Die pille für männer

Pille für den Mann

Veröffentlicht von cyclotest 21.10.2019 Kategorie(n): News, Wissenswertes

Gibt es neue Studien zur Pille für den Mann?

Unter dem Begriff „Pille für den Mann“ kursieren seit Jahren verschiedene Verhütungsmethoden. Allen gemein ist, dass sie sich im Versuchsstadium befinden. Man versteht unter der „Pille für den Mann“ nicht nur ein oral einzunehmendes Präparat, sondern auch beispielsweise Implantate, Spritzen oder Gels.

Die Pille für die Frau ist ein sicheres Verhütungsmittel, aber lässt sich dieses Verhütungsprinzip auch auf Männer übertragen? Experten forschen schon lange an einem Verhütungsmittel für Männer. Oft liest man dann, dass die „Pille für den Mann“ kurz vor der Freigabe stehe. Tatsächlich hört man dann aber nichts mehr davon.

Die Schwierigkeit beim Mann besteht darin, dass mit der Pille nicht eine Eizelle aufgehalten werden muss wie bei der Frau. Es müssen vielmehr zwischen 20 und 150 Millionen Spermien lahmgelegt werden. Es stellt also schon allein die schiere Menge eine Herausforderung dar.

Außerdem ist ein Mann in der Regel immer fruchtbar, während die fruchtbaren Phasen der Frau im Monat begrenzt sind. Dies alles erklärt schon ein Stück weit, warum es eine solche Pille noch nicht gibt.

Wie wirkt die Pille für den Mann?

Um die Wirkweise zu verstehen, muss man die verschiedenen Methoden separat betrachten. Der Grund liegt darin, dass die Ansätze unterschiedlich sind.

Männer-Pille: Kombination aus Androgen mit Progesteron

Zurzeit entfachen US-Forscherinnen aus Los Angeles und Washington neue Hoffnung und erwarten von einem Mittel namens 11-beta-MNTDC Fortschritte. Der Stoff 11-beta-Methyl-19-Nortestosteron ist eine Kombination des männlichen Hormons Androgen mit dem weiblichen Hormon Progesteron.

Das Ergebnis laut Wissenschaftlerin Prof. Wang: Das Präparat unterdrückt die Hormonproduktion im Gehirn, die die Spermienproduktion in den Hoden kontrolliert. Bislang wurde aber nur die Sicherheit des Mittels und nicht seine Wirksamkeit getestet.1 Dazu erhielten 10 von 40 Männern ein Placebo und 30 das neue Präparat. Die Ergebnisse zeigen, dass das Mittel im Gehirn die Produktion der beiden Hormone unterdrückt.

Das Forscherteam startet nun eine nächste Studie. Die Wissenschaftler testen dann, ob tatsächlich die Spermienproduktion eingeschränkt und eine ungewünschte Schwangerschaft verhindert werden kann. Wissenschaftler schätzen allerdings, dass es noch 10 Jahre dauert, bis die Pille für den Mann auf den Markt kommen könnte.

DMAU als Wirkstoff der Männer-Verhütungspille

Das gleiche Forschungsteam untersuchte bereits 2018 den Wirkstoff Dimethandrolon Undecanoat (DMAU), von dem es sich größere Fortschritte erhoffte. Beim Wirkstoff DMAU beruht die Wirksamkeit auf einer hormonellen Senkung des Testosteronspiegels, wodurch die Spermienproduktion blockiert wird.

Die Ergebnisse einer Studie mit 100 männlichen Teilnehmern zeigte, dass durch die tägliche Einnahme einer Pille mit DMAU die körpereigene Testosteronproduktion in den Hoden signifikant abnahm. Dadurch wurde die Spermienproduktion unterdrückt. Zudem wurde die Konzentration von zwei weiteren für die Spermien notwendigen Hormonen blockiert.

Pille für den Mann der WHO

Die WHO testete von 2009 bis 2011 eine Injektionsmethode. Bei dieser Methode wurde Testosteron und Gestagen injiziert. Dieser Test wurde jedoch aufgrund der negativen Folgen abgebrochen.

Pflanzliche Männer-Pille

2010 und 2012 wurde in Indonesien eine Substanz der Pflanze Gendarussa getestet. Diese Pflanze wird dort von Männern schon lange als Teeaufguss zur Verhütung getrunken. Die Pflanze entfaltet ihre Wirkung aufgrund der Hemmung bestimmter Enzyme, die für das Eindringen des Spermiums in die Eizellen notwendig sind. Damit erfolgt kein Eingriff in die eigentliche Spermienreifung.

Die Tests ergaben eine Verhütungsquote von 99 % bei sehr geringen negativen Auswirkungen. Die Fruchtbarkeit war wenige Tage nach dem Stopp des Tees wieder normal.

Nebenwirkungen der Männer-Pille

Laut Forscherteam sind die Nebenwirkungen des Mittels namens 11-beta-MNTDC nicht riskanter oder weniger riskante im Vergleich zur Antibabypille. Als häufigste Nebenwirkungen wurden Müdigkeit, Kopfschmerzen, Reduzierung der Libido und Akne festgestellt.

Bei einer ersten Studie mit der Einnahme von Dimethandrolon Undecanoat wurden Nebenwirkungen wie leichte Gewichtszunahme sowie leichte Abnahme von HDL (das sog. „gute“ Cholesterin) beobachtet. Niedrige Testosteron-Werte, die durch das Präparat hervorgerufen werden, können weiterhin zu Brustwachstum und Depressionen führen.

Die Injektionsmethode der WHO, die sich wegen ihrer Nebenwirkungen nicht durchsetzen konnte, führte bei ca. 10 % der Probanden zu Depressionen, Gewichtszunahme und Hautproblemen – also Auswirkungen, wie man sie auch von den Nebenwirkungen der Pille für die Frau kennt.

Die Nebenwirkungen der Gendarussa-Einnahme sind hingegen sehr gering – hier wird nur von einer möglicherweise erhöhten Libido und leichter Gewichtszunahme berichtet. Allerdings steht eine zwölfmonatige Studie noch aus.

Wie sicher wäre die Pille für den Mann?

Zur Sicherheit der Pille für den Mann liegen natürlich noch keine aussagekräftigen Zahlen vor, da die Methoden noch nicht gründlich erforscht sind.

DMAU wird derzeit in einer Langzeitstudie getestet, um die Sicherheit dieser Verhütungsmethode einstufen zu können. In der ersten Studie haben die Forscher allerdings nur Bluttests durchgeführt, deren Ergebnisse zeigten, dass durch den geringen Testosteronspiegel im Blut theoretisch keine Spermien mehr produziert werden können. Allerdings haben die Forscher keine Spermien mittels eines Spermiogramms gezählt. Ob die Männer tatsächlich unfruchtbar durch das Medikament waren, steht daher nicht sicher fest.

Im Fall der Verhütung mit Gendarussa wurde in drei klinischen Studien eine Sicherheit von 99 % nachgewiesen. Sollte sich dieser Wert in Langzeitstudien bewahrheiten, würde es sich bei dem Tee um ein sehr sicheres Verhütungsmittel handeln. Bis dahin gilt natürlich: Abwarten und Tee trinken (und anders verhüten)!

Welche Alternativen gibt es zur Pille für den Mann?

Alternativen zu der noch nicht vorhandenen Pille für den Mann gibt es kaum – zumindest für Männer. Die Verhütung für den Mann bietet derzeit nur wenige Optionen. Da bleibt eigentlich nur das Kondom oder, als endgültigere Alternative, die Vasektomie bzw. Sterilisation, bei der die Samenleiter durchtrennt werden.

Verhütung ist daher oft Frauensache. Für das weibliche Geschlecht steht ein viel größeres Repertoire an Verhütungsmethoden bereit. Abgesehen von den hormonellen Verhütungsmitteln wie der Antibabypille gibt es hier auch eine große Auswahl an hormonfreien Methoden.

Die hormonfreie Verhütung ist eine gute Alternative zur Pille. Hier kann beispielsweise der Mann Verantwortung in der Familienplanung übernehmen, indem er sich um die Methode in der fruchtbaren Phase kümmert.

Verhütung: Pille für den Mann laut Forschern fast startklar

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Mann bekommt eine einfache Alternative: Neben dem Kondom könnte bald auch eine Pille für Männer die Empfängnisverhütung sicherstellen. Ein US-Forscherteam hat einen Wirkstoff gefunden, der die körpereigene Testosteronproduktion in den Hoden und so die Spermienproduktion stoppen soll.

11-Beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodekylcarbonat, kurz 11-Beta-MNTDC, heißt der Stoff, der schon jetzt als neue Verhütungshoffnung gilt. Christina Wang vom Los Angeles Biomedical Research Institute (LA BioMed) erklärte: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Pille … die Spermienproduktion reduziert, aber die Libido aufrecht hält.“ Demnach könnte das Mittel in rund zehn Jahren auf den Markt kommen. Derart langwierige Prozesse sind bei der Zulassung von Medikamenten keine Seltenheit.

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40 gesunde Männer hatten die Pille oder ein Placebo 28 Tage lang getestet. Das Ergebnis: Nebeneffekte wie Akne oder Kopfschmerzen traten fast gar nicht auf. Dafür berichteten fünf Männer von einer leichten Reduktion ihrer Lust, zwei gaben an, eine leichte erektile Dysfunktion erlebt zu haben. Bei allen Teilnehmern sank die Testosteron-Konzentration deutlich, bei einigen nahm diese Reduktion krankhaftes Ausmaß an.

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Stephanie Page von der University of Washington in Seattle, die die Ergebnisse am Sonntag vorstellte, glaubt dennoch an den baldigen Durchbruch. „Wir arbeiten parallel an zwei oralen Verhütungsmitteln, um das Feld der Verhütungsmedizin voranzubringen und den besten Wirkstoff zu finden“, sagte Page. Noch im vergangenen Jahr hatte das Forscherteam einen ersten potenziellen Wirkstoff präsentiert, der noch wesentlich schlechtere Ergebnisse im Test erzielte.

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Berlin Bisher ist Verhütung sehr oft Frauensache. Das liegt am Komfort der Antibabypille. Nun soll die Variante für Mann bald marktreif sein.

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Für viele Männer ist die einfachste Variante der Verhütung, dass die Frau sich darum kümmert. Denn ihm bleibt vor allem das Kondom. Sie hat verschiedene Möglichkeiten. Und der Mann damit auch eine gute Entschuldigung, sich aus dem Thema herauszuziehen. Das könnte sich bald ändern.

Denn Paare, die verhüten wollen, aber zum Beispiel keine Lust auf Kondome haben, können zukünftig offenbar leicht eine Alternative finden – denn eine Testphase für die Antibabypille für den Mann war erfolgreich. Ein weiterer Schritt für mehr Gleichberechtigung in sexuellen Beziehungen.

Laut der „Endocrine Society“, einer renommierten Medizin-Organisation, wurde in den USA eine neue Pille getestet – und die Ergebnisse in Sachen Verträglichkeit und Sicherheit machen den Forschern Hoffnung.

Antibabypille für den Mann – komplizierter Name, große Wirkung

Die Verhütungspille, mit der experimentiert wird, trägt den komplexen Namen 11-beta-Methyl-19-Nortestosteron- Dodecylcarbonat (11-beta-MNTDC). Es handelt sich dabei um ein modifiziertes Testosteron, so Studienleiterin Christina Wang (Los Angeles Biomed Research Institute). Sie wird in einer Mitteilung des Instituts zitiert.

40 Männer nahmen 28 Tage lang Pillen ein – 30 bekamen das echte Mittel, zehn als Vergleichsstudie ein Placebo, unwissentlich. Bei den Männern, die die echte Pille bekamen, sank die Menge des Hormons, das für die Sperma-Produktion zuständig ist. Allerdings, so die Forscher, seien 28 Tage nicht genug für abschließende Beurteilungen.

„Bei den Männern der Verum-Gruppe sank der mittlere Testosteron-Spiegel in gleichem Maße wie bei einem Androgenmangel. Die Probanden berichteten allerdings nicht von schweren Nebenwirkungen“, berichtet die „Ärzte-Zeitung“ aus der Mitteilung.

Einige Nebenwirkungen seien vereinzelt bemerkt worden:

• Müdigkeit

• Akne

• Kopfschmerzen

• Potenzprobleme

Allerdings: Die Pille für die Damen hat auch zahlreiche Nebenwirkungen. Bei keinem der Teilnehmer der Studie für die Männerpille waren sie so ausgeprägt, dass jemand abgebrochen hat.

Stephanie Page von der University of Washington in Seattle, die die Ergebnisse vorgestellt hat, glaubt daran, dass das Medikament bald massenmarkttauglich sei. Es sei eins von zwei Mitteln, an denen gearbeitet werde – allerdings sei die Alternative vor einem Jahr eher durchgefallen, die Ergebnisse waren deutlich schlechter.

„Das Ziel ist, den Mittelweg zu finden zwischen größtem Effekt und geringsten Nebeneffekten“, sagte Page. In vielen Beziehungen gebe es eine Bereitschaft des Mannes, mehr zur Verhütung beizutragen. Generell wird immer wieder darüber gestritten, wessen Aufgabe es ist und wer dafür zahlen sollte.

Zuletzt hatte es in Deutschland weniger Diskussionen um Verhütung, dafür umso mehr um Abtreibung gegeben. Dabei ging es um

(ses)

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Die Pille für den Mann

(ljubaphoto / iStockphoto)

An einer Verhütungspille für den Mann wird seit Jahrzehnten geforscht. Wann eine Umsetzung realistisch ist und wie die Pille dann wirken könnte.

Eines Vorweg: Es dauert länger als gedacht. Australischen Forschern zufolge soll erst in fünf bis zehn Jahren eine Verhütungspille für den Mann auf den Markt kommen, die dann erstmals keine Nebenwirkungen hat.

Zwar wird schon Jahrzehnte an einer Pille für den Mann geforscht, bisher kritisierten Testpersonen aber eine Vielzahl von Nebenwirkungen.

Bis dahin bleiben die sichersten Alternativen für Männer Kondome oder die Sterilisierung per Vasektomie, bei der die Samenleiter durchtrennt oder abgeklemmt werden. Ein Eingriff, der sich allerdings nur schwer oder gar nicht rückgängig machen lässt.

Australische Forscher arbeiten derzeit an der Entwicklung einer oral einzunehmenden, hormonfreien Pille, die den Spermientransport während der Ejakulation verhindert. Die Spermien sind also vorhanden, bewegen sich aber nicht.

In Studien konnte bereits gezeigt werden, dass das gelingt, wenn zwei Proteine, die den Spermientransport auslösen, gleichzeitig gehemmt werden. Fruchtbarkeit, Libido und Gesundheit sollen dabei keinen Schaden nehmen.

Durch den hormonfreien Wirkstoff sollen die Spermien nicht beschädigt werden und die Fruchtbarkeit wird nach dem Absetzen der Pille wiederhergestellt.

++ Mehr zum Thema: Verhütung für den Mann ++

Bisherige Versuche die Pille für den Mann auf den Markt zu bringen

Kommt eine solche Pille für den Mann tatsächlich auf den Markt, wäre das aus medizinischer Sicht bahnbrechend.

Denn: Bisherige Ansätze beruhten darauf, die Spermien durch Hormone oder Mechanismen unfruchtbar zu machen. Das hatte jedoch auch Auswirkungen auf die Sexualität und die langfristige Fruchtbarkeit der Männer. Zudem beklagten die Probanden unangenehme Nebenwirkungen, die eine Markteinführung solcher Präparate bisher verhinderte.

So auch bei einer großangelegten Studie der WHO, die 2011 mehr als 300 Männern eine Hormonpille testen ließ. Aufgrund von Begleiterscheinungen wie Depressionen, Akne und Libidoverlust, beendeten 20 Teilnehmer den klinischen Versuch vorzeitig.

Diese Ergebnisse wurden erst 2016 veröffentlicht und ernteten von einigen Frauen große Kritik: Denn Begleiterscheinungen wie Depressionen und Stimmungsschwankungen würden bei der Antibabypille für die Frau als akzeptabel gelten.

++ Mehr zum Thema: Nebenwirkungen der Antibabypille ++

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Autoren:
Dr. Britta Bürger (Erstautorin 2001), nh (2019)
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. Julia Wild

Aktualisiert am: 08.03.2019 | 13:17

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Was passiert, wenn Männer die Pille nehmen? Zu peinlich zu fragen

  • Nimmt ein Mann eine einzige Pille, wird wohl nicht viel passieren. Die Konzentration des Östrogen ist nicht so hoch, dass eine Pille hier Schaden anrichten würde.
  • Würden Sie als Mann die Pille jedoch über einen längeren Zeitraum einnehmen, käme es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verweiblichung des Körpers. Diese würde zum Nachlassen des Bartwuchses und zur Veränderung der Figur führen: Männer würden wohl eher an den Hüften statt am Bauch zunehmen.
  • Es würden nicht tatsächlich Brüste wachsen, aber es käme wohl zu einer vorübergehenden Wassereinlagerung, die wie weibliche Brüste aussehen.
  • Neben sichtbaren Zeichen der Verweiblichung des Körpers hätte die längere, stetige Einnahme der Pille auch negative Auswirkungen auf die Spermienproduktion und Potenz.
  • Manche Transsexuelle nehmen die Antibaby-Pille genau aus diesem Grund: um einen weiblicheren Körper zu bekommen. Davon ist jedoch in jedem Falle abzuraten. Transsexuelle sollten sich an einen Endokrinologen wenden, wenn es um Hormontherapie geht.

Komplexe Hindernisse

Die Gründe dafür sind vielfältig, sagt Richard Anderson, Verhütungsexperte und Professor für Fortpflanzungsmedizin an der Universität Edinburgh, im Interview mit dem KURIER. „Einige Ursachen betreffen die Biologie, andere sind struktureller Natur.“ Die größte biologische Herausforderung sei, dass „Männer täglich Millionen Samenzellen produzieren, während Frauen nur einmal im Monat einen Eisprung haben“. Es sei medizinisch gesehen einfacher, die Reifung der Eizelle mittels Hormongaben zu verhindern, als die kontinuierliche Bildung von Spermien zu hemmen. Auch darüber hinaus gibt es Hürden: „Die Entwicklung von Hormonpräparaten für Männer war für die Industrie in der Vergangenheit nicht wirklich eine Priorität.“ Von wissenschaftlicher Seite gebe es durchaus ein breites Forschungsinteresse, „an finanziellen Investitionen in entsprechende Projekte mangelt es aber nach wie vor“.

Bislang waren es auch unerwünschte Begleiterscheinen, die umfangreiche Versuchsreihen und letztendlich eine Markteinführung blockierten. 2011 scheiterte ein Forschungsprojekt der Weltgesundheitsorganisation (WHO), an dem auch Anderson beteiligt war, mit einer zuverlässigen Hormonspritze für Männer im klinischen Versuch. 20 der über 300 Teilnehmer beendeten die Studie wegen Nebenwirkungen wie Depressionen und Libidoverlust vorzeitig.

Dass gerade die Nebenwirkungen des Medizinprodukts dessen Etablierung verhindern, stößt vielen Frauen sauer auf. Der Vorwurf: Was Frauen als Folge der Einnahme der Pille seit Jahrzehnten ertragen müssen, würde die Wissenschaft Männern einfach nicht zumuten wollen.

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