Bronchitis BEI kleinkinder

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Spastische Bronchitis
 Ist das noch normaler Husten?

Was können Eltern tun, wenn sie die Symptome der Bronchitis bei ihrem Kind bemerken? Zunächst sollten sie das Kleinkind in jedem Fall einem Arzt vorstellen. Er untersucht das Kind und verschreibt Medikamente zur Muskelentspannung, damit die Hustenanfälle nicht mehr so schlimm sind und weniger werden. Wieder zu Hause, sollte das Kind viel trinken und Ruhe haben, denn Schlaf fördert die Heilung und stärkt die Abwehrkräfte. Die schweren Hustenanfälle lassen Eltern allerdings oft in Panik geraten. Doch gerade Aufregung kann die Anfälle bei der spastischen Bronchitis noch verstärken, weil das Kind die Angst der Eltern spürt. Durch den Husten ist das Kleinkind meistens schnell erschöpft und schläft viel. Zusätzlich besteht bei einer spastischen Bronchitis begleitendes Fieber. Auf diese Weise bekämpft der Körper den Erreger.
Was noch hilft bei spastischer Bronchitis: gut lüften und möglichst wenig Schadstoffe, die mit eingeatmet werden. Also auf keinen Fall rauchen, wenn man ein Hustenkind hat.
Wichtig: Wenn das Kind in schlimme Atemnot gerät, sofort den Notarzt rufen. Echte Lebensgefahr erkennen Eltern bei Ihrem Kind an blauen Lippen, blauem Nagelbett oder sich blau verfärbender Haut.

Akute Bronchitis: Diagnostik, Symptome und Behandlung

Akute Bronchitis: Behandlung

In leichteren Fällen reichen oft pflanzliche Therapien aus, die die Symptome abschwächen. Dies sind Schleimlöser, damit der Schleim leichter abhustbar wird und Hustenmittel, um quälenden Hustenreiz zu mildern. Allerdings sollte der Hustenreiz nicht ganz unterdrückt werden, da Husten die Funktion hat, die Lunge vom Schleim zu befreien. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Hausmittel wie Dampfinhalation über heißem Wasser mit Kamillenzusatz können lindernd wirken. In der Regel dauert eine akute Bronchitis wenige Tage, bei längerem Verlauf sollte ein Lungenfacharzt aufgesucht werden.
Häufig ist eine akute Bronchitis anfangs durch Viren hervorgerufen, dann ist die Gabe eines Antibiotikums nicht sinnvoll. Im weiteren Verlauf kommen jedoch oft Bakterien hinzu, so dass dann ein Antibiotikum notwendig sein kann. Eine Blutentnahme kann bei der Unterscheidung helfen.
Bei einer obstruktiven oder spastischen Bronchitis kommen Bronchienerweiterter und Kortison zur Bekämpfung der Entzündung zum Einsatz, beides kann schonend inhaliert werden.

Haben Sie eine Bronchitis mit oder ohne Auswurf und quälendem Husten oder möchten Sie eine Lungenentzündung ausschließen? Dann rufen Sie uns doch einfach an unter 089-41 31 3 777 oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Akute Bronchitis

Behandlung bei akuter Bronchitis

(PantherMedia / imagepointfr) Eine akute Bronchitis verschwindet meist von allein. Bis die Infektion abgeklungen ist, können einige Mittel Husten und Erkältungsbeschwerden etwas lindern. Antibiotika helfen bei akuter Bronchitis in der Regel nicht und werden deshalb nicht empfohlen.

Besonders im Herbst und Winter erwischt es viele Menschen: Erst plagen einen Schnupfen, Kopf- und Halsschmerzen. Später kommt ein hartnäckiger Husten dazu, der über Wochen anhalten kann. Dann heißt es „abwarten und Tee trinken“, bis die akute Bronchitis von selbst wieder abklingt. Die Einnahme von Medikamenten ist nicht nötig. Antibiotika sind in der Regel wirkungslos, da eine akute Bronchitis meist durch Viren ausgelöst wird.

Gegen Husten und Erkältungsbeschwerden stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung – doch nur wenige können den Krankheitsverlauf spürbar beeinflussen. Die meisten Mittel müssen selbst bezahlt werden.

Sind Hustenlöser (Expektorantien) sinnvoll?

Unter dem Begriff Hustenlöser (Expektorantien) werden Medikamente zusammengefasst, die

  • die Schleimbildung in den Bronchien fördern (Sekretolytika) oder
  • zähen Bronchialschleim verflüssigen.

Auf diese Weise sollen sie helfen, den Schleim besser abzuhusten und den Husten zu lindern. Ob diese Mittel tatsächlich bei akuter Bronchitis helfen, lassen die bisherigen Studien offen. Hustenlöser sollten, wenn überhaupt nur eingenommen werden, wenn der gebildete Schleim auch abgehustet werden kann.

Was bewirken Hustenstiller (Antitussiva)?

Hustenstiller (Antitussiva) wirken nicht auf die entzündete Schleimhaut in den Bronchien, sie sollen vielmehr den Hustenreiz unterdrücken. Deshalb kommen sie bei einer akuten Bronchitis nur selten infrage. Typische hustenstillende Wirkstoffe sind Codein und Dextromethorphan.

Antitussiva dürfen nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden. Bei Husten mit Auswurf sind sie dagegen nicht sinnvoll: Wenn der Hustenreiz fehlt, kann der Schleim nicht abgehustet werden.

Es gibt zudem keine Studien, die die Vor- und Nachteile von Antitussiva bei akuter Bronchitis untersucht haben. Die wenigen bisherigen Studien haben ihre Wirkung lediglich bei einfachen Erkältungen, Rachen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen geprüft. Diese Studien zeigten:

  • Codein wirkt weder bei Erwachsenen noch bei Kindern und Jugendlichen gegen akuten Husten bei Erkältungen. Kindern unter zwölf Jahren dürfen Codein oder codeinhaltige Medikamente generell nicht verschrieben werden. Dasselbe gilt für stillende Mütter.
  • Dextromethorphan kann bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lediglich bei Erwachsenen etwas lindern, zumindest für kurze Zeit nach der Einnahme. Dextromethorphan darf nicht bei Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD eingenommen werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden.

Codein ist verschreibungspflichtig, Mittel mit Dextromethorphan sind auch ohne Rezept in Apotheken erhältlich.

Was bringen pflanzliche Arzneimittel?

Gegen akute Bronchitis werden verschiedene pflanzliche Präparate angeboten, zum Teil auch als Wirkstoffkombinationen: zum Beispiel bestimmte Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern. Die bisherigen Studien zu solchen Mitteln deuten darauf hin, dass sie bei einer akuten Bronchitis den Husten etwas lindern und das Abhusten unterstützen können. Als Nebenwirkungen können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Die Kosten für diese Präparate werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Andere pflanzliche Mittel – zum Beispiel aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) – wurden bisher kaum in guten Studien untersucht. Ob sie helfen können, ist daher nicht bekannt. Auch sie können jedoch Nebenwirkungen haben.

Helfen atemwegserweiternde Mittel?

Atemwegserweiternde Medikamente werden meist als Inhalationsspray bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD eingesetzt, die die Bronchien verengen. Bei einer akuten Bronchitis ohne verengte Atemwege sollten sie nicht angewendet werden, zumal sie dann auch nicht helfen.

Welche Mittel helfen gegen Begleitbeschwerden?

Besonders zu Beginn einer akuten Bronchitis kann es durch eine begleitende Erkältung oder Grippe zu Kopf-, Hals-, Ohren- oder Gliederschmerzen kommen. Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) können dann Erleichterung verschaffen.

Paracetamol und NSAR – dazu gehören unter anderem Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS) – werden rezeptfrei in der Apotheke angeboten. Die Medikamente sind als Tabletten, Zäpfchen oder Säfte erhältlich. Für Kinder unter zwölf Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen ist ASS nicht geeignet, da der Wirkstoff bei ihnen – wenn auch selten – zu einer schweren Hirn- und Leberschädigung (Reye-Syndrom) führen kann.

Was kann man zusätzlich tun?

Wichtig ist, sich besonders in den ersten Tagen der Erkrankung die nötige Ruhe zu gönnen, körperliche Anstrengung zu vermeiden und auf Sport zu verzichten. Oft wird geraten, viel zu trinken, damit sich der Schleim in den Bronchien besser löst. Es gibt bislang jedoch keine geeigneten Studien, die geprüft haben, ob „viel trinken“ besser hilft als „normal trinken“ oder möglicherweise eher schadet.

Ein hustenstillendes Hausmittel kann Honig sein – pur oder in warmem Tee gelöst. Studien mit Kindern deuten darauf hin, dass Honig bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lindern kann. Für Kinder unter einem Jahr ist Honig jedoch nicht geeignet, da Säuglinge empfindlich auf bestimmte Bakterien im Honig reagieren können.

Raucherinnen und Raucher mit akuter Bronchitis können ihre Atemwege schonen, wenn sie möglichst nicht oder deutlich seltener zur Zigarette greifen.

Warum wird von Antibiotika abgeraten?

Antibiotika sind Medikamente, die Bakterien abtöten oder ihre Vermehrung hemmen. Eine akute Bronchitis wird aber meist durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht wirken.

Viele Studien haben gezeigt, dass Antibiotika den Krankheitsverlauf kaum beeinflussen. Bei den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern konnten Antibiotika die Dauer des Hustens im Durchschnitt um einen halben Tag verkürzen. Auf der anderen Seite lösten sie bei etwa 3 von 100 Menschen Nebenwirkungen wie Durchfälle, Übelkeit oder Hautausschläge aus.

Häufige Verschreibungen von Antibiotika bei Atemwegsinfekten können außerdem dazu führen, dass sich Resistenzen bilden. Dies kann zur Folge haben, dass die Mittel gegen bestimmte Bakterien nicht mehr wirken. Deshalb wird bei einer akuten Bronchitis davon abgeraten, Antibiotika einzunehmen.

Manche Menschen haben aufgrund einer Immunschwäche, einer schweren Lungen- oder Herzerkrankung oder ihres hohen Alters ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, wie eine Lungenentzündung. Für sie kann eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein, um Komplikationen vorzubeugen.

Quellen

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Obstruktive Bronchitis

Die Bronchien leiten die Luft aus der Luftröhre bis in die Lungenbläschen, man nennt sie auch die Atemwege. Eine Infektion dieser Atemwege geht häufig mit ihrer Verengung und mit vermehrter Schleimbildung einher.

Die Infektion der Atemwege kann durch Viren oder Bakterien, seltener durch Pilze verursacht werden. Zu den Viren, die am häufigsten Ursache einer Bronchitis sind, zählen unter anderem Adeno-, Coxsackie-, Respiratory-Sinzytial-, Parainfluenza- und Influenzaviren.

Bei den Bakterien spielen Pneumo- und Streptokokken eine wichtige Rolle. Die Art der Viren und Bakterien, die häufig bei Bronchitis als Verursacher gefunden werden, kann sich bei Kindern von Erwachsenen unterscheiden.

Bei einem unkomplizierten Verlauf klingt eine akute Bronchitis nach etwa zwei Wochen wieder ab. Bei einer spastischen Bronchitis fällt dem Kind aufgrund der angeschwollenen Schleimhäute das Atmen schwer.

Insbesondere die Ausatmung durch die verengten Bronchien ist behindert, was sich durch ein charakteristisches Atemgeräusch bemerkbar macht: das sogenannte Giemen – ein pfeifendes, gelegentlich von einem Brummen begleitetes Atemgeräusch. Der Husten klingt bellend und heiser. Im Gegensatz zu Entzündungen der Luftröhre oder des Kehlkopfes findet die Bronchitis aber in den Atemwegen statt, die der Luftröhre nachfolgen.

Weitere Formen der Bronchitis

Neben der akuten und spastischen Bronchitis kennt man bei Kindern die Bronchiolitis (hier sind vor allen Dingen die kleineren Bronchien betroffen). Auch bei der Bronchiolitis, die häufig durch das RS-Virus ausgelöst wird, treten Atembeschwerden auf.

Das Ausatmen klingt bei dieser Form der Infektion häufig eher rasselnd. Oft tritt die Bronchiolitis zusammen mit Fieber und Schnupfen auf. Stellt sich ein Sauerstoffmangel ein, kann die Bronchiolitis lebensbedrohlich werden.

Kehren die Bronchitiden häufig wieder oder klingen die Infektionen gar nicht vollständig ab, spricht man von einer chronischen Bronchitis. Da Kinder unterschiedlich häufig von einer Bronchitis betroffen sind, kann die Abgrenzung von der chronischen Form erschwert sein.

Diagnose

Durch Abhören kann der Arzt die Art der Atemgeräusche feststellen beziehungsweise unterscheiden und damit die Form der Bronchitis besser beurteilen. Bestehen nach der körperlichen Untersuchung noch Zweifel, hilft gegebenenfalls eine Blutabnahme oder auch ein Röntgenbild weiter.

Im Blut wird die Art und Anzahl der Entzündungszellen ermittelt, was hilft, Art und Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen. Im Röntgenbild zeigt sich, ob die Bronchien besonders verdickt (man sagt „betont“) sind und ob sich durch die erschwerte Ausatmung viel Luft in der Lunge angesammelt hat (eine sogenannte Überblähung). Besteht der Verdacht auf eine chronische Bronchitis, muss die Behandlung verändertund an verschiedene Ursachen gedacht werden, wie zum Beispiel eine zugrundeliegende Atemwegserkrankung oder ein allergischer Auslöser.

Behandlung

In der Regel werden zur Behandlung der Bronchitis vor allem Medikamente eingesetzt, die die Symptome der Atemwegsverengung lindern sollen. Dabei handelt es sich um Mittel zum Inhalieren, die über eine Feuchtinhalation oder eine Trockeninhalation gegeben werden können. Hier weiss der Kinderarzt welches Medikament und welche Verabreichung die beste ist.

Auch das Lösen des Schleims, vor allem durch ausreichendes Trinkeng, gegebenenfalls auch unterstützt durch sogenannte Schleimlöser, kann den Verlauf erleichtern, Abschwellende Mittel für die Nasenschleimhäute können sinnvoll sein. Um den Schleim zu lösen, hilft auch das Inhalieren, z.B. mit einer Kochsalzlösung. Haben Sie kein Inhalationsgerät im Haus, können Sie dies in der Apotheke ausleihen.

Wurde die Bronchitis durch Bakterien ausgelöst oder haben Bakterien nach einer Virusinfektion der Atemwege den Verlauf kompliziert, können Antibiotika verschrieben werden. Bei Bedarf werden fiebersenkende Mittel eingesetzt.

Neben den ärztlicherseits verordneten Mitteln können Sie Ihrem Kind aber auch selbst helfen, die Krankheit zu überwinden. Bei Fieber helfen Wadenwickel. Fällt das Abhusten schwer, so ist das Atmen in der aufrechten Position häufig leichter und leichtes Klopfen auf den Rücken kann helfen. Ansonsten benötigt Ihr Kind vor allem Ruhe.

Keinesfalls sollten Sie Ihrem Kind ohne Abstimmung mit dem Kinderarzt Medikamente geben, die den Hustenreiz hemmen: Das Sekret in den Atemwegen wird durch das Husten abtransportiert. Geschieht das nicht, kann es zu einem Sekretstau kommen.

Stellen Sie Atemnot fest, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren. Sie macht sich bemerkbar, wenn Ihr Kind beim Atmen grosse Mühe hat und sich erschöpftDie Hautfarbe ist dann häufig eher blass, gelegentlich färben sich die Lippen bläulich.

Mögliche Komplikationen und Folgeerkrankungen

Bei der spastischen Bronchitis entsteht aufgrund der Verengung der Atemwege eine Veränderung des Luftstromes. Je nach Häufigkeit und Schweregrad der Erkrankung kann

die Bronchialschleimhaut geschädigt werden. Auch können die Bronchien soweit verengt sein oder „zusammenfallen“, dass es zu einem Verschluss des Bronchus kommt , so dass in den dahinterliegenden Lungenbläschen kein Gasaustausch mehr stattfindet.

Da sich beim Husten auch die Bauchmuskulatur anstrengt und „verkrampfen“ kann, ist es möglich, dass Ihr Kind erbricht. Oft kommt es darüber hinaus dazu, dass die Kinder zu wenig trinken.

Bei einer unbehandelten oder nicht ausgeheilten spastischen Bronchitis kann es zusätzlich zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommen

Asthma – Wenn es beim Atmen pfeift und zischt

Foto: Liz Poage

Für die meisten von uns ganz selbstverständlich. Das Ein- und Ausatmen geschieht automatisch, ohne dass wir darüber nachdenken. Anders jedoch bei Asthmatikern: Für sie kann es zum Kampf ums Überleben werden.

Die Zahl der Asthmaerkrankungen hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen, und die Tendenz ist immer noch steigend. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Münster haben 8.000 Kinder im Grund- und Hauptschulalter in den Jahren 1995 und 2000 beobachtet. Ergebnis: Die Zahl der Asthmafälle ist innerhalb dieses Zeitraums um 33 Prozent gestiegen. „Über die Frage, warum die Zahl der Asthmafälle so stark zunimmt“, so Ingrid Voigtmann, Beraterin beim Deutschen Asthma- und Allergiebund e.V. (DAAB), „streiten sich die Wissenschaftler noch.“ Ihrer Meinung nach spielt der Anstieg der Allergien insgesamt und der Faktor Umwelt eine wichtige Rolle. Größter Risikofaktor ist jedoch das Rauchen.

Größter Asthma-Risikofaktor: Rauchen

In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an Asthma, circa fünf Prozent der Erwachsenen und bis zu zehn Prozent aller Kinder. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Etwa 6.000 Menschen sterben im Jahr daran.

Panik durch Luftnot. Der Begriff „Asthma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Beklemmung. Asthma – medizinisch korrekt Asthma bronchiale – ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die durch eine Überempfindlichkeit und eine Verengung der Bronchien gekennzeichnet ist. Bei einem Asthmaanfall schwillt die Schleimhaut der Bronchien an und engt die Atemwege in der Lunge ein. Gleichzeitig sondert die Schleimhaut vermehrt Schleim ab, der das Bronchialrohr, das Leitungsrohr der Atemluft, verstopft. Außerdem zieht sich die Muskulatur der Atemwege krampfartig zusammen. Durch diese Vorgänge wird die Luftversorgung zu und von der Lunge verringert oder sogar verhindert.

Symptome: Luftnot, Reizhusten, Kurzatmigkeit, Auswurf und sogenanntes Giemen

Die Folge: Die Atmung, vor allem das Ausatmen wird erschwert. Es kommt zu Luftnot, Reizhusten, Kurzatmigkeit und gelegentlich Auswurf. Beim Atmen entsteht ein typisches pfeifendes und zischendes Geräusch, das so genannte „Giemen“. Die anfallsartige Luftnot kann von einem leichten Beklemmungsgefühl, über Kurzatmigkeit bis hin zu Erstickungsanfällen reichen, die verständlicherweise bei den Patienten große Angst und Panik auslösen.

In vielen Fällen kündigt sich ein schwerer Asthmaanfall an: Der Betroffene ist rastlos und erschöpft. Er sieht blass aus und seine Haut verfärbt sich bläulich. Der Anfall kann jederzeit einsetzen. Bevorzugt tritt er jedoch in der Nacht, am frühen Morgen und nach dem Essen auf. Werden sofort Behandlungsmaßnahmen ergriffen, dauert er meist nur kurze Zeit an. Bleibt er allerdings unbehandelt, verschlechtert sich der Zustand deutlich, Herz und Kreislauf werden stark belastet. Schlimmstenfalls hinterlässt der Anfall bleibende Schäden oder endet sogar tödlich.

Allergisches Asthma: Was sind die Auslöser?

Eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen und auslösender Faktoren kommen in Frage. Von Bedeutung sind die zwei Formen von Asthma: das allergische und das nichtallergische. Bei der allergischen oder exogenen Variante, in der Fachsprache als extrinsisch bezeichnet, können Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Tiere, Nahrungsmittel, Chemikalien oder Medikamente einen Anfall auslösen. Hierzu zählt beispielsweise auch das berufsbedingte Asthma, wie das Bäckerasthma, bei dem Mehlstaub oder Getreide allergische Reaktionen hervorrufen.

Meist beginnt das Asthma in der Kindheit und wird von Allergien anderer Organsysteme wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Nahrungsmittelallergien begleitet. Bis zu etwa 75 Prozent der Asthmapatienten leiden zusätzlich auch an Heuschnupfen. Umgekehrt kommt es bei vielen Heuschnupfen-Patienten mit der Zeit zum „Etagenwechsel“: Bis zu 40 Prozent entwickeln asthmatische Symptome. Im Gegensatz zum nichtallergischen Asthma spielt bei dieser Form die erbliche Veranlagung eine wichtige Rolle.

Auch Infekte können Asthma auslösen

Das nichtallergische Asthma, auch endogenes oder intrinsisches Asthma genannt, entwickelt sich häufig nach einem Infekt der Atemwege durch Viren oder Bakterien. Meist tritt es bei Patienten ab dem 40. Lebensjahr auf. Die Auslöser für das nichtallergische Asthma sind ebenfalls vielfältig.

Treten beide Formen gleichzeitig auf, ist vom „gemischtförmigen Asthma“ die Rede. Beispielsweise hat ein Patient mit Hausstaubmilbenasthma häufig auch Beschwerden, wenn er kalte Luft einatmet. Betroffen sind in der Regel Erwachsene.

Wie der Arzt die Diagnose stellt

Der Arzt, am besten ein Lungenfacharzt, sollte bei Verdacht auf Asthma den Patienten ausgiebig nach seiner Erkrankung befragen (Anamnese), eventuell einen Allergietest machen und die Lungenfunktion überprüfen. Die einfachste Methode, die der Patient auch zu Hause regelmäßig durchführen kann, ist die Peak-Flow-Messung. Was für den Patienten mit Bluthochdruck das Blutdruckmessgerät, ist für den Asthmaerkrankten das Peak-Flow-Meter. Peak-Flow heißt übersetzt „Spitzenfluss“. Gemeint ist die maximale Geschwindigkeit, mit der ein Patient Luft ausatmen kann. Dieser Lungenfunktionswert ist relativ aussagekräftig und lässt sich leicht messen. Bereits bei leichtem Asthma sinkt der Peak-Flow um mehr als ein Drittel, bei schwerer Erkrankung sogar um 75 bis 80 Prozent.

Die Säulen der Behandlung. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist entscheidend für den Verlauf der Erkrankung. Wichtig ist, dass der Patient sein Asthma akzeptiert, lernt, die Krankheit zu verstehen und mit einem Anfall umzugehen. Letztlich soll er trotz der schweren Erkrankung ein möglichst normales Leben führen können.

So gelingt die Therapie

Die Asthmatherapie stützt sich auf drei verschiedene Säulen: das Meiden von Allergieauslösern, die schulmedizinische und naturheilkundliche Behandlung sowie unterstützende Maßnahmen. Die Therapie sollte an den Ursachen der Erkrankung ansetzen. Daher: Gehen Sie den Asthmaauslösern aus dem Weg! Meiden Sie auch asthmaverstärkende Situationen, zum Beispiel Rauchen oder starke körperliche Belastung in kalter Luft.

Bei der pharmakologischen Behandlung stehen zwei unterschiedlich wirkende Medikamentengruppen zur Verfügung: Bei einem akuten Anfall sind immer Arzneimittel erforderlich, die sofort erweiternd auf die Bronchien wirken. Als Pulver oder Spray inhaliert schaffen sie rasch Erleichterung und lassen den Patienten wieder beruhigt durchatmen. Diese Form der Anwendung hat zwei Vorteile: Zum einen gelangen die Wirkstoffe direkt an den Ort des Krankheitsgeschehens, die Bronchien, zum anderen ist deutlich weniger Wirkstoff notwendig und damit auch das Risiko von Nebenwirkungen geringer.

Cortison am Besten Inhalieren

Da beim Asthma die Bronchialschleimhaut entzündet ist, behandeln die bronchienerweiternden Medikamente das Asthma nur symptomatisch. Einen nachhaltigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben sie nicht. Deshalb werden auch in der Zeit zwischen den Anfällen entzündungshemmende Medikamente verabreicht, häufig in Kombination mit den Arzneimitteln für den Akutfall, da sie sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Nach wie vor ist Cortison das wirksamste antientzündliche Medikament. Auch hier gelten die Vorteile des Inhalierens. Als Tabletten, Zäpfchen oder Injektionen wird Cortison nur im akuten Notfall oder bei unzureichender Wirkung der Inhalation verordnet, da ernste Nebenwirkungen auftreten können. Generell gilt bei der Medikation: So wenig wie möglich, so viel wie notwendig. Mittlerweile gibt es auch cortisonfreie Medikamente mit entzündungshemmender Wirkung, die gegebenenfalls eine Dosierung von Cortison senken können.

Das bietet die Naturheilkunde

Zur Vorbeugung von akuten Asthmaanfällen spielen verschiedene Naturheilverfahren eine wichtige Rolle. Ihr Vorteil: Auch bei langjährigem Gebrauch sind sie gut verträglich.

Die Grenzen der Naturheilkunde in der Asthmatherapie müssen aber klar erkannt werden. Bei einem akuten Anfall sind grundsätzlich Arzneimittel erforderlich. „Das A und O der Behandlung ist der medikamentöse Stufenplan“, berichtet Ingrid Voigtmann. Nach diesem Stufenplan werden die Medikamente je nach Schweregrad der Erkrankung schrittweise eingesetzt. Jeder Stufe sind bestimmte Medikamente und spezielle Dosierungen zugeordnet.

„Naturheilkundliche Verfahren können die konventionelle Behandlung sinnvoll ergänzen, so dass sich Medikamente einsparen lassen“, so Ingrid Voigtmann. Das Spektrum der Naturheilkunde ist bekanntlich breit. So auch bei der Behandlung von Asthma. Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus setzte Hippokrates die Pflanzenheilkunde zur Behandlung von Asthma ein: Er verwendete Eukalyptus und Menthol zum Inhalieren. Eukalyptusöl besteht zu etwa 85 Prozent aus Cineol, das eine ähnliche Wirkung auf die Atemwegserkrankungen hat wie Cortison. Zu den wichtigsten Heilpflanzen bei Asthma zählen das Meerträubchen, das bei ganz leichten asthmatischen Zuständen als Therapie genügen kann, und Efeu. Letzteres erweitert die Bronchien, löst Verschleimungen und lindert den Hustenreiz.

Daneben helfen Isländisch Moos, Malven- und Lindenblüten, Eibischwurzel sowie Sonnentau. Der schleim- und krampflösende Thymian ist gleichzeitig ein starkes Desinfektionsmittel, deshalb kommt auch er bei Infektionen der Atemwege in Frage. Den Schleim lösen unter anderem Anis, Fenchel oder Minzöl. Doch Phytopharmaka können auch die Bronchien reizen und Asthmaanfälle sogar provozieren. Sie sind daher nur in Absprache mit dem Therapeuten zu verwenden. Die Homöopathie hat sich ebenfalls bei der Asthmabehandlung bewährt, sowohl mit individuell zusammengestellten Einzelmitteln als auch mit der Komplex-Homöopathie.

Besonders gut helfen Entspannungstechniken und Akupunktur

Am erfolgversprechendsten unter den alternativen Verfahren sind nach Ansicht der Expertin vom DAAB verschiedene Entspannungstechniken und Akupunktur. Die Methoden zur Entspannung helfen, einen akuten Asthmaanfall zu verhindern oder mildern seinen Verlauf. Eine sofortige Entspannung im akuten Anfall lässt sich aber nur erreichen, wenn die Entspannungstechniken Tag für Tag geübt werden. Als hilfreich haben sich Autogenes Training, Yoga, Tai Chi, Meditation oder die progressive Muskelentspannung erwiesen. Die Entspannung wirkt sich zum einen auf die Muskulatur und das Gefäßsystem des Körpers aus, zum anderen auch auf die Psyche. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass sich leichte Formen von Asthma auch durch Akupunktur lindern lassen, da diese Heilmethode erweiternd auf die Bronchien wirkt. Zur Selbsthilfe kann der Patient sie auch in Form von Akupressur anwenden. Verschiedene Akupressurpunkte werden mehrmals täglich beeinflusst, wodurch sich Husten und Verschleimung bessern. Die Behandlung bestimmter Punkte kann auch beim akuten Anfall helfen.

Weitere naturheilkundliche Verfahren, die bei der Behandlung von Asthma hilfreich sein können: die Atemtherapie, bei der der Atem bewusst erlebt und das richtige Atmen geübt wird, die Fußreflexzonenmassage, Kneipptherapie und die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (HOT).

Letztlich empfiehlt sich bei Asthma immer eine ganzheitliche Behandlung, bei der konventionelle und naturheilkundliche Maßnahmen sinnvoll kombiniert werden.

Schonende Bewegung und Atemübungen

Selbst ist der Patient. Nun fehlt noch die dritte Säule der Behandlung – hier ist der Patient selbst gefordert. Wenn er regelmäßig seine Lungenfunktion mit dem Peak-Flow-Meter kontrolliert, kann er seinen momentanen gesundheitlichen Zustand besser einschätzen. Doch der Patient kann noch mehr tun. Regelmäßige, aber schonende Bewegung kräftigt die Atemmuskulatur. Gymnastik, Schwimmen im warmen Wasser, Joggen und Radfahren bieten sich an. Hilfreich sind regelmäßige Atemübungen, die die Atemmuskulatur stärken. Selbst verschiedene Körperstellungen helfen bereits, das Atmen zu erleichtern. Mit einer speziellen Ausatemtechnik, der so genannten Lippenbremse, verringert sich der Atemwiderstand und das Ausatmen fällt leichter.

In Asthmaschulungen können die Patienten die Kenntnisse von ihrer Erkrankung vertiefen. Sie erfahren beispielsweise etwas über Selbsthilfemaßnahmen, über die Verwendung der Medikamente und lernen zu erkennen, wann sich die Erkrankung verschlechtert. Adressen von Selbsthilfegruppen können Sie bei der Deutschen Hilfeorganisation Asthma und Allergie e.V. (DHAA) und dem Arbeitskreis Allergiekrankes Kind e.V. (AAK) erfragen.

Dr. Claudia Müller

Tipps für Asthmatiker

  • Nicht rauchen
  • Allergene meiden
  • Regelmäßig bewegen, Sport treiben
  • Übergewicht vermeiden
  • Atem- und Hustentechniken erlernen
  • Regelmäßige Atemübungen
  • Entspannungstechniken erlernen
  • Stress und Anstrengung meiden
  • Gesund und ausgewogen ernähren
  • Aufenthalte am Meer oder im Gebirge
  • Infektabwehr stärken (z.B. Sauna, Kneippgüsse)
  • Asthmaschulungen

Das kann Asthma auslösen

Allergene

  • Pollen, Hausstaubmilben,
  • Schimmelpilze, Tiere (durch Schuppen, Federn, Exkremente, Speichel oder Insektenstiche),
  • Nahrungsmittel wie Eier, Milchprodukte, Nüsse oder Schalentiere, Chemikalien (z. B. Formaldehyd oder Azofarbstoffe)oder Konservierungsmittel

Infekte:

  • Viren, Bakterien

Reizstoffe:

  • Tabakrauch, Haarspray, kalte Luft, Rußpartikel, Ozon, Malerfarbe

Arzneimittel:

  • Rheuma- und Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure), Beta-Blocker, Penicilin

Sonstige:

  • Stress, Angst, Anstrengung, Lebensmittelzusatzstoffe wie Farbstoffe

Zum Weiterlesen:

Tibor Schmoller, Volker Sill: Der große Trias-Ratgeber Asthma, Georg Thieme Verlag, 2001.

Gerhard Leibold: Asthma – Mehr Lebensqualität durch die Ganzheitstherapie. Falken Verlag, 2001.

Adressen, die weiterhelfen:

  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)
    Hindenburgstraße 110
    41061 Mönchengladbach
    Telefon 02161/ 814940
    Fax 8149430
    www.daab.de
  • Deutsche Atemwegsliga e.V.
    Burgstraße 12
    33175 Bad Lippspringe
    Telefon 05252/ 933615
    Fax 933616
    www.atemwegsliga.de
  • Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.
    Wormser Straße 81
    55276 Oppenheim
    Telefon 06133/ 3543
    Fax 2024
    www.patientenliga-atemweg.de
  • Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind – Hilfen für Kinder mit Asthma, Ekzem oder Heuschnupfen (AAK) e.V.
    Nassaustraße 32
    35745 Herborn
    Telefon 02772/ 92870
    Fax 928748
    www.aak.de

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Symptome einer akuten Bronchitis

Husten ist nicht gleich Husten

Husten mit schleimigem Auswurf ist das Hauptsymptom einer Bronchitis. Allerdings kann ein Husten, sehr verschiedene Ursachen haben. Deshalb muss er immer im Kontext mit der übrigen Symptomatik betrachtet werden. Zudem liefert die Art des Hustens Hinweise auf seine Entstehung. Die gute Nachricht: Nur in etwa 5% der Fälle ist der Husten das Anzeichen für ein schwerwiegendes Leiden.

Feucht, trocken, bellend oder blutig?

In der produktiven Phase sorgen die in den Bronchien und der Luftröhre bewegten Schleimmassen für feuchte und rasselnde Hustengeräusche. Der unproduktive Reizhusten klingt dagegen trocken. Neben Atemwegsinfekten ist er auch bei Allergien oder als Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. ACE-Hemmern) anzutreffen.

Ein bellender, rauer Husten ist typisch für Keuchhusten (Pertussis), beim Säugling und Kleinkind auch für Pseudokrupp. In beiden Fällen sowie bei Bronchitis und bestimmten Herzerkrankungen häufen sich die Hustenanfälle bevorzugt nachts. Ein sehr starker Hustenreiz, wie etwa beim Keuchhusten, kann mitunter auch von Erbrechen begleitet werden.

Zu einem blutigen Hustenauswurf kann es bei einer starken Entzündung der Bronchialschleimhaut kommen. Zu weiteren, seltenen Ursachen zählen u.a. Lungenentzündung, Bronchiektasen (Ausweitungen der Bronchien) und chronische Lungenkrankheiten wie Tuberkulose und Lungenkrebs. Häufig liegt die Ursache für ein schaumig-blutiges Sekret im Nasen-Rachen-Raum statt in den tiefen Atemwegen.

Bei Bluthusten sollte jedoch immer ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Ebenfalls im Kopfbereich entsteht das Postnasal-Drip-Syndrom, bei dem in der Nase und den Nasennebenhöhlen übermäßig Schleim produziert wird. Das Sekret bahnt sich seinen Weg an der Rachenwand entlang nach unten und löst dort häufiges Räuspern und Husten aus.

Schmerzen beim Husten: Ist das bedrohlich?

Ein Begleitsymptom des Hustens, das leicht für Beunruhigung sorgt, sind Brustschmerzen. Sie sind zwar mitunter sehr unangenehm, aber nur in sehr seltenen Fällen Anzeichen einer bedrohlichen Ursache wie Pneumothorax oder Lungenembolie. Im Rahmen einer akuten Bronchitis sind Brustschmerzen beim Husten durchaus typisch.

Die Schwellung der entzündeten Bronchialschleimhaut verengt die Bronchien. Wenn dann beim Hustenstoß die Luft explosionsartig durch sie hindurch gepresst wird, tut das weh. Die Schmerzen strahlen in die Brust aus und werden häufig unter dem Brustbein lokalisiert.

Häufig ist der Brustschmerz auch ein Lebenszeichen der Zwischenrippenmuskulatur, die nur selten trainiert, bei ausgiebigen Hustenanfällen aber ordentlich beansprucht wird. Es handelt sich also um einen Muskelkater, der spätestens nach Abklingen des Hustens von selbst wieder verschwindet. Im Unterschied zur Rippenprellung oder einer Rippenfellentzündung treten die Schmerzen mehr oder weniger symmetrisch auf. Kein Grund zur Beunruhigung.

Tut beim Husten auch der Bauch weh, kann das, vor allem bei Kindern, Anzeichen für eine Pneumonie sein, von der die unteren Lungenabschnitte betroffen sind. Besteht eine Lungenentzündung bereits, deuten Brustschmerzen beim tiefen Einatmen auf eine Mitbeteiligung des Brustfells hin.

Wenn Atemnot hinzukommt

Normalerweise klingt eine akute Bronchitis von selbst ab, ohne dass gravierende Folgen oder Komplikationen zu befürchten sind. Etwas anders sieht es bei hohem Alter oder starkem Nikotinkonsum aus und vor allem bei chronischen Vorerkrankungen, etwa an Herz oder Lunge. Dann kann die akute Bronchitis auch die Atemfunktion beeinträchtigen und eine akute Verschlechterung der vorbestehenden Symptomatik bewirken. Bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Asthma bronchiale spricht man in diesem Fall von einer Exazerbation.

Bei Kleinkindern und vor allem bei Säuglingen besteht bei starkem Husten die Gefahr, dass sich die Bronchiolen, die feinen Verästelungen des Bronchialbaums, entzünden und in der Folge verschließen. Dadurch wird der Gasaustausch in den betroffenen Lungenbläschen unterbunden. Zudem besteht nach der Abheilung die Gefahr einer Narbenbildung. Sie beeinträchtigt die Atmung weiterhin und stellt einen Risikofaktor für die spätere Entwicklung einer COPD dar.

Daraus folgt: In allen Fällen von Husten mit Atemnot ist der rasche Arztbesuch dringend angesagt, erst recht bei Kindern.

Eine akute Bronchitis ist eine typische Winter-Krankheit. Haben sich die Viren im Körper breitgemacht, hilft nur Geduld – in der Regel gehen die Beschwerden nach zwei Wochen wieder weg. Wir beantworten acht Fragen zur akuten Bronchitis.

Im Bus, in der Schule oder im Büro – Husten ist in der kalten Jahreszeit allgegenwärtig. Oft ist er Teil einer Erkältung und vielfach Symptom einer akuten Bronchitis. Sie zählt zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch. „Jeder Erwachsene hat ein- bis zweimal im Jahr eine akute Bronchitis“, schätzt Andreas Hellmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) in Heidenheim (Baden-Württemberg). In der Regel steckt eine harmlose Virusinfektion dahinter. Doch es kann auch Komplikationen geben.

Wir beantworten acht wichtige Fragen zum Thema Bronchitis:

Was ist die Aufgabe der Bronchien?

Die Bronchien sind eine Station im menschlichen Atmungssystem. Die wichtigste Aufgabe dieses verzweigten Röhrensystems ist, die eingeatmete Luft zu den Lungenbläschen zu transportieren. „Dazu müssen sie weit geöffnet und durchgängig sein“, erklärt Ludger Klimek von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Außerdem sind sie für die Reinigung der Luft zuständig. „Wir atmen zum Beispiel ständig Staubpartikel ein. Diese müssen wieder aus den Atemwegen heraus.“

Wie werden die Bronchien belastet?

Das geschieht mit Hilfe eines ausgeklügelten Säuberungsmechanismus in den Bronchien – der sogenannten mukoziliären Clearance. Daran wirken unter anderem Flimmerhärchen, oberflächliche Bronchienzellen und die Sekrete der Schleimdrüsen mit.
In den allermeisten Fällen verursachen Viren eine akute Bronchitis. Sie haben vor allem dann leichtes Spiel, wenn die Bronchien bereits vorbelastet sind – zum Beispiel durch Luftverschmutzung oder Tabakrauch, aber auch durch eine Erkrankung wie Asthma.

Die Krankheitserreger stören die Funktionsweise der Bronchien an einem oder mehreren Punkten: „Die Viren können die Flimmerhärchen schädigen, etwa ihre Schlagfrequenz einschränken“, sagt Klimek. „Sie können verursachen, dass das Sekret dick, klebrig und zäh wird, aber auch die Sekretproduktion insgesamt ankurbeln.“ Und sie können die Bronchien anschwellen oder zum Teil verkrampfen lassen. Das Ergebnis: Irgendwann kann nicht mehr alles Sekret abtransportiert werden.

Was sind die Symptome einer akuten Bronchitis?

Die Bronchien reagieren auf die Virusinfektion gereizt und mit einem Hustenreflex. Er ist das erste und wichtigste Symptom einer akuten Bronchitis. „Meist ist der Husten zunächst trocken, ohne Auswurf“, erläutert Heidrun Holstein, Medizinerin bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nach zwei bis drei Tagen löse sich der zähflüssige Schleim langsam und werde mit bellendem Husten aus den Bronchien heraus transportiert.

„Sehr häufig ist eine akute Bronchitis die Folge einer Erkältungskrankheit, die sich zuerst im Nasen-Rachen-Raum breitgemacht hat und dann tiefer in den Körper gewandert ist“, fügt Holstein hinzu. Entsprechend gehe die Bronchitis dann mit weiteren Erkältungssymptomen wie Halsschmerzen, Heiserkeit, Schnupfen oder auch leichtem Fieber einher. Mancher Patient klagt auch über Kopf-, Glieder- oder Muskelschmerzen, Müdigkeit oder Abgeschlagenheit.

Wie lange dauert die Infektion?

„In der Regel dauert die Infektion ungefähr 14 Tage und heilt dann, auch ohne dass man etwas tut“, sagt Hellmann. Je nach Ausmaß der Beschwerden kann eine Behandlung der Symptome Linderung verschaffen. Der Pneumologe empfiehlt dafür die Inhalation mit Kamille, Kochsalzlösung oder entzündungshemmende und schleimlösende Mittel aus der Apotheke. „Außerdem sollte man viel Flüssigkeit zu sich nehmen, am besten Wasser oder Tee, um den Schleim zu verflüssigen.“

Welche Hausmittel helfen gegen eine Bronchitis?

Beeinträchtigt heftiger Husten den nächtlichen Schlaf, dann können Hausmittel wie Honig, Zwiebelsud oder salzige Suppen sowie Hustenblocker vorübergehend Erholung bringen, ergänzt Holstein. „Man sollte den Husten jedoch auf keinen Fall komplett unterbinden. Der Schleim muss ja raus aus dem Körper.“

Was verursacht eine Bronchitis?

Etwa jede zehnte akute Bronchitis wird Hellmann zufolge nicht durch Viren, sondern durch Bakterien verursacht. „Anzeichen dafür sind hohes Fieber, eitriger oder schlecht riechender oder schlecht schmeckender Auswurf.“ Wenn diese Symptome auftreten, müsse der Patient zum Arzt gehen. Dieser könne zwar durch einen Rachenabstrich oder durch einen Bluttest abklären, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. In der Regel verschreibe er sofort ein Antibiotikum.

Was tun bei länger anhaltenden Beschwerden?

Eine genauere Diagnose – unter Umständen auch mit Röntgenaufnahmen der Lunge – ist bei länger anhaltenden oder besonders schwerwiegenden Symptomen sowie bei hohem Fieber und bei Atemnot unverzichtbar. Solche Anzeichen können auf Komplikationen, Chronifizierung oder eine Lungenentzündung hindeuten.

Wie werden die Erreger einer Bronchitis übertragen?

Die Erreger einer akuten Bronchitis werden durch kleinste, beim Niesen, Husten oder Sprechen an die Umgebung abgegebene Tröpfchen oder durch Schmierinfektion über die Hände übertragen. Klimek benennt die wichtigsten Vorbeugemöglichkeiten: „Menschenansammlungen und Händeschütteln vermeiden, Tür- und Haltegriffe nicht anfassen, zwischendurch häufiger die Hände waschen, trockene Luft, Rauch und Schadstoffe vermeiden.“

So schützen Sie sich vor einer Erkältung

Mit dem Beginn der nass-kalten Jahreszeit steigt wieder das Erkältungs-Risiko. Wir geben Tipps, wie Sie sich vor Schnupfen, Husten, Heiserkeit schützen können.

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1. Gute Ernährung, Bewegung und viel Schlaf

Es gibt drei Grundmaßnahmen, die einer Erkältung vorbeugen. So sollte man sich insbesondere in dieser Jahreszeit ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen. Besonders wichtig zur Vorbeugung einer Erkältung ist auch ein ausreichender, erholsamer Schlaf.

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2. Viel Trinken – insbesondere Tee (1/2)

Viel trinken kann in der kalten Jahreszeit helfen, Erkältungen vorzubeugen. So lässt sich verhindern, dass die Schleimhäute austrocknen und ihre Schutzfunktion vor Krankheitserregern verlieren. Am besten sind Kräutertees, sagt Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg. „Ein Kräutertee zur Vorbeugung sollte vor allem Schleimstoffe oder Saponine sowie antivirale und antibakterielle ätherische Öl liefern.“

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2. Viel Trinken – insbesondere Tee (1/2)

Schleimstoffe und Saponine bilden einen Schutzfilm über den Schleimhäuten, ätherische Öle wirken antiviral und antibakteriell. Die Eibischwurzel etwa enthält laut Mayer viele Schleimstoffe, die Süßholzwurzel Saponine. Die Öle sind zum Beispiel in Thymian oder Pfefferminze enthalten. „Man kann also – je nach Geschmacksvorlieben – Eibisch oder Süßholz mit Thymian oder Pfefferminze mischen“, sagt der Wissenschaftler. Der Tee sollte mehrfach am Tag nicht zu heiß und langsam getrunken werden, damit er seine Wirkung entfalten kann.

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3. Kontakt mit Erkälteten vermeiden

Um eine Ansteckung zu vermeiden, sollten Sie – wenn möglich – den Kontakt mit Erkälteten meiden (zum Beispiel in überfüllten Wartesälen zur Winterzeit). Erreger einer Erkältung können sich durch Husten oder Niesen in der Luft verteilen und haften daher auch auf Gegenständen. Berühren andere Menschen diese Dinge, können die Erreger wiederum über ihre Hände in die Atemwege der nächsten Person gelangen. Außerdem sollten Sie nicht aus Tassen oder Flaschen trinken, aus denen bereits eine andere Person getrunken hat.

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4. Regelmäßig die Hände waschen

Vor allem in der Erkältungssaison sollten Sie auf regelmäßiges Händewaschen mit Seife achten. Wasser und Seife töten Viren zwar nicht, aber sie waschen sie effektiv weg.

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5. Fußbad stärkt die Selbstheilungskräfte

Mit einem Fußbad lassen sich die Selbstheilungskräfte des Körpers wecken. Benötigt werden dafür zwei Fußwannen oder -schüsseln. Zuerst werden die Füße etwa 8 bis 12 Minuten lang in einer Wanne mit 39 Grad heißem Wasser gebadet. Danach werden die Füße einige Sekunden lang in kaltes Wasser getaucht. Anschließend trocknet man die Haut gut ab, zieht Wollsocken an und legt sich für 20 Minuten ins warme Bett.

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6. Saunagänge stärken die Immunabwehr

Regelmäßige Saunagänge halten die Immunabwehr des Körpers fit und tragen so dazu bei, dass sich Erkrankungen wie die Erkältung leichter abwehren lassen. Wenn Sie gerade eine akute Erkältung oder sogar eine Grippe haben, wirken sich Besuche der Sauna dagegen negativ aus.

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7. Vorsicht vor kalten Klimaanlagen

Trotz moderner Klimaanlagen ist es in Bahn oder Flugzeug häufig zu kalt. Zudem trocknet die Luft der Klimaanlage die Schleimhäute aus, so dass Erkältungsviren leichter angreifen können. Deswegen sollte man auf einer Reise immer einen dicken Pullover mitnehmen – und viel trinken.

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8. Überheizte Räume sind problematisch

Auch wenn es draußen kalt ist, sollte man die Heizung nicht die höchste Stufe stellen. Die Heizungsluft sorgt für trockene Schleimhäute. Der feucht-schleimige Schutzschild in unserer Nase, von dem Viren im Idealfall abgefangen werden, funktioniert dann nicht mehr richtig. Wer zu lange im heißen Kämmerlein sitzt, schwächt so sein Immunsystem.

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9. Grippeimpfung hilft nicht

Mit einer Grippeschutzimpfung können Sie Erkältungen nicht vorbeugen: Diese Impfung schützt nicht vor einer Erkältung, sondern nur vor der echten Grippe – einer plötzlichen, fieberhaften, nicht selten auch lebensbedrohlichen Erkrankung, die durch Influenza-Viren entsteht.

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Diese Tipps helfen gegen Heiserkeit

Akute Bronchitis: Symptome, Dauer, Behandlung, Medikamente

Letzte Änderung: 03.12.2019
Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin
Geprüft von Dr. med. Frauke Gehring • Allgemeinärztin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Eine akute Bronchitis entsteht meist durch Viren – und fast immer im Rahmen einer Erkältungskrankheit. Typisches Symptom ist Reizhusten, der nach einiger Zeit in Husten mit Auswurf übergeht. Das beste Hausmittel: Schonung.

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Die akute Bronchitis und andere akute Infektionen der Atemwege zählen zu den häufigsten Erkrankungen. Vor allem im Herbst und Winter hat die akute Bronchitis „Saison“.

Was ist eine akute Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute in den unteren Atemwegen. Betroffen sind vorwiegend die größeren Atemwege (Bronchien). Die Entzündung kann sich jedoch von der Luftröhre bis in die kleinen Verästelungen der unteren Atemwege, die Bronchiolen, ausbreiten.

Oft geht der akuten Bronchitis eine Infektion der oberen Atemwege voraus, etwa ein Schnupfen oder eine Rachenentzündung. Die Bronchitis entwickelt sich, wenn sich die Infektion auf die unteren Atemwege ausbreitet.

Akute und chronische Bronchitis

Ärzte unterscheiden die akute von der chronischen Bronchitis. Anders als bei der akuten Bronchitis handelt es sich bei der chronischen Form und eine dauerhafte Atemwegserkrankung, die vor allem durch Rauchen und andere Schadstoffe hervorgerufen wird.

Bronchitis

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Die akute Bronchitis ist eine Entzündung der unteren Atemwege wie zum Beispiel der Bronchien.

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Auslöser sind meistens Viren, in seltenen Fällen sind auch Bakterien beteiligt.

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Das charakteristische Symptom der akuten Bronchitis ist ein quälender Husten, der anfangs meistens trocken ist …

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… und sich wenige Tage später abhusten lässt.

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Weitere Symptome der akuten Bronchitis sind Fieber, …

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… Gliederschmerzen, …

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… brennende Augen, …

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… Schnupfen …

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… oder Heiserkeit.

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In manchen Fällen verspüren Betroffene ein Brennen hinter dem Brustbein.

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Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen …

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… oder über die Hände: Wer beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund hält, …

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… überträgt Erreger mitunter beim Händeschütteln …

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… oder über Gegenstände wie Türklinken oder Haltestangen im Bus auf andere Menschen.

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Deshalb ist es besser, in die Armbeuge zu husten oder zu niesen.

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Eine leichte akute Bronchitis erfordert meist keine medikamentöse Therapie. Wichtig ist, dass Sie sich schonen.

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Leichte körperliche Bewegung fördert das Abhusten, aber überanstrengen Sie sich auf keinen Fall.

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Trinken Sie genug (z.B. Wasser oder heißen Tee) …

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… und inhalieren Sie – Kamille- oder Salz-Inhalationen sind empfehlenswert.

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Nehmen Sie ein heißes Bad …

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… und ruhen Sie anschließend unter gut wärmenden Decken.

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Ältere, vor allem bettlägerige Menschen sollten regelmäßig am Rücken abgeklopft werden.

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Ist die akute Bronchitis von starken Beschwerden wie Fieber oder lästigem Reizhusten begleitet, kann der Arzt Medikamente verschreiben.

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In Ausnahmefällen verursachen Bakterien eine akute Bronchitis – dann kommen Antibiotika zum Einsatz.

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Wenn Husten und Auswurf wenigstens drei Monate in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren bestehen, spricht man von einer chronischen Bronchitis.

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Die häufigste Ursache für die chronische Bronchitis ist das Rauchen, …

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… aber auch andere eingeatmete Schadstoffe (wie Stäube, Gase oder Dämpfe) kommen als Auslöser infrage.

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Eine chronische Bronchitis ist jedoch nur in minderschweren Stadien heilbar. Oberstes Gebot: Meiden Sie die auslösenden Gifte!

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Verschiedene Medikamente können die Symptome einer chronischen Bronchitis lindern.

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Allgemein gilt: Eine gesunde Lebensführung, ausgewogene Ernährung, Verzicht aufs Rauchen und regelmäßige körperliche Bewegung stärken die Abwehrkräfte und wappnen Ihren Körper gegen Krankheitserreger!

Akute Bronchitis: Dauer

In der Regel ist eine virusbedingte akute Bronchitis nur von kurzer Dauer. Sie klingt innerhalb von einigen Tagen bis zwei Wochen ab. Halten sie Beschwerden auch nach zwei Wochen länger an oder verstärken sie sich sogar, ist in jedem Fall ein (erneuter) Arztbesuch erforderlich.

Akute Bronchitis: Symptome

Typische Symptome einer akuten Bronchitis sind:

  • Husten und Hustenreiz
  • ein Brennen hinter dem Brustbein, das beim Husten auftritt
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen, Gliederschmerzen

Weitere mögliche begleitende Symptome sind

  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit

Der Husten ist bei einer akuten Bronchitis anfangs trocken. Nach einigen Tagen löst er sich. Dann entsteht in den Atemwegen Schleim, den Betroffene abhusten können (Auswurf). Während sich Halsschmerzen und Schnupfen meist nach zwei bis fünf Tagen bessern, kann der Husten noch deutlich länger anhalten.

Im abgehusteten Schleim können vereinzelt Blutspuren sichtbar sein. Diese sind meist auf kleine, harmlose Verletzungen der Schleimhäute in den Bronchien zurückzuführen, die durch das ständige Husten entstehen. Es können aber auch andere Ursachen dahinterstecken. Daher gilt: Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie blutigen Schleim abhusten. Er wird dann entscheiden, ob zusätzliche Untersuchungen notwendig sind.

Video: 5 Tipps gegen Husten und Heiserkeit

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Akute Bronchitis: Ansteckung

Ist eine akute Bronchitis ansteckend? Die Antwort lautet: ja, in den meisten Fällen.

Fast immer entsteht die akute Bronchitis durch Krankheitserreger, mit denen sich andere Personen anstecken können. Die Erreger gelangen häufig durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch. Das heißt: Beim Husten, Niesen oder Naseputzen lösen sich aus den Atemwegen winzige Tröpfchen, welche die Erreger enthalten. Die Tröpfchen fliegen durch die Luft und transportieren dabei die Keime. Auf diese Weise können sich andere Menschen anstecken.

Wie lange ist eine akute Bronchitis ansteckend?

Wie lange die Bronchitis ansteckend ist, hängt vor allem davon ab, welcher Krankheitserreger dafür verantwortlich ist. Die größte Ansteckungsgefahr besteht vor allem in der akuten Krankheitsphase. Gerade dann ist es besonders wichtig, andere Personen in der Umgebung zu schützen:

  • Egal, ob Sie noch ansteckend sind oder nicht: Es empfiehlt sich immer, in den Ärmel zu husten/zu niesen und sich dabei von den anwesenden Personen abzuwenden. Wer dagegen beim Husten oder Niesen die Hand vor den Mund hält, verbreitet die Krankheitserreger umso mehr – denn über die Hände können die Erreger auch auf andere Gegenstände (z.B. Türklinken, Haltestangen im Bus) oder andere Menschen (z.B. beim Händeschütteln) gelangen.
  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände.

Akute Bronchitis: Ursachen

Eine akute Bronchitis kann unterschiedliche Ursachen haben. In 9 von 10 Fällen wird sie allerdings durch Viren ausgelöst, meist im Rahmen einer Erkältung oder Grippe.

Eine akute Bronchitis entsteht fast immer durch Viren – in der Regel tritt sie zusammen mit einer Erkältungskrankheit auf.

Bei Erwachsenen sind es meist Rhinoviren, die zur akuten Bronchitis führen. Rhinoviren sind die Hauptursache für einen klassischen „Schnupfen“. Auch Influenza-, Parainfluenza- und Coronaviren sind häufiger für eine akute Bronchitis verantwortlich.

Bei Kindern entsteht eine akute Bronchitis dagegen häufig durch andere Viren, insbesondere sogenannte RS- (Respiratory Syncitial Virus), Adeno-, Coxsackie- und ECHO-Viren.

Eine akute Bronchitis kann nicht nur bei Erkältungskrankheiten, sondern auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, so etwa bei

  • Keuchhusten
  • Masern,
  • Tuberkulose oder
  • Brucellose.

Selten wird eine akute Bronchitis direkt durch Bakterien ausgelöst – etwa durch Mykoplasmen oder Chlamydien. Sind Bakterien im Spiel, handelt es sich vielmehr meist um eine sogenannte Sekundärinfektion. Das bedeutet: Die Bronchialschleimhaut ist durch eine Virusinfektion so geschwächt, dass die Bronchien zusätzlich von Bakterien befallen werden. Zu solchen Bakterien zählen unter anderem Pneumokokken oder Haemophilus influenza.

In seltenen Fällen können Pilze bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem die Atemwege befallen und eine akute Bronchitis hervorrufen. Zudem kann eine akute Bronchitis infolge einer Reizung durch Gase oder Staub auftreten.

Darstellung der Lunge: Bei einer akuten Bronchitis sind vorwiegend die größeren Atemwege (Bronchien) entzündet. ×

Akute Bronchitis: Diagnose

Eine akute Bronchitis kann der Arzt meist relativ schnell feststellen. Erste Hinweise auf die Diagnose ergeben sich bereits aus den Schilderungen des Patienten. Der Arzt wird die Lunge abhören, zusätzlich untersucht er oft Ohren, Mund, Nase und Rachen und tastet den Hals nach geschwollenen Lymphknoten ab. Bei einer unkompliziert verlaufenden akuten Bronchitis sind meist keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Bei Verdacht auf Lungenentzündung: Röntgen

Eine akute Bronchitis kann in eine Lungenentzündung übergehen. Ein Hinweis darauf: Die Symptome klingen nicht ab oder werden sogar stärker. Hat der Arzt die Vermutung, dass eine Lungenentzündung entstanden sein könnte, wird er die Lunge röntgen.

Wenn ein Patient blutigen Schleim abhustet, ist dies im Rahmen einer akuten Bronchitis meistens harmlos. In seltenen Fällen können aber auch andere Erkrankungen die Blutung auslösen. Bei entsprechendem Verdacht wird der Arzt dann ebenfalls eine Röntgenuntersuchung durchführen.

Weiterführende Untersuchungen

Wenn beim Abhorchen Geräusche (vor allem beim Ausatmen) auffallen, ist es sinnvoll, dass der Arzt einen Lungenfunktionstest veranlasst. Wenn die akute Bronchitis einen schweren Verlauf nimmt und möglicherweise durch Bakterien ausgelöst wurde, wird der Arzt in
schweren Fällen oder bei Versagen der Antibiotika herausfinden wollen, welche Erreger dahinterstecken. Dafür wird er den abgehusteten Schleim im Labor auf Bakterien untersuchen lassen.

Akute Bronchitis: Behandlung mit Hausmitteln & Medikamenten

Was hilft bei einer akuten Bronchitis? Wenn Sie eine leichte akute Bronchitis haben, erfordert dies meist keine medikamentöse Behandlung. Mit ein paar einfachen Mitteln können Sie die Heilung unterstützen beziehungsweise die Beschwerden lindern.

Hausmittel & Co. bei akuter Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis gilt: Schonung ist die beste Behandlung. Leichte körperliche Betätigung fördert das Abhusten, aber: Überanstrengen Sie sich auf keinen Fall. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel und Tipps, um die Beschwerden zu lindern:

  • Verzichten Sie unbedingt auf das Rauchen.
  • Viel Trinken empfinden viele Patienten als wohltuend. Gut geeignet sind z.B. Wasser oder heißer Tee, aber auch eine Brühe.
  • Inhalationen mit Wasserdampf können die Symptome lindern.
  • Hausmittel Honig: Aus Studien geht hervor, dass Honig den akuten Husten eventuell stillen kann. Sie können den Honig entweder pur einnehmen oder im Tee auflösen. Achtung: Für Säuglinge und Kleinkinder unter einem Jahr ist Honig nicht geeignet.
  • Machen Sie sich warme und feuchte Brustwickel für ca. 20 Minuten (danach gründlich abtrocknen, anschließend Bettruhe).
  • Ältere, vor allem bettlägerige Menschen sollten regelmäßig am Rücken abgeklopft werden.
  • Pflanzliche Präparate können eventuell die Beschwerden etwas lindern; zu möglichen Inhaltsstoffen zählen z.B. Primelwurzel, Thymian, Myrte, Eukalyptus, Efeublätter oder Pelargonienwurzel

Medikamente bei akuter Bronchitis

In einigen Fällen ist es sinnvoll, eine akute Bronchitis zusätzlich mit Medikamenten zu behandeln – zum Beispiel, wenn die Beschwerden sehr stark sind.

Überblick: Medikamente aus der Apotheke

  • rezeptfreie Medikamente bei akuter Bronchitis
  • rezeptpflichtige Medikamente bei akuter Bronchitis

Schmerz- und Fiebermittel

Bei akuter Bronchitis mit Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und/oder hohem Fieber können Sie in Absprache mit dem Arzt auf Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Ibuprofen zurückgreifen.

Beachten Sie: Fieber ist eine natürliche Reaktion des Immunsystems auf einen Infekt. Man sollte es daher nicht sofort und um jeden Preis unterdrücken.

Vorsicht bei Hustenstillern und Schleimlösern

Auf dem Markt gibt es diverse Produkte, die Reizhusten lindern oder den Schleim lösen sollen. Aber wie geeignet sind solche Medikamente zur Behandlung einer akuten Bronchitis?

  • Hustenstiller (Antitussiva) sollen gegen trockenen, quälenden Reizhusten helfen. Aber: Solche „Hustenstiller“ sind nur für Ausnahmefälle und einen kurzfristigen Gebrauch gedacht, denn sie unterdrücken den natürlichen Hustenreiz und verhindern damit das Abhusten des Schleims. Antitussiva sollten, wenn überhaupt, nur nachts zum Einsatz kommen. Bei Husten mit Auswurf sind Hustenstiller nicht geeignet.
  • Schleimlöser (Mucolytika, Expektoranzien) sollen bewirken, dass sich festsitzender Schleim löst und der Betroffene ihn leichter abhusten kann. Ob Schleimlöser bei einer akuten Bronchitis helfen, ist bislang nicht eindeutig belegt. Sie sollten diese Medikamente nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt einnehmen. Wichtig ist, dass Sie viel trinken, wenn Sie schleimlösende Medikamente verwenden.

Fazit: Hustenstiller kommen nur in Ausnahmefällen infrage. Die Wirkung von Hustenlösern bei akuter Bronchitis ist umstritten. Fragen Sie vor Einnahme solcher Medikamente Ihren Arzt um Rat.

Behandlung mit Antibiotika

Eine akute Bronchitis muss nur selten mit Antibiotika behandelt werden. Antibiotika sind bei ansonsten gesunden Menschen nur dann notwendig, wenn Bakterien beteiligt sind. Anzeichen für eine bakterielle Infektion sind zum Beispiel ein starkes Krankheitsgefühl oder hohes Fieber.

In bestimmten Fällen können Antibiotika auch bei einer virusbedingen akuten Bronchitis sinnvoll sein. Ziel der Behandlung ist es dann, einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (sog. Sekundärinfektion) vorzubeugen beziehungsweise eine solche zu bekämpfen. Ist der Körper aufgrund der Bronchitis geschwächt, können Bakterien leichter in den Körper eindringen und eine zusätzliche Infektion auslösen. Bei bestimmten Personengruppen kann dies zu Komplikationen führen. Zu gefährdeten Personen zählen Menschen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, so zum Beispiel AIDS-Patienten, Transplantierte oder Menschen, die an schweren chronischen Erkrankungen leiden.

Video: 6 Fakten über Antibiotika

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Akute Bronchitis bei Kindern und Babys: Wann zum Arzt?

Kleine Kinder, die an einer akuten Bronchitis leiden, müssen nicht immer zwangsläufig zum Arzt. Aber: Die geschwollene Bronchialschleimhaut kann vorübergehend die Atemwege verengen (sog. Obstruktion). Außerdem kann die Muskulatur der Atemwege verkrampfen, was in einigen Fällen zu Asthma führen kann. Da die Bronchien von Säuglingen, Babys und Kleinkindern kleiner sind als die eines Erwachsenen, können daher unter Umständen Medikamente notwendig sein, die die Bronchien erweitern.

Bronchitis bei Babys und Kindern: Dann sollten Sie zum Arzt

Gehen Sie in jedem Fall mit Ihrem Säugling oder Kleinkind zum Arzt, wenn

  • Ihr Kind sehr hohes Fieber hat/das Fieber erneut ansteigt
  • das Kind Blut im Auswurf hat
  • Symptome wie Schüttelfrost, nächtliches Schwitzen oder starkes Krankheitsgefühl auftreten
  • Ihr Kind Atemnot hat
  • Sie pfeifende Geräusche beim Atmen wahrnehmen
  • der Husten auch nach Wochen nicht abklingt

Fieber unter 39 Grad sollte man bei ansonsten gutem Allgemeinbefinden möglichst nicht senken, da die erhöhte Temperatur dabei hilft, die Erreger leichter zu bekämpfen. Bei Fieber zwischen 39 und 40 Grad können Sie auf rezeptfreie Arzneimittel aus der Apotheke zurückgreifen. Beachten Sie: Präparate mit Acetylsalicylsäure (ASS) sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. In seltenen Fällen kann der Wirkstoff bei Kindern das Reye-Syndrom auslösen. Bei diesem seltenen Syndrom können schwere Haut-, Leber- und Hirnschäden auftreten.

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Reye-Syndrom: Wenn Hirn und Leber schwer erkranken

Akute Bronchitis: Verlauf

Für gesunde und abwehrstarke Menschen ist eine akute Bronchitis normalerweise harmlos. Die Erkrankung heilt in den meisten Fällen aus, ohne Folgeschäden zu hinterlassen. Wenn Bakterien zu einer (zusätzlichen) Infektion geführt haben, helfen Antibiotika meist rasch.

Komplikationen

Wenn Komplikationen auftreten, dann sind in erster Linie ältere und abwehrgeschwächte Menschen betroffen. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass die akute Bronchitis in eine Lungenentzündung übergeht oder dass eine zusätzliche bakterielle Infektion entsteht. Bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wie einer Herzschwäche oder Lungenkrankheiten können sich die damit verbundenen Beschwerden verschlechtern.

Akute Bronchitis: Vorbeugen

Einen sicheren Schutz gegen eine akute Bronchitis gibt es nicht. Aber: Je stärker Ihre Abwehrkräfte, desto besser kann sich Ihr Körper gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen. Zu einer gesunden Abwehr können Sie mit einer gesunden Lebensführung beitragen, so zum Beispiel durch

  • ausgewogene Ernährung,
  • Verzicht aufs Rauchen und
  • regelmäßige körperliche Bewegung.

Gegen manche Krankheitserreger können Sie sich impfen lassen, so vor allem gegen Grippe-Viren und Pneumokokken. Insbesondere für bestimmte Personengruppen sind solche Impfungen sinnvoll.

Grippe-Schutzimpfung

Vor allem ältere Menschen (über 60 Jahre), immungeschwächte und chronisch kranke Patienten sollten sich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen. Die Empfehlung gilt auch für gesunde Menschen, die aus beruflichen Gründen ein hohes Ansteckungsrisiko haben (z.B. medizinisches Personal).

Die Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr. Deshalb muss die Schutzimpfung gegen Grippe jedes Jahr wiederholt werden.

Wer sollte sich impfen lassen?

  • Menschen, die über 60 Jahre alt sind
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer anderen Grunderkrankung ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Erkrankungen wie
    • chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen,
    • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten,
    • chronischen neurologischen Erkrankungen wie multiple Sklerose,
    • Immunschwäche,
    • HIV-Infektion
  • medizinisches und pflegendes Personal sowie Personen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen

Menschen, die intensiv mit sogenannten Risikopersonen Kontakt haben, sollten sich vorsichtshalber impfen lassen, um diese nicht anzustecken. Zu Risikopersonen zählen vor allem Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, bei denen eine Impfung möglicherweise nicht ausreichend wirkt.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung hervorrufen können. Die Pneumokokken-Impfung zählt zur den Standardimpfungen. Alle Säuglinge sollten bis zum 14. Lebensmonat dagegen geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt darüber hinaus eine Impfung für Personen über 60 Jahre. Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, sollten die Impfung wahrnehmen. Dazu zählen zum Beispiel Personen mit einer Immunschwäche. Ebenfalls impfen lassen sollten sich Personen, die berufsbedingt mit Metallrauch in Kontakt kommen, etwa weil sie als Schweißer arbeiten.

Pneumokokken-Impfung

Insbesondere bei Babys, Kleinkindern, älteren Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll.

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Quellen

Akute Bronchitis. Online-Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds: www.daab.de (Abrufdatum: 12.8.2019)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2019

Epidemiologisches Bulletin 34/2018: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut – 2017/2018 (Stand: 23.8.2018)

Akute Bronchitis. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 23.8.2017)

Akute und Chronische Bronchitis. Online-Informationen des Helmholtz Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt: www.lungeninformationsdienst.de (Stand: 4.8.2016)

Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2013

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit akutem und chronischem Husten. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 020/003 (Stand: 1.2.2010)

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Akute Bronchitis“:

  • Akute Bronchitis

Onmeda-Lesetipps:

  • Themeninsel: Erkältung

Linktipps:

Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Letzte inhaltliche Prüfung: 13.08.2019
Letzte Änderung: 03.12.2019

Besonderheiten bei Kindern

In den filigranen und noch nicht völlig ausgereiften Atemorganen von Säuglingen und Kleinkindern geht eine akute Bronchitis oft mit einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege einher. Die häufigsten viralen Erreger sind bei Kindern so genannte RS-Viren, Parainfluenzaviren, Rhinoviren und Adenoviren. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind: Chlamydia pneumoniae, Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae, Mykoplasma pneumoniae und Moxarella catarrhalis. Oft tritt bei Kindern eine akute Bronchitis in Kombination mit Masern oder Keuchhusten auf.

Untersuchungsmethoden

Die Diagnose ergibt sich aus der Befragung der kleinen Patienten bzw. ihrer Eltern (Anamnese) und den vorliegenden Beschwerden. Außerdem wird der Arzt versuchen auszuschließen, dass das Kind einen Fremdkörper eingeatmet hat (Fremdkörperaspiration). Dazu kann eine Röntgenuntersuchung notwendig sein.

Therapie

Die Behandlung der akuten Bronchitis besteht bei einer Infektion mit Viren in der Gabe von schleimlösenden Medikamenten (Hustenlöser, Expektorantien). Der Wirkstoff Acetylcystein beispielsweise verändert die Struktur des Schleims, macht ihn weniger zäh und erleichtert so seinen Abtransport. Wirkstoffe wie Ambroxol oder Bromhexin regen die Produktion eines dünnflüssigen Schleims an. Hustenlöser gibt es – abhängig vom Wirkstoff – in unterschiedlichen Darreichungsformen als Saft, Kapseln, Brausetabletten oder Granulat zum Auflösen. Die letztgenannten Präparate haben den Vorteil, dass der Patient zusätzlich zum Wirkstoff gleich auch Flüssigkeit zu sich nimmt, die wiederum den Abtransport von Schleim fördert.
Bei bakteriellen Superinfektionen wird der Arzt gezielt Antibiotika einsetzen. Diese Medikamente sind gegen Viren unwirksam und deshalb nur dann sinnvoll, wenn sich tatsächlich Bakterien auf den Schleimhäuten der Bronchien angesiedelt haben. Der Arzt wird entscheiden, ob ihr Einsatz bei Ihrem Kind notwendig ist.
Liegt eine obstruktive Bronchitis vor, sind unter Umständen zusätzlich Medikamente (Beta-2-Sympathomimethika und CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
) notwendig, die zu einer Erweiterung der kleinen Bronchien (Bronchiolen) führen. Diese Arzneistoffe werden meist inhaliert und können so direkt am Zielort und bereits in geringen Mengen ihre Wirkung entfalten.
Ansonsten erfolgt die Behandlung je nach den vorliegenden Beschwerden: Fieber wird (zum Beispiel durch Wadenwickel oder Medikamente mit dem Wirkstoff Paracetamol oder Ibuprofen) gesenkt. Das Inhalieren von neutralen Trägersubstanzen ist sicherlich zu empfehlen, aber für Kinder erst ab einem bestimmten Alter überhaupt durchführbar.

Vorsorge

Infektanfälligen Kindern wird ein Kuraufenthalt am Meer mit seinem salzhaltigen, schleimlösenden Reizklima empfohlen. An der Nord- oder Ostsee ist die Luft außerdem allergenallergen
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd“ eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
– und schadstoffarm. Das Einatmen von Meerwasser-Aerosolen bei Sport und Spiel am Strand führt zu einer stärkeren Durchblutung der Schleimhäute. Meerbäder härten ab und stärken allgemein die Abwehrkräfte. Unterstützen lässt sich der Behandlungserfolg außerdem durch Meerwasserinhalationen. So kann die Anfälligkeit für Bronchitiden deutlich verringert werden. Wieder zu Hause sollte außerdem besonders auf die Vermeidung von Tabakrauch geachtet werden, um einer erneuten Reizung und Infektanfälligkeit der Atemwege vorzubeugen.

Bronchitis (Bronchialkatarrh)

Die akute Entzündung der Luftröhrenäste (Bronchien) tritt meist nach einem Infekt der oberen Atemwege auf, also zusammen mit einer Erkältung, Schnupfen und Husten. Kleinkinder erkranken durchschnittlich ein- bis dreimal jährlich an einer Bronchitis, oft im Herbst und Spätwinter. Manche Kinder kommen von einer Bronchitis in die nächste. Das kann eine vorübergehende Anfälligkeit infolge vieler neuer Kontakte in Kindergarten und Schule sein.

Die Erreger der Bronchitis sind vor allem Viren. Es kommt zu einem trockenen Reizhusten, der allmählich lockerer wird. Ältere Kinder können den Auswurf dann ausspucken, jüngere verschlucken ihn. Einzelne Blutfäden im Schleim sind nicht besorgniserregend. Die Kinder sind appetitlos, müde und abgeschlagen, nicht immer haben sie Fieber.

Eine unkomplizierte Bronchitis heilt innerhalb von ein bis zwei Wochen aus. Das Kind sollte viel trinken. Wenn es nicht hoch fiebert, darf es auch an die frische Luft. Empfehlenswert sind täglich ein bis zwei Wannenbäder, weil die feuchte Luft den Bronchien gut tut. Ein Luftbefeuchter / Wasserverdunster im Zimmer ist ebenfalls günstig. Pflanzliche Mittel zum Einreiben oder Einnehmen, evtl. Hustensaft oder ein vom Arzt oder Apotheker empfohlenes homöopathisches Mittel können helfen.

Wenn eine Bronchitis länger als zwei Wochen dauert, sich der Allgemeinzustand des Kindes verschlechtert und das Fieber ansteigt, sollten Sie unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin informieren.

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Letzte Aktualisierung : 23-01-20, BH

Was ist Bronchiolitis?

Eine Bronchiolitis ist eine Entzündung der kleinen und kleinsten Verästelungen der Bronchien, den sog. Bronchiolen. Durch diese Entzündung kommt es zu einer Schwellung der Bronchiolen und der Atemluftaustausch wird erschwert.
Bronchiolitis wird meistens durch Viren hervorgerufen. Etwa jedes dritte Baby macht diesen Infekt in seinem ersten Lebensjahr durchmacht (NHS 2010, Patient UK 2009). Häufigster Auslöser sind RS Viren (respiratory syncytial virus), aber auch Rhinoviren und Adenoviren kommen in Frage. Diese Viren können auch Mittelohrentzündungen, Pseudo-Krupp und Lungenentzündung verursachen.
Meistens tritt das Virus in den Wintermonaten auf, in der typischen Erkältungszeit zwischen Oktober und März.
Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Symptomen und leichtem Fieber. Die Kinder husten und sind eingeschränkt. Meist ist nach einer Woche alles überstanden und die Entzündung heilt in der Regel folgenlos aus. Es kann aber auch sehr schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen. Die Sauerstoffsättigung fällt ab, die Kinder atmen sehr schnell, oft ist über der Lunge kein Atemgeräusch zu hören( schlechtes Zeichen!), die Atmung ist einziehend – kurzum es handelt sich um ein gefährliches Krankheitsbild für Säuglinge und Kleinkinder.

Woher weiß ich, ob mein Baby Bronchiolitis hat?

Bronchiolitis ist normalerweise ein bisschen stärker als eine normale Erkältung. Aber die ersten Symptome sind die gleichen:

  • laufende oder verstopfte Nase
  • trockener Husten
  • erhöhte Temperatur zwischen 37,5 und 38 Grad C
  • Appetitlosigkeit
  • (DH 2009, NHS 2010)

Die Symptome können sehr schnell schlimmer werden (NHS 2010, Patient UK 2009):

  • der Husten wird anhaltender
  • die Atmung wird schneller, flach und angestrengt
  • das Herz schlägt schneller als gewöhnlich
  • das Füttern könnte schwieriger werden, vielleicht verweigert Ihr Kind das Essen.

Wann sollte ich mein Baby zum Arzt bringen?

Wenn Sie nicht sicher sind, ob es eine Bronchiolitis oder eine Erkältung ist, dann gehen Sie zum Kinderarzt/der Kinderärztin. Er/sie wird dann den Sauerstoff im Blut messen und danach entscheiden, ob das Kind unter Umständen stationär behandelt werden muss. Doch obwohl die Symptome gefährlich wirken und Sie sich verständlicherweise Sorgen machen, sind die meisten Fälle von Bronchiolitis harmlos und können zu Hause gut behandelt werden.
Nur etwa zwei Prozent aller Babys entwickeln eine schwere Bronchiolitis und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Gehen Sie sofort zum Arzt/zur Ärztin, wenn Sie folgende Symptome an Ihrem Baby bemerken:

  • Es hat in den letzten 24 Stunden nur die Hälfte der üblichen Milchmenge getrunken
  • Es zeigt Anzeichen einer Dehydrierung – keine nasse Windel seit sechs Stunden oder länger oder Mund und Lippen sind trocken
  • das Fieber steigt über 38 Grad C
  • es scheint schläfrig und lethargisch zu sein
  • es hat Schwierigkeiten mit dem Atmen (siehe unten)
  • (NHS 2010, NHS 2008, Patient UK 2009)

Eine schwere Bronchiolitis verursacht Atemprobleme, behalten Sie Ihr Baby deshalb im Auge und rufen Sie sofort den Notarzt oder fahren Sie direkt in die Klinik, wenn Ihr Baby eins der folgenden Symptome zeigt:

  • es keucht (ein krächzendes, pfeifendes Geräusch beim Atmen)
  • die Nasenflügel blähen sich
  • die Haut zwischen den Rippen, am Schlüsselbein oder unter dem Rippenbogen wird mit jedem Atemzug scheinbar nach innen gesogen
  • es stöhnt oder seine Bauchmuskeln ziehen sich bei jedem Atemzug zusammen
  • seine Lippen und Fingernägel werden blau
  • die Atmung beschleunigt sich auf mehr als 60 Atemzüge pro Minute
  • die Atmung setzt gelegentlich für ein paar Sekunden aus
  • (CKS 2009, NHS 2010, NHS 2008, Patient UK 2009, SIGN 2006)

Manche Babys haben ein höheres Risiko eine schwere Bronchiolitis zu bekommen als andere. Gehen Sie zum Kinderarzt/der Kinderärztin, wenn Sie glauben, Ihr Kind hat Bronchiolitis und:

  • ist jünger als drei Monate
  • war eine Frühgeburt
  • hat seit der Geburt gesundheitliche Probleme, beispielsweise Lungen- oder Herzprobleme
  • hat ein geschwächtes Immunsysten
  • hat in der Vergangenheit schon mal extra Sauerstoff benötigt
  • (CKS 2009, DH 2009, NHS 2010, SIGN 2006)

Wie kann ich eine Bronchiolits zuhause behandeln?

Da die Bronchiolitis eine Virusinfektion ist, können Sie nicht viel tun, außer abzuwarten, bis das Immunsystem seine Arbeit getan hat. In den meisten Fällen klingt die Bronchiolitis nach ein bis zwei Wochen ab.
Die meisten Ärzte empfehlen die gleiche Behandlung wie bei einer Erkältung. Folgendes können Sie tun, um Ihrem Baby sein Leiden zu erleichtern:

  • Ermutigen Sie Ihr Baby, viel zu trinken. Wenn Sie stillen, dann geben Sie ihm so oft wie möglich die Brust. Wenn Ihr Baby Säuglingsnahrung oder schon feste Nahrung bekommt, dann können Sie ihm auch zusätzlich Wasser geben. Wenn es Probleme mit der Atmung hat, wird Ihr Kind nicht viel auf einmal trinken wollen. Bieten Sie ihm daher öfter ein paar wenige Schlucke an, damit es nicht dehydriert und das Fieber gesenkt wird.
  • Sie können Ihrem Baby ein Fieberzäpfchen oder ein für Kinder geeignetes Ibuprofen oder Paracetamol geben, wenn es älter als drei Monate ist (CKS 2009, NHS 2010). Lesen Sie die Packungsbeilage und sprechen Sie mit dem Arzt oder dem Apotheker, wenn Sie sich wegen der Dosis unsicher sind. Paracetamol und Ibuprofen senken das Fieber und lindern Halsschmerzen, dadurch wird Ihr Baby einfacher essen und trinken können.
  • Wenn Ihr Baby wegen seiner verstopften Nase Probleme beim Füttern hat, dann halten Sie es beim Essen möglichst in aufrechter Position (CKS n.d.). Sie können auch Nasentropfen mit Salzlösung in der Apotheke kaufen, um die Nase frei zu machen (MRHS 2009, NHS 2010). Tropfen Sie die Lösung 15 Minuten vor jedem Füttern in die Nasenlöcher.
  • Heben Sie das Kopfende der Wiege oder des Babybettes leicht an oder lassen Sie Ihr Baby im Autositz schlafen, wenn es älter als sechs Monate ist (kleinere Kinder hängen meistens zusammengesackt im Autositz, das behindert die Atmung noch mehr). Wenn Sie das Köpfchen Ihres Babys anheben, dann bekommt es trotz verstopfter Nase besser Luft.
  • Dampfinhalation kann die Atemwege Ihres Babys öffnen und den Husten lösen (CKS n.d.). Trotzdem sollten Sie Ihr Baby nicht direkt heißem Dampf aussetzen, denn es könnte sich verbrühen (Murphy et al 2004). Die sicherere Methode ist es, Ihr Baby mit ins Bad zu nehmen. Drehen Sie das Heißwasser in der Dusche an und bleiben Sie zusammen ein paar Minuten in dem Wasserdampf (CKS 2009, NHS 2009). Hinterher müssen Sie Ihrem Baby natürlich etwas Trockenes anziehen.

Wenn möglich, geben Sie einem Kind unter sechs Jahren keine rezeptfreien Erkältungsmedikamente wegen der zu befürchtenden Nebenwirkungen (MHRA 2009). Bevor Sie mit irgendeinem Medikament herumprobieren, fragen Sie Ihren Haus- oder Kinderarzt. Vor allem geben Sie Ihrem Kind niemals ein Erkältungsmittel, das für Erwachsene gedacht ist.

Kann Bronchiolitis zu Komplikationen führen?

Nach einer Bronchiolitis haben manche Babys eine keuchendere Atmung oder Husten, besonders während einer Erkältung (NHS 2008, Patient UK 2009). Asthma und andere Atmungsschwierigkeiten wurden von Forschern mit Bronchiolitis in Verbindung gebracht (Sigurs at al 2000).
Ganz selten entwickelt sich aus der Bronchiolitis bei Babys eine Lungenentzündung. Bei Babys mit angeborenen Herz- oder Lungenfehlern kann eine Bronchiolitis den Zustand verschlimmern.

Wie kann ich eine Bronchiolitis verhindern?

Da sich die Krankheit als Tröpfcheninfektion verbreitet, wird sie häufig in Kinderkrippen, Büros und auch im Bekanntenkreis weitergereicht. Das Virus überlebt an der Luft oder auf Handflächen etwa sechs Stunden lang, daher ist Hygiene wichtig. Waschen Sie sich häufig die Hände mit warmen Wasser und antibakterieller Seife. Bestehen Sie darauf, dass alle, die Ihr Baby anfassen, sich ebenfalls vorher die Hände waschen.
Halten Sie Ihr Baby von erkälteten Menschen fern und meiden Sie große Menschenmengen.
Für Risikokinder, also Kinder mit Herzfehlern, Lungenerkrankungen und chronischen Erkrankungen oder extreme Frühgeburten, gibt es eine Art Impfung, die schon sehr unreifen Kindern gegeben werden kann. Es handelt sich um Antikörper gegen das Virus. Diese „Impfung“ hält ca. vier Wochen und muss dann im Winter wieder aufgefrischt werden.

CKS. 2009. NHS Clinical Knowledge Summaries. Clinical topic – Cough: acute with chest signs in children. www.cks.nhs.uk
CKS. n.d. NHS Clinical Knowledge Summaries. Patient information leaflet – Bronchiolitis. www.cks.nhs.uk
DH. 2009. Department of Health. Birth to five: Chapter 8 Treating illnesses, infections and injuries.
MHRA. 2009. Medicines and Healthcare products Regulatory Agency. Children’s over-the-counter cough and colds medicines: new advice. www.mhra.gov.uk
Murphy SM, Murray D, Smith S, et al. 2004. Burns caused by steam inhalation for respiratory tract infections in children. BMJ 328:757
NHS. 2010. Bronchiolitis. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk
NHS. 2009. Common cold. NHS Choices, Health A-Z. www.nhs.uk
NHS 2008. Bronchiolitis – advice for parents or carers. NHS Trust, Children’s Services.
Patient UK. 2009. Bronchiolitis. www.patient.co.uk
SIGN. 2006. Scottish Intercollegiate Guidelines Network. Bronchiolitis in children: a national clinical guideline.
Sigurs N, Bjarnason R, Sigurbergsson F, et al. 2000. Respiratory syncytial virus bronchiolitis in infancy is an important risk factor for asthma and allergy at age seven. Am. J. Respir. Crit. Care Med. 161(5):1501-1507

Spastische Bronchitis bei Erwachsenen

Eine klassische Bronchitis ist für viele Betroffene noch kein Grund zur Sorge.

Sie löst sich nach einigen Tagen, da der Schleim abgehustet wird und sich nicht auf den Bronchien verbleibt.

Sollten Sie die ersten Anzeichen einer Bronchitis bemerken, handeln Sie schnell und vermeiden damit, dass Sie die Erkrankung sprichwörtlich verschleppen und den Weg für eine spastische Bronchitis ebnen.

Definition der spastischen Bronchitis bei Erwachsenen

Die spastische Bronchitis zählt nicht zu den Erkältungskrankheiten, sondern wird in der Kategorie Lungenerkrankungen eingeordnet.

Neben den typischen Bronchitis Symptomen tritt bei der spastischen Form eine Zuckung des Lungengewebes auf. Diese führen zu einem starken und nicht kontrollierbaren Hustenreiz, der nicht selten mit starken Atemgeräuschen einhergeht.

Die spastische Bronchitis ist eine akute Form einer meist viralen, seltener bakteriellen Erkrankung der Bronchien. Diese entzünden sich und bilden zähflüssigen Schleim in großen Mengen, der die Atmung einschränkt und spastische Zuckungen des Lungengewebes hervorruft.

Weiter ist die spastische Bronchitis eine ansteckende Krankheit mit sehr schneller Verbreitung durch Tröpfcheninfektion.

Ihre Bezeichnung erhielt die spastische Bronchitis aufgrund der Tatsache, dass die zuckenden Bewegungen der Lunge unkontrollierbar sind zur Verkrampfung der Atemwege führen.

In der Fachsprache ist von obstruktiven Bronchitis, beziehungsweise dem Bronchospasmus die Rede.

Diese Symptome weisen auf eine spastische Bronchitis hin

Klingt eine Bronchitis nicht ab, Sie leiden unter starkem Husten mit röchelnden oder pfeifenden Atemgeräuschen und haben das Gefühl, dass die Lunge nach dem Husten zuckt, kann dies ein Hinweis auf eine spastische Bronchitis sein.

Der Beginn der Erkrankung lässt sich von einer klassischen Bronchitis kaum unterscheiden und tritt meist als Folgeerscheinung nicht behandelter bronchialer Infekte auf.

Im Schleim siedeln sich Viren an, die sich rasant vermehren und das Eindringen von Schleim in die Lunge begünstigen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Viruserkrankung, aber auch eine bakterielle Infektion kann eine spastische Bronchitis hervorrufen.

Sehr starker, oft mit Brechreiz oder Erbrechen verbundener Husten, Schmerzen in den Bronchien und der Lunge, Fieber, sowie spürbare Zuckungen der Bronchien und Lunge nach dem Abhusten können auf eine spastische Bronchitis hinweisen und sind ernst zu nehmende Symptome.

Auch außerhalb der Hustenanfälle treten beim Einatmen Geräusche auf und die Atmung fällt schwer. In ihrer schlimmsten Form erzeugt die spastische Bronchitis Atemnot, die bei einigen Patienten zu Panikattacken führen kann.

Begleitsymptome sind Kopfschmerzen und Fieber, Gliederschmerzen und ein Krabbeln im Hals, sowie zähflüssiger Schleim.

Verlauf und Dauer der spastischen Bronchitis

Die spastische Bronchitis beginnt wie die klassische Bronchitis mit Husten, leichtem Fieber und generellem Unwohlsein.

Sie fühlen sich „vergrippt“ und gehen regulär von einer Erkältung aus. Verschlimmert sich Ihr Husten und kommt mit pfeifenden oder röchelnden Geräuschen, hat sich aus der Bronchitis eine spastische Form entwickelt.

Diese bedarf in der Heilung einer längeren Zeitspanne und kann in ihrer akuten Form bis zu 14 Tagen und länger in unveränderter Intensität standhalten. Um einen schlimmeren Verlauf zu vermeiden oder gar eine chronische Bronchitis zu fördern, ist der Gang zum Arzt notwendig und eine Behandlung mit schleimlösenden Medikamenten angeraten.

Die spastische Bronchitis kann eine Lungenentzündung nach sich ziehen und ist eine Entzündung der Bronchien, die mit enormer Schleimbildung mit meist viralem Hintergrund kommt.

Behandlungsmöglichkeiten

Antibiotika sind unwirksam, da die spastische Bronchitis von Viren hervorgerufen wird. Ihr Arzt wird Ihnen primär Schleimlöser verschreiben und Ihnen optional zu Hausmitteln raten, mit denen Sie den gereizten Hals beruhigen und das krabbelnde Gefühl in der Luftröhre eindämmen können.

In sehr schlimmen Fällen mit stark ausgeprägten Symptomen wird eine Medikation mit schleimlösenden Mitteln nicht ausreichen, sodass zusätzliche Dampfbäder empfohlen werden. Milchprodukte sollten Sie in der Behandlungsdauer meiden, da diese die Bildung von Schleim verstärken und damit der durch Medikamente erzielten Wirkung entgegen stehen.

So sehr Sie der Husten auch plagt, verzichten Sie auf hustenstillende Medikamente. Der Hustenreiz darf nicht unterdrückt werden, da der Schleim sich sonst in der Lunge festsetzen und eine Lungenentzündung hervorrufen kann.

Prävention – so beugen Sie vor

Sie können sich nicht immer und überall vor einer Ansteckung schützen und sollten vor allem für ein starkes Immunsystem zur Prävention sorgen. In der kalten Jahreszeit spielt die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen eine wichtige Rolle.

Meiden Sie große Menschenansammlungen und halten sich, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, nicht in Räumen mit erkrankten Personen auf. Mit Meersalz Dampfbädern können Sie Ihre Atemwege frei halten und so vermeiden, dass aus einer Erkältungskrankheit eine spastische Bronchitis wird.

Handeln Sie bei den ersten Symptomen der Bronchitis und verzichten Sie auf hustenstillende Medikamente, da diese die Schleimbildung fördern und so eine spastische Bronchitis begünstigen können. Sport und viele Aktivitäten an der frischen Luft sind der beste Schutz, den Sie vorbeugend gegen eine Infektion treffen können.

Tags: Bronchitis, Spastische Bronchitis, Spastische Bronchitis bei Erwachsenen

Kategorie: Bronchitis, Spastische Bronchitis

Schleimlöser bei chronischer Bronchitis oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung

Hintergrund der Fragestellung

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und die chronische Bronchitis sind langfristige Atemwegserkrankungen. Sie verursachen Symptome wie Kurzatmigkeit, Husten und übermäßigen Auswurf. Bei Personen mit COPD und chronischer Bronchitis kann es zu Schüben der Krankheit kommen (Exazerbationen), wenn sich ihre Symptome verschlechtern.

Schleimlöser (Mukolytika) sind oral einzunehmende Arzneimittel, die den Auswurf lösen könnten und es so erleichtern, ihn abzuhusten. Schleimlöser könnten andere nutzbringende Auswirkungen auf Lungeninfektionen und Entzündungen haben und könnten die Häufigkeit von Schüben der Krankheit mindern, welche Menschen mit COPD und chronischer Bronchitis erleben. Es gibt auch Schleimlöser, die inhaliert werden können. Allerdings haben wir uns in diesem Review nicht mit diesen Schleimlösern beschäftigt.

Studienmerkmale

Wir suchten nach Studien mit einer Dauer von mindestens zwei Monaten, in denen nach dem Zufallsprinzip entschieden wurde, ob eine Person einen Schleimlöser oder ein Placebo erhielt. Nicht berücksichtigt wurden Studien mit Kindern oder Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma und Mukoviszidose.

Wir fanden 38 Studien, die wir in unseren Review einschlossen. Diese Studien schlossen insgesamt 10.377 Erwachsene mit COPD oder chronischer Bronchitis ein. Die Studien verwendeten eine Vielzahl von schleimlösenden Wirkstoffen, darunter N-Acetylcystein, Carbocystein und Erdostein, und dauerten zwischen zwei Monaten bis drei Jahren. Die Schleimlöser wurden zwischen einmal und dreimal pro Tag über den Mund eingenommen. Diese Studien maßen mehrere verschiedene Endpunkte, um herauszufinden, ob das Medikament nützlich war – einschließlich Schübe der Krankheit, Krankenhauseinweisungen, Lebensqualität, Lungenfunktion und Nebenwirkungen.

Hauptergebnisse

Wir fanden heraus, dass Menschen, die Schleimlöser einnahmen, weniger wahrscheinlich einen Schub der Krankheit erlebten als diejenigen, die Placebo einnahmen. Ungefähr acht Menschen müssten das Medikament neun Monate lang einnehmen, um eine weitere Person vor einem Schub der Krankheit zu schützen. Dieses Ergebnis basierte auf 28 Studien mit 6.723 Personen. Die vor längerer Zeit (1970er bis 1990er Jahre) durchgeführten Studien zeigen jedoch einen größeren Nutzen als die neueren Studien. Kürzer andauernde Studien schienen auch einen größeren Nutzen zu zeigen als länger andauernde Studien. Dies könnte daran liegen, dass die neueren Studien größer waren und zeigen könnten, dass Schleimlöser weniger nutzbringend sind, als es die früheren Studien gezeigt haben. Oder es könnte sein, dass nur Studien, die Schleimlöser als nutzbringend darstellten, vor den 2000er Jahren veröffentlicht wurden, als es dann einen Anstoß gab, alle Studienergebnisse zu berichten, unabhängig davon, ob sie einen Nutzen zeigten oder nicht.

Menschen, die Schleimlöser einnahmen, hatten jeden Monat weniger Tage mit Beeinträchtigungen (d.h. Tage, an denen sie ihre normalen Aktivitäten nicht ausüben konnten), der Unterschied war aber ziemlich klein- weniger als ein halber Tag pro Person und Monat. Es war auch etwa ein Drittel weniger wahrscheinlich, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert wurden, obwohl dieses Ergebnis auf nur fünf Studien basiert, die diese Informationen lieferten.

Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Schleimlöser keinen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität oder Lungenfunktion haben. Die Menschen, die Schleimlöser einnahmen, hatten nicht mehr unerwünschte Nebenwirkungen als Menschen, die Placebo einnahmen. Aber wir konnten uns nicht sicher sein, welche Auswirkungen sie auf die Sterblichkeit während des Studienzeitraums hatten, da bei 3.527 Teilnehmern an Studien, die Sterblichkeit untersucht und berichtet hatten, nur 37 Todesfälle auftraten.

Qualität der Evidenz

Wir haben moderates Vertrauen in die von uns dargestellten Ergebnisse. Unser Vertrauen wird durch die Ergebnisse der einzelnen Studien, die sehr unterschiedlich aussehen, und der Mischung aus älteren und neueren Studien, die wir gefunden haben, geschwächt. In einigen Fällen gab es auch nicht genügend Daten, um sicher zu sein, ob die Schleimlöser besser oder schlechter waren oder die gleiche Wirkung hatten wie Placebo.

Schlussfolgerungen

Schleimlöser scheinen nützlich zu sein, um Schübe der Krankheit, Tage mit Beeinträchtigung und Krankenhauseinweisungen bei Menschen mit COPD oder chronischer Bronchitis zu verringern, und sie scheinen nicht mehr Nebenwirkungen zu verursachen. Sie scheinen jedoch keinen großen Einfluss auf die Lebensqualität oder Lungenfunktion zu haben, und wir konnten uns nicht sicher sein, welche Auswirkungen sie auf die Sterblichkeit haben.

Diese laienverständliche Zusammenfassung ist auf dem Stand von April 2019.

Was ist eine akute Bron­chi­tis?

Begünstigende Faktoren sind Zigarettenrauch, kalt-feuchtes Wetter und Luftverschmutzung. Eine akute Bronchitis tritt auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie zum Beispiel einer Grippe auf.

Was sind die Aufgaben der Bronchien?

Die Atemwege leiten und verteilen die Atemluft vom Nasen-Rachen-Raum in die beiden Lungenflügel. Neben der Verteilung der Atemluft ist es aber auch Aufgabe der Bronchien, die Luft zu erwärmen, anzufeuchten und zu reinigen. Die Bronchialschleimhaut produziert einen Schleim, der Staubpartikel, abgestorbene Zellen und andere Verunreinigungen in Richtung Mundraum befördert. Größere Schleimansammlungen in den Atemwegen lösen einen reinigenden Hustenstoß aus. Darüber hinaus erfüllt der produzierte Schleim aber auch eine Abwehraufgabe, denn er enthält Substanzen und Zellen, die Bakterien und Viren abwehren.

Wie äußert sich eine akute Bronchitis?

Einer akuten Bronchitis geht häufig eine banale Erkältung mit Schnupfen, Niesen und allgemeinem Krankheitsgefühl voraus. Beginnender Husten mit Schmerzen hinter dem Brustbein weist dann in der Regel auf eine Bronchitis hin. Anfangs ist der Husten in der Regel trocken (Reizhusten). Nach wenigen Tagen löst sich der Husten und durch vermehrte Schleimbildung der Bronchien kommt es zu Auswurf. Dieser ist bei viralen Infektionen durchsichtig oder weiß. Bakterielle Infektionen verursachen einen gelblichen bis grünlichen Auswurf. Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen und Heiserkeit können hinzukommen. Der Verlauf der akuten Bronchitis erstreckt sich über zwei bis drei Wochen, sofern keine Komplikationen auftreten. Unter ungünstigen Bedingungen wie etwa Inhalation von Tabakrauch, Staub oder schlechten Witterungsverhältnissen kann sich die Erkrankung auch über sechs bis acht Wochen erstrecken.

Ernsthafte Komplikationen treten häufiger bei abwehrgeschwächten oder älteren Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen auf. Hierzu zählen eine Lungenentzündung sowie eine zusätzliche bakterielle Infektion der Bronchien. Selten kann eine akute Bronchitis in eine chronische Form übergehen.

Wie wird die akute Bronchitis erkannt?

Die Diagnose der akuten Bronchitis stellt der Arzt anhand der Beschwerden und des Abhörens der Lunge. Bei schwer beeinträchtigten Patienten kann eine Blutuntersuchung klären, ob eine virale oder eine bakterielle Infektion hinter der Erkrankung steckt. Der Arzt untersucht zudem häufig auch Nase, Rachen und Ohren und tastet den Hals ab, um zu überprüfen, ob die Lymphknoten geschwollen sind.

Hält der Husten über längere Zeit an oder kommt es zu Blutbeimengungen im Auswurf, kann dies natürlich auch andere Ursachen haben und sollte vom Arzt durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden.

Wie wird die akute Bronchitis behandelt?

Da es sich vor allem um Infektionen mit Viren handelt, sind Antibiotika unwirksam. Die Therapie orientiert sich auch aufgrund des meist unkomplizierten Verlaufs an den Beschwerden der Erkrankten. Sie sollten streng auf das Rauchen verzichten. Auch eine schadstoffreiche Umgebung sowie extreme Temperaturen der Atemluft sollten vermieden werden. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit schützt ebenfalls die Schleimhaut der Bronchien.

Die Gabe schleimlösender Medikamente hilft, das zähe Bronchialsekret zu verflüssigen, sodass es leichter abgehustet werden kann. Auch Inhalationen, zum Beispiel mit Kamille oder Salz, und die Anwendung von Hausmitteln wie beispielsweise Thymiantee oder Zwiebelsaft dienen diesem Ziel und lindern den lästigen Hustenreiz. Menthol und Eukalyptus als Einreibung können unterstützend wirken, können aber vor allem bei Kindern selbst reizend wirken, sodass hier Vorsicht geboten ist.

Wichtig ist, auf eine ausreichende Trinkmenge (zum Beispiel heißer Tee oder Wasser) zu achten, um das Sekret flüssig zu halten. Liegt ein alleiniger Reizhusten ohne nennenswerten Auswurf vor, kann der behandelnde Arzt auch kurzzeitig hustenstillende Medikamente verordnen, um den Teufelskreis Reizung der Schleimhaut durch Husten und dadurch vermehrter Husten zu durchbrechen.

Bei bakteriellen Infektionen der Bronchialschleimhaut, die sich durch einen langen, schwierigen Verlauf und eitriges Sekret auszeichnen, werden Antibiotika eingesetzt.

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