Ctg wann wehen

CTG: Herztöne und Wehen im Blick

Letzte Änderung: 27.01.2020
Verfasst von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Bei nahezu jeder Schwangeren wird früher oder später ein CTG geschrieben – häufig etwa ab der 30. Schwangerschaftswoche. In manchen Fällen kann kann das CTG aber auch schon ab der 25. Schwangerschaftswoche zum Einsatz kommen. Wir erklären Ihnen, was der Wehenschreiber über Ihr Baby verrät und welche Werte normal sind!

© Getty Images

Was ist ein CTG?

Das CTG ist eine Standarduntersuchung während der Schwangerschaft. Dabei misst der Arzt gleichzeitig

  • die Herztöne des Kindes und
  • die Wehentätigkeit der Mutter.

Er überprüft, ob das Herz des Kindes möglicherweise etwas zu schnell oder so langsam schlägt und wie das Kind auf Wehen reagiert. So kann der Arzt sicherstellen, dass das Baby permanent gut mit Sauerstoff versorgt ist.

Ein CTG ist völlig schmerzfrei und sowohl für die Mutter als auch für das Kind ungefährlich. Es kann vorkommen, dass die Arzthelferin während der Untersuchung laute Geräusche erzeugt oder an dem Bauch der Schwangeren wackelt. Die Arzthelferin versucht lediglich das Kind zu wecken – denn das CTG liefert keine verwertbare Daten, wenn das Kind während der Untersuchung schläft.

© iStock Ein CTG dient dazu, die Herztöne des ungeborenen Kindes und die Wehen der Mutter darzustellen. Damit kann der Arzt indirekt überprüfen, ob das Kind ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist.

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Was wird bei einem CTG gemacht?

Bei einem CTG legt der Arzt, die Arzthelferin oder die Hebamme der schwangeren Frau einen Bauchgurt mit zwei Messfühlern um. Während der Untersuchung liegt die Schwangere am besten auf der Seite oder sitzt auf einem speziellen Stuhl. Unter Umständen sitzt der Bauchgurt etwas eng: Dies ist notwendig, damit die beiden Messfühler nicht verrutschen.

Die beiden Messfühler unter dem Gurt werden lediglich von außen auf die Haut gelegt – ein CTG ist somit völlig schmerzfrei. Einer der Sensoren zeichnet mithilfe von Ultraschallsignalen die Herzfrequenz des Kindes auf; der andere Messfühler reagiert auf unterschiedliche Spannungen der Bauchdecke und erfasst so mögliche Wehen.

Beide Messfühler sind über ein Kabel mit einem Computer verbunden, der die Daten aufbereitet und in Form zweier Messkurven auf einen Papierstreifen druckt. Die untere Kurve stellt in der Regel die mütterlichen Wehen dar, während die obere Kurve zeigt, wie das kindliche Herz darauf reagiert.

Moderne CTG-Geräte bieten häufig die Möglichkeit, die aufgezeichneten Herztöne und Wehen per Funk an den Wehenschreiber (Kardiotokogramm) zu senden – so können Sie sich während der CTG-Aufzeichnung frei bewegen.

Wie lange das CTG dauert, ist unterschiedlich. Normalerweise dauert die Messung etwa 20 bis 30 Minuten. Nach der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sollte ein CTG mindestens 30 Minuten dauern, damit der Arzt sicher feststellen kann, dass alle CTG-Werte normal sind. Sollten sich dabei allerdings auffällige CTG-Werte zeigen oder ein Messfühler verrutschen, verlängert sich die Dauer der Messung auf bis zu 60 Minuten oder länger.

Um sicherzustellen, dass mit dem Kind alles in Ordnung ist, reicht ein CTG allein allerdings nicht aus – dazu sind weitere Untersuchungen notwendig. Im Einzelnen kann es sich dabei um folgende Untersuchungen handeln:

  • Wehenbelastungstest: Bei einem Wehenbelastungstest (Oxytocinbelastungstest) verabreicht der Arzt der Schwangeren das Hormon Oxytocin (mithilfe einer Kanüle oder eines Nasensprays), bis bei ihr regelmäßig Wehen eintreten. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass das Kind auch dann ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist, wenn die Mutter Wehen bekommt.
  • Dopplersonographie: Die Dopplersonographie ist eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung. Sie dient dazu, den Blutfluss in den Gefäßen und im Herzen des Kindes darzustellen.
  • Kineto-CTG: Bei der sogenannten Kineto-Kardiotokographie zeichnet der Arzt neben der Wehentätigkeit und den kindlichen Herztönen zusätzlich die Bewegungen des Kindes auf. Sollte das Kind zu wenig Sauerstoff bekommen, bewegt es sich weniger. Viele Arztpraxen und Krankenhäuser sind heutzutage schon mit modernen Kineto-Kardiotokographen ausgestattet.

Video: Ultraschall in der Schwangerschaft

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Wie funktioniert ein CTG?

Grundsätzlich werden bei einem CTG zwei Sensoren auf den Bauch der Schwangeren platziert, die unterschiedliche elektrische Signale erfassen. Der eine Sensor misst die Herzfrequenz des Kindes, der andere die Wehen. Diese Signale druckt das CTG-Gerät anschließend auf einen Papierstreifen.

Messung der Herzfrequenz des Kindes

Bei einem CTG gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die kindlichen Herztöne zu erfassen.

Heutzutage zeichnet der Arzt oder die Hebamme die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes meist über ein Spezialmikrofon auf – den sogenannten Doppler-Ultraschall-Transducer. Dieses Spezialmikrofon sendet von außen durch die Bauchdecke der Mutter Ultraschallsignale, die vom Herz des Kindes reflektiert und von der Ultraschallsonde wieder empfangen werden.

Das Mikrofon zeichnet den zeitlichen Abstand zwischen den Herztönen auf und ermittelt daraus die Anzahl der Herzschläge pro Minute (Herzfrequenz). Diese indirekte Messung der kindlichen Herztöne hat einen Nachteil: Die Ultraschallsignale, die das Spezialmikrofon empfängt, sind relativ empfindlich und können leicht gestört werden (zum Beispiel durch Bewegungen des Kindes).

Wehenaufzeichnung

Der zweite Messfühler, der sich bei einem CTG auf der Bauchdecke der schwangeren Frau befindet, ist der sogenannte Wehenmesser. Er reagiert auf unterschiedliche Spannungen der Bauchdecke und erfasst so die Wehentätigkeit – vor und vor allem während der Geburt.

Bei einer Wehe zieht sich die Gebärmuttermuskulatur zusammen und drückt gegen die Bauchdecke. Der Wehenmesser registriert diese Anspannung der Bauchdecke und leitet das Signal an das CTG-Gerät weiter. Das CTG-Gerät wandelt diese Signale anschließend in eine Wehenkurve um und druckt sie auf Millimeterpapier aus.

Mit einem CTG kann der Arzt lediglich feststellen, wie häufig Wehen auftreten. Die Intensität/Kraft und die Dauer der Wehen lassen sich mithilfe eines oberflächlichen Wehenmessers nicht eindeutig bestimmen. Das liegt daran, dass viele individuelle Faktoren die gemessenen Werte beeinflussen – etwa der Menge des Fettgewebes am Bauch der Frau oder die Position während des CTG.

Kineto-Kardiotokographie (K-CTG)

Bei der sogenannten Kineto-Kardiotokographie (K-CTG) zeichnet der Arzt neben den kindlichen Herztönen und der Wehentätigkeit gleichzeitig die Bewegungen des Kindes auf. Durch diese Methode bemerkt der Arzt schon frühzeitig, wenn das Kind nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist.

Heutzutage zeichnen die meisten CTG-Geräte in den Arztpraxen und Krankenhäusern sowohl die kindlichen Herztöne und die Wehentätigkeit als auch die Bewegungen des Kindes auf. Da die Kindsbewegungen ebenfalls über Ultraschallwellen registriert werden, ist kein weiterer Messfühler notwendig: Die Messung erfolgt über denselben Sensor, der auch die kindlichen Herztöne misst.

Eine Kineto-Kardiotokographie läuft ähnlich ab wie ein klassisches CTG. Auch die Untersuchungsdauer verlängert sich durch das Aufzeichnen der Kindsbewegungen nicht – der Doppler-Ultraschall-Transducer auf dem Bauch der schwangeren Frau misst gleichzeitig die Herztöne und die Bewegungen des Kindes.

Ab wann brauche ich ein CTG?

Ab wann und wie häufig ein CTG gemacht wird, hängt grundsätzlich vom Verlauf der Schwangerschaft ab.

Auch wenn die Mutterschutz-Richtlinien der DGGG ein CTG in der Schwangerschaft nicht zwingend fordern, schreiben Ärzte meist ab der 30. Schwangerschaftswoche routinemäßig ein CTG. Diese Vorsorgeuntersuchung erfolgt regelmäßig alle 14 Tage.

Bei einer Risikoschwangerschaft oder wenn Komplikationen auftreten, führen Ärzte bereits in der Schwangerschaft – etwa ab der 25. SSW – regelmäßige CTG-Kontrollen durch. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein CTG bereits ab der 25. Schwangerschaftswoche sinnvoll. Das ist der Fall bei:

  • Mehrlingsschwangerschaften,
  • Diabetes oder Schwangerschaftsdiabetes der Mutter,
  • Bluthochdruck,
  • auffälligen Ultraschallergebnissen,
  • Blutungen während der Schwangerschaft,
  • Infektionen,
  • spürbar nachlassenden Kindsbewegungen und
  • vorzeitigen Wehen.

CTG während der Geburt

Das CTG zählt zu den Standarduntersuchungen während einer Geburt – es ist weltweit die am häufigsten genutzte Methode, um während einer Entbindung die Gesundheit des Babys zu überwachen.

Sobald regelmäßige, starke und anhaltende Wehen auftreten, beginnt der Arzt mit einem CTG. Das CTG dauert normalerweise etwa 30 Minuten und wird bis zur Entbindung in regelmäßigen Abständen (etwa einmal pro Stunde) wiederholt. Bei Risikoschwangerschaften oder bei Komplikationen während der Schwangerschaft beginnt der Arzt schon dann mit einem kontinuierlichen CTG, wenn die ersten Wehen eintreten.

Vor allem während der Geburt sind Schwankungen im CTG normal. Das liegt daran, dass die kindliche Herzfrequenz während einer Wehe kurzzeitig abnimmt. Wichtig ist, dass sich die Herztöne nach der Wehe wieder normalisieren.

In der Austreibungsphase führt der Arzt ein fortlaufendes CTG durch. Die Austreibungsperiode ist die für das Baby kritischste Phase während der Geburt – daher müssen die kindlichen Herztöne ständig überwacht werden. In dieser Phase kann es passieren, dass die Sauerstoffzufuhr für das Kind kurzzeitig eingeschränkt ist – etwa durch eine verminderte Durchblutung der Plazenta (Mutterkuchen) oder der Nabelschnur.

Welche CTG-Werte sind normal?

Die CTG-Werte, die bei einem CTG auf einen Papierstreifen gedruckt werden, werfen bei Schwangeren oftmals viele Fragen auf:

  • „Was bedeuten die Schwankungen?“
  • „Welche CTG-Werte sind normal?“
  • „Was bedeutet ein zu hoher CTG-Wert?“

Um ein CTG richtig auswerten zu können, berücksichtigt sich der Arzt nicht nur die durchschnittliche Herzfrequenz des Kindes, sondern schaut sich immer die gesamte Kurve an. Dabei achtet der Arzt auf folgende CTG-Werte:

Grundfrequenz

Die Grundfrequenz (auch Baseline genannt) gibt an, wie oft das Herz des Kindes durchschnittlich schlägt. Sie ist vergleichbar mit dem Ruhepuls eines Erwachsenen. Bei einem unauffälligen CTG liegt die Grundfrequenz zwischen 120 und 160 Schlägen pro Minute. Übersteigt die Baseline für länger als zehn Minuten Werte von 160 Schlägen pro Minute, sprechen Ärzte von einer Tachykardie – einen Wert von weniger als 110 Schlägen pro Minute nennt man Bradykardie.

Schwankungen der Herzfrequenz (Oszillation bzw. Bandbreite)

Die Grundfrequenz des Kindes bildet keine glatte Kurve, sondern unterliegt natürlichen Schwankungen. Im CTG sind diese als kleine Zickzack-Bewegungen um die Durchschnittsfrequenz zu erkennen. Normalerweise lassen sich pro Minute drei bis fünf solcher Schwingungen zählen, bei denen die Herzfrequenz fünf bis 15 Schläge pro Minute ober- beziehungsweise unterhalb der Grundfrequenz liegt.

Ausreißer nach oben (Akzelerationen)

Als Akzeleration bezeichnen Ärzte einen abrupten Anstieg der kindlichen Herzfrequenz um mehr als 15 Schlägen pro Minute für mindestens 15 Sekunden. Diese Ausreißer gehen meist mit Kindsbewegungen einher – bewegt sich das Kind während des CTG sehr viel, können mehrere dieser Akzelerationen auftreten.

Für diesen CTG-Wert gilt: Ein CTG von etwa 30 Minuten sollte mindestens 2 Akzelerationen beinhalten. Werden keine Akzelerationen beobachtet, so ist nach 20 Minuten ein Weckreiz erforderlich.

Ausreißer nach unten (Dezelerationen oder Dips)

Von einer Dezeleration sprechen Ärzte, wenn die Herzfrequenz des Kindes für einen Moment einbricht. Dabei fällt die Herzfrequenz um mindestens 15 Schläge pro Minute unter die Grundfrequenz ab. Es lassen sich zwei Arten unterscheiden:

  • wehenabhängige und
  • wehenunabhängige Dips.

Kurze (weniger als 30 Sekunden), unregelmäßige und wehenunabhängige Dezelerationen sind als harmlos einzustufen. Ärzte bezeichnen sie auch als Dip 0.

© Wikimedia Commons Ein typisches CTG ohne Wehen. A=Herzfrequenz des Kindes, B=Von der Mutter gefühlte Kindsbewegungen, C=Kindsbewegungen, D=Wehentätigkeit (Quelle: Wikimedia Commons, Phantomsteve, CC BY-SA 3.0)

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Nach einer Wehe fällt die Herzfrequenz des Babys kurzfristig stark ab. Das liegt daran, dass während einer Wehe weniger Blut vom Mutterkuchen zum Kind gelangt. Dies lässt sich bei einem CTG meist gut erkennen: Mit Beginn der Wehe sinkt auch die Herzfrequenz des Kindes. Sobald die Wehe ihren Höhepunkt erreicht hat, ist die Herzfrequenz des Kindes am niedrigsten. Solche Dezelerationen, auch Dip 1 genannt, sind harmlos und zeigen, dass das Kind angemessen auf Wehen reagiert.

Hin und wieder kann es vorkommen, dass der Herzfrequenzabfall etwas verspätet auftritt – Ärzte sprechen dann von einer Spätdezelerationen oder Dip 2. Dabei fällt die Herzfrequenz erst dann ab, wenn die Wehe ihren Höhepunkt erreicht hat (Wehenakme). Späte Dezelerationen gilt es zu beobachten, da sie bedeuten können, dass das Kind zu wenig Sauerstoff bekommt.

Vor allem während der Geburt lassen sich häufig sogenannte variable Dezelerationen aufzeichnen. Sie sind bei 25 bis 30 Prozent aller Geburten zu beobachten. Ausgelöst werden sie von einer Störung des Blutflusses in der Nabelschnur oder in den Plazentakapillaren – zum Beispiel bei Presswehen.

So beurteilt der Arzt das CTG

Es gibt zwei verschiedene Summations-Scores, die dem Arzt dabei helfen, die aufgezeichneten CTG-Werte zu beurteilen:

  1. den Fischer-Score und
  2. den FIGO-Score.

Der Fischer-Score beinhaltet fünf Beurteilungskriterien und ist ausschließlich für ein CTG vor der Geburt gültig. Beim FIGO-Score fließen vier Kriterien in die Beurteilung ein. Im Gegensatz zum Fischer-Score ist der FIGO-Score auch zur Bewertung der CTG-Werte während der Geburt gültig.

Tabelle: Fischer-Score

Interpretation des Fischer-Scores:

  • Normalbefund: 8 bis 10 Punkte
  • fragliche Prognose: 5 bis 7 Punkte:
  • bedrohlicher fetaler Zustand: weniger als 5 Punkte

Der Parameter „Nulldurchgänge“ beschreibt, wie oft der Herzschlag des Kindes die Basalfrequenz durchschreitet. Insgesamt kann der Fischer-Score eine Punktzahl von 10 erreichen. Allgemein gesagt gilt hier: Je höher der Wert, desto besser.

Tabelle: FIGO-Score

Parameter pathologisch auffällig normal
Basalfrequenz (Schläge/min) < 100 oder > 180 100-109 oder 161-180 110-160
Oszillationen (Schwankungen/min) < 5 über mehr als 90 min < 5 über mehr als 40 min oder > 25 > 5
Akzelerationen keine regelmäßig sporadisch
Dezelerationen Dip II („ungünstige“) Dip I („günstigere“) keine, DIP 0

Interpretation des FIGO-Scores:

  • Normalbefund: alle vier Beurteilungskriterien normal
  • fragliche Prognose: ein Beurteilungskriterium auffällig und alle anderen normal
  • pathologischer Befund: mindestens ein Beurteilungskriterium pathologisch (Ausnahme: Akzelerationen) bzw. zwei oder mehr auffällig

Wichtig: Viele Schwangere befürchten, dass mit ihrem Baby etwas nicht stimmen könnte, sobald Schwankungen im CTG festgestellt werden. Doch zu Unrecht!

Auffälligkeiten im CTG bedeuten nicht zwangsläufig, dass etwas mit Ihrem Kind nicht stimmt! Fällt das CTG anders aus als normal, kann das verschiedene Ursachen haben – etwa weil Ihr Kind sich viel bewegt oder weil es gerade schläft. Ein CTG eignet sich daher vor allem dazu, um den Normalzustand Ihres Kindes zu bestätigen!

Kann ein CTG meinem Kind schaden?

Ob das Kind im Bauch das CTG bemerkt, ist umstritten. Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse geben keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf das Baby oder auf die Mutter.

Dennoch sind manche Mütter überzeugt davon, dass das Kind sich während des CTGs anders verhalte, unruhig würde oder sich wegdrehen wolle. Wer unsicher ist, sollte seine Bedenken mit dem Frauenarzt oder der Hebamme besprechen.

Ein CTG basiert – genauso wie die üblichen Ultraschalluntersuchungen – auf Ultraschallwellen, nur dass das CTG kein Bild erzeugt. Stattdessen wandelt das CTG-Gerät die Ultraschallwellen in Kurven um, die die Herztöne des Kindes widerspiegeln.

Quellen

Onmeda-Lesetipps:

  • Was die unterschiedlichen Wehen bedeuten
  • Schwangerschaftsplaner: Vorsorgeuntersuchungen im Überblick
  • Geburtstermin-Rechner: Geburtstermin & SSW berechnen

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2017)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/036 (Stand: 31.08.2013)

Stauber, M.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Schmidt, S., Kopf-Löchel, U.: CTG-Praxis: Grundlagen und klinische Anwendung der Kardiotokografie. Thieme, 2013

Feige, A., Rath, W., Schmidt, S.: Kreißsaal-Kompendium. Thieme, Stuttgart 2012

Kramme, R.: Medizintechnik. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2011

Rath, W., Gembruch, U., Schmidt, S.: Geburtshilfe und Perinatalmedizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010

Kainer, F., Nolden, A.: Das große Buch zur Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009

Baltzer, J., Friese, K., Graf, M., Wolff, F.: Praxis der Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart 2006

Goeschen, K., Koepke, E.: Kardiotokographie – Praxis. Thieme Verlag, Stuttart 2003

Letzte inhaltliche Prüfung: 20.09.2017
Letzte Änderung: 27.01.2020

Wehenschreiber (CTG)

Was ist ein Wehenschreiber?

Der Wehenschreiber, medizinisch auch Kardiotokograph (CTG) oder Herztonwehenschreiber genannt, ist ein medizinisches Gerät, mit dem Arzt oder Hebamme die Herzfrequenz des Ungeborenen in Verbindung mit der Länge, Stärke und Häufigkeit der Wehen der Mutter messen können. Er wird vor allem in Kliniken während der Geburt eingesetzt, um die Gesundheit des Babys kontinuierlich zu überwachen. Unter bestimmten Umständen kommt der Wehenschreiber aber auch schon in der Schwangerschaft zum Einsatz.

Wann brauche ich ein CTG in der Schwangerschaft?

Nach den Mutterschafts-Richtlinien des Bundesausschusses der ÄrztInnen und Krankenkassen wird das CTG nicht routinemäßig in der Schwangerschaft eingesetzt. Es kann vor allem bei Risikoschwangerschaften benutzt werden. Gründe für eine oder mehrere Untersuchungen mit einem CTG-Gerät können sein (Mutterschaftsrichtlinien 2003):

  • Bestimmte Vorerkrankungen der Mutter wie Blutarmut, Diabetes oder Bluthochdruck
  • Verdacht auf drohende Fehlgeburt ab Woche 25 der Schwangerschaft
  • Fehl- oder Totgeburt bei einer früheren Schwangerschaft
  • Verdacht auf vorzeitige Wehen ab Woche 27 der Schwangerschaft
  • Die Herztöne des Kindes sind zu langsam, zu schnell oder setzen kurz aus
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Verdacht auf Plazenta-Insuffienz (das Kind wird nicht ausreichend vom Mutterkuchen versorgt)
  • vaginale Blutungen
  • Verdacht auf Übertragung (der ET ist um mehr als eine Woche überschritten)
  • Kontrolle von wehenhemmenden Medikamenten
  • Verdacht auf Entwicklungsverzögerungen beim Baby

Wie funktioniert ein CTG-Gerät?

Sie können sich auf einen Stuhl setzen oder in Seitenlage auf eine Liege legen. Dann bekommen Sie einen elastischen Bauchgurt umgelegt. Dieser kann unter Umständen etwas eng sitzen – sagen Sie in diesem Fall Bescheid. Trotzdem wird Ihre Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt sein, und Sie sollten während der Aufzeichnung sehr ruhig sitzen oder liegen. Mit dem Bauchgurt wird ein Schallkopf zur Aufnahme der Herzfrequenz und ein Druckaufnehmer zur Aufzeichnung eventueller Wehen befestigt. Sie werden mit Kabeln an einen Monitor angeschlossen: Der eine Schallkopf wird mit Gel eingerieben und fängt die Herztöne Ihres Babys auf, der zweite Schallkopf registriert die Spannung der Bauchdecke und damit eventuelle Wehen. Es gibt auch Schallköpfe, die zusätzlich die Kindsbewegungen registrieren können, dann erhält man ein sogenanntes K-CTG (Kineto-Kardiotokogramm).
Am Klinikum Fulda wurde in den vergangenen Jahren ein Viertontokograph entwickelt, der die Messung nicht nur an zwei, sondern an vier Stellen am Bauch ermöglicht. Dadurch sind die Messungen genauer. Dieses Gerät ist aber (noch) nicht sehr weit verbreitet (Werner 2000).
Man wird Sie 20 bis 30 Minuten an das Gerät anschließen, anschließend werden Arzt oder Hebamme das Ergebnis auswerten. Planen Sie also genug Zeit für die Untersuchung ein und nehmen Sie sich etwas zu lesen mit.
Die normale Herztonfrequenz eines Babys während der Schwangerschaft liegt – abhängig von der SSW – zwischen 110 und 150 Schlägen pro Minute. Neuere Studien zeigen, dass sich der Herzschlag zur Zeit des Entbindungstermins auf 115 bis 160 Schläge pro Minute erhöht. Ihre Wehentätigkeit wird nach Stärke, Dauer und Regelmäßigkeit beurteilt (DGGG 2008).

Wie sicher ist ein CTG und gibt es Risiken?

Wie das Ultraschallgerät und die Dopplersonographie arbeitet der Kardiotokograph mit Ultraschallwellen, nur dass beim CTG kein Bild erzeugt wird. Stattdessen werden die Niedrigfrequenz-Schallwellen in Töne umgewandelt und als Kurven auf ein Blatt übertragen. Studien konnten bisher keine negative Auswirkung der Schallwellen auf die Mutter oder das Kind nachweisen. Trotzdem sollte man nicht länger und öfter ein CTG machen als notwendig (DGGG 2008).
Das Auswerten der Kurven ist nicht leicht. Man muss darin geschult sein und verschiedene Einflussfaktoren berücksichtigen. So kommt es beispielsweise darauf an, ob sich der Fötus während der Untersuchung gerade in einer Wach-, Schlaf- oder REM-Phase befunden hat. Wie bei einem Erwachsenen auch hat das große Auswirkungen auf die Herztätigkeit. Auch welche Medikamente die Mutter nimmt, eine Erkältung mit Fieber oder die Körperhaltung während der Aufzeichnung können das Untersuchungsergebnis beeinflussen. Daher liefern Wehenschreiber nur eine Momentaufnahme und nicht selten stellt sich ein beunruhigendes Ergebnis als Fehlalarm heraus. Zusätzliche Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung können Klarheit bringen.
Allerdings kann ein CTG bei einer möglichen Übertragung des Babys sehr zuverlässig anzeigen, wenn eine mangelnde Versorgung mit Sauerstoff droht.

Kardiotokographie (CTG). Vorlesungsskript Hauptvorlesung WS 2001 (Quelle:JENSEN u.MARTIUS in: Gebhilfe und Perinatologie, Thieme, Kapitel 16, S.386-442
Mutterschaftsrichtlinien. 2003. „Richtlinien des Bundesausschusses für Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung in der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“) in der Fassung vom 10.12.1985, zuletzt geändert am 24.12.2003. In Kraft getreten am 12.7.2003
Die Mutterschaftsrichtlinien als pdf zum Download beim Gemeinsamen Bundesausschuss
DGGG 2008. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin (DGPM) und derAG für Materno-Fetale Medizin (AGMFM): „Anwendung des CTG während Schwangerschaft und Geburt“, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/036
Das Dokument bei der Universität Düsseldorf
Werner 2000. Prof. Dr. Martin Werner, Dipl.-Ing.(FH) Bernd Heil „Bedeutung der Vierkanaltokographie in der Diagnostik und ihrer Realisation in der Klinik“, 2000, Fachhochschule und Klinikum Fulda
Das Dokument als PDf bei der FH Fulda
Höfer, Silvia; Száz, Nora: „Hebammenwissen“. Gräfe und Unzer, München 2006. 2. Auflage 2007.

Das CTG: Pro und Contra

Das CTG: Überwachung von Herztönen und der Wehentätigkeit

Bei Risikoschwangeren oder vorausgegangen Komplikationen, Auffälligkeiten oder bei Terminüberschreitung kommt es entsprechend schon während der Schwangerschaft als Möglichkeit der Überwachung zum Einsatz.

Mit dieser Methode können gleichzeitig die Herztöne des Kindes und die Wehen der Mutter überwacht werden. Um die Werte messen zu können, werden zwei elektronische Sensoren mit einem elastischen Band auf dem Bauch der Frau befestigt. Der eine Sensor befindet sich über dem Herzen des Babys und misst die Herztöne (Kardiogramm).

Der zweite Messfühler wird auf dem Bauch der Schwangeren angebracht und nimmt die Wehentätigkeit (Tokogramm) auf. Die Ergebnisse, die von den Messfühlern an einen Computer übermittelt werden, werden mittels Kurven auf einem Papierstreifen ausgedruckt.

Das CTG wird beim Gynäkologen oder bei der Hebamme durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Die Messung kann sich allerdings verlängern, wenn die Werte Auffälligkeiten zeigen oder sich das Baby während der Messung stark bewegt.

Der Wehen- und Herztonschreiber ist für die Schwangere und das Baby schmerzfrei. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Kardiotokographie negative Auswirkungen auf das ungeborene Kind hat.

CTG bei Risikoschwangerschaften

Bei einer Risikoschwangerschaft wird das CTG je nach Befund eingesetzt. Ist das Risiko für Mutter und Kind stark erhöht, kann eine Überwachung mit einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus nötig sein.

Eine regelmäßige Überwachung ist dann besonders wichtig, wenn die Schwangere zum Beispiel an Diabetes oder Präeklampsie leidet. Aber auch bei Mehrlingsschwangerschaften oder sehr kleinen Babys kann eine regelmäßige Überwachung mit dem Wehen- und Herztonschreiber zum Einsatz kommen.

Das CTG während der Geburt

Das CTG gehört während der Entbindung mittlerweile zu einer Standardmethode und wird durchgeführt, um zum Beispiel eine zu niedrige Sauerstoffsättigung des Babys rechtzeitig zu erkennen. Fallen die Herztöne des Ungeborenen unter der Geburt schnell ab, kann von den Hebammen und Ärzten entsprechend reagiert werden.

In der Eröffnungsperiode wird das CTG in der Regel alle zwei Stunden durchgeführt, in der Austreibungsphase kontinuierlich.

Der Wehen- und Herztonschreiber wird von manchen Frauen bei der Entbindung als störend empfunden, da er die Bewegungsfreiheit bei verschiedenen Geburtspositionen einschränken kann. Andere Schwangere sind unter der Geburt völlig auf die Wehen konzentriert, dass sie das CTG gar nicht wahrnehmen.

Mittlerweile kann mit einem sogenannten Telemetrie-CTG auf die Verkabelung der werdenden Mutter verzichtet werden. Die Signale der Wehentätigkeit und der Herztöne werden per Funk übermittelt. Das ist vor allem bei einer Wassergeburt sinnvoll, aber auch bei einer Langzeitüberwachung zum Beispiel bei Risikoschwangerschaften.

Ist das CTG schädlich fürs Kind?

Der Wehen- und Herztonschreiber ist für die Schwangere und das Baby völlig schmerzfrei. Ob das Ungeborene das CTG im Bauch bemerkt ist allerdings umstritten. Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen, hat es keine negativen Auswirkungen auf das Baby. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Hebamme oder Ihren Arzt um Rat.

Während des CTGs sollten Frauen eine entspannte Position in der Seitenlage oder in aufrechter Position einnehmen.

Alternative zum CTG

Für eine zuverlässige Überwachung des ungeborenen Kindes im Mutterleib über einen längeren Zeitraum, gibt es keine Alternative zur Kardiotokographie. Um bei einem Vorsorgetermin die Herztöne des Kindes zu überprüfen, benutzen viele Hebammen ein Höhrrohr, das auf den Bauch der Schwangeren gehalten wird. Für eine längere Überwachung ist diese alternative Methode jedoch nicht geeignet.

Herzton- und Wehenschreiber

Zur Überwachung der Herzfrequenz Ihres Kindes und gleichzeitig Ihrer Kontraktionen wird eine elektronische Überwachungsmethode eingesetzt. Damit kann man eine eventuelle unzureichende Sauerstoffversorgung feststellen und gegebenenfalls schnell reagieren. Die CTG-Untersuchung ist schmerzlos und ungefährlich und dauert in der Regel etwa 30 Minuten. Manche Ärzte schreiben ab der 30. Schwangerschaftswoche während einer Kontrolluntersuchung in der Praxis routinemässig ein CTG. Zwingend erforderlich ist dies aber nicht. Bei einer Risikoschwangerschaft (z.B. bei Mehrlingen, Schwangerschaftsdiabetes, vorzeitigen Wehen, Überschreitung des errechneten Geburtstermins) wird der Wehenschreiber schon ab der 25. Schwangerschaftswoche eingesetzt.

Das Prinzip ist einfach: Ein externes Gerät, der sogenannte Kardiotokograph (auch CTG oder Herztonwehenschreiber genannt), zeichnet die Herztöne des Kindes (Kardiogramm) und die Länge und Häufigkeit der Wehen (Tokogramm) mittels Sensoren auf. Diese Ultraschallköpfe sind mit zwei Gürteln auf Ihrem Bauch platziert.

Entsteht durch das Hartwerden Ihres Bauches Druck, zeichnet sich eine Welle auf. Ist der Wehenmesser richtig fixiert, kann in den meisten Fällen genau gesagt werden, wann und wie lange Sie eine Wehe hatten. Die gefühlte Stärke dieser Wehe können jedoch nur Sie selbst beschreiben. „Kleine Wehenhügel“ auf dem CTG-Streifen bedeuten nicht unbedingt, dass Sie schwache Wehen haben.

Moderne CTG-Geräte können nicht nur die Herztöne, sondern auch die Bewegungen des Kindes aufzeichnen. Diese Geräte heissen Kineto-Kardiotokographen (K-CTG). Die kindlichen Bewegungen sind für den Arzt ein wichtiger Anhaltspunkt, wie es dem Kind während der Geburt geht und ob es genügend Sauerstoff hat.

Beide Kurven (Kardiogramm und Tokogramm) werden mittels Computer zusammengeführt und ergeben die charakteristischen Kurven des CTG: Unten sind die Wehen zu erkennen, in der oberen Kurve ist zu sehen, wie schnell das fetale Herz schlägt. Beide Messkurven werden auf einem langen Papierstreifen mit Millimeterpapier ausgedruckt.

Sind die Wehen regelmässig und stark, wird das CTG nach 30 Minuten beendet und dann ungefähr alle zwei Stunden wiederholt. Ab der Austreibungsphase kann ein fortlaufendes CTG (kontinuierliche elektronische Überwachung) durchgeführt werden, v.a. wenn während Ihrer Schwangerschaft oder während der Wehen Komplikationen aufgetreten sind, bzw. bei Ihnen die Wehen eingeleitet wurden oder eine Epiduralanästhesie (EDA, PDA) liegt. Wird der Mutterkuchen oder die Nabelschnur in dieser kritischen Phase schlecht durchblutet, gelangt zu wenig Blut bzw. Sauerstoff zum Kind, was sich in einem Absinken der Herzfrequenz bemerkbar macht. Manchmal sind die Herztöne des Babys mit dem externen Schallkopf kaum oder nur schwer zu hören.

Ob bei normalem Verlauf von Schwangerschaft und Wehen grundsätzlich eine kontinuierliche Überwachung angewandt werden sollte, wird heutzutage eher bezweifelt. Zwar können eventuell auftretende Komplikationen etwas früher bemerkt werden, aber Beweise gibt es hierfür nur wenige. Der Nachteil der Geräte liegt darin, dass die Frauen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, obwohl es mittlerweile in den meisten Kliniken CTG-Geräte gibt, die den Schwangeren z.B. einen Spaziergang ermöglichen (Telemetrie).

Wichtig: Da die Kontraktionen der Gebärmutter während der Wehen für den Fetus jedes Mal eine Belastungssituation darstellen, kann es leicht passieren, dass die Herzfrequenz des Babys etwas sinkt (Dezeleration) – es zeigt an, dass Ihr Kind auf die mütterlichen Wehen gut reagiert. Ist das Kind dagegen sehr aktiv, können Sie in der Kurve Ausreisser nach oben (Akzeleration) sehen. Schwankungen oder Ausreisser sind normalerweise harmlos, denn bei 80 % aller überwachten Wehen werden geringe Abweichungen bei der Herzfrequenz registriert, die sich für gewöhnlich mit Nachlassen der Kontraktionen von selbst wieder ausgleichen. Bei unkompliziertem Geburtsverlauf wird so unter Umständen für unnötige Beunruhigung gesorgt.

Viele Geburtshelfer meinen deshalb, es sei bei einer normalen Geburt ohne vorbestehende Risiken ausreichend, von Zeit zu Zeit die Herztöne des Kindes zu kontrollieren. Dies nennt man periodische Überwachung. Sie geschieht entweder mit einem CTG oder einem Dopton. Es ist ein kleines Gerät, welches die Herztöne des Babys nach dem Doppler-Ultraschall-Prinzip akustisch wiedergibt, aber sie nicht aufzeichnet. Diese Methode wird meistens bei einer Hausgeburt angewendet.

Bei Verdacht auf Sauerstoffmangelversorgung des Kindes kann sein Zustand direkt mit der Technik der Mikroblutanalyse beurteilt werden.

CTG während der Schwangerschaft und der Geburt

Die Untersuchung mittels CTG gehört zu den Wichtigsten während der Schwangerschaft. Vor allem kurz vor der Geburt wird das CTG daher häufig eingesetzt.

Warum das CTG für dich und dein Baby wichtig ist, wie es funktioniert und was es kostet, darüber klären wir dich in diesem Artikel auf.

Was bedeutet „CTG“?

CTG steht für „Cardiotokograph“. Das Gerät wird mit einer Art Gurt um deinen Bauch fixiert. Zwei Sonden nehmen hierdurch sowohl die aktuellen Wehen als auch die Herztöne deines Ungeborenen auf. Es schlägt somit zwei Fliegen mit einer Klappe.

Schon einige Wochen vor der Geburt können mit diesem Gerät selbst leichte Wehen erkannt werden, sodass dein Arzt bzw. deine Hebamme den Geburtstermin besser abschätzen und dich darauf vorbereiten kann. Damit ihnen diese Einschätzung leichter gelingt, ist das Gerät mit einem Computer verbunden, der wiederum die Aufzeichnungen grafisch darstellt. Zwei Kurven zeigen die Herztöne und die Wehentätigkeit an.

Ab wann wird das CTG eingesetzt?

Im letzten Trimester der Schwangerschaft kommt das CTG regelmäßig zum Einsatz, denn zu diesem Zeitpunkt ist es besonders wichtig, die Aktivitäten in deinem Bauch wahrnehmen und einschätzen zu können. Für dich und dein Baby ergibt sich hieraus eine hohe Sicherheit. Stellen die Ärzte beispielsweise fest, dass deine Wehen zu früh eintreten oder das etwas mit dem Herzschlag deines Kleinen nicht stimmt, können sie sofort handeln und beispielsweise einen Kaiserschnitt durchführen.

Wer kann die CTG Untersuchung durchführen?

Dein Frauenarzt sowie die Klinik, in der du dein Baby entbinden möchtest, werden ein entsprechendes CTG Gerät verwenden. Außerdem kann es sein, dass auch deine Hebamme über ein solches Gerät verfügt und demzufolge ebenfalls die gewünschten Messungen durchführen kann.

Was kostet das CTG?

Was die Untersuchung kostet, können wir nicht genau sagen, denn dies hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn du beispielsweise eine Risikoschwangere bist, werden die Kosten für die CTG Untersuchungen in der Regel von der Krankenkasse übernommen, sodass du überhaupt nichts bezahlen musst.

Viele Frauenärzte bieten diese Untersuchungen im letzten Drittel der Schwangerschaft ebenfalls kostenlos an. Allerdings handelt es sich um sogenannte „IGeL“-Leistungen. Dies bedeutet, dass du im Normalfall selbst für die Kosten aufkommen musst, wenn nicht eine der eben erwähnten Situationen eintritt. CTG Untersuchungen kosten bei vielen Gynäkologen und Hebammen ca. 15 bis 25 Euro. Da sie nicht unbedingt notwendig sind, musst du also selbst überlegen, ob du sie in Anspruch nehmen möchtest oder nicht.

In welchen Fällen solltest du ein CTG durchführen lassen?

Das CTG ist ein Ultraschallgerät, welches entsprechende Schallwellen aussendet. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Ultraschall sind die Schallwellen jedoch intensiver, da es sich um ein sogenanntes Doppler-Gerät handelt.

Für dich als Mutter ist dies vollkommen unbedenklich. Allerdings sind sich Experten nach wie vor nicht darüber einig, ob das CTG deinem Ungeborenen möglicherweise schaden könnte. Schon aus diesem Grund solltest du das CTG nur durchführen lassen, wenn dein Arzt es für notwendig hält. Andernfalls reichen auch herkömmliche Ultraschalluntersuchungen aus, die während der Schwangerschaft ohnehin durchgeführt werden.

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Kontinuierliche Kardiotokografie (CTG) als eine Form der elektronischen Fetusüberwachung (electronic fetal monitoring, EFM) in der Wehenphase

Worum geht es?

Lassen sich Probleme mithilfe der kontinuierlichen Kardiotokografie (CTG) zur elektronischen Überwachung der kindlichen Herztöne und des kindlichen Wohlbefindens während der Wehenphase besser feststellen als durch Abhören in bestimmten Abständen?

Warum ist das wichtig?

Durch die Überwachung der kindlichen Herztöne wird das Wohlbefinden des Ungeborenen in der Wehenphase überprüft. Das Abhören und Aufzeichnen der Herztöne soll dabei helfen festzustellen, wenn ein Baby unter Sauerstoffmangel leidet und von einem Kaiserschnitt oder einer instrumentellen vaginalen Entbindung profitieren könnte.

Der Herzschlag eines Babys kann in bestimmten Abständen mit einer speziellen trompetenförmigen Vorrichtung oder einem tragbaren Doppler-Ultraschallgerät überwacht werden oder auch fortlaufend mithilfe eines CTG-Geräts. Bei einem kontinuierlichen CTG werden Herzfrequenz des Babys und Wehentätigkeit der Mutter auf einem Papierstreifen ausgedruckt. Somit erzeugt ein CTG zwar eine schriftliche Aufzeichnung, jedoch können die Mütter sich dafür während der Wehen nicht frei bewegen, ohne Weiteres die Position wechseln oder eine Geburtswanne benutzen, um die Wehen erträglicher zu machen und zu beeinflussen. Dieses Vorgehen kann auch dazu führen, dass einige Geburtshelfer sich eher genötigt sehen, ständig das CTG zu interpretieren, als auf die Bedürfnisse der Gebärenden einzugehen.

Welche Evidenz haben wir gefunden?

Wir suchten am 30. November 2016 nach Evidenz, fanden aber keine neuen Studien für diese Aktualisierung. Wir schlossen 12 Studien ein, in denen die fortlaufende CTG-Überwachung mit dem Abhören in festen Abständen (intermittierende Auskultation genannt) verglichen wurde; eine Studie verglich fortlaufende CTGs mit CTGs in bestimmten Abständen. Insgesamt nahmen an den Studien über 37.000 Frauen teil. Keine Studie verglich kontinuierliche CTGs mit keiner Überwachung. Die meisten Studien wurden vor 1994 durchgeführt und waren bis auf zwei nicht von hoher Qualität. Eine große, gut durchgeführte Studie von 1985 mit fast 13.000 Frauen, die während der gesamten Geburt einzeln betreut wurden, hatte einen großen Einfluss auf den Review. Die Fruchtblase der Mutter wurde dabei möglichst früh künstlich gesprengt und etwa ein Viertel der Frauen bekam Oxytocin zur Anregung der Wehentätigkeit.

Insgesamt gab es keinen Unterschied bei der Anzahl der Kinder, die unter oder kurz nach der Geburt verstarben (etwa eins von 300, Evidenz von niedriger Qualität). Krampfanfälle bei den Babys waren selten (etwa eine von 500 Geburten, Evidenz von moderater Qualität), traten aber weniger häufig auf, wenn die Herzfrequenz des Babys ständig im CTG überwacht wurde. Es gab keinen Unterschied im Auftreten von Zerebralparesen (Bewegungsstörung durch Hirnschädigung, Evidenz von niedriger Qualität); andere mögliche Langzeitwirkungen wurden jedoch nicht vollständig erfasst und erfordern weitere Untersuchungen. Unter fortlaufender Überwachung wurden signifikant mehr Kaiserschnitte (Evidenz von niedriger Qualität) und instrumentelle vaginale Entbindungen (Evidenz von niedriger Qualität) durchgeführt. Zwar können beide Verfahrensweisen Risiken für die Mütter mit sich bringen, diese wurden jedoch in den eingeschlossenen Studien nicht bewertet.

Es gab keinen Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich der Anzahl der Fälle von Übersäuerung (Azidose) des Nabelschnurbluts (Evidenz von sehr niedriger Qualität) oder der Frauen, die Schmerzmittel einsetzten (Evidenz von niedriger Qualität).

Im Vergleich mit dem intermittierenden CTG gab es beim kontinuierlichen CTG keinen Unterschied im Hinblick auf die Anzahl von Kaiserschnitten oder instrumentellen Entbindungen. Bei Frauen, denen in bestimmten Abständen (intermittierend) ein CTG abgenommen wurde, trat weniger häufig eine Azidose des Nabelschnurbluts auf, aber dieses Ergebnis könnte auch zufällig entstanden sein.

Was bedeutet das?

Die meisten Studien wurden vor vielen Jahren durchgeführt und zeigten Nutzen und Probleme für beide Methoden der Überwachung des kindlichen Wohlbefindens in der Wehenphase. Bei kontinuierlicher Überwachung traten weniger Krampfanfälle bei den Babys auf, jedoch gab es keinen Unterschied bei der Zerebralparese; beides waren seltene Ereignisse. Gleichzeitig waren in der Gruppe mit kontinuierlichem CTG aber auch mehr Kaiserschnitte und instrumentelle Entbindungen zu verzeichnen, beides mit Risiken für die Mütter verbunden. Ein kontinuierliches CTG erschwert außerdem das Bewegen und das Wechseln der Position in der Wehenphase und die Frauen können keine Geburtswanne nutzen. Dies kann sich auf die Bewältigungsstrategien der Schwangeren auswirken. Schwangere und ihre Ärzte müssen über die individuellen Bedürfnisse der werdenden Mutter und über die Wünsche bezüglich der Überwachung des kindlichen Wohlbefindens in der Wehenphase sprechen.

Zukünftige Forschungsarbeiten sollten sich auf Ereignisse konzentrieren, die in Schwangerschaft und Wehenphase auftreten und die Ursache für langfristige Probleme für das Baby sein können.

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