Der name kevin

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„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“

Die Wahrheit klingt hart, doch Tatsache ist, dass Kinder mit bestimmten Vornamen von Lehrern schlechter beurteilt werden. Kevin, Justin oder Chantal werden oft mit Leistungsschwäche oder Verhaltensauffälligkeit assoziiert.

Der Vorname beeinflusst das Leben eines Menschen heute mehr denn je. Studien zufolge können Vornamen sogar gegenstandslose Vorurteile auslösen, insbesondere bei Lehrern oder Vorgesetzten. Dieses Phänomen wird mittlerweile auch als „Kevinismus“ oder „Chantalismus“ bezeichnet.

Vorurteile gegen Vornamen

Eine Studie der Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser und ihrer Mitarbeiterin Julia Kube von der „Arbeitsstelle für Kinderforschung“ zeigt, dass Vornamen durchaus eine Auswirkung auf die Bildungschancen von Kindern haben. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden 2000 Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer anonym befragt. Das Ergebnis: Freundlicher und leistungsstärker auf Lehrer wirken Vornamen wie Charlotte, Sophie, Marie, Hannah, Alexander, Maximilian, Simon, Lukas oder Jakob. Vorurteile wie Leistungsschwäche oder Verhaltensauffälligkeit erwecken die Vornamen Chantal, Mandy, Angelina, Kevin, Justin oder Maurice.

Der Vorname Kevin hat sich zum Stereotypen für einen „verhaltensauffälligen“ Schüler entwickelt. In einem Fragebogen der Oldenburger Studie wurde der Vorname so kommentiert: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“. Die unbewusste Beeinflussung der Lehrer durch die Vornamen der Schüler könne dazu führen, dass Kinder bereits in der Grundschule in Schubladen gesteckt werden. Der weitere Bildungs- und Lebensweg der Kinder würde durch die Vorurteile, die man gegen ihren Vornamen hegt, maßgeblich beeinflusst.

Vornamen beeinflussen Noten

In einer weiteren Erhebung im Rahmen ihrer Masterarbeit untersuchte Kirsten Becker, Pädagogikstudentin an der Universität Oldenburg, den Zusammenhang von Vornamen und Notengebung. „Bekommen Schüler bessere Noten, nur weil sie Maximilian und Charlotte anstatt Kevin und Celina heißen?“ verdeutlicht Kaiser den Ansatz der Vornamensforschung. Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, ließen die Wissenschaftlerinnen über 200 Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer schriftliche Aufgabenlösungen von Kindern benoten. Dabei waren die selben Lösungen mal mit negativ, mal mit positiv konnotierten Vornamen belegt. Das Ergebnis: Lösungen, die mit Vornamen versehen waren, die Vorurteile hervorrufen, bekamen eine schlechtere Bewertung, als die gleichen Ergebnisse von positiv belegten Vornamen. Insbesondere männliche, negativ konnotierte Vornamen wurden dabei schlecht bewertet.

Sensibilisierung für Vorurteile

Insgesamt handelt es sich bei der unterschiedlichen Vergabe der Schulnoten zwar nur um geringe Abweichungen, so dass sie im Schulnotensystem nicht einmal ein Viertel der Gesamtnote ausmachten. Die Ergebnisse der Studien sollen Lehrerinnen und Lehrer aber dazu animieren, ihre eigenen Vorurteile zu überprüfen. „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Pädagogen stärker für die Gefahr solcher Vorurteile zu sensibilisieren“, betont Kaiser. Die Lehrer müssten für die Existenz der Vorurteile gegen bestimmte Vornamen sensibilisiert werden. Nur so könne man eine vorurteilsbewusste Erziehung vorantreiben.

Vorsicht, Chantalismus: Ronny-Sexmus und Co.

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„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“

Alle Menschen haben Vorurteile, das ist nichts Besonderes. Wenn aber Grundschullehrer Vorurteile gegenüber ihren Schülern haben, weil sie mit deren Vornamen automatisch Eigenschaften verbinden, dann kann das zur Fehleinschätzung und Missachtung führen, kann Noten und Lebensweg des Kindes beeinflussen.

Chantal ist frech, Simon ist freundlich

Büffeln für das Leben

Astrid Kaiser ist Pädagogik-Professorin an der Universität Oldenburg und hat eine Studie betreut, in der 500 von 2000 Online Fragebögen ausgewählt und analysiert wurden. Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer konnten darin ihre Erfahrungen und Einschätzungen beschreiben. Das Ergebnis ist deutlich. Namen wie Kevin und Chantal, Mandy, Jacqueline oder Justin werden mit frech, verhaltensauffällig oder gar leistungsschwach verbunden. Kinder hingegen, die Hanna und Sofia, Lucas oder Simon heißen gelten zumeist als leistungsstark und freundlich.

Kevin ist eine Diagnose

Zunächst wurde die Frage gestellt, welchen Namen die Lehrer und Lehrerinnen ihrem Kind auf gar keinen Fall geben würden. Die Tendenz war eindeutig, Kevin und Chantal gehen gar nicht. Anschließend wurden die Pädagogen zur Begründung ihrer Meinung aufgefordert. Die Erklärung war der Forscherin besonders wichtig, um zu sehen, wie die Beurteilungen zustande kamen. Eine große Zahl der Lehrerinnen sagte: „ich habe sehr viele Kevins, die sich auffällig verhalten“ und fügten ihrer persönlichen Erfahrung die Einschätzung hinzu: „so ist es auch, da gibt es keine Ausnahmen“. Ihre zuspitzende Krönung fanden diese Erklärungen in dem Satz einer Lehrerin: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“

Vorurteile sind bekannt

Bringen bestimmte Vornamen wirklich Nachteile in der Schule?

Astrid Kaiser betont, dass es auch schon früher Studien gab, die Vorurteile und deren Wirkung belegen. So bewerteten Lehrer in einem Testfall dieselben Aufsätze unterschiedlich, je nachdem, ob sie glaubten, das Kind habe ein gutes oder schlechtes Elternhaus. Als die Pädagogik-Professorin das Ergebnis ihrer Studie im Spätsommer veröffentlichte, war der Aufschrei groß. „Zu allgemein und verunglimpfend“ befand die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, „eine Beleidigung“ sagten viele Lehrer.

Falsches Lob

Unter den Stellungnahmen fand sich auch viel Zustimmung, aber nicht solche, wie sie sich Astrid Kaiser gewünscht hätte. Denn viele verstärkten nur das hervorgebrachte Vorurteil. So schrieb ein Zahnarzt: “Kevin hat Karies. Das ist so“. Nun bestreitet Astrid Kaiser keineswegs, dass es tatsächlich viele Kevins und Chantals mit schlechten Noten und Verhaltensauffälligkeiten gibt. Es gehe nur darum, nicht alle Kinder mit diesen Namen in einen Topf zu werfen und vorab zu beurteilen.

Jeder hat Vorurteile

Als Lehre aus dem Ergebnis ihrer Studie plädiert Astrik Kaiser für eine vorurteilsbewusste Erziehung. Es gehe darum, sie nicht zu ignorieren, sondern sie zu erkennen und zu überwinden. Entsprechende Kurse gebe es zwar schon in der Lehrerausbildung. Doch die seien Wahl- und keine Pflichtfächer. Dass müsse sich ändern. Solche Kurse seien extrem wichtig. Denn Lehrer kämen meist aus der Mittelschicht und würden deshalb Kinder aus der Unterschicht nicht verstehen, „weil das nicht ihre Welt ist.“ Die Pädagogik-Professorin plant übrigens schon die nächste Studie: sie will untersuchen, welche Noten die Kevins und Chantals der Bundesrepublik vor und nach der Veröffentlichung ihrer Untersuchung bekommen haben. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

Kevin ist kein Massenphänomen

Ein Zeichentrickstar als Namensvorbild

Unter die ersten zehn beliebtesten Vornamen haben es Kevin und Chantal übrigens nie geschafft, weder im Westen noch im Osten Deutschlands. Da stehen die Hannahs und Leonies, die Lukasse und Felixe der Republik. Und zwar schon lange. Trotzdem gibt es Beeinflussungen von kleineren Trends, zum Beispiel durch Film, Fernsehen und Literatur. Bei Kevin waren es vermutlich der attraktive Schauspieler Kevin Costner und auch der Kinderkinohit „Kevin allein zu Haus“. Es gibt aber auch kuriosere Namensvorbilder, wie der Sprachforscher Gerhard Müller von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden weiß. So wurden nach dem erfolgreichen Zeichentrickfilm „Findet Nemo“ auch einige Jungen auf diesen Namen getauft.

Autor: Günther Birkenstock

Redaktion: Conny Paul

Ungerechte Grundschullehrer „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“. Sophie und Alexander haben Glück: Ihre Lehrer halten sie für leistungsstärker als Kinder, die Chantal oder Justin heißdefoncdiniden.cf: Oliver Trenkamp. Bestimmte Vornamen zeigten hierbei besonders charakteristische Ergebnisse bezüglich der Einschätzungen durch die Lehrpersonen. Besonders der Name „Kevin“ stellt sich hierbei als stereotyper Vorname für einen „verhaltensauffälligen“ Schüler heraus. „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“ heißt es in einem Fragebogen. „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“ Der Vorname Kevin hat sich zum Stereotypen für einen „verhaltensauffälligen“ Schüler entwickelt. In einem Fragebogen der Oldenburger Studie wurde der Vorname so kommentiert: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“. Ungerechte Grundschullehrer: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“ Beitrag melden. Begründen Sie knapp, warum es mit diesem Beitrag ein Problem gibt. Sophie und Alexander haben Glück. Eine aussagekräftige Statistik gibt es zu diesem Thema bislang nicht. Vorurteile. Einer an der Universität Oldenburg im Jahr verfassten Masterarbeit zufolge erzeugen bestimmte Vornamen von Schülern tatsächlich Vorurteile auf der Lehrerseite. Der Name Kevin etwa lege den Lehrern nahe, dass der Schüler. „Viele der Befragten gaben an, hundertprozentig sicher zu sein, dass Kinder mit diesem Namen nur problematisch sein können. In einem Fragebogen fand sich der Kommentar ‚Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose’“, so die Oldenburger Forscherin. Leistungsschwäche oder Verhaltensauffälligkeit wurde auch den Namen Chantal, Mandy. Kevinismus ist eine Tatsache, die negative Beurteilung dieses Namens findet statt, ob man das nun schön findet oder nicht. Die ganzen Kommentare, daß Kevin doch ein schöner Name sei und eine schöne Bedeutung habe, sind insofern irrelevant. Ein Name, der im englischen Sprachraum beliebt bzw. “normal” ist, ist das bei uns noch lange nicht.

  • Seite 25 Ungerechte Grundschullehrer: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“
  • Der Lehrerfreund
  • „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“
  • Kevin – kein Name, sondern eine Diagnose
  • Die Vornamensstudie von Julia Kube – Übersicht
  • Vorurteile gegen Vornamen
  • Kevinismus
  • Ergebnisse der Studie

Eine Studie zeigt, dass Grundschulpädagogen Vorurteile gegen bestimmte Vornamen hegen – und manche Kinder deswegen sogar als besonders verhaltensauffällig einstufen.

Zitat von tinolino und seien es die Eltern, die durch ihre Erziehung, ihr Auftreten oder Sozialverhalten den Namensträger prägen. Sie haben Sandy und Mandy vergessen. Das ist nicht verzeihlich. Sandy war die, die nach der „Wende“ mit englischem Genetiv ihre Resterampe eröffnen würde.

Und Mandy würde immerhin noch in Orgasmus-Zuckungen verfallen, bei ihrem heutigen Coffee to go. Kevins Sohn könnte zwar – übersteuert – zu Sokrates geraten Ich kenne nur noch den ersten. Zitat von DanielaMund ich habe neulich einen Vater am Strand beobachtet, der nach „Sigurd“ und „Freya“ gerufen hat – und bei diesen Namen dachte ich an einen Typen, der denn Klassenlehrer immer fragt „Wissen Sie nicht, mit wem Sie’s zu tun haben? Bei Freya denk ich immer an „Sieg, Heil!

Vielleicht übertrieben blond. Als ich ein kleiner Junge war, dachte ich: Wenn ich Vater werden würde, würde ich meinen Sohn Bernward nennen.

Seite 25 Ungerechte Grundschullehrer: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“

Vielleicht ist es der Geht das nur mir so oder ist es anderen auch schon mal aufgefallen, dass sich Namen zuordnend im Gehirn „festfressen“? Damit meine ich das Phänomen, dass Vorname und Gesicht betreffender Person eine eindeutige Zuordnung zueinander herstellen. Sobald man länger jemanden kennt, passt nur dieser Name und kein anderer zu diesem Gesicht. Komisch, wie die Denke das so anstellt. Aber mir der Bezeichnung von Gegenständen verhält es sich ja genau so!

Sogar bei Kevin und Jennifer. Vielleicht gerade. Enttäuschend dagegen die meisten Kommentare.

Der Lehrerfreund

Vieles von der Sorte „Die sind halt auch blöder“, „Ich hab da auch was mit den Assis erlebt“ oder „dieser Name ist aber auch bescheuert“.

Dass Kevins, Justins usw. Das eigentlich Interessante ist aber, dass diese durch den familiären Hintergrund Benachteiligten noch zusätzlich durch das Verhalten der Lehrer benachteiligt werden.

Sollten Kevin und Niklas oder wie auch immer also ein gleich gutes Diktat schreiben so wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dennoch Niklas die bessere Note bekommen. Das ist die Sauerei. Zitat von VevendoVides Nur, wenn es, wie hier, um Lehrerinnen und Grundschulpädagoginnen geht – da klappt es dann nicht mit der weiblichen Form.

Denn wir wollen nicht vergessen, dass weit über 90 Prozent der Pädagogen in der Grundschule Frauen sind; selbstverständlich verdienen sie ja auch Prozent weniger die Presse kann sich noch nicht auf einen verbindlichen Wert einigen als die auch dort dominanten Männer ; Verbeamtete LehrerInnen, aber auch die mit Angestelltenvertrag, verdienen exakt dasselbe, ob Mann oder Frau, ob preiswerter Bayerischer Wald, ehemals Randgebiet am Eisernen Vorhang, oder bonziges München mit Deutschlands höchsten Mieten.

Mittlerweile herrscht in diesem Schulzweig auch in der Führungsetage Schulleitungen, Schulämter, Lehrerausbildung das Matriarchat. Lediglich auf Regierungs- und Kultusministeriumsebene mag, da das Personal normalerweise oft keine Lehrerlaufbahn durchlaufen hat, die übliche Geschlechterverteilung anzutreffen sein. Sofort erkennt auch ein klassenfremder Lehrer auf dem Pausenhof die Nummer eines Störenfrieds und man kann ihn identifizeren und einer gerechten Strafe zuführen.

Schulfremde werden somit auch augenblicklich aus der Masse heraus erkannt. Zitat von Hercules Rockefeller Was soll man da sagen, die Klientel die ihre Kinder vornehmlich mit solchen Namen auszustatten pflegt, hat eben in der Regel „verhaltensauffällige“ Kinder.

Kevin – kein Name, sondern eine Diagnose

Aber eine solche Studie wäre nicht politisch-korrekt Stimmt leider:- Bestimmte Vornamen „.. Kevin ist kein Name sondern eine Diagnose Gruss Sikasuu. Und ich bin sehr, sehr „irritiert“ eher „schockiert“. Was mich „erschreckt“ ist, dass die Grundlage der Artikel eine Masterarbeit ist mit Nachdruck: „nur“ eine Masterarbeit.

Die Vornamensstudie von Julia Kube – Übersicht

Ich kann die Güte der Arbeit nicht einschätzen Anm. Es ist etwas anderes, wenn Zeitungsartikel in der Rubrik „Wissenschaft“ auf Arbeiten verweisen, die auch in wissenschaftlichen Kreisen akzeptiert sind. Damit soll sichergestellt werden, dass die Arbeiten aus wissenschaftlicher Sicht sauber erarbeitet sind es geht dabei nicht darum, ob die Ergebnisse der Arbeiten „opportun“ sind. Professoren oder sonstige wissenschaftliche Mitarbeiter , die nicht notwendig Experten auf dem jeweiligen Gebiet sind.

Es ist möglich, dass die in der Masterarbeit vorgenommene Studie sehr gut ist. Alles andere ist Populismus der übleren Art.

  • Bachelorarbeit guerilla marketing b2b
  • Nochmals: dies ist keine Kritik an der studentischen Arbeit. Zitat von hansen19 es könnte sich möglicherweise herausstellen, dass Kevin unterm Strich schlauer ist als Maximilian und eher zu Studium und Führungsposition taugt. Möglich ist alles, jedoch hängt Kevins IQ mit dem seiner Eltern genetisch zusammen. Sie werden dafür bezahlt, dass sie den Kindern etwas beibringen, und jeder Job hat solche und solche Aufgaben.

    Jeder hat solche und solche Kollegen, also sollten sie nicht murren. Früher wurde der Namen nach einem Heiligen ausgewählt, d. Dem entsprechend hatten wohl auch alle mit einem gewissen Namen ähnliche Eigenschaften, weil der Heilige diese hatte.

    Kevinismus

    Menschen die ihr Kind Kevin nennen sind halt keine Bibel treuen Christen. Vielleicht weil sie nie die Möglichkeit hatten davon etwas zu hören. Ihre Vorbilder sind halt Kevin, der immer alleine zu Hause war. Bei Max und Moritz hätte ich auch ein Vorurteil.

    Ergebnisse der Studie

    Und nach meiner Erfahrung ist ein Horst immer Geld oder Macht gierig. Und an der Börse tummeln sich viele Franks herum. Interessanter wäre eine Statistik die nicht das Vorurteil, sondern Tatsächliche zusammenhänge zwischen Namen und Personen aufzeigen würden. Bei den Katholiken ist der Namenspatron ja besonders wichtig, ob da was dran ist?

    Forum wählen Übersicht Foren zu Ungerechte Grundschullehrer: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“. Beitrag melden. Seite 25 von PML Schall und Rauch? Interessanter Artikel Charles Atane Naiver Umgang mit „Forschungsergebnissen“. QuixX GM64 So unrecht werden die Lehrer dann doch nicht haben. Die aktuellen Top-Themen. Eigene Beiträge anzeigen.

    Name und Namensbedeutung von Kevin

    Kevin in Schreibschrift

    Kevin

    Namensbedeutung von Kevin

    Die Namensbedeutung von Kevin ist „Der Schöne“ oder „Der Anmutige“.
    Die namensgebenden Worte aus dem Gälischen sind caomh (schön) und coim (angenehm).

    Sprachliche Herkunft von Kevin

    Keltisch

    Die Internationalität des Namens Kevin

    Englische Namen

    Kevin ist ein

    Jungennamen

    Der Name Kevin in Gebärdensprache

    Geläufigkeit des Namens Kevin

    Der Name Kevin ist unter den häufigsten deutschen Namen zu finden. Hier die entsprechende Statistik
    Anmerkung: Eine Angabe in „1958-2000“ oder „1900-1930“ bedeutet: „Ja, Platzierung vorhanden“. Datenbasis: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)
    – Anzahl der Top 10 Platzierung des Namens Kevin von 1995 – 2012: 2
    – War Kevin unter den häufigsten Namen von 1958 – 2000: Ja
    – War Kevin unter den häufigsten Namen von 1900 – 1930: Nein
    Der Name Kevin ist aktuell nicht in den Top 10 der häufigsten deutschen Namen zu finden (Jahr 2012), war aber in der Vergangenheit schon mindestens einmal ein beliebter Vorname. Die aktuelle Wahrscheinlichkeit, dass sich später in einer 30 köpfigen Klasse, Kindergartengruppe etc. mindestens 2 Kinder mit dem Namen Kevin befinden, beträgt deutlich unter: 1%

    Der Name Kevin geht zurück auf

    Den Namen Kevin. Kevin war ursprünglich ein Beiname, der auf körperliche Attribute bzw. Eigenschaften hinwies. Kevin ist die englische Variante. Namensgebend war ein irischer Heiliger aus dem 7. Jahrhundert der Caoimhin hieß und Schutzheiliger von Dublin war.

    Der Namenstag für den Namen Kevin ist am

    6. Juni

    Ber&uumlhmte Pers&oumlnlichkeiten mit dem Namen Kevin:

    Kevin Michael Costner: erhielt den Oskar 1991 als Regisseur. US-amerikanischer Schauspieler. Geburtsjahr: 1955.
    Kevin Delany Kline: Oskarpreisträger als Nebendarsteller 1989. amerikanischer Schauspieler. Geburtsjahr: 1947.
    Kevin Spacey Fowler: Oskarpreisträger als Nebendarsteller 1996, Oskarpreisträger als Hauptdarsteller 2000. amerikanischer Schauspieler. Geburtsjahr: 1947.
    Michael Kevin Taylor: Leadgitarrist der Rockgruppe „The Rolling Stones“. britischer Musiker. Geburtsjahr: 1949.

    Mehr Wissenswertes für den Namen Kevin

    Kevin ist ein beliebter Name, was auf bekannte Schauspieler oder Filmfiguren wie Kevin (Kevin allein zu Haus), Kevin Spacey, Kevin Costner zurückzuführen ist.

    Namen, die sprachlich von der selben Grunform abgeleitet sind

    Caoimhin (gälisch)

    Der Name Kevin als Wetterphänomen

    Kevin war ein tropischer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 95 km/h. Es wurden keinerlei Schäden an Land vermeldet. Datum: 03.09.1997.
    Kevin war ein tropischer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 km/h auf dem östlichen Pazifik ohne Schäden zu verursachen. Datum: 29.08.2009.

    Folgende Namen haben am selben Tag Namenstag

    Alice, Bertrand, Kevin, Norbert, Yanna, Ndriqim, Marielena, Klaudius, Falk, Falco, Claudius, Claudio, Claude,

    Namen mit ähnlicher Namensbedeutung (Auszug)

    Aalderd, Aaran, Aarin, Aaro, Aaronandre, Aarondonald, Aaronn, Aarron, Aaryn, Abarrane, Abdul-Mutaal, Abihail, Abir, Abira, Abiram, Abra, Abree, Abriana, Abrienne, Adalhard, Adanne, Aeginae, Aeldrik, Aengus, Aethelhard, Agnessa, Ahisamach, Ahran, Ahren, Aimie-Lee, Aindreas, Airyn, Aitan, Akin, Akinlana, Aldert, Aldonza, Aleeke, Alhhard, Alisya, Allona, Allonia, Almo, Aloise, Alojz, Aloysia, Aloysius, Amald, Amalda, Amall

    Ähnlich klingende Namen

    Andravin, Angevin, Arvin, Calvin, Davin, Edvin, Ervin, Evin, Gervin, Irvin, Kevin, Levin, Marvin, Morvin, Navin, Nevin, Nivin, Parvin, Slavin, Slevin, Tavin, Tevin, Vin, Corvin, Korvin, Alvin, Baldvin

    Folgende Doppelnamen sind passend

    Ähnliche Namen

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    Alle Namen im Überblick

    Jungennamen nach Buchstaben: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

    M&aumldchennamen nach Buchstaben: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

    Namen nach Ländern: Arabisch Chinesisch Englisch Französisch Italienisch Spanisch Japanisch Nordisch

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    Weitere Verwandte Artikel

    In der Schule und im Berufsleben gilt leider immer noch: Der Vorname beeinflusst die Fremdwahrnehmung. Das zeigte eine Befragung unter Lehrkräften.

    Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Deswegen überlegen sie wochen- oder monatelang, wie sie das neue Familienmitglied nennen wollen. Einige entscheiden sich für einen traditionellen Namen, um ihre Familie oder enge Freunde zu ehren. Andere wählen moderne Namen, die ihnen in Filmen, Serien oder beim Stöbern in Büchern und Foren aufgefallen sind. Es gibt auch „Modenamen“, die im Laufe einer Generation häufig auftreten, z. B. „Mandy“, „Kevin“ oder „Finn“.

    Der Vorname des Kindes gibt Aufschluss, z. B. über das Geschlecht, die Generation, die geografische oder ethnische Herkunft oder die Konfession. Leider müssen Eltern schon in der Grundschule damit rechnen, dass der Vorname des Kindes mit Vorurteilen belegt sein könnte – selbst bei den Lehrkräften.

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    Vorurteile von Lehrkräften bei Vornamen

    In einer Studie der Uni Oldenburg zur Assoziation von Vornamen bei Lehrerinnen und Lehrern fanden Erziehungswissenschaftlerinnen heraus, dass es Unterschiede in der Wahrnehmung gibt. So hielten die 500 ausgewerteten Pädagoginnen und Pädagogen Kinder mit den Namen „Kevin“, „Chantal“, „Mandy“, „Cindy“, „Justin“, „Marvin“, „Angelina“ oder „Maurice“ für weniger leistungsstark und stattdessen für eher verhaltensauffällig. Der Name gebe Auskunft über die Herkunft und den sozialen Status des Kindes, woraus die Lehrerinnen und Lehrer erste Rückschlüsse ziehen könnten, erklärte Studienkoordinatorin Astrid Kaiser. Das geschehe häufig unbewusst und unreflektiert. Besser sieht es laut Studie hingegen für die Vornamen „Charlotte“, „Sophie“, „Marie“, „Hannah“, „Nele“, „Katharina“, „Emma“, „Alexander“, „Maximilian“, „Simon“, „Lukas“ und „Jakob“ aus.

    Besonders „Kevin“ kommt unter den Vornamen schlecht weg. Eine Lehrerin schrieb, sie empfinde „Kevin“ nicht als Namen, sondern als Diagnose. Andere Vornamen wurden zusätzlich als zu modisch empfunden, darunter „Jacqueline“, „Marvin“, „Michelle“, „Dennis“, „Marcel“ oder „Pascual“. Die Ungleichheit in den Bildungschancen hängt also teilweise schon von der Wahl des Vornamens ab.

    Vorurteile in der Berufswelt

    Auch Namen, die auf „y“ enden, kommen bei Lehrkräften aber auch Personalern eher schlechter an, z. B. „Mandy“ oder „Cindy“. Kurze Vornamen sind dagegen gern gesehen, z. B. „Mia“ oder „Tim“. Die Namensagentur Endmark untersuchte dazu 750 Männer- und Frauennamen auf ihre Karriereverträglichkeit. Kurz Vornamen seien prägnanter und einprägsamer. So bleibe man bei Personalern leichter im Gedächtnis. Ist der Name zudem auch in anderen Sprachen leicht auszusprechen, erhöht sich die Chance, bei internationalen Kontakten hängen zu bleiben. Sind Eltern mit Migrationshintergrund in Deutschland gut vernetzt und haben einen multiethnischen Freundeskreis, neigen sie eher dazu, ihrem Kind einen deutsch klingenden Vornamen zu geben, um die Karrierechancen zu erhöhen. Karrierekiller seien kombinierte Vornamen in Verbindung mit Bindestrich-Nachnamen, wie „Ann-Katrin Müller-Lüdenscheid“. Da Vornamen wie „Laura“ oder „Leon“ modern klingen, würden Personaler und Berufskontakte auf jüngere und attraktivere Personen schließen. Damit würde häufig sogar auf die Intelligenz geschlossen, noch bevor man die Person kennengelernt hätte, fand Psychologe Udo Rudolph von der TU Chemnitz heraus. Also, was tun, um dem Kind nicht die Zukunft zu vermasseln?

    Was Eltern tun können

    Erziehungswissenschaftlerin Kaiser empfiehlt, dass Eltern sich beraten lassen sollten. Nicht nur Freunde und Familie, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer oder Ärzte und Ärztinnen können hier hilfreich sein. Wer will, kann außerdem einen Blick in die Liste der beliebtesten Vornamen eines Jahrgangs der Gesellschaft für die deutsche Sprache schauen. Aber Vorsicht, vielleicht steckt in den Top 10 schon der nächste „Kevin“.

    Umstrittene App

    Wie viel Kevin steckt in Ihrem Vornamen?

    Der Name Kevin stammt aus dem Altirischen und bedeutet „hübsch, anmutig von Geburt“. Seitdem hat er sich in der Einschätzung vollkommen geändert und steht heute als Synonym für bildungsfern und verhaltensauffällig. Wer sein Kind Kevin nennt, legt ihm die Vorurteile gleich mit in die Wiege.

    Um das zu vermeiden, hat der Ahrensburger Namensforscher Knud Bielefeld jetzt eine App entwickelt – das Kevinometer. „Man tippt einen Namen ein, und das Kevinometer zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit auf der Kevinskala ist, dass der Name mit Vorurteilen behaftet ist“, erläutert Knud Bielefeld.

    Reaktion auf Sorgen von Eltern

    Er wählt Eric, und der Name liegt auf der Skala des Kevinometers mit 21 Prozent im grünen Bereich. Bei Maddox springt die Anzeige auf rote 51 Prozent und signalisiert damit, dass hier Vorurteile wie beim Kevinismus mitschwingen können.

    „Mich haben immer wieder Eltern gefragt, weil sie Angst hatten, ihrem Kind einen Namen zu geben, der Vorurteile auslösen könnte“, erzählt Knud Bielefeld, der seit Jahren deutsche Vornamen erforscht und jedes Jahr eine Hitliste der beliebtesten Vornamen veröffentlicht.

    Kevin und Chantal als Maßeinheit

    „Dadurch bin ich auf die Idee gekommen, eine App dazu zu entwickeln.“ Bielefeld las wissenschaftliche Studien, wertete Umfragen aus und ließ nach seinem System eine App programmieren, die er Kevinometer taufte.

    In der Maßeinheit Kevin – mit Abstand der am meisten mit Vorurteilen behaftete Name – misst die App nach Geschlechtern getrennt den Wert des Vornamens. Das weibliche Gegenstück zu Kevin in Bielefelds Programm ist Chantal. Die App kostet einmalig 99 Cent.

    Umfrage unter Lehrern

    „Auslöser der Kevin-Verachtung war 2009 eine Umfrage unter Lehrern zu ihren Assoziationen zu Vornamen, die eine Studentin der Universität Oldenburg für ihre Master-Arbeit gemacht hat“, erläutert Knud Bielefeld Kevins Niedergang.

    „1991 war Kevin noch der häufigste Jungenname. Die Umfrage ergab, dass die Lehrer mit Kevins schlechte Erfahrungen gemacht hatten.“ Die Studie gipfelte in der Aussage: Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.

    Seitdem ist der Name mit negativen Eigenschaften verbunden, dabei war er ursprünglich positiv besetzt. 1974, so Knud Bielefeld, habe es eine TV-Serie namens „Black Beauty“ gegeben, in der der junge Hauptdarsteller Kevin hieß.

    Früher war Kevin beliebter

    „Danach konnte man einen Anstieg des Namens in der Hitliste beobachten“, sagt Knud Bielefeld. Fußballspieler Kevin Keegan vom HSV verstärkte 1977 den Trend, und Kevin Bacon („Footloose“) sowie Kevin Costner und „Kevin allein zu Haus“ gaben dem Namen weiter Auftrieb.

    Dann kam die Wende, die sich zuvor schon in einer Süßigkeit abgezeichnet hatte. „2005 hatte ein Hersteller das Gesicht auf seiner populären Schokoladentafel ausgetauscht“, berichtet Bielefeld.

    „Danach hat sich eine Gruppe gebildet, die unter dem Motto ’Weg mit Kevin’ die Rückkehr zum vorherigen Kindergesicht gefordert hat. Dabei hieß das neue Kind gar nicht Kevin.“

    Auf Platz 280 abgerutscht

    Der Vorname erhielt damit einen schlechten Beigeschmack, der sich mit den Jahren verstärkte und in der Umfrage 2009 gipfelte. „Kevin und Adolf sind die beiden Namen, die in Deutschland gar nicht gehen“, erklärt Bielefeld.

    Dennoch, so der Namensforscher, gebe es auch heute noch Eltern, die ihren Sohn Kevin nennen, allerdings liege der Name bei der Beliebtheit mittlerweile auf Rang 280. Auch Adolf gibt es noch. „Aber meist als Zweitnamen, weil er in der Familie Tradition ist.“

    Kevin bringt 100 Prozent im Kevinometer, Maddox oder Lennox haben ebenfalls den Vorurteilsfaktor. Franz und Ben erreichen dagegen Ergebnisse zwischen 1 und 25 Prozent. Mia landet bei 60 Prozent.

    „Nicht zu ernst nehmen“

    Knud Bielefeld hat schon viele Rückmeldungen erhalten, auch von Eltern, die seine Einschätzung der Namen nicht teilen. Deshalb hat er bereits eine zweite, verbesserte Version auf den Markt gebracht. „Man darf das Kevinometer nicht zu ernst nehmen“, sagt er. „Es ist noch experimentell und kein wissenschaftlich abgesichertes Ergebnis. Aber es macht Spaß.“

    Sein eigener Vorname ist erst spät bekannt geworden: „Den Namen Knud kannte kaum jemand, ich habe früher oft Post an Herrn Knud in Bielefeld bekommen. Seit dem Eisbär mit Namen Knud kennt ihn jeder.“

    Kevinometer-Test für bestimmte Vornamen

    Die App des Namensforscher Knud Bielefeld berechnet nach dessen Angaben die sogenannten Kevin-Wahrscheinlichkeit für mehr als 60.000 Vornamen. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben. Mit Kevin-Wahrscheinlichkeit meint Bielefeld die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Name Vorurteile auf sich zieht. Er stützt seine Ergebnisse auf sprachwissenschaftliche Analysen, soziologische Forschungen und historische Erhebungen sowie Ranglisten, wie er sagt. Unter den Benutzern der App (iOS und Android) ist das Programm umstritten: Einige loben die Anwendung und nennen sie „nützlich“, andere kritisieren sie und bezeichnen die Ergebnisse als „fragwürdig“.

    Wie funktioniert die App? Der Benutzer gibt einen Vornamen und das Geschlecht dazu ein – kurz darauf erfährt er die von Bielefeld berechnete Kevin-Wahrscheinlichkeit. Hier eine Auswahl:

    Weibliche Vornamen

    Sophie: 3 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Marie: 3 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Alexandra: 21 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Chantal: 46 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Mia: 24 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Emma: 3 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Mandy: 24 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Elisabeth: 4 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Männliche Vornamen

    Maximilian: 17 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Alexander: 3 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Markus: 10 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Kevin: 100 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Ben. 25 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Paul: 2 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Maik: 26 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Pascal: 14 Prozent Kevin-Wahrscheinlichkeit

    Von Bettina Albrod/LN/RND

    Vornamen und Vorurteile

    Offenbar bestehen bestimmten Vornamen gegenüber gewisse Vorurteile. Vor einigen Jahren schon hat eine groß angelegte Befragung unter Pädagogen herausgefunden, dass Kinder mit den Vornamen Chantal oder Kevin relativ schlechte Karten haben.

    © iStock, skynesher

    Zukünftige Eltern stehen immer wieder vor der Frage: Welchen Vornamen soll unser Kind bekommen? Abgesehen von erstaunlichen Fantasienamen wie Crazy Horse, Borussia, Corleone, Skywalker, Maradona oder Hedi-Rocky, Flonne und Ultraviolet könnte es ja vielleicht Jaqueline, Chantal, Marvin oder Kevin heißen. Oder doch besser Sophie, Charlotte, Maximilian oder Alexander?

    Geht es um die Bildungschancen der Kinder, haben die Letztgenannten ganz offensichtlich die Nase vorn. Das jedenfalls haben Befragungen bei Lehrern ergeben. Darin äußerten sich die Lehrkörper zu ihren jeweiligen Namenslieblingen und zu den Assoziationen, auf denen diese Vorlieben beruhen. Unter anderen wurden folgende Fragen beantwortet (Zitat):

    „Welche Vornamen würden Sie Ihrem Kind auf keinen Fall geben?“
    „Nennen Sie Namen, die bei Ihnen Assoziationen zu ‚Verhaltensauffälligkeit‘ hervorrufen.“

    Im zweiten Teil der Umfrage bewerteten die Pädagogen vorgegebene Vornamen.

    Das Resultat

    Die Ergebnisse sind dazu geeignet, Eltern mit einem gewissen Faible für Vornamen aus dem englischen Sprachraum nachdenklich zu machen. Ganz besonders Kinder mit einem –y am Ende ihres Vornamens kamen schlechter weg: Cindy und Mandy gelten unter Lehrern oft als Problemkinder.

    Dagegen werden mit Vornamen wie Sophie, Charlotte oder Maximilian schnell Stärken wie Leistungsbereitschaft und Freundlichkeit assoziiert. Die positiv besetzten Namen liegen übrigens durchaus im gegenwärtigen Trend – ein Beweis für die Einflussfähigkeit der jeweils vorherrschenden Entwicklungen.

    Positiv besetzte Vornamen

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    Charlotte

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    Sophie

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    Alexander

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    Marie

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    Maximilian

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    Nele

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    Lukas

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    Hannah

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    Simon

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    Emma

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    Jakob

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    Schon wieder Chantal und Kevin

    Die Vornamen Kevin und Chantal werden besonders negativ bewertet. „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“

    Diese Einschätzung macht deutlich, dass diese Vornamen ganz besonders mit diversen Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung gebracht werden. Als Ergebnis der genannten Studie stellen Erziehungswissenschaftler fest (Zitat):

    „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Pädagogen stärker für die Gefahr solcher Vorurteile zu sensibilisieren“.

    Lehrerinnen und Lehrer müssen ebenso kritisch wie sensibel Distanz halten und ihre Schüler nicht eifrig in gewisse Schubladen einordnen.

    Negative besetzte Vornamen

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    Justin

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    Mandy

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    Maurice

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    Cindy

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    Dennis

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    Chantal

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    Jacqueline

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    Marcel

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    Michelle

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    Marvin

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    Und später?

    Auch Mandy, Kevin, Chantal oder Ronny studieren. Allerdings müssen sie sich auch im späteren gesellschaftlichen Leben mit den typischen Ressentiments herumschlagen. Gelten sie doch der vorherrschenden Oberflächlichkeit wegen oft als Kinder der bildungsfernen Unterschicht.

    Sicher muss allgemein gegen das vorherrschende Schubladendenken argumentiert werden – die Rankings besonders positiv und besonders negativ belasteter Vornamen können vorerst helfen, den Kindern gewisse Vorurteile zu ersparen.

    Studien haben ergeben, dass Lehrerinnen und Lehrer bewusst oder unbewusst Vornamen mit gewissen sozialen Schichten assoziieren. Die letzte Liste beinhaltet auch Vornamen, die sie mit Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung bringen.

    Namensforscherin: Nennen Sie Ihren Sohn lieber Jakob als Justin

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    WELT ONLINE: Frau Kaiser, in Ihrer Studie haben Sie untersucht, ob Vornamen Einfluss auf die Bildungschancen der Kinder haben – und herausgefunden, dass es so ist. Welche sind denn die bösen und welche die guten Namen?

    Astrid Kaiser: Böse und gut sind vielleicht nicht ganz die richtigen Worte, aber wenn wir das bezogen auf die Verhaltensauffälligkeiten betrachten, dann sind es Kevin, Mandy, Justin, Marvin, Chantal und Maurice, die offensichtlich einen schlechten Ruf haben. Einen hingegen ausschließlich positiven Beiklang haben bei den Mädchen Charlotte, Sophie, Nele, Marie, Emma, Hanna und Katharina und bei den Jungs Alexander, Lukas, Maximilian, Jakob und Simon.

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    WELT ONLINE: Würden Sie Eltern also raten, ihre Kinder eher Jakob und Charlotte als Justin und Chantal zu nennen?

    Kaiser: Auf jeden Fall, denn die Vorurteile wirken unterbewusst bei Lehrern. Und jeder will, dass die eigenen Kinder bessere Bildungschancen haben. Und die haben sie nun mal eher, wenn sie Jakob oder Charlotte heißen.

    WELT ONLINE: Woher kommen denn diese Vorurteile?

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    Kaiser: Aus Erfahrung. Ich war ja auch mal Lehrerin, das ist also keine Schelte, die ich betreibe. Ich weiß, wie es im Schulalltag abläuft. Man lernt im Laufe der Jahre einige Kinder kennen, die verhaltensauffällig sind und generalisiert diese Erfahrung dann. Das ist das große, gefährliche Problem, weil natürlich nicht jeder Maurice ein schlimmer Finger ist. Durch diese Generalisierung werden Kinder etikettiert, die gar nicht schlimm sind.

    WELT ONLINE: Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung quasi.

    Kaiser: Genau, frei nach dem Motto: Ich kannte mal einen Hallodri namens Maurice – ergo sind alle so.

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    WELT ONLINE: Sie haben 500 Fragebögen qualitativ und 2000 weitere quantitativ ausgewertet. Ist die Studie als repräsentativ zu betrachten?

    Kaiser: Von der reinen Menge der interviewten Lehrer her schon, aber aufgrund einer Besonderheit auch nicht so ganz. Wir haben den Fragebogen online beantworten lassen, was dazu geführt hat, dass die Befragten sehr viel jünger waren als der Durchschnitt der deutschen Grundschullehrer.

    WELT ONLINE: Laut Ihrer Studie ist Kevin der Paradename eines verhaltensauffälligen Schülers. Wie erklären Sie sich das?

    Kaiser: Kevin ist ein Unterschichtenname, das erfahren wir jeden Tag aus den Medien. Es gibt natürlich verhaltensauffällige Kinder mit diesem Namen, aber das darf eben nicht generalisiert werden. Es ist ein Vorurteil – und Vorurteile haben die Wirkung, dass der Lehrer eine Erwartungshaltung hat: Dieses Kind ist nicht intelligent und nicht leistungsstark, weil es einen bestimmten Namen trägt. Und das ist ein Drama, da es oft dazu führt, dass diese Kinder tatsächlich leistungsschwach werden. Weil sie eben nicht gefördert werden. So werden Bildungschancen durch den Vornamen ganz konkret verbaut.

    WELT ONLINE: Was ist denn das Bild der Lehrer von einem typischen Kevin oder einer typischen Mandy?

    Kaiser: Wir haben in unserer qualitativen Untersuchung erschreckende Ergebnisse gesammelt. Das ist wirklich irre, was da in manchen Texten steht – und es schaudert mich. Ein Beispiel: „Alle Chantals hängen mit ihrer Fratze dumm herum, alle maulen“. Das sind teilweise richtig platte, wütende Antworten über die vermeintlich negativen Verhaltenseigenschaften der Kinder. Und es war auch wenig Reflektionsvermögen zu spüren. Da hieß es nicht: Das könnte ein Vorurteil sein, sondern immer: Das ist meine Erfahrung, das ist wirklich so, das ist die Wahrheit.

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    WELT ONLINE: Was können Justin und Chantal tun, wenn sie in der Schule merken, dass die Lehrer sie nicht ernst nehmen?

    Kaiser: Die tollste Lösung wäre, aber dazu bräuchte man sozial-emotionale Hilfe, dass sie den Lehrern klipp und klar sagen: „Ich weiß, mein Name ruft bei Ihnen möglicherweise schlechte Erinnerungen wach, aber bitte beobachten Sie mich mal. Ich bin echt gut.“

    WELT ONLINE: War das immer schon so, dass Namen auf Herkunft schließen ließen und Kinder somit qua Geburt in der Schule benachteiligt wurden?

    Kaiser: Das war immer so und scheint auch weltweit so zu sein. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber meine Schwiegertochter ist in Australien Lehrerin und erzählte mir, dass dort alle US-amerikanischen Namen, die auf „Y“ enden, als Unterschichtennamen wahrgenommen werden. Und diese Kinder von vornherein negativ etikettiert und somit schulisch benachteiligt werden.

    WELT ONLINE: Nun drängt sich die Frage nach den Namen Ihrer Kinder förmlich auf.

    Kaiser: Meine Söhne heißen Arvid und Gerrit. Das spiegelt übrigens eine andere Hypothese wider, die ich habe: Zu bestimmten Kulturzeiten sind bestimmte Namen en vogue. Und während der Demokratisierungsbewegung in Deutschland war Skandinavien total in. Damals in den 60er-Jahren habe ich beschlossen, unbedingt Kinder haben zu wollen. Dann habe ich mit meinem Mann einen Namensvertrag geschlossen.

    WELT ONLINE: Und er war einverstanden?

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    Kaiser: Ich musste ihn jedenfalls nicht lang überreden.

    Mehr Informationen unter bei der Universität Oldenburg .

    Ein Name macht Geschichte

    Namen gelten gemeinhin als identitätsstiftendes Merkmal eines jeden Individuums. Sie gehören neben dem äußeren Erscheinungsbild und der Sprache zu jenen Merkmalen, die ein jeder Mensch an seine unmittelbare Umgebung abgibt und nach denen er zunächst beurteilt wird. Manche Namen können sogar noch mehr. Sogenannte Unterschichtennamen wie Kevin zum Beispiel. Sie haben hierzulande aufgrund der mit ihnen assoziierten negativen Zuschreibungen und sozialen Schieflagen mittlerweile ihren festen Platz im kollektiven Gedächtnis eingenommen. „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose!“ So lautete deshalb die viel zitierte Aussage einer Lehrerin zu Vorurteilen gegenüber jenen Vornamen. Gesellschaftliche Prozesse der jüngeren Geschichte können am Umgang mit Namen bestens abgelesen werden. So kommt in der Kevin-Diagnose auch eine steigende Verachtung der ärmeren Schichten von Seiten der sozialen Eliten zum Ausdruck. Definierte man Menschen mit Unterschichtennamen als spezifische Gruppe und untersuchte diese soziologisch, so würde schnell deutlich werden, dass sie auf ähnliche Weise diskriminiert werden wie zum Beispiel türkeistämmige Deutsche. Jedoch mit feinen Unterschieden.

    Die feinen Unterschiede

    Wir haben mittlerweile akzeptiert, dass es innerhalb der letztgenannten Gruppe durchaus enorme soziale, ethnische, religiöse und kulturelle Nivellierungen gibt. Türke ist eben nicht gleich Türke. Eigentlich nicht besonders verwunderlich. Geht es jedoch um die Kevins in diesem Land, scheinen jegliche Differenzierungsmechanismen ausgeschaltet zu sein. Das zeigt die Episode um das Jugendwort des Jahres 2015 ebenso wie die oben zitierte Meinung deutscher Studienräte zu diesem Namen. Ein Schimpfwort wie Alpha-Murat hätte es erst gar nicht in die Auswahl der beliebtesten Jugendwörter geschafft. Zum Glück! Deshalb hat das Zurückrudern der Duden-Redaktion im Falle von Alpha-Kevin die Sache auch nicht wieder gutgemacht. Der Schaden war bereits angerichtet. Was folgte, war die übliche schlechte Presse für Kevin. Ein weiterer Unterschied zwischen Murat und Kevin liegt darin, dass Angehörige anderer Minderheiten den gesellschaftlichen Diskurs über die eigene Gruppe zunehmend mitgestalten, auch wenn hier noch sehr viel Luft nach oben ist.

    Nicht so bei Kevin. Im Normalfall wird über ihn geschrieben, sei dies nun in diffamierender oder verteidigender Absicht. Letzteres kommt eher selten vor und ist vor einigen Monaten immerhin der Marketingabteilung eines Smoothie-Herstellers ganz gut gelungen. So hat auch die ständige Repräsentation und Beschreibung durch Andere, in der Regel nicht Betroffene, mitunter dazu geführt, dass sich das Bild des typischen Unterschichten-Kevins überhaupt erst so gut und ohne jeglichen Einwand etablieren konnte. Hier werden interessanterweise auch nicht die üblichen Proteste von Seiten der Linken artikuliert, auch wenn es sich hier offensichtlich um eine Form von aggressivem Klassismus handelt.

    Meine Frau hat vor Kurzem ihre Stelle als Studienrätin an einer sonderpädagogischen Schule angetreten. In einer Stunde über Neologismen kam ihre Klasse direkt und ungefragt auf die Bedeutung meines infamen Namens zu sprechen. Während der lebhaften Diskussion wurde das Urteil eindeutig und gnadenlos gefällt. Alle Welt wisse ja wohl, was ein echter Kevin sei, was ihn ausmache. Außerdem gäbe es neben dem viel diskutierten Begriff Alpha-Kevin auch noch den Hyper-Kevin, was allerdings mehr oder weniger das Gleiche bedeutet. Aussagen wie „Mach mal nicht den Kevin!“ im Sinne von „Stell Dich nicht so dumm an!“ scheinen eine gängige Floskel unter SchülerInnen zu sein. Kurzum: der Name ist ein Schimpfwort, ein Skandal und eine Bürde für Alle, die ihn tragen. Ein Freund von mir arbeitet als Lehrer in der zweiten Sekundarstufe und wurde neulich von einem seiner Schüler darum gebeten, ihn statt mit Kevin doch bitte mit seinem zweiten Namen (Jan) anzusprechen. Soweit so gut. Alles nicht neu und bereits einige Male mit Genugtuung festgestellt worden.

    Gesellschaftliche Bedeutung

    Warum also darüber schreiben? Um einen Gegenentwurf zu wagen? Nein, viel mehr noch: hier soll ein Hohelied auf die gesellschaftliche Bedeutung meines Namens angestimmt werden. Ein Seitenhieb gegen Diejenigen, die es sich mit ihren mühevoll zurechtgezimmerten Schubladen allzu bequem gemacht haben. Gegen deutsche Abgrenzungskultur! Das scheint heutzutage ohnehin notwendiger denn je. Denn genau so wie es den gebildeten, säkularen und beruflich erfolgreichen Türkeistämmigen oder Geflüchteten gibt und schon immer gegeben hat, gibt es eine ähnliche Ausführung tatsächlich auch unter den Kevins. Darf ich vorstellen: 1982 als Kind von mittelständischen Arbeitereltern auf der Schwäbischen Alb geboren, schloss ich die Grundschule als Zweitbester meines Jahrgangs ab. Die Jahre danach lesen sich dann wieder eher Kevin-mäßig: Scheidung der Eltern, in der Neunten geparkt, viel Alkohol und kaum zu Hause. Nahm sich das vorherbestimmte Schicksal damals selbstgefällig meiner Biografie an? Oder erlebte ich am Ende eine gewöhnliche, moderne Jugend in der von Langeweile geprägten Provinz? Vermutlich war Letzteres der Fall. Irgendwie bekam ich jedenfalls noch die Kurve.

    Ich zog zum Studieren nach Berlin. Dort wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass mein Name nicht nur ungewöhnlich, sondern vor allem belastet ist. Wie oft musste ich mir von KommilitonInnen anhören, dass ich gar nicht wie ein Kevin wirke oder aussehe. Dass mir offensichtlich der falsche Name gegeben wurde. Wie oft musste ich meinen Namen beim Kennenlernen ein zweites Mal laut und deutlich sagen, da meine bildungsbürgerlichen Gegenüber ihren Ohren nicht trauten. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Meinen Lehramts-Master brach ich trotz guter Noten, Talent und Motivation ab – man stelle sich mal einen Kevin als Lehrer vor! Mittlerweile beziehe ich ein Stipendium und sitze an meiner Doktorarbeit. Ich habe mich also freiwillig auf den mir vorbestimmten Weg zurückbesonnen und mich für das Prekariat – wohlgemerkt das akademische – entschieden. Machen wir uns nichts vor: spätestens nach der Disputation wird dieses Abenteuer ein Ende finden. Solange es in Deutschland die anonymisierte Bewerbung im großen Stil nicht gibt, wird ein promovierter Hagen gegenüber einem gleich qualifizierten Kevin immer bevorzugt werden. Abgelehnt dank Namenshintergrund! Es sei denn, mein zukünftiger Arbeitgeber hat ein Herz für die Marginalisierten und liebt das Unbekannte, Risikobehaftete. Für diese Eigenschaft sind die Deutschen allerdings nicht gerade bekannt. Also stelle ich mich schon mal mental auf das gastronomische Gewerbe ein, jener trügerischen Utopie aller enttäuschten Akademiker unserer Zeit. Auswandern ist auch eine Option, schließlich spreche ich drei Fremdsprachen fließend – Schwäbisch nicht einberechnet. Wobei wir hier schon beim nächsten Problem wären. Kevinismus als gesellschaftliches Phänomen gibt es auch in anderen Weltregionen wie Asien oder Lateinamerika. Nur scheint dies dort nicht ganz so schwer zu wiegen und auch nicht so leidenschaftlich und ernst diskutiert zu werden wie hierzulande. Es bliebe mir noch der angelsächsische Raum. Oder Argentinien – immerhin feiert dort ein Parfüm namens Kevin gerade große Erfolge, was ich als positives Zeichen deute.

    Der HSV ist schuld!

    Was also tun? Wie immer in vermeintlich ungünstigen Situationen sollte vernünftigerweise erst einmal die Suche nach geeigneten Schuldigen aufgenommen werden. Meine Mutter fällt demnach heraus. Sie hat in einem schwäbischen Dorf, in dem seinerzeit jeder zweite Junge Christian oder Stefan getauft wurde, auf soziale Distinktion statt auf Anpassung gesetzt und die hat sie bekommen, wenn auch mit unerwarteten Nebeneffekten. Da bleibt nur der HSV, welcher in seinen erfolgreichen Zeiten im Jahre 1977 einen gewissen Kevin Keegan als hochdotierten Neuzugang unter Vertrag nahm. Mit dem äußerst populären und auch musikalisch bewanderten Stürmer wurde nebenbei dafür gesorgt, dass der ursprünglich irische Name in Deutschland bekannt wurde und sogleich anfing, auf den Geburtsurkunden eine steile Karriere hinzulegen. Und es sollte noch besser kommen: Um den teuren Kevin für ein weiteres Jahr verpflichten zu können, ging der HSV damals einen Werbevertrag mit British Petroleum (BP) ein. Der Konzern startete mit der Comicfigur „Super-Kevin“ eine der ersten Greenwashing-Kampagnen in der BRD. In eng anliegendem grünem Anzug, breiter BP-Brust und krauser Dauerwelle wurde ganz im Zeitgeist der ökologischen achtziger Jahre gegen Energieverschwendung geworben, um das Firmen-Image von BP aufzubessern. An Ironie scheint es den Marketingstrategen von BP bereits damals nicht gemangelt zu haben. Ein Energie-Riese, der sich für weniger Spritverbrauch einsetzte – großartig! Hier fing also das ganze Dilemma an. Mit British Petroleum, dem HSV und einem naiven englischen Fußballer mit Hang zur Selbstvermarktung. Ein kickender Engländer als unfreiwilliger Patron der ersten deutschen Generation namentlich schwer Benachteiligter. Und das geschah auch noch grenzübergreifend, da der sympathische Wuschelkopf sowohl Eltern in der BRD als auch in der DDR zu inspirieren wusste. Kevin als deutsch-deutsche Gemeinsamkeit, als Band der Freundschaft, als Inbegriff der Sehnsucht nach dem Anderen, nach Amerika.

    Wende und ewiges Stigma?

    Wenige Jahre nachdem Keegan den HSV verlassen hatte, sorgte ein anderer Fußball spielender Kevin in der japanischen Anime-Serie Kickers (1986) ebenfalls für Unruhe. In der deutschen Fassung hörten zwar die meisten Spieler dieser Mannschaft auf englische Namen, die Rolle des unbeherrschten und stumpfsinnigen Stürmers war jedoch Kevin zuteil geworden. Ständig gab es Ärger wegen ihm. Dies mag Zufall sein. Letzten Endes fügt es sich aber bestens ein in das Mosaik, das dem schwierigsten aller zeitgenössischen Namen zur problematischen Karriere verhalf.

    Dann kam die Wende und mit ihr Macaulay Culkin: amerikanische Kinderzimmer-Ikone, millionenfacher Namenspender und spätpubertäres Drogenopfer. Schließlich Kevin Costner, Wegbereiter der euphorischen Wiederansiedlung von Wölfen in unserem Land. Die übrigen großartigen Schauspieler spare ich mir an dieser Stelle. Der Stalljunge bei der Gummibärchenbande von Walt Disney hörte passenderweise auch auf meinen Namen, wenn auch anders geschrieben. Im Laufe der Serie stieg er als Freund und Helfer der Gummibärchen zum Ritter von Schloss Dunwyn auf. Ganz anders war die Lage in Deutschland. Als schließlich Scharen von Kevins ins schulfähige Alter kamen und es sozialstaatlich wie wirtschaftlich bergab ging, brachen schlechte Zeiten für so manchen exotischen Namen an. Die Einkommensungleichheit nahm in den neunziger Jahren zu und im Dienste der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wurden Teilzeitarbeit und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse als Heilmittel verschrieben. Damit wurde für die Mittelschicht der soziale Abstieg wahrscheinlicher. Mit der Unterschicht wuchs auch das Klassenbewusstsein insbesondere auf Seiten des Bildungsbürgertums, was sich in dem Wunsch nach stärkerer soziokultureller Abgrenzung nach unten manifestierte. Diese Abgrenzung zeigte sich auch in der Diskussion um die sogenannten Unterschichtennamen zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

    Dabei wird niemand gänzlich bestreiten können, dass dem Stereotyp des problematischen, ungebildeten Kevins nicht auch eine gewisse gesellschaftliche Realität zugrundeliegt. Man hört halt so Sachen. Die Liste an öffentlichkeitswirksamen Beweisen ist zudem lang. Dass ausgerechnet ein gewisser Kevin-Prince Boateng durch den demonstrativen Verzicht auf das deutsche Nationaltrikot zugunsten Ghanas und ein rüdes Faul an Michael Ballack vor der WM 2010 den Unmut einer ganzen Nation auf sich und seinen unsäglichen Namen zog, passte bestens in Schema. Neugeborene namens Kevin landeten bisweilen in der Mülltonne und danach auf der Titelseite der Klatschpresse. Das Resultat dieser vielen nachteiligen Episoden lässt sich ganz gut in der Kommentar-Spalte diverser Internet-Namensseiten begutachten. So mancher gepeinigter Kevin beklagt dort auf rührende Art sein namentliches Stigma.

    Wäre der Sänger der erfolgreichen wie grauenhaften Band Pur in den achtziger Jahren geboren, trüge er mit großer Wahrscheinlichkeit meinen Namen. Da bin ich mir sicher. Irgendwann wird bestimmt ein anderer Vorname im Rampenlicht stehen. Was bleibt, ist Kevin Großkreutz‘ spektakulärer Dönerwurf auf einen Fußballfan und seine Pinkelattacke in einer Hotel-Lobby. Und ganz anders als der schon immer unbeliebte Kevin Kuranyi ist Kevin Großkreutz innerhalb eines halben Jahres trotz seiner Liebe zu Dortmund und ohne viel Spieleinsatz zum neuen Idol der gepeinigten Stuttgarter Fans aufgestiegen. In schwierigen Zeiten braucht es einen Kevin. Großkreutz repräsentiert zudem einen Spielertypus, welcher in der glattgebügelten Welt des Profifußballs vom Aussterben bedroht ist. Und siehe da: es gibt sie auch außerhalb des Rasens, die Beispiele, welche das Ende des Stigmas andeuten, auch wenn es bis dahin durchaus noch ein langer Weg sein kann. Landesvorsitzender der Jusos Berlin ist tatsächlich ein gewisser Kevin Kühnert, Jahrgang 1989.

    Alles andere ist tausend Mal erzählt worden. Viel zu oft für meinen Geschmack. Und viel zu oft von den falschen Leuten. Warum ich das hier trotzdem schreibe? Weil in keinem anderen Namen mehr Zeitgeschichte, Popkultur und Fußball steckt als in meinem. Und damit lässt es sich als Historiker eigentlich ganz gut leben.

    Kevin in Not

    Ich heiße Kevin! In diesem Moment öffnet sich bei ihnen wahrscheinlich eine Schublade. Die Gedanken, Vorstellungen, Assoziationen und Vorurteile, die sich in dieser befinden, kenne ich, diese sind der Grund, warum ich hier schreibe. Bis zu meinem 15. Lebensjahr war mir die Problematik um den Namen Kevin nicht bewusst, ich wohnte in Südamerika, wo der Name unbelastet von jeglichen Vorurteilen ist. Als ich dann nach Deutschland zog, meinten meine neuen Klassenkameraden irgendwann, dass ich ja gar kein Kevin sei. Erst ab diesem Moment wurde mir bewusst, dass Kevin kein Name wie jeder andere ist. Viele Erlebnisse sollten mir das immer wieder bestätigen: Bei der ersten Fahrstunde hieß es: „Ah, ein Kevin.“ Auf offener Straße von einem Freund beim Namen gerufen zu werden, lässt mich im ersten Moment zusammenfahren.

    „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“, kommentierte ein Lehrer in einer Studie der Universität Oldenburg über die Assoziationen von Lehrern zu Vornamen der Schüler. Die Lehrer könnten den Kindern damit womöglich geringere Bildungschancen einräumen, warnt Studienleiterin Astrid Kaiser. Der Name ist wie ein alter dreckiger Pulli, den man nicht ausziehen kann, da den Vornamen zu wechseln, fast nicht möglich ist. So sehe ich mich bei jeder Vorstellung gezwungen, mich zu rechtfertigen, zu zeigen, dass ich ein Individuum bin und nicht „ein Kevin“. Es geht schon so weit, dass man diesen Namen irischen Ursprungs als Schimpfwort benutzt. Das gleiche Phänomen kann man bei anderen Wörtern auch beobachten, zum Beispiel „Neger“, „Schwuler“ und „Behinderter“. Neutrale Wörter oder Namen werden im täglichen Sprachgebrauch mit negativen Attributen versehen, erniedrigt bis hin zum Schimpfwort und können nicht mehr wertneutral benutzt werden. Dann wird der Gebrauch dieser Wörter gesellschaftlich tabuisiert. Ein neues Wort muss her. So geschehen mit Neger-Schwarzer-Farbiger. Der aufgeklärte Bürger vermeidet den Gebrauch dieser Wörter und verhält sich somit politisch korrekt. Aber mir scheint, das ständige Ausweichen auf neue, noch neutrale Begriffe bedeutet nicht wirklich, dass wir Menschen in unserem sozialen Bewusstsein eine Weiterentwicklung gemacht haben. Schubladen helfen Ordnung schaffen, Ordnung im eigenen Kopf. Aber auch Bewertung und Ungerechtigkeit. Das gehört zur Geschichte der Menschen. Solange eine Gesellschaft Zigeuner, Neger und Kevins braucht, wird es Unrecht geben. Wir Leser hätten den Artikel auch verstanden, wenn Herr Glenz den Namen „Kevin“ durch das Wort „Junge“ oder „Schüler“ ersetzt hätte.

    Zum Autor: Kevin de Renteria besucht die 12. Klasse der Freien Waldorfschule Landsberg.

    Wie ist Dein Name zum Schimpfwort geworden, Du Vollhorst?

    Du Otto! Du Uschi! Du Vollhorst! Manche eigentlich normalen Vornamen werden zu Beleidigungen. Warum eigentlich?

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    Wenn sich jemand ungeschickt anstellt oder begriffsstutzig ist, heißt es nicht selten: „Du Otto!“ oder „Mach Dich nicht zum Horst!“ Warum eigentlich? Wieso haben sich Namen wie Otto, Horst, Willi, Heini, Uschi oder Käthe zu Schimpförtern entwickelt?

    Vor allem alte Kose- und Kurzformen wie „Heini“ oder „Uschi“ werden mit negativen Eigenschaften verknüpft, verrät Gabriele Rodriguez, Namensforscherin an der Namensberatungsstelle der Uni Leipzig, in einem Interview mit dem „Jetzt“-Magazin der Süddeutschen Zeitung. In der Generation unserer Großmütter und –väter galten diese Namen als bildungsfern oder ländlich. Bedienstete und Bauern sagten „Willi“ und „Käthe“. Das Bildungsbürgertum dagegen verwendete grundsätzlich Langformen wie Heinrich, Wilhelm, Katharina oder Ursula. Diese Wahrnehmung hat sich bis heute gehalten, wenn wir sagen: „Lass mich durch, Du Heini!“ oder „was willst Du von mir, Du Uschi?“

    Außerdem waren Namen wie Otto, Horst oder Hans zu der Zeit sehr beliebt und weit verbreitet. Bei der großen Anzahl war die Wahrscheinlichkeit ganz einfach höher, dass ein Träger dieses Namens negativ auffiel und sein Name zum Schimpfwort wurde.

    Auch die bekannte Redewendung „Hinz und Kunz“ ist übrigens zu dieser Zeit entstanden. Sie geht auf die beiden Vornamen Heinrich und Konrad zurück, die es so oft gab, dass der Ausspruch auch heute noch abwertend für „jedermann“ benutzt wird.

    Aktuelle Schimpfwörter-Namen wie zum Beispiel Otto dürften hingegen in absehbarer Zeit wieder zu ganz normalen Vornamen werden. Die wachsende Beliebtheit der alten deutschen Namen zeigt ganz deutlich, dass sie längst nicht mehr mit Bildungsferne assoziiert werden.

    Und welcher Name wird dann zur Beleidigung? Das ist schwer zu prognostizieren und hängt vom Zufall ab. Produziert in nächster Zeit etwa irgendein Maximilian negative Schlagzeilen, könnte sich dieser Name zum Schimpfwort entwickeln. Wir sind gespannt!

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