Durchfall durch schwangerschaft

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Darmprobleme in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann sich durch die vielen Veränderungen im Körper der Frau auch die Verdauung ändern. Verstopfung oder Durchfall sind die Folge.

Schwangerschaftskalender – Das passiert nach der Befruchtung

Schwangerschaftskalender
Das passiert nach der Befruchtung

Die Gebärmutter braucht Platz

Verstopfung gehört zu den klassischen Schwangerschaftsbeschwerden und stellt zunächst einmal keine Gefahr dar. Sie kann aber durch die damit einhergehenden Schmerzen und Krämpfe äußerst unangenehm sein und durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang auch zu Hämorrhoiden führen.

Die Hauptursache für Verstopfung in der Schwangerschaft ist die Hormonumstellung. Vor allem das Progesteron, das dafür sorgt, dass die Gebärmutter entspannt bleibt, macht auch Muskeln und Gewebe im Darm nachgiebiger. Dadurch geht es dort ebenfalls gemächlicher zu und es kann zu Stauungen kommen.

„Von Beginn der Schwangerschaft an wird der Darm etwas träge und in den letzten Monaten wird er auch noch durch die wachsende Gebärmutter eingeengt. Das kann ebenfalls zu Verstopfung führen“, erklärt der Hannoveraner Frauenarzt Dr. Christian Albring.

Den Darm mit natürlichen Mitteln in Schwung bringen

Aber auch ungewöhnliche, kulinarische Gelüste oder die oft empfohlene Einnahme von Eisenpräparaten können zu Darmträgheit führen. Eine gute Alternative zu den Fertigprodukten sind Haferflocken, rote Säfte und Gemüse wie Rote Beete oder Brennnessel.

Sie regulieren nicht nur den Eisenhaushalt, sondern tragen zusätzlich zu einer gesunden Darmflora und einer regulierten Verdauung bei. Auch ein Esslöffel Leinsamen am Tag hat, wenn er mit viel Flüssigkeit eingenommen wird, eine stuhlregulierende Wirkung, genau wie Trockenobst.

Durchfall ist also – im Gegensatz zur Verstopfung – kein klassisches Schwangerschaftssymptom, sondern entsteht entweder durch einen Erreger oder aber durch neue Ernährungsgewohnheiten. Besonders gesunde Kost mit hohem Vollkornanteil und viel Obst und Gemüse kann dann, wenn die Frau sich sonst nicht so ernährt hat, den Darm erst einmal ein wenig in Aufruhr bringen.

„Weitere Abhilfe können Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit – vor allem Wasser und Kräutertees – schaffen.“ Wirkt nichts davon und leidet die Schwangere stark unter der Verstopfung, so kann der Arzt auch Medikamente verschreiben, die für das Ungeborene als ungefährlich gelten. Das sollte allerdings immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Ängste vor der Zukunft können Durchfall auslösen

Eine der Hauptaufgaben des schwangeren Körpers ist es, das Baby, das in ihm heranwächst, zu schützen. Ist also zu befürchten, dass die Frau irgendetwas zu sich genommen hat, was schädlich sein könnte, reagiert er mit Übelkeit und Erbrechen – aber eben auch mit Durchfall.

Aber auch Nervosität und Ängste, die in der Schwangerschaft häufig auftreten und aufgrund der sich massiv verändernden Lebenssituation völlig normal sind, können hinter dem Durchfall stecken. Das emotionale Durcheinander schlägt auf den Magen-Darm-Trakt und sorgt dort ebenfalls für Chaos.

Lange Spaziergänge, viel Ruhe, fettarme Kost, stopfende Lebensmittel wie Bananen oder Zwieback und salzhaltige Gemüsebrühe können bereits den Darm beruhigen.

Starker Durchfall kann zu einer Frühgeburt führen

Diarrhoe in der Schwangerschaft ist nicht automatisch ein Grund zur Besorgnis. Ist der Stuhlgang aber wirklich dünnflüssig und tritt er mehrmals täglich auf, dann sollte man gegensteuern, so Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte.

„Gehen bei Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte verloren, müssen diese unbedingt schnell ersetzt werden, damit es nicht zu einer Kreislaufschwäche und zu Störungen des Herzrhythmus kommt, da beides in der Schwangerschaft problematisch wäre.“

Besteht der Verdacht, dass man sich mit einem Magen-Darm-Virus angesteckt oder sich gar eine Salmonelleninfektion zugezogen haben könnte, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Hinzu kommt: „Jede fieberhafte Infektion erhöht das Risiko für vorzeitige Wehen. Das gilt auch für Magen-Darm-Infekte.“

Durch die verstärkten Darmbewegungen wird die Gebärmuttermuskulatur angeregt und reagiert mit vermehrten Kontraktionen. „Aus diesen zunächst falschen Wehen können bald echte Frühgeburtsbestrebungen werden“, warnt die Hebamme Ingeborg Stadelmann, Autorin der „Hebammensprechstunde“.

Aber noch aus einem anderen Grund ist starker Durchfall vor allem in Kombination mit Fieber in der Schwangerschaft keine Lappalie: Dickes Blut gerinnt leichter als dünnes – und das Blut dickt vor allem ein durch zu viel Flüssigkeitsverlust, was bei Durchfall und starkem Schwitzen schnell der Fall sein kann. Dadurch steigt die Thrombosegefahr.

Dammschnitt: Angst vor dem Stuhlgang

Völlig normal ist es, wenn die Frau direkt beim Ankündigen der Geburt und unter den Wehen Durchfall hat. Das betrifft nicht alle Schwangeren, ist aber genau wie Erbrechen eine Möglichkeit des Körpers, Raum zu schaffen für das, was kommt.

Auch nach der Geburt ist oft nicht alles so, wie es vorher war. Denn auch der Darm braucht erst seine Zeit, bis er nach der Entbindung wieder „funktioniert“. Je nachdem, ob die Frau einen Einlauf hatte oder nicht, kann es durchaus drei Tage dauern, bis der erste Stuhlgang sich ankündigt. Diese Darmträgheit ist von Natur aus ein Schutz der Mutter.

Vor allem, wenn es zu einem Dammschnitt gekommen ist, haben die Frauen verständlicherweise zunächst ein bisschen Angst vor dem Toilettenbesuch und davor, dass die Naht reißen könnte. Sobald sie aber in ihrem gewohnten Umfeld sind und möglichst leicht verdauliche Nahrung und viel Flüssigkeit zu sich nehmen, reguliert sich auch die Darmtätigkeit.

Eine frischgebackene Mama braucht viel Wasser, um die Milchproduktion anzuregen und das vermehrte Schwitzen auszugleichen. Trinkt die Frau nicht genug, dann wirkt sich das auf den Darminhalt aus, der dann zu sehr eindickt und zu Verstopfung führt. Die Nachsorgehebamme ist der richtige Ansprechpartner.

Sie kann eine Bauchmassage durchführen und wenn diese nicht anschlägt, auch ein Mikroclist – eine Art Minieinlauf – verabreichen. In der Regel genügt das, da der Stuhl sich bereits im Enddarm befindet. Mit Abführmitteln sollte man allerdings vorsichtig sein, denn auch sie sind ein Medikament, das in die Muttermilch übergehen kann.

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Durchfall

Von Durchfall (Diarrhoe) spricht man erst, wenn der Darm mehr als dreimal pro Tag und dünnflüssiger als normalerweise entleert werden muss. Dadurch verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralsalze. Manchmal ist Durchfall mit Übelkeit, Erbrechen und Darmkrämpfen verbunden.

Durchfall gehört eigentlich nicht zu den typischen Schwangerschaftsbeschwerden und ist in der Schwangerschaft eher selten. Die Schwangerschaftshormone bewirken eher das Gegenteil, nämlich Verstopfung.

Mehr Infos

So behandeln Sie Durchfall in der Schwangerschaft.

Warum Durchfall?

Ursachen gibt es viele. Meistens steckt Aufregung oder Stress dahinter. Aber auch harmlose Viren oder Bakterien sind häufig der Auslöser für eine kurze Durchfallepisode (Magen-Darm-Grippe). Es kann aber auch ein schwerwiegenderer Grund, z.B. eine Salmonelleninfektion, eine Nahrungsmittelallergie oder verdorbenes Essen dahinterstecken. Deshalb ist eine Abklärung der Ursache bei länger dauerndem oder fieberhaftem Durchfall sehr wichtig.

Auf genügend Flüssigkeit achten

Solange kein Fieber besteht, sie keine Schmerzen bei der Darmentleerung haben, der Durchfall nicht blutig ist oder Sie zuviel Flüssigkeit verlieren, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Kurzfristig brauchen Sie sich um Ihr Baby keine Sorgen machen: Es wird immer noch gut genug ernährt. Wichtig ist allerdings, dass Sie nicht zu viel Flüssigkeit verlieren. Dabei kommt es nicht nur zu Kreislaufstörungen, es gehen gleichzeitig auch wichtige Mineralstoffe verloren.

Ernährung bei Durchfall

Lesen Sie, was am ersten, zweiten und dritten Tag erlaubt ist – und welche Medikamente auch Schwangere einnehmen dürfen.

Unsere Ernährungstipps bei Durchfall

Beim Reizdarm raten Experten, die Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Bei Durchfällen helfe es häufig, weniger Fette und Milchprodukte zu essen.

Übrigens: In den letzten Schwangerschaftswochen kann Durchfall eines der ersten Anzeichen für den unmittelbar bevorstehenden Wehenbeginn sein!

Häufige Fragen zum Thema

Wie kann man sich auf Auslandsreisen vor Durchfall schützen?

Was kann man gegen Durchfall in der Schwangerschaft einnehmen? Ich hätte gerne ein harmloses Mittel in unserer Reiseapotheke.

Sind Infektionen mit dem Rotavirus gefährlich für Schwangere?

Newsticker

Kein Poulet zum Fondue: Zum Fondue chinoise wird gerne neben Rind-, Kalb- und Schweinefleisch auch Pouletfleisch verwendet. Das Zürcher Kantonslabor rät davon „nachdrücklich und eindringlich“ ab. Wenn das rohe Poulet-Fleisch in Kontakt mit Saucen oder anderen Beilagen auf dem Teller komme, könne es zu Symptomen einer Lebensmittelvergiftung mit Camptylobacter-Bakterien kommen. Die Betroffenen leiden tagelang unter starkem Durchfall, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen. Auf jeden Fall sollte das rohe Fleisch auf einem separaten Teller liegen und immer ganz durchgegart verzehrt werden. Das Pouletfleisch vorher zu waschen nützt nichts, sondern kann nur noch weiter zur Bakterienverbreitung beitragen. Hier finden Sie wichtige Infos zur Hygiene und zum Umgang mit Nahrungsmitteln. (swissmom Newsticker, 16.12.14)

Letzte Aktualisierung : 05-09-19, BH

Durchfall in der Schwangerschaft

Ist eine Frau schwanger, so bedeutet das für ihren Körper einige naturell bedingten Veränderungen und eine besondere, außerordentliche Belastung. Neben Unannehmlichkeiten wie Müdigkeit, Geruchsempfindlichkeit, Übelkeit, Sodbrennen, Stimmungsschwankungen oder Wassereinlagerungen leiden manche Frauen auch unter Durchfall in der Schwangerschaft, was zwar nicht so ganz zu den typischen, jedoch zu den gewöhnlichen Schwangerschaftsbeschwerden gezählt werden kann und auch nicht so häufig vorkommt. Meistens ist eher das Gegenteil der Fall und die Schwangeren leiden unter Verstopfung.

© iStock, globalmoments

Wann ist von Durchfall die Rede?

Im Allgemeinen wird von Durchfall gesprochen, wenn ein Mensch häufiger als normal, d. h. mehr als dreimal täglich sehr weichen oder dünnen Stuhlgang hat. Kommt es bei Schwangeren hin und wieder zu Stuhlunregelmäßigkeiten, Verstopfung, Blähungen und auch Durchfall, so braucht dies meist keine besonderen Ursachen. Allerdings wird Durchfall in der Schwangerschaft auch vereinzelt durch bestimmte Faktoren beeinflusst oder sogar begünstigt.

Welche Ursachen kann Durchfall in der Schwangerschaft haben?

Natürlich wünscht sich jede werdende Mama, ein gesundes Baby zur Welt zu bringen, deshalb ändern viele Frauen während der Schwangerschaft ihren bisherigen Lebensstil. Sie legen beispielsweise Wert auf gesunde Ernährung und essen vielleicht mehr Gemüse, frisches Obst und Vollkornprodukte als bisher, dadurch bekommt der Körper mehr Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, sie trinken mehr und sie achten auf genügend Bewegung an der frischen Luft, was sicher auch Auswirkungen auf die Verdauung haben kann. Sind dies die Ursachen für den Durchfall, so wird sich der Stuhlgang nach einer kurzen Umgewöhnungszeit wieder von selbst normalisieren.
Nicht zu vergessen ist die Hormonumstellung, denn auch die erhöhte Produktion von Hormonen belastet den Organismus einer schwangeren Frau erheblich. Kommt es durch solche Veränderungen zu Durchfall, so ist dies in den meisten Fällen unproblematisch und kann mit einfachen Methoden behandelt und beseitigt werden. Neben der Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und der hormonellen Veränderung können auch besondere bzw. schwierige Lebensumstände, seelische Belastung, Stress oder Hektik zu Durchfall führen.

Ebenso können bakterielle Infektionen wie z. B. eine Lebensmittelvergiftung oder Salmonellen, sowie eine Virusinfektion (Magen-Grippe oder Darm-Grippe) Durchfall zur Folge haben, was natürlich nicht auf die Schwangerschaft zurückzuführen ist, sondern jeden treffen kann.

Weitere Ursachen von Durchfall können Allergien gegen bestimmte Lebensmittel, Medikamente, eine Darmerkrankung, eine Erkrankung der Schilddrüse, Diabetes, Alkoholmissbrauch oder auch Missbrauch von Abführmitteln sein.

Kommt es erst bei vorangeschrittener Schwangerschaft zu Durchfall, so kann es auch durchaus sein, dass das heranwachsende Baby im Mutterleib mit der Zeit auf das Gedärm drückt und die Darmtätigkeit beeinflusst.

Leidet eine Schwangere in den Tagen kurz vor dem Geburtstermin an Durchfall, so kann diese Reaktion des Körpers das erste Anzeichen sein, dass die Wehen demnächst einsetzen und das Baby bald zur Welt kommen wird.

Ist Durchfall in der Schwangerschaft gefährlich für das ungeborene Baby und wann sollte eine Schwangere mit Durchfall zum Arzt gehen?

Im Normalfall ist kurzzeitiger Durchfall in der Schwangerschaft harmlos und unbedenklich, sowohl für die Mutter, als auch für das Kind in ihrem Bauch. Allerdings sollte eine schwangere Frau bei Durchfall sehr viel trinken, um den Verlust von Flüssigkeit wieder auszugleichen und den Mineralien- und Salzhaushalt wieder in Ordnung zu bringen , denn sonst könnte es durch den starken Flüssigkeitsverlust tatsächlich zu Komplikationen bei ihrem Baby kommen.

Handelt es sich dagegen um starken oder länger anhaltenden Durchfall (länger als 1 – 2 Tage) und treten noch andere Symptome auf, dann sollte die Schwangere auf jeden Fall zum Frauenarzt gehen.

Tritt Durchfall in Kombination mit Fieber, Schmerzen, einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kreislaufschwäche, Blähungen und Krämpfen auf oder ist Blut, Schleim oder unverdaute Nahrung im Stuhl, so sind dies ernstzunehmende Symptome und ein Besuch beim behandelnden Frauenarzt ist unumgänglich.

Was hilft? Tipps und Hausmittel gegen Durchfall in der Schwangerschaft!

Viel Wasser und Kräutertee trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Auf Kaffee, Schwarztee und Cola sollte die Schwangere ganz verzichten, denn diese treiben Flüssigkeit und haben somit negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im Körper.

Salzstangen und Knäckebrot essen oder eine klare Brühe zu sich nehmen, um den Salz- und Mineralienverlust wieder aufzufüllen.

Zwieback, Bananen (auch Bananenbrei) oder geriebene Äpfel essen, sie lindern den Durchfall

Nach Absprache mit dem Arzt können Schwangere eventuell auch homöopathische Mittel oder Kohletabletten einnehmen, um den Durchfall in der Schwangerschaft zu bekämpfen. Kohletabletten haben eine stopfende Wirkung und tragen positiv zum Eisengehalt im Körper bei. Sie sind für das Baby keinesfalls schädlich.

Grundsätzlich sollte sich eine Frau während der Schwangerschaft schonen. Sie sollte auf ausgewogene und gesunde Ernährung achten, ihre bisherigen Essgewohnheiten aber nicht zu schnell und zu radikal ändern. Außerdem sollte sie sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen, ihren Lebensstil den „anderen Umständen“ anpassen, genügend ausruhen und möglichst Stress und Hektik vermeiden, denn all diese Faktoren beeinflussen die Verdauung und begünstigen den Durchfall in der Schwangerschaft. Leidet eine werdende Mutter trotzdem an Durchfall, so sollte sie die entsprechenden Hausmittel anwenden oder ggf. den Frauenarzt aufsuchen.

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Durchfall (Diarrhö): Ursachen chronisch (2)

Besiedlung des Dünndarms mit Bakterien

Die bakterielle „Fehlbesiedlung“ des Dünndarms kommt vor allem auf verschiedenen Wegen zustande. Teilweise spielen auch veränderte Verhältnisse nach einer Bauchoperation eine Rolle.

Entweder bleibt der Darminhalt liegen, weil der Dünndarm ihn nicht richtig weiterbefördert (funktionell). Das kann beispielsweise von Krankheiten wie Sklerodermie oder Diabetes herrühren, bei denen auch Verdauungsnerven geschädigt werden.

Oder es gibt anatomisch-mechanische Gründe. Im Dünndarm kann sich zum Beispiel eine Art Blindsack bilden, in dem Nahrung hängen bleibt. Schließlich kann eine direkte Verbindung zwischen Dünn- und Dickdarm bestehen. Ursachen sind Darmerkrankungen, etwa krankhafte Dünndarmaussackungen (Divertikel), oder Verengungen durch Narben oder Ausstülpungen an Nahtstellen nach einer Operation. So kann nach einer Magenoperationen eine an den Restmagen angeschlossene Dünndarmschlinge zum „Blindsack“ werden. Jeweils kann der Darm von Bakterien überwuchert werden. Auch dass nach Teilentfernung des Magens die Magensäure fehlt, trägt zum Bakterienboom im Dünndarm bei.

Nach verkürzenden Dünndarmoperationen, vor allem bei Entfernung des letzten Abschnitts (terminales Ileum), wo die Gallensäuren recycelt werden und Vitamin B12 aufgenommen wird, können Bakterien ebenfalls in den Dünndarm einwandern (Kurzdarmsyndrom, siehe unten).

Symptome: Es kommt zu Diarrhö mit und ohne Steatorrhö (mehr dazu im Kapitel „Durchfall: Überblick“ und „Durchfall: Ursachen chronisch (1)“), Bauchschmerzen, Überblähung, Gewichtsverlust, möglicherweise auch Mangelerscheinungen (Malassimilationssyndrom) wie Mangel an Vitamin B12 mit Blutarmut, Müdigkeit. Wichtig: Die Beschwerden können manchmal erst Jahre nach der Operation auftreten.

Diagnose: Der Weg zur Diagnose beginnt bei der Krankengeschichte.
Dünndarmflüssigkeit, die bei einer Magenspiegelung gewonnen wird, kann auf Keime untersucht werden. Messungen der Blutspiegel von Vitamin B12 (niedrig wegen Verbrauchs durch die Bakterien) und Folsäure (eher erhöht wegen Produktion durch die Bakterien) geben weitere Auskunft. Mittels H2-Atemtest nach Gabe von Milchzucker (Laktose) oder Traubenzucker (Glukose) oder mit einem anderen geeigneten Test lässt sich eine bakterielle Fehlbesiedlung erkennen. Spezielle Testverfahren weisen Gallensäureverluste nach.

Therapie: Wenn eine operative Korrektur möglich ist, wird der Chirurg entsprechend tätig. Die konservative Behandlung umfasst die (wiederholte) Gabe eines Antibiotikums und eine diätetische Therapie. Je nach Ausmaß der Steatorrhö können bestimmte, leichter aufnehmbare Fettsäuren (sogenannte mittelkettige MCT-Fette) vorteilhaft sein. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden ersetzt. Vitamin B12 gibt der Arzt bei einem Defizit als Spritze. Wichtig ist natürlich die gezielte Therapie einer behandelbaren Grunderkrankung, etwa eines Morbus Crohn, der häufig das terminale Ileum (siehe oben) schädigt.

Kurzdarmsyndrom

Durchfall ist auch die Folge, wenn ein Teil des Dünndarms (Dünndarmresektion) entfernt wurde. Neben der Diarrhö kann Steatorrhö auftreten.

Welcher Art und wie stark die Darmstörung ist, hängt hier von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel, ob das letzte Stück vor dem Dickdarm mitbetroffen ist, von wo aus die Gallensäuren wieder zur Leber zurückkehren und wo das Vitamin B12 aufgenommen wird. Oder ob die Klappe zwischen Dünn- und Dickdarm fehlt. Das führt nämlich dazu, dass Darminhalt schneller nach unten in den Dickdarm abflutet und Bakterien nach oben in den Dünndarm einwandern. Dazu kann es auch dann kommen, wenn der Dickdarm direkt an den Dünndarm angeschlossen wurde. Eine Darmverkürzung kann zudem zum Mangel des Enzyms Laktase und Milchzuckerunverträglichkeit führen. Dies alles verstärkt die Tendenz zu Durchfällen.

Nicht zuletzt bewirkt das auch die auf der „Kurzstrecke“ verstärkte Wirkung der Magensäure und des Speisebreis, die den Darm vermehrt anregen, Flüssigkeit beizumischen. Je nach Ausmaß der Darmverkürzung sind aber dennoch positive Anpassungen der Verdauungsleistung möglich, falls Nahrung zumindest teilweise auf natürlichem Wege aufgenommen werden und der Darm üben kann.

Symptome: Leitsymptome sind Durchfall und Steatorrhö (Fettstühle) sowie Gewichtsverlust; der Bauch kann überbläht sein. Außerdem bilden sich vermehrt Nieren- und Gallensteine.

Therapie: Je nach Ausmaß der Beschwerden können Protonenpumpenblocker, die die Bildung von Magensäure hemmen, hilfreich sein. Auch Mittel gegen Durchfall wie Loperamid und eine fettmodifizierte (MCT, mittelkettige Fette), laktose- und ballaststoffarme Diät tragen zur Besserung bei. Wichtig ist immer der Ersatz fehlender Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Eine bakterielle Fehlbesiedlung wird der Arzt entsprechend auffangen (siehe oben). Mit Unterstützung durch geschulte Angehörige oder Betreuer kann auch zu Hause eine künstliche Ernährung über ein spezielles Kathetersystem, zum Beispiel einen „Port“, durchgeführt werden (heimparenterale Ernährung). Weitere Therapien werden erforscht, um Patienten mit Kurzdarm, die heute alle Altersgruppen betreffen, künftig noch besser helfen zu können.

Pouch und Pouchitis

Unter einem Pouch versteht man ein aus einer Dünndarmschlinge operativ angelegtes Stuhlbehältnis. Pouchitis bedeutet Entzündung der Anlage.

Mit dem Aufbau eines Pouches vermeidet der Chirurg einen künstlichen Darmausgang, wenn beispielsweise bei Patienten mit einer schweren Colitis ulcerosa oder einer familiären Polyposis der gesamte Dickdarm entfernt werden musste. Auch wenn durchfallähnliche, mehrfache Stuhlentleerungen hier eine normale Folge sind, ist der Beitrag zur Lebensqualität der Betroffenen enorm. Problem kann sein, dass der Pouch sich entzündet. Dies macht sich mit einer deutlich gesteigerten Entleerungsfrequenz, Bauchkrämpfen und Blutabgängen bemerkbar.

Mehr dazu unter „Blut am After /aus dem Darm“, Kapitel „Ursachen im Enddarm, Dickdarm, Dünndarm“, Abschnitt Pouchitis.

Strahlenbehandlung

Eine Bestrahlungsbehandlung eines Organs im Bauch- oder Beckenraum wegen eines Tumors kann den Darm – Dünndarm und Dickdarm – nicht nur akut beeinträchtigen, sondern führt oft auch dauerhaft zu Problemen.

Monate nach der Strahlentherapie kann die Schleimhaut verkümmern (Atrophie). Die Gefäße sind verödet, die Wandschichten verhärten sich. Noch Jahre später können auch narbige Verengungen (Stenosen) des Darms auftreten.

Symptome: Die Scheimhautatrophie führt zu chronischem Durchfall und Gewichtsverlust. Eine Darmverengung zieht eine mehr oder weniger starke Verstopfung, eventuell auch Beschwerden wie bei Darmverschluss mit Stuhlverhalt und starken Bauchschmerzen nach sich. Auch Vereiterungen (Abszesse) mit Fieber oder Blutungen sind möglich. Oder es bilden sich Fisteln, Kurzschlüsse zwischen Darmschlingen oder Verbindungsgänge zwischen dem Darm und einem Nachbarorgan oder der Haut. Die Symptome hängen von den Veränderungen im Einzelfall ab.

Diagnose und Therapie erfolgen in der Klinik. Erste Hinweise ergeben die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Mittels Ultraschall und radiologischer Diagnostik, insbesondere einer Computertomografie (CT), je nach Befinden des Patienten eventuell auch einer Röntgenuntersuchung des Darms mit Kontrastmittel werden andere Ursachen ausgeschlossen. Die Therapie richtet sich nach den Symptomen und der Diagnose. Wenn keine strikt operationsbedürftige Situation vorliegt, wird der Patient nach Möglichkeit konservativ behandelt. Das bedeutet, dass in der Regel eine künstliche Ernährung über die Blutbahn notwendig ist. Dies gilt bedingt auch für eine Darmverengung.

Hormonell aktive Tumoren

Der Fachbegriff für diese Erkrankungen lautet neuroendokrine Tumoren. Sie sind gut- oder bösartig und stammen von speziellen Zellen aus der Bauchspeicheldrüse, dem Darm oder Magen ab. Manchmal finden sie sich auch in der Lunge, in den Nebennieren oder in der Schilddrüse.

Die Hormonbildung ist krankhaft und hat mit dem normalen Hormonsystem, das natürlich auch einmal an der einen oder anderen Stelle erkranken kann, nichts zu tun. Neuroendokrin bedeutet sowohl „drüsen-“ (endokrin) als auch „nerven-“ (neuro) -aktiv. Neuroendokrine Tumoren bilden außer Verdauungshormonen auch Nervenbotenstoffe. Wenn sie die Stoffe ins Blut ausschütten, kann es zu vielfältigen Symptomen kommen. Manchmal werden sie sehr groß oder entsenden Tochtergeschwülste (Metastasen) und bereiten auch dadurch Beschwerden. Diese Veränderungen gelten als Zeichen von Bösartigkeit.

Es gibt außerdem Erbkrankheiten, die häufiger zu neuroendokrinen Geschwülsten führen, zum Beispiel die multiple endokrine Neoplasie (MEN). Darunter versteht man das familiär gehäufte Auftreten von neuroendokrinen Tumoren der Bauchspeicheldrüse oder der Schilddrüse zusammen mit einem Tumor in einer anderen Drüse, etwa in den Nebenschilddrüsen, Nebennieren oder auch in der Hirnanhangsdrüse.

Zu den neuroendokrinen Tumoren, die Durchfall auslösen, gehören einmal das Gastrinom (Zollinger-Ellison-Syndrom, bildet vor allem das Hormon Gastrin), das häufig in der Bauchspeicheldrüse entsteht, zum anderen weitere, in dieser Drüse angesiedelte Tumoren wie das Vipom (Verner-Morrison-Syndrom). Überwiegend im Darm kommen die sogenannten Karzinoide vor. Zu nennen sind außerdem das Somatostatinom (sein Hormon ist das Somatostatin) und die sehr seltenen, das Hormon Kalzitonin bildenden Tumoren. Auch das villöse Adenom (kommt im Dickdarm vor) und das medulläre Schilddrüsenkarzinom gehören zu den neuroendokrinen Tumoren.

Es sind alles in allem seltene Erkrankungen: Es erkrankt nur etwa einer von fünfzig bis hunderttausend Einwohnern.

  • Gastrinom (Zollinger-Ellison-Syndrom): Dieser Tumor entsteht in der Bauchspeicheldrüse oder auch im Zwölffingerdarm, dem obersten Dünndarmabschnitt. Er produziert vor allem das Hormon Gastrin, das eigentlich der Magenschleimhaut vorbehalten ist und die Bildung der Magensäure anregt.
    Weitere mögliche Entstehungsorte sind die Leber, Lymphknoten im Bauchraum, die Gallenwege, Eierstöcke und sogar das Herz. Bei etwa einem Viertel bis Fünftel der Patienten sind Gastrinome mit einer MEN des Typs 1 verbunden. Dabei kommt es auch zur Überfunktion der Nebenschilddrüsen und Nierensteinen (zur MEN siehe oben).
    Symptome: Typisch sind Magengeschwüre, die trotz gezielter Therapie hartnäckig wiederkehren. Begleitsymptome sind Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen. Ein Drittel der Betroffenen leidet zusätzlich an voluminösen wässrigen Durchfällen und Gewichtsverlust. Diese kommt durch die gestörte Fettverdauung zustande, die wiederum eine Folge der starken Magensäurebildung durch Gastrin ist: Der saure Mageninhalt hemmt die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse.
    Diagnose: Die Beschwerden sind richtungweisend. Gastrin kann im Blut gemessen werden. Ein Funktionstest kann das Gastrinom aufgrund starker Gastrinreaktion beweisen. Mit einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung und einer speziellen Szintigrafie kann die Geschwulst geortet werden.
    Therapie: Medikamente namens Protonenpumpenhemmer blockieren die Produktion der Magensäure. Ein isoliert vorkommendes Gastrinom wird chirurgisch entfernt.
  • Vipom (Verner-Morrison-Syndrom): Das Hormon dieser in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wachsenden, meist bösartigen Geschwulst heißt vasoaktives intestinales Polypeptid). VIP gelangt in den Kreislauf und verursacht die sogenannte „pankreatische Cholera“ – übersetzt bedeutet das so viel wie „massive wässrige Durchfälle, ausgelöst von der Bauchspeicheldrüse“.
  • Symptome: Vipome können bis zu unglaubliche 30 (!) Liter Stuhl am Tag und starke Bauchkrämpfe auslösen. Die Folgen: lebensbedrohliche Austrocknung, Salzmangel, Störungen der Muskulatur, Schwäche, Verwirrtheitszustände, Kollaps. Weitere Hormone des Tumors können das Krankheitsbild noch komplizierter machen, zum Beispiel durch einen erhöhen Blutzucker oder einen erhöhten Blutkalziumspiegel.
    Diagnose: Die Symptome und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), mittels derer die Geschwulst in der Regel entdeckt wird, sichern zusammen mit Blutuntersuchungen die Diagnose.
    Therapie: Schnellstmöglicher Flüssigkeits- und Salzersatz stehen an erster Stelle, begleitet von baldiger Gabe eines sogenannten Somatostatinanalogons wie zum Beispiel Octreotid. Dieses Mittel wirkt häufig längere Zeit recht gut gegen die Diarrhö. Mitunter wird auch Kortison eingesetzt, außerdem Loperamid gegen die Durchfälle. Da der Tumor oft schon Metastasen gebildet hat, wenn er sich bemerkbar macht, ist eine chirurgische Entfernung kaum möglich, jedoch eine Verkleinerung. Eventuell kommt eine Chemotherapie, gegen Lebermetastasen auch eine sogenannte Chemoembolisation in Betracht. Dabei wird über einen Gefäßkatheter ein Zytostatikum an den Tumor oder die Metastase in der Leber herangebracht und das versorgende Gefäß mit chemischen Partikeln verschlossen (embolisiert). Mit diesen gezielten Maßnahmen sind trotz Metastasen längere Überlebenszeiten möglich.

  • Karzinoid: Diese Tumoren kommen vor allem im Blinddarm (genauer: im Wurmfortsatz des Blinddarms, Appendix), im Dünndarm (im letzten Abschnitt vor dem Dickdarm), im Enddarm, im Magen und in den Bronchien vor. Sie können mehr als 20 verschiedene Hormone produzieren. Wichtigste Hormone sind Serotonin und Histamin.
    Karzinoide verhalten sich sehr unterschiedlich. Im Blinddarm (gutartig) werden sie manchmal nur zufällig anlässlich einer Blinddarmoperation entdeckt. Im Dünndarm wachsende Karzinoide können den Darm einengen und so Anzeichen eines Darmverschlusses auftreten, ansonsten aber „stumm“ sein. Andere Dünndarm-Karzinoide wiederum machen typische Beschwerden, wie nachfolgend beschrieben. Wenn von einem „Karzinoidsyndrom“ die Rede ist, bedeutet das, dass ein Karzinoid-Tumor im Zuge der Absiedlung in der Leber bestimmte Symptome auslöst, zu denen es vorher nicht gekommen ist, weil die verantwortlichen Hormone noch abgebaut worden sind.

Was ist Durch­fall?

Weitere Kennzeichen des Durchfalls sind eine weiche Stuhlbeschaffenheit, flüssige Stühle oder eine deutlich vermehrte Stuhlmenge. Bei plötzlich einsetzendem Durchfall, der nicht länger als zwei Wochen andauert, sprechen Ärzte von akutem Durchfall (akuter Diarrhö). Von chronischem Durchfall (chronischer Diarrhö) spricht man, wenn der Durchfall länger als zwei Wochen andauert.

Welche Ursachen gibt es für Durchfall?

Durchfall kann als Symptom bei ganz unterschiedlichen Erkrankungen vorkommen. Mögliche Auslöser sind beispielsweise Lebensmittelvergiftungen, Erreger oder Medikamente; aber auch hormonelle Ursachen kommen vor.

Prinzipiell kann man zwischen dem plötzlich einsetzenden (akuten) und dem länger als zwei Wochen andauernden (chronischen) Durchfall unterscheiden.

Infektionen und Lebensmittelvergiftung

Die Ursache für akute Durchfälle sind häufig Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren, die unter anderem durch die Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln oder Trinkwasser in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Eine häufige lebensmittelbedingte Durchfallerkrankung wird durch Salmonellen verursacht. Diese Bakterien treten besonders in den Sommermonaten in verunreinigten oder verdorbenen Lebensmitteln wie rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch, in rohen Eiern oder Eierprodukten und in Softeis auf. Salmonellen sind in unseren Breitengraden die häufigsten Erreger einer meldepflichtigen, infektiösen Durchfallerkrankung.

Meist nur wenige Stunden nach dem Verzehr verunreinigter Lebensmittel kommt es bei Lebensmittelvergiftungen zu teilweise auch blutigen Durchfällen, die mit Übelkeit, Erbrechen und nicht selten mit schmerzhaften Bauchkrämpfen einhergehen können. Oft sind Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen oder Escherichia coli die Auslöser.

Eine weitere Gruppe von Erregern, die sehr häufig akute Durchfälle auslösen, sind Viren, etwa Norwalk-Virus, Cytomegalievirus oder Hepatitis-Viren. Vor allem bei Kindern sind häufig Rotaviren und Adenoviren für Durchfälle verantwortlich.

Auch Parasiten können für akute Durchfälle verantwortlich sein. Sie kommen vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vor, gelegentlich aber auch in unseren Breiten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien

Neben den infektiösen Ursachen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelallergien beispielsweise gegenüber Milch, Hühnereiweiß, Nüssen oder Fisch mögliche Auslöser für akute Durchfälle, besonders bei Kindern. Ebenso kann die Aufnahme von Koffein, Alkohol oder schlecht verdaubaren Nahrungsmittelbestandteilen zu Durchfällen führen. Beispiele hierfür sind Ballaststoffe sowie die Zucker Sorbit, Fruktose und Laktose, vor allem in größeren Mengen.

Bekannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind die Laktoseintoleranz (Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker) oder die Fruktoseintoleranz.

Medikamentenbedingter Durchfall

Weiterhin können Medikamente, zum Beispiel bei einer Chemotherapie verabreichte Zytostatika oder Antibiotika, die Ursache für Durchfälle sein. So ist es nach Antibiotikagabe möglich, dass bestimmte Erreger die abwehrgeschwächte gesunde Darmflora überwuchern und so einen Durchfall auslösen. Der Missbrauch von Abführmitteln stellt besonders bei jungen Frauen die häufigste Ursache von medikamentenbedingten Durchfällen dar.

Welche Ursachen gibt es für chronischen Durchfall?

Eine chronische Diarrhö kann ein Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen sein und sollte deshalb immer sorgfältig abgeklärt werden. Auch Infektionen durch Bakterien, Viren oder Parasiten kommen als Ursache von chronischem Durchfall infrage. Besonders abwehrgeschwächte Patienten, zum Beispiel durch HIV-Infektion oder Chemotherapie, entwickeln häufig einen chronischen Durchfall.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zählen vor allem der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa. Die typischen Symptome des Morbus Crohn sind Bauchschmerzen, Gewichtsstillstand oder -verlust und chronische Durchfälle. Bei der Colitis ulcerosa stehen meist blutige Durchfälle im Vordergrund.

Hormonelle Ursachen

Eine Schilddrüsenüberfunktion, ein Schilddrüsenkrebs oder andere, meist im Magen-Darm-Trakt lokalisierte Krebsformen, können zu chronischen Durchfällen führen, indem sie bestimmte Botenstoffe (Hormone) ausschütten.

Paradoxer Durchfall

Mitunter wechseln sich Durchfälle mit Verstopfungen ab, das bezeichnen Mediziner als paradoxe Diarrhö. Dies kann ein Zeichen für eine Engstelle im Darm sein, bedingt zum Beispiel durch einen Tumor des Dickdarms. Die Verengung ist ein Hindernis für den Stuhlgang und verursacht so die Verstopfung. Durch bakterielle Zersetzungsprozesse wird der Darminhalt oberhalb der Verengung verflüssigt, sodass es in der Folge zu einem Durchfall kommt.

Daneben gibt es eine Reihe anderer Ursachen für Durchfall, beispielsweise das Reizdarm-Syndrom, das zu den häufigsten Verdauungsproblemen gehört und den funktionellen Magen-Darm-Beschwerden zugerechnet wird. Diese haben keine identifizierbaren organischen Ursachen. Dennoch ruft ein Reizdarm-Syndrom quälende Beschwerden hervor. Neben Bauchschmerzen, Völlegefühl und Blähungen kommt es abwechselnd zu Verstopfung und Durchfall. Typischerweise bringt ein Wechsel der Stuhlbeschaffenheit krampfartige Schmerzen mit sich, die sich nach dem Stuhlgang bessern. Zu den Durchfällen kommt es vorwiegend morgens, kurz nach dem Wachwerden. Heute gehen Experten davon aus, dass hauptsächlich eine Überempfindlichkeit der Darmwände gegen Druck und chemische Reize die Reizdarmbeschwerden auslöst.

Eine weitere Ursache für Durchfall ist die Zöliakie (Sprue), bei der Kinder und Erwachsene überempfindlich auf Bestandteile von Gluten reagieren. Gluten ist das in vielen Getreidesorten vorkommende Klebereiweiß, das – möglicherweise durch eine allergische Reaktion – bei Betroffenen die Dünndarmschleimhaut schwer schädigt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein unkomplizierter akuter Durchfall über ein bis zwei Tage klingt normalerweise von selbst ab. Die Betroffenen sollten dabei auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten, um die Verluste an wichtigen Substanzen auszugleichen.

In bestimmten Fällen ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Dazu gehören zum Beispiel länger anhaltende Durchfälle, hohes Fieber über 39 Grad Celsius, blutiger oder schwarzer, eitriger Stuhl oder starke Schmerzen. Extremer Durst, trockener Mund, dunkel gefärbter Urin, Benommenheit und Schwindel etc. sind Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels (Dehydratation). Auch hier sollte ein Arzt konsultiert werden. Kleine Kinder und Säuglinge sowie zum Teil auch ältere oder abwehrgeschwächte Menschen haben bei Durchfall ein höheres Risiko für negative Folgen. Ärztliche Hilfe ist hier oft notwendig.

Was sollte der Arzt über den Durchfall wissen?

Um die Ursache des Durchfalls feststellen zu können, benötigt der Arzt möglichst genaue Angaben zu verschiedenen Fragen, beispielsweise:

  • Seit wann bestehen die Durchfälle?
  • Wie oft wird Stuhlgang abgesetzt?
  • Wie groß ist die Stuhlmenge pro Stuhlgang?
  • Wie sieht der Stuhl aus, zum Beispiel blutig-dunkel, mit Schleimbeimengungen, wässrig-schaumig mit unverdauten Speiseresten?
  • Steht der Durchfall in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme?
  • Ist den Durchfällen ein Auslandsaufenthalt vorangegangen?
  • Ist eine weitere Person aus dem Umfeld des Patienten erkrankt?
  • Bestehen zusätzliche Krankheitszeichen wie Bauchschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Fieber, Verstopfung oder Erbrechen?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?

Welche Untersuchungen kann der Arzt durchführen?

Um die Ursache von Durchfällen zu ermitteln, sind neben der genauen Befragung des Patienten oft auch Untersuchungen nötig. Zunächst führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch, wobei er zum Beispiel den Bauch abtastet oder die Darmgeräusche abhört. Zusätzlich tastet er eventuell den Enddarm aus (rektale Untersuchung).

In Abhängigkeit von diesen Befunden und bei länger andauerndem Durchfall werden weitere Maßnahmen notwendig. Hierzu zählen zum Beispiel Stuhl- und Blutanalysen sowie Ultraschalluntersuchungen des Bauches, Röntgenaufnahmen, Computertomographie oder Magen-Darm-Spiegelungen mit Entnahme von Gewebeproben.

Wie wird Durchfall behandelt?

An erster Stelle steht die symptomatische Behandlung des Durchfalls: Das heißt, die Wasser- und Mineralstoffverluste müssen schnellstmöglich ausgeglichen werden. Hierfür gibt es spezielle Fertigpräparate zum Trinken. In sehr schweren Fällen oder bei zusätzlichem Erbrechen kann eine Flüssigkeitsgabe über die Vene erforderlich sein.

Sind Bakterien die Auslöser, können unter Umständen entsprechende Antibiotika weiterhelfen, um die Erreger zu beseitigen. Bei Durchfällen, die durch Medikamente verursacht wurden, sollte der Arzt gemeinsam mit dem Patienten überlegen, ob die Medikamente abgesetzt werden oder ob der Wechsel auf ein anderes Präparat sinnvoll ist.

Substanzen, die die Darmtätigkeit hemmen, weil sie Flüssigkeit im Stuhl binden und so verstopfend wirken, sollten nur kurzfristig zum Einsatz kommen, zum Beispiel auf Reisen. Dabei kann die Ausscheidung eventuell vorhandener Erreger verzögert werden. Bei Kindern bieten sich derartige Medikamente nicht an, am besten bespricht man das mit einem Arzt.

Weiterhin ist es wichtig, eventuell bestehende Grunderkrankungen zu behandeln, die als Ursachen infrage kommen.

Durchfall in der Frühschwangerschaft

Viele Schwangere leiden vor allem im ersten Trimester unter Verdauungsbeschwerden. Warum kommt es zu Durchfall in der Frühschwangerschaft und ab wann solltest du etwas dagegen tun?

Vor allem am Anfang einer Schwangerschaft reagiert der Körper auf die extreme Umstellung der Hormone mit diversen und ungewohnten Zipperlein. Auch Verdauungsbeschwerden gehören zu den Reaktionen, die hormonell ausgelöst sein können. Die äußern sich vor allem durch Übelkeit und Erbrechen, aber auch durch Blähungen und Verstopfung. Zu Verstopfung kommt es durch den ansteigenden Progesteronspiegel im Blut. Denn das Hormon beeinflusst auch die Darmmuskulatur. Ebenso kann der erhöhte Druck der wachsenden Gebärmutter auf den Darm zu Verstopfung in der Schwangerschaft führen. Nicht selten jedoch leiden Schwangere im ersten Trimester auch unter Durchfall. Von Durchfall spricht man, wenn du öfter als drei Mal täglich dünnflüssigen Stuhl ausscheidest.

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Durchfall in der Frühschwangerschaft – wie kommt es dazu?

Während Übelkeit und Verstopfung am Anfang der Schwangerschaft also hormonell bedingt sein können, hat Durchfall eher andere Ursachen. Der Darm reagiert empfindlich und individuell auf unterschiedliche Einflüsse. Zu den Auslösern von Durchfall gehören:

  • Bakterielle oder virale Infektionen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Ernährungsumstellung auf andere Kost
  • Stress und Aufregung
  • Lebensmittelvergiftung

Für die Feststellung einer bakteriellen Infektion von Zuhause aus, findest du hier den vaginalen Selbsttest von Canestest (ca. 10 Euro, bei Aponeo)*.

In der Regel ist eine kurze Durchfall-Episode weder für die werdende Mutter, noch für das Ungeborene schädlich. Sie ist vielmehr eine gesunde Reaktion des Darms, der ungebetene Gäste so schnell wie möglich wieder ausscheiden möchte. Sollten die Symptome jedoch anhalten und länger als drei Tage auftreten, solltest du nicht nur selbst gegenlenken, sondern lieber einen Arzt zu Rate ziehen, um kein Risiko einzugehen. Denn durch den Wasserverlust könnte es zu einer Dehydrierung und einem Nährstoffmangel kommen, der möglicherweise deinen Elektrolythaushalt zu stark ins Ungleichgewicht bringt. Das kann dir und deinem Ungeborenen schaden.

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Durchfall in der Frühschwangerschaft – was kannst du tun?

Erst einmal gilt es, sich Ruhe zu gönnen, Stressfaktoren zu minimieren und vor allem den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren. Viel trinken, heißt die Devise – Kräutertees oder auch Brühe sind bekömmliche und nährende Getränke in dieser Phase. Auch Kohletabletten (bei Aponeo, geeignet für Schwangere und Kinder)* können helfen, ohne dir oder deinem Kind zu schaden. Denn Kohle bindet Schadstoffe im Darm und schleust sie aus. Ein bewährtes Mittel ist auch die Moro’sche Karottensuppe. Hier wird ein Pfund Möhren mit etwas Salz über eine Stunde gekocht, so das die Karotten ein gewisses Zuckermolekül freisetzen, was den Darm schützt. Auch andere Nahrungsmittel können helfen, den Durchfall zu beseitigen. Das sind unter anderem:

  • Geriebener Apfel mit Schale (das Pektin bindet Flüssigkeit)
  • Haferschleim oder Reisschleim, in Wasser angerührt
  • Pürierte Banane
  • Zwieback

Nahrungsumstellung als Ursache für Durchfall in der Frühschwangerschaft

Einige Durchfallerkrankungen entstehen auch durch eine Nahrungsumstellung auf sehr ballaststoff- und vitalstoffreiche Kost. Viele werdende Mütter beginnen, sich am Anfang ihrer Schwangerschaft gesund zu ernähren. Das kann für einen Darm, der das nicht gewöhnt ist, eine Herausforderung sein, und er reagiert zunächst mit Durchfall. Die Empfehlung ist, bei der gesunden Kost zu bleiben, da sie in jedem Fall besser für die Entwicklung des Kindes ist. In der Regel braucht der Darm nur eine kurze Zeit, um sich umzustellen, so dass sich auch der Stuhl wieder normalisiert.

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Sollte nach ca. drei Tagen keine Besserung eintreten, solltest du auch unter Krämpfen und Fieber leiden und eventuell sogar Blut im Stuhl haben, solltest du unbedingt einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Er kann dich beraten, wie dein Durchfall sicher für dich und dein Kind in den Griff zu bekommen ist.

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Durchfall oder Diarrhö ist keine reguläre Begleiterscheinung der Schwangerschaft. Meist kommt es durch die hormonelle Umstellung im Körper eher zu Verstopfungen. Sollten Sie an Durchfall in der Schwangerschaft leiden, kann es mehrere Ursachen geben.

Woran erkenne ich Durchfall in der Schwangerschaft?

Aus medizinischer Sicht spricht man von Durchfall bei breiigem oder flüssigem Stuhlgang, der öfter als dreimal am Tag auftritt.

Durchfall durch Bakterien

Eine Ursache für Durchfall in der Schwangerschaft können Bakterien sein, die sich in verdorbenem Essen gebildet haben. Von einer Lebensmittelvergiftung spricht man, wenn die Bakterien in den Lebensmitteln Gifte gebildet haben, die die Darmschleimhaut angreifen. Hier tritt der Durchfall meistens schon ein paar Stunden nach dem Essen auf.

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Magen-Darm-Infekt durch Bakterien oder Viren

Auch eine Infektion von Bakterien oder Viren, die die Schleimhäute des Darms reizen, im Volksmund Magen-Darm-Grippe genannt, können eine Ursache von Durchfall sein. Besonders häufig ist hier die Infektion mit Noroviren, bei denen Erbrechen als zusätzliches Symptom hinzukommt.

Durchfall in der Schwangerschaft sollte ärztlich geprüft werden, wenn die Beschwerden länger als zwei Tage bestehen Foto: PeopleImages/iStock

Durchfall durch Lebensmittel

Außerdem kann Durchfall in der Schwangerschaft auf eine Lebensmittelunverträglichkeit, eine Allergie oder eine Unverträglichkeit von Medikamenten hindeuten.

Durchfall durch Stress

Auch Aufregung und Stress können den Magen-Darm-Trakt beeinflussen. Besonders in der Schwangerschaft kann der Körper auf emotionale Ausnahmesituationen wie Stress oder Nervosität mit Durchfall reagieren. Bei der Ernährungsumstellung sowie bei der Reaktion auf Stress sollte sich Ihre Verdauung nach einiger Zeit von alleine wieder normalisieren.

Ist Durchfall in der Schwangerschaft gefährlich?

Die meisten Infektionskrankheiten, die Durchfall zur Folge haben, wie Noroviren oder Salmonellen, stellen keine direkte Gefahr für das ungeborene Kind dar, weil sie den Magen-Darm-Trakt der Mutter nicht verlassen und daher nicht auf den Embryo übertragen werden können. Begleiterscheinungen von Durchfall, etwa der hohe Flüssigkeitsverlust, müssen dennoch ernst genommen werden, damit sich der Gesamtzustand der werdenden Mutter nicht verschlechtert und das Ungeborene durch den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust nicht unterversorgt wird. Ganz besonders sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden – die Mindestmenge sind 2,5 bis drei Liter am Tag. Am besten eignen sich Wasser und ungesüßter Tee.

Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass beim Toilettengang kein Stuhl in das Scheidenmilieu gelangt, um eine bakterielle Scheideninfektion zu verhindern.

Ernährungsumstellung als Ursache

Viele Schwangere stellen ihre Ernährung während der Schwangerschaft auf ballaststoffreiche Nahrungsmittel um, an die sich der Körper zunächst einmal gewöhnen muss. In manchen Fällen reagiert der Darm auf die Umstellung mit leichtem Durchfall. Streichen Sie jedoch auf keinen Fall Vollkornbrot, Obst und Gemüse wieder aus Ihrem Ernährungsplan, eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Entwicklung Ihres Babys!

Manche Frauen reagieren auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit Durchfall in der Schwangerschaft Foto: Yulia_Davidovich/iStock

Durchfall in der Schwangerschaft: Wann muss ich zum Arzt?

Neben den beschriebenen Ursachen kann Durchfall in der Schwangerschaft auch eine Begleiterscheinung oder ein Anzeichen auf eine ernstzunehmende Erkrankung sein, die eine Gefahr für Ihr ungeborenes Baby darstellen könnte. Hier kann nur ein Arzt eine Diagnose stellen. Den sollten Sie immer aufsuchen, sobald der Durchfall länger als zwei Tage andauert, besonders stark auftritt oder Sie gar keine Flüssigkeit und Nahrung bei sich behalten können. Sollten weitere Symptome wie Kreislaufbeschwerden, Erbrechen, blutiger Stuhl, Bauchkrämpfe oder Fieber hinzukommen, sollten Sie ebenfalls zum Arzt gehen. Außerdem gilt es, einem möglichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust entgegenzuwirken, um Ihr Baby vor der Unterversorgung zu schützen. Flüssigkeitsmangel kündigt sich meist durch Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme an.

Tritt der Durchfall kurz vor dem Geburtstermin auf, so steht die Geburt vielleicht kurz bevor. Durch die Kontraktionen der Gebärmutter wird auch der Darm in Bewegung gebracht. Ein entleerter Darm soll das Baby während der Geburt vor Bakterien schützen.

Was hilft gegen Durchfall in der Schwangerschaft?

  • Elektrolytlösung aus der Apotheke

Um den Elektrolythaushalt bei Durchfall schnell wieder aufzufüllen, hilft eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Ist diese nicht zur Hand, können Sie eine solche Lösung auch zu Hause selbst herstellen.

  • Elektrolytlösung selbst herstellen

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt gegen Durchfall eine Mischung aus vier Teelöffeln Zucker und einem dreiviertel Teelöffel Salz, die in einem Liter abgekochten Wasser eingerührt wird. Diese Trinkmischung wird anschließend um eine Tasse Orangensaft ergänzt. Essen Sie außerdem leicht verdauliche und stopfende Lebensmittel, wie:

  • geriebene Äpfel und Karotten
  • Weißbrot
  • Zwieback
  • Bananen
  • Brühe

Fettige Nahrung sollten Sie hingegen meiden.

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