Brust entzündung stillen

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Brustentzündung (Mastitis)

Schmerzen beim Anlegen und Stillen, wunde Brustwarzen und Milchstau können sich leicht zu einer ernstzunehmenden bakteriellen Brustentzündung, der so genannten puerperalen Mastitis, entwickeln. Sie geht oft mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl und stärkeren Schmerzen einher. Die Lymphknoten in der Achselhöhle können geschwollen sein. Die Brust ist hart, gespannt, sehr berührungsempfindlich bis schmerzhaft, gerötet, warm und geschwollen. Nach dem Stillen sind die Symptome nicht vermindert.

Eine Brustentzündung kann entstehen, wenn über längere Zeit mehr Milch produziert wird, als das Baby trinkt, und sich ein Milchstau bildet oder wenn die Brust nicht ausreichend gepflegt wird. Sie tritt überwiegend in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Entbindung auf, wenn die Brustwarzen noch sehr empfindlich sind und das Baby nicht immer richtig angelegt wird.

Schonung mit vielen Ruhepausen ist jetzt sehr wichtig. Legen Sie sich in den Stillpausen immer wieder hin und ruhen Sie sich aus. Ihr Baby muss von einer anderen Person mitbetreut werden, damit Sie Ruhe haben.

Quarkwickel gegen Brustentzündung

Eine Anleitung zum Selberherstellen finden Sie hier

Zunächst kann man versuchen, mit Quarkwickeln, kalten Umschlägen und Hochbinden der Brust die Entzündungsbeschwerden zu lindern. Klingen die Beschwerden trotz Hilfe von Seiten einer Stillberaterin oder Hebamme nach ein bis zwei Tagen nicht ab oder sind sie sehr ausgeprägt, sollte umgehend der Frauenarzt, die Frauenärztin aufgesucht werden, damit gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden kann. Zunächst wird ein Medikament gegeben, das die Milchbildung abschwächt und gleichzeitig entzündungshemmend wirkt. Die Dosierung ist wesentlich geringer als diejenige zum Abstillen. Dann müssen bestimmte Antibiotika eingesetzt werden, die aber nicht schädlich für Ihr Baby sind. Damit lässt sich die Infektion gut behandeln.

Abstillen ist nicht notwendig! Die Bakterien schaden dem Kind normalerweise nicht, denn sie werden in seinem Magen abgetötet. Durch das Weiterstillen in guter Stillposition und mit korrektem Anlegen, ausserdem durch leichtes Ausstreichen der Brust während des Stillens (vom gestauten Areal zur Brustwarze hin) oder Abpumpen alle 2 – 3 Stunden wird darüber hinaus erreicht, dass der Milchgang der Brust wieder frei wird und die Milch abfliessen kann, was die Behandlung zusätzlich gut unterstützt. Vor dem Stillen fördern feuchtwarme Umschläge oder Rotlicht den Milchfluss, nach dem Stillen reduzieren kühlende Wickel die Schmerzen und die Schwellung.

Brust-Abszesse entstehen, wenn in einem blockierten Milchgang eine Infektion entsteht. Die Brust schmerzt und ist an einer umschriebenen Stelle sehr empfindlich. Manchmal ist ein roter Fleck auf der Haut zu sehen. Versuchen Sie, weiter zu stillen und den Milchfluss in Gang zu halten. Informieren Sie aber auch Ihre Hebamme oder Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin. Gegebenenfalls müssen Sie mit Antibiotika behandelt werden. In schweren Fällen ist sogar eine kleine Operation nötig, bei der der blockierte Gang eröffnet wird. Kleine rote Flecke auf der Haut sind auch gelegentlich beim starken Milcheinschuss zu beobachten.

Eine Mastitis darf nicht gleich mit einem Milchstau verwechselt werden. Die Symptome des Milchstaus sind ähnlich wie bei einer Brustentzündung, jedoch für gewöhnlich nicht so stark und klingen fast immer innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Auch bei einem Milchstau sollte weitergestillt und die Brust regelmässig entleert werden.

Letzte Aktualisierung : 26-11-19, BH / BF / AS

Brustentzündung (Mastitis)

Der Milchstau als Vorläufer einer Mastitis

Der Vorläufer einer Brustentzündung ist meist ein Milchstau: Eine Brustentzündung im Wochenbett entwickelt sich normalerweise nicht „aus heiterem Himmel“, sondern schließt sich fast immer an einen Milchstau an. Ein Milchstau kann sich während der gesamten Stillzeit bilden, jedoch tritt er als Folge der noch nicht perfekten Anpassung von Mutter und Baby an das Stillen ebenfalls meist in den ersten Lebenswochen des Kindes auf.

In seinen ersten ein bis drei Lebenstagen ernährt sich das Neugeborene, sofern es gestillt wird, von der sehr nährstoffreichen Vormilch (Kolostrum), erst dann schießt die eigentliche Muttermilch in die Brust der Mutter ein. In Gang kommt der Milchfluss unter anderem durch den Saugreflex des Babys, nach dem Milcheinschuss wird sie kontinuierlich neu gebildet.

Ein Milchstau kann entstehen, wenn einzelne Brustbereich durch das Kind nicht komplett leer getrunken werden und sich die nachfließende Muttermilch schließlich in diesen Brustregionen staut. Die Brust beginnt zu spannen, wird knotig und vor allem äußerst schmerzempfindlich, viele Frauen fühlen sich insgesamt unwohl und oft auch etwas fiebrig.

Durch Ruhe, Wärme vor und Kühlung nach dem Stillen, sanfte Brustmassagen, das Ausstreichen der Brust, bewährte Hausmittel wie Quarkkompressen und vor allem das häufige Anlegen des Kindes – mindestens alle zwei Stunden – lässt sich ein Milchstau in der Regel gut und wirkungsvoll behandeln.

Auslöser einer bakteriellen Mastitis – ein normalerweise harmloser Hautkeim

Bei einer echten Brustentzündung kommen dagegen auch Bakterien ins Spiel. Der Auslöser ist meist ein normalerweise völlig harmloser Hautkeim namens Staphylococcus aureus, der bei 20 bis 50 Prozent aller Menschen zur normalen Flora von Haut und Schleimhäuten gehört.

Die Keime gelangen beispielsweise vom Mund oder der Nase des Babys oder auch durch Berührungen der Mutter an die Brust und schließlich in einen Milchkanal. In dessen warmer, feuchter Umgebung finden sie ideale Bedingungen für ihre Vermehrung vor.

Eine nicht-infektiöse Brustentzündung kann sich beispielsweise aus einem Milchstau, aufgrund einer falschen Stilltechnik oder Druck auf die Brust durch einen schlecht sitzenden Still-BH entwickeln. Eine Rolle bei ihrer Entstehung spielt in beiden Fällen auch, dass das Immunsystem frischgebackener Mütter nach den Belastungen der Geburt und den ersten anstrengenden Tagen mit dem Baby seine volle Leistungskraft erst wiederfinden muss.

Welche Symptome verursacht eine Brustentzündung?

Eine Brustentzündung ist eine ernsthafte Erkrankung, die mit deutlichen und belastenden Symptomen einhergeht. Typische Anzeichen der Erkrankung sind:

  • Rote, verhärtete oder wunde Stellen an der Brust
  • die Brust ist heiß und angeschwollen
  • Müdigkeit, Erschöpfung, Frösteln
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Fieber über 38,5 oder sogar 39 Grad Celsius

In der Regel ist von der Brustentzündung nur eine Brust befallen, eine Entzündung beider Brüste ist ausgesprochen selten. Meist tritt ein Brustentzündung in den ersten Lebenswochen des Kindes auf, nach der Vollendung des ersten Lebensmonats nimmt das Risiko für eine Brustentzündung deutlich ab.

Hausmittel zur Behandlung einer Brustentzündung

Stillende Mütter, welche die ersten Symptome einer Brustentzündung spüren, können zunächst versuchen, ob einige Hausmittel dagegen helfen, die im Übrigen auch bei den ersten Anzeichen eines Milchstaus Verwendung finden:

  • Schonung und möglichst auch Bettruhe sind vorerst ein Muss.
  • Häufiges Stillen ist die beste Medizin, um die Brust möglichst vollständig zu entleeren und eventuell vorhandene Krankheitskeime auszuschwemmen.
  • Wärme vor dem Stillen – durch warmes Duschen, warme Umschläge oder Rotlicht – unterstützt den Stillvorgang. Nach dem Stillen wird die Brust gekühlt zum Beispiel mit entzündungshemmendem Quark.
  • Falls eine Frau wegen der schmerzhaften Entzündung nicht stillen möchte oder kann, sollte die Muttermilch in regelmäßigen und möglichst kurzen – maximal zweistündigen – Intervallen mit einer (elektrischen) Milchpumpe abgepumpt werden. Bei einer Mastitis ist das Abpumpen meist deutlich weniger schmerzhaft als das Ausstreichen der Brust. Auch falls das Baby die Brust beim Stillen nicht vollständig entleert, sollte die Milchpumpe zum Einsatz kommen.
  • Quark- oder Weißkohlwickel wurden zur Linderung der Beschwerden einer Brustentzündung schon von unseren Urgroßmüttern verwendet – sie wirken kühlend, schmerzlindernd, ausleitend und entzündungshemmend.

Akupunktur und Homöopathie als natürliche Heilverfahren bei Mastitis

Oft ist es sinnvoll und möglich, zur Behandlung einer Mastitis die Selbstheilungskräfte des Körpers durch Akupunktur oder homöopathische Arzneien zu unterstützen. Holen Sie dazu immer den Rat Ihrer Hebamme oder Ihres Arztes ein. Hebammen sind sehr oft entsprechend ausgebildet, alternativ bietet sich hierfür auch die Konsultation eines Heilpraktikers an.

Ärztliche Hilfe ist bei einer Mastitis meist unverzichtbar

Eine Selbstbehandlung ohne ärztliche Unterstützung ist bei einer Brustentzündung jedoch nicht empfehlenswert. Betroffene Frauen sollten bereits beim Auftreten der ersten Symptome mit ihrer Hebamme oder ihrem Arzt besprechen, ob der Versuch dazu überhaupt unternommen werden sollte. Falls die Beschwerden nach spätestens 24 Stunden nicht deutlich abgeklungen sind – bei sehr hohem Fieber auch schon deutlich früher – ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Zur Therapie wird der Arzt dann in der Regel ein Antibiotikum verschreiben. Sorge, dass Antibiotika über die Muttermilch ihrem Baby schaden könnte, müssen stillende Mütter heute nicht mehr haben: Zur Behandlung während der Stillzeit gibt es eine ganze Reihe gut wirksamer, jedoch stillverträglicher Präparate, die den Körper des Babys nicht belasten.

Eine rasche medizinische Intervention ist bei einer Brustentzündung auch deshalb wichtig, da aus einer verschleppten Mastitis ein Brustabszess entstehen kann, der möglicherweise sogar eine Operation oder das Legen einer Drainage nach sich ziehen kann.

Körperliche Ruhe und Hausmittel unterstützen den Gesundungsprozess auch bei einer Antibiotika-Therapie. Wichtig sind in dieser Zeit auch reichliches Trinken sowie eine gesunde, kräftigende und ausgewogene Ernährung. Ausgeheilt ist die Erkrankung in der Regel nach 10 bis 14 Tagen.

Abstillen wegen einer Brustentzündung?

Eine Brustentzündung ist kein Grund, das Baby abzustillen. Im Gegenteil ist Stillen dagegen die beste Medizin – Studien haben erwiesen, dass regelmäßiges und häufiges Stillen den Heilungsprozess nachweisbar beschleunigt. Viele Frauen fürchten, dass das Stillen bei einer Mastitis äußerst schmerzhaft ist. In der Praxis ist oft das Gegenteil der Fall, da das Stillen und der Milchabfluss die entzündete Brust entlasten.

Falls das Anlegen auf der entzündeten Seite tatsächlich sehr schmerzhaft ist, sollte das Baby erst die andere Brust bekommen. Durch das Saugen setzt der Milchspendereflex in beiden Brüsten ein, auch das Stillen auf der entzündeten Seite wird danach mit deutlich geringeren oder gar keinen Schmerzen möglich sein. Auch für die Zeit nach der Brustentzündung ist das regelmäßige Stillen wichtig, damit der Milchfluss nicht gestoppt wird.

Kann das Stillen bei einer Brustentzündung für das Baby problematisch sein?

Für das Baby sind mit dem Stillen während einer Brustentzündung keine Beeinträchtigungen verbunden. Die ausösenden Keime einer bakteriellen Mastitis sind für ein Neugeborenes nicht gefährlich. Möglicherweise braucht es beim Trinken an der Brust etwas mehr Kraft als in gesunden Tagen, was für ein gesundes Baby jedoch kein Problem ist.

Brustentzündung (Mastitis)

Mit Brustentzündung wird eine schmerzhafte Schwellung der Brust bezeichnet. Oft ist die Brust auch gerötet, an manchen Stellen verhärtet und überwärmt. Die Ursache ist meist eine bakterielle Entzündung der Brustdrüse. Die Körpertemperatur steigt auf über 38 Grad, die meisten Frauen fühlen sich richtig krank. Da die Muttermilch nicht richtig abfließen kann und sich staut, wird es für das Baby immer schwieriger, genügend Milch zu trinken. Eine Mastitis sollte nie ohne ärztlichen Rat oder die Begleitung durch eine erfahrene Hebamme behandelt werden.

Eine Brustentzündung wird verursacht durch einen Milchstau und/oder durch Bakterien, die in kleine Hautrisse in der Brustwarze und um sie herum eindringen. Eine ungünstige Stillposition, beständig wunde Brustwarzen, häufige Milchstaus und übermäßiger Stress können zu einer Brustentzündung beitragen.

Wie beim Milchstau sollte bei einer bakteriellen Brustentzündung das Baby weiter gestillt und der angestaute Milchvorrat in den Brüsten geleert werden, notfalls durch vorsichtiges Abpumpen. Dabei helfen warme Umschläge vor dem Stillen bzw. Abpumpen und kühlende Quarkumschläge danach sowie zwischen den Stillmahlzeiten. Unterstützend können die verhärteten Bereiche in der Brust sanft ausgestrichen werden, beim Stillen selbst oder unter der Dusche.

Die Milch der entzündeten Brust ist im Allgemeinen nicht gefährlich für das gestillte Baby. Sie kann aber anders schmecken, sodass manche Babys das Trinken verweigern. In diesem Fall sollte die nicht betroffene Brust nach Bedarf gegeben und die Milch der betroffenen Brust abgepumpt werden.

Falls sich die Beschwerden nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden deutlich bessern, werden meist Antibiotika eingesetzt. Welche Bakterien die Brustentzündung verursacht haben, sollte von ärztlicher Seite überprüft werden. Es wird dann ein entsprechendes Medikament verwendet, das auch mit dem Stillen vereinbar ist.

Wenn Streptokokken die Entzündung verursacht haben, wird manchmal empfohlen, die Milch aus der betroffenen Brust abzupumpen, wegzuschütten und 48 Stunden lang nur die nicht betroffene Brust zu geben. Falls notwendig, kann das Baby ein wenig Tee erhalten. Abstillen ist meist nicht notwendig. Im Gegenteil, denn sobald die betroffene Brust wieder gegeben werden kann, hilft das Stillen, die Entzündung schneller zum Abklingen zu bringen.

In schweren Fällen kann eine Brustentzündung zu einem eitrigen Abszess führen, der unter Umständen operativ behandelt werden muss.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 06.01.2016

Mastitis – Entzündungen der Brustdrüse

Die Mastitis puerperalis ist eine Entzündung der Brust, die im Wochenbett meist als Folge des Stillens bei 1 bis 9% der Mütter auftritt. Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken (Staphylococcus aureus zu 90%) oder Streptokokken, die über die Brustwarze zunächst in die Milchgänge und schließlich in die Milchdrüsen gelangen können. Der Hauptübertragungsweg dieser Bakterien ist vom Nasen-Rachenraum der Mutter über den des Kindes bis schließlich auf die mütterliche Brustwarze.

Die Anzeichen für eine Mastitis puerperalis, die meist in der ersten und zweiten Woche nach der Geburt auftritt, sind Fieber, Schmerzen in der Brust und Rötung der Brust. Die Behandlung sollte möglichst schnell begonnen werden und erfolgt abhängig vom Stadium der Entzündung. Zu einem frühen Zeitpunkt wird die Milchproduktion der Brust mit Medikamenten etwas gedrosselt; die Mutter sollte dabei weiterstillen, damit die Brust gut entleert wird. Anschließend kann eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen.

Zur Vorbeugung einer Brustentzündung empfiehlt sich eine gute Stilltechnik.
Die richtige Stilltechnik beinhaltet,

  • dass die Brustwarzen und deren Umgebung vor jedem Anlegen mit Wasser gründliche gereinigt werden,
  • dass es Mutter und Kind während des Stillend bequem haben,
  • dass der Säugling den ganzen Warzenhof mit dem Mund erfasst und kräftig saugt, wobei auf freie Nasenatmung des Kindes zu achten ist,
  • dass das Kind während der ersten 3 Wochenbetttage nicht länger als 5 Minuten an jeder Brust saugt (später können die Anlegezeiten auf 10 bis 15 Minuten verlängert werden) und
  • dass das Kind während des Stillend nicht mit der Brustwarze im Mund einschläft, da sonst kleine Verletzungen der Haut entstehen können, welche eine Infektion mit Krankheitserregern begünstigen.

Um kleinste Risse in der Haut, so genannte Schrunden, zu vermeiden, sollte die Mutter die Brustwarzen in der Zeit des Wochenbetts an der Luft trocknen lassen.

Nonpuerperale Mastiden

Bei der Mastitis nonpuerperalis handelt es sich um eine lokale Entzündung des Brustgewebes außerhalb der Stillzeit. Sie kann – wie die Mastitis puerperalis – als Folge einer Infektion mit Bakterien (Staphylokokken oder Streptokokken), welche in die Kanäle der Brustdrüse eingedrungen sind, auftreten. Häufig finden diese Eiterbakterien einen Nährboden im Sekret, das von den Drüsenläppchen abgegeben wurde und sich in den Milchkanälen angesammelt hat. Auch diese bakterielle Infektion wird mit Antibiotika behandelt. In seltenen Fällen kann die Mastitis nonpuerperalis in ein chronisches Stadium übergehen.

Die Symptome ähneln denen einer Brustkrebserkrankung (entzündlicher Brustkrebs), da auch Entzündungen einen Tumor verursachen können. Das Vorliegen eines bösartigen Tumors muss auf jeden Fall ausgeschlossen werden. Eine sichere Diagnose kann oft nur durch Entnahme (Biopsie) und Untersuchung einer Gewebeprobe erfolgen, sie gibt dem Arzt auch Auskunft darüber, ob die Brustentzündung möglicherweise das Symptom einer anderen, vorliegenden Grunderkrankung ist. Die Mastitis nonpuerperalis kann als Begleiterkrankung einer anderen, meist chronischen körperlichen Erkrankung auftreten, wie z. B. bei Tuberkulose, Syphilis (Lues), Sarkoidose, Pilzinfektionen, Aktinomykose oder in Folge eines Befalls mit Parasiten. Die Therapie erfolgt dann je nach der vorliegenden Grunderkrankung.

Mastitis

Mastitis: Krankheitsverlauf und Prognose

Die Prognose einer Brustentzündung ist sehr gut. In einigen Fällen bildet sie sich selbst zurück oder klingt durch einfache Maßnahmen schnell ab. Vor allem bei einer frühen und richtigen Behandlung mit passenden Antibiotika heilt eine Mastitis rasch ab. Bei manchen Brustentzündungen bildet sich ein eitriger Abszess. Dieser kann entweder direkt unter der Haut (subkutaner Abszess) oder der Brustwarze (subareolärer Abszess) liegen. Tiefere Abszesse oder Fisteln innerhalb der Brustdrüse müssen in der Regel durch einen operativen Eingriff entleert und behandelt werden.

Eine Mastitis außerhalb der Stillzeit kann unter Umständen immer wieder auftreten und so in eine chronische Mastitis übergehen. Wenden Sie sich daher rasch an einen Arzt, sobald Sie erste Mastitis-Symptome bemerken. Der Entzündungsprozess kann auf diese Weise früh gestoppt werden. Nehmen Sie die verschriebenen Medikamente ausreichend lange ein, um eine Wiederkehr der Mastitis non-puerperalis zu vermeiden. Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, senken Sie zusätzlich das Risiko einer erneuten Brustentzündung.

Richtiges Stillen – Brustentzündung vorbeugen

Brustentzündungen kann man nie hundertprozentig ausschließen. Allerdings senkt die richtige Stilltechnik das Risiko einer Mastitis puerperalis. Reden Sie mit Freundinnen, Ärzten, Stillberaterinnen und Hebammen. In Büchern und Fachzeitschriften finden sich ebenfalls nützliche Informationen. So vermeiden Sie effektiv wunde Brustwarzen, die eine ideale Eintrittspforte für Keime darstellen, oder beugen einem Milchstau vor, der das Mastitis-Risiko erhöht.

Sorgen Sie für eine entspannte Stillposition
Setzen oder legen Sie sich entspannt hin. Wenn Sie sich für das Stillen im Sitzen entschieden haben, sollten Ihre Arme und Ihr Rücken gut abgestützt sein. Das Baby liegt mit seinem Bauch an Ihrem und sein Kopf ist ein wenig nach hinten gebeugt, damit seine Nase frei bleibt. Ihr Kind sollte während des Stillens nicht einschlafen, da so die Brustwarze leichter verletzet wird und das Mastitis-Risiko ansteigt.

Achten Sie darauf, dass das Kind die Brust richtig annimmt
Um richtig saugen zu können, muss das Baby die Brustwarze mitsamt dem Warzenvorhof richtig im Mund haben. Saugt Ihr Kind nur an einem Teil der Warze, kann diese schnell wund werden. Die Zunge des Babys liegt beim Saugen über der unteren Zahnleiste und die Lippen sind nach außen gestülpt. Wenn Sie die Position ändern wollen und Ihr Kind die Brustwarze nicht loslässt, schieben Sie vorsichtig einen Finger in den Mundwinkel, um den Unterdruck im Mund des Kindes zu lösen.

Berücksichtigen Sie die körperliche Besonderheiten
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine richtige Stilltechnik erschweren können. Flache oder nach innen gestülpte Brustwarzen der Mutter, aber auch eine falsche Lage der Zunge, ein kurzes Zungenbändchen oder Kiefer- und Gaumenfehlbildungen beim Kind können das Stillen behindern. Achten Sie in diesen Fällen besonders auf das richtige Anlegen Ihres Kindes.

Reinigen Sie Ihre Brüste vor dem Stillen
Eine gute Hygiene beugt der Entstehung einer Mastitis vor. Reinigen Sie vor allem Ihre Brustwarzen und die Warzenvorhöfe mit warmem Wasser. Wischen Sie vor dem Stillen auch über den Mund Ihres Kindes, um die Zahl möglicher Krankheitserreger zu verringern.

Vermeiden Sie wunde Brustwarzen
Kleine Hauteinrisse im Bereich der Brustwarzen vereinfachen den Eintritt von Keimen. Die aktuellen Leitlinien empfehlen, auf Paraffin-haltige Salben, Cremes und alkoholische Flüssigkeiten zu verzichten, da sie die Haut austrocknen können. Lassen Sie Ihre Brustwarzen nach dem Stillen lieber an der Luft trocknen. Verwenden Sie Stilleinlagen, wechseln Sie diese regelmäßig und achten Sie beim Kauf auf luftdurchlässige Materialien.

Haben Sie bereits wunde Brustwarzen, gibt es eine Reihe von Vorschlägen zur Behandlung. So haben ein paar Tropfen Muttermilch oder reines Lanolin (Wollwachs) einen nachgewiesen lindernden Effekt. Manche empfehlen Brustkompressen, aufgelegten Teebeutel oder eine Soft-Laser-Therapie. Die Wirksamkeit dieser Verfahren ist jedoch nicht ausreichend belegt, sodass sie in den Leitlinien zur Behandlung nicht empfohlen werden. Das gilt auch für die Verwendung von Brusthütchen. Sind die Brustwarzen bereits stark gerötete und schmerzen, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Mastitis hoch. Suchen Sie in diesem Fall rasch Ihren Arzt auf.

Achten Sie nach der Geburt auf eine vermehrte Brustdrüsenschwellung
Nach der Geburt erhöht sich der Blutfluss in den Brüsten. Zudem sammelt sich immer mehr Milch an. Dadurch können Lymphwasser und venöses Blut schlechter abtransportiert werden. Flüssigkeit tritt aus der Blutbahn aus, sammelt sich im Gewebe und verursacht Ödeme. Zudem gelangt der Botenstoff Oxytocin, der den Milchfluss steuert, schwerer an seinen Wirkungsort, nämlich die Muskelzellen der Milchdrüsen. Auch Stress, Schlafmangel und Ängste schränken die Milchgabe ein. Einige Experten empfehlen, die angeschwollene Brust zu kühlen, wenn Sie gerade nicht stillen, und so einer Mastitis vorzubeugen.

Dabei haben sich Kohlblätter, Kühlkissen oder Quarkauflagen bewährt. Die Leitlinien sprechen jedoch keine Empfehlung für die Verwendung von Retterspitz, Akupunktur und besonderen Massagen aus. Bislang gibt es diesbezüglich keine bewährten Studien, die deren Nutzen bestätigen können. Lediglich die sogenannte Tiefdruckmassage kann die Beschwerden angeschwollener Brüste verringern. Dabei wird die angestaute Flüssigkeit in Richtung der Lymphbahnen gedrückt, um so einen natürlichen Abfluss zu erreichen. Achten Sie unbedingt auf eine korrekte Ausführung. Andernfalls erhöht sich das Risiko einer Brustentzündung durch kleinste Verletzungen.

Sorgen Sie für eine regelmäßige Milchentleerung
Geben Sie Ihrem Kind in den ersten Tagen nach der Geburt acht bis zwölfmal die Brust, damit sich die angesammelte Milch entleert. Wenn Sie Ihr Kind nicht stillen, entleeren Sie ihre Brüste durch händisches Ausstreichen oder mithilfe einer Milchpumpe. Wärmen Sie dabei Ihre Brüste vor dem Stillen oder Abpumpen, um die Milchabgabe zu erleichtern. Bei starken Busenschwellungen ist die sogenannte Reverse Pressure Softening Technik hilfreich. Dabei entstehen durch sanften Druck leichte Vertiefungen um die Brustwarze herum, sodass Ihr Kind leichter an der Brust saugen kann. Lassen Sie sich die Technik unbedingt von geschulten Fachkräften wie Hebammen oder Stillberaterinnen zeigen. Vermeiden Sie unbedingt schmerzhafte Massagen oder Verletzungen – sie erhöhen das Mastitis-Risiko deutlich.

Halten Sie zu Beginn die Stilldauer begrenzt
Stillen Sie Ihr Kind in den ersten Tagen nur fünf bis zehn Minuten am Stück. So können Sie Hauteinrisse im Bereich der Brustwarzen vermeiden und einer Mastitis puerperalis vorbeugen. Das Stillen bewirkt eine vermehrte Ausschüttung der Botenstoffe Oxytocin und Prolaktin, die die Milchproduktion und den Milchfluss anregen. Dadurch entsteht nach zwei bis drei Wochen die reife Muttermilch. Lassen Sie Ihr Kind dann eine Brust leer trinken (ungefähr zwanzig Minuten). Die andere Brust lassen Sie nur antrinken und fangen beim nächsten Stillen mit dieser Seite an.

Suchen Sie bei Beschwerden rasch einen Arzt auf!
Haben Sie Schmerzen oder fallen Ihnen andere Veränderungen wie gerötete, heiße Hautstellen an der Brust auf, suchen Sie schnellstmöglich Ihren Frauenarzt auf. Durch eine frühzeitige Behandlung können Komplikationen wie Abszesse vermieden werden. Versuchen Sie jedoch, Ihr Kind weiterhin zu stillen, um einen Milchstau zu vermeiden. Er erhöht das Risiko einer Brustentzündung und fördert den Zugang von Keimen und damit die Entstehung einer bakteriellen Mastitis.

Entzündliche Brusterkrankungen außerhalb der Stillperiode haben in den vergangenen Jahren zugenommen. © S.Kaulitzki / www.fotolia.de

© S.Kaulitzki / www.fotolia.de

DÜSSELDORF. Besteht bei einer Patientin Verdacht auf eine entzündliche Brusterkrankung, sollte stets ein Malignom ausgeschlossen werden. Das hat Dr. Christina Heinl vom Kantonsspital St. Gallen in der Schweiz bei einer Tagung in Düsseldorf betont. Zunächst sollte die Patientin untersucht, die Brustdrüse sonografiert und das Aussehen der Brust im Foto dokumentiert werden. Nur wenn alle Befunde einschließlich der Laborparameter auf eine Entzündung hinweisen und die antibiotische Therapie wirkt, könne auf eine weitere Diagnostik verzichtet werden, sagte Heinl.

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Mammografie und Biopsie sichern die Diagnose

Gleiches gilt, wenn es sich bei der Hautveränderung eindeutig um ein Erythem handelt, das gut auf eine Lokaltherapie anspricht. In allen anderen Fällen ist nach Angaben der Schweizer Expertin eine Mammografie nötig, eventuell zusätzlich eine Biopsie. Zu den wichtigsten Neoplasien mit dem Symptom „gerötete Brust“ gehören der Morbus Paget und das inflammatorische Karzinom, wie Heinl berichtet hat. Beim Morbus Paget der Brustwarze handelt es sich um ein intraepidermales Adenokarzinom in Verbindung mit einem duktalen Karzinom, bei dem es zu ulzerösen Erosionen kommt. Auch beim lokal fortgeschrittenen Mammakarzinom ist die Brust großflächig gerötet, dabei kann es sich auch um ein Rezidiv eines primär nicht-entzündlichen Mamma-Ca handeln.

Entzündliche Brusterkrankungen außerhalb der Stillperiode haben in den vergangenen Jahren zugenommen, hat Dr. Sabine Berghof vom Hildegardis Krankenhaus in Mainz berichtet. Es erkranken vorwiegend Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Disponierende Faktoren sind vermutlich hormonelle Schwankungen, ein Vitamin-A-Mangel sowie vorausgegangene Schwangerschaften. Darüber hinaus gilt das Rauchen als Risikofaktor für eine fistelnde bakterielle Mastitis. „Am häufigsten sehen wir Infektionen der Milchgänge mit und ohne Abszess“, sagte Berghof.

Anders als bei der puerperalen Mastitis, die in der Regel durch Staphylokokken aus der Mundflora des Säuglings ausgelöst wird, handelt es sich bei der non-puerperalen Mastitis häufig um eine Mischinfektion. Hauptsymptom der Mastitis ist mitunter lediglich eine eitrige Absonderung aus der Brustwarze, sagte die Mainzer Kollegin. Meist seien aber klassische Entzündungszeichen mit Rötung, Schwellung und Schmerzen vorhanden.

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Mastitis kann Bildung von Fisteln begünstigen

Bekannt sind bei der Mastitis nach Angaben von Berghof auch chronische Verläufe, die über Jahrzehnte bestehen und zu erheblicher Fistelbildung neigen.

Therapie der Wahl ist die Breitbandantibiose, etwa mit einem Gyrasehemmer plus Metronidazol. Ein Abszess wird entweder konservativ behandelt durch Sonografie-gestützte Punktion und wiederholte NaCl-Spülung, oder operativ mit Inzision und Drainage. Auf Antibiotika kann nach vollständiger Entfernung des Abszesses oft verzichtet werden, erläuterte Professor Bernd Gerber von der Universitäts-Frauenklinik Rostock. Bei der chronisch-fistulierenden Mastitis – Ursache sind häufig stark eingezogene Mamillen – erfolgt die Fistelgangexzision im Intervall, dabei sollte auch nekrotisches Gewebe entfernt werden.

Milchstau und Mastitis

Auf einen Blick: Brustentzündungen

  • Entzündungen in der Brust können in der gesamten Stillzeit auftreten.
  • Bei einem Milchstau sind die Beschwerden, zum Beispiel die Schmerzen, auf die Brust begrenzt.
  • Breitet sich die Entzündung im Körper aus, nehmen die Schmerzen zu. Auch Fieber und grippeähnliche Beschwerden treten auf. Fachleute sprechen von Mastitis.
  • Am wichtigsten ist: Wenn möglich weiter stillen.
  • Helfen können: Unterstützung durch Hebamme oder Stillberaterin, richtige Stilltechnik und Stillposition, Ruhe und sich schonen, Medikamente.

WAS IST EINE BRUSTENTZÜNDUNG?

Beim Stillen ist es wichtig, dass die Milch gut fließt. Wenn das nicht der Fall ist, wird die Brust nur noch unzureichend entleert. Die Milch staut sich und die Brust kann sich entzünden. Sie fängt an zu spannen, ist empfindlich und schmerzt. In der Fachsprache heißt dies Milchstau. Werden die Beschwerden in der Brust stärker und reagiert auch der ganze Körper auf die Entzündung, zum Beispiel mit Fieber, handelt es sich um eine sogenannte Mastitis.

WIE KOMMT ES ZUR BRUSTENTZÜNDUNG

Verschiedene Ursachen können den Milchfluss stören und zu einem Milchstau führen, zum Beispiel:

  • Das Baby ist nicht richtig angelegt.
  • Das Baby saugt nicht kräftig genug.
  • Das Baby trinkt zu selten oder zu kurz.
  • Die Brustwarzen sind wund.
  • Die Kleidung ist im Brustbereich zu eng.
  • Die Milchbildung ist übermäßig stark.
  • Sie haben Stress oder Schlafmangel.

Aus einem Milchstau kann sich eine Mastitis entwickeln. Eine Mastitis kann auch entstehen, wenn Bakterien durch kleine Verletzungen der Brust oder Brustwarzen in den Körper eindringen.

EINEN MILCHSTAU ERKENNEN

Bei einem Milchstau bleiben die Beschwerden auf die Brust begrenzt. Diese schmerzt und spannt. Sie spüren knotige, verhärtete Stellen in der Brust. Manchmal fühlt sich die betroffene Stelle etwas warm an oder sie ist gerötet. Erhöhte Körpertemperatur kann zwar hinzukommen, steigt jedoch nicht über 38,4°C. „Richtig krank“ fühlen Sie sich nicht.

EINE MASTITIS ERKENNEN

Bei einer Mastitis sind die Krankheitszeichen ausgeprägter als beim Milchstau. Die Brust schmerzt sehr stark, ist geschwollen sowie gerötet und warm. Zusätzlich treten Beschwerden ähnlich wie bei einer „Grippe“ auf: Sie fühlen sich matt, haben Kopfschmerzen und Gliederschmerzen oder Schüttelfrost. Im Verlauf steigt das Fieber über 38,4°C.

WAS KANN ICH SELBST TUN?

Sich professionelle Hilfe holen
Wenn Probleme beim Stillen auftreten, sind Hebamme und Stillberaterin erste Ansprechpartnerinnen. Lassen Sie sich die richtige Stillposition und Anlegetechnik zeigen. Oft hilft es schon, die Hinweise zu berücksichtigen und etwas Zuspruch zu erhalten. Und: Hebammen oder Stillberaterinnen begleiten Sie während Ihrer gesamten Stillzeit, nicht erst wenn Schwierigkeiten auftreten.

Weiter stillen
Am wichtigsten ist es, die betroffene Brust möglichst vollständig zu entleeren. So lässt der Druck in der Brust nach. Versuchen Sie regelmäßig weiter zu stillen. Weder Milchstau noch Mastitis schaden dem Baby. Ist Ihnen ein Anlegen an der erkrankten Brust nicht möglich, streichen Sie diese vorsichtig zur Brustwarze hin aus oder pumpen Sie die Milch ab.
Hilfreich kann es sein, wenn Sie die Brust vorher anwärmen, zum Beispiel mit warmen Umschlägen oder warmem Duschen. Dann fließt die Milch leichter. Nach dem Stillen können Sie die Brust kühlen, beispielsweise mit Kühlkissen, Kohlblättern oder Quark. Das verringert Schwellung und Schmerzen. Wählen Sie die Wärme oder Kühlung aus, die für Sie am angenehmsten ist.
Legen Sie das Kind zuerst an der betroffenen Brust an. Dann wird die Brust vollständiger entleert. Ist dies zu schmerzhaft, beginnen Sie an der gesunden Brust. So können sie den Milchfluss besser anregen. Wenn die Milch fließt, wechseln Sie wieder zur betroffenen Seite.

Das Baby richtig anlegen
Eine nicht richtig entleerte Brust oder wunde Brustwarzen können darauf hindeuten, dass das Baby nicht richtig angelegt ist. Folgende Zeichen zeigen Ihnen, dass Ihr Baby gut an Ihrer Brust liegt und saugt:

  • Der Mund des Kindes ist weit geöffnet. Es erfasst die Brustwarze vollständig und viel Brustgewebe.
  • Die Nase des Babys liegt dicht an der Brust.
  • Die Lippen sind nach außen gestülpt.

Ruhe einhalten
Versuchen Sie, Stress zu vermeiden. Sie sind krank und sollten sich schonen. Das ist nicht immer einfach mit einem Baby, zumal wenn Sie weitere Kinder haben. Lassen Sie sich im Haushalt und mit dem Baby helfen, zum Beispiel von Ihrem Partner, den Großeltern oder Freunden. Einige Aufgaben müssen nicht sofort erledigt werden.

Schmerzmittel
Schmerzen und Fieber können Sie auch mit Medikamenten lindern, zum Beispiel Ibuprofen. Es geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Sie können es während der Stillzeit kurzzeitig einnehmen.

WANN BRAUCHE ICH ÄRZTLICHE HILFE?

Bessern sich die Beschwerden nach 24 bis 48 Stunden nicht oder verschlechtern sich sogar, sind vermutlich Bakterien beteiligt. Einschränkungen beim Stillen und im schlimmsten Fall eitrige Geschwüre oder eine Blutvergiftung können mögliche Folgen sein. Daher sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Fachleute empfehlen jetzt ein Medikament, was gegen Bakterien wirkt, ein sogenanntes Antibiotikum. Es gibt eine Reihe von Antibiotika, die Sie auch während des Stillens einnehmen können und die sich nicht auf das Baby auswirken. Abstillen müssen Sie nicht.
Damit das Antibiotikum wirkt, nehmen Sie dieses wie ärztlich verordnet ein: In der vorgeschriebenen Menge und in entsprechenden Abständen. Verkürzen oder verlängern Sie nicht die Dauer der Einnahmezeit. Kommt es nach etwa 48 Stunden zu keiner Besserung, wirkt das Medikament vermutlich nicht. Wenden Sie sich erneut an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

HELFEN ALTERNATIVE VERFAHREN?

Ob Akupunktur, Homöopathie oder Vibration helfen, lässt sich derzeit nicht sagen. Es fehlen aussagekräftige Studien.

Mastitis: Das hilft bei Brustentzündung

Während ein Milchstau oft ohne Medikamente heilt, müssen bei einer echten Brustentzündung (Mastitis) auch schwerere Geschütze aufgefahren werden. Wie du erkennst, wann es ernst wird.

Wie entsteht eine Mastitis?

Mastitis bedeutet, dass die Brustdrüse oder das Brustgewebe entzündet sind. Ursache kann ein nicht gelöster Milchstau ebenso sein, wie Bakterien, die durch verletzte, wunde Brustwarzen eingedrungen sind. Auch Stress spielt eine Rolle.

Wie erkenne ich eine Mastitis?

Ähnlich wie eine Grippe, kündigt sich eine Brustentzündung mit Kopfweh, Gliederschmerzen und erhöhter Temperatur an. Du fühlst dich kraftlos und sehr müde. Innerhalb von Stunden bekommst du hohes Fieber und in deiner Brust treten harte, heiße, gerötete und schmerzende Stellen auf. Hole dir bei diesen Symptomen unbedingt sofort Hilfe von einer Stillberaterin, einer Hebamme oder einem Arzt und stimme das weitere Vorgehen mit ihnen ab!

Was hilft gegen die Brustentzündung?

  • Weiter Stillen! Am besten legst du dein Baby mindestens alle zwei bis drei Stunden an der betroffenen Seite an – aber vergiss dabei die andere Brust nicht. Wenn das Anlegen zu schmerzhaft ist, kann dir auch eine Milchpumpe wie die Symphony oder Swing maxi helfen, deine Brust zu entleeren.
  • Kalte Kompressen Zwischen den Stillmahlzeiten kannst du Kompressen aus kühlendem Quark oder frischen Weißkohlblättern direkt auf den entzündeten Bereich legen. Spare dabei aber den Brustwarzenhof und die Brustwarze aus. Ein kalter Wickel hat einen ähnlichen Effekt.
  • Zur Not Medikamente Wenn du über einen Zeitraum von 24 Stunden deutlich über 38 Grad Fieber hast, musst du zum Arzt gehen. Eventuell bekommst du dann Antibiotika und Schmerzmittel, die mit dem Stillen vereinbar sind, verordnet.

Wichtig: Wenn dein Baby ein Frühchen war, frag bitte die Stillberaterin oder den Arzt in deiner Kinderklinik um Rat.

Mastitis natürlich behandeln

Stillen ohne Mastitis

Das Stillen ist ein sehr verbindendes Erlebnis für Mutter und Kind. Wissenschaftler an der Warwick University, die die psychologischen Auswirkungen des Stillens erforschen, haben bestätigt, dass die Saugbewegungen des Säuglings an den Brustwarzen der Mutter für die Ausschüttung grosser Mengen Oxytocin im Gehirn der Mutter verantwortlich sind. Dieses Hormon erzeugt unter anderem Liebesgefühle und intensiviert und stärkt das Mutter-Kind-Verhältnis.

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Kommt es jedoch zu einer Brustentzündung (Mastitis), kann Stillen zum Alptraum werden. Die Mastitis äussert sich in Schmerzen beim Stillen, Schwellungen und Entzündungsprozessen in der Brust. Der Schmerz wird als sehr ermattend für die Frau beschrieben.

Die Infektion kann so extrem verlaufen, dass das Gewebe der betroffenen Brust sich rötet und verhärtet. Im schlimmsten Fall kann eine nicht behandelte Mastitis zu einem sehr schmerzhaften Abszess werden, der chirurgisch entfernt werden muss. Zusätzlich zu diesen direkten Mastitis-Symptomen an der Brust kann es auch zu Fieberschüben und allgemeinem Unwohlsein kommen.

Auch der Säugling leidet unter der entzündeten Brust der Mutter, denn eine sehr schwere Mastitis kann dazu führen, dass das Stillen komplett eingestellt werden muss. Da Kinder jedoch über die Muttermilch mit vielen wichtigen Abwehrstoffen versorgt werden, die den Aufbau des jungen Immunsystems unterstützen, stellt Stillen eigentlich eine wichtige Massnahme zur Stärkung der Abwehrkräfte des Babys dar. Bleibt das Stillen aus, fehlen dem Säugling diese wichtigen Stoffe natürlich, was unter anderem zu einer höheren Krankheitsanfälligkeit führen kann.

Herkömmliche Mastitis Behandlung

Da es sich bei der Mastitis um eine bakterielle, entzündliche Infektion handelt, werden normalerweise Antibiotika verordnet. Obwohl diese Behandlung sicherlich effektiv gegen die Symptome der Mastitis hilft, ist es immer kritisch, Antibiotika während der Stillphase zu nehmen. Denn sie werden durch die Muttermilch direkt an das Baby weiter gegeben, was nun wiederum die Darmflora des Säuglings schädigen und damit seine Abwehrkräfte, die sich gerade erst entwickeln, schwächen kann. Eine geschädigte Darmflora aber kann bei Säuglingen ausserdem zu allergischen Hautreaktionen, Koliken und anderen Krankheitssymptomen führen. Mehr dazu finden Sie in diesem Artikel: Probiotika für den Babydarm

Wie könnte man daher eine Mastitis mit natürlichen Mitteln behandeln?

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Natürliche Heilmittel und Methoden gegen Mastitis

  1. Stillen Sie Ihr Baby so lange wie möglich weiter: Eine Mastitis deutet in der Regel darauf hin, dass es zu einer Verstopfung der Milchgänge in der Brust gekommen ist. Es gibt keine bessere Methode, diese Verstopfung zu beheben, als das Kleinkind regelmässig zu stillen. Auch wenn es während einer aktiven Infektion sehr schmerzhaft sein kann, dem Baby die Brust zu geben, gibt es kein besseres Heilmittel gegen die Mastitis. Sogar bei einer schulmedizinischen Behandlung mit Antibiotika empfehlen die Ärzte in der Regel, dass die Patientin ihr Baby weiterhin stillt. (Ob das jedoch gut für das Kind ist, ist eine andere Frage.)
  2. Massieren Sie die betroffene Brust: Während das Kind trinkt, massieren Sie die betroffene Brust mit ihren Fingern. Auf diese Weise können Sie zusätzlich dafür sorgen, dass der verstopfte Milchgang wieder frei wird. Massieren Sie den infizierten Bereich der Brust – und zwar immer zur Brustwarze hin.
  3. Polstern Sie Ihren BH mit Weisskohlblättern aus: So seltsam es sich anhören mag, aber ein rohes Weisskohlblatt, das Sie sich an der Stelle der Infektion in Ihren BH stopfen, wirkt wahre Wunder, wenn Sie die Schmerzen an der infektiösen Brust lindern wollen. Ist das Weisskohlblatt gekühlt, wirkt es tatsächlich wie eine kalte Kompresse zur Reduzierung von Entzündungen. Der Weisskohl lindert aber nicht nur Ihre Schmerzen, sondern sorgt zudem dafür, dass die Milchgänge frei werden und die Infektion so abheilen kann.
  4. Essen Sie rohen Knoblauch: Eine natürliche Alternative für die Benutzung von Antibiotika ist das tägliche Essen einiger roher Knoblauchzehen. Knoblauch ist das Antibiotikum der Natur, weist aber ausserdem keine negativen Nebenwirkungen auf, die so oft bei industriell hergestellten Pharmazeutika auftreten können. Und man kann Knoblauch auch während der Stillzeit ganz unbedenklich zu sich nehmen.
  5. Nehmen Sie heisse Duschen: Stellen Sie sich unter eine heisse Dusche und lassen Sie das Wasser dabei direkt auf die betroffene Brust prasseln. Dies wird dabei helfen, die verstopften Milchgänge zu befreien, die Entzündung bekämpfen und den Schmerz lindern.
  6. Sorgen Sie für ausreichend Ruhe: Wie bei jeder Infektion macht Ihr Körper auch bei einer Mastitis Überstunden, um das Leiden loszuwerden. Daher ist es unabdingbar wichtig, dass Sie sich ausreichend Ruhe gönnen um Ihr Immunsystem in seinem Kampf gegen die Infektion bestens zu unterstützen.
  7. Nehmen Sie Echinacea ein: Das Heilkraut Echinacea ist ein Immunstimulans und hilft dem Organismus bei der Abwehr von Infektionen.
  8. Achten Sie auf eine ausreichende Vitamin-Zufuhr: Wie die Einnahme von Vitamin C und Vitamin D bei Entzündungen aller Art hilfreich sein kann, haben wir in unseren entsprechenden Texten beschrieben, die Sie unter den vorigen Links finden.

Sollte die Mastitis jedoch auch nach der Anwendung natürlicher Heilmethoden nicht abgeklungen sein, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, damit die Infektion nicht noch schlimmere Ausmasse annimmt.

Mastitis vorbeugen

Wie bei jedem anderen gesundheitlichen Leiden, ist auch das beste Mittel gegen die Mastitis eine erfoglreiche Vorbeugung. Ernähren Sie sich gesund und stärken Sie so Ihre Abwehrkräfte gegen Infektionen aller Art. Stillen Sie zudem Ihr Baby sehr oft, da dies die Milchgänge vor dem Verstopfen bewahrt. Wird Ihr Baby nicht regelmässig genug gestillt, pumpen Sie zumindest die Muttermilch mit einer Brustpumpe ab.

Erfahrungsbericht: Kohlblätter gegen Brustentzündung

Eine Leserin schrieb uns im Dezember 2019 folgenden Erfahrungsbericht, der einmal mehr zeigt, wie sehr naturheilkundliche Mittel unterschätzt werden und wie kraftvoll ihre Wirkung sein kann: „Neulich ereilte mich eine Brustentzündung mit Verdacht auf eine Blutvergiftung. Meine Gynäkologin verschrieb mir daraufhin ein hochwirksames Antibiotikum. Als Alternative gab sie mir noch 2 Tage Zeit, um mit Belladonna Globuli und Quarkwickel der Entzündung beizukommen. Auf Ihrer Seite entdeckte ich dann unter dem Stichwort Brustentzündung den Tipp mit Weisskohlblättern im BH. Die Globuli nahm ich zusätzlich ein. Nach 3 Tagen war die Entzündung weg und auch der dünne rote Streifen, der auf Blutvergiftung schliessen liess. Eine Woche später bestätigte mir die Heilung auch die Frauenärztin. Ich war überglücklich, dass ich das Antibiotikum nicht nehmen musste und weiss, dass ich dieses Glück Ihrer Seite zu verdanken habe. Ganz herzlichen Dank für Ihre hilfreichen Ratschläge.“

Schnelle Hilfe bei wunden Brustwarzen

Schmerzende und wunde Brustwarzen sind ein häufiges Problem zum Beginn der Stillzeit. Da Schmerzen beim Stillen jedoch kaum zu ertragen sind, sind sie auch einer der häufigsten Gründe für vorzeitiges Abstillen.

Was hilft wirklich bei wunden Brustwarzen?

Bei wunden Brustwarzen ist schnelle Hilfe nötig. Wenn die Maßnahmen bei wunden Brustwarzen nicht innerhalb kürzester Zeit wirken und die Schmerzen deutlich zurückgehen, stillen viele der betroffenen Mütter ab, obwohl sie eigentlich gerne gestillt hätten.

Und ich persönlich kann diese Mütter sehr gut verstehen. Denn Stillen darf nicht schmerzhaft sein.

Es gibt viele Tipps zur Behandlung von wunden Brustwarzen

Da Schmerzen beim Stillen so verbreitet sind und die verzweifelten Mütter intensiv nach Hilfe suchen, erhalten sie viele verschiedene (Geheim-)Tipps zur Vorbeugung oder Heilung von wunden Brustwarzen in der Stillzeit.

Sie reichen von Einreiben mit Muttermilch, an der Luft trocknen lassen, über Kompressen mit schwarzen Teebeuteln, Heilwolle, diversen Cremes oder Salben, homöopathischen Mitteln, Lasertherapie bis hin zu Zinnhütchen usw. Wohl gemerkt, diese Aufzählung ist noch lange nicht vollzählig.

Eine derart große Zahl an Medikamenten, Therapien und Hausmitteln für ein gesundheitliches Problem sollte uns Verbraucher jedoch immer skeptisch machen.

Der Grund für diese Vielzahl ist nämlich einzig und allein: Sie helfen alle nicht wirklich!

Würde eines der Mittel bei wunden Brustwarzen sicher helfen, so hätte sich das bereits wie ein Lauffeuer (im Internet) herumgesprochen und der Hersteller wäre schon längst zum uneingeschränkten Marktführer geworden.

All diese Mittel helfen nicht, weil sie nur die Symptome behandeln, jedoch nicht die Ursache!

Wenn die Ursache nicht gelöst wird, haben Mittel, die nur die Symptome behandeln, keinen durchschlagenden Erfolg.

Zudem ist der Nutzen dieser Mittel in den meisten Fällen noch nicht einmal wissenschaftlich erwiesen. Manche können überdies sogar schädliche Auswirkungen haben.

Wie kommt es zu wunden Brustwarzen?

In den allermeisten Fällen werden die Brustwarzen nur deshalb wund, weil das Baby nicht gut angelegt wird. Bevor die Brustwarzen wund sind, treten jedoch massive Schmerzen beim Stillen auf.

Schmerzen sind immer ein wichtiges Warnsignal unseres Körpers. Denn Schmerzen dienen dazu, unsere Gesundheit und unser Überleben zu sichern.

Leider rechnen jedoch viele Mütter damit, dass das Stillen schmerzhaft sein wird. Sie beissen daher die Zähne zusammen und ertragen die Schmerzen wohl oder übel.

Und leiden dann leider auch schnell unter den unvermeidbaren Folgen, nämlich: den wunden Brustwarzen…

Stattdessen wäre es richtig, das Baby bei Schmerzen sofort wieder von der Brust abzunehmen und es erneut anzulegen.

Gelingt das Anlegen nicht ohne Schmerzen, solltest Du Dich schnellstmöglich von einer kompetenten Fachperson beraten lassen. Dabei muss unbedingt die Ursache geklärt werden und Dir gezeigt werden, wie Du selber besser anlegen kannst – und zwar so, dass es nicht weh tut.

Schmerzen beim Stillen müssen ernst genommen werden

Wenn Dir gesagt wird, Dein Baby sei richtig angelegt, Du aber weiter Schmerzen beim Stillen hast, dann ist die Ursache noch nicht entdeckt und gelöst worden.

Probiere nicht immer weiter sämtliche (Geheim-)Mittel zum Lindern der Symptome aus, sondern such unbedingt schnellstmöglich eine andere kompetente Fachperson auf.

Es muss eine Ursache geben!

Welche Ursachen kann es geben?

Schmerzen beim Anlegen können verschiedene Ursachen haben:

  • ungenügendes Erfassen der mütterlichen Brust
  • ungünstige Stillhaltung der Mutter
  • ungünstige Position des Babys
  • falsche Saugtechnik des Kindes
  • Infektion der Brustwarzen
  • Besonderheiten im Mund des Kindes, z.B. ein zu kurzes Zungenbändchen

Mitunter kommen auch mehrere dieser Ursachen zusammen, daher ist die gründliche Untersuchung so wichtig.

Zudem gibt es weitere Ursachen, die jedoch deutlich seltener sind. Die Ursachen sind nur im persönlichen Kontakt – sprich: durch die Begutachtung und Beobachtung von Mutter und Kind – zu erkennen.

Die Ursache der wunden Brustwarzen muss gelöst werden

Bleibt die Ursache nämlich ungelöst, kannst Du Deine Brustwarzen soviel eincremen oder behandeln lassen, wie Du willst, es tritt kaum Besserung ein.

Ist die Ursache aber einmal behoben und hat das Baby nicht nur die Brustwarze, sondern viel Brust im Mund, dann können sogar viele Mütter mit wunden Brustwarzen ohne Schmerzen anlegen und ihre Brustwarzen heilen schnell, d.h. innerhalb von wenigen Tagen, selbst wenn sie weiter stillen. Nur dann kann die Heilung mit verschiedenen Mitteln noch unterstützt werden.


In dem Video-Online-Kurs „Gut Anlegen“ lernst Du, wie Du Dein Baby gut anlegst, damit das Stillen einfach und angenehm wird.

Das hilft noch bei wunden Brustwarzen

Stillvorbereitung

  • Zur Vorbereitung auf das Stillen ist es unnötig und nicht sinnvoll, die Brustwarzen „abzuhärten“, z.B. durch Abbürsten, Massagen oder Zitronensaft. Dies kann die Brustwarzen reizen und empfindlicher machen, sogar Brustentzündungen verursachen und vorzeitige Wehen auslösen.
  • Wissenschaftler sind sich aber einig, dass die beste Maßnahme zur Vermeidung und Behandlung von wunden Brustwarzen das Erlernen einer guten Anlegetechnik ist. Im Idealfall solltest Du daher schon vor der Geburt lernen, wie Du eine gute Stillhaltung einnimmst, Dein Baby richtig positionierst und ihm die Brust so anbietest, dass die Brustwarze tief in seinen Mund gelangt.

Reinigung und Hygiene

  • In der Stillzeit solltest Du Deine Hände regelmäßig mit Wasser und Seife waschen, besonders nach dem Toilettengang, nach dem Windelwechseln und vor dem Stillen. Nach dem Waschen solltest Du Deine Hände mit einem sauberen Handtuch abtrocknen.
    In der Geburtsklinik sollten die Hände zusätzlich desinfiziert werden, um eine Übertragung von resistenten Krankenhauskeimen zu vermeiden. Zuhause ist der Gebrauch von Handdesinfektionsmitteln allerdings nicht erforderlich.
  • Auch die Brüste sollten regelmäßig gereinigt werden. Wasch Deine Brüste, auch die wunden Brustwarzen, mindestens 1-2mal täglich mit warmem Wasser und einer milden, pH-neutralen Seife und trockne sie anschließend mit einem sauberen Handtuch ab.
  • Wunde Brustwarzen müssen unbedingt sauber gehalten werden, um die Bildung eines gefährlichen Biofilms zu vermeiden, in dem sich Krankheitserreger vermehren und die Wundheilung behindern können.
    Spül daher die Brustwarzen nach dem Waschen noch zusätzlich mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9%). Diese kannst Du in der Apotheke fertig kaufen oder auch sehr einfach selbst herstellen.

So stellst Du Kochsalzlösung (0,9%) selbst her:
Löse dazu einfach 1 gestrichenen Teelöffel Kochsalz (4 g) in 0,5 l warmen Wasser vollständig auf. Kühl und verschlossen aufbewahrt, ist die Kochsalzlösung etwa 3 Tage haltbar. Besser ist es jedoch, sie täglich neu herzustellen.
Tupfe nach dem Spülen mit der Kochsalzlösung Deine Brustwarzen mit einem extra Handtuch (täglich wechseln) vorsichtig ab.

Kleidung

  • Trag luftdurchlässige Kleidung und verzichte Zuhause auf BH und Stilleinlagen, um Stauungswärme und Druck auf die Brustwarzen zu vermeiden.
  • Da wunde Brustwarzen oft sehr berührungsempfindlich sind und damit die Stilleinlage oder der BH nicht darauf festklebt, kannst Du einen Brustwarzenschutz im BH tragen. Brustwarzenschutz aus Kunststoff kannst Du fertig kaufen oder sehr einfach und kostengünstig selber herstellen.

So stellst Du einen Brustwarzenschutz selber her:
Kauf Dir in einer Drogerie oder Apotheke kleine elastische Mullbinden (4m x 6cm). Wickele etwa 1/2 bis 2/3 einer Mullbinde mit einer Hand locker um die aneinander gelegten Finger Deiner anderen Hand. Nimm dann die Binde von den Fingern, falte oder rolle sie zu einem festen Ring. Damit dieser Ring besser hält, umwickele ihn nun spiralförmig mit dem Rest der Binde, indem Du diesen noch mehrmals durch den Ring ziehst. Das Ende der Binde kannst Du in die Spirale stecken oder mit einem Pflaster festkleben, um es zu fixieren.

In diesem kurzen Video zeige ich Dir, wie es geht.

Maßnahmen beim Stillen

  • Leg in wechselnden Stillpositionen an, damit die Hauptbelastung der Brustwarzen beim Stillen variiert wird. Gibt es eine Position, in der Du schmerzfrei stillen kannst, leg ruhig für eine Weile überwiegend in dieser Position an.
  • Still häufiger als vorher, damit Dein Baby weniger intensiv saugt.
  • Warte mit dem Anlegen nicht, bis Dein Baby superhungrig ist. Es ist sonst vielleicht sehr ungeduldig und toleriert schlechter, wenn Du mehrere Versuche brauchst, bis es gut angelegt ist.
  • Leg Dein Baby am besten zuerst an die weniger schmerzhafte Brust an, damit es schon etwas entspannter ist und besser mitmacht, wenn Du es an die schlimmere Seite anlegst.
  • Löse möglichst schon vor dem Anlegen Deinen Milchspendereflex aus. Beim Auslösen des Milchspendereflex helfen Dir: Entspannungstechniken, Schulter-Nacken-Rücken-Massage, Rotlicht, eine warme Dusche oder feuchtwarme Wickel auf der Brust sowie eine angenehme Brustmassage mit zarten Berührungen der Brustwarzen und Warzenhöfe.
  • Wenn Dein Baby nicht mehr saugt, Du es nicht mehr schlucken hörst oder Du wieder Schmerzen in der Brustwarze spürst, löse den Saugschluss, indem Du einen Finger in seinen Mundwinkel schiebst und nimm es von der Brust.
  • Bei extremen Schmerzen beim Anlegen kannst Du vorübergehend eine Stillpause an der betroffenen Brust einlegen.
    Die Brust muss während dieser Stillpause jedoch ebenso häufig, wie vorher gestillt wurde, von Hand oder mit einer Milchpumpe gut entleert werden, damit Du keinen Milchstau bekommst und Deine Milchmenge nicht abnimmt.

Therapie von wunden Brustwarzen

Es gibt bis heute keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die klar belegen, dass bestimmte Therapiemaßnahmen bei wunden Brustwarzen wirksamer sind als andere.
Wenn Du die Ursache für Deine wunden Brustwarzen gelöst hast, heilen Deine Brustwarzen unabhängig davon, ob sie noch zusätzlich behandelt werden.

Führe eine Behandlung nur weiter, wenn Du Dich damit auch gut fühlst.

Hier trotzdem noch ein paar Tipps, wie Du die Wundheilung zusätzlich unterstützen und Schmerzen lindern kannst:

  • Warmwasser-Kompressen auf gereizten Brustwarzen lindern Schmerzen wirksamer als Schwarztee-Kompressen. Schwarztee-Kompressen können zudem einen bitteren Geschmack auf den Brustwarzen hinterlassen, den die meisten Babys nicht gern mögen.
  • Sind die Brustwarzen nur leicht gereizt oder gerötet, aber ohne offene Wunden, kannst Du nach jedem Stillen mit frisch gewaschenen Händen etwas Muttermilch ausstreichen, auf die Brustwarzen auftragen und antrocknen lassen.
    Die antibakteriellen Inhaltsstoffe der Muttermilch schützen Deine Brustwarzen vor Infektionen.
  • In der Stillberatung wird heute die so genannte “feuchte Wundheilung” empfohlen. Bei der feuchten Wundheilung wird, im Gegensatz zu der früher üblichen “trockenen Wundheilung”, ein Austrocknen der Wundflächen vermieden. Dadurch wird die Bildung von Schorf, der die Wundränder zusammenzieht, verhindert. Dabei treten weniger Schmerzen auf, neue Zellen können leichter in das Wundgebiet einwandern und die Wundheilung dauert nur halb so lange.
  • Bei stärkerer Reizung oder oberflächlichen Verletzungen verteile nach jedem Stillen mit frisch gewaschenen Händen vorsichtig gereinigtes Wollfett (Lanolin) auf den Brustwarzen für eine feuchte Wundheilung.
    Zusätzlich kannst Du einen Brustwarzenschutz (siehe oben) verwenden.
  • Das Tragen von Hydrogel-Auflagen zwischen den Stillmahlzeiten sollte sorgfältig abgewogen werden. Sie wirken zwar stärker schmerzlindernd als Wollfett, können jedoch bei unsachgemäßem Gebrauch leichter zu Infektionen führen. Kleben sie auf den Wunden fest, kann das Ablösen schmerzhaft sein.

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Viele der üblichen Maßnahmen sind nicht wissenschaftlich belegt

  • Stillhütchen sind zur Behandlung wunder Brustwarzen in der Regel nicht hilfreich, da sie nicht die Ursache beseitigen und weitere Folgeprobleme, wie z.B. mangelnde Gewichtszunahme, Rückgang der Milchproduktion, verursachen können.
    Werden sie dennoch eingesetzt, muss unbedingt auf eine korrekte Anwendung geachtet werden. Zudem sollte der Einsatz von Stillhütchen so schnell wie möglich wieder beendet werden.
  • Die Bestrahlung mit einem Soft-Laser oder Low-Level-Laser wird in vielen Kliniken und von manchen Hebammen und Stillberaterinnen zur Unterstützung der Heilung von wunden Brustwarzen angeboten. Sie soll die Schmerzen lindern, die Schwellung und Entzündung des Gewebes reduzieren sowie den Gewebestoffwechsel anregen und damit die Wundheilung stimulieren.
    Die Wirksamkeit der Laser-Therapie ist jedoch bislang noch nicht ausreichend durch Studien belegt.
  • Schwarztee-Kompressen, Calendula- und Salbei-Tinkturen oder spezielle Salben für die Brustwarzen sind in keiner Studie hinsichtlich ihrer Wirkung zur Therapie wunder Brustwarzen untersucht.
  • Wolle-Seide-Stilleinlagen und Heilwolle sollen die Wundheilung unterstützen können jedoch zu Infektionen von wunden Brustwarzen beitragen, da sie zu lange verwendet werden und nicht ausgekocht und dadurch keimfrei gemacht werden können.
  • Zinn- oder Silberhütchen, die vor der Brustwarze im BH getragen werden, sollen ebenfalls eine feuchte Wundheilung ermöglichen.
    Ihre Wirksamkeit ist allerdings nicht durch Studien belegt.
  • Auch die Wirksamkeit von Akupunktur oder Homöopathie ist nicht wissenschaftlich belegt.
  • Eine osteopathische Behandlung des Babys kann nur dann hilfreich sein, wenn die wunden Brustwarzen tatsächlich durch eine geburtsbedingte Fehlfunktion der kindlichen Mund- und Kiefermuskulatur verursacht wurden.
  • Alkoholische Lösungen, Salben oder Cremes trocknen die Haut aus und können sie dadurch schädigen und noch anfälliger machen.
  • Johanniskrautöl steht im Verdacht krebsauslösend zu sein und wird deshalb heute nicht mehr empfohlen.
  • Traubenzucker oder Industriezucker ist nicht steril, kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen begünstigen und gehört deshalb nicht auf Wunden.
  • Paraffinhaltige Salben (Vaseline) können zu einer hohen Belastung des Kindes mit mineralischen Paraffinen führen und sind daher nicht zu empfehlen.

Fazit:

Keine Mutter sollte über mehrere Tage oder gar Wochen Schmerzen beim Stillen haben!!!

Die wichtigste Hilfe bei wunden Brustwarzen ist das schnelle Erkennen und Auflösen der Ursachen!
Wenn dies erfolgt ist, werden die Schmerzen sehr schnell, d.h. sofort, weniger.

Erst dann, und nur dann, kann mit unterschiedlichen Mitteln die Wundheilung unterstützt werden.
Heilen die Wunden nicht binnen weniger Tage ab, sind noch nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen worden.
Autorin: Regine Gresens, IBCLC, Februar 2013
Foto: Regine Gresens

Tipps gegen wunde Brustwarzen

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Wie kannst Du wunde Brustwarzen verhindern?

Wunde Brustwarzen sind für Dich als stillende Mutter sehr unangenehm und können Dir die Freude daran, beim Stillen die Nähe Deines Babys zu genießen, schnell verleiden. Laut einer großen NetMoms Umfrage, an der über 1.000 Mütter teilnahmen, waren rund 73 Prozent, also beinahe drei Viertel aller befragten Mütter, von diesem Problem betroffen. Damit wunde Brustwarzen schnell wieder heilen oder gar nicht erst zum Problem werden, kannst Du Dir mit einigen Tricks und Hilfsmitteln behelfen. Hier erfährst Du, welche Methoden die von uns befragten Mütter am meisten empfehlen:

Mit Muttermilch einreiben: Mit 68 Prozent empfehlen die meisten der von uns befragten Mütter das Einreiben der Brustwarzen mit den letzten Tropfen der Muttermilch, die beim oder nach dem Stillen aus der Brust kommen. Verstreiche sie auf Deiner Brustwarze und dem Warzenhof und lasse die Muttermilch an der Luft trocknen. Das ist wohltuend für Deine Brustwarze und pflegt sie.

Viel frische Luft: Viel Sonne und frische Luft tut Deinen Brustwarzen gut und beschleunigt die Wundheilung. 63 Prozent der von uns befragten Mütter empfehlen daher, bei wunden Brustwarzen häufiger mal auf BH und Co. zu verzichten.
Tipp: Brustwarzenschoner aus der Apotheke, die in den BH eingelegt werden, sorgen dafür, dass Luft an die Warzen kommt, auch wenn Du nicht auf den BH verzichten möchtest.

Stilleinlagen häufig wechseln: Halte sowohl gesunde als auch wunde Brustwarzen trocken. Denn ständige Feuchtigkeit fördert das Wundsein. 60 Prozent der befragten Mütter empfehlen deshalb, häufig die Stilleinlagen zu wechseln, um wunden Brustwarzen vorzubeugen oder die Wundheilung zu beschleunigen.

Mit Wollfett einreiben: Auch Lanolin-Produkte aus sogenanntem reinem Wollfett können die Haut wieder geschmeidiger machen und wunde Brustwarzen verhindern. 59 Prozent der von uns befragten Mütter empfehlen diese Methode.

Rotlichtlampe verwenden: Einen ähnlich wohltuenden Effekt wie warmes Sonnenlicht kannst Du auch mit einer Rotlichtlampe erreichen. Die Wärme entspannt und fördert die Wundheilung. Immerhin noch 9 Prozent unserer Umfrageteilnehmerinnen empfehlen diese Methode.

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Weitere Tipps gegen wunde Brustwarzen

  • Beginne das Anlegen an der Brustwarze, die weniger wund ist. So fließt die Milch auf der zweiten Seite leichter, da das Saugen Deines Kindes bereits den Milchspendereflex ausgelöst hat.
  • Wechsle die Stillpositionen regelmäßig und achte darauf, dass Dein Kind richtig anliegt, um wunde Brustwarzen zu vermeiden. Denn nur dann bekommt es die Brustwarze richtig zu fassen und kann sie halten. Das Baby sollte jedoch mindestens 10 Minuten auf jeder Seite trinken.
  • Stille Dein Baby häufig! Dann ist sein Hunger nicht so groß und es saugt weniger gierig. Außerdem ist die Brust nicht so voll und das Baby bekommt sie besser zu fassen, weshalb nicht so leicht wunde Brustwarzen entstehen.

Wunde Brustwarzen oder Pilzinfektion Soor?

Hinter dem vermeintlichen Wundsein Deiner Brustwarzen kann auch die Pilzinfektion Soor stecken. Du erkennst sie an stechenden und brennenden Schmerzen in der Brustwarze, die über die Stillmahlzeiten hinaus anhalten. Weiterhin sind schuppige Haut an den Brustwarzen und ein starker Juckreiz Indizien für einen Pilz. Meist ist auch das Baby infiziert. Hat es weiße Beläge im Mundraum, am Gaumen und an den Wangen? Kontrolliere das vor dem Stillen, damit Du es nicht mit Resten der Muttermilch verwechselst. Auch wenn das Kind keine Symptome zeigt, werden Mutter und Kind immer gleichzeitig behandelt. Wende Dich bei Verdacht auf Soor an den Kinderarzt. Er verschreibt Dir und Deinem Baby etwas dagegen.

Weitere Hinweise, um wunde Brustwarzen zu verhindern

In unserem Spezial „Stillen“ findest Du weitere Hinweise, wie Du durch das richtige Anlegen und Ablösen des Babys, die richtige Stilldauer und den richtigen Stillrhythmus wunde Brustwarzen verhindern kannst.

Stillen: Was bei wunden Brustwarzen hilft

Gerade am Anfang ist das Stillen leider für die wenigsten Mütter schmerzfrei. Blutige, wunde Brustwarzen können einem das Stillen ziemlich verleiden und nicht wenige Mütter hören damit auf, weil sie die Schmerzen nicht mehr ertragen. Lest hier, was gegen wunde, schmerzende Brustwarzen helfen kann und was eher kontraproduktiv ist.

Wenn das Stillen schmerzhaft ist, dann liegt das fast immer daran, dass das Baby nicht richtig angelegt ist. Wie es richtig geht, könnt ihr hier nachlesen. Aber auch wenn die Stillberaterin keinen Fehler beim Anlegen findet, können die Brustwarzen gerade in den ersten Wochen wund werden und schmerzen. Also muss Linderung her, sonst wird das Stillen schnell zur Qual.

Stillposition wechseln kann helfen

Zunächst einmal könnt ihr versuchen, immer wieder die Stillposition zu wechseln, damit nicht stets die gleiche Stelle der Brust belastet wird und das Kind so anlegen, dass die Wunde genau in seinem Mundwinkel liegt. Dadurch wird die Belastung der wunden Stelle verringert. Dabei kann es durchaus zu ungewöhnlichen Stillpositionen kommen – meine Tochter habe ich beispielsweise eine Weile im Liegen mit dem Kopf nach unten und den Füßen nach oben angelegt, weil eine Brustwarze wund war und das Stillen so angenehmer war.

Es kann auch helfen, wenn ihr den Milchspendereflex auslöst, bevor das Kind zu saugen beginnt, durch Entspannung, Massage oder feuchte Wärme.

Kochsalzlösung oder Muttermilch auf die wunden Brustwarzen machen

Nach dem Waschen sollte man wunde Brustwarzen mit physiologischer Kochsalzlösung (0,9 %) reinigen, damit sich dort keine Krankheitserreger ansiedeln. Diese Kochsalzlösung habe ich bei meinem ersten Sohn im Krankenhaus bekommen. Es gibt sie außerdem sehr günstig in jeder Apotheke oder ihr stellt sie einfach selbst her. Dazu löst ihr einfach einen gestrichenen Teelöffel Kochsalz (4 Gramm) in einem halben Liter warmen Wasser vollständig auf.

Kühl und verschlossen aufbewahrt ist die Kochsalzlösung drei Tage lang haltbar. Zudem könnt ihr gereizte Brustwarzen nach jedem Stillen mit Muttermilch einreiben. Diese wirkt entzündungshemmend und kann verhindern, dass sich wunde Stellen infizieren.

Lanolin kann auf der Brust bleiben

Viele Mütter haben mit Wollwachs (Lanolin)-Salbe gute Erfahrungen gemacht. Diese Salbe gibt es von unterschiedlichen Herstellern, zum Beispiel von Lansinoh *, Medela* oder ELANEE*. Sie kostet nicht viel und ist in Drogerien und Apotheken erhältlich. Praktischerweise muss man sie vor dem Stillen nicht von der Brust entfernen, sie ist unschädlich für das Baby.

Vorsicht mit Heilwolle

Auch Heilwolle wird wegen ihres hohen Lanolingehalts oft empfohlen. Heilwolle ist naturbelassene und nur mit Wasser gewaschene Schafswolle. Man legt sie nach dem Stillen in den BH direkt auf die Brustwarze. Da die feinen Härchen allerdings mit der Wunde verkleben können, ist das weniger empfehlenswert, vor allem wenn die Brustwarze schon offen ist. Zudem kann sie zu Infektionen der wunden Brustwarzen beitragen, wenn sie zu lange verwendet wird.

Empfehlenswerte Kompressen und Pads gegen wunde Brustwarzen

Auch Multi-Mam-Kompressen werden von vielen Hebammen empfohlen und in vielen Geburtskliniken an die Mütter verteilt, die unter wunden Brustwarzen leiden. Ihr könnt sie vor dem Gebrauch in den Kühlschrank legen, was ihre wohltuende Wirkung noch verstärkt. Kaufen könnt ihr sie in Apotheken oder im Internet*

Hydrogel-Pads wie die von Medela* wirken zwar stärker schmerzlindernd als Wollfett, aber bei unsachgemäßem Gebrauch können sie leicht zu Infektionen führen. Und wenn sie auf der Wunde festkleben, kann das Ablösen schmerzhaft sein. Deshalb solltet ihr damit vorsichtig sein.

Ein altes Hausmittel: Zinnhütchen gegen offene Brustwarzen

Meine Hebamme hat mir aufgrund einer blutigen Brustwarze, die sich mit Lanolinsalbe nicht besserte, ein Zinnhütchen gegeben. Ich war erst skeptisch, aber es hat sehr gut geholfen. Zinnhütchen, auch Cappellinos genannt, sind wohl ein altes Hausmittel. Die Wirkweise basiert auf dem Prinzip der feuchten Wundheilung in Muttermilch. Der Schorf der verletzten Brustwarze trocknet nicht an und reißt dann nicht bei jeder erneuten Belastung wieder auf.

Man setzt das Zinnhütchen auf die Brustwarze, unter den BH. Allerdings muss man aufpassen, dass sie beim Stillen nicht auslaufen denn in ihnen sammelt sich die Muttermilch. Fragt doch einfach mal Eure Hebamme, ob sie Euch ein Zinnhütchen ausleihen kann – man kann diese problemlos desinfizieren und wieder verwenden. Falls sie keines hat, könnt ihr ein Zinnhütchen auch bei Amazon* bestellen. Es kostet 26,90 Euro, das Paar gibt es für 49,90 Euro.

Silikonschalen oder Brust-Donuts

Wunde Brustwarzen sind oft sehr berührungsempfindlich und wenn die Stilleinlage oder der BH daran festkleben, reißen sie oft wieder auf. Deshalb kann es helfen, einen Brustwarzenschutz im BH zu tragen, der auch verhindert, dass die Brustwarze abknickt.

Angeboten werden Brustwarzen-Schalen aus Silikon beispielsweise von Medela * oder Avent*. Ihr könnt euch aber auch selbst „Brust-Donuts“ machen. Dazu braucht ihr mehrere dicke Stilleinlagen und einen Schlauchverband aus der Apotheke, eine Anleitung vom Europäischen Institut für Stillen und Laktation findet ihr hier.

Laser-Therapie im Krankenhaus

Manche Kliniken, Hebammen und Stillberaterinnen bieten außerdem eine Soft-Laser-Therapie an. Sie soll die Schmerzen lindern, die Entzündung des Gewebes reduzieren und den Stoffwechsel anregen, was wiederum die Wundheilung stimuliert. Die Wirksamkeit der Laser-Therapie ist jedoch noch nicht ausreichend durch Studien belegt. Ein einzelner Bericht, der für eine Bewertung unzureichend ist, beschreibt den erfolgreichen Einsatz der Soft-Laser-Therapie bei 31 Patientinnen mit wunden Brustwarzen. Die Behandlung dauert pro Brust drei bis fünf Minuten und kostet für beide Brustwarzen zusammen rund 15 Euro. Das ist nicht all zu viel, so dass es vielleicht einen Versuch wert ist, wenn nichts anderes hilft.

Wenn nichts mehr hilft: Stillpause einlegen

Eine Stillpause kann bei sehr starken Schmerzen notwendig werden. Dann solltet ihr die Brust so häufig wie vorher gestillt wurde von Hand oder mit Hilfe einer Milchpumpe entleeren. Die Milch könnt ihr dem Baby dann in einem Becher (stillfreundlicher) oder in einer Flasche geben. Bei meinem Sohn musste ich immer wieder mal eine Brust für ein, zwei Tage abpumpen, damit die schmerzhaften Wunden verheilen konnten. Allzu lange am Stück sollte man das allerdings nicht machen, denn eine Pumpe regt die Milchbildung nicht so gut an wie ein saugendes Baby.

Wenn die Milch aufgrund der wunden Brustwarzen blutig ist, ist das übrigens kein Grund für eine Stillpause, das Blut in der Milch schadet dem Baby in keinster Weise.

Diese Methoden sind bei wunden Brustwarzen nicht empfehlenswert

Alkoholische Lösungen, Salben oder Cremes trocknen die Haut aus und können sie dadurch schädigen und noch anfälliger für Infektionen machen. Das gilt übrigens auch für homöopatische Tinkturen. Diese enthalten ebenfalls Alkohol!

Zudem hat eine Studie gezeigt, dass die Verwendung paraffinhaltiger Salben wie beispielsweise Vaseline dazu führt, dass das Kind beim Saugen viele mineralische Paraffine aufnimmt, entweder direkt von der Brustwarze oder indirekt über die Muttermilch. Solche Salben sind deshalb nicht empfehlenswert.

Auch Kompressen mit Teebeuteln sollte man besser nicht verwenden. Studien zeigten, dass Teebeutelkompressen im Vergleich zu Warmwasserkompressen schlechter oder nur gleich wirksam sind. Tee hinterlässt aber einen bitteren Geschmack auf der Brust, den manche Babys nicht mögen.

Brusthütchen solltet ihr auch nicht verwenden, denn sie beheben nicht die Ursache wunder Brustwarzen und haben oft negative Folgen. Das Kind bekommt beim Trinken mit Brusthütchen nicht so viel Milch aus der Brust und die Milchbildung wird oft nicht ausreichend angeregt, wenn man Stillhütchen verwendet.

Weiterführende Literatur: Die Leitlinie zur Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit

Foto: Mamaclever

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Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Letzte Änderung: 15.02.2018
Nächste Aktualisierung von Astrid Clasen • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Eine Mastitis tritt überwiegend bei stillenden Frauen im Wochenbett auf, etwa bei einem Milchstau, und heilt dann meist folgenlos ab. Seltener entwickelt sich eine Mastitis außerhalb der Stillzeit sowie bei Männern. Dann aber wird sie häufig chronisch und muss mit Medikamenten oder einer Operation behandelt werden.

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Symptome
  • Therapie
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Was ist eine Brustdrüsenentzündung (Mastitis)?

Eine Mastitis ist eine Entzündung der Brustdrüse, die vor allem Frauen betrifft, besonders als Mastitis puerperalis (Brustentzündung während dem Wochenbett und der Stillzeit).

Seltener entzündet sich die Brustdrüse außerhalb von Wochenbett und Stillzeit (Mastitis non-puerperalis) oder bei Neugeborenen (Mastitis neonatorum oder Neugeborenenmastitis) sowie bei Männern.

Umgangssprachlich wird die Mastitis auch als Brustentzündung bezeichnet.

Neugeborenenmastitis

Eine Neugeborenenmastitis (Mastitis neonatorum) kann sich sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen vier bis sechs Tage nach der Geburt entwickeln. Die Neugeborenenmastitis ist aber keine klassische Brustdrüsenentzündung sondern eher eine Brustdrüsenschwellung. Sie entsteht durch mütterliche Hormone, die sich noch im Blutkreislauf des Säuglings befinden.

Die Neugeborenenmastitis ist unbedenklich und muss nicht behandelt werden. Die Schwellung bereitet keine Beschwerden und geht selbstständig zurück.

Während der Brustdrüsenschwellung kann ein Sekret austreten, die sogenannte Hexenmilch. Auch diese ist auf verbliebene mütterliche Hormone zurückzuführen und ist unbedenklich.

Typische Symptome einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Eine Mastitis verursacht typische Symptome, aufgrund derer man landläufig auch von einer Brustentzündung spricht: Die Entzündung geht zwar von der Brustdrüse aus, weitet sich aber meist auf die ganze Brust aus und bereitet ausgedehnte Beschwerden.

Die Brust:

  • schmerz stark und spannt,
  • ist verhärtet und gerötet,
  • ist angeschwollen und
  • fühlt sich sehr warm an.

In etwa der Hälfte der Fälle sind die benachbarten Lymphknoten angeschwollen.

Bei einer Mastitis puerperalis, also einer Brustentzündung in der Stillzeit, entwickelt sich außerdem plötzliches hohes Fieber.

In manchen Fällen bilden während einer Mastitis eitrige abgekapselte Entzündungen (Abszesse). Bei chronischen Brustentzündungen können zudem sogenannte Fisteln entstehen – also Gänge, die von den Milchgängen ausgehend nach außen führen.

Therapie & Behandlung

Eine Mastitis sollte grundsätzlich ärztlich untersucht und behandelt werden, um zu verhindern, dass sich Abszesse bilden oder die Brustdrüsenentzündung chronisch wird.

Das können Sie selber tun:

  • Kühle Auflagen (nicht aus dem Eisfach!),
  • Quarkwickel oder
  • Umschläge mit essigsaurer Tonerde

kühlen die Brust und lindern so die Beschwerden. Außerdem sollten Sie einen BH tragen, der die Brust gut stützt, aber nicht einengt.

Je nach Ursache der Brustdrüsenentzündung können bestimmte Medikamente eingesetzt werden:

  • Dopamin-Rezeptor-Agonisten hemmen die Prolaktion-Produktion
  • Antibiotika (z.B. Clindamycin, Flucloxacillin)
  • Entzündungshemmer (Antiphlogistika)

Eine Operation ist nötig bei:

  • einem Abszess
  • chronischen Entzündungsherden
  • Restgeschwüren nach abgeheilter Brustenzündung
  • Fisteln

Häufige Ursachen einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Eine Mastitis non-puerperalis, also eine Brustdrüsenentzündung, die nichts mit Wochenbett und Stillzeit zu tun hat, kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden (sowohl bei Frauen als auch bei Männern):

  • Verletzungen der Brustdrüse (Mamma)
  • bestimmte Psychopharmaka (Tranquilizer)
  • Depotpräparate mit Sexualsteroiden (werden z.B. als Hormonersatztherapie eingesetzt, bei Frauen etwa bei Beschwerden in den Wechseljahren)
  • starkes Rauchen

Aufgrund ihrer Ursache kann eine Brustdrüsenentzündung außerdem in bakterielle und nicht-bakterielle Mastitis unterschieden werden:

Bakterielle Mastitis

Hauptverursacher einer bakteriellen Mastitis sind Staphylokokken, insbesondere Staphylococcus aureus (40% bei Mastitis non-puerperalis, 95% bei Mastitis puerperalis). Daneben können auch Streptokokken, Escherichia coli und Fusobakterien eine Entzündung der Brustdrüse hervorrufen. Die Erreger gelangen meist über kleine Risse in der Haut der Brustwarze – sogenannte Schrunden oder Rhagaden – in den Körper.

Äußerst selten entwickelt sich eine bakterielle Mastitis non-puerperalis im Rahmen einer Grunderkrankung, wie beispielsweise:

  • Tuberkulose
  • Syphilis
  • Lepra
  • Typhus
  • Aktinomykose

Nicht-bakterielle Mastitis

Es kann passieren, dass die Brustdrüse durch eine erhöhte Konzentraion des Hormons Prolaktin vermehrt Sekret bildet (Hyperprolaktinämie), z.B. durch

  • Stress
  • hormonelle Veränderungen
  • Medikamente

Kann das Sekret nicht richtig abfließen (Milchstau), weiten sich die Milchgänge und die Flüssigkeit dringt in das umliegende Bindegewebe ein. Dort wird es als Fremdkörper wahrgenommen und löst so eine Entzündungsreaktion und damit eine nicht-bakterielle Mastitis aus.

In der Folge können sich an den geschädigten Milchgängen und im Gewebe leicht Bakterien ansiedeln, sodass aus der nicht-bakteriellen eine bakterielle Mastitis wird.

Auch eine sogenannte Mastopathie, eine gutartige Veränderung der Brust, kann einen Sekretstau auslösen.

Diagnose bei Brustdrüsenentzündung (Mastitis)

Die typischen Beschwerden legen die Diagnose einer Mastitis nahe. Durch Abtasten (Tastbefund) und eine anschließende Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die Brustentzündung genauer beurteilen.

Wenn die Brustwarze auffällig aussieht oder Flüssigkeit absondert, können mögliche Erreger mithilfe eines Abstrichs ermittelt werden. Anhand eines Bluttests kann zudem die Konzentration des Hormons Prolaktin überprüft werden. Ist das Prolaktin erhöht, muss die Ursache hierfür gefunden werden: zum Beispiel eine Schilddrüsenstörung oder bestimmte Medikamente.

Wenn eine medikamentöse Therapie nicht anschlägt, kann eine Mammographie durchgeführt werden, um einen entzündlichen Brustkrebs (Mammakarzinom) auszuschließen. Eine Gewebeprobe (Biopsie) kann das Ergebnis sichern und auch andere Erkrankungen nachweisen oder ausschließen.

Brustdrüsenentzündung: Typischer Verlauf & Komplikationen

Eine Mastitis – besonders eine Mastitis puerperalis – bildet sich oft von selbst zurück oder heilt unter der Behandlung rasch ab, besonders wenn sie zum ersten Mal auftritt.

Komplikationen

Manchmal bildet sich ein mit Eiter gefüllter Abszess. Liegt dieser nahe hinter der Brustwarze oder direkt unter der Haut, kann er sich selber über das Gangsystem oder die Haut nach außen entleeren. Größere und tiefer liegende Abszesse muss der Arzt operativ öffnen und reinigen, da sich sonst Fisteln bilden können. Fisteln sind Verbindungen zur Haut oder zum Milchgangsystem, über die wiederum Bakterien in das Brustgewebe eindringen können.

Tritt die Brustdrüsenentzündung außerhalb der Stillzeit auf (Mastitis non-puerperalis) und wird nicht rechtzeitig oder nicht lange genug behandelt, kann sie sich zu einer chronischen Mastitis entwickeln. Daher ist es wichtig, dass Sie sich frühzeitig an einen Arzt wenden, wenn Sie bei sich Anzeichen einer Mastitis beobachten.

Häufigkeit

Etwa 1 bis 2 unter 100 Frauen entwickeln beim Stillen im Wochenbett eine Mastitis puerperalis, meistens in der 2. bis 4. Woche nach der Geburt.

Außerhalb der Stillzeit kommt es selten zu einer Brustdrüsenentzündung. Eine Mastitis non-puerperalis tritt bei 1-2 von 10.000 Frauen zwischen 20 und 40 Jahren auf. Äußerst selten entwickeln Frauen in oder nach der Menopause eine Brustdrüsenentzündung.

Wie kann man einer Brustdrüsenentzündung vorbeugen?

Einer Brustdrüsenentzündung können Sie nicht sicher vorbeugen. Im Wochenbett können Sie das Risiko, an einer Mastitis puerperalis zu erkranken, jedoch durch eine gute Stilltechnik senken:

  • Sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Kind es beim Stillen bequem haben.
  • Reinigen Sie Ihre Brustwarzen und deren Umgebung mit Wasser, bevor Sie Ihrem Kind die Brust geben.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den ganzen Warzenhof mit seinem Mund umschließt – fasst es nur die Brustwarze, ist das schmerzhaft und irritiert das Gewebe.
  • Lassen Sie Ihr Kind in den ersten drei Tagen des Wochenbetts nicht länger als fünf Minuten an jeder Brust saugen, um sich langsam auf das Stillen einzustellen. Später können Sie die Anlegezeiten verlängern.
  • Lassen Sie Ihre Brustwarzen nach dem Stillen an der Luft trocknen. Dadurch können Sie verhindern, dass sich kleine Risse in der Haut – sogenannte Schrunden oder Rhagaden – bilden, durch die Keime in den Körper eindringen können.

Bildet Ihre Brust nach dem Abstillen noch über längere Zeit Sekret, sollten Sie dies von Ihrem Frauenarzt abklären lassen.

Eine Brustdrüsenentzündung außerhalb der Stillzeit (Mastitis non-puerperalis) ist zwar selten, neigt aber dazu, immer wieder aufzutauchen (rezidivierend). Darum ist es bei dieser Art der Brustentzündung wichtig, dass:

  • … die Mastitis gut austherapiert wird (bei bakterieller Ursache Antibiotika über zwei bis drei Wochen).
  • … eine Schilddrüsenfehlfunktion ausgeschlossen wird.
  • … Sie auf Rauchen verzichten.
  • … eine Hyperprolaktinanämie ausgeschlossen bzw. behandelt wird.

Quellen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Mastitis (Brustentzündung)“:

  • Entzündliche Krankheiten der Mamma
  • Infektionen der Mamma im Zusammenhang mit der Gestation
  • Sonstige Infektionen, die für die Perinatalperiode spezifisch sind
  • Sonstige Krankheitszustände mit Beteiligung der Haut, die für den Fetus und das Neugeborene spezifisch sind

Quellen:

Mastitis puerperalis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 27.10.2017)

Mastitis non-puerperalis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 27.10.2017)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/071 (Stand: 18.3.2013)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Gruber, S.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2012

Stalla, G.K.: Therapielexikon Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten. Springer, Heidelberg 2007

Letzte inhaltliche Prüfung: 23.01.2018
Letzte Änderung: 15.02.2018

Vorbeugung und Behandlung bei Mastitis

Mastitis kann unterschiedliche Symptome und Ursachen haben. Bild: ©detailblick – Fotolia.com

Mastitis ist ein häufig verbreitetes Stillproblem. Sehr oft sind verletzte und gereizte Brustwarzen sowie Mamillenprobleme die Vorstufe für Entzündungen. Nicht selten entstehen zu Beginn der Stillzeit große Probleme für die Eltern. Manchmal sind sie sogar der Grund für das Abstillen.

Zu den meist später auftretenden Anzeichen von Mastitis gehören verstopfte Milchkanäle (Milchstau), Abszesse und in seltenen Fällen Candidose (Soor).

Lassen Sie sich nicht gleich ins Bockshorn jagen und geben Sie das Stillen nicht vorzeitig auf! Hier zeigen wir Ihnen, was die Ursachen und die Symptome bei einer Mastitis (Brustentzündung) sind und wie Sie Mastitis vorbeugen und behandeln können.

1. Was ist Mastitis?

Unter „Mastitis“ wird nach Lawrence & Lawrence (2005) eine infektiöse Brustentzündung verstanden. Am häufigsten kommt es 6 – 7 Wochen nach der Geburt zu einer Mastitis. Wenn sich die Milch staut, wird es problematisch, da die Brustdrüse darauf ausgelegt ist, Milch zu bilden und zu transportieren, aber nicht zu speichern.

2. Symptome

Typische Symptome der Mastitis sind ein allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen und Druckempfindlichkeit an der betroffenen Stelle. Die Brust fühlt sich hart, warm und geschwollen an und ist in der Regel gerötet. All diese Symptome können auch nur teilweise vorhanden sein.

3. Ursachen für Mastitis

Die Hauptursache für eine Brustentzündung ist die Infektion mit Bakterien und Erregern, in eher seltenen Fällen mit Hefepilzen. Weitere Faktoren, die Mastitis begünstigen sind:

  • Wunde Brustwarzen, Stress und Müdigkeit begünstigen die Entstehung von Infektion wie Mastitis.
  • Verletzte Brustwarzen (Mamillen) und gestaute Milch in den Milchkanälen erhöhen das Risiko des Eindringens von Bakterien und Erregern ins Milchgangsystem.
  • Bei einem starken Milchspendereflex staut sich die Milch, wenn das Baby nicht wirkungsvoll trinkt oder wenn die Brust nicht entleert wird.
  • enge Still-BHs, eine ausgelassene Stillmahlzeit oder Milchstau (verstopfte Milchgänge).
  • Fast jede Mutter, die unter Milchstau leidet, ist dem hohen Risiko einer Verstopfung der Milchgänge und einer Brustdrüsenschwellung ausgesetzt.

4. Zwei Typen von Mastitis

Es wird zwischen zwei Formen von Mastitis unterschieden: Die entzündliche und die infektiöse Mastitis. Beide kommen im Milchgangsystem vor und stehen in engem Zusammenhang mit der Stauung der Milch.

1) Die „entzündliche Mastitis“

Innerhalb von 12 bis 24 Stunden, in denen der Milchkanal verstopft ist, beginnt die „entzündliche Mastitis“. Dabei entzünden sich die inneren Milchkanälchen und Milchgänge und verursachen weitere, lokale Probleme: eine geschwollene, harte, empfindliche und heiße Brust.

2) Die „infektiöse Mastitis“

Während der Entzündung erhöhen sich die weißen Blutkörperchen in der Milch (eine normale Reaktion), die Bakterienanzahl bleibt weitestgehend unverändert. Werden die blockierten Milchgänge innerhalb von 24 – 48 Stunden nicht behandelt, erfolgt eine „infektiöse Mastitis“. Die Zahl der Bakterien und Erreger nimmt zusammen mit den weißen Blutkörperchen zu.

Wenn die entzündete Brust mit Bakterien infiziert wird, zeigen sich auch die typischen Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein.

5. Vorbeugung und Behandlung von Mastitis

Schnelle Hilfe bei wunden, gereizten und entzündeten Brustwarzen: Eine innovative Methode zur Linderung der Schmerzen bei wunden und gereizten Brustwarzen sind die Multi-Mam Kompressen mit dem patentierten 2QR-Wirkstoffkomplex. Multi-Mam Brustkompressen helfen, Infektionen wie Mastitis zu verhindern.

Multi-Mam Balsam: Optimale Brustpflege während und nach dem Stillen

Für eine zusätzliche Brustpflege vor und während des Stillen können Sie auch das Multi-Mam Brustwarzenbalsam verwenden.

  • Eine effektive Vorbeugung ist möglich. Eine häufige Entleerung der Brust kann z.B. Mastitis vorbeugen. Hierfür gibt es verschiedene Techniken und Methoden wie Sie die Brust mit einer Handpumpe oder einer elektrischen Milchpumpe entleeren sowie Muttermilch mit der Hand ausstreichen können. Hierbei kann jede Frau selbst entscheiden, welche Technik sie bevorzugt.
  • Unterstützung von der Familie, Hilfe im Haushalt sowie erhöhte Flüssigkeitsaufnahme und Bettruhe sind von großer Bedeutung für einer Besserung.
  • Stress und Müdigkeit vermeiden: Ein Grund für die wiederkehrende Mastitis kann auch sein, dass eine Mutter verordnete Antibiotika nicht zu Ende genommen oder nicht genügend Ruhe bekommen hat.
  • Legen Sie das Kind zunächst an der nicht betroffenen Seite an, so wird das Stillen weniger schmerzhaft.
  • Mastitis ist kein Grund zum Abstillen: Eine Unterbrechung des Stillens verschlimmert die Situation eher. In diesem Fall empfehlen viele Ärzte, Hebammen und Experten Multi-Mam Kompressen, die bei wunden Brustwarzen schnelle Linderung verschaffen.

Arzt konsultieren: Wenn Sie innerhalb von 24- 48 Stunden keine wesentliche Besserung bemerken, kontaktieren Sie Ihren Arzt! Bei stark entzündetem Brustgewebe ist in der Regel eine Therapie mit Antibiotika erforderlich.

Unter einer Brustdrüsenentzündung (Mastitis) versteht man eine Schwellung und Rötung der Brustwarze oder des Milchdrüsengewebes. Häufig ist die Brustdrüsenentzündung mit Druckempfindlichkeit, Schmerzen und Fieber verbunden. Meist tritt eine Brustentzündung in der Stillzeit auf. Dabei kann es auch zu einem Milchstau kommen.

Häufigste Ursachen

  • Beim Stillen gelangen Keime vom Mund des Säuglings über kleine Risse in der Brustwarze in die Brust. Dies passiert häufig in den ersten Wochen nach der Geburt.
  • Selten können auch Hormonstörungen, gutartige Zysten oder Schwellungen und Knötchen des Brustdrüsengewebes zu einer Brustentzündung führen.

Was Sie tun können

  • Bei einer leichten Brustentzündung kann nach vorübergehendem Verwerfen der abgepumpten Milch weiter gestillt werden. In schwereren Fällen sollte jedoch abgestillt werden (Keimbelastung/Antibiotikabelastung für das Kind)
  • Umschläge mit Quark oder essigsaurer Tonerde können helfen. Leicht waschbares Tuch mit Quark oder Tonerde in den Büstenhalter legen und die Brust damit möglichst hochbinden, ohne dass es schmerzt, alle sechs Stunden erneuern und über mehrere Tage fortsetzen.
  • Zur Schonung der Brustwarze beim Stillen Brusthütchen verwenden.
  • Um einen Milchstau zu vermeiden, sollte überschüssige Milch abgepumpt oder ausgestrichen werden.
  • Eine entzündungshemmende Brustwarzensalbe auftragen.

Wann Sie zum Arzt müssen

  • Sobald Verdacht auf eine Brustdrüsenentzündung besteht, auch um festzustellen, ob eine Zyste oder andere Erkrankungen dahinter stehen.
  • Bei Fieber oder Vereiterung.

Was Ihr Arzt tun kann

  • Behandlung mit Antibiotika, falls Bakterien die Ursache sind.

Vorbeugung

  • Den Säugling nicht zu lange an einer Seite saugen lassen, damit sich keine Risse an der Brustwarze bilden.
  • Intensive Hygiene und Pflege der Brust mit speziellen entzündungshemmenden, schützenden Cremes oder Ölen.

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