Camembert in schwangerschaft

Welchen Käse darf ich in der Schwangerschaft essen?

Käse ist ein wichtiger Protein- und Kalziumspender für Schwangere. Es gibt viele Käsesorten, die Sie auch in der Schwangerschaft essen können, aber auf bestimmte Sorten sollten Sie verzichten.
Generell lässt sich sagen, dass Sie als Schwangere auf Weißschimmel-Weichkäse und Blauschimmelkäse verzichten sollten. Diese Käsesorten begünstigen das Wachstum bestimmter Bakterien, zum Beispiel Listeria-Bakterien, die eine Lebensmittelvergiftung verursachen. Weil diese Käsesorten feuchter und weniger säurehaltig sind als andere, bieten sie den perfekten Nährboden für Listerien und sind damit auch für Ihr Ungeborenes schädlich, selbst wenn sie pasteurisiert sind.
Hier ist eine Übersicht über Käsesorten, die in der Schwangerschaft unbedenklich oder gefährlich sind:

Käsesorten, die Sie in der Schwangerschaft essen können:

  • Hartkäse: geräucherte Varianten, Babybel (halbfester Schnittkäse), Bergkäse, Cheddar, Chester, Comté, Double Gloucester, Edamer, Emmentaler, Gouda, Grana Padano, Greyerzer (Gruyère), Havarti, Jarlsberg, Lancashire, Manchego, Parmesan, harter Pecorino, Provolone, Tilsiter Schnittkäse
  • Weichkäse und verarbeiteter Käse: Boursin, Hüttenkäse, Frischkäse, Feta, Halloumi, Ziegenkäse ohne weiße Rinde, Mascarpone, Mozzarella, Streichkäse, Paneer (indischer Frischkäse) Quark, Ricotta.

Käsesorten, die Sie in der Schwangerschaft nicht essen sollten:

  • Weißschimmel-Weichkäse: Brie, Blue Brie, Cambozola, Camembert, Chaumes (wegen der Rinde mit Rotschimmelkulturen), Chèvre (Ziegenkäse mit einer weißen Rinde), Pont-l’Évêque, Prince Jean, Taleggio, Vacherin Fribourgeois.
  • Weichkäse mit Rotschmiere: Limburger, Munster, Romadur.
  • Sauermilchkäse: Handkäse, Harzer Roller, Korbkäse, Mainzer Käse, Olmützer Quargel, Spitzkäse, Stangenkäse.
  • eingelegter Käse oder Frischkäse aus offenen Gefäßen in der Kühltheke: Feta, Schafskäse, Mozzarella.
  • Blauschimmelkäse: Bayerischer Blauschimmelkäse, Bergader, Bleu d’Auvergne, Danablu, Gorgonzola, Romano, Roncal, Roquefort, Stilton, Tomme.
  • Weiche, nicht pasteurisierte Käsesorten, auch Ziegen- und Schafkäse: Chabichou, Pyramide, Torta del Casar.

Nicht ganz sicher?
Sehen Sie die wichtigsten Käsesorten im Bild
Tipps, wie Sie mit Käse und Rohmilch umgehen sollten
Listeria-Bakterien werden nach längerem Kochen über 70 Grad abgetötet. Sie können also Gerichte mit Blauschimmel-Käse oder Backcamembert essen, wenn der Käse lang genug erhitzt wurde. Wenn Sie beispielsweise eine Gorgonzola-Sauce machen, Pizza mit Blauschimmelkäse, Ofenkäse oder Backcamembert essen wollen, achten Sie darauf, dass der Käse durch und durch heiß geworden und nicht nur geschmolzen ist.
Schneiden Sie vorsichtshalber bei allen Käsesorten die Rinde ab, da diese unter Umständen mit Bakterien belastet sein kann.
Bei Käse gilt generell: Je länger der Käse reift, desto unbedenklicher ist der Verzehr. Deshalb schätzen Experten Hartkäse als sicher ein, selbst wenn er aus Rohmilch hergestellt wurde. Die schädlichen Bakterien überleben die lange Reifezeit nicht. Neben Hartkäse können jedoch auch Weich-, Schnitt- oder halbfester Schnittkäse aus Rohmilch hergestellt werden. Auch hier ist die Reifezeit entscheidend für die Unbedenklichkeit.

Joghurt, Frischkäse, Sauerrahm, Crème fraîche oder Quarkprodukte werden im Handel nur aus erhitzter Milch verkauft, stellen also kein Problem dar. Auch Sauermilchprodukte aus pasteurisierter Milch sind frei von Listerien.
Sie können Rohmilchkäse im Regal einfach erkennen: Auf der Verpackung MUSS der Vermerk „aus Rohmilch hergestellt“ stehen. Steht dieser Vermerk nicht auf der Verpackung, ist die Milch pasteurisiert.
Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie lieber an der Käsetheke nach!
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Quellen

FSA. n.d,a. Ask Sam… Pregnancy. Food Standards Agency, Eatwell. www.eatwell.gov.uk
FSA. n.d,b. Food bugs. Food Standards Agency, Eatwell. www.eatwell.gov.uk
FSA. n.d,c. When you’re pregnant. Food Standards Agency, Eatwell. www.eatwell.gov.uk
NICE. 2008. Antenatal care: Routine care for the healthy pregnant woman. National Institute of Health and Clinical Excellence.
NHS. 2009. Listeriosis. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk

Käse in der Schwangerschaft: Was erlaubt ist

Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung können Sie in der Schwangerschaft nicht nur wichtige Nährstoffe aufnehmen, die Sie und Ihr Baby brauchen, sondern auch vermeiden, dass Sie unnötig Gewicht zunehmen. Neben Obst und Gemüse sollten auch täglich Ballaststoffe sowie Kalzium auf Ihrem Speiseplan stehen. Mit Käse versorgen Sie sich mit wichtigen Proteinen sowie Kalzium in der Schwangerschaft. Es gibt allerdings viele Käsesorten und nicht alle Käsearten dürfen Sie unbedenklich in der Schwangerschaft verzehren, da diese bestimmte Bakterien enthalten, die zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Zudem können diese Käsesorten auch für Ihr Baby schädlich sein.

Käse in der Schwangerschaft: Auf diese Sorten sollten Sie verzichten

Verzichten Sie in der Schwangerschaft auf Weißschimmel-Weichkäse (Brie, Camembert, Cambozola, Chaumes, Chèvre, Pont-l’Évêque, Prince Jean, Taleggio, Vacherin Fribourgeois) und auch Blauschimmelkäse (Bayerischer Blauschimmelkäse, Bergader, blauer Wensleydale, Bleu d’Auvergne, Cabrales, Danablu, Gorgonzola, Romano, Roncal, Roquefort, Stilton, Tomme). Auch weiche, nicht pasteurisierte Käsesorten, unter anderem auch Ziegen- und Schafskäse, wie Chabichou, Pyramide, Torta del Casar sollten Sie im Regal lassen. Diese Käsesorten sind anfällig für das Wachsen bestimmter Bakterien. Diese können zum Beispiel Listeria-Bakterien sein, die zu einer Lebensmittelvergiftung führen können. Zudem sind diese Käsesorten feuchter und haben auch weniger Säure, so dass sie die idealen Nährboden für Listerien sind. Somit sind diese Käsesorten auch während der Schwangerschaft für Ihr Baby schädlich.

Käse in der Schwangerschaft: Da dürfen Sie zugreifen

In der Schwangerschaft können Sie auf viele Käsesorten zugreifen. Dazu zählt vor allem der Hartkäse. Diesen gibt es in verschiedenen Varianten, wie Bergkäse, Cheddar, Chester, Comtè, Edamer, Emmentaler, Gouda, Gran Padano, Graviera, Havarti, Jarlsberg, Jurassic, Kefalotyri, Lancashire, Manchego, Parmesan, Provolone, Red Leicester, Sbrinz sowie Tilster Schnittkäse. Auch einige Weichkäsesorten oder unverarbeiteter Käse wie Hüttenkäse, Frischkäse, Feta, Ziegenkäse ohne weiße Rinde, Mascarpone, Mozzarella, Streichkäse, Quark und Ricotta zählen dazu. Bei Joghurts, probiotischen Lebensmitteln, Sauerrahm oder auch Crème fraîche gibt es keine Beschränkungen.

Käse in der Schwangerschaft: So gehen Sie am besten mit Käse und Rohmilch um

Wird Rohmilch lange gekocht, werden die Listeria-Bakterien abgetötet. Daher ist es möglich, dass Sie Käse mit Blauschimmel essen, sofern Sie den Käse vor dem Verzehr lange kochen. Machen Sie sich beispielsweise eine Sauce aus Gorgonzola, so sollte der Käse vollständig heiß geworden sein und nicht nur geschmolzen sein. Schneiden Sie am besten auch die Rinde bei diesen Sorten ab. Bei Käse gilt allgemein, je länger der Käse reift, umso unbedenklicher kann er während der Schwangerschaft verzehrt werden. Daher werden Hartkäsesorten als sehr sicher eingestuft, auch wenn sie ebenfalls aus Rohmilch hergestellt werden. Doch die Bakterien überleben aufgrund der langen Reifezeit nicht. Auch Weich-, Schnitt-, oder halbfester Käse kann aus Rohmilch hergestellt worden sein. Hier spielt ebenfalls die Reifezeit eine große Rolle. Produkte aus Sauermilch die aus pasteurisierter Milch hergestellt werden, beinhalten keine Listerien. Im Handel werden Joghurt, Frischkäse oder Produkte aus Quark nur aus erhitzter Milch verkauft, daher ist der Verzehr unbedenklich. Käse aus Rohmilch müssen auf der Verpackung den Hinweis „Aus Rohmilch hergestellt“ tragen. Fehlt dieser Vermerk, wurde die Milch pasteurisiert und kann somit verzehrt werden. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, sollten Sie lieber nachfragen oder sich für einen anderen Käse entscheiden.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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Camembert in der Schwangerschaft: Darf man ihn nun essen oder nicht?

Die Sache mit der Ernährung in der Schwangerschaft ist gar nicht so easy: Manches solltest du jetzt wirklich nicht essen, anderes dagegen ist erlaubt, obwohl fiese Schauermärchen dazu grassieren. Besonderer Streitfall: Käse, insbesondere Camembert.

Eines schon einmal vorweg: In der Schwangerschaft komplett auf Käse verzichten muss niemand. Schließlich ist Käse ein wertvoller Lieferant für Kalzium, B-Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiß und Spurenelemente wie Kupfer, Zink und Eisen. Diese Stoffe tun nicht nur deinem Körper gut, sondern helfen auch bei der Entwicklung deines Babys, zum Beispiel beim Aufbau des Nervensystems und bei der Bildung der Blutkörperchen. Und dazu ist Käse ja nicht nur gesund, sondern auch noch soooo lecker!

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Doch bei einigen Käsesorten ist tatsächlich Vorsicht geboten. Grundsätzlich gilt für dich während der gesamten Schwangerschaft: Verzehre keine rohen tierischen Produkte! Das bedeutet im Fall von Käse: Rohmilchkäse ist tabu. Denn weil bei der Zubereitung solcher Käsesorten die Milch nicht erhitzt wird, können viele Keime überleben. Dazu gehören auch Listerien, die deinem ungeborenen Kind bei einer Infektion massiv schaden und sogar zu Fehlbildungen, Früh- und Fehlgeburt führen können.

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Camembert in der Schwangerschaft: Darauf musst du achten

Doch wie sieht es nun konkret mit Camembert in der Schwangerschaft aus? Auch hier kommt es darauf an, wie er zubereitet wurde: Besteht er aus Rohmilch oder wurde die Milch bei der Herstellung stark erhitzt, also pasteurisiert?

Camembert in der Schwangerschaft – erlaubt oder nicht?

Ist Letzteres der Fall, dann kannst du bedenkenlos zugreifen. Die Info darüber steht übrigens bei abgepacktem Käse immer auf der Verpackung. Bist du dir bei Käse aus der Frischetheke nicht sicher, dann frage einfach beim geschulten Personal nach.

Uneinigkeit besteht darüber, ob man beim Camembert in der Schwangerschaft vor dem Verzehr die Rinde entfernen solltest. Möchtest du ganz sicher gehen, solltest du das tun, besonders, wenn du den Käse offen und nicht verpackt gekauft hast.

Life Hacks für die Schwangerschaft: Diese genialen 20 Tricks erleichtern dir dein Leben mit Babykugel

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Wird der Camembert in der Schwangerschaft übrigens über 70 Grad erhitzt, also Backcamembert daraus gemacht, kannst du ihn auf jeden Fall komplett essen, selbst, wenn es sich um eine Rohmilch-Variante handelt. Denn ab diesen Temperaturen werden schädliche Keime zuverlässig abgetötet.

Listeriose

Warum heisst es immer, Schwangere dürfen keine Rohmilchprodukte zu sich nehmen? Dahinter steckt die Angst vor einer Listeriose-Infektion.

Eine Listerioseinfektion verläuft normalerweise kaum schlimmer als eine leichte Grippe, eventuell mit Magen-Darm-Problemen. Aber bei Schwangeren ist die natürliche Abwehr gegen Infektionen herabgesetzt, sie erkranken dreizehnmal so häufig und meist schwerer an einer Listeriose. Gefährlich ist aber vor allem die Übertragung auf das ungeborene Kind mit schweren Folgen.

Andererseits besteht kein Grund zur Panik: Die Listeriose ist auch unter Schwangeren immer noch sehr selten, man geht von etwa zwei Fällen pro 1000 Schwangerschaften aus.

Welcher Käse ist noch erlaubt?

Die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG)

Checkliste „Milchprodukte in der Schwangerschaft“

Was sind Listerien und in welchen Lebensmitteln vermehren sie sich?

Listerien sind Bakterien, die praktisch überall zu finden sind und sich sogar noch bei Kühlschranktemperaturen sowie in Vakuumverpackungen vermehren können. Sowohl rohe Lebensmittel tierischer Herkunft als auch bereits erhitzte oder anderweitig haltbar gemachte Lebensmittel sowie Fertigprodukte können Listerien enthalten. Aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter und Salate können mit Listerien belastet sein. Listeria monocytogenes, die Listeriose-Erreger, finden sich vor allem in unpasteurisierten (aus Rohmilch hergestellten) Milchprodukten, egal ob von der Kuh, vom Schaf oder von der Geiss, in rohem bzw. geräuchertem Fleisch und Fisch und in frischen Salaten mit Keimen und Sprossen. Da Lebensmittel durch Listerien nicht verderben, lassen sich die Bakterien weder am Aussehen noch am Geruch der Lebensmittel erkennen.

Durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (z.B. Schafe, Ziegen, Schweine, Vögel, Kaninchen) oder mit kontaminiertem Erdboden kann die Listeriose ebenfalls übertragen werden. Auch eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist möglich.

Hitzebehandlung tötet Listerien ab

Listerien sind empfindlich gegen Hitze. Durch Erhitzen, also beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren, werden Listerien abgetötet. Bei herkömmlichen, pasteurisierten Milchprodukten wird die Milch stark erhitzt (auf mind. 63°C). Dadurch werden 99% aller Bakterien abgetötet. Der Begriff „thermisiert“ kann praktisch gleichgesetzt werden, denn dafür ist eine Temperatur von 57-68°C vorgeschrieben. Auch Past-, UHT- und sogenannte ESL-Milch (länger haltbare Milch mit minimierter Restkeimzahl) ist unbedenklich. Bei Butter, Rahm, Hartkäse, Milchmischgetränken, Milchpulver, Kondensmilch, Fonduemischungen und Schmelzkäse ist das Risiko vernachlässigbar klein. Wenn der Käse beim Kochen richtig heiss wird und beim Überbacken Blasen wirft (Raclette, Pizza, alle Arten von überbackenem Auflauf und Gratin), sollten die Keime im Rohmilchkäse ausreichend abgetötet werden. Das gilt natürlich auch für Käsefondue mit Vacherin aus Rohmilch.

Warum ist Rohmilch so gefährlich?

Rohmilcherzeugnisse werden dagegen aus Milch hergestellt, die höchstens auf 40°C erhitzt wurde. Die Keime bleiben weitgehend erhalten, wodurch der Käse ein besonderes Aroma erhält. Frischkäse und Weichkäse aus Rohmilch enthalten deutlich eher Listeriose-Erreger als lange gelagerte und gereifte Rohmilchkäsesorten. Hartkäse, z.B. Parmesan, Edamer, Hobelkäse, Sbrinz, Gruyère und Emmentaler enthalten in der Regel keine Listerien. Die Erreger reichern sich dort höchstens in der Rinde an. Entfernen Sie deshalb die Rinde, wenn Sie auf entsprechende Käsesorten nicht verzichten wollen.

Ist Tiefkühlen wirksam gegen Listerien?

Listerien sind gegenüber Kälte recht unempfindlich und können sich deshalb auch im Kühlschrank weiter vermehren. Alle gekühlten Nahrungsmittel vor ihrem jeweiligen Verfallsdatum verbrauchen und darauf achten, dass leicht verderbliche Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt werden, möglichst unter hygienischen Bedingungen aus frischen Zutaten zubereitet und rasch verzehrt werden. Dies gilt insbesondere für frisch gepresste Säfte und Smoothies, Sandwiches und belegte Brötchen sowie Backwaren, deren Füllungen nicht mitgebacken wurden (z. B. gefüllt mit Sahne, Creme, Pudding oder Obst). Auch frisches Obst und Gemüse, Blattsalate und frische Kräuter sollten zeitnah verzehrt werden. Leicht verderbliche Lebensmittel in Fertigpackungen (z. B. Käse- oder Wurstaufschnitt, erhitzte Fleischerzeugnisse) sollten nur in kleinen Mengen und lange vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit gekauft, ausreichend gekühlt und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden.

Werden Lebensmittel tiefgefroren, können sich die Erreger zwar nicht mehr vermehren, aber bis zum Auftauen überleben. Deshalb sollten gekühlte und auch tiefgekühlte Fertiggerichte immer vollständig erhitzt werden (s.o.). Erhitzen in der Mikrowelle reicht meist nicht aus, weil sich die Wärme zu ungleichmässig verteilt.

Empfehlung für die Schwangerschaft

Am besten ist es, wenn Sie in der Schwangerschaft nur noch pasteurisierte Milchprodukte und Hartkäse kaufen. Lassen Sie sich beim Einkauf vom Fachpersonal beraten, welche Milchprodukte aus Rohmilch hergestellt sind. Wenn Sie gerne auf dem Bio-Bauernhof Käse und Milchprodukte kaufen, sollten Sie sich im Hofladen genau erkundigen. Dort wird sehr häufig Rohmilch verwendet, und dies muss gesetzlich nicht ausdrücklich angeschrieben sein, wie es bei Supermärkten der Fall ist.

Bis vor einigen Jahren galt als Empfehlung für Schwangere und andere Risikogruppen, nur Käsesorten aus pasteurisierter Milch zu essen. Heute weiss man, dass diese Unterscheidung nicht die höchstmögliche Sicherheit bietet, denn es wurde ein Listerienbefall auch bei Halbhartkäsen aus pasteurisierter Milch gemeldet. Deshalb wird offiziell grundsätzlich vom Konsum von Halbhartkäse und Weichkäse, egal ob aus roher, thermisierter und pasteurisierter Milch, abgeraten. Nur Hartkäse und Extrahartkäse ist praktisch frei von Listerien, sofern die Rinde entfernt wird.

Bedenklich sind ausserdem Produkte, die rohes Fleisch (auch Geflügel) enthalten, z.B. rohes Hackfleisch, Trockenfleisch (z.B. Bündnerfleisch), Tartar, geräucherte Wurstwaren, Fleisch-Pasteten (Leberpastete sollte während der Schwangerschaft sowieso vermieden werden, da sie reich an Vitamin A ist), fertig gekaufter Kartoffelsalat und nicht durchgegartes Fleisch (auch Geflügel!). Problematisch sind auch rohe und geräucherte Fische, z.B. Lachs und bestimmte Sushi-Sorten und Schalentiere. Listerien sind auch in folienverpackten, fertig geschnittenen Salaten, v.a. solchen mit Keimlingen oder Sprossen, nachgewiesen worden. Gründliches Waschen ist unbedingt zu empfehlen! Diese Produkte sollten Sie als Schwangere eventuell deshalb besser meiden.

Als Faustregel gilt: Alle unmittelbar vor dem Verzehr erhitzten Lebensmittel, also z. B. frisch gekochte Speisen, aber auch frisch geöffnete Konserven, frisch geöffnete pasteurisierte Milch, Sauermilchprodukte aus pasteurisierter Milch und unter Erhitzung hergestellte Fleischwaren sind praktisch frei von Listerien.

Häufige Fragen zum Thema

Wie sieht es aus mit Mozzarella in der Schwangerschaft?

Ist Schafskäse (Feta) ungefährlich?

Ist Parmesan aus Rohmilch?

Werden die Listeriose-Erreger beim Überbacken oder Tiefkühlen abgetötet?

Ist Käserei- und Vorzugsmilch dasselbe wie Rohmilch?

Woher weiss ich, ob ich eine Listeriose gehabt habe?

Kann man eine Listeriose nur durch Verzehr von Rohmilchprodukten bekommen?

Wieso reagieren ausgerechnet Schwangere empfindlicher auf verdorbene Nahrungsmittel?

Newsticker

Hartkäse erlaubt: Lebensmittel können Bakterien enthalten, die dem ungeborenen Baby schaden. Rohmilchprodukte sind wegen des möglichen Befalls mit Listerien problematisch. Milch und Milchprodukte aus pasteurisierter oder wärmebehandelter Milch sind deshalb die richtige Alternative. Einzige Ausnahme bei den Rohmilchprodukten bilden lang gereifte Hartkäse, wie z.B. Parmiggiano, Sbrinz, Hobelkäse, Greyerzer, Emmentaler. Trotzdem sollten werdende Mütter wie bei allen Käsesorten vor dem Verzehr die Rinde entfernen, die besonders viele Bakterien enthält. Käse sollte frisch in kleinen Mengen gekauft und einmal geöffnete Verpackungen innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden. (swissmom Newsticker, 25.2.14)

Letzte Aktualisierung : 31-01-18, BH

Der Camembert, also der echte, ist in Gefahr. Um als Camembert de Normandie (AOC) zu gelten, musste der Käse mit dem samtigen weißen Schimmel an der Oberfläche bisher aus Rohmilch von Kühen aus der Normandie stammen. Bereits im Februar hat das Inao-Institut (Institut national de l’origine et de la qualité / Nationalinstitut für Herkunft und Qualität) die Regeln für das geschützte Kulturgut gelockert. Seitdem darf auch Camembert aus pasteurisierter Milch das AOC-Siegel tragen (Appellation d’origine contrôlée / kontrollierte Herkunftsbezeichnung). Die Milch muss allerdings noch zu mindestens 30 Prozent von normannischen Kühen stammen.

Für eine Nation, die ein besonderes Verhältnis zu ihrem Käse hat, ist eine solche Entscheidung mehr als schwierig. Entsprechend emotional fallen die Reaktionen aus. Am Montag erschien in der Zeitung Libération ein Manifest, das 47 Köche, Winzer, Käsehersteller und andere Verfechter von Rohmilch-Camembert unterzeichnet haben. Der Camembert de Normandie werde „ermordet“, heißt es da. Von Schande, Skandal und Betrug ist die Rede. Der Käse verliere Charakter und Geschmack.

Es ist nicht das erste Mal, dass handwerkliche und industrielle Hersteller in Frankreich um den Camembert de Normandie streiten. Der Kampf um den Camembert begann vor mehr als zehn Jahren. Im Jahr 2007 verkündeten der Molkereikonzern Lactalis und die Großkooperative von Isigny-Sainte-Mère , die 80 Prozent des Camembert de Normandie produzierten, dass sie keinen Rohmilch-Camembert mehr herstellen. Wegen der gesundheitlichen und hygienischen Risiken beantragten sie schon damals, die Verwendung von industriell aufbereiteter Milch für die Produktion des Original-Camembert zu erlauben. Es gab Petitionen und Unterschriftenaktionen, Vereine zum Erhalt der Rohmilchtradition wurden gegründet. Damals haben sich die Rohmilch-Verfechter durchgesetzt. Die jüngste Schlacht haben sie nun verloren.

Ein Produkt wie von McDonald’s

Susanne Hofmann ist Mitinhaberin des Tölzer Kasladens, unter anderem mit einer Filiale auf dem Viktualienmarkt in München, und Mitglied der französischen Käsebruderschaft. In Frankreich hat sie Camembert von Hand geschöpft. „Durch die Pasteurisierung geht Geschmack verloren“, sagt sie. „Das Besondere an der Rohmilch ist ihre sensorische Vielfalt. Darum schmeckt jeder Rohmilch-Camembert anders.“ Bei Pasteurisation werden Bakterien und andere Mikroorganismen zerstört, die maßgeblich für den Geschmack des Käses verantwortlich sind. „Wenn man die Milch pasteurisiert und standardisiert, erhält man ein Produkt wie von McDonald’s“, sagt Susanne Hofmann. „Das schmeckt immer und überall gleich.“ Pasteurisierte Milch werde für die Camembert-Herstellung mit Kulturen versetzt, die den Geschmack nachahmen. „Aber man erreicht nie die Intensität und Vielfalt von Rohmilch.“

Camembert – ohne die geschützte Herkunftsbezeichnung – gilt als die meistkopierte Käsesorte der Welt, meistens als Industrieprodukt aus pasteurisierter Milch. In Frankreich durften Camembert-Varianten aus pasteurisierter Milch bislang höchstens den Hinweis „erzeugt in der Normandie“ führen. „De Normandie“ war Rohmilchkäse vorbehalten. Nach der Reform soll man handwerklich und aus Rohmilch erzeugten Camembert an dem Zusatz véritable, also echt, erkennen.

Rohmilch ist eine der wertvollsten und gesündesten Rohstoffe, die wir kennen. Susanne Hofmann, Mitglied der französischen Käsebruderschaft

„Für die Franzosen ist der Camembert eine Herzensangelegenheit und Kulturgut“, sagt Susanne Hofmann. Das beginnt schon mit der Legende, die über seine Erfindung erzählt wird. Die besagt, dass ein Priester aus der französischen Region Brie, aus der der gleichnamige Käse stammt, während der Französischen Revolution auf der Flucht in dem Ort Camembert in der Normandie bei der Bäuerin Marie Harel unterkam. Als Dank dafür, dass sie ihn aufnahm, soll er ihr das Käsemachen beigebracht haben und zusammen sollen sie aus dem einfacheren Brie, den es damals schon gab, cremigen Camembert entwickelt haben. Später, im Ersten Weltkrieg, gehörte Camembert neben Brot und Wein zu den Verpflegungspaketen für die französischen Soldaten.

Oder ist das reines Preisdumping?

2007 wie heute argumentieren die industriellen Produzenten, dass pasteurisierte Milch hygienischer ist. Und in der Tat, erst im April wurde ein Rohmilch-Camembert des französischen Herstellers Fromagerie du Plessis, der auch in Deutschland im Handel ist, wegen einer Verunreinigung mit Kolibakterien zurückgerufen. Bereits 1985 diskutierte der westdeutsche Bundesrat über ein Importverbot von Rohmilchkäse, 1989 auch Großbritannien und Japan, nachdem mit Listeria-Bakterien verseuchter Camembert aufgetaucht war. „Rohmilch ist eine der wertvollsten und gesündesten Rohstoffe, die wir kennen“, sagt Susanne Hofmann und verweist auf den Biologen Ton Baars, der seit Jahren zum Thema Milch forscht und regelmäßig auf die gesundheitlichen Vorteile von Rohmilch hinweist. In Deutschland etwa müssen Allgäuer Bergkäse und Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch hergestellt sein.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Rohmilch, etwa von Abgabeautomaten von Bauern, abzukochen. Kinder unter fünf Jahren, Schwangere, Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten Rohmilch und Rohmilchkäse sogar meiden. „Doch auch bei Pasteurisierung lassen sich nicht alle Krankheitserreger ausschalten“, sagt Susanne Hofmann. Sie ist überzeugt, dass es bei der Neuregelung nicht um Qualität oder Gesundheit geht. „Es ist reines Preisdumping“, sagt sie. Rohmilch muss man zwei Mal am Tag beim Bauern abholen und gleich verarbeiten. „Für die Verwendung von Rohmilch sind die Qualitätsanforderungen an Haltung und Fütterung der Tiere wesentlich höher und der Ertrag gleichzeitig niedriger“, sagt sie.

Mit einem pathetischen „Freiheit, Gleichheit, Camembert!“ endet der offene Brief in der Libération. In dem Land, in dem Essen einen so hohen Stellenwert, in dem es mehr als 1.000 Käsesorten gibt und jeder Einwohner beinahe 27 Kilo Käse im Jahr isst, ist Käse eben auch Politik. Die Unterzeichner des Manifests fürchten, dass aus dem Original-Camembert ein Luxusgut wird, während die Mehrzahl der Produzenten günstigere und unkompliziertere pasteurisiere Milch verwenden wird. Von Präsident Emmanuel Macron und dem Landwirtschaftsminister fordern sie deshalb: Rohmilch-Camembert für alle.

© karepa – stock.adobe.com

In der Schwangerschaft gibt es so einige Dinge, auf die man verzichten soll, um sich und seinen Spatz im Bauch vor möglichen Infektionen zu schützen. Dabei verliert man oft den Überblick, was in der Schwangerschaft erlaubt ist und was nicht. Vor allem bei den zahlreichen Käsesorten ist es oft schwer zu unterscheiden, welche man essen darf und welche nicht. Wie sieht es mit gebackenen Camembert aus?

Verzehr von Backcamembert in der Schwangerschaft

Ja! Gebackener Camembert ist in der Schwangerschaft erlaubt!

Ob in der Pfanne oder im Backofen: Gebackenen Camembert kannst du ohne Bedenken essen! Sowohl den Backcamembert, den es fertig verpackt gibt, als auch selbstgekauften Camembert, den du dann in der Pfanne oder im Ofen erhitzt. Denn solange du den Käse für mehr als drei Minuten bei mehr als 70° Grad erhitzt, werden eventuell enthaltene Keime abgetötet.

Einfaches Rezept für selbstgemachten Backcamembert

Zutaten:
• 1 Ei
• 1 Camembert
• Paniermehl
• Öl

Zubereitung:
Zunächst zerschlägst du das Ei in einen tiefen Teller. In einen anderen Teller gibst du das Paniermehl. Nun tunkst du den Camembert in das Ei, dann panierst du ihn und wiederholst das Ganze nochmal. Anschließend den panierten Camembert in Öl in einer Pfanne von beiden Seiten braun anbraten. Fertig ist dein selbstgemachter Backcamembert!

Vorsicht jedoch bei nicht gebackenen Camembert!

Da Camembert zu den Weichkäsesorten gehört, solltest du auf Camembert, der nicht erhitzt wurde, verzichten. Dies liegt zum einen an dem Weißschimmel an der Rinde und zum anderen daran, dass Camembert an sich feucht und weniger säurehaltig ist, weshalb er so einen idealen Nährboden für Listerien schafft. Verzehre daher lieber Backcamembert!

Meine Infografik für dich: Verzehr von Käse in der Schwangerschaft

In meiner Infografik bekommst du einen Überblick über den Genuss von Käse in der Schwangerschaft:

• Welche Käsesorten sind erlaubt und auf welche solltest du lieber verzichten?
• Welche Nährstoffe und Vitamine besitzt Käse?
• Wie gehe ich am besten mit Käse in der Schwangerschaft um?

“ Klick hier, um die Infografik zu vergrößern

Back-Camembert in der Schwangerschaft

Die Liste ist sehr gut. Liegt auch bei meiner FÄ aus… Habe sie zu Beginn meiner SS von einer schwangeren Forumsnutzerin bekommen…
Hier ist Back-Camembert auf der Liste, die Schwangere essen können!
Er wurde ja erhitzt und liegt ja ca 20 Minuten im Ofen! Da sind ide Bakterien abgetötet.
Normalen Camembert würde ich auch nicht essen… Aber heiß aus dem Ofen der Back Camembert ist unbenklich, laut vieler Informationen.
Ich denke es ist eine Gewissensfrage, ob man es essen mag oder nicht. Der eine isst es, der andere nicht… Der eine isst Salat im Restaurant oder auf dem Döner, der andere nicht.
Der eine isst Schnittkäse (bereits geschnitten, der durch das Schneiden Listerine enthalten kann, der andere isst ihn wieder nicht, weil er Angst hat.
Bei vielem kann man es übertreiben.
Ist ja auch bei Toxoplasmose so… Habe hier schon oft gelesen, dass einige trotz keinem Immunstatus Salami essen. Und andere wieder im Ofen auf Pizza erhitzen…
Ist halt alles Ansichtssache.
Aber ich denke die Liste ist sehr gut!

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