Durchfall BEI babys

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Durchfall bei Kindern

Wann spricht man von Durchfall?

  • Es erfolgen mehr als drei Stuhlentleerungen täglich.
  • Der Stuhl ist sehr weich bis flüssig, er kann eine andere Farbe haben als sonst und sehr übelriechend sein.
  • Die Stuhlmenge ist deutlich vermehrt.
  • Unter Umständen kann Blut oder Schleim im Stuhl enthalten sein.

Der Stuhl ausschließlich gestillter Säuglinge kann ebenfalls mehrmals täglich (bis zu zehnmal) auftreten und sehr weich sein. Dieser Muttermilchstuhl ist aber völlig normal.

Wie kommt es zu einem Durchfall?

Meist wird eine Diarrhoe bei Kindern durch eine Infektion mit Bakterien (z.B. Escherichia coli, Salmonellen, Campylobacter) oder Viren (z.B. Rota-Viren, Noroviren, Adenoviren) ausgelöst. Die betroffenen Kinder haben oft begleitend Blähungen bzw. Bauchschmerzen und eventuell auch Fieber. Auch Erbrechen kann vorkommen. Ebenso können Bakteriengifte (Toxine), die mit der Nahrung aufgenommen werden, Auslöser der Beschwerden sein – man spricht in diesen Fällen von einer Lebensmittelvergiftung.

Welche anderen Ursachen gibt es für Durchfall?

Durchfall bei Kindern kann auch als Zeichen einer anderen Infektion (Mittelohrentzündung, Harnwegsinfektion, Blinddarmentzündung) oder im Rahmen von Allgemeinerkrankungen, wie etwa einer Erkältung, auftreten.

Manche Säuglinge entwickeln für 1-2 Tage weiche Stühle, während sie zahnen. Während und nach der Einnahme von Antibiotika bekommen ebenfalls viele Kinder Durchfall.

Bleibt der Durchfall länger als drei Wochen bestehen spricht man von chronischem Durchfall. In diesem Fall oder wenn der Durchfall immer wiederkehrt muss an eine der folgenden Ursachen gedacht werden:

  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie): Dabei kommt es nach der Aufnahme von glutenhältigen Lebensmitteln (vor allem verschiedene Getreidesorten) zu wechselhaften Durchfällen, meist in Kombination mit einem stark geblähten Bauch.
  • Laktoseintoleranz: Bei dieser Unverträglichkeitsreaktion können Milchzucker nur unzureichend verdaut werden. Nach der Einnahme von Milchprodukten kommt es zu Blähungen, Übelkeit oder Durchfall.
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Funktionelle Störungen, z.B. Reizdarmsyndrom

Welche Komplikationen können auftreten?

Bei Durchfall verliert das Kind in kurzer Zeit große Mengen an Wasser und wichtigen Mineralstoffen (z.B. Kalium, Natrium). Sind die Durchfälle sehr stark und wird nicht ausreichend getrunken, kann es sehr schnell zu einem ernsten Flüssigkeitsmangel kommen (Exsikkose, Dehydratation).

Starke Austrocknung kann an einer sehr trockenen Zunge erkannt werden sowie an der Haut, die nach leichtem Zwicken in Falten stehenbleibt. Auch die Urin-Ausscheidung nimmt ab, der Harn ist auffällig dunkel gefärbt. Dehydrierte Kinder werden rasch schläfrig und benommen, ihnen drohen im schlimmsten Fall Kreislaufzusammenbruch und Nierenschäden. Diese Situation ist sehr ernst und muss schnellstmöglich ärztlich beurteilt und behandelt werden.

Generell gilt: Durchfall ist umso gefährlicher, je jünger das Kind und je größer der Wasserverlust ist.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnosestellung sind Angaben der Eltern über die Symptome des Kindes: Wie lange und wie oft besteht Durchfall? Wie sieht der Stuhl aus? Gibt es Krankheitszeichen bei Geschwistern oder anderen Kontaktpersonen? Was wurde gegessen? Wurden Medikamente eingenommen? Danach werden Säuglinge abgewogen um einen Gewichtsverlust festzustellen, der Bauch wird abgetastet und die Flüssigkeitsreserven des Kindes beurteilt. Wichtig ist auch, ob Ihr Kind seit Beginn des Durchfalls ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen hat.

Je nach Verdachtsdiagnose oder bei Rückkehr nach einer Reise, kann eine sogenannte Stuhlkultur erforderlich sein. Dafür wird eine kleine Menge Stuhl in einem Plastikgefäß in ein Labor gebracht und dort auf Bakterien bzw. Parasiten untersucht. Bei schweren Verläufen wird zusätzlich eine Blutuntersuchung durchgeführt.

Wann sollte der Kinderarzt aufgesucht werden?

Um gefährliche Komplikationen zu vermeiden, sollte der Kinderarzt unverzüglich aufgesucht werden wenn:

  • das Kind jünger als 7 Monate ist oder weniger als 8 Kilogramm wiegt
  • das Kind nicht trinkt bzw. nicht trinken will
  • zusätzlich zum Durchfall auch Erbrechen oder hohes Fieber auftritt
  • das Kind starke Bauchschmerzen hat
  • die Bauchdecke des Kindes angespannt und sehr hart ist
  • das Kind auffälliges Verhalten zeigt, z.B. schrilles Schreien, Trinkschwäche
  • das Kind sehr viele und sehr große Mengen an wäßrigen Stühlen hat (mehr als etwa 8 Stühle pro Tag)
  • der Durchfall blutig ist

Wie kann man Durchfall vorbeugen?

Viele Magen-Darm-Infektionen werden durch Schmierinfektionen übertragen, also durch Kontakt mit Krankheitserregern. Sorgfältige Händehygiene im Alltag kann dabei helfen, das Infektionsrisiko zu verringern. Auch Kinder sollten schon früh lernen, sich in bestimmten Situationen regelmäßig die Hände zu waschen, zum Beispiel vor dem Essen, nach dem Toilettengang oder nachdem sie draußen gespielt haben.

Gegen die Infektion mit Rota-Viren gibt es mittlerweile eine Impfung, die im österreichischen Impfplan enthalten ist. Lebensmittelvergiftungen durch Bakteriengifte lassen sich durch sachgerechte Lagerung (Zeitspanne, Temperatur) und Zubereitung von Speisen vermeiden. Vor einer Infektion mit Salmonellen kann man sich schützen, indem man Gerichte mit Eiern und Hühnerfleisch immer frisch bzw. gut durchgebraten verzehrt. Vor Durchfallerkrankungen auf Reisen (Reisediarrhoe) kann die Einhaltung gewisser Hygieneregeln schützen.

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Autoren:
Dr. med. Iris Leeb, Kerstin Lehermayr, Dr.med.
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr. med. Stefanie Sperlich

Stand der medizinischen Information: September 2013

Schmid I.: Ambulanzmanual Pädiatrie von A bis Z; Springer Verlag Berlin Heidelberg; 3. Auflage 2012
Homepage der deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin DGKJ; Informationsbroschüre „Mein Kind hat Durchfall“, abrufbar August 2013
Checkliste Pädiatrie, R. Kerbl, R. Kurz, R. Roos, L.M. Wessel, 3. Auflage, Thieme Verlag 2007
www.unicef.org

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Säuglingen und Kindern sind sie sogar die Hauptursache für schwere Brechdurchfall-Erkrankungen (Gastroenteritiden).

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Durchfall bei Kindern – was ist zu beachten?

Definiert ist die akute Gastroenteritis als eine Abnahme der Stuhlkonsistenz mit breiigen bis dünnflüssigen Stühlen und/oder eine Zunahme der Stuhlfrequenz mit mehr als drei Stuhlentleerungen pro 24 Stunden. Wichtig für die Einschätzung bei Kindern in den ersten Monaten ist vor allem, Veränderungen der Stuhlkonsistenz eher als Hinweis auf eine akute Durchfallerkrankung zu werten als Veränderungen der Stuhlfrequenz, wobei natürlich auch die Nahrungsabhängigkeit beider Faktoren zu berücksichtigen ist.

Gefährdete Kleinkinder

Besonders im Kleinkindesalter ist der akute Durchfall nach der Erkältung das zweithäufigste Krankheitsbild. Laut einer 2007 veröffentlichten Multicenterstudie wird in Deutschland jedes sechste Kind unter fünf Jahren wegen einer Gastroenteritis mindestens einmal pro Jahr beim Arzt vorgestellt. In Europa verlaufen die meisten kindlichen Durchfallerkrankungen leicht bis mittelschwer, während eine akute infektiöse Gastroenteritis in Entwicklungsländern immer noch eine der häufigsten Ursachen für Todesfälle im Säuglings- und Kindesalter darstellt.

Zum größten Teil sind akute Enteritiden viral bedingt, hierbei dominieren in den ersten fünf Lebensjahren mit rund 40% die Rotaviren, andere Viren, vor allem Noro- und Adenoviren, sind in ca. 30% der Fälle die Ursache. Eine bakterielle Infektion kann bei etwa 20% der Kinder nachgewiesen werden, die Erreger sind zumeist Campylobacter jejuni, Salmonellen, Shigellen, Yersinien, Clostridium difficile oder pathogene E. coli (seit einigen Jahren vermehrt enterohämorrhagische E. coli ). In weniger als fünf Prozent der Fälle wird die Erkrankung durch Parasiten hervorgerufen. Je nach Erreger dauert die Inkubationszeit gewöhnlich ein bis sieben Tage.

EHEC

Bei der derzeitigen Häufung von EHEC-Infektionen zeigt sich eine ungewöhnliche Verschiebung bezüglich der betroffenen Altersgruppe: Während jetzt vor allem Erwachsene betroffen sind, darunter viele Frauen, erkranken sonst eher Kinder unter fünf Jahren. Beispielsweise wurden vor zwei Jahren insgesamt 836 EHEC-bedingte Durchfallerkrankungen (ohne hämolytisch-urämisches Syndrom) an das Robert-Koch-Institut gemeldet: 44% der erkrankten Personen waren Kinder unter fünf Jahren.

Leit- und Begleitsymptome

Leitsymptom der akuten infektiösen Enteritis sind mehrmals am Tag zumeist dünnflüssige Stühle, oft übel riechend, gelegentlich mit Blutbeimengungen. In vielen Fällen verspürt das Kind leichte bis mäßige Bauchschmerzen. Gleichzeitig kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, ebenso zu Fieber, diese Symptome sind aber nicht obligat.

Vorsicht Austrocknung!

Der weitere Verlauf hängt vom Ausmaß des Wasser- und Elektrolytverlustes ab, wobei Säuglinge aufgrund ihres labilen Flüssigkeitshaushaltes durch eine Dehydratation besonders gefährdet sind. Mögliche, wenn auch seltene Komplikationen sind eine Invagination, ein toxischer oder Volumenmangelschock mit prärenalem Nierenversagen oder zerebrale Krämpfe. Frühzeichen der Austrocknung sind

  • trockene Lippen, Zunge und Mundschleimhaut,
  • dunkler werdender Urin (bei Urinausscheidung mindestens alle sechs Stunden),
  • beginnende Schlappheit des Kindes.

Anhand verschiedener, in Tabelle 1 aufgeführter klinischer Zeichen lässt sich der Flüssigkeitsverlust bei akuten Enteritiden abschätzen. Eine genaue Anamnese und körperliche Untersuchung ist obligat, jedes Kind sollte unbekleidet untersucht und gewogen werden.

Tab.1: Abschätzen des Flüssigkeitsverlustes anhand klinischer Zeichen

Minimale oder keine
Dehydratation (< 3% Gewichtsverlust)
Leichte bis mittelschwere Dehydratation (3 – 8% Gewichtsverlust) Schwere Dehydratation
(> 9% Gewichtsverlust)
Allgemeinzustand Bewusstsein gut, wach unruhig, irritabel oder müde apathisch, lethargisch
Durst normal durstig, gierig zu trinken trinkt schlecht oder kann nicht mehr trinken
Herzschlag normal normal bis erhöht Tachykardie, bei weiterer Verschlechterung Bradykardie
Pulsqualität normal normal bis vermindert schwach bis fehlend
Atmung normal normal bis vertieft tiefe Azidoseatmung
Augen normal eingesunken tief eingesunken
Tränen vorhanden vermindert fehlend
Schleimhäute feucht trocken ausgetrocknet
Hautfalten (Turgor) verstreichen sofort verstreichen verlangsamt, aber innerhalb 2 sec. bleiben länger als 2 sec. stehen
Kapillarfüllung normal verlängert stark verlängert
Extremitäten warm kühl kalt, zyanotisch
Urinproduktion normal bis vermindert vermindert minimal

Diagnostik

Die anamnestische Befragung sollte möglichst strukturiert erfolgen, hilfreich ist hierbei die Orientierung an einer Checkliste mit den aktuell wichtigsten Parametern.

Bei den meisten akuten Gastroenteritiden im Kindesalter hat – in Deutschland und anderen Industrienationen – der Nachweis von Viren und der meisten bakteriellen Erreger keine therapeutischen Folgen. Abgesehen davon steht das Resultat der Stuhluntersuchung oft erst zur Verfügung, wenn die Symptomatik sich bereits wieder bessert. Allerdings empfehlen die derzeit geltenden Leitlinien einen Erregernachweis in folgenden Situationen:

  • blutige Durchfälle,
  • Verdacht auf EHEC-Infektion mit drohendem hämolytisch-urämischem Syndrom, Verdacht auf Clostridium-difficile-Colitis,

  • schwerer Verlauf mit geschätztem Gewichtsverlust mehr als 9 Prozent,
  • persistierende Diarrhö (länger als zwei Wochen) falls Antibiose avisiert,
  • Säuglinge jünger als vier Monate (besonders Frühgeborene),
  • nosokomiale Infektion bei stationären Patienten (Beginn des Durchfalls mehr als drei Tage nach Aufnahme),

  • angeborene oder erworbene Immunschwäche, immunsuppressive Therapie,
  • Umgebungserkrankungen mit Verdacht auf Lebensmittelinfektion,
  • Auslandsaufenthalt in Risikoländern (Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika).

Vor allem bei stärkeren abdominalen Schmerzen muss differenzialdiagnostisch auch einmal an eine akute Appendizitis gedacht werden. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, etwa eine Kuhmilchallergie, können ebenfalls mit Durchfall und Erbrechen einhergehen.

Checkliste

Anamnese bei Kindern mit Durchfall

  • Alter?
  • Körpergewicht?
  • Durchfall seit wie vielen Tagen? – Häufigkeit in den letzten 24 Stunden?
    • Stuhlbeschaffenheit: breiig? wässrig?
    • Blutbeimengung?
  • Falls Erbrechen: Häufigkeit in den letzten 24 Stunden?
  • Falls Fieber: welche Körpertemperatur?
  • Urinausscheidung: – normal?
    • vermindert?
    • unbekannt?
  • Trinkmenge in den letzten 24 Stunden?
  • Nahrungsaufnahme in den letzten 24 Stunden:
    • Milch? Brei? Feste Kost?
    • Kritische Nahrungsmittel, z. B. Rohmilch/-produkte, ungegartes Fleisch?
  • Wird das Kind noch gestillt?
  • Medikamente in den letzten 24 Stunden:
    • Glucose-Elektrolyt-Lösung?
    • Fieberzäpfchen?
    • Andere?
  • Eventuelle Grunderkrankung des Kindes?
    • Magen-Darm-Erkrankungen?
    • Stoffwechselerkrankungen?
    • Andere?
  • Auslandsaufenthalt in den letzten 14 Tagen?
  • Andere Personen im kindlichen Umfeld mit Durchfall/Erbrechen?
  • Kontakt mit Tieren?

Orale Rehydrierung

Ziel der Behandlung ist es, durch den Ausgleich des Flüssigkeit- und Elektrolytverlustes eine Dehydratation sowie durch die enterale Zufuhr von Nährstoffen eine katabole Stoffwechsellage zu verhindern. Die infektiöse Durchfallerkrankung als solche ist meist selbstlimitierend und erfordert dann keine spezifische Therapie.

In leichten Fällen genügt eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, bei Säuglingen 50 bis 100 ml, bei Kleinkindern 100 bis 150 ml nach jedem flüssigen Stuhl oder Erbrechen. Die altersentsprechende Ernährung muss hierbei nicht unterbrochen werden. Kommt es bei erhöhtem Flüssigkeitsverlust zu Zeichen der Dehydratation, sollte das Defizit mit oraler Rehydratationslösung (ORL) ausgeglichen und dem Kind im Anschluss altersgerechte Nahrung angeboten werden.

Bei leichter bis mittelschwerer Dehydrierung (s. Tab. 1) sollte der berechnete Flüssigkeitsverlust innerhalb von drei bis vier Stunden in Form von ORL ausgeglichen werden,

  • bei leichter Dehydratation (3 – 5%): 30 – 50 ml/kg/ Körpergewicht,
  • bei mäßiger Dehydratation (5 – 8%): 60 – 80 ml/kg/ Körpergewicht,

jeweils in kleinen Volumina (Teelöffel, 5-ml-Spritze) zunächst alle ein bis zwei Minuten. Bei Toleranz ohne Erbrechen können die Portionen gesteigert bzw. die Intervalle vergrößert werden. Die Akzeptanz der Lösungen ist erfahrungsgemäß besser, wenn sie gekühlt oder mit Zimmertemperatur verabreicht werden und mit Geschmacksstoffen versetzt sind. Am Ende der Rehydrierungsphase sollten Gewicht und klinischer Status des Kindes erneut überprüft werden. Einen aktuellen Therapiealgorithmus für akute infektiöse Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern zeigt Abbildung 1.

Um nosokomiale Infektionen zu vermeiden, sollten in der Regel möglichst wenige kindliche Patienten stationär aufgenommen werden. In Risikofällen allerdings (sichtbare Dehydratationszeichen, mehr als acht Stühle und/oder mehr als viermal Erbrechen in den letzten 24 Stunden, Kind jünger als sechs Monate) wird die orale Rehydrierung unter fachlicher Aufsicht eingeleitet. Erst bei erfolgreicher Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme werden die Kinder in die weitere häusliche Versorgung entlassen.

Cave Flüssigkeitsverlust

Der Flüssigkeitsverlust durch Durchfall, Erbrechen und Fieber kann das Dreifache des zirkulierenden Blutvolumens betragen (80– 150– 250 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht und Tag). Gefahr besteht vor allem, wenn das Kind so schwach ist, dass es seinen Durst nicht mehr spürt oder nicht mehr selbst stillen kann.

Pathophysiologische Grundlage der ORL ist der gekoppelte Ko-Transport von Natrium und Glucose in Enterozyten. Ein in der hypotonen ORL optimiertes Verhältnis von Natrium und Glucose (oder Galactose) resultiert in einer maximalen Natrium- und (passiven) Wasseraufnahme aus dem Darmlumen. Bicarbonat- bzw. Citratzusätze beschleunigen den Ausgleich einer durch den Bicarbonatverlust bedingten metabolischen Azidose. Die von der WHO empfohlene ORL hat einen maximalen Natriumgehalt von 75 mmol/l. Da bei den in Industrieländern überwiegenden viralen Enteritiden der Salzverlust im Vergleich etwa zu Cholera-Infektionen geringer ausfällt, werden hier Glucose-Elektrolyt-Lösungen mit einem Natriumgehalt von 45 bis 60 mmol/l eingesetzt.

Tipps für Eltern

Empfehlungen für Eltern bietet beispielsweise das Merkblatt „Mein Kind hat Durchfall“ der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (www.dgkj.de).

Intravenöse Rehydrierung

Zwar sollte im Allgemeinen die orale Rehydrierung bevorzugt werden, dennoch gibt es kritische Situationen, die eine intravenöse Therapie erfordern, unter Umständen unter intensivmedizinischen Bedingungen:

  • Schock und/oder Nierenversagen (bei mehr als 9% Dehydratation),
  • orale/enterale Flüssigkeitsaufnahme nicht möglich bei persistierendem Erbrechen (trotz kleiner Volumina, trotz nasogastraler Sondierung), wegen Bewusstlosigkeit, Krämpfen, Mund- oder Pharynxverletzungen,

  • Frühgeborene mit aktuellem Körpergewicht unter 2500 g.

Grundsätzlich konnten die Vorteile der oralen gegenüber der intravenösen Rehydrierung in einer Cochrane-Analyse von 17 randomisierten kontrollierten Studien bei 1811 Kindern mit infektiöser Enteritis gezeigt werden (eine um fast sechs Stunden kürzere Durchfalldauer, ein um 1,2 Tage verkürzter Krankenhausaufenthalt). In einer weiteren Studie zeigte sich, dass bei Erbrechen oder Verweigerung der ORL die kontinuierliche Applikation über eine nasogastrale Sonde gegenüber der intravenösen Therapie bezüglich Durchfalldauer, Dauer des Krankenhausaufenthaltes und Kosten signifikant überlegen war.

Medikamentöse Behandlung

Bei der Mehrzahl der infektiösen Durchfallerkrankungen im Kindesalter ist eine medikamentöse, vor allem antiinfektiöse Therapie nicht indiziert. Obligat sind Antibiotika bei Salmonella typhi, Vibrio cholera, Entamoeba histolytica, Gardia lamblia und bei Kindern über ein Jahr mit nachgewiesener toxinpositiver Clostridien-difficile-Colitis. Empfohlen werden Antibiotika bei bakteriell bedingter Gastroenteritis unter folgenden Bedingungen: Säuglinge im ersten Trimenon, Frühgeborene bis zu einem Alter von 52 Wochen, primäre oder sekundäre Immundefizienz, septischer Krankheitsverlauf.

Einige Medikamente beziehungsweise Lebensmittelzusätze zeigten in randomisierten kontrollierten Studien in Ergänzung zur oralen Rehydrierung einen positiven Therapieeffekt. In besonderen Situationen können diese unter Abwägung der Kosten-Nutzen-Relation eingesetzt werden. So führte die Gabe des Sekretionshemmers Racecadotril (Tiorfan) zu einer signifikanten Verkürzung der Durchfalldauer um durchschnittlich 28 Stunden und zu einer Verminderung des Stuhlvolumens um fast 50 Prozent. Racecadotril erhöht nicht das Risiko für Verstopfung oder bakterielle Fehlbesiedlung wie beispielsweise Loperamid und ist für Säuglinge ab drei Monate zugelassen.

Studien zum Einsatz von probiotisch wirksamen Bakterien sind von qualitativ unterschiedlicher Qualität. Bei Rotavirusinfektionen (nicht aber bei bakterieller Genese) resultierte die Gabe einiger Lebendbakterien, z. B. Lactobacillus rhamnosus GG, Lactobacillus bifidus und E. coli Nissle, in einer verkürzten Durchfalldauer.

Zwar reduzierte das Antiemetikum Ondansetron in mehreren Studien das Erbrechen und das Risiko für eine notwendige intravenöse Rehydrierung, dennoch kann die Substanz nicht allgemein empfohlen werden, da unter der Therapie die Durchfallhäufigkeit zunahm. Demgegenüber verminderte die ein- bis zweimalige Gabe von Dimenhydrinat die Häufigkeit des Erbrechens, hatte aber keinen Effekt auf die Durchfalldauer oder Gewichtszunahme.

Nicht empfohlen sind

  • Motilitätshemmer wie Loperamid wegen des Risikos von Obstipation, Ileus, bakterieller Fehlbesiedlung und

  • unspezifische Adsorbenzien (Kohle, Kaolin-Pektin, Cholestyramin), weil sie den Flüssigkeitsverlust verschleiern.

Ernährung – schnelle Rückkehr zur Normalität

Da die Enterozyten ihre Nährstoffe vorwiegend aus dem Darmlumen beziehen und nicht über den Blutweg, ist für die Regeneration des durch die Infektion geschädigten Darmepithels vor allem die enterale Ernährung wichtig. Daher sollten Kinder mit leichter bis mittelschwerer Dehydratation spätestens vier bis sechs Stunden nach Beginn der Rehydrierung ihre gewohnte Nahrung erhalten.

  • Gestillte Säuglinge können zwischen den ORL-Gaben angelegt werden.

  • Flaschenernährte Säuglinge erhalten ihre gewohnte Säuglingsmilchnahrung in unverdünnter Form in häufigen kleinen Mahlzeiten.

  • Kleinkinder erhalten eine für ihr Alter angemessene Kost, beginnend mit komplexen Kohlenhydraten wie Brot mit Aufstrich, Nudel-, Kartoffel- oder Reisgerichte, Hafer- oder Grießbrei, Salzstangen, Suppen (Kartoffelsuppe, Möhrensuppe). Falls kein Erbrechen auftritt, kann zunehmend auf eine Kleinkinderkost mit normalem Fettgehalt übergegangen werden.

  • Nicht geeignet, auch nicht zur Rehydrierung, sind Cola-Getränke, da diese zu hohe Konzentration an Zucker, kaum Natrium und zum Teil kein Kalium enthalten. Säfte mit hohem Anteil an Fructose, Saccharose oder Sorbit sollten vermieden werden.

Prävention

Stillen, auch teilweises Stillen, schützt das Kind vor Infektionen, einschließlich der akuten Gastroenteritis. Da die Erkrankung in der Regel auf einer fäko-oralen Infektion durch kontaminierte Hände, Gegenstände oder Lebensmittel einschließlich Trinkwasser beruht, sind entsprechende Hygienemaßnahmen von hoher Priorität, beispielsweise die Händehygiene nach Toilettengang oder Windelwechsel. Die momentan grassierende EHEC-Infektion unterstreicht darüber hinaus die Bedeutung von Hygiene und adäquater Zubereitung im Umgang mit Lebensmitteln.

Zur primären Prävention von Rotavirusinfektionen stehen in Deutschland zwei orale Impfstoffe zur Verfügung, wobei die erste Dosis jeweils zwischen der 6. und 12. Lebenswoche verabreicht werden sollte. Da die Schutzrate gegen schwere Rotaviruserkrankungen mehr als 95% beträgt, wird die Impfung von den entsprechenden deutschen Fachgesellschaften (DAKJ, GPGE, DGPI) für alle, auch früh geborene Säuglinge empfohlen.

Literatur

Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE). Leitlinien akute infektiöse Gastroenteritis. April 2008. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 068/003European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology, and Nutrition / European Society for Paediatric Infectious Disease. Evidence-Based Guidelines for the Management of Acute Gastroenteritis in Children in Europe: Executive Summary. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2008; 46(5): 619 – 621Koletzko S, Osterrieder S: Akute infektiöse Durchfallerkrankung im Kindesalter. Dtsch Ärztebl Int. 2009; 106(33): 539 – 548Renz-Polster H, Menche N, Schäffler A: Gesundheit für Kinder. München: Kösel; 2004: 316 – 320Herold G. Innere Medizin. Köln: Gerd Herold; 2009: 804 – 812

Autor
Clemens Bilharz, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, Stuttgart

DAZ 2011, Nr. 23, S. 76

Durchfall

Warum kann Durchfall schnell gefährlich werden?

Hat ein Kind Durchfall, verliert es neben Wasser wichtige Mineralstoffe wie beispielsweise Natrium und Kalium. Hält der Durchfall länger als einen Tag an oder sind die Stühle großvolumig und wässrig, kann der kindliche Körper sehr schnell austrocknen. Vor allem bei zusätzlichem Erbrechen, hohem Fieber und schlechtem Trinkverhalten führt der Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen sehr schnell zur Austrocknung. Die typischen Symptome einer drohenden Austrocknung sind trockener Mund, weiße Haut ohne Spannung, Schläfrigkeit, tiefe Atmung durch den Mund. Außerdem wird wenig Urin ausgeschieden, bei jungen Säuglingen ist allerdings die Urinausscheidung nicht verringert.

Wann sollte der Kinder- und Jugendarzt eingeschaltet werden?

Generell gilt: Durchfall ist umso gefährlicher, je jünger das Kind und umso größer der Wasserverlust ist. Bei Durchfall mit heftigen, kolikartigen Bauchschmerzen, blutigen Stühlen sowie mit hohem Fieber sollte das Kind grundsätzlich vom Kinder- und Jugendarzt untersucht werden.
Damit das Kind keiner lebensbedrohlichen Situation ausgesetzt wird, sollte der Kinder- und Jugendarzt gerufen bzw. aufgesucht werden, wenn ein

  • Baby mehr als 4 wässrige Stühle in 24 Stunden
  • Kleinkind mehr als 6 wässrige Stühle in 24 Stunden
  • Schulkind mehr als 8 – 10 wässrige Stühle in 24 Stunden entleert.

Was sollte man bei Durchfall tun?

Damit sein Verdauungssystem nicht noch stärker gereizt und sich der Gesundheitszustand nicht verschlimmert, sollte das Kind für die nächsten ca. 4 Stunden in der Hauptsache Flüssigkeit erhalten, z.B. verdünnten schwarzen Tee bzw. Fenchel- oder Kamillentee trinken lassen. Der Tee sollte nicht wärmer als die Zimmertemperatur sein. Um den Verlust von Mineralstoffen auszugleichen, sollte man jeder Tasse Tee (ca. 100 ml) eine Prise Salz und 1 bis 2 Teelöffel Traubenzucker (ca. 5 g) hinzugeben. Im Handel (Apotheke) sind fertige Elektrolytmischungen erhältlich, die aber nur kurzfristig eingesetzt werden sollten (Gefahr der Mineralübersättigung). Babies, die normalerweise gestillt werden, sollten weiterhin Muttermilch und nur gegebenenfalls zusätzlich Mineralwasser oder Tee erhalten.

Entwickelt das Kind Appetit, bietet sich zunächst stärkereiche und fett- bzw. reizstoffarme Ernährung an, z.B. Zwieback, Toast, Salzstangen, Reis- oder Karottenbrei, Kartoffelpüree oder Brühwürfelsuppen mit Nudeln- oder Reiszusatz. Vermieden werden sollte blähendes Gemüse oder alles Gebratene. Bei Flaschenkindern sollte die Milch anfangs verdünnt (z.B. Halbmilch im Sinne einer 50%igen Verdünnung) und z.B. in Verbindung mit Reisschleim gegeben werden.

Bei Verschlechterung der Situation (Zunahme der Stuhlfrequenz oder des Erbrechens) muss der Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden. Bessert sich die Stuhlfrequenz, kann relativ rasch wieder auf normale Ernährung umgestellt werden (je nach Alter z.B. Apfel/Bananen-Brei, Joghurt, Quark, unverdünnte Milch). Kuhmilch kann allerdings aufgrund ihres Laktosegehaltes und des bei Durchfällen in der Regel vorhandenen vorrübergehenden Lactasemangels Blähungen und Bauchschmerzen verursachen.

Kinder nehmen natürlich auch durch verschiedene Speisen und Lebensmittel Wasser zu sich. Gerade in Obst und Gemüse ist viel Wasser enthalten. Im Sommer, nach körperlicher Anstrengung und wenn das Kind krank ist, steigt der Flüssigkeitsbedarf teils rapide an. Denn durch Schwitzen verliert der Kinderkörper Flüssigkeit, die ihm wieder zugeführt werden muss. Bei Fieber, Erbrechen oder Durchfall, ist ausreichendes Trinken besonders wichtig, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Die richtigen Getränke für Kinder

Wichtig ist natürlich, was die Kinder trinken. Im Handel locken die schönen bunten Kindergetränke, die als besonders gesund angepriesen werden. Doch diese enthalten häufig versteckten Zucker und sind weniger für Kinder geeignet. Die besten Getränke für Kinder sind:

  • Wasser: mit wenig (oder am besten) ohne Kohlensäure und natriumarm
  • ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees: Am besten sind Beuteltees oder lose Teemischungen. Auf Granulate sollte verzichtet werden.
  • Saftschorlen: diese sollten selbst, in einem Verhältnis von 1/3, gemischt werden.

Für Kinder ungeeignete Getränke:

  • Coffeinhaltige Getränke: Cola, Schwarzer Tee, viele Eisteesorten
  • Limonaden
  • Pure Frucht- oder Gemüsesäfte

Trinken will gelernt sein

Säuglinge brauchen in den ersten sechs Lebensmonaten – in der Regel – keine zusätzlichen Getränke. Sie bekommen durch die Muttermilch oder Flaschenmilch genügend Flüssigkeit. Erst mit der Einführung der Beikost, und dem damit verbundenen Wegfall einer Milchmahlzeit, sollte dem Baby erstmals etwas zu Trinken angeboten werden. Zu Beginn reichen ein paar kleine Schlückchen zu jeder Breimahlzeit völlig aus.

Babys müssen sich an den ungewohnten Geschmack von Wasser und Co erst einmal gewöhnen. Daher braucht es etwas Geduld und Ausdauer der Eltern. Immer und immer wieder muss man den Kleinen das Getränk anbieten, bis sie es akzeptieren und wirklich trinken. Mag ein Kind partout kein Wasser, können Eltern verschiedene Teesorten ausprobieren. Und auch in der Temperatur der Getränke kann variiert werden. Vielleicht mag das Baby seinen Tee ja lieber lauwarm, oder aber es bevorzugt Kamille statt Fenchel.

Kleine Trinkmuffel und Vieltrinker

Durst ist ein deutliches Zeichen, dass es dem Körper an Flüssigkeit fehlt. Soweit sollte es im besten Fall jedoch erst gar nicht kommen. Kinder sollten immer die Möglichkeit haben, etwas zu trinken. Natürlich sollten sie nicht ununterbrochen an der Nuckelflasche hängen. Besser ist es, dem Kind so früh wie möglich das Trinken aus dem Becher beizubringen.

Eltern sollten ihren Kinder ein gesundes Trinkverhalten vorleben, indem sie regelmäßig über den Tag verteilt zum Wasserglas greifen. Kleinen Trinkmuffeln kann man immer wieder einen Schluck zum Trinken anbieten und sie regelmäßig erinnern. Auch ein gemeinsamer Schluck aus der Wasserflasche kann helfen, Trinkmuffeln das Trinken schmackhaft zu machen.

Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel

Kinder die zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, neigen häufig zu Verstopfung. Der Urin färbt sich dunkel und der Mund, sowie die Lippen, sind trocken. Kopfschmerzen und eine unelastische Haut sind weitere Symptome für einen Flüssigkeitsmangel. Fehlt dem Körper viel Flüssigkeit, zum Beispiel durch Erbrechen oder Durchfall, werden die Kinder zunehmend kraft- und teilnahmslos – wirken vielleicht apathisch.

Bei Babys sinkt die Fontanelle ein und die Windeln bleiben fast trocken – oder werden nur leicht feucht. Außerdem weinen sie häufig ohne Tränen oder bekommen Fieber. Spätestens wenn diese Anzeichen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann den Flüssigkeitsmangel mit Infusionen und Elektrolytlösung ausgleichen. Denn eine Austrocknung, auch Dehydrierung genannt, kann für kleine Kinder und Babys schnell ernsthaft gefährlich werden.

Flüssigkeitsmangel

Im Vordergrund steht, einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt herzustellen und aufrechtzuerhalten. Ob die Menge stimmt, zeigt sich gut an der Farbe des Urins. Er sollte mindestens bei einem Toilettengang pro Tag hell und nur leicht gefärbt sein. Eltern sollten dafür sorgen, dass ihre Kinder genug trinken. Angehörige und Pflegepersonal sollten bei älteren Menschen darauf achten, dass diese ausreichend Flüssigkeit erhalten. Bei Senioren geht ein Flüssigkeitsmangel häufig auf eine unzureichende Betreuung oder Pflege zurück.

Der Tagesbedarf für durchschnittliche, gesunde und normalgewichtige Erwachsene liegt laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) bei rund 2,5 Liter Flüssigkeit. Etwa 1 Liter nimmt eine durchschnittliche Person mit der Nahrung auf. Die restlichen 1,5 Liter sollten durch Getränke zusammenkommen. Diese Trinkmenge gilt als Tagesminimum. Sie sollte über den Tag verteilt in kleinen Mengen getrunken werden. 1 Liter Flüssigkeit verliert der Körper jeden Tag in Form von Schweiss und Dampf über die Haut, mit der Atemluft und dem Stuhl. Die restlichen 1,5 Liter scheidet er täglich als Harn aus. Damit stimmt die Bilanz wieder. Wer sehr gross oder schwer ist oder viel schwitzt, braucht etwas mehr Flüssigkeit. Wer etwa krankheitsbedingt weniger ausscheidet, sollte dagegen etwas weniger trinken. Der individuelle Bedarf hängt von verschiedenen Umständen ab:

  • Körpergewicht: Menschen, die viel wiegen, brauchen mehr Flüssigkeit als kleinere, schmächtigere. Dazu gibt es für Erwachsene im Alter von 19 bis 50 Jahren eine Faustregel: Sie sollten pro Kilogramm Körpergewicht täglich 35 Milliliter Wasser durch Trinken und Essen zu sich nehmen. Bei einer Person mit 57 Kilo ergibt sich ein Tagesbedarf von rund 2 Litern (genau: 1,995 Liter). Unter 19 Jahren und über 50 gelten andere Richtwerte.
  • Alter: Kinder benötigen weniger Flüssigkeit als Erwachsene. Bei Senioren geht der Bedarf erneut leicht zurück. Für die Wasserzufuhr empfehlen Fachleute je nach Alter folgende tägliche Trinkmengen (in Milliliter):
    0 bis unter 4 Monate: 620
    4 bis unter 12 Monate: 400
    1 bis unter 4 Jahre: 820
    4 bis unter 7 Jahre: 940
    7 bis unter 10 Jahre: 970
    10 bis unter 13 Jahre: 1170
    13 bis unter 15 Jahre: 1330
    15 bis unter 19 Jahre: 1530
    19 bis unter 25 Jahre: 1470
    25 bis unter 51 Jahre: 1410
    51 bis unter 65 Jahre: 1230
    65 Jahre und älter: 1310
  • Körperliche Aktivität: Wer sich beim Sport oder bei der Arbeit körperlich anstrengt, schwitzt verstärkt.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Schwangere Frauen benötigen nur etwas mehr Flüssigkeit als sonst. In der Stillzeit steigt ihr Bedarf jedoch deutlich – um mindestens 650 Milliliter gegenüber dem Normalwert. Die SGE empfiehlt Stillenden, mindestens 2 Liter geeignete Getränke pro Tag zu sich zu nehmen. Sie rät aber von Trinkmengen über 3 Liter ab – ebenso wie von mehr als drei Tassen Kaffee täglich und von alkoholischen Getränken.
  • Atmung: Die Luft, die wir ausatmen, enthält Wasserdampf. Erwachsene verlieren so 0,5 Liter Flüssigkeit pro Tag. Der Verlust erhöht sich in trockener Luft.
  • Hitze: Bei heissem, feuchtem Klima büsst der Körper durch verstärktes Schwitzen mehr Flüssigkeit ein als bei kühler Witterung.
  • Erkrankungen, Medikamente: Der Bedarf steigt an durch Fieber, Durchfall und Erbrechen. Auch Medikamente wie beispielsweise Diuretika, die dem Körper Wasser entziehen, können den Bedarf erhöhen. Sinken kann er bei Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Arteriosklerose. Diese Erkrankungen schädigen häufig die Nieren, wodurch die Urinmenge üblicherweise abnimmt (Niereninsuffizienz, Nierenversagen). Oft haben Menschen mit Diabetes aber ein verstärktes Durstgefühl, sodass sie mehr trinken und mehr Flüssigkeit ausscheiden.

Es kommt nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf die richtigen Getränke. Flüssigkeiten, die viele Nährstoffe wie etwa reichlich Zucker enthalten, sind ungünstig, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. In den nötigen Mengen können sie dick und auf Dauer krank machen. Für gesundes Trinken eignen sich verschiedene Getränke unterschiedlich gut.

  • Wasser und Mineralwasser gelten als optimal. Mineralwasser haben unterschiedliche Gehalte an Mineralien. Sie lassen sich so auswählen, dass man damit auch den Bedarf an bestimmten Elektrolyten und Mineralien abdecken kann.
  • Verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte eignen sich gut. Die Säfte sollten mindestens im Verhältnis 1:1 mit (Mineral-)Wasser verdünnt werden oder besser noch stärker. Unverdünnt enthalten sie oft so viel Zucker wie Süssgetränke.
  • Fruchtnektar, Tafelgetränke mit Fruchtsaft und Fruchtsaftgetränke sind in der Regel weniger geeignet. Sie verzichten auf wertvolle Inhaltsstoffe von Säften, enthalten aber meistens ebenso viel oder mehr Zucker.
  • Zuckerfreie oder zuckerarme Früchte- und Kräutertees haben gute Eigenschaften, um zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs beizutragen.
  • Kaffee und Tee können Beiträge zum Flüssigkeitshaushalt leisten. In Studien hat sich gezeigt, dass sie in durchschnittlichen Mengen den Körper nicht entwässern.
  • Getränke mit 10% Alkohol oder mehr erhöhen den Flüssigkeitsverlust. Leichte alkoholische Getränke wie ein Panache oder ein dünner Gespritzter sind zulässig.
  • Milch sowie unverdünnte Frucht- und Gemüsedrinks gelten wegen des hohen Nährstoffgehalts als Nahrungsmittel. Sie sind zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs nicht zu empfehlen. Zur Ernährung können sie jedoch wertvolle Beiträge leisten.
  • Eistee, Cola und andere Süssgetränke sind wegen ihres hohen Gehalts an Zucker oder Süssstoffen nicht zu empfehlen, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. In Studien erhöhte schon ein derartiger Softdrink pro Tag das Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Personen mit Erkrankungen sollten im Zweifel fachlichen Rat einholen, wenn sie über ihren Bedarf unsicher sind. Krankheiten, die den Flüssigkeitsbedarf beeinflussen, sollten wie alle anderen richtig und konsequent behandelt werden. Wichtig ist auch, zu klären, ob eine medizinische Therapie den Bedarf möglicherweise verändert.

Fencheltee: Wirkung, Nebenwirkungen und wie gesund ist es wirklich?

  • Das süßliche, anisartige „trans-Anethol“ und das bittere, kampherartig riechende „Fenchon“ sind die Hauptwirkstoffe im Fencheltee. Obendrein enthält er fettes Öl und jede Menge „sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe“, z.B. Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Sterole.
  • Fencheltee ist ein traditionelles Heilmittel bei Atemwegserkrankungen. Insbesondere das Anethol lockert die Bronchialmuskulatur, löst den Schleim und fördert dessen Abtransport aus Ihren Atemwegen.
  • Fenchel tut Ihnen bei Blähungen und Völlegefühl gut. Das enthaltene Fenchon hemmt das Wachstum von Pilzen und Bakterien und regt die Produktion von Verdauungssäften ebenso wie die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts an.
  • In höherer Dosierung dient Fenchel aufgrund seiner krampflösenden Wirkung auf die glatte Muskulatur von Magen und Darm als Hausmittel bei Bauchweh.
  • Fencheltee wirkt beruhigend, harntreibend, entzündungshemmend und hilft obendrein bei Asthma.
  • Fenchel soll die Milchbildung bei stillenden Frauen anregen. Er ist daher oft Bestandteil von Stilltees. Fencheltee fördert die Menstruation und verschafft Ihnen Linderung sowohl bei Periodenschmerzen als auch in den Wechseljahren.

Durchfall bei Baby und Kind

Durchfallerkrankungen kommen bei Kindern häufig vor, denn ihr Immunsystem kann noch nicht alle Erreger zuverlässig abwehren und ihr Verdauungssystem reagiert noch empfindlich auf Störungen. In der Regel ist Durchfall für Kinder harmlos und bei richtigem Verhalten schnell wieder überstanden. Doch bei Babys ist Durchfall eine ernstzunehmende Sache und bedarf dringend ärztlicher Behandlung.

In den allermeisten Fällen sind es Viren, die einen Magen-Darm-Infekt mit Durchfall auslösen. Im Kindesalter typisch sind vor allem die Infektionen mit Rotaviren und Noroviren. Manchmal sind aber auch Bakterien die Übeltäter. Hier zu nennen sind insbesondere E.Coli-Bakterien, die durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen werden und schwere Infektionen verursachen können. Aber auch Salmonellen zählen zu den häufigsten bakteriellen Durchfall-Erregern.
Andere Ursachen für Durchfälle sind eine falsche Ernährung (z.B. zu viel Obst oder Fruchtsäfte, zu viel Süßes oder Fettes) oder eine Lebensmittelunverträglichkeit (z.B. Zöliakie, Laktoseintoleranz). Durchfall kann auch als Begleiterscheinung von Erkrankungen (z.B. Mittelohrentzündung, Morbus Crohn, Reizdarm) oder als Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. Antibiotika) auftreten.

Je jünger das Kind desto, gefährlicher sind Durchfallerkrankungen.

Das Problem bei Durchfall: Weil die Darmschleimhaut angegriffen ist, kann sie die Nahrung nicht mehr ausreichend aufspalten und Nährstoffe aufnehmen. Zudem wird die Schleimhaut durchlässiger, sodass körpereigene Flüssigkeit verloren geht. So kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einem ernsten Flüssigkeits- und Mineralienmangel, der vor allem für Babys sehr gefährlich werden kann.

Durchfall: Symptome bei Babys und Kindern

Hin und wieder weichen oder breiigen Stuhl zu haben, ist für Kinder völlig normal. Ihr Verdauungssystem reagiert noch empfindlich auf kleine oder größere Störungen. Von akutem Durchfall spricht man aber erst, wenn Babys und Kinder deutlich häufiger, deutlich mehr und deutlich dünnflüssigeren Stuhlgang haben als sonst, etwa wenn

  • ein Baby mehr als vier wässrige Stühle am Tag hat.
  • ein Kind mehr als drei wässrige Stühle am Tag hat.

Der Stuhlgang kann auffällig dünnflüssig, aber auch schleimig oder schaumig sein, manchmal sogar blutig. Außerdem ist er allermeist übelriechend und kann eine grünliche Farbe haben. Durchfall wird häufig begleitet von diesen Symptomen:

  • aufgeblähter Bauch
  • Bauchschmerzen bis hin zu kolikartigen Bauchkrämpfen
  • deutlich hörbare Darmgeräusche
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber

Achtung, Durchfall beim Baby!

Babys sind bei Durchfall meist sehr weinerlich und desinteressiert. Bauchschmerzen erkennst du bei deinem Baby daran, dass es die Beine anzieht und schreiend weint. Außerdem – und das ist besonders problematisch – sind Babys durch die Durchfallerkrankung schnell sehr geschwächt, was sich auch in ihrem Trinkverhalten zeigt: sie trinken wenig und saugen schwach.
Durchfall beim Baby ist sofort behandlungsbedürftig! Du solltest dich deshalb direkt auf den Weg zum Kinderarzt machen, wenn dein Baby jünger als sechs Monate alt ist /weniger als acht Kilogramm wiegt und auffällig dünnflüssigen Stuhl hat. Je jünger ein Kind ist, desto eher ist es von einer Austrocknung gefährdet. Stellst du bei deinem Baby eines oder mehrere Anzeichen für eine Austrocknung fest, begib dich sofort zum Arzt, beziehungsweise in die Notambulanz:

  • trockene Lippen, Zunge und Mundschleimhäute
  • tiefliegende Augen
  • eingefallene Fontanelle
  • apathisches Verhalten
  • stehende Hautfalten(wenn du die Haut am Bauch zwischen zwei Fingern anhebst, loslässt und sie stehen bleibt)

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Durchfall beim Kind – wann zum Arzt?

Für ältere Kinder gilt: Wenn Kleinkinder häufiger als sechs Mal und Schulkinder häufiger als acht Malam Tag dünnflüssigen Stuhl haben, solltest du einen Kinderarzt konsultieren. Ebenso, wenn zusätzlich zum Durchfall diese Begleiterscheinungen auftreten:

  • blutige Durchfälle
  • Erbrechen
  • Fieber über 39°C
  • kolikartige Bauchschmerzen
  • Schmerzen im rechten Unterbauch (Verdacht auf Blinddarmentzündung)
  • merklicher Gewichtsverlust
  • wenn nach zwei bis drei Tagen keine Besserung eintritt
  • wenn der Allgemeinzustand zunehmend schlechter wird

Kommt es nach einer Fernreise zu Durchfällen oder hast du den Verdacht, dass sich dein Kind eine Lebensmittelvergiftung (z.B. durch Salmonellen) zugezogen hat, ist auch ärztlicher Rat gefragt. Gleiches gilt, wenn dein Kind wiederkehrend unter kurzzeitigen Durchfällen leidet. Dann könnte eventuell eine bisher unentdeckte Unverträglichkeit oder Erkrankung vorliegen.

Was tun bei Durchfall?

Das A und O bei Durchfall: den Flüssigkeits- und Mineralverlust schnellstmöglich ausgleichen. Das heißt trinken, trinken, trinken – und zwar am besten stilles Wasser und magenfreundliche Tees, wie zum Beispiel Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee. Auch Brombeerblättertee, Mäusekleetee oder Tee aus getrockneten Heidelbeeren sind bei Durchfall zu empfehlen.

Durchfall beim Baby: Wenn du stillst, legst du dein Baby häufiger an. Zwischen den Stillmahlzeiten kannst du Kamillen- oder Fencheltee im Fläschchen geben. Wenn es nicht aus der Flasche trinkt, dann flöße die Flüssigkeit langsam mithilfe eines Teelöffels ein. Stillst du dein Kind nicht (mehr), dann verdünne die Ersatzmilch – das heißt weniger Pulver auf die übliche Wassermenge – und ersetze zwei Milch-Mahlzeiten am Tag durch Tee. Achte außerdem darauf, deinem Kind häufiger als sonst die Windel zu wechseln, damit der Po nicht wund wird.
Um den Mineralhaushalt zu stabilisieren gibt es in der Apotheke spezielle Elektrolytmischungen, die auch schon Babys bekommen dürfen und sollten. Die Dosierung und Dauer der Einnahme ist abhängig vom Alter und Gewicht des Kindes. Darüber wird dich der Arzt oder Apotheker genau aufklären. Ansonsten gibt es verschiedene Medikamente zur Darmstabilisierung, die der Arzt verschreiben kann.

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Das hilft bei Durchfall

Abgesehen davon gibt es einige einfache Ernährungstipps und Hausmittel bei Durchfall, die Linderung verschaffen und den akuten Nährstoffmangel ausgleichen können. Grundsätzlich lautet die Empfehlung, bei Durchfall weiter die gewohnte Nahrung zu sich zu nehmen, also keine einseitige Diät zu beginnen. Der Körper braucht jetzt Energie und jede Menge Nährstoffe – auf Essen zu verzichten wäre jetzt also kontraproduktiv. Besonders zu empfehlen, weil verträglich und zum Teil „stopfend“, sind:
• stärkehaltige Lebensmittel wie altbackenes Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis
• Brei, Brühe und Suppe aus verträglichem Gemüse (z.B. Karotten, Fenchel, Kürbis)
• Haferschleim
• reife Bananen
• geriebener, leicht gebräunter Apfel
• Obstmus aus milden Sorten (z.B. Bananen, Apfel, Birne)
• getrocknete Heidelbeeren
• fettarme Sorten Fleisch und Fisch
• Knäckebrot
• Salzstangen

Verzichtet werden sollte bei Durchfall dagegen auf:
• Milch und Vollfett-Milchprodukte
• Zucker
• Fruchtsäfte
• Zitrusfrüchte und
• fettige und scharf angebratene Speisen,
da diese Dinge das Verdauungssystem in seinem angegriffenen Zustand noch zusätzlich belasten würden. Auch wenn der Durchfall überstanden ist, sollten Sie noch einige Tage auf diese Nahrungsmittel verzichten.
Wenn Sie auf diese Ernährungsregeln bei Durchfall achten, sollten sich die Symptome bei Ihrem Kind innerhalb von zwei bis maximal drei Tagen bessern. Andernfalls sollten Sie (nochmal) zum Kinderarzt.

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Durchfall vorbeugen

Ganz vermeiden lassen sich Durchfallerkrankungen im Baby- und Kindesalter leider nicht. Aber Stillen stärkt erwiesenermaßen das Immunsystem und ist daher zu empfehlen. Fütterst du deinem Baby Ersatzmilch, dann bereite diese stets frisch und nicht auf Vorrat vor. Eine Impfung gegen Rotaviren wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO für alle Säuglinge empfohlen (mehr Infos: Rotaviren-Imfpung für Babys).
Bei älteren Kindern gilt: Achte grundsätzlich auf eine gute Hygiene. Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich ab und braten oder kochen Sie Eier und Fleisch gut durch, bevor Ihr Kind davon isst.

Fenchel, Flohsamen & Co.: die Darmunterstützer

Der Darm macht auf verschiedene Arten auf sich aufmerksam. Fühlen wir uns gestresst, reagiert er häufig mit Durchfall. Kohl, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte können wiederum zu Blähungen führen und wenn wir zu wenig trinken, sind oft Verstopfungen die Folge. Meist lassen sich solche Beschwerden mit Heilpflanzen lindern.

Flohsamen

In den Schalen der Flohsamen sind unverdauliche Schleimstoffe enthalten. Diese können große Wassermengen binden. Erreichen sie den Dickdarm, haben sie meist das Zehnfache ihres Volumens zugelegt.

Sie erhöhen dadurch den Druck auf den Darm und regen seine Aktivität an. Daher helfen sie gut gegen Verstopfungen. Wichtig ist aber, dass Sie viel trinken, wenn Sie die Samen eingenommen haben – mindestens zwei Liter pro Tag.

Pfefferminze

Das in den Blättern enthaltene etherische Öl sowie Rosmarinsäure und Flavonoide sind wichtige Inhaltsstoffe, die unter anderem gegen Blähungen helfen können.

Auch bei Magen- oder Kopfschmerzen wirkt das Pfefferminzöl entkrampfend und wohltuend.Sie erhalten es in Ihrer gesund leben-Apotheke.

Fenchel

Die verschiedenen Inhaltsstoffe der Fenchelsamen wirken vor allem krampflösend und entzündungshemmend. Außerdem lindern sie Blähungen. Bei Säuglingen wird das Heilkraut auch häufig gegen Durchfall angewendet.

Am besten wirkt es in Form von Fencheltee – bei Kindern und Babys natürlich ungesüßt.

Frauenmantel

Dieses Heilkraut hat die Fähigkeit, angegriffene und entzündete Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt zu schützen. Daher wirkt es auch gegen leichten Durchfall.

Kochen Sie getrocknetes Frauenmantelkraut als Tee auf und trinken Sie diesen warm oder kalt zwischen den Mahlzeiten.

Kümmel

Diese Heilpflanze enthält etherische Öle, aber auch Flavonoide und Kaffeesäure. Die Inhaltsstoffe helfen gegen leichte Bauchkrämpfe und Blähungen.

Viele Menschen vertragen Kohl, Hülsenfrüchte und Zwiebeln nicht. Ein paar Kümmelsamen im entsprechenden Gericht können dann einem schmerzhaften Blähbauch vorbeugen.

Für Kinder und Säuglinge eignet sich hingegen Kümmelöl, das dem Wasser oder der Milch zugegeben werden kann.

Wenn Sie häufiger unter Magen-Darm-Beschwerden leiden, kommen Sie in Ihre gesund leben-Apotheke. Das Team dort berät Sie gern zu den passenden Heilpflanzen, der entsprechenden Darreichungsform und der richtigen Dosierung.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Nicht nur im frühen Säuglingsalter kann ein aufgeblähter Bauch quälend sein. In manchen Fällen sind Blähungen sogar so schmerzhaft, dass man kaum atmen kann. Nicht selten landet so ein Kind oder Erwachsener auch mal in der Notaufnahme, weil man ein akutes Geschehen im Bauch vermutet, das operiert werden muss. So stark können die Beschwerden sein.

Wieso sammelt sich zu viel Luft im Bauch?

Blähungen können mehrere Ursachen haben: Zum Beispiel kann ein Bauch, der aufgrund eines Magen-Darm-Infektes gerade „durcheinander geraten ist“, gebläht sein. Bei Säuglingen ist oft die noch nicht voll ausgeprägte Darmflora schuld. Luft im Bauch kann durch blähende Lebensmittel verursacht werden, bei einigen Menschen auch durch Stress oder durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten. In seltenen Fällen kann auch mal eine entzündliche Darmerkrankung oder ein anderer ernsterer Grund dahinterstecken. In den allermeisten Fällen sind die Blähungen aber nur unangenehm und nicht besorgniserregend.

Diese Lebensmittel fördern Blähungen bei Kindern

Um Blähungen durch Kohlgemüse zu vermeiden, hilft es, die Gerichte zusammen mit entblähenden Zutaten wie Kümmel, Koriander oder Ingwer zuzubereitenFoto: Fotolia

Zu den blähenden Lebensmitteln zählen vor allem solche mit einem hohen Ballaststoffanteil, wie zum Beispiel in Vollkornbrot oder Hülsenfrüchte. Aber natürlich auch die „üblichen Verdächtigen“ wie Zwiebeln, Lauch, Pflaumen, Bohnen, Kohl, bestimmte Käsesorten (zum Beispiel Camembert oder Blauschimmelkäse) und auch Weintrauben. Die Liste ist nicht vollständig, zudem reagiert jedes Kind anders – das eine bekommt vom Genuss von Rosinen einen fürchterlichen Blähbauch, das andere nicht.

Leidet der Patient an einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz, können diese Zuckerarten nicht abgebaut werden und führen zu Blähungen, so dass viele Lebensmittel ganz gemieden werden sollten. Auch die Glutenunverträglichkeit führt unter anderem zu Luft im Bauch, da die Darmzotten geschädigt sind, die Verdauung nicht mehr normal funktioniert und dadurch mehr Darmgase entstehen.

Was hilft gegen zu viel Luft im Bauch?

In den allermeisten Fällen führt Luft im Bauch nur zu unangenehm riechenden Darmwinden, ist aber nicht besorgniserregendFoto: Fotolia

Je nach Ursache richtet sich die Behandlung. Hat man für sich oder sein Kind ein Lebensmittel ausgemacht, das zu besonders starken Blähungssymptomen führt, sollte man dieses möglichst meiden – oder mit etwas zusammen verzehren, das die Entstehung von Luft im Bauch mindert, wie beispielsweise Kümmel. Aber auch Ingwer und Koriander helfen. Akut hilft auch eine Wärmflasche (aber Vorsicht, nicht zu heiß), die den Darm entspannt. Auch homöopathische Mittel (z.B. Bellilin, mama natura®, Apotheke) können dabei helfen, den Bauch und Darm von Blähungen zu befreien.

Kümmel lindert Blähungen bei Säuglingen

Bei Säuglingen kann man mit Kümmelzäpfchen oder einer kümmelhaltigen Salbe, mit der vorsichtig das Bäuchlein massiert wird, die Blähungen lindern. Auch Tee mit Anis und Fenchel ist empfehlenswert. Für Babys, die mit Formulanahrung ernährt werden, kann man diese statt nur mit heißem Wasser auch beispielsweise mit heißem Fencheltee zubereiten. Ebenso gut ist Kümmeltee, den aber viele nicht mögen. Eine weitere Alternative sind Medikamente mit entblähender Wirkung, die es in Form von Tropfen und Tabletten gibt. In Tropfenform sind sie sogar für Säuglinge schon zugelassen.

Wann mit Blähungen zum Arzt?

Dauern die Beschwerden allerdings über mehrere Tage an, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Insbesondere dann, wenn noch andere Symptome wie Erbrechen oder Durchfall hinzu kommen. Zum Glück ist das selten notwendig und die unangenehmen Beschwerden bessern sich, sobald die unnötige Luft den Bauch – teilweise unter deutlicher Geruchsbelästigung für die Umwelt – wieder verlassen hat.

Durchfall bei Babys

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Stuhlgang bei Babys

Was ist normal, was nicht?

Woran erkenne ich, ob mein Baby Durchfall hat?

Viele Eltern fragen sich: Ist es nun Durchfall oder nicht? Denn Neugeborene haben eigentlich immer sehr weichen, dünnflüssigen Stuhlgang. Der Stuhlgang Ihres Babys hängt sehr davon ab, ob es die Brust oder die Flasche bekommt. Was bei einem gestillten Kind in der Windel landet, ist für gewöhnlich gelblich, oft mit weißlichen Flocken durchsetzt, eher weich oder flüssig und erfolgt mehrmals am Tag.
Manchmal wird ein neugeborenes Brustkind während oder direkt nach dem Stillen die Windel füllen. Da sich Babys Magen füllt und die Milch seinen gesamten Verdauungstrakt anregt, kommt es dadurch umgehend zur Entleerung. Innerhalb eines Monats haben die meisten Brustkinder ein- bis zweimal täglich Stuhlgang, mache aber auch noch fünfmal – und manche haben nur alle zehn Tage einmal Stuhlgang – all das ist noch normal.
Flaschenkinder haben einmal pro Tag Stuhlgang, der ziemlich fest ist.
Weicher Stuhl ist normal. Beginnt Ihr Kind häufig übelriechenden, wässrigen, schleimigen Stuhl auszuscheiden, es Fieber hat oder scheinbar an Gewicht verliert, könnte es Durchfall sein und Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen. Meist trinkt ein Baby dann auch wenig.

Was verursacht Durchfall?

Man stelle sich den Darm als ein Rohr vor, das von innen mit einer Tapete beklebt ist. Wenn es zu einer Schädigung dieser Tapete (Schleimhaut/ Darmzotten) kommt, fließt die Nahrung schneller hindurch und der Darm kann die Nährstoffe nicht genügend schnell aufnehmen und verliert gleichzeitig Wasser. Vor allem im Enddarm kann durch die beschleunigte Darmpassage das Wasser nicht wieder zurückgeholt werden und es kann zur Austrocknung kommen.
Typische Auslöser sind Magen-Darm-Infektionen – meist durch Viren oder Bakterien, vor allem durch Rotaviren. Auch Erkältungen können von Durchfall begleitet sein.
Andere – seltene – Gründe für Durchfall könnten sein:

  • Antibiotika
  • übermäßiger Genuss von Obst oder Säften
  • Lebensmittelvergiftungen
  • Allergien
  • Enzymmangel (sehr selten!)

Wie sollte ich Durchfall behandeln?

Egal ob Sie Ihr Baby stillen oder die Flasche geben: Bleiben Sie dabei. Bei älteren Babys probieren Sie es mit kleinen Schlucken Wasser oder Elektrolyte. Verzichten Sie auf gesüßte Getränke wie Cola, Getränke mit Traubenzucker und unverdünnte Fruchtsäfte (unabgebauter Zucker zieht Wasser in den Darm und kann Durchfall verursachen).

Verwenden Sie Medikamente gegen Durchfall nur dann, wenn sie von Ihrem Arzt verschrieben wurden. Aber meistens helfen sie nicht.

Sind Brustkinder weniger betroffen von Durchfall?

Ja. Bestimmte Elemente der Muttermilch hemmen das Wachstum der Mikroorganismen, die Durchfall verursachen.

Sollte ich meinem Kind keine feste Nahrung mehr geben?

Ärzte empfehlen, Kindern weiterhin feste Nahrung zu geben, wenn sie gerade dazu übergehen, mit den Fingern und am Tisch zu essen. Einzige Ausnahme: Sie müssen sich ständig übergeben.
Sie können Ihrem Kind im Alter von fünf bis neun Monaten Bananen, Reis, Apfelpüree und trockenen Toast geben. Bitte keine Diättage, die Kinder bekommen sonst nur zu wenig Kalorien. (Kinderärzte nennen dies frühe Realimentation). Wenn Ihr Kind schon älter ist, versuchen Sie ihm kleine Mengen Huhn und stärkehaltige Lebensmittel wie Kartoffelbrei und Nudeln zu geben. Ideal ist auch Hühnersuppe mit Karotten.
Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr Kind nichts essen mag. Trinken ist deutlich wichtiger!

Wann muss ich den Arzt um Hilfe bitten?

Durchfall ist unbedenklich, wenn er nur ein paar Stunden anhält und nach einiger Zeit von selbst wieder geht. Sollte Ihr Kind losen und wässrigen Stuhl für mehr als 24 Stunden haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Das größte Problem beim Durchfall ist das Austrocknen. Zögern Sie nicht, Ihren Arzt aufzusuchen, wenn Ihr Kind diese Anzeichen von mangelhafter Flüssigkeitsaufnahme oder Flüssigkeitsverlust aufweist:

  • trockene Haut oder Lippen
  • Teilnahmslosigkeit
  • seltener Lidschlag
  • eingefallene Augen
  • tränenloses Weinen
  • eingefallene Fontanelle
  • verfärbte Hände und Füße
  • stark gelblicher Urin oder verminderte Abgabe von Urin (weniger feuchte Windeln).

Sie sollten auch Ihren Arzt aufsuchen, wenn Ihr Kind eines der folgenden Symptome zeigt:

  • Ihr Kind will weder essen noch trinken
  • Fieber bleibt und Durchfall
  • Blut im Stuhl
  • Der Durchfall wird von Erbrechen begleitet
  • Der Unterleib bläht sich auf

Diese weiteren Symptome sind ungewöhnlich, aber ein Grund zur Besorgnis.
Wenn sich Ihr Baby während eines Durchfallanfalls nicht sehr wohl fühlt, versuchen Sie es zu trösten und es ihm so angenehm wie möglich zu machen. Halten Sie Ihr Baby trocken. Seien Sie vorsichtig und sanft, wenn Sie Ihrem Baby die Windeln wechseln, da Babys Po durch den Durchfall leicht gereizt ist. Verwenden Sie eine Schutzcreme, um Reizungen vorzubeugen, wenn der Durchfall mehr als einen Tag andauert. Sie können sicher sein: Ihr Baby wird bald wieder fit sein.

Kann man Durchfall vorbeugen?

Gründliche Hygiene reduziert das Risiko von Durchfall, da die Mikroorganismen, die den Durchfall verursachen, schnell von der Hand zum Mund gelangen. Waschen Sie gründlich für mindestens 15 Sekunden Ihre Hände mit einer antibakteriellen Seife, nachdem Sie verschmutze Windeln angefasst haben oder auf der Toilette waren. Toilette waren.
Zuletzt überarbeitet: April 2018

Durchfall beim Baby

20. Januar 2020 6 Min.

Durchfall tritt bei Babys sehr häufig auf. In vielen Fällen ist diese Verdauungsstörung lediglich ein Symptom einer Haupterkrankung, beispielsweise einer Darminfektion. Der Körper reagiert mit Durchfall, um den Körper von Erregern zu reinigen. Wichtig ist, dass die kleinen Patienten nicht zu viel Flüssigkeit verlieren.

Durchfall zeigt sich als wässriger Stuhl. Als Faustregel gilt, dass eine Durchfallerkrankung vorliegt, wenn ein Säugling fünfmal oder häufiger am Tag dünnen Stuhl hat, bei älteren Kindern dreimal täglich. Durchfall wird häufig von Bauchschmerzen, Unwohlsein und/oder Erbrechen begleitet. Durch den Flüssigkeitsverlust sind die erkrankten Babys häufig schlapp und müde. Viele Kinder entwickeln zeitgleich für ein bis zwei Tage Fieber.

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Insbesondere wenn das Baby Blut ausscheidet, ist Vorsicht geboten – es sollte unverzüglich ärztlich untersucht werden.

Ursachen für Durchfall bei Kindern

Durchfall kann durch sehr viele Faktoren entstehen, in der Regel sind Bakterien oder Viren die Übeltäter. Eine klassische Darminfektion kann leicht über Trinkwasser oder Lebensmittel entstehen. Die Ansteckung muss längst nicht über Kontakt mit anderen Erkrankten erfolgen.

Weitere häufige Ursachen für Durchfallerkrankungen bei Babys sind Lebensmittelvergiftungen, beispielsweise durch verdorbene Lebensmittel, Pilze oder Lebensmittelallergien hervorgerufen. Leidet Ihr Baby regelmäßig unter Durchfall, sollten Sie prüfen lassen, ob eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel vorliegt.

Häufige Auslöser einer allergischen Reaktion sind:

  • Kuhmilch
  • Gluten (Getreide)
  • Meeresfrüchte
  • Erdbeeren
  • Nüsse

Manche Kinder reagieren übrigens schlicht auf Stress und Unruhe kurzzeitig mit Durchfall. In anderen, seltenen Fällen leiden die Kinder jahrelang unter chronischem Durchfall, ohne, dass je eine Ursache ausfindig gemacht wird.

Durchfall beim Baby: Was tun?

Im Normalfall ist es nicht sinnvoll, den Durchfall beim Baby mit entsprechenden Medikamenten zu stoppen. Denn es ist wichtig für den Körper, die Verursacher aus dem System zu entfernen. Das geschieht nun einmal über die Ausscheidungen des Kindes.

Eltern fragen sich dennoch, was sie tun können, um ihrem Baby bei Durchfall zu helfen. Die Antwort: Den Flüssigkeitshaushalt des erkrankten Babys stabil halten. Das bedeutet: Viel trinken!

Hinweis: Ein Flüssigkeitsverlust kann für ein Baby schnell gefährlich werden. Hat es länger als sechs Stunden Durchfall oder zeigen sich Anzeichen wie trockene Lippen oder liegt das Baby teilnahmslos da, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Stillkinder erhalten bei Durchfall weiterhin wie gewohnt Muttermilch. Babys, die Flaschennahrung bekommen, brauchen ebenfalls nichts Anderes. Nur, wenn nötig, kann der Kinderarzt eine reichhaltige Spezialnahrung verschreiben.

Bei Durchfall verliert das Kind viel Flüssigkeit, dadurch kann der Mineralhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Dem kann mit der Gabe einer Elektrolytlösung effektiv entgegen gewirkt werden. Entsprechende Präparate für Babys sind als Pulver in der Apotheke frei erhältlich. Die Lösung kann mit Tee oder Milchnahrung angerührt werden. Kinder, die ausschließlich gestillt werden, können eine Elektrolytlösung während des Stillens mit einer Spritze nach und nach verabreicht bekommen. Elektrolyte zeigen sehr schnell ihre Wirkung. Dem Baby geht es oft schon nach einem halben Tag deutlich besser.

Durchfall: Flüssigkeitsverlust beim Baby ausgleichen

In der Apotheke gibt es portionierte Beutel zur Herstellung einer Elektrolytlösung, die den Wasser- und Elektrolytverlust bei Durchfall ausgleicht. Der Inhalt eines Beutels enthält die optimale Zusammensetzung an Salzen, Mineralstoffen sowie Glucose und wird in Wasser aufgelöst. Die Lösung sollte mit wenigen Minuten Abständen in kleinen Mengen verabreicht werden. Zur genauen Dosierung lesen Sie die Hinweise der Packungslage oder befragen dazu den Apotheker.

Durchfall bei Kindern über sechs Monaten

Ab vier Monaten können Babys Beikost erhalten. Babys, die an Durchfall erkrankt sind und bereits Brei oder sogar normale Familienkost essen, können Lebensmittel bekommen, die den Durchfall lindern. Dazu gehören:

  • Karottenbrei
  • gekochte Kartoffeln
  • geriebene Äpfel (roh)
  • aufgeweichter Zwieback

Tipp: Reisschleim ist ein bewährtes Hausmittel gegen Durchfall. In der Apotheke gibt es ein mit Elektrolyten angereichertes Instantpulver zu kaufen. Wer den Reisschleim selber herstellen möchte, streut in 100 ml gekochte Reismilch feine Reisflocken ein. Der Brei quillt etwas und wird mit der Zeit sämig. Ein wenig Salz und etwas Traubenzucker unterstützen die Mineralstoffversorgung des Kindes zusätzlich.

Fazit

Durchfall ist eine häufige Erkrankung bei Säuglingen, Babys und Kleinkindern. Dabei ist der Durchfall oft ein Symptom für eine andere Haupterkrankung, beispielsweise für eine Virusinfektion oder eine leichte Nahrungsmittelvergiftung. Auch eine Lebensmittelunverträglichkeit kann sich durch Durchfall bemerkbar machen.

Der Durchfall muss meist nicht gesondert behandelt werden. Viel wichtiger ist es, darauf zu achten, dass das Baby viel trinkt, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Grundsätzlich sollten Kinder, die länger als zwei Tage am Stück Durchfall haben, vom Kinderarzt untersucht werden.

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