Bücher für mütter

Inhalte

Für Mama

„Für Mama“ ist ein persönliches Geschenk für die Mutter: Dieses Ausfüllbuch von Bestsellerautorin Elma van Vliet („Mama, erzähl mal!“) ist ein zeitlos schönes Erinnerungsalbum mit inspirierenden Fragen. Ausgefüllt wird es zu einem liebevollen Geschenk für einen ganz besonderen Menschen: die Mutter.
Mit der Mutter sind viele besondere Erinnerungen verbunden. Und doch findet man im Alltag kaum Gelegenheit, sich bei diesem ganz besonderen Menschen zu bedanken. „Für Mama“ ist ein liebevoll gestaltetes Ausfüllalbum, das nicht nur Platz bietet für die eigenen Erinnerungen, sondern auch für Fotos und weitere Geschichten. Ausgefüllt wird es zu einem persönlichen Geschenk für die Mutter. Zum Geburtstag, zum Muttertag, zu Weihnachten – oder einfach für zwischendurch.
– 80-seitiges Ausfüllbuch im zeitlos ansprechendem Design
– Mit Sticker und Wendebanderole, die als Geschenkpapier verwendet werden kann
– Mit vielen inspirierenden Fragen und Listen zum Ausfüllen und Ankreuzen
– Aufgeteilt in vier Themenblöcke: 1. Erinnerungen an meine Kindheit, 2. Über die besondere Person, die du bist, 3. Wofür ich dir dankbar bin, 4. Wünsche und Träume für uns beide
– Zeitlos schöne Schmuckseiten mit kurzen Zitaten
– Ein persönliches Geschenk zum Geburtstag, zum Muttertag, zu Weihnachten oder einfach für zwischendurch
– Ein wertschätzendes Geschenk für die Mutter, das sagt: „Es ist schön, dass es dich gibt!“
Halten Sie mithilfe der inspirierenden Fragen schöne Erinnerungen fest und schenken Sie Ihrer Mutter dieses Ausfüllbuch als sehr persönliches Geschenk.
Von Elma van Vliet, Autorin von Bestsellern wie „Mama, erzähl mal! und „Papa, erzähl mal!“ sowie Spielen wie „Sag mal, Mama!“, „Sag mal, Papa!“ und „Erzähl mal! Das Familienquiz“.
ERLEBEN – ERZÄHLEN – ERINNERN

Hélène Delforge: Mama, Gebunden

Klappentext

Mama.
Ein Name, getragen von Milliarden von Frauen, zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten dieser Erde. Ein Wort, das Liebe ausdrückt, Zärtlichkeit, Verbundenheit, manchmal Warten, Abwesenheit. Doch wenn sie ihr Kind im Arm halten, sind alle Mamas gleich. Nämlich einzigartig.
Eine Liebeserklärung an alle Mamas dieser Welt
Dieses großformatige Bilderbuch für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren ist eine Hommage an alle Mütter dieser Welt. Die kunstvoll illustrierten Porträts von Quentin Gréban und poetischen Texte von Hélène Delforge fangen Emotionen, Erinnerungen und alltägliche Momentaufnahmen zwischen Mutter und Kind ein. Dabei findet eine Vielzahl von unterschiedlichen Lebenswelten, Kulturen und historischen Epochen Platz. Ein wunderbares Geschenk – nicht nur für Mütter!
. Eine poetische Liebeserklärung: Ausdrucksstarke Bilder und gefühlvolle Texte erzählen von der besonderen Liebe und Bindung zwischen einer Mama und ihrem Kind
. So vielfältig wie das Leben: Das Bilderbuch zeigt Mütter und Kinder aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen und Jahrhunderten
. Persönliches Geschenk: Ein besonderes Geschenkbuch, um allen starken Frauen Danke zu sagen – nicht nur zum Muttertag

. Für Große und Kleine: Dieses facettenreiche Bilderbuch lädt Kinder und Erwachsene zum gemeinsamen Betrachten und immer wieder neu Entdecken ein

Aktuelle Buchempfehlungen

<<< Alle Kategorien >>>

Ob Romane und Erzählungen oder eBooks – wir geben Buchempfehlungen

BUCHSZENE.DE ist die Plattform für alle Menschen, die gerne lesen. Deshalb sind unsere Buchempfehlungen das Herzstück unserer Arbeit. Bei uns finden Sie Buchempfehlungen zu allen wichtigen Bereichen des Lesens. Insbesondere kümmern wir uns um Buchempfehlungen zu:

+ Romane und Erzählungen
+ Krimis und Thriller
+ Kinderbücher
+ Jugendbücher
+ Lernhilfen
+ Hörbücher
+ Sachbücher
+ Ratgeber
+ eBooks
+ Geschenk- und Sammelbücher

Oder wenn wir es allgemeiner formulieren: Uns von der BUCHSZENE.DE-Redaktion geht es darum, die Bücher, die man gelesen haben muss, abzubilden. Außerdem stellen wir die wichtigen Bücher Neuerscheinungen vor.

Bei uns verfassen Experten die Buchvorstellungen und Buchempfehlungen

Aber wie gehen wir an diese Aufgabe heran? Vor allem geht es uns bei unseren Buchempfehlungen und Buchvorstellungen um Professionalität und Qualität. Im Gegensatz zu den meisten anderen Plattformen für Buchempfehlungen werden bei uns die Buchvorstellungen von Experten und professionellen Autoren verfasst. Die Kompetenz der empfehlenden Person siedeln wir bei unseren Buchempfehlungen sehr hoch an.

Warum Krimis und Thriller uns besonders wichtig sind bei Buchempfehlungen

Um gute Bücher aus dem Meer der Bücher Neuerscheinungen zu fischen, braucht man erfahrene Leute: Zu den Mitgliedern der BUCHSZENE.DE-Redaktion zählen im Bereich Romane und Erzählungen Literaturwissenschaftler und namhafte Journalisten. Für die Buchvorstellungen in den Genres Sachbücher und Ratgeber haben wir uns promovierte Geisteswissenschaftler in die Redaktion geholt. Unser Chefredakteur Jörg Steinleitner ist Krimiautor. Klar, dass ihm besonders die Buchempfehlungen im Bereich „Krimis und Thriller“ am Herzen liegen.

Kinderbücher? Pädagogen schreiben hier die Buchempfehlungen

Buchempfehlungen zu Kinderbüchern, Jugendbüchern und Lernhilfen schreiben bei BUCHSZENE.DE u.a. Redakteure, die Pädagogik oder Didaktik studiert haben. Wir grenzen uns damit ganz bewusst ab von anderen Online-Plattformen für Buchempfehlungen, bei denen jeder seine Meinung über ein Buch abgibt. Wir finden, dass solche Buchvorstellungen den Büchern oftmals nicht gerecht werden. Wir haben auch das Gefühl, dass viele Buchempfehlungen auf anderen Plattformen Fake sind. Wir von BUCHSZENE.DE wollen es besser machen.

Jede Bücher Neuerscheinung kritisch lesen – Schritt 1 der Buchempfehlung

Wie entsteht nun eine Buchempfehlung auf BUCHSZENE.DE? Ganz gleich, ob es um Romane und Erzählungen geht, um Krimis und Thriller, um Kinderbücher, Jugendbücher, Lernhilfen, Hörbücher, Sachbücher oder Ratgeber – der erste Schritt für uns ist es stets, die Bücher Neuerscheinungen zu lesen. Von vorn bis hinten und mit einem Stift in der Hand für Notizen. Wir wollen genau sein, wenn wir nach guten Büchern suchen.

Ist es ein Buch, das man gelesen haben muss? Wenn ja, dann: Buchempfehlung!

Im zweiten Schritt überlegen wir von der BUCHSZENE.DE-Redaktion, ob es sich bei der Bücher Neuerscheinung um eines jener Bücher, die man gelesen haben muss, handelt. Bejahen wir diese Frage, wird es eine Buchvorstellung geben. Bei besonders interessanten Bücher Neuerscheinungen führen wir ein Interview mit dem Autor. Eines unserer schönsten Beispiele für eine solche Buchempfehlung sind die Interviews mit den Kluftinger-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr.

Auch ungewöhnliche Romane und Erzählungen kriegen eine Buchempfehlung

Aber wir wollen noch mehr von der Welt der Literatur abbilden, als lediglich die Bücher, die man gelesen haben muss: Warum sollen wir nicht auch Romane und Erzählungen oder Krimis und Thriller vorstellen, die man vielleicht nicht gelesen haben muss, die aber gute Bücher sind? Eine Buchempfehlung gibt in jedem Fall den Inhalt des Buchs wieder und liefert zudem eine klare Bewertung.

Die Bestseller-Checks – eine besondere Art von Buchempfehlungen

Bei unseren Bestseller-Checks gibt es folgende Kategorien für Buchempfehlungen: Romantik, Komik, Weisheit, Gänsehaut und Unterhaltung. Maximal kann eine Buchempfehlung in einer der Kategorien 5 Goldene Bücher erhalten. Maja Lundes Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ etwa bekam in der Buchvorstellung für „Weisheit“ 5 Goldene Bücher, für Romantik aber nur 1 Goldenes Buch.

Frau Bluhms Blu(h)men-Bewertung als Basis von Buchempfehlungen

Für unsere BUCHSZENE.DE-Kolumnistin Frau Bluhm, haben wir die Blu(h)men-Bewertung erfunden. André Acimans Roman „Call Me by Your Name – Ruf mich bei deinem Namen“ etwa bekam von Frau Bluhm 5 Blu(h)men. Es gibt auf BUCHSZENE.DE aber auch viele Buchempfehlungen, die keiner derartigen Bewertung unterliegen. So etwa Carmen Korns „Töchter einer neuen Zeit“ und „Zeiten des Aufbruchs“. Hier entspricht unsere Buchempfehlung einer klassischen Buchvorstellung mit dem Schwerpunkt auf der inhaltlichen Darstellung.

Die Leseprobe Buchreihe – zentraler Teil unserer Buchempfehlungen

Nichts macht so viel Lust auf Lesen wie Lesen! Deshalb sind unsere Leseproben zentrale Bestandteile der Buchempfehlungen auf BUCHSZENE.DE (Leseprobe Einzelroman, aber auch Leseprobe Buchreihe). Und schließlich achten wir in unserer Arbeit auch sehr darauf, was die Leser*innen von BUCHSZENE.DE über die Bücher Neuerscheinungen mitteilen. Sowohl direkt auf BUCHSZENE.DE als auch in den sozialen Medien. Diese Meinungen helfen uns, die Bücher, die man gelesen haben muss, zu finden. Und dann gibt es eine Buchempfehlung.

In der Serie „Die ZEIT-Rdeaktion entdeckt…“ schreiben Francesco Giammarco, Alard von Kittlitz, Nina Pauer und Britta Stuff jede Woche im Wechsel über Beobachtungen aus ihrem Alltag.

Neulich kam meine Freundin spät nach Hause, setzte sich zu mir aufs Bett und sagte, ihr sei aufgefallen, dass ich wirklich nie Bücher von Frauen läse. Sie finde das komisch und habe gedacht, sie spreche es mal an. Was mich wiederum nervte, weil ich gerade dabei war, den jüngsten Roman von Michel Houellebecq zu lesen.

Ich schaute von meinem Buch auf und erklärte ihr, dass das nicht stimme, dass ich höchstens mehr Bücher von Männern lese, was aber auch irgendwie logisch sei, denn Männer veröffentlichten nun mal mehr als Frauen. Natürlich nicht weil sie mehr Talent hätten, sondern aus systemischen Gründen. Dann las ich weiter. Die kleine japanische Freundin des Protagonisten wurde gerade von zwei Dobermännern durchgevögelt. Es war alles hochinteressant.

Nein, das stimme nicht, sagte meine Freundin; und ich begann zu vermuten, dass sie getrunken hatte. Auch zu aktuellen Büchern von Frauen, die in den Zeitungen oder im Freundeskreis besprochen würden, hätte ich selten eine Meinung, weil ich sie nicht gelesen hätte. Nicht mal Elena Ferrante! Ich würde das auch nicht nachholen, um mitreden zu können. Das wundere sie, sagte meine Freundin, weil ich ja sonst immer gerne diskutieren würde.

Ich legte das Buch beiseite und drehte mich zu ihr. Vielleicht habe sie in gewisser Weise recht, sagte ich. Inzwischen war ich mir sicher, Alkohol zu riechen. Sie müsse aber verstehen, dass mein Interesse an diesen Büchern halt schwinde, wenn ich sie und ihre Freundinnen schon darüber hätte diskutieren hören. Ob sie das verstehe.

Meine Freundin sagte, sie verstehe, klang aber überhaupt nicht so. Sie bat mich, aufzuzählen, welche Romane von Autorinnen ich in letzter Zeit gelesen habe. Ich erklärte ihr, dass ich immer alles vergäße, sobald ich mit einem Buch fertig sei, und mich jetzt nicht einfach so erinnern könne. Ich fand, langsam legte sich ein arroganter Ausdruck über ihr Gesicht. Dann hatte ich einen Geistesblitz.

Mit einem triumphalen Schrei stand ich vom Bett auf und erklärte meiner Freundin, dass diese ganze Diskussion hinfällig sei. Denn ich sei, wie alle wohl wüssten, ein großer Bewunderer von J. K. Rowling und der Harry Potter-Reihe. Mehr noch, ich würde sie in- und auswendig kennen, und man könne durchaus argumentieren, dass Rowling die größte Autorin unserer Zeit sei. Wenn nicht aller Zeiten.

Meine Freundin sagte, das zähle nicht, denn das würde jeder Mann sagen. Und es gehe schon auch darum, Bücher zu lesen, die eine weibliche Perspektive hätten. Harry Potter aber sei nun mal ein Mann. Und außerdem Zauberer. Ich glaube zumindest, dass sie das sagte. Ich hörte ihr nicht richtig zu, weil ich Hercule-Poirot-Geschichten von Agatha Christie aufzählte, die war mir noch eingefallen. Und natürlich die Commissario-Brunetti-Romane von Donna Leon. Meine starrsinnige Freundin aber ließ das alles nicht gelten.

Wütend ging ich ins Wohnzimmer, um aus dem Bücherschrank alle meine Romane von Frauen herauszunehmen und ihr vor die Füße zu werfen. Ich kam dann aber doch mit leeren Händen zurück. Denn ich dachte, man müsste diesen Streit doch auf andere Weise lösen können.

Warum glaube sie denn, fragte ich, dass ich keine Bücher von Frauen läse? Sie überlegte kurz und sagte, sie glaube, dass Männer, vor allem Journalistenmänner wie ich, eigentlich auch immer den Wunsch hätten, irgendwann einmal selbst einen Roman zu schreiben. Und beim Lesen der Romane von Männern, beim Lesen der Geschichten männlicher Protagonisten, würde dieser Wunsch befeuert. Man läse halt immer die Aussicht mit, selbst der Autor zu sein. Bei einem Roman aus weiblicher Sicht sei dieser Effekt nicht da.

Da dachte ich an die ganzen Kollegen, die ihre Romane gerade in den sozialen Netzwerken priesen. Vor allem aber dachte ich, dass dieser Streit eine super Grundlage für einen Artikel von mir sei, und machte mir später, als meine Freundin schlief, heimlich Notizen.

Buchtipps für Frauen
Diese Bücher machen glücklich

Juhu, Winterzeit! Das heißt, wir dürfen uns ohne schlechtes Gewissen am Wochenende auf dem Sofa verschanzen und lesen, bis der Arzt kommt. Und wenn es draußen schon so grässlich düster ausschaut, dann wollen wir wenigstens in uns drin ein bisschen Friede, Freude, Eierkuchen. Heißt: Tschüss, düstere Schwedenkrimis, tragische Dostojewskis und verstörende Kafkas! In dieser Liste finden Sie ausnahmslos wohltuendes Seelenfutter. Nachfolgend 5 Bücher für Frauen, die uns richtig, richtig glücklich machen:

Buchtipp für Frauen: Fräulein Liv & die Liebe

Jede von uns war schon einmal Fräulein Liv: festgefahren in einer alten Beziehung, die uns so tonnenschwer am Bein hängt, dass sie ganz lahm und müde und verzweifelt macht. Wenn dann der vermeintliche Superheld unseren Weg kreuzt, der uns aus dem alten Trott zu retten scheint, sind wird erst Feuer und Flamme und anschließend umso enttäuschter. Denn nicht jeder Superheld ist unter seinem Supermannkostüm auch ein Supertyp. Was bleibt ist ein zerknautschtes Herz und jede Menge Selbstzweifel, ob das denn alles wirklich nötig war. Fräulein Liv zeigt: Ja, war es! Denn manchmal braucht es einen Pseudo-Supertypen, um uns aus dem verstaubten Leben herauszureißen und uns klar zu machen: Da draußen warten etwas viel, viel Besseres auf uns.
Die Schwedin Joanna Rubin ist nicht nur die Autorin, sondern gleichzeitig auch die Illustratorin dieses wunderbaren Seelentröster-Buchs, das man vor allem wegen seiner genialen Zeichnungen so sehr ins Herz schließt. Sie erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die erst ihre Beziehung retten will, sich dann plötzlich neu verliebt und schließlich auf dem Boden der Tatsachen hart aufschlägt. Statt liegenzubleiben wird tapfer gekämpft. Weil’s sich lohnt. Zu Recht.

Wunderbar geeignet für …
… zarte Pflänzchen, die gerade eine alte Tür hinter sich schließen und denen es vor den nächsten Schritten graut. So viel Mut und gute Hoffnung steckt hier drin.

Fräulein Liv und die Liebe. Ein Roman in Bildern, Wunderlich (2001)

Die schönsten Liebesfilme

Buchtipp für Frauen: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

Keine Frage, Alleinsein kann wunderschön sein. Sich selbst zu genügen ist schließlich eine der Grundvoraussetzungen für das, was man wohl als Zufriedenheit bezeichnen dürfte. Was aber, wenn man das Alleinsein satt hat und so gern ins Leben eintauchen würde, nur leider das Schwimmen verlernt hat? Dann ergeht es einem möglicherweise so wie dem Literaturdozenten Samuel.

Der nämlich klebt in seiner Bude in Barcelona fest und weiß nicht so recht wie das geht mit dem „Ins-Leben-stürzen“. Bis eine Katze auftaucht und dem jungen Burschen zeigt, dass da draußen so viel Gutes auf ihn wartet. Er muss sich nur trauen. Es dauert nicht lange und in Samuels Leben tauchen lauter kleine wunderbare Begebenheiten auf, die den Eigenbrötler aus der Reserve locken. Schöner und sanfter kann ein Tritt in den Allerwertesten nicht ausfallen, wenn es darum geht, einen Menschen aus seiner eigens verschuldeten Lethargie herauszubefördern.
Wunderbar geeignet für …
… notorische Eigenbrötlerinnen und Teilzeit-Nerds, die sich immerzu fragen, warum das Leben woanders tobt, obwohl es doch gleich vor der Haustüre wartet.

Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen, List (2009), ca. 10 Euro

Buchtipp für Frauen: Magic Cleaning. Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert

Aufräumen soll glücklich machen? Echt jetzt?! Und warum zur Hölle sollte man ein Buch übers Aufräumen lesen? Ja, zugegeben, diese Fragen sind berechtigt. Und trotzdem: Dieses Buch hat wirklich und wahrhaftig das Potential zum Endorphin-Ausbruch. Und zwar, weil die meisten von uns schlichtweg falsch aufräumen. Genauer gesagt: Aufräumen ist nur deshalb so ätzend, weil wir das Gefühl haben, einen Kampf gegen Windmühlen zu führen. So oft wir unsere Bude auch auf Vordermann bringen – irgendwie versinken wir innerhalb kürzester Zeit doch wieder im Chaos. Die Japanerin Marie Kondo ist mit ihrem Aufräum-Ausmist-Konzept „Magic Cleaning“ inzwischen berühmt geworden. Sie erklärt, wie wir uns von überflüssigen Dingen trennen und dauerhaft Ordnung in unsere 4 Wände bekommen. Und das macht tatsächlich glücklich. Versprochen.

Wunderbar geeignet für …
… all jene, die regelmäßig im Chaos versinken und das dringende Bedürfnis verspüren Ordnung und Klarheit in ihr Leben zu bringen.

Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, rororo (2013), ca. 10 Euro

Buchtipp für Frauen: „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe“

Zugegeben, in fremden Briefen schnüffelt man eigentlich nicht. Eigentlich. Wenn sie aber so unfassbar herzig sind, dass einem beim Lesen die Gänsehaut den Nacken hochkriecht und man sich wünscht, selbst die Empfängerin zu sein, dann darf man schon mal rüberlinsen.
Das jedenfalls haben Petra Müller und Rainer Wieland getan, als sie etliche Archive durchwühlten auf der Suche nach handschriftlichen Liebesbekundungen berühmter Frauen und Männer. Hier erfährt man zum Beispiel, dass Winston Churchill seiner Frau den wunderbaren Namen „Miezevogel“ gab (er selbst nannte sich „Mops“) oder was Erich Maria Remarque seinem „Puma“ (Marlene Dietrich) aufs Papier säuselte. Neben den Texten gibt es jede Menge Fotografien der Originalbriefe, so dass man nicht wenig Lust bekommt, das Smartphone zum Teufel zu jagen und noch einmal selbst den Füller rauszukramen.
Wunderbar geeignet für …
… kluge, sanfte Seelen, die handschriftliche Liebesbotschaften 1.000-mal romantischer finden als Knutschmund-Selfies und Nacktbildchen-SMS.

„Schreiben Sie mir, oder ich sterbe“. Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer, piper (2016), ca. 40 EuroErotische Hörbücher für Frauen

Buchtipp für Frauen: Das Jahr des Rehs

Freundschaften aus Schultagen sind schon allein deshalb so besonders, weil wir mit ihnen Erinnerungen an eine ganz entscheidende Phase unseres Lebens teilen. Dass man sich über die Jahre aus den Augen verliert – keine Seltenheit. Umso schöner, wenn irgendwann der Kontakt wieder aufflackert und man merkt, dass die Vertrautheit geblieben ist.
So geschehen auch bei Bella und Biene. Während die eine als brave Architektin mit Mann und Kind und Hund im trauten Heimatkaff hängengeblieben ist, führt die andere ein Leben als Journalistin in Berlin – selbstverständlich in wilder Ehe und mit ordentlich Feuer unterm Hintern. Bei aller Verschiedenheit – die Probleme, die Ängste, die Sehnsüchte sind die gleichen. Männer spielen dabei natürlich die Hauptrolle. Beste Voraussetzungen für einen herrlichen E-Mail-Wechsel mit Tiefgang.

Wunderbar geeignet für …
… Frauen, die sich mehr zu sagen haben, als in eine schnöde WhatsApp jemals passen könnte und die wissen, wie wertvoll es ist, eine Freundin zu haben, mit der man selbst den abgedrehtesten Kokolores teilen kann.

Das Jahr des Rehs, List Taschenbuch (2015), ca. 10 Euro

Linda Babst 04.01.2017

Krimis und Thriller sind die beliebtesten Buch-Genres

Spannung und Rätsel haben es den Deutschen angetan, denn die beliebtesten Literatur-Genres sind bei weitem Krimis und Thriller – sie werden von etwa der Hälfte der Deutschen häufig gelesen. Damit gehen die Plätze eins und zwei im Beliebtheitsranking an die Kategorie der Unterhaltungsliteratur.

Auf Platz drei der Liste folgt mit den Ratgebern die erste Sachbuch-Kategorie; sie begeistern knapp ein Drittel der Leser. Auf Rang vier liegen Sachbücher zum Thema Wissenschaft & Technik, die gut jeden Vierten interessieren, und auch Rang fünf geht mit den Biografien an eine Sachbuchkategorie, die in diesem Fall von 25 Prozent gelesen wird.

Nennenswerte Reichweiten erzielen außerdem die Belletristik-Genres Historischer Roman, Fantasy und Liebesroman, die von etwa einem Fünftel bis zu einem Viertel der lesenden Bevölkerung gemocht werden.

Beim klassischen Kulturgut schneidet der Bildungsroman mit 18 Prozent Anhänger gut ab, für Gedichte begeistern sich allerdings nur 7 Prozent der Leser.

Die Studie erhebt die Lieblings-Genres der Deutschen in der Literatur.

Studiendaten

Erhoben durch SPLENDID RESEARCH GmbH
Erhebungszeitraum September 2017
Anzahl der Befragten 1.031
Region Deutschland
Altersgruppe 18 bis 69 Jahre
Erhebungsart Onlinebefragung
Veröffentlicht durch SPLENDID RESEARCH GmbH
Veröffentlichungsdatum 05.10.2017
Studie beziehen Studie Büchermonitor Deutschland Oktober 2017
Hinweise

Bücher: Die besten Romane für den Sommer

„Fische“ von Melissa Broder

Quelle: Ullstein Anzeige

Worum geht‘s? Lucy ist Ende dreißig, von ihrem Freund verlassen, der sie gegen ein „neueres Modell“ eingetauscht hat. Lucy ist depressiv, gerät in chaotische Situationen – und landet dann als Hundesitterin im Haus ihrer Schwester in Venice Beach. Dort bleibt sie erstmal traurig und einsam und bis hier klingt das noch nach einem üblichen verrückt-verwirrte-Singlefrau-Sommerroman. Ist es nicht, wird es nicht. Lucy verliebt sich in einen, ja, Meermann, was überraschenderweise seltsamer klingt, als es sich dann liest. Vorsicht: Lucy ist kein durchweg sympatischer Charakter, sie kann etwas nerven, wenn sich sich allzu tief in ihren Gedanken verstrickt und selbstzerstörerisch handelt.

Lesenswert, weil.. es eben so gar nicht das klassische Frauenroman-Strandbuch über die chaotisch-lustige Frau um die dreißig ist. Was mal angenehm anders ist, was mehr Können der Autorin verlangt – aber gleichzeitig wohl auch für ein paar irritierte Amazon-Bewertungen sorgen wird. Und trotz Irritation will man dieses Buch unbedingt fertig lesen. Lena Dunham übrigens ist auch großer Fan der Autorin, die auf Twitter als @sosadtoday bekannt wurde.

„Rimini“ von Sonja Heiss

Quelle: Kiepenheuer & Witsch

Worum geht‘s? Um eine Familie und alle Probleme, die man als Familie haben kann: Scheidung, anstrengende Kinder, noch anstrengendere Eltern, unerfüllter Kinderwunsch, tote Haustiere (besonders dramatisch!).

Anzeige

Lesenswert, weil… hier gar nichts geschönt wird. Wieso ist das immer so schrecklich, als erwachsener Mensch an Feiertagen zu den Eltern zu fahren? Warum ist mir der Mundgeruch meines langjährigen Partners vorher nie aufgefallen? Und seit wann redet mein Vater lieber mit einem Wellensittich als mit meiner Mutter? Auf all diese Fragen gibt es Antworten, die man versteht – und die außerdem noch lustig sind. So lustig, dass man beim Lesen manchmal lachen muss.

Sonja Heiss war übrigens auch bei unserem großen Feminismus-Talk dabei!Neue Vorbilder

„Super, und dir?“ von Kathrin Weßling

Quelle: Ullstein

Worum geht‘s? Ein bisschen um uns alle. Nach außen ist alles „super“, muss ja so sein und vor allem so aussehen – innerlich sieht es aber ganz anders aus. Marlene hat einen tollen Job, einen Freund, „super“ also – ist es aber eben nicht, was sie merkt, als ein Teilchen des wackelnden Konstrukts herausfällt.

Lesenswert, weil … es vor Augen führt, was täglich unter Druck setzt, woran man schon allzu sehr gewöhnt ist: Leistungsdruck, Vergleiche mit anderen, Stress. Gerade im Sommerurlaub, wo man etwas Raum zum Reflektieren hat, darf man diese Gedanken auch mal zulassen.

„Betty Blue“ von Philippe Dijan

Quelle: Diogenes Anzeige

Worum geht‘s? Die Liebe! Zorg, der eigentlich Schriftsteller sein will, aber als Hausmeister arbeitet, verliebt sich in Betty – die ziemlich unberechenbar ist.

Lesenswert, weil… „Betty Blue“ so gut zum Sommer passt. Zorg und Betty gehen auf einen Roadtrip durch ganz Frankreich, das sich auf einmal so groß und vielfältig wie Amerika anfühlt. Ständig gibt es Chili und Sex und Streit und man fragt sich, wie diese Beziehung jemals funktionieren soll. Ein Buch, das man ganz schnell durchliest, obwohl es 400 Seiten hat.

„Bis zum Himmel und zurück“ von Catharina Junk

Quelle: Rowohlt

Worum geht‘s? Katja ist Drehbuchautorin einer Polizeiserie. Sie hat einen Freund, Ratko, beides klingt okay, fühlt sich aber irgendwie nicht richtig an, was Katja aber zunächst selbst nicht so richtig bemerkt. Bemerken will? Denn da ist natürlich noch mehr in ihrem Leben – vergangenes Drama, das sie bis heute prägt, eine Familiengeschichte, die sie erst aufarbeiten kann, als sie das Drehbuch zu einer neuen Familienserie schreiben darf. Und mit dem neuen Auftrag, den neuen Gefühlen kommt da auch ein neuer Mann.

Anzeige

Lesenswert, weil … Catharina Junk eine Autorin ist, die ohne Floskeln schreibt, die Alltagssituationen so in Worte fasst, dass man sich selbst immer wieder ganz ertappt und erkannt fühlt. Die Liebesgeschichte in diesem Familienroman wird leise und berührend erzählt, ohne Klischees. Tipp im Tipp: Ihr erster Roman, „Auf Null“ (Hardcover, heißt im Taschenbuch „Liebe wird aus Mut gemacht“) erzählt die Geschichte von Nina, die nach einer überstandenen Krebserkrankung versucht, wieder ein normales Leben zu führen. Stellt man sich einfach vor – wieder gesund, alles gut! – ist aber ein Weg mit Hindernissen, über die man zuvor noch gar nicht nachgedacht hatte.

„Alle Küsschen!“ von Roald Dahl

Quelle: rowohlt

Worum geht‘s? Die Wahrheit, die Gesellschaft und das Leben! „Alle Küsschen“ versammelt Roald Dahls 25 Kurzgeschichten der „Küsschen“-Reihe in einem Band. Darunter etwa die Geschichte eines Pärchen, das ewig versuchte Kinder zu bekommen – und dann endlich ist es soweit. Das Problem: Das Baby ist sehr untergewichtig. Dem besorgten, Bienen züchtenden Vater kommt eine Idee: „Gelée Royale“. Dabei handelt es sich um einen extrem nahrhaften Futtersaft für Bienenköniginnen. Das Schicksal nimmt seinen unheilvollen Lauf.

Eine weitere Geschichte widmet sich dem „Weg zum Himmel“. Sie handelt von einer Frau, die extreme Angst davor hat, zu spät zu kommen. Ihr Mann tut sein Übriges, um ihrer Neurose so gut es geht, Futter zu geben – am liebsten wartet er bis zur allerletzten Sekunde darauf, loszugehen. Das rächt sich, auf sehr böse, aber befriedigende Art und Weise.

Lesenswert, weil… ein „Küsschen“ einfach zu wenig ist – „Alle Küsschen!“ hingegen ihre wundervoll geballte, makabere Schockkraft entfalten können. Wer schwarzen Humor, bis aufs Blut böse Geschichten und überraschende Pointen liebt, verschlingt die knapp 550 Seiten locker an einem Wochenende. Außerdem sind Kurzgeschichten so schön praktisch – eine vor dem Schwimmen, eine danach, und so weiter.

Folgen Sie uns unter dem Namen ICONISTbyicon auch bei Facebook, Instagram und Twitter.

Starke Frauen, starke Bücher: diese 11 Bücher solltest du lesen

Sags deinen Freunden:

Frauenliteratur. Was schwebt euch bei dem Wort vor Augen? Auf dem Cover: Schnörkelschnickschnack und Pastelltralala? Im Buchinneren: Kitschkanonenfeuer und Klischeedröhnung? Mann, mann, mann. Frauenliteratur, das ist mehr. Die Beweise reihen sich in den Buchhandlungen unseres Vertrauens. Dort wimmelt es vor Frauenstimmen, die pures, anregendes Lesevergnügen versprechen. Diese Stimmen erzählen uns Geschichten, mal leise, mal laut, teils rebellisch, dann wieder ganz zurückhaltend oder zutiefst humorvoll. Also ran an die Seiten, heute servieren wir euch elf Kostproben aus dem Jahr 2019. Unser Tipp für alle, die nach diesem Mini-Papier-Aperitif nach mehr Frauenliteratur lechzen: Schließt euch der #wirlesenfrauen und #frauenlesen Challenge an und begebt euch selbst auf Entdeckungstour nach starken Autorinnen.

© Unsplash | Kein & Aber Verlag

1. „Unerhörte Stimmen“ von Elif Shafak

Zehn Minuten und 38 Sekunden sendet das Gehirn nach dem Tod eines Menschen noch Delta-Wellen aus. Ähnlich, wie es das auch tut, wenn wir schlafen. Genau diese Zeit – jeder Minute ist ein Kapitel gewidmet – lässt Autorin Elif Shafak ihrer Heldin Leila, um sich zu erinnern. Leila erinnert sich an die Gerüche ihrer Kindheit, an ihr Leben, an Istanbul, an ihre fünf Freunde. Das sind Nostalgie Nalan, Sabotage Sinan, Hollywood Humeyra, Jamila und Zaynab122. Ob transsexuell, kleinwüchsig oder auf der Flucht – allesamt sind sie Menschen am Rande der Gesellschaft. So lesen wir in Elif Shafaks Roman über diejenigen, die zu oft im Dunkeln bleiben. Ein unerhört stimmvolles Plädoyer für die Vielfalt.

Erster Satz: „Ihr Name war Leila.“

Das Buch: Elif Shafak: „Unerhörte Stimmen“ | Kein & Aber Verlag | Mai 2019

© Unsplash | Verlag Edition fünf

2. Leise Stimme: „Was helfen könnte“ von Mona Høvring

Die edition fünf hat sich ganz der (Wieder-)Entdeckung von Autorinnen verschrieben. Der Verlag veröffentlicht Bücher, die zu schnell vom Markt verschwunden sind oder nie ins Deutsche übersetzt wurden. So zum Beispiel „Was helfen könnte“ von Mona Høvring, ein Roman, der bereits 2004 in Norwegen gefeiert wurde. Wir lernen darin Laura kennen, ein norwegisches Mädchen, das mit sechs Jahren ihre Mutter verliert. Sie hat sich umgebracht. Da der Vater kaum anwesend und der Bruder nur bedingt Halt gibt, ist das Mädchen sehr einsam und phantasiert viel vor sich hin. Einzig die Nachbarn Andreas und Johanna vermitteln Laura Frieden und Zugehörigkeit. Trotz ihrer Trauer berichtet Laura schlicht und leise davon, wie sie ihr Leben weiterlebt und einfach abwartet, was als Nächstes kommt. Mit dieser stoischen Haltung und einem Hauch von Optimismus macht die junge Protagonistin Mut – auch wenn es seinen Grund hat, dass das Buch nicht „Was hilft“ heißt, sondern eben „Was helfen könnte“.

Der erste Satz: „Als ich neun Jahre alt war, lernte ich schwimmen.“

Das Buch: Mona Høvring | „Was helfen könnte“ | Verlag Edition fünf | Februar 2019

© Unsplash | Kiepenheuer&Witsch Verlag

3. Humorvolle Stimme: „Rückwärtswalzer“ von Vea Kaiser

Man nehme eine generationsübergreifende Familiengeschichte, ein abenteuerliches Roadmovie, ein bisschen Bildung, viel Unterhaltung. Heraus kommt „Rückwärtswalzer“ von Vea Kaiser. Darin geht es um drei Tanten (Hedi, Wetti und Mirl, aus dem niederösterreichischen Waldviertel), einen arbeitslosen Schauspielerneffen (Lorenz, von der Freundin sitzengelassen), einen toten Onkel (Willi, tiefgefroren) und eine tragikomische Reise im Fiat Panda durch die Jahrzehnte, von Wien bis Montenegro. Kurzum: ein bittersüßer Roadtrip mit Leiche.

Der erste Satz: „In Lorenz Prischingers Leben gab es seit einigen Wochen zwei Arten von Klopfen.“
Das Buch: Vea Kaiser | „Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger“ | Kiepenheuer&Witsch Verlag| März 2019

© Unsplash | Hoffmann und Campe Verlag

4. Ernste Stimmen : „Die Aussprache“ von Miriam Toews

Über Jahre betäuben und vergewaltigen Männer einer mennonitischen Gemeinde nachts „ihre“ Frauen und Mädchen. Die Täter sind Brüder, Ehemänner, Väter, Nachbarn. Jetzt stehen sie vor Gericht – und acht misshandelte Frauen debattieren, wie sie handeln sollen. Nichts tun? Bleiben und verzeihen? Kämpfen? Oder die Gemeinschaft verlassen und in einer ihnen vollkommen fremden Welt den Neuanfang wagen? Die Frauen haben 48 Stunden Zeit, ihre eigene Geschichte umzuschreiben. In dem eindrucksvollen Roman erzählt die Kanadierin Miriam Toews, selbst ehemals Mennonitin, von Identität und Verlust. Die Geschichte beruht auf einem wahren Fall, der sich in einer Mennoniten-Gemeinde in Bolivien zugetragen hat.

Der erste Satz: „Dies ist das Protokoll der Sitzungen vom 6. und 7. Juni 2009 in der Kolonie Molotschna, aufgezeichnet von August Epp.“

Das Buch: Miriam Toews |„Die Aussprache“ | Hoffmann und Campe Verlag | März 2019

© Unsplash | S. Fisher Verlag

5. Fragende Stimme: „Sheroes“ von Jagoda Marinić

Wann hattest du das Gefühl, der Haushalt sei deine Aufgabe? Wer in der Familie weiß, wo der Impfpass der Kinder ist? Wann bedroht dich Stärke? In einer Frau? In einem Mann? Und sind die Kardashians eigentlich auch Sheroes? Nur 125 Seiten benötigt Autorin Jagoda Marinić, um ein Feuerwerk an Fragen zu zünden – und sicherlich auch wilde Diskussion im WG-Wohnzimmer, in der Büro-Küche oder im Ehebett. Dem Feminismus in Deutschland fehle die Wucht, sagt Jagoda Marinić. #Metoo biete die historische Chance, um gemeinschaftlich über neue Rollenbilder zu diskutieren. Doch in Deutschland werde die Debatte schlichtweg verschlafen. Marinićs Buch füttert uns daher nicht nur mit Anregungen, wie sich Frauen in Deutschland neu positionieren sollten. Es bietet darüber hinaus einen Fragebogen für den Alltag, die Berufswelt und „für das Nachtgespräch“. Also ein Buch zum Lesen (what else!?) und – vor allem – Reden.

Der erste Satz: „Das Selbstverständliche zu Beginn: Missstände anprangern heißt nicht, die Opferrolle einzunehmen.“

Das Buch: Jagoda Marinić |„Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land“ | S. Fisher Verlag | März 2019

© Unsplash | Diogenes Verlag

6. Befreundete Stimmen: „Die Liebe im Ernstfall“ von Daniela Krien

Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Ein Kapitel für jede Frau. Autorin Daniela Krien lugt in die alleräußersten Winkel ihrer Protagonistinnen-Seelen und entdeckt dort verschiedenste Lebens- und Partnerschaftsmodelle. Wir lernen fünf Menschen kennen, die in ihrem Leben Schönes, aber auch Verletzungen und Brüche erfahren haben. Paula zum Beispiel, die nach dem Tod ihrer Tochter in ein Loch fällt und ihr Leben komplett verändert, bis sie auf dem Friedhof Wenzel trifft. Oder Judith, beruflich erfolgreich, unabhängig, allein lebend. Die rauchende Ärztin wünscht sich einen Mann wie Christian Grey, mag Bindungen aber ebenso wenig wie Kinder. Außerdem: Brida, die Schriftstellerin, mit dem schönen Namen Lichtblau, die ihren Götz mit einer anderen teilen muss und sich daher in ihre Bücher flüchtet. Und dann wären da noch Jorinde und Malika, die beiden unterschiedlichen Schwestern schillernder Eltern aus der Musikszene. Ein detailreicher, moderner 5-er Reigen.

Der erste Satz: „Der Tag, an dem Paula feststellt, glücklich zu sein, ist ein Sonntag im März.“

Das Buch: Daniela Krien | „Die Liebe im Ernstfall“ | Diogenes Verlag | März 2019

© Unsplash | Elisabeth Sandmann Verlag

7. Rebellische Stimmen: „Rebellische Frauen“ von Marta Breen und Jenny Jordahl

Die Graphic Novel „Rebellische Frauen“ erzählt die Geschichten all der (un)bekannten und furchtlosen Frauen, die seit über 150 Jahren und bis heute für die Rechte der Frauen kämpfen. Für das Recht, zu wählen. Für das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen. Für das Recht, zu leben und lieben, wen und wie man will. Für wirtschaftliche Unabhängigkeit. Für Bildung und Beruf. Die Autorin Marta Breen und die Illustratorin Jenny Jordahl geben mit humorvollen und klugen Illustrationen einen neuen Blick auf Frauen wie Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst oder Malala Yousafzai. In Deutschland ist das Buch im Elisabeth Sandmann Verlag erschienen, dessen Programm unter dem Motto „Schöne Bücher für kluge Frauen“ steht. Inzwischen wurde „Woman in Battle“ bereits in 22 Sprachen übersetzt. In manchen Ländern wird die Graphic Novel mit den konservativen Wertesystemen und/oder patriarchalen Strukturen konfrontiert und darf nur unter Auflagen veröffentlicht werden. So zum Beispiel in Russland, wo es ausschließlich unter Vorzeigen der ID verkauft werden darf.

Der erste Satz: „Im 19. Jahrhundert sah das Leben für Frauen und Männer sehr unterschiedlich aus.“

Das Buch: Marta Breen (Text) und Jenny Jordahl (Illustration) | „Rebellische Frauen. Woman in Battle. 150 Jahre Kampf für Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit“ | Elisabeth Sandmann Verlag | Februar 2019

© Unsplash | Verbrecher Verlag

8. Wütende Stimme : „Schäfchen im Trockenen“ von Anke Stelling

Anke Stellings „Schäfchen im Trockenen“ haben im März 2019 den Preis der Leipziger Buchmesse abgegrast. Im Mittelpunkt des Romans steht Resi. Resi ist wütend. Sie hält nämlich die Kündigung ihrer Wohnung in der Hand. Altbau, Prenzlauer Berg, ein 18 Jahre alter Untermietvertrag. Jetzt müssen sie, ihr Mann und ihre vier Kinder da raus. Als das mit der Wohnung passiert, kehrt sich die wohlhabende Clique plötzlich ab. Das ist der Ausgangspunkt für Resis 260 Seiten lange Wutrede. Wieso können nur die Anderen ihre „Schäfchen ins Trockene“ bringen? Das Mantra, jeder sei seines Glückes Schmied, nimmt Resi auseinander und hält der Mittelschicht in den deutschen Großstädten den Spiegel vor die Nase. Lebt ihr noch oder wohnt ihr schon?

Der erste Satz: „Hör zu, Bea, was das Wichtigste ist und das Schlimmste, am schwierigsten zu verstehen und, wenn du’s trotzdem irgendwie schaffst, zugleich das Wertvollste: dass es keine Eindeutigkeit gibt.“

Das Buch: Anke Stelling | „Schäfchen im Trockenen“ | Verbrecher Verlag | August 2018

© Unsplash | Rowohlt Verlag

9. Wissenschaftliche Stimme: „Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen“ von Siri Hustvedt

Nein, Siri Hustvedt ist nicht die „Frau von“ (Paul Auster). Siri Hustvedt ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der USA. Ihr neues Buch ist eine Analyse des männlichen Blickes auf die Frau. In ihrem Essayband untersucht die Wahrnehmungspsychologin, wie Männer auf Frauen und ihre Körper blicken, sie malen, beschreiben, repräsentieren oder als Hysterikerinnen diffamieren. Sie analysiert unter anderem Gemälde von Pablo Picasso und Romane von Karl Ove Knausgård und erklärt in Essays und neurobiologischen Analysen, woher jener abschätzige Blick der Männer kommt.
Der erste Satz: „Im Jahr 1959 hielt C.P. Snow, ein englischer Physiker, der ein beliebter Romanautor geworden war, die jährliche Rede Lecture im Senatshaus der University of Cambridge.“

Das Buch: Siri Hustvedt |„Eine Frau schaut auf Männer, die auf Frauen schauen“ | Rowohlt Verlag | März 2019

© Unsplash | Blessing Verlag

10. Resignierte Stimme: „Jesolo“ von Tanja Raich

Urlaub in Jesolo. Gleich zu Beginn des gleichnamigen Romans von Tanja Raich liest es sich wie das Ende. Zumindest das Ende der Beziehung der zwei Protagonisten Andrea und Georg. Urlaub an der Adria. Mal wieder. Gleiches Hotel, gleiches Essen, gleiche Gespräche. Gleich, gleich, gleich. Die Liebe siecht dahin. Bis zum großen Wendepunkt. Zurück im (noch) getrennten Heim erhält Andrea die Nachricht: „Wir sind schwanger“. In zehn Kapiteln widmet sich „Jesolo“ den Monaten der Schwangerschaft. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die körperliche als vielmehr die psychische Veränderung von Andrea. Diese kehrt zu Georg zurück, der glücklich ist, dass sich seine Träume nun erfüllen. Denn die zwei sind jetzt ein „Paar, das funktioniert“. Entgegen Andreas Wünsche ziehen sie aufs Land ins Haus seiner Eltern, die sich wohlmeinend überall einmischen. Andrea flüchtet sich in die Resignation und lässt trotz innerer Zerrissenheit all das zu, was sie eigentlich nie wollte. Während bei der Arbeit ihre Projekte an andere verteilt werden, versucht sie sich an das Wort „Mutter“ zu gewöhnen: „Aber mich sehe ich nicht in diesem Wort. Wenn ich es oft hintereinander ausspreche, klingt es wie ein Motor, der nicht anspringt.“

Der erste Satz: „Wir liegen am Strand in Jesolo.“

Das Buch: Tanja Raich | „Jesolo“ | Blessing Verlag | März 2019

© Unsplash | Kampa Verlag

11. Wiederentdeckte Stimme: „Welcome Home“ von Lucia Berlin

„Lucia Berlin may just be the best writer you’ve never heard of“, hieß es 2015 im „Publishers Weekly“, als ihre Short Stories in den USA wiederentdeckt wurden und in den Bestseller-Listen triumphierten. Ein Jahr später lernten auch Leser/innen aus dem deutschsprachigen Raum die Meistererzählerin kennen. Mit „Welcome Home“ kommt Nachschub. Das Buch sammelt sehr persönliche Texte, Briefe, Fotografien der bereits verstorbenen Autorin. Es ist der Einblick in das Leben einer Frau, die 18 Mal umzog, drei Scheidungen durchlebte, alleine vier Söhne großzog. Eine, die als Putzfrau arbeitete, Telefonistin, Aushilfslehrerin, Sekretärin, Krankenpflegerin. Eine, die dem Alkohol verfiel, ihre Sucht besiegte und ihr erneut erlag. Vor allem aber eine Frau, die grandios wüste Geschichten schrieb. Die Wiederentdeckung der Lucia Berlin lässt hoffen, dass da mehr aufgespürt wird. Noch mehr intensive (Frauen)stimmen.

Der erste Satz: „Sie sagten, es war ein süßes kleines Haus mit vielen Fenstern, robusten Holzöfen und Fliegengittern gegen die Mücken.“

Das Buch: Lucia Berlin | „Welcome Home: Erinnerungen, Bilder und Briefe“ | Kampa Verlag | Mai 2019

Bücher, die man gelesen haben muss!

Bei frostigem, trüben Winterwetter macht man es sich gerne mal mit einem schönen Buch auf dem Sofa gemütlich. Und hier kommt eine gute Nachricht für alle Businessladies, die sich gerne beim Schmökern entspannen: Dabei kann man auch wertvolle Tipps für den Joballtag sammeln! Wir möchten euch heute hier auf dem Karriere Blog 5 Büchertipps für Frauen vorstellen, die mehr aus ihrer beruflichen Laufbahn herausholen oder so richtig durchstarten möchten.

WERBUNG

Fotocredit: Photo by freestocks.org on Unsplash

Karrieretipps für Frauen: Bücher, die man gelesen haben muss!

Inhaltsverzeichnis

Wenn ihr bei eurer täglichen Lese-Entspannung gerade eine Abwechslung von den üblichen Romanen und Krimis braucht, findet ihr diese vielleicht in einem aktuellen Karriere Bücher Bestseller. Wahrscheinlich könnt ihr euch jetzt etwas spannenderes vorstellen, als einen Job-Ratgeber – aber tatsächlich müssen Bücher für die Karriere nicht immer trocken und sperrig sein! Viele dieser Business Büchertipps eigenen sich sogar sehr gut als unterhaltsamer Sofa-Schmöker!

Wir haben heute unsere Top 5 karrierefördernder Bücher für euch herausgesucht, die man sich als Women at Work griffbereit auf den Coffee-Table oder den Nachttisch legen kann. Oder natürlich unter den Christbaum, denn Bücher für selbstbewusste Frauen geben auch ein tolles Geschenk für die beste Freundin oder Mama ab!

Weck die Chefin in dir

Das erste unserer 5 Bücher für Karrierefrauen thematisiert ein Problem, mit dem viele Mädels mindestens einmal im Leben konfrontiert sind. Es handelt sich dabei um den harten Einstieg ins Berufsleben, der vor allem dann ein schwerer Schlag ist, wenn man in der Ausbildung eigentlich immer sehr erfolgreich war.

Denn leider entsprechen die Schul- und Uni-Noten von Frauen nur in den seltensten Fällen unseren späteren beruflichen Erfolgsaussichten. Plötzlich wird dann der Typ, den man in der Ausbildung eigentlich immer überflügelt hat, durch gute Beziehungen und Sympathien in die Chefetage katapultiert und man selbst muss sich von Vorstellungsgespräch zu Vorstellungsgespräch arbeiten.

Das Buch „Weck die Chefin in dir“ gibt Frauen, die auf der Karierreleiter festhängen, wertvolle Einblicke in die, heute immer noch sehr oft männlich dominierten Spielregeln der Führungsetagen. Dabei wird aufgezeigt, wie man sich genau diese Mechanismen als Frau zunutze machen kann!

Das Arroganz-Prinzip

Auch wenn der Titel dieses Buches vielleicht etwas hart klingt, es zeigt gezielt jene Strukturen auf, gegen die man sich als Frau im Berufsleben zu behaupten hat. Der Ratgeber „Das Arroganz Prinzip“ bietet eine Anleitung, wie Frauen den Machtdemonstrationen anderer souverän begegnen können.

Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei tatsächlich Arroganz, und zwar nicht als innere Haltung, sondern als effektives Werkzeug im Umgang mit schwierigen Situationen. Der Autor des Buches, Peter Modler, ist zwar selbst ein Mann, verhilft aber schon seit vielen Jahren im Rahmen seiner Arroganztrainigs Frauen zu mehr Durchsetzungsfähigkeit im Job.

Körpersprache für Frauen: Sicher und selbstbewusst auftreten

Zugegeben, wenn man das Cover dieses Ratgebers sieht, kann man sich als trendbewusste junge Selbstständige wahrscheinlich nur schwer damit identifizieren. Davon sollte man sich aber keinesfalls abschrecken lassen! Denn inhaltlich vermittelt das Buch „Körpersprache für Frauen: Sicher und selbstbewusst auftreten“ wichtige Grundlagen im Umgang mit unserer Körpersprache, speziell in schwierigen beruflichen Situationen.

Die Autorin weist schon zu Beginn des Ratgebers darauf hin, dass wir Mädels in Konfliktsituationen oft viel zurückhaltender sind, als unsere männlichen Kollegen. Mit dem gezielten Einsatz von selbstsicherer Körpersprache verleihen wir unseren Aussagen mehr Gewicht und schaffen es so, auch dem dominantesten männlichen Gegenüber unseren Standpunkt klar zu machen.

Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg

Das Buch „Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg“ auf unserer Liste der karrierefördernden Bücher für selbstständige Frauen wurde von keiner geringeren verfasst, als Sheryl Sandberg, ehemalige Führungskraft von Google und jetzige COO von Facebook. Sandberg ist das Paradebeispiel einer echten Powerfrau, die Familie und eine beeindruckende Karriere unter einen Hut bringt. In ihrem Buch zeigt sie auf, wie man auch in anspruchsvollen Jobs die eigenen Ziele durchsetzen und erreichen kann.

Auch wenn wir nicht alle solche Tausendsassas wie die Autorin dieses Ratgebers sein müssen, den ein oder anderen Tipp von Sandberg kann man sich auch im eigenen Berufsalltag zu Herzen nehmen. Der persönliche Bezug, der sich durch das gesamte Buch zieht, macht es auch zur perfekten Feierabend-Lektüre.

Tausche Abendessen gegen Coaching: 40 motivierende Ideen für Gespräche unter Freundinnen

Das Konzept des Ratgebers von Katja Kruckeberg ist ein sehr interessantes: Es geht darum, sich von der eigenen besten Freundin coachen zu lassen und umgekehrt. Dem Ganzen liegt das Konzept des sogenannten „Ideen-Sharings“ zugrunde.

Thematisch behandelt dieses Buch nicht nur Karrieretipps für Frauen, sondern liefert auch wertvollen Input zu Gesundheit, Beziehungen und Lebensträumen. „Tausche Abendessen gegen Coaching“ ist kein Ratgeber im klassischen Sinn, sondern eine Anleitung zum motivierenden Coaching-Gespräch mit der besten Freundin, zum Selbstcoaching oder zum Austausch mit dem Partner.

Kennt ihr eines der vorgestellten Bücher bereits? Welche karrierefördernden Bücher könnt ihr empfehlen?

Der Beitrag enthält Affiliate Links. Bei einem Kauf über einen Affiliate Link, erhalte ich eine Provision. Der Kaufpreis selbst verändert sich für euch dadurch nicht.

Wir haben 8 spannende Menschen gefragt, welches Buch wir unbedingt lesen müssen

Bücher können unser Leben verändern – dafür müssen sie aber richtig gut sein. Wir haben inspirierende Menschen nach ihren aktuellen Highlights gefragt.

Bücher, die uns verändern

Was gibt es eigentlich Schöneres als richtig gute Bücher? Uns fällt um ehrlich zu sein, kaum etwas ein. Gute Bücher berühren, sie bringen uns zum Weinen, Lachen, sie lösen heftiges Kopfnicken aus. Sie bringen uns zum Nachdenken und manchmal verändern sie sogar unser Leben. Richtige gute Bücher sind aber auch schwer zu finden. Wir haben uns deshalb auf die Suche nach besonderen Büchern gemacht. Und wer könnte uns dabei besser weiterhelfen, als all die besonderen und inspirierenden Menschen, die uns in unserer täglichen Arbeit begegnen?

Genau die haben wir also nach ihren aktuellen Schätzen und absoluten Lieblingsbüchern gefragt. Ihre Antworten wollen nun mit euch teilen. Viel Spaß beim Entdecken!

Marie Helene Anschütz – Theater-Regisseurin

Marie Helene Anschütz vor dem Bühnebild ihrer aktuellen Produktion „Spamalot“. (Quelle: privat)

Marie Helene arbeitet als freischaffende Theater-Regisseurin aktuell in Darmstadt, hat zwei Töchter, ein Blog und hat auch schon mal bei EDITION F geschrieben. Hier sind ihre Buchtipps:

1. „Spinner“ von Benedict Wells ist ein Muss, da ich sein neuestes Werk „Vom Ende der Einsamkeit“ zuerst las und nun alle seine Bücher lesen möchte. Sein bekanntester Roman ist „Becks letzter Sommer“, der bereits verfilmt wurde. Sein Stil ist zart und scheint leicht. Doch er vermag es den Leser auf eine ganz reale Weise zu berühren. Einfach großartig!

2. „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ ist eine epische Alpensaga mit Witz und Ironie und der Debüterfolg von Vea Kaiser. Der Roman fasst ein Generationsportrait und die Geschichte eines Sonderlings, der nirgends hinpasst, weder ins Dorf noch in die Familie und zum Ende der Retter aller wird.

3. Siri Hustvedt hat mit „Was ich liebte“ mein mit Abstand liebstes Buch (ever ever) geschrieben. Bisher kam nichts an dieses Werk ran und trotzdem lese ich alles, was sie schreibt. Deshalb ist ihr neuestes „Eine gleißende Welt“ nun dran.

Siri Hustvedt hat das Buch für Helene signiert, daher liebt sie es ganz besonders. (Quelle: Marie Helene Anschütz)

Claudia Michalski – Unternehmerin

Bild: Privat.

Claudia Michalski war bis Ende des Jahres 2015 Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Handelsblatt. Anfang 2016 hat sie das Berliner Beratungsunternehmen OMC gekauft und dafür ihre Management-Karriere in der Medienbranche aufgegeben. Auch war sie eine unserer „25 Frauen, die wir bis 2025 als Dax-30-CEO sehen wollen“ und hat einen spannenden Text für uns darüber geschrieben, wie kinderlose Managerinnen die Sinnfrage beantworten sollen. Das ist ihr Buchtipp:

Mein Lieblingsbuch ist „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili. Dieses Epos von 1.275 Seiten beschreibt eine Familiensaga in Georgien und umfasst die Zeit von 1900 bis 2007. Die Autorin ist eine junge, in Deutschland lebende Georgierin. Sie schafft es, den Spannungsbogen über die ganze Zeit zu halten. Dieses Buch war für mich eine ideale Vorbereitung auf meine Georgien-Reisen und zugleich ein Geschichtsbuch über die Entwicklung der Sowjetunion, denn es gibt auch immer wieder kurze geschichtliche Abrisse und Zitate von Persönlichkeiten der jeweiligen Epoche. Besonders gereizt haben mich aber die starken Frauen in diesem Buch, die das „rote Jahrhundert“ in aller Härte erleben und trotzdem nicht daran zerbrechen.

Caspar Clemens Mierau – Entwickler/ Autor

Bild: Privat

Caspar Clemens Mierau ist vielen von Twitter als @leitmedium und von seinem gleichnamigen Blog bekannt – dort und auch in seinen Podcasts beschäftigt er sich mit digitalen Themen, der VG-Wort, dem Thema Familie und allem anderen, was ihn in seinem Alltag bewegt. Er hat drei Kinder und ist mit Susanne Mierau verheiratet, die auf Geborgen Wachsen über Attachment Parenting bloggt. Hier kommt sein Lesetipp:

Ich lese viel Science Fiction, aber bisher nur aus dem eigenen Kulturkreis. „Hast du schon The Three-Body Problem gelesen?“, haben mich mehrere Freunde gefragt, die meinen Hang zu Science-Fiction kennen. Ein chinesischer Roman, der mir mehrfach empfohlen wird und mehrere Preise gewann, das muss etwas besonderes sein. Selbst Obama erklärte, er habe das Buch gelesen, weil es ihn entspanne zu sehen, dass woanders Probleme viel größer seien. Der Auftakt zur gleichnamigen Trilogie ist ein intelligentes Stück harte Science-Fiction mit einem historischen Hintergrund, der bis in die chinesische Kulturrevolution zurückreicht und zumindest erahnen lässt, was man lesender Westeuropäer alles nicht über China weiß. 

Leonie Warnke – Poetry Slammerin

Bild: Privat

Leonie Warnke ist Poetry Slammerin und spricht bei ihren Auftritten laut und lustig über ihr Leben. Außerdem schreibt sie für BrustBeinePo und veröffentlicht Hiphop-Tracks unter dem Namen LEONIE. Diese Bücher kann sie jedem empfehlen:

1. Das Rauschen in unseren Köpfen von Svenja Gräfen ist ein einzigartiges Buch. Ganz still, beinahe unmerklich entfaltet es seine Magie, zieht seine Leser*innen in den Bann, bis man sich in jedes Detail, in jede Linie der Protagonist*innen und jedes Knistern der selbstgedrehten Zigaretten verliebt. Ich habe es in einem Atemzug verschlungen.

2. Bruder von Ted van Lieshout: Dieses Buch hat mich so erschüttert, als ich es zum ersten Mal las, dass ich es gleich noch einmal lesen musste; so verschreckt, fasziniert, elektrisiert und mitgenommen hat es mich. Es geht um eine Liebe zwischen Brüdern, um das Entdecken der Welt und der eigenen Identität, um das Fischen im Trüben und die Angst vor dem Unbekannten. Es schmerzt, dass dieses Buch so klein ist, so zart und kurz und doch so durchdringend. Lesen, unbedingt lesen!

3. Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie hat mir einen ganz neuen Blick auf die USA und seine black culture gegeben. Chimamanda erklärt, ohne belehrend zu sein. Sie weist auf Fehler hin, ohne sich für unfehlbar zu halten, sie zeigt ihren Leser*innen die USA und Nigeria zugleich, sie verwebt die Identität ihrer Hauptfigur mit der Geschichte eines Landes, seiner Politik, seinen Problemen und Chancen. Ein wirklich tolles Buch und absolut empfehlenswert für alle, die sich auch nur einen Hauch für intersektionalen Feminismus interessieren.

Jana Pareigis – Journalistin und Moderatorin

Quelle: Deutsche Welle

Jana Pareigis ist Journalistin und Moderatorin. Im Frühjahr 2017 war ihre Dokumentation: „Afro.Deutschland” zu sehen. Ausgehend von ihren persönlichen Erfahrungen, reiste sie durch Deutschland, um sich mit anderen schwarzen Menschen auszutauschen. Sie thematisiert Rassismus und zeigt, wie absurd die Behauptung ist, dass Deutschland ein weißes Land sei. Ihr Lieblingsbuch ist ein echter Klassiker:

„Der Meister und Margarita” von Michail Bulgakow ist ein satirischer Roman darüber, wie der Teufel in Moskau Einzug hält und in der Sowjetunion der 1930er Jahre für Chaos sorgt. Zwölf Jahre lang hat der Autor Michail Bulgakow an „Der Meister und Margarita“ gearbeitet – ein großartiges Buch, das ich einmal angefangen, nicht mehr aus der Hand legen konnte.”

Mareice Kaiser – Journalistin / Autorin

Bild: Carolin Weinkopf

Mareice Kaisers Themen sind Inklusion, Feminismus und Familie, über die sie auf ihrem Blog Kaiserinnenreich berichtet. Über ihre erste Tochter Greta, die durch einen seltenen Chromosomenfehler mehrfach behindert zur Welt kam, hat sie zudem das berührende, aber auch wütend machende Buch „Alles inklusive: Aus dem Leben mit meiner behinderten Tochter” geschrieben – das einmal mehr beweist, dass wir in Sachen Inklusion in Deutschland noch immer ganz am Anfang stehen. Hier kommt ihr Buchtipp:

„As a writer, if someone falls in love with my work, I know they have fallen in love with my mind. Having no idea what my face looks like, they chose my mind. Art may be the only space a woman can be whole without beeing seen.”

– Nayyirah Waheeds –

In die Liebe zu Nayyirah Waheeds Arbeit bin ich buchstäblich gefallen, wie in ein riesengroßes Trampolin, das mich immer wieder hochwirft, fallen lässt und weich auffängt. Begegnet bin ich ihrer Poesie auf Instagram, mittlerweile folge ich ihr auch auf Twitter. Waheeds Buch „salt.” lag in diesem Jahr auf dem Klapptisch meines Strandkorbs an der Ostsee. Im Urlaub mit Kind für mich die beste Lektüre: Waheeds Gedichte sind kurz, begleiten die Gedanken und das Herz aber nachhaltig. Und manche sind mir zu Lebensbegleitern geworden, wie dieses hier: „Stay soft. It looks beautiful on you.”

Friederike Schilbach – Lektorin beim S. Fischer Verlag

Quelle: James Johnston

Friederike Schilbach ist Lektorin für internationale Bücher beim S. Fischer Verlag und bringt in dieser Funktion immer wieder wahre Schätze zu uns auf den deutschen Buchmarkt. Kein Wunder also, dass auch ihre Empfehlung für uns ein Buch ist, das es bisher nur auf Englisch gibt:

Noch ist der Herbst nicht da, aber „Autumn” von Karl Ove Knausgaard trägt mich sanft in ihn hinüber. Nach seiner sechsbändigen Autobiographie geht Knausgaard in seinem neuen Schreibprojekt einmal durch die Jahreszeiten. Der erste Band, großartig illustriert von der norwegischen Künstlerin Vanessa Baird, ist dem Herbst gewidmet. In kleinen Vignetten, die Titel tragen wie „Äpfel”, „Wespen”, „Sonne”, „Frösche”, „Kaugummi” oder „Thermosflaschen”, erkundet Knausgaard die magischen Augenblicke der Jahreszeit. Kann man gut lesen genau jetzt – oder wenn dann die ersten Kastanien auf der Straße liegen.

Carline Mohr – CvD Audience Development bei der Spiegel und Autorin

Carline Mohr hat ein Herz für schlechte Witze und guten Rotwein. Darüber hinaus arbeitet sie als Chefin vom Dienst Audience Development beim Spiegel und hat gerade ihr erstes Buch geschrieben. Für uns hat sie gleich drei hervorragende Buchempfehlungen:

1. „Wenn ich die Wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa” von Claudia Hassey ist ein Mutter-Buch, das ich gelesen habe, obwohl ich gar keine Mutter bin. Und man muss nicht mal Kinder mögen, um es zu lesen. Die Autorin mag sie selbst nicht besonders – beziehungsweise Menschen im Allgemeinen. Misanthropisch und übellaunig erzählt Protagonistin Claudia von ihrer versehentlichen Schwangerschaft und wie das so ist, wenn man von der Vorstellung bald Mutter zu werden, nur so mittelbegeistert ist. Ein Buch randvoll mit tiefschwarzen Humor, bitterbösen Pointen und einer ganz neuen Form von Mutterwitz.

2. „Die Entdeckung des Glücks” von Isabell Prophet ist ein Buch für alle, die gerne glücklicher wären, aber irgendwie nicht die Zeit dafür finden. Und für alle, die denken, es müsse nur noch dieses oder jenes passieren, damit sie endlich glücklich sein können. In „Die Entdeckung des Glücks“ schreibt Isabell Prophet ziemlich unmissverständlich: Schluss damit. Auf der Suche nach dem Glück stehen wir uns eigentlich nur selbst im Weg. Statt uns zu vergleichen, zu hadern und permanent zu bemühen – einfach mal runterkommen. Glück finden wir nämlich auch in genau dem Leben, das wir bereits führen. Uns muss nur jemand erklären, wie. Prophet verbindet aktuelle Forschung und persönliche Anekdoten zu einem aufmunternden und informativen Buch, das die Leserinnen und Leser im besten Fall – genau – ein wenig glücklicher zurücklässt. Das Buch erscheint am 11. September 2017.

3. Die Romanreihe „Tante Poldi” von Mario Giordano ist für alle, die Sizilien mögen, Kriminalgeschichten und schrullige ältere Damen mit Alkoholproblem. Dann sind die Geschichten die perfekte Sommerlektüre. Drei Bücher gibt es bereits: „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“, „Tante Poldi und die Früchte des Herrn“, „Tante Poldi und der schöne Antonio“. Poldi zieht kurz nach ihrem 60. Geburtstag von München nach Sizilien, um sich dort tot zu trinken. Aber wie das manchmal so ist: Irgendwie kommt immer was dazwischen. Fluchend und flirtend löst sie gemeinsam mit ihrem nichtsnutzigen Neffen verschiedene Kriminalfälle. Bücher voller Charme und Herz an dessen Ende man dringend sofort nach Sizilien will, um mit Poldi einen schweren Rotwein zu trinken.

Keine Lust eure Neuentdeckungen über Amazon zu bestellen? Hier könnt ihr Büchhändler in eurer Umgebung finden und den lokalen Handel unterstützen.

Mehr bei EDITION F

Tolle Bücher, die jedes Mädchen stärker machen. Weiterlesen

Lust auf Lesen: Unsere 11 Büchertipps für diesen Sommer. Weiterlesen

Olga Grjasnowa: „Deutschland ist nicht für alle Garten Eden, auch wenn wir das gerne glauben.” Weiterlesen

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.