Dammriss nach geburt

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Dammriss (Scheidendammriss)

Der Dammriss zählt zu den häufigsten Geburtsverletzungen. Dabei kommt es aufgrund starker Dehnung zu einem Einreißen des Gewebes zwischen Vulva und After.

Kurzfassung:

  • Faktoren wie ein schneller Geburtsverlauf, hohes Geburtsgewicht oder zu frühes Pressen können die Entstehung eines Dammrisses begünstigen.
  • Abhängig vom Verletzungsausmaß kann ein Dammriss in vier Grade unterteilt werden.
  • Dammrisse des ersten und zweiten Grades verheilen meistens ohne Komplikationen.
  • Ein Dammriss bei der Geburt kann Spätfolgen verursachen.

Warum kommt es zu einem Dammriss?

Kleine Dammrisse können bei jeder Entbindung auftreten. Ausgeprägte Risse treten häufiger bei sehr schnellen Geburtsverläufen bzw. bei im Verhältnis zum Geburtskanal relativ zu großen Kindern auf. Folgende Faktoren können Geburtsverletzungen begünstigen:

  • großes Kind bzw. hohes Geburtsgewicht des Neugeborenen
  • bestimmte Geburtshaltungen des kindlichen Kopfes
  • schneller Geburtsverlauf; dabei hat das mütterliche Gewebe nicht genug Zeit, sich ausreichend zu dehnen
  • zu frühes Pressen, d.h. wenn die Frau zu pressen beginnt, bevor der Muttermund vollständig geöffnet ist; dabei besteht vor allem das Risiko für Einrisse des Muttermundes oder der Scheide
  • unzureichender Dammschutz während der Geburt (siehe Punkt „Vorbeugung“)
  • unzureichender oder nicht durchgeführter Dammschnitt
  • Saugglocken- oder Zangenentbindung

Einteilung in Schweregrade

Der Dammriss wird, abhängig vom Ausmaß der Verletzung, in verschiedene Grade eingeteilt:

Grad I Grad II Grad III Grad IV
Einriss der hinteren Scheiden- & Dammhaut Ja Ja Ja Ja
Verletzung der oberflächlichen Dammmuskulatur Nein Ja Ja Ja
Durchriss des Schließmuskels
(teilweise oder vollständig)
Nein Nein Ja Ja
Einriss der Darmschleimhaut Nein Nein Nein Ja

Grad I

Die hintere Scheidenhaut sowie die Haut des Dammes sind oberflächlich leicht eingerissen. Zur Versorgung ist nicht immer eine Naht der Wunde notwendig, oft wird aber eine einfache Wundnaht unter lokaler Anästhesie durchgeführt. Die Wundheilung verläuft meistens komplikationslos.

Grad II

Bei einem Dammriss zweiten Grades ist zusätzlich die oberflächliche Dammmuskulatur verletzt, der Schließmuskel ist jedoch unversehrt. Die Versorgung der Wunde erfolgt ebenfalls durch eine chirurgische Naht.

Grad III

Dabei kommt zu dem Umfang von Grad II der teilweise oder vollständige Durchriss des Schließmuskels hinzu. Eventuell ist zusätzlich auch die Schleimhaut des Darmes eingerissen – dies wird häufig als Dammriss Grad IV bezeichnet. In diesem Fall müssen zunächst der Schließmuskel und die Schleimhaut des Darmes genäht werden. Der Rest des Risses wird wie ein Dammschnitt Grad I oder II versorgt. Die Wundversorgung wird für gewöhnlich unter Narkose vorgenommen.

Worauf ist bei einem Dammriss zu achten?

Im Allgemeinen heilen Dammverletzungen ersten und zweiten Grades komplikationslos ab. In einigen Fällen wird eine medikamentöse Infektionsprophylaxe angeraten. Einläufe, Zäpfchen oder Untersuchungen durch den Darm sollen in der ersten Zeit vermieden werden.

Um die Wundheilung zu fördern, soll die Wunde bzw. die Naht möglichst trocken gehalten werden, die Reinigung sollte durch nur kurz dauernde, lauwarme Sitzbäder und anschließende gute Trocknung erfolgen.

Im Verlauf der Wundheilung können Schwellungen und Schmerzen auftreten, der Damm kann noch einige Tage spannen und vor allem beim Sitzen Beschwerden verursachen. Hilfreich kann es sein, in der ersten Zeit ein spezielles Sitzkissen bzw. einen Sitzring zu verwenden und den Wundbereich regelmäßig zu kühlen.

Auch der Gang auf die Toilette kann nach Dammrissen in der ersten Zeit unangenehm sein, oft entsteht ein brennendes Gefühl im Wundbereich. Dieses kann vermindert werden, indem man während oder nach dem Wasserlassen lauwarmes Wasser über die Wunde laufen lässt.

Zudem sollte im Wochenbett möglichst auf weiche Kost geachtet werden – so wird vermieden, dass der Stuhl zu hart und der Stuhlgang dadurch schmerzhaft wird.

Durch Gabe von Entzündungshemmern kann die Schwellung gemildert werden, wodurch die Durchblutung verbessert und die Wundheilung gefördert wird.

Welche Folgen kann ein Dammriss haben?

Kommt es nach Abheilung der Wunde zu starker Narbenbildung, kann dies auch später noch Beschwerden verursachen und vor allem beim Geschlechtsverkehr zu Schmerzen führen. Dieses Problem tritt nicht nur beim Dammriss, sondern auch beim Dammschnitt auf.

Infektionen bis hin zu Abszessbildungen, die dann operiert werden müssen, sind sehr selten. Bei höhergradigen Dammrissen mit Beteiligung der Darmschleimhaut können Verbindungsgänge zwischen Scheide und Darm, sogenannte Fisteln, auftreten. Die Verletzung des Schließmuskels kann mit einer Inkontinenz, die vor allem den Abgang von Winden betrifft, einhergehen.

Es kann Monate dauern, bis sich die Muskelfunktion wieder normalisiert hat. In einigen, besonders schweren Fällen sind auch aufwändige rekonstruktive Operationen notwendig, um die Funktion des Schließmuskels wieder vollständig herzustellen.

Kann man einem Dammriss vorbeugen?

Um den Damm auf die bevorstehende Dehnung bei der Geburt vorzubereiten, empfiehlt es sich, während der Schwangerschaft und insbesondere in den letzten Wochen vor der Geburt regelmäßige Dammmassagen durchzuführen.

Der Damm sollte dabei mit speziellen Ölen eingerieben und mit sanftem Druck massiert werden. Dazu führt man den Daumen ein wenig in die Scheide ein und massiert den Damm mit streichenden Bewegungen in Richtung After. Auch die Schamlippen sollten mit Öl eingerieben und massiert werden. Das Gewebe wird dadurch elastischer und die Dehnbarkeit erhöht.

Während der Geburt führt die Hebamme einen Dammschutz durch. Dabei stützt sie beim Heraustreten des kindlichen Kopfes aus der Scheide mit einer Hand den Damm und deckt den After mit einem Tuch ab.

Die andere Hand liegt auf dem Kopf des Kindes und kontrolliert die Geschwindigkeit des Heraustretens aus der Scheide. Durch sanften Gegendruck sorgt die Hebamme dafür, dass Kopf und Schultern des Babys nicht zu schnell geboren werden und der Damm genügend Zeit hat, sich zu dehnen.

++ Mehr zum Thema: Komplikationen bei der Geburt ++

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr, Dr. Britta Bürger (2000)
Medizinisches Review:
Dr. med. Anneliese Fink-Retter
Redaktionelle Bearbeitung:
Philip Pfleger

Aktualisiert am: 17.11.2014 | 08:43

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, 4. Auflage 2013
Geist C., Harder U., Stiefel A.: Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart, 5. Auflage 2012
Schneider H., Husslein P., Schneider K.T.M.: Die Geburtshilfe. Springer Verlag Berlin-Heidelberg, 4. Auflage 2011
Jahn-Zöhrens U.: Entspannt erleben – Schwangerschaft und Geburt. Hrsg.: Deutscher Hebammenverband e.V.; Trias Verlag in MVS Medizinverlage, Stuttgart 2011
Huch R., Largo R.: Schwangerschaft, Geburt und erste Babymonate. Trias Verlag in MVS Medizinverlage, Stuttgart 2009

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Dammriss

Synonym: Scheidendammriss
Englisch: perineal tear, perineal laceration

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Definition
  • 2 Schweregrade
  • 3 Ätiologie
  • 4 Symptomatik und Diagnostik
  • 5 Prävention
  • 6 Therapie
  • 7 Prognose

1 Definition

Der Dammriss ist eine mütterliche Weichteilverletzung im Bereich des Perineums zwischen Vulva und After mit Riss der Vaginalschleimhaut und anderer Gewebeschichten, die während der Geburt entsteht.

  • ICD10-Code: O70

2 Schweregrade

Man unterteilt folgende Schweregrade:

  • Dammriss 1. Grades: Reine Verletzung der Haut des Dammes, meist an der hinteren Kommissur (Commissura labiorum posterior) lokalisiert.
  • Dammriss 2. Grades: Neben der oberflächlichen Hautverletzung ist auch die oberflächliche Dammmuskulatur betroffen. Der Musculus sphincter ani externus bleibt intakt.
  • Dammriss 3. Grades: Bei dieser tiefen Verletzung ist auch der Musculus sphincter ani externus betroffen und teilweise oder vollständig durchtrennt.
  • Dammriss 4. Grades: Hierbei handelt sich um einen Dammriss 3. Grades unter Mitbeteiligung der Rektumvorderwand.

Abgesehen von der Episiotomie, stellt der Dammriss die häufigste Geburtsverletzung dar.

3 Ätiologie

Die Ursachen, die zum Einreissen des Dammes führen, sind:

  • Mißverhältnis zwischen der Kopfgröße des Kindes und der Größe des Scheidenausgangs
  • unzureichender Dammschutz
  • unzureichende Vordehnung des Dammes durch den vorangehenden Teil des Kindes bei forcierter Kindsentwicklung z.B. bei Asphyxiegefahr
  • operative vaginale Entbindungen
  • unzureichend große Episiotomie

4 Symptomatik und Diagnostik

Der Dammriss ist eine Blickdiagnose. Schmerzen und Blutung sind die Hauptsymptome. Durch die rektale Untersuchung wird eine Darmverletzung ausgeschlossen.

5 Prävention

Da sich die Elastizität des Dammgewebes durch konservative Maßnahmen nur unzureichend beeinflussen lässt (z.B. durch Dammmassagen, Kompressen oder Geburtsgele), ist der Dammschnitt (Episiotomie) die wichtigste Präventivmaßnahme. Seine Anwendung erfolgt jedoch nicht routinemäßig, weil in vielen Fällen das spontane, „kontrollierte“ Einreißen des Damms eine schonendere Alternative zum Dammschnitt ist. Die Episiotomie wird heute vor allem eingesetzt, wenn es die Gesundheit des Neugeborenen erfordert, z.B. zur Verkürzung der Austreibungsphase bei kindlichen Notlagen oder bei Frühgeburten.

6 Therapie

Erst- und zweitgradige Dammrisse können direkt chirurgisch unter Lokalanästhesie durch Nähte versorgt werden. Bei Rissen des Schweregrades 3 und 4 müssen zuerst der Musculus sphincter ani externus bzw. der Darm versorgt werden, erst dann kann der Damm selbst genäht werden.

Die chirurgische Versorgung eines Dammriss war im Jahr 2016 der am häufigsten durchgeführte operative Eingriff in Deutschland.

7 Prognose

In der Regel verheilen Dammrisse gut. Bei fachgerechter Versorgung, guter Hygiene und körperlicher Schonung im Wochenbett sind stärkere Blutungen oder Entzündungen sowie daraus folgende Sekundärheilungen selten.

Dammriss

Matthias Lehmphul 21.04.2016

Jede zehnte Geburt führt zu einen Dammriss. Denn Kinder können bereits im Bauch sehr groß und schwer werden. Eine Herausforderung für jeden Frauenkörper. Bei Entbindungen entstehen deratige Spannungen im Beckenboden, dass dann die Scheide einreißen kann.

Entbindung

Erklärung:

Eine menschliche Schwangerschaft dauert normalerweise neun Monate. Innerhalb von 280 Tagen entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle im Bauch der Mutter ein kompletter Mensch – bis zur Entbindung. Dann misst ein Kind im Schnitt zwischen 48 bis 54 Zentimeter und wiegt 2800 bis 4000 Gramm. Bevor es schließlich auf die Welt kommt, macht es im Bauch eine halbe Drehung. Es muss sich auf die Seite legen, das Becken der Mutter dehnen, dann den Kopf an die Brust nehmen und sich durch den Geburtskanal schlängeln. Harte Arbeit für Kind und Mutter.
Ist ein Kind sehr groß, können Scheide und Damm – also Blutgefäße, Haut und Muskelgewebe zwischen Scheide und After – der Frau einreißen.
Aufgrund dieser Gefahr schnitten Ärzte früher die gespannte Haut zwischen Scheide und After vorsorglich – also ohne medizinische Notwendigkeit – ein. In Deutschland gingen Geburtshelfer meist davon aus, ein Schnitt heile besser als ein Riss. In den vergangenen zehn Jahren haben die Mediziner diese Ansicht jedoch überdacht. Heute tendieren Geburtshelfer und Gynäkologen dazu, eher den Damm einreißen zu lassen. Denn bei einem Dammriss reißt zunächst die Haut vom Scheidengang in Richtung After ein, dort wo das Gewebe am schwächsten ist – ohne unbedingt die tiefer liegenden Muskelgewebe zu zerstören. Dagegen durchtrennen Ärzte bei einem Dammschnitt die unter der Haut liegenden Gewebeschichten vollständig. Ein Dammriss (aber auch ein Dammschnitt) kann unter Umständen zu einer Tage bis Wochen anhaltenden Inkontinenz führen.

Zahlen:

Jährlich kommen in Berlin rund 30.000 Kinder zur Welt. Jede zehnte Geburt führt zu einem Dammriss. Meist sind es aber nur kleinere Risse in der Scheidenwand, die auch von allein – also ohne Behandlung – heilen. Nur bei jeder dritten Frau mit einem Dammriss kommt es zu Wunden, die genäht werden müssen.
Die Häufigkeit hat auch mit einer Zunahme an späten Schwangerschaften zu tun – in Berlin ist jede vierte Mutter älter als 35 Jahre. Denn das Alter der Mütter beeinflusst den Stoffwechsel des Ungeborenen, also ihr Gewicht sowie dessen Größe. Schwere Babys brauchen mehr Platz als Normalgewichtige auf ihrem Weg durch den Geburtskanal.
Aber: „Deutlich seltener kommt es bei der zweiten oder dritten Normalgeburt zu Dammrissen, da die Scheidenwand und das umliegende Gewebe der Frau bereits vorgedehnt sind“, sagt Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Joseph Krankenhaus.

Diagnose:

Nach der Geburt des Kindes und des Mutterkuchens untersuchen Gynäkologen die Frau auf Blutungen in der Scheidenwand und dem umliegenden Gewebe zwischen Scheide und After. Mediziner unterscheiden in vier Dammriss-Grade. Grad eins: Hier sind nur leichte Risse entstanden, die auch von allein verheilen. Grad vier: Hier sind mehrere Haut- und Gewebeschichten zwischen Scheidengang und After, aber auch der Schließmuskel und sogar ein Stück des Dickdarmes eingerissen.

Behandlung:

Nach der ersten Freude über das geschenkte Leben im Kreissaal, sind die Mütter meist sehr erschöpft. Doch bevor sich die Wöchnerinnen von der Geburt ihrer Kinder erholen können, versorgen Ärzte entstandene Verletzungen am Scheidengang. Dammrisse werden meist unter lokaler Betäubung von Gynäkologen direkt nach der Entbindung genäht – unter Medizinern ein Standardeingriff. In Ausnahmen operieren Ärzte schwere Dammrisse (Grad 3 oder 4) bei Wöchnerinnen unter Vollnarkose. Kurz- bis mittelfristig können Geburtsverlauf, aber auch Dammrisse oder Dammschnitte zu Inkontinenz führen – wenige Tage bis Wochen. Weniger als zehn Prozent der Frauen sind davon betroffen. “ Hierbei macht es keinen großen Unterschied, ob der Damm geschnitten wird oder einreißt“, sagt Gynäkologe Abou-Dakn. Schwere Dammrisse sind Qualitätsindikatoren: Anhand dieser Komplikationen prüfen gesetzlich beauftragte Kontrolleure, wie gut Ärzte und Hebammen auf Geburtstationen entbindende Frauen behandeln.

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Damm

Der Lymphabfluss

Der Lymphabfluss erfolgt im Allgemeinen entlang der Blutgefäße im Beckenboden.

Entscheidend hierbei sind die Nodi lymphatici iliaci interni, die sich um die Arteria iliaca interna sowie am proximalen Abschnitt der Äste befinden. Neben den Beckenorganen drainieren sie auch den Beckenboden, die Fossa ischionalis und die Beckenwand.

Die Nodi lymphoidei iliaci externi sind dafür verantwortlich, dass die Lymphe der eher kranial gelegenen Bereiche entlang der Beckenwand gesammelt wird. Über die Nodi lymphoidei iliaci communes gelangt die Lymphe schließlich in die iliakalen Bahnen zu den Trunci lumbales, von wo aus sie zur Cisterna chyli strömt.

Innervation

Die motorische Innervation in der Beckenbodenmuskulatur wird über die kurzen Äste am Plexus sacralis oder dem Nervus pudendus sichergestellt. Die Haut in der Dammregion wird von diversen Nerven sensibel innerviert. Dazu gehören die Nervi anococcygei, die aus dem Plexus coccygeus stammen und den kleinen, median angeordneten Bereich zwischen Steißbein und Anus versorgen.

Der Nervus pudendus stammt aus dem Plexus sacralis und gehört zu dem Bereich an, der durch anococcygeal und ventral innerviert ist. Eine weitere Rolle spielen die Nervi clunium inferiores, die den dorsalen Abschnitt im lateralen Bereich der rautenartigen Dammregion innervieren.

Der Nervus cutaneus femoris posterior kommt aus dem Plexus sacralis und verläuft durch den letaralen und ventralen Abschnitt der Dammregion. Schließlich ist der Nervus ilioinguinalisfür die Innervation im ventralen Bereich von Labia majora beziehungsweise von Skrotum verantwortlich.

Krankheiten & Beschwerden

Erkrankungen, Beschädigungen und Beschwerden im Zusammenhang mit dem Damm

Typische Krankheiten und Beschwerden im Bereich des Damms können beispielsweise bei der Geburt auftreten. Hierbei ist es nicht unüblich, dass der Damm, durch den Druck des Kopfes beziehungsweise der Schulter einreißt. Dabei sind verschiedene Klassifikationen zu unterscheiden, die jeweils einen anderen Schweregrad anzeigen.

Der erste Grad signalisiert, dass es zu Einrissen in der hinteren Vaginalhaut gekommen ist. Der zweite Grad zeigt an, dass das Gewebe des Perineums beschädigt ist. Beim dritten Grad ist der Schließmuskel des Darms und beim vierten Grad zusätzlich der After betroffen. Allerdings kommt es in diesem Bereich nur selten zu Entzündungen und starken Blutungen. Eine oft angewandte Methode, diese Vorfälle zu minimieren, ist der vorsorgliche Dammschnitt.

Dammschnitt

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Der Dammschnitt kommt dann zum Einsatz, wenn das Gewebe des Perineums nicht gedehnt genug ist, das Kind ein Frühchen ist, unter Sauerstoffmangel leidet oder in Beckenlage zur Welt kommt. Wird eine Geburt mit der Saugglocke oder der Zange vorgenommen, muss ebenfalls ein Dammschnitt erfolgen.

Diesen tätigt man während einer der Presswehen, sodass der Schmerz des Schnitts nicht spürbar ist. Sobald die Geburt erfolgt ist, werden sowohl der Dammschnitt als auch der Dammriss unter Einfluss einer örtlichen Betäubung genäht.

Nicht selten verläuft der Heilungsprozess recht schmerzhaft und ist mit Einschränkungen beim Urinieren, beim Stuhlgang und beim bloßen Sitzen verbunden. Normalerweise dauert er sechs Wochen, zumindest beginnen dann die ersten Fäden, sich aufzulösen. Meist ist eine gute Hebamme in der Lage, sollten die Wunden gut verheilt sein, die Fäden schon vorher zu entfernen.

Krebs & Senkung

Karzinome (Krebs) & Beckenbodensenkung

Abgesehen von Problemen bei der Geburt ist es möglich, dass das Vulvakarzinom, eine Krebsart, die in der Vagina vorkommt, auch auf das Perineum übergreift. Anzeichen sind Juckreiz und gerötete Stellen am Damm und der Vagina. Ebenso kann es zu Schmerzen beim Stuhlgang, beim Urinieren oder beim Sexualverkehr kommen.

Zuletzt kommt es oft im Zuge des Alterungsprozesses zu einer Beckenbodensenkung, also einer Absenkung innerer Organe des Bauches und des Beckens. Das betrifft Frauen, die viele Geburten hatten, besonders stark. Die Beckenbodensenkung macht sich mit einer Entleerungsstörung und eine SchließMuskelschwäche bemerkbar. Weiterhin sind Schmerzen im Bereich des Rückens und des Lendenwirbels möglich.

Inkontinenz

Die Inkontinenz ist eine Störung des Afterverschlusses, infolge welcher die Stuhlentleerung nicht mehr kontrolliert werden kann. Im Anfangsstadium werden erst Darmgase ungewollt abgegeben, im schlimmsten Fall ist es nicht mehr möglich, festen Stuhl zu halten.

Es gibt verschiedene Grade der Inkontinenz. Der erste Grad bezeichnet Inkontinenz beim Niesen, Husten und Lachen; der zweite Grad bei abrupten Körperbewegungen, beim Hinsetzen, Aufstehen und Heben schwerer Gegenstände; der dritte Grad meint Inkontinenz bereits bei unanstrengenden Bewegungen, beispielsweise im Liegen.

Diese Art der Belastungsinkontinenz tritt vor allem bei Frauen auf, die viele Geburten hatten, wodurch es zu einer Erschlaffung beziehungsweise Überdehnung des Beckenbodens und von Halterbändern kam. Daraus entsteht oft eine Senkung der Organe, wodurch ein erhöhter Bauchinnendruck auf die Harnblase wirkt, die Harnröhre aber nicht erreicht und den Verschlussdruck damit nicht mehr unterstützt.

Doch auch bei Männern kann diese Form der Inkontinenz auftreten, allerdings als Folge von traumatischen Schädigungen des äußeren Blasenschließmuskels durch Unfälle oder Operationen. In beiden Fällen gibt es konservative Behandlungsmethoden, die allerdings, sollten sie keine Wirkung erzielen, operativen Eingriffen weichen müssen.

Stuhlinkontinenz

Eine Form der Stuhlinkontinenz ist die muskuläre Stuhlinkontinenz, die vorkommt, wenn der Analsphinkter geschädigt ist, wobei die sensible Wahrnehmung der Analkanal-Schleimhaut noch intakt ist. Die häufigste Ursache, durch die der Schließmuskelapparat geschädigt wird, ist der Dammriss, der durch eine vaginale Entbindung zustande kommen kann. Ebenso kann es bei Kindern zu Pfählungsverletzungen zum Dammriss kommen.

Nicht untypisch sind komplexe Schädigungen durch unzureichende Funktionsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur, der sogenannten Beckenbodeninsuffizienz. Oft bringt diese Kombination einen Rektumprolaps mit sich, was vor allem bei älteren Frauen zum Tragen kommt.

Aber auch Fisteloperationen und Fisteln, besonders bei ischiorektalen Fisteln, können zu einer vollständigen Zerstörung des Ringmuskels führen. Zwar führt eine narbige Ausheilung dieses Defektes nicht zum vollwertigen Verlust der Sphinkterkraft, doch die Erweiterung des Ringmuskels ist deutlich herabgesetzt. Mit fortschreitendem Alter kann das erschlaffende Gewebe zu einer Stuhlinkontinenz führen.

Am besten lässt sich die Kombination von muskulärer und sensorischer Stuhlinkontinenz am Rektumprolaps darstellen. Passiert es, dass die Rektumwand durch den Sphinkter durchgleitet, so kommt es zum Verlust der Wahrnehmungssensibilität und somit zu einer dauerhaften Überdehnung des Schließmuskels, womit seine Funktion vom prolabierten Darmanteil allmählich blockiert wird.

Im Fall der neurogenen Stuhlinkontinenz ist der Grund der Funktionsstörung oft zerebral: Metastasen/Tumor, Schlaganfall, degenerative Erkrankungen oder Demenz. Der Grund kann auch spinal sein: Multiple Sklerose, Cauda-equina-Syndrom, degenerative Erkrankungen, Rückenmarkschwindsucht.

Am Anfang einer jeden Diagnostik steht eine ausführliche Anamnese, bei der zunächst der Beschwerdebeginn, die Stuhlbeschaffenheit, die Stuhlfrequenz, die Umstände des Stuhlabgangs sowie bereits vorhandene Systemerkrankungen aufgenommen werden.

Typische Erkrankungen

Häufige und typische Erkrankungen des Damms im Überblick:

  • Dammriss
  • Stuhlinkontinenz
  • Krebs

Häufige Fragen & Antworten

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Damm.

Dammriss vorbeugen?

Kann man einem Dammriss vorbeugen?

Zum Dammriss kommt es in den meisten Fällen bei der Geburt. Es kann nämlich passieren, dass das Köpfchen des Babys zum Einreißen des Gewebes zwischen After und Vulva führt, und das, obwohl das Dammgewebe außerordentlich dehnbar ist. Manchmal kommt es nur zu kleinen Rissen, noch seltener zu einem großen, der in Richtung des Afters verläuft. In den meisten Fällen merken die Frauen nichts davon und werden im Nachhinein vom Arzt darauf hingewiesen.

Wichtig zu wissen ist, dass ein Dammriss keineswegs entstehen muss. Ausschlaggebend dafür sind auf jeden Fall die Dehnbarkeit des Gewebes sowie die Geschwindigkeit der Geburt.

Vorbeugen kann man einem Dammriss beispielsweise mit einer Dammmassage. So haben Studien ergeben, dass Erstgebärende ein Einreißen reduzieren können,wenn ihr Damm in den letzten sechs Wochen vor dem Geburtstermin häufig mit Öl massiert wird.

Außerdem existieren folgende Methoden, wie man einen Dammriss umgehen kann:

  • Sitzbäder mit Lindenblüten oder Heublumen, wodurch sich das Gewebe lockert.
  • Wird das Kind hockend geboren, so ist die Schwerkraft eine natürliche Hilfe, die das Dammgewebe entlastet. Das Gebären in der Liegeposition ist hingegen eine viel größere Belastung.
  • Unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme wird verhindert, dass das Kind zu schnell geboren wird.
  • Eventuell helfen warme Kompressen während der Geburt, damit das Dammgewebe lockerer wird.

Dammschnitt – Wann?

Wann wird ein Dammschnitt durchgeführt?

Früher führte man in vielen Kliniken einen Dammschnitt bei der Geburt durch, mit der Intention, einen Dammriss zu verhindern. So sollte der seitliche Einschnitt im Damm einer Überdehnung des Gewebes vorbeugen und verhindern, dass es dauerhaft an Festigkeit verliert. Inzwischen ist die Praxis in die Kritik geraten, sodass die Anzahl der Dammschnitte leicht zurückgegangen ist.

Neueste Untersuchungen zeigen, dass der spontane Dammriss sogar einen Vorteil hat: Das Gewebe reißt immer nur an der schwächsten Stelle, wodurch weniger Muskeln und Blutgefäße verletzt werden als beim Dammschnitt selbst. Somit heilt auch die Wunde schneller.

Es ist also nicht immer sinnvoll, einen routinemäßigen Dammschnitt durchzuführen. Besser ist, bei jeder Geburt individuell zu entscheiden. Der größte Vorteil der Prozedur ist, dass die Austreibungsphase deutlich verkürzt wird, weil die Geburtsöffnung größer wird. In einigen Fällen ist ein Dammschnitt sogar lebensrettend, beispielsweise wenn die Herzschläge des Kindes plötzlich abfallen und es umso schnellker auf die Welt kommen muss.

Damm & Genitalbeschwerden?

Hat der Damm etwas mit Genitalbeschwerden zu tun?

Fest steht, dass Beschwerden im Intimbereich oft etwas mit Pilzen, Bakterien und Viren zu tun haben, die beim Sex übertragen werden. Symptome, die am häufigsten auftreten, sind zum Beispiel Juckreiz, Schmerzen oder Brennen beim Urinieren. Nicht selten kommt ein Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide hinzu, manchmal sogar Schwellungen oder Schmerzen.

Eine bekannte Schleimhauterkrankung, bei der auch After und Damm betroffen sind, nennt sich Lichen sclerosus et atropicus. Die Ursachen für diese Krankheit sind noch nicht bekannt. Zunächst verursacht sie juckende Knötchen und weiße Hautveränderungen, die mit der Zeit härter werden.

Bei Frauen sind typischerweise der Scheideneingang und die Schamlippen betroffen. Es ist also nicht auszuschließen, dass gewisse Krankheiten durch mangelnde Vorsicht und Hygiene am Damm und Intimbereich zustande kommen.

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So verheilt ein Dammriss gut

Das können Sie tun

1. Sitzbäder

Bis die Wunde nach circa zehn Tagen verschorft ist, unterstützt ein gerbstoffhaltiges oder ein pflanzliches Sitzbad (zum Beispiel mit Kamille, Schafgarbe und Ringel­blume) den Heilungsprozess.

Anwendung: Täglich einmal. Das Wasser auf Körpertemperatur abkühlen lassen.

Wirkung: Sitzbäder desinfizieren und halten die Narbe weich.

2. Spülen

Wer keine Sitzbäder mag und die gleiche Wirkung erzielen möchte, kann regelmäßig Intimspülungen machen.

Anwendung: Die Lösung (aus der Apotheke) einmal täglich von oben zwischen den Beinen durchlaufen lassen, während Sie auf der Toilette sitzen.

3. Kühlen

Ist die Narbe unangenehm geschwollen, hilft es, sie zu kühlen.

Anwendung: Ein Kondom mit Wasser füllen und ins Eisfach legen, gefrieren lassen, dann in ein Tuch gewickelt auflegen. Alternativ auf eine saubere Monatsbinde etwas pflanzliches Öl (zum Beispiel Olive, Weizenkeim) träufeln, ebenfalls gefrieren lassen, umwickeln und auf die Narbe legen.

4. Cremen

Sobald die Fäden sich aufgelöst haben, die Narbe ein- bis zweimal täglich mit Mandelöl oder einer speziellen Narbensalbe/-creme massieren. Das fördert die Durchblutung des Gewebes und aktiviert die Selbst­­heilungskräfte der Haut.

Wann zum Arzt?

Entzündet sich die Narbe, tritt Eiter aus, bildet sich ein Wulst oder bekommen Sie Fieber, gehen Sie bitte gleich zum Arzt. Hin und wieder wird ein Dammriss oder -schnitt zu eng genäht. Dann schnüren die Fäden das Gewebe ein – das tut weh. In so einem Fall wird der Arzt die Fäden entfernen und die Wunde neu verschließen.

Der Scheidenriss ist noch immer ein Tabuthema, obwohl er vielen Müttern während einer Geburt wiederfährt. Erfahren Sie hier, wie es zu der Verletzung des Unterleibs kommt und welche Ratschläge Frauenärzte zur Vorbeugung geben.

Ein Scheidenriss kann während einer Geburt entstehen. Einige betroffene Frauen haben keinerlei Schmerzen, während andere stark darunter leiden© fotostorm/iStock

Ursache

Symptome

Diagnose

Behandlung

Vorbeugung

Ursache für einen Scheidenriss

Die Natur hat einiges vorbereitet, damit eine Schwangerschaft weitestgehend komplikationsarm verläuft: Während der Schwangerschaft fördern Hormone die Elastizität des Gewebes im Intimbereich. Darüber hinaus lockern die einsetzenden Wehen die Schleimhaut der Vagina, sodass das Kind leichter hindurchpasst. Dennoch kann es leicht zu Rissen und Abschürfungen kommen. Gründe dafür gibt es viele:

  • das Kind ist besonders groß, sodass das Gewebe der Scheide dem Druck nicht standhalten kann
  • der Arm des Babys liegt neben dessen Kopf
  • es handelt sich um eine Zangen- oder Saugglockengeburt
  • wenn die Mutter während der Geburt verkrampft oder aus Angst vorschnell presst, bleibt dem Gewebe keine Zeit, sich zu dehnen

Während der Geburt eines Kindes kann es zu einem Scheidenriss kommen. Dabei entstehen Verletzungen des Gewebes© Aaltazar/iStock

Die Verletzungen treten in unterschiedlichen Abschnitten der Vagina auf, beispielsweise direkt am Eingang oder auch am oberen Ende, das zur Gebärmutter weiterführt. Körperstellen, die in unmittelbarer Nähe zur Vagina liegen, können ebenfalls während einer Geburt verletzt werden. Dazu gehören beispielsweise:

Die Schamlippen: Mediziner sprechen in diesem Fall von einem „Labienriss“.

Der Damm: Das ist die Region zwischen Scheide und Anus. Bei einem Dammriss werden häufig die unteren Scheidenwände der Vagina verletzt, die Läsion kann sich bis zum Schließmuskel des Analkanals ziehen.

Häufigkeit von Verletzungen im Intimbereich während einer Geburt

Etwa 85 Prozent aller Frauen tragen laut Einschätzung von Gynäkologen bei der Geburt ihres Kindes Verletzungen im Intimbereich davon. Diese betreffen u.a. die Überdehnung von Muskeln und Bindegewebsplatten des Beckenbodens oder das Einreißen der Schließmuskeln des Enddarms. Zahlen zur Häufigkeit von Scheidenrissen liegen nicht vor. Wohl auch deswegen, weil diese nicht immer medizinisch behandelt werden müssen (siehe auch Behandlung eines Scheidenrisses).

Geschlechtsverkehr nach einem Scheidenriss

Betroffene Frauen haben häufig Angst, sich ihrem Partner körperlich zu nähern, da sie Schmerzen befürchten. Gynäkologen raten dazu, erst dann mit dem Partner zu schlafen, wenn die Wunden verheilt sind. Leichte Scheidenrisse verschwinden in der Regel etwa nach drei Wochen. Leidet die Frau weiterhin unter ihren Schmerzen, sollte sie ihren Frauenarzt um Rat fragen.

Symptome eines Scheidenrisses

Schmerzen beim Wasserlassen: Hebammen raten betroffenen Frauen, Wasser über die Schamlippen rieseln zu lassen, damit es nicht so stark brennt© gpointstudio/iStock

Die Intensität der Schmerzen, die die Intimverletzungen auslösen, wird von betroffenen Frauen subjektiv unterschiedlich eingeschätzt. Während einige kaum unter ihrem Scheidenriss leiden, sind die Schmerzen für andere unerträglich. Laut Gynäkologen sind vor allem eingerissene Schamlippen äußerst unangenehm, da dort zahlreiche Nerven verlaufen, die die Schmerzempfindlichkeit steigern.

Einige Frauen spüren beim Wasserlassen ein Brennen, wenn der Urin über die Verletzungen läuft. Ein Bidet kann die unangenehmen Schmerzen verhindern. Alternativ empfehlen Hebammen, während des Wasserlassens mit einer Gießkanne Wasser über den Intimbereich laufen zu lassen.

Diagnose eines Scheidenrisses

Nach der Geburt wird der Intimbereich der Mutter genau auf Verletzungen untersucht. Ein tief reichender Scheidenriss wird in der Regel noch im Kreißsaal genäht.

Behandlung eines Scheidenrisses

Mit einem dünnen Faden wird der Scheidenriss zugenäht. Die Fäden lösen sich von alleine auf© alexey_ds/iStock

Entdeckt der Arzt bei der Mutter einen Scheidenriss, muss er die Schwere der Verletzung diagnostizieren und daraus eine geeignete Behandlungsform herleiten.

Oberflächliche Abschürfungen: Diese verheilen in der Regel von alleine, da die Schleimhaut der Scheide gut durchblutet wird. Die Mutter sollte sich ausreichend Ruhe gönnen, da das der Wundheilung dient. Zusätzlich kann sie sich von ihrem Gynäkologen Salben oder Tinkturen verschreiben lassen, die sie auf die Wunde aufträgt. Hilfreich ist es, auf Seifen und Intimlotionen zu verzichten, da diese die Haut reizen. Nach der Reinigung des Intimbereichs, sollte die Körperstelle per Luft trocknen oder mit einem Föhn vorsichtig getrocknet werden.

Schwere Scheidenrisse: Diese müssen genäht werden. Dies geschieht in den meisten Fällen noch im Kreißsaal unter örtlicher Betäubung. Hierbei werden die beiden Seiten des Risses wieder aneinandergenäht. Die Fäden müssen nicht gezogen werden, da sie sich von alleine auflösen. Damit das Narbengewebe keine dauerhaften Schmerzen bereitet, wird der Arzt eine entsprechende Salbe zur Pflege verschreiben.

Vollständiger Abriss der Vagina: Mediziner sprechen in diesem Fall von der sogenannten „Kolporrhexis“. Dabei löst sich der obere Bereich der Scheide von der Gebärmutter komplett ab. Es kommt zu starken Blutungen, weil größere Blutgefäße verletzt werden. Diese schwerste Form eines Scheidenrisses erfordert eine chirurgische Behandlung unter Vollnarkose.

Vorbeugung eines Scheidenrisses

Pflanzliche Öle eignen sich für eine Dammmassage © Anna-Ok/iStock

Laut Gynäkologen sollten Frauen vor allem zwei Ratschläge beachten, um einen Scheidenriss zu verhindern:

Dehnung: Durch eine Massage der Dammregion kann die werdende Mutter das Gewebe der Scheide lockern. Für die Massage: Etwas Öl zwischen den Fingern verreiben. Den Daumen in die Scheide einführen, während der Zeigefinger in kreisenden Bewegungen den Damm massiert (Bereich zwischen Scheide und Anus). Nun wird die Scheide weiter gedehnt, indem der Zeigefinger in die Scheide eingeführt wird. Der Daumen und der Zeigefinger werden gespreizt. Hierdurch wird der Bereich der unteren Scheidenwände gelockert.

Entspannung: Während der Geburt zu verkrampfen, kann einen Scheidenriss begünstigen. Zur Prävention können Frauen Atemtechniken oder Yoga lernen. Spezielle Kurse bieten u.a. Volkshochschulen an.

Dammriss & Dammschnitt

Mediziner unterscheiden bei einem Dammriss zwischen vier Schweregraden:

1. Grad: Die Haut des Dammgewebes ist leicht eingerissen. Die Muskulatur trägt keine Schäden davon.

2. Grad: Die Haut ist stärker eingerissen und die Dammmuskulatur ist oberflächlich betroffen.

3. Grad: Neben den Verletzungen 2. Grades reißt noch der Schließmuskel des Afters.

4. Grad: Die Schleimhaut des Darmes reißt zusätzlich ein.

Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen, wenn es um den Dammriss geht: Manche Frauen überstehen die Geburt ganz ohne Riss. Bei vielen Geburten reißt der Damm nur wenig ein und heilt ohne Komplikationen wieder ab. Bei Rissen 1. Grades wird auf das Nähen häufig sogar ganz verzichtet.

Risse 2. Grades müssen nach der Geburt mit einer lokalen Betäubung der betroffenen Stelle genäht werden. In der Regel werden Fäden verwendet, die sich nach einigen Tagen ganz von alleine auflösen.

Bei Rissen 3. und 4. Grades ist ein größerer Eingriff, der aber meistens ebenfalls gut verheilt, erforderlich.

Dammschnitt: Notwendig bei Geburtskomplikationen

Bei einem Dammschnitt wird der Damm mit einem kleinen Schnitt erweitert, um den Scheidenausgang zu vergrößern. Der Schnitt ist nicht sehr schmerzhaft, da er während der letzten Presswehe durchgeführt wird. Zu diesem Zeitpunkt ist das Gewebe zwischen Vagina und Anus stark gespannt und eher schmerzunempfindlich.

Wurden in den 1970er Jahren bei rund 90 Prozent der Gebärenden Dammschnitte als Routineeingriff durchgeführt, ist die Zahl im neuen Jahrtausend zurückgegangen. Ein Dammschnitt ist dann medizinisch notwendig, wenn sich die Herztöne des Kindes verschlechtern und die Geburt schneller voran gehen muss.

Bei Frühgeburten erfolgt ein Dammschnitt, damit auf den kleinen Kopf weniger Druck ausgeübt wird. Auch bei einer Geburt mit Zange oder Saugglocke schneiden Ärzte häufig den Damm ein, da die Instrumente Platz benötigen. Außerdem kommt bei besonders großen Babys der Dammschnitt zum Einsatz.

Dammriss oder Dammschnitt?

Obwohl viele Hebammen und immer mehr Ärzte mittlerweile den natürlichen Dammriss bevorzugen, liegt die Dammschnitt-Rate in Deutschland in etwa bei 20-30 %. Vor einigen Jahren lag sie noch knapp bei 60 Prozent. Hier ist also ein deutliches Umdenken zu spüren. Wenn es um die Frage „Dammriss oder Dammschnitt?“ geht, sind die Meinungen weiterhin gespalten.

Hebammen plädieren mehrheitlich für den Dammriss, da er besser abheilen und weniger Schmerzen verursachen soll als ein Schnitt. Andererseits sind einige Mediziner der Meinung, dass sich der Dammschnitt mit Blick auf die Schweregrade des Dammrisses besser kontrollieren lasse als ein natürlicher Riss.

Wenn Sie bei der Geburt Ihres Kindes einen Dammschnitt nur im Notfall wünschen, sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrer Hebamme darüber. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, sich in Geburtskliniken über die jeweilige Dammschnitt-Rate zu informieren.

Diese schwankt je nach Krankenhaus zwischen 5 und 76 Prozent! In einigen Geburtskliniken ist diese Rate besonders hoch, weil sie auf Risikoschwangerschaften spezialisiert sind. In diesen Krankenhäusern werden deshalb mehr Dammschnitte durchgeführt als in anderen Kliniken.

So können Sie einem Dammriss vorbeugen

Um den Damm vor der Geburt schön weich und elastisch zu machen, können Sie zu Hause einige Maßnahmen ergreifen. Sie sollten aber darauf achten, dass Sie mit den Vorbereitungen vier bis sechs Wochen vor Ihrem errechneten Geburtstermin beginnen.

Leider gibt es keine Garantie, dass es unter der Geburt nicht doch zu einem Dammriss bzw. Dammschnitt kommt. Ab der 34. Schwangerschaftswoche können Sie das Gewebe rund um den Damm täglich mit etwas Öl massieren. Speziell für die Damm-Massage sind hochwertige Mandel- oder Weizenkeimöle erhältlich.

Und so geht’s: Geben Sie etwas Öl auf Ihren Finger und führen Sie ihn wenige Zentimeter in die Scheide ein. Wenn Sie etwas Übung haben, können Sie die Massage auch mit mehreren Fingern ausprobieren, die Sie sanft auseinanderspreizen.
Frauen, die sich bei der Damm-Massage nicht wohlfühlen, können das Gewebe auch mit Sitzbädern aus Heublumen oder Lindenblüten lockern.

Außerdem kann eine spezielle Gymnastik die Elastizität des Damms fördern: Gehen Sie mit geöffneten Knien in die Hocke oder setzen Sie sich mehrmals pro Tag in den Schneidersitz.

Das hilft bei Schmerzen

Wenn Sie unter der Geburt Ihres Kindes einen Dammriss oder Dammschnitt davongetragen haben, gibt es einige Methoden, die die Schmerzen lindern können. Ein bewährtes Mittel der alternativen Medizin ist die Heilpflanze Arnica. In Form von homöopathischen Globuli fördert Arnica (D4) die Wundheilung.

Damit der Urin beim Gang auf die Toilette nicht unangenehm in der Wunde brennt, haben Hebammen einen guten Trick: Spülen Sie gleichzeitig oder unmittelbar nach dem Wasserlassen warmes Wasser aus einer Flasche über die Wunde. Außerdem eignen sich Sitzbäder mit Kamillen- oder Eichenrindenextrakt sehr gut, um die Wunde am Damm vorsichtig zu spülen.

Die pflanzlichen Extrakte sind in der Apotheke erhältlich. Damit ein harter Stuhlgang nicht zusätzliche Schmerzen an der Wunde verursacht, empfehlen Hebammen eine ballaststoffreiche Ernährung. Um den Stuhlgang weicher zu machen trinken Sie im Idealfall 2 Liter Wasser pro Tag und essen Joghurt und Trockenobst. Eine sanfte Bauchmassage mit etwas Mandel- oder Sesamöl wirkt krampflösend.

Schließlich gibt es noch einen ganz simplen, aber effektiven Tipp, der Ihnen das Sitzen nach einem Dammriss bzw. Dammschnitt erheblich erleichtert: Setzen Sie sich einfach auf einen aufgeblasenen Schwimmring. Beim Stillen können Sie die Wunde entlasten, indem Sie sich auf die Seite legen.

Nachsorge durch die Hebamme

Im Rahmen der Nachsorge wird die Wundheilung regelmäßig durch Ihre Hebamme kontrolliert. Nach etwa einer Woche können die Fäden ganz unkompliziert von der Hebamme bei Ihnen zu Hause gezogen werden. Mittlerweile werden beim Nähen aber eigentlich nur noch Fäden verwendet, die sich nach einiger Zeit von alleine auflösen.

Dammschnitt (Episiotomie)

Zum Ende der Geburt muss das Kind die Enge des Scheidenausgangs überwinden. Diese Enge wird im hinteren Bereich durch das Dammgewebe zwischen Scheide und After und die darunter liegende Muskulatur gebildet.

Ein Dammschnitt (Fachbegriff: Episiotomie) kann erforderlich sein, wenn sich das Gewebe des Dammbereichs nicht weit genug dehnen kann, um den Kopf des Babys austreten zu lassen. So soll das Einreissen dieses Gewebes (Dammriss) verhindert werden.

Geht es auch ohne Dammschnitt?

Heute versuchen immer mehr Geburtshelfer und Hebammen, den Dammschnitt zu vermeiden. Ein Dammschnitt benötigt zwar beim Nähen weniger Zeit und Sorgfalt als ein unregelmässiger Riss (Dammriss III. Grades). Aber das scheint schon der einzige Vorteil zu sein.

Nachteile eines Dammschnitts:

  • Ein Dammschnitt verheilt schlechter als ein Dammriss, weil dabei rücksichtslos wichtige Strukturen, wie Nerven und Gefässe durchtrennt werden. Ein Dammriss dagegen geschieht meist an der dünnsten Stelle, wodurch in vielen Fällen weniger Muskelgewebe betroffen ist als bei einem Schnitt.
  • Ein Dammschnitt schützt nur vor einem leichten, aber nicht vor einem schweren Dammriss. Durch den Einschnitt werden der Gewebezusammenhalt zerstört und hochgradige Dammrisse (zweiten oder dritten Grades) sogar noch begünstigt, v.a. bei Frauen, die schon einmal geboren haben.

Praktisch widerlegt ist heutzutage die Theorie, dass Frauen mit Dammschnitt später nicht so häufig Probleme mit einer Blasenschwäche, Senkung der Gebärmutter oder einer Beckenbodenschwäche haben. Offensichtlich ist nicht die kurze Belastung während der Geburt für solche „Schwangerschaftsfolgen“ verantwortlich.

Bei einer unkomplizierten Geburt überwacht die Hebamme, der Frauenarzt oder die Frauenärztin das Erscheinen des kindlichen Kopfes und bremst ihn leicht ab (Dammschutz). So kann er sanft aus der Scheide austreten. Manchmal ist es hilfreich, wenn der Damm massiert wird, um ihn vorsichtig über das Köpfchen zu dehnen. Kleine Risse unter der Geburt sind normal und brauchen keine weitere Behandlung, wenn sie nicht bluten.

Wann ist ein Dammschnitt wirklich notwendig?

Bei der Aufnahme zur Geburt können Sie dem geburtshilflichen Team deutlich sagen, ob Sie Wert darauf legen, dass ein Dammschnitt vermieden wird. Im Notfall wird das geburtshilfliche Team allerdings in Ihrem und dem Kindswohl handeln.

Es wird meist nur noch geschnitten, wenn das Kopf des Kindes entweder sehr gross ist, bei Mehrlingsgeburten oder Beckenendlagengeburten, Zangengeburten oder Saugglockengeburten (nicht routinemässig) oder wenn eine fetale Mangelversorgung mit Abfall der kindlichen Herztöne zu raschem Handeln zwingt. Der Scheidendamm hatte in solchen Fällen nicht genug Zeit, sich langsam und vorsichtig zu dehnen, und dann muss ein grosser Dammriss befürchtet werden oder eine Schädigung des Kindes.

Wie kann man das Dammgewebe elastischer machen?

Sie selbst können auch schon während der letzten Wochen Ihrer Schwangerschaft vorsorglich etwas gegen einen Dammschnitt oder Dammriss tun, z.B. durch Dammmassage, Dehnungsübungen in der Hockstellung oder indem Sie bestimmte Tees wie Himbeerblättertee oder Geburtsvorbereitungstee trinken, die zur Lockerung des Beckengewebes beitragen.

So wird ein Dammschnitt durchgeführt

Die Episiotomie wird fast immer unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Normalerweise ist dies ein Pudendusblock, wobei das Narkosemittel in das stark gedehnte Dammgewebe injiziert wird. Wenn bereits eine Regionalanästhesie, z.B. eine PDA, liegt, ist eine weitere Betäubung nicht notwendig.

Der Schnitt wird mit einer speziellen Schere durchgeführt, deren untenliegende Hälfte nach unten gerundet und mit einer Verdickung vorne versehen ist. So können keine versehentlichen Verletzungen am innenliegenden Gewebe passieren. Ähnlich wie bei einem Saumtrenner, den Sie wahrscheinlich im Nähkasten haben. Es wird dann wirklich nur das stark gespannte Dammgewebe durchtrennt. Der Schnitt wird nach der Entbindung mit Fäden genäht, die sich mit der Zeit selbst auflösen.

Schnelle Heilung

Normalerweise heilt ein Dammschnitt sehr schnell, spätestens nach einem Monat ist das Gewebe schmerzfrei und fest. Bis dahin kann die Naht noch schmerzhaft und das Sitzen und Gehen nach der Geburt erschwert sein. Sie können also durchaus einige Wochen lang ein Ziehen beim Sitzen, Laufen oder Wasserlassen spüren. Manchmal entstehen kleine Blutergüsse an der Naht. Manche Frauen empfinden dann Sitzringe als angenehm. Sie können helfen, den Druck auf das Gewebe und die Naht besser zu verteilen.

  • Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit kann die Verdauung in Gang halten und einer Verstopfung vorbeugen.
  • Beim Stuhlgang sollte starkes Pressen vermieden werden, evtl. zuvor den After mit Vaseline oder einem Speiseöl gleitfähiger zu machen, damit die Naht beim Stuhlgang nicht allzu stark schmerzt.
  • Spülen Sie den Genitalbereich nach jedem Toilettengang sorgfältig mit warmem Wasser. Wenn Sie kein Bidet zur Verfügung haben, können Sie sich auf dem WC sitzend mit einer sauberen PET-Flasche mit warmem Leitungswasser behelfen.
  • Trocknen sie den Dammbereich dann vorsichtig ohne zu reiben, eventuell mit einem nur leicht warmen Föhn.
  • Sitzbäder mit Kamillen-, Calendula-, Arnika-Extrakt, Hamameliswasser, Tee aus Schafgarbenkraut, Ringelblumenblüten, Rosmarinblättern, Beinwellwurzeln und Kamillenblüten, oder mit Totem-Meer-Salz haben sich bei der Pflege der Episiotomie-Naht bewährt. Aber Vorsicht: Zu häufige und zu lange Sitzbäder können die heilende Wunde wieder aufweichen. Deshalb sollte das Bad nicht länger als zehn bis 15 Minuten dauern.
  • Calendula- und Arnika-Kompressen oder auch das Kühlen mit kalten Waschlappen oder Binden aus dem Eisfach sind angenehm. Eis oder Coldpacks sind dagegen nicht geeignet, weil sie zu Erfrierungen führen können.
  • Mehrmals täglich kann man spezielle Regenerationssprays verwenden.
  • Lassen Sie ab und an Luft an die Naht kommen. Verzichten Sie im Bett auf Vorlagen.
  • Bei starken Schmerzen können Sie Medikamente bekommen, mit denen Sie durchaus weiter stillen dürfen.

Häufige Fragen zum Thema

Wann kann man nach einem Dammschnitt wieder Sex haben?

Viele Geburtshelfer und -helferinnen raten sicherheitshalber dazu, sich Zeit zu lassen mit dem ersten Geschlechtsverkehr nach der Geburt. Mindestens 5 Wochen werden empfohlen.

Dabei spielt der Dammschnitt eine nur geringe Rolle, denn er sollte nach wenigen Tagen verheilt sein. Aber die…

vollständige Antwort lesen Mein Dammschnitt schmerzt nach vier Wochen immer noch. Was kann ich dagegen tun?

Ein unkomplizierter Dammschnitt oder Dammriss verursacht normalerweise nur wenige Tage Schmerzen, da das Gewebe rasch heilt.

Zusätzlich ist es gut, wenn Sie durch Kamillensitzbäder oder Eincremen mit Kamillen- oder Calendula-Salbe (gibt es in der Apotheke) oder einer anderen Wundsalbe den…

vollständige Antwort lesen

Wissen

Ausgedehnter Dammschnitt – häufig unnötig

Newsticker

Besser kein Schnitt | 01.09.2016

Obwohl es bei den meisten vaginalen Entbindungen zu Verletzungen des Geburtskanals kommt, rät die US-Fachgesellschaft der Geburtshelfer und Gynäkologen (ACOG)) in einer aktuellen Leitlinie grundsätzlich von einem Dammschnitt (Episiotomie) ab. Die Frauenärzte sollten andere Massnahmen ergreifen, um Verletzungen im Dammbereich, z.B. einen Dammriss, zu vermeiden. Die US-Geburtshelfer empfehlen eine Dammmassage, die entweder schon in den letzten Schwangerschaftswochen oder während des zweiten Stadiums der Geburt (der Eröffnungsphase) durchgeführt werden soll. Eine weitere Massnahme sei die Verwendung von warmen Kompressen auf den Damm während der Austreibungsphase der Geburt.

Dammschnitt mit Nachwirkungen: Unmittelbar nach der Geburt sowie drei Monate später haben norwegische Forscher jungen Müttern einen Fragebogen vorgelegt. Darin wurde nach Schmerzen, Infektionen und sexueller Aktivität der Teilnehmerinnen gefragt. Das Ergebnis: Knapp ein Viertel der Frauen, bei denen ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt worden war, klagte noch drei Monate später über Schmerzen v.a. beim Geschlechtsverkehr. Dies war unabhängig davon wie der Schnitt bei der Episiotomie geführt wurde, ob gerade oder schräg, oder wie lang die Narbe war. (swissmom Newsticker, 11.1.15)

Letzte Aktualisierung : 02-02-20, BH / swissmom-Hebammenteam

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