Dauer geburt erstes kind

Geburtsstadien

Die Austreibungsphase beginnt, sobald sich der Muttermund vollkommen geweitet hat, und endet, wenn Ihr Kind vollständig geboren ist. Zeitlich ist fast alles möglich: Es kann 30 Minuten, aber auch zwei Stunden oder länger dauern, und manchmal sind unterstützende Massnahmen nötig. Manchmal läuft die ganze Austreibungsphase auch in nur 10 bis 20 Minuten ab, v.a. wenn dies nicht Ihr erstes Kind ist.

Auch in dieser zweiten Phase kommen Ihre Atem- und Entspannungsübungen zum Einsatz. Denn die Wehen sind in dieser Phase um einiges stärker. Sie kommen alle 2 bis 4 Minuten und dauern 60 bis 90 Sekunden. Auf dem Weg in Richtung Beckenboden dreht sich der Kopf Ihres Kindes von der Seite, bis das Kinn nach unten zum Enddarm (Rektum) zeigt. Wenn es noch weiter nach unten gepresst wird, treten sowohl der Enddarm als auch das Perineum (Damm zwischen Enddarm und Vagina) immer mehr hervor, und schließlich sieht man das Köpfchen in der Scheidenöffnung.

Jetzt können Sie das im Vorbereitungskurs geübte Veratmen anwenden, um den Austritt des Köpfchens noch etwas hinauszuzögern. Aber der Druck des kindlichen Kopfes auf den Beckenboden und den Enddarm wird immer stärker und löst den überwältigenden, unwillkürlichen Pressdrang aus. Mit jeder Presswehe drücken Sie Ihr Kind sanft und gleichmässig ein bisschen weiter heraus. Nur in wenigen Fällen muss heute noch ein Dammschnitt (Episiotomie) hierfür durchgeführt werden.

Jetzt muss Ihre Hebamme oder Ihr Geburtshelfer darauf achten, dass die Nabelschnur nicht um den Hals des Kindes gewickelt ist. Manchmal muss das restliche Fruchtwasser aus Mund und Nase des Kindes mit einer kleinen Plastikkanüle abgesaugt werden.

Mit den letzten Austreibungswehen kommen die Schultern nacheinander zum Vorschein. Danach gleitet der restliche Körper Ihres Kindes aus dem Geburtskanal heraus. Gleichzeitig kann ein ganzer Schwall Fruchtwasser herausfliessen. Nach der Geburt wird Ihnen Ihr Baby auf den Bauch gelegt, damit Sie gleich direkten Körperkontakt haben können.

Dann haben Sie es geschafft und können endlich einen ersten Blick auf Ihr Baby zu werfen!

Hecheln und Veratmen

Während der Kopf Ihres Kindes Ihre Scheide dehnt, spüren Sie vielleicht ein brennendes Gefühl. Dann müssen Sie sofort aufhören zu pressen. Am besten beginnen Sie in einem solchen Moment mit stoßweisem Hecheln oder Pusten, so als wollten Sie eine Kerze ausblasen. Die Kontraktionen der Gebärmutter schieben jetzt von selbst den Kopf Ihres Kindes aus der Scheidenöffnung ganz sanft hinaus. Dadurch verdünnen und dehnen sich Haut und Muskulatur Ihres Perineum langsamer, und es besteht nicht die Gefahr eines Dammrisses. Wenn man allerdings befürchtet, dass Ihr Dammgewebe nicht dehnbar genug ist und eventuell reißt, kann eine Episiotomie durchgeführt werden.

Die Presswehen

Halten Sie den Atmen an und pressen Sie jeweils 10 bis 20 Sekunden lang in Richtung Ihres Enddarms, bevor Sie wieder eine Atempause einlegen. Mit jeder Wehe bewegt sich der Kopf Ihres Kindes weiter den Geburtskanal hinunter. Nach jeder Kontraktion zieht er sich jedoch wieder ein kleines bisschen zurück. Wenn der Kopf Ihres Kindes sichtbar bleibt und zwischen den Wehen nicht wieder verschwindet, wissen Sie, dass Ihr Kind sehr bald geboren wird.

Beim Pressen ist es übrigens ganz normal, dass etwas Urin abgeht oder der Darm entleert wird, da die Beckengegend und der Enddarm so entspannt sind.

Der Dammschnitt (Episiotomie)

Ein Dammschnitt ist dann erforderlich, wenn sich der Damm (das Gewebe zwischen Scheide und After) nicht weit genug dehnen kann, um den Kopf des Babys ohne Einreißen des Gewebes hindurchzulassen. Zum Ende der Geburt muss das Kind die Enge des Scheidenausgangs überwinden. Diese Enge wird im hinteren Bereich durch die Dammhaut und die darunter liegende Muskulatur gebildet.

Heute versuchen immer mehr Geburtshelfer und Hebammen, den Dammschnitt zu vermeiden. Zunehmend wird argumentiert, dass normalerweise ein Dammriss häufig besser verheilt als ein Schnitt, da er meist oberflächlicher und an Nerven- und Blutbahnen vorbei verläuft, während ein Schnitt diese durchtrennt.

Allerdings benötigt es einfach sehr viel mehr Sorgfalt und Zeit, einen größeren oder unregelmäßigen Riss (Dammriss III. Grades) zu nähen. Dies kann schmerzhafter sein als ein sorgfältig ausgeführter Dammschnitt.

Einige Studien haben inzwischen aber auch herausgefunden, dass ein Dammschnitt nur vor einem leichten, aber nicht vor einem schweren Dammriss schützt: Durch den Einschnitt werde der Gewebezusammenhalt zerstört und hochgradige Dammrisse sogar noch begünstigt, v.a. bei Frauen, die schon einmal geboren haben. Praktisch widerlegt ist heutzutage die Theorie, dass Frauen mit Dammschnitt später nicht so häufig Probleme mit einer Blasenschwäche oder Senkung des Beckenbodens und der Gebärmutter haben.

Bei einer unkomplizierten Geburten überwacht die Hebamme oder der Frauenarzt, die Frauenärztin die Geburt des kindlichen Kopfes, so dass er sanft aus der Scheidenöffnung austritt, und es weder zu einem tiefen Dammriss noch zu einem Dammschnitt kommen muss. Manchmal wird auch Ihr Damm massiert, um ihn vorsichtig über das Köpfchen zu dehnen. Diese Methode trägt vor allem dazu bei, tiefe Risse zu vermeiden. Kleine Risse unter der Geburt sind normal und brauchen keine weitere Behandlung.

Es wird meist nur noch geschnitten, wenn eine Zangen- oder Saugglockengeburt durchgeführt wird oder eine fötale Mangelversorgung mit Abfall der kindlichen Herztöne zu raschem Handeln zwingt. Der Scheidendamm hatte in solchen Fällen nicht genug Zeit, sich langsam und vorsichtig zu dehnen, und dann muss ein ausgedehnter Dammriss befürchtet werden.

Die Episiotomie wird fast immer unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Normalerweise ist dies ein Pudendusblock, wobei das Narkosemittel in das stark gedehnte Dammgewebe injiziert wird. Wenn bereits eine Regionalanästhesie liegt, ist eine weitere Betäubung nicht notwendig.

Der Dammschnitt selbst wird nicht mit einemn Skalpell sondern mit einer Schere durchgeführt. Die untenliegende Hälfte ist nach unten gerundet und mit einer Verdickung vorne versehen, so dass keine versehentlichen Verletzungen am untenliegenden Gewebe passieren können. Der Schnitt wird nach der Entbindung mit Fäden genäht, die sich mit der Zeit selbst auflösen.

Normalerweise heilt ein Dammschnitt sehr schnell. Sie können aber durchaus einige Wochen lang ein Ziehen beim Sitzen, Laufen oder Wasserlassen spüren. In der ersten Zeit nach der Geburt tut ein aufblasbarer Ring als Sitzkissen sehr gute Dienste. Spülen Sie den Genitalbereich nach jedem Toilettengang sorgfältig mit warmem Wasser und trocknen sie ihn vorsichtig, eventuell mit einem nur leicht warmen Föhn.

Sitzbäder mit Kamillen-Extrakt oder mit Totem-Meer-Salz haben sich bei der Pflege der Episiotomie-Naht bewährt, ebenso Arnika-Kompressen oder auch das Kühlen mit Eiswürfeln oder einem Cold-Pack. Bei starken Schmerzen können Sie Medikamente bekommen, mit denen Sie durchaus weiter stillen dürfen.

Sie selbst können auch schon während der letzten Schwangerschaftswochen vorsorglich etwas gegen einen Dammschnitt oder -riss tun, z.B. durch Damm-Massage, Dehnungsübungen in der Hockstellung, Training mit dem Epi-No oder indem Sie bestimmte Tees, v.a. Himbeerblättertee, trinken, die das Beckengewebe lockern sollen. Bei der Aufnahme zur Geburt können Sie dem geburtshilflichen Team deutlich sagen, ob Sie Wert darauf legen, dass ein Dammschnitt vermieden wird.

Bayern 2 – Gesundheitsgespräch

Es gilt die Regel: Sinnvoll ist ein Eintreffen in der Klinik dann, wenn der Muttermund sich etwa drei Zentimeter weit geöffnet hat.

1. Latenzphase

Diese erste Phase beginnt mit dem ersten Wehen-Ziehen im Bauch. Der Körper beginnt, seine Muskeln für die Geburt zu trainieren. Diese Vor-Wehen kommen unregelmäßig und dauern nicht sehr lange, weniger als 30 Sekunden. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren. Am besten nochmal hinlegen und schlafen, Kraft sammeln für die bevorstehende Geburt. Diese Phase kann durchaus bis zu zwei Nächte lang dauern.

„In der Latenzphase ist es am besten, wenn die Frauen in ihrer gewohnten Umgebung sind und sich noch ablenken, auf keinen Fall in die Wehen hineinsteigern. Einfach das tun, was gut tut: warme Bäder, Massagen, Bewegung, Musikhören, oder noch ein wenig Kuscheln. Die ersten Wehen verschlafen, oder wenigstens dazwischen dösen, ist das allerbeste.“

Astrid Giesen, Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbandes e.V.

2. Die Eröffnungsphase

Den Übergang von der Latenz- zur Eröffnungsphase markiert ein „Signalsatz“, ein Gefühl: Wenn die Frau spürt: „Jetzt möchten wir nicht mehr damit alleine sein“, ist der Zeitpunkt gekommen, ins Geburtshaus oder in die Klinik zu fahren. Dort wird die Frau von den Geburtshelfern betreut.

Stärkere Wehen

Die Wehen sind jetzt stärker, kommen regelmäßig und können bis zu einer Minute lang dauern. Der Muttermund sollte sich allmählich auf etwa zehn Zentimeter öffnen. Diese Phase dauert sehr unterschiedlich lange. Beim ersten Kind ist der Durchschnitt zehn Stunden, es kann aber auch drei bis 24 Stunden dauern. Wichtig ist, dass die Gebärende so wenig wie möglich gestört wird, sodass sie in einen Trance-Zustand finden und das Geschehen an ihren Körper abgeben kann.

3. Die Austreibungsphase

In der sogenannten Austreibungsphase sollte die werdende Mutter auf ihre Instinkte hören.

Jetzt sind die Wehen am stärksten. Es wird Zeit, die Gebärposition einzunehmen. Welche Möglichkeiten es gibt, lernen die Frauen im Geburtsvorbereitungskurs. Auch hier ist es wichtig, dass die Gebärende auf ihre Instinkte vertraut und den Mut hat, das zu tun, was ihr Körper ihr sagt. Auch das Kind hilft während der Geburt mit, indem es sich so windet, dass es gut durch den Geburtskanal kommt.

„Für die Hebammen sind manche Gebärpositionen sehr anstrengend, weil sie dann beispielsweise auf dem Boden sein müssen. Und je älter man wird, desto schwieriger ist das. Aber auch hier finde ich, dass wir Geburtshilfe falsch verstehen. Wir meinen immer, wir müssten alles unter Kontrolle haben, dabei machen Frau und Kind das ganz alleine. Und unsere Aufgabe ist es, ein unterstützendes Netz herum zu spannen. Das sorgt dafür, dass einerseits die Frau in Ruhe gebären kann und dass andererseits die Hebamme gar nicht so viel zu tun hat, es nicht so anstrengend ist.“

Astrid Giesen, Vorsitzende des Bayerischen Hebammen Landesverbandes e.V.

Das Neugeborene

Wichtig ist, dass das Kind gleich nach der Geburt zur Mutter kommt.

Am besten ist es, wenn die Mutter das Baby gleich nach der Geburt zu sich nimmt, wenn sie so weit ist. Die Nabelschnur sollte möglichst so lange zwischen Mutter und Kind bestehen bleiben, bis die Placenta gelöst ist. Das Kind wird so in der Übergangsphase neben der eigenen Atmung noch von der Mutter versorgt. So kann damit begonnen werden, eine Bindung aufzubauen. Erste Versuche werden unternommen, das Kind an die Brust anzulegen.

4. Die Nachgeburt

Etwa eine halbe Stunde, nachdem das Kind auf die Welt gekommen ist, folgt die Plazenta. Erst wenn sie ausgeschieden ist, ist die Geburt beendet.

Kaiserschnitt

Die Gründe, die schon während der Schwangerschaft oder aber in der Eröffnungsphase der Geburt für einen Kaiserschnitt bzw. Notkaiserschnitt sprechen, sind vielfältig. Beispielsweise dann, wenn das Kind trotz vieler Versuche nicht durchs Becken geht oder wenn es dem Kind nicht mehr gut geht. Ein Kaiserschnitt wird immer von einem Arzt durchgeführt, entweder mit Leitungsanästhesie oder in Vollnarkose. Auch nach einem Kaiserschnitt wird, wenn mit dem Kind alles in Ordnung ist, gleich der Körperkontakt zur Mutter, bzw. im Fall einer Vollnarkose zum Vater hergestellt.

Wehen: Echte Wehen erkennen und Wehenschmerz lindern

Wehen kann man fühlen: Die Kontraktionen der Gebärmutter sind häufig mit der Hand unter der Bauchdecke zu spüren. © istock.com/PhotoAttractive

Artikelinhalte in der Übersicht:

  • Was sind Wehen?
  • Wie fühlen sich Wehen an?
  • Wehenarten und wie man sie unterscheidet
  • Echte Wehen erkennen
  • Was tun gegen den Wehenschmerz?
  • Wehen auslösen: Welche Mittel gibt es?

Was sind Wehen?

Wehen sind ganz allgemein Muskelkontraktionen der Gebärmutter, die eine Frau im Verlauf der Schwangerschaft und während der Geburt spürt. Im engen medizinischen Sinne werden als Wehen jedoch nur die rhythmischen, das heißt regelmäßig wiederkehrenden Kontraktionen genannt, welche die Geburt in Gang setzen und vorantreiben: Beim Zusammenziehen der Gebärmutter wird der Muttermund nach und nach geöffnet und das Kind in und durch den Geburtskanal geschoben. Im Verlauf der Geburt nehmen die Wehen an Stärke und Dauer zu.

Wodurch genau die Wehentätigkeit und damit die Geburt letztendlich beginnt, ist noch nicht in allen Einzelheiten ergründet. Man geht davon aus, dass die ausgereiften Lungen des Kindes als Signal ein spezielles Eiweiß produzieren, wodurch die Produktion des Schwangerschaftshormons HCG eingestellt wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Hormon Oxytocin, welches nun ausgeschüttet wird. Seine wehenauslösende Eigenschaft macht man sich in der Geburtsmedizin zu Nutze: Die Substanz wird eingesetzt, um die Wehentätigkeit anzuregen.

Schwangerschaftsgymnastik: 15 Übungen mit und ohne Ball

Wie fühlen sich Wehen an?

Wie Wehen wahrgenommen werden, ob sie Schmerzen verursachen und wie stark diese sind, ist von Frau zu Frau sehr verschieden. Bei vielen fühlt sich der Schmerz einer echten Wehe wie ein Menstruationskrampf an, was durch die mangelnde Durchblutung der Gebärmutterwand während der Wehe hervorgerufen wird. Manche Frauen empfinden ihn auch als langanhaltenden Rückenschmerz. Gleichzeitig verspürt die Frau ein Hartwerden der Gebärmutter – zum Ende der Wehe entspannt die Gebärmutter wieder. Auch ein Stechen, ein dumpfer Druck oder Ziehen sind möglich.

Die Wehen nehmen nicht gleichmäßig an Intensität und Häufigkeit zu. Es ist normal, wenn auf eine starke Wehe eine schwache folgt. Es kann auch ganz normal sein, dass die Kontraktionen unablässig und in leichter Stärke auftreten. In den Wehenpausen ist der Wehenschmerz meist komplett verschwunden – eine Phase, die zum Ausruhen und Entspannen genutzt werden kann.

  • Was darf ich essen, was muss ich meiden? Ist Sport während der Schwangerschaft gefährlich oder gesund?

    zum Wissenstest

Die Wehentätigkeit kann nicht nur die Schwangere selbst spüren. Auch die Hebamme kann das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur durch Betasten des Bauches wahrnehmen. Unter der Geburt werden heutzutage die Wehen und gleichzeitig die Herztöne des ungeborenen Kindes mittels eines Cardiotokografen (CTG) kontrolliert.

Wehenarten und wie man sie unterscheidet

Es gibt verschiedene Arten von Wehen, die sich nach ihrem Auftreten in der Schwangerschaft, ihrer Intensität, Dauer und Funktion unterscheiden.

Vorwehen – Übungswehen

Bereits ab etwa der 25. Schwangerschaftswoche kann die werdende Mutter spüren, wie ihr Bauch immer mal wieder hart wird. Diese Kontraktionen der Gebärmutter werden Vorwehen genannt und sind völlig unbedenklich, denn sie wirken nicht auf den Muttermund und den Gebärmutterhals ein. Mit diesen Vorwehen trainiert die Gebärmutter faktisch für die anstehende Geburt. Diese Übungswehen sind nicht schmerzhaft, treten manchmal auch ganz unbemerkt und in unregelmäßigen Abständen auf.

Vorzeitige Wehen – Frühwehen

Treten diese Vorwehen jedoch vor der 36. Schwangerschaftswoche regelmäßig über einen längeren Zeitraum auf, kann es sich um vorzeitige Wehen handeln. Diese sind bereits echte Geburtswehen, sie schieben das Baby in Richtung Geburtskanal und es droht eine Frühgeburt.

Die Ursachen für diese vorzeitigen Wehen können ganz verschieden sein. Infrage kommen beispielsweise Infektionen von Blase oder Harnröhre, eine Überdehnung der Gebärmutter oder Gebärmutterhalsschwäche, zum Beispiel bei Mehrlingsschwangerschaften. Auch zu viel Fruchtwasser oder Störungen der Plazenta sind mögliche Auslöser. Häufig sind ebenfalls Überanstrengung, Stress und psychischer Druck die Gründe für vorzeitige Wehen.

Vor der 34. Schwangerschaftswoche sind vorzeitige Wehen ein medizinischer Notfall. Bei folgenden Symptomen ist schnell ärztliche Hilfe erforderlich, möglichst in einer Klinik mit einer frühgeburtlichen Abteilung:

  • regelmäßige, stärker werdende Kontraktionen, begleitet von Wehenschmerzen. Die Wehen verschwinden nicht bei Bewegung und die Kontraktionen treten in Abständen von fünf bis zehn Minuten auf und dauern 30 bis 60 Sekunden.

  • Regelmäßig wiederkehrende, ziehende, krampfartige und intensive Bauch- und/oder Rückenschmerzen

  • Abgang von Fruchtwasser

  • Blutungen

  • Schmerzen

In der Klinik werden zunächst der Muttermund und Gebärmutterhals untersucht, um festzustellen, ob die Geburt bereits begonnen hat. Solange die Fruchtblase noch intakt ist, wird versucht, die Geburt so lange wie möglich hinauszuzögern. Kortisongaben sollen die Lungenentwicklung des Babys unterstützen, wehenhemmende Medikamente die Gebärmutterkontraktionen stoppen. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche kann der Muttermund auch operativ mit einem Kunststoffbändchen oder einem Gummiring verschlossen werden. In vielen Fällen hilft bei vorzeitigen Wehen konsequente körperliche Ruhe.

Senkwehen

Einige Wochen vor der Geburt nimmt das Baby seine Geburtsposition ein: Mit dem Kopf voran rutscht es in das Becken der Mutter. Dieser Vorgang wird von Senkwehen begleitet. Bei Frauen, die das erste Mal gebären, sind diese zwischen sechs und vier Wochen vor dem Geburtstermin zu spüren, beim zweiten oder dritten Kind meist erst wenige Tage vor der Geburt. Senkwehen kommen in unregelmäßigen Abständen, es können Stunden oder Tage dazwischenliegen. Zu spüren sind sie durch ein nach unten gerichtetes Ziehen im Bauch, mitunter auch im Rücken.

Echte Wehen: Eröffnungs-, Austreibungs- und Presswehen

Die echten Wehen setzen die Geburt in Gang – nun wird das Kind nach und nach durch den Geburtskanal geschoben und es wird Zeit, den Weg ins Krankenhaus anzutreten.

Die Eröffnungswehen dauern zunächst 30 bis 60 Sekunden und treten in Intervallen von 5 bis 20 Minuten auf. Während der Eröffnungswehen muss die Gebärende sehr geduldig sein, diese Wehen können sich bei Erstgebärenden über zehn bis zwölf Stunden hinziehen. Die Dauer der Eröffnungswehen variiert jedoch bei jeder Geburt, manche Frauen bemerken die Kontraktionen erst, wenn die Eröffnungswehen alle fünf Minuten erfolgen. Spätestens dann sollte sich die werdende Mutter auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Die Eröffnungswehen verkürzen den Gebärmutterhals und weiten den Muttermund. Die Öffnung des Muttermundes wird während der Geburt regelmäßig von Hebamme oder Arzt untersucht. Erst wenn dieser sich vollständig bis auf acht bis zehn Zentimeter geöffnet hat, kann die nächste Phase der Geburt beginnen.

Während der Austreibungsphase wird das Kind durch das Becken der Mutter geschoben. Jetzt nehmen die Wehen weiter zu und werden als sehr schmerzhaft empfunden. Die Austreibungswehen dauern im Schnitt 60 bis 90 Sekunden und die Pausen dazwischen betragen zwei bis vier Minuten. Bei den anschließenden Presswehen sollte die Mutter selbst mithelfen und das Kind aktiv mit aus der Scheide herauspressen.

Nachgeburtswehen

Etwa 15 bis 30 Minuten nach der Geburt des Kindes zieht sich die Gebärmutter für einige Kontraktionen erneut zusammen. Mit diesen Nachgeburtswehen werden die Plazenta und Reste der Fruchthülle des Kindes ausgestoßen.

Nachwehen

In den ersten Tagen und Wochen nach der Entbindung wird die Frau bemerken, dass sich die Gebärmutter von Zeit zu Zeit zusammenzieht. Diese Kontraktionen sind jedoch bei weitem nicht mehr so stark wie die Wehen unter der Geburt. Mit diesen Nachwehen bildet sich die Gebärmutter zurück, die Blutungen hören auf. Mütter, die stillen, können diese Wehen noch eine ganze Weile spüren, denn beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet.

Echte Wehen erkennen

Es ist vor allem für Erstgebärende nicht leicht, die ersten echten Wehen in der Eröffnungsphase von falschen Kontraktionen zu unterscheiden. Bei manchen Frauen sind die ersten Eröffnungswehen nur wenig ausgeprägt und rasch vorüber, bei anderen jedoch eine immense Belastung. Die wichtigste Frage, die vor allem Frauen quält, die zum ersten Mal Mutter werden: Ist das Ziehen im Unterleib bereits eine echte Wehe oder nicht? Mit diesen Merkmalen lässt es sich feststellen:

  • Falsche Wehen erfolgen nie regelmäßig und lassen kein gleichmäßiges Muster erkennen. Die echten Wehen sind dagegen rhythmisch und werden immer schmerzhafter.
  • Falsche Wehen klingen ab oder werden schwächer, wenn die Schwangere aufsteht und sich bewegt. Echte Wehen nehmen dann an Intensität zu.
  • In einem warmen Wannenbad lassen falsche Wehen nach, echte Geburtswehen nicht.

Einige Frauen sind vor der Geburt sehr aufgeregt und verspüren ständig Kontraktionen. Sie sollten ihren Arzt oder ihre Hebamme darüber verständigen oder in der Klinik eine Kontrolle vornehmen lassen, um sich zu beruhigen.

Was tun gegen den Wehenschmerz?

Eine vollkommen schmerzfreie Geburt gibt es nicht. Die Geburt ist ein ganz natürlicher Vorgang, zu dem auch Wehenschmerzen gehören. Gesteuert werden die Wehen durch die Ausschüttung von Hormonen. Während der letzten, sehr schmerzhaften Phase der Geburt werden verstärkt Endorphine ausgeschüttet, die angstlösend und schmerzlindernd wirken. Nach der Geburt verschwinden die Schmerzen schlagartig, der Endorphinspiegel ist jedoch noch stark erhöht. Dadurch fühlen sich die frisch gebackenen Mütter regelrecht berauscht. Forscher vermuten, dass eine starke Bindung zum Kind entsteht, wenn die Mutter in diesem Zustand das Kind zum ersten Mal in die Arme gelegt bekommt.

  • Von der Familienplanung über Tipps für die Schwangerschaft und die Zeit danach: Auf 9monate.de finden Frauen alles Wissenswerte und können sich mit Gleichgesinnten austauschen

    zu 9monate.de

Die Intensität des Geburtsschmerzes unterscheidet sich von Frau zu Frau. Während der Wehenschmerz für einige werdende Mütter durchaus auszuhalten ist, beschreiben ihn andere als unerträglich. Diese unterschiedliche Wahrnehmung geht unter anderem darauf zurück, dass jede Frau anders mit Schmerzen umgeht. Wenn der Geburtsschmerz als etwas durchweg Negatives bewertet wird, fällt es schwer, ihn anzunehmen. Je verkrampfter und ängstlicher eine Frau während der Geburt ist, desto stärker wird sie den Wehenschmerz empfinden. Wenn sich die Frau hingegen bereits im Vorfeld mit dem Schmerz auseinandersetzt und sich nicht gegen ihn wehrt, kann sie ihre Schmerztoleranz erhöhen und leidet weniger.

In Geburtsvorbereitungskursen gibt es Gelegenheit, sich in Gesprächen mit anderen Frauen und der Hebamme über das Thema Wehenschmerz zu unterhalten und zu lernen, sich vor und während der Geburt zu entspannen – denn das ist die beste Methode zur Schmerzlinderung. So ist es hilfreich, sich klarzumachen, dass der weibliche Körper perfekt für die Geburt eingerichtet ist. Schmerzvoll sind fast ausschließlich die Wehen und diese sind immer zeitlich begrenzt. In den Pausen zwischen den Wehen kann die Frau sich erholen und neue Kraft schöpfen.

Atemübungen, Entspannungsmethoden, Akupunktur, Aromatherapie und Massagen durch den Partner machen die Wehen erträglicher. In den meisten Entbindungskliniken müssen Frauen heute während der Geburt auch nicht mehr auf dem Bett liegen, sondern können umherlaufen, ein Wannenbad nehmen und ihre Geburtsposition selbst wählen. All dies hilft, die Geburt des Kindes möglichst entspannt und schmerzfrei zu durchleben.

Für Frauen, die es wünschen, können während der Geburt auch Medikamente und Anästhesieverfahren eingesetzt werden, um den Wehenschmerz zu lindern oder ganz auszuschalten. Dazu gehören lokal injizierte Schmerzmittel oder eine Preriduralanästhesie (PDA).

Manche Frauen sehen in einem geplanten Kaiserschnitt (Wunschkaiserschnitt) eine Möglichkeit, die Schmerzen unter der Geburt zu vermeiden. Dabei sollte bedacht werden, dass ein Kaiserschnitt eine große Bauchoperation ist, die mit Risiken für das Kind und die Mutter verbunden ist. Bei einer natürlichen Geburt ohne Komplikationen ist die Mutter bereits wenige Stunden später wieder fit, nach einem Kaiserschnitt brauchen Wundheilung und Rückbildung oft mehrere Wochen – inklusive den damit verbundenen Schmerzen.

Wehen anregen oder auslösen – Welche Mittel gibt es?

Wenn der errechnete Geburtstermin erreicht ist, wünschen sich viele Schwangere, dass es endlich losgeht und würden am liebsten die Wehen selbst auslösen. Doch so einfach ist das nicht. Denn zunächst muss das Baby „fertig“ sein – der Körper gibt letztendlich die Signale, wenn das Kind geboren werden kann. Ist das Baby noch nicht bereit, nützen wehenstimulierende Mittel wenig oder sind sogar riskant für das Kind. Keinesfalls sollten Schwangere versuchen, die Wehen auf eigene Faust in Gang zu setzen. Dies sollte nur in Absprache mit einer Hebamme oder dem Arzt erfolgen.

Gibt es bereits Anzeichen, dass die Geburt beginnt, kann mit verschiedenen sanften Methoden die Wehentätigkeit angeregt werden. Beispiele dafür sind:

  • Bewegung: Spazierengehen oder leichtes Treppensteigen versorgt den Körper mit Sauerstoff, regt den Kreislauf und die Durchblutung an.

  • Sitzen auf dem Gymnastikball: kreisende Beckenbewegungen lockern eventuelle Verspannungen.

  • Abwarten und Tee trinken: Vor allem die Inhaltsstoffe von Zimt, Ingwer und Nelke gelten als wehenauslösend und wehenfördernd.

  • Bauchmassage: Die ätherischen Öle von Zimt, Ingwer, Nelke und Eisenkraut können gemischt mit einem Hautöl für eine sanfte Massage des Bauches genutzt werden.

  • Wannenbad: Die gleichen Zusätze können auch in ein entspannendes, nicht zu heißes Vollbad gegeben werden.

  • Geschlechtsverkehr: Wer kurz vor dem Geburtstermin darauf Lust hat, kann es auch mit Sex probieren. Die Samenflüssigkeit enthält Prostaglandine. Diese hormonähnliche Substanz wird auch in der Geburtsmedizin zur Wehenförderung eingesetzt. Allerdings ist die Menge im Ejakulat eher gering, sodass die Wirkung vernachlässigbar ist. Allerdings wird beim Sex auch das Wehenhormon Oxytocin ausgeschüttet. Die rhythmischen Bewegungen können zudem Verkrampfungen lösen.

  • Brustwarzenmassage: Bei der Stimulation der Brustwarzen wird ebenfalls das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches die Wehen in Gang setzen kann. Die Massage sollte jedoch vorsichtig und mit Pausen durchgeführt werden.

Riskante Wehencocktails

Nicht empfohlen werden Abführmittel, Rizinusöl oder sogenannte Wehencocktails, die neben Rizinusöl auch Alkohol enthalten. Diese Mittel regen die Darmtätigkeit und die Darmbewegungen stark an, wodurch auch die Gebärmutter in Bewegung versetzt wird. Allerdings sind die Wehencocktails keineswegs harmlos und sanft. Sie lösen starke Wehen aus – bei einem noch nicht weichen Muttermund kann dies zu Komplikationen führen. Zudem treten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Darmkrämpfe und starke Durchfälle auf. Diese führen zu Flüssigkeitsverlust und einer Schwächung der Mutter und des Kindes. Wehencocktails sollten deshalb, wenn überhaupt, nur von einer Hebamme verabreicht werden.

Medikamentöse Weheneinleitung

Ist der Geburtstermin weit überschritten, kommen die Wehen nicht richtig in Gang oder werden sie während der Entbindung schwächer, so kann die Geburt medikamentös unterstützt werden. Zu diesem Zweck werden wehenfördernde Hormone (vor allem Prostaglandine und Oxytocin) als Tabletten, Scheidenzäpfchen, Gel oder als Wehentropf verabreicht. Wird eine Geburt auf diese Art eingeleitet oder beschleunigt, müssen die Mutter und die Herztöne des Kindes ständig überwacht werden.

Medikamentöse Methoden sind nicht ohne Nebenwirkungen. Es kann zu verstärkten, sehr schmerzhaften Wehen oder Dauerkontraktionen kommen, wenn die Mittel zu hoch dosiert werden. Häufig benötigen die Frauen zusätzlich schmerzstillende Mittel oder eine PDA. All das setzt Mutter und Kind unter starken Stress. Deshalb sollte in der Geburtsklinik bei Geburtseinleitung oder Wehenunterstützung mit Medikamenten das Für und Wider abgewogen werden. Die werdende Mutter hat ein Recht auf Information und Aufklärung und sollte mitentscheiden, wie die Geburt vonstatten gehen soll.

Schwanger werden – die besten Tipps

Wie lange dauert eine Geburt?

Die Antwort auf diese wichtige Frage ist leider nicht das, was Schwangere gerne hören wollen: Die Geburtsdauer ist nämlich von Frau zu Frau und sogar bei derselben Frau von Geburt zu Geburt verschieden! Im Extremfall erstreckt sich die Wehentätigkeit über 24 Stunden oder sogar noch länger, wohingegen manche Mütter ihr Kind schon nach zwei Stunden zur Welt bringen. Beides entspricht jedoch nicht der Norm.

Die Geburtslänge hängt von mehreren Faktoren ab. Der Wichtigste ist, ob es Ihr erstes Kind ist oder Sie schon vorher Kinder zur Welt gebracht haben. Bei einer Erstgebärenden kann man sagen, dass sich die Geburt durchschnittlich über 12 bis 14 Stunden hinzieht, während die nächsten Geburten mit durchschnittlich ca. 7 Stunden bedeutend kürzer sind. Wenn Ihre erste Geburt rasch abgelaufen ist, haben Sie gute Chancen, dass es auch beim zweiten Kind schnell gehen wird.

Hebammen und Geburtshelfer sind gewohnt, den Geburtsverlauf nach einem standardisierten Schema zu dokumentieren (Partogramm). So lässt sich recht gut erfassen, ob die Geburt zügig voranschreitet oder ob es zu einer Verlangsamung aufgrund von Wehenschwäche oder sogar zu einem Geburtsstillstand kommt und weitere Massnahmen sinnvoll sind. Bei einer normalen Geburt und guter Wehentätigkeit öffnet sich der Muttermund durchschnittlich um einen Zentimeter pro Stunde. Das heisst, vom Beginn der Eröffnung des Muttermundes bis zur vollständigen Aufweitung auf zehn Zentimeter sowie das Tiefertreten des kindlichen Köpfchens (bzw. des Steisses bei einer Beckenendlage) dauert es etwa zehn Stunden. Theoretisch… In der Praxis verläuft kaum eine Geburt stetig im selben Tempo mit kontinuierlicher Muttermundsöffnung, trotzdem in der Regel aber komplikationsfrei.

Was kann den Geburtsverlauf verlangsamen? Grundsätzlich alles, was die Schwangere sich nicht sicher und geborgen fühlen lässt, bremst die Ausschüttung des Wehenhormons Oxytocin; das können Hektik zu Hause, eine anstrengende Autofahrt ins Spital, eine unfreundliche Aufnahme und sogar unbekannte Gesichter sein. Nicht selten hören seit Stunden effektive und kräftige Wehen im Spital plötzlich auf. Der Geburtsfortschritt ist also recht störanfällig und braucht vor allem eines: Geduld! Eine normale Geburt darf auch, vor allem in der frühen Eröffnungsphase, Pausen mit Stillstand haben, damit die Schwangere kurz Kraft tanken kann, ohne die eine lange Wehenfolge nicht auszuhalten ist.

Das würde man deshalb auch noch nicht als „verzögerten“ (protrahierten) Geburtsverlauf oder sogar Geburtsstillstand bezeichnen. Ein Wehentropf oder eine operative Geburtsbeendigung (durch Saugglocke, Zange oder Kaiserschnitt) wird die Hebamme bzw. der Geburtshelfer erst dann in Erwägung ziehen, wenn die Schwangere sehr erschöpft oder das Kind in Gefahr ist.

Lassen Sie sich auch von Erzählungen anderer Frauen nicht erschrecken: Zeitangaben sagen nichts darüber aus, wie leicht oder schwer eine Geburt war. So können Entbindungen, die nur zwei oder drei Stunden dauern und die Gebärende regelrecht überrollen, viel unangenehmer sein als solche, die zwar länger dauern, aber dafür genügend Erholungspausen zwischen den Wehen bieten.

Manche Frauen haben Stunden, oder sogar Tage vor der eigentlichen Geburt bereits gut spürbare Vorwehen, die sie oft auch nicht mehr richtig schlafen lassen. Bei den Erzählungen von extrem langen Geburten wird möglicherweise auch diese Zeit der Vorwehen, die sogenannte Latenzphase, zur Geburt gezählt. Eine lange Latenzphase, in der trotz spürbarer Wehen die Geburt nicht richtig beginnt und sich der Muttermund nicht öffnet, kann sehr ermüdend und auch frustrierend sein. Wenn Sie zu den Frauen gehören, die einen solchen Auftakt zur Geburt erleben, lassen Sie sich von Ihrer Hebamme und Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt beraten. Je nach Situation werden diese Ihnen Tipps und Hilfsmittel geben, wie Sie sich trotzdem noch erholen oder den Geburtsbeginn beschleunigen können.

Leichtere Geburt durch eine bewegte Matratze

Die Pressphase ist eine Phase, die viele Frauen trotz der stärkeren Schmerzen als Erleichterung empfinden, denn jetzt kann aktiv mitgearbeitet werden und es kann zügig vorangehen.

Aus dem Bereich Häufige Fragen:

Darf man zwischen den Wehen etwas essen?

Darf ich bei Wehen Schmerztabletten nehmen?

Mein Mann sträubt sich dagegen, bei der Geburt dabei zu sein. Soll ich ihn dazu überreden oder besser nicht?

Wissen

Periduralanästhesie verlängert Geburtsdauer

Knaben brauchen etwas länger

Wehen dauern heute länger

Bewegung im Gebärsaal

Newsticker

Bewegte Geburt | 05.10.2019

Als eines der ersten Spitäler in der Schweiz bietet das Kantonsspital Baden (KSB) seinen Patientinnen eine neue Geburtsmethode: Die innovative Vibwife-Matratze vibriert, schaukelt und setzt das Becken der werdenden Mutter sanft in Bewegung. Tritt beispielsweise das Köpfchen des Babys nicht tiefer ins Becken ein, kann zusätzlich zur Betreuung durch die Hebamme ein sanftes Schaukeln in Vierfüssler-Position förderlich sein. Ein leichtes Rütteln des Beckens hilft wiederum, die Geburtswege zu lockern. Dadurch wird die natürliche und selbstbestimmte Geburt gefördert, die Geburtsdauer verkürzt, Kaiserschnitte und Periduralanästhesie können vermieden werden. Die werdende Mutter, ihr Partner oder die Hebamme kann individuell die Intensität und Art der gewünschten Bewegung steuern. Erfahrungen von Patientinnen finden Sie auf https://blog.ksb.ch

Zu häufig Wehenmittel? | 09.03.2018

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf hat den Trend zu immer mehr medizinischen Eingriffen während der Geburt kritisiert. Sie wandte sich etwa gegen den immer häufigeren Einsatz von Wehenmitteln zur Beschleunigung der Geburt. Bei den meisten der 140 Millionen Geburten pro Jahr weltweit sei das nicht nötig, vorausgesetzt die Wehen entwickeln sich normal und Mutter und Kind gehe es gut. Die WHO hat deshalb 56 neue Richtlinien für Geburten herausgegeben. Es sei z.B. unrealistisch, dass sich der Muttermund bei Einsetzen der Wehen etwa 1 cm/Stunde öffnen sollte. Der Anschluss an einen Wehenschreiber sei selten sinnvoll, ebenso wenig das Rasieren der Schamhaare. Ein Dammschnitt und das Absaugen von Mund und Nase bei Neugeborenen dürften kein Routineeingriff sein.

Letzte Aktualisierung : 02-01-18, BH / swissmom-Hebammenteam

Medizinisches zur Geburt

Die Länge einer Geburt

Wie lange eine Geburt dauert, ist von Frau zu Frau und sogar bei der gleichen Frau von Geburt zu Geburt verschieden! Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle, so zum Beispiel auch, ob es Ihr erstes Kind ist oder ob Sie schon vorher Kinder zur Welt gebracht haben.

Bei einer Erstgebärenden kann man sagen, dass sich die Geburt durchschnittlich über 12 bis 14 Stunden hinzieht, während die nächsten Geburten mit durchschnittlich ca. 7 Stunden bedeutend kürzer sind. Wenn Ihre erste Geburt rasch abgelaufen ist, haben Sie gute Chancen, dass es auch beim zweiten Kind schnell gehen wird. Im Extremfall erstreckt sich die Wehentätigkeit über 24 Stunden oder sogar noch länger. Andererseits bringen manche Mütter ihr Kind schon nach zwei Stunden zur Welt. Beides entspricht jedoch nicht der Norm.

Die Zeitangaben sagen nichts darüber aus, wie leicht oder schwer eine Geburt ist. So können Entbindungen, die nur zwei oder drei Stunden dauern, viel unangenehmer sein als solche, die zwar länger dauern, aber dafür genügend Erholungspausen zwischen den Wehen bieten. Schnelle Geburten sind oft mit einem regelrechten Wehensturm verbunden.

Erfahrene Hebammen haben ein paar Grundregeln für die Dauer der Geburt: Für jeden Zentimeter Muttermundsöffnung werden Sie noch eine Stunde Wehen brauchen. Der Muttermund ist vollständig geöffnet mit 10 cm. Meist ist der Muttermund schon 2-3 cm weit geöffnet, wenn Sie in die Klinik fahren. Richtig schmerzhaft werden die Wehen ab etwa 5 cm Muttermundsweite.

Dutzende Leserinnen und Leser haben uns geschildert, wie Sie die Geburt ihrer Kinder erlebt haben. Wir geben die Zuschriften hier – teilweise gekürzt – wieder. Ihre Erfahrungen von Angst bis Wehendauer.

Angst: „Ich sagte vor meiner ersten Geburt, ich würde schreiend in den Kreißsaal reingehen und weiterschreien, bis das Kind da ist – außer ich werde mit Schmerzmitteln vollgepumpt. Ja, ich hatte Angst. Letztlich waren es nur ein paar Wehen, die wirklich schmerzten. Ich nahm keine Betäubungsmittel. Und geschrien habe ich kein einziges Mal.“

„Nur keine Panik, jede Geburt verläuft komplett anders. Nach einer ewig dauernden, sehr schmerzhaften ersten Geburt hatte ich 40 Wochen Angst vor der zweiten – und die war ein Witz: fast schmerzlos und rasend schnell, obwohl das Kind 4200 Gramm wog und ich 62 Kilogramm leicht war.“

„Als Gynäkologin und Mutter kann ich nur sagen, dass viele Wege nach Rom führen und hinterher sowieso jeder alles besser weiß. Schwangere, lasst Euch nicht entmutigen- andere haben die Entbindung auch geschafft!“

Erwartungen: „In meinem Geburtsvorbereitungskurs wollte eine Mit-Schwangere ihr (erstes!) Kind zuhause und im Stehen bekommen. Und sie wollte es selbst fangen. Die Kombination war sogar der vergleichsweise esoterisch angehauchten Hebamme zuviel. Sie sagte nur trocken: „Abwarten.““

„Man sollte keinerlei Erwartungen haben, es kommt eh anders – und sich nicht einreden lassen, die natürliche Geburt ohne Schmerzmittel und das sofortige Anlegen des Babys sei das einzig Wahre … Bei mir lief nix so. Es wurde ein Kaiserschnitt. Das Kind hab ich nach der Entbindung nur etwa eine Minute halten können, danach musste es auf die Intensivstation. Trotzdem haben wir eine tolle Bindung“.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.