Der erste schultag

Erster Schultag – Mama ist noch nicht schulreif!

Der erste Schultag ist für Eltern eine mindestens genauso große Herausforderung wie für die Kinder. Und das hat viel mit Loslassen zu tun. Ein Erfahrungsbericht, der vielen Müttern & Vätern aus der Seele sprechen dürfte.

Ich bin noch nicht schulreif!

An ihrem ersten Kindergarten-Tag fragte meine Tochter: „Wann komm ich eigentlich in die Schule?“ Ich, wahrheitsgemäß: „In drei Jahren, mein Schatz.“ Während ich dachte: Hoffentlich dauert das noch ganz lange. So viel kann ich sagen: Ganz so lange dauert es dann doch nicht, drei Jahre sind schnell um. Und während ich die Schultüte packe, im Schreibwarenladen nach Haar- und Borstenpinseln suche und zu Hause winzig kleine Namenssticker auf Buntstifte klebe, denke ich: Ich kann das nicht. Ich kann mein Kind doch nicht einfach nach der Einschulung da abgeben – am Schultor!!! – und da den ganzen Tag alleine lassen. Ich bin noch nicht so weit. Ich bin noch nicht schulreif. Meine Tochter schon. Die letzten Kindergarten-Tage: laaaaangweilig, zäh wie Kaugummi. Als wäre über dem Kopf des Kindes ein Trichter aufgegangen und niemand kommt mit dem Nachschütten von Wissen hinterher. Die Ferien: Öööööde, wann kommt es endlich, dieses Lesen und Schreiben lernen? Wenn’s nach mir ginge, hätte das alles noch ein Jahr warten können. Meine Tochter ist kein Kann-Kind, aber mit ihrem Geburtstag Ende August recht nah an der Stichtagsgrenze. Und hätte ich sie vor sechs Jahren nicht fünf Wochen zu früh geboren, sondern ein paar Tage übertragen, wäre die Einschulung vielleicht wirklich noch kein Thema.

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Doch jetzt steht sie mit ihrem neuen Ranzen auf dem Rücken im Flur und wirkt klein und zerbrechlich. Der Ranzen, obwohl als kompakt und leicht angepriesen, sieht an ihr aus wie ein Ungetüm und ist ohne Hefte und Bücher schon ganz schön schwer. Den soll sie jeden Tag zur Schule schleppen? All das geht mir in den Wochen vor dem großen Tag durch den Kopf.

Ein großer Einschnitt für alle

Nicht nur für unsere Tochter beginnt dann der viel zitierte „Ernst des Lebens“ – für unsere ganze Familie wird es ernst. Es ist für meinen Mann und mich der größte Einschnitt seit ihrer Geburt. Aus unserem Kind wird ein Schulkind. Das bedeutet im Alltag vor allem: Festere Zeiten, mehr Struktur, mehr zu tun. Wir müssen eine Stunde früher aus dem Haus, noch mal kurz was spielen, was vorlesen, bisschen trödeln – ist nicht mehr. Kein ausgiebiges Knuddeln mehr am Gaderobenplatz, keine Abschiedsküsse mehr an der Gruppentür, keine ausführlichen Gespräche mit der Erzieherin am Nachmittag.

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Genau das macht mir Sorgen: Meine Tochter gehört nicht zu den Kindern, die sich gut und gerne trennen. Auch zum Ende der Kindergartenzeit waren die Abschiede am Morgen – je nach Tagesform – manchmal sehr tränenreich. Wie wird sie das in der Schule packen, wenn wir sie morgens alleine ins Schulhaus schicken? Was, wenn sie sich einsam fühlt, nicht gleich Anschluss findet? Wird sie die Lehrerin auch mal in den Arm nehmen und trösten? Hoffentlich! Ein Gedanke macht mir Mut: Sie hat das alles schon mal geschafft – und war damals viel jünger. Sie hat sich im Kindergarten zurecht gefunden, hat ihre Gruppen kennen- und lieben gelernt, Vertrauen zu den Erziehern aufgebaut und viele Freunde gefunden. Sie wird das wieder schaffen, keine Frage!

Die lange Serie des Loslassens

Und ich? Ich habe sie ja auch schon mal los gelassen, mehrmals sogar – auch ich werde das wieder schaffen, wenn auch anfangs mit einem Kloß im Hals. Genauer betrachtet ist dieses Kinderhaben ja auch das: Eine sehr lange Serie des Loslassens, immer wieder – es beginnt mit der Geburt und hört wahrscheinlich mit Vergabe der Abiturzeugnisse immer noch nicht wirklich auf.
Die letzte Woche vor der Einschulung: Die Tochter geht zum Ferienprogramm. Fünf Tage lang völlig neue Aktivitäten, fremde Kinder, neue Erzieher. Wir Eltern sind wahnsinnig aufgeregt, am ersten Abend bestürmen wir sie mit Fragen. Und das Kind? Wirkt nach einem Tag schon um fünf Jahre gereift und weist uns cool in die Schranken: „Es war gut, ich freu mich auf morgen. Fragt nicht ständig nach, das nervt.“ Eindeutig schulreif – alles klar.

Tipps für einen guten Schulstart

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Den ersten Schultag perfekt gestalten

Das Klassenzimmer ausstatten
Der erste Schultag soll für Kinder und Eltern ein Fest sein. Das bedeutet: Ein wenig Schmuck gehört schon dazu. Zum Beispiel ein schönes Tafelbild, eine Wimpelkette aus Schultüten oder aus dem Bild des Klassentiers.
Die Schüler empfangen
Meist kommen Kinder und Eltern nach der Einschulungsfeier gemeinsam in den Klassenraum. Hier begrüßen Sie persönlich jedes Kind und seine Eltern. Auf einem gesonderten Tisch haben Sie die Namensschilder der Kinder verteilt. Jedes Kind kann sich nun sein Schild nehmen und einen Platz suchen. Ein Schild bleibt übrig – das gehört dem Klassentier und wird später verteilt. Nachdem Sie sich vorgestellt haben und wenn alle organisatorischen Details besprochen sind, wird es Zeit für die Eltern, zu gehen. Gut, wenn jetzt einige Elternvertreter oder der Förderverein Kuchen und Erfrischungen für die Eltern auf dem Schulhof oder in der Eingangshalle bereithalten.
Die erste Stunde
Gern wird in dieser ersten Stunde eine Geschichte vorgelesen. Aber Sie sollten bedenken, dass die Kinder an diesem Tag bereits mit Informationen geradezu überhäuft wurden. Außerdem sind sie aufgeregt, eher nicht so geduldig und wollen in erster Linie eins: lernen. Zum Einstieg ist es also besser, die Kinder selbst aktiv werden zu lassen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen:

  • Schön ist, wenn alle Kinder mindestens einmal etwas sagen können – auch die Schüchternen. Dazu eignet sich etwa das Spiel „Mein rechter, rechter Platz ist frei…“. Viele Kinder werden sich zwar bereits kennen, aber es wird immer Kinder geben, die ganz neu in dieser Gruppe sind. Reihen Sie sich also gegebenenfalls auch in das Spiel ein, damit Sie ein solches Kind aufrufen können. Das Kind, das den Platz wechselt, nennt noch einmal seinen Namen und beantwortet eine einfache Frage – zum Beispiel nach seinem Lieblingstier. Zum Schluss schließlich können Sie noch das Klassentier zum freien Platz rufen. Das holt sich nun sein Namensschild und erzählt, wofür es in der Klasse zuständig ist.
  • Jedes Kind darf ein Teil aus seiner Schultüte holen und vorstellen. Zum Schluss werden alle Schultüten wieder geschlossen. Ein schöner Effekt: Die Kinder lernen schon in dieser ersten Stunde zu warten, bis sie an der Reihe sind.
  • Jedes Kind bekommt ein Bild seines Namenstiers und malt es aus. Mit diesen Bildern können die Kinder dann entweder den Klassenraum schmücken oder noch besser: Sie nehmen es mit. So können sie bereits stolz das erste Werk aus der Schule zu Hause präsentieren.
  • Die Kinder malen ihre Schultüte auf ein leeres Blatt, schneiden sie aus und kleben sie auf ein großes leeres Poster an der Wand.

Das Wichtigste bleibt aber für die Kinder an diesem Tag das Lernen. Schließlich kommen sie in die Schule, um lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Und zwar vom ersten Tag an! Das macht sie stolz und glücklich. Dabei ist das Lesenlernen für die Kinder von besonderem Interesse, warum also nicht damit beginnen? Sie können beispielsweise mit der ersten Einheit des Lesebuchs starten. Ein Tipp: Jedes Lehrwerk zum Schriftspracherwerb macht im Lehrerhandbuch Vorschläge, auf die Sie zurückgreifen können. Dabei sollten Sie allerdings nicht vergessen, dass die Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur Schule kommen, über die Sie noch nicht allzu viel wissen. Deswegen sollten Sie unbedingt die Aufgabe so stellen, dass keines der Kinder überfordert und enttäuscht wird. Dafür eignet sich eine einfache Aufgabenstellung, die von jedem Kind noch durch eine freiwillige Zusatzaufgabe ergänzt werden kann.
Die erste Hausaufgabe
Auch die allererste Hausaufgabe wird an diesem Tag verteilt. So lernen die Kinder, dass Hausaufgaben wichtig sind und erledigt werden müssen. Und im besten Fall machen Hausaufgaben auch Spaß!

  • Hausaufgaben ergeben sich stets aus dem Unterricht heraus. Wenn Sie also mit dem Schriftspracherwerb lehrgangsmäßig begonnen haben und der erste Buchstabe im Namen des Klassentiers vorkommt, können Sie zum Beispiel den Kindern das Tier als Kopiervorlage zum Ausmalen mitgeben. Dazu schreiben die Kinder den ersten gelernten Buchstaben. Wer will, kann auch den kompletten Namen des Klassentiers dazuschreiben.
  • Die Kinder können auch ein Bild von sich selbst malen und den eigenen Namen dazu schreiben. So bekommen Sie einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten der Kinder – wenn nicht die Eltern diese Aufgabe übernommen haben!
  • Oder die Kinder bekommen das Bild einer Schultüte, in das sie hineinmalen, was sie in ihrer Schultüte gefunden haben. Wer will, kann auch aufschreiben, was sich in der Tüte befand.

Und schon ist die allererste Stunde vorbei. Die Hausaufgaben sind verteilt, die Eltern können nun ihre Kinder abholen. Jetzt sollten alle bestens gerüstet und motiviert sein für diesen nächsten Lebensabschnitt.

Der Ernst des Lebens beginnt? Wohl eher die erste große Party des Lebens. Den Erstklässlern reichte früher die gut gefüllte Schultüte, um die Einschulung zu feiern. Heute legen sich Eltern richtig ins Zeug. „Die Einschulung nimmt einen immer größeren Event-Charakter an“, sagt auch Udo Beckmann (67), Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). „In Berlin hat eine Oma eine Stretchlimousine organisiert, mit der das Kind zur Schule gefahren worden ist.“

Solch ein Luxus scheint die Ausnahme zu sein. Aber vielen Eltern reicht es nicht mehr, ein Handy-Foto vom Spross im Garten zu schießen. Studios wie „Foto Menken“ in Oberhausen werden für ein Shooting beauftragt – und das nicht erst in diesem Jahr, in dem manche Schulen ein Fotoverbot bei der Einschulung ausgesprochen haben.

Im Studio wird das Kind zwischen riesigen Buchstaben und Buntstiften drapiert, dann drückt Fotografin Gina Hammer auf den Auslöser. Seit Wochen lichtet sie die i-Dötzchen ab. Auch für die Zeit nach der Einschulung in der kommenden Woche gibt es Anfragen. „Springfotos mögen die Kinder am liebsten“, sagt die 30-Jährige. Dann werden die Schüler quasi in der Luft für die Ewigkeit festgehalten.

Früher hat Oma Schokokuchen gebacken. Heute soll es eine richtige Konditortorte sein. Barbara Werntges und ihr Team von „Traumtorten“ in Essen kreieren an starken Tagen bis zu 100 Einschulungstorten. „Von Jahr zu Jahr steigt die Nachfrage nach Torten zur Einschulung“, sagt Barbara Werntges Mann Frank Tefert (57). Sein Schwiegervater hat die Konditorei Werntges in Werden 1962 eröffnet. Frank Tefert ist sich ziemlich sicher, dass damals noch keiner eine Einschulungstorte bestellt hat. Nun lässt sie sich längst online ordern: Größe, Füllung, Versandart aussuchen – und natürlich die süße Optik. Die Torte mit Buntstiften, Buchstaben und Zahlen geht am besten. Darauf steht: „Mein erster Schultag“. Das lässt sich individualisieren: „Pauls erster Schultag.“

Zwischen Bastel-Freude und Bastel-Frust

Für diejenigen, deren Bastel-Freude sich noch nicht bei der Schultüte in Bastel-Frust verwandelt hat: Ein Rezept für Buntstiftkekse gibt es im Internet. Man kann sich von Ideen für Einladungskarten zur Party sowie Tipps für die Einschulungs-Tischdeko inspirieren lassen: Wie wäre es mit einer Schultüten-Girlande? Bei Online-Shops schwärmen Kunden von Ständern, mit denen man die Schultüte „ordentlich und wirkungsvoll präsentieren“ kann. Wem noch ein Geschenk fehlt: Eine Anleitung zum Falten von Geldscheinen in Form eines Ranzens findet man auch im Netz.

Die Restaurants bekommen laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband mehr Anfragen für den Einschulungstag. Bei „Brands Jupp“ in Düsseldorf können die Kinder den Festtag sogar mit einem Einschulungs-Menü feiern. Statt Jakobsmuscheln wird als erster Gang serviert: „Rohkost-Sticks mit Gartenkräuter-Dip“. Bei der Ankunft steht für die aufgeregten Kinder die Vorspeise bereit. „Da beißen sie schon mal rein“, erklärt Lokalleiterin Irmtraud Beck, selbst Mutter und Großmutter. Als Hauptspeise können die Gäste wählen zwischen „Schnitzel mit Pommes-Frites“ oder „Gnocchi mit Tomatensauce“. „Heute kam eine Anfrage: ,Haben Sie auch Nudeln?‘“ Diesem Schulkind-Wunsch wird nachgegangen. Zum Dessert genießt es: „Crêpes au chocolat“.

Der Menü-Preis ist kindgerecht: 9,90 Euro. „Die Eltern essen à la carte“, sagt die 75-Jährige. „Ich bin ein Nachkriegskind. Da gab es so etwas nicht.“ Umso schöner, dass die Einschulung heute gefeiert werde. „Die Kinder sollen sich wohlfühlen“, sagt die Geschäftsfrau. „Dann kommen sie auch zur Kommunion oder Konfirmation wieder.“

Was soll man zur Einschulung anziehen?

Nachrichten Weitere Artikel zum Schulstart in NRW

Dann ist der große Tag da. Und was zieht man an? „Mit einem Paar Sandalen ergänzt ihr euer Outfit zur Einschulung perfekt und übersteht auch eine längere Feier ohne schmerzende Füße“, lässt Mode-Guru Guido Maria Kretschmer auf seiner Seite verkünden. Dort gibt er Tipps für ein gelungenes Einschulungs-Outfit – für Eltern und Gäste.

Kindermodemarken wie Okaidi („3,2,1 . . . Schulstart“) oder Esprit („Neues Schuljahr, neue Freunde, neuer Look!“) setzen darauf, dass Eltern ihre Kinder zum Schulanfang neu einkleiden. Aber in diesem Bereich scheint sich der Trend des Höher-Weiter-Besser nicht fortzusetzen. Marlies Miethchen-Pips vom Duisburger „Kinderladen Daniel“ hatte früher drei Geschäfte, heute verkauft sie Pullis und Hosen nur noch über einen Online-Shop: „Die Leute geben immer weniger für Kinderkleidung aus“, sagt die 65-Jährige. Dieses Fein-Machen für einen Tag gebe es so nicht mehr. Das sei in den 1980ern bei der Einschulung noch ganz anders gewesen. „Da hatten die Jungs auch schon mal ein weißes Hemd an.“

Experten: Kleine Einschulungsfeiern sind in Ordnung

Beim Einschulungsgottesdienst ist die Kirche so voll wie an Weihnachten. Manche Schulen beschränken schon die Gäste-Schar. VBE-Vorstand Udo Beckmann zur Feierfreude: „Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir es immer mehr mit Ein-Kind-Familien zu tun haben, so dass sich alles auf dieses eine Kind fokussiert.“

Nicht nur Eltern, Omas und Opas kommen mit, sondern auch Paten, Tanten, Onkel reisen zum großen Ereignis an. Für das Kind sei das ja auch ein besonderer Tag, der zu Recht gefeiert werde. „Aber nicht überziehen und nicht versuchen, alle anderen zu überbieten“, rät Beckmann. Ein Smartphone habe in der Zuckertüte nichts zu suchen.

Ähnlich sieht es Christiane Mika (57), Leiterin der Libellen-Schule in Dortmund und Vorstand des Grundschulverbands NRW: „Das Kind darf im Mittelpunkt stehen. Mein Wunsch wäre es, dass es dabei spürt: Es stehen alle hinter mir, sie freuen sich mit mir und man traut es mir zu.“ Noch heute gebe es Sprüche wie: „Nun beginnt der Ernst des Lebens.“ Dabei fange das Lernen schon in der Kita an. Zu starker Druck sei genauso wenig hilfreich wie der Versuch, dem Kind alles abzunehmen. Schon Erstklässler könnten den Weg zur Schule einüben, betont Udo Beckmann. Elterntaxis seien nicht nötig.

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Zu diesem Anlass habe ich meine Schüler gefragt, ob sie sich noch an ihren ersten Schultag erinnern. Sie haben meine Frage so beantwortet:
Ula: „Mein erster Schultag? Natϋrlich war ich sehr aufgeregt. Ich hatte schreckliche Bauchschmerzen und hatte keine Lust zur Schule zu gehen. Ich wollte mit meiner Mutter zu Hause bleiben. Ich sagte meiner Mutter, dass ich Bauchschmerzen hatte und dass ich nicht zur Schule gehen kann. Die Mutter sagte zu mir: „Während meines ersten Schultages hatte ich auch furchtbare Kopfschmerzen und Bauchschmerzen.” Der Vati schickte mich in die Schule. Ich lernte ein sympathisches Mädchen kennen. Sie hieβ Aniela. Sie war auch aufgeregt und hatte groβe Angst. Sie wurde meine Freundin. Unsere Lehrerin war so sympathisch und nett. Nach einer Stunde waren die Bauchschmerzen weg. Ich war sehr glücklich“.
Julia: „An meinem ersten Schultag war ich sehr nervös. Am Morgen habe ich ein großes Frühstück gegessen und elegante Klamotten angezogen. Ich wollte in die Schule gehen, aber ich hatte große Angst. Meine erste Lehrerin war sehr nett und sympathisch, aber alt. Sie hatte kurze Haare und eine schöne Figur. Als ich aufstand, ging ich zum feierlichen Appell. Die Schulleiterin begrüßte uns in der Schule und sie präsentierte das Schulprogramm. Dann gingen wir in Klassenzimmer und die Lehrerin hat uns den Stundenplan gegeben. Danach gingen ich und meinen Eltern nach Hause zurück. Ich denke, dass der erste Tag toll war.“
Antek: „Am ersten Schultag war ich nicht sehr nervös. Ich bin eine sehr offene Person und ich liebe es, neue Leute kennen zu lernen. Ich konnte es kaum erwarten, neue Personen und neue Lehrer kennen zu lernen. Für mich war das Warten sehr reizend. Der Schritt ins Gymnasium war mein Eintritt ins Erwachsenenleben. Ich finde, dass das Gymnasium die beste Zeit in meinem Leben ist und ich erinnere mich gut an meinen ersten Schultag im Gymnasium.“
Mateusz: „ Ich erzähle von meinem ersten Schultag im Gymnasium am Anfang des Schuljahres. Als ich in der Schule war, habe ich meinen Freund – Kamil kennengelernt. Zusammen haben wir die Turnhalle gesucht. Als wir dorthin gegangen sind, habe ich „tschüss“ gesagt und ging in die Garderobe mit der Aufschrift „1f“. Dort habe ich meine neuen Freunde getroffen. Die erste Person, die ich getroffen habe, war Piotrek. Damals wollte ich mit ihm nicht sprechen, weil er seltsame Harre hatte. Heute lache ich darüber. Als ich meinen neuen Klassenlehrer zum ersten Mal sah, war ich nicht zufrieden, weil ich fand, dass er streng und nicht nett ist. Zum Glück ist mein Klassenlehrer nett und verständnisvoll. Später haben wir unsere Schule besichtigt. Zum Schluss habe ich mich von Piotrek verabschiedet. Das war mein erster Schultag.“

Agata: „An meinem ersten Schultag war ich fröhlich. Ich wollte in die Schule gehen, weil ich neue Freunde kennenlernen wollte, aber ich hatte ein wenig Angst. Meine erste Lehrerin war sympathisch und ich mochte sie sehr. Sie hatte kurze, blonde Haare und eine schöne Figur. Sie hat Ania geheißen. Ihre Stunden waren sehr interessant und toll. Ich wollte lernen und schreiben. Meine Lieblingsbeschäftigung war Bücherlesen, weil ich Erzählungen mochte. Später hatten wir einen Tanzunterricht. Ich war sehr aufgeregt, weil ich tanzen lernen wollte. Frau Ina hat uns Tanzchoreographie beigebracht und wir haben sie am Oma- und Opatag getanzt. Die letzte Stunde war Englisch. Herr Tomek hat nur auf Englisch gesprochen und ich verstand nichts. Es war aber eine sehr nette Stunde, weil Herr Tomek eine Handpuppe Zippy hatte. Wir konnten mit ihr spielen. Es war ein sehr toller Tag.“
Ewa: „Ich war am ersten Schultag in der Grundschule ein bisschen nervös, weil es eine neue Erfahrung war. Ich war glücklich, andere Mitschüler waren meine Freunde aus dem Kindergarten. Wir waren in der Klasse zusammen. Ich wollte in die Schule gehen. Meine erste Lehrerin war sehr nett und sympathisch, aber autoritär, wenn die Schüler unartig waren. Sie hatte mittlere blonde Haare mit Strähnchen und ein freundliches Lächeln. Alle Schüler und Eltern haben ihr vertraut. Am Anfang konnten wir nicht mit einem Kugelschreiber schreiben, nur mit einem Bleistift. Erst mussten wir gut schreiben lernen. Der Unterricht war fein. Ich musste still sitzen, lesen und schreiben, aber es war nicht schlecht.“
Joanna: „Am ersten Schultag war ich sehr aufgeregt, aber ich hatte keine Angst. Ich wollte in die Schule gehen, weil ich neue Leute kennenlernen wollte und ich wollte sehen, wie meine Schule aussieht. Meine erste Lehrerin war sehr nett, sympathisch, aber ebenfalls ein bisschen streng. Sie hatte kurze, braune Haare und war weder korpulent noch hager. Ich durfte nicht laut sein und musste viel lesen und schreiben lernen, aber das konnte ich ein wenig vor der ersten Klasse. An meinem ersten Schultag habe ich meine Freundin Magda kennengelernt, wir sind bis heute befreundet. Ich finde, dass meine erste Klasse sehr toll war und genauso meine erste Lehrerin. Ich errinere mich sehr gern an diese Zeit.”
Arek: „Am ersten Schultag war ich sehr aufgeregt. Ich wollte in die Schule gehen, aber ich hatte große Angst, ich wusste nicht, was mich erwartet. Nach einer Minute fühlte ich mich besser, ich sah Kollegen aus dem Kindergarten. Zum Glück war meine erste Lehrerin sympathisch und klein. Sie hatte kurze, braune Haare und eine schöne Figur. Ich konnte sprechen und laut sein. Nach einigen Monaten konnte ich lesen und schreiben! In Polen bekommen wir keine Schultüte, aber ich finde, dass mein erster Schultag sowieso gut war.”
Ola: “Als ich im Kindergarten war, wollte ich zur Schule gehen. Ich war begeister vom ersten Schultag. Neue Freunde, neue Lehrer. Die ganze Zeit erinnere ich mich, die erste Stunde war Englisch. Ich mag Englisch, ich lernte es in dem Kindergarten. Mein erster Tag in der Schule war sehr cool. Ich freue mich, ihn zu erwähnen.”

Anlässlich des Schulbeginns fragte eine Lokalzeitung: Wie war Ihr erster Schultag? Die Erinnerungen reichen zurück bis ins Jahr 1944. Vieles war anders, anderes ist immer gleich geblieben.

Schulanfänger an der Volksschule Haynrode, 1940. Foto: Gerhard Haubold / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und für die ganz Kleinen bedeutet das: Der erste Schultag naht, der Ernst des Lebens beginnt! Praktisch jeder in Mitteleuropa hat eine Erinnerung daran, jeder kann über diesen Tag etwas erzählen. Ist die Gesellschaft noch so fragmentiert, ist das Leben noch so bunt – an diesem Punkt haben alle etwas gemeinsam.

Der Volksfreund aus Trier hat seine Leser anlässlich des Schulbeginns in Rheinland-Pfalz gebeten, ihre Erinnerungen an den ersten Schultag einzusenden. Die Leser sind der Aufforderung gern gefolgt. Zum Teil klingen die Berichte wie von heute – Kinder ändern sich eben nicht. Zum Teil enthalten sie aber auch Details, die einen Staunen machen – man fragt sich nur, über was: die damalige oder die heutige Zeit.

Für Marita Lenz war ihre Einschulung 1969 eine Art Emanzipation – beim Friseur, zu dem sie ihre Mutter geschickt hatte. Da sie selbst entscheiden durfte, ließ sie sich die Haare so kurz schneiden wie die ihrer besten Freundin. Die Mutter war entsetzt, was die kleine Marita jedoch nicht weiter störte. „Mir aber gefiel meine neue Frisur, und ich trug die Haare noch eine ganze Weile so kurz.“

Wenige Jahre zuvor, 1965, musste auch Beate Niewel zur Einschulung. Für sie war der Tag nicht leicht, denn sie war zum ersten Mal von ihrer Mutter getrennt. „Es gab noch keinen Kindergarten“, erläutert sie. Was? Kein Kindergarten? Keine Ganztagskita mit Mittagstisch und Hausaufgabenbetreuung?

Schon die Berichte aus den sechziger Jahren klingen zum Teil unvertraut, doch geht man noch weiter zurück, wird es ganz fremd. Kurt Horsch etwa musste Kniestrümpfe anziehen und bekam „Schokolade, Ahoj Brause, Würfel, ein paar Bonbons, dazu ein paar Schulutensilien – ah, und ein Stück weiße Kreide“ in die Schultüte. Ihm ist die Differenz zu heute sehr bewusst. Augenzwinkernd beginnt er: „Ich war begeistert, als ich den Inhalt musterte: ein iPhone, ein Tablet, einen Gutschein für McDonald’s…“ Also nein, so war es eben nicht, im Jahr 1952.

Als Rosel-Bernarda Berens 1950 eingeschult wurde, war es nochmal anders: Ihre Großmutter strickte ihr ein Kleid und Tücher zum Abwischen ihrer Schreibtafel. Kindererziehung war Frauensache, weshalb nur Mütter bei der Einschulung dabei waren. Allerdings waren die Väter häufig auch gefallen, vermisst oder in Kriegsgefangenschaft. Doch auch wenn die Verhältnisse in den ersten Jahren der Bundesrepublik noch kümmerlich waren, so ging es doch bescheiden bergauf: Rosel-Bernarda hatte immerhin eine Schultüte, was ihrer älteren Schwester nicht vergönnt gewesen war, weil die Mutter wichtigeres zu finanzieren hatte, wie sie dem maulenden Kind erklärte: „Deine Schiefertafel hat mich damals ein großes Stück Speck gekostet!“ Armut war also der immerwährende Begleiter dieser Schulkinder, aber unglücklich waren sie nicht, wie Rosel-Bernada heute berichtet: „Wir fuhren dann mit der Straßenbahn in die Stadt, und im Fotoatelier Seiwert in der Glockenstraße wurde ich mit Schulranzen und Schultüte fotografiert. So ist mir dieser Tag doch noch in angenehmer Erinnerung geblieben.“

Roland Oly schließlich hatte das zweifelhafte Vergnügen, gleich zweimal eingeschult zu werden. Zum ersten Mal kam der große Tag im Jahr 1944. Seine Schule hieß bis 1937 „St. Matthias“, danach aber „Horst Wessel“ und war ein Ort nationalsozialistischer Indoktrination. Ihm war die Aufnahmezeremonie unheimlich, weshalb er seiner Mutter erklärte, dass er nicht mehr dorthin gehen würden. Am selben Tag wurde die Schule kriegsbedingt geschlossen. Roland jubelte. Doch 1945 wurde er erneut eingeschult und kam gleich in die zweite Klasse.

„Der Ernst des Lebens beginnt“ hieß es jahrzehntelang zur Einschulung. Inzwischen feiern viele Familien diesen Tag groß mit Freunden und Verwandten. Pädagogen sehen das durchaus auch kritisch.

Kutschfahrten und Zoobesuche zum ersten Schultag

Die sechsjährige Lisa kann zwar noch nicht lesen. Ihre Verwandten wünschen ihr aber schon mal in einer Zeitungsannonce viel Glück zum Schulstart. Sie reisen zur Einschulung mit Schultüten und anderen Geschenken an. Nach der Begrüßung der Erstklässler in der überfüllten Schulaula wird groß gefeiert, zunächst im lange vorher dafür reservierten Restaurant, später zu Hause. Bei manchen Familien kommt auch ein Clown oder Zauberer zur Belustigung, andere organisieren für den Nachmittag Kutschfahrten und Zoobesuche. Der erste Schultag wird zunehmend zum Event. Aufwand und Ausgaben steigen. Pädagogen sehen den Trend mit gemischten Gefühlen.

Zu den Einschulungsfeiern in den Schulen kommen immer mehr Menschen, „selbst wenn die Schülerzahlen gleich bleiben oder gar sinken“, berichtet der hessische Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Stefan Wesselmann. „Der VBE Hessen sieht natürlich mit Freude, dass Eltern so viel Anteil nehmen an der schulischen Laufbahn, die ja mit der Einschulung beginnt.“ Es sei auch wichtig, dass Eltern ihren Kindern zeigten: „Wir begleiten und unterstützen dich.“ Dies sollte sich allerdings nicht auf die Übergänge und Abschlüsse beschränken, sondern grundsätzlich gelten, mahnt der Lehrer und Pädagoge.

Mütter fühlen sich sozialem Druck ausgesetzt

Rakete, Einhorn oder Dino: Viele Mütter fühlen sich schon Wochen vor Schulbeginn unter Druck, um ihrem Kind eine besondere Schultüte zu basteln. Die Einladungskarten für die Einschulungsfeier sollen auch möglichst individuell ausfallen.

Viele Restaurants sind für die Feiern schon lange vorher ausgebucht oder bieten Einschulungsbuffets. Cornelia Kelber vom Zukunftsinstitut in Frankfurt stellt fest: „Feiern, die früher privat waren, sind zum Statussymbol geworden. Man zeigt, wer man ist, und was man kann.“ Bei der Einschulung überböten sich viele Mütter gegenseitig.

Das Privatleben sei – wie in den sozialen Netzwerken – ein wenig zum Wettbewerb geworden und immer ein bisschen öffentlich: Denn alles kann gefilmt und im Internet gepostet werden. „Man hat die Facebook-Crowd immer im Hintergrund, bei allem was man tut“, sagt Kelber. Zugleich habe die Zeit abgenommen, in der die Menschen offline seien – also ohne Computer, Tablet oder Smartphone. Die Ansprüche an diese Stunden seien zugleich gewachsen. „Die Zeit, die man offline verbringt, wird zu etwas Besonderem.“

Erwartungen an Kinder nehmen zu

Das Tamtam um den ersten Schultag birgt nach Einschätzung des VBE Hessen auch Risiken. VBE-Chef Wesselmann warnt davor, die eigenen Wünsche und Lebensträume zu sehr auf den Nachwuchs zu übertragen. „Schnell sehen sich Kinder schon zu Schulbeginn großen Erwartungen ausgesetzt, die sie dann nicht unbedingt so erfüllen können oder wollen“, berichtet der Pädagoge.

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„Ein guter lebenslanger Lernprozess beginnt mit Erfolgserlebnissen.“ Misserfolge ließen sich jedoch nur selten vermeiden, und es sei wichtig zu lernen, damit umzugehen. „Wenn Eltern ihre Kinder bestärken, aus Fehlern zu lernen, tragen sie wesentlich zum Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens und damit zu einer guten Grundlage einer erfolgreichen selbstbestimmten ‚Schulkarriere‘ bei.“

Der erste Schultag

Der erste Schultag ist für jedes Kind etwas Besonderes. Auf der einen Seite ist dies ein Tag, den die meisten Kinder ungeduldig erwarten – denn sie wollen auch zu den Großen gehören. Auf der anderen Seite ist es ein Tag, an dem sie Altbekanntes, Vertrautes verlassen. Einen festen Tagesablauf, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe und die zeitweise Trennung von den Eltern kennen sie bereits aus dem Kindergarten, wo die meisten Kinder gut auf die Schule vorbereitet wurden. Auch haben sie von den Eltern oder älteren Geschwistern schon viel über die Schule gehört. Aber trotzdem fällt es manchen Kindern schwer, von der Kindergartenzeit Abschied zu nehmen, sie haben Angst vor dem Neuen. Fühlt sich das Kind jedoch von seinen Eltern unterstützt, fällt ihm dieser Schritt viel leichter. Grundsätzlich gilt: Je besser die Erinnerungen an den ersten Schultag sind, desto motivierter werden Kinder auch am zweiten, dritten und vierten Tag in die Schule gehen und sich den neuen Anforderungen stellen. Dann kann der Start ins Schulleben gut beginnen.

So können Sie als Eltern ihr Kind bei diesem wichtigen Schritt unterstützen
Die Schultüte
Der Schulranzen
Die ersten Wochen in der Schule
Der Schulweg
Betreuung nach der Schule

So können Sie als Eltern Ihr Kind bei diesem wichtigen Schritt unterstützen

  • Nehmen Sie sich Zeit und begleiten sie Ihr Kind am ersten Schultag.
  • Feiern Sie diesen Tag zusammen mit Ihrem Kind, den Großeltern, Geschwistern und Freunden
  • Achten Sie darauf, dass es an diesem anstrengenden Tag auch eine Ruhephase hat, zum Beispiel einen Mittagsschlaf.
  • Weisen Sie Ihr Kind nicht ständig auf den beginnenden „Ernst des Lebens“ hin.
  • Erzeugen Sie nicht schon vor Beginn der Schulzeit Leistungsdruck.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Schule, über die Möglichkeit, dort viel zu lernen, neue Freunde zu finden und viele spannende und interessante Dinge zu erleben

Die Schultüte

Schultüte und Schulranzen sind die äußeren Zeichen für ein Schulkind. Ihrem Kind sind diese beiden Dinge sehr wichtig und es freut sich bereits seit vielen Monaten darauf. Manche Kinder heben ihre Schultüte über Jahre auf. Und: Wer kennt nicht die Fotos vom ersten Schultag mit der Schultüte, die man ein ganzes Leben lang als Andenken behält?

Wie die Schultüte aussehen und welche Größe sie haben soll, ist ganz individuell. Die Hauptsache ist, sie gefällt Ihrem Kind. Eine Möglichkeit ist es, die Schultüte gemeinsam selber zu basteln. Oder Sie suchen die Schultüte zusammen im Geschäft aus. Vielleicht aber soll die Schultüte – selbst gebastelt oder gekauft – auch eine Überraschung für das Kind am Morgen des ersten Schultags sein.

Natürlich gehört zur Schultüte auch der Inhalt. Ein Teil davon werden sicherlich diejenigen Süßigkeiten sein, die Ihr Kind besonders gerne mag. Aber nicht der gesamte Inhalt der Schultüte muss aus Süßigkeiten bestehen, es gibt viele Alternativen dazu, zum Beispiel:

  • Aufkleber, Anstecker
  • Bücher
  • kleine Spiele (z.B. schwarzer Peter, Domino, Quartett)
  • bunte Kreiden und Stifte
  • Luftballons
  • Zahnbürste
  • Wecker
  • Trinkflasche und Brotzeitdose
  • Eintrittskarten für Zoo, Kino, oder Schwimmbad

Der Schulranzen

Der gemeinsame Kauf des Schulranzens ist eine schöne Vorbereitung auf den ersten Schultag. Denn er soll Ihrem Kind sowohl gut gefallen, als auch gut passen. Da er das Kind viele Jahre begleitet, ist gute Qualität sehr wichtig. Vielleicht können ja auch die Großeltern einen finanziellen Teil dazu beisteuern. Beim Kauf sollten Sie vor allem auf Folgendes achten: Der Schulranzen sollte

  • leicht sein,
  • leicht verstellbar,
  • breite Trageriemen haben,
  • eng am Rücken anliegen,
  • mit Reflektoren ausgestattet sein, um Ihr Kind auf dem Schulweg zu schützen und
  • natürlich Ihrem Kind gut gefallen.

Wichtig ist auch der Inhalt des Schulranzens: Die Liste mit den Materialien, die das Kind braucht, wird von vielen Schulen bereits vor dem ersten Schultag herausgegeben. Es wird Ihrem Kind großen Spaß machen, gemeinsam mit Ihnen diese Dinge einzukaufen.

Der Umfang der Liste erscheint manchmal überraschend lang. Bedenken Sie aber, dass Vieles wie Malkasten, Pinsel, Schere über Jahre benötigt werden.

Alle Materialien sollen nicht nur dem Kind gefallen, sie müssen vor allem sinnvoll sein. So wird es sich später beispielsweise über ein bunt verziertes Lineal ärgern, wenn es die Zahleneinteilung nicht richtig lesen kann.

Die ersten Wochen in der Schule

Der erste Schultag ist vorbei und im Laufe der nächsten Tage kehrt langsam Routine in die neue Situation ein. Trotzdem ist dieser Start ins Schulleben eine sehr aufregende Zeit für Ihr Kind und es wird jeden Tag mit neuen Eindrücken von der Schule nach Hause kommen.

Jetzt braucht es sehr Ihre Unterstützung. Beginnen Sie den Schultag ohne Stress. Planen Sie für das morgendliche Aufstehen, das gemeinsame Frühstück und den Schulweg genügend Zeit ein.

Für manche Kinder kann die Schulsituation auch schon bald belastender werden, da sie mitbekommen, dass andere vielleicht schneller im Verstehen sind als sie selbst. Dies kann leicht das Gefühl auslösen, den Anforderungen in der Schule nicht gewachsen zu sein, schlechter zu sein als andere Kinder.

Sie können Ihr Kind immer unterstützen, wenn Sie ihm das Gefühl geben nicht alleine mit seinen Problemen und Ängsten zu sein und es in seinem Selbstwertgefühl stärken. Hören Sie ihm zu, nehmen Sie sich Zeit und helfen Sie ihm bei Aufgaben, die es nicht alleine bewältigen kann. Fördern Sie ihr Kind, aber überfordern Sie es auch nicht.

Betreuung nach der Schule

Gerade zu Beginn der Grundschulzeit dauert der Unterricht häufig nur drei bis vier Stunden. Dies stellt viele Eltern, die berufstätig sind, vor Betreuungsprobleme. War zur Kindergartenzeit die Berufstätigkeit eines Elternteils kein Problem, so wird dies mit Schulbeginn oft ein neues Thema, das es zu bewältigen gilt. Für berufstätige Eltern gibt es die Möglichkeit der „Mittagsbetreuung“, die bereits an vielen Schulen angeboten wird, die Betreuung ihres Kindes in einem Hort oder die Ganztagsschule.

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