann Ihnen dann als stillende Mutter passieren, dass Ihr Kind Sie auf längere Zeit bei jedem Einschlafen als „Nuckel“ braucht – was allerdings in Ordnung ist, wenn Sie selbst darin kein Problem sehen!

  • Mein Tipp bei Schlafproblemen:
    Bitte machen Sie bei Durchschlafproblemen nicht dem Fehler, Ihrem Baby schon im ersten Lebenshalbjahr einen möglichst dicken, reichhaltigen Abendbrei zu füttern. Nur selten ist es wirklich Hunger, wenn Babys nicht durchschlafen. Ein zu voller Bauch hält Ihr Kind eher von gutem Schlaf ab – Sie kennen das vermutlich aus eigener Erfahrung.

8. Legen Sie Ihr Baby wach ins Bett

Fast alle Babys lieben es, in Mamas Armen einzuschlafen. Sind die Kleinen jedoch erst einmal daran gewöhnt, fällt es ihnen schwer, später auch ohne diese Einschlafhilfe in den Schlaf zu finden. Das kann insbesondere nachts problematisch werden, wenn Ihr Kind bei jedem Erwachen Ihre Hilfe braucht. Daher ist es günstiger, Ihr Baby wach ins Bettchen zu legen und es durch leises Singen oder sanftes Streicheln zu beruhigen.

9. Ein verdunkeltes Zimmer hilft in den Schlaf

Zu viel Licht im Kinderzimmer kann die Produktion des Schlafhormons Melatonin durcheinander bringen. Brennt abends/nachts das Licht zu hell, wird das Gehirn Ihres Kindes weniger Melatonin produzieren. Ein schwaches Nachtlicht oder die offene Zimmertüre und Licht auf dem Gang sind allerdings kein Problem. In den Sommermonaten kann ein verdunkeltes Zimmer insbesondere neugierigen Kindern beim Einschlafen helfen, weil es im Zimmer dann nicht mehr so viel zu sehen und zu entdecken gibt.

10. Üben Sie Trennungen tagsüber ein

Um alleine einschlafen zu können, muss Ihr Kind sich ohne Ängste von Ihnen trennen können. Das können Sie auf spielerische Weise tagsüber einüben: Lassen Sie Ihr Baby auf der Krabbeldecke spielen und verlassen Sie mit dem Worten „Ich komme gleich wieder.“ immer wieder für kurze Zeit den Raum, wenn es sich gerade friedlich mit sich selbst beschäftigt. Verstecken Sie sich und spielen Sie „Kuckuck“. Lassen Sie Ihr Kind hin und wieder stundenweise von einer Oma, einer Freundin oder einem Babysitter betreuen. Im Bett hilft ihm ab dem zweiten Lebenshalbjahr ein Kuscheltier, das immer verfügbar ist und das es meist auch nachts alleine finden kann.

11. Verwirren Sie Ihr Kind nicht

Um ihrem Schatz in den Schlaf zu helfen, probieren verzweifelte Eltern die ungewöhnlichsten Einschlafhilfen aus. Wechseln sich diese in kurzen Abständen ab (weil nichts zu helfen scheint) und wird schell etwas anderes angeboten, führt das beim Baby eher zu einer Überreizung. Problematisch ist es auch, das Baby durch die ganze Wohnung zu tragen oder es im Auto oder Kinderwagen einschlafen zu lassen und anschließend ins Bettchen zu legen. Es wird dabei einerseits häufig wieder wach und ist andrerseits nachts verunsichert, wenn es aufwacht und bemerkt, dass es plötzlich an einem anderen Platz ist und nicht da, wo es eingeschlafen ist. Zumindest zur Nacht sollte Ihr Kleines immer in seinem Bettchen schlafen gelegt werden. Für den Mittagsschlaf darf es auch mal Ausnahmen (im Tragetuch, Auto oder Kinderwagen) geben.

12. Trauen Sie Ihrem Kind mehr zu

Auch wenn Ihr Kleines direkt nach dem Hinlegen etwas protestiert: Laufen Sie nicht sofort ans Bett! Geben Sie ihm zwei bis drei Minuten lang die Möglichkeit, sich selbst zu beruhigen. Haben Sie allerdings die Erfahrung gemacht, dass es sich in der Regel dann erst so richtig „einschreit“, sollten Sie es lieber schon nach einer halben Minute trösten.

Baldrian für Kinder: Was Sie darüber wissen sollten

  • Sollten Sie darüber nachdenken, Ihrem Kind regelmäßig Baldriantabletten zu verabreichen, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Kinderarzt abklären. Auch wenn es sich um ein pflanzliches Medikament handelt, sollten Sie von einem Mediziner aufgeklärt werden. Anders ist es bei Tee, in dem der Baldrian nur gering dosiert ist.
  • Seien Sie vor allem bei Kombi-Präparat vorsichtig. Bei diesen handelt es sich um Medikamente, die neben Baldrian auch noch andere Wirkstoffe wie Alkohol oder Johanneskraut enthalten. Diese könnten Ihrem Kind schaden oder in Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten treten.
  • Baldrian ist vor allem langfristig wirksam. Wenn Sie wollen, dass Ihr Kind über längere Zeit ruhiger wird oder durchschlafen kann, sollten Sie Ihm mindestens vier Wochenlang, regelmäßig Baldrian verabreichen.
  • Da Kinder den Geschmack der Baldriantropfen oft nicht mögen, wird empfohlen Ihnen die Tropfen in einen Saft zu verabreichen. Eine andere Alternative bietet der Baldriantee.
  • Es gibt neben Baldrian auch noch andere Methoden um Ihrem Kind einen besseren Schlaf zu ermöglichen. Sport und Bewegung sind dabei wichtig. Auch ein Lavendelbad vor dem einschlafen kann helfen.

Baldrian-Tabletten: Wichtige Hinweise zur Einnahme

Baldrian-Tabletten sollen genauso wie Tees aus der Heilpflanze bei Schlafstörungen für eine ruhige Nacht sorgen. Bei der Einnahme sollten Sie unbedingt Neben- und Wechselwirkungen beachten. Außerdem wirkt Baldrian nicht sofort.

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Wann Baldrian-Tabletten helfen und was zu beachten ist

Baldrian kann eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung haben, gegen Unruhezustände oder nervös bedingte Einschlafstörungen helfen. Allerdings entfaltet das Mittel seine volle Wirkung erst nach bis zu zwei Wochen, informiert die Landesapothekenkammer Hessen. Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht aber nicht.

Da die Wirkstoffe aus der Heilpflanze Ihre Reaktionsgeschwindigkeit erheblich verlangsamen können, sollten Sie bis zu zwei Stunden nach der Einnahme von Baldrian-Tabletten weder Auto fahren, noch Maschinen bedienen oder ohne sicheren Halt arbeiten.

Wie Baldrian-Tabletten einzunehmen sind

Im Normalfall wird das Heilmittel unzerkaut mit viel Flüssigkeit eingenommen – und zwar bis zu drei Mal täglich zwei Tabletten. Die Anwendungsdauer ist grundsätzlich nicht begrenzt. Beachten Sie aber unbedingt die Hinweise zur richtigen Einnahme der Tabletten auf der Packungsbeilage.

Bei einer Überdosierung von Baldrian-Tabletten

Haben Sie aus Versehen eine größere Menge als vorgeschrieben geschluckt, brauchen Sie in der Regel keine negativen Folgen zu befürchten. Bei einer extremen Überdosierung sollten Sie sich aber bei Ihrem Arzt melden.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Baldrian-Tabletten

Baldrian-Tabletten sollten niemals in Kombination mit Alkohol eingenommen werden. Andere Schlaf- beziehungsweise Beruhigungsmittel sind nur erlaubt, sofern Ihr Arzt eine entsprechende Anwendung empfohlen hat. Nach der Einnahme des Präparats aus der Heilpflanze konnten einige Nebenwirkungen beobachtet werden: Selten mussten Patienten Magen-Darm-Beschwerden in Kauf nehmen und sehr selten folgten auf eine Behandlung allergische Hauterscheinungen. Grundsätzlich sollten Sie Ihren behandelnden Arzt sofort informieren, sobald Sie Nebenwirkungen bei sich entdecken können.

Wann Baldrian-Tabletten nicht eingenommen werden sollten

Schwangere und stillende Frauen sollten Baldrian-Tabletten entweder überhaupt nicht einnehmen oder vor der Anwendung mit einem Arzt oder Apotheker Rücksprache halten. Tabu ist die Einnahme außerdem, wenn bei Ihnen bereits eine allergische Reaktion gegen die Heilpflanze Baldrian und einen der anderen Bestandteile der Tabletten aufgetreten ist.

Zudem können Arzneimittel diverse Zuckerarten enthalten. Haben Sie also eine hereditäre Galactose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder einen Lactase-Mangel, wenden Sie sich vor der Einnahme des Baldrian-Präparats ebenfalls an Ihren Arzt oder Apotheker. Darüber hinaus sollten Sie auf die Tabletten verzichten, sofern Sie unter einer Leberfunktionsstörung leiden.

Tipps für einen gesunden Schlaf

Um einen gesunden Schlaf auch ohne Schlafmittel zu fördern, sollten Sie laut der Apothekervereinigung folgende Tipps beherzigen:

  • Reine Kopfsache: So schlucken sich Tabletten leichter
  • Frei verkäuflich aber nicht harmlos: Was Sie über bestimmte Pillen wissen sollten
  • Fünf Tipps für mehr Ruhe: Zunahme von Schlafstörungen
  • Achten Sie auf feste Rituale am Abend.
  • Verzichten Sie auf TV- und Handykonsum im Schlafzimmer.
  • Stehen Sie bei nächtlichem Erwachen lieber auf als stundenlang wachzuliegen.
  • Achten Sie auf eine nicht zu hohe Zimmertemperatur.
  • Meiden Sie vor dem Schlafengehen anregende Getränke wie Kaffee, Cola oder Alkohol.
  • Ein kurzer Sparziergang am Abend kann entspannend wirken.
  • Verzichten Sie auf einen ausgedehnten Mittagsschlaf.

Schlafschwierigkeiten bei Kindern

Einschlafstörungen

Fast alle Kinder haben irgendwann einmal Probleme mit dem Einschlafen. Als Ursachen kommen ein vergangener, aufregender Tag oder eine Unruhe (Ängstlichkeit) bezüglich eines noch bevorstehenden Erlebnisses in Frage. Es ist aber auch möglich, daß das Kind ganz einfach noch nicht müde ist (Dann den Mittagsschlaf streichen, für mehr Bewegung und frische Luft sorgen) und deshalb sowohl innerlich als auch äußerlich nicht ruhig werden kann. Auch Vorfreude stört die Schlafbereitschaft. Der Schlaf von kleinen Kindern wird von ganz ähnlichen Effekten beeinflußt wie der von Erwachsenen. Nicht vergessen sollte man, daß das Zubettgehen immer auch mit einem Abschied von den Eltern verbunden ist, was kleineren Kindern Probleme bereitet. Kinder meinen, etwas zu verpassen, wenn sie ins Bett müssen. Läuft da nicht gerade ein spannender Film im Fernsehen? Falls die Eltern “nur” lesen oder handarbeiten z.B. wird dieses den Kindern bald zu langweilig. Im Unterschied zu Erwachsenen schlafen Kinder erst dann ein, wenn sie vom Schlaf überwältigt werden!

Einschlafprobleme findet man verstärkt im 3.- 4. Lebensjahr. In diesem Zeitraum wird dem Kind zunehmend bewußter, daß es eine ganz individuelle Persönlichkeit darstellt (von Mutter und Vater getrennt, mit denen es sich vorher noch sehr vereint gefühlt hat). Dieses Gefühl des Getrenntseins von den Eltern löst Ängste aus. V.a. Einzelkinder fühlen sich abends abgeschoben, wenn sie ins Bett sollen.

Dem Kind helfen

Hilfreich sind: ein Licht brennen lassen im Flur, Tür offen stehen lassen, Stofftiere im Kinderbett, leises Reden der Eltern aus dem Nebenzimmer, das Vertrautheit vermittelt. Eine zur Verfügung gestellte Taschenlampe kann Kindern ab 4 Jahren ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, denn fast alle Kinder fürchten sich vor der Dunkelheit. Auch eine eigene Nachtlampe kann hilfreich sein. Der vergangene Tag sollte noch einmal besprochen werden: Ist etwas passiert, was das Kind belastet? Gibt es noch etwas, das es erklärt haben möchte? Bei Sorgen und Kummer helfen sehr gut körperliche Berührungen: in den Arm nehmen, streicheln. Ratsam ist der Hinweis auf das Erfreuliche des zukünftigen Tages. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte nicht zu hoch sein: 16° C maximal! Wenn möglich, das Fenster offen lassen (gekippt, sonst besteht Unfallgefahr). Die Schlafbekleidung sollte aus Baumwolle bestehen. Die Mahlzeit abends darf nicht zu reichlich ausfallen. Kohlensäure führt zu Blähungen, worauf man Rücksicht nehmen sollte. Es ist wichtig, daß eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum vorhanden ist: Notfalls mit feuchten Handtüchern auf der Heizung nachhelfen. Ansonsten muß darauf geachtet werden, daß Kinder genügend Bewegung tagsüber bekommen – mindestens 1 – 2 Stunden jeden Tag an der frischen Luft spielen.

Das Zubettgehen darf niemals mit Strafe belegt werden, denn sonst assoziiert das Kind das Schlafen mit etwas Negativem! Das Bett sollte stattdessen ein Ort sein, an dem man Bilderbücher ansehen, Musik hören, spielen kann, um so eine positive Einstellung entstehen zu lassen. Dieses ist auch für die Eltern von Vorteil: Die Kinder liegen im Bett, und sie haben Zeit für sich selbst. Über diesen spielerischen Umgang läßt sich leicht Entspannung erreichen. Zwingt man das Kind dagegen, das Bett nur als Ort des Schlafens anzusehen, so lastet ein Druck auf dem Kind, dem es nicht gewachsen ist. Es ist nicht in der Lage, sich bewußt zu entspannen! Unter Zeitdruck (“jetzt schlaf endlich, es ist schon so spät!”) kann das Kind überhaupt nicht in den Schlaf finden.

Empfehlenswert ist eine gewisse Regelmäßigkeit der Zubettgehenszeit, schon um Feilschereien wegen der Uhrzeit aus dem Wege zu gehen. Ausnahmen bei besonderen Gelegenheiten sind gestattet (z.B. Geburtstag, Hochzeitsfeier, Ferien, Geburt eines Geschwisterchens, etc). Es ist kein Geheimnis mehr, daß abendliche Zubettgeh-Rituale die besten Einschlafhilfen darstellen. Hiermit ist gemeint, daß jeden Abend die gleichen Dinge in genau der gleichen Reihenfolge erledigt werden: zuerst Badezimmer, dann Geschichte erzählen, beten, Lied vorsingen, zudecken, Kuß u.ä. Übrigens ist es entlastend, wenn auch mal der Vater statt immer nur die Mutter die Kinder ins Bett bringt, v.a. wenn es Probleme bezüglich des Schlafens gibt. Leider ist es immer noch so, daß vorwiegend Mütter dieser Aufgabe nachgehen. Väter meckern dafür in der Mehrzahl, wenn die Mutter nicht so viel Erfolg in Bezug auf das Schlafen der Kinder aufweisen kann. Angebracht wäre es sicherlich, den anderen zu unterstützen, v.a. bei Schwierigkeiten, anstatt ihm zusätzlich Steine in den Weg zu werfen. Betont sei hier, daß die Bedürfnisse aller Familienmitglieder genügend gewürdigt werden müssen. Es ist nicht vorteilhaft, eine Lösungsmöglichkeit durchzusetzen, mit der der Vater z.B. nicht einverstanden ist.

Schlafen im Elternbett

Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, daß viele Eltern ihre Kinder mit ins Elternbett nehmen. Dies kann sehr erleichternd und erfolgversprechend sein. Die Mehrzahl aller kleinen Kinder schläft am liebsten im Elternbett. Die meisten Eltern nehmen das hin, sind aber der Meinung, daß es eigentlich nicht richtig ist, schämen sich ein bißchen dafür, weshalb auch nicht gerne darüber gesprochen wird. Dies kann aber sehr erleichternd und erfolgversprechend sein. Einigen Eltern macht es aber nichts aus, wenn die Kinder die ganze Nacht bei ihnen im Bett schlafen. Im Gegenteil: Sie genießen es und finden es sehr gemütlich. Allen Erfahrungen nach gehen die Kinder irgendwann von selbst in ihr eigenes Bett.

Schlafzeiten von Kindern

Meistens wird das Schlafbedürfnis von Kindern überschätzt. Die folgende Auflistung soll die durchschnittliche Schlafdauer des Kindes deutlich machen. Allerdings hat jedes Kind (auch jeder Erwachsener) ein ganz individuelles Schlafbedürfnis!

Probleme mit einem Baby

Die ersten Wochen mit einem Baby sind sehr anstrengend, teilweise gibt es auch noch schwerwiegende Probleme mit 6 Monaten bis zu 1 Jahr. Kaum etwas ist für die Eltern so schwer zu verkraften wie der folterartige Schlafentzug. Vom 2. Monat an entwickelt sich das Kind allmählich zum Nachtschläfer. Kurz nach der Geburt war es so, daß es gleichmäßig viel am Tage und in der Nacht schlief. Mit 6 Monaten schläft das Baby durchschnittlich schon 11 von 14 Stunden in der Nacht. Die Fähigkeit durchzuschlafen ist im ersten Lebenshalbjahr von der Reifung des Gehirns abhängig. Die Erbinformationen bestimmen zum überwiegenden Teil darüber, ob das Kind viel oder weniger Schlaf braucht, ob es Früh- oder Spätaufsteher wird. Eine Umfrage der Zeitschrift Eltern und des Freiburger Schlafforschers Dr. Ullrich Rabenschlag brachte zu Tage, daß 40% der Kinder unter 3 Jahren unter Einschlafschwierigkeiten leiden. 55% kämpfen mit Durchschlafschwierigkeiten. Die Gründe dafür liegen laut den Eltern bei körperlichen Erkrankungen: Erkältungen, Fieber etc. Träume sind oft schuldig am Aufwachen in der Nacht: 35% der Kinder gaben das an.

Das Kind läßt sich am besten immer noch mit gleichmäßigen und rhythmischen Berührungen oder Bewegungen beruhigen: streicheln, schaukeln; saugen an der Brust oder der Flasche, am Bettuch etc. Aber auch Licht, Ton und Wärme verfehlen ihre Wirkung nicht. Spielt man sehr jungen Kindern die Herztöne der Mutter vor, so kann man eine außerordentliche Wirkung beobachten. Kombiniert man die verschiedenen Beruhigungsmethoden, so erreicht man einen größeren Effekt. Beispiel: Lied vorsingen, Licht anlassen, das Kind schaukeln. Für das Zubettbringen sollte sich Zeit genommen werden. Das Kind darf nicht durch zu viel Lärm gestört werden. Nicht vorteilhaft ist es, wenn es beim Stillen einschläft, da es so nicht lernen kann, von selbst einzuschlafen. Spätere Probleme lassen dann nicht lange auf sich warten.

Aufwachen in der Nacht und Alpträume

Alpträume ab und zu sind im Alter von 2-5 Jahren üblich. Aus diesen Alpträumen erwachen Kinder meist schreiend. Kommt das Aufwachen sehr oft vor, so ist dies ein Alarmzeichen, da es auf eine seelische Beunruhigung hindeutet. In Träumen wird alles Unangenehme und Bedrohliche, was tagsüber erlebt wurde, verarbeitet. Aktuelle Konflikte oder ein Gefühl der Überforderung (Beispiel: Schuleintritt) können als Ursache maßgeblich sein. Aber auch richtig schwerwiegende Dinge können der Grund sein. Beispiel: jemand aus der Familie hat eine ernste Krankheit, die Eltern haben Trennungsgedanken, etc. Das Kind kann in diesen Fällen nicht abschalten, alles ist so unberechenbar und furchterregend. Alpträume treten meistens in der 2. Nachthälfte auf. Das kindliche Spiel kann einem vor Augen führen, weshalb das Kind mit Schlafproblemen kämpft. Außerdem wäre es angebracht, das Kind malen zu lassen, womit es sich gerade beschäftigt bzw. was ihm Kummer macht.

Beruhigungsmittel sollten nur nach Verordnung des Kinderarztes gegeben werden. Medikamente stellen aber das letzte Mittel der Wahl dar!

Alpträume treten v.a. im Vorschulalter auf. Hexen, Teufel, Ungeheuer etc. jagen das Kind nachts im Traum. Erst gegen Ende der Kindergartenzeit versteht das Kind allmählich, daß Alpträume nichts Realistisches darstellen, andere Leute davon nichts mitkriegen und Träume den Gedanken ähnlich sind. Man hilft dem Kind, falls man mit ihm über Träume spricht. Dabei kann man sehr gut feststellen, wie das Kind Träume einordnet (ob es sie als Realität oder Phantasie ansieht z.B.).

Manchmal kann es zu einem richtigen nächtlichen Angstanfall (pavor nocturnus) kommen: Hierbei schrecken die Kinder auf, schreien oder weinen, sind kaum ansprechbar. Am Morgen danach wissen sie von nichts. Dieser Angstanfall taucht fast immer vor Mitternacht auf. Der pavor nocturnus zeugt von einer entwicklungsbedingten Unreife des Gehirns, weshalb er auch vorwiegend bei kleinen Kindern zu finden ist. Von den unter 6-jährigen leiden ¼, von den älteren nur noch 8% unter diesem Phänomen. Das Kind merkt deshalb nichts davon, weil es sich in der Tiefschlafphase befindet. Man sollte das Kind nicht aufwecken oder ihm später davon berichten.

Schlafstörungen wirken sich auch auf das Befinden am nächsten Tag aus: Stimmungsschwankungen, Quengeligkeit, motorische Unruhe und Konzentrationsstörungen treten vielfach bei Kindern auf, die mit Schlafproblemen zu tun haben. Schlafforscher sind der Meinung, daß Schlafprobleme über Monate oder sogar Jahre hinweg die psychische und körperliche Entwicklung beeinträchtigen können.
Mit großer Wahrscheinlichkeit läßt sich sagen, daß fast alle Menschen in jeder Nacht öfter beinahe bzw. richtig aufwachen. Normalerweise schläft man sofort wieder ein, nur wenn man aufgeregt, ängstlich, oder durch fremde Geräusche aufgebracht ist, ist dies nicht der Fall. Körperliches Unwohlsein bzw. Schmerzen hindern natürlich auch am Weiterschlafen. Aufwachen ist im Grunde auch für ein Kind ganz normal. Ein Problem entsteht erst dann, wenn es nicht wieder einschläft, d.h. die Hilfe der Eltern dazu benötigt. Aufwachen geschieht meistens in der Phase des leichten Schlafes, der gekennzeichnet ist durch verstärkte Körperbewegungen und rasche Augenbewegungen. Das ist auch die Phase der Träume und Alpträume.

In einer Studie gab es die Vermutung, daß Kinder, die verstärkt nachts aufwachen, empfindlicher auf Reize reagieren, d.h. eine insgesamt heruntergesetzte Reizschwelle besitzen. Damit sind sowohl Außenreize wie Lärm und Licht, also auch Innenreize wie Hunger, Blähungen etc. gemeint. Andere vertreten die Meinung, daß diese Kinder einfach langsamer im Ausbilden ihrer Schlafmuster sind. Sehr wichtig ist es, beim Kind den Unterschied zwischen Aktivitäten tagsüber und der Ruhe in der Nacht zu betonen. Untersuchungen brachten das Ergebnis, daß Kinder mit Schlafproblemen öfter insgesamt aktiver waren.

Zum Abschluß sei erwähnt, daß konsequentes Verhalten auch hier nötig ist. Warum sollte auch ein Unterschied bestehen zwischen Tag und Nacht? Beispiel: Ein Kind ißt sehr gerne Süßigkeiten. Auf die 1. Frage nach Süßigkeiten antwortet der Vater mit “nein”, schließlich sind Süßigkeiten ungesund, schädigen die Zähne etc. Bohrt das Kind jetzt noch weiter, schleicht sich vielleicht bei dem 4. Mal ein schlechtes Gewissen ein (der Vater denkt: “Ist es das wert? Sollte ich so hart sein? Kann ich dem Kind nicht den Schokoriegel erlauben?”). Es dauert nicht mehr lange, und das Kind bekommt, was es sich gewünscht hat. Hieraus lernt es: Wenn ich nur hartnäckig genug bin, erhalte ich alles. Das Muster möchte es nun auch abends oder nachts anwenden. Motto: Wenn ich 5 mal aus meinem Zimmer herauskomme, gewinne ich Zeit und schlafe dann doch viel später ein, als meine Eltern das gerne hätten. Oder: Erfährt das Kind nachts jedes Mal viel Aufmerksamkeit, sobald es sich nur geringfügig meldet – Warum sollte es dann anfangen, sich nicht mehr zu melden? Schließlich ist es schön, die Mutter nachts zu sehen, zu hören, zu riechen? Das Kind wird dann meinen, daß es dazu gehört, die Mutter nachts zu sehen!

Literatur

  • Douglas/ Richman (1993): Mein Kind will nicht schlafen, 2. Aufl., Gustav Fischer, Stuttgart.
  • Eltern – die richtige Erziehung, VEMAG, Köln
  • Unsere Kinder (2011), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, .
  • Weitere Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hier.

Weitere Beiträge der Autorin hier in unserem Familienhandbuch

  • Übermäßiges Verwöhnen und Beschützen schadet den Kindern
  • Ist es sinnvoll, dass Kinder im Haushalt mithelfen?
  • Kinder brauchen Grenzen
  • Wie gestalte ich meine Geburtstagsparty
  • Wieviel Taschengeld ist angemessen?
  • Wie gehe ich am besten mit trotzigen Kindern um?
  • Wenn meinem Kind Angst zu schaffen macht

Autorin

Beate Weymann
Angestellte beim Land Niedersachsen
Diplom- Sozialpädagogin
37586 Dassel

Erstellt am 25. Juli 2001, zuletzt geändert am 02. Oktober 2015

Psychiatrie, Psychosomatik & Psychotherapie

Hilfe und Behandlungsmöglichkeiten bei Schlafstörungen von Kindern und Jugendlichen

Schlafstörungen mit nicht-organischer Ursache sind im Kindes- und Jugendalter in der Regel gut behandelbar und verschwinden im Behandlungsverlauf bei vielen Betroffenen oft spontan. Die Behandlung einer Schlafstörung richtet sich nach ihrer Ursache und Schwere.

Zentralen Stellewert beim der Therapie von Schlafstörungen hat eine genaue Aufklärung der Bezugspersonen und des Betroffenen über das individuelle Störungsbild, eine angemessene Schlafhygiene, potentielle entwicklungsspezifische Ängste sowie auch über die Charakteristika eines normalen altersgerechten Schlafes. Es gibt eine Reihe von Aspekten (Schlafhygiene), die einem Kind zu einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und förderlichen Schlafgewohnheiten verhelfen.
Ratschläge zur Schlafhygiene und förderlichen Verhaltesweisen finden Sie auch im Patientenratgeber der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DSGM) – AG Pädiatrie „Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen“

Liegen körperliche Ursachen (z.B. Schnarchen oder Schlafapnoe durch Polypen oder vergrößerte Rachenmandeln) oder psychische Störungen (z.B. Depressionen) vor, werden diese vorrangig behandelt. In manchen Fällen können psychotherapeutische Maßnahmen eingesetzt werden. Medikamente werden zur Behandlung von Schlafstörungen (ohne weitere psychische Erkrankung, z.B. Depressionen) nur in seltenen Fällen im Jugendalter eingesetzt.

Dyssomnien

Zentralen Stellenwert bei der Therapie von Dyssomnien hat die Aufklärung von Betroffenen und ihren Eltern über ein gesundes Schlafverhalten, eine gute Schlafhygiene und auch über die Konsequenzen von Schlafstörungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Auch eine Aufklärung der Eltern über entwicklungsspezifische Ängste bei Kindern ist vorteilhaft.

Bei Kindern im Vor- und Grundschulalter, die von Schlafstörungen betroffen sind, kann es sinnvoll sein, die Familien hinsichtlich des Erziehungsverhaltens und der Konfliktbearbeitung in der Familie zu beraten. Ziel dieser Beratung ist, eskalierende Situationen im Zusammenhang mit dem Schlafen-Gehen zu vermeiden und Eltern in die Lage zu versetzen, auf mögliche Ängste ihrer Kinder einzugehen.

Wenn das Kind nachts aufwacht und weint, sollten die Eltern möglichst nur überprüfen, ob etwas nicht in Ordnung ist und dem Kind Sicherheit geben. Auf keinen Fall sollten sie zu lange beim Kind bleiben, Licht machen, Essen/Trinken anbieten und singen oder spielen. Nächtliches Aufwachen kann man seinem Kind auch antrainieren, ebenso das das Einschlafen nur im Beisein der Eltern erfolgt. Bei Angst vor der Dunkelheit kann eine abgeschwächte Lichtquelle (z.B. eine offene Tür) und eventuell ein Kuscheltier oder eine Lieblingsdecke als „Übergangsobjekt“ hilfreich sein. Solche Dinge können das Kind auch beim nächtlichen Aufwachen beruhigen.
Wenn ein Kind nicht im Bett liegenbleiben will, können Eltern die „Methode mit der geschlossenen Tür“ anwenden. Hierfür müssen sie dem Kind erklären, dass Sie die Tür schließen werden, wenn es nicht im Bett bleibt und die Tür offen bleibt, wenn das Kind im Bett liegt. Damit kann das Kind selbst bestimmen, ob die Tür geschlossen wird oder offenbleibt. Eltern können mit dem Kind durch die geschlossene Tür reden und es auf diese Weise ermutigen, sich nach der Regel zu verhalten. Ein Kind sollte jedoch niemals eingesperrt werden, da es sich dann fürchten könnte. Auch sollte die Tür zunächst nur für eine Minute verschlossen bleiben, anschließend sollte man dem Kind nochmal die Regel erklären.

Bei älteren Kindern und auch Jugendlichen können das Erlernen und die Anwendung von Entspannungstechniken hilfreich sein. Betroffene können sich darüber selbsttätig in die Lage versetzten, ihren Geist und Körper zu beruhigen. Auf diese Art und Weise kann bereits den meisten Kindern und Jugendlichen geholfen werden. Begleitend ist manchmal eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll. So können beispielsweise im Rahmen eines kognitiven Trainings negative Gedanken („Wenn ich jetzt nicht einschlafe, bin ich morgen nicht leistungsfähig“) in positive Gedanken („Ich hatte schon oft erfolgreiche Tage, wenn ich vorher nicht so gut geschlafen habe“) umgewandelt werden. Teil der Therapie ist auch, die Kinder in die Lage zu versetzen, ihr Verhalten im Zusammenhang mit dem Schlafen selbst beurteilen zu können damit sie schlafförderliches Verhalten selbsttätig anwenden können.

Parasomnien

Bei der Therapie bzw. dem Umgang mit Parasomnien sind insbesondere zwei Aspekte von Bedeutung: Zum einen sollte die Schlafumgebung möglichst sicher gestaltet sein, damit sich die betroffenen Kinder oder Jugendlichen nicht verletzen. Zum andern sollten Eltern ihren Kindern die Angst vor den nächtlichen Ereignissen und auch der allgemeinen Schlafsituation nehmen und Sicherheit und Fürsorge zu vermitteln. Das ist wichtig, um einer Chronifizierung der Beschwerden vorzubeugen.

Maßnahmen bei Schlafwandeln

Das Schlafwandeln ist in der Regel harmlos und bedarf keiner speziellen Therapie. Es wird als Entwicklungsvariante des zentralen Nervensystems mit langandauerndem Tiefschlaf aufgefasst. Die Eltern sollten jedoch möglichst dafür sorgen, dass ihren Kindern beim Herumgeistern nichts passiert (z.B. Fenster und Türen verschließen). Während einer Schlafwandel-Episode sollten die Eltern ihr Kind nicht wecken, sondern es sanft und ruhig zum Bett bringen und schlafen legen.
In besonders schweren Fällen des Schlafwandelns kann vorübergehend eine medikamentöse Behandlung nötig werden, vor allem wenn sich die Gefährdung des Kindes nicht verringern lässt.

Maßnahmen bei Nächtlichem Hochschrecken (Pavor nocturnus)

Auf die Eltern wirkt der Pavor nocturnus meist bedrohlicher als das Schlafwandeln, dennoch ist das Phänomen in der Regel harmlos. Ähnlich wie beim Schlafwandeln sollten die Eltern dafür sorgen, dass sich das Kind bei seinen nächtlichen Aktionen nicht verletzen kann. Auch in diesem Fall sollten die Eltern ihr Kind nicht wecken. Eine ärztliche Therapie ist erst bei länger anhaltender Symptomatik notwendig. In besonders schweren Fällen des Schlafwandelns kann vorübergehend eine medikamentöse Behandlung nötig werden, vor allem wenn sich die Gefährdung des Kindes nicht verringern lässt.

Maßnahmen bei Alpträumen

Kinder erleben in Alpträumen zuweilen beängstigende Dinge: sie werden beispielsweise von einem Mann mit einem Messer verfolgt oder von Monstern angegriffen. Auf kleinere Kinder wirken Alpträume besonders bedrohlich, weil sie noch nicht in der Lage sind, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Erwacht das Kind aus einem nächtlichen Alptraum, ist es zunächst sinnvoll, das Kind zu trösten und es dazu anzuregen, den Traum wiederzugeben. Es sollte erfragt werden, was an dem Traum Furcht auslösend war und wie sich das Kind dabei gefühlt hat. Dem Kind sollte versichert werden, dass es sich nur um einen Traum gehandelt hat, dieser jetzt vorbei ist und es sich jetzt um die Realität handelt. Die kindliche Erzählung des Traumes kann auch am nächsten Tag erfolgen. Auch bei älteren Kindern kann es sinnvoll sein, über den Inhalt des Traumes zu sprechen.

Zur therapeutischen Bewältigung von immer wiederkehrenden Alpträumen hat sich eine einfach durchzuführende Maltherapie bewährt: Dabei soll das Kind den Inhalt seines Traumes malen und selbst ein gutes Ende bzw. eine Lösung für die Problematik im Traum festhalten. Wichtig dabei ist, dass das Kind auf dem Bild selbst vorkommt und eine eigene Lösung erfindet. Nach einigen dieser „Sitzungen“ verliert der Alptraum in der Regel seine Bedrohlichkeit.

Für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ist es völlig normal, wenn sie ab und zu einen Alptraum haben. Eine auffällige Häufung hingegen weist auf psychische oder soziale Probleme hin, die eventuell mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren therapiert werden sollten.

Das Bettnässen stellt sich im Laufe der Zeit gewöhnlich von alleine ein. Angst und Scham beeinträchtigen jedoch oft das Selbstbewusstsein der Kinder, die wegen des Bettnässens nicht außer Haus übernachten wollen. Vorwürfe können daher zu psychischen Problemen oder Störungen beim Betroffenen führen. Bei Umgang mit Bettnässen ist die seelische Unterstützung durch die Eltern am wichtigsten. Informationen zur Therapie von nächtlichem Einnässen sind im Artikel „Einnässen & Kontrolle des Darms“ ausführlich dargestellt.

Im Allgemeinen helfen Eltern ihren Kindern hier am besten, wenn sie die Eigenart ihrer Sprösslinge akzeptieren und ihnen tagsüber genügend Möglichkeiten geben, sich rhythmisch zu bewegen. Außerdem sollten sie dafür sorgen, dass von der Umgebung des Schlafplatzes keine Verletzungsgefahr ausgeht.
Nur wenn das Kopfschlagen erstmals im 2. Lebensjahr auftritt oder von Entwicklungsverzögerungen begleitet wird, ist eine Abklärung erforderlich, da dies Symptom einer neurologische oder psychische Erkrankung sein kann. Die Therapie besteht dann in der Behandlung dieser Erkrankung.
Ganz wenige Erwachsene (<1%) behalten das Kopfschlagen aus der Kindheit bei.

Die medikamentöse Behandlung des Restless-Legs-Syndroms, die sich bei Erwachsenen bewährt hat, ist für das Kindes- und Jugendalter noch zu wenig erforscht und gilt daher nicht als medizinischer Standard. In manchen Fällen kann Eisenmangel die Ursache der Symptome beim Restless-Legs-Syndrom sein. In diesen Fällen muss die Ursache für den Mangel abgeklärt und behoben werden.

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