Brei baby 6 monate

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Beikost – ab wann?

Beikost sind alle Lebensmittel in der Säuglingsnahrung, welche nach und nach die üblichen Milchmahlzeiten (Schoppen oder Muttermilch) ersetzen. Für stillende Mütter bedeutet Beikosteinführung nicht Abstillen, sondern eine langsame Verminderung der Muttermilchmenge und Stillmahlzeiten.

Grundsätzlich muss auch hier wieder betont werden: Muttermilch ist die beste und preiswerteste Nahrung, die es für Ihr Baby gibt. Deshalb wird das volle Stillen bis zum 6. Monat empfohlen.

Der Wechsel von der Muttermilch zur Beikost muss natürlich Schritt für Schritt erfolgen. Für ein gestilltes Kind ist die Brust der Lebensmittelpunkt, eine vertraute Quelle für Nähe, Wärme und Trost. Wird sie ihm abrupt entzogen, kann seine kleine Welt ins Wanken geraten. Es empfiehlt sich, sehr langsam eine weitere Brustmahlzeit zu ersetzen. So kann sich das Kind langsam auf die neue Kost umstellen.

Ihr Baby muss reif sein für die Beikost

Ab dem 5.-6. Monat ist in der Regel auch das Verdauungssystem, die Nierenfunktion und der Stoffwechsel so weit entwickelt, dass Ihr Baby Beikost vertragen kann. Spätestens im 7. Monat werden viele Babys dann mit alleinigem Stillen oder Schoppenernährung nicht mehr richtig satt und benötigen ausserdem Nährstoffe, die in der Muttermilch allein nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen.

Zeitplan für die Einführung der Beikost

  • Man beginnt frühestens nach Ende des 4. Monats mit dem ersten Gemüse- oder Obstbrei.
  • Ca. einen Monat später, nach dem 5. Monat, kommt der zweite Brei (mit Getreide) hinzu.
  • Die dritte Breimahlzeit, der Milch-Getreidebrei, wird mit ca. 8 Monaten empfohlen.
  • Ab dem 10. Monat kann langsam zur Erwachsenenkost übergegangen werden.

Menuplan ab dem 7. Monat

Im Alter von ca. sieben bis acht Monaten könnte ein Menu-Tagesplan nach langsamem Aufbau wie folgt aussehen:

  • Morgen: Stillen oder Säuglingsmilch
  • Mittag: Gemüsebrei abwechselnd mit Gemüse-Fleischbrei
  • Nachmittag: Früchte mit Getreide
  • Abend: Je nach Hunger oder Saugbedürfnis des Kindes Getreidebrei und/oder Stillen oder Säuglingsmilch
  • Dazwischen: weiche Frucht- oder Gemüsestücke wie Birnen oder Gurken, Trockenobst in Massen, Vollkornbrot. Dabei immer anwesend sein, denn das Kind ist im Verzehr von fester Nahrung noch Anfänger und kann sich verschlucken.

Und welche Getränke zum Brei?

Auch wenn Babys noch drei bis vier Still- oder Schoppenmahlzeiten bekommen, bieten Sie zu den Breimahlzeiten etwas Flüssigkeit zum Trinken an. Am besten ungesüssten Tee, Wasser oder stark verdünnten Fruchtsaft. Überlassen Sie dem Kind das Teefläschchen nie zum Dauernuckeln. Und geben Sie Teegetränke aus dem Becher, sobald Ihr Baby damit umgehen kann. Gesüsster Tee enthält zuviele Kalorien und ist eine grosse Gefahr für die Entwicklung der Milch- und bleibenden Zähne (Nuggelflaschenkaries).

Wie füttert man am besten?

Manchmal müssen Eltern starke Nerven entwickeln, bis die Kleinen den Löffel mit Brei endlich akzeptieren. Die Einführung der Beikost bedarf viel Geduld, und meist hilft nur eine grosse Portion Gelassenheit. Geben Sie nicht jedem Quengeln nach, sondern versuchen Sie es immer wieder mit kleinsten Portionen auf dem Löffel. So gewöhnt sich das Kind langsam daran.

Häufige Fragen zum Thema

Der erste Brei mit dem ersten Zahn?

Viele meinen: Wer einen Zahn hat, ist reif für den ersten Brei.

So ganz stimmt dieser Zusammenhang aber nicht, denn manche Babys bekommen schon einen Zahn, wenn sie noch voll gestillt oder mit Säuglingsmilch gefüttert werden – manche kommen sogar mit einem ersten Zähnchen auf die Welt.

Es kann…

vollständige Antwort lesen Unsere Tochter mag keinen Obstbrei. Darf ich ihr verdünntes, püriertes Obst in das Fläschchen geben?

In geringen Mengen, sozusagen in der Umgewöhnungszeit auf die Beikost vom Löffel, ist das in Ordnung. Verwenden Sie aber frisches, reifes und ungezuckertes, selbst püriertes Obst.

Im Handel sind pürierte Früchte, so genannte Smoothies, überall erhältlich. Aufgrund ihres hohen Fruchtgehalts sind sie…

vollständige Antwort lesen Darf ich Breireste noch einmal aufwärmen?

Das sollten Sie besser nicht tun. Die Speichelspuren am Löffel gehen in den Brei über und führen zu einer rasanten Keimvermehrung und zu Magen-Darm-Infektionen.

Beim Aufwärmen gehen ausserdem wichtige Vitamine verloren. Frisch zubereitete Speisen sind für Ihr Baby viel wertvoller. Bereiten Sie…

vollständige Antwort lesen Stimmt es, dass Bananenbrei stopft?

Bananen können zu Problemen beim Stuhlgang, v.a. Verstopfung, führen – aber das trifft längst nicht für alle Babys zu. Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall, denn Bananen eignen sich hervorragend für den ersten Obstbrei, weil sie süss schmecken und wenig Fruchtsäure enthalten.

Wird der Stuhl zu…

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Newsticker

Ruhe durch Brei | 15.09.2018

In der Hoffnung auf ruhigere Nächte führen manche Eltern die Beikost schon früher ein als von Experten empfohlen. Britische Forscher haben nun an Daten von über 1.200 Kindern untersucht, ob dies den Schlaf tatsächlich verbessert. Babys, die schon nach dem 3. Monat zusätzlich zum Stillen langsam Beikost in Form von Baby-Reis, später Joghurt erhielten, schliefen etwa eine Viertelstunde länger und wachten weniger häufig in der Nacht auf (nur 1,74-mal gegenüber zweimal) als Babys, die in den ersten sechs Lebensmonaten ausschliesslich gestillt wurden. Da der Babyschlaf einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität der Eltern hat, sind die bisherigen Empfehlungen in Grossbritannien zu überdenken. Bis dahin raten die Forscher jedoch, die geltenden Richtlinien zu befolgen. In der Schweiz lautet die offizielle Empfehlung, bis zum 6. Monat voll zu stillen und Säuglingen vor dem 5. Monat keine Beikost zu geben. Ein früherer Beikostbeginn sei mit späterem Übergewicht assoziiert. Auch bezüglich Allergien sei ein Beginn mit 4 – 6 Monaten am günstigsten fürs Kind.

Letzte Aktualisierung : 11-11-19, MR / FS

Beikost einführen: So geht’s

Beikost: Essen lernen soll Spaß machen

Wie Eltern Schritt für Schritt einzelne Milchmahlzeiten durch Beikost ersetzen, zeigen spezielle Pläne zum Einführen der Beikost. „Der Beikoststart ist ein Lernspiel, an dem alle Freude haben sollten“, rät Gätjen. Also folgt erst mal ein Versuch mit ein paar Löffelchen Gemüse. Für ­Babys Geschmack eignen sich anfangs am besten süßlich schmeckende Gemüse­­sorten wie Karotte oder Kürbis. Klappt noch nicht? Kein Problem. Dann probieren es die Eltern eben morgen noch mal – oder in ein paar Tagen. Hauptsache, die Kleinen verlieren nicht den Spaß daran. Denn Lernen, wissen Hirnforscher, funktioniert am besten über positiv besetzte Erfahrungen.

Sobald das Baby ­also den Kopf wegdreht und das Essen verweigert, verschwindet der Löffel. „Dann sollten Eltern auch nicht probieren, mit Tricks noch ­etwas zu füttern“, rät Gätjen. Verschmähen die Essneulinge den Löffel grundsätzlich, können Väter und Mütter probieren, den Brei mit dem kleinen Finger oder auf einem Brotstück zu füttern. Oder weich gekochte Stückchen anbieten, an denen manche Babys mehr Interesse haben. Ein guter Zeitpunkt für den ersten Brei ist für Gätjen am Vormittag. Da sind die Kleinen in der Regel ausgeruht und haben gute Laune.

Baby sollte nicht satt, aber auch nicht hungrig sein

Absoluter Frustfaktor: Wenn man einem hungrigen Winzling erstmals Brei vorsetzt. Knurrt der Magen, hat kein Baby Lust auf Experimente. Mit vollem Magen aber auch nicht. Deshalb müssen Eltern sich heranpirschen: Zwischen zwei Still- oder Flaschenmahlzeiten probieren sie es mit etwas Brei. Da ist das Baby schon ein bisschen hungrig und eher willig, sich auf das Abenteuer einzulassen. Ganz allmählich rückt dann die Breimahlzeit immer weiter in Richtung der Milchmahlzeit, die ersetzt werden soll. Aber das kann dauern: „Nur bei 20 Prozent der Kinder klappt das binnen einer Woche“, sagt Gätjen. „60 Prozent der Kinder brauchen vier bis fünf Wochen und 20 Prozent sogar acht bis zehn Wochen.“ Insgesamt dauert die Umstellung von Milch auf feste Nahrung mindes­tens viereinhalb Monate.

Feste Nahrung: Der perfekte Start

Ob selbst gekocht oder aus dem Gläschen: Als Erstes gibt es einen Gemüsebrei, als nächstes einen Kartoffel-Fleisch-Gemüse-Brei, dann ­einen Milch-Getreide-Brei und schließlich einen Obst-Getreide-Brei. Nach und nach dürfen die Kleinen dann vom Familientisch probieren: weich gekochte ­Nudeln, etwas Gemüse, ein kleines Stückchen zartes Fleisch. Eben alles, worauf die Kleinen Lust haben und das sie gut schlucken können.

Was sollten Babys zum Brei trinken?

Zusätzlich zu den Breien sollte das Kind weiter gestillt werden oder Säuglingsanfangsnahrung erhalten. Das deckt seinen Flüssigkeitsbedarf. Getränke wie Wasser oder ungesüßter Tee sind erst mit der Einführung des dritten Breis notwendig.

Und wie geht es weiter?

Spätestens mit 17 bis 18 Monaten sitzen dann die meis­ten Kinder mit am Tisch. Einen wichtigen und sehr entspannenden Tipp hat Gätjen für Eltern: „Kocht für euch selbst und nicht für die Kinder“, sagt sie. Wenn man nämlich liebe- und mühevoll ein gesundes Kinderessen zubereitet hat, das die Kleinen dann schnöde verweigern, ist der Frust groß. „Dann reagieren Eltern beleidigt“, sagt Gätjen. Und noch eine Botschaft hat die Ernährungswissenschaftlerin: „Vor einem vollen Teller ist noch nie ein Kind verhungert.“

Beikostplan: Wann sollte man am besten mit den drei Breimahlzeiten beginnen?

Wie aufregend! Dein Baby lernt jetzt Brei kennen. Unser Beikostplan hilft dir bei der großen Essensreise deines kleinen Schlemmermauls. Praktisch: Du kannst am Ende des Artikels den Plan auch runterladen und ausdrucken.

Im zweiten Halbjahr steigt der Nährstoffbedarf deines Babys an und es braucht nun mehr als nur Milch. Vor allem Eisen, Vitamin B6, Zink und Kalzium sind jetzt sehr wichtig. Deshalb empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund die Beikost zwischen dem 5. und 7. Monat einzuführen. Die Beikosteinführung ist nicht gleichbedeutend mit dem Abstillen. Zwar wirst du in den nächsten Wochen und Monaten eine Milchmahlzeit nach der anderen durch Babybreimahlzeiten ersetzen, du kannst aber weiter nach Bedarf stillen, und zwar solange du und das Baby das wollen.

Wann ist der Start für den Beikostplan?

Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Die einen sind schon mit vier Monaten neugierig auf Brei und probieren ihn gerne aus. Andere brauchen noch ein paar Wochen, um sich auf den neuen Geschmack und die Konsistenz einzulassen. Nicht zuletzt müssen die Kleinen auch erst das Essen vom Löffel lernen, denn dabei ist eine andere Zungentechnik gefragt als beim Saugen.

Schiebt dein Baby bei den ersten Beikost-Versuchen den Brei immer wieder nach vorn aus dem Mund oder zeigt es gar kein Interesse am Brei, solltest du ihm noch ein wenig Zeit geben. Probiere es ein paar Tage später einfach noch einmal.

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Beikostreife­zeichen: I(s)st dein Baby bereit?

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Beikosteinführung schrittweise umsetzen

Die Empfehlungen des FKE sollen dir vor allem als Orientierung dienen. Sie berücksichtigen die allgemeinen ernährungs- und entwicklungspsychologischen Anforderungen im Säuglingsalter und die traditionelle Ernährungsweise in Deutschland. Der FKE Ernährungsplan für Säuglinge im ersten Lebensjahr hat sich als verträglicher Übergang von der Milch, über die Beikost bis hin zur Familienkost erwiesen. Individuelle Anpassungen der Vorgaben sind natürlich immer möglich.

Also: Egal ob du mit einem Mittags- oder Morgenbrei startest, ob du zuerst Karotte oder ein anderes Gemüse fütterst, ob du dein Baby mit oder ohne Fleisch ernähren möchtest – wichtig ist nur, dass du die verschiedenen Lebensmittel immer erst einzeln einführst, um das Verdauungssystem deines Babys nicht zu überfordern und mögliche Allergien frühzeitig ausmachen zu können. Außerdem sollte immer nur eine Milchmahlzeit pro Monat vollständig durch eine Breimahlzeit ersetzt werden. Bis alle Milchmahlzeiten ersetzt sind, vergehen auf diese Weise vier bis sechs Monate.

Ab dem 5. Monat (d. h. mit 4 Monaten): Beginn mit Gemüsebrei im Beikostplan

  • Zeitpunkt: mittags
  • Lebensmittel: Gemüse und Kartoffeln, Speiseöl, Obstsaft, später Fleisch und Fisch
  • Für die erste Breimahlzeit wird ein verträglicher Gemüsebrei empfohlen, zum Beispiel aus Karotte, Zucchini, Kürbis, Pastinake, Brokkoli oder Fenchel. Wird die erste Sorte gut vertragen, kannst du drei bis vier Tage später die Kartoffel einführen.
  • Wieder einige Tage später kannst du dann einen gemischten Brei aus den beiden Zutaten anbieten. Vielleicht hast du sogar das Gefühl, dass dein Kind einzelne Sorten nicht mag. Biete ihm trotzdem einige Tage lang weiter diesen Geschmack an, damit es die Chance hat, ihn wirklich kennenzulernen.
  • Im Laufe der nächsten Wochen können die Kartoffeln im Brei zur Abwechslung auch durch Nudeln, Mais oder Reis ersetzt werden.

Mische dem Gemüsebrei, egal ob gekocht oder gekauft, immer etwas Speiseöl (z. B. Rapsöl) bei: auf 100 Gramm Gemüse jeweils einen Teelöffel Öl. Das Öl fördert die Gemüse-Verdauung und dient noch dazu der Hirnentwicklung des Babys. Ein spezielles Beikost-Öl ist kein Muss. Solltest du den Brei selbst kochen, püriere ihn ganz fein und streiche ihn gegebenenfalls durch ein Sieb, damit er eine babytaugliche Konsistenz bekommt.

Eisenaufnahme für dein Baby: Darauf musst du achten

  • Verträgt dein Baby den gemischten Gemüsebrei, kannst du ab dem 7. oder 8. Monat zwei- bis dreimal die Woche eine kleine Menge Fleisch (20-30 Gramm) untermischen.
  • Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant, insbesondere Rindfleisch. Aber auch magere Stücke Schwein, Lamm und Geflügel kannst du schon füttern, wobei du auch hier zunächst jede Sorte einzeln einführen solltest.
  • Sobald du Fleisch fütterst, mische dem Brei außerdem etwa zwei bis drei Teelöffel Vitamin-C-haltigen Obstsaft für die bessere Eisenaufnahme bei. Später kannst du die Fleischportion einmal pro Woche durch fettreichen Fisch (z. B. Lachs) ersetzen.
  • Möchtest du auf Fleisch verzichten, achte darauf, dass dein Kind durch eine entsprechende Gemüse-Auswahl ausreichend Eisen zu sich nimmt. Eisenreiche Gemüse sind zum Beispiel Karotten, Fenchel und Brokkoli.
  • Du kannst das Fleisch im Brei auch durch Getreide (z. B. Hafer) ersetzen. Auch hier ist eine Zugabe von Vitamin C durch Obstsaft wichtig, damit das Eisen vom Körper besser ausgenommen werden kann.

Sauerei inklusive

Alternative zum Babybrei: Baby-led Weaning mit Fingerfood

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Ab dem 6. Monat (mit 5 Monaten): Beginn mit Milch-Getreide-Brei im Beikostplan

Als zweite Breimahlzeit empfiehlt das FKE den Milch-Getreide-Brei am Abend. Wie bei der ersten Breimahlzeit verfährst du auch hier: Zunächst stillst du dein Baby oder gibst das Fläschchen, dann gibt’s einige Löffelchen Brei, und bei Bedarf bekommt es danach noch mal die Brust oder Flasche. Steigere die Breimenge Mal für Mal, bis dein Kind etwa 200 Gramm Milch-Getreide-Brei isst, falls es mag.

  • Zeitpunkt: abends
  • Lebensmittel: Getreide und Kuhmilch, Obstsaft oder Obstpüree
  • Getreide ist eine wichtige Nährstoffquelle, hat aber Allergie-Potenzial. Zur Allergie-Prävention lautet die Empfehlung, glutenhaltiges Getreide in kleinen Mengen zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat einzuführen.
  • Da du deinem Kind anfangs sowieso nur kleine Mengen Brei fütterst, kannst du gleich zu glutenhaltigem Getreide greifen – vorausgesetzt, in deiner Familie hat niemand eine Zöliakie. Gibt es in deiner Familie dagegen Fälle von Glutenunverträglichkeit, beginne mit glutenfreiem Getreidebrei (Hirse, Amaranth, Buchweizen, Reis, Hirse, Mais), in den du nach und nach kleine Mengen glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel) mischst.
  • Bezüglich der Kuhmilch brauchst du dir keine Sorgen zu machen: Zwar galt lange, man solle Kindern im ersten Jahr keine Kuhmilch geben, jedoch ist diese Empfehlung veraltet. 200 Milliliter Kuhmilch am Tag als Zutat im Getreidebrei ist für Kinder im zweiten Lebenshalbjahr in Ordnung.

Ab dem 7. Monat (mit 6 Monaten): Beginn mit Obst-Getreide-Brei im Beikostplan

  • Zeitpunkt: nachmittags
  • Lebensmittel: Getreide und Obstmus, Speiseöl
  • Die dritte Breimahlzeit wird aus Wasser, Getreideflocken, Obstmus und Speiseöl zubereitet. Für den Anfang eignen sich dafür am besten milde Obstsorten wie Apfel, Birne und Banane oder Pfirsich, die du nach und nach anbietest und später auch mixen kannst.
  • Obst (außer Bananen) sollte anfangs immer gegart und püriert werden, da es so leichter zu verdauen ist als roh. Mit etwa acht Monaten kannst du auch rohes Obst füttern, zum Beispiel einen geriebenen Apfel.
  • Mit der Einführung der dritten Breimahlzeit braucht dein Baby zusätzliche Flüssigkeit. Dafür eignet sich Wasser am besten, aber auch ungesüßter Tee oder sehr stark verdünnter Fruchtsaft. Anfangs sollten es rund 100 Milliliter Flüssigkeit täglich sein, mit Umstieg auf die Familienkost steigt der Flüssigkeitsbedarf auf rund 600 Milliliter am Tag.

Babybrei Rezepte zum Nachkochen

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Ab dem 10. Monat (mit 9 Monaten): Familienkost als letzten Schritt im Beikostplan

  • Zeitpunkt: z. B. vormittags und abends
  • Lebensmittel: z. B. Brot, Müsli
  • Die Breimahlzeiten brauchen nicht mehr fein püriert zu werden, mit der Gabel etwas zerdrücken, reicht auch. Außerdem kannst du deinem Kind nun nach und nach sämtliche Lebensmittel zum Kosten anbieten.
  • Den Milch-Getreide-Brei am Abend ersetzt du zum Beispiel durch Vollkornbrot mit Frischkäse und etwas Obst. Nachmittags kann der Obst-Getreide-Brei einem Obst-Müsli weichen, vormittags gibt es vielleicht ein Brot mit Obstmus oder ein bisschen Joghurt. Probiere einfach aus, was deinem Kind schmeckt.
  • Tabu sind harte, verschluckbare Lebensmittel wie Nüsse oder rohes Wurzelgemüse, sowie koffeinhaltige oder stark gezuckerte Getränke und Honig.
  • Wenn du für dein Kind kochst, gehe sparsam mit Salz, Gewürzen und Zucker um. Auf stark gezuckerte oder mit Süßstoff versetze Lebensmittel solltest du verzichten.
  • Kuhmilch als wichtiger Kalzium-Lieferant sollte gegen Ende des ersten Lebensjahres auf dem Speiseplan deines Kindes stehen. Jedoch nicht mehr als 200 Milliliter am Tag, am besten in Kombination mit Brot oder Müsli.

Praktischer Beikostplan to go!

Hier findest du alle Empfehlungen zum zeitlichen Ablauf der Beikosteinführung noch mal zusammengefasst im Überblick. Unter der Grafik gibt es das PDF zum Download:

Beikostplan: Säuglingsernährung im 1. Jahr

Lesetipp

Der volle Durchblick: Beikostplan zum Ausdrucken!

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Quellen:

Reif für die Beikost

Bereit für den Brei

Wachsen, den Bewegungsradius erweitern und die Welt neugierig erfassen: Ihr Baby hat immer mehr vor. In den ersten Lebensmonaten haben Milchmahlzeiten Ihr Baby prima versorgt. Jetzt möchte es mehr! Sein Bedarf an bestimmten Nährstoffen steigt und Milch alleine reicht nicht mehr.

Frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Monats ist es Zeit für die ersten Löffel Brei. Der richtige Zeitpunkt ist von Kind zu Kind verschieden. Er hängt von Wachstum, Entwicklung und der Bereitschaft ab, sich von der Brust oder Flasche zu trennen.

Ihr Baby ist bereit für Brei, wenn es zum Beispiel

  • Brei nicht mehr direkt mit der Zunge aus dem Mund schiebt,
  • den Kopf halten und mit etwas Hilfe aufrecht sitzen kann,
  • sich eigenständig Dinge in den Mund stecken kann,
  • Interesse daran zeigt, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen,
  • den Mund öffnet, wenn der Löffel kommt.

Sie brauchen nicht zu Beginn des 5. Monats extra auszutesten, ob ihr Kind den Brei schon annimmt. Das Zeitfenster gibt Ihnen genug Zeit um abzuwarten, bis es von sich aus die Bereitschaft für feste Nahrung zeigt. Starten Sie nicht vor Beginn des 5. Monats mit der Beikost, auch wenn Ihnen Ihr Baby schon reif erscheint.

Brei-Fahrplan

Als Erstes füttern Sie einen Brei aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch oder Fisch. Ihr Baby braucht Zeit, um sich an das neue Essen zu gewöhnen und seine Verdauung umzustellen. Beginnen Sie deshalb mit einigen Löffeln Gemüsepüree. Danach geben Sie Kartoffeln und etwas Öl dazu. Wenn das gut klappt, folgen Fleisch und Obstsaft und damit der vollständige Brei. Zu den anderen Mahlzeiten bekommt Ihr Kind weiterhin die Brust oder die Flasche, wenn Sie nicht stillen.

Ist der erste Brei komplett, können Sie Ihrem Baby neue Variationen anbieten, zum Beispiel eine neue Gemüseart.

Ob Sie als Zweites den Milch-Getreide-Brei oder den Getreide-Obst-Brei einführen, ist für die Versorgung Ihres Kindes unerheblich. Beide Breie eignen sich gleichermaßen. Traditionell wird meist erst der Milch-Getreide-Brei gegeben.

Kein Extra-Brei für Babys mit erhöhtem Allergierisiko

Falls Geschwister Ihres Babys oder Sie als Eltern Allergien haben, können Sie genauso vorgehen, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Es schützt nicht vor einer Allergie, Lebensmitteln zu meiden oder später einzuführen, die besonders häufig Allergien auslösen.

Selbst kochen oder Gläschen kaufen?

Selbst für Ungeübte ist es nicht schwer, Brei selbst zuzubereiten. Es ist in der Regel preiswerter und Sie können Obst und Gemüse entsprechend der Saison aus der Region verwenden. Die Zusammensetzung liegt bei Ihnen: Sie entscheiden über die Auswahl und die Anzahl der Zutaten. Industriell hergestellte Babykost erfüllt hohe gesetzliche Anforderungen, die Verwendung spart Zeit und Arbeit. Entscheiden Sie als Familie danach, wie es in Ihren Tagesablauf passt sowie mit Ihren persönlichen Vorlieben und Einstellungen übereinstimmt. Wenn Sie Brei kaufen, achten Sie darauf, dass die Zutaten denen zum Selbstkochen entsprechen. Salz und ein starker Süßgeschmack gehören nicht in den Brei. Wenn Sie Ihrem Baby zumindest ab und zu einen selbstgekochten Brei füttern, erweitern Sie die geschmackliche Vielfalt und schulen seinen Geschmack.

Was ist bei Fertigbreien wichtig?

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Beikostplan fürs erste Lebensjahr: Babybrei löst Muttermilch ab

Der Beikostplan wird in drei Phasen eingeteilt, in denen der Speiseplan jeweils um einen Brei ergänzt wird. © iStock.com/ilmoro100

In den ersten vier Lebensmonaten sollte das Baby ausschließlich mit Muttermilch oder Fertigmilch gefüttert werden. Die Einführung der Beikost fürs Baby ist vor dem fünften Monat nicht ratsam. Bis zum vollendeten dritten Lebensmonat kann das Kind andere Nahrungsmittel in Magen und Darm kaum verwerten. Zudem werden mit komplexeren Nahrungsmitteln die Nieren unnötig stark belastet, da sie mehr Abbaustoffe als bei reiner Milchkost verarbeiten müssen. Zufüttern von Beikost kann das Saugbedürfnis des Babys und damit die Milchbildung bei der Mutter verringern.

Beikoststart ab wann?

Einen Stichtag, wann zur Muttermilch andere Lebensmittel hinzukommen sollten, gibt es nicht. Aber ab dem fünften Monat zeigen die Kleinen zunehmend, dass sie Milch alleine nicht mehr satt macht. Der Säugling will immer mehr trinken. Außerdem hat sich das Kind weiterentwickelt:

  • Zwischen dem fünften und siebten Monat verschwindet der Saugreflex. Das Baby schiebt den Brei nicht mehr automatisch aus dem Mund, sondern versucht zu schlucken.

  • Die Verdauungsfunktion und die Nieren sind gereift. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, auch festere Nahrung gut zu verdauen.

  • Das Baby kann sein Köpfchen sicher halten und nach und nach auch ohne Stütze frei sitzen – eine weitere Voraussetzung für das Füttern mit dem Löffel.

  • Das Baby beginnt, alles in den Mund zu stecken, um es mit Zunge oder Gaumen zu erforschen.

  • Es schaut neugierig zu, wenn andere etwas essen und versucht, ebenfalls die Hand zum Mund zu führen.

Stuhlgang beim Baby: Das bedeuten Farbe und Beschaffenheit des Windelinhalts

Beikost wird in Form von Babybrei eingeführt. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund empfiehlt, im Abstand von jeweils einem Monat den Speiseplan um bestimmte Lebensmittelgruppen zu ergänzen. Die drei Phasen im Überblick:

  • fünfter bis siebter Monat: Gemüsebrei mit Kartoffeln und Fleisch
  • sechster bis achter Monat: Brei aus Milch und Getreide
  • siebter bis neunter Monat: Brei aus Getreide und Obst

Währenddessen sollten Mütter weiter stillen, solange sie und ihr Kind das möchten. Die Beikostempfehlungen gelten ebenso für allergiegefährdete Kinder. Allergieauslösende Lebensmittel müssen also nicht gemieden werden. Getreide sollte in kleinen Mengen auch Gluten enthalten. Dadurch verringert sich das Risiko für die Entwicklung einer späteren Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) um 50 Prozent.

Phase 1 des Beikostplans: fünfter bis siebter Lebensmonat

Nach den ersten vier Monaten nimmt der Appetit des Babys zu. Zwar bleibt Mutter- oder Säuglingsmilch ein Hauptbestandteil der Babyernährung, doch sie allein reicht jetzt nicht mehr aus. Für eine normale und gesunde Entwicklung müssen zusätzlich Energie, Eiweiß, Kalzium, Eisen und Vitamine aufgenommen werden.

Bei der ersten Beikost steht die neue Sinneserfahrung an erster Stelle. Durch Schlucken, Riechen, Tasten und Fühlen erschließt sich das Kind Stück für Stück mehr von seiner Welt. Die Essfreude kann Rückschläge erleiden, die mitunter einige Tage anhalten, dann aber wieder verschwinden.

Welche Mahlzeit zuerst ersetzen?

Am besten ist es, den Gemüsebrei als Mittagsmahlzeit einzuführen. So ist vormittags genügend Zeit, in Ruhe alles vorzubereiten. Außerdem beeinflussen eventuelle Startschwierigkeiten bei Babys Verdauung nicht die Schlafenszeit nachts.

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft

Lifeline / Wochit

Rezept für Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Als erste Beikost ist ein Brei aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse besonders günstig. Er liefert Energie, Eisen, Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine. Um das Kind an diese Babykost heranzuführen, starten Sie am besten mit einem reinen Möhrenbrei, den Kinder aufgrund des süßlichen Geschmacks besonders gerne mögen. Im Abstand von ein paar Tagen fügen Sie jeweils Kartoffel, Fleisch, Öl und Obstsaft hinzu.

  • 90 bis 100 Gramm (g) Gemüse (etwa Karotte, Brokkoli oder Blumenkohl)
  • 40 bis 60 g Kartoffeln
  • 20 bis 45 g Obstsaft
  • 20 bis 30 g Fleisch (ab und zu mit Fisch abwechseln)
  • 8 bis 10 g Pflanzenöl (zum Beispiel Rapsöl) oder Butter

Gemüse putzen, Kartoffeln schälen und beides klein schneiden. Mit zerkleinertem Fleisch etwa zehn Minuten in wenig Wasser garen. Den Obstsaft beimengen und pürieren. Öl unterrühren.

Auch eine vegetarische Ernährung mit reinem Gemüsebrei ist unbedenklich, sofern Milch und Milchprodukte zum Einsatz kommen. Damit Ihr Kind mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird, lassen Sie sich am besten von einer Fachkraft für Ernährung beraten. Vor einer veganen Ernährung von Kleinkindern wird gewarnt, weil sie Mangelerscheinungen begünstigt, die mitunter schwere Schäden auslösen können.

Phase 2 des Beikostplans: sechster bis achter Lebensmonat

Wurde bereits ab dem fünften Monat mit der Beikost begonnen, ergänzt jetzt ein Brei aus Vollmilch und Getreide den Speiseplan. Es bietet sich an, die abendliche Milch- oder Stillmahlzeit durch diesen Brei zu ersetzen. Milch leistet einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Kalziumbedarfs. Empfehlenswert ist Kuhmilch als pasteurisierte Vollmilch oder auch die ultrahocherhitzte H-Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett. Von Rohmilch ist abzuraten, da sie den hygienischen Anforderungen der Säuglingsmilch nicht entspricht. Auch fettarme Milch (1,5 Prozent Fett) ist ungeeignet, weil sie zu kalorienarm ist.

Rezept für Milch-Getreide-Brei

  • 100 Milliliter (ml) Wasser
  • 100 ml frische Vollmilch
  • 3 bis 4 Esslöffel (EL) Hafer-Schmelzflocken
  • 1 EL Rapsöl
  • 3 EL Apfelsaft

Wasser, Vollmilch und Schmelzflocken in einen Topf geben. Unter ständigem Rühren etwa eine Minute kochen. Apfelsaft und Rapsöl unterrühren und den Brei abkühlen lassen. Als Getreideschmelzflocken eignen sich neben Hafer auch Dinkel, Hirse oder Weizen.

Es ist wichtig, die Milch Anfangs mit Wasser zu verdünnen, dies macht den Brei leicht verdaulich. Ab einem Alter von acht Monaten kann man das Wasser weg lassen und 200ml Vollmilch verwenden. Ein Fertigbrei zum Anrühren mit Wasser sollte nur wenig Zucker enthalten.

Phase 3 des Beikostplans: siebter bis neunter Lebensmonat

Ab dem siebten Monat vervollständigt der Getreide-Obst-Brei zum Beispiel als Nachmittagsbrei den Speiseplan. Er liefert dem Baby die nötige Energie und wichtige Vitamine. Hierbei ist frisches Obst wichtig, da es sekundäre Pflanzenstoffe enthält, die für Zellen und Abwehrkräfte wichtig sind. Der Getreide-Obst-Brei enthält keine Milch.

Rezept für Getreide-Obst-Brei

  • 90 ml Wasser
  • 100 g püriertes Obst (zum Beispiel Apfel, Banane oder Pfirsich)
  • 20 g Hafer-Schmelzflocken
  • 1 EL Rapsöl

Getreideflocken in Wasser aufkochen und anschließend Obst und Öl unterrühren.

Das Kind erhält nun dreimal am Tag eine Breimahlzeit und braucht Getränke zusätzlich zur Mutter- beziehungsweise Fertigmilch. Experten empfehlen Trinkwasser, das nicht abgekocht zu werden braucht.

  • Wie bekommt man Kinder dazu, gesund zu essen? Mahnungen und Strafen gehen schnell nach hinten los. Besser klappt es mit diesen Regeln – und ein paar Tricks

    Zu den Tipps

Zehnter bis zwölfter Monat: Familienkost

Langsam kann das Kind an feste Nahrung gewöhnt werden. Schrittweise sollte eine Breimahlzeit durch die sogenannte Familienkost ersetzt werden, die idealerweise aus drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten besteht. Das Kind darf nahezu alles essen, was auch beim Familienessen auf dem Speiseplan steht. Ausnahmen sind rohe tierische Lebensmittel und Sprossen, weil sie Keime enthalten können. Bei sehr kleinen Beeren und Nüssen besteht zudem Verschluckungsgefahr. Achten Sie beim Selberkochen darauf, Salz, Zucker, Fett und scharfe Gwürze eher sparsam zu verwenden.

Spezielle „Kinderlebensmittel“ sind nicht nötig. Die Werbung für angereicherte Functional-Food-Produkte hält selten, was sie verspricht: Die ausgelobten Zusätze an Milch, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen sind, auf den Tagesbedarf bezogen, oft entweder minimal, überdosiert oder überflüssig. Diese Angaben lenken von der Tatsache ab, dass das Produkt ansonsten viel Zucker, Fett und Kalorien enthält – und darüber hinaus auch noch teurer ist.

Babybrei selber kochen oder fertig kaufen?

Babynahrung aus dem Gläschen ist praktisch und spart Zeit. Jedoch entspricht die Zusammensetzung der Fertigmenüs nicht in jedem Fall den gängigen Empfehlungen. Weil Kinder im ersten Lebensjahr besonders schnell wachsen, ist eine ausgewogene Ernährung mit allen erforderlichen Nährstoffen wichtig. Gleichzeitig ist der kindliche Organismus sehr empfindlich und muss vor Schadstoffen geschützt werden. Gläschenkost hat Vor- und Nachteile:

  • Industriell hergestellter Babybrei unterliegt besonders strengen Bestimmungen und ist praktisch frei von Rückständen.

  • In Gläschenkost sind oft unnötige Zusätze und zu viel Salz und Gewürze enthalten. Sie verfälschen den Geschmack. Das Baby wird bereits früh an intensive Aromen, Zucker und Gewürze gewöhnt.

  • Fertig-Brei weist mitunter einen zu geringen Energie- und Fettgehalt auf.

  • Wird das Baby nur über Gläschenkost ernährt, erhält es mit acht bis zwölf Gramm zu wenig Fleisch pro Tag. Das FKE empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 20 Gramm.

Es spricht nichts dagegen, fertige Babybreis einzusetzen. Diese sind in ausgewählten Supermärkten, Drogerien und im Internet erhältlich. Achten Sie dabei aber auf Produkte, die mit wenigen Zutaten auskommen. Fleischhaltige Gläschen sollten keine Milch enthalten, da sie die Eisenaufnahme im Darm behindert. Um die Eisenverwertung zu verbessern, kann man Saft oder Obst-Brei unter die Mahlzeit rühren. Der Fett- und Energiegehalt der Babynahrung lässt sich mit einem Teelöffel Rapsöl aufbessern.

Bis 6 Monate

Stillen oder Schoppen (Säuglingsanfangsmilch) nach Bedarf des Säuglings.

Ab 6 Monate

1. Breimahlzeit: Die Still-/Schoppenmahlzeit langsam ersetzen. Ab jetzt kann hungrigen Säuglingen Folgemilch gegeben werden.

Mittags: 1 kleines Rüebli, in wenig Wasser kochen und pürieren einige Tropfen warm gepresstes Öl (z.B. Rapsöl, Maiskeimöl) beifügen. Anschliessend Stillen oder Schoppen. Nach 2 bis 3 Tagen eine kleine Kartoffel dazugeben. Menge des Gemüsebreis langsam steigern, bis der Brei eine Trinkmahlzeit ersetzt (150 bis 300 g). Solange erhält das Baby wie gewohnt die Brust oder Flasche, bis es satt ist. Es empfiehlt sich, dem Kind zusätzliche Flüssigkeit wie Leitungswasser oder ungesüssten Tee anzubieten, sobald der Brei eine ganze Still- oder Schoppenmahlzeit ersetzt.

Wenn sich Ihr Kind an die Rüebli-/Kartoffelmahlzeit gewöhnt hat, können Sie schrittweise weitere Gemüsesorten einführen (nach Möglichkeit Saisongemüse verwenden). Nur eine neue Gemüsesorte aufs Mal – damit Unverträglichkeiten sofort erkannt werden – und pro Mahlzeit nicht mehr als 3 Gemüsesorten verwenden. Rüebli und Kartoffeln bleiben als Basisgemüse dabei.

Ab 7 Monaten

2. Breimahlzeit: Der Gemüsebrei am Mittag wird weitergeführt und ergänzt, zusätzlich eine zweite Still-/Schoppenmahlzeit langsam durch einen Früchtebrei ersetzt. Für den Gemüsebrei kann man nun statt Kartoffeln auch Säuglings-Getreidebrei (Hirse- oder Reisflocken, Fertigprodukt) verwenden. 2 x pro Woche die Gemüsemahlzeit mit 1 Portion Fleisch (30 g = 1 gehäufter Esslöffel) ergänzen: Kalb-, Rind-, Poulet- oder Truthahnfleisch in wenig Wasser und Öl bei niedriger Temperatur in einer Pfanne weiss dämpfen oder zusammen mit dem Gemüse kochen. Anschliessend pürieren.

Zvieri: Beginn mit gekochtem, püriertem Apfel oder zerdrückter Banane. Nach einigen Tagen dürfen beide Früchte gemischt werden. Anschliessend Stillen oder Schoppen. Menge des Früchtebreis langsam steigern, bis er eine Trinkmahlzeit ersetzt (150 bis 300 g). Andere mögliche Früchte, je nach Saison: Birne, Melone, Beeren, Aprikosen, Pfirsiche (Steinobst sollte gekocht und püriert werden).

Ab 8 bis 9 Monaten

3. Breimahlzeit: Gemüse- und Früchtebrei weiterführen, dazu kommt abends ein Getreidebrei: Reis, Hirse, Haferflocken oder feines Maisgriess in (Milch-) Wasser aufkochen. Keine Vollmilch, sondern das gewohnte Milchpräparat verwenden; falls das Kind noch gestillt wird, ist keine Milchzugabe notwendig. Der Brei kann geschmacklich angereichert werden, z.B. mit geriebenem Apfel oder Kompott.

Ab 10 Monaten

Ei und Vollmilch: Es darf 1x pro Woche ein gekochtes (8 Minuten) Eigelb zum mittäglichen Gemüsebrei gemischt werden. Beachten: nur das Eigelb, kein Eiweiss. Bei einigen Kindern kann jedoch Eigelb Reaktionen (Erbrechen/Ausschlag) auslösen, deshalb mit nur einem Löffel beginnen und, wenn alles in Ordnung ist, die Menge langsam steigern. Säuglingsmilch kann von jetzt an im Getreidebrei durch Vollmilch („Past“) ersetzt werden.

ESSEN VOM FAMILIENTISCH: Ab 10 bis 12 Monaten möchten viele Kinder bereits am Familientisch mitessen. Ein langsamer Übergang auf ausgewählte, wenig gesalzene, gewürzte oder gesüsste Erwachsenenkost ist jetzt möglich.

Ab 12 Monaten kann man den Speisezettel laufend erweitern: Fisch, Käse, Jogurt etc. dürfen langsam eingeführt werden.

Beikost

Allgemeines zur Beikosteinführung

Muttermilch ist eine vollwertige, optimal ausgewogene Nahrung, auch über längere Zeit. Eine gesunde Mutter kann ihr Kind sechs Monate voll stillen. Im Allgemeinen wird die Einführung der Beikost (Gläschen) zu früh empfohlen. Vor dem vierten Lebensmonat ist ein Baby noch gar nicht fähig, mit dem Löffel zu essen, da der Mechanismus ein ganz anderer ist als beim Saugen. Zu frühe Beikostfütterung kannAllergien auslösen, führt zu einer unnötigen Belastung der Nieren und kann noch unreife Darmenzyme überfordern (Bsp. Zöliakie). Es ist ratsam, dem Darm unserer Kleinkinder ausreichend Zeit bei der Gewöhnung an die Verdauung unserer Alltagskost zu lassen.
Merken Sie sich bitte am Beginn des Zufütterns: Weniger ist mehr.

Verwenden Sie anfangs nur eine Gemüse- oder Obstsorte pro Mahlzeit. Solange noch Brust- oder Flaschenmahlzeiten verabreicht werden, besteht keine Gefahr eines Nährstoffmangels. Babys schmecken 120mal intensiver als Erwachsene und sollten nicht unnötig früh an schädliche Zusätze wie Zucker und Salz, oder den Einheits-geschmack der Fertiggerichte gewöhnt werden. Die Verwendung von „Gläschen“ ist praktisch und sie sind kontrolliert schadstoffarm. Angebrochene noch ungewärmte Gläschen können gekühlt zwei Tage aufbewahrt werden. Bei selbstgekochten Mahlzeiten verwenden Sie bitte nur Zutaten aus biologisch kontrolliertem Anbau und vom Bio-Metzger.

Zeitplan

Idealerweise gegen Ende des 5. Lebensmonat wird die Mittags-Milchmahlzeit
durch einen Frühkarottenbrei (s.u.) ersetzt. Haben Sie die erste Mahlzeit
komplett umgestellt (nach 2 – 3 Wochen), können Sie:

  • als Zwischenmahlzeit nachmittags einen Obstbrei einführen
  • als (sättigende) Abendkost einen Getreide-Obstbrei (auch zusätzl. zur Brust)

Ab dem 7. Monat: Fleischbrei (2x pro Woche) und Vollmilchbrei

Ab dem 10. Monat können die Zähnchen Ihres Kindes trainiert werden.
Die pürierte Breikost kann langsam auf die feste Familienkost umgestellt
werden.

Das Kind wird auf 3 Haupt- und 2 Zwischen-Mahlzeiten eingestellt.
Nachfolgend werden die einzelnen Schritte näher erläutert.
Bitte beachten Sie, daß es sich bei der Angabe der verschiedenen Sorten
um eine Auswahlmöglichkeit (z.B. im Falle von Haut-Allergien) handelt.
Bleiben Sie bei wenigen verträglichen Zutaten und probieren Sie nicht alle aus.

Weitere Tipps zur Beikostauswahl im ersten Jahr

Die Gläschenkost mit Produkten aus ökologischem Anbau (Nitratgehalt) wird regel-mäßig bezüglich möglicher Schadstoffe kontrolliert und kann ohne Grund zur Sorge verabreicht werden. Bei der selbst zubereiteten Säuglingsnahrung, sollten Sie ebenfalls Zutaten aus dem ökologischen Landbau verwenden.

Eine Umstellung der Brustmahlzeit auf industrielle Fertigmilchen ist unnötig.

Verzichten Sie auf Süßungsmittel, wie Zucker, Saccharose, Maltose, Fruktose, Maltodextrin, Honig und Fruchtsäfte (Zahnkaries!).

Vollkorn-Produkte können im ersten Lebensjahr noch nicht ausreichend verstoffwechselt werden. Zuviele unverdauliche Ballaststoffe behindern zudem die Aufnahme wichtiger Spurenelemente (z.B. Eisen, Vitamin B12). Im Einzelfall kann dadurch ein Nährstoffmangel entstehen.

Zur Allergievorbeugung meiden Sie Geschmackszutaten wie Nüsse, Schokolade, Kakao, Gewürze oder Aromen. Problematisch sind auch: Zitrusfrüchte, Kiwi, Ananas, Erdbeeren und evtl. Kuhmilchprodukte.

Erste Mahlzeiten

Der Speiseplan im Beikostalter (6. – 12. Lebensmonat)

Die Kleinkinder-Beikost
Die Einführung der Beikost beginnt schrittweise, wobei nach und nach die Milchmahlzeiten durch Breimahlzeiten ersetzt werden. Durch die schrittweise Einführung der einzelnen Nahrungsmittel können Sie genau beobachten, was Ihr Kind gut verträgt, oder was ihm schlechter bekommt.

Beginnen Sie mit einem Gemüsebrei, den Sie selbst zubereiten, oder aber als fertiges Gläschen verwenden können. Als sehr gut verträglich hat sich Kürbis oder Zucchinibewährt. Nach etwa einer Woche werden dem Gemüsebrei im Verhältnis 3:1 pürierteKartoffeln zugefügt.

Diesem wird allmählich steigernd Fleisch zugefügt, an 2 bis 3 Tagen pro Woche. Ein selbst zubereiteter Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei als Mittagsmahlzeit kann wie folgt zusammengesetzt sein:
90 bis 100g Gemüse, 40 bis 60g Kartoffeln,
30g Obstsaft (zur besseren Eisenverwertung),
20-30g Fleisch und 80g Rapsöl.
Das Pürieren von Fleisch ist oft schwierig, alternativ können Sie Bio-Fleischgläschen verwenden.

Der Speiseplan Ihres Kindes sieht dann so aus:

Wann dein Baby bereit für die Beikost ist oder mehr will, hängt ganz allein von ihm ab. Manche Babys sind schon mit 17 Wochen bereit für die ersten Löffelchen. Andere brauchen fünf oder auch sechs Monate, bis ihnen ihr Bäuchlein signalisiert: Es wird Zeit für neue Nährstoffe, Abenteuer und Aromen.

Ob dein Baby reif für die Beikost ist, erkennst du unter anderem an folgenden Anzeichen:

  • Lässt bei deinem Baby der Zungenstoßreflex nach, durch den feste Nahrung automatisch aus dem Mund befördert wird?
  • Kann dein Baby mit Unterstützung aufrecht sitzen?
  • Kann dein Baby selbstständig Dinge in den Mund stecken?
  • Zeigt dein Baby Interesse an neuen Lebensmitteln bzw. am Essen anderer?
  • Öffnet dein Kind erwartungsvoll den Mund, wenn der Löffel vom Teller abhebt bzw. Nahrung angeboten wird?
  • Kann dein Baby mit Hilfe der Lippen Essen vom Löffel nehmen?
  • Ist dein Baby öfter nach Still- oder Flaschenmahlzeit noch hungrig?

Achte auf die Signale deines Babys. Es wird dir deutlich zeigen, ab wann es zusätzliche Nährstoffe braucht, um satt und zufrieden zu sein.

Die erste Mahlzeit deines Babys sollte auf jeden Fall gutes Gemüse enthalten. Lies hier, warum dieses Geschmackstraining so wichtig ist.

Wähle ein Gemüse, das du selbst gern magst – in Gläschenform oder selbst gekocht und fein püriert. Biete deinem Baby erst mal eine Löffelspitze davon an. Wenn es das Gesichtchen verzieht, probiere es geduldig weiter. Diese Tipps können euch vielleicht bei eurer ersten Brei-Erfahrung helfen.

Noch ist es wichtig, dass du nach dem Füttern stillst oder das Fläschchen gibst. Aber von Tag zu Tag wird dein Baby mehr verputzen. Sobald es ein ganzes Gläschen bzw. durchschnittlich 180 bis 200 Gramm Brei futtert, musst du zusätzlich keine Milch mehr geben.

Nur Gemüse allein liefert allerdings wenig Energie und Eisen. Darum fange nach einer Woche an, den Brei anzureichern: In Woche 2 biete Gemüse-Kartoffel-Brei an – ergänzt um 1,5 – 2 Teelöffel Rapsöl -, in Woche 3 füge Fleisch hinzu. Danach kannst du neue Gemüse- und Fleischsorten sowie Fisch einführen, aber bitte immer nur ein neues Lebensmittel pro Woche. Sobald dein Baby etwas nicht verträgt, weißt du dann schnell, was die Beschwerden ausgelöst hat.

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